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Man in the Light of
Occultism, Theosophy and Philosophy
GA 137

11 June 1912, Oslo

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Neunter Vortrag

Lecture Nine

[ 1 ] Wir haben gestern gesprochen von der Begegnung des okkultistischen Aspiranten mit Luzifer und mit dem Tode, und wir haben darauf hingewiesen, daß bleiben muß, wenn die Situation in der entsprechenden Weise eintreten soll, aus dem gewöhnlichen Erdenleben die Erinnerung an das Ich oder an den Ich-Gedanken. Wir haben auch gesehen, daß dem gegenwärtigen Menschen Hilfen zur Verfügung stehen dadurch, daß er empfangen kann innerhalb der Erdenwelt den Christus-Impuls. Und wir haben die Eigentümlichkeit dieses ChristusImpulses betrachtet, haben gesehen, daß sich dasjenige Wesen, das wir das Christus-Wesen nennen, dadurch unterscheidet von den anderen Religionsstiftern, daß wir eigentlich nicht von dem Christus sprechen können als von einer Persönlichkeit, die auf der Erde initiiert worden ist, sondern daß die Christus-Wesenheit während der drei Jahre ihres Verweilens auf der Erde alle diejenigen Kräfte, von denen sie Gebrauch macht, bereits hat und mitbringt. Indem also die Christus-Wesenheit Mensch ward, ist sie zu dem großen Opfer — für die ChristusWesenheit war das ein großes Opfer — bereit gewesen, innerhalb eines menschlichen Leibes nur von den spezifisch menschlichen Kräften Gebrauch zu machen und ihren ganzen Zusammenhang mit dem Göttlichen durch spezifisch menschliche Kräfte zum Ausdruck zu bringen.

[ 1 ] We spoke yesterday of how the pupil in occultism meets with Lucifer and with death, and we pointed out that if the situation is to be rightly experienced, the pupil must still have left to him from ordinary life on Earth the memory of the I or of the thought of the I. We saw also that the man of the present day finds help at this point if within the Earth world he has been able to receive the Christ Impulse. And we went on to show how the Being we call the Christ Being is to be distinguished from other founders of religion in that we cannot speak of Him as of a person who underwent initiation on Earth, but that the Christ Being brought with Him all the forces with which He worked during the three years of His sojourn on Earth. This means that when the Christ Being became man, He was already in a position to make that great sacrifice—for it was for the Christ Being a great sacrifice—whereby He made use in a human body of specifically human forces alone. He manifested and expressed His connection with the divine entirely through human forces.

[ 2 ] Sehen Sie, darauf beruht das ganz Außergewöhnliche der ChristusErscheinung. Versuchen Sie mit den gewöhnlichen menschlichen Seelenkräften irgendeinen anderen Religionsstifter zu verstehen, ich sage nicht, an ihn zu glauben, sondern ihn zu verstehen: Da ist es immer notwendig, daß Sie erst verstehen lernen die Stufe seiner Initiation, denn Sie müssen sich erheben zu einem Verständnisse von dem oder jenem, was aus einer höheren Welt hineinstrahlt in die betreffende menschliche Persönlichkeit. Und dieses müssen Sie bei dem Buddha und bei allen anderen Religionsstiftern tun. Bei dem Buddha müssen Sie anknüpfen an seine Erleuchtung unter dem Bodhibaum und sich in einer gewissen Weise ein Verständnis dafür erwerben, daß im neunundzwanzigsten Jahre eines Menschen etwas inspirierend in sein Leben hereinfallen kann, wie es der Buddha unter dem Bodhibaume erlebt hat. Aber wenn Sie sich zu diesem Verständnisse aufschwingen, dann werden Sie, wenn Sie ein wenig nachdenken, auch das verstehen, was noch hinzuzufügen ist, so sonderbar es auch erscheint: Nicht nur die großen Religionsstifter müssen verstanden werden durch eine Art Bekanntschaft mit den Initiationsmethoden und so weiter, sondern selbst die Evangelisten und Paulus.

[ 2 ] It is this feature of the life of Christ that marks it as absolutely without parallel. If you want to understand with the ordinary powers of the human soul—I do not say, to believe in, but to understand—the founder of any other religion, you will find it necessary first of all to learn about the stages of his initiation, for you will want to raise yourself to an understanding of the particular enlightenment that streamed forth from a higher world into this human personality. This is what you will have to do, for example, in the case of Buddha. You must study his enlightenment under the Bodhi tree, and learn to have some understanding of how such a thing can come about that in a man's 29th year an inspiration enters into his life,—as it did into Buddha under the Bodhi tree. When you have made the effort to achieve this understanding, then, if you think it over, you will be able also to recognise something else that follows from it,—strange though it may at first appear. You will come to see that not only the great founders of religion are to be understood by becoming acquainted with the methods and stages of initiation, but also even the Evangelists and St. Paul.

[ 3 ] Wenn Sie die Evangelisten verstehen wollen, die ihre Schriften aus Eingebungen heraus geschrieben haben, dann müssen Sie sich erst zu einem Verständnisse aufschwingen, müssen erst erfahren, wie solche Individualitäten, die sich unter den Namen Matthäus, Markus oder Johannes verbergen, zu den betreffenden Dingen, die in den Evangelien stehen, haben kommen können. Daher versuchten wir durch Untersuchung der Evangelien einen Begriff davon zu erlangen — was längst verloren war —, daß die Evangelisten die Wahrheit gesprochen haben. Aber wer den Christus verstehen will, der braucht das alles nicht. Den Christus verstehen kann jeder Mensch mit dem allergewöhnlichsten menschlichen Verständnis. Es gibt keinen Grad von Bildung, der so gering sein könnte, daß man mit ihm nicht den Christus verstehen könnte. Das ist eben deshalb, weil der Christus hereingebracht hat in die rein menschlichen Kräfte, in alles, was durch menschliche Kraft wirkt, dasjenige, was er war, während die Mitteilungen der anderen Religionsstifter auf demjenigen beruhen, was diese in den höheren Welten gesehen haben. Daher darf, wenn das Wort nicht trivial verstanden wird, wirklich gesagt werden: Der Christus ist ein Religionsstifter für den einfältigsten Menschen, für ein jegliches Verständnis.

[ 3 ] If you want to understand the Evangelists, who wrote their Gospels out of inspiration, then you must first come to see how the great individualities hidden behind the names of Matthew, Mark or John were able to arrive at the things that stand written in the Gospels. With this end in view we have undertaken, as you know, a thoroughgoing study of the Gospels, and it has enabled us to perceive what had in reality long been lost,—namely, that the Evangelists spoke truth. If, however, we want to understand the Christ, we do not need all this. The Christ can be understood by every single human being, He can be understood with the most ordinary human powers of understanding. It can never be that a man has too little culture or too little education to understand the Christ. And this is because the Christ brought into forces that are purely human and into all their working, what He was; whereas the communications of other founders of religions rest on what they have seen in the higher worlds. It can, therefore, be truly said, provided only the statement be not taken in a trivial spirit, that the Christ founded a religion for the simplest of human beings, a religion that is accessible to every intellect and every understanding.

[ 4 ] Man kann die Beziehung des Christus zu den höheren Welten natürlich erst durch die Initiation kennenlernen. Aber die braucht man ja auch erst, wenn man in die Initiation eintritt. Ich habe Ihnen gestern begreiflich zu machen versucht, welchen immensen Dienst der Christus den okkultistischen Aspiranten leistet. Er gibt ihnen die Mittel, sich an ihr Ich zu erinnern, wenn sie in den höheren Welten sind. Ohne den Christus-Impuls kann man das in gewisser Weise gar nicht, so daß der Christus eine Hilfe wird bei den modernen Initiationen, und er wird ein immer größerer und größerer Helfer für die okkultistischen Aspiranten. Bei fortschreitender Weisheit wird man es schon gewahr, wie sehr man ihn braucht. Der Christus ist auf der einen Seite für die Einfältigsten da, und er ist auf der anderen Seite auch noch da für diejenigen, welche Weisheit und Weisheit und immer weiter Weisheit benötigen. Das ist seine Wesenheit. Das rührt von den Eigenschaften her, von denen wir gestern versuchten zu sprechen. Deshalb wird es selbstverständlich, gerade je weiter die Entwickelung der Erde geht, immer mehr und mehr Verständnis für den Christus geben. Immer weiter wird dieses Verständnis gehen. Es wird immer mehr Leute geben, welche erkennen werden, daß es zwar vollberechtigt ist zu sagen, der Christus ist da für jeden, auch für das einfältigste Gemüt, und jeder kann ihn finden; daß aber der Christus auch da ist für diejenigen, welche die Weisheit suchen müssen, weil sie die Verpflichtung dazu fühlen.

[ 4 ] The relationship of Christ to the higher worlds,—that can of course only be learned through initiation. And there is no need to learn it until one enters upon initiation. I endeavoured yesterday to make clear to you the immense service done by the Christ to the pupil in occultism. Christ gives him the means whereby he can remember his I when he is in the higher worlds. Without the Christ Impulse this cannot be done. Christ thus becomes a helper in the initiations of modern time and will be increasingly so for pupils in occultism. As man advances in wisdom, he will realise how deep is his need of the Christ. Christ is there for the simplest of men; on the other hand He is also there for those who need wisdom and again more wisdom, and yet again still more wisdom. That is the nature of the Christ, and it is connected with all those things of which we were speaking yesterday. It follows from this that the further man's evolution goes, the more understanding will there be for the Christ. The understanding will grow and spread. There will be an increasing number of people who recognise that while there is complete justification for saying that Christ is there for everyone, even the simplest and humblest, and that everyone can find Him, He is at the same time also there for those who are under the necessity to seek wisdom, those who feel a deep inward obligation to follow after wisdom.

[ 5 ] Nun werden wir eine kurze Weile diese Gedanken verlassen und uns wiederum zu der Betrachtung jener Begegnung wenden, von der gestern gesprochen worden ist. Da müssen wir sagen: Zuerst also begegnet der Mensch Luzifer. Luzifer, so haben wir gesehen, zeigt uns, was wir eigentlich von Inkarnation zu Inkarnation in der Erdenentwickelung geworden sind, und wir haben uns gestern schon vor die Seele geführt, daß uns Luzifer eine recht häßliche Gestalt zeigt. Man lernt eben erkennen durch Luzifer, was man durch ihn während der Erdenentwickelung geworden ist.

[ 5 ] We will now leave this thought for a little and return to the meeting of which we spoke yesterday. First, man meets Lucifer. Lucifer, as we saw, shows us what we have become as we have gone from incarnation to incarnation, and we found yesterday that the form or figure that Lucifer shows us is positively ugly. We learn from Lucifer what we have become through him during Earth evolution.

[ 6 ] Nun handelt es sich darum, daß man dieses in der richtigen Weise erkennen lernt, daß man als okkultistischer Aspirant nicht dabei stehenbleibt, daß einen Luzifer darauf hinweist, was wir da durch die Götter errungen haben, indem er sagt: Das ist deine vor dir liegende zerbrechliche Gestalt. Dasjenige, was du durch mich errungen hast, ist die Unsterblichkeit. — Aber die erweist sich dann als Häßlichkeit. Zuerst ist es so, daß man eine Ahnung bekommt davon, wenn man diesen gerade hier gemeinten Initiationsweg betrachtet, daß einem der Christus nicht nur bei dem helfen kann, wovon gestern gesprochen worden ist, sondern auch helfen kann bei der Umänderung der Gestalt. Dazu bedarf es aber auch des Entschlusses, diesem Christus-Impulse treu zu bleiben, ihn nicht mehr zu verlieren und sich zu bestreben, immer mehr und mehr Verständnis zu gewinnen für den Christus-Impuls. Daher gibt es kein Mittel, gerade bei den Bekennern der neueren Mysterien, wodurch sie von diesem Christus-Impulse wieder abgebracht werden könnten.

[ 6 ] It is important that the pupil learns this in the right way and does not remain at the point where Lucifer shows him what he has acquired through the Gods, saying to him: “There is your destructible form! What you have acquired through me is immortality! ”—and then this immortal form shows itself as unsightly! The pupil must not stop there. As one contemplates the path of initiation we have here in mind, the feeling comes over one that Christ can not only help in the way we described yesterday but can also help man to change the form. This requires, however, that man shall resolve to remain true to the Christ Impulse, never to lose it but strive always to understand it more and more. Hence it is that nothing can dissuade the followers of the modern Mysteries from their adherence to the Christ Impulse.

[ 7 ] Nun aber haben wir uns daran zu erinnern, daß wir von dem dreifachen Menschen, den wir betrachtet haben, gewissermaßen zuordnen mußten den oberen Menschen zum Teil der ganzen Sternenwelt. Aber wir haben dann gesagt, daß diejenige Gestalt, die das Alte Testament kennt unter dem Namen Jahve oder Jehova, dem oberen Menschen wie eine Art von Abschlagszahlung für das, was der Mensch auf dieser Erde verloren hat, dasjenige gibt, was wir zuordnen können dem Monde; so daß wir, wenn wir uns an das Durchgenommene erinnern, sagen können: Der obere Mensch ist in gewisser Beziehung dem Monde zugeordnet. Zugeordnet ist in gewisser Beziehung der mittlere Mensch, der Brustmensch, der Mensch, der das Herz in sich trägt, wie wir gesehen haben, der Sonne. So daß wir uns eine Vorstellung bilden können von dem, was in den okkulten Schulen und Mysterien immer verstanden worden ist unter dem Zuordnen des mittleren Menschen, des Menschen, der das Herz trägt, zur Sonne, und des Menschen, der den Kopf trägt, entweder zum ganzen Sternenhimmel oder vorzugsweise zum Monde.

[ 7 ] Let us now return to our study of threefold man and remind ourselves how we had to connect the upper man with the heaven of the stars. We went on to show that the figure known to the Old Testament under the name of Jahve or Jehovah gives something to the upper man as a kind of compensation for what man has lost on the Earth, and this gift of Jahve's can be reckoned as belonging to the Moon. Summing up our study of these connections, we may therefore say: The upper man is in a certain sense co-ordinated to the Moon, while the middle man, the breast man, that carries the heart in him, is in a sense co-ordinated, as we saw, to the Sun. We can accordingly form some idea of what occult Schools and Mysteries have always understood by the co-ordination of the middle man, the man that bears the heart in him, to the Sun, and of the man that carries the head, either to the whole starry heavens or to the Moon.

[ 8 ] Nun hat aber auch Luzifer an dem Menschen gewirkt. So wie wir die Sonnenwirkung in unserem mittleren Menschen tragen, so wie wir tragen in unserem Kopfmenschen die Wirkung des Mondes, wie ich sie Ihnen schilderte für das alte Hellsehen, so tragen wir in uns zunächst auch die Wirkungen eines anderen Sternes, wenn Sie sich die Kräfte, die von diesem Stern ausgehen, in der entsprechenden Weise denken.

[ 8 ] But now Lucifer has also had his influence on man. Even as we carry in our middle man the influence of the Sun, and in our head man the influence of the Moon—as I described it for ancient clairvoyance—so do we carry in us the influence of another star, and we have to think in a corresponding way of the forces that ray out from this other star.

[ 9 ] Sie werden sich leicht vorstellen können, daß diese Wirkung anders gestaltet sein muß als die Sonnen- und Mondwirkung. Die Mondwirkungen waren in alten Zeiten noch so, daß wirklich das menschliche Hellsehen in einer achtundzwanzigtägigen Mondperiode verlaufen ist, daß der Mensch in achtundzwanzig Tagen sich einmal in mehr, einmal in weniger hellseherischem Zustande fühlte. Das hat also in den Menschen hineingespielt, so daß es von ihm unmittelbar wahrgenommen werden konnte. Die Sonnenwirkungen sind ja auf der Hand liegend; um einzusehen, daß der ganze mittlere Mensch von der Sonne abhängt, dazu braucht man nicht viel Worte zu verlieren. Das im letzten Vortrag Gesagte dürfte genügen. Die Einwirkung des dritten, welches dasselbe Gebiet darstellt, das uns in der Initiation als Luzifer erscheint, ist so, daß es schon auf geistige Art wirkt. Da kann von einer so handgreiflichen Wirkung nicht die Rede sein. Deshalb kann von den Einwirkungen des Mondes schon manches geleugnet werden; die Einwirkungen der Sonne leugnet niemand. Aber es gibt doch schon Menschen in der Gegenwart, die von einer Einwirkung des Mondes auf die menschliche Natur sprechen. Die Einwirkungen der übrigen Sterne lehnt natürlich der Materialismus ab. Er muß sie ablehnen, weil sie eben geistig sind und weil der Materialismus die Wirkung geistiger Kräfte nicht zugibt. Aber geradeso wie die Dinge, die ich Ihnen geschildert habe, am oberen Menschen mit dem Monde, am mittleren Menschen mit der Sonne zusammenhängen, so hängen mit der Gestalt, die uns entgegentritt, wenn wir die Schwelle der Initiation überschreiten, die Einwirkungen der Venus zusammen, und ich bemerke gleich, daß es sich dabei handelt um das Gestirn, das die Astronomen heute Venus nennen. Die Venus ist also das Reich des Luzifer. Zunächst liegt die Sache so, daß wir genau erfahren durch die Initiation, daß der untere Mensch, der Mensch, den wir als den dritten siebengliedrigen Menschen bezeichnet haben, dasjenige Gebiet von der ganzen menschlichen Natur ist, das durch die oberen Götter dem Reiche des Luzifer zugeteilt ist. Nun aber hat Luzifer auf eine Weise, von der wir noch sprechen werden, sich des ganzen Menschen bemächtigt, geradeso wie Jahve oder Jehova sich des ganzen Menschen bemächtigt hat. Und wenn Sie die vollständige Wirkung des Jahve oder Jehova ins Auge fassen wollen, dann müssen Sie sich sagen: In den Menschen, den Sie jetzt gemäß unseren früheren Vorträgen als den Kopfmenschen kennen werden, wirkt hinein jene Jehovakraft, welche dem Neumonde entspricht, also dem lichtlosen Monde, der das physische Sonnenlicht nicht zur Erde zurückstrahlt. Das physische Sonnenlicht dagegen, das zurückgestrahlt wird vom Monde, haben Sie sich so zu denken, daß es die Einwirkung der Jahve- oder Jehovakräfte auf den Menschen ist, welche von dem Monde aus auf den unteren Menschen, auf den dritten Menschen, stattfindet. — So daß wir also sagen müssen: Wenn wir in der Mitte lassen den Brustmenschen, so haben wir auf den unteren Menschen wirkend die Jehovakräfte, die dem Vollmonde entsprechen; auf den mittleren oder Brustmenschen wirkt nun die Sonnenkraft, das wissen wir, aber auch die Mondenkräfte. Die Jahve- oder Jehovakräfte haben sich also des gesamten Menschen bemächtigt. Sie wirken in abwechselnden Perioden auf den Kopfmenschen und auf den unteren Menschen, wobei die Wirkung auf den Kopfmenschen dem Neumonde, die Wirkung auf den unteren Menschen dem Vollmonde entspricht.

[ 9 ] You will readily imagine that the influence must needs be of a different kind from the influence of Sun or Moon. The Moon influences still worked in olden times with such effect that human clairvoyance took its course in a 28-day period. In the course of 28 days man felt himself now in a more, and now again in a less, clairvoyant condition. This was an influence that could be directly perceived. The Sun influences are of course obvious. We shall not need to waste many words over the fact that the whole of the middle man depends on the Sun; what was said in the last lecture should suffice. The influence of the third—which is to be found in the region that appears to us in initiation as the region of Lucifer—works on the other hand in a spiritual manner. Here we can no longer speak of an influence that is easily evident. Many an influence even of the Moon can be disbelieved on this account; nevertheless there are still people who speak of an influence of the moon on the nature of man. As for the Sun's influence, no one will deny that. It goes without saying, however, that influences of other stars are not admitted by the materialist. He must of necessity repudiate them, for they are spiritual and he cannot admit the influence of spiritual forces. None the less it is a fact that just as there is in the upper man the connection with the Moon, and in the middle man the connection with the Sun, so are the influences of Venus connected with the form of man that meets us when we cross the threshold of initiation. Note that we are speaking now of the star which the astronomers of today call “Venus.” Venus is thus the kingdom of Lucifer. At first we learn through initiation that the lower man, the man we called the third seven-membered man, is that part of the whole nature of man which has been apportioned by the higher Gods to the kingdom of Lucifer. But Lucifer has, by a method of which we shall speak further, acquired mastery over the whole human being,—even as Jahve or Jehovah also took possession of the whole human being. If you want to have a complete picture of the working of Jahve or Jehovah, then you will have to see it in the following way. Take first the head man, as you have learned to know it from the earlier lectures. Into the head man works the power of Jehovah which corresponds to New Moon, the Moon that is bereft of light, the Moon that does not ray back sunlight on to the Earth. The physical sunlight that is reflected from the Moon—that, on the other hand, is to be thought of as the influence of the Jehovah forces which proceeds from the Moon on to the lower man, the third man. So that, leaving out the breast man in the middle, we find, working upon the lower man, the Jehovah forces that correspond to Full Moon. The middle or breast man receives, as we know, the Sun forces; as we shall see, however, Moon forces work there, too. Jehovah forces have in this way obtained a kind of mastery of the entire human being. They work in alternating periods upon the head man and the lower man, the influence on the head man corresponding to New Moon, and the influence on the lower man to Full Moon.

[ 10 ] Ich glaube nicht, daß irgendein Mensch das, was ich jetzt gesagt habe, bezweifeln wird, wenn er sich ein Verständnis dafür verschafft, warum gerade im alten hebräischen Bekenntnisse, im alten hebräischen Ritus, dem Neumonde als Festlichkeit eine solche Bedeutung zugeschrieben worden ist. Wenn Sie sich die Neumondsfeste ansehen und sehen, welche Empfindungen in dem Alten Testamente dem Neumondsfeste entsprochen haben, dann werden Sie sich ein vernünftiges Verständnis für das, was jetzt gesagt wurde, verschaffen können. Die mittleren Phasen des Mondes entsprechen sich so, daß darin auf den ganzen Brustmenschen der zunehmende und der abnehmende Mond wirkt. Wenn Sie sich nun dazu noch vorstellen, daß, geradeso wie der Mond auf den gesamten dreigliedrigen Menschen wirkt, das heißt sein Geist Jahve oder Jehova, auch die Sonne auf den gesamten Menschen wirkt, aber hauptsächlich auf den mittleren, und daß von da ihre Wirkungen ausstrahlen auf den gesamten Menschen, dann haben Sie zwei kosmische Kräfte, welche in gesetzmäßiger Weise im Menschen wirksam sind.

[ 10 ] I do not think anyone will doubt what I have just said, if he sets himself to consider the significance attached in the ancient Hebrew faith, in the ancient Hebrew ritual, to the festival of New Moon. Study the festivals of New Moon and investigate the feelings men had about them in Old Testament times; and you will be ready to meet what has been said with intelligence and understanding. The corresponding influences of the intermediate phases of the Moon—the waxing and the waning Moon—work upon the breast man. And now you must consider in addition that just as the Moon—that is to say, the Spirit of the Moon, Jahve or Jehovah—works upon the entire man in all his three members, so too does the Sun, but especially on the middle man; thence the Sun's influences ray out into the whole human being. We have accordingly two cosmic forces both working actively in the human being in an orderly and regular manner.

[ 11 ] Von Luzifer erfahren wir, daß sein Reich die Venus ist, und daß diejenigen Kräfte, welche ihren symbolisch-physischen Ausdruck dadurch finden, daß sie als das Licht der Venus, des Morgen- und Abendsternes zu uns kommen, daß diese physischen Strahlen der Venus, die in den Weltenraum hineingeschickt werden, die symbolisch-physische Einwirkung des Luzifer auf den Menschen sind. Es hat sich Luzifer nicht darauf beschränkt, auf den unteren Menschen zu wirken. Da würde er nur wirken, wenn die Venus mit ihrer vollen Scheibe strahlt, wie beim Vollmonde. Sie wissen, daß die Venus gerade solche Phasen hat wie der Mond, daß es also eine zunehmende, eine volle und eine abnehmende Venus gibt. Die Viertel wirken wieder ebenso wie die Viertel des Mondes auf den Brustmenschen. Die Venus, die geistig wirkt, wirkt aber auf den Kopfmenschen, so daß ein Ausdruck für das, was in bezug auf den Menschen geistige Wirkungen sind, in dem Zusammenwirken von Sonne, Mond und Venus am Himmel gesehen werden kann. Wohlgemerkt, ein Ausdruck für das, was im Menschengeist ist.

[ 11 ] Of Lucifer we learn that his kingdom is Venus. The forces which find their physical symbol in the light of Venus shining down upon us as Morning or Evening Star, the physical rays of Venus that are sent out into cosmic space,—are the symbol of the influence of Lucifer upon man Lucifer has not confined himself to working upon the lower man. If he had, he would only have influence when Venus is shining with her full orb of light, as in Full Moon. For you know that Venus has phases like the Moon,—waxing Venus, full Venus and waning Venus. The “quarters” work on the breast man like the “quarters” of the Moon. The Venus that works spiritually, works on the head man. We can, therefore, behold in the working together in the heavens of Sun, Moon and Venus, an expression for what in respect of man are spiritual workings. Please note, an expression for what is in the spirit of man.

[ 12 ] Wie nun im Menschen der große Sonnengeist wirkt im Verhältnis zum Mondengeist, im Verhältnis zu Jahve oder Jehova, so wirkt auch Luzifer, der immer in der menschlichen Natur mit wirksam ist, im Verhältnis zu diesen beiden. Wenn man dieses Gesetz des Zusammenwirkens graphisch darstellen und eine Zeichnung davon geben wollte, so könnte man es am besten tun, wenn man es in den Konstellationen der physischen Sonne, des physischen Mondes und der Venus suchte. Wie diese zueinander stehen, wie diese ein Verhältnis haben können, daß der eine dem anderen Opposition macht, ihn abstößt, daß der eine den anderen verstärkt oder daß er ihn schwächt, dadurch, daß er sich über ihn stellt und ihn verfinstert, so ist auch das Verhältnis der drei geistigen Gewalten, die charakterisiert worden sind, im Menschen. Der Mensch kann seine Sonnenwirkung besonders entfalten, wenn sie weder durch die Monden- noch durch die Venuskräfte beeinträchtigt wird. Es kann aber auch sozusagen seine Sonne, die Kräfte, die im mittleren Menschen, im Herzen sind, durch den Mond, durch die Kopfkräfte verfinstert werden, wie auch Verfinsterungen eintreten können durch Luzifer, durch die Venus. Wie Sie auch wissen, gibt es das, was man Durchgänge, Vorübergänge der Venus vor der Sonne im Weltenraum nennt.

[ 12 ] As the great Sun Spirit works in relation to the Moon Spirit, in relation, that is, to Jahve or Jehovah, so also Lucifer, who is always active in human nature, works in relation to these two. If we wanted to describe by means of a drawing the law of their co-operation we could not do better than look up at the constellations in the heavens of Sun, Moon and Venus. As is the relationship of these three to one another,—whether they are in opposition, or whether they strengthen or weaken one another, as when one stands in front of another and eclipses it—so is the relation between these three spiritual powers in man. The influence of the Sun can be more particularly developed in man when it is not impaired either by the Moon or by the Venus forces. It may, however, also happen that the Sun forces—the forces that are in the middle man, in the heart—are eclipsed by the Moon, the head forces, and eclipses can occur also by the action of Lucifer, that is, of Venus. As you know. there are times when Venus passes in front of the Sun in cosmic space. Thus the connection of the inner trinity in man—the Sun Spirit, the Moon Spirit and the Venus Spirit or Lucifer—is symbolised in cosmic space and expressed in the constellation of Sun, Moon and Venus.

[ 13 ] So haben Sie das Zusammenhängende der inneren Dreiheit des Menschen, sozusagen den Sonnengeist, den Mondengeist und den Venusgeist oder Luzifer symbolisiert im Weltenraum und ausgedrückt durch die Konstellation von Sonne, Mond und Venus. Es wird Ihnen jetzt leicht begreiflich erscheinen, da wir die gesamte menschliche Gestalt auch so geteilt haben, daß wir die Teile der menschlichen Gestalt gewissen Zeichen, Fixsternen des Tierkreises zugewiesen haben, daß wiederum eine Beziehung bestehen kann zwischen diesen drei Sternen im Menschen, das heißt den drei geistigen Gewalten im Menschen und den einzelnen Gliedern der menschlichen Gestalt. Da würde eine besonders bezeichnende Art dieser Beziehung beim Menschen zum Beispiel sein, wenn sein Herz in dem mittleren Menschen, das heißt die Gewalten des Herzens, des Sonnengeistes in dem mittleren Menschen, am stärksten wirken. In den mittleren Menschen haben wir hineingeschrieben das Zeichen des Löwen; so daß wir sagen können: Wenn die Sonne jetzt so wirkt, daß sie ihre Kräfte besonders auf dasjenige Glied der menschlichen Gestalt ausüben kann, wozu wir symbolisch das Zeichen des Löwen schrieben, dann ist eine bemerkenswerte Konstellation im Menschen vorhanden. Ebenso ist eine bemerkenswerte Konstellation vorhanden, wenn besonders stark entfaltet sind Jahveoder Jehovakräfte in ihrem Geistigen, sagen wir im Zeichen des Widder, welches die Aufrechtstellung bedeutet, oder des Stieres, welches das Nach-vorn-Gerichtetsein zur Sprechbewegung angibt. Das sind diejenigen Teile der menschlichen Gestalt, welche in besonderem Maße ein ursprüngliches Verhältnis zur Mondenkraft haben müssen. Wenn sie sich dort am stärksten entfalten, so ist dies eine besonders günstige Konstellation für den Menschen.

[ 13 ] Seeing that we were able to divide up the whole human form and connect its parts and members with certain fixed stars, certain Signs of the Zodiac, it will not now be difficult for you to understand that a relationship can exist between these three Stars in man—that is, the three great spiritual Powers in man—and the several members of the human form. We have to recognise, for instance, a particularly significant phase of this relationship when the heart in the middle man, or rather when the powers of the heart, the powers of the Sun Spirit in the middle man, exert their utmost influence. In the middle man, you will remember, we saw inscribed the Sign of Leo. We can, therefore, say that when the Sun exerts his forces especially on that member of the human form to which we give symbolically the Sign of Leo, then a remarkable constellation is present in man. Another remarkable constellation is present when the Jehovah forces are especially strongly developed in their spiritual character,—let us say, in the Sign of Aries, which signifies the upright posture, or in the Sign of Taurus which denotes, as you know, the forward direction of the organs for the purpose of producing speech. For these are the parts of the human form which necessarily have an original and peculiarly deep relationship to the Moon forces. When these members of man's form are very highly developed, then it denotes a particularly favourable constellation for the human being.

[ 14 ] Jetzt werden Sie auch merken, worauf eigentlich das Prinzip, das Wesen der Astrologie beruht. Ich bemerke dies, nicht weil ich vorhabe, über Astrologie ausführlich zu sprechen, dazu würde die Zeit nicht reichen, sondern um zu zeigen, worin das Wesen derselben besteht. Das kann in wenigen Worten klargemacht werden. Sie sehen, der Mensch ist, wie er dasteht vor uns mit seiner dreimal siebengliedrigen Gestalt, schon zugeordnet den geistigen Mächten, welche den kosmischen Reichen entsprechen. Denn geradeso wie dem Sonnengeist die im Menschen wirkenden Kräfte des Sonnengeistes entsprechen, wie dem Kopfmenschen entsprechen die Kräfte des Mondes und wie dem dritten Menschen entsprechen die Kräfte, die über den ganzen Menschen ausgeteilt werden, so entsprechen die Glieder der menschlichen Gestalt eben Fixsternen, deren Zeichen ich Ihnen zu den Gliedern der menschlichen Gestalt hinzugeschrieben habe. So ist der Mensch fertig in seiner physischen Gestalt. Das, was von diesen Mächten nun kommt, die aus diesen Richtungen, aus diesen Gebieten hereinwirken, das hat nicht bloß damals gewirkt, als die menschliche Gestalt sich gebildet hat, sondern wirkte fort durch die Zeiten hindurch und wirkt auch jetzt noch; wirkt so, daß in einer gewissen Weise dasjenige, was der Mensch heute als sein äußeres Schicksal erfährt, in Zusammenhang gebracht werden kann mit den Konstellationen der Sterne, ebenso wie wir mit den Konstellationen der Sterne in Zusammenhang bringen müssen das, was der Mensch schon geworden ist. War es für den Menschen in bezug auf seine Organisation günstig, daß gewissermaßen seine Sonnenkräfte zusammenwirkten mit den Teilen seiner Gestalt, zu denen wir das Zeichen des Löwen schreiben konnten, so wird es auch heute für gewisse Eigenschaften des Menschen günstig sein, wenn wichtige Augenblicke seines Lebens, vor allen Dingen der wichtige Augenblick der Geburt, so fällt, daß die Sonne im Zeichen des Löwen steht, das heißt, den Löwen bedeckt, so daß diese beiden Kräfte sich gegenseitig verstärken oder überhaupt beeinflussen.

[ 14 ] You will be able now to discern wherein the fundamental principle, the real essence of astrology consists. I have certainly not the intention of going fully into the subject of astrology in these lectures—there would not be time—but I want at this point to call your attention to its true nature. We can put it in a very few words. You see, man, as he stands before us with his threefold seven-membered form, is in connection and harmony with the spiritual Powers corresponding to the cosmic realms. For as the forces of the Sun Spirit that work in man correspond to the Spirit of the Sun, as the forces of the Moon correspond to the head man, and as we have corresponding to the third man the forces that are distributed over the whole human being, similarly is there a correspondence between the several members of the human form and the fixed stars, so that their Signs can be ascribed severally to these various members of man's form. And we have before us—man, complete in his physical form. But now the influence proceeding from the Powers that work from these directions was not active only when the human form first came into being, it has continued so right through time and is active still. And we see the working of this influence in the fact that man's external destiny can be brought into connection with the constellations of the Stars, just as we had to connect with the constellations of the Stars what man has already become. If it was auspicious for man's organisation that his Sun forces co-operated with those members of his form to which we ascribed the Sign of Leo, then it will also be auspicious today for certain qualities and characteristics in him if some important moment of his life, notably the moment of birth, falls when the Sun is in the Sign of Leo,—that is to say, when the Sun covers Leo, so that these two forces mutually strengthen one another or in some way influence one another.

[ 15 ] Wie in den Himmelsraum durch die Sternenkonstellation hineingeschrieben ist das, was der Mensch heute ist, so ist nun auch hineingeschrieben das, was weiter mit ihm vorgehen wird. Darauf beruht die richtige Astrologie. Sie werden gleich aus dem, was wir jetzt betrachten werden, sehen, daß Sie im Grunde genommen nur den Okkultismus wirklich zu kennen brauchen, um das Prinzip der Astrologie zu haben, denn wir wollen jetzt schreiten zur Charakteristik der zweiten Initiationsstufe.

[ 15 ] For as what man is today stands written in the heavenly spaces in the writing of the constellations of the Stars, so stands written there too what is yet to happen with him. This is the ground of true astrology. You will see at once from what we have been considering that you really only need to know occultism and you have at the same time the root principle of astrology. This will show itself all the more clearly as we now go on to describe the second stage of initiation.

[ 16 ] Wir haben charakterisiert, daß es wichtig ist für den okkultistischen Aspiranten zur Erlangung der ersten Initiationsstufe, der Begegnung mit dem Luzifer und mit dem Tode, auszugehen von der menschlichen Gestalt, von dem, was der Mensch für den physischen Anblick zunächst ist. Für die nächste Stufe ist etwas anderes wichtig. Da ist es wichtig, auszugehen von der inneren Bewegung des Menschen. Wohlgemerkt:

[ 16 ] We have seen that in order to attain to the first stage of initiation it is important for the pupil to take his start from the human form, from man as he presents himself to physical sight. For the next stage he has to choose something else as his starting-point,—namely, the inner movement of man. Note carefully the distinction:

Erste Stufe: Ausgang von der menschlichen Gestalt.

First stage: Starting from the human form.

ZweiteStufe: Ausgang am besten von der inneren Bewegung des Menschen.

Second stage: Starting best from the inner movement of the human being.

Nun wollen wir einmal diese innere Bewegung des Menschen uns vor die Seele führen, so wie wir uns die Gestalt des Menschen vor die Seele geführt haben.

Let us now consider for a little, as before we considered the form or figure of man, the movements that take place within him.

[ 17 ] Da haben wir zunächst eine Bewegung, die der Mensch im späteren Leben allerdings wenig mehr ausführt, die aber einmal mit allen Kräften von ihm ausgeführt werden mußte, denn sonst wäre er ein Vierfüßler geblieben, hätte sein ganzes Leben hindurch kriechen müssen. Diejenige Bewegung muß der Mensch ausführen, die ihn von einem kriechenden Kinde zu einem aufrechtgehenden Wesen macht. Der Mensch ist nicht nur seiner Gestalt nach ein aufgerichtetes Wesen; er ist ein Wesen, das sich während des Lebens selber aufrichtet, so daß die erste wichtige innere Bewegung — denn eine innere Bewegung ist das —, die der Mensch ausführt, die Bewegung des Sich-Aufrichtens ist. Also die Aufrichtbewegung ist das erste, was wir ins Auge fassen müssen.

[ 17 ] We have first of all a movement which, although in later life man scarcely performs it any more has once been carried out by him with all his might, otherwise he would remain a four-footed creature, obliged to crawl on the ground for the rest of his life. Man has to perform the movement which changes him from a crawling to an upright child. For man is not merely an upright being in his form, he is a being who during his life lifts himself upright. So that the first inner movement man performs—for it is an inner movement—is the movement of lifting himself into the upright position.

[ 18 ] Die zweite Bewegung innerer Art ist wiederum eine solche, die der Mensch im späteren Leben zwar noch immerzu gebraucht, die er aber sich doch erst als Kind aneignen muß. Es ist die Sprechbewegung, jene Bewegung des inneren Lebens, die ausgeführt werden muß, damit das Wort zustande kommt. Sie müssen sich vorstellen, daß eine Summe innerer Bewegungen notwendig ist, damit das Wort zum Ausdruck gebracht werden kann. Vorher muß der Mensch allerdings noch eine andere Bewegung lernen, die sich mehr verbirgt. Eigentlich lernt er beide Bewegungen gewissermaßen zusammen; im Grunde genommen oftmals die Sprechbewegung früher als die andere Bewegung. Darüber können Sie Genaueres finden in meinem Schriftchen «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft». Jedenfalls aber sind die zwei Bewegungen vorhanden, die der Mensch lernt und die er ausführen muß als innere Bewegungen sein ganzes Leben hindurch. Der Sprechbewegung ist sich der Mensch sogar bewußt. Das weiß jeder Mensch. Daß aber auch, wenn man denkt, fortwährend eine feine Bewegung im Hirn stattfindet, weiß nicht jeder. Um darauf zu kommen, gehört eine feinere Beobachtung. Nicht soll Materialismus hier gepredigt werden, wenn ich von «Bewegung» spreche. Die Bewegung im Hirn ist nämlich schon vorhanden, nur ist sie Wirkung und nicht Ursache. Wir haben es also zu tun mit der Denkbewegung und mit der Sprechbewegung als inneren Bewegungen.

[ 18 ] The second movement of an inner kind is again one that man must acquire for himself as a child, although this movement he continues to use throughout life. It is the movement of speaking, the movement of the inner life that has to be performed for the “word” to arise. You must realise that a whole sum of inner movements is necessary in order that the word may be brought to expression. There is, however, still another movement, a more hidden one, that has also to be learned in early childhood. We may say, man learns both movements together. As a matter of fact, he learns the “speaking” movement earlier than the other. (You will find a more exact and detailed account of all this in my little book The Education of the Child from the standpoint of Spiritual Science.) We have, then, these two inner movements that man learns and has to perform all his life long. Of the speech movement we are quite conscious. Everyone knows that he makes it. But not everyone knows that when he thinks, a delicate movement is taking place all the time in his brain. To discover this requires a rather fine and subtle power of observation. Do not infer that I am talking materialism when I talk about a “movement.” Movement there is, without a doubt; only, it is effect, not cause. We have therefore here two inner movements, the movements of thinking and of speaking.

[ 19 ] Wenn Sie die Bewegungen weiter verfolgen, so entdecken Sie als die nächste wichtige Bewegung, welche notwendig ist, damit das innere Leibesleben stattfinden kann, diejenige Bewegung, die wir nennen können die Blutsbewegung. Sie gehört zu denjenigen Bewegungen, die notwendig stattfinden müssen, damit der Mensch überhaupt Mensch sein kann. Die Reihenfolge ist bei dieser Bewegung scheinbar etwas willkürlich. Das macht aber nichts.

[ 19 ] If now we go further, we discover as the next important movement the movement of the blood. This is one of the movements which must necessarily take place for man to be man. (The sequence is apparently rather arbitrary, but that need not disturb you.)

[ 20 ] Die fünfte Bewegung, die da sein muß, damit die Blutsbewegung überhaupt da sein kann, ist die Atmungsbewegung. Das ist eine für sich bestehende, besondere Bewegung. Sie ist verschieden von der Blutsbewegung, und nicht dasselbe. Ich sage, die Reihenfolge dieser Dinge ist etwas willkürlich, da man sowohl die Denkbewegung und die Sprechbewegung vertauschen kann, indem man die eine an die zweite, die andere an die dritte Stelle stellt — darauf kommt es aber nicht an. Man kann auch zuerst die Atmungsbewegung angeben und dann die Blutsbewegung; wenn man mehr auf die Lungen sieht, muß man das sogar. Wenn man aber mehr auf den Ursprung der Bewegungen sieht, so muß man die gewählte Reihenfolge nehmen, weil, insbesondere beim Mann, der eigentliche zentrale Ursprung der Atmungsbewegung im Zwerchfell liegt, das unterhalb des Herzens ist. Wenn man also eine Reihenfolge in bezug auf den Ursprung nehmen will, muß man diese Reihenfolge wählen.

[ 20 ] The fifth movement, which must already be there in order for the blood movement to take place, is the movement of the breath. This is a specific movement with an independent existence of its own,—distinct from the blood movement. As I said, the sequence is somewhat arbitrary. We could, for instance, as was hinted, interchange the second and the third—but that is beside the point; here again we could put the breath before the blood movement, and if we were considering more especially the lungs we would certainly have to do so. If, however, we are looking rather to the origin of the movements, then we must take them in the sequence I have given; because, especially in the case of the male human being, the real centre and origin of the breath movement is in the diaphragm, and that is underneath the heart. When, therefore, our object is to build up a sequence from the point of view of origin, we have no choice but to take the movements in the sequence I have given.

[ 21 ] Die sechste Bewegung — ich rede also immer von inneren Bewegungen des Leibes, die stattfinden müssen — ist diejenige, welche bestimmte Organe ausführen müssen und die man — um einen gemeinsamen Ausdruck zu haben — Drüsenbewegung oder auch Gefäßbewegung nennen könnte. Die Gefäße des Menschen müssen in fortwährender Tätigkeit, in fortwährender innerer Beweglichkeit sein, damit der Mensch als Lebewesen unterhalten werden kann. Aus gewissen Gründen, die auseinanderzusetzen zu weit führen würde, möchte ich aber einfach geradezu «Drüsenbewegung» sagen.

[ 21 ] The sixth movement—we are still speaking of movements inside the body that are necessary to life—is one that certain inner organs have to perform; we may summarise it in a general term and call it glandular movement or movement of ducts or canals. The ducts in man's body must be in perpetual activity, perpetual inner movement, for man to be maintained in life. For certain reasons which it would take too long to explain, I prefer to call it simply movement of the glands.

[ 22 ] Eine siebente Bewegung ist die, welche sich ergibt, wenn in dem Menschenleibe nicht bloß einzelne Gefäße oder Drüsen sich bewegen, um etwas abzusondern, was der einzelne Mensch in sich braucht, sondern welche der Menschenleib, wohlgemerkt als Leib, vollziehen muß, wenn von der Natur die Veranstaltung gemacht wird, einen neuen Menschen zu gebären. Da haben wir es mit einer Totalität der Leibesbewegungen zu tun. Während man es in der übrigen Gefäßbewegung nur zu tun hat mit der Bewegung eines Teiles, hat man es bei der Reproduktionsbewegung mit der Absonderung des ganzen Menschen in irgendeiner Art zu tun. Ob es der weibliche oder der männliche Leib ist, das ist gleich. Wir haben es immer zu tun mit der Absonderung des ganzen Menschen. Wir nennen also diese Bewegung die «Reproduktionsbewegung».

[ 22 ] For the seventh movement to come about, it is no longer a question merely of particular ducts or glands moving in order to secrete something the human being requires within himself. The seventh is a movement performed by the whole body as such, and it is carried out when Nature has set all in train for a new human being to be born. What we have here is really a sum-total of all the movements of the body. Whilst in other duct or gland movements we have the movement of a part only of the body, in the case of the movement of reproduction we have a kind of act of secretion performed by the whole human being. And the same is true whether we are speaking of male or female body. It is always a secretion performed by the whole human being. This movement then we call the movement of reproduction.

[ 23 ] Andere innere Bewegungen, wenn Sie die angeführten sieben Bewegungsarten richtig verstehen, gibt es nicht. Die anderen sind äußere Bewegungen. Wenn der Mensch zum Beispiel seine Füße und seine Hände bewegt, so sind das äußere Bewegungen. Das aber, was in dem Menschen ist an inneren Bewegungen, hat der Mensch sich schon mitgebracht, wenn die Erde es auch vielfach verändert hat. Und geradeso wie die gesamte Gestalt des Menschen bezogen werden muß auf die Sternbilder des Tierkreises und deshalb den einzelnen Teilen der menschlichen Gestalt die Zeichen der Tierkreisbilder beigefügt werden, so sind diese einzelnen Bewegungen aus dem gesamten Planetensystem heraus gebildet.

[ 23 ] If the seven movements we have described are correctly understood, then with them are exhausted the inner movements of man. The others are outer movements. When man moves his feet or his hands, that is an external movement. The inner movements man brought with him when he came to Earth, though Earth has, it is true, changed them very much. And just as we had to refer the whole complete form of man to the fixed stars of the Zodiac, and connect the Signs of the Zodiac with the several members of the human form, so now we find that these several movements have their source in the entire planetary system.

[ 24 ] Aus unserem Planetensystem heraus haben wir also abzuleiten diese sieben Glieder des inneren beweglichen Menschen; und man bezeichnet, weil die Verhältnisse dieser Bewegungen zueinander im Menschen den Verhältnissen der Planeten unseres Planetensystems entsprechen, diese einzelnen Bewegungen auch mit den Zeichen, die für die Planeten gesetzt werden:

[ 24 ] From our planetary system we have to derive these seven members of what we may call the man of inner movement. And since the relationship of these movements to one another corresponds to the relationship of the planets of our planetary system, we can also designate these several movements with the Signs that belong to the planets, thus:

die Aufrechtbewegung ♄
die Denkbewegung ♃
die Sprechbewegung ♂
die Blutsbewegung ○
die Atembewegung ☿
die Drüsenbewegung ♀
die Reproduktionsbewegung ☾

  • Movement into upright posture ♄
  • Movement of thinking ♃
  • Movement of speaking ♂
  • Movement of the blood ☉
  • Movement of the breath ☿
  • Movement of the glands ♀
  • Movement of reproduction ☽

[ 25 ] In bezug auf die Blutsbewegung berührt sich die Bewegung mit dem, was wir früher kennengelernt haben als den eigentlichen Mittelpunkt der zum mittleren Menschen gehörigen Organe, der insbesondere die Angriffsfläche für den Sonnengeist bildet. Daher muß man mit dem, was die wichtigste Kraft des mittleren Menschen ist, auch in Beziehung setzen die Blutsbewegung, die in diesem mittleren Menschen ihren Mittelpunkt hat, so daß man die Blutsbewegung zu bezeichnen hat mit dem Zeichen der Sonne. Hier handelt es sich um die Kraft des Sonnengeistes insbesondere insofern, als sie bewegend ist. Als Fixstern, könnten wir sagen, wirkt die Sonne auf den ganzen mittleren Menschen; auf die Bewegungen, die hauptsächlich vom mittleren Menschen abhängen, auf die Blutsbewegung, wirkt aber die Sonne wie ein anderer der genannten Planeten. Wenn ich die Zeichen gebrauche, welcher sich die heutigen Astronomen auch noch bedienen — ich gebrauche in diesem Falle also nicht die alte Terminologie, die von Kepler umgestellt worden ist, sondern die Benennungen, wie sie in der heutigen Astronomie üblich sind —, so kann benannt werden die Atmungsbewegung mit Merkur ☿, die Drüsenbewegung mit Venus ♀, die Reproduktionsbewegung mit Mond ☾. Die Reproduktionsbewegung, lokalisiert im unteren Menschen, ist wieder etwas, was sozusagen zusammentrifft mit dem Einflusse des Mondengeistes, der hier eingreift in den unteren Menschen und die innere Beweglichkeit des Menschen berührt.

[ 25 ] A word must be said about the movement of the blood. This movement comes into contact with what we have earlier learned to recognise as the centre of the organs belonging to the middle man, the “plane of operations” as it were for the Sun Spirit. Thus the movement of the blood, which has its centre in the middle man, is to be brought into relation with the most important force in the middle man, and we have to designate this movement of the blood with the Sign of the Sun. In doing so we are thinking of the power and force of the Sun Spirit in so far as it is a force in movement. It is, we could say, as a fixed star that the Sun works upon the middle man as a whole on the other hand, it exerts its influences on the movements that depend on the middle man, on the movements of the blood, as one of the planets. If I make use of the Sign which is also used by the astronomers of today employing therefore in this case not the old terminology which was altered by Kepler, but the names that are customary in the astronomy of today—then the movement of the breathing can be denoted by Mercury, the movement of the glands by Venus and the movement of reproduction by Moon. For this last movement, localised as it is in the lower man, is again a movement that comes into contact with the influence of the Spirit of the Moon. This influence here meets and combines with the inner moving of the human being.

[ 26 ] So haben wir einen dreimal siebengliedrigen Menschen in der menschlichen Gestalt, und auch einen siebengliedrigen Menschen in dem Zusammenhang der inneren Bewegungen des Menschen. Wenn nun der okkultistische Aspirant sich bemüht, in sich zu unterscheiden diese innere Beweglichkeit, dann kann er den nächsten Schritt machen in dem, wovon ich Ihnen schon gesprochen habe.

[ 26 ] We have, therefore, in the human being, as well as a threefold seven-membered man, another seven-membered man in the connections of the movements that take place within him. The pupil must take pains to distinguish the various movements within him, before he is able to take the next step on the path. He will not find it easy.

[ 27 ] Sehen Sie, da haben Sie es schon nicht so leicht wie früher, denn die äußere Gestalt steht sozusagen vor dem menschlichen Auge, nicht aber die innerliche Beweglichkeit. Man muß sich schon ein wenig bemühen, die innere Beweglichkeit zu fühlen. Man muß unterscheiden lernen, und man muß lernen, die Aufrechtbewegung innerlich zu fühlen, die Denkbewegung zu fühlen, zu fühlen die Sprechbewegung — was am leichtesten ist —, zu fühlen die Blutsbewegung, zu fühlen — was wieder nicht schwer ist — die Atmungsbewegung; zu fühlen endlich das, wovon man gewöhnlich nur das Resultat fühlt, nämlich ob man sich hinlegt oder aufrechtsteht, und zu fühlen die Absonderungsbewegung.

[ 27 ] The human form we have as it were standing before our eyes,—not so the inner movements. A special effort has to be made to feel them. We must learn to discern each one for itself. We must be able to feel inwardly, first the movement of raising oneself upright, then the movement of thought, the movement of speech—this is easiest of all—then again the movement of the blood, and—which is also not difficult—the movement of the breath. We have to come to the point of sensing the various movements which as a rule we only sense in their result, as, for instance, when we experience ourselves first as lying down and then as standing up. We must learn to sense also in this way the movements of secretion.

[ 28 ] Das Unterscheidungsvermögen für die einzelnen Bewegungen, die stattfinden, ist etwas, was sehr notwendig ist, wenn der okkultistische Aspirant weiterkommen will. Wenn der okkultistische Aspirant es mit diesen inneren Bewegungen ebenso macht, wie ich gestern erzählt habe, daß der Mensch es mit der menschlichen Gestalt machen soll, dann hätte er jetzt — statt äußerlich die menschliche Gestalt zu fixieren und das Nachbild zu erwarten — zu versuchen, sich innerlich zu fühlen, zu fühlen die innere Beweglichkeit des Menschen, die innere Tätigkeit. Und dann, nachdem man sozusagen sich leiblich innerlich fixiert hat, hätte man zu versuchen, diesen Eindruck festzuhalten, so wie wir gestern versucht haben festzuhalten, rein in der Erinnerung, den Eindruck der Gestalt. Dann kommt der Mensch tatsächlich dazu, wirklich sieben solcher Gestalten zu erkennen, wie sie uns gestern begegnet sind als zwei Gestalten. Gestern sind uns begegnet die Gestalten des Todes und des Luzifer, und wir haben gehört, daß, wenn wir uns an den Christus-Gedanken erinnern, wir dann etwas haben, was wir hinübertragen können in die andere, in die übersinnliche Welt.

[ 28 ] The faculty of discrimination for the several movements that take place within him is an absolute necessity for the pupil if he would progress further on his path. And if he is to do with these movements what I said he had to do with the human form, then instead of looking at the human form from without, fixing it before him and awaiting the after-image, he must endeavour to feel himself inwardly, feel the movement and activity that goes on within him, and then, after he has, as it were, fixed himself inwardly in the bodily sense, hold fast this impression,—even as yesterday we tried to hold fast, purely in memory, the impression of the human form. The pupil will then actually come to the point of recognising seven forms, where yesterday we met with two. We encountered, as you will remember, the form of death and the form of Lucifer, and we learned that when we call to remembrance the thought of Christ, we have then something we can carry across into the other—the super-sensible—world.

[ 29 ] Wenn der okkultistische Aspirant sich so, wie es geschildert worden ist, herausversetzt aus seinem innerlichen beweglichen Menschen, wenn er aus seinem innerlichen beweglichen Menschen heraustritt, dann treten ihm tatsächlich sieben Gestalten entgegen. Er macht die Bekanntschaft mit sieben geistigen Wesenheiten, und er weiß, daß diese sieben geistigen Wesenheiten seinen inneren Bewegungen ebenso entsprechen, wie die Sonne, der Mond und die Venus dem entsprechen, wovon wir gestern und heute gesprochen haben. Der Mensch lernt erkennen, daß er aus unserem Planetensystem herausgewachsen ist, daß die Planeten als physische Gestirne dirigiert sind von Planetengeistern, und daß des Menschen Aufrechtbewegung nur dadurch in ihm stattfinden kann, daß in ihm waltet der Geist des Saturn, der Geist, der seinen Schauplatz so auf dem Saturn hat, wie Luzifer ihn hat auf der Venus. Der okkultistische Aspirant weiß dann, daß seine Denkbewegungen zusammenhängen mit dem Regenten oder dirigierenden Geiste des Jupiter, daß die Sprechbewegungen zusammenhängen mit dem dirigierenden Geiste des Mars, daß die Blutsbewegung zusammenhängt mit dem dirigierenden Geiste der Sonne, daß zusammenhängt alles, was Atmungsbewegung ist, mit dem dirigierenden Geiste des Merkur, daß zusammenhängt alles, was Drüsenbewegung ist, mit dem dirigierenden Geiste der Venus, und endlich, daß alles, was Reproduktionsbewegung ist, mit dem dirigierenden Geiste des Mondes zusammenhängt. Er weiß aber auch, daß alle diese Geister durcheinanderwirken, daß ihr hauptsächlichster Sitz und Angriffspunkt in dem Menschen so ist, daß die eine Bewegungsart auf die andere wirkt, daß im Menschen der Geist des Saturn vorzugsweise durch die Aufrechtbewegung wirkt, aber an allen anderen Bewegungen indirekt beteiligt ist. Eine besonders bemerkenswerte Situation ist es, wenn dieser dirigierende Geist des Saturn besonders stark seine Kraft entfaltet beim Widder oder beim Stier. Da findet eine besonders bedeutungsvolle Situation statt, und wir können nun, da Sie jetzt wissen, wie mit den einzelnen Gliedern der menschlichen Bewegungsnatur die dirigierenden Planetengeister zusammenhängen, allerdings die Erfahrung machen, daß in dem, was wir als Zeichen für die einzelnen Glieder kennengelernt haben, das Prinzip der wirklichen Astrologie liegt. Sie brauchen nur das zu wissen, um was es sich hier handelt, dann werden Sie wissen, daß darin das Prinzip der wirklich echten Astrologie liegt, die aus nichts anderem entspringt als aus der bedeutungsvollen Tatsache, daß der Mensch aus dem Weltall herausgeboren, ein Auszug, ein Extrakt des ganzen Weltalls ist.

[ 29 ] And now, when the pupil, as it were, steps forth out of his man of inner movement, he meets with seven forms. He makes the acquaintance of seven spiritual Beings, and he knows that these seven spiritual Beings correspond to his own inner movements in the very same way that Sun, Moon and Venus correspond to what we spoke of yesterday. He comes to understand that he himself has grown out of our planetary system, and that since the physical stars of the planets are directed by the Spirits of the planets, man is only able, for example, to lift himself upright through the fact that the Spirit of Saturn prevails in him, the Spirit who has his scene of action on Saturn as Lucifer has his on Venus. He knows too that his movement of thought has connection with the Regent or directing Spirit of Jupiter, the movement of speech with the directing Spirit of Mars, the movement of the blood with the directing Spirit of the Sun, the whole movement of the breath with the directing Spirit of Mercury, all the glandular movements with the directing Spirit of Venus, and finally the whole movement of reproduction with the directing Spirit of the Moon. He knows furthermore, that all these Spirits work with and through one another. They have their seat, their base of operations, in man, and one kind of movement works upon another. The Spirit of Saturn, for instance, while it works chiefly through the movement made by man in lifting himself upright, takes part indirectly in all other movements. A significant situation occurs when the guiding Spirit of Saturn manifests his forces with peculiar strength in the Sign of Aries or in the Sign of Taurus. This creates a very important situation. Having thus come to the recognition of how the guiding Spirits of the planets are connected with the several members of the man of inner movement, you will be able to follow me when I say that in the allocation of the Signs to the several members we are already touching the fundamental principle of all genuine astrology. Recall the connections we have been considering, and you will recognise that there lies inherent within them the principle of true and genuine astrology, which has its source in nothing else than in the great and significant fact that man is born out of the World-AII, that man is in very truth an epitome, an extract of the whole World-All.

[ 30 ] So wie wir bis zu den Fixsternen hinaufgehen müssen, um die Gestalt zu verstehen, und wie wir die Gestalt beeinflußt finden durch die hauptsächlichsten Kräfte, die von Sonne, Mond und Venus kommen, so finden wir jetzt durch die sieben Planetengeister ganz besonders die innere Beweglichkeit des Menschen bewirkt. Sieben geistige Wesenheiten also lernt der Mensch kennen. Etwas außerordentlich Bemerkenswertes ist aber hier der Fall. Beachten Sie die Tatsache, daß unter diesen sieben Geistern auch der Geist der Venus ist, den wir vorhin schon kennengelernt haben als den Luzifer. Es ist sehr, sehr merkwürdig, was da dem okkultistischen Aspiranten begegnet. Wenn er den ersten Schritt macht in die Initiation hinein, so begegnet er dem Luzifer, und wir sahen, daß ihm Luzifer jene Gestalt von sich selbst zeigt, von der wir gestern gesprochen haben. Er begegnet Luzifer als dem Wesen, das ihn zum häßlichsten gemacht hat, und jetzt, indem er dem Venusgeist begegnet, begegnet er nochmals dem Luzifer. Nun aber stellt sich Luzifer als etwas ganz anderes heraus. Es ist beim zweiten Male nicht dieselbe Gestalt, der man das erste Mal begegnet. Man weiß zwar, es ist dasselbe Wesen, aber es zeigt sich in zwei verschiedenen Gestalten. Der zu Initiierende erhält also die Erkenntnis, daß sich Luzifer in zwei Gestalten zeigen kann. Das erste Mal zeigt er sich beim Überschreiten der Schwelle, wovon wir gestern gesprochen haben, da, wo er darauf hinweist, daß der Mensch ihm die Unsterblichkeit verdankt, wo er etwa sagt: Die Götter haben dir einen zerbrechlichen Leib gegeben, ich aber habe dir die Unsterblichkeit gegeben. — Wenn man sich dann umsieht, so ist es jener Drache, von dem wir gestern gesprochen haben. Daher nennt man diese Gestalt auch die kleine Gestalt des Hüters der Schwelle.

[ 30 ] In order to understand the form of man we had, you will remember, to ascend to the fixed stars; and we found also how the form of man is influenced by the forces proceeding from Sun, Moon and Venus. How we have seen how the inner mobility in man is due to the working of the seven Spirits of the Planets. Seven spiritual Beings are thus brought to our knowledge. And here we discover something that is of peculiar importance. Among these seven Spirits is the Spirit of Venus, whom we have already come to know as Lucifer. And the pupil is now confronted with a strange and remarkable experience. When he takes the first step into initiation he encounters Lucifer; for it is Lucifer who shows man the “form” of which we spoke yesterday, the form or figure that man himself wears. The pupil encounters Lucifer as the Being who has made him look his ugliest; and now, when he meets the Spirit of Venus, he meets Lucifer again. But this time Lucifer looks entirely different. It is not the same figure as the pupil met before. He knows it is the same being, but Lucifer shows himself in two distinct forms. Thus the pupil acquires the knowledge that Lucifer can manifest in two forms. The first time he manifests is at the crossing of the Threshold (we spoke of it yesterday), when he calls man's attention to the fact that he owes to Lucifer his immortality, saying to him: “The Gods gave you a destructible body, but I have given you immortality.” And when the pupil turns to look,—lo, it is the dragon, of which we spoke yesterday. Therefore is this form also called the first form of the Guardian of the Threshold.

[ 31 ] Jetzt zeigt sich uns auf der zweiten Stufe der Initiation etwas anderes; es zeigt sich uns, daß Luzifer auch andere Kräfte entfalten kann. Könnten wir in uns nicht entfalten alle Absonderungskräfte, alle Kräfte, die von unseren Gefäßen ausgehen, so könnten wir keine Menschen sein; es wäre ausgeschlossen, daß wir Menschen wären. Die Blutsbewegung, die Atmungsbewegung, sie allein können uns nicht erhalten. Die Säftebewegung, die Gefäßbewegung, die Drüsenbewegung, die dirigiert ist von Luzifer, dem Venusgeiste, muß auch vorhanden sein. Das ist der Unterschied zwischen allen möglichen exoterischen Überlieferungen und dem, was hier ausgeführt wird, daß in den Überlieferungen zwar gesprochen wird von Luzifer und den einzelnen Planetengeistern, daß diese Dinge aber keine wirkliche Erkenntnis liefern. Die wirkliche Erkenntnis ist wahrlich kein Kinderspiel. Sie offenbart uns Luzifer als den Verhäßlicher der menschlichen Gestalt und auf der anderen Seite als den notwendigen Geist, der uns als Menschen einzig und allein möglich macht.

[ 31 ] But now at the second stage of initiation a new revelation comes to us. We are shown how Lucifer can unfold quite different forces from those we recognised in him before. If we were not able to develop in us the forces of secretion and excretion, the forces that proceed from the various canals and ducts in the body, we could not be human beings at all; it would be out of the question. The blood and breath movements alone could never maintain us as human beings. The movements of the juices in the body, the movements, that is, of the ducts and glands, must also be present. This can make plain to us the difference between all exoteric traditions—wheresoever they be found—and the understanding that is given here. The exoteric traditions do indeed speak of Lucifer and of the several Spirits of the Planets, but they can give no actual and genuine knowledge of the facts. The real knowledge is in very truth a knowledge that has to be received under a serious sense of responsibility. It reveals Lucifer to us in the first place as the one who distorts and makes unsightly the form of man, and on the other hand is the Spirit who is essential to man's being, who alone makes him man.

[ 32 ] Und jetzt erleben wir etwas höchst Merkwürdiges innerhalb der Initiation. Wenn es uns gelungen ist, an dem Christus festzuhalten, uns innerlich an ihn anzuschließen, so daß er uns die Mittel gibt, hinüberzutragen den Gedanken des Ich, die Vorstellung des Ich, das Selbstbewußtsein der Erde in die übersinnliche Welt, die wir beschreiten, dann haben wir eine Ahnung davon bekommen, daß diese Christus-Kraft etwas mit der Sonnenkraft zu tun hat. Eine solche Ahnung bekommen wir zunächst; denn auf der ersten Stufe der Initiation ist es nicht viel mehr als eine Ahnung, was einem aufgeht von der Verbindung der Christus-Kraft mit der geistigen Sonnenkraft. Auf der zweiten Stufe ist es so, daß diese Christus-Kraft sich uns auch darstellt als eine, ich möchte sagen, greifbare Gestalt, die man schon etwas näher kennenlernen kann, die einem schon klarer und deutlicher wird in der übersinnlichen Welt. Also auf der zweiten Stufe der Initiation wird man etwas mehr bekannt mit dem übersinnlichen Christus. Das nächste, was dieser Christus uns zeigt, ist, daß er den dirigierenden Geist der Venus, von dem wir gelernt haben, daß er Luzifer ist, seinen Bruder nennt und ihn als einen Planetengeist bezeichnet wie einen anderen. In dem Augenblick, wo er sich in der zweiten Stufe zeigt, zeigt er sich wie ein planetarischer Geist, so daß er brüderlich unter den sieben Regenten der Planeten darinnensteht.

[ 32 ] As we proceed further on the path of initiation we come to another striking and significant experience. If we succeeded in holding fast to the Christ, in linking ourselves inwardly with Him, so that He enabled us to carry over the thought of the I—the idea of the I, the self-consciousness of Earth—into the super-sensible world that we are entering, then a feeling took possession of us that this Christ Power has to do with the power of the Sun. We had as it were a presentiment of the connection. Now at the second stage something more is added. The Christ Power reveals itself to us as a form,—I may even, as a form or figure that we can grasp and perceive, that we can gradually learn to know more intimately, that grows clearer and clearer to us in the super-sensible world. At this second stage of initiation we are brought into a nearer knowledge of the super-sensible Christ. And then this Christ shows us that He calls the directing Spirit of Venus—who, as we have learned, is Lucifer—His brother, calls him His brother, accounting him a Planetary Spirit like the other Planetary Spirits. So that when Lucifer shows himself in the second stage of initiation, he at once reveals himself as a planetary Spirit taking his place among the seven Regents of the planets among his brothers.

[ 33 ] So beschreiten wir gleichsam ein Feld, durch das wir kennenlernen ein hochgeartetes Kollegium von sieben planetarischen Geistern, die sich in voller Brüderlichkeit zueinander verhalten. Dies ist eine gefährliche Klippe, und der okkultistische Aspirant muß manches andere kennenlernen, wenn er an dieser gefährlichen Klippe nicht scheitern soll, denn er darf das, was sich ihm da darbietet, nicht so ohne weiteres hinnehmen. Er muß versuchen, sich eine genaue Erkenntnis zu verschaffen von den Dingen, die da zugrunde liegen.

[ 33 ] We enter thus into a world where we find what we might call a highly exalted College of seven planetary Spirits, who are in completely brotherly relation one with another. But here lurks a danger, and the pupil must needs possess himself of a great deal more knowledge if he is not to go under at this point. For he must on no account simply receive easily what here shows itself to him; he must earnestly endeavour to acquire an exact knowledge of what lies behind it.

[ 34 ] Wenn man sozusagen in die Details der okkultistischen Erkenntnisse hineinkommt, kann man verschiedenes als Hilfsmittel wählen, um sich auszukennen auf dem Felde des Okkultismus. Damit, daß wir einfach die sieben Brüder kennenlernen, die die sieben Planetengeister sind, wissen wir noch nicht alles; denn sieben Brüder können doch voneinander verschieden sein, und die Verschiedenheit bietet sich uns nicht von vornherein dar. Wir müssen näher zusehen, genauere Studien machen, wenn wir Näheres erkennen wollen. Und da möchte ich Ihnen wiederum eine Darstellung geben, die Sie, wenn Sie sie genau prüfen mit dem, was die exoterischen Mythen Ihnen geben, durchaus begründet und vernünftig finden werden, so sonderbar sie auch erscheinen wird, die Sie begründet finden werden, weil sie aus der okkulten Forschung heraus gegeben ist. Vergleichen Sie das mit den religiösen und geschichtlichen Urkunden. Die Vernunft wird dann schon sprechen: Ja, ich bin beruhigt. — Je weiter Sie gehen mit Ihrer Vernunft, um so mehr werden Sie ja sagen können zu dem, was ich Ihnen sage, wenn Sie es als ein Ergebnis der okkulten Forschung betrachten, das man in der Gegenwart erhalten kann auf dem Gebiete des großen kosmischen Lebens, und das dem gegenwärtigen Menschen verhältnismäßig leicht zugänglich ist.

[ 34 ] When we come to enter into occult knowledge in detail, we can look in many directions for help to find our way. Although we have learned to recognise the seven brothers who are the seven Planetary Spirits, we are still a long way from any full knowledge of them. Seven brothers may be quite different one from another, and the difference does not perhaps show itself at first sight. We have to look a little nearer, we have to study them in detail, if we would gain a more intimate knowledge. At this point I want to bring forward something which, if you examine it carefully and test it by the side of what you know from exoteric myth, you will find to be well founded and reasonable even though it appear strange at first. It will prove to be authentic, for it is a direct outcome of occult research. Compare it with the religious and historical records from olden times, and the demands of your intelligence will be completely satisfied. The farther you look into it with your ordinary understanding, the more will you find yourself able to say “Yes” to what I am now going to tell you; for it is a result of occult investigation that is comparatively easy of approach to the man of the present day.

[ 35 ] Da muß man von irgend etwas ausgehen, man muß von irgendwo seinen Ausgangspunkt nehmen, so also zunächst, daß man sieben kosmische Geister und gleichsam ihre Reiche kennenlernt. Dadurch lernen wir aber nur die höchsten dirigierenden Geister und ihre Reiche, die entsprechenden Planeten, kennen. Dabei kann es jedoch nicht bleiben. Wir müssen, soweit es die okkulte Forschung möglich macht, diese Reiche etwas näher untersuchen, wir müssen auf einiges näher eingehen, und da bietet sich dem gegenwärtigen okkultistischen Aspiranten, wenn er mit den Mitteln, die der moderne praktische Okkultismus geben kann, gewissenhaft zu Werke geht, unter mancherlei Wegen der folgende. Er kann ausgehen, auf den Rat eines erfahrenen Okkultisten, von dem Studium eines solchen Lebens, wie das Buddhaleben es ist, von dem Leben des Gautama Buddha.

[ 35 ] We must first of all find something to take as our starting-point; we must begin from some known fact. For the moment, let it be the fact that we have come to a kingdoms. We have, however, only learned to know the ruling Spirits with their kingdoms, the corresponding Planets. We must go further. We must investigate these kingdoms more closely, as far as occult research will allow. And the following is one among many ways that offer themselves to the pupil of our times who sets to work conscientiously with the means afforded in modern practical occultism. He can take his start, always under the guidance and counsel of an experienced occultist, from the study of the life of Gautama Buddha.

[ 36 ] Sehen Sie, ich habe es öfter betont und muß es auch hier betonen, daß das Leben des Gautama so verstanden werden muß, wie die Buddhisten dieses Buddhaleben eben verstehen, nicht wie eine äußere materialistische geschichtliche Betrachtung es heute auffaßt. Man muß sich aufgeschwungen haben zu einer solchen Erkenntnis des Buddhalebens, daß man weiß: Der Buddha ist dadurch Buddha geworden, daß er durch viele, viele Verkörperungen hindurchgegangen ist, Bodhisattva wurde, und dann, als er als Bodhisattva geboren worden war, als Sohn des Königs Suddhodana, im neunundzwanzigsten Jahre seines Lebens zur Buddhawürde aufgestiegen ist. Man muß wissen, daß das Hinaufsteigen des Bodhisattva zur Buddhawürde tatsächlich bedeutet — was jeder eingeweihte Buddhist und überhaupt jeder Eingeweihte weiß —, daß eine solche Individualität, die vom Bodhisattva zum Buddha geworden ist, in dem Leben, das sie als Buddha erlebt, ihre letzte irdische Inkarnation hat; daß sie dann, wenn sie Buddha geworden ist, nicht mehr in einen solchen irdischen Leib zurückzukehren hat, sondern in anderen Welten wirkt, die nicht die irdischen sind.

[ 36 ] I have frequently emphasised and must here emphasise again that the life of Buddha is to be understood as the Buddhists understand it and not as it is interpreted by materialistic historians. We must first come ourselves to the recognition that Buddha became Buddha by passing through a great many incarnations; that he became first a Bodhisattva. And then having been born as the son of King Suddhodana, ascended in the 29th year of his life to the dignity of a Buddha. We must know that the ascension of the Bodhisattva to the stage of Buddha means in actual fact that such an individual has his very last incarnation on Earth in the life he lives as Buddha. When he has become a Buddha, he never returns again into an earthly body, but works in other than earthly worlds.

[ 37 ] Dies muß man als Voraussetzung haben. Man muß durchaus wissen, daß es richtig ist, daß der Buddha bei der Erhebung vom Bodhisattva zum Buddha zu einer kosmischen Würde aufgestiegen ist, daß er innerhalb seiner weiteren Entwickelung, die er durchzumachen hat, nicht wieder zu einem physischen Erdenmenschen herabzusteigen braucht. Für diejenigen, die das verfolgt haben, habe ich schon einmal, ich möchte sagen, den einzigen Punkt berührt, wo der Buddha von seiner Entwickelung wieder etwas merken läßt; es war, als ich gezeigt habe, daß zwei Jesusknaben geboren worden sind, der Matthäus- und der Lukas-Jesusknabe, wobei auch gesagt wurde, daß bei der Geburt des Lukas-Jesusknaben der Buddha dem Astralleib des Jesus astralische Kräfte einverleibte, die er aus der geistigen Welt herunterzusenden hatte. Damit hat man ja nur dasjenige berührt, was der Buddha einmal auf die Erde heruntergesendet hat. In Norrköping habe ich gesagt, daß die Eingeweihten mit dem Buddha auch noch in anderer Weise zusammenkommen konnten. Auf der Erde war der Buddha aber in dem Sinne, daß man sagen kann: Auf der Erde lebte er seit seinem Leben als Buddha nicht mehr. — Der Okkultist, der nun weitergeht auf seinem Wege, kann auch den Weg des Buddha weiter verfolgen. Es ist natürlich kein Erdenleben, aber es kann natürlich noch beobachtet werden, so daß auf dem Gebiete des praktischen Okkultismus die Frage entsteht: Was ist aus dem Buddha geworden, seitdem er sich nicht mehr in einem physischen Menschenleibe inkarniert? — Man kann suchen den Buddha, so wie er ist in der weiten Welt. Es mag Ihnen sonderbar erscheinen, aber die Initiierten finden den Buddha wirklich bei einer großen, bedeutsamen Aufgabe, bei einer ganz gewaltigen Aufgabe. Wenn nämlich der geöffnete Blick des Okkultisten im Weltenraume draußen sucht, so findet er den weiteren Schauplatz des Buddha merkwürdigerweise auf jenem Planeten, den wir in der physischen Astronomie als den Mars bezeichnen, und der Okkultist muß allen Ernstes sagen: Seit jener Zeit, da der Buddha sich die Fähigkeit erworben hatte, welche ihn dahin brachte, nicht mehr im Erdenleben erscheinen zu müssen, ist ihm eine neue Mission zugeteilt worden. Diese neue Mission lernen wir kennen durch eine okkultistische Beobachtung des Mars. Die ihm ureigene Mission lernen wir so kennen.

[ 37 ] This must be quite clear to us from the beginning. We must know for an absolute fact that the Buddha by his exaltation from Bodhisattva to Buddha rose to a cosmic dignity and does not require in the course of his further evolution ever to descend again into a physical earthly human being. Those of you who have followed my lectures will remember that I have alluded to one single occasion when the Buddha, so to speak, allows us to have a glimpse of his further evolution. When I was explaining how two Jesus children were born, the Matthew Jesus Child and the Luke Jesus Child, I said that at the birth of the Luke Jesus Child the Buddha sent down from the spiritual world astral forces that were incorporated into the astral body of Jesus. Mention was thus made of the Buddha sending down forces to Earth. In Norrköping1See Anthroposophical Ethics I told further how the initiates were able to meet with the Buddha in still another way. Nevertheless it is still true to say that since his life as Buddha he has lived no more on Earth. An occultist, however, who goes far on the occult path can follow also further the path of Buddha. It is, of course, now no Earth life that he follows. In the field of practical occultism the question arises: What has become of the Buddha, since he incarnates no longer in a physical human body? We can, as it were, go in search of the Buddha, we can look for him in the wide world. It may seem strange to you, but the initiated find the Buddha engaged on a great and mighty task, a task of deep significance. When the eye of the occultist has been opened and he looks out into the vast spaces of the world, he beholds a remarkable sight. He discovers that the Buddha has now for his scene of action that planet which in physical astronomy we call Mars; and he can do no other than relate in all seriousness how, since the time when the Buddha acquired the faculty which made it no longer necessary for him to appear again in Earth life, he has been given a new mission. This new mission of the Buddha we can discover by making occult observation of Mars.

[ 38 ] Wenn wir diese Mission genau kennenlernen wollen, dann finden wir durch die okkultistische Untersuchung, daß diejenigen Wesen auf dem Mars, welche den Erdenmenschen entsprechen würden, die aber von ganz anderer Natur sind — wir können sie rücksichtslos Marsmenschen nennen —, in einem bestimmten Zeitpunkt ihrer Entwickelung in eine ähnliche Notwendigkeit versetzt wurden, wie die Erdenmenschen versetzt waren im vierten nachatlantischen Zeitraum, als zu ihnen der Christus kommen sollte. Und wie der Christus ein Erlöser und Auferwecker wurde, wie das eine Mission des Christus in bezug auf die Erdenmenschheit war, so ist es die weitere Mission jenes Bodhisattva, nachdem er zum Buddha geworden ist, ein Erlöser und Befreier der Marsmenschen zu sein. Ein ähnliches Ereignis hat er also zu vollziehen auf dem Mars, wie es der Christus auf der Erde zu vollziehen hatte.

[ 38 ] As we enter upon this study, the true and original mission of the Buddha becomes clear to us. We find by occult investigation that the beings on Mars who correspond to men on Earth—they are of course of quite a different nature, but for the moment let us call them “Mars men”—at a certain time in their evolution were in a similar condition of need as were the Earth men in the Fourth Post-Atlantean period when the Christ had to come to them. And as Christ became a Saviour and an Awakener to Life, as that was a mission for the Christ in regard to Earth humanity, so is it a further mission for that Bodhisattva after he became the Buddha, to be a Saviour and Redeemer of Mars men. He has to accomplish on Mars an event similar to the event that the Christ had to bring to fulfilment on Earth.

[ 39 ] Wenn wir das Leben des Buddha betrachten, so zerfällt es uns im Grunde genommen in zwei Teile: in den einen Teil, wo Buddha für die Erdenmenschen gewirkt hat und ihnen gebracht hat das, was sie bekommen sollten durch den Buddha und durch alles das, was er ihnen schon gebracht hatte während seiner Bodhisattvazeit, und in den zweiten Teil, wo der Buddha außerhalb der Erde wirkt, wo er zu höherer Kraft aufgestiegen ist, zu welcher die Erdenlaufbahn nur die Vorbedingung war. Ja, zu Erlöserkraft, zu Befreierkraft ist der Buddha emporgewachsen. Wenn wir vergleichen könnten — von den Gefühlen, mit denen die Marsmenschen dem Buddhawirken entgegenkommen, werden wir, wenn es möglich ist, noch weiter sprechen — das Wirken des Buddha auf dem Mars mit dem ganz ähnlichen Wirken, es ist nicht gleich, sondern etwas verschieden, des Christus Jesus auf der Erde und dem Mysterium von Golgatha, so würden wir einen Unterschied finden, der vorliegen muß deshalb, weil eben eine Verschiedenheit zwischen den Erdenmenschen und den Marsmenschen besteht.

[ 39 ] When therefore we study the life of the Buddha, we find it falls into two parts. There is first the time when Buddha worked for the Earth men and brought them all that they were due to receive from him, including what he had already brought them during the time when he was a Bodhisattva. Then there is the later part of Buddha's life when he worked outside and beyond the Earth, when he rose to a higher power and strength for which his course on Earth was but a necessary preparation. For Buddha grew upwards into the power of one who is a Saviour and Redeemer. If it were possible for us to compare the influence of Buddha on Mars with the—not same, but similar influence of Christ Jesus on Earth and with the Mystery of Golgotha, then we would be bound to find a difference, because of the difference between Earth men and Mars men. If possible, I will tell you more another time about the feelings and response called forth in the Mars men by the working of Buddha.

[ 40 ] Wir sehen also, daß Aufgaben gesetzt sind den Wesenheiten, die sich im Kosmos entwickeln. In dem Augenblicke, wo ein Wesen aufsteigt von einer Würde zu einer anderen, ist ihm auch eine neue Aufgabe gestellt. Wir sehen also, daß der Mensch seine Laufbahn auf der Erde zu vollbringen hat, dabei aber von Wesenheiten berührt wird in seiner Laufbahn, welche entweder eine kosmische Aufgabe von allem Anfange an schon haben, wie der Christus, oder welche sich von der Erde zu einer kosmischen Aufgabe hinaufentwickeln, wie es bei Buddha der Fall war.

[ 40 ] As you see, tasks are set for the Beings who evolve in the Cosmos. The moment a Being rises from one state or rank to another, a new task is placed before him. And man, who has to fulfil his life's course on Earth, comes into touch during his time on Earth with Beings who, like the Christ, have from the beginning a cosmic task, and also with Beings who in their evolution upward leave the Earth and rise then to a cosmic task, as was the case with Buddha.