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The Rudolf Steiner Archive

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Earthly and Cosmic Man
GA 133

19 March 1912, Berlin

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Zweiter Vortrag

Second Lecture

[ 1 ] Ich möchte Ihnen heute zur Einleitung unserer Betrachtungen zuerst zwei novellenartige Geschichten erzählen. Die erste Geschichte, aus der ich die genaueren Daten auslasse, wäre zunächst die folgende:

[ 1 ] To begin our discussion today, I would like to start by telling you two short stories. The first story—from which I will omit the specific details—goes as follows:

[ 2 ] Es lebten einstmals zwei Knaben. Diese beiden Knaben waren innig miteinander von frühester Jugend an befreundet. Der eine war ganz besonders begabt, lernte außerordentlich leicht und brachte es bei seinem Heranwachsen sehr bald dazu, die besten Hoffnungen zu erwecken, einen höheren akademischen Grad zu erzielen. Der andere der beiden Knaben war weniger begabt. Er mußte, da ihn der Freund außerordentlich gern hatte, von diesem immerzu unterrichtet werden, es mußte ihm nachgeholfen werden, und sonderlich viel konnte er nicht lernen. Das schadete zunächst für sein äußeres Leben insofern nicht außerordentlich viel, als er zunächst ein kleines Erbteil und davon sein Auskommen hatte. Der Knabe, der der begabtere war, der nun zum Jüngling herangewachsen war und bald vor der Erringung eines akademischen Grades stand, starb aber dahin. Und da es in der Gegend, wo diese Geschichte spielt, üblich ist, sehr bald eine Familie zu gründen, so hatte der andere, der dümmere, schon zu sorgen für die Familie des Hingestorbenen. Das tat er, aber dadurch ging sein Erbteil sehr bald dahin. Er sagte sich aber: Da sich die geistigen Gaben meines Freundes so vergänglich erwiesen haben, so werden sehr bald auch meine äußeren Gaben dahin sein; ich muß mir also jetzt eine äußere Existenz gründen. Das tat er, indem er Kaufmann wurde. Er mußte sehr viel herumreisen. Als er einmal in einer fremden Gegend vor einem Hause saß, setzte sich zu ihm ein riesengroßer Mann. Der machte den Eindruck, als wenn er viele Tage nichts gegessen hätte und als wenn ihn sehr hungerte. Da erbarmte sich der andere und ließ ihm Speise bringen: die war sehr schnell verzehrt. Der reisende Kaufmann sah es und war außerordentlich erstaunt. Und da die eine Speise nicht ausreichte, um seinen Hunger zu stillen, so brachte er ihm noch eine zweite. Die aß der große Mann mit ebensolchem Heißhunger, und dann sagte er, wenn er aber satt sein sollte, müßte er noch einen ganzen Schweineschinken und sehr, sehr viele Kuchen haben. Die aß er alle auch auf und war dann anscheinend von seiner sehr bedeutenden Mahlzeit satt. Durch dieses Ereignis waren sie Freunde geworden, der große und der kleine Mann, und sie machten nun die Wanderung zusammen. Der Große wurde dem Kleinen aber bald sehr lästig, und dieser sagte daher, er könne seine Gesellschaft entbehren. Der Große versicherte aber dem Kleinen seine Freundschaft und sagte, er wolle ihn nicht verlassen, nicht in Leid und nicht in der Freude. Nun hatte der Kleine die Sehnsucht, den Großen nach seinem Leben zu fragen. Da sagte der: Ich habe auf der Erde kein Haus, ich habe auf dem Meere kein Boot; ich wohne bei Tag im Dorfe, bei Nacht in der Stadt. — Diese Ausdrücke verstand zunächst der Kleine sehr wenig. Da ereignete es sich, daß sie über einen breiten Fluß übersetzen mußten. Das Schiff, auf dem sie beide saßen, kenterte und ging unter. Da fielen die beiden, der Kleine und der Große, ins Wasser. Der Große erhob sich außerordentlich rasch, trug den Kleinen zu einer gesicherten Stelle, brachte auch das Boot herbei und setzte den Mann hinein, tauchte dann wieder unter und holte alle die Kaufmannsschätze hervor, die der Kleine verfrachten wollte, bis auf alle Einzelheiten, die hinuntergesunken waren. Da hatte der Kleine vor dem Großen selbstverständlich einen außerordentlichen Respekt bekommen und sie führten nach Freundesart mannigfaltige, unter anderen auch tiefe Gespräche. So sagte der Kleine zum Großen: Ach, wenn man nur könnte sich erkennend zum Himmel erheben, und wenn es doch möglich wäre, zu wissen, was da oben vorgeht! — Da antwortete ihm der Große: Hast du vielleicht Lust, dich in die Luft zu erheben? — Und als der Kleine es bejahte, fühlte er sehr bald etwas wie Müdigkeit und schlief ein. Als er wieder aufwachte, sah er oben die Sterne, wie Staubfäden im Kelch der Lotosblume im Himmel steckend; einen konnte er sogar pflücken und verbarg ihn in seinem Ärmel. Er sah dann herankommen ein großes Drachenschift, von Drachen gezogen und gelenkt. Darauf war ein großes Faß mit Wasser, und der Große machte den Kleinen darauf aufmerksam, der nun bei ihm in den Wolken war, daß man das Wasser so ausgießen könne, daß es dann auf die Erde herunterträufelt. Und der Kleine verstand, daß er in der Lage war, in der sonst die Geister der Luft sind, wenn sie den Regen auf die Erde herunterträufeln lassen. Er bat nur noch den Großen, das Wasser aus dem Faß über seinen Heimatort auszuschütten. Dann bat er ihn, daß er ihn an einem Seil wieder herunterlasse auf die Erde. Aber der Große sagte ihm vorher noch: Siehe, du hast mich jetzt gerettet; ich bin ein Sohn des Donnergottes und habe meinen Dienst zu leisten bei der Begabung der Erde mit Regen und so weiter, und da ich eine Weile meinen Dienst nicht ordentlich geleistet habe, so mußte ich das Leben führen, das du kennst. — Dann ließ er den Kleinen wieder herunter auf die Erde. Der war nun wieder in seiner Heimat und brachte auch den Stern mit, den er gepflückt hatte auf der Himmelswiese, und stellte ihn auf seinem Tisch auf. Da erhellte dieser wundersam das ganze Zimmer; man konnte lesen bei dem Schein dieses Sternes, der sich bei Tag nur wie ein einfacher Meteorstein ausnahm, bei Nacht jedoch glänzte er wunderbar auf. Das ging so lange, bis die etwas eitle Frau des Mannes einmal bei dem Sternenschein ihr Haar kämmte; das ließ er sich nicht gefallen und wurde kleiner und kleiner. Eines Tages hatte die Frau den merkwürdigen Trieb: verschlucke den Stein! Und die Folge davon war, daß der kleine Mann plötzlich die Erscheinung hatte des ihm ja wohlbekannten großen Mannes, der ihm sagte: Siehe, durch das, was jetzt eingetreten ist, kann ich eine besondere Entwickelungsstufe erreichen. Ich werde jetzt als Sohn des Donnergottes eine Weile auf die Erde kommen können: Deine Frau wird mich als deinen Sohn gebären; ich werde dein Sohn sein! — Und tatsächlich wurde er als der Sohn dieses Mannes geboren. Dieser Sohn hatte die Eigenschaft, im Dunkeln zu leuchten wie einst der Stern, so daß man ihn auch das Sternkind nannte. So lebte er heran. Obzwar sein Leuchten mit dem Heranwachsen abnahm, zeigte es sich doch in Form seiner großen Begabung. Er wurde sehr bald ein außerordentlich bedeutsamer Mensch im Leben.

[ 2 ] Once upon a time, there were two boys. These two boys had been close friends since their earliest youth. One was exceptionally gifted, learned with remarkable ease, and, as he grew up, very soon gave every reason to hope that he would attain a higher academic degree. The other of the two boys was less gifted. Since his friend was extremely fond of him, he had to be constantly tutored by him; he needed help, and he could not learn very much on his own. At first, this did not harm his outward life all that much, as he initially had a small inheritance and lived off it. The boy who was the more gifted one, who had now grown into a young man and was soon to earn an academic degree, however, passed away. And since it is customary in the region where this story takes place to start a family very early, the other, the less intelligent one, already had to provide for the family of the deceased. He did so, but as a result, his inheritance was soon spent. He told himself, however: Since my friend’s intellectual gifts proved so fleeting, my material gifts will also be gone very soon; I must therefore now establish a material livelihood for myself. He did this by becoming a merchant. He had to travel a great deal. Once, while sitting in front of a house in a foreign region, a gigantic man sat down beside him. The man gave the impression that he had not eaten for many days and was very hungry. The other man took pity on him and had food brought to him; it was consumed very quickly. The traveling merchant saw this and was extremely astonished. And since one meal was not enough to satisfy his hunger, he brought him a second one. The big man ate that with just as much ravenous appetite, and then he said that even if he were full, he would still need a whole ham and very, very many cakes. He ate all of that as well and was then apparently full from his very substantial meal. Through this event, they had become friends, the big man and the little man, and they now continued their journey together. But the big man soon became a great nuisance to the little man, and so the latter said he could do without his company. But the big man assured the little man of his friendship and said he would not leave him, neither in sorrow nor in joy. Now the little man longed to ask the big man about his life. So the big man said: “I have no house on earth, I have no boat on the sea; by day I live in the village, by night in the city.” — At first, the Little One understood very little of these words. Then it happened that they had to cross a wide river. The boat in which they were both sitting capsized and sank. Then the two of them, the Little One and the Big One, fell into the water. The big man rose to the surface extraordinarily quickly, carried the little man to a safe spot, brought the boat over as well, and set the man inside; then he dived back down and retrieved all the merchant’s treasures that the little man had intended to transport, down to the very last item that had sunk to the bottom. Naturally, the Little One had come to have extraordinary respect for the Big One, and they engaged in many conversations, including deep ones, as friends do. So the Little One said to the Big One: “Oh, if only one could rise up to heaven with full awareness, and if only it were possible to know what is going on up there!” — Then the Big One replied: “Would you perhaps like to rise into the air?” — And when the Little One said yes, he very soon felt something like tiredness and fell asleep. When he woke up again, he saw the stars above, like threads of dust stuck in the calyx of a lotus flower in the sky; he was even able to pluck one and hide it in his sleeve. He then saw a large dragon ship approaching, pulled and steered by dragons. On it was a large barrel of water, and the Big One pointed out to the Little One, who was now with him in the clouds, that the water could be poured out so that it would then drip down to the earth. And the Little One understood that he was in the same position as the spirits of the air are when they let the rain drip down to the earth. He only asked the Great One to pour the water from the barrel over his hometown. Then he asked him to lower him back down to the earth on a rope. But the Great One said to him first: “Behold, you have now saved me; I am a son of the God of Thunder and have my duty to perform in providing the earth with rain and so on, and since I had not performed my duty properly for a while, I had to lead the life that you know.” — Then he let the little one down to earth again. He was now back in his homeland and brought with him the star he had plucked from the heavenly meadow, placing it on his table. It miraculously lit up the entire room; one could read by the light of this star, which by day looked like nothing more than a simple meteorite, but by night shone wonderfully bright. This went on until the man’s somewhat vain wife once combed her hair by the starlight; he would not tolerate this and grew smaller and smaller. One day the woman had a strange urge: swallow the stone! And the result was that the little man suddenly took on the appearance of the great man he knew so well, who said to him: “Behold, through what has now come to pass, I can reach a special stage of development. I will now be able to come to Earth for a while as the son of the God of Thunder: Your wife will give birth to me as your son; I will be your son!” — And indeed, he was born as this man’s son. This son had the ability to glow in the dark like the star once did, so that he was also called the Star Child. Thus he grew up. Although his glow diminished as he grew older, it manifested itself in the form of his great talent. He very soon became an extraordinarily significant person in life.

[ 3 ] Das ist die eine novellistische Geschichte. Sie werden mich nun fragen, warum erzähle ich Ihnen diese Geschichte? Aber bevor ich Ihnen dies sage, werde ich Ihnen eine zweite, ähnliche Geschichte erzählen:

[ 3 ] That is one fictional story. You will now ask me, why am I telling you this story? But before I answer that, I will tell you a second, similar story:

[ 4 ] Es war einmal ein Mann, den man bei uns vielleicht einen Hofrat oder einen Regierungsrat nennen würde. Der hatte nun mit seiner Familie ein außerordentlich schönes, geräumiges Haus bewohnt. Aber nach einiger Zeit stellte sich in diesem Hause etwas Kurioses heraus: daß man nämlich bei Tag, namentlich aber bei Nacht in diesem Hause keine Ruhe haben konnte; man wurde von allen Seiten immerdar gestoßen, gekneipt, alle Dinge wurden einem vorgeworfen, kurz, ein furchtbarer Gespensterspuk stellte sich heraus. Daher verließ man dieses Haus und ein anderes wurde bezogen. Man ließ nur einen Diener zurück zur Bewachung. Aber dieser Diener starb sehr bald, nach einigen Tagen. Man schickte bald einen zweiten hin; der starb ebenfalls. Mit einem dritten ging es ebenso, so daß man nun das Haus ohne Diener lassen wollte. Da kam ein junger Mann, ein Freigeist, der sich zum Examen vorbereiten sollte und dazu dieses Haus beziehen wollte. Der Hofrat warnte ihn: da könne man nie wieder lebendig herauskommen, jedenfalls erfahre man die furchtbarsten Dinge. Aber der junge Mann sagte: Ich habe eben eine Abhandlung geschrieben über die «Unwirklichkeit der Geister», die ist ein Beweis dafür, daß es keine Geister gibt. Ich könnte noch viel dergleichen schreiben, und ein Mensch, der so etwas geschrieben hat, fürchtet sich nicht vor dem, was in einem solchen Hause vorgeht! — Da ließ sich der Hofrat bewegen, ihm das Haus zu überlassen. Der junge Mann nahm eine ganze Anzahl von Büchern mit, die er durchstudieren wollte, und setzte sich nieder, um mit seiner Arbeit zu beginnen. Aber es dauerte nicht lange, da zupfte ihn etwas bald am einen Ohr, bald am andern Ohr, bald wieder woanders, kurz, in der mannigfaltigsten Weise wurde er behelligt. Und als er dann schlafen ging, da ging es erst recht los. Er hatte die ganze Nacht keine Ruhe, und der gute Freigeist fing an, sich in der jämmerlichsten Weise zu fürchten. Er wollte aber doch nicht der Schande preisgegeben werden und hielt deshalb stramm aus. Und da er so ausgehalten hatte, zeigten sich ihm auch die geisterhaften Gestalten, die sich über seine Bücher beugten, zum Beispiel den Spaß machten, ihm die Augen zuzuhalten, wenn er lesen wollte, und dergleichen. Recht couragiert war ja der gute Mann, aber die Sache war doch schauerlich. Das ging nun in der Weise weiter, bis er durch seine Gutmütigkeit eine Art Freundschaft schloß mit den zwei geistigen Wesenheiten, welche ihn da immer neckten und ihn von allen Seiten molestierten. Da kam es denn so weit, daß er die Entdeckung machte: die können nicht lesen, möchten aber gerne lesen können. Und so stellte sich heraus, daß er eine richtige Geisterschule einrichtete und sie unterrichtete im Nachschreiben von allerlei Dingen, die in seinen Büchern standen und so weiter. Sie waren dafür außerordentlich dankbar, und so hatte jedes etwas gelernt. Für ihn war jetzt der Geisterumgang recht kurzweilig geworden, und die Geister, die im Hause wohnten, hatten sogar durch ihn etwas profitiert. So rückte die Zeit heran, wo er sein Examen machen sollte. Er hatte unter diesem mancherlei Amusement so viel gelernt, daß er hoffte, in das Examen gehen zu können. Er hatte aber einen Feind. Der brachte es dahin, daß sich das Gerücht verbreitete, er hätte sich seine schriftlichen Examen erschwindelt. Weil man nun in jenem Lande in solchen Sachen außerordentlich streng ist und weil man dies zunächst glaubte, so wurde er darüber eingesperrt. Nun war er im Gefängnis, und man sperrte ihn recht lange ein und gab ihm auch nichts zu essen. Eines Tages aber brachte ihm eine seiner Geistfreundinnen zu essen. Sie brachte dann auch die andere mit, und sie versorgten ihn mit allem, was er brauchte. Daher spann sich zwischen ihm und einer der Geistfreundinnen eine noch viel größere Freundschaft, als sie schon vorher bestand. Und die Folge war, daß, nachdem sich seine Unschuld erwiesen hatte und er wieder freigelassen worden war, er jetzt seine Geistfreundin, obwohl er früher die Unwirklichkeit der Geister «bewiesen» hatte, für so «wirklich» hielt, daß er sogar beschloß, sie zu heiraten! Sie aber sagte, in der Lage, in der sie wäre, könne sie nicht heiraten, denn sie gehöre der geistigen Welt an. Wenn er aber zu einem bestimmten Zauberpriester ginge und diesen um Rat frage, dann gäbe es einen Ausweg. So ging er zu dem Zauberpriester, und der gab ihm einen Zauberspruch, indem er ihm sagte: Seine Geistfreundin solle, wenn ein Leichenzug vorbeiginge, gerade bei dem Sarge den Zauberspruch verschlucken, dann könne sie Mensch werden und ihn heiraten. — Nicht lange danach sollte dort auch wirklich ein Begräbnis stattfinden. Da ging die Geistfreundin an den Leichenzug heran, verschluckte den Zauberspruch und verschwand auf der Stelle in den Sarg hinein. Man war höchst überrascht, daß man da die Gestalt, die äußerlich sichtbar war — denn sie war auch für andere sichtbar geworden, als sie den Zauberspruch verschluckte —, in den Sarg hatte hineinverschwinden sehen. Man stellte also den Sarg auf die Erde, öffnete ihn, aber da stellte sich heraus, daß überhaupt keine Leiche drinnen war. Das Begräbnis konnte daher nicht stattfinden. Dafür aber kam die Geistfreundin nach einigen Tagen zu dem Freunde und erzählte ihm, sie sei jetzt der Mensch geworden, der dort im Sarge war und sie könnten sich jetzt ehelich verbinden. Und so lebten jetzt die beiden, die sich in dem Gespensterhause kennengelernt hatten, zusammen als Ehefreunde weiter.

[ 4 ] Once upon a time, there was a man whom we might call a court counselor or a government official. He had been living with his family in an exceptionally beautiful, spacious house. But after some time, something strange began to happen in that house: namely, that one could find no peace there during the day, and especially not at night; one was constantly being jostled and pinched from all sides, accused of all manner of things—in short, it turned out to be a dreadful haunting. So they left that house and moved into another. They left only one servant behind to keep watch. But this servant died very soon, after a few days. A second was soon sent; he died as well. The same happened with a third, so that they now wanted to leave the house without a servant. Then a young man arrived, a free spirit, who was supposed to be preparing for his exams and wanted to move into this house for that purpose. The court councilor warned him: one could never come out alive again, and in any case, one would experience the most terrible things. But the young man said: “I have just written a treatise on the ‘Irrealness of Ghosts,’ which proves that ghosts do not exist. I could write much more of the same, and a person who has written such a thing is not afraid of what goes on in a house like this!” — So the court councilor was persuaded to let him have the house. The young man took a whole stack of books with him that he intended to study, and sat down to begin his work. But it wasn’t long before something began tugging at him—now at one ear, now at the other, now somewhere else; in short, he was harassed in the most varied ways. And when he went to sleep, that’s when it really began. He had no peace all night, and the good free spirit began to fear in the most pitiful way. But he did not want to be exposed to shame and therefore held out resolutely. And since he had endured it so, the ghostly figures also appeared to him, bending over his books, for example, having fun covering his eyes when he wanted to read, and the like. The good man was quite courageous, but the situation was still terrifying. This went on in this manner until, through his good-naturedness, he formed a sort of friendship with the two spiritual beings who were always teasing him and harassing him from all sides. Then it came to the point where he made the discovery: they cannot read, but would very much like to be able to. And so it turned out that he set up a proper school for spirits and taught them to copy down all sorts of things that were in his books and so on. They were extraordinarily grateful for this, and so everyone had learned something. For him, dealing with the spirits had now become quite entertaining, and the spirits who lived in the house had even benefited somewhat through him. So the time drew near when he was to take his exams. He had learned so much amidst all this amusement that he hoped to be able to take the exams. But he had an enemy. This enemy managed to spread the rumor that he had cheated his way through his written exams. Since people in that country are extremely strict about such matters, and since they initially believed this, he was imprisoned for it. Now he was in prison, and they kept him locked up for quite a long time and gave him nothing to eat. One day, however, one of his spirit friends brought him food. She then brought the other one as well, and they provided him with everything he needed. Consequently, an even greater friendship developed between him and one of the spirit friends than had existed before. And the result was that, after his innocence had been proven and he had been released, he now considered his spirit friend—even though he had previously “proved” the unreality of spirits—to be so “real” that he even decided to marry her! But she said that, in the situation she was in, she could not marry, for she belonged to the spirit world. However, if he went to a certain sorcerer and asked him for advice, there would be a way out. So he went to the sorcerer, and the sorcerer gave him a magic spell, telling him: When a funeral procession passed by, his spirit friend should swallow the magic spell right at the coffin, and then she could become human and marry him. — Not long after, a funeral was indeed to take place there. So the spirit friend approached the funeral procession, swallowed the magic spell, and vanished into the coffin on the spot. People were extremely surprised to see the figure that had been visible—for she had also become visible to others when she swallowed the spell—disappear into the coffin. So they set the coffin down on the ground and opened it, but it turned out there was no corpse inside at all. The funeral could therefore not take place. Instead, after a few days, the ghostly friend came to her lover and told him that she had now become the person who had been in the coffin, and that they could now marry. And so the two, who had met in the haunted house, continued to live together as husband and wife.

[ 5 ] Wenn Sie ein wenig diese beiden Geschichten überdenken, so werden Sie sich eines gestehen müssen. Wenn Sie allüberall die Literatur durchblättern, die den Europäern zugänglich ist: ähnliche Geschichten, und wenn man auch in die ältesten Zeiten des Gespensterglaubens zurückgeht, findet man nicht. Man findet ein Hereinspielen der Geisterwelt in die Welt des Menschen. Aber in einer solchen Weise, daß man in dem Moment, wo man die Erzählung liest, unbedingt die Meinung hat: natürlicher kann man nicht die Geisterwelt in die menschliche hereinspielen lassen — finden Sie wohl in der europäischen Literatur solche novellistische Erzählungen nicht. Sie sind ganz eigenartig. Wenn man die Art und Weise verfolgt, wie in diesen Erzählungen vorgegangen wird, so fällt das Eigenartige auf, daß zum Beispiel in der ersten Erzählung gesagt wird: Ein Stern wird geboren als ein Sohn eines Menschen und lebt dann auf der Erde als Mensch weiter! — So daß es also sozusagen für ein Bewußtsein, das so denkt, wie es bei der ersten Novelle zugrunde liegt, eine Selbstverständlichkeit ist, daß da Wesen auf den Sternen sind, die urverwandt sind mit den Menschenwesen, und daß die, welche als Menschen auf der Erde herumgehen, eigentlich verkörperte Sternwesen sein könnten. Das liegt als eine völlige Selbstverständlichkeit der ersten Erzählung zugrunde. Der zweiten liegt zugrunde, daß ein Mensch, der sich verbindet, sogar ehelich verbindet mit einem andern Menschenwesen, zuerst dieses andere Menschenwesen kennenlernt in der geistigen Welt, und daß dieses Wesen dann heruntersteigt in die physische Welt und dort weiterlebt. Also ein ganz ähnlicher Zug wie bei der ersten Erzählung. Dieses ganz eigenartige Zusammenleben mit der geistigen Welt — nicht nur, wie wir es in unsern europäischen Sagen und Legenden finden, sondern auf dem ganz andern Grund und Boden, wie wir das gleich besprechen werden —, so eigenartig wie dort tritt es uns in der gesamten europäischen Literatur nicht entgegen, es sei denn, daß in der neueren Literatur solche Dinge nachgemacht würden.

[ 5 ] If you reflect a little on these two stories, you will have to admit one thing. If you leaf through all the literature available to Europeans, you will not find similar stories, even if you go back to the earliest times of belief in ghosts. One finds the spirit world intermingling with the human world. But in such a way that, the moment one reads the story, one is bound to think: one could not more naturally allow the spirit world to intermingle with the human world—you will likely not find such short stories in European literature. They are quite unique. If one follows the way these stories are told, what stands out is that, for example, in the first story it is said: A star is born as the son of a human and then continues to live on Earth as a human! — So that, so to speak, for a consciousness that thinks as the first novella is based, it is a matter of course that there are beings on the stars who are kindred to human beings, and that those who walk about on Earth as humans could actually be incarnated star beings. This lies as a matter of course at the foundation of the first story. The second story is based on the idea that a human who enters into a relationship—even a marital one—with another human being first gets to know this other human being in the spiritual world, and that this being then descends into the physical world and continues to live there. So a very similar theme to that of the first story. This very peculiar coexistence with the spiritual world—not merely as we find it in our European myths and legends, but on an entirely different basis, as we shall discuss shortly—is not encountered in this peculiar form anywhere in the entirety of European literature, unless such things have been imitated in more recent literature.

[ 6 ] Nun erinnern Sie sich an etwas, was ich in einem der letzten öffentlichen Vorträge gesagt habe. Ich habe da, wie man es bei einem öffentlichen Vortrage tun kann, gesprochen über den Hergang der Erdenentwickelung und über den mit der Erdenentwickelung verbundenen Ursprung des Menschen. Ich habe darauf aufmerksam gemacht, daß das, was wir jetzt die Entwickelung der Menschheit nennen, verhältnismäßig spät seinen Anfang genommen hat. Heute sprechen wir so von der Entwickelung des Menschen und der Menschheit, daß wir sagen: Wenn ein Mensch in das physische Erdendasein hereintritt, so kommt zunächst das, was wir seinen inneren Wesenskern nennen, aus einer vorhergehenden Inkarnation. Das arbeitet in dem Menschen innerhalb eines gewissen Spielraumes, bildet plastisch die feineren Organe, das Gehirn, die feinere Leiblichkeit überhaupt aus, kurz, wir haben in dem Menschen einen geistig-seelischen Wesenskern, der aus früheren Inkarnationen kommt und der sich einhüllt in das, was von den Vorfahren kommt und durch die Generationen, durch die physische Vererbung weitergetragen wird. So haben wir in einem Menschen, der auf der Erde auftritt, zusammengefügt das, was aus früheren Inkarnationen kommt, mit dem, was von Generation zu Generation getragen wird und sich herumlegt um das, was von Verkörperung zu Verkörperung geht. Nun habe ich gesagt, daß diese Art der Menschheitsentwickelung erst eingetreten ist während der atlantischen Zeit, als Bedingungen auf der Erde auftraten, welche eine solche Entwickelung des Menschen und der Menschheit möglich machten. Und ich habe darauf hingedeutet, daß dieser Art und Weise der Menschheitsentwickelung eine andere vorangegangen ist, in der tatsächlich nicht auf dem Wege der Wechselwirkung von Mann und Frau und des Zusammentretens dessen, was von Mann und Frau kommt, mit dem, was durch die verschiedenen Verkörperungen hindurchgeht, der Mensch das Erdendasein betreten hat, sondern daß wir, wenn wir weiter zurückgehen in der Erdenentwickelung, auf eine ganz andere Art und Weise von Menschenentstehung und Menschenursprung kommen, weil die Erde das, was sie im Laufe der Zeit geworden ist, erst in der nachatlantischen Zeit geworden ist. Nicht so grundverschieden von der jetzigen Erdengestaltung war die letzte atlantische Zeit. Aber die erste atlantische Zeit war doch so grundverschieden von der späteren, daß sich alle die über die Konfiguration der Erde eine falsche Vorstellung machen, die nicht damit rechnen, daß in dieser Zeit ganz andere Verhältnisse herrschten. Denn die Erde war, nachdem sie durchgemacht hatte die Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit, nicht nur ein lebendes Wesen, sondern auch ein geistiges Wesen, ein großer, von Geistigem und Seelischem durchzogener Organismus. Wir kommen nicht zurück zu einem leblosen Gasball im Sinne der KantLaplaceschen Theorie, sondern wir kommen zurück zu der Erde als einem großen Lebewesen. Und die Entwickelung der Menschheit war in den älteren Zeiten so, daß eine Befruchtung nicht stattfand zwischen Mann und Frau, sondern zwischen «oben» und «unten», in der Weise, daß die Erde in ihrer Lebendigkeit hergab mehr das substantielle Element, das mehr materielles Element war, während von oben, wie Regen, der sich befruchtend ergießt über Wiesenflächen, das geistige Prinzip kam und sich verband mit dem mehr materiellen Prinzip. Durch diese Befruchtung traten die ersten Menschen ins Dasein. Das ist es, was wir gezeigt haben und was sogar in dem vorhin erwähnten öffentlichen Vortrage besprochen worden ist, und was sich auch logisch rechtfertigen läßt, wenn man die Errungenschaften der Naturwissenschaft in richtigem Sinne betrachtet.

[ 6 ] Now, please recall something I said in one of my recent public lectures. As is customary in a public lecture, I spoke there about the course of Earth’s evolution and about the origin of humankind as it relates to that evolution. I pointed out that what we now call the evolution of humanity began relatively late. Today, when we speak of the evolution of the human being and of humanity, we say: When a human being enters physical life on Earth, what we call their inner core of being comes from a previous incarnation. This works within the human being within a certain scope, plastically forming the finer organs, the brain, and the finer physicality in general; in short, we have in the human being a spiritual-soul core that comes from earlier incarnations and that envelops itself in what comes from the ancestors and is carried on through the generations via physical heredity. Thus, in a human being who appears on Earth, we have a synthesis of what comes from earlier incarnations with what is carried from generation to generation and surrounds what passes from one incarnation to the next. Now I have said that this type of human development first arose during the Atlantean epoch, when conditions on Earth arose that made such a development of the human being and of humanity possible. And I have pointed out that this mode of human development was preceded by another, in which human beings did not actually enter earthly existence through the interaction of man and woman and the coming together of what comes from man and woman with what passes through the various incarnations, but rather that, if we go further back in the Earth’s development, we arrive at a completely different mode of human origin and human genesis, because the Earth only became what it has become over time during the post-Atlantean era. The last Atlantean era was not so fundamentally different from the current configuration of the Earth. But the early Atlantean period was so fundamentally different from the later one that anyone who does not take into account the fact that entirely different conditions prevailed during that time will form a false mental image of the Earth’s configuration. For the Earth, having passed through the Saturn, Sun, and Moon epochs, was not only a living being but also a spiritual being, a great organism permeated by the spiritual and the soul. We do not return to a lifeless gas ball in the sense of the Kant-Laplacean theory, but we return to the Earth as a great living being. And the development of humanity in earlier times was such that fertilization did not take place between man and woman, but between “above” and “below,” in such a way that the Earth, in its liveliness, provided the more substantial element—the more material element—while from above, like rain that pours down fertilizing over meadows, the spiritual principle came and united with the more material principle. Through this fertilization, the first human beings came into being. This is what we have shown, and what was even discussed in the public lecture mentioned earlier, and what can also be logically justified if one considers the achievements of natural science in the proper sense.

[ 7 ] Dann sonderte die Erde eine feste Masse wie eine Art Knochensystem aus, und es wurde nun unmöglich, daß sie etwas, was sie früher hergab wie ein zu befruchtendes Ei, weiter hergeben konnte. Es mußte das mehr an das Innere des Menschen abgegeben werden. An Stelle der Befruchtung von oben trat nun die Befruchtung durch die beiden Geschlechter, und was früher eingeprägt worden ist durch die Wechselwirkung von oben und unten, das ging über in die Vererbungsverhältnisse und in die mit den Vererbungsverhältnissen verbundenen Reinkarnationsverhältnisse. Dadurch verbarg sich das, was sich früher an der Oberfläche abgespielt hatte, im Innern. Es traten Menschen auf, die immer mehr und mehr fähig würden, im Sinne einer in der Vererbung fortlaufenden Fortpflanzung die Eigenschaften, die früher der Mensch erhalten hatte aus der geistigen Sphäre, zu vererben oder von Reinkarnation zu Reinkarnation zu übertragen. Es braucht nur erinnert zu werden an einzelne Dinge, welche damals gesagt worden sind: wie die ersten Menschen, die da auftraten, zuerst doppelgeschlechtlich waren, wie dann die Differenzierung eintrat in das Männliche und in das Weibliche und wie sich dann die gegenwärtigen Verhältnisse herausgestalteten, so daß das, was früher mehr von oben wirkte — das mehr weibliche Element —, überging an die Frau, und was mehr in dem irdischen Element wirkte, in der Vererbungslinie überging an den Mann.

[ 7 ] Then the earth secreted a solid mass, like a kind of skeletal system, and it became impossible for it to continue yielding what it had previously provided—such as an egg to be fertilized. This had to be transferred more to the inner being of the human being. In place of fertilization from above, fertilization through the two sexes now took its place, and what had previously been imprinted through the interaction of above and below was transferred into the laws of heredity and into the laws of reincarnation associated with them. As a result, what had previously taken place on the surface was now concealed within. People appeared who were increasingly able, in the sense of a continuous process of reproduction through heredity, to pass on the qualities that humans had previously received from the spiritual sphere, or to transmit them from one reincarnation to the next. One need only recall certain things that were said at the time: how the first human beings who appeared were initially hermaphroditic, how differentiation then occurred into the masculine and the feminine, and how the present conditions subsequently took shape, so that what had previously acted more from above—the more feminine element— passed over to the woman, and what acted more within the earthly element passed over to the man through the line of inheritance.

[ 8 ] Nun ist Ihnen aus verschiedenen Andeutungen, die im Laufe der Jahre über Menschheit und Menschheitsentwickelung gemacht worden sind, auch klar, daß diese Verhältnisse bis in die atlantische Zeit hineingespielt haben, und daß eigentlich erst in der zweiten Hälfte der atlantischen Zeiten die gegenwärtige Form der Menschheitsentwikkelung auftrat. Wenn wir also zurückblicken auf die atlantische Bevölkerung unserer Erde, so müssen wir sagen: Diese atlantische Bevölkerung unserer Erde lebte ja eigentlich mitten drinnen noch in den Überbleibseln der alten Verhältnisse, der Befruchtung irdischer Substantialität durch himmlische Geistigkeit. Für sie war die Entstehung eines Menschen die unmittelbare Verkörperung, das Herabsteigen eines Geistigen in das Substantielle. — Wie wir den Regen vom Himmel fallen und die Erde durchfeuchten sehen, so sah die atlantische Bevölkerung den Menschen heruntersteigend aus himmlischen Höhen, sich verbindend mit einer Substantialität, welche die Erde hergab, sich darin verkörpernd und dann herumgehend auf der Erde. Die Verhältnisse änderten sich nur langsam und allmählich, so daß in gewissen Gebieten schon lange die Vorbereitungen zu den gegenwärtigen Verhältnissen vorhanden waren, während in andern Gebieten, wo die Vorbedingungen für die alten Verhältnisse sich erhalten hatten, es so war, daß die Menschen wußten: der Mensch ist zuerst oben in der geistigen Welt und sucht sich dann eine körperliche Substanz, um sich zu verbinden mit der Erdenmenschheit. Wenn also der Mensch in der atlantischen Zeit seine Mitmenschen hat herumgehen sehen, so sagte er sich: Das ist ja der Erde entnommen; aber was da drinnen ist, das ist derselben Welt entnommen, welcher die Sterne angehören; der Mensch ist aus den Sternenwelten heruntergestiegen. — So wußten die Menschen etwas, was wie ein Märchen aus alten Tagen klingt, daß der Mensch aus himmlischen Höhen heruntersteigt, sich mit Erdenmaterie umhüllt und umkleidet. Sie kannten die Wechselwirkung von Himmel und Erde, und indem sie den Menschen in die Erde hereingestellt sahen, wußten sie: Der Mensch steigt herunter, er ist zuerst ein Geist; wenn er Materie annimmt, geht er auf dem Erdenrund herum! — Also ein Himmelswesen, ein Wesen aus der geistigen Welt sah man in dem Menschen. Denn man wußte: so wie man als Mensch herumgeht, unterscheidet man sich von den Geistern nur dadurch, daß die Menschen mit Materie umkleidet sind, die Geister nicht. Es war ein sanfterer Übergang von der geistigen Welt zur physischen Welt. Und nicht nur, daß es für den Atlantier ein Unsinn gewesen wäre, die geistige Welt abzuleugnen, sondern es war für ihn auch klar, daß doch kein so großer Unterschied war zwischen physischen Menschen und Geistwesen, die der geistigen Welt angehören. Er wußte: mit einem Menschen kann man verkehren durch Zeichen, indem man die ersten Elemente der menschlichen Ursprache verwendet, mit den Geistern auch, aber so, daß der Verkehr des Menschen mit den Geistern in einer ähnlichen Weise geschieht wie mit den Menschen.

[ 8 ] Now, from various hints that have been made over the years regarding humanity and human development, it is also clear to you that these conditions continued to influence events well into the Atlantean era, and that the current form of human development did not actually emerge until the second half of the Atlantean era. So when we look back at the Atlantean population of our Earth, we must say: This Atlantean population of our Earth actually still lived, deep down, amidst the remnants of the old conditions—the fertilization of earthly substance by heavenly spirituality. For them, the emergence of a human being was the direct embodiment, the descent of the spiritual into the material. — Just as we see the rain falling from the sky and moistening the earth, so the Atlantean population saw the human being descending from heavenly heights, uniting with a materiality provided by the earth, incarnating within it, and then walking about on the earth. Conditions changed only slowly and gradually, so that in certain regions the preparations for the present conditions had long been in place, while in other regions, where the preconditions for the old conditions had been preserved, it was the case that people knew: human beings are first up in the spiritual world and then seek out a physical substance in order to connect with the human race on earth. So when people in the Atlantean era saw their fellow human beings walking about, they said to themselves: This is indeed taken from the Earth; but what is inside is taken from the same world to which the stars belong; human beings have descended from the starry worlds. — Thus people knew something that sounds like a fairy tale from ancient times: that human beings descend from heavenly heights, enveloping and clothing themselves in earthly matter. They understood the interplay between heaven and earth, and seeing human beings placed upon the earth, they knew: Human beings descend; they are first spirits; when they take on matter, they walk upon the earth! — Thus, a heavenly being, a being from the spiritual world, was seen in the human being. For it was known: just as one walks about as a human being, one differs from spirits only in that human beings are clothed in matter, while spirits are not. There was a gentler transition from the spiritual world to the physical world. And not only would it have been nonsense for the Atlantean to deny the spiritual world, but it was also clear to him that there was, after all, no such great difference between physical human beings and spirit beings belonging to the spiritual world. They knew: one can communicate with a human being through signs, using the first elements of the human proto-language; with spirits as well, but in such a way that human communication with spirits takes place in a manner similar to that with humans.

[ 9 ] Von diesem unmittelbaren Wissen eines Zusammenhanges des Menschen mit der geistigen Welt hat sich selbstverständlich über die atlantische Katastrophe hin wenig erhalten. Es war die nachatlantische Zeit im wesentlichen dazu berufen, im Menschen den Sinn für das Erdendasein auszubilden für alles, was man durch die Ausbildung der physischen Werkzeuge, des Leibes, gewinnen kann, so daß das selbstverständliche Zusammenleben mit der geistigen Welt sehr bald im Laufe der nachatlantischen Zeit verschwand. Aber was für das normale Bewußtsein verschwindet, das erhält sich im atavistischen Hellsehen, in Momenten, wo die Seele besonders mit sich selber ist. Man möchte sagen: Was früher Erfahrung ist, was die Seele durchmacht, indem sie den Blick in die geistige Umwelt richtet, das wird später wiedergeboten, aber als Phantasie wiedergeboren. Nehmen wir an, es würde irgendein Volk der nachatlantischen Zeit geben, das ganz besonders dadurch ausgezeichnet wäre, daß es am allermeisten noch zurückbehalten hätte von den Eigentümlichkeiten und Kräften der atlantischen Zeit. Natürlich würde dieses Volk in der nachatlantischen Zeit nicht atlantische Erlebnisse haben können. Aber in seiner Phantasie müßte etwas auftreten, was seine Phantasie unterscheidet von dem, was die Phantasie weniger zurückgebliebener Reste atlantischer Rassen sind, die sich neu gebildet haben. Die tonangebenden Rassen der nachatlantischen Zeit werden daher weniger erstehen lassen diesen selbstverständlichen Umgang des Menschen mit der geistigen Welt. Ein Volk dagegen, das dadurch ganz besonders charakteristisch ist, daß es wie hereingebracht hat in die nachatlantische Zeit, was man in diese hereinbringen kann als Seelenverfassung aus der atlantischen Zeit, ein solches Volk muß ganz andere Nachwirkungen zeigen in der Seele als die eigentlichen nachatlantischen Rassen. Bei einem Volke, das so charakterisiert werden könnte im Sinne der okkulten Weltauffassung, daß es nicht zu den fortschreitenden Rassen gehört, sondern wie ein Zurückgebliebenes aus den alten atlantischen Rassen sich darstellt, bei ihm müßten wir vermuten, daß die Phantasie, die erzählt vom Zusarmmmenhange der Menschenwelt und der Gespensterwelt, in einer ganz anderen Weise wirkt als bei andern Völkern. Bei einem solchen Volke könnten wir vermuten, daß in einer grotesken Weise in der Phantasie so etwas auftreten wird, wie wenn das Wesen eines Sternes plötzlich den Entschluß faßt, sich als Sohn eines Menschen zu verkörpern, der diesem Sterne Wohltaten erwiesen hat, wie es in unserer ersten novellistischen Geschichte erzählt ist, wo wir sehen, daß ein Sternwesen als Sohn des befreundeten Menschen geboren wird, der mit dem geistigen Wesen, das der Sohn des Donnergottes ist, eine Weile auf der Erde herumgegangen ist. Und auf der andern Seite sehen wir an der zweiten Erzählung, daß ein ganz sanfter Übergang ist zu dem Verlieben mit dem Geistwesen da oben, und daß ein solches Wesen dann nicht auf dem gewöhnlichen Wege der Menschenwerdung heruntersteigt, sondern sich auswählt einen toten Körper und sich so herunterbegibt. Das ist so, wie wenn eine atlantische Seele, die oft gesehen hat, wie ein Mensch heruntersteigt und irdische Substanz annimmt, sich verirrt hätte in einen Körper, der gar nicht der nachatlantischen Zeit angemessen ist, sondern der atlantischen Zeit, wo man nicht geboren werden brauchte in der jetzigen Weise, sondern einfach die Erdenmaterie annahm. In diesem Sinne könnten wir solche Erzählungen als eine Nachwirkung früherer Zustände auffassen. Wir würden uns also bei einer Rasse, die Überbleibsel früherer atlantischer Rassen wäre, über solche Erzählungen nicht wundern. Und interessant ist es, daß eine Reihe solcher Erzählungen, die ganz denselben Charakter tragen wie die angeführten, von Martin Buber gesammelt und unter dem Titel «Chinesische Geister- und Liebesgeschichten» erschienen sind. Das zeigt, daß wirklich das der Fall ist, was vermutet werden darf nach dem, was uns die okkulte Wissenschaft zeigt, wenn es auch nur Traditionen sind.

[ 9 ] Naturally, little of this direct knowledge of humanity’s connection to the spiritual world has survived the Atlantean catastrophe. The post-Atlantean era was essentially dedicated to developing in human beings a sense of earthly existence—a sense of everything that can be gained through the development of the physical instruments, the body—so that the natural coexistence with the spiritual world very soon disappeared in the course of the post-Atlantean era. But what disappears from normal consciousness is preserved in atavistic clairvoyance, in moments when the soul is particularly at one with itself. One might say: What was once experience—what the soul undergoes by directing its gaze into the spiritual environment—is later offered anew, but reborn as imagination. Let us suppose there were some people of the post-Atlantean era who were distinguished above all by having retained the most of the characteristics and powers of the Atlantean era. Of course, this people could not have Atlantean experiences in the post-Atlantean era. But something would have to arise in its imagination that distinguishes its imagination from that of the less backward remnants of Atlantean races that have reformed. The dominant races of the post-Atlantean era will therefore give rise to this natural interaction of human beings with the spiritual world to a lesser extent. A people, on the other hand, that is particularly characterized by having brought into the post-Atlantean era—as a state of soul from the Atlantean era—what can be brought into it, such a people must exhibit entirely different aftereffects in the soul than the actual post-Atlantean races. In the case of a people that could be characterized, in the sense of the occult worldview, as not belonging to the progressive races but rather presenting itself as a remnant of the ancient Atlantean races, we would have to assume that the imagination, which tells of the connection between the human world and the spirit world, operates in a completely different way than in other peoples. In such a people, we might suppose that something of this nature will arise in the imagination in a grotesque manner, as if the being of a star suddenly resolves to incarnate as the son of a human who has bestowed favors upon that star, as is recounted in our first novella, where we see that a star being is born as the son of the befriended human, who walked the earth for a time with the spiritual being who is the son of the god of thunder. And on the other hand, we see in the second story that there is a very gentle transition into falling in love with the spiritual being up there, and that such a being does not then descend through the ordinary path of becoming human, but rather chooses a dead body and thus comes down. This is like an Atlantean soul, having often witnessed how a human descends and assumes earthly substance, having strayed into a body that is not at all suited to the post-Atlantean era, but rather to the Atlantean era, when one did not need to be born in the present manner, but simply assumed earthly matter. In this sense, we could interpret such stories as an aftereffect of earlier conditions. We would therefore not be surprised by such stories in a race that were remnants of earlier Atlantean races. And it is interesting that a series of such tales, bearing exactly the same character as those cited, were collected by Martin Buber and published under the title “Chinese Ghost and Love Stories.” This shows that what may be surmised based on what occult science reveals to us is indeed the case, even if they are merely traditions.

[ 10 ] So sehen wir, wie wir alles, was uns in der Welt entgegentritt, lichtvoll beleuchten können, wenn wir nur Geduld haben, um die intimeren Zusammenhänge der Weltenentwickelung wirklich ins Auge zu fassen. Die Menschen der Gegenwart werden vielfach mit Staunen vor solchen Dingen stehen. Begreifen werden sie dieselben aber erst, wenn sie sehen, daß so etwas für den, der die intimeren Zusammenhänge der Menschheitsentwickelung erfaßt, eben einfach selbstverständlich ist. Man wird Geisteswissenschaft nicht etwa dadurch besser und besser begreifen, daß man pedantisch logische Beweise fordert, denn Beweise sind nur für den gut, der die Behauptungen glauben will, Beweise sind nur für den da, der sie als «Beweise» glauben kann. Man braucht aber einfach nicht an die Beweise zu glauben, dann erspart man es sich, an die Behauptungen zu glauben! Geisteswissenschaft wird sich in die Seelen dadurch einleben, daß sich immer mehr und mehr zeigen wird, wie bis in die geheimsten Winkel der geistigen und auch der materiellen Kultur die Gesetze, deren Erkenntnis nur auf okkultem Wege gewonnen werden kann, immer mehr und mehr Raum gewinnen. Die Weistümer werden sich dadurch einleben, daß immer mehr und mehr Menschen die Geduld haben werden, zu verfolgen, wie alles, was man zusammenzutragen vermag aus der Welt, um es in das Licht einer geistigen Weltanschauung zu rücken, durchaus zusammenstimmt, und wie auf diese Weise die Dinge erst ihre volle Beleuchtung und ihre wahre Erklärung erfahren können, während sie sonst unverstanden bleiben.

[ 10 ] Thus we see how we can shed light on everything we encounter in the world, if only we have the patience to truly take in the deeper connections of world development. People today will often stand before such things in amazement. But they will only truly understand them when they see that such things are simply self-evident to those who grasp the deeper connections of human development. One will not come to understand Spiritual Science better and better by pedantically demanding logical proofs, for proofs are only good for those who wish to believe the assertions; proofs are only there for those who can believe them as “proofs.” But one simply need not believe in the proofs; then one spares oneself the trouble of believing in the assertions! Spiritual Science will take root in people’s souls as it becomes increasingly evident how, even in the most secret recesses of spiritual and material culture, the laws—whose knowledge can only be gained through occult means—are gaining more and more ground. These insights will take root as more and more people have the patience to observe how everything that can be gathered from the world—when placed in the light of a spiritual worldview—coincides perfectly, and how in this way things can only receive their full illumination and true explanation, whereas otherwise they remain misunderstood.

[ 11 ] Wenn wir dies ins Auge fassen, werden wir sagen können: Die nachatlantische Kultur hat ihre besondere Aufgabe; diese nämlich, daß allmählich von der Menschheit, welche ihre Zeit in der rechten Weise versteht, die Erkenntnisse, die Willensbetätigungen und die Gemütsverfassungen angeeignet werden, die mit Hilfe der leiblichen Werkzeuge angeeignet werden können. In dieser Beziehung wird immer weiter- und weitergeschritten werden können. Mit diesem Weiterschreiten steht man im Grunde genommen drinnen in der Entwickelung, die begonnen hat eben mit der Kultur der heiligen indischen Rishis bis zum Herabsteigen des Christus-Impulses in unsere Menschheit. Daneben aber ist vieles enthalten, was wie gebundenes, altes spirituelles Gut in der Menschheit vorhanden ist. War ja die europäische Menschheit im höchsten Grade schon verwundert darüber, daß unmittelbare spirituelle Einblicke in die Welt der europäischen Menschheit zukamen, als erschlossen werden konnten die Weistümer Indiens oder des alten Persiens: die Krishna- oder Brahmankultur, die Kultur des alten Zarathustra und so weiter. Mehr als in den späteren Erzeugnissen der Erkenntnis war naturgemäß das spirituelle Element in den älteren Kulturen vorhanden. Und als man vom Abendlande aus mit diesen älteren Kulturen bekannt wurde, da wirkten sie verblüffend, zum Beispiel als sie erschlossen wurden von der deutschen Geistesentwickelung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, etwa in der Weise, wie Friedrich Schlegel das Indertum erschlossen hat, oder wie später das Persertum erschlossen worden ist. Das wirkte so verblüffend, daß wir, wenn wir dies berücksichtigen, philosophische Richtungen verstehen, auf welche die orientalische Philosophie einen tiefen Einfluß genommen hat, wie zum Beispiel bei Schopenhauer oder Eduard von Hartmann. Da haben wir das erste Erstaunen des Abendlandes gegenüber dem, was wie eine gebundene Spiritualität in diesen älteren Kulturen erhalten ist. Wir stehen jetzt einer andern Epoche gegenüber, der Epoche, in welcher noch eine ganz andere gebundene Spiritualität das Abendland wird in Verwunderung setzen können, nämlich diejenige Spiritualität, die zwar durchaus nicht der Mission der nachatlantischen Menschheit angehört, die ihr aber wie ein Erbgut von früher geblieben ist, die verhüllt war bis in unsere Epoche herein innerhalb des dem Abendlande recht unbekannten chinesischen Geisteslebens. Und es wird nur eines Umstandes bedürfen, um sozusagen das, was da geschehen wird, geradezu zum Überwältiger zu machen der europäisch abendländischen Geisteskultur, so daß diese etwa ihre eigentliche Mission, ihre eigentliche Bedeutung und Aufgabe würde vergessen können. Es wird der Mensch, der immer mehr und mehr in die Zukunft hineinlebt, sich klarmachen müssen, daß auf unserem Erdenrund gebundenes Geistesgut, spirituelle Erkenntnis, die aus der alten atlantischen Zeit zurückgeblieben ist, in einem viel höheren Maße noch vorhanden ist, als beim Bekanntwerden der alten Brahman- und Zarathustrakultur aufgetaucht ist, die herausentbunden werden wird, wenn einmal das Chinesentum frei werden wird in seiner geistigen Kultur. Dann wird zweierlei notwendig werden für den Menschen, welcher der Zukunft entgegenlebt. Man wird erkennen, daß da ein bedeutender Strom spirituellen Lebens herausfließen muß, der in einer wunderlichen Weise die Menschen auch äußerlich unterrichten wird von dem, wovon sie sich ja allerdings unterrichten könnten, wenn sie in das spirituelle Leben eindringen wollten auf dem Wege, den die Geisteswissenschaft eröffnet. Wenn aber der weitaus größte Teil der Menschheit gegenüber dem, was die Geisteswissenschaft der Menschheit bieten kann — um jetzt einen Ausdruck zu gebrauchen, den unser verehrter Freund Michael Bauer bei unserer Generalversammlung für einen andern Zweck gebraucht hat —, in Schlafhaubigkeit verbleiben wird, so wird einmal, wenn sich, in einer allerdings nicht für das europäisch abendländische Bewußtsein geeigneten Weise, spirituelles Geistesgut aus dem Chinesentum herausergießen wird, dieser Teil der Menschheit dadurch verblüfft sein und wird sehen, daß sich eine solche Kultur nicht begreifen läßt mit dem philiströsen pedantischen Stile des Abendlandes, sondern nur, wenn man sich hineinvertieft in das, was aufgebaut ist auf der alten Chinesenkultur, was als alte Taokultur vorhanden war. Die Geisteswissenschaft ist diesen Leuten oft aus dem Grunde unangenehm, weil man sich mit ihr so befassen muß, daß man an sie glaubt. Die aber, welche sich der Schlafhaubigkeit weiter befleißigen, sie werden verblüfft sein, sie werden sich aber auch wohl fühlen, wenn ihnen manches aus der Geisteswissenschaft entgegentritt als entbundenes Chinesentum, als ein Erbgut aus der alten atlantischen Zeit. Dann werden sie sogar das haben, daß sie werden sagen können: Wir brauchen ja nicht daran zu glauben, denn, was historisch geblieben ist, das studiert man, weil es interessant ist! — So machen es die Philologen, die Archäologen. Man braucht nicht daran zu glauben, man hat es, indem man es studiert, und ist enthoben, an die Dinge zu «glauben». Aber was da frei wird, das wird noch auf andere Weise wirken: es wird durch seine Macht, durch seine Selbstverständlichkeit, durch seine Größe wirken, es wird verblüffen, es wird schockieren. Es wird sich über das, was sich die Menschheit in der christlichen Kultur erobert hat, so ergießen, daß man gegenüber dem, was da kommen wird an eingerosteter, an einchinesisierter Kultur, die richtige Perspektive, den richtigen Standpunkt wird haben wollen. Das wird so sein, daß man sich sagt: Diese Spiritualität war da, sie bedeutete einstmals die geistige Kultur unserer Erde. Aber eine jede Zeit hat ihre eigene Mission, und die europäisch abendländische Kultur hat die Aufgabe, aus dem Umkreise des Weltendaseins alles dasjenige herauszusaugen, was herausgesaugt werden kann aus dem Geistigen, so daß dieses Geistige sich zeigt trotz und hinter der sinnlichen Welt, hinter dem, was Augen sehen und Hände greifen können und was sich uns darstellt als Offenbarung aus den geistigen Welten. Man wird verstehen müssen, daß eine andere Mission aus der andern Zeit da ist, und daß wir feststehen müssen auf dem Boden, den das Christentum gezimmert hat.

[ 11 ] When we consider this, we will be able to say: Post-Atlantean culture has its own special task; namely, that humanity, which understands its time in the right way, gradually acquire the insights, the acts of the will, and the states of mind that can be acquired with the help of physical instruments. In this regard, it will be possible to continue advancing further and further. With this progress, we are essentially standing within the development that began precisely with the culture of the holy Indian Rishis and continued until the descent of the Christ impulse into our humanity. Alongside this, however, there is much that exists within humanity as bound, ancient spiritual heritage. European humanity was, after all, already greatly astonished that direct spiritual insights came into the world of European humanity when the wisdom traditions of India or ancient Persia could be accessed: the Krishna or Brahmanic culture, the culture of the ancient Zarathustra, and so on. Naturally, the spiritual element was more present in the older cultures than in the later products of knowledge. And when the West became acquainted with these older cultures—for example, when they were explored by German intellectual development in the first half of the 19th century, much as Friedrich Schlegel explored Indian culture, or as Persian culture was later explored—they had a startling effect. This had such an astonishing effect that, when we take this into account, we can understand philosophical currents on which Eastern philosophy had a profound influence, such as in the case of Schopenhauer or Eduard von Hartmann. Here we see the West’s initial astonishment at what has been preserved in these older cultures as a bound form of spirituality. We now face a different epoch, the epoch in which yet another entirely different bound spirituality will be able to astonish the West—namely, that spirituality which, while by no means belonging to the mission of post-Atlantean humanity, has nevertheless remained to it as a legacy from earlier times, one that was veiled right up to our own epoch within the Chinese spiritual life, which is quite unknown to the West. And it will take only one circumstance to make, so to speak, what is about to happen, a veritable force that overwhelms European Western spiritual culture, so that the latter might even forget its true mission, its true significance, and its task. The human being, who lives more and more into the future, will have to realize that the spiritual heritage bound to our earthly sphere, spiritual knowledge left over from the ancient Atlantean era, is still present to a far greater extent than emerged when the ancient Brahmanic and Zoroastrian cultures became known; this will be set free once Chinese culture is liberated in its spiritual life. Then two things will become necessary for the human being who lives toward the future. One will recognize that a significant stream of spiritual life must flow forth, which in a wondrous way will also instruct people outwardly about that which they could indeed learn if they were to enter into spiritual life along the path opened up by Spiritual Science. But if the vast majority of humanity remains in a state of slumber—to use an expression that our esteemed friend Michael Bauer employed at our General Assembly for a different purpose—in the face of what Spiritual Science has to offer, then one day, when spiritual treasures begin to flow forth from Chinese culture—albeit in a manner not suited to the European Western consciousness— spiritual intellectual wealth pours forth from Chinese culture, this portion of humanity will be astonished by it and will see that such a culture cannot be grasped with the philistine, pedantic style of the West, but only by immersing oneself in what is built upon ancient Chinese culture, what existed as the ancient Taoist culture. Spiritual Science is often unpalatable to these people because one must engage with it in such a way that one believes in it. But those who continue to cultivate their slumbering state will be astonished; yet they will also feel at ease when certain aspects of Spiritual Science appear to them as liberated Chinese culture, as a legacy from the ancient Atlantean era. Then they will even be able to say: We don’t need to believe in it, for what has remained historically is studied because it is interesting! — That is how philologists and archaeologists do it. One need not believe in it; one possesses it by studying it and is thus relieved of the need to “believe” in things. But what is thus set free will have an effect in other ways: it will work through its power, through its self-evidence, through its grandeur; it will astonish; it will shock. It will pour out over what humanity has achieved in Christian culture in such a way that one will want to have the right perspective, the right standpoint, in the face of what is to come in the form of a rusted, Sinicized culture. It will be such that one says to oneself: This spirituality was there; it once represented the spiritual culture of our earth. But every age has its own mission, and European Western culture has the task of drawing out of the sphere of worldly existence everything that can be drawn out of the spiritual, so that this spiritual reveals itself in spite of and behind the sensory world, behind what eyes can see and hands can grasp, and what presents itself to us as a revelation from the spiritual worlds. One must understand that there is a different mission from another era, and that we must stand firm on the ground that Christianity has laid.

[ 12 ] Das ist das, was den andern Standpunkt geben wird. So wird man freudig aufnehmen, was aus den alten Zeiten herüberlebt, aber man wird es durchglänzen, durchleben mit dem, was aus der neueren Zeit, aus der nachatlantischen christlichen Kultur in den Seelen sich allmählich erhoben hat. Die Schwachen aber werden sagen: Wir nehmen die Spiritualität da, wo sie uns gebracht wird, denn wir wollen nur den sensationellen Einblick haben in die geistigen Welten! — So wird es vielleicht gewisse neuartige Theosophen geben, die da sagen werden: Die Wahrheit ruht nicht bei dem tief erfaßten Christus-Prinzip, sondern in dem, was die Chinesen erhalten haben, was wiedererscheint, wenn sie die in die untersten Schichten der Seele hinabgezogenen atlantischen Weistümer wieder hervorbringen. — Und es wird sich vielleicht eine neue Geheimlehre über Europa ergießen, die abgeschrieben ist aus den chinesischen Wahrheiten und die dann sagen wird: Hätte doch diese moderne Theosophie eine Art von Muster an einer solchen Theosophie, die ihre Aufgabe nicht darin gesehen hat, den Quell des spirituellen Lebens herauszuholen aus der christlichen Mystik und der christlichen Liebe, sondern die abgeschrieben hat, und dazu noch recht mangelhaft, die Weistümer des alten Indien, etwas verbrämt mit den Weistümern des alten Ägypten. — Und die Schwachen, sie könnten ebenso gierig nach dem Chinesentum ausschauen, wie die Schwachen ausschauen nach dem, was, wie sie glauben, das alte oder auch das neue Indertum an Spiritualität eröffnet. Liegt doch auch für den Europäer jenseits gewisser Wasser China ebensogut fern, wie Indien fern liegt. Und wenn man den Menschen erzählen wird, daß in China mit Hilfe von Kräften, die jetzt wieder entbunden sind, gewisse Offenbarungen stattgefunden haben, so wird das vielleicht den Menschen glaubhafter erscheinen, als daß so etwas in Berlin stattgefunden hätte.

[ 12 ] This is what will give rise to the other point of view. Thus, people will joyfully embrace what has survived from ancient times, but they will infuse it with, and experience it through, what has gradually arisen in their souls from more recent times, from post-Atlantean Christian culture. The weak, however, will say: We take spirituality wherever it is offered to us, for we want only a sensational glimpse into the spiritual worlds! — Thus there may be certain new kinds of theosophists who will say: The truth does not lie in the deeply grasped Christ principle, but in what the Chinese have preserved, which reappears when they bring forth the Atlantean wisdom that has sunk into the lowest layers of the soul. — And perhaps a new esoteric teaching will spread across Europe, copied from Chinese truths, which will then say: If only this modern theosophy had a model in such a theosophy that did not see its task in drawing the source of spiritual life from Christian mysticism and Christian love, but rather copied—and quite poorly at that—the wisdom of ancient India, somewhat embellished with the wisdom of ancient Egypt. — And the weak might look just as greedily toward Chinese culture as the weak look toward what they believe ancient or even modern Indian culture offers in terms of spirituality. For the European, too, China lies just as far beyond certain waters as India does. And if one were to tell people that in China, with the help of forces that have now been unleashed once more, certain revelations have taken place, this might seem more credible to them than if such a thing had taken place in Berlin.

[ 13 ] Wenn wir dies bedenken, werden wir das richtige Gleichgewicht finden zwischen dem freudigen Aufnehmen desjenigen, was der Menschheit erhalten ist aus älteren spirituellen Zeitaltern, und dem Feststehen auf demjenigen Boden, zu dem es die Menschheit gebracht hat im Laufe der Zeitenentwickelung. Daß man dieses Gleichgewicht beachtet, daß dieses Gleichgewicht wirklich ins Auge gefaßt wird, das ist und wird sein die immerwährende Sorge derjenigen Geistesbewegung, die wir die unsrige nennen. Daher ist es einfach eine Unwahrheit, wenn irgendwo gesagt wird, daß wir verleugnen oder außer acht lassen würden, was zum Beispiel an indischer Spiritualität sich darbietet. Das ist eine Unwahrheit. Und wer unsere Geistesbewegung mitgemacht hat, der weiß, daß dies eine Unwahrheit ist. Und traurig wäre es, wenn solche Unwahrheiten wie Charakteristiken unserer Bewegung etwa draußen in der Welt Platz greifen könnten. Mit gegensätzlichen Meinungen wird man leicht fertig; die gleichen sich leicht aus. Mit dem aber, was unrichtig dargestellt wird, kann man Mißverständnis auf Mißverständnis hervorrufen, denn es ist das Eigenartige des Mißverständnisses, daß es fortzeugend neue Mißverständnisse gebiert. Aus diesem Gesichtspunkte heraus muß es für uns die erste Aufgabe sein, da, wo wir selber auf den Standpunkt uns stellen, zu dem es die abendländische Entwickelung gebracht hat, uns bewußt zu sein, inwiefern dieser Standpunkt seine Berechtigung hat gegenüber den andern Entwickelungsphasen der Menschheitsentwickelung. Auf der andern Seite müssen wir aber darauf bedacht sein, daß alle Charakteristiken, die wir liefern über andere Phasen der Menschheitsentwickelung, über andere Spiritualität, auf ehrlicher, wahrhafter Darstellung fußen. Und immer wieder und wieder soll es betont werden, weil es sich einleben soll in die Herzen der Theosophen: Wenn auch vieles wird hinuntersinken von dem, was wir erobern konnten an geistiger Einsicht, der durchdringende Charakter wird bleiben. Und nach dem sollen wir hinarbeiten, daß, was auch vor unserem geistigen Auge auftauchen mag, wie sich uns auch die Dinge darstellen mögen, wir alles durchsetzt sein lassen von dem Streben nach Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit! Und wenn man in der Zukunft vielleicht gar nichts anderes wird sagen können in bezug auf das einzelne, das hier gefunden worden ist, als: manches ist verbessert worden, manches ist gar nicht geblieben, aber ein Beispiel ist geliefert, daß auch auf okkultem Gebiete, auf dem Gebiete der geistigen Forschung, nicht immerdar hineinzuspielen brauchen Scharlatanerie und Humbug in ernste Forschung, sondern daß trotz allem Streben nach okkultem Wissen dieses durchzogen sein kann von Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit: dafür ist ein Beispiel geliefert worden — wenn man das von unserer Bewegung wird sagen können, dann ist für die Entwickelung der spirituellen und eigentlichen okkulten Bewegung mit unserer Bewegung Gutes geleistet worden. Und es wird von uns vielleicht als unser schönstes Bewußtsein anerkannt werden dürfen, daß wir nichts, nichts einlassen wollen, von dem man nicht in der Zukunft wird so sprechen können, wie es eben angedeutet worden ist.

[ 13 ] If we bear this in mind, we will find the right balance between joyfully embracing what has been preserved for humanity from earlier spiritual ages and standing firmly on the ground to which humanity has arrived in the course of its historical development. That this balance be observed, that this balance be truly taken into account—this is and will remain the constant concern of the spiritual movement we call our own. Therefore, it is simply untrue when it is said anywhere that we deny or disregard, for example, what Indian spirituality has to offer. That is untrue. And anyone who has participated in our spiritual movement knows that this is a falsehood. And it would be sad if such falsehoods were to take hold out in the world as characteristics of our movement. It is easy to deal with opposing opinions; they tend to balance each other out. But with what is misrepresented, one can provoke misunderstanding upon misunderstanding, for it is the peculiar nature of misunderstanding that it perpetually gives birth to new misunderstandings. From this perspective, our first task must be, when we ourselves take the standpoint to which Western development has brought us, to be aware of the extent to which this standpoint is justified in relation to the other phases of human development. On the other hand, however, we must be mindful that all the characteristics we provide regarding other phases of human development, regarding other spiritualities, are based on an honest, truthful presentation. And it must be emphasized again and again, for it must take root in the hearts of theosophists: even if much of what we have gained in spiritual insight may fade away, the pervasive character will remain. And we should strive toward this: that whatever may appear before our spiritual eye, however things may present themselves to us, we let everything be permeated by the pursuit of honesty, sincerity, and truthfulness! And if in the future one may perhaps be able to say nothing else regarding the particulars found here than: some things have been improved, some things have not remained at all, but an example has been provided that even in the occult realm, in the realm of spiritual research, charlatanism and humbug need not always play a role in serious research, but that despite all striving for occult knowledge, this can be permeated by truthfulness, sincerity, and honesty: an example of this has been provided—if this can be said of our movement, then a good service has been rendered to the development of the spiritual and truly occult movement through our movement. And it may perhaps be recognized by us as our finest achievement that we wish to admit nothing, absolutely nothing, of which one will not be able to speak in the future in the manner just indicated.