The World of the Senses
and
The World of the Spirit
GA 134
30 December 1911, Hannover
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Die Welt der Sinne und die Welt des Geistes, 6th ed.
Vierter Vortrag
Vierter Vortrag
[ 1 ] Dasjenige, was man gewöhnlich die Materie nennt, ist für den Menschen eigentlich nur durch verhältnismäßig schwierige Vorstellungen zu erreichen. Und wenn man im okkulten Sinn aufklären will über das Wesen des Materiellen, des Stofflichen, dann muß man vor allen Dingen sich fragen: Was ist das hervorstechendste Eigentümliche an dem, was wir gewöhnlich die Materie nennen? Nun wird man, wenn man ohne Vorurteil zu Werke geht, denn doch finden müssen, daß das Hervorstechendste alles Materiellen die Raumerfüllung ist, die Ausgedehntheit im Raum. Es wird nämlich niemandem einfallen, bei irgend etwas, das ihm in der Seele selbst entgegentritt — sagen wir, bei einem Gefühl, bei einem Gedanken oder selbst bei einem Willensimpuls —, davon zu sprechen, daß der Wille oder der Gedanke oder das Gefühl einen Raum einnehmen. Jeder Mensch wird sogleich einsehen, daß er einen Unsinn sagen würde, wenn er behaupten wollte, daß irgendein Gedanke — sagen wir der Gedanke meinetwillen an einen Helden — um fünf Quadratmeter größer ist als der Gedanke an einen gewöhnlichen Menschen, nicht wahr? Wenn man sich das ausdenken will, so merkt man gleich, daß man auf das, was eigentlich unsere seelischen Zustände, unsere seelischen Vorgänge sind, die Raumerfüllung, das Ausgedehntsein, gar nicht anwenden kann.
[ 1 ] Dasjenige, was man gewöhnlich die Materie nennt, ist für den Menschen eigentlich nur durch verhältnismäßig schwierige Vorstellungen zu erreichen. Und wenn man im okkulten Sinn aufklären will über das Wesen des Materiellen, des Stofflichen, dann muß man vor allen Dingen sich fragen: Was ist das hervorstechendste Eigentümliche an dem, was wir gewöhnlich die Materie nennen? Nun wird man, wenn man ohne Vorurteil zu Werke geht, denn doch finden müssen, daß das Hervorstechendste alles Materiellen die Raumerfüllung ist, die Ausgedehntheit im Raum. Es wird nämlich niemandem einfallen, bei irgend etwas, das ihm in der Seele selbst entgegentritt — sagen wir, bei einem Gefühl, bei einem Gedanken oder selbst bei einem Willensimpuls —, davon zu sprechen, daß der Wille oder der Gedanke oder das Gefühl einen Raum einnehmen. Jeder Mensch wird sogleich einsehen, daß er einen Unsinn sagen würde, wenn er behaupten wollte, daß irgendein Gedanke — sagen wir der Gedanke meinetwillen an einen Helden — um fünf Quadratmeter größer ist als der Gedanke an einen gewöhnlichen Menschen, nicht wahr? Wenn man sich das ausdenken will, so merkt man gleich, daß man auf das, was eigentlich unsere seelischen Zustände, unsere seelischen Vorgänge sind, die Raumerfüllung, das Ausgedehntsein, gar nicht anwenden kann.
[ 2 ] Nun könnte man ja allerdings sagen, es gäbe ein anderes Merkmal für die Materie: das wäre das, daß die Materie ein Gewicht haben müsse. Aber mit dieser Eigenschaft des Gewichtes steht es nicht so einfach, wie wir noch sehen werden im Verlauf dieser Vorträge. Denn wenn wir uns nur betrachtend der Welt gegenüberstellen, so können wir im unmittelbaren Betrachten und Anschauen auch gar nicht irgend etwas merken von dem Gewicht, wohl aber von der Raumerfüllung, von der Ausdehnung, von dem Ausgedehntsein.
[ 2 ] Nun könnte man ja allerdings sagen, es gäbe ein anderes Merkmal für die Materie: das wäre das, daß die Materie ein Gewicht haben müsse. Aber mit dieser Eigenschaft des Gewichtes steht es nicht so einfach, wie wir noch sehen werden im Verlauf dieser Vorträge. Denn wenn wir uns nur betrachtend der Welt gegenüberstellen, so können wir im unmittelbaren Betrachten und Anschauen auch gar nicht irgend etwas merken von dem Gewicht, wohl aber von der Raumerfüllung, von der Ausdehnung, von dem Ausgedehntsein.
[ 3 ] Nun wissen wir ja ferner, daß dieses Ausgedehntsein gewöhnlich nach den drei Dimensionen zu zählen ist, die wir für den Raum anführen, nach der Dimension der Höhe, der Breite und der Tiefe oder Länge, wie man das dann nennen will. Es ist ja, nicht wahr, eine allgemeine, man möchte sagen, triviale Wahrheit, daß die Dinge im Raum nach den drei Dimensionen ausgedehnt sind. Also die Ausdehnung nach den drei Dimensionen würden wir anerkennen müssen sozusagen als das hervorstechendste Charakteristikon des Materiellen. Nun wird jeder, wenn er das bedenkt, was vorher gesagt worden ist — daß wir nämlich gegenüber dem, was in der Seele liegt, nicht von Raumerfüllung sprechen können —, sich sagen müssen, daß es gegenüber der Raumerfüllung noch etwas anderes gibt als eben das, was den Raum erfüllt, als die Materie oder den Stoff. Denn es gehört durchaus auch zu den Beobachtungen, die man schon auf dem physischen Plan machen kann, daß es eben nicht ausgedehnte Vorgänge, Zustände, wie man es nennen will, als Seelenerlebnisse gibt.
[ 3 ] Nun wissen wir ja ferner, daß dieses Ausgedehntsein gewöhnlich nach den drei Dimensionen zu zählen ist, die wir für den Raum anführen, nach der Dimension der Höhe, der Breite und der Tiefe oder Länge, wie man das dann nennen will. Es ist ja, nicht wahr, eine allgemeine, man möchte sagen, triviale Wahrheit, daß die Dinge im Raum nach den drei Dimensionen ausgedehnt sind. Also die Ausdehnung nach den drei Dimensionen würden wir anerkennen müssen sozusagen als das hervorstechendste Charakteristikon des Materiellen. Nun wird jeder, wenn er das bedenkt, was vorher gesagt worden ist — daß wir nämlich gegenüber dem, was in der Seele liegt, nicht von Raumerfüllung sprechen können —, sich sagen müssen, daß es gegenüber der Raumerfüllung noch etwas anderes gibt als eben das, was den Raum erfüllt, als die Materie oder den Stoff. Denn es gehört durchaus auch zu den Beobachtungen, die man schon auf dem physischen Plan machen kann, daß es eben nicht ausgedehnte Vorgänge, Zustände, wie man es nennen will, als Seelenerlebnisse gibt.
[ 4 ] Wenn Sie sich nun die Seelenerlebnisse in derselben Weise vorurteilslos anschauen wie die Stofferlebnisse im Raum, so werden Sie eine andere Eigentümlichkeit der Seelenerlebnisse sehr bald finden, ohne die die Seelenerlebnisse als solche nicht sein können. Das ist — wir können gar nicht anders, als es vorurteilslos zugeben —, daß die Seelenerlebnisse in der Zeit ablaufen. Wenn wir auch nicht sagen können, daß ein Gefühl, ein Willensimpuls fünf Meter lang oder fünf Quadratmeter’ groß ist, so müssen wir doch immer zugestehen, daß das, was wir fühlen und denken, insofern diese Dinge Seelenerlebnisse sind, in der Zeit abläuft und daß wir nicht nur eine bestimmte Zeit brauchen, um diese Dinge zu erleben, sondern daß auch das eine früher, das andere später ist, kurz, daß das, was wir in der Seele erleben, der Zeit unterworfen ist.
[ 4 ] Wenn Sie sich nun die Seelenerlebnisse in derselben Weise vorurteilslos anschauen wie die Stofferlebnisse im Raum, so werden Sie eine andere Eigentümlichkeit der Seelenerlebnisse sehr bald finden, ohne die die Seelenerlebnisse als solche nicht sein können. Das ist — wir können gar nicht anders, als es vorurteilslos zugeben —, daß die Seelenerlebnisse in der Zeit ablaufen. Wenn wir auch nicht sagen können, daß ein Gefühl, ein Willensimpuls fünf Meter lang oder fünf Quadratmeter’ groß ist, so müssen wir doch immer zugestehen, daß das, was wir fühlen und denken, insofern diese Dinge Seelenerlebnisse sind, in der Zeit abläuft und daß wir nicht nur eine bestimmte Zeit brauchen, um diese Dinge zu erleben, sondern daß auch das eine früher, das andere später ist, kurz, daß das, was wir in der Seele erleben, der Zeit unterworfen ist.
[ 5 ] Nun handelt es sich darum, daß ja in unserer Wirklichkeit in alledem, was uns umgibt und was wir selber sind, tatsächlich Raum- und Zeitverhältnisse durcheinandergemischt sind. Namentlich in der Außenwelt, da verlaufen die Dinge so, daß sie im Raum ausgedehnt sind, sie verlaufen aber auch nacheinander in der Zeit, beanspruchen selber eine gewisse Zeit. Es wird daraus sich schon, bevor man auf okkulte Wahrheiten eingeht, die Frage ergeben: Wie steht denn überhaupt der Raum zur Zeit im Verhältnis? Wir berühren da, ich möchte sagen, innerhalb eines anthroposophischen Vortragszyklus in höchst unschuldiger Weise eine Frage, welche tatsächlich als eine große philosophische Frage immer durch die Welt gegangen ist, über welche, wenn wir bildlich sprechen dürfen, sich Unzählige die Köpfe zerbrochen haben: das Verhältnis der Zeit zum Raum. Nun wird es Ihnen ja vielleicht nicht ganz leicht werden, in bezug auf dieses Verhältnis der Zeit zum Raum heute, wo wir eben, wie gesagt, in höchst unschuldiger Weise an diese Frage herantreten, die Gedanken, die da gemeint sind, zu verfolgen, weil doch der größte Teil der Zuhörer ohne besondere philosophische Vorbildung ist. Aber wenn Sie sich die Mühe geben, solche Gedanken zu verfolgen, dann werden Sie sehen, wie unendlich fruchtbar solche Gedanken sind und wie Sie, namentlich wenn Sie sie in der Meditation verarbeiten, diese Gedanken weiterführen können.
[ 5 ] Nun handelt es sich darum, daß ja in unserer Wirklichkeit in alledem, was uns umgibt und was wir selber sind, tatsächlich Raum- und Zeitverhältnisse durcheinandergemischt sind. Namentlich in der Außenwelt, da verlaufen die Dinge so, daß sie im Raum ausgedehnt sind, sie verlaufen aber auch nacheinander in der Zeit, beanspruchen selber eine gewisse Zeit. Es wird daraus sich schon, bevor man auf okkulte Wahrheiten eingeht, die Frage ergeben: Wie steht denn überhaupt der Raum zur Zeit im Verhältnis? Wir berühren da, ich möchte sagen, innerhalb eines anthroposophischen Vortragszyklus in höchst unschuldiger Weise eine Frage, welche tatsächlich als eine große philosophische Frage immer durch die Welt gegangen ist, über welche, wenn wir bildlich sprechen dürfen, sich Unzählige die Köpfe zerbrochen haben: das Verhältnis der Zeit zum Raum. Nun wird es Ihnen ja vielleicht nicht ganz leicht werden, in bezug auf dieses Verhältnis der Zeit zum Raum heute, wo wir eben, wie gesagt, in höchst unschuldiger Weise an diese Frage herantreten, die Gedanken, die da gemeint sind, zu verfolgen, weil doch der größte Teil der Zuhörer ohne besondere philosophische Vorbildung ist. Aber wenn Sie sich die Mühe geben, solche Gedanken zu verfolgen, dann werden Sie sehen, wie unendlich fruchtbar solche Gedanken sind und wie Sie, namentlich wenn Sie sie in der Meditation verarbeiten, diese Gedanken weiterführen können.
[ 6 ] Es ist gut, wenn Sie da zunächst ausgehen von der Zeit, die Sie in Ihrer eigenen Seele erleben. Fragen Sie sich aber dabei, wie Sie denn die Zeit in Ihrem eigenen Innern erleben. Ich will nun deutlicher sprechen dadurch, daß ich Sie bitte, nicht die Zeit ins Auge zu fassen, die Sie an der Uhr ablesen; da vergleichen Sie natürlich nur Ihr Innenleben mit äußeren Vorgängen. Also sehen Sie ganz ab von dem Ablesen der Zeit von der Uhr oder sonstigen äußeren Vorgängen. Versuchen Sie sich nur so zu fragen, wie die Frage an die eigene Seele gestellt werden kann: Inwiefern äußert sich das Zeitverhältnis in der eigenen Seele? Da werden Sie, so tief Sie auch nachdenken und so gründlich Sie die Frage in Erwägung ziehen, sich auf nichts anderes besinnen können als maßgebend für die Zeit, als wiederum darauf, daß Sie einen Gedanken jetzt fassen können, den Sie sich erregen lassen durch eine äußere Wahrnehmung. Sie schauen oder hören sich etwas an und dann entsteht ein Gedanke oder eine Vorstellung in Ihrer Seele. Und wenn Sie sich da genauer fragen, wie dieses Verhältnis von Ihnen selber zu dieser Vorstellung, zu diesen Gedanken eigentlich ist, so müssen Sie sich sagen: Während Sie den Gedanken haben, sind Sie eigentlich selber der Gedanke. Versuchen Sie nur einmal gründlich über diese Sache nachzudenken, so werden Sie sich sagen müssen: Während Sie der Gedanke in Anspruch nimmt, sind Sie in Ihrem innersten Wesen der Gedanke. Es wäre Vorurteil, daß Sje dann nebenbei noch die Vorstellung hätten von «Ich bin» oder dergleichen. Das «Ich bin» ist nicht da, während Sie selbst dem Gedanken hingegeben sind. Sie sind selbst der Gedanke. Da müssen Sie schon selbst eine gewisse Praxis anwenden, wenn Sie neben dem Gedanken, den Sie haben, noch etwas sein wollen.
[ 6 ] Es ist gut, wenn Sie da zunächst ausgehen von der Zeit, die Sie in Ihrer eigenen Seele erleben. Fragen Sie sich aber dabei, wie Sie denn die Zeit in Ihrem eigenen Innern erleben. Ich will nun deutlicher sprechen dadurch, daß ich Sie bitte, nicht die Zeit ins Auge zu fassen, die Sie an der Uhr ablesen; da vergleichen Sie natürlich nur Ihr Innenleben mit äußeren Vorgängen. Also sehen Sie ganz ab von dem Ablesen der Zeit von der Uhr oder sonstigen äußeren Vorgängen. Versuchen Sie sich nur so zu fragen, wie die Frage an die eigene Seele gestellt werden kann: Inwiefern äußert sich das Zeitverhältnis in der eigenen Seele? Da werden Sie, so tief Sie auch nachdenken und so gründlich Sie die Frage in Erwägung ziehen, sich auf nichts anderes besinnen können als maßgebend für die Zeit, als wiederum darauf, daß Sie einen Gedanken jetzt fassen können, den Sie sich erregen lassen durch eine äußere Wahrnehmung. Sie schauen oder hören sich etwas an und dann entsteht ein Gedanke oder eine Vorstellung in Ihrer Seele. Und wenn Sie sich da genauer fragen, wie dieses Verhältnis von Ihnen selber zu dieser Vorstellung, zu diesen Gedanken eigentlich ist, so müssen Sie sich sagen: Während Sie den Gedanken haben, sind Sie eigentlich selber der Gedanke. Versuchen Sie nur einmal gründlich über diese Sache nachzudenken, so werden Sie sich sagen müssen: Während Sie der Gedanke in Anspruch nimmt, sind Sie in Ihrem innersten Wesen der Gedanke. Es wäre Vorurteil, daß Sje dann nebenbei noch die Vorstellung hätten von «Ich bin» oder dergleichen. Das «Ich bin» ist nicht da, während Sie selbst dem Gedanken hingegeben sind. Sie sind selbst der Gedanke. Da müssen Sie schon selbst eine gewisse Praxis anwenden, wenn Sie neben dem Gedanken, den Sie haben, noch etwas sein wollen.
[ 7 ] Zunächst geht der Mensch in den Gedanken oder Gefühlen auf, die ihm unmittelbar gegeben sind. Nehmen wir aber an, Sie lassen sich durch dieses Stück Kreide solch einen Gedanken erregen, so ist, wenn Sie von allem übrigen absehen, wenn Sie nur an die Vorstellung Kreide, die durch die Wahrnehmung erregt wird, hingegeben sind, Ihr eigenes Inneres eins mit der Vorstellung Kreide. Wenn Sie aber diese Vorstellung nun gefaßt haben, und es kommt Ihnen nun in den Sinn, daß Sie gestern auch Kreide gesehen haben, so vergleichen Sie das, was Ihnen unmittelbar als die Vorstellung der Kreide gegeben ist, mit dem, was Sie gestern erlebt haben als Kreide. Und wenn Sie genau den Gedanken nehmen, nämlich, daß Sie sich mit der heutigen Kreide unmittelbar identifizieren, so werden Sie auch gewahr werden, daß Sie sich so, wie Sie sich mit der heutigen Kreide identifizieren, nicht identifizieren können mit der Kreide von gestern. Die Kreide von gestern muß Ihnen als eine Erinnerungsvorstellung geblieben sein. Wenn Sie also wahrhaftig eins geworden sind mit der Vorstellung Kreide von jetzt, dann ist Ihnen die Kreide von gestern in Ihrem eigenen Innern etwas Äußeres geworden, das heißt, die heutige Kreide ist Ihre eigentliche heutige Innerlichkeit. Ihre Erinnerungsvorstellung ist etwas, worauf Sie zwar zurückschauen, aber was Ihnen gegenüber der heutigen Vorstellung ein Äußeres ist. Und so ist es mit allem, was Sie in der Seele erlebt haben, mit Ausnahme des gegenwärtigen Momentes. Der gegenwärtige Moment ist Ihr jeweiliges Inneres. Alles, was Sie erlebt haben, das haben Sie fortgeschafft, das ist schon draußen aus Ihrem eigenen Innern. Und Sie können sich vorstellen — wenn Sie ein Bild haben wollen —, daß der gegenwärtige Augenblick mit den Vorstellungen, die Sie haben, die Schlange ist, und das, was Sie fortgeschafft haben, die abgestreifte Haut der Schlange. Wie wenn nun die Schlange eine Haut und noch eine und eine dritte Haut abgestreift und hinter sich gelassen hätte, so könnten Sie alle abgestreiften Vorstellungen haben als ein Äußeres gegenüber Ihrem jeweiligen gegenwärtigen Innern. Das heißt, soweit Sie sich erinnern, haben Sie eigentlich sozusagen fortwährend ein Inneres zu einem Äußeren gemacht, denn Sie machen die Vorstellung der Kreide, die Sie jetzt haben, im nächsten Moment zu einem Äußeren, indem Sie zu einer anderen Vorstellung übergehen. Das heißt, Sie arbeiten an einem fortwährenden Veräußerlichen. Sie schaffen hinter sich Ihr Inneres, indem dieses Innere sogleich wie eine Haut ein Äußeres wird. Darin besteht das Seelenleben, daß das Innere fortdauernd ein Äußeres wird, so daß wir in unserem eigenen Innern, in diesem inneren geistigen Prozeß unterscheiden können zwischen dem eigentlichen Innern und dem Äußern in dem Innern drinnen. Wir sind im Innern geblieben, haben aber im Innern selber zwei Partien zu unterscheiden: die Partie von unserm eigenen Innern und die von unserm zum Äußeren gewordenen Innern.
[ 7 ] Zunächst geht der Mensch in den Gedanken oder Gefühlen auf, die ihm unmittelbar gegeben sind. Nehmen wir aber an, Sie lassen sich durch dieses Stück Kreide solch einen Gedanken erregen, so ist, wenn Sie von allem übrigen absehen, wenn Sie nur an die Vorstellung Kreide, die durch die Wahrnehmung erregt wird, hingegeben sind, Ihr eigenes Inneres eins mit der Vorstellung Kreide. Wenn Sie aber diese Vorstellung nun gefaßt haben, und es kommt Ihnen nun in den Sinn, daß Sie gestern auch Kreide gesehen haben, so vergleichen Sie das, was Ihnen unmittelbar als die Vorstellung der Kreide gegeben ist, mit dem, was Sie gestern erlebt haben als Kreide. Und wenn Sie genau den Gedanken nehmen, nämlich, daß Sie sich mit der heutigen Kreide unmittelbar identifizieren, so werden Sie auch gewahr werden, daß Sie sich so, wie Sie sich mit der heutigen Kreide identifizieren, nicht identifizieren können mit der Kreide von gestern. Die Kreide von gestern muß Ihnen als eine Erinnerungsvorstellung geblieben sein. Wenn Sie also wahrhaftig eins geworden sind mit der Vorstellung Kreide von jetzt, dann ist Ihnen die Kreide von gestern in Ihrem eigenen Innern etwas Äußeres geworden, das heißt, die heutige Kreide ist Ihre eigentliche heutige Innerlichkeit. Ihre Erinnerungsvorstellung ist etwas, worauf Sie zwar zurückschauen, aber was Ihnen gegenüber der heutigen Vorstellung ein Äußeres ist. Und so ist es mit allem, was Sie in der Seele erlebt haben, mit Ausnahme des gegenwärtigen Momentes. Der gegenwärtige Moment ist Ihr jeweiliges Inneres. Alles, was Sie erlebt haben, das haben Sie fortgeschafft, das ist schon draußen aus Ihrem eigenen Innern. Und Sie können sich vorstellen — wenn Sie ein Bild haben wollen —, daß der gegenwärtige Augenblick mit den Vorstellungen, die Sie haben, die Schlange ist, und das, was Sie fortgeschafft haben, die abgestreifte Haut der Schlange. Wie wenn nun die Schlange eine Haut und noch eine und eine dritte Haut abgestreift und hinter sich gelassen hätte, so könnten Sie alle abgestreiften Vorstellungen haben als ein Äußeres gegenüber Ihrem jeweiligen gegenwärtigen Innern. Das heißt, soweit Sie sich erinnern, haben Sie eigentlich sozusagen fortwährend ein Inneres zu einem Äußeren gemacht, denn Sie machen die Vorstellung der Kreide, die Sie jetzt haben, im nächsten Moment zu einem Äußeren, indem Sie zu einer anderen Vorstellung übergehen. Das heißt, Sie arbeiten an einem fortwährenden Veräußerlichen. Sie schaffen hinter sich Ihr Inneres, indem dieses Innere sogleich wie eine Haut ein Äußeres wird. Darin besteht das Seelenleben, daß das Innere fortdauernd ein Äußeres wird, so daß wir in unserem eigenen Innern, in diesem inneren geistigen Prozeß unterscheiden können zwischen dem eigentlichen Innern und dem Äußern in dem Innern drinnen. Wir sind im Innern geblieben, haben aber im Innern selber zwei Partien zu unterscheiden: die Partie von unserm eigenen Innern und die von unserm zum Äußeren gewordenen Innern.
[ 8 ] Nun sehen Sie, dieser Prozeß, den wir da sich jetzt haben vollziehen sehen, indem das Innere zu einem Äußeren geworden ist, der bewirkt eigentlich den Inhalt unseres Seelenlebens. Denn wenn Sie wieder einmal darüber nachdenken, so werden Sie finden, daß Sie Ihre Seele das nennen können, was Sie alles, seitdem der Zeitpunkt gekommen ist, bis zu dem Sie sich erinnern können in Ihrer früheren Kindheit, durchlebt haben. Ein Mensch, der alles vergessen würde, was er da durchlebt hat, würde eigentlich sein Ich verloren haben. Also in dieser Möglichkeit, hinter uns zu schaffen die Erinnerungen und sie doch zu behalten wie fortwährend abgelegte Häute, darin besteht die Realität unseres Seelenlebens.
[ 8 ] Nun sehen Sie, dieser Prozeß, den wir da sich jetzt haben vollziehen sehen, indem das Innere zu einem Äußeren geworden ist, der bewirkt eigentlich den Inhalt unseres Seelenlebens. Denn wenn Sie wieder einmal darüber nachdenken, so werden Sie finden, daß Sie Ihre Seele das nennen können, was Sie alles, seitdem der Zeitpunkt gekommen ist, bis zu dem Sie sich erinnern können in Ihrer früheren Kindheit, durchlebt haben. Ein Mensch, der alles vergessen würde, was er da durchlebt hat, würde eigentlich sein Ich verloren haben. Also in dieser Möglichkeit, hinter uns zu schaffen die Erinnerungen und sie doch zu behalten wie fortwährend abgelegte Häute, darin besteht die Realität unseres Seelenlebens.
[ 9 ] Nun können Sie sich ja diese Realität des Seelenlebens in der mannigfaltigsten Weise gestaltet denken. Ich bitte Sie, einmal darauf zu achten, daß in einem jeden Augenblicke das Seelenleben eigentlich verschieden gestaltet ist. Nehmen Sie einmal an, Sie gehen draußen in einer sternenhellen, wunderschönen Nacht, oder Sie lauschen einer Beethoven-Symphonie, so haben Sie in dem jeweiligen Augenblick mit Ihrem Innern identifiziert ein weites Gebiet des Seelenlebens. Nehmen Sie an, Sie treten von dieser sternenhellen Nacht in ein finsteres, ärmliches Zimmer, so ist es, wie wenn dieses Seelenleben plötzlich zusammengeschrumpft wäre; es sind nur wenige Vorstellungen da. Oder wenn die Symphonie verstummt, so sind Sie in bezug auf Gehörvorstellungen zusammengeschrumpft, und gar wenn Sie schlafen, dann haben Sie Ihr Seelenleben ganz zusammengeschrumpft, bis es sich wiederum aufplustert mit dem Erwachen. Sie haben also ein fortwährendes Gestalten des Seelenlebens. Und wenn wir jetzt — es ist das nur ein Symbolum, denn wir müssen es räumlich zeichnen und meinen doch die Zeit, die nicht räumlich ist —, wenn wir es zeichnen wollen, so könnten wir es in der mannigfaltigsten Weise gestaltet zeichnen. Hier in der Zeichnung (a) wäre es zusammengeschrumpft, hier (b) geht es auf. Wir müßten es in der mannigfaltigsten Weise gestaltet denken, wobei dieses hier (c) immer der Inhalt des Seelenlebens ist. Nun, sehen Sie, aus dem Symbolum können Sie schon erkennen — und dieses soll nichts anderes geben als sichtbar anschaulich das, was nicht sichtbar ist — das Aufplustern und Zusammenschrumpfen des Seelenlebens. Ein Seelenleben, das eine Symphonie anhört, ist reicher als eines, das nur einen einzigen Schlag hört. Man kann also sagen, daß dieses Seelenleben sich aufplustert und sich zusammenzieht, wobei man dann keine räumlichen Vorstellungen einmischen muß. Während dieses Aufplusterns und Zusammenziehens ist ja zweifellos eine innere geistige Bewegung vorhanden. Bewegung! Seelenleben ist Bewegung.
[ 9 ] Nun können Sie sich ja diese Realität des Seelenlebens in der mannigfaltigsten Weise gestaltet denken. Ich bitte Sie, einmal darauf zu achten, daß in einem jeden Augenblicke das Seelenleben eigentlich verschieden gestaltet ist. Nehmen Sie einmal an, Sie gehen draußen in einer sternenhellen, wunderschönen Nacht, oder Sie lauschen einer Beethoven-Symphonie, so haben Sie in dem jeweiligen Augenblick mit Ihrem Innern identifiziert ein weites Gebiet des Seelenlebens. Nehmen Sie an, Sie treten von dieser sternenhellen Nacht in ein finsteres, ärmliches Zimmer, so ist es, wie wenn dieses Seelenleben plötzlich zusammengeschrumpft wäre; es sind nur wenige Vorstellungen da. Oder wenn die Symphonie verstummt, so sind Sie in bezug auf Gehörvorstellungen zusammengeschrumpft, und gar wenn Sie schlafen, dann haben Sie Ihr Seelenleben ganz zusammengeschrumpft, bis es sich wiederum aufplustert mit dem Erwachen. Sie haben also ein fortwährendes Gestalten des Seelenlebens. Und wenn wir jetzt — es ist das nur ein Symbolum, denn wir müssen es räumlich zeichnen und meinen doch die Zeit, die nicht räumlich ist —, wenn wir es zeichnen wollen, so könnten wir es in der mannigfaltigsten Weise gestaltet zeichnen. Hier in der Zeichnung (a) wäre es zusammengeschrumpft, hier (b) geht es auf. Wir müßten es in der mannigfaltigsten Weise gestaltet denken, wobei dieses hier (c) immer der Inhalt des Seelenlebens ist. Nun, sehen Sie, aus dem Symbolum können Sie schon erkennen — und dieses soll nichts anderes geben als sichtbar anschaulich das, was nicht sichtbar ist — das Aufplustern und Zusammenschrumpfen des Seelenlebens. Ein Seelenleben, das eine Symphonie anhört, ist reicher als eines, das nur einen einzigen Schlag hört. Man kann also sagen, daß dieses Seelenleben sich aufplustert und sich zusammenzieht, wobei man dann keine räumlichen Vorstellungen einmischen muß. Während dieses Aufplusterns und Zusammenziehens ist ja zweifellos eine innere geistige Bewegung vorhanden. Bewegung! Seelenleben ist Bewegung.


[ 10 ] Jetzt müssen Sie sich nur Bewegung so denken, daß Sie sich nicht eine Bewegung im Raum denken, sondern das, was wir beschrieben haben. Und dieses Aufplustern und Zusammenziehen, das gibt Formen; so daß Sie haben Bewegung und äußern Ausdruck der Bewegung in gewissen Formierungen, in gewissen Formen. Aber das alles ohne räumliche Formen! Diese Formen, die hier gemeint sind, sind keine räumlichen Formen, sondern die Formen des sich erweiternden und zusammenziehenden Seelenlebens. Und was lebt da drinnen in diesem Ausgedehntwerden und Zusammenziehen, was lebt da drinnen eigentlich? Nun, da werden Sie schon nahekommen der, man möchte sagen, Wirklichkeit, wenn Sie ein wenig nachdenken, was da drinnen leben muß: Da drinnen leben Ihre Empfindungen, Gedanken, Willensimpulse, insofern das alles geistig ist. Das ist gleichsam das Wasser, das da schwimmt, in Formen sich bewegt, aber alles geistig. Und nun brauchen Sie nur noch eine Vorstellung, um die ganze Sache zu durchdringen. Wir sagten: Gedanken leben da drinnen, Vorstellungen, Gefühle, Willensimpulse. Aber die Willensimpulse sind in einer gewissen Weise etwas, was in fundamentalerer Beziehung notwendig ist als die Gedanken selber; denn wenn Sie sich überlegen, daß dieses Seelenleben zuweilen in raschere, zuweilen in langsamere Bewegung gebracht werden kann, so spüren Sie in Ihrem Innern, daß das eigentlich der Wille selber ist, der das in Bewegung bringt. Wenn Sie den Willen anspornen, können Sie die Gedanken und Gefühle in rascheren Fluß bringen; wenn der Wille träge ist, so läuft das alles langsamer ab. Sie brauchen den Willen, um auszuweiten dieses Seelenleben. So daß wir da drinnen der Reihe nach haben: Willen; dann alles das, was in Gefühlen, in Vorstellungen lebt und was innerhalb unseres Seelenlebens — unseres Seelenlebens, sage ich — dasjenige ist, was wir als Ausdruck fassen können der Weisheit; dann haben wir die Bewegung, das Aufplustern und Zusammenziehen; und dann haben wir die Formierung, die Form, die als Ausdruck der Bewegung erscheint. Sie können genau unterscheiden innerhalb Ihres Seelenlebens Willen, Weisheit, Bewegung und Form. Das webt und lebt da drinnen im Seelenleben.
[ 10 ] Jetzt müssen Sie sich nur Bewegung so denken, daß Sie sich nicht eine Bewegung im Raum denken, sondern das, was wir beschrieben haben. Und dieses Aufplustern und Zusammenziehen, das gibt Formen; so daß Sie haben Bewegung und äußern Ausdruck der Bewegung in gewissen Formierungen, in gewissen Formen. Aber das alles ohne räumliche Formen! Diese Formen, die hier gemeint sind, sind keine räumlichen Formen, sondern die Formen des sich erweiternden und zusammenziehenden Seelenlebens. Und was lebt da drinnen in diesem Ausgedehntwerden und Zusammenziehen, was lebt da drinnen eigentlich? Nun, da werden Sie schon nahekommen der, man möchte sagen, Wirklichkeit, wenn Sie ein wenig nachdenken, was da drinnen leben muß: Da drinnen leben Ihre Empfindungen, Gedanken, Willensimpulse, insofern das alles geistig ist. Das ist gleichsam das Wasser, das da schwimmt, in Formen sich bewegt, aber alles geistig. Und nun brauchen Sie nur noch eine Vorstellung, um die ganze Sache zu durchdringen. Wir sagten: Gedanken leben da drinnen, Vorstellungen, Gefühle, Willensimpulse. Aber die Willensimpulse sind in einer gewissen Weise etwas, was in fundamentalerer Beziehung notwendig ist als die Gedanken selber; denn wenn Sie sich überlegen, daß dieses Seelenleben zuweilen in raschere, zuweilen in langsamere Bewegung gebracht werden kann, so spüren Sie in Ihrem Innern, daß das eigentlich der Wille selber ist, der das in Bewegung bringt. Wenn Sie den Willen anspornen, können Sie die Gedanken und Gefühle in rascheren Fluß bringen; wenn der Wille träge ist, so läuft das alles langsamer ab. Sie brauchen den Willen, um auszuweiten dieses Seelenleben. So daß wir da drinnen der Reihe nach haben: Willen; dann alles das, was in Gefühlen, in Vorstellungen lebt und was innerhalb unseres Seelenlebens — unseres Seelenlebens, sage ich — dasjenige ist, was wir als Ausdruck fassen können der Weisheit; dann haben wir die Bewegung, das Aufplustern und Zusammenziehen; und dann haben wir die Formierung, die Form, die als Ausdruck der Bewegung erscheint. Sie können genau unterscheiden innerhalb Ihres Seelenlebens Willen, Weisheit, Bewegung und Form. Das webt und lebt da drinnen im Seelenleben.
[ 11 ] Es ist schade, daß wir den Zyklus nicht auf einen Monat ausdehnen können, dann könnten wir genauer sprechen. Dann würden Sie schen, daß sich das genau begründen läßt, daß da in Ihrem eigenen Seelenleben dasjenige verläuft, was gleichsam in dem Willen seine Wurzel hat, was dann in sich enthält Weisheit und Bewegung und Form. Nun werden Sie in merkwürdiger Weise sehen, daß die Reihenfolge, die hier für das Seelenleben aufgeschrieben ist, in sonderbarer Art übereinstimmt mit den Namen, die wir geben konnten den aufeinanderfolgenden Hierarchien, von den Geistern des Willens, der Weisheit, der Bewegung bis zu den Geistern der Form. Und wir haben gewissermaßen, indem wir unser eigenes Seelenleben in dieser Weise auseinanderlegen, an einem Zipfel die Hierarchien erwischt; wir haben sie da drinnen wirklich erwischt. Da zeigen sie sich in einer ganz sonderbaren Weise in dem inneren Seelenleben. Und sie zeigen sich so, daß ihr Wirken völlig unräumlich ist. Und wenn wir gar nichts anderes bekommen hätten, so haben wir mindestens das eine Wichtige gewonnen mit dem, was wir gesagt haben: Wir haben dadurch gewissermaßen die nächstliegenden Vorstellungen gewonnen über eine wichtige Eigenschaft dieser vier Hierarchien — der Geister des Willens, der Weisheit, der Bewegung und der Form —, die Eigenschaft nämlich, daß sie unräumlich sind. Daß also «Form» zunächst gemeint ist als die unräumliche, seelisch-geistig wirkende Formation, das ist sehr wichtig. Also, wenn wir von den Formen sprechen, welche die Geister der Form schaffen, so sind das nicht äußerlich räumliche Formen, sondern das sind diese inneren, uns eigentlich nur innerlich zum Bewußtsein kommenden Formationen, die wir im Verlauf unseres Seelenlebens fassen können. Da verläuft aber alles bloß in der Zeit. Ohne Zeit können Sie sich das überhaupt nicht vorstellen, sondern Sie müssen, wenn Sie von der Veranschaulichung absehen, die nichts bedeutet für die Sache selber, es sich, insofern Sie im Seelenleben bleiben, unräumlich vorstellen.
[ 11 ] Es ist schade, daß wir den Zyklus nicht auf einen Monat ausdehnen können, dann könnten wir genauer sprechen. Dann würden Sie schen, daß sich das genau begründen läßt, daß da in Ihrem eigenen Seelenleben dasjenige verläuft, was gleichsam in dem Willen seine Wurzel hat, was dann in sich enthält Weisheit und Bewegung und Form. Nun werden Sie in merkwürdiger Weise sehen, daß die Reihenfolge, die hier für das Seelenleben aufgeschrieben ist, in sonderbarer Art übereinstimmt mit den Namen, die wir geben konnten den aufeinanderfolgenden Hierarchien, von den Geistern des Willens, der Weisheit, der Bewegung bis zu den Geistern der Form. Und wir haben gewissermaßen, indem wir unser eigenes Seelenleben in dieser Weise auseinanderlegen, an einem Zipfel die Hierarchien erwischt; wir haben sie da drinnen wirklich erwischt. Da zeigen sie sich in einer ganz sonderbaren Weise in dem inneren Seelenleben. Und sie zeigen sich so, daß ihr Wirken völlig unräumlich ist. Und wenn wir gar nichts anderes bekommen hätten, so haben wir mindestens das eine Wichtige gewonnen mit dem, was wir gesagt haben: Wir haben dadurch gewissermaßen die nächstliegenden Vorstellungen gewonnen über eine wichtige Eigenschaft dieser vier Hierarchien — der Geister des Willens, der Weisheit, der Bewegung und der Form —, die Eigenschaft nämlich, daß sie unräumlich sind. Daß also «Form» zunächst gemeint ist als die unräumliche, seelisch-geistig wirkende Formation, das ist sehr wichtig. Also, wenn wir von den Formen sprechen, welche die Geister der Form schaffen, so sind das nicht äußerlich räumliche Formen, sondern das sind diese inneren, uns eigentlich nur innerlich zum Bewußtsein kommenden Formationen, die wir im Verlauf unseres Seelenlebens fassen können. Da verläuft aber alles bloß in der Zeit. Ohne Zeit können Sie sich das überhaupt nicht vorstellen, sondern Sie müssen, wenn Sie von der Veranschaulichung absehen, die nichts bedeutet für die Sache selber, es sich, insofern Sie im Seelenleben bleiben, unräumlich vorstellen.
[ 12 ] Wenn die Geister des Willens zunächst auf dem alten Saturn, die Geister der Weisheit auf der alten Sonne, die Geister der Bewegung auf dem alten Mond und die Geister der Form auf der Erde gewirkt haben, so würden wir, wenn wir nur die rein innere Art der Geister der Form ins Auge fassen, sagen: Die Geister der Form haben auf der Erde den Menschen so geschaffen, daß er noch eine unsichtbare Form hat. Das stimmt in schöner Weise mit dem überein, was sich uns auch gestern ergeben hat. Unsichtbare, nicht räumliche Formen haben zunächst die Geister der Form dem Menschen beim Beginne seines Erdenwerdens gegeben. Nun müssen wir zunächst ins Auge fassen, daß auch alle äußeren Gegenstände, die uns entgegentreten, alles, was wir in der äußeren Welt durch unsere Sinne gewahr werden, auch nichts anderes ist als eben ein äußerer Ausdruck eines inneren Geistigen. Und hinter einer jeden äußeren räumlich materiellen Dinglichkeit haben wir etwas ganz Ähnliches zu suchen, wie es in unserer Seele selber lebt. Nur tritt uns das natürlich nicht für die äußeren Sinne entgegen, sondern es ist hinter dem, was die äußeren Sinne darbieten.
[ 12 ] Wenn die Geister des Willens zunächst auf dem alten Saturn, die Geister der Weisheit auf der alten Sonne, die Geister der Bewegung auf dem alten Mond und die Geister der Form auf der Erde gewirkt haben, so würden wir, wenn wir nur die rein innere Art der Geister der Form ins Auge fassen, sagen: Die Geister der Form haben auf der Erde den Menschen so geschaffen, daß er noch eine unsichtbare Form hat. Das stimmt in schöner Weise mit dem überein, was sich uns auch gestern ergeben hat. Unsichtbare, nicht räumliche Formen haben zunächst die Geister der Form dem Menschen beim Beginne seines Erdenwerdens gegeben. Nun müssen wir zunächst ins Auge fassen, daß auch alle äußeren Gegenstände, die uns entgegentreten, alles, was wir in der äußeren Welt durch unsere Sinne gewahr werden, auch nichts anderes ist als eben ein äußerer Ausdruck eines inneren Geistigen. Und hinter einer jeden äußeren räumlich materiellen Dinglichkeit haben wir etwas ganz Ähnliches zu suchen, wie es in unserer Seele selber lebt. Nur tritt uns das natürlich nicht für die äußeren Sinne entgegen, sondern es ist hinter dem, was die äußeren Sinne darbieten.
[ 13 ] Wie könnte nun ein Wirken über die Geister der Form hinaus, über das, was diese schaffen als noch nicht räumliche Form, vorgestellt werden? Also, wohlgemerkt, unsere Frage ist jetzt: Wenn nun dieses Wirken weitergeht von Wille, Weisheit, Bewegung, Form, noch weiter über die Form hinaus, was geschieht denn dann ? So ist die Frage gestellt. Sehen Sie, wenn nämlich ein Prozeß im Weltenall fortgeschritten ist bis zur Form, die noch ganz im Geistig-Seelischen ist, die noch keine Raumesform ist, wenn der Prozeß fortgeschritten ist bis zu dieser übersinnlichen Form, dann ist der nächste Schritt nur noch möglich dadurch, daß die Form als solche zerbricht. Und das ist nämlich das, was sich dem okkulten Anblick darbietet: Wenn gewisse Formen, die unter dem Einfluß der Geister der Form geschaffen sind, sich bis zu einem gewissen Zustand entwickelt haben, dann zerbrechen die Formen. Und wenn Sie nun ins Auge fassen zerbrochene Formen, etwas, was also dadurch entsteht, daß Formen, die noch übersinnlich sind, zerbrechen, dann haben Sie den Übergang von dem Übersinnlichen in das Sinnliche des Raumes. Und das, was zerbrochene Form ist, das ist Materie. Materie, wo sie im Weltenall auftritt, ist für den Okkultisten nichts anderes als zerbrochene, zerschellte, zerborstene Form. Wenn Sie sich vorstellen könnten, diese Kreide wäre als solche unsichtbar und sie hätte diese eigentümliche parallelepipedische Form, und als solche wäre sie unsichtbar, und jetzt nehmen Sie einen Hammer und schlagen rasch das Stück Kreide an, daß es zerstiebt, daß es in lauter kleine Stücke zerbirst, dann haben Sie die Form zerbrochen. Nehmen Sie an, in diesem Augenblicke, in dem Sie die Form zerbrechen, würde das Unsichtbare sichtbar werden, dann haben Sie ein Bild für die Entstehung der Materie. Materie ist solcher Geist, der sich entwickelt hat bis zur Form und dann zerborsten, zerbrochen, in sich zusammengefallen ist.
[ 13 ] Wie könnte nun ein Wirken über die Geister der Form hinaus, über das, was diese schaffen als noch nicht räumliche Form, vorgestellt werden? Also, wohlgemerkt, unsere Frage ist jetzt: Wenn nun dieses Wirken weitergeht von Wille, Weisheit, Bewegung, Form, noch weiter über die Form hinaus, was geschieht denn dann ? So ist die Frage gestellt. Sehen Sie, wenn nämlich ein Prozeß im Weltenall fortgeschritten ist bis zur Form, die noch ganz im Geistig-Seelischen ist, die noch keine Raumesform ist, wenn der Prozeß fortgeschritten ist bis zu dieser übersinnlichen Form, dann ist der nächste Schritt nur noch möglich dadurch, daß die Form als solche zerbricht. Und das ist nämlich das, was sich dem okkulten Anblick darbietet: Wenn gewisse Formen, die unter dem Einfluß der Geister der Form geschaffen sind, sich bis zu einem gewissen Zustand entwickelt haben, dann zerbrechen die Formen. Und wenn Sie nun ins Auge fassen zerbrochene Formen, etwas, was also dadurch entsteht, daß Formen, die noch übersinnlich sind, zerbrechen, dann haben Sie den Übergang von dem Übersinnlichen in das Sinnliche des Raumes. Und das, was zerbrochene Form ist, das ist Materie. Materie, wo sie im Weltenall auftritt, ist für den Okkultisten nichts anderes als zerbrochene, zerschellte, zerborstene Form. Wenn Sie sich vorstellen könnten, diese Kreide wäre als solche unsichtbar und sie hätte diese eigentümliche parallelepipedische Form, und als solche wäre sie unsichtbar, und jetzt nehmen Sie einen Hammer und schlagen rasch das Stück Kreide an, daß es zerstiebt, daß es in lauter kleine Stücke zerbirst, dann haben Sie die Form zerbrochen. Nehmen Sie an, in diesem Augenblicke, in dem Sie die Form zerbrechen, würde das Unsichtbare sichtbar werden, dann haben Sie ein Bild für die Entstehung der Materie. Materie ist solcher Geist, der sich entwickelt hat bis zur Form und dann zerborsten, zerbrochen, in sich zusammengefallen ist.
[ 14 ] Materie ist ein Trümmerhaufen des Geistes. Es ist außerordentlich wichtig, daß man gerade diese Definition ins Auge faßt, daß Materie ein Trümmerhaufen des Geistes ist. Materie ist also in Wirklichkeit Geist, aber zerbrochener Geist.
[ 14 ] Materie ist ein Trümmerhaufen des Geistes. Es ist außerordentlich wichtig, daß man gerade diese Definition ins Auge faßt, daß Materie ein Trümmerhaufen des Geistes ist. Materie ist also in Wirklichkeit Geist, aber zerbrochener Geist.


[ 15 ] Wenn Sie jetzt weiter nachdenken, so werden Sie sich sagen: Ja, aber es treten uns doch räumliche Formen entgegen wie die schönen Kristallformen; an den Kristallen treten uns doch räumlich sehr schöne Formen entgegen — und du sagst, alles das, was stofflich ist, sei ein Trümmerhaufen des Geistes, sei zerborstener Geist! — Denken Sie sich zunächst einmal, damit Sie eine gewisse Vorstellung haben, einen herabfallenden Wasserstrahl (a). Nehmen Sie aber an, er wäre unsichtbar, Sie würden ihn nicht sehen. Und Sie geben ihm hier. (b) eine Widerlage. Dadurch, daß dieser Wasserstrahl hier (b) auffällt, wird er in dieser Weise in Tropfen zerbersten (c). Nun nehmen Sie an, der Wasserstrahl, der herunterfällt, wäre unsichtbar, das aber, was zerborsten ist, würde sichtbar.Dann hätten Sie hier einen zertrümmerten Wasserstrahl, hätten wiederum ein Bild der Materie. Aber jetzt müßten Sie sich wegdenken die Widerlage da unten, denn so etwas gibt es nicht, das würde schon voraussetzen, daß Materie da wäre. Sie müssen sich vorstellen: Ohne daß eine solche Widerlage da ist, ist die Materie, indem sie sich geistig zur Form gliedert, übersinnlich, ist die Materie in Bewegung, denn die Bewegung geht der Form voraus. Es gibt nirgends etwas anderes als das, was durchdrungen ist von den Taten der Geister der Bewegung. An einem bestimmten Punkt kommt die Bewegung bei der Form an, erlahmt in sich selber und zerbirst in sich selber. Die Hauptsache ist, daß wir es so auffassen, daß das, was zunächst geistig-seelisch ist, hinstrahlt, aber nur eine gewisse Schwungkraft hat, an das Ende der Schwungkraft kommt und nun in sich selber zurückprallt und dabei zerbirst. So daß, wenn wir irgendwo Materie auftreten sehen, wir sagen können: Dieser Materie liegt zugrunde ein Übersinnliches, das an die Grenze seines Wirkens gekommen ist und an dieser Grenze zerbirst. Aber bevor es zerbirst, da hat es innerlich geistig noch die Formen. Nun wirkt in den einzelnen auseinanderfallenden Trümmern, wenn es zerborsten ist, nach das, was als geistige Form vorhanden war. Wo das stark nachwirkt, da setzen sich nach dem Zerbersten noch die Linien der geistigen Formen fort, und da drückt sich, nachdem das Stück zerborsten auseinanderprallt, in den Linien, die sie dann beschreiben, noch eine Nachwirkung der geistigen Linien aus. Dadurch entstehen Kristalle. Kristalle sind Nachbildungen geistiger Formen, die gleichsam noch durch die eigene Schwungkraft die ursprüngliche Richtung im entgegengesetzten Sinn beibehalten.
[ 15 ] Wenn Sie jetzt weiter nachdenken, so werden Sie sich sagen: Ja, aber es treten uns doch räumliche Formen entgegen wie die schönen Kristallformen; an den Kristallen treten uns doch räumlich sehr schöne Formen entgegen — und du sagst, alles das, was stofflich ist, sei ein Trümmerhaufen des Geistes, sei zerborstener Geist! — Denken Sie sich zunächst einmal, damit Sie eine gewisse Vorstellung haben, einen herabfallenden Wasserstrahl (a). Nehmen Sie aber an, er wäre unsichtbar, Sie würden ihn nicht sehen. Und Sie geben ihm hier. (b) eine Widerlage. Dadurch, daß dieser Wasserstrahl hier (b) auffällt, wird er in dieser Weise in Tropfen zerbersten (c). Nun nehmen Sie an, der Wasserstrahl, der herunterfällt, wäre unsichtbar, das aber, was zerborsten ist, würde sichtbar.Dann hätten Sie hier einen zertrümmerten Wasserstrahl, hätten wiederum ein Bild der Materie. Aber jetzt müßten Sie sich wegdenken die Widerlage da unten, denn so etwas gibt es nicht, das würde schon voraussetzen, daß Materie da wäre. Sie müssen sich vorstellen: Ohne daß eine solche Widerlage da ist, ist die Materie, indem sie sich geistig zur Form gliedert, übersinnlich, ist die Materie in Bewegung, denn die Bewegung geht der Form voraus. Es gibt nirgends etwas anderes als das, was durchdrungen ist von den Taten der Geister der Bewegung. An einem bestimmten Punkt kommt die Bewegung bei der Form an, erlahmt in sich selber und zerbirst in sich selber. Die Hauptsache ist, daß wir es so auffassen, daß das, was zunächst geistig-seelisch ist, hinstrahlt, aber nur eine gewisse Schwungkraft hat, an das Ende der Schwungkraft kommt und nun in sich selber zurückprallt und dabei zerbirst. So daß, wenn wir irgendwo Materie auftreten sehen, wir sagen können: Dieser Materie liegt zugrunde ein Übersinnliches, das an die Grenze seines Wirkens gekommen ist und an dieser Grenze zerbirst. Aber bevor es zerbirst, da hat es innerlich geistig noch die Formen. Nun wirkt in den einzelnen auseinanderfallenden Trümmern, wenn es zerborsten ist, nach das, was als geistige Form vorhanden war. Wo das stark nachwirkt, da setzen sich nach dem Zerbersten noch die Linien der geistigen Formen fort, und da drückt sich, nachdem das Stück zerborsten auseinanderprallt, in den Linien, die sie dann beschreiben, noch eine Nachwirkung der geistigen Linien aus. Dadurch entstehen Kristalle. Kristalle sind Nachbildungen geistiger Formen, die gleichsam noch durch die eigene Schwungkraft die ursprüngliche Richtung im entgegengesetzten Sinn beibehalten.
[ 16 ] Das, was ich Ihnen hier aufgezeichnet habe, das ist fast genau das, was sich der okkulten Beobachtung für den Wasserstoff ergibt. Der Wasserstoff ergibt sich der okkulten Beobachtung wie ein aus der Unendlichkeit heranbrausender Strahl, der in sich selbst erlahmt und auseinandersprüht — nur so, daß wir ihn etwa so zeichnen müssen, wie wenn sich die Linien hier so überschießen würden und ihre Form so beibehalten würden. So daß etwa ein Wasserstoffteil so aussieht, daß wir etwas wie einen unsichtbaren Strahl haben, der wie aus unendlichen Raumesweiten herkommt und der am Ende zerbricht wie ein Strahl, der absprüht. Kurz, überall ist Materie das, was man nennen kann: zerbrochene Geistigkeit. Materie ist schon eben nichts anderes als Geist, aber Geist im zerbrochenen Zustand.
[ 16 ] Das, was ich Ihnen hier aufgezeichnet habe, das ist fast genau das, was sich der okkulten Beobachtung für den Wasserstoff ergibt. Der Wasserstoff ergibt sich der okkulten Beobachtung wie ein aus der Unendlichkeit heranbrausender Strahl, der in sich selbst erlahmt und auseinandersprüht — nur so, daß wir ihn etwa so zeichnen müssen, wie wenn sich die Linien hier so überschießen würden und ihre Form so beibehalten würden. So daß etwa ein Wasserstoffteil so aussieht, daß wir etwas wie einen unsichtbaren Strahl haben, der wie aus unendlichen Raumesweiten herkommt und der am Ende zerbricht wie ein Strahl, der absprüht. Kurz, überall ist Materie das, was man nennen kann: zerbrochene Geistigkeit. Materie ist schon eben nichts anderes als Geist, aber Geist im zerbrochenen Zustand.


[ 17 ] Und nun muß ich noch einen schwierigen Gedanken vor Ihre Seele hinsetzen, der anknüpft an das, was ich im Beginne gesagt habe. Ich habe gesagt, daß wir im inneren Geistig-Seelischen selber Außeres und Inneres unterscheiden. Nun setzen sich alle Raumesdimensionen in Wahrheit zusammen aus diesen Gegensätzen, so daß Sie überall, wo Sie zunächst eine Raumdimension haben, diese Raumdimension auffassen können als irgendwo ausgehend von einem Punkt; das ist das Innere, und alles übrige ist Äußeres. Für die Fläche ist die Gerade ein Inneres, alles übrige ein Äußeres und so weiter. So ist der Raum nichts anderes als das, was selbst mit entsteht, indem der Geist zerbersten muß und dadurch in das materielle Sein übergeht.
[ 17 ] Und nun muß ich noch einen schwierigen Gedanken vor Ihre Seele hinsetzen, der anknüpft an das, was ich im Beginne gesagt habe. Ich habe gesagt, daß wir im inneren Geistig-Seelischen selber Außeres und Inneres unterscheiden. Nun setzen sich alle Raumesdimensionen in Wahrheit zusammen aus diesen Gegensätzen, so daß Sie überall, wo Sie zunächst eine Raumdimension haben, diese Raumdimension auffassen können als irgendwo ausgehend von einem Punkt; das ist das Innere, und alles übrige ist Äußeres. Für die Fläche ist die Gerade ein Inneres, alles übrige ein Äußeres und so weiter. So ist der Raum nichts anderes als das, was selbst mit entsteht, indem der Geist zerbersten muß und dadurch in das materielle Sein übergeht.
[ 18 ] Nun ist es außerordentlich wichtig, folgendes ins Auge zu fassen. Denken Sie einmal, daß dieses Zerbersten des Geistes in die Materie hinein so geschieht, daß er zunächst zerbirst, zerschellt, ohne irgendwelche Materie schon vorzufinden, von sich aus zerbirst, zerschellt, also keinen irgendwie äußeren Widerstand vorfindet. Nehmen wir also an, dieses Zerbersten geschieht sozusagen ins Leere hinein. Wenn der Geist ins Leere hinein zerbricht, dann entsteht nämlich mineralische Materie. Da muß also der Geist zunächst wirklich aus dem Geiste heraus sich in sich selbst zerbrechen, und es entsteht dann mineralische Materie. Nehmen Sie aber einmal an, es sei das nicht etwas, was gleichsam im Weltall jungfräulich vor sich geht, sondern es sei die Sache so, daß aus dem Geiste heraus dasjenige, was da zerbricht, zerbirst, schon eine vorbereitete Welt findet, also sich hineinentwikkelt jetzt nicht ins Leere, sondern, sagen wir, in schon vorhandene Ätherleiblichkeit. Wenn es ins Leere sich hineinentwickelt, entsteht mineralische Materie. Wir nehmen aber an, es entwickelt sich in vorhandene Ätherleiblichkeit hinein. Solche zerberstende Geistigkeit, sie plustert also in einen Ätherleib hinein; diese zerberstende Materie und dieser Ätherleib seien als solche schon vorhanden. Also nicht ins Jungfräuliche der Welt hinein, sondern in den Ätherleib hinein zerbirst Geistigkeit in Materie. Dann entsteht nicht mineralische Materie, sondern pflanzliche Materie. Wenn also Geist in Äthersubstanz hinein zerbirst, dann entsteht Pflanzenmaterie.
[ 18 ] Nun ist es außerordentlich wichtig, folgendes ins Auge zu fassen. Denken Sie einmal, daß dieses Zerbersten des Geistes in die Materie hinein so geschieht, daß er zunächst zerbirst, zerschellt, ohne irgendwelche Materie schon vorzufinden, von sich aus zerbirst, zerschellt, also keinen irgendwie äußeren Widerstand vorfindet. Nehmen wir also an, dieses Zerbersten geschieht sozusagen ins Leere hinein. Wenn der Geist ins Leere hinein zerbricht, dann entsteht nämlich mineralische Materie. Da muß also der Geist zunächst wirklich aus dem Geiste heraus sich in sich selbst zerbrechen, und es entsteht dann mineralische Materie. Nehmen Sie aber einmal an, es sei das nicht etwas, was gleichsam im Weltall jungfräulich vor sich geht, sondern es sei die Sache so, daß aus dem Geiste heraus dasjenige, was da zerbricht, zerbirst, schon eine vorbereitete Welt findet, also sich hineinentwikkelt jetzt nicht ins Leere, sondern, sagen wir, in schon vorhandene Ätherleiblichkeit. Wenn es ins Leere sich hineinentwickelt, entsteht mineralische Materie. Wir nehmen aber an, es entwickelt sich in vorhandene Ätherleiblichkeit hinein. Solche zerberstende Geistigkeit, sie plustert also in einen Ätherleib hinein; diese zerberstende Materie und dieser Ätherleib seien als solche schon vorhanden. Also nicht ins Jungfräuliche der Welt hinein, sondern in den Ätherleib hinein zerbirst Geistigkeit in Materie. Dann entsteht nicht mineralische Materie, sondern pflanzliche Materie. Wenn also Geist in Äthersubstanz hinein zerbirst, dann entsteht Pflanzenmaterie.
[ 19 ] Aber nun haben wir gestern eine eigentümliche Äthersubstanz angetroffen. Erinnern Sie sich wohl, was auf der Tafel gestanden hat: wir haben einen Ätherleib angetroffen, der einen Überschuß, ein Übergewicht hatte über astralische Substanz. Und wir haben gestern gesagt, daß das von den luziferischen Einflüssen kommt, die auf den Menschen bewirkt worden sind. Nun, wir haben nicht nur getroffen Äthersubstanz, die ein Übergewicht hat über das Astralische, sondern haben auch gefunden physische Leiblichkeit, die ein Übergewicht hat über Äthersubstanz, über den Ätherleib. Das war sogar das erste, was wir gefunden haben, nicht wahr? Fassen Sie jetzt dieses Eigentümliche auf, das also eigentlich nur durch den luziferischen Einfluß entstanden ist: dieses eigentümliche Zusammenwirken in dieser schlecht kombinierten menschlichen Organisation! Da, wo der physische Leib mit dem Ätherleib zusammentrifft und der Ätherleib durch das Übergewicht des physischen Leibes überall beirrt ist, da ist es nicht so, wie wenn der Geist einfach in Äthersubstanz hineinsprüht und zerbirst, sondern da sprüht er in eine solche Leiblichkeit hinein, die zwar Ätherleiblichkeit ist, aber über die das Physische das Übergewicht hat. Wenn nun Geist in eine solch vorbereitete Substanz hineinsprüht und zerbirst, dann entsteht Nervensubstanz, Nervenmaterie. So daß wir also haben Geist hineinsprühend in Ätherleiblichkeit, die von physischer Leiblichkeit überwogen wird: dann entsteht Nervenmaterie.
[ 19 ] Aber nun haben wir gestern eine eigentümliche Äthersubstanz angetroffen. Erinnern Sie sich wohl, was auf der Tafel gestanden hat: wir haben einen Ätherleib angetroffen, der einen Überschuß, ein Übergewicht hatte über astralische Substanz. Und wir haben gestern gesagt, daß das von den luziferischen Einflüssen kommt, die auf den Menschen bewirkt worden sind. Nun, wir haben nicht nur getroffen Äthersubstanz, die ein Übergewicht hat über das Astralische, sondern haben auch gefunden physische Leiblichkeit, die ein Übergewicht hat über Äthersubstanz, über den Ätherleib. Das war sogar das erste, was wir gefunden haben, nicht wahr? Fassen Sie jetzt dieses Eigentümliche auf, das also eigentlich nur durch den luziferischen Einfluß entstanden ist: dieses eigentümliche Zusammenwirken in dieser schlecht kombinierten menschlichen Organisation! Da, wo der physische Leib mit dem Ätherleib zusammentrifft und der Ätherleib durch das Übergewicht des physischen Leibes überall beirrt ist, da ist es nicht so, wie wenn der Geist einfach in Äthersubstanz hineinsprüht und zerbirst, sondern da sprüht er in eine solche Leiblichkeit hinein, die zwar Ätherleiblichkeit ist, aber über die das Physische das Übergewicht hat. Wenn nun Geist in eine solch vorbereitete Substanz hineinsprüht und zerbirst, dann entsteht Nervensubstanz, Nervenmaterie. So daß wir also haben Geist hineinsprühend in Ätherleiblichkeit, die von physischer Leiblichkeit überwogen wird: dann entsteht Nervenmaterie.
[ 20 ] Hier haben Sie drei Stufen von Stofflichkeit: zuerst die gewöhnliche Stofflichkeit, die Sie draußen in der Sinneswelt antreffen, dann die Stofflichkeit, die Sie in den Pflanzenkörpern finden, und dann die Stofflichkeit, die Sie finden im menschlichen und im tierischen Leib dadurch, daß da Unregelmäßigkeiten zustande gekommen sind. Denken Sie, was wir nun alles tun müßten, wenn wir die verschiedenen Bedingungen für die mannigfaltigen Stoffe in der Welt aufzählen wollten! So mancherlei haben wir ja gestern durch den luziferischen Einfluß entstehen sehen als Unregelmäßigkeiten, haben dann gesehen, wie wiederum die Ätherleiblichkeit überwiegen kann die Astralleiblichkeit. Wenn in eine solche Astralleiblichkeit, die überwogen ist von Ätherleiblichkeit, Geist hineinsprüht in gewisser Weise, dann entsteht Muskelmaterie. Deshalb, sehen Sie, haben Nervenmaterie und Muskelmaterie ein so sonderbares Aussehen, das sich mit allem andern, was draußen ist, nicht vergleichen läßt, weil sie auf so komplizierte Weise entstehen. Es ist so vorzustellen, daß Sie die Unterschiede ins Auge fassen müssen, wie wenn Sie irgendein flüssiges Metall aussprengen, zunächst in die freie Luft und dann ins Wasser und dann vielleicht in feste Materie hineinspritzen lassen: auf so komplizierte Weise kommen die verschieden gearteten Materien in der Welt zustande. Das Hauptsächlichste, das ich heute damit wollte, war, Ihnen zu zeigen, in welche Tiefen des Seins man hinuntersteigen muß, wenn man diese Dinge wirklich ergründen will. Wenn Sie nämlich Geist nun einsprühen lassen in das, was noch weiter materiell folgt, in das, wo das Ich hineinwirkt mit Überschuß in den Astralleib, wenn also Geist hineinsprüht und zerstiebt in das, was ihm da entgegentritt in jener Unregelmäßigkeit der Leiblichkeit, die zustande gekommen ist dadurch, daß das Ich in seiner Ichlichkeit den Astralleib überwiegt, da entsteht — aber erst auf vielen Umwegen — Knochenmaterie. Es hängt also im wesentlichen, wie Sie sehen, davon ab, wie Materie aufsprüht, zusammenschießt, wenn sie also aus dem Geiste entsteht. Halten Sie dies nun fest, was ich Ihnen gesagt habe, wenn Sie es auch im einzelnen nicht mit Ihren Gedanken verfolgen können. Den Sinn des Ganzen werden Sie erfaßt haben, der darin liegt, daß man Materie überall als zersprühenden, zerberstenden Geist anzusehen hat, daß aber schon etwas entgegenkommen kann dem zerberstenden Geist. Und je nachdem dieses oder jenes ihm entgegenkommt, wird er gleichsam zersprüht in anderes hinein und es entstehen die verschieden konfigurierten Materien: Nerven-, Muskel-, Pflanzenmaterie und so weiter.
[ 20 ] Hier haben Sie drei Stufen von Stofflichkeit: zuerst die gewöhnliche Stofflichkeit, die Sie draußen in der Sinneswelt antreffen, dann die Stofflichkeit, die Sie in den Pflanzenkörpern finden, und dann die Stofflichkeit, die Sie finden im menschlichen und im tierischen Leib dadurch, daß da Unregelmäßigkeiten zustande gekommen sind. Denken Sie, was wir nun alles tun müßten, wenn wir die verschiedenen Bedingungen für die mannigfaltigen Stoffe in der Welt aufzählen wollten! So mancherlei haben wir ja gestern durch den luziferischen Einfluß entstehen sehen als Unregelmäßigkeiten, haben dann gesehen, wie wiederum die Ätherleiblichkeit überwiegen kann die Astralleiblichkeit. Wenn in eine solche Astralleiblichkeit, die überwogen ist von Ätherleiblichkeit, Geist hineinsprüht in gewisser Weise, dann entsteht Muskelmaterie. Deshalb, sehen Sie, haben Nervenmaterie und Muskelmaterie ein so sonderbares Aussehen, das sich mit allem andern, was draußen ist, nicht vergleichen läßt, weil sie auf so komplizierte Weise entstehen. Es ist so vorzustellen, daß Sie die Unterschiede ins Auge fassen müssen, wie wenn Sie irgendein flüssiges Metall aussprengen, zunächst in die freie Luft und dann ins Wasser und dann vielleicht in feste Materie hineinspritzen lassen: auf so komplizierte Weise kommen die verschieden gearteten Materien in der Welt zustande. Das Hauptsächlichste, das ich heute damit wollte, war, Ihnen zu zeigen, in welche Tiefen des Seins man hinuntersteigen muß, wenn man diese Dinge wirklich ergründen will. Wenn Sie nämlich Geist nun einsprühen lassen in das, was noch weiter materiell folgt, in das, wo das Ich hineinwirkt mit Überschuß in den Astralleib, wenn also Geist hineinsprüht und zerstiebt in das, was ihm da entgegentritt in jener Unregelmäßigkeit der Leiblichkeit, die zustande gekommen ist dadurch, daß das Ich in seiner Ichlichkeit den Astralleib überwiegt, da entsteht — aber erst auf vielen Umwegen — Knochenmaterie. Es hängt also im wesentlichen, wie Sie sehen, davon ab, wie Materie aufsprüht, zusammenschießt, wenn sie also aus dem Geiste entsteht. Halten Sie dies nun fest, was ich Ihnen gesagt habe, wenn Sie es auch im einzelnen nicht mit Ihren Gedanken verfolgen können. Den Sinn des Ganzen werden Sie erfaßt haben, der darin liegt, daß man Materie überall als zersprühenden, zerberstenden Geist anzusehen hat, daß aber schon etwas entgegenkommen kann dem zerberstenden Geist. Und je nachdem dieses oder jenes ihm entgegenkommt, wird er gleichsam zersprüht in anderes hinein und es entstehen die verschieden konfigurierten Materien: Nerven-, Muskel-, Pflanzenmaterie und so weiter.
[ 21 ] Jetzt wird Ihnen aber eine Frage auf der Seele liegen; das ist die Frage: Ja, was wäre denn nun geworden mit dem Menschen, wenn nicht der luziferische Einfluß gekommen wäre in dieser Beziehung? Wir haben schon gestern mannigfaltig aufgezählt, was geworden wäre mit dem Menschen. Aber was wäre es in dieser Beziehung geworden? Ja, sehen Sie, solche Nerven, wie sie der Mensch heute hat, hätte er nicht bekommen können. Denn diese Nerven in ihrer Materie entstehen nur dadurch, daß dieser unordentliche Zusammenhang da ist. Ebenso hätte er nicht Knochen, nicht Muskeln haben können, wenn der luziferische Einfluß nicht gekommen wäre. Kurz, wir haben die verschiedenen Materien dadurch entstehen sehen, daß sich Formen geistig hineinergießen in etwas, was nur durch den luziferischen Einfluß da ist. Es hätten alle diese Materien, Muskel-, Nervenmaterien usw. nicht entstehen können ohne den luziferischen Einfluß. In noch intensiverem Sinne als gestern müssen wir sagen: Was ist denn der ganze Mensch als materieller Mensch? So, wie er äußerlich uns entgegentritt, ist er lediglich ein Ergebnis des luziferischen Einflusses. Denn er hätte keine Nerven, keine Muskeln, keine Knochen im heutigen Sinn, wenn der luziferische Einfluß nicht dagewesen wäre. Der Materialismus beschreibt nichts, als was Luzifer aus dem Menschen gemacht hat, so daß der Materialismus eben im eminentesten Sinne die Schülerschaft des Luzifer ist und alles übrige ablehnt.
[ 21 ] Jetzt wird Ihnen aber eine Frage auf der Seele liegen; das ist die Frage: Ja, was wäre denn nun geworden mit dem Menschen, wenn nicht der luziferische Einfluß gekommen wäre in dieser Beziehung? Wir haben schon gestern mannigfaltig aufgezählt, was geworden wäre mit dem Menschen. Aber was wäre es in dieser Beziehung geworden? Ja, sehen Sie, solche Nerven, wie sie der Mensch heute hat, hätte er nicht bekommen können. Denn diese Nerven in ihrer Materie entstehen nur dadurch, daß dieser unordentliche Zusammenhang da ist. Ebenso hätte er nicht Knochen, nicht Muskeln haben können, wenn der luziferische Einfluß nicht gekommen wäre. Kurz, wir haben die verschiedenen Materien dadurch entstehen sehen, daß sich Formen geistig hineinergießen in etwas, was nur durch den luziferischen Einfluß da ist. Es hätten alle diese Materien, Muskel-, Nervenmaterien usw. nicht entstehen können ohne den luziferischen Einfluß. In noch intensiverem Sinne als gestern müssen wir sagen: Was ist denn der ganze Mensch als materieller Mensch? So, wie er äußerlich uns entgegentritt, ist er lediglich ein Ergebnis des luziferischen Einflusses. Denn er hätte keine Nerven, keine Muskeln, keine Knochen im heutigen Sinn, wenn der luziferische Einfluß nicht dagewesen wäre. Der Materialismus beschreibt nichts, als was Luzifer aus dem Menschen gemacht hat, so daß der Materialismus eben im eminentesten Sinne die Schülerschaft des Luzifer ist und alles übrige ablehnt.
[ 22 ] Wie wäre denn also dieser Mensch, wenn er paradiesisch geblieben wäre? Nun, da will ich Ihnen heute zunächst einmal, damit wir morgen auf diese Dinge mit leichteren Vorstellungen aufbauen können, eine flüchtige Skizze von dem geben, was der Mensch geworden wäre, wenn der luziferische Einfluß nicht gekommen wäre. Wäre nämlich dieser Einfluß nicht gekommen, dann würde ja zunächst bei der menschlichen Evolution auf der Erde das dagewesen sein, was aus dem Einfluß der Geister der Form gekommen ist. Denn die Geister der Form waren die letzten Geister der höheren Hierarchien, die in den Menschen hereingewirkt haben. Diese Geister der Form haben nur eine rein übersinnliche Form geschaffen, nichts Räumliches zunächst. Das, was da geworden wäre — lassen Sie mich es heute nur kursorisch anführen —, das könnte nämlich kein äußeres Auge sehen, könnten keine äußeren Sinne wahrnehmen, denn rein seelische Formen können nicht von äußeren Sinnen wahrgenommen werden. Was da geworden wäre, fiele zusammen mit dem, was Ihnen beschrieben ist in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» mit dem, was gegeben ist mit der imaginativen Erkenntnis. Imagination wäre das, was die Geister der Form zunächst geschaffen hätten. Also nichts Sinnliches, sondern übersinnliche Imagination. Nehmen wir einmal das, was da ungefähr geworden wäre, ganz schematisch (siehe Zeichnung 1, Seite 80), so hätten wir ein Imaginationsbild dessen, was die Geister der Form als Imagination des Menschen geschaffen haben, und das wäre durchsetzt von dem, was dem Menschen geblieben ist aus den Schöpfungen der früheren Hierarchien. So daß dieses durchsetzt wäre von dem, was dem Menschen geblieben wäre durch die Geister der Bewegung, von innerer Bewegung (Zeichnung 2, schematisch gezeichnet), und es würde uns entgegentreten als dasjenige, was wir beschrieben haben in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten ?» als durch inspirierte Erkenntnis gegeben, denn diese Bewegungen würden nur als Inspiration erkenntlich sein. Das heißt: der ganze Mensch würde aus Imagination bestehen, und dann würde sich das andere ergeben, was Bewegung ist, die Inspiration. Und. das, was die Geister der Weisheit geben, das würde Intuition sein. Das würden also wesenhafte innere Inhalte sein, mit denen das alles in irgendeiner Weise noch ausgefüllt wäre. Wir müßten hier hinein (Zeichnung 3) Intuition, das heißt unmittelbare Wesenheiten setzen. Und das Ganze würden wir dann als hervorgehend aus dem Kosmos wie mit einem Aura-Ei umhüllt finden, das nun das Ergebnis wäre der Geister des Willens (Zeichnung 4). Das wäre die übersinnliche Menschennatur, die bestehen würde aus Inhalten, die nur einer rein übersinnlichen Erkenntnis zugänglich sein würden. So phantastisch das aussieht, es ist der wirkliche Mensch, wenn wir so sagen dürfen, symbolisch: der paradiesische Mensch, der nicht besteht aus denjenigen Materie-Inhalten, aus denen er heute besteht, sondern der durchaus ein übersinnliches Wesen hat.
[ 22 ] Wie wäre denn also dieser Mensch, wenn er paradiesisch geblieben wäre? Nun, da will ich Ihnen heute zunächst einmal, damit wir morgen auf diese Dinge mit leichteren Vorstellungen aufbauen können, eine flüchtige Skizze von dem geben, was der Mensch geworden wäre, wenn der luziferische Einfluß nicht gekommen wäre. Wäre nämlich dieser Einfluß nicht gekommen, dann würde ja zunächst bei der menschlichen Evolution auf der Erde das dagewesen sein, was aus dem Einfluß der Geister der Form gekommen ist. Denn die Geister der Form waren die letzten Geister der höheren Hierarchien, die in den Menschen hereingewirkt haben. Diese Geister der Form haben nur eine rein übersinnliche Form geschaffen, nichts Räumliches zunächst. Das, was da geworden wäre — lassen Sie mich es heute nur kursorisch anführen —, das könnte nämlich kein äußeres Auge sehen, könnten keine äußeren Sinne wahrnehmen, denn rein seelische Formen können nicht von äußeren Sinnen wahrgenommen werden. Was da geworden wäre, fiele zusammen mit dem, was Ihnen beschrieben ist in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» mit dem, was gegeben ist mit der imaginativen Erkenntnis. Imagination wäre das, was die Geister der Form zunächst geschaffen hätten. Also nichts Sinnliches, sondern übersinnliche Imagination. Nehmen wir einmal das, was da ungefähr geworden wäre, ganz schematisch (siehe Zeichnung 1, Seite 80), so hätten wir ein Imaginationsbild dessen, was die Geister der Form als Imagination des Menschen geschaffen haben, und das wäre durchsetzt von dem, was dem Menschen geblieben ist aus den Schöpfungen der früheren Hierarchien. So daß dieses durchsetzt wäre von dem, was dem Menschen geblieben wäre durch die Geister der Bewegung, von innerer Bewegung (Zeichnung 2, schematisch gezeichnet), und es würde uns entgegentreten als dasjenige, was wir beschrieben haben in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten ?» als durch inspirierte Erkenntnis gegeben, denn diese Bewegungen würden nur als Inspiration erkenntlich sein. Das heißt: der ganze Mensch würde aus Imagination bestehen, und dann würde sich das andere ergeben, was Bewegung ist, die Inspiration. Und. das, was die Geister der Weisheit geben, das würde Intuition sein. Das würden also wesenhafte innere Inhalte sein, mit denen das alles in irgendeiner Weise noch ausgefüllt wäre. Wir müßten hier hinein (Zeichnung 3) Intuition, das heißt unmittelbare Wesenheiten setzen. Und das Ganze würden wir dann als hervorgehend aus dem Kosmos wie mit einem Aura-Ei umhüllt finden, das nun das Ergebnis wäre der Geister des Willens (Zeichnung 4). Das wäre die übersinnliche Menschennatur, die bestehen würde aus Inhalten, die nur einer rein übersinnlichen Erkenntnis zugänglich sein würden. So phantastisch das aussieht, es ist der wirkliche Mensch, wenn wir so sagen dürfen, symbolisch: der paradiesische Mensch, der nicht besteht aus denjenigen Materie-Inhalten, aus denen er heute besteht, sondern der durchaus ein übersinnliches Wesen hat.


[ 23 ] Und was ist nun geworden durch den luziferischen Einfluß? Nun, sehen Sie, durch den luziferischen Einfluß sind die Imaginationen gleichsam ausgespritzt worden mit zerberstendem Geist, das heißt mit Materie, und das, was da geworden ist, steht heute da als menschliches Knochensystem. Das Knochensystem ist der imaginierte Mensch, ausgefüllt mit Materie. Aber zum eigentlichen höheren Menschen gehört die Materie nicht, sondern die ist hineingeschossen in das, was sonst nur imaginativ sein würde, dadurch, daß der luziferische Einfluß gekommen ist. Während man sonst also bequem durch einen Menschen hindurchgehen könnte — wenn das nicht ein Unsinn wäre —, sind diese Imaginationen erstens zusammengezogen worden und dann extra noch ausgefüllt worden mit Knochenmaterie. Nun stößt man sich an den Knochen, wenn man durch den Menschen hindurchgehen würde. Er ist erst undurchdringlich geworden. — Das, was von den Geistern der Bewegung gekommen ist, das ist ausgefüllt mit Muskelmaterie, und das, was als Intuition wahrzunehmen wäre, das ist ausgefüllt mit Nervenmaterie. — Und das, was über dieses hinausgeht, das ist erst das Übersinnliche, wo nun in Betracht kommt des Menschen Ätherleib, der also schon übersinnlich ist, der heute nur das feinste Materielle ist, das gerade wie die feinsten Aussprühungen des Ätherischen erscheint, was noch der Materie, die feiner ist als Nervenmaterie, zugrunde liegt und eigentlich gar nicht in Betracht gezogen wird.
[ 23 ] Und was ist nun geworden durch den luziferischen Einfluß? Nun, sehen Sie, durch den luziferischen Einfluß sind die Imaginationen gleichsam ausgespritzt worden mit zerberstendem Geist, das heißt mit Materie, und das, was da geworden ist, steht heute da als menschliches Knochensystem. Das Knochensystem ist der imaginierte Mensch, ausgefüllt mit Materie. Aber zum eigentlichen höheren Menschen gehört die Materie nicht, sondern die ist hineingeschossen in das, was sonst nur imaginativ sein würde, dadurch, daß der luziferische Einfluß gekommen ist. Während man sonst also bequem durch einen Menschen hindurchgehen könnte — wenn das nicht ein Unsinn wäre —, sind diese Imaginationen erstens zusammengezogen worden und dann extra noch ausgefüllt worden mit Knochenmaterie. Nun stößt man sich an den Knochen, wenn man durch den Menschen hindurchgehen würde. Er ist erst undurchdringlich geworden. — Das, was von den Geistern der Bewegung gekommen ist, das ist ausgefüllt mit Muskelmaterie, und das, was als Intuition wahrzunehmen wäre, das ist ausgefüllt mit Nervenmaterie. — Und das, was über dieses hinausgeht, das ist erst das Übersinnliche, wo nun in Betracht kommt des Menschen Ätherleib, der also schon übersinnlich ist, der heute nur das feinste Materielle ist, das gerade wie die feinsten Aussprühungen des Ätherischen erscheint, was noch der Materie, die feiner ist als Nervenmaterie, zugrunde liegt und eigentlich gar nicht in Betracht gezogen wird.
[ 24 ] So, sehen Sie, ist der Mensch eigentlich ein höchst vergröbertes Wesen. Denn würde er geworden sein das, was er nach den ursprünglichen Absichten und Ansichten der Götter hätte werden sollen, so hätte er keine Knochen, sondern aus übersinnlichen, imaginierten Knochen würde seine Form bestehen; er hätte keine Muskeln als Bewegungsapparate, sondern er hätte übersinnliche Substanz, die sich in ihm bewegte, während jetzt das, was sich da bewegt, überall ausgespickt worden ist mit Muskelsubstanz. Was die Geister der Bewegung als übersinnliche Bewegung gegeben haben, ist zur physischen Bewegung in den Muskeln geworden, und was die Geister der Weisheit als Intuition gegeben haben, ist beim sinnlichen Menschen das geworden, was als Nervenmaterie hineingespickt ist in die Intuition. Wenn Sie also in den Anatomiebüchern aufgezeichnet finden das Knochensystem, so können Sie denken: Das sollte ursprünglich eine reine Imagination sein und ist durch den luziferischen und ahrimanischen Einfluß so vergröbert worden, daß sie einem heute in den dichten, dicken, zerbrechlichen, harten Knochen entgegentritt; so verfestigt sind da die Imaginationen. Und nun sagen Sie noch, daß der Mensch in der physischen Welt nicht schon einen Abglanz der imaginativen Welt finden kann! Wer da weiß, daß dieser Knochenmensch ein Abbild ist eines Imaginativen, der findet, wenn er einen Knochenmenschen anschaut, durchaus ein Abbild der imaginativen Welt. Und wenn Sie abgebildet sehen den Muskelmenschen, so sollen Sie eigentlich sich sagen: Das ist ein ganz unnatürliches Gebilde, das ist eigentlich innerlich ganz verlogen, denn erstens sehe ich ihn ausgebildet, ich sollte ihn aber geistig hören. In Wahrheit handelt es sich nämlich darum, daß übersinnliche rhythmische Bewegung ausgespickt ist mit Muskelmaterie, die weggehört; was übrigbleibt, sollte nicht gesehen werden, sondern wie die schwingenden Bewegungen der Musik gehört werden. Inspirationen sollten Sie eigentlich hören. Und das, was Sie als Muskelmensch abgebildet sehen, sind die durch den Stoff fixierten Inspirationen des Menschen. Und erst der Nervenmensch: den sollten Sie weder sehen noch hören, sondern nur ganz geistig wahrnehmen. Und es ist für eine kosmische Weltbetrachtung geradezu vollständig deplaziert, daß, was man in reinster Geistigkeit nur erfassen sollte, eine in der Wirklichkeit mit physischer Materie ausgespritzte geistige Hülle ist, daß man das vor sich sichtbar sieht, was eigentlich nur als Intuition wahrgenommen werden sollte.
[ 24 ] So, sehen Sie, ist der Mensch eigentlich ein höchst vergröbertes Wesen. Denn würde er geworden sein das, was er nach den ursprünglichen Absichten und Ansichten der Götter hätte werden sollen, so hätte er keine Knochen, sondern aus übersinnlichen, imaginierten Knochen würde seine Form bestehen; er hätte keine Muskeln als Bewegungsapparate, sondern er hätte übersinnliche Substanz, die sich in ihm bewegte, während jetzt das, was sich da bewegt, überall ausgespickt worden ist mit Muskelsubstanz. Was die Geister der Bewegung als übersinnliche Bewegung gegeben haben, ist zur physischen Bewegung in den Muskeln geworden, und was die Geister der Weisheit als Intuition gegeben haben, ist beim sinnlichen Menschen das geworden, was als Nervenmaterie hineingespickt ist in die Intuition. Wenn Sie also in den Anatomiebüchern aufgezeichnet finden das Knochensystem, so können Sie denken: Das sollte ursprünglich eine reine Imagination sein und ist durch den luziferischen und ahrimanischen Einfluß so vergröbert worden, daß sie einem heute in den dichten, dicken, zerbrechlichen, harten Knochen entgegentritt; so verfestigt sind da die Imaginationen. Und nun sagen Sie noch, daß der Mensch in der physischen Welt nicht schon einen Abglanz der imaginativen Welt finden kann! Wer da weiß, daß dieser Knochenmensch ein Abbild ist eines Imaginativen, der findet, wenn er einen Knochenmenschen anschaut, durchaus ein Abbild der imaginativen Welt. Und wenn Sie abgebildet sehen den Muskelmenschen, so sollen Sie eigentlich sich sagen: Das ist ein ganz unnatürliches Gebilde, das ist eigentlich innerlich ganz verlogen, denn erstens sehe ich ihn ausgebildet, ich sollte ihn aber geistig hören. In Wahrheit handelt es sich nämlich darum, daß übersinnliche rhythmische Bewegung ausgespickt ist mit Muskelmaterie, die weggehört; was übrigbleibt, sollte nicht gesehen werden, sondern wie die schwingenden Bewegungen der Musik gehört werden. Inspirationen sollten Sie eigentlich hören. Und das, was Sie als Muskelmensch abgebildet sehen, sind die durch den Stoff fixierten Inspirationen des Menschen. Und erst der Nervenmensch: den sollten Sie weder sehen noch hören, sondern nur ganz geistig wahrnehmen. Und es ist für eine kosmische Weltbetrachtung geradezu vollständig deplaziert, daß, was man in reinster Geistigkeit nur erfassen sollte, eine in der Wirklichkeit mit physischer Materie ausgespritzte geistige Hülle ist, daß man das vor sich sichtbar sieht, was eigentlich nur als Intuition wahrgenommen werden sollte.
[ 25 ] Dieser Auszug aus dem Paradies besteht durchaus darin, daß der Mensch ursprünglich in der geistigen Welt, das heißt im Paradies war und da bestanden hat aus Imagination, Inspiration und Intuition, das heißt in einem ganz und gar überirdischen Dasein war. Und dann wurde er so behandelt durch das, was er in sich selber angestiftet hat durch den luziferischen Einfluß, daß er gleichsam ausgespritzt worden ist mit dem, was gekommen ist durch zerberstenden Geist, durch Materie. Die ist also etwas, womit wir im Grunde ausgefüllt sind, was nicht zu uns gehört. Wir tragen sie in uns, diese Materie, und weil wir sie in uns tragen, müssen wir physisch sterben. Das ist tatsächlich der Grund des physischen Todes, und von mancherlei anderem noch. Denn indem der Mensch sozusagen seinen geistigen Zustand verlassen hat, lebt er hier in dem physischen Dasein nur so lange, bis die Materie überwindet das, was sie zusammenhält. Denn sie ist eigentlich so, daß sie fortdauernd zerbersten will, und die Materie in den Knochen wird nur von der Kraft der Imagination zusammengehalten. Wenn sie über die Kraft der Knochen Oberhand bekommt, dann werden die Knochen lebensunfähig. Ebenso ist es bei den Muskeln und Nerven. Sobald die Materie in den Knochen, Muskeln und Nerven die Oberhand bekommt über die Imagination, Inspiration und Intuition und zerbersten kann, muß der Mensch seinen physischen Leib ablegen. Da haben Sie den Zusammenhang zwischen dem physischen Tod und dem luziferischen Einfluß, und wir werden morgen zu verfolgen haben, wie auch das Böse und anderes, Krankheiten und so weiter, in die Welt gekommen sind.
[ 25 ] Dieser Auszug aus dem Paradies besteht durchaus darin, daß der Mensch ursprünglich in der geistigen Welt, das heißt im Paradies war und da bestanden hat aus Imagination, Inspiration und Intuition, das heißt in einem ganz und gar überirdischen Dasein war. Und dann wurde er so behandelt durch das, was er in sich selber angestiftet hat durch den luziferischen Einfluß, daß er gleichsam ausgespritzt worden ist mit dem, was gekommen ist durch zerberstenden Geist, durch Materie. Die ist also etwas, womit wir im Grunde ausgefüllt sind, was nicht zu uns gehört. Wir tragen sie in uns, diese Materie, und weil wir sie in uns tragen, müssen wir physisch sterben. Das ist tatsächlich der Grund des physischen Todes, und von mancherlei anderem noch. Denn indem der Mensch sozusagen seinen geistigen Zustand verlassen hat, lebt er hier in dem physischen Dasein nur so lange, bis die Materie überwindet das, was sie zusammenhält. Denn sie ist eigentlich so, daß sie fortdauernd zerbersten will, und die Materie in den Knochen wird nur von der Kraft der Imagination zusammengehalten. Wenn sie über die Kraft der Knochen Oberhand bekommt, dann werden die Knochen lebensunfähig. Ebenso ist es bei den Muskeln und Nerven. Sobald die Materie in den Knochen, Muskeln und Nerven die Oberhand bekommt über die Imagination, Inspiration und Intuition und zerbersten kann, muß der Mensch seinen physischen Leib ablegen. Da haben Sie den Zusammenhang zwischen dem physischen Tod und dem luziferischen Einfluß, und wir werden morgen zu verfolgen haben, wie auch das Böse und anderes, Krankheiten und so weiter, in die Welt gekommen sind.
