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The Rudolf Steiner Archive

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Die geistigen Wesenheiten
in den Himmelskörpern und Naturreichen
GA 136

7 April 1912, Helsinki

Fünfter Vortrag

[ 1 ] Wir sind in unseren Betrachtungen bis zu der sogenannten zweiten Hierarchie der geistigen Wesenheiten gelangt, und wir haben gestern charakterisiert, wie die menschliche Seele sich verhalten muß, wenn sie eindringen will in das Wesen der zweiten Hierarchie. Ein noch schwierigerer Weg führt zu einer noch höheren Reihe von geistigen Wesenheiten, zu jenen Wesenheiten, welche der ersten, der obersten uns zunächst erreichbaren Hierarchie angehören. Es ist hervorgehoben worden, daß durch eine besondere Steigerung jener Erlebnisse, die wir schon im gewöhnlichen Leben in dem Mitleid und in der Liebe haben, dadurch daß diese Erlebnisse gesteigert werden bis zum okkulten Pfad, man dahin gelangt, das eigene Wesen gleichsam aus sich herauszuergießen und unterzutauchen in die Wesenheiten, die man dann betrachten will. Beachten Sie wohl, daß das Charakteristische dieses Untertauchens darin besteht, daß wir unser eigenes Wesen wie in Fangarmen ausstrecken und es hineinergießen in die fremde Wesenheit. Dabei aber bleiben wir immer neben den fremden Wesenheiten in unserem Bewußtsein, in unserem Innenleben noch bestehen. Das ist das Charakteristische der zweiten Stufe der Hellsichtigkeit, von der gesprochen worden ist. Wir wissen auf dieser zweiten Stufe der Hellsichtigkeit in jedem Augenblick, in dem wir uns eins wissen mit den anderen Wesenheiten noch, daß wir auch da sind, daß wir gleichsam neben den anderen Wesen da sind. Auch dieser letzte Rest von egoistischem Erleben muß aufhören, wenn die dritte Stufe der Hellsichtigkeit erstiegen werden soll.

[ 2 ] Da müssen wir ganz die Empfindung verlieren, als ob wir an irgendeinem Punkt der Welt als besondere Wesen vorhanden wären. Wir müssen dahin kommen, daß wir nicht nur uns ausgießen in die fremden Wesenheiten und nebenbei stehen mit unserem eigenen Erleben, sondern wir müssen die fremden Wesenheiten eigentlich als unser Selbst empfinden, müssen ganz aus uns herausgehen und das Gefühl verlieren, daß wir neben den fremden Wesenheiten stehen. Wenn wir dann so untertauchen in die fremden Wesenheiten, dann kommen wir dazu, uns selbst, wie wir vorher waren, wie wir im gewöhnlichen Leben sind, als fremde Wesenheit anzuschauen. Sagen wir zum Beispiel, wir tauchen so auf der dritten Stufe der Hellsichtigkeit in irgendein Wesen der Naturreiche unter, dann schauen wir nicht von uns aus auf dieses Wesen, wir tauchen nicht bloß unter wie auf der zweiten Stufe der Hellsichtigkeit, sondern wir wissen uns eins mit diesem Wesen und schauen zurück von diesem Wesen auf uns selbst. Wie wir sonst das fremde Wesen außer uns anschauen, so schauen wir jetzt auf der dritten Stufe der Hellsichtigkeit von dem fremden Wesen aus uns selber als ein fremdes Wesen an. Das ist der Unterschied zwischen der dritten Stufe und der zweiten Stufe. Erst wenn diese dritte Stufe erreicht ist, dann kommen wir dahin, außer den schon charakterisierten Wesenheiten der dritten und der zweiten Hierarchie noch andere 'Wesenheiten in unserer geistigen Umgebung wahrzunehmen.

[ 3 ] Die geistigen Wesenheiten, die wir dann wahrnehmen, gehören wiederum drei Kategorien an. Die erste Kategorie nehmen wir vorzugsweise wahr, wenn wir so, wie es jetzt geschildert worden ist, untertauchen in das Wesen anderer Menschen oder der höheren Tiere und uns dadurch erziehen. Nicht, was wir in anderen Menschen oder in den höheren Tieren wahrnehmen, ist das Wesentliche, sondern daß wir uns dadurch erziehen und hinter Menschen und Tieren die Geister wahrnehmen, welche der einen Kategorie der ersten Hierarchie angehören: die Geister des Willens oder, wie die abendländische Esoterik sagt, die Throne. Wir nehmen dann Wesenheiten wahr, die wir nicht anders charakterisieren können, als indem wir sagen: Sie bestehen nicht aus Fleisch und Blut, auch nicht aus Licht oder Luft, sondern sie bestehen aus dem, was wir nur in uns selber wahrnehmen können, wenn wir uns bewußt werden, daß wir einen Willen haben. Sie bestehen in bezug auf ihre niedrigste Substanz nur aus Wille.

[ 4 ] Dann, wenn wir uns dadurch erziehen, daß wir auf die geschilderte Weise untertauchen nun auch in niedrigere Tiere und deren Leben ins Auge fassen mit dem okkulten Blicke, oder auch wenn wir untertauchen in das Pflanzenleben, aber es nicht bloß so betrachten, wie wir das gestern schon charakterisiert haben, durch die Geste, durch die Mimik, sondern wenn wir eins werden mit den Pflanzen und von den Pflanzen aus uns selber anschauen, ja, dann werden wir zu einer Erfahrung, zu einem Erlebnis gebracht, für das es eigentlich keinen rechten Vergleich mehr gibt innerhalb der Welt, die wir sonst haben. Wir gewinnen höchstens einen Vergleich für die Eigenschaften jener Wesenheiten, zu denen wir uns dann als den Wesenheiten der zweiten Kategorie der ersten Hierarchie aufschwingen, wir gewinnen eine Möglichkeit, sie zu charakterisieren, wenn wir so recht auf unser Gemüt dasjenige wirken lassen, wozu es ernste, würdige Menschen gebracht haben, welche viele Schritte ihres Lebens dazu verwendet haben, Weisheit in sich anzusammeln, welche nach vielen Jahren reichen Erlebens so viel Weisheit angesammelt haben, daß wir uns sagen: Wenn solche Menschen ein Urteil aussprechen, so spricht nicht ein persönlicher Wille zu uns, sondern es spricht das Leben zu uns, das durch Jahre, durch Jahrzehnte in diesen Menschen sich angehäuft hat und durch das sie in einer gewissen Weise unpersönlich geworden sind. Menschen, welche auf uns einen solchen Eindruck machen, daß ihre Weisheit unpersönlich wirkt, daß ihre Weisheit wie die Blüte und Frucht eines reifen Lebens erscheint, die rufen in uns ein wenn auch nur ahnendes Empfinden von dem hervor, was aus unserer geistigen, aus unserer spirituellen Umgebung auf uns wirkt, wenn wir zu dieser Stufe des Hellsehens emporrücken, von der hier jetzt die Rede sein muß. Man nennt diese Kategorie in der abendländischen Esoterik die Cherubim. Es ist außerordentlich schwierig, die Wesenheiten dieser höheren Kategorien zu charakterisieren, denn je weiter wir hinaufsteigen, desto unmöglicher wird es, Eigenschaften des gewöhnlichen Lebens heranzuziehen, um eine Charakteristik von der Höhe und Größe und Erhabenheit der Wesenheiten dieser Hierarchien zu erwecken. Die Geister des Willens, die niederste Kategorie also der ersten Hierarchie, sie können wir noch dadurch charakterisieren, daß wir sagen, wir machen uns klar, was Wille ist, denn Wille ist die niederste Substanz, aus der sie bestehen. Aber es würde unmöglich sein, wenn wir nur auf den Willen, wie er uns beim Menschen oder bei den Tieren im normalen Leben entgegentritt, wenn wir nur auf die gewöhnlichen Gefühle und Gedanken des Menschen sehen würden, es würde unmöglich sein mit dem, was dem gewöhnlichen menschlichen Denken, Fühlen und Wollen entnommen ist, die Wesenheiten der zweiten Kategorie der ersten Hierarchie zu charakterisieren. Da müssen wir schon zu besonderen Menschen des Lebens gehen, die eben in der charakterisierten Weise überwältigende Macht der Weisheit in ihrer Seele aufgehäuft haben. Wenn wir diese Weisheit fühlen, dann fühlen wir ähnlich, wie der Okkultist fühlt, wenn er den Wesenheiten, die wir Cherubim nennen, gegenübersteht. Solche Weisheit, die nun nicht gesammelt ist in Jahrzehnten, wie die Weisheit hervorragender Menschen, sondern solche Weisheit, die in Jahrtausenden, in Jahrmillionen des Weltenwerdens gesammelt ist, die strömt uns entgegen in erhabener Macht aus den Wesenheiten, die wir Cherubim nennen.

[ 5 ] Und noch schwieriger sind zu charakterisieren diejenigen Wesenheiten, die nun die erste, die höchste Kategorie der ersten Hierarchie ausmachen und die man Seraphim nennt. Es würde nur möglich sein, sich eine Vorstellung von dem Eindruck, von der Impression, welche die Seraphim auf den okkulten Blick machen, zu verschaffen, wenn wir etwa folgenden Vergleich aus dem Leben nehmen. Wir setzen den Vergleich fort, den wir eben gebraucht haben. Wir betrachten einen Menschen, der durch Jahrzehnte Erlebnisse aufgehäuft hat, die ihn zu überwältigender Weisheit gebracht haben, und wir stellen uns vor, daß ein solcher weiser Mensch, aus dem unpersönlichste Lebensweisheit spricht, aus seiner unpersönlichsten Lebensweisheit heraus wie mit innerem Feuer sein ganzes Wesen derart durchdringt, daß er uns nichts zu sagen braucht, sondern sich nur vor uns hinzustellen braucht und das, was Jahrzehnte ihm an Lebensweisheit gegeben haben, in seinen Blick hineinlegt, so daß der Blick uns erzählen kann Leiden und Erfahrungen von Jahrzehnten und wir aus dem Blicke einen Eindruck davon haben können, daß dieser Blick spricht wie die Welt selber, die wir erleben. Wenn wir uns einen solchen Blick vorstellen, oder wenn wir uns vorstellen, daß ein solcher weiser Mensch dahin gekommen ist, uns nicht nur Worte zu sagen, sondern in dem Klang und in der eigentümlichen Färbung seiner Worte den Abdruck zu geben von reichen Lebenserfahrungen, so daß wir etwas wie einen Unterton hören in dem, was er sagt, weil er es mit einem gewissen Wie ausstattet und wir aus diesem Wie eine Welt von Lebenserfahrungen vernehmen, dann bekommen wir wiederum ein Gefühl, wie es der Okkultist hat, wenn er zu den Seraphim aufsteigt. Wie ein Blick, der am Leben herangereift ist, und aus dem Jahrzehnte von Erfahrungen sprechen oder wie ein Satz, der so ausgesprochen wird, daß wir nicht bloß seine Gedanken hören, sondern daß wir hören: der Satz ist, indem er mit solchem Klange ausgesprochen wird, in Schmerzen und in Erfahrungen des Lebens errungen, er ist keine Theorie, er ist erkämpft, er ist erlitten, er ist durch Lebensschlachten und Siege in das Herz gegangen — wenn wir all das durch einen Unterton hören, dann bekommen wir einen Begriff von der Impression, welche der geschulte Okkultist hat, wenn er sich aufschwingt zu den Wesenheiten, die wir Seraphim nennen.

[ 6 ] Wir konnten die Wesenheiten der dritten Hierarchie charakterisieren, indem wir sagten: Was bei den Menschen Wahrnehmung ist, das ist bei ihnen Offenbarung ihres Selbst, was bei den Menschen Innenleben, waches Bewußtsein ist, das ist bei ihnen GeistErfüllung. Wir konnten die Wesenheiten der zweiten Hierarchie charakterisieren, indem wir sagten: Was bei den Wesenheiten der dritten Hierarchie Offenbarung ihres Selbst ist, ist bei ihnen Selbstverwirklichung, Selbstschaffen, Abdrückeprägen von ihrem eigenen Wesen, und was bei den Wesenheiten der dritten Hierarchie Geist-Erfüllung ist, das ist bei ihnen Lebenserregung, so daß innere Lebenserregung entsteht in dem Absondern, in dem Selbstobjektivieren. Was nun bei den Wesenheiten der zweiten Hierarchie Selbstschaffen ist, das tritt uns auch noch bei den Wesenheiten der ersten Hierarchie entgegen, wenn wir sie mit dem okkulten Blick betrachten, aber es ist doch ein Unterschied. Der Unterschied besteht nämlich darin, daß das, was die Wesenheiten der zweiten Hierarchie objektivieren, was sie aus sich heraus schaffen, so lange vorhanden bleibt, als diese Wesenheiten mit dem Geschaffenen verbunden bleiben. Also wohlgemerkt, diese Wesenheiten der zweiten Hierarchie können so etwas wie ein Abbild von sich schaffen, das aber bleibt mit ihnen verbunden, und es kann sich nicht von ihnen trennen. Es bleibt in einer gewissen Weise mit ihnen verbunden. Bei den Wesenheiten der ersten Hierarchie ist es so, daß sie sich auch selbst objektivieren, daß sie ihr eigenes Wesen abprägen, absondern wie in einer Haut, in einer Schale, die aber ein Abdruck ihres eigenen Wesens ist. Das sondert sich jetzt von ihnen ab und bleibt in der Welt vorhanden, auch wenn sie sich davon trennen. Sie tragen also ihre Schöpfung nicht mit sich herum, sondern diese Schöpfung bleibt, auch wenn sie von ihr weggehen. Dadurch ist ein höherer Grad von Objektivität erreicht als der durch die zweite Hierarchie erreichte. Wo die Wesen der zweiten Hierarchie schaffen, da müssen sie, damit ihr Geschaffenes nicht zugrunde gehe, bei dem Geschaffenen bleiben. Das Geschaffene würde tot sein und zerfallen, wenn sie nicht selber damit verbunden blieben. Es hat eine selbständige, objektive Wesenheit, aber nur so lange, als das Wesen damit verbunden bleibt. Dasjenige, was abgesondert wird aus den Wesenheiten der ersten Hierarchie heraus, davon können diese Wesenheiten der ersten Hierarchie weggehen, und dennoch bleibt es als etwas Selbsttätiges, Objektives vorhanden.

[ 7 ] Bei der dritten Hierarchie haben wir Offenbarung und GeistErfüllung, bei der zweiten Hierarchie Selbsterschaffen und Lebenserregung. Bei der ersten Hierarchie, die da besteht aus den Thronen, Cherubim und Seraphim, da haben wir ein solches Schaffen, daß das Geschaffene abgesondert wird, da haben wir statt des Selbstschaffens Weltschaffen: Eine abgesonderte Welt wird das, was hervorgeht aus den Wesenheiten der ersten Hierarchie, eine solche selbständige Welt, daß diese Welt Erscheinungen, Tatsachen zeigt, auch wenn die Wesenheiten nicht mehr dabei sind.

[ 8 ] Wir können uns jetzt noch fragen: Und wie ist denn das eigene Leben dieser ersten Hierarchie? Das eigene Leben der Wesenheiten der ersten Hierarchie ist so, daß es sich selber wahrnimmt, indem es solche objektive, selbständige, sich absondernde Wesen aus sich hervorgehen läßt. Im Schaffen, im Selbständigmachen von Wesenheiten liegt für diese Wesenheiten der ersten Hierarchie ihr innerer Bewußtseinszustand, ihr inneres Erleben. Wir können sagen, sie schauen hin auf das, was sie schaffen und was die Welt wird, und nicht indem sie in sich hineinschauen, sondern indem sie hinausschauen auf die Welt, auf ihre Geschöpfe, haben sie sich. Wesen schaffen, das ist ihr Innenleben. Andere Wesen schaffen, in anderen Wesen leben, das ist das innere Erleben dieser Wesenheiten der ersten Hierarchie. Weltschaffen ist ihr Außenleben, Wesenschaffen ihr Innenleben.

[ 9 ] Wir haben nun im Laufe dieser Tage darauf aufmerksam gemacht, wie die verschiedenen Wesenheiten der einzelnen Hierarchien Nachkommen, sich abspaltende Wesenheiten haben, die sie herunterschicken in die Reiche der Natur, und wir haben kennengelernt, daß die Nachkommen der dritten Hierarchie die Naturgeister sind, daß die Nachkommen der zweiten Hierarchie die Gruppenseelen sind. Auch die Wesenheiten der ersten Hierarchie haben solche sich abspaltenden Nachkommen, und im Grunde genommen habe ich Ihnen bereits von einer anderen Seite her diese Wesenheiten beschrieben, welche die Nachkommen der ersten Hierarchie sind. Ich habe es Ihnen beschrieben in den allerersten Betrachtungen, als wir aufgestiegen sind zu den sogenannten Geistern der Umlaufszeiten, zu denjenigen Geistern, welche anordnen und dirigieren, was in den Naturreichen in rhythmischer Folge und Wiederholung geschieht. Die Wesenheiten der ersten Hierarchie spalten von sich ab diejenigen Wesenheiten, welche anordnen den Wechsel von Winter und Sommer, so daß die Pflanzen sprießen und wiederum verwelken; jene rhythmische Folge, wodurch zum Beispiel die Angehörigen einer gewissen tierischen Art eine bestimmte Lebenszeit haben, innerhalb welcher sie sich entwickeln von der Geburt bis zum Tod. Aber auch alles, was in den Naturreichen rhythmisch und sich wiederholend folgt, wie Tag und Nacht, wie Jahreswechsel, wie die vier Jahreszeiten — alles, was so rhythmisch folgt, alles, was auf sich wiederholendem Geschehen beruht, das wird geregelt von den Geistern der Umlaufszeiten, von den Nachkommen der Wesenheiten der ersten Hierarchie. Man kann diese Geister der Umlaufszeiten von der einen Seite charakterisieren, wie wir das vor einigen Tagen gemacht haben, und man kann sie jetzt ihrer eigenen Abstammung nach charakterisieren, wie wir das heute taten. So können wir zusammenfassend das Wesen dieser drei Hierarchien wie folgt darstellen:

Erste HierarchieWeltschaffenWesenschaffenGeister der Umlaufszeite
Zweite HierarchieSelbsterschaffenLebenserregungGruppenseelen
Dritte HierarchieOffenbarungGeist-ErfüllungNaturgeister

[ 10 ] Wenn wir nun in der mir gestellten Aufgabe weiterschreiten wollen, da müssen wir uns bekannt machen mit Vorstellungen, zu denen sich der geschulte Blick des Okkultisten allmählich erhebt und die ja für den Anfang, wenn man zuerst mit ihnen bekannt wird, etwas schwierig sind. Aber wir werden sie schon heute vor unsere Seele hinstellen, diese Vorstellungen und Ideen, und indem wir das tun, bekommen wir die Möglichkeit, uns in den nächsten Vorträgen, wo uns das ganze Leben und die ganze Wesenheit der Naturreiche und der Himmelskörper vor Augen treten soll, immer mehr und mehr hineinzugewöhnen in die Art und Weise, wie die charakterisierten Wesenheiten mit den Naturreichen und mit den Himmelskörpern zusammenhängen. So werden wir immer bestimmtere Vorstellungen nach dieser Richtung hin erhalten können.

[ 11 ] Wenn wir von dem Menschen sprechen, dann sprechen wir so, daß wir diesen Menschen charakterisieren, wie er sich dem okkulten Blick darbietet; Sie können das ja verfolgen in theosophischen Schriften, zum Beispiel in meiner «Theosophie» und in meiner «Geheimwissenschaft». Wenn wir den Menschen mit dem okkulten Blick betrachten, so sagen wir: Dasjenige, was zunächst das äußerste für Augen und Sinne überhaupt Wahrnehmbare am Menschen ist, das ist sein physischer Leib. Also den physischen Leib des Menschen betrachten wir als das erste menschliche Glied. Als das zweite menschliche Glied betrachten wir dann schon etwas Übersinnliches, schon etwas für das normale Bewußtsein Unsichtbares, den ätherischen Leib. Als drittes Glied betrachten wir den astralischen Leib. Wenn wir diese drei Glieder haben, dann haben wir ungefähr die Hüllennatur des Menschen. Wir kommen dann zu noch höheren Gliedern. Die sind dann seelenartiger Natur. Die nimmt man im gewöhnlichen Leben wahr als inneres Seelenleben, und ebenso wie wir von einer dreifachen äußeren Hülle sprechen, so können wir sprechen von einer dreifachen Seele: von der Empfindungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele und Bewußtseinsseele. Diese Glieder der menschlichen Natur, von dem physischen Leib bis zur Bewußtseinsseele herauf, sind im Grunde genommen heute bei jedem Menschen schon vorhanden. Dazu kommt noch ein Hereinleuchten des nächsten Gliedes, das wir bezeichnen als Geistselbst oder, wie vielleicht viele von Ihnen gewohnt sind, es zu nennen, Manas. Dann haben wir das nächste Glied, das in der Zukunft für den Menschen eigentlich erst ausgebildet werden wird im rechten Maße; wir nennen das den Lebensgeist oder die Buddhi. Und dann haben wir das, was wir als den eigentlichen Geistesmenschen oder Atma bezeichnen, was zwar die innerste menschliche Natur ist, was aber in dem Menschen für sein Bewußtsein heute noch schlummert und erst in zukünftigen Erdentagen innerhalb des Bewußtseins als der eigentliche Mittelpunkt des Bewußtseins aufleuchten wird. Diese Glieder der menschlichen Natur sind so, daß wir von ihnen sprechen als Einheiten. In einer gewissen Weise haben wir in dem physischen Leib des Menschen eine Einheit, wir haben in dem ätherischen Leib des Menschen eine Einheit und so in den anderen Gliedern der menschlichen Natur. Der ganze Mensch ist eine Einheit, welche aus der Zusammenfügung und dem Ineinanderwirken dieser verschiedenen Glieder besteht.

[ 12 ] Sie müssen sich nun vorstellen, wenn wir weiterkommen wollen in unseren Betrachtungen, daß es über dem Menschen stehende Wesenheiten gibt, welche so erhaben sind über die menschliche Natur, daß sie nicht bestehen aus Gliedern, die wir bezeichnen können als physischen Leib, Ätherleib und so weiter, sondern daß die Glieder dieser Wesenheiten selbst wiederum Wesenheiten sind. Während der Mensch also zu seinen einzelnen Gliedern das hat, was wir nicht als Wesenheit, sondern eben nur als einheitliche Glieder ansehen können, müssen wir aufsteigen zu solchen Wesenheiten, die nicht einen physischen Leib haben als ihren Teil, sondern welche ebenso, wie der Mensch seinen physischen Leib als einen Teil hat, zu ihrem Teil etwas haben, was wir jetzt genannt haben in unseren Betrachtungen die Geister der Form. Wenn wir sagen: Es gibt eine Wesenheit höherer Kategorie, welche nicht wie der Mensch zu seinem Gliede einen physischen Leib hat, sondern welche zu ihrem Glied eine Wesenheit selbst hat, einen Geist der Form, dann bekommen wir eine Vorstellung von einer Wesenheit, die wir bisher noch nicht charakterisiert haben, aber die wir jetzt charakterisieren wollen. Wollen wir sie charakterisieren, so müssen wir uns schon derjenigen Vorstellungen bedienen, zu denen wir uns aufgeschwungen haben im Laufe unserer Betrachtungen.

[ 13 ] Ich sagte schon, es ist schwierig, zu diesen Vorstellungen zu kommen, aber Sie werden durch eine Analogie sich erheben können zu solchen Vorstellungen, wie wir sie hier brauchen. Betrachten Sie einen Bienenstock oder einen Ameisenhaufen und nehmen Sie die einzelnen \Wesenheiten, die einzelnen Bienen des Bienenstockes und seien Sie sich klar darüber, daß der Bienenstock einen realen Gesamtgeist hat, eine reale Gesamtwesenheit, und daß er in den einzelnen Bienen seine Teile hat, wie Sie Ihre Teile haben in Ihren einzelnen Gliedern. Da haben Sie eine Analogie für noch höhere Wesenheiten, als diejenigen sind, die wir bisher betrachtet haben, die zu ihrem Glied nicht so etwas haben, was wir nur als physischen Leib wie beim Menschen bezeichnen, sondern was wir selber als eine Wesenheit bezeichnen müssen, als Geist der Form. Wie wir in unserem physischen Leibe leben, so leben Wesenheiten von höherer Erhabenheit so, daß sie die Geister der Form, oder einen Geist der Form meinetwillen, zu ihrem untersten Gliede haben. Wir Menschen haben dann den ätherischen Leib, statt dessen haben diese Wesenheiten als zweites Glied Geister der Bewegung; statt des astralischen Leibes des Menschen haben diese Wesenheiten Geister der Weisheit; statt dessen, was wir Menschen als Empfindungsseele haben, haben diese Wesenheiten als ihr viertes Glied Throne oder Geister des Willens; statt unserer Verstandesseele haben diese Wesenheiten als fünftes Glied Cherubim; als sechstes haben sie, wie wir die Bewußtseinsseele haben, Seraphim. Und wie wir hinaufschauen zu demjenigen, was wir uns allmählich erst aneignen in zukünftigen Erdentagen, so schauen diese Wesenheiten hinauf zu dem, was überragt das Wesen der Hierarchien. Wie wir von unserem Manas, Buddhi, Atma oder Geistselbst, Lebensgeist, Geistesmenschen sprechen, so schaut gleichsam aus seinem seraphischen Glied, wie wir aus unserer Bewußtseinsseele, diese Wesenheit hinauf zu einer Urgeistigkeit. Da erst haben diese Wesenheiten dann etwas dem Analoges, was wir unser geistiges Innenleben nennen. Es ist außerordentlich schwierig, von dem, was da oben über den Hierarchien gleichsam als die geistige Wesenheit höchster Geister selber vorhanden ist, Vorstellungen zu erwecken. Im Laufe der Menschheitsevolution haben die verschiedenen Religionen und Weltanschauungen daher auch, man möchte sagen, mit einer gewissen ehrfürchtigen Vorsicht unterlassen, in deutlichen, an die Sinneswelt erinnernden Vorstellungen von dem zu sprechen, was da oben noch vorhanden ist über den Hierarchien. Mußten wir schon, um eine Vorstellung hervorzurufen, wie sie in der Seele des Okkultisten lebt, wenn er auf die Seraphim blickt, zu solchen Mitteln greifen, die uns nur in Analogien entgegentreten bei Menschen mit reicher Lebenserfahrung, so reicht auch alles das, was uns selbst bei solchen Menschen als reine Äußerung ihres Lebens entgegentritt, nicht mehr aus, um die Dreiheit zu charakterisieren, die gleichsam über den Seraphim als höchstes Wesen, als ihr Manas, Buddhi, Atma, figuriert.

[ 14 ] Im Laufe der Menschheitsevolution ist über die vorsichtigen Ahnungen, mit denen der Menschengeist von dem, was da oben ist in den geistigen Regionen, gesprochen hat, sogar, man darf sagen leider, viel gestritten worden. Leider! darf man sagen, weil es dem Menschengeist viel angemessener wäre, nicht mit Vorstellungen, die er sich nun einmal aus dem gewöhnlichen Leben durch allerlei Analogien und Vergleiche gezimmert hat, Wesenhaftes von so hoher Gattung charakterisieren zu wollen; viel mehr geziemend wäre es für den Menschen, in tiefer Ehrfurcht immer mehr und mehr lernen zu wollen, um annähernde Vorstellungen von dem zu bekommen, was da oben ist. Annähernde Vorstellungen versuchten die Religionen und Weltanschauungen von dem, was da oben ist, zu geben, indem sie heranzogen vieldeutige und vielsagende Begriffe, Begriffe, welche gewissermaßen dadurch etwas Besonderes gewinnen, daß sie über das einzelne Leben des Menschen schon in der äußeren Sinneswelt hinausgehen. Mit solchen Begriffen kann man natürlich das erhabene Wesen, um das es sich hier handelt, auch nicht einmal annähernd charakterisieren, aber man kann gewissermaßen eine Vorstellung hervorrufen von dem, was man nicht zu sagen vermag, sondern was sich hüllen soll in ein heiliges Geheimnis, in ein heiliges Mysterium. Denn nicht sollte man mit menschlichen Verstandesbegriffen, die an der Außenwelt gewonnen sind, so ohne weiteres herankommen an diese Dinge. Daher versuchte man in den aufeinanderfolgenden Religionen und Weltanschauungen annähernd, ahnungsvoll diese Dinge dadurch zu charakterisieren, daß man das, was über den Menschen hinausragt und schon in der Natur mysteriös ist, zur Charakteristik oder, sagen wir besser, zur Namengebung heranzog.

[ 15 ] Die alten Ägypter haben zur Namengebung herangezogen die Begriffe von Kind oder Sohn, von Mutter und Vater, also das, was über den einzelnen Menschen hinausragt. Das Christentum hat versucht, in der Aufeinanderfolge von Heiligem Geist, Sohn und Vater für diese Dreiheit eine Namengebung zu finden. So daß wir sagen können: Wir würden an die siebente Stelle zu setzen haben den Heiligen Geist, an die achte den Sohn und an die neunte den Vater. Wenn wir also ein Wesen, zu dem wir hinaufschauen und dessen oberster Inhalt uns wie in ein geistiges Mysterium verschwindet und wir andeutungsvoll dazu sagen: Geist, Sohn und Vater —, wenn wir ein solches Wesen mit dem okkulten Blick betrachten, so sagen wir uns: Wie wir uns zum Menschen verhalten, indem wir ihn äußerlich anschauen, wie wir seinen physischen Leib als sein unterstes Glied betrachten, so haben wir bei einem solchen Wesen, wenn wir es so betrachten, daß diese Betrachtung analog ist der Menschenbetrachtung, den Geist der Form vor uns, das heißt, einen Geist, der sich eine Form gibt, einen geformten Geist. Wir müßten also hinschauen können auf dasjenige, was von diesen Wesenheiten analog, ähnlich ist dem physischen Leib des Menschen, auf etwas Geformtes.

[ 16 ] Wie wir etwas Geformtes im physischen Leib des Menschen als sein unterstes Glied haben, und wie in diesem Geformten, das in Wahrheit, so wie es uns entgegentritt, selbstverständlich eine Maja ist, aber eben das lebt, was Geist der Form ist, so ist das, was uns erscheint, wenn wir den Blick hinausrichten in den Weltenraum und im Weltenraum einen Planeten erblicken — Merkur, Venus, Mars, Jupiter —, die äußere Form des Geistes der Form, das, was zu diesem Wesen, von dem wir jetzt gesprochen haben, gehört, wie der physische Leib des Menschen zu dem Menschen gehört. Wenn ein Mensch vor uns steht, dann drückt uns diese Form aus, was als höhere Glieder, als ätherischer Leib, astralischer Leib, Empfindungsseele und so weiter, in dem Menschen lebt; wenn wir einen Planeten sehen, drückt uns diese Form aus, was die Form der Geister der Form ausmacht. Und wie hinter der menschlichen Form, hinter dem physischen Leib der ätherische Leib, der astralische Leib, die Empfindungsseele und so weiter sind, so ist hinter dem Planeten als zu ihm gehörig dasjenige, was wir ansprechen als Geister der Bewegung, der Weisheit, des Willens, Seraphim, Cherubim und so weiter. Wenn wir also im Sinne der Geisteswissenschaft das vollständige Wesen eines Planeten uns vorhalten wollen, dann müssen wir sagen: Uns begegnet im Weltenraum für unsere Wahrnehmung der Planet, indem er uns sein Physisches, das der Geist der Form ihm gegeben hat, entgegenleuchtet, und er verbirgt, wie der Mensch seine höheren Glieder dem physischen Blick verbirgt, dasjenige, was als Wesenheiten der höheren Hierarchien in dem Planeten und um ihn waltet. Wir stellen uns also einen solchen Planeten wie den Mars oder den Merkur richtig vor, wenn wir ihn uns zunächst seiner physischen Form nach vorstellen und ihn umgeben und durchdrungen denken von einer geistigen Atmosphäre, die ins Endlose ausgreift, die in dem physischen Planeten eben ihre physische Form, die Schöpfung der Geister der Form, hat und die in ihrem geistigen Umkreis die Wesenheiten der anderen Hierarchien hat. Dann erst haben wir den vollständigen Planeten, wenn wir ihn so betrachten, daß er in der Mitte das Physische als einen Kern hat und um ihn herum geistige Umhüllungen, die aus den Wesenheiten der Hierarchien bestehen. Es soll das in den nächsten Vorträgen noch eingehender betrachtet werden. Damit wir aber gewissermaßen heute noch die Richtung unserer Betrachtung andeuten können, sei noch folgendes zunächst als Mitteilung, wie es die okkulte Forschung ergibt, gesagt.

[ 17 ] Wir haben schon angedeutet: Wenn wir das, was physische Planetenform ist, betrachten, so ist das ein Geschöpf des Geistes der Form. Auch unsere Erdenform ist Geschöpf des Geistes der Form. Nun aber wissen Sie von unserer Erde zunächst, daß sie in sich kein Ruhendes ist, daß diese Erde einer fortdauernden inneren Veränderung und Beweglichkeit unterliegt. Sie alle werden sich aus den Schilderungen der Akasha-Chronik erinnern, daß das äußere Antlitz unserer Erde heute anders aussieht, als es zum Beispiel ausgesehen hat während der Periode der Erdenentwickelung, die wir als die atlantische Zeit bezeichnen. In dieser uralten atlantischen Zeit war die Fläche unseres Erdballs, welche heute vom Atlantischen Ozean überflutet ist, mit einem mächtigen Kontinente bedeckt, während an der Stelle, wo heute Europa, Asien, Afrika sind, kaum erst Kontinente sich bildeten. So hat sich die Masse, die Substanz der Erde umgesetzt durch innere Beweglichkeit. Der Planet ist in einer fortwährenden inneren Beweglichkeit. Bedenken Sie nur, daß zum Beispiel das, was heute bekannt ist als die Insel Helgoland, nur ein kleiner Teil dessen ist, was noch im neunten, zehnten Jahrhundert von dieser Insel Helgoland ins Meer hinausragte. Wenn auch die Zeiten, in denen Umlagerungen, innere Veränderungen des Antlitzes der Erde stattfinden, verhältnismäßig groß sind, ohne viel auf diese Dinge einzugehen, kann jeder sich sagen, der Planet ist in einer fortwährenden inneren Beweglichkeit. Und gar, wenn der Mensch nicht nur zum Planeten das Feste der Erde rechnet, sondern auch Wasser und Luft, dann lehrt ja das alltägliche Leben, daß der Planet in innerer Beweglichkeit ist. In Wolkenbildung, in Regenbildung, in all den Witterungserscheinungen, im auf- und absteigenden Wasser, in alledem zeigt die planetarische Substanz die innere Beweglichkeit. Das ist ein Leben des Planeten. Innerhalb dieses Lebens des Planeten wirkt, wie im Leben des einzelnen Menschen der Ätherleib, dasjenige, was wir bezeichnen als die Geister der Bewegung. So daß wir sagen können: Äußere Gestalt des Planeten — Geister der Form als Schöpfer. Die innere Lebendigkeit, sie wird geregelt durch die Wesenheiten, die wir die Geister der Bewegung nennen.

[ 18 ] Nun ist aber ein solcher Planet für den Okkultisten durchaus eine wirkliche Wesenheit, eine \Wesenheit, welche das, was in ihr vorgeht, nach Gedanken regelt. Nicht nur, daß innere Lebendigkeit, wie sie eben geschildert worden ist, im Planeten vorhanden ist, sondern auch Bewußtsein hat der Planet als ganzer Planet, denn er ist ja eine Wesenheit. Und dieses Bewußtsein, welches dem menschlichen Bewußtsein entspricht, insofern die niedere Bewußtseinsform, das Unterbewußtsein, im astralischen Leib ist, das wird geregelt beim Planeten durch die Geister der Weisheit. So daß wir sagen können: Das niederste Bewußtsein des Planeten wird geregelt durch die Geister der Weisheit. Wenn wir so den Planeten charakterisieren, dann bleiben wir noch immer innerhalb des Planeten. Wir schauen hinauf zum Planeten und sagen uns: Er hat eine gewisse Form, das entspricht den Geistern der Form; er hat eine innere Beweglichkeit, das entspricht den Geistern der Bewegung; das alles ist von Bewußtsein durchdrungen, das entspricht den Geistern der Weisheit. Aber nun verfolgen wir den Planeten weiter: Er geht durch den Raum, er hat einen inneren Impuls, der ihn treibt durch den Raum, wie der Mensch einen inneren Willensimpuls hat, der ihn treibt, seine Schritte zu machen, durch den Raum zu gehen. Das, was den Planeten durch den Raum führt, was seine Bewegung im Raum regelt, was da macht, daß er zum Beispiel um den Fixstern sich bewegt, das entspricht den Geistern des Willens. Sie geben dem Planeten den Impuls, hinzufliegen durch den Raum. Also, die Bewegung des Planeten im Raum entspricht den Geistern des Willens oder den Thronen. Wenn nun diese Geister des Willens nur die Bewegungsimpulse dem Planeten geben würden, so würde jeder Planet in der Welt seine eigenen Wege gehen. Das ist aber nicht der Fall, sondern ein jeder Planet richtet sich nach dem ganzen System. Es wird die Bewegung nicht nur so geregelt, daß der Planet sich bewegt, sondern es wird Ordnung hineingebracht in das ganze planetarische System. Wie Ordnung hineingebracht wird, wenn, sagen wir, eine Gruppe von Menschen, von denen der eine dahin, der andere dorthin ging, einem gemeinsamen Ziele zuzustreben beginnt, so werden die Bewegungen der Planeten geordnet, bis sie zusammenstimmen. Dieses Zusammenstimmen der Bewegungen des einen Planeten mit dem anderen, diese Tatsache, daß in der Bewegung des einen Planeten Rücksicht genommen wird auf die der anderen, das entspricht der Tätigkeit der Cherubim. Also die Regelung der gemeinsamen Bewegung des Systems entspricht der Tätigkeit der Cherubim. Und jedes Planetensystem mit seinem Fixstern, der gewissermaßen als der Hauptanführer dasteht unter der Leitung der Cherubim, hat seine Beziehung wiederum zu den anderen Planetensystemen, die anderen Fixsternen zugehören, verständigt sich über seinen Ort im Raum und über seine Bedeutung mit seinen Nachbarsystemen, wie die einzelnen Menschen sich untereinander verständigen, miteinander sich besprechen zu ihren gemeinsamen Taten. Wie die Menschen ein soziales System begründen dadurch, daß sie Gegenseitigkeit haben, so gibt es auch eine Gegenseitigkeit der Planetensysteme. Von Fixstern zu Fixstern waltet gegenseitige Verständigung. Dadurch kommt allein der Kosmos zustande. Das, was sozusagen die Planetensysteme durch den Weltenraum miteinander sprechen, um zum Kosmos zu werden, das wird geregelt durch diejenigen Geister, welche wir Seraphim nennen.

[ 19 ] Und nun haben wir gleichsam das erschöpft, was wir beim Menschen finden bis herauf in die Bewußtseinsseele. Wie wir dann beim Menschen kommen zu seinem höheren Geistesleben, zu dem, was dem ganzen System bis zur Bewußtseinsseele herauf erst Sinn gibt, so kommen wir, wenn wir über die Seraphim heraufkommen, zu dem, was wir vorhin versuchten, heute zunächst andeutungsweise als oberste Dreiheit der Weltenwesenheit zu charakterisieren: Wir kommen da zu dem, was im Weltenall waltet als das alldurchziehende, göttliche, dreifach göttliche Leben, das sich in den einzelnen Planetensystemen Hüllen schafft. Wie sich das, was im Menschen lebt als Geistselbst, Lebensgeist, Geistesmensch — Manas, Buddhi, Atma — Hüllen schafft in Bewußtseinsseele, Verstandesseele, Empfindungsseele, astralischem, ätherischem und physischem Leibe, so wandeln durch den Raum die Fixsterne der Planetensysteme als die Körper der göttlichen Wesenheiten. Und indem wir das Leben der Sternenwelt betrachten, betrachten wir die Leiber der Götter und zuletzt des Göttlichen überhaupt.