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Man in the Light of
Occultism, Theosophy and Philosophy
GA 137

2 June 1912, Oslo

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Erster Vortrag

Erster Vortrag

[ 1 ] Wir haben über mancherlei wichtige Themen der theosophischen Weltanschauung bei den verflossenen Vortragszyklen schon miteinander gesprochen. Wir haben mit dem gegenwärtigen Vortragszyklus uns ein Thema gestellt, welches zu den allerwichtigsten, zu den allerbetrachtenswertesten des theosophischen Lebens, der theosophischen Weltanschauung und der theosophischen Gesinnung gehört. Wir haben uns gewissermaßen das wichtigste Objekt ausersehen, welches die menschliche Erkenntnis anerkanntermaßen haben kann, nämlich den Menschen selber. Und für die theosophische Betrachtung muß dieser Mensch selber, man möchte sagen, ganz selbstverständlich wiederum der allerhöchste Gegenstand der Betrachtung sein. Man muß innerhalb der theosophischen Weltanschauung wieder etwas fühlen von dem, was der von alter Theosophie berührte griechische Geist schon in das Wort Anthropos — Mensch — legte. Der zu den Höhen Blickende so könnte man es, wenn man es richtig übersetzen wollte, in unsere gegenwärtige Ausdrucksweise übersetzen. «Der-zu-den-Höhen-Blickende» ist zu gleicher Zeit die Definition des Menschen, die in dem griechischen Worte Anthropos zum Ausdrucke kommt, das heißt: der in den Höhen des Lebens seinen Ursprung Suchende, und der seine eigenen Gründe nur in den Höhen des Lebens Findende, das ist der Mensch nach dem Gefühle der griechischen Welt.

[ 1 ] Wir haben über mancherlei wichtige Themen der theosophischen Weltanschauung bei den verflossenen Vortragszyklen schon miteinander gesprochen. Wir haben mit dem gegenwärtigen Vortragszyklus uns ein Thema gestellt, welches zu den allerwichtigsten, zu den allerbetrachtenswertesten des theosophischen Lebens, der theosophischen Weltanschauung und der theosophischen Gesinnung gehört. Wir haben uns gewissermaßen das wichtigste Objekt ausersehen, welches die menschliche Erkenntnis anerkanntermaßen haben kann, nämlich den Menschen selber. Und für die theosophische Betrachtung muß dieser Mensch selber, man möchte sagen, ganz selbstverständlich wiederum der allerhöchste Gegenstand der Betrachtung sein. Man muß innerhalb der theosophischen Weltanschauung wieder etwas fühlen von dem, was der von alter Theosophie berührte griechische Geist schon in das Wort Anthropos — Mensch — legte. Der zu den Höhen Blickende so könnte man es, wenn man es richtig übersetzen wollte, in unsere gegenwärtige Ausdrucksweise übersetzen. «Der-zu-den-Höhen-Blickende» ist zu gleicher Zeit die Definition des Menschen, die in dem griechischen Worte Anthropos zum Ausdrucke kommt, das heißt: der in den Höhen des Lebens seinen Ursprung Suchende, und der seine eigenen Gründe nur in den Höhen des Lebens Findende, das ist der Mensch nach dem Gefühle der griechischen Welt.

[ 2 ] Um den Menschen als ein solches Wesen zu erkennen, haben wir ja, im Grunde genommen, die Theosophie. Sie ist jene Weltbetrachtung, welche aufsteigen will von den Einzelheiten des sinnlichen Daseins, von den Einzelheiten des werktätigen äußeren Lebens zu jenen Höhen der geistigen Erlebnisse, die uns so recht zeigen können, woher der Mensch kommt und wohin der Mensch eigentlich steuert. So ist es ohne weiteres klar, daß, wie für jede Weltbetrachtung im allgemeinen so für die Theosophie noch im besonderen, der Mensch das allerwürdigste Objekt der Betrachtung ist.

[ 2 ] Um den Menschen als ein solches Wesen zu erkennen, haben wir ja, im Grunde genommen, die Theosophie. Sie ist jene Weltbetrachtung, welche aufsteigen will von den Einzelheiten des sinnlichen Daseins, von den Einzelheiten des werktätigen äußeren Lebens zu jenen Höhen der geistigen Erlebnisse, die uns so recht zeigen können, woher der Mensch kommt und wohin der Mensch eigentlich steuert. So ist es ohne weiteres klar, daß, wie für jede Weltbetrachtung im allgemeinen so für die Theosophie noch im besonderen, der Mensch das allerwürdigste Objekt der Betrachtung ist.

[ 3 ] In diesem Vortragszyklus wollen wir den Menschen nach drei Gesichtspunkten geistig ins Auge fassen, nach den drei Gesichtspunkten, unter denen er bisher von jeder tieferen Weltanschauung immer ins Auge gefaßt worden ist, wenn auch im äußeren Leben nicht alle drei Gesichtspunkte in gleicher Weise zur Geltung gebracht worden sind. Wir wollen in dieser Reihe von Vorträgen die Menschen betrachten von dem Gesichtspunkte des Okkultismus, von dem Gesichtspunkte der Theosophie und von dem Gesichtspunkte der Philosophie.

[ 3 ] In diesem Vortragszyklus wollen wir den Menschen nach drei Gesichtspunkten geistig ins Auge fassen, nach den drei Gesichtspunkten, unter denen er bisher von jeder tieferen Weltanschauung immer ins Auge gefaßt worden ist, wenn auch im äußeren Leben nicht alle drei Gesichtspunkte in gleicher Weise zur Geltung gebracht worden sind. Wir wollen in dieser Reihe von Vorträgen die Menschen betrachten von dem Gesichtspunkte des Okkultismus, von dem Gesichtspunkte der Theosophie und von dem Gesichtspunkte der Philosophie.

[ 4 ] Es liegt nahe, daß wir uns heute zunächst verständigen müssen darüber, was unter diesen drei Gesichtspunkten eigentlich gemeint ist. Wenn man vom Okkultismus spricht, so spricht man zunächst von etwas, das in weiteren Kreisen der heutigen gebildeten Welt recht unbekannt ist; und man muß sagen: Der Okkultismus in seiner ihm ureigenen Gestalt war eigentlich in der ganzen bisherigen Menschheitsentwickelung im Grunde genommen für das äußere Leben, für das Leben des Alltags, stets etwas gewissermaßen Verborgenes. Der Okkultismus geht ja davon aus, daß der Mensch, um sein eigenes Wesen zu erkennen, um sein Wesen zu erleben, bei der gewöhnlichen Anschauungsweise, bei der Anschauungsweise des gewöhnlichen Bewußtseins nicht stehenbleiben kann, sondern zu einer ganz anderen Anschauungsweise, zu einer anderen Erkenntnisart übergehen muß.

[ 4 ] Es liegt nahe, daß wir uns heute zunächst verständigen müssen darüber, was unter diesen drei Gesichtspunkten eigentlich gemeint ist. Wenn man vom Okkultismus spricht, so spricht man zunächst von etwas, das in weiteren Kreisen der heutigen gebildeten Welt recht unbekannt ist; und man muß sagen: Der Okkultismus in seiner ihm ureigenen Gestalt war eigentlich in der ganzen bisherigen Menschheitsentwickelung im Grunde genommen für das äußere Leben, für das Leben des Alltags, stets etwas gewissermaßen Verborgenes. Der Okkultismus geht ja davon aus, daß der Mensch, um sein eigenes Wesen zu erkennen, um sein Wesen zu erleben, bei der gewöhnlichen Anschauungsweise, bei der Anschauungsweise des gewöhnlichen Bewußtseins nicht stehenbleiben kann, sondern zu einer ganz anderen Anschauungsweise, zu einer anderen Erkenntnisart übergehen muß.

[ 5 ] Man möchte, um zunächst einen Vergleich zu gebrauchen, sagen: Wenn wir innerhalb eines Ortes leben, so sehen wir die einzelnen Erlebnisse, welche die Menschen erfahren, und ein jeglicher, der in einem solchen Orte, wenn er einigermaßen groß ist, darinnen lebt, kennt im Grunde genommen immer nur Einzelheiten dessen, was in dem Orte überhaupt erlebt, was in dem Orte gesehen werden kann. Schon äußerlich, wenn jemand einen Gesamtüberblick haben will über den Ort, muß er sich vielleicht eine Anhöhe suchen, um das, was er von einem einzelnen Standpunkte im Inneren nicht sehen kann, zu überschauen. Wenn er einen Zusammenhang haben will und einen Überblick über das intellektuelle, das moralische und das sonstige Leben des Ortes, dann muß er sich geistig auf einen höheren Standpunkt versetzen als auf den der gewöhnlichen Erlebnisse, die ihm der Alltag bringen kann.

[ 5 ] Man möchte, um zunächst einen Vergleich zu gebrauchen, sagen: Wenn wir innerhalb eines Ortes leben, so sehen wir die einzelnen Erlebnisse, welche die Menschen erfahren, und ein jeglicher, der in einem solchen Orte, wenn er einigermaßen groß ist, darinnen lebt, kennt im Grunde genommen immer nur Einzelheiten dessen, was in dem Orte überhaupt erlebt, was in dem Orte gesehen werden kann. Schon äußerlich, wenn jemand einen Gesamtüberblick haben will über den Ort, muß er sich vielleicht eine Anhöhe suchen, um das, was er von einem einzelnen Standpunkte im Inneren nicht sehen kann, zu überschauen. Wenn er einen Zusammenhang haben will und einen Überblick über das intellektuelle, das moralische und das sonstige Leben des Ortes, dann muß er sich geistig auf einen höheren Standpunkt versetzen als auf den der gewöhnlichen Erlebnisse, die ihm der Alltag bringen kann.

[ 6 ] So muß es auch der Mensch machen, wenn er hinauskommen will über die Erfahrungen, die Erlebnisse des gewöhnlichen Bewußtseins. Die geben, im Grunde genommen, immer nur einen Teil dessen, was das ganze Zusammensein, den ganzen Zusammenhang des Lebens ausmacht. Für die menschliche Erkenntnis heißt das aber nichts anderes, als daß diese menschliche Erkenntnis selber über sich hinausgehen muß, daß sie einen Standpunkt gewinnen muß, der über dem gewöhnlichen Bewußtsein, über der gewöhnlichen Erkenntnis liegt. Selbstverständlich hat das zur Folge, daß dieser gewissermaßen außerhalb des gewöhnlichen Lebens liegende Standpunkt die Einzelheiten in ihren besonders intensiven Farben, in ihrer besonderen Nuancierung verschwinden läßt. Wenn wir uns auf eine Anhöhe begeben, um einen Ort zu überschauen, so sehen wir auch nur das Gesamtbild, und wir verzichten dann auf jene einzelnen Nuancen, welche uns das einzelne Erleben gibt. Auf mancherlei Einzelheiten, auf mancherlei Individuelles muß auch ein solcher Standort Verzicht leisten, der über das gewöhnliche Bewußtsein hinausgeht. Aber er gibt dafür gerade für die Erkenntnis des menschlichen Wesens, für die Erkenntnis der ganzen Art des Menschen dasjenige, worauf es ankommt, dasjenige, was in allen Menschen dasselbe ist, worin eigentlich der Grund der Menschennatur liegt und was der Mensch für sein Leben als das Allerwichtigste empfindet.

[ 6 ] So muß es auch der Mensch machen, wenn er hinauskommen will über die Erfahrungen, die Erlebnisse des gewöhnlichen Bewußtseins. Die geben, im Grunde genommen, immer nur einen Teil dessen, was das ganze Zusammensein, den ganzen Zusammenhang des Lebens ausmacht. Für die menschliche Erkenntnis heißt das aber nichts anderes, als daß diese menschliche Erkenntnis selber über sich hinausgehen muß, daß sie einen Standpunkt gewinnen muß, der über dem gewöhnlichen Bewußtsein, über der gewöhnlichen Erkenntnis liegt. Selbstverständlich hat das zur Folge, daß dieser gewissermaßen außerhalb des gewöhnlichen Lebens liegende Standpunkt die Einzelheiten in ihren besonders intensiven Farben, in ihrer besonderen Nuancierung verschwinden läßt. Wenn wir uns auf eine Anhöhe begeben, um einen Ort zu überschauen, so sehen wir auch nur das Gesamtbild, und wir verzichten dann auf jene einzelnen Nuancen, welche uns das einzelne Erleben gibt. Auf mancherlei Einzelheiten, auf mancherlei Individuelles muß auch ein solcher Standort Verzicht leisten, der über das gewöhnliche Bewußtsein hinausgeht. Aber er gibt dafür gerade für die Erkenntnis des menschlichen Wesens, für die Erkenntnis der ganzen Art des Menschen dasjenige, worauf es ankommt, dasjenige, was in allen Menschen dasselbe ist, worin eigentlich der Grund der Menschennatur liegt und was der Mensch für sein Leben als das Allerwichtigste empfindet.

[ 7 ] Dieser Standpunkt kann nur erlangt werden dadurch, daß die menschliche Seele eine gewisse Entwickelung durchmacht, daß sie zu dem gelangt, was man gewöhnlich nennen kann das hellseherische Erkennen. Von diesem hellseherischen Erkennen finden Sie in den einschlägigen Literaturwerken gesprochen. Sie finden da, was die einzelnen Seelen zu unternehmen haben, um zu solchem hellseherischen Erkennen zu kommen. Sie finden davon gesprochen, daß für den, der diese hellseherische Erkenntnis erreichen will, die gewöhnlichen Erkenntnismittel, die Anschauung durch die gewöhnlichen Sinne, das Nachdenken mit der gewöhnlichen Verstandes- und Urteilskraft nicht ausreichen; und Sie werden darauf hingewiesen, daß diese überwunden und ganz neue, im Keime in der Seele liegende Erkenntnismittel angestrebt werden müssen.

[ 7 ] Dieser Standpunkt kann nur erlangt werden dadurch, daß die menschliche Seele eine gewisse Entwickelung durchmacht, daß sie zu dem gelangt, was man gewöhnlich nennen kann das hellseherische Erkennen. Von diesem hellseherischen Erkennen finden Sie in den einschlägigen Literaturwerken gesprochen. Sie finden da, was die einzelnen Seelen zu unternehmen haben, um zu solchem hellseherischen Erkennen zu kommen. Sie finden davon gesprochen, daß für den, der diese hellseherische Erkenntnis erreichen will, die gewöhnlichen Erkenntnismittel, die Anschauung durch die gewöhnlichen Sinne, das Nachdenken mit der gewöhnlichen Verstandes- und Urteilskraft nicht ausreichen; und Sie werden darauf hingewiesen, daß diese überwunden und ganz neue, im Keime in der Seele liegende Erkenntnismittel angestrebt werden müssen.

[ 8 ] Sie haben wohl auch aus der Literatur entnommen, daß man drei Stufen unterscheiden kann, um zu dieser hellseherischen oder okkulten Erkenntnis hinaufzukommen. Die erste Stufe ist die der imaginativen Erkenntnis, die zweite die der inspirierten und die dritte die der intuitiven Erkenntnis. Wenn man in populärer Weise charakterisieren wollte, was erreicht wird durch diese Selbsterkenntnis, die mit den Mitteln der Imagination, der Inspiration und der Intuition erlangt wird, so müßte man sagen: Der Mensch kommt dadurch in die Lage, Dinge zu schauen, die sich dem gewöhnlichen Bewußtsein entziehen. Man braucht nur hinzuweisen auf den Gegensatz zwischen Wachen und Schlafen, und man wird in populärer Weise veranschaulichen können, was für den Menschen durch die okkulte Erkenntnis, durch die hellseherische Anschauung zu erreichen ist. Während des Wachens sieht der Mensch die sinnliche Welt als seine Umgebung, und er beurteilt sie mit seinem Verstande und seinen anderen Erkenntniskräften. Für das gewöhnliche Bewußtsein tritt die Finsternis des Bewußtseins ein, wenn der Mensch in den Schlafzustand eingeht. Aber der Mensch hört damit nicht auf zu sein, wenn er einschläft, und er entsteht auch nicht aufs neue, wenn er wieder aufwacht. Der Mensch lebt auch in der Zeit, welche vergeht zwischen dem Einschlafen und dem Wiedererwachen. Nur hat der Mensch nicht genug innere Kraft, nicht genug Stärke und Energie der Seelenkraft, die es ihm während des Schlafzustandes möglich machen würden, wahrzunehmen, was in seiner Umgebung ist. Man kann sagen: Des Menschen Erkenntniskräfte sind so, daß sie geschärft werden müssen durch die physischen Organe, durch die Sinne und durch die Nervenorgane, damit er für das gewöhnliche Bewußtsein etwas sieht in seiner Umgebung. In der Nacht, wenn der Mensch aus seinen Sinnesorganen und seinem Nervensystem heraus ist, dann sind die in der Seele befindlichen Kräfte zu schwach, um sich aufzuraffen und die Umgebung wahrzunehmen und zu schauen.

[ 8 ] Sie haben wohl auch aus der Literatur entnommen, daß man drei Stufen unterscheiden kann, um zu dieser hellseherischen oder okkulten Erkenntnis hinaufzukommen. Die erste Stufe ist die der imaginativen Erkenntnis, die zweite die der inspirierten und die dritte die der intuitiven Erkenntnis. Wenn man in populärer Weise charakterisieren wollte, was erreicht wird durch diese Selbsterkenntnis, die mit den Mitteln der Imagination, der Inspiration und der Intuition erlangt wird, so müßte man sagen: Der Mensch kommt dadurch in die Lage, Dinge zu schauen, die sich dem gewöhnlichen Bewußtsein entziehen. Man braucht nur hinzuweisen auf den Gegensatz zwischen Wachen und Schlafen, und man wird in populärer Weise veranschaulichen können, was für den Menschen durch die okkulte Erkenntnis, durch die hellseherische Anschauung zu erreichen ist. Während des Wachens sieht der Mensch die sinnliche Welt als seine Umgebung, und er beurteilt sie mit seinem Verstande und seinen anderen Erkenntniskräften. Für das gewöhnliche Bewußtsein tritt die Finsternis des Bewußtseins ein, wenn der Mensch in den Schlafzustand eingeht. Aber der Mensch hört damit nicht auf zu sein, wenn er einschläft, und er entsteht auch nicht aufs neue, wenn er wieder aufwacht. Der Mensch lebt auch in der Zeit, welche vergeht zwischen dem Einschlafen und dem Wiedererwachen. Nur hat der Mensch nicht genug innere Kraft, nicht genug Stärke und Energie der Seelenkraft, die es ihm während des Schlafzustandes möglich machen würden, wahrzunehmen, was in seiner Umgebung ist. Man kann sagen: Des Menschen Erkenntniskräfte sind so, daß sie geschärft werden müssen durch die physischen Organe, durch die Sinne und durch die Nervenorgane, damit er für das gewöhnliche Bewußtsein etwas sieht in seiner Umgebung. In der Nacht, wenn der Mensch aus seinen Sinnesorganen und seinem Nervensystem heraus ist, dann sind die in der Seele befindlichen Kräfte zu schwach, um sich aufzuraffen und die Umgebung wahrzunehmen und zu schauen.

[ 9 ] Das, was da in der Nacht zu schwach ist, um die Umgebung wahrzunehmen, das in einen solchen Zustand zu versetzen, daß es unter gewissen Voraussetzungen, nicht immer, im Zustande des gewöhnlichen Schlafes wahrnehmen kann, was uns im Schlafe umgibt, das zu erreichen ist möglich durch die Mittel, welche zum Zwecke der Schulung in okkulter Erkenntnis gegeben werden. So daß der Mensch eine weitere, eine neue, man könnte sagen — wenn ein solches Wort nicht in gewissem Sinne doch unberechtigt wäre —, eine höhere Welt als die sonstige wahrnehmen kann.

[ 9 ] Das, was da in der Nacht zu schwach ist, um die Umgebung wahrzunehmen, das in einen solchen Zustand zu versetzen, daß es unter gewissen Voraussetzungen, nicht immer, im Zustande des gewöhnlichen Schlafes wahrnehmen kann, was uns im Schlafe umgibt, das zu erreichen ist möglich durch die Mittel, welche zum Zwecke der Schulung in okkulter Erkenntnis gegeben werden. So daß der Mensch eine weitere, eine neue, man könnte sagen — wenn ein solches Wort nicht in gewissem Sinne doch unberechtigt wäre —, eine höhere Welt als die sonstige wahrnehmen kann.

[ 10 ] Es ist also im wesentlichen eine Umwandlung der Seele, die eine Erstarkung, eine Vergrößerung der Energie der inneren Seelenkräfte bedeutet. Wenn diese Umwandlung, diese Erstarkung vor sich geht, dann weiß der Mensch, worin das eigentlich besteht, was beim Einschlafen aus dem physischen Leibe herausgeht und beim Aufwachen wieder in den physischen Leib hineingeht. Dann weiß er auch, daß in dem, was da während des Schlafens aus dem Leibe heraus ist, der innere Wesenskern enthalten ist, der mit der Geburt eintritt in den physischen Leib und, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, wieder heraustritt aus dem physischen Leibe. Es weiß dann auch der Mensch, wie er in der Zeit zwischen dem 'Tode und einer neuen Geburt in der geistig-seelischen Welt lebt. Kurz, der Mensch lernt geistig erkennen, und er lernt die Umgebung, die geistiger Art ist und sich dem gewöhnlichen Bewußtsein entzieht, ebenfalls kennen. In dieser geistigen Welt aber liegen die eigentlichen Urgründe des Daseins, die Gründe auch für das physische, für das sinnliche Dasein, so daß der Mensch durch die okkulte Erkenntnisart die Fähigkeit erlangt, die Urgründe des Daseins anzuschauen. Aber nur dadurch erlangt er diese Fähigkeit, daß er sich selber zuerst umwandelt in ein anderes Erkenntniswesen, als er es innerhalb des gewöhnlichen Bewußstseins ist.

[ 10 ] Es ist also im wesentlichen eine Umwandlung der Seele, die eine Erstarkung, eine Vergrößerung der Energie der inneren Seelenkräfte bedeutet. Wenn diese Umwandlung, diese Erstarkung vor sich geht, dann weiß der Mensch, worin das eigentlich besteht, was beim Einschlafen aus dem physischen Leibe herausgeht und beim Aufwachen wieder in den physischen Leib hineingeht. Dann weiß er auch, daß in dem, was da während des Schlafens aus dem Leibe heraus ist, der innere Wesenskern enthalten ist, der mit der Geburt eintritt in den physischen Leib und, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, wieder heraustritt aus dem physischen Leibe. Es weiß dann auch der Mensch, wie er in der Zeit zwischen dem 'Tode und einer neuen Geburt in der geistig-seelischen Welt lebt. Kurz, der Mensch lernt geistig erkennen, und er lernt die Umgebung, die geistiger Art ist und sich dem gewöhnlichen Bewußtsein entzieht, ebenfalls kennen. In dieser geistigen Welt aber liegen die eigentlichen Urgründe des Daseins, die Gründe auch für das physische, für das sinnliche Dasein, so daß der Mensch durch die okkulte Erkenntnisart die Fähigkeit erlangt, die Urgründe des Daseins anzuschauen. Aber nur dadurch erlangt er diese Fähigkeit, daß er sich selber zuerst umwandelt in ein anderes Erkenntniswesen, als er es innerhalb des gewöhnlichen Bewußstseins ist.

[ 11 ] Der Okkultismus also kann dem Menschen nur zukommen, wenn er es unternimmt, die ihm für die okkulte Erkenntnisart dargebotenen Mittel wirklich auf sich anzuwenden. Es liegt in der Natur der Sache, und es wird auch in der Literatur darauf hingewiesen und auch hier in den Vorträgen ist schon davon gesprochen worden, daß es in der bisherigen Menschheitsentwickelung naturgemäß nicht jedermanns Sache war, sich so selbst zu erziehen, daß er unmittelbar in die geistige Welt hineinschauen konnte, also auf die geschilderte Art und Weise zu den Urgründen des Daseins vorzudringen vermochte. Diese Mittel, um zu den Urgründen des Daseins vorzudringen, wurden immer gegeben in engeren Kreisen, in denen streng darauf gesehen ward, daß der Mensch zuerst die vorbereitende Erziehung hatte, die ihn reif machte, die okkulten Erkenntnismittel auf seine Seele anzuwenden, bevor ihm die höheren Mittel okkulter Erkenntnis dargeboten wurden.

[ 11 ] Der Okkultismus also kann dem Menschen nur zukommen, wenn er es unternimmt, die ihm für die okkulte Erkenntnisart dargebotenen Mittel wirklich auf sich anzuwenden. Es liegt in der Natur der Sache, und es wird auch in der Literatur darauf hingewiesen und auch hier in den Vorträgen ist schon davon gesprochen worden, daß es in der bisherigen Menschheitsentwickelung naturgemäß nicht jedermanns Sache war, sich so selbst zu erziehen, daß er unmittelbar in die geistige Welt hineinschauen konnte, also auf die geschilderte Art und Weise zu den Urgründen des Daseins vorzudringen vermochte. Diese Mittel, um zu den Urgründen des Daseins vorzudringen, wurden immer gegeben in engeren Kreisen, in denen streng darauf gesehen ward, daß der Mensch zuerst die vorbereitende Erziehung hatte, die ihn reif machte, die okkulten Erkenntnismittel auf seine Seele anzuwenden, bevor ihm die höheren Mittel okkulter Erkenntnis dargeboten wurden.

[ 12 ] Es ist leicht einzusehen, warum das so sein muß. Die höhere, die okkulte Erkenntnis führt ja zu den Gründen des Daseins, führt hinein in diejenigen Welten, aus denen heraus gewissermaßen unsere Welt gemacht ist, so daß der Mensch mit diesen okkulten Erkenntnissen auch gewisse Fähigkeiten erlangt, die er sonst nicht hat. Gewissermaßen wird der Mensch, indem er in die Urgründe des Daseins hineindringt, Dinge zu vollführen in der Lage sein, die er mit den gewöhnlichen Erkenntnismitteln nicht ausführen kann. Nun gibt es eine Tatsache, die dies ganz klarmacht. Wir werden diese Tatsache noch besprechen; jetzt soll sie nur angeführt werden, um zu zeigen, daß nicht jedem die okkulten Erkenntnismittel gegeben werden konnten. Diese Tatsache ist die, daß der Mensch während der Erdenentwickelung notwendig eingepflanzt erhalten mußte den Egoismus. Ohne den Egoismus hätte der Mensch seine Erdenaufgabe nicht vollziehen können, denn diese besteht ja gerade darin, aus dem Egoismus heraus sich zur Liebe zu entwickeln und durch die Liebe den Egoismus zu adeln, zu überwinden, zu vergeistigen. Am Ende der Erdenentwickelung wird der Mensch von der Liebe durchdrungen sein. Er kann aber nur in Freiheit zu dieser Liebe sich hinentwickeln dadurch, daß seinem Wesen von Anfang an der Egoismus eingepflanzt war. Nun aber wirkt der Egoismus im höchsten Maße gefährlich und schädlich, wenn er etwas unternimmt, was hinter der Welt des gewöhnlichen Bewußtseins liegt. Wenn der Egoismus, von dem auch im Grunde genommen die ganze menschliche Geschichte durchdrungen ist, schon im gewöhnlichen, sinnlichen Leben Schaden über Schaden anrichtet, so muß man doch sagen, daß diese Schäden eine Kleinigkeit sind gegenüber den großen Schädigungen, die er hervorruft, wenn er arbeiten kann mit den Mitteln okkulter Erkenntnis.

[ 12 ] Es ist leicht einzusehen, warum das so sein muß. Die höhere, die okkulte Erkenntnis führt ja zu den Gründen des Daseins, führt hinein in diejenigen Welten, aus denen heraus gewissermaßen unsere Welt gemacht ist, so daß der Mensch mit diesen okkulten Erkenntnissen auch gewisse Fähigkeiten erlangt, die er sonst nicht hat. Gewissermaßen wird der Mensch, indem er in die Urgründe des Daseins hineindringt, Dinge zu vollführen in der Lage sein, die er mit den gewöhnlichen Erkenntnismitteln nicht ausführen kann. Nun gibt es eine Tatsache, die dies ganz klarmacht. Wir werden diese Tatsache noch besprechen; jetzt soll sie nur angeführt werden, um zu zeigen, daß nicht jedem die okkulten Erkenntnismittel gegeben werden konnten. Diese Tatsache ist die, daß der Mensch während der Erdenentwickelung notwendig eingepflanzt erhalten mußte den Egoismus. Ohne den Egoismus hätte der Mensch seine Erdenaufgabe nicht vollziehen können, denn diese besteht ja gerade darin, aus dem Egoismus heraus sich zur Liebe zu entwickeln und durch die Liebe den Egoismus zu adeln, zu überwinden, zu vergeistigen. Am Ende der Erdenentwickelung wird der Mensch von der Liebe durchdrungen sein. Er kann aber nur in Freiheit zu dieser Liebe sich hinentwickeln dadurch, daß seinem Wesen von Anfang an der Egoismus eingepflanzt war. Nun aber wirkt der Egoismus im höchsten Maße gefährlich und schädlich, wenn er etwas unternimmt, was hinter der Welt des gewöhnlichen Bewußtseins liegt. Wenn der Egoismus, von dem auch im Grunde genommen die ganze menschliche Geschichte durchdrungen ist, schon im gewöhnlichen, sinnlichen Leben Schaden über Schaden anrichtet, so muß man doch sagen, daß diese Schäden eine Kleinigkeit sind gegenüber den großen Schädigungen, die er hervorruft, wenn er arbeiten kann mit den Mitteln okkulter Erkenntnis.

[ 13 ] So war es immer eine notwendige Voraussetzung, daß bei denen, welchen die Mittel okkulter Erkenntnis gegeben wurden, ein so gestreng vorbereiteter Charakter vorhanden war, daß sie, wie groß auch die Verlockungen der Welt sein mochten, nicht arbeiten wollten im Sinne des Egoismus. Das war der erste bedeutungsvolle Grundsatz der Vorbereitung für die okkulte Erkenntnis, daß der Charakter jener Menschen, welche zu diesen Erkenntnissen zugelassen wurden, es nicht gestattete, die okkulten Erkenntnisse im egoistischen Sinne zu mißbrauchen. Das bedingte naturgemäß, daß nur wenige nach und nach ausgewählt werden konnten im Laufe der Menschheitsentwickelung, um aufgenommen zu werden in jene okkulten Schulen, die man in den alten Zeiten die Mysterien und auch anders nannte, und daß somit nur diesen wenigen die Mittel gegeben wurden, zu solcher okkulten Erkenntnis aufzusteigen. Die okkulten Erkenntnisse, die diese wenigen dann erreichten, hatten ganz bestimmte Eigenschaften, ganz bestimmte Eigentümlichkeiten.

[ 13 ] So war es immer eine notwendige Voraussetzung, daß bei denen, welchen die Mittel okkulter Erkenntnis gegeben wurden, ein so gestreng vorbereiteter Charakter vorhanden war, daß sie, wie groß auch die Verlockungen der Welt sein mochten, nicht arbeiten wollten im Sinne des Egoismus. Das war der erste bedeutungsvolle Grundsatz der Vorbereitung für die okkulte Erkenntnis, daß der Charakter jener Menschen, welche zu diesen Erkenntnissen zugelassen wurden, es nicht gestattete, die okkulten Erkenntnisse im egoistischen Sinne zu mißbrauchen. Das bedingte naturgemäß, daß nur wenige nach und nach ausgewählt werden konnten im Laufe der Menschheitsentwickelung, um aufgenommen zu werden in jene okkulten Schulen, die man in den alten Zeiten die Mysterien und auch anders nannte, und daß somit nur diesen wenigen die Mittel gegeben wurden, zu solcher okkulten Erkenntnis aufzusteigen. Die okkulten Erkenntnisse, die diese wenigen dann erreichten, hatten ganz bestimmte Eigenschaften, ganz bestimmte Eigentümlichkeiten.

[ 14 ] Das, was ich nun als Eigenschaft dieser okkulten Erkenntnis anführen will, ändert sich in gewisser Beziehung gerade in unserer Zeit; aber es war im Grunde genommen gemeinschaftlich allen bisherigen, im rechten Sinne des Wortes so zu nennenden okkulten Schulen. Es war notwendig in diesen okkulten Schulen, in denen den Menschen dargereicht wurden die Mittel okkulter Erkenntnis, daß unter den vielen Dingen, die überwunden werden mußten, um damit auch den Egoismus zu überwinden, sogar auch dieses war: nicht mit den gewöhnlichen Worten zu sprechen innerhalb der Mysterien, innerhalb der okkulten Schulen, nicht mit den gewöhnlichen Worten sich zu verständigen, mit denen man sich im Leben des äußerlichen Bewußtseins verständigt. Denn eine gewisse Art, wenn auch eines feineren, man möchte sagen, höheren Egoismus geht schon in den Menschen über dadurch, daß man sich der Worte, Gedanken und Begriffe bedient, die im äußeren Leben verwendet werden. Da kommen alle diejenigen Dinge in Betracht, die den Menschen nicht erscheinen lassen als Menschen überhaupt, sondern als Angehörigen eines bestimmten Volkes mit all den Egoismen, die ihm eben eigen sind dadurch, daß er, berechtigterweise für das äußere Leben, sein Volk liebt. Für das äußere Bewußtsein ist es selbstverständlich und es muß so sein, daß die Menschen jene feineren, höheren Egoismen haben, und diese höheren Egoismen sind sogar in gewisser Beziehung das löblichste des Daseins. Für die höchsten allgemein-menschlichen Erkenntnisse, die hinter dem Leben des gewöhnlichen Bewußtseins zu suchen sind, dürfen wir aber auch diese höheren, verfeinerten Egoismen nicht mitbringen. Daher wurde die Vorbereitung in den okkulten Schulen so gepflogen, daß sozusagen zuerst eine allgemein-menschliche Sprache geschaffen wurde. In diesen okkulten Schulen wurde nicht die Sprache des gewöhnlichen Lebens, sondern eine Sprache benützt, die anders auf die Menschen wirkte als irgendeine sonstige Sprache, die da oder dort gesprochen wurde. Es war dies eine Sprache, die nicht durch Worte und Gedanken wirkte, so wie man in der gewöhnlichen Wissenschaft vorträgt, sondern durch Symbole. Für diejenigen, die Mathematik kennen, ist es ja ohne weiteres klar, daß sie die allgemeine Anwendung dadurch hat, daß man Symbole wählt, die man überall anwenden kann. Dadurch, daß man solche Symbole wählte, sich sozusagen hinaufentwickelte, eine Sprache zu haben, die in Symbolen spricht, war man hinaus über das, was sich in unser Urteil, in unser gewöhnliches Bewußtsein hineinmischt von Egoismus, auch von höheren Egoismen. Damit aber war man mit dem, was man darstellen und sagen konnte, auch nur denjenigen verständlich, die zuerst diese allgemeine menschliche Sprache, diese Symbole kennengelernt hatten. Die Sprache bestand in Symbolen, die man zeichnen konnte, die man in Handbewegungen ausführte in den Ritualen, in Farbenzusammenistellungen ausdrückte und so weiter. Und die Hauptsache in den Geheimschulen war nicht das, was durch die Worte verkündet wurde, denn das war nur Vorbereitung, sondern dasjenige, was gesagt wurde in der Sprache der Symbole, unabhängig von den gewöhnlichen menschlichen Worten und auch unabhängig von den gewöhnlichen menschlichen Gedanken. Das erste also in den Geheimschulen war die Bildung einer symbolischen Sprache.

[ 14 ] Das, was ich nun als Eigenschaft dieser okkulten Erkenntnis anführen will, ändert sich in gewisser Beziehung gerade in unserer Zeit; aber es war im Grunde genommen gemeinschaftlich allen bisherigen, im rechten Sinne des Wortes so zu nennenden okkulten Schulen. Es war notwendig in diesen okkulten Schulen, in denen den Menschen dargereicht wurden die Mittel okkulter Erkenntnis, daß unter den vielen Dingen, die überwunden werden mußten, um damit auch den Egoismus zu überwinden, sogar auch dieses war: nicht mit den gewöhnlichen Worten zu sprechen innerhalb der Mysterien, innerhalb der okkulten Schulen, nicht mit den gewöhnlichen Worten sich zu verständigen, mit denen man sich im Leben des äußerlichen Bewußtseins verständigt. Denn eine gewisse Art, wenn auch eines feineren, man möchte sagen, höheren Egoismus geht schon in den Menschen über dadurch, daß man sich der Worte, Gedanken und Begriffe bedient, die im äußeren Leben verwendet werden. Da kommen alle diejenigen Dinge in Betracht, die den Menschen nicht erscheinen lassen als Menschen überhaupt, sondern als Angehörigen eines bestimmten Volkes mit all den Egoismen, die ihm eben eigen sind dadurch, daß er, berechtigterweise für das äußere Leben, sein Volk liebt. Für das äußere Bewußtsein ist es selbstverständlich und es muß so sein, daß die Menschen jene feineren, höheren Egoismen haben, und diese höheren Egoismen sind sogar in gewisser Beziehung das löblichste des Daseins. Für die höchsten allgemein-menschlichen Erkenntnisse, die hinter dem Leben des gewöhnlichen Bewußtseins zu suchen sind, dürfen wir aber auch diese höheren, verfeinerten Egoismen nicht mitbringen. Daher wurde die Vorbereitung in den okkulten Schulen so gepflogen, daß sozusagen zuerst eine allgemein-menschliche Sprache geschaffen wurde. In diesen okkulten Schulen wurde nicht die Sprache des gewöhnlichen Lebens, sondern eine Sprache benützt, die anders auf die Menschen wirkte als irgendeine sonstige Sprache, die da oder dort gesprochen wurde. Es war dies eine Sprache, die nicht durch Worte und Gedanken wirkte, so wie man in der gewöhnlichen Wissenschaft vorträgt, sondern durch Symbole. Für diejenigen, die Mathematik kennen, ist es ja ohne weiteres klar, daß sie die allgemeine Anwendung dadurch hat, daß man Symbole wählt, die man überall anwenden kann. Dadurch, daß man solche Symbole wählte, sich sozusagen hinaufentwickelte, eine Sprache zu haben, die in Symbolen spricht, war man hinaus über das, was sich in unser Urteil, in unser gewöhnliches Bewußtsein hineinmischt von Egoismus, auch von höheren Egoismen. Damit aber war man mit dem, was man darstellen und sagen konnte, auch nur denjenigen verständlich, die zuerst diese allgemeine menschliche Sprache, diese Symbole kennengelernt hatten. Die Sprache bestand in Symbolen, die man zeichnen konnte, die man in Handbewegungen ausführte in den Ritualen, in Farbenzusammenistellungen ausdrückte und so weiter. Und die Hauptsache in den Geheimschulen war nicht das, was durch die Worte verkündet wurde, denn das war nur Vorbereitung, sondern dasjenige, was gesagt wurde in der Sprache der Symbole, unabhängig von den gewöhnlichen menschlichen Worten und auch unabhängig von den gewöhnlichen menschlichen Gedanken. Das erste also in den Geheimschulen war die Bildung einer symbolischen Sprache.

[ 15 ] In den ältesten Zeiten betrachteten es die den Mysterien als Eingeweihte Zugehörigen als strengste Verpflichtung, von der allgemeinen Mysteriensprache, von den allgemeinen Symbolen nach außen nichts zu verraten, weil der Mensch, wenn er die Symbole kennengelernt hätte und scharfsinnig genug gewesen wäre, unvorbereitet zu den Mitteln der okkulten Erkenntnis hätte kommen können. Die Schaffung der Symbole war das Mittel, eine allgemeine menschliche Sprache zu sprechen. Die Geheimhaltung der Symbole war das Mittel, das, was ihnen durch diese Sprache gegeben wurde, nicht an unreife Menschen herankommen zu lassen.

[ 15 ] In den ältesten Zeiten betrachteten es die den Mysterien als Eingeweihte Zugehörigen als strengste Verpflichtung, von der allgemeinen Mysteriensprache, von den allgemeinen Symbolen nach außen nichts zu verraten, weil der Mensch, wenn er die Symbole kennengelernt hätte und scharfsinnig genug gewesen wäre, unvorbereitet zu den Mitteln der okkulten Erkenntnis hätte kommen können. Die Schaffung der Symbole war das Mittel, eine allgemeine menschliche Sprache zu sprechen. Die Geheimhaltung der Symbole war das Mittel, das, was ihnen durch diese Sprache gegeben wurde, nicht an unreife Menschen herankommen zu lassen.

[ 16 ] So ist schon dadurch, daß man eigentlich sich gezwungen fühlte, eine symbolische Sprache zu sprechen oder zu gebrauchen, die Unmöglichkeit geschaffen worden, so allgemeinhin das Mysterienwissen mitzuteilen. Das eigentliche Mysterienwissen, der eigentliche Okkultismus war daher auch immer das von den Mysterien, den Geheimschulen behütete, durch die okkulten Erkenntnisse erlangte Menschheitswissen, und es war dieses Menschheitswissen immer auf die eben charakterisierten engeren Kreise beschränkt.

[ 16 ] So ist schon dadurch, daß man eigentlich sich gezwungen fühlte, eine symbolische Sprache zu sprechen oder zu gebrauchen, die Unmöglichkeit geschaffen worden, so allgemeinhin das Mysterienwissen mitzuteilen. Das eigentliche Mysterienwissen, der eigentliche Okkultismus war daher auch immer das von den Mysterien, den Geheimschulen behütete, durch die okkulten Erkenntnisse erlangte Menschheitswissen, und es war dieses Menschheitswissen immer auf die eben charakterisierten engeren Kreise beschränkt.

[ 17 ] Aber es gibt gewissermaßen noch einen anderen Grund, warum nicht allgemein mitgeteilt werden konnte das, was den Okkultismus ausmacht. Wie man zunächst frei sein muß von Egoismus, um hineindringen zu dürfen in die Welt, die einem offenbar werden soll, so ist man auf der anderen Seite, wenn sich die Erkenntniskraft umgewandelt hat und der Mensch durch Selbsterziehung dazu gekommen ist, in diese ganz andersgeartete Welt hineinzuschauen, unfähig, sich zu bedienen der gewöhnlichen menschlichen Begriffe und menschlichen Ideen. Die Schaffung der Symbole hat auch noch den anderen Zweck und Sinn, Mittel zu schaffen, in denen man das ausdrücken kann, was man mit gewöhnlichen menschlichen Worten und Begriffen wirklich nicht auszudrücken vermag. Denn der Okkultismus bedient sich ja des Menschenwesens so, wie es ist, wenn es nicht auf die Sinne und das Gehirn angewiesen ist, sondern außerhalb der Sinne und des Gehirns sich befindet. Alle gewöhnlichen Worte sind aber so geprägt, daß sie mit dem Gehirn und aus der äußeren Anschauung heraus entstanden sind; so daß man sogleich, wenn einem eine okkulte Erkenntnis aufgeht, fühlt, wie unmöglich es ist, sie in den gewöhnlichen Worten auszudrücken.

[ 17 ] Aber es gibt gewissermaßen noch einen anderen Grund, warum nicht allgemein mitgeteilt werden konnte das, was den Okkultismus ausmacht. Wie man zunächst frei sein muß von Egoismus, um hineindringen zu dürfen in die Welt, die einem offenbar werden soll, so ist man auf der anderen Seite, wenn sich die Erkenntniskraft umgewandelt hat und der Mensch durch Selbsterziehung dazu gekommen ist, in diese ganz andersgeartete Welt hineinzuschauen, unfähig, sich zu bedienen der gewöhnlichen menschlichen Begriffe und menschlichen Ideen. Die Schaffung der Symbole hat auch noch den anderen Zweck und Sinn, Mittel zu schaffen, in denen man das ausdrücken kann, was man mit gewöhnlichen menschlichen Worten und Begriffen wirklich nicht auszudrücken vermag. Denn der Okkultismus bedient sich ja des Menschenwesens so, wie es ist, wenn es nicht auf die Sinne und das Gehirn angewiesen ist, sondern außerhalb der Sinne und des Gehirns sich befindet. Alle gewöhnlichen Worte sind aber so geprägt, daß sie mit dem Gehirn und aus der äußeren Anschauung heraus entstanden sind; so daß man sogleich, wenn einem eine okkulte Erkenntnis aufgeht, fühlt, wie unmöglich es ist, sie in den gewöhnlichen Worten auszudrücken.

[ 18 ] Okkulte Erkenntnisse sind solche, die man erlangt außerhalb des physischen Leibes. Sie auszusprechen mit den Mitteln, die durch den physischen Leib erlangt sind, ist für den Anfang der okkulten Erkenntnis zunächst überhaupt noch unmöglich.

[ 18 ] Okkulte Erkenntnisse sind solche, die man erlangt außerhalb des physischen Leibes. Sie auszusprechen mit den Mitteln, die durch den physischen Leib erlangt sind, ist für den Anfang der okkulten Erkenntnis zunächst überhaupt noch unmöglich.

[ 19 ] Nun ist aber die okkulte Erkenntnis etwas, was nicht bloß dazu da ist, um von einigen Menschen, die neugierig sind, erkannt zu werden, sondern sie ist der Inhalt dessen, was zugleich für die Menschheit das allernotwendigste, das allerwesentlichste ist. Die okkulte Erkenntnis ist das Erleben der Urgründe des Daseins, der Urgründe des menschlichen Daseins vor allen Dingen. Die okkulte Erkenntnis mußte deshalb immer in das Leben eindringen, mußte dem Leben mitgeteilt werden. Daher mußten Mittel ausfindig gemacht werden, um die okkulten Erkenntnisse ins Leben hineintragen zu können, um sie den Menschen in ihrer Art verständlich zu machen.

[ 19 ] Nun ist aber die okkulte Erkenntnis etwas, was nicht bloß dazu da ist, um von einigen Menschen, die neugierig sind, erkannt zu werden, sondern sie ist der Inhalt dessen, was zugleich für die Menschheit das allernotwendigste, das allerwesentlichste ist. Die okkulte Erkenntnis ist das Erleben der Urgründe des Daseins, der Urgründe des menschlichen Daseins vor allen Dingen. Die okkulte Erkenntnis mußte deshalb immer in das Leben eindringen, mußte dem Leben mitgeteilt werden. Daher mußten Mittel ausfindig gemacht werden, um die okkulten Erkenntnisse ins Leben hineintragen zu können, um sie den Menschen in ihrer Art verständlich zu machen.

[ 20 ] Das erste Mittel, okkulte Erkenntnisse den Menschen verständlich zu machen, ist und war immer dasjenige, was man Theosophie nennt. Wenn man die okkulten Erkenntnisse zur Theosophie macht, dann verzichtet man auf eine wesentliche Eigenschaft der okkulten Erkenntnisse, nämlich man verzichtet darauf, nur mit den allerhöchsten Mitteln zu sprechen. Man geht dazu über, in gewöhnliche menschliche Worte und menschliche Begriffe diese okkulten Erkenntnisse einzukleiden. Als Theosophie tritt daher die okkulte Erkenntnis so auf, daß sie zum Beispiel mitgeteilt wird dem einen Volke so, daß die Vorstellungen und Begriffe dieses Volkes dazu verwendet werden, um die allgemeinen okkulten Erkenntnisse einzukleiden. Dadurch wird aber die okkulte Erkenntnis spezifiziert und differenziert, weil es dann nur Mitteilungen durch die Worte eines Teils der Menschheit sind. Deshalb ist es aber auch gekommen, daß diejenigen, welche in den Geheimschulen in den Besitz des Geheimwissens gekommen sind, es spezialisierten und differenzierten, eben weil sie es einzukleiden hatten in die spezielle Sprache des betreffenden Volkes, weil sie einzukleiden hatten in die Sprache der Völker dasjenige, was in der okkulten Erkenntnis allgemeines Menschheitsgut ist.

[ 20 ] Das erste Mittel, okkulte Erkenntnisse den Menschen verständlich zu machen, ist und war immer dasjenige, was man Theosophie nennt. Wenn man die okkulten Erkenntnisse zur Theosophie macht, dann verzichtet man auf eine wesentliche Eigenschaft der okkulten Erkenntnisse, nämlich man verzichtet darauf, nur mit den allerhöchsten Mitteln zu sprechen. Man geht dazu über, in gewöhnliche menschliche Worte und menschliche Begriffe diese okkulten Erkenntnisse einzukleiden. Als Theosophie tritt daher die okkulte Erkenntnis so auf, daß sie zum Beispiel mitgeteilt wird dem einen Volke so, daß die Vorstellungen und Begriffe dieses Volkes dazu verwendet werden, um die allgemeinen okkulten Erkenntnisse einzukleiden. Dadurch wird aber die okkulte Erkenntnis spezifiziert und differenziert, weil es dann nur Mitteilungen durch die Worte eines Teils der Menschheit sind. Deshalb ist es aber auch gekommen, daß diejenigen, welche in den Geheimschulen in den Besitz des Geheimwissens gekommen sind, es spezialisierten und differenzierten, eben weil sie es einzukleiden hatten in die spezielle Sprache des betreffenden Volkes, weil sie einzukleiden hatten in die Sprache der Völker dasjenige, was in der okkulten Erkenntnis allgemeines Menschheitsgut ist.

[ 21 ] Es bestand in den Mysterien immer das Ziel und die Absicht, wenn man das allgemeine Menschheitsgut des Okkultismus in die speziellen Formen einer einzelnen Volkssprache oder einzelner Volksseelen verpflanzte, so allgemein-menschlich wie möglich zu bleiben. Aber zugleich mußte man verständlich werden, mußte man sich ausdrücken in der Sprache, die das Volk spricht, mußte man sich ausdrücken in den Begriffen, die das Volk ausgebildet hatte. So mußten die einzelnen Theosophen, die in der Menschheit aufgetreten sind, Rücksicht darauf nehmen, verständlich zu werden für den speziellen Zweck und für das spezielle Gebiet, über das sie sprachen. Es ist nicht ganz leicht, in einer speziellen Sprache, in speziellen Begriffsformen das allgemeine okkulte Menschheitsgut zum Ausdruck zu bringen. Aber es ist dies eben doch bis zu einem hohen Grade auf verschiedenen Gebieten der Erde und des geschichtlichen Lebens geschehen.

[ 21 ] Es bestand in den Mysterien immer das Ziel und die Absicht, wenn man das allgemeine Menschheitsgut des Okkultismus in die speziellen Formen einer einzelnen Volkssprache oder einzelner Volksseelen verpflanzte, so allgemein-menschlich wie möglich zu bleiben. Aber zugleich mußte man verständlich werden, mußte man sich ausdrücken in der Sprache, die das Volk spricht, mußte man sich ausdrücken in den Begriffen, die das Volk ausgebildet hatte. So mußten die einzelnen Theosophen, die in der Menschheit aufgetreten sind, Rücksicht darauf nehmen, verständlich zu werden für den speziellen Zweck und für das spezielle Gebiet, über das sie sprachen. Es ist nicht ganz leicht, in einer speziellen Sprache, in speziellen Begriffsformen das allgemeine okkulte Menschheitsgut zum Ausdruck zu bringen. Aber es ist dies eben doch bis zu einem hohen Grade auf verschiedenen Gebieten der Erde und des geschichtlichen Lebens geschehen.

[ 22 ] Während nun der Okkultismus in seinem eigentlichen Sinne etwas ist, in das man sich hineinlebt dadurch, daß man die Mittel der hellseherischen Selbstzucht auf sich anwendet und also hinaufkommt zum Schauen, ist die Theosophie etwas, was einem entgegentritt in den Begriffen und Ideen, die man schon vorher hatte, in die nur eingekleidet sind die okkulten Erkenntnisse.

[ 22 ] Während nun der Okkultismus in seinem eigentlichen Sinne etwas ist, in das man sich hineinlebt dadurch, daß man die Mittel der hellseherischen Selbstzucht auf sich anwendet und also hinaufkommt zum Schauen, ist die Theosophie etwas, was einem entgegentritt in den Begriffen und Ideen, die man schon vorher hatte, in die nur eingekleidet sind die okkulten Erkenntnisse.

[ 23 ] Wenn nun die okkulten Erkenntnisse in die gewöhnlichen Begriffe und Ideen richtig eingekleidet sind, dann sind sie auch für den, der gesunde Urteilskraft hat und der sich Mühe gibt, die Dinge zu begreifen, verständlich. Daher ist die Theosophie für den gesunden Menschenverstand, wenn er sich nur Mühe gibt, durchaus zu begreifen. Man braucht nicht zu sagen: Nur der kann einsehen, nur der kann das Okkulte begreifen, der selbst zum okkulten Schauen kommt. Wenn eingekleidet sind die okkulten Wahrheiten in Begriffsformen wie in der Theosophie, dann sind sie dem gesunden Menschenverstande begreiflich.

[ 23 ] Wenn nun die okkulten Erkenntnisse in die gewöhnlichen Begriffe und Ideen richtig eingekleidet sind, dann sind sie auch für den, der gesunde Urteilskraft hat und der sich Mühe gibt, die Dinge zu begreifen, verständlich. Daher ist die Theosophie für den gesunden Menschenverstand, wenn er sich nur Mühe gibt, durchaus zu begreifen. Man braucht nicht zu sagen: Nur der kann einsehen, nur der kann das Okkulte begreifen, der selbst zum okkulten Schauen kommt. Wenn eingekleidet sind die okkulten Wahrheiten in Begriffsformen wie in der Theosophie, dann sind sie dem gesunden Menschenverstande begreiflich.

[ 24 ] Nun gibt es gewisse Gesetze der Menschheitsentwickelung, über die wir noch sprechen werden, welche im Laufe der Zeit es notwendig machten, man könnte sagen, die Theosophie auch wiederum zu differenzieren, abzuändern. Während wir, wenn wir in die älteren Zeiten der menschlichen Entwickelung zurückgehen, im Grunde genommen bei den ältesten Völkern — nicht bei den dekadenten Völkern, die eine sich selbst nicht verstehende Anthropologie die «Urvölker» nennt, sondern bei den ursprünglichen Völkern, die uns die Geisteswissenschaft zeigt — die Mysterien und Geheimschulen finden, welche einzelnen wenigen das okkulte Wissen vermittelten, und daneben auch das, was im allgemeinen verkündet wurde als Theosophie, die in Volksideen eingekleideten okkulten Erkenntnisse, wurde es in späteren Zeiten etwas anders. Da geht die theosophische Form, welche in der älteren Zeit fast die einzige war, in der der Mensch zu den Urgründen hinaufkommen konnte, mehr in die religiöse Form über, die überall damit rechnet, daß die Theosophie zwar von dem gesunden Menschenverstand, wenn er nur weit genug geht, einzusehen ist, daß aber mit dem fortschreitenden Leben der Menschen in der Geschichte es nicht immer möglich war, diesen umfassenden Standpunkt des gesunden Menschenverstandes einzunehmen. So daß auch gesorgt werden mußte für diejenigen menschlichen Gemüter, welche einfach durch das äußere Leben keine Möglichkeit hatten, den Standpunkt des gesunden Menschenverstandes so hoch zu nehmen, wie er in der Urzeit war, und wie er notwendig ist, um die okkulten Wahrheiten durchsichtig zu machen. Es war nötig, für diejenigen Gemüter, welche nicht zu dem umfassenden Standpunkte kommen konnten, eine Art von Glaubenserkenntnis zu gewinnen von den Urgründen des Daseins.

[ 24 ] Nun gibt es gewisse Gesetze der Menschheitsentwickelung, über die wir noch sprechen werden, welche im Laufe der Zeit es notwendig machten, man könnte sagen, die Theosophie auch wiederum zu differenzieren, abzuändern. Während wir, wenn wir in die älteren Zeiten der menschlichen Entwickelung zurückgehen, im Grunde genommen bei den ältesten Völkern — nicht bei den dekadenten Völkern, die eine sich selbst nicht verstehende Anthropologie die «Urvölker» nennt, sondern bei den ursprünglichen Völkern, die uns die Geisteswissenschaft zeigt — die Mysterien und Geheimschulen finden, welche einzelnen wenigen das okkulte Wissen vermittelten, und daneben auch das, was im allgemeinen verkündet wurde als Theosophie, die in Volksideen eingekleideten okkulten Erkenntnisse, wurde es in späteren Zeiten etwas anders. Da geht die theosophische Form, welche in der älteren Zeit fast die einzige war, in der der Mensch zu den Urgründen hinaufkommen konnte, mehr in die religiöse Form über, die überall damit rechnet, daß die Theosophie zwar von dem gesunden Menschenverstand, wenn er nur weit genug geht, einzusehen ist, daß aber mit dem fortschreitenden Leben der Menschen in der Geschichte es nicht immer möglich war, diesen umfassenden Standpunkt des gesunden Menschenverstandes einzunehmen. So daß auch gesorgt werden mußte für diejenigen menschlichen Gemüter, welche einfach durch das äußere Leben keine Möglichkeit hatten, den Standpunkt des gesunden Menschenverstandes so hoch zu nehmen, wie er in der Urzeit war, und wie er notwendig ist, um die okkulten Wahrheiten durchsichtig zu machen. Es war nötig, für diejenigen Gemüter, welche nicht zu dem umfassenden Standpunkte kommen konnten, eine Art von Glaubenserkenntnis zu gewinnen von den Urgründen des Daseins.

[ 25 ] Aus einer Art Gefühlserkenntnis, die auch geprägt wurde in den Mysterien, ging die Religionsform des Wissens hervor, und diese ist im wesentlichen für die späteren Zeiten das Populäre, das leichter zu Erreichende gegenüber der ursprünglichen theosophischen Form. Wenn wir daher in der Menschheitsentwickelung zurückgehen, so finden wir als älteste Form der Weltanschauung nicht eigentlich den Charakter des Religiösen, wie ihn die Menschen heute verstehen. Wenn wir zurückgehen in die erste nachatlantische Zeit, in die indische Urzeit, da finden wir das okkulte Geheimwissen im Grunde genommen so weit, daß das Volk teilnehmen konnte an dem Wissen als Theosophie. Für die älteste indische Urzeit fällt im Grunde genommen Religion zusammen mit 'Theosophie. Religion ist da nichts Besonderes, nichts Abgesondertes von der Theosophie. Daher, wenn wir die Religionsentwickelung zurückverfolgen, finden wir an deren Ausgangspunkt die Theosophie. Aber mit dem Fortschreiten der Menschheitsentwickelung mußte die religiöse Form immer mehr angenommen werden, mußte darauf verzichtet werden, daß der Mensch mit seinem gesunden Menschenverstand auch einsah, was die Theosophie bieten konnte. Da wurden die theosophischen Wahrheiten in Glaubenswahrheiten umgegossen.

[ 25 ] Aus einer Art Gefühlserkenntnis, die auch geprägt wurde in den Mysterien, ging die Religionsform des Wissens hervor, und diese ist im wesentlichen für die späteren Zeiten das Populäre, das leichter zu Erreichende gegenüber der ursprünglichen theosophischen Form. Wenn wir daher in der Menschheitsentwickelung zurückgehen, so finden wir als älteste Form der Weltanschauung nicht eigentlich den Charakter des Religiösen, wie ihn die Menschen heute verstehen. Wenn wir zurückgehen in die erste nachatlantische Zeit, in die indische Urzeit, da finden wir das okkulte Geheimwissen im Grunde genommen so weit, daß das Volk teilnehmen konnte an dem Wissen als Theosophie. Für die älteste indische Urzeit fällt im Grunde genommen Religion zusammen mit 'Theosophie. Religion ist da nichts Besonderes, nichts Abgesondertes von der Theosophie. Daher, wenn wir die Religionsentwickelung zurückverfolgen, finden wir an deren Ausgangspunkt die Theosophie. Aber mit dem Fortschreiten der Menschheitsentwickelung mußte die religiöse Form immer mehr angenommen werden, mußte darauf verzichtet werden, daß der Mensch mit seinem gesunden Menschenverstand auch einsah, was die Theosophie bieten konnte. Da wurden die theosophischen Wahrheiten in Glaubenswahrheiten umgegossen.

[ 26 ] Und wenn wir aus den ältesten Zeiten in die späteren kommen, dann finden wir mit dem Christentum die alleräußerste Umwandlung vor sich gehen, die Umwandlung von der theosophischen Form in die religiöse Form. In den äußerlichen christlichen Bekenntnissen, die sich entwickelt haben im Laufe der Jahrhunderte, ist zunächst sehr wenig zu bemerken von Theosophie. Da tritt der alte Charakter der Theosophie ganz zurück, und wir sehen sogar, wie in der Entwickelung des Christentums sich hinzuentwickelt zu dem Glauben die Theologie, nicht aber die 'Theosophie, welche sogar von den Theologen mit einem gewissen Haß, jedenfalls aber mit Antipathie und Abneigung verfolgt wurde. So sehen wir, daß das Christentum ausbildet im Laufe der Zeit neben dem populären Glauben wohl eine Theologie, aber keine Theosophie, sich vielmehr abwendet von allem Theosophischen.

[ 26 ] Und wenn wir aus den ältesten Zeiten in die späteren kommen, dann finden wir mit dem Christentum die alleräußerste Umwandlung vor sich gehen, die Umwandlung von der theosophischen Form in die religiöse Form. In den äußerlichen christlichen Bekenntnissen, die sich entwickelt haben im Laufe der Jahrhunderte, ist zunächst sehr wenig zu bemerken von Theosophie. Da tritt der alte Charakter der Theosophie ganz zurück, und wir sehen sogar, wie in der Entwickelung des Christentums sich hinzuentwickelt zu dem Glauben die Theologie, nicht aber die 'Theosophie, welche sogar von den Theologen mit einem gewissen Haß, jedenfalls aber mit Antipathie und Abneigung verfolgt wurde. So sehen wir, daß das Christentum ausbildet im Laufe der Zeit neben dem populären Glauben wohl eine Theologie, aber keine Theosophie, sich vielmehr abwendet von allem Theosophischen.

[ 27 ] Eine dritte Form, in welche das Streben des Menschen nach den Urgründen des Daseins gekleidet wurde, ist dann die philosophische. Während die okkulte Erkenntnis gewonnen wird von dem Menschenwesen, insofern es frei ist vom physischen Leibe, und während die Theosophie in äußeren Gedanken und äußeren Wortausdrücken die okkulten Erkenntnisse wiedergibt, strebt die Philosophie an, mit jenen Mitteln der Erkenntnis, die zwar die feinsten, die subtilsten sind, die aber doch an das Instrument des Gehirns gebunden sind, die Weltengründe zu erreichen. Die Philosophie, so wie sie auftritt in der eigentlich philosophischen Zeit der Menschheitsentwickelung, will nicht in der Weise wie die Theosophie zunächst etwas wiedergeben, was außerhalb der menschlichen Leiblichkeit gewonnen wird, sondern sie will, soweit dies möglich ist mit den Mitteln der gewöhnlichen Erkenntnis, die innerhalb der Leiblichkeit angewendet werden, zu den Urgründen des Daseins hintreten. So erstrebt man, die philosophischen Wahrheiten zu erlangen zwar mit den feinsten Mitteln, solange der Mensch im Leibe ist, aber doch nur mit Erkenntnismitteln, die an den Leib gebunden sind. Die Philosophie hat daher im Grunde genommen dasselbe Ziel, nämlich zu den Urgründen des Daseins zu kommen wie der Okkultismus und die Theosophie; aber die Philosophie strebt danach, mit jenem Denken, jenen Forschungsmitteln, die an das Gehirn und an die äußere Wahrnehmung gebunden sind, so weit zu den Urgründen des Daseins vorzudringen, als es mit diesen Forschungsmitteln überhaupt möglich ist.

[ 27 ] Eine dritte Form, in welche das Streben des Menschen nach den Urgründen des Daseins gekleidet wurde, ist dann die philosophische. Während die okkulte Erkenntnis gewonnen wird von dem Menschenwesen, insofern es frei ist vom physischen Leibe, und während die Theosophie in äußeren Gedanken und äußeren Wortausdrücken die okkulten Erkenntnisse wiedergibt, strebt die Philosophie an, mit jenen Mitteln der Erkenntnis, die zwar die feinsten, die subtilsten sind, die aber doch an das Instrument des Gehirns gebunden sind, die Weltengründe zu erreichen. Die Philosophie, so wie sie auftritt in der eigentlich philosophischen Zeit der Menschheitsentwickelung, will nicht in der Weise wie die Theosophie zunächst etwas wiedergeben, was außerhalb der menschlichen Leiblichkeit gewonnen wird, sondern sie will, soweit dies möglich ist mit den Mitteln der gewöhnlichen Erkenntnis, die innerhalb der Leiblichkeit angewendet werden, zu den Urgründen des Daseins hintreten. So erstrebt man, die philosophischen Wahrheiten zu erlangen zwar mit den feinsten Mitteln, solange der Mensch im Leibe ist, aber doch nur mit Erkenntnismitteln, die an den Leib gebunden sind. Die Philosophie hat daher im Grunde genommen dasselbe Ziel, nämlich zu den Urgründen des Daseins zu kommen wie der Okkultismus und die Theosophie; aber die Philosophie strebt danach, mit jenem Denken, jenen Forschungsmitteln, die an das Gehirn und an die äußere Wahrnehmung gebunden sind, so weit zu den Urgründen des Daseins vorzudringen, als es mit diesen Forschungsmitteln überhaupt möglich ist.

[ 28 ] Nun ist die Philosophie dadurch, daß sie mit den subtilsten, den feinsten Erkenntnismitteln arbeitet, wenn auch nur mit Erkenntnismitteln, die an das Gehirn und an die äußere Sinneswahrnehmung gebunden sind, wiederum eine Angelegenheit nur weniger Menschen. Nur wenige Menschen sind es, welche sich bedienen dieser feinsten Erkenntnismittel. Wir wissen zur Genüge, wie die Philosophie etwas ist, was wahrhaftig nicht populär werden kann, was sogar von einer großen Anzahl von Menschen als etwas viel zu Schwieriges, wenn nicht sogar Langweiliges empfunden wird.

[ 28 ] Nun ist die Philosophie dadurch, daß sie mit den subtilsten, den feinsten Erkenntnismitteln arbeitet, wenn auch nur mit Erkenntnismitteln, die an das Gehirn und an die äußere Sinneswahrnehmung gebunden sind, wiederum eine Angelegenheit nur weniger Menschen. Nur wenige Menschen sind es, welche sich bedienen dieser feinsten Erkenntnismittel. Wir wissen zur Genüge, wie die Philosophie etwas ist, was wahrhaftig nicht populär werden kann, was sogar von einer großen Anzahl von Menschen als etwas viel zu Schwieriges, wenn nicht sogar Langweiliges empfunden wird.

[ 29 ] Das müssen wir aber ins Auge fassen, daß die Philosophie mit den an die Sinne gebundenen Erkenntnismitteln arbeitet und von diesen die feinsten und subtilsten auswählt. Dadurch, daß in der Philosophie der Mensch sich der Mittel, die mit seiner Persönlichkeit zusammenhängen, bedient, ist die Philosophie selbstverständlich etwas Persönliches. Weil aber der Mensch, wenn er sich zu den subtilsten Erkenntnismitteln hinaufarbeitet, doch Veranlassung hat, bis zu einem gewissen Grade das Persönliche abzustreifen, wird die Philosophie wieder etwas Allgemeines.

[ 29 ] Das müssen wir aber ins Auge fassen, daß die Philosophie mit den an die Sinne gebundenen Erkenntnismitteln arbeitet und von diesen die feinsten und subtilsten auswählt. Dadurch, daß in der Philosophie der Mensch sich der Mittel, die mit seiner Persönlichkeit zusammenhängen, bedient, ist die Philosophie selbstverständlich etwas Persönliches. Weil aber der Mensch, wenn er sich zu den subtilsten Erkenntnismitteln hinaufarbeitet, doch Veranlassung hat, bis zu einem gewissen Grade das Persönliche abzustreifen, wird die Philosophie wieder etwas Allgemeines.

[ 30 ] Das Allgemeine in der Philosophie kann nur derjenige bemerken, der tiefer in sie eingeht. Daß sie etwas Persönliches ist, das bemerken leider die Menschen nur zu bald. Während der, welcher tiefer in das Philosophische eingeht, Grundprinzipien findet, die gleich sind bei scheinbar so verschiedenartigen Denkern wie die alten griechischen Philosophen Parmenides und Heraklit, wird derjenige, der nur an die äußere Seite der Philosophie herantritt, doch gleich den Unterschied zwischen Hegel und einem so feindlichen Bruder wie Schopenhauer finden. Er sieht nur das, was die Philosophie in die verschiedenen Standpunkte spaltet, und er sieht nicht die Aufeinanderfolge der persönlichen menschlichen Standpunkte.

[ 30 ] Das Allgemeine in der Philosophie kann nur derjenige bemerken, der tiefer in sie eingeht. Daß sie etwas Persönliches ist, das bemerken leider die Menschen nur zu bald. Während der, welcher tiefer in das Philosophische eingeht, Grundprinzipien findet, die gleich sind bei scheinbar so verschiedenartigen Denkern wie die alten griechischen Philosophen Parmenides und Heraklit, wird derjenige, der nur an die äußere Seite der Philosophie herantritt, doch gleich den Unterschied zwischen Hegel und einem so feindlichen Bruder wie Schopenhauer finden. Er sieht nur das, was die Philosophie in die verschiedenen Standpunkte spaltet, und er sieht nicht die Aufeinanderfolge der persönlichen menschlichen Standpunkte.

[ 31 ] So wird die Philosophie in gewissem Sinne der Gegensatz des Okkultismus; denn die Philosophie muß der Mensch durch seine persönlichsten Mittel erreichen, den Okkultismus erlangt er aber gerade dann, wenn er die Persönlichkeit abstreift. Daher wird es so schwer, daß jemand, der sein Persönliches philosophisch richtig vor die Menschen hinstellt, wirklich auch von den anderen verstanden werden kann. Wenn es aber gelingt, den Okkultismus in solche Ausdrücke und Ideen zu kleiden, die als Worte, als gangbare Ideen verständlich sind, dann findet man verhältnismäßig über die ganze Erde hin ein gewisses Verständnis. Der Okkultismus streift gerade das Persönliche ab. Er ist nicht das philosophische System, das aus der Persönlichkeit hervorgeht, sondern das, was aus dem Unpersönlichen kommt und daher allgemein verständlich wird. Wenn der Okkultismus sich bemüht, zur Theosophie zu werden, wird er das Bestreben haben und es auch in gewissem Sinne erreichen können, zu jedem menschlichen Herzen, zu jeder menschlichen Seele zu sprechen.

[ 31 ] So wird die Philosophie in gewissem Sinne der Gegensatz des Okkultismus; denn die Philosophie muß der Mensch durch seine persönlichsten Mittel erreichen, den Okkultismus erlangt er aber gerade dann, wenn er die Persönlichkeit abstreift. Daher wird es so schwer, daß jemand, der sein Persönliches philosophisch richtig vor die Menschen hinstellt, wirklich auch von den anderen verstanden werden kann. Wenn es aber gelingt, den Okkultismus in solche Ausdrücke und Ideen zu kleiden, die als Worte, als gangbare Ideen verständlich sind, dann findet man verhältnismäßig über die ganze Erde hin ein gewisses Verständnis. Der Okkultismus streift gerade das Persönliche ab. Er ist nicht das philosophische System, das aus der Persönlichkeit hervorgeht, sondern das, was aus dem Unpersönlichen kommt und daher allgemein verständlich wird. Wenn der Okkultismus sich bemüht, zur Theosophie zu werden, wird er das Bestreben haben und es auch in gewissem Sinne erreichen können, zu jedem menschlichen Herzen, zu jeder menschlichen Seele zu sprechen.

[ 32 ] Aus dieser Charakteristik, die ich Ihnen wie eine Einleitung, gleichsam wie eine Vorbereitung gegeben habe, können Sie ersehen, welche Eigenschaften nach außen der okkulte, der theosophische und der philosophische Standpunkt haben.

[ 32 ] Aus dieser Charakteristik, die ich Ihnen wie eine Einleitung, gleichsam wie eine Vorbereitung gegeben habe, können Sie ersehen, welche Eigenschaften nach außen der okkulte, der theosophische und der philosophische Standpunkt haben.

[ 33 ] Der okkulte Standpunkt ist immer in seinen Resultaten über die ganze Menschheit hin ein und derselbe. In Wahrheit gibt es nicht verschiedene okkulte Standpunkte. Es gibt wirklich ebensowenig verschiedene okkulte Standpunkte, wie es verschiedene Mathematiken gibt. Es ist nur notwendig, in irgendeiner Frage im Okkultismus wirklich die Mittel zu haben, eine Erkenntnis zu erlangen; dann erlangt man dieselbe Erkenntnis, die jeder andere erlangt, der die rechten Mittel hat. Es ist also nicht wahr, daß es im Okkultismus verschiedene Standpunkte geben kann im höchsten idealen Sinne, ebensowenig wie es in der Mathematik verschiedene Standpunkte geben kann.

[ 33 ] Der okkulte Standpunkt ist immer in seinen Resultaten über die ganze Menschheit hin ein und derselbe. In Wahrheit gibt es nicht verschiedene okkulte Standpunkte. Es gibt wirklich ebensowenig verschiedene okkulte Standpunkte, wie es verschiedene Mathematiken gibt. Es ist nur notwendig, in irgendeiner Frage im Okkultismus wirklich die Mittel zu haben, eine Erkenntnis zu erlangen; dann erlangt man dieselbe Erkenntnis, die jeder andere erlangt, der die rechten Mittel hat. Es ist also nicht wahr, daß es im Okkultismus verschiedene Standpunkte geben kann im höchsten idealen Sinne, ebensowenig wie es in der Mathematik verschiedene Standpunkte geben kann.

[ 34 ] Der Okkultismus war daher auch erfahrungsgemäß überall da, wo er sich geltend gemacht hat, immer der einheitliche Okkultismus. Und wenn in den Theosophien, die aufgetreten sind und die die äußere Einkleidung der okkulten Wahrheiten darstellen, Verschiedenheiten sich gezeigt haben, so ist es eben daher gekommen, daß für das eine Volk, für die eine Menschheitsepoche die Einkleidung anders getroffen werden mußte als für das andere Volk und die andere Menschheitsepoche. In der Einkleidung und Denkweise liegt die Verschiedenheit der Theosophien auf der Erde. Der Okkultismus aber, der den Theosophien zugrunde liegt, ist überall ein und derselbe. Weil die Religionen schon hervorgehen aus der theosophischen Einkleidung des Okkultismus, deshalb sind die Religionen nach Völkern und Zeitaltern verschieden gewesen. Der Okkultismus kennt keine Verschiedenheit wie die Religionen, kennt nicht irgend etwas, was sich so differenzierte, daß der eine Mensch gegen den anderen irgendwie zu einem Widerstand, zu einer Gegnerschaft gereizt werden könnte. Das gibt es innerhalb des Okkultismus nicht, da er dasjenige ist, was als einheitliches Menschheitsgut überall erlangt werden kann. Insofern sich die Theosophie bemühen sollte, insbesondere in unserer Zeit, eine der Gegenwart angemessene Einkleidung des Okkultismus zu sein, muß sie das Bestreben haben, so wenig wie möglich von den Differenzierungen, die in der Menschheit aufgetreten sind, in sich aufzunehmen. Sie muß danach streben, so gut es überhaupt möglich ist, ein getreuer Ausdruck der okkulten Inhalte und der okkulten Verhältnisse zu sein.

[ 34 ] Der Okkultismus war daher auch erfahrungsgemäß überall da, wo er sich geltend gemacht hat, immer der einheitliche Okkultismus. Und wenn in den Theosophien, die aufgetreten sind und die die äußere Einkleidung der okkulten Wahrheiten darstellen, Verschiedenheiten sich gezeigt haben, so ist es eben daher gekommen, daß für das eine Volk, für die eine Menschheitsepoche die Einkleidung anders getroffen werden mußte als für das andere Volk und die andere Menschheitsepoche. In der Einkleidung und Denkweise liegt die Verschiedenheit der Theosophien auf der Erde. Der Okkultismus aber, der den Theosophien zugrunde liegt, ist überall ein und derselbe. Weil die Religionen schon hervorgehen aus der theosophischen Einkleidung des Okkultismus, deshalb sind die Religionen nach Völkern und Zeitaltern verschieden gewesen. Der Okkultismus kennt keine Verschiedenheit wie die Religionen, kennt nicht irgend etwas, was sich so differenzierte, daß der eine Mensch gegen den anderen irgendwie zu einem Widerstand, zu einer Gegnerschaft gereizt werden könnte. Das gibt es innerhalb des Okkultismus nicht, da er dasjenige ist, was als einheitliches Menschheitsgut überall erlangt werden kann. Insofern sich die Theosophie bemühen sollte, insbesondere in unserer Zeit, eine der Gegenwart angemessene Einkleidung des Okkultismus zu sein, muß sie das Bestreben haben, so wenig wie möglich von den Differenzierungen, die in der Menschheit aufgetreten sind, in sich aufzunehmen. Sie muß danach streben, so gut es überhaupt möglich ist, ein getreuer Ausdruck der okkulten Inhalte und der okkulten Verhältnisse zu sein.

[ 35 ] Daher wird die Theosophie notwendigerweise danach streben müssen, gerade zu überwinden die speziellen Weltanschauungen und speziell auch die religiösen Differenzierungen. Immer mehr und mehr müssen wir überwinden lernen, eine 'Theosophie mit einer ganz bestimmten Färbung zu haben. Nach und nach ist es ja in der Menschheitsentwickelung so geschehen, daß insbesondere nach den religiösen, ich will nicht sagen Vorurteilen, sondern nach den religiösen Vorempfindungen und Vormeinungen, die Theosophien ihre Schattierungen und Nuancen erhalten haben. Aber die Theosophie sollte dem Ideale nach immer eine Wiedergabe des Okkultismus sein. Deshalb kann es nicht eine buddhistische oder hinduistische oder zarathustrische oder eine christliche Theosophie geben. Gewiß werden für die einzelnen Völkerschaften die eigentümlichen Vorstellungen und Begriffe berücksichtigt werden müssen, mit denen man dem Okkultismus entgegenkommt; aber zugleich sollte die Theosophie das Ideal haben, ein reiner Ausdruck der okkulten Wahrheiten zu sein. Es war daher zum Beispiel in gewissem Sinne eine Verleugnung des großen Grundsatzes aller Okkultisten der Welt, wenn in Mitteleuropa in einzelnen Gemeinschaften eine Theosophie aufgetreten ist, die sich «christliche» Theosophie nennt. In Wahrheit kann es ebensowenig eine christliche Theosophie geben wie eine buddhistische oder zoroastrische.

[ 35 ] Daher wird die Theosophie notwendigerweise danach streben müssen, gerade zu überwinden die speziellen Weltanschauungen und speziell auch die religiösen Differenzierungen. Immer mehr und mehr müssen wir überwinden lernen, eine 'Theosophie mit einer ganz bestimmten Färbung zu haben. Nach und nach ist es ja in der Menschheitsentwickelung so geschehen, daß insbesondere nach den religiösen, ich will nicht sagen Vorurteilen, sondern nach den religiösen Vorempfindungen und Vormeinungen, die Theosophien ihre Schattierungen und Nuancen erhalten haben. Aber die Theosophie sollte dem Ideale nach immer eine Wiedergabe des Okkultismus sein. Deshalb kann es nicht eine buddhistische oder hinduistische oder zarathustrische oder eine christliche Theosophie geben. Gewiß werden für die einzelnen Völkerschaften die eigentümlichen Vorstellungen und Begriffe berücksichtigt werden müssen, mit denen man dem Okkultismus entgegenkommt; aber zugleich sollte die Theosophie das Ideal haben, ein reiner Ausdruck der okkulten Wahrheiten zu sein. Es war daher zum Beispiel in gewissem Sinne eine Verleugnung des großen Grundsatzes aller Okkultisten der Welt, wenn in Mitteleuropa in einzelnen Gemeinschaften eine Theosophie aufgetreten ist, die sich «christliche» Theosophie nennt. In Wahrheit kann es ebensowenig eine christliche Theosophie geben wie eine buddhistische oder zoroastrische.

[ 36 ] Den Religionen gegenüber wird die Theosophie sich zu stellen haben auf den Standpunkt der Erklärung der religiösen Wahrheiten, auf den Standpunkt des Verständnisses derselben. Dann wird sich zeigen, daß diese religiösen Wahrheiten als solche spezielle Formen, spezielle Ausgestaltungen der einen oder anderen Seite des Gesamtokkultismus sind, und daß man den Okkultismus selber erst dann erfaßt hat, wenn man ihn begriffen hat unabhängig von solchen Differenzierungen.

[ 36 ] Den Religionen gegenüber wird die Theosophie sich zu stellen haben auf den Standpunkt der Erklärung der religiösen Wahrheiten, auf den Standpunkt des Verständnisses derselben. Dann wird sich zeigen, daß diese religiösen Wahrheiten als solche spezielle Formen, spezielle Ausgestaltungen der einen oder anderen Seite des Gesamtokkultismus sind, und daß man den Okkultismus selber erst dann erfaßt hat, wenn man ihn begriffen hat unabhängig von solchen Differenzierungen.

[ 37 ] Wir haben schon bemerkt, daß das, was jetzt charakterisiert worden ist, als ein Ideal anzusehen ist. Wenn es auch begreiflich ist, daß alle die theosophischen Einkleidungen des Okkultismus über die Welt hin verschiedene Formen annehmen werden, wenn auch alle Okkultisten über alle ihre Erkenntnisse einig sind, so muß doch auf der anderen Seite wiederum, gerade in unserer Zeit, die Möglichkeit geboten werden, einheitlich über den Okkultismus zu sprechen. Das erlangt man nur, wenn wirklich guter Wille vorhanden ist, die besonderen Differenzierungen, die aus den Vormeinungen und Vorempfindungen hervorgehen, wirklich abzustreifen. Man kann sagen: In einer gewissen Beziehung müssen wir schon froh sein, wenn nach und nach erlangt wird, über die elementarsten Dinge der okkulten Erkenntnis widerspruchsfreie Urteile zu gewinnen.

[ 37 ] Wir haben schon bemerkt, daß das, was jetzt charakterisiert worden ist, als ein Ideal anzusehen ist. Wenn es auch begreiflich ist, daß alle die theosophischen Einkleidungen des Okkultismus über die Welt hin verschiedene Formen annehmen werden, wenn auch alle Okkultisten über alle ihre Erkenntnisse einig sind, so muß doch auf der anderen Seite wiederum, gerade in unserer Zeit, die Möglichkeit geboten werden, einheitlich über den Okkultismus zu sprechen. Das erlangt man nur, wenn wirklich guter Wille vorhanden ist, die besonderen Differenzierungen, die aus den Vormeinungen und Vorempfindungen hervorgehen, wirklich abzustreifen. Man kann sagen: In einer gewissen Beziehung müssen wir schon froh sein, wenn nach und nach erlangt wird, über die elementarsten Dinge der okkulten Erkenntnis widerspruchsfreie Urteile zu gewinnen.

[ 38 ] Dies wird zunächst möglich sein in einem weiteren Umkreise mit Bezug auf die wichtigsten okkulten Erkenntnisse von Reinkarnation und Karma. Soweit die Theosophie sich wirklich ausbreiten wird und eine Wiedergabe okkulter Erkenntnisse sein wird, wird sie sich zunächst bemühen, die großen Wahrheiten von Reinkarnation und Karma über die ganze Erde hin zu verbreiten. Denn diese Wahrheiten werden zunächst das Schicksal haben, daß auch die religiösen Vorurteile, welche über die Erde hin verbreitet sind, sozusagen die Segel vor ihnen streichen.

[ 38 ] Dies wird zunächst möglich sein in einem weiteren Umkreise mit Bezug auf die wichtigsten okkulten Erkenntnisse von Reinkarnation und Karma. Soweit die Theosophie sich wirklich ausbreiten wird und eine Wiedergabe okkulter Erkenntnisse sein wird, wird sie sich zunächst bemühen, die großen Wahrheiten von Reinkarnation und Karma über die ganze Erde hin zu verbreiten. Denn diese Wahrheiten werden zunächst das Schicksal haben, daß auch die religiösen Vorurteile, welche über die Erde hin verbreitet sind, sozusagen die Segel vor ihnen streichen.

[ 39 ] Ein weiteres Ideal würde allerdings dieses sein, wenn durch die Theosophie wirklich jenes Friedenswerk in der Menschheit geleistet werden könnte, wodurch in bezug auf die höheren Gebiete okkulter Erkenntnis Einheit und Harmonie zustande zu bringen wäre. Das kann als ein Ideal aufgefaßt werden. Aber es ist ein schwieriges Ideal. Schon wenn man bedenkt, wie innig der Mensch heute noch verwoben ist in seinen religiösen Vorurteilen, seinen religiösen Vormeinungen mit dem, was er begriffen hat, worin er erzogen ist, so wird man begreifen, wie schwierig es ist, in der Theosophie etwas zu geben, was nicht gefärbt ist durch religiöse Vorurteile, sondern was ein so treues Bild der okkulten Erkenntnisse ist, als es überhaupt gegeben werden kann.

[ 39 ] Ein weiteres Ideal würde allerdings dieses sein, wenn durch die Theosophie wirklich jenes Friedenswerk in der Menschheit geleistet werden könnte, wodurch in bezug auf die höheren Gebiete okkulter Erkenntnis Einheit und Harmonie zustande zu bringen wäre. Das kann als ein Ideal aufgefaßt werden. Aber es ist ein schwieriges Ideal. Schon wenn man bedenkt, wie innig der Mensch heute noch verwoben ist in seinen religiösen Vorurteilen, seinen religiösen Vormeinungen mit dem, was er begriffen hat, worin er erzogen ist, so wird man begreifen, wie schwierig es ist, in der Theosophie etwas zu geben, was nicht gefärbt ist durch religiöse Vorurteile, sondern was ein so treues Bild der okkulten Erkenntnisse ist, als es überhaupt gegeben werden kann.

[ 40 ] Es wird in gewissen Grenzen immer begreiflich sein, daß der Buddhist ablehnt, solange er auf dem Standpunkte des buddhistischen Bekenntnisses steht, den Standpunkt des Christen. Und wenn die Theosophie eine buddhistische Färbung erhält, so ist es auch natürlich, daß diese buddhistische Theosophie sich feindlich oder mißverständlich gegenüber dem Christentum verhalten wird. Ebenso begreiflich wird es sein, daß in einem Gebiete, in welchem christliche Formen herrschen, es wieder schwierig ist, zu einer objektiven Erkenntnis, sagen wir, derjenigen Seiten des Okkultismus zu kommen, welche im Buddhismus zum Ausdruck gekommen sind. Das Ideale ist aber, das eine ebensogut wie das andere zu verstehen und über die ganze Erde harmonischfriedvolles Verständnis zu begründen.

[ 40 ] Es wird in gewissen Grenzen immer begreiflich sein, daß der Buddhist ablehnt, solange er auf dem Standpunkte des buddhistischen Bekenntnisses steht, den Standpunkt des Christen. Und wenn die Theosophie eine buddhistische Färbung erhält, so ist es auch natürlich, daß diese buddhistische Theosophie sich feindlich oder mißverständlich gegenüber dem Christentum verhalten wird. Ebenso begreiflich wird es sein, daß in einem Gebiete, in welchem christliche Formen herrschen, es wieder schwierig ist, zu einer objektiven Erkenntnis, sagen wir, derjenigen Seiten des Okkultismus zu kommen, welche im Buddhismus zum Ausdruck gekommen sind. Das Ideale ist aber, das eine ebensogut wie das andere zu verstehen und über die ganze Erde harmonischfriedvolles Verständnis zu begründen.

[ 41 ] Der buddhistische Theosoph und der christliche Theosoph — besser ist zu sagen: der Buddhist und der Christ, wenn sie Theosophen geworden sind —, die werden sich verständigen, die werden unbedingt den Standpunkt harmonischen Ausgleichs finden. Es wird als Ideal vorschweben dem Theosophen, ein Bild des überall einheitlichen Okkultismus zu gewinnen und loszulösen dieses Bild von religiösen Vorurteilen. Es wird der Christ, der Theosoph geworden ist, den Buddhisten verstehen, der ihm sagt: Es ist unmöglich, daß ein Bodhisattva, der ein menschliches Wesen ist, das von Inkarnation zu Inkarnation gegangen und das, wie in dem Einzelfalle bei dem Tode des Suddhodana, zum Buddha geworden ist, nachdem er Buddha geworden, wieder in einen menschlichen Leib zurückkehren kann; sondern es ist mit der Buddhawürde eine so hohe Stufe menschlicher Entwickelung erreicht, daß das betreffende Individuum nicht wieder in einen menschlichen Körper zurückzugehen braucht.

[ 41 ] Der buddhistische Theosoph und der christliche Theosoph — besser ist zu sagen: der Buddhist und der Christ, wenn sie Theosophen geworden sind —, die werden sich verständigen, die werden unbedingt den Standpunkt harmonischen Ausgleichs finden. Es wird als Ideal vorschweben dem Theosophen, ein Bild des überall einheitlichen Okkultismus zu gewinnen und loszulösen dieses Bild von religiösen Vorurteilen. Es wird der Christ, der Theosoph geworden ist, den Buddhisten verstehen, der ihm sagt: Es ist unmöglich, daß ein Bodhisattva, der ein menschliches Wesen ist, das von Inkarnation zu Inkarnation gegangen und das, wie in dem Einzelfalle bei dem Tode des Suddhodana, zum Buddha geworden ist, nachdem er Buddha geworden, wieder in einen menschlichen Leib zurückkehren kann; sondern es ist mit der Buddhawürde eine so hohe Stufe menschlicher Entwickelung erreicht, daß das betreffende Individuum nicht wieder in einen menschlichen Körper zurückzugehen braucht.

[ 42 ] Der Christ wird zum Buddhisten sagen: Zwar hat mir das Christentum bisher noch nicht eröffnet etwas über Wesen wie die Bodhisattvas, aber indem ich mich zur Theosophie aufschwinge, lerne ich erkennen, daß nicht nur du aus deiner Erkenntnis heraus diese Wahrheit kennst, sondern daß ich selber auch diese Wahrheit anerkennen muß. — Der Theosoph wird dem Buddhisten gegenüberstehen so, daß er sagt: Ich verstehe, was ein Bodhisattva ist; ich weiß, daß der Buddhist eine volle Wahrheit über gewisse Wesen sagt, eine Wahrheit, die gerade dort, wo der Buddhismus sich verbreitet hat, gesagt werden konnte; ich verstehe es, wenn der Buddhist sagt: Ein Buddha kehrt nicht wieder in einen fleischlichen Organismus. — Der Christ, der Theosoph geworden ist, versteht den Buddhisten, der Theosoph geworden ist. Und wenn der Christ dem Buddhisten gegenübertritt, so kann er ihm sagen: Wenn man das christliche Bekenntnis seinem Gehalte nach verfolgt, so verfolgt, wie es in okkulten Schulen verfolgt worden ist in bezug auf die okkulten Tatsachen, die ihm zugrunde liegen, dann zeigt sich, daß mit jenem Wesen, das mit dem Namen Christus gemeint ist — das dem anderen unbekannt geblieben sein kann —, gemeint ist eine Wesenheit, die vor dem Mysterium von Golgatha nicht auf der Erde war; eine Wesenheit, die andere Wege als die der Erdeninkarnationen durchgemacht hat, die dann einmal im physischen Leibe sein mußte und in diesem Leibe, was die Hauptsache ist, den Tod durchgemacht hat, und zwar in einer ganz bestimmten Weise; die dann durch diesen Tod das geworden ist, was sie einem bestimmten Teil der Menschheit geworden ist und für die ganze Menschheit werden soll; eine Wesenheit, die nicht wiederkommen kann in einem physischen Leibe, weil das widerspräche der ganzen Natur des Christus.

[ 42 ] Der Christ wird zum Buddhisten sagen: Zwar hat mir das Christentum bisher noch nicht eröffnet etwas über Wesen wie die Bodhisattvas, aber indem ich mich zur Theosophie aufschwinge, lerne ich erkennen, daß nicht nur du aus deiner Erkenntnis heraus diese Wahrheit kennst, sondern daß ich selber auch diese Wahrheit anerkennen muß. — Der Theosoph wird dem Buddhisten gegenüberstehen so, daß er sagt: Ich verstehe, was ein Bodhisattva ist; ich weiß, daß der Buddhist eine volle Wahrheit über gewisse Wesen sagt, eine Wahrheit, die gerade dort, wo der Buddhismus sich verbreitet hat, gesagt werden konnte; ich verstehe es, wenn der Buddhist sagt: Ein Buddha kehrt nicht wieder in einen fleischlichen Organismus. — Der Christ, der Theosoph geworden ist, versteht den Buddhisten, der Theosoph geworden ist. Und wenn der Christ dem Buddhisten gegenübertritt, so kann er ihm sagen: Wenn man das christliche Bekenntnis seinem Gehalte nach verfolgt, so verfolgt, wie es in okkulten Schulen verfolgt worden ist in bezug auf die okkulten Tatsachen, die ihm zugrunde liegen, dann zeigt sich, daß mit jenem Wesen, das mit dem Namen Christus gemeint ist — das dem anderen unbekannt geblieben sein kann —, gemeint ist eine Wesenheit, die vor dem Mysterium von Golgatha nicht auf der Erde war; eine Wesenheit, die andere Wege als die der Erdeninkarnationen durchgemacht hat, die dann einmal im physischen Leibe sein mußte und in diesem Leibe, was die Hauptsache ist, den Tod durchgemacht hat, und zwar in einer ganz bestimmten Weise; die dann durch diesen Tod das geworden ist, was sie einem bestimmten Teil der Menschheit geworden ist und für die ganze Menschheit werden soll; eine Wesenheit, die nicht wiederkommen kann in einem physischen Leibe, weil das widerspräche der ganzen Natur des Christus.

[ 43 ] Wenn der Buddhist, der Theosoph geworden ist, das von dem Christen hört, dann wird er sagen: Ebenso wie du begreifst, daß ich niemals zugeben kann, daß ein Buddha, nachdem er Buddha geworden ist, in einem fleischlichen Leibe wiederkehrt, so wie du mich verstehst durch Anerkenntnis dessen, was mir zugeteilt worden ist als Wahrheit, so werde ich anerkennen den Teil der Wahrheit, der dir zugeteilt worden ist. Ich versuche, das anzuerkennen, was ich aus meinem Bekenntnis heraus nicht finden kann, nämlich: daß im Anfange des Christentums nicht ein Lehrer, sondern eine Tat steht. — Denn der Okkultist setzt nicht den Jesus von Nazareth an den Ausgangspunkt des Christentums, sondern den Christus, und als den Anfangspunkt setzt er das Mysterium von Golgatha.

[ 43 ] Wenn der Buddhist, der Theosoph geworden ist, das von dem Christen hört, dann wird er sagen: Ebenso wie du begreifst, daß ich niemals zugeben kann, daß ein Buddha, nachdem er Buddha geworden ist, in einem fleischlichen Leibe wiederkehrt, so wie du mich verstehst durch Anerkenntnis dessen, was mir zugeteilt worden ist als Wahrheit, so werde ich anerkennen den Teil der Wahrheit, der dir zugeteilt worden ist. Ich versuche, das anzuerkennen, was ich aus meinem Bekenntnis heraus nicht finden kann, nämlich: daß im Anfange des Christentums nicht ein Lehrer, sondern eine Tat steht. — Denn der Okkultist setzt nicht den Jesus von Nazareth an den Ausgangspunkt des Christentums, sondern den Christus, und als den Anfangspunkt setzt er das Mysterium von Golgatha.

[ 44 ] Der Buddhismus unterscheidet sich von dem Christentum dadurch, daß er einen persönlichen Lehrer zum Ausgangspunkte hat; das Christentum hat eine Tat, die Erlösungstat von Golgatha durch den Tod am Kreuze. Nicht eine Lehre, sondern eine Tat ist die Voraussetzung der christlichen Entwickelung. Dies versteht der Buddhist, welcher zum Theosophen geworden ist, und er nimmt, um Harmonie innerhalb der Menschheit zu begründen, dasjenige hin, was als okkulte Grundlage des Christentums gegeben wird. Der Buddhist würde die Harmonie durchbrechen, wenn er seine buddhistischen Begriffe auf das Christentum anwenden wollte. So wie der Christ verpflichtet ist, wenn er Theosoph wird, zu verstehen den Buddhismus aus dem Buddhismus heraus und nicht etwa umzuschmieden die Begriffe von dem Bodhisattva und Buddha, sondern sie so zu verstehen, wie sie der Buddhismus enthält, so ist es Pflicht des Buddhisten, die christlichen Begriffe so zu nehmen wie sie sind, weil sie die okkulten Grundlagen des Christentums bilden. Wie es unmöglich ist, dasjenige, was mit dem Christus-Namen bezeichnet wird, zusammenzubringen mit dem, was niedrigerer Natur ist, mit dem Bodhisattva-Namen, so ist es unmöglich, solange man dem Ideal der Theosophie treu bleibt, in der Theosophie anderes als einen Abglanz zu geben des einheitlichen Okkultismus.

[ 44 ] Der Buddhismus unterscheidet sich von dem Christentum dadurch, daß er einen persönlichen Lehrer zum Ausgangspunkte hat; das Christentum hat eine Tat, die Erlösungstat von Golgatha durch den Tod am Kreuze. Nicht eine Lehre, sondern eine Tat ist die Voraussetzung der christlichen Entwickelung. Dies versteht der Buddhist, welcher zum Theosophen geworden ist, und er nimmt, um Harmonie innerhalb der Menschheit zu begründen, dasjenige hin, was als okkulte Grundlage des Christentums gegeben wird. Der Buddhist würde die Harmonie durchbrechen, wenn er seine buddhistischen Begriffe auf das Christentum anwenden wollte. So wie der Christ verpflichtet ist, wenn er Theosoph wird, zu verstehen den Buddhismus aus dem Buddhismus heraus und nicht etwa umzuschmieden die Begriffe von dem Bodhisattva und Buddha, sondern sie so zu verstehen, wie sie der Buddhismus enthält, so ist es Pflicht des Buddhisten, die christlichen Begriffe so zu nehmen wie sie sind, weil sie die okkulten Grundlagen des Christentums bilden. Wie es unmöglich ist, dasjenige, was mit dem Christus-Namen bezeichnet wird, zusammenzubringen mit dem, was niedrigerer Natur ist, mit dem Bodhisattva-Namen, so ist es unmöglich, solange man dem Ideal der Theosophie treu bleibt, in der Theosophie anderes als einen Abglanz zu geben des einheitlichen Okkultismus.

[ 45 ] Die Bodhisattva-Eigentümlichkeiten auf den Christus anzuwenden, würde verhindern die große Friedensmission der Theosophie. Diese wird aber erreicht, wenn die Theosophie sich bestrebt, die einheitlichen Grundlagen in der wissenschaftlichen Form, wie sie für unsere Zeit angemessen ist, an die Menschheit heranzubringen. Wenn wir im Abendlande den Buddhismus oder den Brahmanismus oder den Zarathustrismus ohne Vorurteil verstehen, wenn das Christentum verstanden wird in der Form, in der es verstanden werden muß, dann wird es immer für eine kurze Zeit möglich sein, die Grundlagen des Christentums zu erkennen und für solche erkannten Ideen des Christentums auch Anhänger zu finden.

[ 45 ] Die Bodhisattva-Eigentümlichkeiten auf den Christus anzuwenden, würde verhindern die große Friedensmission der Theosophie. Diese wird aber erreicht, wenn die Theosophie sich bestrebt, die einheitlichen Grundlagen in der wissenschaftlichen Form, wie sie für unsere Zeit angemessen ist, an die Menschheit heranzubringen. Wenn wir im Abendlande den Buddhismus oder den Brahmanismus oder den Zarathustrismus ohne Vorurteil verstehen, wenn das Christentum verstanden wird in der Form, in der es verstanden werden muß, dann wird es immer für eine kurze Zeit möglich sein, die Grundlagen des Christentums zu erkennen und für solche erkannten Ideen des Christentums auch Anhänger zu finden.

[ 46 ] Nicht immer hat man sich aufgeschwungen zu der Tatsache, daß eine Tat der Ausgangspunkt des Christentums ist und daß daher nicht gesprochen werden kann von einer Wiederkehr des Christus. Daher tauchten im Verlaufe der Jahrhunderte immer wieder Anschauungen auf, die von einer Wiederkehr des Christus sprachen. Sie wurden immer überwunden und werden immer überwunden werden, weil sie widersprechen der großen einheitlichen Lebens- und Friedensmission der Theosophie, die wiedergeben soll den einheitlichen Ausdruck des Okkultismus. Der Okkultismus war immer einheitlich und ist unabhängig von jeder buddhistischen und jeder christlichen Färbung und kann daher objektiv sowohl das Muselmännische wie das Zoroastrische und auch das Buddhistische verstehen, so wie er auch verstehen kann das Christliche.

[ 46 ] Nicht immer hat man sich aufgeschwungen zu der Tatsache, daß eine Tat der Ausgangspunkt des Christentums ist und daß daher nicht gesprochen werden kann von einer Wiederkehr des Christus. Daher tauchten im Verlaufe der Jahrhunderte immer wieder Anschauungen auf, die von einer Wiederkehr des Christus sprachen. Sie wurden immer überwunden und werden immer überwunden werden, weil sie widersprechen der großen einheitlichen Lebens- und Friedensmission der Theosophie, die wiedergeben soll den einheitlichen Ausdruck des Okkultismus. Der Okkultismus war immer einheitlich und ist unabhängig von jeder buddhistischen und jeder christlichen Färbung und kann daher objektiv sowohl das Muselmännische wie das Zoroastrische und auch das Buddhistische verstehen, so wie er auch verstehen kann das Christliche.

[ 47 ] Das ist es, was uns zukommen wird als Verständnis dafür, wie in der bisherigen Menschheitsentwickelung der allgemeine Okkultismus in der Theosophie so verschiedene Formen annahm. Wir werden ergründen, warum in unserer Zeit das große Ideal bestehen muß, daß nicht eine religiöse Ausdrucksform den Sieg über die andere davonträgt, sondern daß die religiösen Ausdrucksformen sich verständigen. Vorbedingung dafür aber ist das gegenseitige wirkliche Verstehen, das Verstehen der okkulten Grundlagen, die in allen Religionen als dieselben vorhanden sind.

[ 47 ] Das ist es, was uns zukommen wird als Verständnis dafür, wie in der bisherigen Menschheitsentwickelung der allgemeine Okkultismus in der Theosophie so verschiedene Formen annahm. Wir werden ergründen, warum in unserer Zeit das große Ideal bestehen muß, daß nicht eine religiöse Ausdrucksform den Sieg über die andere davonträgt, sondern daß die religiösen Ausdrucksformen sich verständigen. Vorbedingung dafür aber ist das gegenseitige wirkliche Verstehen, das Verstehen der okkulten Grundlagen, die in allen Religionen als dieselben vorhanden sind.

[ 48 ] Damit habe ich Ihnen zu den wichtigen Betrachtungen, an deren Eingang wir stehen, eine Art Vorbereitung, eine Art Einleitung zu geben versucht, und übermorgen, nach dem öffentlichen Vortrage, werden wir an die Betrachtung des Menschen in okkulter und philosophischer Beziehung herantreten.

[ 48 ] Damit habe ich Ihnen zu den wichtigen Betrachtungen, an deren Eingang wir stehen, eine Art Vorbereitung, eine Art Einleitung zu geben versucht, und übermorgen, nach dem öffentlichen Vortrage, werden wir an die Betrachtung des Menschen in okkulter und philosophischer Beziehung herantreten.