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Occult Studies on Life Between Death and Rebirth
GA 140

21 January 1913, Vienna

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8. Zwischen Tod und neuer Geburt

8. Between Death and Rebirth

[ 1 ] Hörernotizen

[ 1 ] Lecture notes

[ 2 ] Als ich das letzte Mal hier vor Ihnen sprechen durfte, berührte ich in einer kurzen Weise jenen bedeutungsvollen Abschnitt im menschlichen Leben, der verfließt zwischen Tod und neuer Geburt. Es geht nicht an, diesen Abschnitt im menschlichen Leben so zu behandeln, als ob er für das physische Leben gleichgültig sei. Wir müssen uns klar sein darüber, daß die Kräfte unseres Lebens nicht allein aus der Welt kommen, in welcher wir uns mit unserer physischen Leiblichkeit befinden, sondern daß die Kräfte unseres Lebens ganz wesentlich aus den überphysischen Welten kommen, denen wir allein angehören zwischen Tod und Geburt. Und wir können im Grunde genommen nur wissen, wie es sich hier verhält, wenn wir uns Vorstellungen bilden können von dem Leben zwischen Tod und Geburt.

[ 2 ] The last time I had the opportunity to speak before you here, I briefly touched upon that significant phase of human life that lies between death and new birth. It is not acceptable to treat this phase of human life as if it were irrelevant to physical life. We must be clear that the forces of our life do not come solely from the world in which we find ourselves with our physical bodies, but that the forces of our life come essentially from the supersensible worlds to which we alone belong between death and birth. And we can, in essence, only know how things stand here if we are able to form mental images about life between death and birth.

[ 3 ] Eigentlich ist der Mensch im allgemeinen in einem gewissen Traum- oder Schlafleben befangen. Jene Menschen, die durch das physische Dasein, wo sie ihr alltägliches Leben führen und über nichts nachdenken, hindurchgehen, gleichen in der Tat Schläfern des Lebens; und die, welche sich bekümmern um das, was über das physische Leben hinausliegt, was hereinwirkt in das physische Leben, das sind Menschen, die auch für das physische Dasein aufwachen. Wir können anknüpfen an die Betrachtungen von dazumal, die uns zeigen können, wie Geisteswissenschaft, wenn sie im richtigen Sinne verstanden wird, geeignet ist, in das gesamte menschliche Dasein einzugreifen. Wir werden sehen, daß die ganze Menschheit, wenn Geisteswissenschaft allmählich immer mehr eindringen kann, auch so etwas erleben wird wie ein Aufwachen aus einer Art von Lebensschlaf. Viele Dinge dringen an den Menschen heran, die zunächst unbekannt und rätselhaft erscheinen, rätselhaft viel mehr für das Gefühl als für den trockenen Verstand. Rätselhaft in gewissem Sinne ist der Augenblick, da eine Mutter an dem Sarge ihres Kindes steht oder umgekehrt. Wenn man sich ein wenig gründlicher zu beschäftigen hat mit dem menschlichen Leben, wird man schon gewahr, wie Rätselvolles im Leben dem Menschen aufgeht. Es kommen oft Menschen zu mir, deren Schwester, deren Mann oder Frau gestorben ist. Sie sagen: Ich habe früher nicht nachgedacht über den Tod, mich nicht bekümmert um das, was danach folgen wird, aber seit mir dieser nahestehende Verwandte weggenommen ist, ist es mir, als ob er noch da ist, und da bin ich getrieben worden zur Betrachtung der Geisteswissenschaft. — Durch das Leben werden die Menschen zur Geisteswissenschaft gebracht, und sie vergilt reichlich, was da durch sie geschieht, denn Geisteswissenschaft kann das Leben durchdringen mit Kräften, die nur von ihr kommen.

[ 3 ] In fact, human beings are generally caught up in a kind of dreamlike or slumbering existence. Those people who go through physical existence, leading their everyday lives without thinking about anything, are in fact like sleepers in life; and those who concern themselves with what lies beyond physical life, with what influences physical life—these are people who also awaken to physical existence. We can build upon the reflections of that time, which can show us how Spiritual Science, when understood in the right sense, is capable of intervening in the entirety of human existence. We shall see that, as Spiritual Science gradually penetrates more and more, all of humanity will also experience something like an awakening from a kind of life-sleep. Many things come to people that at first seem unknown and mysterious—mysterious far more to the feelings than to the dry intellect. Mysterious in a certain sense is the moment when a mother stands at her child’s coffin, or vice versa. If one engages a little more deeply with human life, one becomes aware of how the mysterious aspects of life reveal themselves to people. People often come to me whose sister, husband, or wife has died. They say: I did not used to think about death, nor did I concern myself with what follows, but since this close relative has been taken from me, it is as if he or she is still here, and this has driven me to contemplate Spiritual Science. — Life leads people to Spiritual Science, and it richly rewards what happens through it, for Spiritual Science can permeate life with forces that come only from it.

[ 4 ] Wenn der Mensch nicht mehr für physische Sinne da ist, entsteht zunächst die Rätselfrage: Wie ist es dann mit dem Menschen nach dem Tode? Äußere Wissenschaft kann keine Antwort geben, weil sie nur konstatiert, was Augen sehen, die ja zerfallen. Auch das physische Gehirn zerfällt; und es ist klar, daß es nichts nützen kann für das, was der Mensch erlebt ohne physische Hülle. Und dennoch liegen die Fragen gewaltig da, welche sich auf das Jenseits beziehen. Im Grunde genommen nützen zur Klärung dieser Fragen allgemeine Betrachtungen gar nicht so viel wie einzelne konkrete Fälle, welche schildern, wie dies oder jenes sich ausnehmen mag. Das kann unmittelbar eingreifen in das Leben.

[ 4 ] When a person is no longer present for the physical senses, the first question that arises is: What happens to a person after death? External science cannot provide an answer, because it merely states what the eyes see—and the eyes, after all, decay. The physical brain, too, decays; and it is clear that it can be of no use for what a person experiences without a physical body. And yet the questions regarding the afterlife loom large. Ultimately, general considerations are not nearly as helpful in clarifying these questions as specific, concrete cases that describe what this or that might look like. This can have a direct impact on life.

[ 5 ] Ausgehen können wir vom Leben hier. Sie werden vielleicht da oder dort den Fall erfahren haben, daß jemand durch seine innere Sehnsucht, durch seine Seelenverfassung zur Geisteswissenschaft getrieben wird, aber ein anderer, der wird ihr immer feindlicher. Der eine wird immer tiefer da hineingehen, sein Freund immer feindlicher der Geisteswissenschaft werden. Das Leben bietet aber nicht nur in der Natur eine Maja, sondern auch da, wo es unmittelbar unsere Seele berührt im Verhältnis zu den Menschen. Gerade was jetzt erwähnt worden ist, kann eine völlige Täuschung sein: Der Mensch, der sich eingeredet hat, alles das sei Unsinn — in jenen Seelentiefen, bis zu denen er mit dem Bewußtsein nicht hinunterdringt, entwickelt er eine geheime Liebe dazu. In den Untergründen kann Liebe dasjenige sein, was auflebt als Haß. Solche Dinge kann man im physischen Menschenleben finden. Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes getreten ist, wirken auch alle geheimen Seelenkräfte und Sehnsuchten nach, das, was er im physischen Leben unterdrückt hat, tritt auf als der Inhalt der Läuterungszeit. Wir sehen Menschen durch die Pforte des Todes gehen, die hier Feinde der Geisteswissenschaft waren; nach dem Tode entwickeln sie die intensivste Sehnsucht darnach. Solche Hasser streben dann nach der Geisteswissenschaft. Dann stellt sich folgendes ein: Wären wir ihnen im Leben mit einem geisteswissenschaftlichen Buch gekommen, da hätten sie uns angefahren; nach dem Tode können wir ihnen keinen besseren Dienst tun, als wenn wir ihnen vorlesen. Man liest in Gedanken den Toten vor; das kann die förderndste Wirkung für den Toten haben. Wir haben viele Beispiele innerhalb unserer spirituellen Bewegung, wo die Angehörigen hingestorben sind und die Zurückbleibenden ihnen vorgelesen und sie gefördert haben. Und die Toten nehmen das, was ihnen geboten wird, mit der innigsten Dankbarkeit an, und es kann sich ein wunderschönes Zusammenleben entwickeln. Da merkt man, was Geisteswissenschaft in der Praxis bedeuten kann. Geisteswissenschaft ist nicht bloße Theorie; sie soll eingreifen in das Leben, sie soll hinwegnehmen, was sich wie eine Wand auftürmt zwischen Lebenden und Toten; überbrückt wird die Kluft. Wenn man mit der rechten Gesinnung Geisteswissenschaft ins Leben bringt, kann man viel nützen. Keinen besseren Rat gibt es, als den Toten vorzulesen. Denn es ist eine Eigentümlichkeit, daß wir unmittelbar nach dem Tode nicht neue Beziehungen anknüpfen können, wir müssen die alten fortsetzen.

[ 5 ] We can take life here as our starting point. You may have encountered cases here and there where one person is drawn to Spiritual Science by an inner longing or the state of their soul, while another grows increasingly hostile toward it. One person will delve deeper and deeper into it, while their friend will become increasingly hostile toward Spiritual Science. But life offers maya not only in nature, but also where it directly touches our soul in our relationships with other people. Precisely what has just been mentioned can be a complete delusion: the person who has convinced themselves that all of this is nonsense—in those depths of the soul to which they do not descend with their consciousness—develops a secret love for it. In the depths of the soul, love can be what surfaces as hatred. Such things can be found in physical human life. Once a person has passed through the gate of death, all secret soul forces and longings continue to work; what they suppressed in physical life emerges as the content of the period of purification. We see people pass through the gate of death who were enemies of Spiritual Science here; after death, they develop the most intense longing for it. Such haters then strive for Spiritual Science. Then the following happens: If we had approached them in life with a book on Spiritual Science, they would have lashed out at us; after death, we can do them no better service than by reading to them. One reads to the dead in thought; this can have the most beneficial effect for the deceased. We have many examples within our spiritual movement where loved ones have passed away and those left behind have read to them and supported them. And the dead accept what is offered to them with the deepest gratitude, and a beautiful coexistence can develop. There one realizes what Spiritual Science can mean in practice. Spiritual Science is not mere theory; it is meant to intervene in life, to remove what stands like a wall between the living and the dead; the gulf is bridged. If one brings Spiritual Science into life with the right attitude, one can be of great benefit. There is no better advice than to read aloud to the dead. For it is a peculiarity that immediately after death we cannot form new relationships; we must continue the old ones.

[ 6 ] Die Frage drängt sich auf: Könnte der sogenannte Tote nicht drüben geistige Wesenheiten finden, die ihn belehren könnten? Das geht nicht! Zunächst kann man nur Beziehungen haben zu Wesen, mit denen man verbunden war, bevor man durch die Pforte des Todes schritt. Begegnet man einem Geist, den man auf der Erde nicht kannte, so geht man an ihm vorbei. Wenn man hier einem großen Genie begegnet, das die Kleidung trägt eines Fuhrmanns, so erkennt man es auch nicht. Zu den Wesen, die man hier als Menschen kannte, hat man Beziehungen. Wenn man noch so vielen Wesenheiten begegnete, die einem helfen könnten, aber zu denen man keine Beziehung hat, sie nützten einem nichts.

[ 6 ] The question arises: Couldn’t the so-called dead person find spiritual beings over there who could instruct him? That is not possible! To begin with, one can only have relationships with beings with whom one was connected before passing through the gate of death. If one encounters a spirit whom one did not know on Earth, one passes right by them. If one encounters a great genius here who is dressed as a cart driver, one does not recognize them either. One has a relationship with the beings whom one knew here as human beings. Even if one were to encounter countless beings who could help one, but with whom one has no relationship, they would be of no use to one.

[ 7 ] Da Geisteswissenschaft am Ausgangspunkte ihrer Entwickelung steht, die Menschen erst damit beginnen, sie auf sich wirken zu lassen, können die Lebenden den Toten einen großen Dienst erweisen, indem sie diese Hilfe ihnen angedeihen lassen. Da haben wir ein Beispiel, wie von unserer Welt eingewirkt werden kann in die andere Welt. Aber auch das Umgekehrte ist möglich: Die Toten können auch hereinwirken in die physische Welt. Wenn Geisteswissenschaft immer mehr die Welt ergreift, wird von beiden Welten aus in Gegenseitigkeit gewirkt werden. Die Toten können auch auf die Lebendigen wirken. Der Mensch weiß ja ungemein wenig von der Welt, er weiß nur, was im Verlauf der Zeit hier geschieht. Viele meinen, daß das andere keine Bedeutung habe. Dasjenige, was geschieht, ist eigentlich nur der allergeringste Teil desjenigen, was wissenswert ist, und man bleibt eigentlich ein Nichtswisser im Leben, wenn man nur das kennt, was geschieht. Wir gehen morgens an unser Geschäft; wir werden vielleicht das alles für das Wissenswerteste halten, was uns da aufstößt. Einmal gehen wir drei Minuten später weg als gewöhnlich; da tragen sich vielleicht unerwartete Ereignisse zu: es könnte sein, daß, wenn wir zur rechten Zeit fortgegangen wären, wir überfahren worden wären; nun sind wir davor geschützt worden. Wir mußten vielleicht eine Reise machen und verpaßten den Zug: gerade diesen Zug traf ein großes Unglück. Was entnehmen wir einer solchen Betrachtung?

[ 7 ] Since Spiritual Science is still in the early stages of its development, and people are only just beginning to allow it to take effect within them, the living can render a great service to the dead by extending this help to them. Here we have an example of how our world can influence the other world. But the reverse is also possible: the dead can also influence the physical world. As Spiritual Science increasingly takes hold of the world, there will be a reciprocal influence from both worlds. The dead can also influence the living. After all, human beings know very little about the world; they know only what happens here in the course of time. Many believe that the other world has no significance. What happens here is actually only the very smallest part of what is worth knowing, and one remains, in fact, a know-nothing in life if one knows only what happens here. We go about our business in the morning; we may consider everything that comes our way to be the most important thing worth knowing. Once we leave three minutes later than usual; perhaps unexpected events are unfolding: it could be that, had we left at the right time, we would have been run over; now we have been spared that. Perhaps we had to take a trip and missed the train: it was precisely that train that was struck by a great misfortune. What do we learn from such a reflection?

[ 8 ] Es gibt viel im Leben, was nicht geschieht, was wir aber zählen müssen zu den Möglichkeiten des Lebens. Weiß denn der Mensch, wie vielen solchen Möglichkeiten er den Tag über entgeht? Was könnte alles geschehen, wenn wir dem nicht entgingen! Wir übersehen es, weil es für die trockene Lebensbetrachtung keine Bedeutung hat. Versuchen wir auf die Seele hinzuschauen, die durch scheinbaren Zufall solchen Gefahren entronnen ist, wie sie empfindet! — Ein Berliner zum Beispiel wollte nach Amerika fahren; er hatte schon das Billett. Ein Freund sagte ihm: Fahre nicht mit der Titanic! — Malen Sie sich die Gefühle desjenigen aus, der zurückgeblieben ist, als er vom Untergang der Titanic erfuhr! Das hat erschütternd auf sein Gefühl gewirkt. Welche Gemütsimpressionen könnten wir haben, wenn wir in der Lage wären, den ganzen Tag zu beobachten, wovor wir bewahrt werden, was alles hätte geschehen können! Wenn die Menschen einmal beginnen, sich mit geistigen Angelegenheiten zu befassen, bekommen sie viel mehr Empfänglichkeit für die Kompliziertheit des Lebens, für das, was sich zwischen den Tageszeiten abspielt. Der Fall kann eintreten, daß, wenn wir drei Minuten früher fortgegangen wären, wir überfahren worden wären: haben wir seelische Empfänglichkeit, sind wir geistig vorbereitet, so können wir in einem solchen Augenblick eine Impression aus der geistigen Welt aus Gnade erhalten, eine Mitteilung von einem Toten. Da werden die Tore dann von den Toten durchbrochen; da läßt sich erkennen, daß zu Menschen, welche sich Empfänglichkeit anerzogen haben, die Toten hereinsprechen können. Es können wichtige Dinge zu uns dringen: zum Beispiel, daß der Tote einen Befehl gibt, etwas auszuführen, was er nicht getan hat. So wird die Kluft überbrückt. So werden wir, wenn Geisteswissenschaft praktisch wird, mit den Toten hinüber und herüber verkehren. So kann Geisteswissenschaft lebenspraktisch werden; sie wird hereinholen die übersinnliche Welt in die unmittelbare Gegenwart.

[ 8 ] There is much in life that does not happen, yet we must count it among life’s possibilities. Does man even know how many such possibilities he misses out on every day? What might all happen if we did not miss them! We overlook them because they hold no significance for a dry view of life. Let us try to look into the soul that has escaped such dangers through apparent chance, and see how it feels! — A man from Berlin, for example, wanted to travel to America; he already had his ticket. A friend told him: “Don’t go on the Titanic!” — Imagine the feelings of the one who stayed behind when he learned of the sinking of the Titanic! It had a shattering effect on his emotions. What emotional impressions might we have if we were able to observe all day long what we are spared from, what all might have happened! Once people begin to concern themselves with spiritual matters, they become much more receptive to the complexity of life, to what takes place between the hours of the day. It may happen that if we had left three minutes earlier, we would have been run over: if we have spiritual receptivity, if we are spiritually prepared, then in such a moment we may receive, by grace, an impression from the spiritual world—a message from a deceased person. Then the gates are broken through by the dead; then it becomes clear that the dead can speak to people who have cultivated receptivity. Important things can reach us: for example, that the deceased gives a command to carry out something he did not do. Thus the gulf is bridged. Thus, when Spiritual Science becomes practical, we will communicate with the dead back and forth. Thus Spiritual Science can become practical for life; it will bring the supersensible world into the immediate present.

[ 9 ] Folgende Frage kann sich nun ergeben: Wenn wir ein geisteswissenschaftliches Buch in die Hand nehmen, so lesen wir in einer bestimmten Sprache. Verstehen die Toten diese Sprache? — In der Läuterungszeit verstehen die Toten die Sprache, die sie hier gesprochen haben; erst beim Übergang ins Devachan hört die Sprache auf, dann geschieht es in Gedanken. Nach einem bestimmten Ablauf von Jahren tritt eine Veränderung ein in dem Verkehr mit den Toten. Wenn Empfänglichkeit vorhanden ist beim Zurückgebliebenen, empfindet er: Der Tote ist bei dir, du denkst, wie er dich denkt. Das kann Jahre um Jahre dauern, dann tritt der Moment ein, wo man den Zusammenhang verliert; das ist der Augenblick, wo der Tote ins Devachan übergeht. In der Läuterungszeit hat man noch die Erinnerung an das Erdenleben, der Mensch hängt noch an diesen Erinnerungen,

[ 9 ] The following question may now arise: When we pick up a book on Spiritual Science, we read it in a specific language. Do the dead understand this language? — During the period of purification, the dead understand the language they spoke here; it is only upon entering Devachan that the language ceases, and communication then takes place through thought. After a certain number of years, a change occurs in communication with the dead. If the bereaved person is receptive, they sense: The dead person is with you; you think of them just as they think of you. This can last for years and years, then the moment comes when the connection is lost; that is the moment when the dead person passes into Devachan. During the period of purification, one still has memories of earthly life; the person is still attached to these memories,

[ 10 ] Was ist eine Erdensprache? Jede Erdensprache hat nur Bedeutung für das Erdenleben; und sie hängt innig zusammen mit der Organisation des Menschen, mit dem Klima, damit auch, daß der Kehlkopf anders ausgebildet ist. Was in Europa gesprochen wird, wird nicht in Indien gesprochen. Gedanken aber sind nicht an die physische Organisation gebunden; Gedanken sind nicht nach irdischen Verhältnissen gebildet. Die Toten haben nur so lange Verständnis für die Sprache, als sie im Kamaloka sind. Wenn durch ein Medium Kundgebungen kommen und in eine bestimmte Sprache gegossen sind, können diese Mitteilungen unmittelbar gegeben werden nur von Menschen, die vor kurzer Zeit gestorben sind.

[ 10 ] What is an earthly language? Every earthly language has meaning only for earthly life; and it is intimately connected with the human constitution, with the climate, and also with the fact that the larynx is structured differently. What is spoken in Europe is not spoken in India. Thoughts, however, are not bound to the physical constitution; thoughts are not shaped by earthly conditions. The dead can understand the language only as long as they are in the Kamaloka. When messages come through a medium and are expressed in a specific language, these communications can be conveyed directly only by people who have died recently.

[ 11 ] Wir sind im Grunde genommen immer schon in der höheren Welt drinnen, wir gehen im Schlaf unbewußt hinein, wir leben, während wir schlafen, in derselben Welt wie nach dem Tode. Die Frage möchte ich jetzt stellen: Kann derjenige, der noch nicht mit hellseherischem Blick sehen kann, derjenige, der noch nicht als Scher beobachten kann, kann der dennoch wissen, wie sich die Dinge verhalten?

[ 11 ] We are, in essence, always already within the higher world; we enter it unconsciously while we sleep; while we sleep, we live in the same world as we do after death. I would now like to ask the question: Can someone who is not yet able to see with clairvoyant vision, someone who is not yet able to observe as a seer, can such a person nevertheless know how things really are?

[ 12 ] Ein schlafender Mensch lebt ja noch, er ist so etwas wie eine Pflanze. Sie erinnern sich wohl daran, daß ein Repräsentant der Wissenschaft, Raoul France, schreibt, die Pflanze habe Gefühle und könne etwas verzehren; ein Seelisches ist aber in der Pflanze nicht vorhanden.* Von demselben Wert wie die Pflanze ist der schlafende menschliche Organismus. Dringend nötig ist, damit sie lebt, daß Sonnenstrahlen auf die Pflanze fallen. Wir sehen die Erde mit Pflanzen bedeckt, weil die Sonne sie hervorruft; die Erde wäre nicht bewachsen ohne Sonne: während der Winterzeit können die Pflanzen nichts hervorsprossen lassen. Wenn der Mensch schläft, wo ist da seine Sonne? Was im Bett liegt, können wir uns auch nicht denken ohne Sonne: diese Sonne ist in dem, was als das Ich des Menschen heraußen ist; das Ich hat da zu arbeiten am schlafenden Organismus wie die Sonne an der Pflanze.

[ 12 ] A sleeping person is still alive; he is something like a plant. You will recall that a representative of science, Raoul France, writes that plants have feelings and can consume things; yet there is no soul in the plant.* The sleeping human organism is of the same value as the plant. For it to live, it is absolutely necessary that the sun’s rays fall upon the plant. We see the earth covered with plants because the sun brings them forth; the earth would not be overgrown without the sun: during the winter, plants cannot sprout. When a person sleeps, where is their sun? Nor can we conceive of what lies in bed without the sun: this sun is in what is outside as the human ego; the ego must work there on the sleeping organism just as the sun works on the plant.

[ 13 ] Nicht nur die Sonne hat eine Beteiligung an der Hervorbringung und dem Dasein der Pflanze, auch der Mond; ohne Einwirkung des Mondes wäre das Pflanzenwachstum auch nicht vorhanden. Doch die Einwirkung des Mondes gehört überhaupt nicht zu dem, was Gelehrte beachten.

[ 13 ] It is not only the sun that plays a role in the creation and existence of plants, but also the moon; without the moon’s influence, plant growth would not exist. Yet the moon’s influence is something scholars do not take into account at all.

[ 14 ] Das Mondenlicht wirkt auf die Pflanze. Mondeneinfluß hat Bezug auf die Breite der Pflanze; eine Pflanze, die schlank in die Höhe wächst, hat wenig Mondeneinfluß. Der ganze Kosmos ist beteiligt am Pflanzenwachstum. Und das Ich ist beteiligt am physischen und Ätherleib wie die Sonne am Pflanzenwachstum — der astralische Leib wie der Mond: es ist dieselbe Beziehung. Das Ich ist die Sonne für den physischen Leib, der astralische Leib ist sein Mond, aber ein geistiger. Wir sehen unser Ich den Ersatz bilden für die Sonneneinwirkung, unsern astralischen Leib für die des Mondes. Darin liegt die Rechtfertigung für das, was der Seher meint, wenn er sagt: Der Mensch hat sich als ein Extrakt aus den Kräften des Kosmos herausgebildet. Wie die Sonne im Mittelpunkt des Pflanzensystems ist und ihr Licht so hinbreitet, daß überall Licht ist, so soll das Licht des Ich den physischen und Ätherleib durchleuchten. Das Sonnenlicht ist nicht nur physisch, es ist auch seelisch-geistig; als letzteres löste es sich los vom Kosmischen und wurde Ich. Ein Extrakt des Mondenlichtes ist der menschliche astralische Leib. Es ist alles sehr weise eingerichtet. Wenn das Menschen-Ich noch immer an die Sonne gebunden wäre, könnten die Menschen auch nur so wie die Pflanzen zwischen Schlafen und Wachen wechseln. Dem Einfluß der Sonne nach würden wir niemals schlafen können bei Tag, würden immer schlafen müssen bei Nacht; aber das ganze Kulturleben beruht auf dieser Emanzipation. Wir tragen unsere eigene Sonne in uns: das Ich ist ein Extrakt der Sonnenwirkung; das, was im Menschen als astralischer Leib lebt, ist ein Extrakt der Mondenwirkung. So sind wir im Schlaf in der geistigen Welt nicht angewiesen auf die kosmische Sonnenwirkung; unser Ich verrichtet, was sonst die Sonne tut; wir werden beschienen von unserem eigenen Ich und Astralleib. Nur alte okkulte Anschauungen dringen bisweilen hier durch. Geisteswissenschaft gibt uns dieses Bild von dem schlafenden Menschen: Über ihm leuchtet die Sonne, sein Ich — und ohne das könnte er schlafend nicht wie eine Pflanze sein. Über ihm leuchtet der Mond: sein eigener astralischer Leib.

[ 14 ] Moonlight affects the plant. The influence of the moon relates to the plant’s width; a plant that grows slenderly upward is subject to little lunar influence. The entire cosmos is involved in plant growth. And the ego is involved in the physical and etheric bodies just as the sun is in plant growth—the astral body just as the moon: it is the same relationship. The ego is the sun for the physical body; the astral body is its moon, but a spiritual one. We see our ego as the substitute for the sun’s influence, our astral body for that of the moon. Herein lies the justification for what the seer means when he says: Human beings have emerged as an extract from the forces of the cosmos. Just as the sun is at the center of the plant system and spreads its light so that there is light everywhere, so the light of the I is meant to illuminate the physical and etheric bodies. Sunlight is not only physical; it is also psychically and spiritually active; as the latter, it detached itself from the cosmic and became the ego. The human astral body is an extract of moonlight. It is all very wisely arranged. If the human ego were still bound to the sun, humans could only alternate between sleeping and waking just as plants do. Under the influence of the sun, we would never be able to sleep during the day and would always have to sleep at night; but the whole of cultural life is based on this emancipation. We carry our own sun within us: the ego is an extract of the sun’s influence; that which lives in the human being as the astral body is an extract of the moon’s influence. Thus, in sleep, we are not dependent on the cosmic influence of the sun in the spiritual world; our ego performs what the sun would otherwise do; we are illuminated by our own ego and astral body. Only old occult views occasionally find their way into this understanding. Spiritual Science gives us this image of the sleeping human being: above him shines the sun, his ego—and without it, he could not be like a plant while sleeping. Above him shines the moon: his own astral body.

[ 15 ] Nun stellen wir uns vor, daß mit dem Herbste die Sonne ihre Wirksamkeit verliert, das Pflanzenwachstum dahinstirbt. Beim wachen Menschen sind Astralleib und Ich im physischen und Ätherleib drinnen, gewissermaßen ist beim Hineingehen in den Leib Sonnen- und Mondenuntergang: da hört auch das rechte pflanzliche Leben wieder auf. So tätig wie im Schlafe das pflanzliche Leben zur Wiederherstellung der Kräfte ist, so rege ist es nicht beim Erwachen. Es welkt das Pflanzenwachstumsmäßige, wenn der Mensch aufwacht; als Pflanze sterben wir ab am Morgen. Dadurch erklärt sich sehr vieles, was zwischen Seele und Leib des Menschen sich abspielt. Manche Menschen fühlen sich bald nach dem Erwachen sehr angeregt; das sind solche, die mehr im Seelischen leben können. Die mehr im Leiblichen leben, spüren leicht am Morgen eine gewisse Müdigkeit. Je weniger man sich am Morgen ermattet fühlt, desto leistungsfähiger ist man. Doch unser waches Leben ist wie das Hinsterben der Pflanze zur Winterzeit. Jeden Tag bringen wir Absterbekräfte in unseren Organismus hinein; die summieren sich, und weil das so ist, sterben wir. Der Grund des Todes liegt im Bewußtsein. Wir können daraus entnehmen, wie das bewußte, vom Ich durchzogene Tagesleben der Aufzehrer ist vom physischen und Ätherleib. Wir sterben, weil wir bewußt leben.

[ 15 ] Now let us create a mental image of the situation in which, with the arrival of autumn, the sun loses its power and plant growth comes to an end. In the waking human being, the astral body and the ego are within the physical and etheric bodies; in a sense, entering the body is like the setting of the sun and moon: there, too, true plant life ceases. As active as plant life is during sleep in restoring strength, so inactive is it upon awakening. The plant-like aspect of growth withers when a person wakes up; like a plant, we die off in the morning. This explains a great deal of what takes place between the human soul and body. Some people feel very stimulated soon after waking; these are those who are able to live more in the soul. Those who live more in the physical realm easily feel a certain tiredness in the morning. The less one feels weary in the morning, the more capable one is. Yet our waking life is like the dying of the plant in winter. Every day we bring forces of decay into our organism; these accumulate, and because this is so, we die. The cause of death lies in consciousness. From this we can see how the conscious, ego-permeated daily life of the human being consumes the physical and etheric bodies. We die because we live consciously.

[ 16 ] Den Schlaf zu erklären, bemühen sich die Leute viel. Schlaf wäre ein Ermüdungszustand, Schlaf sei da, um Ermüdung fortzuschaffen. Schlaf ist aber kein Ermüdungszustand, denn ein kleines Kind schläft am meisten. Schlaf ist etwas, was sich eingliedert in das Gesamtleben, in den Rhythmus von Einschlafen und Aufwachen. Wie wir zur Winterzeit die Natur hinsterben sehen, so stirbt etwas ab in uns, während wir leben und wachen. — Wenn wir durch die Pforte des Todes gegangen sind, lassen wir unseren physischen und Ätherleib zurück: da könnten uns Ich und astralischer Leib erscheinen wie Sonne und Mond, die nichts zu bescheinen haben. In der Tat ist jedoch der Zustand möglich, daß Ich und astralischer Leib fortleben, auch wenn sie nichts bescheinen können. Wenn sie in den Leib untertauchen, wird Bewußtsein hervorgebracht; in der geistigen Welt muß der Mensch auch in etwas untertauchen, daß er bewußt werde, sonst wäre er ohne bewußtes Leben.

[ 16 ] People go to great lengths to explain sleep. They say sleep is a state of fatigue, that it exists to dispel fatigue. But sleep is not a state of fatigue, for a small child sleeps the most. Sleep is something that is integrated into the whole of life, into the rhythm of falling asleep and waking up. Just as we see nature dying off in winter, so something dies within us while we live and are awake. — When we have passed through the gate of death, we leave our physical and etheric bodies behind: there, the ego and the astral body might appear to us like the sun and the moon, which have nothing to illuminate. In fact, however, it is possible for the ego and the astral body to continue to live on, even if they have nothing to illuminate. When they enter the body, consciousness is brought forth; in the spiritual world, a person must also enter into something in order to become conscious, otherwise they would be without conscious life.

[ 17 ] In was taucht der Mensch unter nach dem Tode? Er taucht unter in geistige Substanz, die da war ohne irdisches Zutun. Nach dem Mysterium von Golgatha muß der Mensch immer untertauchen in das, was durch das Mysterium von Golgatha gekommen ist als die Christus-Substanz der Erde. Wir haben den Christus kennengelernt als Sonnengeist. Vom Sonnenlicht hat sich das Ich einmal emanzipiert. Dann ist der große Sonnengeist auf die Erde heruntergekommen: dadurch taucht das Ich des Menschen unter in die Substanz des Sonnengeistes. Der Mensch erlebt dieses Untertauchen in die Christus-Substanz, wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist, und dadurch ist der Mensch nach dem Tode in der Lage, Bewußtsein zu entwickeln. In der physischen Natur wird diese Stufe erreicht, wenn die Erde beim Vulkanzustand angekommen ist. Scheint die Sonne von oben auf die Erde herunter, so können wir sagen: die Sonne zaubert das Pflanzenwachstum hervor. Wenn aber die Sonne scheinen würde auf den Erdenplaneten mit ihrer Kraft, das Pflanzenwachstum zu erzeugen, und die Erde wäre unfähig, Pflanzen hervorzubringen, könnte aber das Sonnenlicht zurückstrahlen, dann würde das Sonnenlicht sich nicht verlieren, sondern in den Himmelsraum hinausgehen und übersinnliches Pflanzenwachstum erregen. Das findet nun statt, nicht physisch, aber geistig. Dadurch, daß der Christus sich mit der Erde vereinigt hat, wirkt er so, daß der Mensch, der sich mit ihm verbindet, nach dem Tode die Rückwirkung erlebt von dem, was er hier bewußtseinsmäßig erfaßt hat. So begreifen wir, wie der Mensch gerade auf der Erde sich erwerben muß die Möglichkeit, auch nach dem Tode Bewußtsein entwickeln zu können, und wie er mitbringen muß vom physischen Leibe her die Kräfte, die das Bewußtsein entwickeln. In der griechisch-lateinischen Zeit ist die physische Leiblichkeit am meisten bestrahlt worden. Da hat das Wort Realität gehabt: Lieber hier ein Bettler sein als ein König im Reiche der Schatten. — Damals war das Leben in der Unterwelt ein elendes Dasein. Es war das Leben nach dem Tode vor der Geburt Christi wenig entwickelt. Wir dagegen gehören einer Zeit an, die dadurch merkwürdig ist, daß solche Kraft auf die Leiblichkeit nicht mehr ausgeübt wird. Was der schlafende Mensch ist, geht in der Tat allmählich einem Niedergang entgegen. Seit Christus geht die Leiblichkeit des Menschen dem Untergang zu. Am stärksten war das Vegetabilische entwickelt in der griechischen Zeit; am dürrsten wird die Leiblichkeit am Ziele der Menschheitsentwickelung sein. Anfangs waren die Menschen hellsichtig, die Seele war sehr entwickelt; durch den geistig-seelischen Untergang stieg die Leiblichkeit bis zur Höhe der griechischen Schönheit empor. Aber alles Schönheitsstreben hat gegen die Zukunft hin einen Haken: äußere Schönheit hat keine Zukunft; die Schönheit muß eine innere sein, in ihr muß das Charakteristische sichtbar werden. In demselben Sinn, in welchem sie dem Abdorren entgegengeht, wird die Sonnen- und Monden-Innenheit immer glorreicher werden. Mehr von der Zukunft verstehen jene, die Geist und Seele pflegen durch Geisteswissenschaft, als diejenigen, welche die griechischen Kampfspiele wieder heraufführen wollen. Je mehr der Mensch sein Geistig-Seelisches in Unbewußtheit läßt, einem desto elenderen Schicksal geht er entgegen zwischen Tod und neuer Geburt. Daß der Körper verdorrt, hat mit dem Leben nach dem Tode nichts zu tun; aber wenn der Mensch nichts Geistig-Seelisches entwickelt hat, dann hat er nichts hineinzutragen in die geistige Welt. Je mehr er sich darauf eingelassen hat, sich zu durchdringen mit spirituellem Inhalt, desto besser geht es ihm nach dem Tode. Die Menschen werden immer mehr und mehr lernen, unabhängig zu werden von dem, was an den Leib gebunden ist.

[ 17 ] Into what does a human being sink after death? They sink into a spiritual substance that existed without any earthly intervention. According to the Mystery of Golgotha, human beings must always immerse themselves in what came through the Mystery of Golgotha as the Christ substance of the Earth. We have come to know the Christ as the Sun Spirit. The ego once emancipated itself from the sunlight. Then the great Sun Spirit descended to Earth: through this, the human ego immerses itself in the substance of the Sun Spirit. Human beings experience this immersion into the Christ substance when they have passed through the gate of death, and through this, human beings are able to develop consciousness after death. In the physical realm, this stage is reached when the Earth has reached the volcanic stage. If the sun shines down upon the Earth from above, we can say: the sun conjures up plant growth. But if the sun were to shine upon the Earth with its power to produce plant growth, and the Earth were unable to bring forth plants, yet could reflect the sunlight back, then the sunlight would not be lost, but would go out into the heavens and stimulate supersensible plant growth. This now takes place, not physically, but spiritually. Through the fact that Christ has united with the Earth, he works in such a way that the human being who unites with him experiences, after death, the repercussions of what he has grasped here in terms of consciousness. Thus we understand how human beings must acquire, precisely on Earth, the ability to develop consciousness even after death, and how they must bring with them from the physical body the forces that develop consciousness. In the Greco-Roman era, physical corporeality was most highly valued. There the saying held true: Better to be a beggar here than a king in the realm of shadows. — At that time, life in the underworld was a miserable existence. Life after death was little developed before the birth of Christ. We, on the other hand, belong to an age that is remarkable in that such an emphasis is no longer placed on physicality. What the sleeping human being is is, in fact, gradually heading toward decline. Since Christ, human physicality has been heading toward decline. The vegetative aspect was most highly developed in the Greek era; physicality will be at its most meager at the end of human development. In the beginning, people were clairvoyant, the soul was highly developed; through the spiritual and soul-related decline, physicality rose to the heights of Greek beauty. But all striving for beauty has a catch when it comes to the future: external beauty has no future; beauty must be an inner one; in it, the characteristic must become visible. In the same sense that it is heading toward withering away, the inner nature of the sun and moon will become ever more glorious. Those who cultivate spirit and soul through Spiritual Science understand more of the future than those who wish to revive the Greek combat games. The more a person leaves their spiritual and soul life in unconsciousness, the more wretched a fate they face between death and rebirth. The fact that the body withers away has nothing to do with life after death; but if a person has developed nothing spiritual or soul-related, then they have nothing to bring into the spiritual world. The more they have allowed themselves to be permeated by spiritual content, the better off they will be after death. People will learn more and more to become independent of what is bound to the body.

[ 18 ] Geisteswissenschaft wird nicht immer die Form behalten, die sie heute hat. Die Sprache kann ja nur in äußerst dürftiger Weise ausdrücken, was sie möchte. In der Geisteswissenschaft wird es mehr darauf ankommen, wie man etwas sagt, als was man sagt. Das wird international sein, das kann in jeder Sprache leben. Man wird sich gewöhnen, auf das, wie man etwas sagt, hinzuhören; dadurch tritt man mit den Bewohnern des Devachan in Beziehung.

[ 18 ] Spiritual Science will not always retain the form it has today. Language can, after all, express what it intends only in an extremely limited way. In Spiritual Science, it will matter more how one says something than what one says. This will be international; it can exist in any language. People will get used to listening to how something is said; through this, one enters into a relationship with the inhabitants of Devachan.

[ 19 ] Heute sitzen wir zusammen und reden über Geisteswissenschaft. Wir werden durch die Pforte des Todes gehen, uns weiter entwickeln durch mehrere Inkarnationen: dann werden wir Gedanken haben unabhängig von der heutigen Erdensprache; das geistige Leben wird hereinragen in unser Leben, wir werden uns mit den Toten unterhalten können. — Das irdische Kulturleben geht seinem Niedergang entgegen. Einst wird die ganze Luft durchsetzt sein von Luftfahrzeugen, das Erdenleben wird veröden. Des Menschen Seele aber wächst hinein in die geistige Welt. Am Ende der Erdentwickelung ist der Mensch so weit, daß ein vollkommener Unterschied nicht mehr sein wird zwischen Lebenden und Toten: ganz ähnlich werden leben die Lebenden und die Toten. Die Erde wird wieder übergehen in ein Geistiges, weil die Menschheit sich vergeistigt haben wird. Eine solche Betrachtung kann Ihnen eine Anleitung zur richtigen Antwort geben, wenn die Leute fragen: Es gibt Tod und Geburt und so weiter, soll das immer dauern? — Es ist dann gar kein so großer Unterschied zwischen Leben und Sterben; alles vergeistigt sich für das menschliche Bewußtsein; dieses Hinaufleben der ganzen Menschheit führt jenen Zustand herbei, der auf dem Jupiter durchlebt wird.

[ 19 ] Today we are sitting together and talking about Spiritual Science. We will pass through the gate of death and continue to develop through several incarnations: then we will have thoughts independent of today’s earthly language; spiritual life will permeate our lives, and we will be able to converse with the dead. — Earthly cultural life is heading toward its decline. One day the entire air will be filled with aircraft, and life on Earth will become desolate. But the human soul will grow into the spiritual world. At the end of Earth’s development, humanity will have reached a point where there will no longer be a complete distinction between the living and the dead: the living and the dead will live in a very similar way. The Earth will once again transition into a spiritual realm, because humanity will have become spiritualized. Such a consideration can provide you with a guide to the correct answer when people ask: There is death and birth and so on—is this to last forever? — There is then no great difference at all between life and death; everything becomes spiritualized for human consciousness; this ascent of all humanity brings about the state that is experienced on Jupiter.

[ 20 ] Es ist ein weitgreifendes Gebiet, das wir betreten, indem wir über das Leben sprechen zwischen Tod und einer neuen Geburt. Alles unterliegt auch dort einem Wechsel, einem Wandel — auch der Verkehr der Toten mit den Lebenden. Wir werden allmählich noch weiter eindringen in die Art und Weise, wie der Mensch dieses sein Wechselleben führt innerhalb der Leiblichkeit und Geistigkeit.

[ 20 ] We are entering a vast realm when we speak of life between death and a new birth. Everything there is also subject to change and transformation—including the interaction between the dead and the living. We will gradually delve even deeper into the way in which human beings lead this life of transition within the physical and spiritual realms.