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The Rudolf Steiner Archive

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Earthly and Cosmic Man
GA 133

23 October 1911, Berlin

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Erster Vortrag

First Lecture

[ 1 ] Da wir uns nach einer längeren Sommerpause wieder hier in diesem Zweig zusammenfinden, so darf vielleicht mit ein paar Worten wenigstens über dasjenige gesprochen werden, was das anthroposophische Leben während einer solchen Sommerpause betrifft, und insbesondere über das, was uns das anthroposophische Leben während dieser letzten Sommerpause gebracht hat, die ja für unser engeres mitteleuropäisches spirituelles Leben keineswegs bedeutungslos verlaufen ist. Sie wissen, daß von den Zeiten an, da wir uns hier zuletzt zusammenfanden, um dann die Sommerpause eintreten zu lassen, die Vorbereitungen begannen für die Münchener Veranstaltung. Diese beginnt gewöhnlich mit einer dramatischen Aufführung, die im Geiste unserer spirituellen Bewegung gehalten ist. Und wir waren in der Lage, in den letzten Jahren diese dramatischen Aufführungen auszubauen! Wir haben zunächst eine solche dramatische Vorstellung einem Münchener Vortragszyklus vorangeschickt, waren dann in der Lage, im vorigen Jahre zwei solcher Vorstellungen voranzuschicken, und in diesem Jahre konnten wir es mit dreien versuchen. Es ist immer in der verschiedensten Beziehung selbstverständlich ein Wagnis mit diesen Vorführungen verbunden. Aber dank der, man darf sagen, allseitigen Opferwilligkeit derjenigen, die sich an diesen künstlerischen anthroposophischen Veranstaltungen beteiligen können, ist es uns gelungen, gerade nach dieser Richtung hin einen Anfang zu machen, denn als etwas anderes als einen Anfang können wir die Sache vorläufig nicht bezeichnen, den Anfang einer Sache, die ja wohl ihre Fortsetzung finden wird als wichtiger Einschlag des anthroposophischen Lebens, wenn wir alle in diesen unsern physischen Leibern nicht mehr werden dabei sein können. Aber zu solchen Dingen, die bereits über den engsten Kreis des persönlichsten Wirkens hinaus gedacht sind, muß ja immer ein Anfang gemacht werden. Und die, welche sich zunächst daran beteiligen, haben es nötig — um der nötigen Bescheidenheit wie auch um der nötigen Kraft willen —, das Bewußtsein zu haben, daß man es mit einem Anfang zu tun hat. Wir verbinden ja diese Aufführungen immer mit einem Vortragszyklus, welcher nicht nur allerlei Mitglieder unserer Gesellschaft vereinigt, sondern auch allerlei Freunde unserer geisteswissenschaftlichen Strömung, die, man darf jetzt sagen, von allen möglichen europäischen Ländern sich bei der Münchener Veranstaltung einfinden. Was insbesondere in diesem Jahre auffallend sein kann, das werden für den, der äußerlich und innerlich in die Sachen hineinzuschauen sich bemüht, zwei Dinge sein. Das eine ist gerade die Art, wie wir denken, das anthroposophische Leben zunächst in die Kunst hineinzutragen. Denn das liegt uns ja so sehr am Herzen, daß das spirituelle Leben in alle Lebenszweige und Äußerungen des Daseins hineingetragen werde. Daß es uns so wichtig scheint, es in die Kunst hineinzutragen, das ist, daß Geisteswissenschaft nicht eine bloße abstrakte Theorie und Lehre sein will, sondern hineingetragen werden soll ins unmittelbare Leben, damit sie sozusagen praktisch wirken könne. Es ist dabei wohl auffällig gerade bei den Münchener Vorstellungen, daß die Geisteswissenschaft nicht in äußerlicher Weise durch allerlei Ausdenken und Ausklügeln dieses bewirken will, sondern daß von ihrem unmittelbaren Leben auch wieder etwas Leben ausgehen kann für das künstlerische Wirken. Das zeigt sich in der Art und Weise, wie in München mit einer innigen Hingabe und mit wachsendem Verständnis die Anthroposophen, welche als Teilnehmer dabei sind, sich in die Sache finden. Das zeigt sich aber auch darin, daß wir im Jahre 1909 eine Vorstellung, im vorigen Jahre zwei, und in diesem Jahre, trotz großer Schwierigkeiten, sogar drei Vorstellungen vorbereiten konnten. Wenn Sie auf die Dinge selbst eingehen, so werden Sie aus einem Werke, wie es die «Prüfung der Seele» ist, ersehen können, wie das, was okkultistische Beobachtung ist, sehr wohl in derselben Weise zu künstlerischen Darstellungen verwertet werden kann, wie das, was die äußeren Beobachtungen des Lebens sind. Kurz, ich könnte sehr viel sprechen, wenn über den inneren Nerv der Sache gesprochen werden soll.

[ 1 ] Since we are gathering again here in this branch after a long summer break, perhaps a few words may be said at least about what concerns anthroposophical life during such a summer break, and in particular about what anthroposophical life has brought us during this last summer break, which was by no means insignificant for our immediate Central European spiritual life. You know that from the time we last gathered here before the summer break began, preparations started for the Munich event. This usually begins with a dramatic performance in the spirit of our spiritual movement. And in recent years we have been able to expand these dramatic performances! We initially preceded a Munich lecture series with one such dramatic mental image, were then able to precede it with two such mental images last year, and this year we were able to attempt three. Of course, there is always a certain risk involved in these performances in many different ways. But thanks to the—one might say—universal willingness to make sacrifices on the part of those who are able to participate in these artistic anthroposophical events, we have succeeded in making a start in this very direction, for we cannot yet describe the matter as anything other than a beginning—the beginning of something that will surely find its continuation as an important aspect of anthroposophical life, even when we are no longer able to be present in these physical bodies of ours. But for such things, which are already conceived beyond the narrowest circle of personal activity, a beginning must always be made. And those who participate in them at first need—for the sake of the necessary modesty as well as the necessary strength—to be aware that they are dealing with a beginning. We always combine these performances with a lecture series that brings together not only all manner of members of our Society, but also all manner of friends of our Spiritual Science movement, who—it is safe to say—gather at the Munich event from all sorts of European countries. What may be particularly striking this year will be two things for those who strive to look at these matters from both an external and internal perspective. One is precisely the way in which we think of first carrying anthroposophical life into art. For it is so very close to our hearts that spiritual life be carried into all branches of life and expressions of existence. The reason it seems so important to us to carry it into art is that Spiritual Science does not wish to be a mere abstract theory and doctrine, but is meant to be carried into immediate life so that it can, so to speak, have a practical effect. It is particularly striking, especially at the Munich lectures, that Spiritual Science does not seek to achieve this in an external way through all manner of conceptualizing and elaboration, but rather that something of life can flow from its immediate life back into artistic activity. This is evident in the way the anthroposophists participating in Munich engage with the subject matter with heartfelt devotion and growing understanding. It is also evident in the fact that we were able to prepare one lecture in 1909, two last year, and this year, despite great difficulties, even three lectures. If you examine the matters themselves, you will be able to see from a work such as *The Examination of the Soul* how occult observation can very well be utilized in artistic representations in the same way as the external observations of life. In short, I could speak at great length if the inner essence of the matter is to be discussed.

[ 2 ] Was besonders in München auffällt, ist der stets wachsende Zudrang zu unsern Veranstaltungen. Und der bewirkt, daß wir sowohl bei den künstlerischen Unternehmungen — namentlich aber auch beim geisteswissenschaftlichen Vortragszyklus — den Raummangel in einer ganz ausgiebigen Weise verspüren. Bei dem Vortragszyklus ist dieser Raummangel ja auch äußerlich so zu spüren, daß sich die Teilnehmer durch die Hitze im Saale recht sehr unbehaglich fühlen. Nun würde ja natürlich ein leichter Einwand der sein, daß man sagt, dann nehme man einfach einen größeren Saal. Aber mit diesem größeren Saal nehmen hat es auch seine Schwierigkeit. Die Geisteswissenschaft erfordert, wie Sie alle wissen, doch eine gewisse Intimität. Und so wenig es möglich ist, daß man in Wahrheit einen alten griechischen Dramatiker in einem Zirkus aufführen kann — nach sicheren Nachrichten soll es ja auch in der Gegenwart zwar geschehen sein, aber nur der Mangel an jeglichem Kunstverständnis kann dahin führen, daß es in weiteren Kreisen Zustimmung oder sogar Zuspruch finden kann; man muß sich darüber wundern; aber auf der anderen Seite ist es wieder nicht zu verwundern, wenn man weiß, wie wenig Künstlerisches in unserer Zeit ist, daß so etwas für möglich gehalten wird —, also so wenig möglich es ist, in einem Zirkus einen alten griechischen Dramatiker aufzuführen, in einem so großen Raume wie einem Zirkus schon, aber nicht in einem «Zirkus», ebensowenig geht dies mit der Geisteswissenschaft: sie kann schon auch in einem alten griechischen Theater getrieben werden, aber nicht in einem endlos bis zum Zirkusmäßigen geführten Saal. Und ich muß offen gestehen, statt daß wir jetzt in Berlin von dem Architektenhaussaal, der mir das Maximum an Größe scheint, übergehen zu einem Saal, der größer ist, würde ich viel lieber einen solchen Vortrag im Architektenhause zweimal halten, als einmal in einem größeren Saal. Das sind Dinge, die doch so sehr mit dem inneren, intimen Wesen der Geisteswissenschaft zusammenhängen, daß sie vielleicht heute noch nicht eingesehen werden, die aber doch, wenn alles, was in der Geisteswissenschaft enthalten ist, in die verschiedenen Lebenszweige sich verbreitet, eingesehen werden können.

[ 2 ] What is particularly striking in Munich is the ever-increasing demand for our events. As a result, we are acutely feeling the lack of space, both for our artistic endeavors—but especially for our Spiritual Science lecture series. In the case of the lecture series, this lack of space is also evident externally, in that the participants feel quite uncomfortable due to the heat in the hall. Now, of course, a simple objection might be that we should simply use a larger hall. But using a larger hall also presents its own difficulties. As you all know, Spiritual Science does require a certain intimacy. And just as it is impossible to truly stage an ancient Greek playwright in a circus—according to reliable reports, this is said to have happened even in the present day, but only a complete lack of any understanding of art could lead to it finding approval or even popularity in wider circles; one must wonder at this; but on the other hand, it is not surprising, when one considers how little artistry there is in our time, that such a thing is deemed possible—just as it is not possible to stage an ancient Greek playwright in a circus, in a space as large as a circus, but not in a “circus”; nor is it possible with Spiritual Science: it can certainly be practiced in an ancient Greek theater, but not in a hall stretched endlessly to the point of resembling a circus. And I must frankly admit that instead of moving now in Berlin from the Architektenhaus hall—which seems to me the maximum in size—to a hall that is larger, I would much rather give such a lecture twice in the Architektenhaus than once in a larger hall. These are matters so closely connected to the inner, intimate essence of the Spiritual Science that they may not yet be understood today, but which will surely be understood once everything contained in the Spiritual Science has spread into the various branches of life.

[ 3 ] Was nun die Unternehmungen in München betrifft, so ist es ja nicht anders möglich, wenn durch alles, was man in einem kleinen Saale tun kann, etwas erreicht werden soll, was anthroposophisch ist, als daß unser anthroposophisches Leben uns dazu führen muß, uns unsern Innenraum selber zu schaffen. Das hat zu dem Gedanken geführt, in München einen großen Bau aufzuführen, der uns gestattet, wirklich auch für die Bedürfnisse des Münchener Zyklus ein eigenes Haus zu haben. Wie viel Glück wir damit haben werden, das werden die nächsten Zeiten zeigen. Denn es ist ganz sicher, wenn wir in die Lage kommen werden, den Münchener Bau aufzuführen, daß wir ihn bald aufführen müssen, weil wir sonst um die schönsten Früchte unseres Wirkens doch kommen werden, aus dem einfachen Grunde, weil es dann möglich sein wird, gerade in den nächsten Jahren in der entsprechenden Weise zu wirken, wenn wir die Räumlichkeit dazu haben. Daß damit etwas erreicht werden kann, wenn wir in der Lage sind, den Raum selber zu bauen, das haben wir nicht nur bei kleinen Anfängen gesehen, sondern jetzt wieder, wo der Stuttgarter Zweig sich das erste mitteleuropäische anthroposophische Haus aufgeführt hat. Und die, welche bei der Eröffnung anwesend waren, werden sich hinlänglich davon überzeugt haben, was ein im anthroposophischen Sinne weihevoller Innenraum wirklich zu bedeuten hat, und wie es etwas ganz anderes ist, wenn man in einen solchen Raum hineinkommt als sonst in einen Saal, ganz abgesehen von den einzelnen Feinheiten, die ich auseinandersetzte, als ich in Stuttgart sprach über die Bedeutung der Farbe, der Raumesbegrenzung und so weiter für die Pflege okkulter Erkenntnis in einem solchen Raum. Haben wir es doch gesehen, daß diese Vertiefung, die wir auf dem Gebiete der Anthroposophie anstreben, doch in einem gewissen Sinne zahlreiche Ohren, zahlreiche Herzen und Seelen schon in Mitteleuropa findet und wahrscheinlich auch weiter hinaus immer mehr und mehr finden wird. Wir haben gesehen, wie leicht allerdings in unserer Zeit — wir haben es ja immer wieder und wieder sehen müssen — sozusagen die Sehnsucht Platz greifen kann, auf bequeme Art sich Überzeugungen und Erkenntnisse von den geistigen Welten zu verschaffen. Ich glaube, wenn so Vortragszyklus auf Vortragszyklus gefolgt ist und immer mehr zugemutet wurde dem Denken, dem gefühlsmäßigen Sich-Vertiefen, der Ausbreitung der Kenntnis der einzelnen Gebiete des Lebens, auch des okkulten Lebens, dann werden es eine große Anzahl von denjenigen, die mit uns gestrebt haben, manchmal schon empfunden haben, daß wir hier gerade in der Strömung des spirituellen Lebens, die wir die unsrige nennen, es gar zu bequem den Menschen nicht machen. Und wenn wir alles betrachten, was im Laufe der Zeit, wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf, aufgespeichert worden ist — und es ist, manchmal wirklich zu meinem Schrecken, viel aufgespeichert an unserem Büchertisch hier an Zyklen und Schriften —, was alles da im Laufe der Jahre zusammengekommen ist und was im Grunde genommen der, welcher wirklich die Strömung, die wir die unsrige nennen, in einer intimen Beziehung kennenlernen will, sich doch ein wenig ansehen muß, wenn wir das bedenken, dann werden wir uns sagen können: Bequem machen wir es niemandem, der in die geistige Welt hineingehen will. — Aber dennoch, es hat sich im Laufe der Jahre immer mehr und mehr gezeigt, daß wir das Ohr, das Herz, die Seele der Menschen, so weit wir zu ihnen kommen, schon zu finden in der Lage sind. Wenn auch in einer sonderbaren Weise, die jetzt nicht weiter erörtert werden soll, zum Beispiel der Kongreß der europäischen Sektionen in Genua nicht zustande gekommen ist, so hat sich nicht etwa herausgestellt, daß wir unsererseits, weil nun dieser Kongreß nicht zustande gekommen ist, sozusagen feiern konnten. Es hätte sich ja denken lassen, daß, nachdem der Kongreß ausgefallen ist — in letzter Stunde wurde dies angekündigt, über die Ursachen und Gründe davon später —, daß wir hätten feiern können. Aber es stellte sich gleich heraus, wie nötig es war, diese Zeit anders anzuwenden, so daß Vorträge hineinfielen während der Zeit des Genueser Kongresses in Lugano, Locarno, Mailand, Neuchâtel und Bern. So waren wir immerhin in der Lage, wenigstens in dieser Zeit auf einem Boden zu wirken, auf dem zu wirken es vielleicht sonst in der nächsten Zeit schwierig geworden wäre. Und wenn ich zum Beispiel bedenke, daß eben in Neuchâtel eine Loge sich zusammengeschlossen hat, die das Bedürfnis hatte, geradezu sich zu benennen nach dem Namen einer großen geistigen, spirituellen Individualität, auf den Namen des Christian Rosenkreutz, und das Bedürfnis hatte, intime Dinge über denselben zu hören — die ich in der nächsten Zeit auch hier zum Vortrag bringen werde —, wenn ich bedenke, daß, um über Christian Rosenkreutz zu sprechen, immerhin alles nötig war, was wir im Laufe der Jahre zusammengetragen haben an okkulten Wahrheiten, um diese einzigartige Individualität zu verstehen, und daß dennoch ein inniges Bedürfnis vorhanden war, über diese Individualität etwas Intimeres zu hören, so muß gesagt werden: Es ist gelungen, uns geisteswissenschaftlich zu vertiefen, obwohl wir es denjenigen, die mit uns arbeiten, nicht gerade bequem gemacht haben. — Und wie leicht machen wir es trotzdem denjenigen, die wirklich zu einem Vertiefen kommen wollen, wie leicht machen wir es! Wir dürfen es, ohne zu überheben, sagen, daß wir es leicht machen.

[ 3 ] As for our activities in Munich, if we are to achieve anything of an anthroposophical nature through everything that can be done in a small hall, there is no other way than for our anthroposophical life to lead us to create our own inner space. This has led to the idea of erecting a large building in Munich that will allow us to truly have our own home to meet the needs of the Munich Cycle. How fortunate we will be with this, the coming times will show. For it is quite certain that if we are to be in a position to erect the Munich building, we must do so soon, because otherwise we will miss out on the finest fruits of our work, for the simple reason that it will then be possible to work in the appropriate manner precisely in the coming years, provided we have the space for it. That something can be achieved if we are able to build the space ourselves, we have seen not only in our small beginnings, but now again, as the Stuttgart branch has built the first Central European Anthroposophical House. And those who were present at the opening will have been sufficiently convinced of what a sacred interior space in the anthroposophical sense truly means, and how entering such a space is something entirely different from entering an ordinary hall, quite apart from the individual subtleties I discussed when I spoke in Stuttgart about the significance of color, spatial boundaries, and so on for the cultivation of occult knowledge in such a space. We have seen, after all, that this deepening we strive for in the field of anthroposophy does indeed, in a certain sense, already find numerous ears, numerous hearts, and souls in Central Europe and will likely find more and more beyond as well. We have seen, however, how easily in our time—as we have had to observe time and again—a longing can take hold, so to speak, to acquire convictions and insights about the spiritual worlds in a convenient manner. I believe that as one lecture series has followed another, and as ever greater demands have been placed on thinking, on emotional immersion, and on the expansion of knowledge in the various spheres of life—including the occult life—then a large number of those who have striven with us have sometimes already sensed that here, precisely within the current of spiritual life that we call our own, we do not make things all too easy for people. And when we consider everything that, over the course of time—if I may use the trivial expression—has been stored up—and there is, sometimes truly to my horror, a great deal has been accumulated on our bookshelf here in the form of cycles and writings—all that has come together over the years, and which, when we consider it, anyone who truly wishes to get to know the stream we call our own in an intimate way must indeed look at a little—then we will be able to say to ourselves: We make it easy for no one who wishes to enter the spiritual world. — Yet, over the years, it has become increasingly clear that we are already able to find the ear, the heart, and the soul of people, insofar as we reach them. Even though, in a peculiar way that need not be discussed further here—for example, the Congress of the European Sections in Genoa did not take place—it did not turn out that we, for our part, could celebrate, so to speak, simply because this Congress did not take place. One might have thought that, since the congress had been canceled—this was announced at the last minute; more on the causes and reasons for this later—we could have celebrated. But it immediately became clear how necessary it was to use this time differently, so that lectures were held during the time of the Genoa Congress in Lugano, Locarno, Milan, Neuchâtel, and Bern. Thus, we were at least in a position, during this time, to work on a ground where it might otherwise have become difficult to work in the near future. And when I consider, for example, that a lodge has just been formed in Neuchâtel that felt the need to name itself after a great spiritual individuality—namely, Christian Rosenkreutz—and felt the need to hear intimate things about him —which I will also present here in the near future—, when I consider that, in order to speak about Christian Rosenkreutz, everything we have gathered over the years in terms of occult truths was necessary to understand this unique individual, and that nevertheless there was a deep need to hear something more intimate about this individual, it must be said: We have succeeded in deepening our understanding through Spiritual Science, even though we have not exactly made it easy for those who work with us. — And yet how easy we make it for those who truly wish to delve deeper, how easy we make it! We may say, without being presumptuous, that we make it easy.

[ 4 ] Denken Sie zum Beispiel über das Faktum nach! Es ist von mir immer wieder und wieder betont worden, daß wir innerhalb unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung das okkulte Ideal als die Grundlage unseres ganzen anthroposophischen Lebens ansehen müssen: Es gibt in Wirklichkeit nur einen Okkultismus, nur eine okkulte Wahrheit. Es kann nicht in Wahrheit einen östlichen und einen westlichen Okkultismus geben. Das wäre ebenso gescheit, als wenn man eine östliche und eine westliche Mathematik unterscheiden würde. Aber es kann das eine oder das andere Problem, die eine oder die andere Frage, durch die Eigentümlichkeit der Menschen besser im Osten oder besser im Westen durch die okkulte Forschung gepflegt werden. Daher müssen wir sagen: Was sich auf jene große Erscheinung bezieht, die wir nun seit Jahren hier als die Christus-Erscheinung bezeichnen, ist ein Ergebnis der okkulten Forschungen der letzten Jahrhunderte innerhalb der europäischen esoterischen Schulen, der europäischen Pflegestätten des Okkultismus. Alles, was gesagt worden ist im Laufe der Jahre über die Individualität, die wir Jesus von Nazareth nennen, was über die zwei Jesusknaben gesagt worden ist, über die Einkehr des Christus in den Leib des Jesus von Nazareth in dem Zeitpunkt, der markiert wird durch die Johannestaufe im Jordan, was über das Mysterium von Golgatha gesagt ist und was jetzt wieder in Karlsruhe gesagt worden ist über das Mysterium der Auferstehung, alles das sind einmal Wahrheiten, die gar nicht heute verkündet werden könnten, wenn nicht seit der Mitte des 12. Jahrhunderts bis in unsere Tage herein die okkulten Forschungen des Abendlandes gepflegt worden wären. Und dennoch, man kann das Christentum nicht verstehen, ohne diese Wahrheiten zu haben. Man kann zum Beispiel das Christentum wirklich nicht verstehen, ohne Verständnis für die Auferstehung zu haben, und wenn man ein noch so großer Theologe ist. Wer heute so redet wie die modernen Theologen, kann das Christentum nicht verstehen. Denn, was könnten sie anfangen zum Beispiel mit dem Worte des Paulus: «Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch vergeblich euer Glaube»? Kurz, gibt es kein Verständnis der Auferstehung, so gibt es kein Verständnis des Christentums! Aber auf der anderen Seite muß man wieder bedenken, daß die äußere Vernunft, ob man sie anwendet auf die Geisteswissenschaft oder auf die Naturwissenschaft, nun einmal die Eigentümlichkeit hat, daß sie an solche Sachen, wie die Auferstehung, nicht herankommen kann. Der moderne Denker sagt: Ich muß einen Strich durch mein ganzes Gedankengebäude machen, wenn ich an die Auferstehung und an das, was im Johannes-Evangelium geschildert ist, wirklich glauben sollte! — Das haben zahlreiche Menschen aus ihrem Bewußtsein heraus gesagt. Daher ist es notwendig, daß der Okkultismus über diese Tatsachen im Abendlande seine Aufschlüsse gibt. Gerade diese Tatsachen, die sich auf die Mysterien des Abendlandes, des Christentums beziehen, hat die orientalisierende Richtung des Okkultismus, insofern sie äußerlich bekannt werden kann, nicht. Denn warum? Die Menschen drüben in Asien, mit Ausnahme der Gegenden um Kleinasien, interessiert doch der Christus nicht, hat sie nicht interessiert. Sie haben nicht das Bedürfnis, nach seiner Wesenheit zu fragen, hatten es durch die ganzen Jahrhunderte und Jahrtausende nicht. So daß es in Indien und Tibet wunderbare okkulte Lehren gibt über die Wesenheit zum Beispiel des Buddha oder der Bodhisattva; aber es hat niemanden besonders interessiert, über die Wesenheit des Christus nachzudenken oder gar okkult nachzuforschen. Daher kann man unmöglich von den orientalischen Richtungen der Theosophie verlangen, daß sie über den Christus etwas wissen.

[ 4 ] Consider this fact, for example! I have emphasized time and again that within our Spiritual Science movement we must regard the occult ideal as the foundation of our entire anthroposophical life: In reality, there is only one occultism, only one occult truth. There cannot truly be an Eastern and a Western occultism. That would be just as sensible as distinguishing between Eastern and Western mathematics. But depending on the particular characteristics of the people, one or the other problem, one or the other question, may be better addressed through occult research in the East or in the West. Therefore, we must say: What relates to that great phenomenon which we have now for years referred to here as the Christ-appearance is a result of the occult research of the past centuries within the European esoteric schools, the European centers of occultism. Everything that has been said over the years about the individuality we call Jesus of Nazareth, what has been said about the two Jesus boys, about the indwelling of the Christ in the body of Jesus of Nazareth at the moment marked by the baptism of John in the Jordan, what has been said about the Mystery of Golgotha, and what has now been said again in Karlsruhe about the Mystery of the Resurrection, all of these are truths that could not be proclaimed today at all if the occult research of the West had not been cultivated from the middle of the 12th century down to the present day. And yet, one cannot understand Christianity without these truths. For example, one really cannot understand Christianity without an understanding of the Resurrection, no matter how great a theologian one may be. Anyone who speaks today like modern theologians cannot understand Christianity. For what could they make of, for example, Paul’s words: “But if Christ has not been raised, then our preaching is in vain, and your faith is also in vain”? In short, without an understanding of the Resurrection, there is no understanding of Christianity! But on the other hand, one must also consider that external reason—whether applied to Spiritual Science or to natural science—has the peculiarity that it simply cannot grasp such matters as the Resurrection. The modern thinker says: I must draw a line through my entire system of thought if I am to truly believe in the Resurrection and in what is described in the Gospel of John! — Many people have said this from the depths of their consciousness. Therefore, it is necessary for occultism to shed light on these facts in the West. It is precisely these facts, which relate to the mysteries of the West and of Christianity, that the Orientalizing branch of occultism—insofar as it can be known externally—does not possess. Why is that? People over in Asia, with the exception of the regions around Asia Minor, are not interested in Christ; they have never been interested in him. They have no need to inquire into his nature; they have not had such a need throughout the centuries and millennia. Thus, in India and Tibet there are wonderful occult teachings regarding the nature of, for example, the Buddha or the Bodhisattva; but no one has been particularly interested in reflecting on the nature of Christ or even in conducting occult research into it. Therefore, one cannot possibly expect the Eastern branches of Theosophy to know anything about Christ.

[ 5 ] Als die theosophische Bewegung ins Leben trat, da hat, wie Sie alle wissen, für dieselbe Ungeheures Helena Petrowna Blavatsky gewirkt. Wodurch hat sie Ungeheures gewirkt? Etwa dadurch, daß damals die «drei Grundsätze» der Theosophischen Gesellschaft aufgestellt worden sind, die heute noch immer auf den Aufnahmescheinen stehen? Dadurch ganz gewiß nicht, daß man gesagt hat: Es muß eine Gesellschaft geben, welche die «allgemeine Menschenliebe » pflegt! — Denn solcher gibt es viele, und jeder normal denkende Mensch wird die Pflege der allgemeinen Menschenliebe als etwas ansehen, was verbreitet werden soll. Wodurch H.P. Blavatsky so stark gewirkt hat, das ist, daß durch sie eine so große Menge von okkulten Wahrheiten in die Welt gedrungen ist. Und wer die «Entschleierte Isis» und die dann Jahre danach erschienene «Secret Doctrine» nimmt, der wird sich sagen: Trotz allem, was dagegen einzuwenden ist, enthalten diese Werke eine Unsumme von Wahrheiten, von denen bis dahin niemand im geistigen Leben, außer denen, die eine Initiation genossen haben, eine Ahnung hatte. Und wenn auch Frau Blavatsky ein unlogischer, unordentlicher Kopf war und Dinge ausgedacht hat, die neben den Mitteilungen hoher Meister stehen und nicht dort stehen sollten — das zu erörtern, würde jetzt zu weit führen —, wenn sie auch eine leidenschaftliche Natur war und oftmals gesprochen hat, wie es nicht geht — denn es geht im Okkultismus nicht, daß man so leidenschaftlich und so unsystematisch spricht —, wenn man auch sagen könnte, daß es gut wäre, die «Entschleierte Isis» zu nehmen und sie systematisch und logisch anzuordnen, oder aus der «Secret Doctrine » fünf Sechstel herauszunehmen und das andere Sechstel in einer ordentlichen Weise zu redigieren, so muß man doch in dem theosophischen Leben auf das Positive gehen und sagen: Es ist da etwas Gewaltiges in das okkulte Leben hereingekommen.

[ 5 ] As you all know, when the Theosophical Movement came into being, Helena Petrovna Blavatsky played an immense role in it. How did she play such an immense role? Was it perhaps by establishing the “three principles” of the Theosophical Society, which still appear on membership cards today? Certainly not by saying: There must be a society that cultivates “universal love for humanity”! — For there are many such societies, and every normal-thinking person will regard the cultivation of universal brotherly love as something that should be promoted. What made H.P. Blavatsky’s influence so powerful is that through her, such a vast amount of occult truths entered the world. And anyone who picks up *Isis Unveiled* and *The Secret Doctrine*, which appeared years later, will say to themselves: Despite all that can be objected to, these works contain a vast amount of truths of which, until then, no one in spiritual life—except those who had undergone initiation—had the slightest inkling. And even if Madame Blavatsky had an illogical, disorderly mind and concocted things that stand alongside the communications of high masters and should not be there—to discuss that would go too far now—even if she was a passionate nature and often spoke in ways that are not appropriate—for in occultism it is not appropriate to speak so passionately and so unsystematically —, even if one could say that it would be good to take *Isis Unveiled* and arrange it systematically and logically, or to remove five-sixths of *The Secret Doctrine* and edit the remaining sixth in an orderly manner, one must nevertheless focus on the positive in theosophical life and say: Something mighty has entered into occult life.

[ 6 ] Aber wie stehen denn die Dinge in Wahrheit? In Wahrheit stehen sie so, daß H.P.Blavatsky in der Zeit, als sie die « Entschleierte Isis » schrieb, eine Art rosenkreuzerischer Inspiration hatte. In der «Entschleierten Isis» stehen — bis auf die Fehler des Rosenkreuzertums ganz große rosenkreuzerische Wahrheiten, und was darin bedeutsam ist, das ist eigentlich alles rosenkreuzerisch. Ich sagte, bis auf dieFehler des Rosenkreuzertums! Denn das alte Rosenkreuzertum hatte zum Beispiel nicht die Möglichkeit, die Wahrheiten der Reinkarnation und des Karma einzusehen; denn die Wahrheiten über Reinkarnation und Karma hatte das Rosenkreuzertum des 13., 14., 15. Jahrhunderts nicht. Das war etwas, was für das Abendland erst später erobert werden konnte. Frau Blavatsky hat in der « Entschleierten Isis » auch nicht eine einigermaßen hinreichende Lehre von Reinkarnation und Karma, sie hat alle Fehler des Rosenkreuzertums sogar übernommen. Dann kam es so, daß Frau Blavatsky durch Dinge, die heute zu besprechen zu weit führen würde, abgekommen war von den Einflüssen, die aus dem Rosenkreuzertum kamen, und eingefangen wurde von einer orientalisierenden ’Theosophie. Daraus ist dann die «Geheimlehre» hervorgegangen, die in bezug auf alles, was nicht christlich ist, große Wahrheiten enthält, in bezug auf alles aber, was christlich ist, höchst Unsinniges. So daß in bezug auf alle Religionen und Weltanschauungssysteme der Welt, außer dem Judentum und dem Christentum, die Blavatskysche Geheimlehre sehr zu brauchen ist, aber was sich darin findet in bezug auf das Judentum und Christentum, ist gar nicht zu brauchen, weil H.P.Blavatsky in ein Feld hineinkam, wo man diese Wahrheiten nicht gepflegt hat. Damit hängt nun die ganze Richtung zusammen, welche die theosophische Bewegung später genommen hat. Sie wurde unzulänglich, diese theosophische Bewegung, für das Begreifen des Christentums. Und an einem Fall — an unserem wichtigen Fall — lassen Sie es mich klarmachen, was unzulänglich ist an der theosophischen Bewegung für das Begreifen des Christentums.

[ 6 ] But what is the truth of the matter? The truth is that H.P. Blavatsky, at the time she was writing *Isis Unveiled*, was under a kind of Rosicrucian inspiration. In *Isis Unveiled*—apart from the errors of Rosicrucianism—there are very great Rosicrucian truths, and what is significant in it is actually all Rosicrucian. I said, apart from the errors of Rosicrucianism! For ancient Rosicrucianism, for example, did not have the capacity to grasp the truths of reincarnation and karma; for the Rosicrucianism of the 13th, 14th, and 15th centuries did not possess the truths regarding reincarnation and karma. That was something the West could only come to understand later. In *Isis Unveiled*, Madame Blavatsky does not present a sufficiently adequate doctrine of reincarnation and karma either; in fact, she has even adopted all the errors of Rosicrucianism. Then it came to pass that Madame Blavatsky, through circumstances that would take us too far afield to discuss here, had strayed from the influences stemming from Rosicrucianism and was captivated by an Orientalizing “Theosophy.” From this emerged the “Esoteric Doctrine,” which contains great truths regarding everything that is not Christian, but utter nonsense regarding everything that is Christian. Thus, with regard to all the world’s religions and worldview systems, except for Judaism and Christianity, Blavatsky’s Esoteric Doctrine is very useful; but what is found therein regarding Judaism and Christianity is of no use at all, because H.P. Blavatsky entered a field where these truths were not cultivated. The entire direction that the Theosophical Movement later took is connected to this. This Theosophical Movement became inadequate for understanding Christianity. And using one example—our important example—let me make clear what is inadequate in the Theosophical Movement for understanding Christianity.

[ 7 ] Die höchste Individualität, außer den höchsten Initiierten, die auch im Orientalismus nicht anders reden als wir, ist für den orientalischen Okkultismus die Individualität des Bodhisattva. Ein solcher Bodhisattva war jene Individualität, die dann etwa fünf Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung zu der nächsten Würde aufgestiegen ist, die man nun wieder im Orientalismus begreift. So daß wir es damit zu tun haben, daß jener Bodhisattva, welcher der Sohn des Königs Suddhodana war, im neunundzwanzigsten Jahre zum Buddha geworden ist. Mit dem Buddha-Werden ist für jeden, der das Wesen des Buddhabekenntnisses versteht, das verbunden, daß die betreffende Wesenheit nicht mehr, nach dem physischen Leben, in welchem sie der Buddha geworden ist, auf der Erde wiedererscheinen kann. Also der Bodhisattva wird Buddha. Dann kommt er nicht mehr in einem gewöhnlichen Leib nach den Gesetzen der Reinkarnation auf die Erde. Aber er hat einen Nachfolger. In dem Augenblick, als der Bodhisattva die Erleuchtung empfing und zum Buddha aufstieg, hatte er gleichsam einen Nachfolger zum Bodhisattva ernannt. Dieser nächste Bodhisattva wird nun immer als Mensch, als hervorragender Mensch erscheinen, bis er selber zur Buddhawürde aufsteigt. Nun wird es jeder Bekenner des Orientalismus als eine Wahrheit betrachten, daß genau fünftausend Jahre nach der Erleuchtung des Gautama Buddha unter dem Bodhibaum der nachfolgende Bodhisattva zur Buddhawürde aufsteigen und als Maitreya-Buddha erscheinen wird. Das ist dreitausend Jahre nach unserer Zeit. So daß bis dahin in den verschiedensten Inkarnationen, die da kommen werden, ein Bodhisattva leben wird, der immer wieder und wieder auf der Erde erscheinen wird, der aber erst zur Buddhawürde aufsteigen wird dreitausend Jahre nach unserer Zeit, und dann auf der Erde ein großer Lehrer sein wird.

[ 7 ] For Oriental occultism, the highest form of individuality—apart from the highest initiates, who speak no differently from us even in Orientalism—is the individuality of the Bodhisattva. Such a Bodhisattva was that individual who, about five centuries before our era, ascended to the next rank, which is now once again understood in Orientalism. Thus, we are dealing with the fact that that Bodhisattva, who was the son of King Suddhodana, became the Buddha at the age of twenty-nine. For anyone who understands the essence of the Buddhist creed, becoming a Buddha entails that the being in question can no longer reappear on Earth after the physical life in which he became the Buddha. Thus, the Bodhisattva becomes a Buddha. Then he no longer returns to Earth in an ordinary body according to the laws of reincarnation. But he has a successor. At the very moment the Bodhisattva attained enlightenment and ascended to Buddhahood, he had, as it were, appointed a successor as Bodhisattva. This next Bodhisattva will now always appear as a human being, as an outstanding human being, until he himself ascends to Buddhahood. Now, every adherent of Orientalism will regard it as a truth that exactly five thousand years after the enlightenment of Gautama Buddha under the Bodhi tree, the succeeding Bodhisattva will ascend to Buddhahood and appear as the Maitreya Buddha. That is three thousand years from our time. So that until then, in the various incarnations that will come, a Bodhisattva will live who will appear on Earth again and again, but who will only ascend to Buddhahood three thousand years from our time, and will then be a great teacher on Earth.

[ 8 ] Das ist die höchste Individualität, zu der sich die orientalisierende okkulte Lehre erhebt. Dadurch, daß Frau Blavatsky gewissermaßen eingefangen worden ist von der orientalisierenden Richtung, war das Verständnis, das man für die Dinge erlangen konnte, begrenzt durch die orientalischen Begriffe. Nun wollte man aber auch den Europäern eine Art Verständnis für das Christentum geben. Aber man war nicht imstande, mit den orientalisierenden Begriffen wirklich das Christentum zu verstehen. Man kam nur bis zur Bodhisattva- und BuddhaIndividualität. Die Folge davon war, daß auch die Hellseher nur bis zu einer Bodhisattva-Individualität kamen. Eine solche aber war vorhanden in einer Individualität, welche hundertfünf Jahre vor unserer Zeitrechnung gelebt hat in dem Jeshu ben Pandira, der zu den Essäern in einer besonderen Beziehung gestanden hat, der Schüler gehabt hat, unter anderen auch denjenigen, der dann das Matthäus-Evangelium vorbereitet hat. Eine solche Bodhisattva-Individualität, die der Nachfolger war des Gautama Buddha, war in jenem Jeshu ben Pandira verkörpert. Von demselben spricht nun die orientalisierende Theosophie. Und es ist nun für den hellseherischen Blick gerade so, als ob hundertfünf Jahre nach dem Jeshu ben Pandira in der Welt nichts Besonderes geschehen wäre. Nehmen Sie H.P. Blavatsky. Sie richtete ihren okkulten Blick hin auf den Punkt, wo Jeshu ben Pandira gelebt hat; sie sah, daß darin eine große Bodhisattva-Individualität verkörpert war, aber weil ihr okkultes Auge durch das Einfangen in eine orientalisierende Theosophie begrenzt war, so konnte sie nicht sehen, daß hundertfünf Jahre danach der Christus da war. Kurz, sie wußte über den Christus nur das, was man im Abendlande über ihn sagte, und daraus bildete sich die Idee, es habe überhaupt nicht ein Christus gelebt, das sei alles Schwindel, sondern es habe nur hundertfünf Jahre vor unserer Zeitrechnung ein Jeshu ben Pandira gelebt, der gesteinigt und dann an einem Baum aufgehängt worden ist, der also nicht gekreuzigt worden ist. Dieser Jeshu ben Pandira wird nun so beschrieben, als wenn er der Jesus von Nazareth gewesen wäre. Das ist aber eine vollständige Verwechslung. Und über den wirklichen Jesus von Nazareth, welcher der Träger des Christus gewesen ist, wird überhaupt nichts gesagt; den usurpiert man und nennt den, welcher hundertfünf Jahre früher da war, den «Christus». Weil man ihm einen europäischen Namen geben will, nennt man ihn Christus.

[ 8 ] This is the highest form of individuality to which the Orientalizing occult teaching aspires. Because Madame Blavatsky was, in a sense, ensnared by the Orientalizing trend, the understanding one could gain of these matters was limited by Oriental concepts. Now, however, there was also a desire to give Europeans a certain understanding of Christianity. But one was unable to truly understand Christianity using Orientalizing concepts. One could only reach as far as the Bodhisattva and Buddha individualities. The consequence of this was that even the clairvoyants could only reach as far as a Bodhisattva individuality. Such an individuality, however, existed in Jeshu ben Pandira, who lived one hundred and five years before our era, who had a special relationship with the Essenes, and who had disciples, including the one who later prepared the Gospel of Matthew. Such a Bodhisattva individuality, who was the successor to Gautama Buddha, was embodied in that Jeshu ben Pandira. Orientalizing Theosophy now speaks of him. And to the clairvoyant gaze, it is now as if nothing special had happened in the world one hundred and five years after Jeshu ben Pandira. Take H.P. Blavatsky. She directed her occult gaze toward the point where Jeshu ben Pandira lived; she saw that a great Bodhisattva individuality was embodied there, but because her occult eye was limited by her entanglement in an Orientalizing theosophy, she could not see that Christ was there one hundred and five years later. In short, she knew about the Christ only what was said about him in the West, and from this arose the idea that no Christ had ever lived at all—that it was all a hoax—but that only a hundred and five years before our era had a Jeshu ben Pandira lived, who was stoned and then hung from a tree, and thus was not crucified. This Jeshu ben Pandira is now described as if he were the Jesus of Nazareth. But this is a complete confusion. And nothing at all is said about the real Jesus of Nazareth, who was the bearer of the Christ; he is usurped, and the one who was there one hundred and five years earlier is called the “Christ.” Because they want to give him a European name, they call him Christ.

[ 9 ] Wir aber müssen sagen: Man sieht in jener Strömung einfach nicht, was die Christus-Wesenheit ist. In dem Augenblicke, wo man auf so etwas aufmerksam machen muß, ist man natürlich in einer unangenehmen Lage; das läßt sich nicht leugnen. Denn warum? Da muß ich schon sagen: Für jeden, der die eine oder die andere Wissenschaft kennt, gibt es Dinge, über die man streiten kann. — Aber es gibt doch solche Dinge, über die man nicht streiten kann, wo man, wenn der andere etwas anderes meint, sich sagen muß: Dann weiß er eben nicht, worum es sich handelt. — Nur kann man als ein außerordentlich hochmütiger Mensch angesehen werden, wenn man sagt: Das verstehst du nicht! — In dieser unangenehmen Lage sind wir, daß wir denen, die über den Jeshu ben Pandira wie von dem Christus sprechen, nicht zustimmen können. Sie sind eben nicht so weit, es zu verstehen. Es ist unangenehm, das sagen zu müssen, aber es ist so. Daher kann man es ihnen nicht verdenken, wenn sie von jener Wesenheit, welche sie ja auch anerkennen, so reden, als ob sie sich immer wieder im Fleische inkarnieren könnte. Denn von jener Wesenheit, die als die Christus-Wesenheit nur einmal im Fleische erscheinen konnte, haben sie keinen Begriff. Und nun nehmen Sie das «Esoterische Christentum » von Annie Besant in die Hand, lesen Sie es genauer, als man in Theosophenkreisen gewohnt ist zu lesen: es wird eine Individualität darin geschildert, die hundertfünf Jahre vor unserer Zeitrechnung gelebt hat; es wird nur der Fehler gemacht, daß sie als «Christus » bezeichnet wird. Nehmen wir nun an, irgendeine Persönlichkeit, zum Beispiel die, welche das genannte Buch geschrieben hat, wollte nun sagen: Im 20. Jahrhundert erscheint in irgendeinem Menschen, im Fleische der, den sie damals beschrieben hat im « Esoterischen Christentum », — dann wäre dagegen gar nichts einzuwenden als nur, von unserem Standpunkte aus, das, was jemand zu hören bekäme, der nach Indien ginge und dort sagte: Der Buddha wird wieder inkarniert. — Denn da würde ihm gesagt werden: Du bist eben ein ganz ungebildeter Europäer. Von Buddha wissen wir alle, daß er nicht wieder im Fleische erscheinen kann; da verstehst du nichts von dem Buddhismus. — Dasselbe müssen wir aber auch für uns Europäer in Anspruch nehmen, wenn jemand sagte, der Christus wird ein zweites Mal inkarniert. Dem würden wir antworten müssen: Das verstehst du nicht, denn die wirkliche Erkenntnis der Christus-Wesenheit zeigt uns, daß diese Wesenheit eine solche ist, welche nur einmal in einem fleischlichen Leibe erscheinen kann! — Das sind Verständnisse einer Sache, sagen wir verschiedenen Niveaus. Da gibt es dann kein Mißverständnis.

[ 9 ] But we must say: In that movement, people simply fail to see what the Christ-essence is. The moment one has to draw attention to such a thing, one is naturally in an awkward position; there is no denying that. Why? Well, I have to say: For anyone familiar with one science or another, there are things that are open to debate. — But there are certainly things that are not open to debate, where, if the other person thinks differently, one has to say to oneself: Then he simply doesn’t know what it’s all about. — But one can be regarded as an extraordinarily arrogant person if one says: “You don’t understand that!” — We find ourselves in this awkward position where we cannot agree with those who speak of Yeshu ben Pandira as if he were the Christ. They simply are not ready to understand it. It is unpleasant to have to say this, but it is so. Therefore, one cannot blame them if they speak of that Being—whom they do indeed acknowledge—as though it could incarnate in the flesh again and again. For they have no concept of that Being who, as the Christ Being, could appear in the flesh only once. And now pick up Annie Besant’s *Esoteric Christianity*, read it more closely than is customary in Theosophical circles: it describes an individuality who lived one hundred and five years before our era; the only mistake made is that she is referred to as “Christ.” Now let us suppose that some personality, for example the one who wrote the aforementioned book, were to say: In the 20th century, the one she described back then in *Esoteric Christianity* appears in the flesh in some human being—then there would be nothing at all to object to except, from our standpoint, what someone would hear if they went to India and said there: The Buddha is reincarnated. — For there they would be told: You are simply an utterly uneducated European. We all know that the Buddha cannot appear again in the flesh; you understand nothing of Buddhism. — But we must also claim the same for ourselves as Europeans if someone were to say that Christ will be incarnated a second time. We would have to answer: You do not understand this, for the true knowledge of the Christ-being shows us that this being is one who can appear in a physical body only once! — These are understandings of a matter, let us say, at different levels. There is then no misunderstanding.

[ 10 ] Ich frage: Worauf beschränkt sich das, was uns von irgendeiner orientalisierenden theosophischen Richtung trennen könnte? Leugnen wir, daß hundertfünf Jahre vor unserer Zeitrechnung ein Mensch gelebt hat, der wegen Gotteslästerung gesteinigt und danach an einem Baum aufgehängt worden ist? Nein, wir leugnen es nicht. Oder leugnen wir, daß in dieser Wesenheit eine große Individualität verborgen war? Das leugnen wir nicht. Wir leugnen auch nicht, daß diese Wesenheit sich im 20. Jahrhundert wieder inkarnieren kann. Wir anerkennen es. Gibt es also irgendeinen realen Punkt, wo wir leugnen würden, was in der anderen Strömung charakterisiert wird? Nur den, daß wir sagen müssen: Der, welcher von uns der Christus genannt wird, den kennt ihr nicht, ihr nennt nur einen anderen so.— Wir aber müssen uns das Recht vorbehalten, daß wir das richtigstellen dürfen. Sonst ist es nur eine Sache der Nomenklatur. Nur das eine gibt es nicht, daß ihr ausdrücklich sagt, daß nichts dagewesen wäre von dem, wovon wir, als am Ausgangspunkte unserer Zeitrechnung geschehen, reden. Denn da setzen wir hin unsere beiden Jesusknaben, die Johannestaufe im Jordan, das Mysterium von Golgatha. Davon redet ihr nichts! Wir dürfen doch das Recht haben, davon etwas zu wissen, wovon ihr nichts wißt. Denn sonst würde man dekretieren: Was wir nicht wissen, darf kein anderer wissen; denn das ist alles falsch, was wir nicht wissen. — In dieser Beziehung stehen wir auf dem Boden, daß wir gar nicht negieren, und wenn etwas negiert wird, so ist es von der anderen Seite.

[ 10 ] I ask: To what extent is what might separate us from any Orientalizing theosophical movement limited? Do we deny that 105 years before our era there lived a man who was stoned to death for blasphemy and then hung from a tree? No, we do not deny it. Or do we deny that a great individuality was hidden within that being? We do not deny that. Nor do we deny that this being could incarnate again in the 20th century. We acknowledge it. Is there, then, any real point at which we would deny what is characterized in the other current? Only this: that we must say, “The one whom we call the Christ, you do not know; you call another by that name.”—But we must reserve the right to set the record straight. Otherwise, it is merely a matter of nomenclature. The only thing that is missing is that you explicitly say that nothing of what we speak of—as having occurred at the starting point of our calendar—ever took place. For there we place our two Jesus boys, the baptism of John in the Jordan, the Mystery of Golgotha. You say nothing of this! Surely we are entitled to know something that you do not know. For otherwise one would decree: What we do not know, no one else may know; for everything we do not know is false. — In this regard, we stand on the ground that we do not deny anything at all, and if anything is denied, it is done so from the other side.

[ 11 ] So ließe sich sehr leicht jedes Mißverständnis beseitigen, das irgendwie aufgeworfen werden kann. Daher ist es im Grunde genommen nie möglich, daß auf unserem Boden ein Mißverständnis entsteht, und es gibt auch keines. Nur müssen wir das Recht haben, daß wir okkulte Forschungen, die es einfach auf jenem Boden nicht gibt, weil man nichts von ihnen weiß, und die gerade das Problem des Westens unendlich vertiefen, heranbringen zum theosophischen Leben. So sehen wir, daß es in einem wichtigen Punkte, wenn guter Wille vorhanden ist, gar nicht notwendig ist, daß irgendwelche Disharmonien innerhalb der theosophischen Strömung herauskommen. Dazu ist allerdings guter Wille notwendig, guter Wille nicht etwa dahingehend, daß man irgendeine Wahrheit verleugnet, die man als die richtige anerkennen kann. Das wäre nicht guter Wille, sondern Verleugnung der Wahrheit. Aber guter Wille muß insofern vorhanden sein, daß man vernünftig ist. Denn, wodurch entstehen verschiedene Meinungen? Etwa dadurch, daß eine Sache von verschiedenen Standpunkten aus betrachtet wird, oder auch vielleicht dadurch, daß sie von verschiedenen Höhen aus betrachtet wird? Ist das der Fall, dann wird der andere aber auch den Grund nicht angeben können. Und dann handelt es sich darum, daß man die Sache einsieht und Nachsicht hat.

[ 11 ] In this way, any misunderstanding that might arise could be easily dispelled. Therefore, it is essentially impossible for a misunderstanding to arise on our soil, and indeed, there is none. We must simply have the right to bring occult research—which simply does not exist in that environment because nothing is known about it, and which only serves to infinitely deepen the West’s problems—into theosophic life. Thus we see that, on an important point, if good will is present, it is not at all necessary for any disharmony to arise within the theosophical movement. For this, however, good will is necessary—good will not in the sense of denying any truth that can be recognized as correct. That would not be good will, but a denial of truth. But good will must be present insofar as one is reasonable. For, how do different opinions arise? Is it perhaps because a matter is viewed from different standpoints, or perhaps because it is viewed from different levels? If that is the case, then the other person will not be able to state the reason either. And then it is a matter of understanding the matter and showing forbearance.

[ 12 ] Das ist das, was ich gerade am heutigen Tage, wo wir das erste Mal wieder beisammen sind, anführen muß als etwas, was wenigstens für uns feststehen muß und was angeführt wurde zum Beweise dafür, wie leicht es gerade innerhalb unserer Strömung ist, klar zu sehen, wenn man klar sehen will. Deshalb dürfen wir sagen: Wir haben es gar nicht nötig, irgend jemandem Opposition zu machen, wir können es ruhig abwarten, bis man uns Opposition macht. — Wir können ruhig weiterarbeiten und würden diese Sache nicht hervorheben, würden auch heute hier davon nicht gesprochen haben, wenn nicht unsere Freunde dadurch beirrt würden, daß man sagt: Die Theosophen sind ganz uneinig untereinander. — Sobald man auf die Dinge eingeht, kommt man vielleicht auf die höchst unbequeme Sache, daß man sagen muß: Man weiß auf der anderen Seite gewisse Dinge nicht. — Das kann einem den Stempel des Hochmutes aufdrücken, und das wird man schon zuweilen auf sich nehmen müssen, wenn man sich sonst dessen bewußt ist, daß man im Ernst demütig und bescheiden sein kann. Das war es auch, was in dem letzten Jahr notwendig war herauszuarbeiten als das, was wirklich an Fortschritt zu verzeichnen ist in der okkulten Arbeit seit der Mitte des 13. Jahrhunderts, wie es zum Beispiel dargestellt ist in dem Buche «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit». Diese Ergebnisse, die seit jener Zeit vorhanden sind, werden überhaupt kaum von irgendeiner anderen Strömung erwähnt als von der unsrigen. Daher dürfen wir sagen, daß wir die Unbequemlichkeit, auf die fortschrittlichsten okkulten Ergebnisse einzugehen, unserer okkulten Richtung schon einmal auferlegen. Und wir dürfen es als ein gutes Ergebnis unserer Sommerarbeit betrachten, daß zum Beispiel bei der Begründung des Arbeitszweiges in Neuchâtel das Bedürfnis bestand, den größten Lehrer des Christentums, Christian Rosenkreutz, in seinen verschiedenen Inkarnationen und in seiner Eigentümlichkeit einmal genauer kennenzulernen.

[ 12 ] This is precisely what I must point out today, as we gather together again for the first time, as something that must at least be clear to us and that has been cited as proof of how easy it is, especially within our movement, to see clearly if one is willing to do so. That is why we can say: We have no need whatsoever to oppose anyone; we can calmly wait until opposition is directed at us. — We can calmly continue our work and would not have emphasized this matter, nor would we have spoken of it here today, if our friends were not being misled by the claim that “the Theosophists are completely divided among themselves.” — As soon as one delves into these matters, one may come upon the highly uncomfortable fact that one must admit: On the other hand, there are certain things one does not know. — This can brand one as arrogant, and one will have to accept that from time to time, provided one is otherwise conscious of the fact that one can be genuinely humble and modest. That was also what needed to be worked out last year as the real progress that has been made in occult work since the mid-13th century, as is described, for example, in the book *The Spiritual Guidance of Man and Humanity*. These results, which have been available since that time, are hardly ever mentioned by any other movement besides our own. Therefore, we may say that we are already imposing upon our occult movement the inconvenience of addressing the most advanced occult findings. And we may regard it as a positive outcome of our summer work that, for example, when establishing the branch in Neuchâtel, there was a need to get to know the greatest teacher of Christianity, Christian Rosenkreutz, more closely in his various incarnations and in his particular nature.

[ 13 ] Ich selber habe heute vorgebracht, was vorgebracht worden ist, damit jeder von Ihnen die Möglichkeit hat, darüber Auskunft zu geben, wie die Sachen eigentlich liegen, wenn jemand von der anderen Seite sagt: Hier wird gesagt, der Christus inkarniere sich im 20. Jahrhundert wieder; dort wird gesagt, der Christus komme nur als geistige Wesenheit. Das sind zwei verschiedene Standpunkte. — Nein, man darf nicht dabei stehenbleiben, daß es zwei verschiedene Standpunkte sind, sondern man muß betonen — auch auf der anderen Seite —, daß man dort von jener Wesenheit spricht, welche hundertfünf Jahre vor unserer Zeitrechnung gesteinigt worden ist. Wenn aber zum Beispiel in dem letzten Buche von Annie Besant, «Ein Wandel der Welt», alle Dinge verwischt werden und nicht darauf aufmerksam gemacht wird, daß der Name Christus nur usurpiert wird, wenn also ein krasser Widerspruch besteht zwischen dem «Esoterischen Christentum» und dem «Wandel der Welt», so sind das doch Dinge, auf die man hinweisen muß, damit nicht jemand glaube, in dem neuen Buche von Annie Besant sei von dem Christus die Rede. Denn sonst müßte Annie Besant sagen, sie mache durch das «Esoterische Christentum» einen dicken Strich und der Inhalt wäre nicht mehr richtig. Denn, wenn der Inhalt richtig wäre, so wird eben darin von einer Wesenheit gesprochen, die hundertfünf Jahre vor unserer Zeitrechnung gelebt hat und nicht in einer gewissen Weise im Beginne unserer Zeitrechnung, wie wir von dem Christus Jesus sprechen.

[ 13 ] I myself have raised the points that have been raised today so that each of you has the opportunity to clarify the actual state of affairs when someone from the other side says: Here it is claimed that Christ will incarnate again in the 20th century; there it is claimed that Christ will come only as a spiritual being. These are two different points of view. — No, one must not stop at the fact that these are two different points of view, but one must emphasize—even on the other side—that they are speaking there of that Being who was stoned to death one hundred and five years before our era. But when, for example, in Annie Besant’s latest book, *A Change of the World*, everything is blurred and no attention is drawn to the fact that the name Christ is merely usurped—so that there is a glaring contradiction between *Esoteric Christianity* and *A Change of the World*—then these are matters that must be pointed out, lest anyone believe that Annie Besant’s new book is speaking of the Christ. For otherwise, Annie Besant would have to say that she is drawing a line under “Esoteric Christianity” and that its content is no longer correct. For if the content were correct, it would speak of a being who lived one hundred and five years before our era and not, in a certain sense, at the beginning of our era, as we speak of Christ Jesus.

[ 14 ] So ist das Charakteristische unserer Strömung dies, daß wir bis zu der neuesten Zeit mit unseren Mitteilungen über die okkulten Forschungsergebnisse hinaufgehen. Daher ist es auch in gewisser Beziehung, wenn auch unbewußt, eine Art Verleumdung, wenn wir — nicht von uns selbst, sondern von Außenstehenden — «Rosenkreuzer» genannt werden. Es ist in gewisser Beziehung eine Art Verleumdung; wenigstens erinnert es, wenn Außenstehende uns «Rosenkreuzer» nennen, an eine niedliche Sache, die sich in einer mitteldeutschen Stadt auf dem Markt abgespielt hat, wo gesagt wurde, man wisse doch, daß der und der ein Phlegmatiker sei. Was, sagte da jemand, der soll ein Phlegmatiker sein? Ich weiß doch, daß er ein Metzger ist und nicht ein Phlegmatiker! — Aber dieselbe Logik, daß man, wenn man ein Metzger ist, kein Phlegmatiker sein kann, liegt zugrunde, wenn man sagen würde: Die Strömung, in der wir leben, sei keine theosophische, sondern eine «rosenkreuzerische». Warum pflegen wir rosenkreuzerische Prinzipien? Weil es rosenkreuzerische Pflegestätten des Okkultismus gegeben hat, und weil wir rosenkreuzerische Ergebnisse, die da sind, die gepflegt worden sind, aufnehmen müssen in unsere theosophische Strömung hinein, wie wir unbefangen über Brahmanismus, Orientalismus, über älteres und neueres Christentum gesprochen haben. Ich glaube nicht, daß in vielen anderen theosophischen Zweigen als bei uns, wie dies geschehen ist, zum Beispiel gesprochen worden ist über die mexikanischen Gottheiten Quetsalkoatl und Tezkatlipoka. So aber werden neben all den übrigen Dingen auch die rosenkreuzerischen okkulten Ergebnisse aufgenommen. Das ist ganz natürlich, wenn man es nicht verschmäht, okkulte Dinge aufzunehmen. Und wenn wir ein gut Stück von Symbolen haben, die aus dem Rosenkreuzertum genommen sind, so rührt das davon her, daß solche Dinge auf das Gemüt und Herz des modernen Menschen am besten wirken. So sind wir gerade deshalb moderne Theosophen, weil wir es nicht verschmähen, die modernsten Forschungstesultate aufzunehmen. Oder hat vielleicht jemand schon einmal gehört, daß ich die Anrede gebraucht habe: Meine lieben «rosenkreuzerischen » Freunde? — Gerade weil wir auf dem allgemeinen Boden der Theosophie stehen, geschehen solche Dinge. Daher ist es eine unbewußte Verleumdung, wenn unsere Bewegung belegt wird mit der Bezeichnung «rosenkreuzerisch». Mit diesen Dingen muß man Nachsicht haben.

[ 14 ] Thus, the defining feature of our movement is that, up until very recently, we have been sharing the results of our occult research. Therefore, in a certain sense—albeit unconsciously—it is a kind of slander when we are called “Rosicrucians”—not by ourselves, but by outsiders. In a certain sense, it is a kind of slander; at the very least, when outsiders call us “Rosicrucians,” it brings to mind a charming incident that took place in a market square in a Central German town, where it was said that everyone knew that so-and-so was a phlegmatic. “What?” someone there said, “he’s supposed to be a phlegmatic? I know full well that he is a butcher and not a phlegmatic! — But the same logic—that if one is a butcher, one cannot be a phlegmatic—underlies the statement that the current in which we live is not a theosophical one, but a “Rosicrucian” one. Why do we cultivate Rosicrucian principles? Because there have been Rosicrucian centers of occultism, and because we must incorporate Rosicrucian findings—those that exist and have been cultivated—into our theosophical movement, just as we have spoken impartially about Brahmanism, Orientalism, and older and newer forms of Christianity. I do not believe that in many other theosophical branches, as has happened with us, there has been discussion, for example, of the Mexican deities Quetzalcoatl and Tezcatlipoca. Thus, alongside all other matters, Rosicrucian occult findings are also incorporated. This is quite natural if one does not disdain the incorporation of occult matters. And if we have a good number of symbols taken from Rosicrucianism, this stems from the fact that such things have the greatest effect on the mind and heart of modern people. We are modern Theosophists precisely because we do not spurn the most modern research findings. Or has anyone perhaps ever heard me use the salutation: “My dear ‘Rosicrucian’ friends”? — It is precisely because we stand on the common ground of Theosophy that such things happen. Therefore, it is an unconscious slander when our movement is labeled “Rosicrucian.” One must be lenient with these matters.

[ 15 ] Unsere Aufgabe wird sich nun in diesem Winter besonders darauf beziehen, Lehren, Wahrheiten, die wir früher empfangen haben, noch mehr zu vertiefen. So möchte ich namentlich, um den Boden vorzubereiten und demnächst auch hier über Christian Rosenkreutz sprechen zu können, über die dreifache Gliederung des Menschen und ihre wirklichen Gründe sprechen, insofern der Mensch ein solcher ist, der intellektuelle, ästhetische und moralische Impulse aufnehmen kann. Wir werden diese Dinge sehr tief in den okkulten Untergründen suchen müssen und die Lehren, welche wir zum Beispiel empfangen haben über die Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung, gerade dadurch zur Vertiefung bringen, daß wir den intellektuellen, den ästhetischen und den moralischen Menschen betrachten.

[ 15 ] Our task this winter will be, in particular, to delve even more deeply into the teachings and truths we have received in the past. In particular, in order to prepare the ground and to be able to speak here soon about Christian Rosenkreutz, I would like to discuss the threefold structure of the human being and its true foundations, insofar as the human being is one who can receive intellectual, aesthetic, and moral impulses. We will have to search for these things very deeply in the occult depths and deepen the teachings we have received, for example, regarding the Saturn, Sun, and Moon evolutions, precisely by considering the intellectual, aesthetic, and moral human being.