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Spiritual Entities
in Heavenly Bodies and Nature Realms
GA 136

3 April 1912, Helsinki

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Erster Vortrag

First Lecture

[ 1 ] Einleitende Worte zur Begrüssung der Zuhörer

[ 1 ] Introductory Remarks to Welcome the Audience

[ 2 ] Meine lieben Freunde, es sind soeben liebe Worte der Begrüßung hier vor Ihnen an mich gerichtet worden, und dasjenige, was ich zuallererst auf diese lieben Worte erwidern möchte, ist ein allerherzlichster Gruß in dem Sinne, wie wir, meine lieben Freunde, uns als Geistsuchende einander in aller Welt begrüßen. Indem ich mit einer Anzahl unserer engern deutschen Freunde zu Ihnen hier heraufgekommen bin in dieses wunderbare, von alten Erinnerungen, von alten Sagen zu uns sprechende Land, möchte ich vor allen Dingen gedenken, um gewissermaßen Universelles mit recht Speziellem zu verbinden, daß innerhalb eines großen Gebietes derjenigen Gegenden Mitteleuropas, in denen zunächst geisteswissenschaftlich zu wirken meine Aufgabe und Pflicht ist, man da, um auch dem fremdesten Menschen gleich mit Liebe entgegenzukommen, den Gruß gebraucht «Grüß Gott!» oder «Gott zum Gruß!» Es ist das ein in gewissen Gegenden Mitteleuropas allgemein angewendeter deutscher Gruß. An ihn möchte ich denken, wenn ich spreche von dem mir liebsten Gruß, den ich Ihnen bringen möchte und der eigentlich schon darin liegt, daß wir uns alle, meine lieben Freunde, wie wir mit unserer Gesinnung, mit unserem Streben nach einer gewissen Art des Wissens über die Welt hin verbreitet sind, Gottsucher nennen. Und indem wir uns so nennen, liegt ein Allumfassendes in dem von jeder gottsuchenden Seele zu der anderen gehenden Gruße schon durch die Benennung, die wir uns erlauben, uns selber zu geben. Wir appellieren, indem wir uns Gottsucher nennen, an das Tiefste, an das Innigste in einem jeden Menschen. Und wir sprechen zu diesem Innigsten, zu diesem Tiefsten eines jeden Menschen, indem wir uns mit ihm zugleich so nennen, wiederum selbst aus unserem Tiefsten, Innigsten heraus, oder wollen wenigstens so sprechen. So vereint dasjenige, was wir zum Ausdruck bringen, indem wir uns Gottsucher nennen, das Göttliche in unserer Seele, und indem wir uns also nennen, begrüßen wir uns auch, weil wir sprechen lassen das Göttliche in uns selber. Daß immer mehr und mehr die Menschen zusammenführe in der Welt dasjenige, was in diesem Namen liegt, das ist ja unser aller Ziel, unser aller Streben. Und wenn wir so zusammenkommen an einem solchen Orte wie hier und uns vielleicht in bezug auf das Äußere unserer Sprache schwerer verstehen, so verstehen wir uns gleich als Gottsucher sozusagen über die ganze Welt hin, wenn wir dies wirklich anstreben zu sein, wenn wir das Innerste unseres Wesens in uns sprechen lassen. Deshalb erscheint es so sehr wie die Auffrischung uraltheiliger Erinnerungen, die allen Menschen gemeinsam sind, wenn wir uns als Gottsucher zusammenfinden. Wir sagen uns, daß alle, alle Menschen von einem gemeinsamen geistig-göttlichen Ursprung herkommen und daß, wie sie auch auseinandergegangen sind nach Territorien, nach Sprachidiomen, es möglich ist, anzuschlagen in der Seele die Saite, die da tönt von den urältesten, heiligsten menschlichen Erinnerungen, die in sich schließen das Geistig-Göttliche, von dem wir ausgegangen sind. Und so kommen wir uns vor wie Brüder der allumfassenden Menschheitsfamilie, die ausgegangen sind von gemeinsamem Heim, ihre Entwickelung, ihre Evolution durchgemacht haben in den verschiedensten Gebieten und nicht vergessen haben dasjenige, was sie erinnert an ihren uraltheiligen Ursprung. Was ist denn Gottsuchen in unserer Gegenwart? Etwas wie ein mächtiger Sehnsuchtsschrei der Menschen, die heute schon verstehen dasjenige, was alle Menschen binden soll immer mehr und mehr in der Zukunft, was aufleben lassen soll in allen Herzen das Verbindende immer mehr und mehr in die Zukunft hinein, wie es immer mehr und mehr war, je weiter wir in unsere Vergangenheit zurückschauen. Deshalb ist es selbstverständlich, daß wir uns zusammenfinden in dem besten Gruß, den wir uns bieten können, wenn wir uns als Geistsuchende zusammenfinden.

[ 2 ] My dear friends, kind words of welcome have just been addressed to me here before you, and what I would like to say first and foremost in response to these kind words is a most heartfelt greeting in the spirit in which we, my dear friends, greet one another as seekers of the spirit throughout the world. Having come up here with a number of our close German friends to this wonderful land, which speaks to us through old memories and ancient legends, I would like above all to recall—in order, so to speak, to connect the universal with the very particular—that within a large area of those regions of Central Europe where it is my task and duty to work in the field of Spiritual Science, the greeting “Grüß Gott!” or “Gott zum Gruß!” is used there to greet even the most unfamiliar person with love. This is a German greeting commonly used in certain regions of Central Europe. I would like to think of it when I speak of the greeting dearest to me, which I would like to offer you and which actually already lies in the fact that we all, my dear friends, as we are spread throughout the world with our outlook and our striving for a certain kind of knowledge, call ourselves seekers of God. And in calling ourselves this, there is something all-encompassing in the greeting that goes from one God-seeker to another, simply through the name we allow ourselves to give to ourselves. By calling ourselves seekers of God, we appeal to the deepest, most intimate part of every human being. And we speak to this most intimate, this deepest part of every human being—while at the same time calling ourselves by that name—from our own deepest, most intimate core, or at least we intend to speak in this way. Thus, what we express by calling ourselves seekers of God unites the divine within our souls, and by calling ourselves thus, we also greet one another, for we allow the divine within ourselves to speak. That what lies in this name may bring more and more people together in the world—that is, after all, our common goal, our common striving. And even if, when we gather in a place like this, we may find it difficult to understand one another in terms of the outward form of our language, we understand one another immediately as seekers of God, so to speak, across the entire world, if we truly strive to be this, if we allow the innermost part of our being to speak within us. That is why it feels so much like a refreshing of ancient, sacred memories shared by all people when we come together as seekers of God. We tell ourselves that all, all human beings come from a common spiritual-divine origin and that, however they may have gone their separate ways according to territories and linguistic idioms, it is possible to strike a chord in the soul that resonates with the most ancient, most sacred human memories, which encompass within themselves the spiritual-divine from which we originated. And so we feel like brothers of the all-encompassing human family, who set out from a common home, have undergone their development and evolution in the most diverse regions, and have not forgotten that which reminds them of their ancient, sacred origin. What, then, is the search for God in our present time? Something like a mighty cry of longing from people who already understand today what is meant to bind all people ever more closely in the future, what is meant to revive in all hearts the unifying force ever more deeply into the future, just as it was ever more so the further back we look into our past. That is why it goes without saying that we come together in the best greeting we can offer one another when we gather as seekers of the spirit.

[ 3 ] Die Menschen, sie begegnen einander über das weite Erdenrund hin. Die einen kennen einander mehr, die anderen weniger, einzelne sind befreundet, einzelne lieben einander. So geht es im Alltag. Und diejenigen Menschen, die gemeinsame Ziele, gemeinsame Interessen haben, sie schließen sich insbesondere in unserer Zeit unter gemeinsamen Idealen zusammen, denn solche wissen, daß sie einander begegnen in diesen gemeinsamen Idealen. Aber noch etwas anderes heißt es, wenn wir uns als Strebende nach GeistErkenntnis zusammenfinden. Da finden wir uns so zusammen, daß im Grunde genommen ein jeder einen jeden sogleich kennt. Denn wodurch kennen sich Menschen? Dadurch, daß sie voneinander etwas wissen. Wir gehen gleichgültig vorbei an demjenigen in der Welt, von dem wir nichts wissen; wir reichen liebevoll die Hand dem, der unser alter Bekannter ist; wir lächeln an den, dem wir lange nicht begegnet sind und der uns mit inniger Freude durch seine Begegnung erfüllt, — kurz, es knüpft sich ein Band von Mensch zu Mensch dadurch, daß der eine von dem anderen etwas weiß. Wenn wir als Geistsuchende zusammenkommen, dann wissen wir alle etwas voneinander und keiner ist uns fremd. Wir wissen von dem anderen, daß in seinem tiefsten Innern, in seinem eigentlichen menschlichen Kern mit uns das gleiche geistige Ideal lebt, und: so erscheint er uns wie ein alter Bekannter, wie ein selbstverständlicher Bekannter. Neben allem übrigen, das Geist-Erkenntnis dem Menschen bringen kann, wird es dieses sein, daß die Menschen, die sich noch nie auf dem äußeren physischen Plan gesehen haben, einander werden so begegnen können über das ganze Erdenrund hin, daß sie das Wichtigste voneinander wissen werden einfach dadurch, daß sie sich auf dem gemeinsamen Boden der GeistErkenntnis finden. Das gibt allem, was wir tun und sprechen, jenen Ton von Herzlichkeit, der da nicht fehlen soll, wenn wir uns zusammenfinden, jenen Ton von Herzlichkeit, der da eben zum Ausdruck gekommen ist und für den ich so innig danke. Wenn Sie, meine lieben Freunde, in den Vorträgen, die von mir verlangt worden sind, trotz alles scheinbar bloß Geistigen, in das uns namentlich die ersten Vorträge führen werden, etwas erkennen werden von diesem herzlichen Ton, dann werden Sie mich richtig verstanden haben. Das müssen wir ja so vielfach als Geistesforscher und Strebende nach Geist-Erkenntnis: durchwandern zunächst die Gefilde des Geistigen, um uns zuletzt, wenn wir das Mannigfaltigste des Geisteslebens auf uns haben wirken lassen, doch in den Ergebnissen dieser geistigen Erkenntnisse wieder zusammenzufinden wie in einem harmonischen Herzenston. Und so möchte ich, daß Sie mich von diesem Gesichtspunkt aus ein wenig verstehen. Werden es zunächst scheinbar rein geistige, rein spirituelle Tatsachen sein, die wir zu durchwandern haben nach der Aufgabe, die mir gesetzt worden ist von unseren Freunden, so wird doch nichts gesagt werden im Laufe dieser Tage, das nicht innig zusammenhängen soll mit dem eben hier gekennzeichneten Ziele.

[ 3 ] People meet one another across the vast expanse of the globe. Some know each other better, others less so; some are friends, some are in love. Such is everyday life. And those people who share common goals and interests—especially in our time—unite under common ideals, for they know that they find one another in these shared ideals. But there is something else at play when we come together as seekers of spiritual knowledge. We come together in such a way that, fundamentally, everyone knows everyone else immediately. For how do people know one another? By knowing something about one another. We pass by indifferently those in the world about whom we know nothing; we lovingly extend our hand to those who are our old acquaintances; we smile at those whom we have not met for a long time and who fill us with deep joy through our encounter—in short, a bond is formed from person to person through the fact that one knows something about the other. When we come together as seekers of the spirit, we all know something about one another, and no one is a stranger to us. We know of the other that within their deepest inner being, in their very human core, the same spiritual ideal lives as within us, and thus they appear to us as an old acquaintance, as a natural acquaintance. In addition to all else that spiritual knowledge can bring to humanity, it will be this: that people who have never seen one another on the outer physical plane will be able to meet one another across the entire globe in such a way that they will know the most important things about one another simply by finding common ground in spiritual knowledge. This gives everything we do and say that tone of cordiality that should not be missing when we come together, that tone of cordiality that has just been expressed and for which I am so deeply grateful. If you, my dear friends, in the lectures that have been requested of me—despite all that is seemingly merely spiritual, into which the first lectures in particular will lead us—recognize something of this heartfelt tone, then you will have understood me correctly. This is something we must do so often as spiritual researchers and seekers of spiritual knowledge: first traverse the realms of the spiritual, so that ultimately, after having allowed the manifold aspects of spiritual life to take effect upon us, we may find our way back together again in the results of these spiritual insights, as in a harmonious tone of the heart. And so I would like you to understand me a little from this perspective. Although the facts we must explore may at first appear to be purely intellectual or purely spiritual—in accordance with the task set for me by our friends—nothing will be said in the course of these days that is not intimately connected with the goal just described here.

[ 4 ] Und nach Voraussendung dieser Worte lassen Sie mich sogleich auf den Gegenstand, der unsere Aufgabe bezeichnet, eingehen.

[ 4 ] And having prefaced these remarks, let me now turn to the subject that defines our task.

[ 5 ] Gefordert worden ist von unseren Freunden, als sie in Liebe mich hierher riefen, daß ich sprechen soll über das, was wir als geistige Wesenheiten finden in den Naturreichen und in den Himmelskörpern. Wir werden damit, das liegt im Thema, ein Gebiet berühren, das zunächst weit, weit abliegt von all dem, was heute das Wissen draußen in der intellektualistischen Welt dem Menschen gibt. Wir werden gleich vom Anfang an zu berühren haben ein Gebiet, dessen Realität gegenwärtig abgeleugnet wird von der äußeren Welt. Voraussetzen möchte ich nur das eine, liebe Freunde, daß Sie aus Ihren bisherigen geisteswissenschaftlichen Studien mir entgegenbringen ein Gefühls- und Empfindungsverständnis für die geistige Welt. In bezug auf die Art und Weise, wie wir die Dinge benennen werden, werden wir uns im Laufe der Vorträge schon verständigen. Alles übrige ergibt sich ja in gewisser Beziehung von selbst, wenn wir uns im Laufe der Zeit ein Gefühls- und Empfindungsverständnis dafür angeeignet haben, daß hinter unserer sinnlichen Welt, hinter der Welt, die wir zunächst erleben als Menschen, eine geistige, eine spirituelle Welt steht und daß man ebenso, wie man eindringt in die physische Welt, indem man sie nicht nur als eine große Einheit betrachtet, sondern indem man sie in einzelne Pflanzen, einzelne Tiere, einzelne Mineralien, einzelne Völker, einzelne Menschen spezifiziert betrachtet, man ebenso die spirituelle Welt spezifizieren kann in einzelne Klassen und Individuen von spirituellen, von geistigen Wesenheiten. So daß wir auf dem Boden der Geisteswissenschaft nicht nur von einer geistigen, von einer spirituellen Welt im allgemeinen sprechen, sondern daß wir von ganz bestimmten Wesenheiten und Kräften sprechen, die hinter unserer physischen Welt stehen.

[ 5 ] When our friends called me here in love, they asked me to speak about what we, as spiritual beings, find in the natural realms and in the celestial bodies. In doing so, as the topic implies, we will touch upon a realm that is, at first glance, far, far removed from all that current knowledge in the intellectual world offers humanity today. Right from the start, we will be dealing with a realm whose reality is currently denied by the outer world. I would like to make just one assumption, dear friends: that from your previous studies in Spiritual Science, you bring to me an emotional and intuitive understanding of the spiritual world. As for the way in which we will name things, we will come to an understanding in the course of the lectures. Everything else will, in a certain sense, follow naturally once we have, over time, acquired an emotional and intuitive understanding that behind our sensory world, behind the world we initially experience as human beings, there stands a spiritual world, and that just as one penetrates the physical world—not merely by viewing it as a single, vast entity, but by specifying it into individual plants, individual animals, individual minerals, individual peoples, and individual human beings—so too can one specify the spiritual world into individual classes and individuals of spiritual, of ethereal beings. So that, on the basis of Spiritual Science, we do not merely speak of a spiritual world in general, but of very specific beings and forces that lie behind our physical world.

[ 6 ] Was alles rechnen wir denn zur physischen Welt? Seien wir uns darüber zunächst klar. Zur physischen Welt rechnen wir alles das, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können, was unsere Augen sehen, unsere Ohren hören, unsere Hände greifen können. Zur physischen Welt rechnen wir ferner alles dasjenige, was wir mit unseren Gedanken umspannen können, insofern diese Gedanken sich auf die äußere Wahrnehmung, auf das beziehen, was uns die physische Welt sagen kann. Zur physischen Welt müssen wir auch alles das rechnen, was wir selber als Menschen innerhalb dieser physischen Welt tun. Es könnte freilich leicht Bedenken erregen, wenn man sagt, daß alles das, was wir als Menschen in der physischen Welt tun, zur physischen Welt gehöre, denn man muß sich ja sagen, daß die Menschen, indem sie in der physischen Welt handeln, Geistiges in diese physische Welt heruntertragen. Die Menschen handeln ja nicht nur so, wie ihnen die physischen Triebe und Leidenschaften das eingeben, sondern sie handeln zum Beispiel nach moralischen Prinzipien; Moral durchzieht unser Handeln, unser Tun. Gewiß, wenn wir moralisch handeln, spielen spirituelle Impulse in unser Handeln herein, aber der Schauplatz, auf dem wir moralisch handeln, ist doch die physische Welt. Und ebenso, wie in unser moralisches Handeln spirituelle Impulse hereinspielen, ebenso dringen durch die Farben, durch die Töne, durch Wärme und Kälte, durch alle sinnlichen Wahrnehmungen geistige Impulse zu uns.

[ 6 ] What, then, do we count as part of the physical world? Let us first be clear about this. We count as part of the physical world everything that we can perceive with our senses—what our eyes see, our ears hear, and our hands can touch. We also include in the physical world everything that we can encompass with our thoughts, insofar as these thoughts relate to external perception, to what the physical world can tell us. We must also include in the physical world everything that we ourselves, as human beings, do within this physical world. It could, of course, easily raise objections to say that everything we do as human beings in the physical world belongs to the physical world, for one must realize that human beings, by acting in the physical world, bring spiritual elements down into this physical world. After all, human beings do not act merely as their physical drives and passions dictate, but they act, for example, according to moral principles; morality permeates our actions, our deeds. Certainly, when we act morally, spiritual impulses play a role in our actions, but the arena in which we act morally is still the physical world. And just as spiritual impulses play a role in our moral actions, so too do spiritual impulses reach us through colors, through sounds, through warmth and cold, through all sensory perceptions.

[ 7 ] Das Geistige ist zunächst für die äußere Wahrnehmung, für das, was der äußere Mensch erkennen und tun kann, überall gewissermaßen verborgen, verhüllt. Das ist das Charakteristische des Geistigen, daß der Mensch es erst erkennen kann, wenn er sich bemüht, wenigstens im geringen Maße, anders zu werden, als er von vornherein ist. Wir arbeiten in unseren geisteswissenschaftlichen Vereinigungen miteinander. Ja, wir hören da nicht nur diese oder jene Wahrheiten, die uns etwa sagen: Es gibt verschiedene Welten, der Mensch besteht aus verschiedenen Gliedern oder Leibern, oder wie man es nennen will —, sondern indem wir das alles auf uns wirken lassen, auch wenn wir es nicht immer bemerken, wird nach und nach, auch ohne daß wir eine esoterische Entwickelung durchmachen, unsere Seele zu etwas anderem. Das, was wir lernen auf dem Boden der Geisteswissenschaft, macht unsere Seele zu etwas anderem, als sie vorher war. Vergleichen Sie einmal die Art, wie Sie fühlen können, nachdem Sie einige Jahre das spirituelle Leben in einer Arbeitsgruppe für Geisteswissenschaft mitgemacht haben; vergleichen Sie die Art und Weise, wie Sie fühlen, wie Sie denken, dann mit der Art und Weise, wie Sie vorher gefühlt und gedacht haben oder wie die nicht für Geisteswissenschaft interessierten Menschen fühlen und denken: Geisteswissenschaft bedeutet nicht bloß die Aneignung eines Wissens, Geisteswissenschaft bedeutet eine Erziehung im eminentesten Maße, eine Selbsterziehung unserer Seele. Wir machen uns zu etwas anderem, die Interessen werden andere, die Aufmerksamkeiten, die der Mensch für das oder jenes entwickelt nach einigen Jahren, wenn er in die Geisteswissenschaft eingedrungen ist, sie werden anders. Was ihn früher interessiert hat, interessiert ihn nicht mehr; was ihn früher nicht interessiert hat, beginnt ihn im höchsten Maße zu interessieren. Man darf nicht bloß sagen: Derjenige erst erhält ein Verhältnis zur geistigen Welt, welcher eine esoterische Entwickelung durchgemacht hat. — Die Esoterik beginnt nicht erst mit der okkulten Entwickelung. In dem Augenblicke, wo wir uns mit irgendeiner geisteswissenschaftlichen Vereinigung verbinden und mit unserem ganzen Herzen dabei sind und fühlen, was in den Lehren der Geisteswissenschaft liegt, da beginnt schon die Esoterik, da beginnt schon unsere Seele sich umzuwandeln, da beginnt schon mit uns etwas Ähnliches, wie etwa vorgehen würde, sagen wir, mit einem Wesen, das vorher nur gesehen hätte Hell und Dunkel und das dann durch eine besondere, andere Organisation der Augen anfangen würde, Farben zu sehen: die ganze Welt würde anders aussehen für ein solches Wesen. Wir brauchen es nur zu bemerken, wir brauchen es uns nur zu gestehen, dann werden wir finden: die ganze Welt beginnt anders auszusehen, wenn wir die spirituelle Selbsterziehung eine Weile durchmachen, die wir haben können in einer geisteswissenschaftlichen Vereinigung. Dieses Sich-Erziehen zu einer ganz bestimmten Empfindung gegenüber der geistigen Welt, dieses Sich-Erziehen zu einem Hinblicken auf etwas, was hinter den physischen Tatsachen steht, das ist eine Frucht der geisteswissenschaftlichen Bewegung in der Welt, und das ist das Wichtigste am spirituellen Verständnis. Wir sollen nicht glauben, daß wir uns spirituelles Verständnis aneignen können durch eine bloße Sentimentalität, dadurch daß wir immer nur sagen, wir wollen unsere Gefühle mit Liebe durchdringen. Das wollen andere Menschen auch, wenn sie gute Menschen sind; damit würden wir uns nur einen gewissen Hochmut heranerziehen. Wir müssen uns vielmehr klar sein, wie wir unsere Gefühle dadurch erziehen, daß wir auf uns wirken lassen die Erkenntnis der Tatsachen einer höheren Welt, und durch diese Erkenntnis unsere Seele umgestalten. Diese besondere Art und Weise, unsere Seele zu einer Empfindung gegenüber einer höheren Welt zu erziehen, diese Art und Weise macht den Geisteswissenschafter aus. Dieses Verständnis brauchen wir zunächst, wenn wir über die Dinge reden wollen, von denen in diesem Vortragszyklus gesprochen werden soll.

[ 7 ] The spiritual is, at first, in a sense hidden and veiled from external perception—from what the outer human being can perceive and do. This is the defining characteristic of the spiritual: that a person can only perceive it when they make an effort, even if only to a small degree, to become different from what they are at the outset. We work together in our Spiritual Science societies. Indeed, we do not merely hear this or that truth there—such as that there are different worlds, or that the human being consists of various members or bodies, or whatever one wishes to call them—but by allowing all of this to take effect within us, even if we do not always notice it, our soul gradually becomes something different, even without undergoing an esoteric development. What we learn on the basis of Spiritual Science transforms our soul into something different from what it was before. Compare, for instance, the way you feel after having participated in spiritual life within a spiritual science working group for several years; compare the way you feel, the way you think, with the way you felt and thought before, or with how people who are not interested in Spiritual Science feel and think: Spiritual Science does not merely mean the acquisition of knowledge; Spiritual Science means education in the most eminent sense, a self-education of our soul. We transform ourselves into something different; our interests change, and the focus that a person develops for this or that after a few years of delving into Spiritual Science becomes different. What interested him before no longer interests him; what did not interest him before begins to interest him to the highest degree. One must not simply say: Only those who have undergone esoteric development gain a relationship with the spiritual world. — Esotericism does not begin only with occult development. The moment we join any association of Spiritual Science and are fully committed to it with all our heart, and feel what lies in the teachings of Spiritual Science, that is when esotericism begins; that is when our soul begins to transform; that is when something similar begins to take place within us as would, say, occur with a being who previously could only perceive light and darkness and who, through a special different organization of the eyes, to see colors: the whole world would look different to such a being. We need only notice it, we need only admit it to ourselves, and then we will find: the whole world begins to look different when we undergo a period of spiritual self-education, which we can have in a Spiritual Science association. This training of oneself toward a very specific sensibility toward the spiritual world, this training of oneself to look toward something that lies behind physical facts—this is a fruit of the Spiritual Science movement in the world, and this is the most important aspect of spiritual understanding. We must not believe that we can acquire spiritual understanding through mere sentimentality, by always saying that we want to imbue our feelings with love. Other people want that too, if they are good people; we would only be cultivating a certain arrogance in ourselves. Rather, we must be clear about how we cultivate our feelings by allowing the knowledge of the facts of a higher world to work upon us, and by transforming our soul through this knowledge. This particular way of cultivating our soul to perceive a higher world—this way of doing things—is what defines the Spiritual Science practitioner. We need this understanding first and foremost if we are to speak about the things that will be discussed in this lecture series.

[ 8 ] Derjenige, der mit einem okkult geschulten Blick hinter die physischen Tatsachen zu schauen vermag, der findet hinter all dem, was sich ausbreitet als Farbe, als Töne, als Wärme, als Kälte, was sich ausbreitet an Naturgesetzen, sogleich Wesenheiten, die sich für die äußeren Sinne und für den äußeren Verstand nicht offenbaren, die hinter der physischen Welt liegen. Dann dringt er immer tiefer und tiefer, und er entdeckt sozusagen Welten mit Wesenheiten von immer höherer Gattung. Wenn wir uns ein Verständnis für all das aneignen wollen, was da hinter unserer Sinneswelt liegt, dann müssen wir, gemäß der besonderen Aufgabe, die mir hier gestellt worden ist, eigentlich ausgehen von dem allernächsten, was wir antreffen hinter unserer sinnlichen Welt; von dem, was wir gleichsam antreffen, wenn wir nur den allerersten Schleier heben, den uns die sinnliche Wahrnehmung ausbreitet über das geistige Geschehen. Im Grunde genommen überrascht eigentlich die Welt, die sich dem okkult geschulten Blick als die nächste darstellt, am allermeisten den heutigen Verstand, die gegenwärtige Fassungsgabe. Nun, ich spreche ja zu solchen, welche schon Geisteswissenschaftliches in sich aufgenommen haben, ich darf daher voraussetzen, Sie wissen, daß hinter dem, was uns zunächst äußerlich am Menschen entgegentritt, was wir am Menschen mit unseren Augen sehen, mit unseren Händen greifen, mit unserem Verstande in der gewöhnlichen Anatomie oder Physiologie begreifen können, daß hinter dem, was wir den physischen Menschenleib nennen, wir im geisteswissenschaftlichen Sinne gleich ein nächstes übersinnliches Glied erkennen. Wir nennen dieses nächste übersinnliche Glied des Menschen den Äther- oder auch wohl Lebensleib, den ätherischen Leib. Wir wollen heute nicht von noch höheren Gliedern der Menschennatur sprechen, sondern wollen nur uns klarlegen, daß der okkulte Blick, der da imstande ist, hinter den physischen Körper zu schauen, zunächst den Äther- oder Lebensleib findet. Ein Ähnliches kann nun der okkulte Blick auch tun gegenüber der Natur draußen. Wie wir den Menschen okkult daraufhin anschauen können, ob er hinter seinem physischen Leib noch etwas anderes hat und wie wir dann finden den Ätherleib, den Lebenskörper, so können wir auch die Natur draußen in ihren Farben, in ihren Formen, in ihren Tönen, in ihren Reichen, im mineralischen, pflanzlichen, tierischen, menschlichen Reich, sofern sie uns physisch entgegentreten, anschauen mit dem okkulten Blick, und wir finden dann: So wie wir hinter dem physischen Leib des Menschen den Äther- oder Lebenskörper haben, so finden wir auch eine Art von Äther- oder Lebenskörper hinter der ganzen physischen Natur. Nur ist ein gewaltiger Unterschied zwischen diesem Äther- oder Lebenskörper der ganzen physischen Natur und dem des Menschen. Wenn der okkulte Blick sich auf den Äther- oder Lebenskörper des Menschen richtet, dann sieht er ihn als eine Einheit, als ein zusammenhängendes Gebilde, als eine zusammenhängende Form oder Gestalt. Wenn der okkulte Blick das durchdringt, was sich in der Natur draußen darstellt als Farbe, als Form, als mineralische, pflanzliche, tierische Gebilde, wenn der okkulte Blick das alles durchdringt, dann findet er den Äther- oder Lebenskörper der physischen Natur als eine Vielheit, als eine unendliche Mannigfaltigkeit. Das ist der große Unterschied: ein einziges einheitliches Wesen als Äther- oder Lebenskörper beim Menschen, viele verschiedene, differenzierte Wesen hinter der physischen Natur.

[ 8 ] Those who, with an occultly trained gaze, are able to look beyond physical facts will find, behind all that unfolds as color, as sound, as warmth, as cold, and behind the laws of nature, beings that do not reveal themselves to the outer senses or the outer intellect—beings that lie beyond the physical world. Then they penetrate ever deeper and deeper, and discover, so to speak, worlds inhabited by beings of an ever higher order. If we wish to acquire an understanding of all that lies beyond our sensory world, then, in accordance with the specific task set before me here, we must actually begin with the very nearest thing we encounter beyond our sensory world; with what we encounter, as it were, when we lift only the very first veil that sensory perception spreads over spiritual events. In fact, the world that presents itself as the closest to the occult-trained gaze is actually what surprises the modern mind, the present capacity for comprehension, the most. Well, I am speaking to those who have already taken Spiritual Science into themselves, so I may assume that you know that behind what first meets us externally in the human being—what we see in the human being with our eyes, grasp with our hands, and comprehend with our intellect in ordinary anatomy or physiology—that behind what we call the physical human body, we immediately recognize, in the sense of Spiritual Science, a next supersensible member. We call this next supersensible member of the human being the etheric body, or indeed the Life-Body, the etheric body. We do not wish to speak today of even higher members of human nature, but only to make it clear to ourselves that the occult gaze, which is capable of looking beyond the physical body, first encounters the etheric or Life-Body. The occult gaze can do something similar with regard to nature outside. Just as we can look at a human being occultly to see whether there is something else behind their physical body—and just as we then find the etheric body, the life body—so too can we look at the natural world outside in its colors, its forms, its sounds, its realms—the mineral, plant, animal, and human realms—insofar as they appear to us physically, with the occult gaze, and we then find: Just as we have the etheric or life body behind the human physical body, so too do we find a kind of etheric or life body behind the whole of physical nature. There is, however, a vast difference between this etheric or life body of the entire physical nature and that of the human being. When the occult gaze is directed toward the etheric or life body of the human being, it sees it as a unity, as a coherent structure, as a coherent form or shape. When the occult gaze penetrates what appears in nature as color, as form, as mineral, plant, and animal structures—when the occult gaze penetrates all of this—it finds the etheric or life body of physical nature as a multitude, as an infinite variety. That is the great difference: a single, unified being as the etheric or life body in the human being, many different, differentiated beings behind physical nature.

[ 9 ] Nun muß ich Ihnen den Weg zeigen, durch den man zu einer solchen Behauptung, wie sie eben getan worden ist, kommen kann; zu der Behauptung, daß sich ein Äther- oder Lebensleib — eigentlich eine Äther- oder Lebenswelt —, eine Vielheit, eine Mannigfaltigkeit differenzierter Wesen hinter unserer physischen Natur findet. Wenn ich sagen will, wie man dazu kommen kann, dann kann ich das in die einfachen Worte kleiden: man gelangt immer mehr zu der Anerkennung dieser Äther- oder Lebenswelt hinter der physischen Natur dadurch, daß man beginnt, die ganze Welt, die um einen herum ist, moralisch zu empfinden. Was heißt das: die Welt moralisch empfinden? Wir richten zunächst einmal unseren Blick, von der Erde aufschauend, in die Weiten des Weltenraums, aus denen uns entgegenkommt das Blau des Himmels. Wir nehmen an, wir tun das an einem Tag, an dem kein Wölkchen, nicht das leiseste weiße Silberwölkchen die Himmelsbläue unterbricht. Wir nehmen an, wir blicken überall hin in das sich über uns ausspannende Blau des Himmels. Ob wir das im physischen Sinne anerkennen als etwas Reales oder nicht, darauf kommt es nicht an, auf den Eindruck kommt es zunächst an, den dieses sich ausspannende Blau des Himmels auf uns macht. Nehmen wir an, wir können dieses Sich-Hingeben an das Blaue des Himmels intensiv, lange, lange machen, und wir können es so machen, daß wir vergessen alles dasjenige, was uns sonst aus dem Leben bekannt ist oder was sonst im Leben um uns herum ist. Nehmen wir an, wir könnten alle äußeren Eindrücke, alle Erinnerungen, alle Sorgen des Lebens, alle Bekümmernisse des Lebens für einen Augenblick vergessen und ganz hingegeben sein dem einzigen Eindrucke des blauen Himmels. Ja, das, was ich Ihnen jetzt sage, kann jede menschliche Seele erfahren, wenn sie nur die entsprechenden Veranstaltungen unternimmt; eine allgemein menschliche Erfahrung kann das werden, was ich Ihnen jetzt sage. Nehmen Sie an, eine menschliche Seele blickt so auf nichts als auf das Blau des Himmels schauend: Dann tritt ein gewisser Moment ein, ein Moment, wo aufhört das Blau des Himmels, wo wir nicht mehr Blau sehen, nicht mehr etwas sehen, was wir in irgendeiner menschlichen Sprache mit Blau bezeichnen. Wenn wir aber uns auf unsere eigene Seele besinnen in dem Moment, wo das Blau aufhört für uns blau zu sein, dann werden wir in unserer Seele eine ganz bestimmte Stimmung bemerken: Das Blau verschwindet gleichsam, eine Unendlichkeit tut sich vor uns auf, und in diese Unendlichkeit hinein will eine ganz bestimmte Stimmung unserer Seele, ein ganz bestimmtes Gefühl, eine ganz bestimmte Empfindung unserer Seele sich ergießen in die Leerheit, die da entsteht, wo vorher Blau war. Und wollen wir diese Seelenempfindung, wollen wir das, was da hinaus will in alle unendlichen Fernen, wollen wir das benennen, dann haben wir dafür nur ein Wort: fromm fühlt unsere Seele, fromm gegenüber einer Unendlichkeit, hingegeben fromm. Alle religiösen Gefühle der Menschheitsentwickelung haben im Grunde genommen eine Nuance, welche das in sich schließt, was ich jetzt hier fromm nenne. Fromm hingegeben, religiös gestimmt, moralisch ist der Eindruck des blauen Himmelsgewölbes geworden. Eine moralische Empfindung hat das Blau, das weithin sich dehnt, in unserer Seele hervorgerufen: indem es als Blau verschwunden ist, lebte auf in unserer Seele eine moralische Empfindung gegenüber der äußeren Welt.

[ 9 ] Now I must show you the path by which one can arrive at a statement such as the one just made—the assertion that an etheric or Life-Body—actually an etheric or life world—a multitude, a diversity of differentiated beings, lies behind our physical nature. If I want to explain how one can arrive at this, I can put it in simple terms: one comes to recognize this etheric or life world behind physical nature more and more by beginning to perceive the entire world around us in a moral sense. What does it mean to perceive the world in a moral sense? First of all, we direct our gaze, looking up from the earth, into the vastness of outer space, from which the blue of the sky meets us. Let us suppose we do this on a day when not a single cloud, not even the faintest white silvery cloud, interrupts the blue of the sky. Let us assume we gaze in every direction at the blue of the sky stretching out above us. Whether we acknowledge this in a physical sense as something real or not is irrelevant; what matters first is the impression this expanse of blue sky makes on us. Let us suppose we can surrender ourselves to the blue of the sky intensely, for a long, long time, and we can do so in such a way that we forget everything that is otherwise familiar to us from life or that is otherwise around us in life. Let us suppose we could forget all external impressions, all memories, all the cares of life, all the sorrows of life for a moment and be completely absorbed in the single impression of the blue sky. Yes, what I am telling you now, every human soul can experience, if only it takes the appropriate steps; what I am telling you now can become a universal human experience. Suppose a human soul gazes at nothing but the blue of the sky: Then a certain moment occurs, a moment when the blue of the sky ceases, when we no longer see blue, no longer see something that we would describe as blue in any human language. But if we turn our attention to our own soul at the moment when the blue ceases to be blue for us, then we will notice a very specific mood within our soul: The blue vanishes, as it were; an infinity opens up before us, and into this infinity a very specific mood of our soul, a very specific feeling, a very specific sensation of our soul wants to pour itself into the emptiness that arises where blue was before. And if we wish to name this feeling of the soul, if we wish to name what is striving out into all infinite distances, then we have only one word for it: our soul feels devout, devout in the face of infinity, devoutly surrendered. All religious feelings in the development of humanity essentially possess a nuance that encompasses what I now call “devout.” Pious devotion, a religious mood, a moral sentiment—this is what the impression of the blue vault of heaven has become. The blue that stretches far and wide has evoked a moral sentiment in our soul: as it has vanished as blue, a moral sentiment toward the outer world has come to life in our soul.

[ 10 ] Und jetzt wollen wir uns auf eine andere Empfindung besinnen, wo wir wieder in anderer Weise uns moralisch stimmen können gegenüber der äußeren Natur. Wir wollen hinblicken, wenn die Bäume ausschlagen und die Wiesen sich mit Grün füllen, wir wollen unseren Blick richten auf das Grün, das in der mannigfaltigsten Weise die Erde bedecken oder uns aus den Bäumen entgegentreten kann, und wir wollen es wieder so machen, daß wir alles vergessen, was an äußeren Eindrücken auf unsere Seele wirken kann, und uns lediglich hingeben dem, was da in der äußeren Natur vor uns hintritt als das Grün. Wenn wir wieder imstande sind, uns dem, was real als das Grüne aufschießt, hinzugeben, so können wir dies wieder so weit treiben, daß das Grüne als Grünes für uns verschwindet, wie früher das Blaue als Blaues verschwunden ist. Wir können also wieder nicht sagen, eine Farbe breitet sich vor unserem Blick aus, dafür aber — ich bemerke ausdrücklich, ich erzähle Dinge, die jeder an sich erfahren kann, der die betreffenden Veranstaltungen macht, — fühlt die Seele eigenartig. Sie fühlt: Jetzt verstehe ich das, was ich erlebe, wenn ich in mir vorstelle, wenn ich in mir denke, schaffe, wenn ein Gedanke in mir aufschießt, wenn eine Vorstellung in mir erklingt! Das verstehe ich erst jetzt, das lehrt mich erst das Hervorsprießen des Grünen überall um mich herum. Ich fange an, das Innerste meiner Seele zu verstehen an der äußeren Natur, wenn sie als äußerer Natureindruck verschwunden ist und mir ein moralischer Eindruck dafür geblieben ist. Das Grün der Pflanzen sagt es mir, wie ich fühlen sollte in mir selbst, wenn meine Seele begnadet ist, Gedanken zu denken, Vorstellungen zu hegen. — Wiederum ist ein äußerer Natureindruck verwandelt in eine moralische Empfindung.

[ 10 ] And now let us turn our attention to another sensation, one that allows us to attune ourselves morally to the natural world in a different way. Let us look on as the trees bud and the meadows fill with green, let us direct our gaze to the green that can cover the earth in the most manifold ways or meet us from the trees, and let us do so again in such a way that we forget everything that might affect our soul through external impressions, and devote ourselves solely to what appears before us in the external world as green. If we are once again able to surrender to what actually sprouts as the green, we can take this so far that the green disappears for us as green, just as the blue once disappeared as blue. So we cannot say again that a color spreads out before our eyes, but instead—I note expressly that I am describing things that anyone can experience for themselves who engages in the relevant activities—the soul feels something peculiar. It feels: Now I understand what I experience when I imagine within myself, when I think and create within myself, when a thought springs up within me, when a mental image resounds within me! I understand this only now; this is what the sprouting of green all around me teaches me. I begin to understand the innermost depths of my soul through external nature, when it has vanished as an external impression of nature and a moral impression remains in its place. The green of the plants tells me how I should feel within myself when my soul is gifted with the ability to think thoughts and nurture mental images. — Once again, an external impression of nature is transformed into a moral sensation.

[ 11 ] Oder wir blicken hin auf eine weiße Schneefläche. Sie kann in derselben Art, wie das jetzt hier für das Blau des Himmels und das Grün der Pflanzendecke geschildert worden ist, in uns eine moralische Empfindung auslösen. Sie wird die moralische Empfindung auslösen für alles das, was wir nennen die Erscheinung des Stoffes in der Welt. Und erst, wenn man über die weiße Schneedecke hinschauend alles übrige vergessen hat und das Weiße empfindet und dann verschwinden läßt, dann bekommt man ein Verständnis für das, was die Welt als Stoff erfüllt. Dann fühlt man den Stoff webend und wesend in der Welt.

[ 11 ] Or we look out upon a white expanse of snow. In the same way as has just been described here for the blue of the sky and the green of the vegetation, it can evoke a moral sensation within us. It will evoke a moral sensation for everything we call the manifestation of matter in the world. And only when, gazing over the white blanket of snow, one has forgotten everything else and perceives the white—and then lets it fade away—does one gain an understanding of what fills the world as matter. Then one feels matter weaving and existing in the world.

[ 12 ] Und so kann man alle äußeren Gesichtseindrücke in moralische verwandeln, so kann man Gehöreindrücke in moralische Empfindungen verwandeln. Nehmen wir an, wir hören einen Ton und hören daraufhin seine Oktave. Wenn wir gegenüber diesem Zweiklang eines Grundtones und seiner Oktave wiederum unsere Seele so stimmen, daß sie alles übrige vergißt, alles sonstige aus sich ausschaltet und dann, ganz hingegeben diesem Zweiklange des Grundtones der Prim und der Oktave, endlich es dahinbringt, trotzdem diese zwei Töne tönen, sie nicht mehr zu hören, gleichsam die Aufmerksamkeit abzuwenden von diesem Zweiklang, dann finden wir, daß in unserer Seele wiederum eine moralische Empfindung losgelöst wird. Wir fangen dann an, ein geistiges Verständnis zu empfangen für das, was wir erleben, wenn in uns ein Wunsch lebt, der uns zu irgend etwas hinführen will, und dann unsere Vernunft auf diesen Wunsch wirkt. Das Zusammenklingen von Wunsch und Vernunft, von Gedanke und Begierde, wie sie in der menschlichen Seele leben, dies empfindet sie an einem Ton und seiner Oktave.

[ 12 ] And so one can transform all external visual impressions into moral ones; one can transform auditory impressions into moral feelings. Let us suppose we hear a tone and then hear its octave. If, in response to this two-tone combination of a fundamental tone and its octave, we in turn attune our soul so that it forgets everything else, shuts out everything else, and then, wholly devoted to this two-tone combination of the fundamental tone, the prime, and the octave, finally manages—even though these two tones are sounding—to no longer hear them, as it were, to turn our attention away from this two-tone combination, then we find that a moral sensation is once again aroused in our soul. We then begin to receive a spiritual understanding of what we experience when a desire lives within us that seeks to lead us toward something, and our reason acts upon this desire. The harmony of desire and reason, of thought and longing, as they live in the human soul—this is what the soul perceives in a tone and its octave.

[ 13 ] So könnten wir die mannigfaltigsten Sinnesempfindungen auf uns wirken lassen. Wir könnten auf diese Weise das, was wir ringsherum in der Natur durch unsere Sinne wahrnehmen, gleichsam verschwinden lassen, so daß diese sinnliche Decke hinweggehoben wird; dann würden überall moralische Empfindungen der Sympathie und Antipathie auftreten. Und wenn wir auf diese Weise uns angewöhnen, alles das, was unsere Augen sehen, was unsere Ohren hören, was unsere Hände greifen, was unser Verstand, der an das Gehirn gebunden ist, versteht, auszuschalten und uns angewöhnen, doch der Welt gegenüberzustehen, dann wirkt ein Tieferes in uns als die Sehkraft unserer Augen, als die Hörkraft unserer Ohren, als die Verstandeskraft unseres Gehirndenkens: dann stehen wir mit einem tieferen Wesen der Außenwelt gegenüber. Dann wirkt die Weite der Unendlichkeit auf uns so, daß wir religiös gestimmt werden. Dann wirkt die grüne Pflanzendecke auf uns so, daß wir uns selbst in unserem Innern geistig erblühen fühlen und empfinden. Dann wirkt die weiße Schneedecke so, daß wir an ihr Verständnis gewinnen, was Materie, was Stoff ist in der Welt. Dann erfaßt etwas Tieferes in uns die Welt als das, was sonst die Welt erfaßt. Daher kommen wir auf diese Weise auch zu etwas Tieferem in der Welt als sonst. Da ist gleichsam hinweggezogen der äußere Schleier der Natur, und wir kommen in eine Welt, die hinter diesem äußeren Schleier liegt.

[ 13 ] In this way, we could allow the most diverse sensory impressions to affect us. We could, as it were, make what we perceive through our senses in the natural world around us vanish, so that this sensory veil is lifted; then moral feelings of sympathy and antipathy would arise everywhere. And if we accustom ourselves in this way to set aside everything that our eyes see, that our ears hear, that our hands grasp, that our intellect—bound to the brain—understands, and accustom ourselves to facing the world nonetheless, then something deeper within us takes effect than the sight of our eyes, than the hearing of our ears, than the intellectual power of our brain’s thinking: then we face the external world with a deeper being. Then the vastness of infinity affects us in such a way that we are moved to a religious mood. Then the green blanket of vegetation affects us in such a way that we feel and sense ourselves blossoming spiritually within. Then the white blanket of snow affects us in such a way that we gain an understanding of what matter, what substance, is in the world. Then something deeper within us grasps the world than what otherwise grasps the world. Thus, in this way, we also arrive at something deeper in the world than usual. The outer veil of nature is, as it were, drawn aside, and we enter a world that lies behind this outer veil.

[ 14 ] Geradeso wie wir, wenn wir hinter den physischen Leib des Menschen blicken, in den Äther- oder Lebensleib gelangen, so kommen wir auf diese Weise in ein Gebiet, auf dem sich uns nach und nach mannigfaltige Wesenheiten enthüllen, jene Wesenheiten, welche hinter dem mineralischen Reich, hinter dem pflanzlichen und tierischen Reich wesen und kraften. Die ätherische Welt geht uns nach und nach differenziert in ihren Einzelheiten auf. Man hat in der okkulten Wissenschaft immer das, was auf die geschilderte Weise dem Menschen nach und nach aufgeht, die elementarische Welt genannt, und diejenigen geistigen Wesenheiten, zu denen wir kommen, wenn der Weg beschritten wird, von dem wir gesprochen haben, diese geistigen Wesenheiten sind die elementarischen Geister, die hinter allem Physisch-Sinnlichen verborgen liegen.

[ 14 ] Just as we, when we look beyond the physical body of a human being, enter the etheric or Life-Body, so in this way we enter a realm in which manifold beings gradually reveal themselves to us—those beings who act and work behind the mineral kingdom, behind the plant and animal kingdoms. The etheric world gradually reveals itself to us in all its details. In occult science, what gradually reveals itself to the human being in the manner described has always been called the elemental world, and those spiritual beings we encounter when we tread the path we have spoken of—these spiritual beings are the elemental spirits that lie hidden behind all that is physical and sensory.

[ 15 ] Ich sagte schon, während der ätherische Leib des Menschen ein Einheitliches ist, ist das, was wir als die ätherische Welt der ganzen Natur wahrnehmen, eine Vielheit, eine Mannigfaltigkeit. Wie können wir denn, da das etwas ganz Neues ist, was wir da wahrnehmen, uns in die Möglichkeit versetzen, etwas zu beschreiben von dem, was da hinter der äußeren Natur allmählich auf uns eindringt? Nun, wir können es, wenn wir vergleichsweise an das anknüpfen, was bekannt ist. Wir finden in der ganzen Mannigfaltigkeit, die da hinter der physischen Welt liegt, zunächst Wesenheiten, welche abgeschlossene Bilder geben für den okkulten Blick. Ja, ich muß schon an Bekanntes anknüpfen, um das zu charakterisieren, was wir da zunächst finden. Abgeschlossene Bilder, Wesenheiten von bestimmter Begrenzung nehmen wir wahr, von denen wir sagen können, daß sie sich ihrer Form oder Gestalt nach beschreiben lassen. Diese Wesenheiten sind die eine Klasse dessen, was wir zunächst finden hinter der physisch-sinnlichen Welt. Eine zweite Klasse von Wesenheiten, die wir da finden, können wir nur beschreiben, wenn wir absehen von dem, was sich in festen Formen zeigt, was feste Gestalten hat, wenn wir aussprechen das Wort Metamorphose, Gestaltenwandlung. Das ist das Zweite, was sich dem okkulten Blick darbietet. Wesen, die bestimmte Formen haben, gehören zur einen Klasse, Wesen, die eigentlich in jedem Augenblick ihre Gestalt wandeln, die, indem sie uns entgegentreten und wir glauben sie zu fassen, schon wieder anders sind, so daß wir ihnen nur folgen können, wenn wir selber unsere Seele beweglich und empfänglich machen, gehören zu dieser zweiten Klasse.

[ 15 ] As I have already said, while the human etheric body is a unified whole, what we perceive as the etheric world of all nature is a multitude, a diversity. Since what we perceive there is something entirely new, how can we enable ourselves to describe something of what is gradually coming to us from behind outer nature? Well, we can do so if we relate it, by way of comparison, to what is already known. In the whole diversity that lies behind the physical world, we first find entities that present complete images to the occult eye. Yes, I must indeed build upon the familiar to characterize what we first find there. We perceive complete images, entities with definite boundaries, of which we can say that they can be described in terms of their form or shape. These entities constitute one class of what we initially find beyond the physical-sensory world. A second class of entities that we find there can only be described if we look beyond what appears in fixed forms, what has fixed shapes—if we use the word metamorphosis, or transformation of form. This is the second thing that presents itself to the occult gaze. Beings that have definite forms belong to one class; beings that actually change their form at every moment—who, just as they appear before us and we believe we have grasped them, are already different again—so that we can only follow them if we ourselves make our soul flexible and receptive—belong to this second class.

[ 16 ] Der okkulte Blick findet die erste Klasse von Wesenheiten, die eine ganz bestimmte Form haben, eigentlich nur dann, wenn er von solchen Voraussetzungen aus, wie sie Ihnen geschildert worden sind, in die Tiefen der Erde hineindringt. Ich habe Ihnen gesagt, man soll alles das, was in der Außenwelt auf uns wirkt, zu moralischer Wirkung erheben, wie es geschildert worden ist. Wir haben als Beispiel angeführt, wie man zu moralischen Eindrücken erheben kann das Blau des Himmels, das Grün der Pflanzen, das Weiß des Schnees. Nehmen wit an, wir dringen in das Innere der Erde ein. Wenn wir uns zu Genossen, sagen wir, von Bergarbeitern machen, dann kommen wir, in das Innere der Erde dringend, allerdings in Gebiete, in denen wir nicht unser Auge zunächst so schulen können, daß es einen Blick in einen moralischen Eindruck verwandelt. Aber wir merken da in unserem Gefühl Wärme, differenzierte Wärmeunterschiede. Diese müssen wir erst empfinden, das muß der physische Eindruck, der physische Natureindruck sein, wenn wir in das Reich des Irdischen eintauchen. Wenn wir diese Wärmedifferenzen, diese Wärmeverschiebungen ins Auge fassen und das, was sonst auf unsere Sinne wirkt, indem wir da hinuntergehen, außer acht lassen, dann bekommen wir gerade durch dieses Eindringen in das Innere der Erde, durch dieses Uns-verbundenFühlen mit dem Wirksamen des Inneren der Erde, ein bestimmtes Erlebnis: Wenn wir nämlich dann alles außer acht lassen, was da Eindrücke macht, wenn wir uns bemühen, da unten nichts zu empfinden, auch nicht die Wärmedifferenzen, durch die wir uns nur vorbereitet haben, wenn wir uns bemühen, nichts zu hören und zu sehen, sondern den Eindruck nachwirken zu lassen so, daß das als ein Moralisches aus unserer Seele herauftaucht, dann ersteht vor unserem okkulten Blick diejenige Klasse von schaffenden Naturwesenheiten, die eigentlich in allem Irdischen, namentlich in allem Metallischen, für den Okkultisten real wirksam ist und die sich seiner Imagination, seiner imaginativen Erkenntnis in scharfumrissenen Gestalten der verschiedensten Art zum Ausdruck bringt. Derjenige, der mit einer okkulten Erziehung und zu gleicher Zeit mit einer gewissen Liebe zur Sache — die gehört ganz besonders dazu auf diesem Gebiete — sich zum Genossen von Bergleuten macht, der in Bergwerke eindringt und da unten vergessen kann alle äußeren Eindrücke, der fühlt aufgehen vor seiner Imagination die nächste Klasse sozusagen von Wesenheiten, die hinter allem Irdischen, allem Metallischen namentlich, schaffend und webend sind. Ich spreche heute noch nicht davon, wie Volksmärchen und Volkssagen sich dessen, was in solcher Weise real ist, bemächtigt haben, ich möchte Ihnen zuerst einmal gleichsam trocken die Tatsachen, die sich dem okkulten Blick darbieten, erzählen. Denn nach der Aufgabe, die mir gestellt ist, muß ich empirisch vorgehen, muß ich zunächst erzählen, was man da findet in den verschiedenen Naturreichen. So habe ich es verstanden, als das Thema mir gestellt worden ist.

[ 16 ] The occult gaze actually encounters the first class of beings—those that have a very specific form—only when it penetrates into the depths of the Earth based on the conditions described to you. I have told you that we should elevate everything that affects us in the outer world to a moral effect, as has been described. We have cited as an example how one can elevate the blue of the sky, the green of the plants, and the white of the snow to moral impressions. Let us suppose we penetrate into the interior of the Earth. If we make ourselves companions, say, of miners, then, as we penetrate into the interior of the Earth, we do indeed enter regions where we cannot initially train our eyes to transform a glance into a moral impression. But there we perceive warmth in our feelings, subtle differences in temperature. We must first sense these; this must be the physical impression, the physical impression of nature, when we plunge into the realm of the earthly. If we take these temperature differences, these shifts in warmth, into account and disregard what otherwise affects our senses as we descend, then it is precisely through this penetration into the Earth’s interior, through this feeling of being connected to the active forces of the Earth’s interior, that we gain a specific experience: For when we disregard everything that makes an impression there, when we strive to feel nothing down there—not even the temperature differences through which we have merely prepared ourselves—when we strive to hear and see nothing, but allow the impression to linger so that it emerges from our soul as a moral force, then the class of creative natural beings that is actually real and active for the occultist in all earthly things, particularly in all metallic substances, arises before our occult gaze, and this class expresses itself to his imagination, to his imaginative knowledge, in sharply defined forms of the most varied kinds. He who, with an occult education and at the same time with a certain love for the subject — which is particularly relevant in this field — makes himself a companion to miners, who penetrates into mines and can forget all external impressions down there, feels the next class, so to speak, of beings rising before his imagination, beings who are creating and weaving behind all earthly things, especially all metallic ones. I will not speak today of how folk tales and legends have taken hold of what is real in this way; I would first like to recount to you, so to speak, the bare facts that present themselves to the occult gaze. For according to the task set before me, I must proceed empirically; I must first describe what is found there in the various kingdoms of nature. This is how I understood it when the topic was assigned to me.

[ 17 ] Ebenso, wie man mit dem okkulten Blick so in seiner Imagination festbegrenzte Naturwesenheiten wahrnimmt, wie man auf diese Weise festgeformte Wesenheiten vor sich haben kann, für die man Grenzen sieht, die man aufzeichnen könnte, so ergibt sich eine andere Möglichkeit für den okkulten Blick, einen Eindruck zu haben von Wesenheiten, die unmittelbar hinter dem Schleier der Natur stehen. Wenn man, sagen wir, an einem Tag, wo die Witterungsverhältnisse sich jeden Augenblick ändern, wo beispielsweise Wolken sich bilden, aus den Wolken der Regen herunterfällt, wo vielleicht auch, von der Erdoberfläche ausgehend, wiederum Nebel sich aufwärts heben — wenn man an einem solchen Tage sich diesen Erscheinungen in derselben Weise hingibt, wie vorhin geschildert, so daß man einen moralischen Eindruck an die Stelle des physischen treten läßt, dann kann man wieder ein bestimmtes Erlebnis haben. Besonders geeignet ist es, wenn man sich dem eigentümlichen Spiel hingibt, sagen wir, einer in einem Wasserfall sich zerstäubenden, sich überschlagenden Wassermasse; wenn man sich hingibt den sich bildenden, sich auflösenden Nebeln und dem Wasserdunst, der die Luft erfüllt und rauchförmig nach oben geht, oder wenn man einen feinen Regen nach unten strömen sieht oder auch ein leises Rieseln durch die Luft gehen fühlt. Wenn man all dem gegenüber moralisch empfindet, so ergibt das die zweite Klasse von Wesenheiten, denen gegenüber wir anwenden möchten das Wort Metamorphose, Verwandlung. Diese zweite Gruppe von Wesenheiten könnten wir nicht zeichnen, so wenig wie man eigentlich den Blitz malen kann. Man kann eine bestimmte Gestalt, die nur einen Augenblick vorhanden ist, festhalten, im nächsten ist das alles schon verwandelt. Also solche sich immer verwandelnden Wesenheiten, deren Symbol wir für die Imagination höchstens finden können in den sich verwandelnden Wolkengebilden, sie erscheinen uns als die zweite Klasse von Wesenheiten.

[ 17 ] Just as one perceives natural beings clearly defined within one’s imagination through the occult gaze, just as one can have before oneself beings thus firmly formed, for which one sees boundaries that one could trace, so another possibility arises for the occult gaze to gain an impression of beings standing immediately behind the veil of nature. If, let us say, on a day when weather conditions change from moment to moment, when, for example, clouds form and rain falls from them, when perhaps, rising from the earth’s surface, mist also rises upward — if, on such a day, one surrenders to these phenomena in the same way as described earlier, so that one allows a moral impression to take the place of the physical one, then one can again have a specific experience. It is particularly suitable when one surrenders to the peculiar play of, say, a mass of water breaking up and tumbling in a waterfall; when one surrenders to the mists forming and dissolving and the water vapor that fills the air and rises like smoke, or when one sees a fine rain streaming downward or feels a gentle drizzle passing through the air. If one perceives all this with a sense of the moral, this yields the second class of entities to which we wish to apply the word metamorphosis, transformation. We could not draw this second group of entities, any more than one can actually paint a flash of lightning. One can capture a specific form that exists for only a moment; in the next, it has already transformed. Thus, such ever-changing entities, whose symbol we can at best find in the imagination in the shifting cloud formations, appear to us as the second class of entities.

[ 18 ] Aber wir machen noch auf eine andere Weise als Okkultisten Bekanntschaft gerade mit diesen Wesenheiten. Wenn wir Pflanzen betrachten, wie sie zur Frühlingszeit aus der Erde herauskommen — wohlgemerkt, wenn sie die ersten grünen Sprossen heraustreiben, nicht später, wenn sie sich schon anschicken, Früchte zu tragen —, dann fühlt der okkulte Blick, daß dieselben Wesenheiten, die er entdeckt hat in den zerstäubenden und sich wiederum überschlagenden Wassermassen und in den sich sammelnden Nebeln, umspülen die Pflanzenknospen. So daß wir sagen können, daß, wenn wir hier aus der Erde die Pflanze heraussprossen sehen, wir sie überall umspült sehen von solchen sich metamorphosierenden Wesenheiten. Und der okkulte Blick fühlt dann, als wenn das, was da oben unsichtbar über der Pflanzenknospe webt und west, etwas zu tun hätte mit dem, was die Pflanze aus dem Boden herausstreben macht, herausholt aus dem Boden. Ja sehen Sie, meine lieben Freunde, die gewöhnliche physische Wissenschaft erkennt nur das Wachstum der Pflanzen, weiß nur, daß die Pflanze eine Triebkraft hat, die von unten nach oben sprießt. Der Okkultist aber erkennt: Bei der Blüte ist das anders. Nehmen wir an, da wäre ein junger Pflanzensproß. Der Okkultist erkennt um den jungen Pflanzensproß herum sich metamorphosierende Wesenheiten, die gleichsam entlassen sind aus der Umgebung und herunterdringen; die nicht bloß, wie es das physische Wachstumsprinzip tut, von unten nach oben gehen, sondern die von oben nach unten wirkend die Pflanzen herausholen aus dem Boden. So daß der okkulte Blick im Frühling, wenn die Erde sich mit Grün überdeckt, etwas fühlt wie aus dem Weltall herniedersteigende Naturkräfte, die herausholen das, was in dem Erdenboden ist, damit das Erdeninnere ansichtig werden kann des Himmels, der äußeren Umwelt. Ein immer Bewegliches ist über der Pflanze, und das ist das Charakteristische, daß der okkulte Blick sich eben eine Empfindung dafür aneignet, daß das, was da die Pflanze umwebt, dasselbe ist, was in dem verdunstenden und sich zu Regen ballenden Wasser auch vorhanden ist. Das ist die zweite Klasse von, sagen wir, Naturkräften und Naturwesenheiten.

[ 18 ] But as occultists, we come into contact with these very beings in yet another way. When we observe plants emerging from the earth in the spring—mind you, when they are putting forth their first green shoots, not later, when they are already preparing to bear fruit— then the occult gaze senses that the very same beings it has discovered in the atomizing and surging masses of water and in the gathering mists are washing around the plant buds. So that we can say that when we see the plant sprouting from the earth here, we see it surrounded on all sides by such metamorphosing beings. And the occult gaze then senses that what is weaving and moving invisibly above the plant bud has something to do with what causes the plant to strive upward from the ground, to draw itself out of the ground. Yes, you see, my dear friends, ordinary physical science recognizes only the growth of plants; it knows only that the plant has a driving force that sprouts from the bottom upward. The occultist, however, recognizes: With flowering, it is different. Let us suppose there is a young plant shoot. The occultist perceives metamorphosing beings around the young plant shoot, beings that are, as it were, released from the surroundings and descend; beings that do not merely, as the physical principle of growth does, move from bottom to top, but which, acting from top to bottom, draw the plants out of the ground. So that in spring, when the earth is covered with green, the occult gaze senses something like natural forces descending from the cosmos, drawing out what is in the earth’s soil so that the earth’s interior may become visible to the heavens, the outer environment. There is something ever-moving above the plant, and the characteristic feature is that the occult gaze acquires a sense that what envelops the plant is the very same thing that is present in the water as it evaporates and gathers into rain. This is the second class of, let us say, natural forces and natural beings.

[ 19 ] Wenn wir morgen übergehen zur Schilderung der dritten und vierten Klasse, die noch viel interessanter ist, so wird sich uns das noch genauer zeigen. Das müssen wir festhalten, wenn wir solche Betrachtungen anstellen, die so weit abliegen von dem gegenwärtigen Bewußtsein der Menschheit: Alles, was uns entgegentritt im Physischen, ist durchzogen von einem Geistigen. Wie wir uns den einzelnen Menschen durchdrungen zu denken haben von dem, was der okkulte Blick als den Ätherleib sieht, so haben wir uns alles, was da draußen in der Welt webt und west, durchdrungen zu denken von einer Vielheit, von einer Mannigfaltigkeit von geistigen, spirituellen lebendigen Wesenheiten und Kräften. Das soll der Gang unserer Betrachtungen sein, daß wir zunächst einfach die Tatsachen schildern, die der okkult geschulte Blick erleben kann an der Außenwelt; Tatsachen, die sich ergeben, wenn wir anschauen die Tiefen der Erde, den Luftkreis, das, was in den einzelnen Naturreichen geschieht, was in den Himmelsweiten bei den sich bewegenden Planeten, bei den die Himmelsräume erfüllenden Fixsternen geschieht, und daß wir das Ganze erst zuletzt zu einer Art von theoretischer Erkenntnis verbinden, die uns aufklären kann über das, was geistig unserem physischen Weltall und seinen verschiedenen Reichen und Gebieten zugrunde liegt.

[ 19 ] When we move on tomorrow to describing the third and fourth classes, which are even more interesting, this will become even clearer to us. We must bear this in mind when we engage in such reflections, which are so far removed from humanity’s present consciousness: Everything we encounter in the physical world is permeated by the spiritual. Just as we must conceive of the individual human being as permeated by what the occult gaze perceives as the etheric body, so must we conceive of everything that weaves and flows out there in the world as permeated by a multitude, a diversity of spiritual, living beings and forces. This is to be the course of our reflections: that we first simply describe the facts that the occult-trained eye can perceive in the external world; facts that emerge when we observe the depths of the earth, the atmosphere, what occurs in the individual kingdoms of nature, what happens in the vastness of the heavens among the moving planets and the fixed stars that fill the celestial spaces, and that only at the very end do we synthesize the whole into a kind of theoretical insight that can enlighten us regarding what spiritually underlies our physical universe and its various kingdoms and realms.