Spiritual Entities
in Heavenly Bodies and Nature Realms
GA 136
8 April 1912, Helsinki
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Spiritual Entities in Heavenly Bodies and Nature Realms, tr. SOL
Sechster Vortrag
Sixth Lecture
[ 1 ] Gestern haben wir versucht, ein Planetensystem zu betrachten, wie es abhängig ist von den verschiedenen geistigen Wesenheiten der drei gleichsam übereinandergeschichteten Hierarchien, die wir im Lauf der bisherigen Vorträge zu beschreiben suchten. Wir haben eine Vorstellung davon gewonnen, was alles an einem Planeten beteiligt ist, und wir haben gesehen, wie der Planet seine Form erhält, also seine abgeschlossene Gestalt, dadurch, daß da wirken die Geister der Form. Wir haben ferner gesehen, daß das innere Leben, die innere Beweglichkeit des Planeten eine Wirkung ist der Tätigkeit der Geister der Bewegung. Dasjenige, was wir das niederste Bewußtsein des Planeten nennen können, das wir vergleichen können mit dem Bewußtsein, das beim Menschen in seinem astralischen Leibe vorhanden ist, das haben wir zuzuteilen den Geistern der Weisheit. Jene Impulse, durch die der Planet nicht feststehend im Raum ist, sondern im Raum seinen Ort ändert, wir haben sie zuzuteilen den Geistern des Willens oder den Thronen. Dasjenige, was den Planeten eingliedert in sein ganzes System, wodurch er sozusagen nicht seinen eigenen Weg im Raume geht, sondern so schreitet, daß seine Bewegungsimpulse im Einklang sind mit den Bewegungsimpulsen seines ganzen Planetensystems, zu dem er gehört, das, was also die Einzelbewegung eines Planeten im Zusammenhang mit dem ganzen Planetensystem regelt, das ist eine Wirkung der Cherubim. Und endlich dasjenige, was wir nennen können das innere seelische Leben des Planeten, wodurch der Planet gleichsam in Verbindung tritt mit den anderen Himmelskörpern, wie der Mensch durch seine Sprache etwa mit anderen Menschen in Verbindung tritt, das schreiben wir den Seraphim zu. So daß wir im Planeten einen Zusammenhang zu betrachten haben, innerhalb dessen dasjenige, was von den Geistern der Form kommt, nur wie eine Art von Kern vorhanden ist; dagegen ergibt sich etwas für jeden Planeten wie eine Art von geistiger Atmosphäre, wir könnten auch sagen etwas wie eine Aura, in welcher die Geister der beiden höheren Hierarchien leben, die oberhalb der Geister der Form sind.
[ 1 ] Yesterday we attempted to examine a planetary system and how it depends on the various spiritual beings of the three hierarchies, which are, as it were, superimposed one upon the other, and which we have sought to describe in the course of our lectures so far. We have gained a mental image of all that is involved in a planet, and we have seen how the planet acquires its form—that is, its complete shape—through the activity of the spirits of form. We have also seen that the inner life, the inner mobility of the planet, is an effect of the activity of the spirits of movement. That which we may call the lowest consciousness of the planet—which we can compare to the consciousness present in the human being within his astral body—we must attribute to the spirits of wisdom. Those impulses through which the planet is not fixed in space but changes its position within space—we must attribute them to the spirits of will or the Thrones. That which integrates the planet into its entire system, whereby it does not, so to speak, follow its own path in space, but moves in such a way that its impulses of motion are in harmony with the impulses of motion of the entire planetary system to which it belongs—that which, in other words, regulates the individual motion of a planet in relation to the entire planetary system—this is an effect of the Cherubim. And finally, what we might call the inner spiritual life of the planet, through which the planet, as it were, enters into connection with the other celestial bodies, just as a human being enters into connection with other human beings through language, we attribute to the Seraphim. Thus, we must consider a context within the planet in which that which comes from the Spirits of Form is present only as a kind of core; in contrast, there arises for each planet something like a spiritual atmosphere—we might also say something like an aura—in which the spirits of the two higher hierarchies, which stand above the Spirits of Form, dwell.
[ 2 ] Nun aber müssen wir, wenn wir alles das richtig verstehen wollen, was wir im letzten Vortrag angeführt haben und was ich soeben versuchte, in ein paar Sätzen zu wiederholen, uns noch mit anderen Vorstellungen bekannt machen, mit Vorstellungen, welche wir am leichtesten gewinnen werden, wenn wir von den Wesenheiten jener Hierarchie ausgehen, die unmittelbar sozusagen nach oben, nach der geistigen Welt zu, an den Menschen angrenzt, wenn wir also ausgehen von den Wesenheiten der dritten Hierarchie. Wir haben gesagt, daß diese Wesenheiten der dritten Hierarchie dadurch charakterisiert werden, daß das, was beim Menschen Wahrnehmung ist, bei ihnen Offenbarung ist, und dasjenige, was beim Menschen Innenleben ist, ist bei ihnen Geist-Erfüllung. Schon in jenen Wesenheiten, die wir um eine Stufe höher stehen haben in der Rangordnung der Welt als die Menschen selber, bei den Engeln, Angeloi, finden wir diese Eigentümlichkeit, daß sie eigentlich dasjenige wahrnehmen, was sie aus sich selber heraus offenbaren, und daß sie, wenn sie in ihr Inneres einkehren, nicht etwas so Selbständiges, in sich Abgeschlossenes haben wie der Mensch, sondern daß sie in ihrem Innern dann aufleuchten und aufsprießen fühlen die Kräfte und Wesenheiten der höheren Hierarchien, die über ihnen sind, kurz, daß sie sich erfüllt, inspiriert fühlen von dem Geist der höheren Hierarchien, von den Wesenheiten, die über ihnen sind. So ist das, was wir beim Menschen selbständiges Innenleben nennen, eigentlich bei diesen Wesenheiten nicht vorhanden. Wollen sie ihr eigenes Wesen entwickeln, wollen sie das, was sie sind, gleichsam wie der Mensch denken, fühlen und wollen, so offenbart sich alles gleich nach außen; nicht wie beim Menschen, der da in sich selber verschließen kann seine Gedanken und seine Gefühle und der seine Willensimpulse ungetan lassen kann. Was als Gedanken in diesen Wesen lebt, insofern sie diese Gedanken selber hervorbringen, das ist zugleich auch ihre Offenbarung nach außen. Und wenn sie sich nicht offenbaren wollen, dann können sie nicht anders in ihr Inneres einkehren, als sich wiederum im Innern erfüllen mit der über ihnen stehenden Welt. So lebt im Innern dieser Wesenheiten die über ihnen stehende Welt, oder, wenn sie sich selber leben, leben sie sich nach außen hin objektiv dar.
[ 2 ] Now, however, if we wish to properly understand everything we discussed in the last lecture—and which I have just attempted to summarize in a few sentences—we must familiarize ourselves with other mental images, mental images that we will most easily grasp if we start with the beings of that hierarchy which, so to speak, lies immediately above, toward the spiritual world, and which is adjacent to human beings—in other words, if we start with the beings of the third hierarchy. We have said that these beings of the third hierarchy are characterized by the fact that what is perception in human beings is revelation in them, and what is inner life in human beings is spiritual fulfillment in them. Even in those beings who stand one step higher in the world’s hierarchy than human beings themselves—in the angels, the Angeloi—we find this peculiarity: that they actually perceive what they reveal from within themselves, and that when they turn inward, they do not have something as independent and self-contained as humans do, but rather they feel the forces and beings of the higher hierarchies above them light up and spring forth within them; in short, they feel fulfilled and inspired by the Spirit of the higher hierarchies, by the beings above them. Thus, what we call an independent inner life in human beings is actually not present in these beings. If they wish to develop their own being, if they wish to think, feel, and will—as it were—in the same way as human beings, then everything is immediately revealed outwardly; not as with human beings, who can enclose their thoughts and feelings within themselves and leave their impulses of will unacted upon. What lives as thoughts within these beings—insofar as they produce these thoughts themselves—is at the same time their outward revelation. And if they do not wish to reveal themselves, they can do nothing other than turn inward, only to be filled within by the world that stands above them. Thus the world that stands above them lives within these beings; or, when they live themselves, they manifest themselves outwardly as objective entities.
[ 3 ] Diese Wesenheiten können also nichts in sich verbergen, was Produkt ihres eigenen Denkens oder Fühlens wäre, denn es würde sich alles, was sie in ihrem Innern sich erarbeiten, nach außen zeigen. Sie können, wie wir in einem der vorigen Vorträge erwähnt haben, nicht lügen, so daß das, was sie vorstellen, was sie fühlen, nicht stimmen würde mit der Außenwelt. Sie können nicht irgendeine Vorstellung in sich haben, die mit irgendeiner Außenwelt nicht stimmen würde, denn jene Vorstellungen, die sie in ihrem Innern haben, nehmen sie eben wahr in ihrer Offenbarung. Nun aber wollen wir einmal annehmen, diese Wesenheiten bekämen das Gelüste, ihre eigene Natur zu verleugnen; was würde sich da zeigen? Nun, bei den Wesenheiten, die wir als Engel, Erzengel und Geister der Zeiten oder Archai bezeichnet haben, finden wir durchaus, daß alles das, was sich ihnen offenbart, was sie wahrnehmen können, sozusagen ihr eigenes Wesen ist. Würden sie lügen wollen, dann würden sie in ihrem Innern etwas entwickeln müssen, was zu ihrem eigenen Wesen nicht stimmt. Jede Lüge wäre eine Verleugnung ihrer Natur, das heißt aber nichts anderes als eine Betäubung, eine Vernichtung der eigenen Wesenheit. Nehmen wir aber an, dennoch würden diese Wesenheiten das Gelüste bekommen, in ihrem Innern etwas zu erleben, was sie nicht unmittelbar nach außen hin offenbaren — dann würden sie eben eine andere Natur annehmen müssen.
[ 3 ] These beings, therefore, cannot conceal anything within themselves that is a product of their own thoughts or feelings, for everything they develop within themselves would be revealed to the outside world. As we mentioned in one of the previous lectures, they cannot lie, so that the mental images they imagine or feel would not correspond to the external world. They cannot have any mental image within themselves that would not correspond to the external world, for the mental images they have within themselves are precisely the ones they perceive in their manifestation. But now let us suppose that these beings were to feel the urge to deny their own nature; what would then be revealed? Now, in the case of the beings we have designated as angels, archangels, and spirits of the ages or Archai, we find that everything that is revealed to them, everything they can perceive, is, so to speak, their own being. If they were to wish to lie, they would have to develop within themselves something that does not correspond to their own being. Every lie would be a denial of their nature, but that means nothing other than a numbing, a destruction of their own being. But let us suppose that these beings nevertheless felt the urge to experience within themselves something that they do not immediately reveal outwardly—then they would simply have to assume a different nature.
[ 4 ] Das, was ich Ihnen jetzt geschildert habe, die Verleugnung der Natur der Wesenheiten der dritten Hierarchie, das Annehmen einer anderen Natur, das ist wirklich geschehen, es ist im Laufe der Zeiten geschehen. Wir werden noch sehen im Laufe der Vorträge, warum es geschehen mußte, aber wir wollen zunächst einmal darauf aufmerksam machen, daß es geschehen ist, daß tatsächlich unter den Wesen der dritten Hierarchie sich solche gefunden haben, welche das Gelüste bekamen, in ihrem Innern Erlebnisse zu haben, die sie nicht nach außen hin zu zeigen brauchten, das heißt, sie bekamen das Gelüste, ihre Natur zu verleugnen. Was ist für diese Wesenheiten dadurch eingetreten? Es ist dadurch etwas eingetreten, was die anderen Wesenheiten, die ihre Natur beibehalten innerhalb der dritten Hierarchie, nicht haben können: die Wesenheiten der dritten Hierarchie können keine innere Selbständigkeit haben, wie sie der Mensch etwa hat. Wollen sie in ihrem Innern leben, so müssen sie sich gleich erfüllen mit der geistigen Welt, die über ihnen steht. Das war das Gelüste einer gewissen Anzahl von Wesenheiten dieser dritten Hierarchie, in ihrem Innern etwas zu entwickeln, was ihnen nicht gleich in der Außenwelt als Wahrnehmung, das heißt als Offenbarung ihres eigenen Wesens entgegentrete. Damit war die Notwendigkeit gegeben, ihre eigene Natur zu verleugnen, eine andere Natur anzunehmen. Um eigenes Leben, innere Selbständigkeit entwickeln zu können, mußte eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie ihre Natur aufgeben, verleugnen. Sie mußten sozusagen an sich selber bewirken, daß gewisse innere Erlebnisse sich nicht nach außen offenbarten. Fragen wir uns jetzt: Was waren denn die Gründe, die diese Wesenheiten bewogen haben können, solch ein Gelüste in sich zu entwickeln? Wenn wir die Natur der Wesenheiten der dritten Hierarchie mit der Offenbarung und Geist-Erfüllung ins Auge fassen, dann merken wir, daß eigentlich diese Wesenheiten ganz und gar in den Dienst der Wesenheiten der höheren Hierarchien gestellt sind, daß sie eigentlich kein Eigenleben haben. Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann.
[ 4 ] What I have just described to you—the denial of the nature of the beings of the third hierarchy, the adoption of a different nature—actually happened; it occurred over the course of time. We will see in the course of these lectures why it had to happen, but let us first draw attention to the fact that it did happen, that among the beings of the third hierarchy there were indeed some who developed a desire to have inner experiences that they did not need to reveal outwardly—that is, they developed a desire to deny their nature. What has come about for these beings as a result? Something has come about that the other beings, who retain their nature within the third hierarchy, cannot have: the beings of the third hierarchy cannot have inner independence, as human beings do, for example. If they wish to live within themselves, they must immediately fill themselves with the spiritual world that stands above them. This was the desire of a certain number of beings of this third hierarchy: to develop within themselves something that does not immediately confront them in the outer world as perception—that is, as a revelation of their own being. This necessitated the denial of their own nature and the adoption of a different nature. In order to develop their own life and inner independence, a number of beings of the third hierarchy had to give up and deny their nature. They had to, so to speak, bring about within themselves that certain inner experiences would not be revealed outwardly. Let us now ask ourselves: What were the reasons that might have moved these beings to develop such a desire within themselves? If we consider the nature of the beings of the third hierarchy in light of revelation and spiritual fulfillment, we realize that these beings are actually entirely placed in the service of the beings of the higher hierarchies, that they actually have no life of their own. Angels have no independent life; their life is revelation, is there for the whole world, and as soon as they do not reveal themselves, the life of the higher hierarchies shining into them is present within them. What moved a number of them to deny their nature was a sense of power, a sense of independence, a sense of freedom. At a certain time, a number of beings of the third hierarchy were seized by the impulse, the urge, not merely to be dependent on the beings of the higher hierarchies, but to develop an independent life within themselves. This accomplished an extraordinary amount for the entire evolution of the planetary system to which we initially belong. For these beings, whom we might call the rebels of the third hierarchy, have accomplished nothing less than preparing humanity’s own independence—the possibility that human beings might now develop an independent life for themselves, one that does not manifest itself directly outwardly, but can be an inner life independent of external manifestation.
[ 5 ] Ganz absichtlich mache ich, um dieses Verhältnis, um das es sich hier handelt, zu charakterisieren, so viele Worte. Aus dem Grund mache ich so viele Worte, weil es außerordentlich wichtig ist, ganz genau zu fassen, um was es sich hier handelt. Es handelt sich darum, daß der Trieb entstand in einer Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie, selbständige innere Lebendigkeit zu entwickeln. Alles übrige war nur Folge, war nur Konsequenz dieses Triebes. Aber was war diese Folge? Diese Folge war im Grunde genommen etwas Furchtbares: die Verleugnung des eigenen Wesens, die Unwahrheit, die Lüge.
[ 5 ] I am deliberately using so many words to describe the relationship at issue here. I am using so many words because it is extremely important to define exactly what is being discussed. The point is that an impulse arose in a number of beings of the third hierarchy to develop independent inner vitality. Everything else was merely a result, merely a consequence of this impulse. But what was this result? This result was, in essence, something terrible: the denial of one’s own being, untruth, and lies.
[ 6 ] Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwickelung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwickelung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden. Geradeso wie wenn jemand, sagen wir, eine Reise zu Fuß zu machen hat, die über einen Regentag hin dauert, er notwendigerweise in den Kauf nehmen muß, den Regen auszuhalten und naß zu werden, während er das gar nicht beabsichtigt hat, geradeso haben die Geister, von denen hier die Rede ist, keineswegs irgendeine Tat unternommen, um in Unwahrheit zu versinken. Ihre Tat entspringt aus der Absicht, inneres Leben, innere Regsamkeit zu entwickeln, und die Folge, die Konsequenz davon war, daß sie zugleich Geister der Unwahrheit wurden.
[ 6 ] You see, the point is for you to understand that the spirits of the third hierarchy, having acquired this impulse, did not do what they subsequently did in order to lie, but for the sake of developing a life of their own, but with this development of an independent life, they had to accept the consequence of becoming spirits of untruth, spirits of the denial of their own beings—in other words, spirits of falsehood. Just as when someone, let us say, has to make a journey on foot that lasts through a rainy day, they must necessarily accept the fact that they will have to endure the rain and get wet, even though they had no intention of doing so, so too did the spirits in question by no means undertake any action with the aim of sinking into untruth. Their action stems from the intention to develop inner life and inner activity, and the result, the consequence of this, was that they simultaneously became spirits of untruth.
[ 7 ] Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mußten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mußten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.
[ 7 ] All those spiritual beings, then, who have come into being in this way—as a second category alongside the spirits of the third hierarchy—through the denial of their inner nature, are called in occultism the Luciferic spirits. The concept of the Luciferic spirits essentially consists in the fact that these spirits seek to develop an independent inner life. The question now is simply: what did these spirits have to do to achieve their goal? We have just seen what they had to develop as a consequence. What they had to do to reach their goal—to develop an independent inner life—will become clear to us through another line of thought. What, then, did these spirits wish to overcome? They wished to overcome the spiritual fulfillment with the substance of the higher hierarchies. They did not wish to be filled merely with these beings of the higher hierarchies, but with their own being. They could do this only by, instead of filling themselves with the spirit of the higher hierarchies and, as it were, leaving open the free view toward the higher hierarchies, cutting themselves off, separating themselves from the beings of the higher hierarchies, in order to thereby procure their own substance from the substance of the higher hierarchies.


[ 8 ] Wir können uns über das, um was es sich handelt, eine genaue Vorstellung machen, wenn wir uns das Folgende denken. Wir denken uns symbolisch graphisch dargestellt die Wesenheiten der dritten Hierarchie so, daß sie ihr eigenes Wesen gleichsam wie ihre Haut nach außen offenbaren, daß jedesmal eine Offenbarung wie ein Aufleuchten ihres Wesens entsteht, wenn sie inneres Denken oder Fühlen entwickeln. In dem Augenblick, wo sie sich nicht selbst offenbaren, da nehmen sie dasjenige auf, was als Licht der höheren Hierarchien in sie hereinfließt; da erfüllen sie sich mit dem Geiste der höheren Hierarchien und öffnen gleichsam ihre ganze Wesenheit nach diesen höheren Hierarchien. Die geistigen Wesenheiten der dritten Hierarchie, von denen ich Ihnen jetzt erzählt habe, wollen nicht geist-erfüllt sein, nicht zusammenhängen mit der geistigen Substanz der Hierarchien. Sie wollen selbständiges geistiges Leben. Sie schnüren sich daher ab, sie spalten sich ab, so daß über ihnen ist das Wesen der höheren Hierarchien. Da heben sie den Zusammenhang auf und spalten sich als selbständige Wesenheiten ab, in ihrem Inneren das eigene Licht dadurch erhaltend, daß sie dasjenige gleichsam rauben, was sie nur erfüllen sollte und hinaufgehen sollte nach den höheren Hierarchien. Das rauben sie für sich, füllen sich in ihrem Inneren damit aus und entwickeln dadurch eine selbständige Seite. Dies ist nun eine Vorstellung, die uns Aufklärung verschaffen kann über Vorgänge im Kosmos, ohne welche wir ein Sternensystem, überhaupt den Bestand der Sterne, wie wir sie als Menschen mit dem physischen Bewußtsein kennen, gar nicht zu begreifen in der Lage wären. Ohne diese Vorstellungen begreift man gar nicht das Leben der Sterne, das Leben der Himmelskörper.
[ 8 ] We can form a clear mental image of what this is all about if we consider the following. We can imagine the beings of the third hierarchy symbolically depicted in such a way that they reveal their own nature outwardly, as it were, like their skin, so that every time they develop inner thought or feeling, a revelation arises like a flash of their being. At the moment when they do not reveal themselves, they take in that which flows into them as the light of the higher hierarchies; then they fill themselves with the spirit of the higher hierarchies and, as it were, open their entire being toward these higher hierarchies. The spiritual beings of the third hierarchy, of whom I have now spoken to you, do not wish to be filled with spirit, nor to be connected with the spiritual substance of the hierarchies. They desire an independent spiritual life. They therefore sever themselves, they split off, so that above them is the being of the higher hierarchies. There they sever the connection and split off as independent beings, thereby receiving their own light within themselves by, as it were, robbing that which was only meant to fill them and ascend to the higher hierarchies. They rob this for themselves, fill themselves with it within, and thereby develop an independent aspect. This is now a mental image that can provide us with insight into processes in the cosmos, without which we would be completely unable to comprehend a star system—or indeed the very existence of the stars—as we know them as human beings with physical consciousness. Without these mental images, one cannot comprehend the life of the stars, the life of the celestial bodies.
[ 9 ] Sehen Sie, ich habe jetzt versucht, Ihnen anzudeuten, wie gewisse Wesenheiten der dritten Hierarchie zu ganz anderen Wesenheiten werden: zu luziferischen Geistern. Dasjenige, was mit den Wesenheiten der dritten Hierarchie vorgeht, das kann allerdings nicht in derselben Weise geschehen bei den Wesenheiten der anderen Hierarchien, aber etwas Ähnliches geht auch mit ihnen vor sich. Es wird uns das, was mit den Wesenheiten der anderen Hierarchien vor sich geht, insbesondere wenn wir es anwenden auf die Betrachtung der Geister der Form, eine Vorstellung davon geben, wie eigentlich ein Planetensystem sich bildet.
[ 9 ] You see, I have now tried to suggest to you how certain beings of the third hierarchy become entirely different beings: Luciferic spirits. What happens to the beings of the third hierarchy cannot, of course, occur in the same way with the beings of the other hierarchies, but something similar does take place with them as well. What happens to the beings of the other hierarchies—especially when we apply this to the study of the spirits of form—gives us a mental image of how a planetary system actually forms.


[ 10 ] Wir haben am Schlusse der gestrigen Betrachtung gesehen, daß das, was unser Blick zunächst wahrnimmt am Planeten, von den Geistern der Form herrührt. Aber es ist dies, wenn man es so darstellt, noch nicht ganz genau gesprochen. Wenn Sie nämlich den Planeten, sagen wir den Mars oder den Saturn oder Jupiter, der draußen im Weltenraum steht, so betrachten, wie Sie ihn mit den physischen Augen oder mit einem Fernrohr als Planeten sehen, so haben Sie in dem, was er Ihnen als solche Form zeigt, nicht ohne weiteres die Geister der Form. Betrachten wir zum Beispiel einmal den äußersten Planeten, der eine lange Zeit hindurch als der äußerste auch unseres Sonnensystems gegolten hat. Später kam ja, wie wir noch sehen werden, Uranus und Neptun dazu, wir wollen aber zunächst als äußersten den Saturn betrachten. Betrachten wir den Saturn mit dem physischen Blick, dann haben wir draußen im Weltenraum — ich will absehen von dem Ring — eine Art leuchtender Kugel. Für den Okkultisten, für denjenigen, der die geistigen Vorgänge im Kosmos verfolgt, ist diese Kugel, die da draußen gesehen wird, nicht dasjenige, was der Okkultist den Saturn nennt, wohlgemerkt, sondern für den Okkultisten heißt etwas ganz anderes Saturn. Für den Okkultisten heißt Saturn dasjenige, was den ganzen Raum erfüllt, der begrenzt ist von der scheinbaren elliptischen Bahn des Saturn. Sie wissen, daß die Astronomie einen Weg des Saturn beschreibt, den sie auffaßt als einen Weg des Saturn um die Sonne. Wie es damit sein mag, wollen wir jetzt nicht weiter berühren, aber wenn Sie diese gewöhnliche Vorstellung zu Hilfe nehmen, sich hier in der Mitte die Sonne vorstellen und den äußeren Kreis als den Weg des Saturn, wie ihn die Astronomie annimmt, beschreiben, so ist alles das, was innerhalb der Saturnbahn, innerhalb der Saturnellipse ist, für den Okkultisten der Saturn. Denn für den Okkultisten ist nicht nur das, was das physische Auge als die äußerste physische Materie des Saturn sieht, nicht nur das, was da glänzt am Himmel, der Saturn, sondern der Okkultist weiß, der okkulte Blick lehrt es uns, daß tatsächlich eine Art von Substanzanhäufung besteht, welche von der Sonne bis zu der Saturnbahn hingeht, so daß, wenn wir alles das mit dem okkulten Blick ins Auge fassen bis zu dieser Saturnbahn hin, wir eine Art ätherischer Erfüllung in dem ganzen Raum haben (weite Schrafherung). Sie müssen sich das, was innerhalb dieser Bahn liegt, erfüllt denken von ätherischer Substanz, allerdings nicht kugelförmig, sondern so, daß wir es mit einer Art stark abgeplatteter Kugel, mit einer Linse zu tun haben. Wenn wir also das von der Seite her ansehen würden, so würden wir, wenn wir hier die Sonne hätten, den Saturn des Okkultisten so zu zeichnen haben: eine ganz abgeplattete Kugel, und hier würde das sein, was als physischer Saturn zu bezeichnen ist.
[ 10 ] At the end of yesterday’s discussion, we saw that what our eyes first perceive in a planet originates from the spirits of form. But to put it this way is not yet entirely accurate. For when you look at a planet—say, Mars, Saturn, or Jupiter—out there in outer space, as you see it with your physical eyes or through a telescope, the form it presents to you does not necessarily contain the spirits of form. Let us consider, for example, the outermost planet, which for a long time was regarded as the outermost planet of our solar system as well. Later, as we shall see, Uranus and Neptune were added, but for now let us consider Saturn as the outermost. If we look at Saturn with the physical eye, then out there in space—I will disregard the ring—we have a kind of luminous sphere. For the occultist, for the one who follows the spiritual processes in the cosmos, this sphere that is seen out there is not what the occultist calls Saturn—mind you—but for the occultist, Saturn means something entirely different. For the occultist, Saturn is that which fills the entire space bounded by Saturn’s apparent elliptical orbit. You know that astronomy describes a path of Saturn, which it conceives as Saturn’s path around the Sun. We will not go into that further now, but if you take this common mental image as a guide, imagine the Sun here in the center, and describe the outer circle as Saturn’s path as assumed by astronomy, then everything that lies within Saturn’s orbit, within Saturn’s ellipse, is Saturn for the occultist. For the occultist, it is not merely what the physical eye sees as Saturn’s outermost physical matter, not merely what shines there in the sky, is Saturn; rather, the occultist knows—the occult gaze teaches us—that there actually exists a kind of accumulation of substance extending from the Sun to Saturn’s orbit, so that when we take in all of this with the occult gaze up to this orbit of Saturn, we have a kind of ethereal filling throughout the entire space (broad hatching). You must imagine what lies within this orbit as filled with etheric substance, though not spherical, but rather such that we are dealing with a sort of strongly flattened sphere, with a lens. So if we were to look at this from the side, and if we had the Sun here, we would have to draw the occultist’s Saturn as follows: a completely flattened sphere, and here would be what is to be designated as the physical Saturn.
[ 11 ] Wir werden noch besser verstehen, um was es sich da handelt, wenn wir gleich eine Vorstellung anschließen, die wir in ähnlicher Weise aus der okkulten Wissenschaft heraus über den Jupiter gewinnen können. Nicht wahr, die äußere physische Astronomie nennt den Jupiter jenen leuchtenden Körper, den sie, sagen wir, als zweiten um die Sonne kreisen läßt (innerer Kreis). Für den Okkultisten ist nicht das der Jupiter, sondern alles das, was innerhalb der Jupiterbahn liegt (engere Schraffierung). Von der Seite gesehen hätten wir den Jupiter so zu zeichnen, daß, wenn wir den Saturn so weit schraffieren, wir etwas enger schraffieren könnten den Jupiter. Und das, was der Astronom beschreibt, das ist nur ein Körper, der sozusagen an dem äußersten Rand des wahren okkulten Jupiter ist. Das, was ich hier sage, sind nicht bloße theoretische Begriffe oder Phantastereien, sondern die Sache ist wirklich so, daß zwar nicht grobphysische Materie, aber feine ätherische Substanz den Raum innerhalb der Saturnbahn ausfüllt in seiner linsenförmig abgeplatteten kugeligen Gestalt, wie es hier gezeichnet ist. Und ebenso ist es eine Tatsache, daß dieser zweite kleinere Raum für den Jupiter wirklich von einer anderen ätherischen Substanz ausgefüllt ist, welche die erste durchdringt, so daß nur hier zwischen den beiden Bahnen einfache Äthersubstanz ist, da drinnen aber zwei Äthersubstanzen ineinander stecken, sich gegenseitig durchdringen. Und nun fragen wir: Was tun bei dieser ganzen Anordnung die Geister der Form? Nun, jener Geist der Form, welcher zugrunde liegt dem Saturn, der begrenzt eben, gibt Form dieser Äthersubstanz hier, welche wir im okkulten Sinn den Saturn nennen. Diese äußerste Linse also ist in ihrer Formung so gestaltet worden durch den Geist des Saturn, der ein Geist der Form ist. Ebenso ist die Linse des Jupiter durch den Geist der Form, der dem Jupiter zugeteilt ist, gestaltet, die Linse des Mars durch den Geist des Mars, der ein Geist der Form ist.
[ 11 ] We will understand even better what this is all about if we now consider a mental image that we can similarly derive from occult science regarding Jupiter. Isn’t it true that conventional physical astronomy calls Jupiter that luminous body which it, let’s say, has orbiting the Sun as the second (inner circle)? For the occultist, that is not Jupiter, but rather everything that lies within Jupiter’s orbit (closer hatching). Viewed from the side, we would have to draw Jupiter such that, if we hatch Saturn to this extent, we could hatch Jupiter somewhat more tightly. And what the astronomer describes is merely a body that lies, so to speak, at the very edge of the true occult Jupiter. What I am saying here are not mere theoretical concepts or fantasies, but the fact is that, although not gross physical matter, a fine etheric substance fills the space within Saturn’s orbit in its lenticular, flattened spherical form, as is drawn here. And it is likewise a fact that this second, smaller space for Jupiter is truly filled with a different etheric substance, which permeates the first, so that only here between the two orbits is there simple etheric substance, whereas inside there are two etheric substances interlocked, mutually permeating one another. And now we ask: What do the spirits of form do in this entire arrangement? Well, that spirit of form which underlies Saturn—which delimits—gives form to this etheric substance here, which we call Saturn in the occult sense. This outermost lens, then, has been shaped in its formation by the spirit of Saturn, which is a spirit of form. Likewise, the lens of Jupiter is shaped by the Spirit of Form assigned to Jupiter, and the lens of Mars by the Spirit of Mars, which is a Spirit of Form.
[ 12 ] Nun fragen wir aber: Wo ist denn eigentlich der Geist der Form, der dem Saturn, oder der, der dem Jupiter, der dem Mars entspricht? Wenn wir von einem Ort, an dem diese Geister sind, sprechen wollen, wo ist dieser Ort? Ja, im gewöhnlichen Sinn des Wortes läßt sich darüber nicht sprechen, sondern man kann nur sagen: Diese geistigen Wesenheiten, die wir die Geister der Form nennen, die wirken als Kräfte innerhalb der ätherischen Substanz, die ich eben erwähnt habe, aber sie haben alle einen gemeinsamen Mittelpunkt, und dieser gemeinsame Mittelpunkt ist nichts anderes als die Sonne. Wenn wir also den eigentlichen Ort, von dem aus die Geister der Form wirken, sowohl der Geist des Saturn wie der des Jupiter wie der des Mars und so weiter, auch der Geist der Form, der der Erde entspricht, wenn wir den Angriffspunkt, den Ausgangspunkt, von dem aus diese Geister der Form wirken, aufsuchen, so finden wir ihn in der Sonne. Das heißt, diese Geister der Form, die unseren Planeten entsprechen, sie sind gleichsam ein Kollegium, ein Komitee von Geistern, das seinen Sitz in der Sonne hat und von der Sonne aus gewisse Äthersubstanzen, Äthermassen, begrenzt, so daß das entsteht, was wir nun genannt haben «okkulter Saturn», «okkulter Jupiter» und so weiter. Jetzt fragen wir uns: Wie wäre es, wenn nur diese Geister der Form wirken würden?
[ 12 ] But now we ask: Where, exactly, is the spirit of form corresponding to Saturn, or the one corresponding to Jupiter, or the one corresponding to Mars? If we wish to speak of a place where these spirits are, where is that place? Yes, in the ordinary sense of the word, one cannot speak of it; rather, one can only say: These spiritual beings, whom we call the spirits of form, act as forces within the etheric substance I just mentioned, but they all have a common center, and this common center is nothing other than the Sun. So if we seek the actual place from which the spirits of form act—the spirit of Saturn, the spirit of Jupiter, the spirit of Mars, and so on, including the spirit of form corresponding to the Earth—if we seek the point of action, the starting point from which these spirits of form act, we find it in the Sun. That is to say, these spirits of form corresponding to our planets are, as it were, a college, a committee of spirits, which has its seat in the Sun and, from the Sun, delimits certain etheric substances, etheric masses, so that what we have now called “occult Saturn,” “occult Jupiter,” and so on comes into being. Now we ask ourselves: What would it be like if only these spirits of form were at work?
[ 13 ] Nun, der ganze Sinn der Betrachtungen, die wir angestellt haben, kann Ihnen zeigen, daß im Grunde genommen diese physischen Planeten nicht da wären, wenn diese Geister der Form allein wirken würden. Sie hätten ja gleichsam ihren Sitz da, wo sie ein Kollegium bilden, in der Sonne, und wir hätten rings herum die planetarischen Sphären bis zur Saturnsphäre, denn es würden sozusagen konzentrische Kugeln, abgeplattete Kugelschalen da sein als okkulte Planeten: die äußerste Kugelschale von dünnster Äthersubstanz, die nächste von etwas dichterer und die innerste von dichtester Äthersubstanz. Nicht würden also, wenn diese Geister der Form allein wirken würden, die physischen Planeten da sein, sondern kugelförmige Äthermassen-Anhäufungen, welche begrenzt würden durch das, was die physische Astronomie heute die Planetenbahnen nennt. Nun aber entsprechen innerhalb des Kosmos auch den Geistern der Form solche geistige Wesenheiten, welche gleichsarn eine Art Rebellen bilden gegen ihre gleiche Klasse. Wie wir bei den Wesenheiten der dritten Hierarchie die luziferischen Geister finden, die zur Herstellung jenes selbständigen Innenlebens sich abschnüren von der geistigen, von der spirituellen Substanz der höheren Hierarchien, so finden wir auch, daß innerhalb der Kategorie der Geister der Form solche da sind, welche sich abschnüren, welche die übrige Entwickelung der Geister der Form nicht mitmachen, sondern welche eine eigene Entwickelung durchmachen. Diese Geister der Form widersetzen sich den normalen Geistern der Form, stellen sich ihnen entgegen. Und nun geschieht folgendes:
[ 13 ] Well, the whole point of the considerations we have made can show you that, strictly speaking, these physical planets would not exist if these spirits of form were acting alone. They would, so to speak, have their seat where they form a college, in the Sun, and we would have the planetary spheres all around it up to the sphere of Saturn, for there would be, so to speak, concentric spheres, flattened spherical shells, as occult planets: the outermost spherical shell of the thinnest etheric substance, the next of somewhat denser, and the innermost of the densest etheric substance. Thus, if these spirits of form were to act alone, the physical planets would not be there, but rather spherical accumulations of etheric mass, which would be bounded by what physical astronomy today calls the planetary orbits. Now, however, within the cosmos there also correspond to the spirits of form such spiritual beings who likewise form a kind of rebellion against their own class. Just as we find among the beings of the third hierarchy the Luciferic spirits who, in order to create that independent inner life, sever themselves from the spiritual substance of the higher hierarchies, so too do we find that within the category of the spirits of form there are those who sever themselves, who do not participate in the further development of the spirits of form, but who undergo their own development. These spirits of form oppose the normal spirits of form; they stand in opposition to them. And now the following occurs:
[ 14 ] Nehmen wir einmal an, wir hätten hier an diesem Punkt den Mittelpunkt des geistigen Kollegiums der Geister der Form; es würde derjenige Geist der Form, welcher auf den Saturn hin wirkt, hervorrufen diese Ätherkugel, so daß durch diesen Geist der Form eine solche abgeplattete Ätherkugel entstünde. An einem äußersten Punkt dieser Ätherkugel wirkt nun entgegen diesem Geist der Form, der aus dem Mittelpunkt der Sonne heraus wirkt, der Rebell, derjenige, der eine Art luziferischer Geist der Form ist. Der wirkt ihm von außen herein entgegen. So daß wir den normalen Geist der Form von der Sonne nach außen, zentrifugal, wirksam haben; der bewirkt den okkulten Saturn, welcher da als eine mächtige Ätherkugel mit dem Mittelpunkt in der Sonne anzusehen ist. An der Peripherie wirkt aus dem Weltenraum herein ein abnormer Geist der Form, welcher sich abgeschnürt hat von den Wesen der normalen Geister der. Form, und durch das Zusammenwirken dessen, was aus dem Weltenraum hereinwirkt, und dessen, was von der Sonne hinauswirkt, entsteht hier eine Einstülpung, die zuletzt zu einer wirklichen Abschnürung wird, und das ist der physische Planet Saturn. So daß wir uns vorzustellen haben, daß da, wo das Auge den physischen Planeten Saturn sieht, zwei Kräfte zusammenwirken: die eine, normale Kraft des Geistes der Form, die von der Sonne nach auswärts wirkt, und ihr entgegen in einem bestimmten Punkt der abgespaltene Geist der Form. Dadurch entsteht dort eine Einstülpung, der Äther wird eingestülpt, und diese Einstülpung, die sieht das physische Auge als den physischen Saturn. Und ebenso verhält es sich mit dem physischen Jupiter, dem physischen Mars.
[ 14 ] Let us suppose that we have here, at this point, the center of the spiritual college of the spirits of form; it would be the spirit of form that acts upon Saturn that would bring about this etheric sphere, so that through this spirit of form such a flattened etheric sphere would come into being. At an outermost point of this etheric sphere, the rebel—who is a kind of Luciferic spirit of form—now acts in opposition to this spirit of form, which works from the center of the Sun. He acts against it from the outside in. So that we have the normal Spirit of Form acting outward from the Sun, centrifugally; this brings about the occult Saturn, which is to be regarded there as a mighty etheric sphere with its center in the Sun. At the periphery, an abnormal spirit of form acts in from outer space, having severed itself from the beings of the normal spirits of form; and through the interaction of that which acts in from outer space and that which acts out from the Sun, an invagination arises here that ultimately becomes a true constriction, and that is the physical planet Saturn. So that we must create a mental image of the situation in which the eye sees the physical planet Saturn, in which two forces are interacting: the one, normal force of the Spirit of Form, which acts outward from the Sun, and, opposing it at a specific point, the separated Spirit of Form. This creates an invagination there; the ether is invaginated, and this invagination is what the physical eye perceives as the physical Saturn. And the same applies to the physical Jupiter and the physical Mars.


[ 15 ] Sie sehen hier an diesem besonderen Beispiel, wie eigentlich in den einzelnen Fällen das zustande kommt, was wir die Maja nennen, die große Illusion. In Wahrheit ist an der Stelle, wohin man in der physischen Astronomie einen Planeten versetzt, ein Zusammenwirken von zwei Kräften, und nur dadurch, daß in Wahrheit eigentlich ein großer, mächtiger ätherischer Himmelskörper da ist, der durch eine entgegenwirkende Kraft ein Loch bekommt, an einer Seite eingestülpt wird, dadurch entsteht der Schein des physischen Planeten. Denn in Wahrheit haben wir es hier eigentlich mit einer Einstülpung zu tun, und ganz genau müßte zunächst die Sache so geschildert werden: Die Geister der Form dehnten die ätherische Substanz von der Sonne her aus bis zu einer gewissen Grenze; hier wirken entgegen die abnormen Geister der Form und stülpen die Materie ein, so daß eigentlich ein Loch entsteht in der Äthersubstanz. In bezug auf die ursprüngliche ätherische Substanz des Planeten ist nämlich dort gerade nichts, wo das physische Auge den Planeten zu sehen glaubt, und der wirkliche Planet ist dort, wo das physische Auge nichts sieht. Das ist das Eigenartige der Maja: an der Stelle, wo der physische Planer gesehen wird, ist ein Loch. Sie werden vielleicht sagen, das sei eine kuriose Vorstellung, daß eigentlich da, wo der physische Planet gesehen wird, ein Loch sein soll, denn Sie werden sich berufen auf unsere Erde. Unsere Erde müßte ja im Sinne dessen, was auseinandergesetzt worden ist, nun eigentlich auch eine Art abgeplatteter Kugel sein, die ihren Mittelpunkt in der Sonne hat, und sie müßte auch am äußersten Rande solch eine Einstülpung, solch eine Art Loch sein. Sie können sagen: Schöne Sache das, wir wissen doch ganz genau, daß wir auf der festen, massiven Erde herumgehen! — Ebenso könnten wir annehmen, daß da, wo der Saturn, der Jupiter, der Mars ist, daß da selbstverständlich massive Ausfüllungen sein müßten, nicht Löcher. Und dennoch, auch da, wo Sie herumgehen auf unserer Erde, wo Sie glauben im Sinne der Majawahrnehmung auf festem, massivem Boden zu gehen, auch da gehen Sie in Wahrheit auf einem Loch herum. Unsere Erde selber, insofern sie physische Massenanhäufung ist, ist ein Loch im Weltenraum, eine Einbohrung im Weltenraum. Alle physische Materie kommt nämlich dadurch zustande, daß sich Kräfte begegnen, die von den Geistern der Form herrühren. So haben wir hier die Begegnung von Kräften der normalen Geister der Form und von Kräften der abnormen Geister der Form. Die prallen aufeinander. Es entsteht in Wahrheit eine Einstülpung, und damit zugleich an dieser Stelle ein Zerbrechen der Form, aber eben nur der Form. Die Form zerbricht, und es entsteht diese Einbohrung. Und zerbrochene Form, zersplitterte Form, das ist in Wahrheit Materie. Materie im physischen Sinne gibt es nur da, wo Formen zersplittert werden. So sind auch die Planeten draußen zersplitterte Formen.
[ 15 ] Here, in this particular example, you can see how what we call the maya—the great illusion—actually comes about in individual cases. In truth, at the point where physical astronomy places a planet, there is an interaction of two forces, and it is only because there is actually a large, powerful etheric celestial body there—which is pierced by a counteracting force and turned inward on one side—that the appearance of the physical planet arises. For in truth we are actually dealing here with an invagination, and strictly speaking the matter should first be described as follows: The spirits of form extend the etheric substance from the Sun out to a certain limit; here the abnormal spirits of form act in opposition and invaginate the matter, so that a hole actually arises in the etheric substance. For in relation to the planet’s original etheric substance, there is precisely nothing where the physical eye believes it sees the planet, and the real planet is where the physical eye sees nothing. That is the peculiarity of maya: at the point where the physical planet is seen, there is a hole. You might say that this is a curious mental image, that there should actually be a hole where the physical planet is seen, for you will refer to our Earth. According to what has been explained, our Earth should actually also be a kind of flattened sphere with its center in the Sun, and it should also have such an invagination, such a kind of hole, at its outermost edge. You might say: That’s a nice idea, but we know perfectly well that we walk around on solid, massive Earth! — Likewise, we might assume that where Saturn, Jupiter, and Mars are, there must of course be massive solid bodies, not holes. And yet, even where you walk on our Earth, where you believe—in the sense of sensory perception—that you are walking on solid, massive ground, even there you are in truth walking on a hole. Our Earth itself, insofar as it is a physical accumulation of mass, is a hole in space, a borehole in space. All physical matter comes into being, in fact, through the encounter of forces that originate from the spirits of form. Thus, we have here the encounter of forces from the normal spirits of form and forces from the abnormal spirits of form. They collide. In truth, an invagination arises, and with it, at this point, a breaking of the form—but only of the form. The form breaks apart, and this indentation arises. And broken form, shattered form—that is, in truth, matter. Matter in the physical sense exists only where forms are shattered. Thus, the planets out there are also shattered forms.
[ 16 ] In unserem Planetensystem haben die Geister der Form, wie ja aus dem ganzen Geist der bisherigen Betrachtungen hervorgeht, Hilfen. Sie stellen die Grenzen her, wie wir das eben beschrieben haben. Aber über den Geistern der Form stehen die Geister der Bewegung, über diesen die Geister der Weisheit, über diesen die Geister des Willens, über ihnen die Cherubim und über den Cherubim die Seraphim. Für alle diese geistigen Wesenheiten gibt es auch solche, welche sich vergleichen lassen mit dem, was wir beschrieben haben als die luziferischen Geister. So daß wir je am äußersten Rande, da, wo ein Planet sich bildet, nicht bloß die Geister der Form zusammenwirkend haben, sondern daß sich da immer etwas so abspielt, daß von der Sonne aus die Wirksamkeit der normalen Hierarchien geht und von außen nach innen die der abnormen, der rebellischen Hierarchien.
[ 16 ] In our planetary system, the spirits of form have helpers, as is evident from the overall spirit of our previous considerations. They establish the boundaries, as we have just described. But above the spirits of form stand the spirits of movement, above these the spirits of wisdom, above these the spirits of will, above them the cherubim, and above the cherubim the seraphim. For all these spiritual beings, there are also those who can be compared to what we have described as the Luciferic spirits. So that at the very outer edge, where a planet is forming, we do not merely have the spirits of form working together, but rather something always takes place there such that the activity of the normal hierarchies emanates from the Sun, and that of the abnormal, the rebellious hierarchies, from the outside in.
[ 17 ] Die Seraphim und die Cherubim, das sind diejenigen Hierarchien, die ebenso zu dem ganzen Spiel der Kräfte hier gehören wie die Geister der Form. Die haben die Aufgabe, aus dem Mittelpunkt des Planetensystems, aus dem Sonnenmittelpunkt her nach außen zu tragen die Kraft des Lichtes. Indem die Wesenheiten der höheren Hierarchien, Cherubim und Seraphim, Träger des Lichtes werden, haben sie nun dasselbe Verhältnis zu dem Licht, wie die Kräfte der Geister der Form es zu der Äthersubstanz haben. Wie die Kräfte der normalen Geister der Form nach außen gehen und ihnen die abnormen entgegenwirken und dadurch eine Einbohrung entsteht, so wirken auch die Kräfte, welche das Licht tragen, ausfüllend den ganzen Ätherraum, aber da wirken ihnen die abnormen entgegen, so daß der Planet das Licht aufhält. Ebenso wie er aufhält die Kräfte der Geister der Form, so hält er das Licht auf, wirft es zurück und erscheint damit als ein Reflektor, als ein Zurück werfer des Lichtes, das ihm die Geister, die wir als Cherubim und Seraphim bezeichnen, von der Sonne aus zutragen. Daher haben die Planeten auch kein Eigenlicht, weil sie die Kraft des Lichtes, die ihnen als Wesenheiten zukommen würde, wenn sie sich gegenüber den normalen Cherubim und Seraphim öffnen würden, für sich in Anspruch nehmen, weil sie sich einhüllen, abschnüren von dem Ganzen. Jeder Planet hat auch solch eingeschnürtes, abgesondertes Licht. Es ist nicht richtig, daß die Planeten nur erborgtes Licht von der Sonne haben. Jeder Planet hat sein Eigenlicht, nur hat er dieses Licht abgeschnürt, hält es in sich selber verborgen, entwickelt es zu einem selbständigen inneren Lichtleben. Wir werden sehen, daß sie es nur ihren eigenen Wesenheiten der Naturreiche mitteilen, die auf dem betreffenden Planeten sind. Dasjenige Licht aber, dem sie sich öffnen sollen, das sie aufnehmen sollen von außen, das ihnen von der Sonne durch die Cherubim und Seraphim zugetragen wird, dem verschließen sie sich, das werfen sie zurück. Daher sind sie für den Weltenraum Sterne, die nicht mit eigenem Licht ausgestattet sind. Also in dem Licht, das von der Sonne hinfließt, wird gleichsam eine Einstülpung gemacht, und der Planet wirft sich entgegen dem von der Sonne hinflutenden Licht, hält es auf, wirft es zurück.
[ 17 ] The Seraphim and the Cherubim are the hierarchies that are just as much a part of the entire interplay of forces here as the Spirits of Form. Their task is to carry the power of light outward from the center of the planetary system, from the center of the Sun. By becoming bearers of light, the beings of the higher hierarchies—the Cherubim and Seraphim—now have the same relationship to light as the forces of the Spirits of Form have to the etheric substance. Just as the forces of the normal Spirits of Form move outward and are counteracted by the abnormal ones, thereby creating a void, so too do the forces that carry the light act to fill the entire etheric space; but there the abnormal ones counteract them, so that the planet holds back the light. Just as it holds back the forces of the spirits of form, so does it hold back the light, reflects it back, and thus appears as a reflector, as a reflector of the light that the spirits we call cherubim and seraphim carry to it from the sun. Therefore, the planets also have no light of their own, because they claim for themselves the power of light that would come to them as beings if they were to open themselves to the normal cherubim and seraphim, because they envelop themselves, cutting themselves off from the whole. Every planet also possesses such constricted, isolated light. It is not correct to say that the planets have only borrowed light from the sun. Every planet has its own light; it has merely cut itself off from this light, keeps it hidden within itself, and develops it into an independent inner life of light. We shall see that they share it only with their own beings of the natural kingdoms that are on the planet in question. But the light to which they are meant to open themselves, which they are meant to receive from outside, which is brought to them from the Sun through the cherubim and seraphim—to that they close themselves off; they cast it back. Therefore, in the cosmos, they are stars that are not endowed with their own light. Thus, in the light flowing from the Sun, an inversion is effected, as it were, and the planet turns itself against the light flowing from the Sun, holds it back, and casts it back.


[ 18 ] Es ist eben dasjenige, was wir in der Sternenwelt zu beobachten haben, vor dem okkulten Blick etwas durchaus anderes, als es sich für die physische Astronomie ausnimmt. Was für diese vorhanden ist, ist eben nichts anderes als die Beschreibung einer Maja, und erst hinter dieser Maja liegt die Wahrheit; denn die Wahrheit hinter der materiellen Welt ist die geistige Welt. Die materielle Welt existiert gar nicht einmal in Wirklichkeit. Das, was man materielle Welt nennt, ist das Zusammenspielen der Kräfte der geistigen Welt.
[ 18 ] It is precisely what we observe in the world of the stars that, to the occult eye, appears quite different from what it seems to physical astronomy. What exists for physical astronomy is nothing other than the description of a maya, and only behind this maya lies the truth; for the truth behind the material world is the spiritual world. The material world does not even exist in reality. What is called the material world is the interplay of the forces of the spiritual world.
[ 19 ] Damit haben wir heute versucht zu beschreiben, wie eigentlich ein solches Planetensystem entsteht. Es ist von der Entstehung eines solchen Planetensystems eigentlich recht wenig bekannt in der äußeren Welt, in der Welt der physischen Wissenschaft, denn diese physische Wissenschaft läßt ein Planetensystem wohl auch aus einer Art ätherischer Anhäufung von Substanz entstehen, aber nun wird sonderbarerweise der allererste Grundsatz versäumt, der in aller Naturwissenschaft gelten sollte. Wie oft wird es den Kindern in der Schule erzählt — ich weiß nicht, ob es auch hier geschieht, aber in Mitteleuropa wird ihnen erzählt —, wie im Sinne des Kant-Laplaceschen Weltentstehungssystems — heute sind ja diese Dinge etwas reformiert, aber bei Betrachtung des Prinzips kommt es darauf nicht an — eine Urmaterie in Rotation gewesen wäre und sich dann abgetrennt hätten die einzelnen Planetenkugeln. Und damit dies recht anschaulich, recht begreiflich wird, wird den Kindern gezeigt in einem kleinen Experiment, wie leicht ein Planetensystem entstehen kann. Man bildet einen großen Tropfen aus einer öligen Substanz, die auf Wasser schwimmt, und macht kunstvoll in der Äquatorrichtung einen Kreis und durchsteckt ihn mit einem Kartenblatt: Oben steckt man dann eine Nadel hinein von Pol zu Pol, dann beginnt man zu drehen und siehe da: künstlich entsteht aus diesem Öltropfen ein kleines, niedliches Planetensystem. Ganz im Sinne der Kant-Laplaceschen Weltentstehungstheorie spalten sich da kleine Tropfen ab, die dann rotieren, und in der Mitte bleibt der größere Tropfen, die Sonne. Was ist natürlicher, als daß man das der Jugend hinstellt als anschaulichen Beweis, daß das auch einmal im großen Weltenraum sich habe abspielen können. Man macht dabei aber einen gewaltigen Fehler, den man in der Naturwissenschaft niemals machen sollte. Man darf bei keinem Experiment, das man macht, gewisse Bedingungen vergessen. Derjenige, welcher Bedingungen vergißt, ohne welche ein Experiment nicht zustande kommen kann, der beschreibt naturwissenschaftlich nicht richtig. Wenn Sie irgendeine wesentliche Bedingung auslassen, so beschreiben Sie naturwissenschaftlich nicht richtig. Die wesentliche Bedingung bei der Entstehung dieses Planetensystems ist aber, daß der Herr Lehrer dasteht und dreht, sonst würde das Ganze nicht zustande kommen. So daß die Kant-Laplacesche Theorie nur möglich wäre, wenn zugleich von denen, die sie vertreten, ein riesiger Lehrer in den Weltenraum hinausversetzt würde, der die ganze ätherische Masse drehen würde. Kleine logische Fehler bemerken die Leute vielleicht auch nicht immer. Solche Kapitalfehler aber, solche logischen Fehler, welche sich in ihrer Wirkungsweise über den ganzen Weltgedanken ausdehnen, merken die Leute oftmals nicht. Nun, ein großer Herr Lehrer ist nicht da, der draußen die Weltenachse drehte, aber es sind vorhanden die einzelnen geistigen Wesenheiten der verschiedenen Hierarchien, die durch das Zusammenspiel ihrer Kräfte hervorbringen die Verteilung und auch die Anordnung der Bewegung der einzelnen Himmelskörper. Das ist denjenigen zu erwidern, welche etwa glauben sollten, daß die gewöhnliche materialistische Theorie, wie sie sich in der Kant-Laplaceschen oder in den späteren Hypothesen ausspricht, genüge, um das Weltensystem zu erklären, und man hätte nicht nötig, auf etwas anderes zu reflektieren, wie die Okkultisten es tun. Solchen, die vom materialistischen Standpunkt etwas einwenden gegen dieses lebendige Zusammenspiel der Hierarchien, muß erwidert werden: Mit dem kapitallogischen Fehler, der von allen kosmisch-materialistischen Hypothesen gemacht werden muß, kommt man nicht durch, denn es gibt keine Möglichkeit, ein Planetensystem zu erklären, ohne zu Hilfe zu rufen das, was der okkulte Blick wirklich schaut. Allerdings zeigt sich für diesen okkulten Blick dann vielfach, daß das, was man mit physischen Sinnen beschreiben muß, eigentlich, in seiner Wahrheit betrachtet, etwas ganz anderes ist. So ist das, was das Auge sieht, eigentlich nichts anderes als das zurückgeworfene Licht, das dadurch zurückgeworfen wird, daß die Seraphim und Cherubim in den Weltenraum das Licht der Sonne hinaustragen und daß sich diesen Wesenheiten sozusagen luziferische Cherubim und Seraphim entgegenwerfen, die einstülpen in die Sonnenlichtsubstanz Finsternis nach außen, weil sie das Licht im Inneren abschnüren und ein eigenes Licht in Anspruch nehmen für den Planeten.
[ 19 ] Today we have attempted to describe how such a planetary system actually comes into being. Very little is actually known about the formation of such a planetary system in the wider world, in the world of physical science, for while this physical science does indeed allow a planetary system to arise from a kind of ethereal accumulation of substance, strangely enough it overlooks the very first principle that should apply in all natural science. How often is it told to children in school—I don’t know if it happens here as well, but in Central Europe they are told—how, in the sense of the Kant-Laplacean system of the origin of the world—today these things have been somewhat revised, but when considering the principle, that is not the point—a primordial matter would have been in rotation and then the individual planetary spheres would have separated. And to make this quite vivid and quite understandable, children are shown in a small experiment how easily a planetary system can come into being. One forms a large drop from an oily substance floating on water, artfully draws a circle along the equator, and pierces it with a sheet of paper: at the top, one then inserts a needle from pole to pole, then begins to spin it, and lo and behold: a small, cute planetary system is artificially created from this drop of oil. Entirely in the spirit of the Kant-Laplacean theory of the origin of the world, small droplets break off and begin to rotate, while the larger droplet, the sun, remains in the center. What could be more natural than presenting this to young people as vivid proof that something like this could have once taken place in the vast expanse of the universe? But in doing so, one makes a huge mistake that should never be made in the natural sciences. In any experiment one conducts, one must not forget certain conditions. Anyone who forgets conditions without which an experiment cannot take place is not describing it correctly from a scientific standpoint. If you omit any essential condition, you are not describing it correctly from a scientific standpoint. The essential condition for the formation of this planetary system, however, is that the Teacher stands there and rotates; otherwise, the whole thing would not come about. So that the Kant-Laplace theory would only be possible if, at the same time, those who advocate it were to project a gigantic Teacher out into outer space who would rotate the entire etheric mass. People may not always notice small logical errors. But such fundamental errors, such logical errors, which in their effect extend across the entire concept of the world, people often do not notice. Now, there is no great Teacher out there turning the axis of the world, but there are the individual spiritual beings of the various hierarchies, who, through the interplay of their forces, bring about the distribution and also the arrangement of the motion of the individual celestial bodies. This is the response to those who might believe that the ordinary materialistic theory, as expressed in the Kant-Laplacean or later hypotheses, is sufficient to explain the world system, and that there is no need to reflect on anything else, as the occultists do. To those who, from a materialistic standpoint, object to this living interplay of the hierarchies, it must be replied: One cannot get past the fundamental logical error that must be made by all cosmological-materialistic hypotheses, for there is no way to explain a planetary system without calling upon what the occult gaze truly perceives. However, this occult vision often reveals that what must be described with the physical senses is, in truth, actually something quite different. Thus, what the eye sees is actually nothing other than the reflected light, which is reflected because the Seraphim and Cherubim carry the light of the sun out into space, and because, so to speak, Luciferic Cherubim and Seraphim oppose these beings, turning darkness outward into the substance of sunlight, because they cut off the light within and claim their own light for the planet.
[ 20 ] Diese Gedanken, die jetzt geäußert worden sind auf Grundlage okkulter Beobachtungen und okkulter Forschungen, in einer grandiosen Weise trug sie in der nachatlantischen Zeit zuerst der große Zarathustra seinen Schülern vor. Alles das, was von der Sonne hinausstrahlt in den Weltenraum, in ähnlicher Weise, wie wir das heute beschrieben haben von den in der Sonne zentrierten Wesenheiten der höheren Hierarchien, das schrieb Zarathustra jenem Geist zu, den er Ahura Mazdao oder Ormuzd nannte. Jedem Geist, der von dem Sonnenmittelpunkt in den Umfang die Kräfte seiner Wesenheit hinausträgt, ihm werfen sich überall die abnormen Geister der einzelnen Hierarchien entgegen, die in ihrer Gesamtheit das Reich des Ahriman bilden. Wir werden allerdings sehen, daß wir noch trennen müssen das Reich des Ahriman von dem des Luzifer — davon werden wir noch genauer sprechen — auch in bezug auf das Planetensystem. Es sollte nur aufmerksam gemacht werden am Schluß dieser Betrachtung, daß Zarathustra seinen Schülern diesen Zusammenhang von einem von der Sonne ausstrahlenden Licht des Ahura Mazdao oder Ormuzd, in das sich einbettet das Reich des Ahriman, symbolisch angedeutet hat in seiner Art, indem er, Zarathustra, sagte: \Was von der Sonne ausgeht, stellen wir uns symbolisch vor als das, was die Cherubim und Seraphim hinaustragen durch das Licht. Das, was sich entgegenwirft von allen abnormen Geistern der höheren Hierarchien, was die einstülpen, das stellen wir uns vor als das, was von Finsternis, das heißt von innen gefangengenommenem Eigenlicht, das nach außen als Finsternis sich offenbart, eingenommen wird. — Das stellte Zarathustra als ein Reich des Angramainyu, des Ahriman dar. So sehen wir, wie von Vorderasien ausgehend gerade diese Lehre, die uns auch heute in einer gewissen Weise wieder gegeben wird, wie diese Anschauung uns in der Zarathustra-Kultur zuerst entgegentritt. Das ist es, was uns immer gegenüber der Entwickelung der Menschheit mit so bedeutsamen Empfindungen erfüllt: daß wir selber auf gewisse Dinge kommen, die einfach, wenn gar nichts überliefert und in der Akasha-Chronik nichts zu beobachten wäre, die heutige okkulte Forschung lieferte und die wir dann wiederentdecken bei den großen Lehrern in der Vorzeit. Das macht uns dann erst richtig bekannt mit diesen großen Lehrern der Vorzeit. Und wenn wir uns durchdringen mit der Wahrheit, die gegenwärtig gefunden werden kann in der okkulten Forschung, und wenn uns dann dieselbe Wahrheit entgegenleuchtet von alten Lehrern und Führern der Menschheit, dann bekommen wir erst ein richtiges Verhältnis zu diesen Führern der Menschheit. Dann werden uns diese erst lebendig, dann verstehen wir sie erst in richtiger Art. Dann wird uns auch die Menschheitsevolution zu einem gewaltigen Gespräch, das die Geister führen, nur jetzt nicht im Raum zueinander tönend, sondern in den aufeinanderfolgenden Zeitperioden einander aufklärend, einander ergänzend und die Kultur im Strome weiter führend.
[ 20 ] These ideas, which have now been expressed on the basis of occult observations and research, were first presented to his disciples in magnificent fashion by the great Zarathustra in the post-Atlantean era. Everything that radiates out from the Sun into the cosmos—in a manner similar to what we have described today regarding the beings of the higher hierarchies centered in the Sun—Zarathustra attributed to that Spirit whom he called Ahura Mazdao or Ormuzd. Every spirit that carries the forces of its being out from the center of the Sun into its periphery is confronted everywhere by the abnormal spirits of the individual hierarchies, which in their totality form the realm of Ahriman. We shall see, however, that we must still distinguish the realm of Ahriman from that of Lucifer—we shall speak of this in greater detail—also in relation to the planetary system. It should simply be noted at the conclusion of this reflection that Zarathustra symbolically alluded to this connection—of a light radiating from the Sun, that of Ahura Mazda or Ormuzd, into which the realm of Ahriman is embedded—in his own way, when he, Zarathustra, said: “What emanates from the sun, we symbolically imagine as that which the cherubim and seraphim carry forth through the light.” That which opposes all the abnormal spirits of the higher hierarchies, that which envelops them, we imagine as that which is taken in by darkness—that is, by one’s own light imprisoned within, which manifests outwardly as darkness. — Zarathustra depicted this as a realm of Angramainyu, of Ahriman. Thus we see how, originating in the Near East, precisely this teaching—which is also given to us again in a certain way today—how this view first confronts us in Zarathustra’s culture. This is what always fills us with such profound feelings regarding the development of humanity: that we ourselves arrive at certain things which, if nothing had been handed down and nothing could be observed in the Akashic Records, would be provided by today’s occult research—and which we then rediscover in the great teachers of antiquity. It is this that truly acquaints us with these great teachers of antiquity. And when we imbue ourselves with the truth that can currently be found in occult research, and when that same truth then shines out to us from the ancient teachers and leaders of humanity, only then do we develop a true relationship with these leaders of humanity. Only then do they come alive for us; only then do we understand them in the right way. Then the evolution of humanity also becomes a vast conversation conducted by the spirits—not resounding to one another in space, but enlightening and complementing one another across successive periods of time, carrying culture forward in the stream.
