Occult Studies on Life Between Death and Rebirth
GA 140
17 February 1913, Stuttgart
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Occult Studies on Life Between Death and Rebirth, tr. SOL
11. Die kosmische Seite des Lebens zwischen Tod und neuer Geburt. Der Weg durch die Sternensphären
11. The Cosmic Aspect of Life Between Death and Rebirth: The Path Through the Stellar Spheres
[ 1 ] Es war mir in der zweiten Hälfte des vorigen Jahres auferlegt, einige okkulte Untersuchungen zu machen über das Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Wir haben ja schon von verschiedenen Seiten her dasjenige, was da in Betracht kommt, geschildert, aber eine vollständige Kenntnis, ein wirkliches Eindringen in diesen Teil des menschlichen Lebens ist eigentlich nur möglich, wenn man die Betrachtung von den verschiedensten Gesichtspunkten aus anstellt. Obgleich das alles richtig ist, was in den Schriften und Zyklen über dieses Thema zu finden ist, so kann doch zu alldem noch hinzugefügt werden dasjenige, was wir am heutigen Abend und vielleicht auch übermorgen über die Sache vorzubringen haben.
[ 1 ] In the second half of last year, I was tasked with conducting some occult investigations into life between death and rebirth. We have, of course, already described from various angles what is relevant here, but a complete understanding, a true insight into this aspect of human life, is really only possible if one approaches the subject from the most diverse perspectives. Although everything found in the writings and cycles on this subject is correct, there is still more to be added to all of this—namely, what we have to present on the matter this evening and perhaps also the day after tomorrow.
[ 2 ] Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes getreten ist, wenn er also abgelegt hat seinen physischen und seinen Ätherleib, dann ist in der ersten Zeit die Seele namentlich hingegeben den Erinnerungen an das verflossene Erdenleben. Wir wissen ja schon, die Seele braucht eine gewisse Zeit, um sich, wenn man den Ausdruck gebrauchen darf, alles dasjenige abzugewöhnen, was sie zusammenhält mit dem letzten Erdenleben. Nun wollen wir uns dieses Herauswachsen aus dem letzten Erdenleben einmal im Zusammenhang mit dem ganzen Universum, mit der Welt, vorstellen.
[ 2 ] Once a person has passed through the gate of death—that is, once they have shed their physical and etheric bodies—the soul is, in the early stages, particularly absorbed in memories of their past earthly life. We already know that the soul needs a certain amount of time to, if one may use the expression, wean itself from everything that binds it to its last earthly life. Now let us create a mental image of this process of growing out of the last earthly life in the context of the entire universe, of the world.
[ 3 ] Wenn der Mensch — und das ist ja nicht nur nach dem Tode, sondern das ist auch schon im Schlaf der Fall — seinen physischen und Ätherleib verläßt und also nur im astralischen Leibe lebt, was wir ja auch als das Seelische bezeichnen können, dann tritt mit dem Menschen, räumlich könnte man sagen, eine völlige Erweiterung ein: eine Ausdehnung seines Wesens in die Weiten. Jede Nacht dehnen wir uns eigentlich aus über die Sternenweiten hin. Nach dem Tode breitet sich der Mensch so aus, langsam und allmählich, daß wir zu suchen haben seine — wir können jetzt vielleicht nicht sagen: Leiblichkeit —, sondern seine Seelenhaftigkeit im Umkreise der Erde, weit zunächst über den Luftkreis hinaus. Immer weiter und weiter dehnt er sich aus, bis der Mensch — so paradox es klingt, stellt es sich doch so heraus — sein Seelensein über den ganzen Umkreis der Kugelfläche ausgedehnt hat, die zusammenfällt am Ende mit dem Umkreis des Mondes um die Erde. Wir wachsen so in die Größe, daß die Grenze unseres Wesens der Umkreis des Mondes um die Erde ist. Solange wir also in diese Größe wachsen, dauert das, was wir als die Kamalokazeit bezeichnen können. Das ist die Zeit des innerlichen Zusammenhanges mit dem letzten Erdenleben.
[ 3 ] When a human being—and this is not only after death, but also already occurs during sleep—leaves their physical and etheric bodies and thus lives solely in the astral body, which we can also describe as the soul, then a complete expansion occurs with the human being, spatially speaking: an expansion of their being into the vastness. Every night we actually expand out into the vastness of the stars. After death, the human being expands so slowly and gradually that we must seek out his—we cannot perhaps say “physicality”—but rather his soul-ness within the sphere of the Earth, extending far beyond the atmosphere at first. It expands farther and farther until the human being—as paradoxical as it sounds, this is indeed how it turns out—has extended their soul-being across the entire circumference of the spherical surface, which ultimately coincides with the circumference of the moon’s orbit around the Earth. We thus grow to such a magnitude that the boundary of our being is the orbit of the Moon around the Earth. As long as we grow to this magnitude, therefore, what we may call the Kamaloka period continues. This is the time of inner connection with the last earthly life.
[ 4 ] Dann aber geht die Ausdehnung weiter. Wir erweitern uns tatsächlich zum Sternenzelt hinaus, und es beginnt dann die Zeit, wo der Mensch so hinauswächst, daß die äußerste Grenze seines Seins als der Umkreis bezeichnet werden kann, den heute astronomisch gesprochen die Venus, okkult gesprochen der Merkur beschreibt. Nun hängt die Art des Seins des Menschen, nachdem er die Mondensphäre verlassen hat, davon ab, wie das Leben hier zwischen Geburt und Tod war. Wenn wir uns hinausleben in den Weltenraum bis zur Merkursphäre, so befinden wir uns in ihr entweder so, daß wir leicht Zusammenschluß finden können mit den Menschen, mit denen wir auf Erden zusammen waren, mit denen sich unsere Seelen auf Erden zusammengefunden haben, oder aber es kann auch das uns treffen, daß wir schwierig solchen Zusammenschluß finden können, daß wir gewissermaßen bei diesem Hinausleben in die Merkursphäre zur Einsamkeit verdammt sind. Und ob wir mehr oder weniger zur Einsamkeit oder, wenn der Ausdruck erlaubt ist, zur Geselligkeit uns bestimmt fühlen, das hängt davon ab, wie der Mensch das Erdenleben zugebracht hat. Derjenige Mensch, der im Leben sich wenig darum gekümmert hat, in seiner Seele rege zu machen moralische Empfindungen, moralische Gesinnung, moralische Stimmung, Wohlwollen, Mitgefühl, der Mensch, der das wenig entwickelt hat während des Erdenlebens, der fühlt sich, indem er sich zur Merkursphäre erweitert, nach dem Tode zur Einsamkeit gezwungen. Und schwierig ist es ihm, andere Seelen, mit denen er verbunden ist, zu finden. Der Mensch, der viel Mitleid, moralische Gesinnung entwickelt hat, der lebt, sich erweiternd zur Merkursphäre, mit anderen Seelen gesellig zusammen. So haben wir es in der Hand, uns unser Leben beliebig einzurichten zwischen Tod und neuer Geburt. Die Merkursphäre, okkult gesprochen, ist also diejenige Sphäre, in der unsere moralischen Eigenschaften zum Ausdruck kommen. Sie ist auch diejenige, in welcher sich wirksam erweist noch in anderer Weise, was wir an moralischen Eigenschaften entwickelt haben.
[ 4 ] But then the expansion continues. We actually expand out into the starry sky, and a time begins when the human being grows outward to such an extent that the outermost boundary of their being can be described as the orbit that, in astronomical terms, is currently described by Venus, and in occult terms, by Mercury. Now, the nature of a person’s existence after leaving the lunar sphere depends on what life was like here between birth and death. When we live our way out into outer space as far as the sphere of Mercury, we find ourselves there either in such a way that we can easily reunite with the people with whom we were together on Earth, with whom our souls came together on Earth, or else it may also be the case that we find it difficult to achieve such a reunion, that we are, so to speak, condemned to solitude in this journey out into the sphere of Mercury. And whether we feel more or less destined for solitude or, if the expression is permitted, for sociability, depends on how a person has spent their earthly life. The person who, in life, paid little attention to stirring up moral feelings, moral attitudes, moral dispositions, goodwill, and compassion in their soul—the person who developed these little during their earthly life—feels, as they expand into the Mercury sphere after death, compelled into solitude. And it is difficult for them to find other souls with whom they are connected. The person who has developed much compassion and a moral attitude lives, as they expand into the Mercury sphere, in sociable communion with other souls. Thus, we have it in our power to arrange our lives as we wish between death and new birth. The Mercury sphere, in occult terms, is thus the sphere in which our moral qualities find expression. It is also the sphere in which what we have developed in terms of moral qualities proves effective in yet another way.
[ 5 ] Da kommt zunächst noch in Betracht — gerade während dieses Durchganges durch die Venus- oder Merkursphäre nach dem Tode —, daß nachwirkt, ob man im Leben zwischen Geburt und Tod ein Mensch mit Gewissenhaftigkeit oder mit Gewissenlosigkeit war. Sehen Sie, alles, was in der Welt hier im physischen Leben geschieht, wird dirigiert, wird verursacht zuletzt von der geistigen Welt aus. Wir haben öfters betrachtet den naturgemäßen Alterstod, der für den Menschen eintreten muß, weil er dasjenige ist, was uns eigentlich treffen muß aus dem Grunde, damit das Leben von Inkarnation zu Inkarnation in richtiger Weise vor sich gehen kann. Aber es gibt, wie wir wissen, nicht nur diesen in der Evolution gut begründeten Alterstod; es gibt auch einen Tod, der den Menschen befällt in der Blüte der Jugend, in der Kindheit schon. Es gibt in der Welt die mannigfaltigsten Krankheiten, Seuchen und so weiter, die in das menschliche Leben hineintreten. Und sie werden zuletzt nicht bloß bewirkt durch physische Ursachen, sondern sie werden bestimmt, dirigiert von der geistigen Welt herein. Und eigentlich ist es aus dem Gebiet der Venus, jenes Gürtels um die Erde herum, den wir aber, okkult gesprochen, die Merkursphäre nennen können. Das heißt, wenn wir einen Halbmesser ziehen von der Erde bis zur Venus hin und damit einen Kreis beschreiben — ganz abgesehen von den astronomischen Verhältnissen —, so ist das okkult die Merkursphäre; also einen Kreis nicht um die Sonne, sondern um die Erde herum. Und in diesem Gürtel, in dem Raum, der von diesem Kreis eingenommen wird, da liegen die Kräfte, von denen dirigiert werden auf Erden Krankheiten und Tod; der Tod, nicht soweit er eintritt als naturgemäßer Alterstod, sondern unregelmäßig. Da sind gewisse geistige Wesenheiten wirksam, jene Wesenheiten, die der Okkultismus bezeichnet als die Geister von Krankheit und Tod. Derjenige Mensch, der, okkult gesprochen, in diese Merkursphäre eintritt so, daß er auf Erden sein Dasein als gewissenloser Mensch zugebracht hat, der verurteilt sich nun dazu, während er durch diese Sphäre durchgeht, Diener zu werden dieser — wir können sie schon so nennen — bösen Geister von Krankheit und Tod. Ja, man bekommt erst einen Begriff, einen Eindruck von dem, was eigentlich Gewissenlosigkeit bedeutet, wenn man diese Tatsache weiß. Gewissenlosigkeit verurteilt die Menschen dazu, eine Zeitlang zwischen Tod und Neugeburt in der Merkursphäre in das Joch dieser bösen Geister gebeugt zu sein. Und wenn die Kräfte entwickelt werden, die aus dem Umkreis hereingeschickt werden auf die Erde, damit Seuchen, Krankheiten eintreten, damit der Tod zur Unzeit eintritt, dann müssen diese gewissenlosen Seelen mitarbeiten als Diener dieser Geister von Krankheit und Tod, welche diese Kräfte in unsere physische Welt hereinschicken.
[ 5 ] First of all—especially during this passage through the Venus or Mercury sphere after death—it is significant whether, in the life between birth and death, one was a person of conscience or without conscience. You see, everything that happens in the world here in physical life is directed, is ultimately caused by the spiritual world. We have often considered the natural death from old age that must occur for human beings, because it is what must actually befall us so that life can proceed in the proper manner from incarnation to incarnation. But as we know, there is not only this death from old age, which is well-founded in evolution; there is also a death that befalls people in the prime of youth, even in childhood. There are the most manifold diseases, epidemics, and so on in the world that enter into human life. And ultimately they are not merely brought about by physical causes, but are determined and directed from the spiritual world. And actually, it originates from the region of Venus, that belt around the Earth, which we can, in occult terms, call the Mercury sphere. That is to say, if we draw a radius from the Earth to Venus and thereby describe a circle—quite apart from the astronomical conditions—then, occultly speaking, this is the Mercury sphere; that is, a circle not around the Sun, but around the Earth. And within this belt, in the space occupied by this circle, lie the forces that direct disease and death on Earth; death, not insofar as it occurs as a natural death from old age, but irregularly. Certain spiritual beings are at work there, those beings that occultism designates as the spirits of disease and death. The human being who, in occult terms, enters this Mercury sphere having spent his life on Earth as an unscrupulous person, now condemns himself, as he passes through this sphere, to become a servant of these—we may already call them—evil spirits of sickness and death. Indeed, one only begins to grasp, to get a sense of, what unscrupulousness actually means when one is aware of this fact. Unscrupulousness condemns people to be bent under the yoke of these evil spirits for a time in the Mercury sphere, between death and rebirth. And when the forces are developed that are sent from the outer regions to Earth to bring about epidemics and diseases, so that death occurs untimely, then these unscrupulous souls must cooperate as servants of these spirits of sickness and death, who send these forces into our physical world.
[ 6 ] Etwas anderes ist es, wenn da nachwirkt bis in diese Sphäre hinauf das, was sehr verbreitet ist auf Erden: Bequemlichkeit. Unser Leben steht eigentlich ganz im Zeichen der Bequemlichkeit. Unzähliges würden die Menschen anders machen, wenn sie nicht bequem wären. Auch durch die Bequemlichkeit verurteilt sich der Mensch dazu, in der Sphäre, die eben besprochen worden ist, Diener zu werden eine Zeitlang jener Mächte, welche dem Ahriman unterstehen, welche man bezeichnen kann als die Mächte der Hindernisse, also jener Geister, die das Arbeiten auf Erden behindern. Diener der Geister der Hindernisse werden wir für eine bestimmte, mehr oder weniger lange Zeit durch alles, was wir in unsere Seele eingegossen haben durch Bequemlichkeit. So bekommen wir einen Begriff, wie hineinwirken in das Leben zwischen Tod und Neugeburt die Kräfte, die wir hier im physischen Leben in der Seele ausgebildet haben.
[ 6 ] It is a different matter when what is very widespread on Earth—comfort—continues to exert its influence even up into this sphere. Our lives are, in fact, entirely dominated by comfort. People would do countless things differently if they were not so comfortable. Through comfort, too, human beings condemn themselves to becoming, for a time, servants in the sphere just discussed of those powers that are subject to Ahriman—powers that can be described as the powers of obstacles, that is, those spirits that hinder work on Earth. We become servants of the spirits of obstacles for a certain period of time, more or less long, through everything we have poured into our souls through comfort. Thus we gain an understanding of how the forces we have developed in our souls here in physical life influence the life between death and rebirth.
[ 7 ] Die nächste Sphäre, zu der sich die Seele erweitert, bezeichnet man okkult als Venus-Sphäre, astronomisch als Merkursphäre. Zu ihr bereiten wir uns vor durch religiöse Eigenschaften, religiöse Gesinnung. Ein Mensch, der in sich entwickelt hat in der Zeit zwischen Geburt und Tod eine solche Gesinnung, durch die seine Seele hinblickt nach den geistigen Urmächten und Urkräften der Welt, der kann ein geselliges Wesen sein in der Venus-Sphäre, so daß er zusammenlebt mit anderen Menschen, mit denen seine Seele sich verwandt gemacht hat auf Erden. Aber auch andere Geister der höheren Hierarchien treten von da ab in die menschliche Sphäre ein, und der Mensch lebt da mit Geistern der höheren Hierarchien zusammen, wenn er religiöse Gesinnung, religiöse Empfindung, religiöses Gefühl entwickelt hat. Dagegen verurteilt er sich zur Einsamkeit, zur Abgeschlossenheit, zu quälender Einsamkeit, wenn er seine Seele nicht in Verbindung gebracht hat hier auf Erden mit Impulsen des religiösen Lebens. Wenn er Atheist gewesen ist hier auf Erden, dann wird er ein völlig Einsamer von der Sphäre ab, von der gesprochen worden ist. Und sagen muß man schon, daß zu völliger Einsamkeit sich verdammen die Menschen, die heute geradezu großziehen die Religionslosigkeit. Die Leute, die sich im Monistenbund zum Beispiel zusammenziehen, versperren sich die innere Bewegungsfreiheit, und weil sie sich hier unter dieser Fahne zusammengefunden haben, verurteilen sie sich in jener Sphäre dazu, jeder in seinem eigenen Käfig zu sitzen; jeder wird getrennt sein von dem andern.
[ 7 ] The next sphere into which the soul expands is referred to in occult terms as the sphere of Venus and, in astronomical terms, as the sphere of Mercury. We prepare ourselves for it through religious qualities and a religious disposition. A person who, in the time between birth and death, has developed within themselves such an attitude through which their soul looks toward the spiritual primal powers and forces of the world can be a social being in the Venus sphere, living together with other people with whom their soul has formed a kinship on Earth. But other spirits of the higher hierarchies also enter the human sphere from there, and the human being lives there together with spirits of the higher hierarchies if they have developed a religious attitude, religious sensibility, and religious feeling. On the other hand, he condemns himself to loneliness, to isolation, to agonizing solitude, if he has not connected his soul here on Earth with the impulses of religious life. If he has been an atheist here on Earth, then he becomes utterly lonely in the sphere of which we have spoken. And it must be said that those who today actively promote irreligion condemn themselves to complete loneliness. The people who gather together in the Monist League, for example, block their own inner freedom of movement, and because they have come together here under this banner, they condemn themselves in that sphere to sitting each in their own cage; each will be separated from the other.
[ 8 ] Die nächste Sphäre, in die wir eintreten, ist die Sonnensphäre. Wiederum sind die Verhältnisse anders, als sie für die physische Astronomie sind. Wir bekommen diese Sphäre, wenn wir die Erde mit der Sonne verbinden und einen Kreis beschreiben mit dieser Verbindungslinie um die Erde herum. (Es wird gezeichnet.) Geistig sind die Verhältnisse eben anders als im Physischen. Wir verbreitern uns bis zu dieser Sphäre hinaus, nachdem wir die Venus-Sphäre durchlaufen haben. Für diese Sphäre bereitet uns vor nicht mehr dasjenige, was uns für die Venus-Sphäre vorbereitet hat. Für die Venus-Sphäre können wir so vorbereitet sein, daß wir den Zusammenschluß finden mit all denjenigen menschlichen Seelen, welchen wir religiös nahegestanden haben im Leben zwischen Geburt und Tod. In der Venus-Sphäre sind die Menschen gleichsam abgeschlossen in Bezirke, wie diejenigen Bezirke sind, in welchen auf Erden die Völker, die Rassen verbunden sind. So sind in der Venus-Sphäre Bezirke, in denen diejenigen sich zusammenfinden, welche verwandt sind in ihrem religiösen Empfinden. Das genügt aber nicht mehr für die Sonnensphäre. In der Sonnensphäre fühlt man sich einsam, wenn man auf Erden nur vorbereitet war für eine gewisse Art von religiösem Empfinden in der Seele. In der Sonnensphäre ist man ein geselliges Wesen nur, wenn man im besten Sinne des Wortes Verständnis herausgebildet hat für jedes religiöse Empfinden, wenn man gewissermaßen die tiefere Toleranz entwickelt hat für alle Religionssysteme der Erde. Bis in unsere Zeit war seit dem Mysterium von Golgatha das äußere christliche Religionsbekenntnis gewissermaßen ausreichend; denn dieses christliche Religionsbekenntnis enthält in gewisser Weise doch ein über ein beschränktes Religionssystem weiter hinausgehendes Verständnis in ganz anderer Art als andere Religionssysteme. Man kann sich wirklich davon leicht überzeugen. Viele andere Religionssysteme sind noch auf gewisse Bezirke der Erde beschränkt, und man kann, wenn man nur sehen will, sehr leicht sehen, wie der Bekenner der HinduReligion, des Buddhismus und so weiter schon sprechen wird von einer Gleichberechtigung aller Religionen und Religionsweisheit im allgemeinen, aber wenn man tiefer eingeht auf das, was er meint, so finder man, daß er nur seine eigene Religion meint. Er verlangt im Grunde genommen von den anderen Menschen, daß sie seine eigene Religion anerkennen. Das nennt er dann Gleichberechtigung der Religionen. Versuchen Sie, theosophische Zeitschriften zu lesen, welche dem Gebiete Indiens entstammen. Da wird das, was die Inder sagen, als die allgemeine Weltreligion ausgegeben und von denjenigen, die das nicht anerkennen, wird gesagt, daß sie keine redlichen Theosophen seien. Das Urchristentum ist von Anfang an nicht auf diesen Ton gestimmt, besonders da, wo es abendländische Religion geworden ist. Würde es im Abendland so sein, wie es in Indien ist, so hätten wir heute eine Wotan-Religion; das würde dann sein, was zum Beispiel für den Orient die HinduReligion ist. Das Abendland hat aber nicht die aus ihm herausgewachsene Religion genommen, sondern von vornherein die Religion eines Stifters, der außerhalb des Abendlandes gelebt hat, des Christus Jesus. Unegoistisch hat das Abendland eine Religion in sein Wesen aufgenommen. Das ist ein prinzipieller Unterschied. Und es liegt im Grunde genommen die wahre Toleranz gegenüber jedem Religionssystem im Wesen des Christentums, wenn auch dieses Wesen vielleicht von abendländischen Christen schlecht verstanden worden ist.
[ 8 ] The next sphere we enter is the solar sphere. Once again, the conditions are different from those in physical astronomy. We arrive at this sphere when we connect the Earth with the Sun and draw a circle around the Earth using this connecting line. (It is drawn.) Spiritually, the conditions are simply different from those in the physical realm. We extend out to this sphere after we have passed through the Venus sphere. What prepared us for the Venus sphere no longer prepares us for this sphere. For the Venus sphere, we can be prepared in such a way that we find union with all those human souls to whom we were religiously close in the life between birth and death. In the Venus sphere, people are, as it were, grouped into regions, much like the regions on Earth where peoples and races are united. Thus, in the Venus sphere, there are regions where those who are kindred in their religious sensibility come together. But this is no longer sufficient for the solar sphere. In the Solar Sphere, one feels lonely if one was prepared on Earth only for a certain kind of religious feeling in the soul. In the Solar Sphere, one is a social being only if one has developed, in the best sense of the word, an understanding for every religious feeling, if one has, so to speak, developed a deeper tolerance for all religious systems of the Earth. Up to our time, since the Mystery of Golgotha, the outward Christian creed has, in a sense, been sufficient; for this Christian creed does, in a certain way, contain an understanding that goes beyond a limited religious system in a manner quite different from other religious systems. One can really easily convince oneself of this. Many other religious systems are still limited to certain regions of the earth, and one can, if one is only willing to see, very easily observe how the adherent of the Hindu religion, of Buddhism, and so on, will indeed speak of the equality of all religions and religious wisdom in general, but if one delves deeper into what he means, one finds that he means only his own religion. Essentially, they demand that others recognize their own religion. They then call this equality of religions. Try reading theosophical journals originating from India. There, what the Indians say is presented as the universal world religion, and those who do not recognize this are accused of not being genuine theosophists. Early Christianity has never been of this disposition, especially where it has become a Western religion. If the West were like India, we would have a Wotan religion today; that would then be what, for example, the Hindu religion is to the East. But the West did not adopt the religion that had grown out of itself; rather, from the very beginning, it adopted the religion of a founder who lived outside the West, Jesus Christ. Selflessly, the West has incorporated a religion into its very being. That is a fundamental difference. And, fundamentally, true tolerance toward every religious system lies in the very nature of Christianity, even if this nature has perhaps been poorly understood by Western Christians.
[ 9 ] Eigentlich ist für den Christen jeder ein Christ, wie er sich auch sonst benennen mag. Und es ist nur eine Engherzigkeit, wenn man christliche Dogmen überall verbreiten will. Weitherzigkeit ist etwas ganz anderes. Wenn man den Hindu, den Chinesen, den Buddhisten betrachtet, wenn man auf die tieferen Elemente seines Wesens eingeht, so wird man überall die Anfänge des Christentums finden, wird herausheben aus dem, was er selbst denkt, dasjenige, was die Ansätze des Christentums sind, ohne daß man den Namen des Christus zu nennen braucht. Aber dieses engere Christentum ist doch eigentlich, wie es heute den Menschen zwischen Geburt und Tod gegeben wird, nur eine Vorbereitung für die Sonnensphäre nach dem Tode. Da ist noch etwas anderes notwendig für diese Sonnensphäre: dasjenige ist notwendig, was wir im richtigen, wahren Sinne als Theosophie bezeichnen. Sie gibt uns jenes innere Verständnis für alle Religionssysteme der Erde, für das Wesen aller Religionssysteme der Erde. Wenn wir uns dieses Verständnis aneignen hier auf Erden, dann bereiten wir uns in rechter Weise für die Sonnensphäre vor. Dieses Verständnis für die verschiedenen Religionen und für das Mysterium von Golgatha, für den ChristusImpuls, müssen wir haben, wenn wir nicht Einsiedler werden sollen gegenüber andern Menschenseelen und gegenüber den Geistern der höheren Hierarchien in der Sonnensphäre zwischen Tod und neuer Geburt.
[ 9 ] In reality, for a Christian, everyone is a Christian, regardless of how they may otherwise identify themselves. And it is nothing but narrow-mindedness to want to spread Christian dogma everywhere. Broad-mindedness is something quite different. When one considers the Hindu, the Chinese, the Buddhist—when one delves into the deeper elements of their being—one will find the beginnings of Christianity everywhere; one will discern, from what they themselves think, those elements that are the seeds of Christianity, without needing to mention the name of Christ. But this narrower Christianity, as it is actually given to people today between birth and death, is merely a preparation for the solar sphere after death. Something else is necessary for this solar sphere: what is necessary is what we call, in the true and proper sense, theosophy. It gives us that inner understanding of all the religious systems of the earth, of the essence of all the religious systems of the earth. If we acquire this understanding here on Earth, then we prepare ourselves in the right way for the solar sphere. We must have this understanding of the various religions and of the Mystery of Golgotha, of the Christ impulse, if we are not to become recluses in relation to other human souls and to the spirits of the higher hierarchies in the solar sphere between death and new birth.
[ 10 ] Wenn wir zwischen Tod und neuer Geburt in die Sonnensphäre hineinkommen, dann finden wir da zweierlei. Das erste, was wir finden, ist etwas, was wir nur bildlich ausdrücken können: wir finden einen leeren Thron, einen leeren Weltenthron. Und dasjenige, was wir suchen können auf diesem leeren Weltenthron, das können wir nur finden in den Bildern der Akasha-Chronik. Auf diesem Thron, den wir da leer finden, wenn wir die Zeit zwischen Tod und neuer Geburt durchleben, hat einstmals innerhalb der Sonnensphäre der Christus gesessen. Er hat sich verbreitet bis in die Erdensphäre hinein durch das Mysterium von Golgatha, und seit jener Zeit müssen die Erdenbewohner hier auf Erden sich ein Verständnis für den Christus-Impuls aneignen können und diesen Impuls gedächtnismäßig behalten: dann können sie erkennen das Bild, das in der Akasha-Chronik erscheint, wenn sie sich hineinleben in diese Sonnensphäre. Wer hier auf Erden sich nicht dieses Verständnis errungen hat, der erkennt nicht, wer da einstmals auf diesem Thron gesessen hat und was jetzt nur noch im Bild vorhanden ist, und er kann sich nicht zurechtfinden im Leben innerhalb der Sonnensphäre zwischen Tod und neuer Geburt. Da sehen wir, wie es Erdenmission der Menschenseelen ist, hier sich den Zusammenhang mit dem Mysterium von Golgatha zu suchen, wie wir ihn suchen innerhalb unserer spirituellen Bewegung. Dadurch behalten wir die Erinnerung zwischen Tod und neuer Geburt von dem ChristusImpuls und werden innerhalb der Sonnensphäre kein Einsiedlerwesen, sondern ein geselliges Wesen durch die Kräfte, die wir mitgenommen haben; so daß wir dann gleichsam durch unsere eigene, mitgebrachte Kraft das Bild beleben — das nur noch als Bild in der Sonnensphäre ist — von dem Christus. Und wir müssen uns so viel Kraft von der Erdenzeit mitnehmen, daß diese Kraft uns auch für die folgende Zeit bleibt und nicht verlorengehen kann.
[ 10 ] When we enter the solar sphere between death and rebirth, we find two things there. The first thing we find is something we can only describe figuratively: we find an empty throne, an empty world throne. And what we can seek upon this empty world throne, we can find only in the images of the Akashic Records. Upon this throne, which we find empty as we pass through the time between death and new birth, Christ once sat within the solar sphere. He has extended into the Earth sphere through the Mystery of Golgotha, and since that time, the inhabitants of Earth here on Earth must be able to acquire an understanding of the Christ impulse and retain this impulse in their memory: then they can recognize the image that appears in the Akashic Records when they live themselves into this solar sphere. Whoever here on Earth has not attained this understanding does not recognize who once sat upon this throne and what now exists only as an image, and cannot find their way in life within the solar sphere between death and new birth. Here we see how it is the earthly mission of human souls to seek the connection with the Mystery of Golgotha here, just as we seek it within our spiritual movement. Through this, we retain the memory of the Christ impulse between death and new birth and, within the solar sphere, do not become solitary beings but social beings through the forces we have brought with us; so that we then, as it were, through our own power brought with us, enliven the image—which is now only an image in the solar sphere—of the Christ. And we must take so much strength with us from our time on Earth that this strength remains with us for the time to come and cannot be lost.
[ 11 ] Aber ein Zweites finden wir noch in dieser Sonnensphäre, einen zweiten Thron, und der ist jetzt eingenommen von einer realen Wesenheit, von Luzifer. Und so fühlen wir uns zwischen Tod und neuer Geburt, wenn wir die Sonnensphäre erreicht haben, wie es eben beschrieben worden ist, auf der einen Seite dem Christus, auf der andern Seite dem Luzifer gegenüber. Würden wir den ChristusImpuls nicht in uns aufgenommen haben, so müßte Luzifer allein unser Führer werden. Haben wir aber aufgenommen den ChristusImpuls, so stehen wir auf der weiten Reise durch das Weltall unter der Führung auf der einen Seite des Christus-Impulses, auf der andern Seite des Luzifer; denn diesen brauchen wir auch für die folgenden Zeiten. Wir brauchen auch Luzifer, denn er führt uns jetzt in der richtigen Weise durch die anderen Weltensphären hindurch, zunächst bis zur Mars-Sphäre hin.
[ 11 ] But we find a second entity in this solar sphere, a second throne, and this is now occupied by a real being, by Lucifer. And so, when we have reached the solar sphere, as has just been described, we find ourselves between death and new birth, facing Christ on one side and Lucifer on the other. If we had not taken in the Christ impulse, Lucifer alone would have to become our guide. But if we have taken in the Christ impulse, then on the long journey through the universe we are guided on one side by the Christ impulse and on the other by Lucifer; for we also need him for the times to come. We also need Lucifer, for he now leads us in the right way through the other world spheres, initially as far as the Mars sphere.
[ 12 ] Das ist die nächste Sphäre, zu der wir uns erweitern zwischen Tod und neuer Geburt. Damit uns Luzifer in solcher Weise führen kann, wie es für uns Menschen angemessen ist, müssen wir den Christus-Impuls als Gegengewicht haben; dann ist der LuziferImpuls für uns heilsam; sonst ist er ein Schlechtes für uns. Noch etwas anderes ist notwendig geworden: In der Mars-Sphäre müssen wir die Möglichkeit haben, mit unserm ganzen Wesen Rechnung zu tragen gewissen Veränderungen; die auf dem Mars im Laufe der letzten Jahrhunderte sich zugetragen haben. Diese Veränderungen sind etwa in folgender Weise zu schildern. Durch gewisse Kräfte stehen alle einzelnen Weltenkörper in Verbindung miteinander; mit der Erde stehen in Verbindung die anderen Weltenkörper. Von ihnen strahlen die Kräfte aus. Von dem Mars und seiner Sphäre strahlt in der Tat nicht nur die Lichtwirkung aus, die auf die Erde kommt, sondern es strahlen auch geistige Kräfte aus. Wenn wir in ältere Jahrhunderte zurückgehen, finden wir, daß vom Mars ausgestrahlt sind diejenigen Kräfte, welche die Menschen enthusiasmiert haben zu dem, was die Menschen in älteren Zeiten brauchten: physische Kräfte, um die Menschheitsevolution zu fördern. Es ist nicht bloß ein Mythus, sondern eine okkulte Wahrheit, daß dasjenige, was als kriegerische Kraft und kriegerische Verwicklung sich in der Welt entwickelt hat, was die Menschen tatkräftig, mutig gemacht hat durch Jahrhunderte und Jahrtausende, von der Einströmung der Marskräfte herrührt. Aber es ist im Leben eines Planeten so, daß seine Kräfte eine aufsteigende und eine absteigende Entwickelung durchmachen. Und der Mars hat in den letzten Jahrhunderten seine Aufgabe in gewisser Weise geändert. Was jetzt noch an kriegerischen Kräften entwickelt wird, das ist abflutendes kriegerisches Leben der früheren Jahrhunderte; neues strömt nicht mehr an befeuernden Kräften des Mars ein. Denn an der Wende des sechzehnten zum siebzehnten Jahrhundert, da war der Mars an einem entscheidenden Punkt angelangt, an einem Punkte, der sich im Mars-Sein nur vergleichen läßt mit der Zeit, da die Erde an einem entscheidenden Punkte angekommen ist zur Zeit des Mysteriums von Golgatha. Es ist etwas ungeheuer Bedeutsames, was wir hier berühren. Mars ging durch einen entscheidenden Punkt. Das wußte man innerhalb der Erdenmysterien, da wo für die großen geistigen Angelegenheiten des Erdenseins die Entscheidung getroffen wird. Nämlich seit dem zwölften Jahrhundert sind die entscheidenden Vorbereitungen getroffen worden innerhalb der Mysterienentwickelung der Erde, um der Veränderung der Mars-Sphäre Rechnung zu tragen. Die Kräfte, die der Mars aussenden sollte, um Mut und Tatkraft auf die Erde zu bringen, waren vorbei für den Mars: sie sollten nicht mehr auf die Erde hereindringen. Damit aber, daß der Mars eine solche Krisis durchgemacht hat, verändert sich auch für die Seelen, die da leben zwischen Tod und neuer Geburt, dasjenige, was sie durchzumachen hätten in der Mars-Sphäre nach dem Tode. Wenn der Mensch nämlich über die Sonnensphäre hinauskommt, strahlen in sein Seelensein Kräfte ein, die schon für die nächste Inkarnation Bedeutung haben. Die Seele, die in den alten Zeiten, vor dem siebzehnten Jahrhundert durch die Mars-Sphäre durchgegangen war, die kam mit jenen Kräften in Berührung, die sie mit Mut und Tatkraft durchdrangen. Luzifer war der Führer zu den Quellen für Mut und Tatkraft. Aber die Seelen, die in späterer Zeit ankamen, konnten das Charakteristische nicht mehr finden: Mars ging da durch seine Krisis. Da wo innerhalb der Mysterien die großen spirituellen Entscheidungen getroffen werden, da rechnet man nicht bloß mit dem Menschenleben zwischen Geburt und Tod, sondern auch mit seinem Heil und Unheil zwischen Tod und neuer Geburt; das heißt, man sieht in den Mysterien darauf, daß der geistigen Kultur der Menschheit diejenigen Dinge eingefügt werden, die bewirken, daß die Seelen nach dem Tode die verschiedenen Sphären richtig durchmachen können.
[ 12 ] This is the next sphere into which we expand between death and rebirth. In order for Lucifer to guide us in a way that is appropriate for us as human beings, we must have the Christ impulse as a counterbalance; then the Lucifer impulse is beneficial to us; otherwise, it is harmful to us. Something else has also become necessary: In the sphere of Mars, we must be able to take into account with our whole being certain changes that have taken place on Mars over the course of the last few centuries. These changes can be described roughly as follows. Through certain forces, all the individual celestial bodies are connected with one another; the other celestial bodies are connected with the Earth. Forces radiate from them. From Mars and its sphere, in fact, not only does the light effect radiate that reaches the Earth, but spiritual forces also radiate. If we go back to earlier centuries, we find that the forces radiating from Mars were those that inspired people toward what they needed in earlier times: physical strength to promote human evolution. It is not merely a myth, but an occult truth, that what has developed in the world as warlike power and warlike entanglement—what has made people energetic and courageous over centuries and millennia—originates from the inflow of Mars’s forces. But in the life of a planet, its forces undergo an ascending and a descending phase of development. And Mars has, in a certain sense, changed its role in recent centuries. What is still being developed in terms of warlike forces today is the ebbing warlike life of earlier centuries; no new warlike life is flowing in from the inspiring forces of Mars. For at the turn of the sixteenth to the seventeenth century, Mars had reached a decisive point, a point that, in the nature of Mars, can only be compared to the time when the Earth reached a decisive point at the time of the Mystery of Golgotha. We are touching upon something of immense significance here. Mars passed through a decisive point. This was known within the Earth Mysteries, where decisions regarding the great spiritual matters of earthly existence are made. Namely, since the twelfth century, decisive preparations have been made within the development of the Earth Mysteries to account for the change in the sphere of Mars. The forces that Mars was meant to send forth to bring courage and energy to Earth were now over for Mars: they were no longer to penetrate the Earth. But because Mars has undergone such a crisis, what the souls living there between death and new birth would have to undergo in the Mars sphere after death is also changing. For when a human being moves beyond the solar sphere, forces radiate into their soul that are already significant for the next incarnation. The soul that had passed through the sphere of Mars in ancient times, before the seventeenth century, came into contact with those forces that permeated it with courage and energy. Lucifer was the guide to the sources of courage and energy. But the souls that arrived in later times could no longer find that characteristic: Mars was going through its crisis. Where the great spiritual decisions are made within the Mysteries, one takes into account not only the human life between birth and death, but also one’s salvation and damnation between death and new birth; that is to say, in the Mysteries one ensures that those elements are incorporated into humanity’s spiritual culture which enable souls to pass through the various spheres correctly after death.
[ 13 ] Wenn wir begreifen wollen, um was es sich hier in der MarsSphäre handelt, müssen wir folgendes betrachten. Es tritt eine große, entscheidende Sache vom zwölften Jahrhundert ab an die rosenkreuzerischen Mysterien heran dadurch, daß man sich folgendes sagen mußte. Es kommen für die Erdentwickelung ganz besondere Zeiten, die Zeiten der äußeren materiellen Kultur, der äußeren materiellen Triumphe. Gegen diese kann man sich zwar nicht wenden; obwohl sie nichts Geistiges bringen, muß man sie notwendig haben, diese Zeit der Maschinen, Luftschiffe und so weiter, aber sie bringen eine Art von Seelentod. Man kann sich nicht dagegen wenden, der Mensch muß sich da hineinleben. — Das materialistische Zeitalter mußte kommen; nur war es immer die Anstrengung höherer geistiger Wesenheiten, ein Gegengewicht zu schaffen gegen dieses materialistische Zeitalter. Wenn wir alles das betrachten, was in der Erdentwickelung als ein Gegengewicht zutage getreten ist gegen den Materialismus, haben wir die letzte, bedeutsamste Erscheinung in Franz von Assisi; jenem Franz von Assisi, der sich in seinem Franz-von-Assisi-Sein abwandte von allem äußeren Leben, der jenes Ihnen ja bekannte Dasein führte in Assisi, das so wunderbar von Giotto an die Wände der Kirche von Assisi gemalt ist, so daß heute, wo diese Gemälde schon so vielfach übermalt sind, uns das Leben doch noch so ergreifend von den Wänden herunterstrahlt. Und obzwar auch er eine Entwickelung nach dem Materialismus hin durchgemacht hat, so muß man doch sagen: es ist noch verbreitet in der Gegend um den Ott von Assisi herum die spirituelle Atmosphäre des Franziskus, jene Atmosphäre, die in sich aufgenommen hat die Elemente eines zwar weltfremden, aber seelenvertrauten Lebens nicht nur der Menschenseele, sondern vertraut der Seele der Natur. Sie können in dem Zyklus über «Der Mensch im Lichte von Okkultismus, Theosophie und Philosophie» jene wunderbare Dichtung nachlesen, in der Franz von Assisi das ausströmte, was er empfand gegenüber der Seele der Natur und der Naturwesen. Man kann sagen, schönere Töne hat kein Dichter, so schöne Töne über das Naturdasein vielleicht nur Goethe wiedergefunden. Woher kam das alles? Das kam alles davon, daß Franz von Assisi in seiner vorhergehenden Inkarnation, im siebenten, achten Jahrhundert in einer Mysterienschule, die in der Nähe des Schwarzen Meeres war, ein Schüler war einer Individualität, die nicht mehr in einer Inkarnation im physischen Leibe verkörpert war.
[ 13 ] If we wish to understand what is at stake here in the sphere of Mars, we must consider the following. A major, decisive development began to emerge in the Rosicrucian mysteries from the twelfth century onward, necessitating the following realization. A very special era is dawning for the development of the Earth: the era of external material culture, of external material triumphs. One cannot oppose this; although it brings nothing spiritual, this age of machines, airships, and so on is necessary, yet it brings a kind of spiritual death. One cannot oppose it; humanity must live within it. — The materialistic age had to come; yet it was always the effort of higher spiritual beings to create a counterweight to this materialistic age. When we consider all that has emerged in Earth’s development as a counterweight to materialism, we find the final, most significant manifestation in Francis of Assisi; that Francis of Assisi who, in his very being as Francis of Assisi, turned away from all external life, who led that existence in Assisi—which you are well acquainted with—so wonderfully depicted by Giotto on the walls of the church in Assisi, so that today, even though these paintings have been overpainted so many times, life still shines down from the walls so movingly. And although he, too, underwent a development toward materialism, one must still say: the spiritual atmosphere of Francis is still widespread in the region around Otto of Assisi—that atmosphere which has absorbed within itself the elements of a life that is, admittedly, unworldly, yet intimately familiar to the soul, not only to the human soul but also to the soul of nature. You can read in the series on “Man in the Light of Occultism, Theosophy, and Philosophy” that wonderful poetry in which Francis of Assisi expressed what he felt toward the soul of nature and the beings of nature. One might say that no poet has more beautiful tones; perhaps only Goethe has found such beautiful tones regarding the existence of nature. Where did all this come from? It all came from the fact that in his previous incarnation, in the seventh or eighth century, Francis of Assisi was a student at a mystery school near the Black Sea, where he studied under an individuality who was no longer incarnated in a physical body.
[ 14 ] Es ist das eine merkwürdige Sache. Franz von Assisi hatte in seiner unmittelbar vorhergehenden Inkarnation in einer Mysterienstätte gelebt, war mit anderen Schülern zusammen Schüler einer Wesenheit, die nur noch im Geistesleib unter den Schülern, zu denen auch Franz von Assisi gehörte, dazumal wirkte. Und dies war kein anderer als der Buddha, von dem wir wissen, daß er als Gautama Buddha zum letzten Mal verkörpert war. Er wirkte dennoch weiter im geistigen Leibe. Wir wissen, daß er noch als geistige Wesenheit der Geburt des Jesusknaben des Lukas-Evangeliums beigewohnt hat. Er hat weiter gewirkt in der Schule, in der Franz von Assisi in seiner vorhergehenden Inkarnation gelebt hat. Da hat dieser die Impulse seines seelenvertrauten Lebens aufgenommen, jenes Lebens, das die Menschen wegführen sollte von all dem, was gerade auf der Erde sich weiter verbreiten sollte, hinwegführen sollte von dem rein materiellen Leben. Und das ist in Franz von Assisi geblieben, das sehen wir nachwirken in der Franz-von-Assisi-Inkarnation. Aber es konnte nicht so kommen, daß auf der Erde in dem Zeitalter, das schon einmal die materialistische Mission hatte, viele Seelen sich etwa einer Franz-von-Assisi-Gemeinschaft anschlossen. Diejenigen konnten es nicht tun, die mit der Zeit fortzuschreiten hatten. So war gewissermaßen ein Zwiespalt geschaffen. Es konnte nicht kommen, daß auf der einen Seite nur äußere, materielle Kultur war, auf der anderen Seite Bekenner des Franz von Assisi. So groß und gewaltig Franz von Assisi ist, so wenig konnte das für die späteren Zeiten taugen, was er als Regeln gegeben hatte. Wie konnte es nur kommen? Was mußte über die Erde kommen?
[ 14 ] It is a curious thing. In his immediately preceding incarnation, Francis of Assisi had lived in a place of mystery; together with other disciples, he was a student of an entity who, at that time, was active only in the spiritual body among the disciples, a group that included Francis of Assisi. And this was none other than the Buddha, whom we know was last incarnated as Gautama Buddha. He nevertheless continued to work in the spiritual body. We know that, as a spiritual being, he was present at the birth of the infant Jesus described in the Gospel of Luke. He continued to work in the school where Francis of Assisi had lived in his previous incarnation. There Francis absorbed the impulses of his soul-intimate life—that life which was meant to lead people away from all that was then spreading further on Earth, away from purely material life. And this remained in Francis of Assisi; we see its aftereffects in the incarnation of Francis of Assisi. But it could not be that, on Earth in the age that had already once had a materialistic mission, many souls would join, say, a St. Francis of Assisi community. Those who had to move forward with the times could not do so. Thus, a certain conflict was created. It could not be that on the one hand there was only external, material culture, and on the other hand followers of Francis of Assisi. As great and mighty as Francis of Assisi is, the rules he had laid down were of little use for later times. How could this have come to pass? What had to come upon the Earth?
[ 15 ] Das setzte man in bedeutsamen Perspektiven fest in den Rosenkreuzermysterien seit dem zwölften Jahrhundert. Man sagte sich: Der Mensch wird mit dem Erdenleib arbeiten müssen, wird sich hineinleben müssen äußerlich zwischen Geburt und Tod in das materielle Dasein, und er wird mitgehen müssen mit den Triumphen dieses materiellen Daseins. Aber die Möglichkeit muß geschaffen werden für jede Seele, die sich hineinlebt, sich befreundet mit dem materiellen Dasein, mit einem Teil ihres Wesens gleichsam Verständnis für das innerliche Erlebnis zu haben dessen, was im Franz-vonAssisitum liegt. — Darin besteht ja das Wesen des Fortschrittes der Seelen auf Erden, daß diese Seelen gleichsam zwei Naturen erhalten müssen, immer mehr, je weiter sie der Zukunft entgegengehen; daß wir mit unseren Seelengliedern die Impulse des Erdendaseins ergreifen und uns damit befreunden können; daß wir aber in uns auch Augenblicke und Stunden entwickeln müssen, in denen wir einsam hingegeben sein können dem Leben der Seele selber. Während wir weltfreundlicher und weltvertrauter werden, müssen wir zugleich Stunden haben, in denen wir seelenvertraut werden können. Während wir auf der einen Seite dem Edison nachfolgen, müssen wir auf der andern Seite ganz still im Innern Schüler des Franz von Assisi oder seines großen Lehrers, des Buddha, werden können. Das muß jede Seele, wenn sie auch hineingestoßen ist ins materielle Leben, so fühlen können. Und darauf mußte vorbereitet werden in den Rosenkreuzermysterien. Christian Rosenkreutz hatte die Aufgabe, dafür vorzusorgen.
[ 15 ] This was firmly established in the Rosicrucian mysteries from the twelfth century onward. It was said: Human beings must work with their earthly bodies; they must immerse themselves externally in material existence between birth and death, and they must go along with the triumphs of this material existence. But the possibility must be created for every soul that immerses itself in and befriends material existence to have, as it were, an understanding within a part of its being of the inner experience of what lies in the spirit of Francis of Assisi. — For this is the very essence of the progress of souls on earth: that these souls must, as it were, acquire two natures, increasingly so the further they advance toward the future; that we may, with the faculties of our souls, grasp the impulses of earthly existence and become friends with them; but that we must also develop within ourselves moments and hours in which we can be solitary and devoted to the life of the soul itself. As we become more worldly and familiar with the world, we must at the same time have hours in which we can become intimate with our souls. While on the one hand we follow in the footsteps of Edison, on the other hand we must be able to become, in the stillness of our inner being, disciples of Francis of Assisi or his great teacher, the Buddha. Every soul, even if thrust into material life, must be able to feel this. And this is what the Rosicrucian mysteries were intended to prepare us for. Christian Rosenkreutz had the task of providing for this.
[ 16 ] Wie kann das geschehen? Dadurch nur, daß eine gewisse Zeit des Lebens zwischen Tod und neuer Geburt für die Seele in einer ganz bestimmten Weise angewendet werden kann. Da sagte man sich in den Rosenkreuzermysterien: Der Mars verliert sozusagen seine alte Aufgabe; geben wir ihm eine neue. — Mit dem Beginn des siebzehnten Jahrhunderts, um die Wende des sechzehnten zum siebzehnten Jahrhundert, wurde abgesandt der Buddha, der ohnedies seine letzte Erdeninkarnation durchgemacht hatte, nach dem Mars, nach der Mars-Sphäre, und man kann sagen, indem man ganz richtig spricht: In jenem Zeitpunkt hat für den Mars der Buddha etwas Ähnliches vollbracht, wie — nur in einem größeren Maßstab — der Christus auf Erden im Mysterium von Golgatha vollbracht hat. Dasjenige, was vom Mars immer ausgegangen ist und was in seiner Wesenheit lag, hat dazumal der Buddha durch sein Opfer umgewandelt. Er hat die ganze Natur und Wesenheit des Mars umgewandelt. Für den Mars ist der Buddha der große Erlöser geworden. Es war ein Opfer für ihn. Sie brauchen sich nur zu erinnern, wie der Buddha aufgestiegen ist zu der Lehre, der Botschaft vom großen Frieden, vom harmonischen Dasein. Er wurde jetzt hinausversetzt in die planetarische Sphäre, aus der die Kraft des Aggressiven hervorgegangen ist. Er, der Friedensfürst, kreuzigte sich gleichsam, wenn auch nicht durch das Mysterium von Golgatha. So wird etwas anderes in die Mars-Sphäre gebracht: der Mars wird von der Wesenheit des Buddha durchdrungen. Wie auf Erden die Substanz des Christus ausgeflossen ist von dem Mystetium von Golgatha, so strömt aus auf die Mars-Sphäre die Friedenssubstanz des Buddha und ist seitdem in der Mars-Sphäre.
[ 16 ] How can this happen? Only by the fact that a certain period of life between death and rebirth can be utilized by the soul in a very specific way. In the Rosicrucian mysteries, it was said: Mars, so to speak, loses its old task; let us give it a new one. — At the beginning of the seventeenth century, around the turn of the sixteenth to the seventeenth century, the Buddha, who had already undergone his final earthly incarnation, was sent to Mars, to the sphere of Mars, and one can say, quite correctly: At that time, the Buddha accomplished for Mars something similar to what—only on a larger scale—Christ accomplished on Earth in the Mystery of Golgotha. That which had always emanated from Mars and lay in its very nature, the Buddha transformed at that time through his sacrifice. He transformed the entire nature and essence of Mars. For Mars, the Buddha became the great Redeemer. It was a sacrifice for him. You need only recall how the Buddha ascended to the teaching, the message of great peace, of harmonious existence. He was now sent out into the planetary sphere from which the power of aggression had emerged. He, the Prince of Peace, crucified himself, as it were, though not through the Mystery of Golgotha. Thus something else is brought into the sphere of Mars: Mars is permeated by the being of the Buddha. Just as on Earth the substance of Christ flowed forth from the Mystery of Golgotha, so the substance of peace of the Buddha flows out into the sphere of Mars and has been there ever since.
[ 17 ] So wurde innerhalb des Rosenkreuzermysteriums gesprochen. Durch die Aussendung des Buddha konnten die Menschenseelen zwischen Tod und neuer Geburt eine Zeitlang in der Sphäre des Mars leben, nachdem sie in der Sonnensphäre sich eingefunden hatten und bis dahin den Christus-Impuls getragen haben. Nachdem die Seele dorthin eingetreten ist durch das richtige Durchdrungensein von dem Christus-Impuls und durch die Führung des Luzifer, kommt die Seele weiter hinaus in die Mars-Sphäre, und gerade in unserer Zeit tritt in der Mars-Sphäre dasjenige ein, was früher nicht hat eintreten können: es werden die Seelen durchdrungen von dem, was auf Erden nicht mehr erfolgen kann, durchdrungen von dem Buddha-Franz-von-Assisi-Element. Zwischen Tod und neuer Geburt kann jede Seele das durchmachen, wenn sie in entsprechender Weise vorbereitet ist, was wie in einem letzten Aufschwung im Seelenleben des Franz von Assisi sich ausgelebt hat auf Erden, was aber seither auf Erden nicht mehr eine rechte Heimat haben kann. Indem die Menschenseele die Sphäre des Buddha in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt auf dem Mars durchmacht, kann sie daselbst die Kraft aufnehmen, die sie zu dem befähigen wird, was eben gesagt worden ist: daß sie später durch eine neue Geburt in ein rein materielles Dasein treten kann, hineingeworfen sein kann in ein Erdendasein, welches immer materialistischer sein wird, aber dennoch Kräfte entwickeln kann mit einem andern Teil des Seelenwesens, um hingegeben zu sein der geistig-seelischen Welt. So liegt es mit den Geheimnissen, die sich verbergen zwischen Tod und neuer Geburt.
[ 17 ] This is how it was spoken of within the Rosicrucian mystery. Through the sending forth of the Buddha, human souls were able to live for a time in the sphere of Mars between death and rebirth, after they had entered the sphere of the Sun and had carried the Christ impulse until then. After the soul has entered there through being properly imbued with the Christ impulse and through the guidance of Lucifer, the soul proceeds further into the sphere of Mars, and precisely in our time, what could not occur earlier now takes place in the sphere of Mars: the souls are permeated by what can no longer take place on Earth, permeated by the Buddha-Francis-of-Assisi element. Between death and new birth, every soul can undergo—if it is suitably prepared—what played out on Earth as a final surge in the soul life of Francis of Assisi, but which since then can no longer find a true home on Earth. As the human soul passes through the sphere of the Buddha in the life between death and new birth on Mars, it can absorb there the power that will enable it to do what has just been said: that it may later, through a new birth, enter a purely material existence, be cast into an earthly existence that will become ever more materialistic, yet still be able to develop powers with another part of the soul being, in order to be devoted to the spiritual-soul world. Such is the nature of the mysteries hidden between death and new birth.
[ 18 ] Dann verbreiten wir uns immer mehr und mehr in die Sternenweiten hinaus zu Jupiter, Saturn und noch weiter hinaus. Was jetzt geschildert worden ist, das geht eigentlich nur mit den fortgeschrittensten Seelen vor sich. Seelen, welche sich nicht die Bedingungen jetzt erworben haben, sondern sie erst später erwerben werden, solche Seelen verbinden sich in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt nur mit den der Erde zu allernächst gelegenen Sphären. Die anderen Sphären machen sie auch durch, aber in einem gewissen schlafähnlichen, unbewußten Zustand. In den äußeren Sphären, in den Sphären außerhalb der Sonne, werden die Kräfte gesammelt, die der Mensch aufnehmen muß, damit er wieder arbeiten kann, indem er einer neuen Geburt zuschreitet, mitarbeiten kann am Aufbau eines neuen Leibes. Das was im Menschen ist, ist nicht bloß auf der Erde in ihn hereingekommen. Es ist die größte Kurzsichtigkeit, wenn die Materialisten glauben, daß der Mensch ein Geschöpf der Erde sei. Wenn der Mensch sich so aufbaut mit den Kräften, die er mitbekommt, auferbaut im umfänglichsten Sinne, so sind in diesen Kräften des Aufbaues kosmische Kräfte, die der Mensch sich erst holen mußte. Indem er zwischen Tod und neuer Geburt sich erweitert bis zur Sonnensphäre, hat er immer noch zu tun mit den Kräften, die aus dem vorherigen Leben nachwirken. Die Kräfte, die er braucht, um das in die Erdensphäre hineinzuarbeiten, was seinen physischen Leib vom Umkreis her konstruieren kann, das muß er aus den Kräften holen, die außerhalb der Sonnensphäre an ihn herantreten. Der Mensch muß sich wirklich zum Kosmos erweitern zwischen Tod und neuer Geburt, er muß mit dem Kosmos leben; denn auf Erden allein sind nicht die Kräfte da, welche den Menschen wirklich zustande bringen können. Aus dem Menschenkeim, der da entsteht durch das Zusammenwirken der beiden Geschlechter, würde niemals ein neuer Mensch entstehen können, wenn nicht folgendes geschehen würde.
[ 18 ] Then we spread out further and further into the vastness of space, toward Jupiter, Saturn, and even farther still. What has just been described actually occurs only with the most advanced souls. Souls that have not yet acquired the necessary conditions, but will acquire them later, connect in the life between death and rebirth only with the spheres closest to Earth. They also pass through the other spheres, but in a certain sleep-like, unconscious state. In the outer spheres, in the spheres beyond the Sun, the forces are gathered that the human being must absorb so that he can work again as he approaches a new birth, and can participate in the building of a new body. What is within the human being did not enter him merely on Earth. It is the greatest short-sightedness when materialists believe that the human being is a creature of the Earth. When the human being builds himself up in this way with the forces he receives—built up in the most comprehensive sense—these forces of building contain cosmic forces that the human being first had to draw upon. As he expands between death and new birth up to the solar sphere, he is still dealing with the forces that continue to work from the previous life. The forces he needs to work into the Earth sphere what can construct his physical body from the surrounding environment—he must draw these from the forces that approach him from beyond the solar sphere. Between death and new birth, the human being must truly expand into the cosmos; he must live with the cosmos; for the forces capable of truly bringing the human being into being are not found on Earth alone. From the human germ that arises there through the interaction of the two sexes, a new human being could never come into being unless the following were to occur.
[ 19 ] Da ist dieser kleine Menschenkeim. Mit diesem Menschenkeim verbindet sich etwas ungeheuer Großes und Bedeutsames, etwas, was sich zuerst verbreitet hat in geheimnisvoller Weise in unendlichen Weltenweiten und was sich dann wieder zusammenzog. Nachdem der Mensch sich verbreitet hat bis zur Sternensphäre hin, beginnt er sich wieder zusammenzuziehen. Er geht durch die Saturn-, Jupiter-, Mars-, Sonnen-, Venus-, Merkur-, Mondsphäre durch, wird immer kleiner und kleiner. Und indem er kleiner wird, hat er in sich hereingenommen die geistigen Kräfte des Kosmos. Und immer kleiner und kleiner wird er. Und das, was da zuletzt komprimiert wird, zusammengedrückt wird als kleine geistige Kugel, das ist eben aus einer ungeheuren Verdünnung zusammengedrückt. Und dieses verbindet sich jetzt mit der physischen Kugel, die die Keimzelle ist, und befruchtet sie von den geistigen Reichen herein. So sehen wir, wie der Mensch durch die Geburt ins Dasein tritt.
[ 19 ] There is this tiny human embryo. Something immensely vast and significant is connected to this human embryo—something that first spread out in a mysterious way across infinite expanses of the cosmos and then contracted again. After humanity has spread out as far as the sphere of the stars, it begins to contract again. It passes through the spheres of Saturn, Jupiter, Mars, the Sun, Venus, Mercury, and the Moon, becoming smaller and smaller. And as it grows smaller, it has taken within itself the spiritual forces of the cosmos. And he becomes smaller and smaller. And that which is finally compressed, squeezed together into a small spiritual sphere, is precisely compressed from an immense dilution. And this now unites with the physical sphere, which is the germ cell, and fertilizes it from the spiritual realms. Thus we see how the human being enters into existence through birth.
[ 20 ] Nachdem er durch den letzten Tod ging, verbreitete er sich in Weltenfernen hinaus, wurde gleichsam eine Riesenkugel. Geistig war er mit den geistigen Wesenheiten und Tatsachen zusammen; dann komprimiert er sich wiederum, wird immer kleiner und kleiner, bis der Zeitpunkt gekommen ist, wo er sich durch die ihm innewohnenden Kräfte mit der physischen Materie verbindet. Was mit der menschlichen Keimzelle zusammen einen menschlichen Leib gestaltet, das ist aus dem Kosmos hereingeholt. Aus dieser menschlichen Keimzelle, auch wenn sie befruchtet ist, könnte, was okkult untersucht werden kann, nichts entstehen, das lebensfähig ist auf Erden, wenn sich nicht mit ihr diese zusammengepreßte GeistKugel verbinden könnte. Und was würde nur aus der Menschenkeimzelle entstehen? Aus dieser könnte nur die Anlage für die Sinne und das Nervensystem entstehen, aber nichts, was lebensfähig ist. Die Sinne, das Nervensystem, zu ihnen kann die Erde die Kräfte hergeben. Dasjenige, was um sie herum gegliedert wird, das muß hereingeholt werden aus dem Kosmos. Und erst wenn einmal eine neue Wissenschaft begreifen wird die Vorgänge in der menschlichen Keimzelle nach Anleitung dieser okkulten Erkenntnis, wird dasjenige begreiflich sein, was jetzt einem klar denkenden Menschen in keiner naturwissenschaftlichen Darstellung verständlich sein kann. Ob Sie die geistvollen Auseinandersetzungen darüber bei Haeckel lesen oder andere, Sie werden überall finden, daß die Dinge nicht aus sich selbst heraus verständlich sind. Was man eben nicht weiß, das ist, daß sich ein Drittes mit dem verbindet, was von Vater und Mutter kommt. Das dritte kommt herein aus dem Kosmos.
[ 20 ] After passing through his final death, he spread out into the far reaches of the universe, becoming, as it were, a gigantic sphere. Spiritually, he was united with the spiritual beings and realities; then he compresses himself again, becoming smaller and smaller, until the moment comes when, through his inherent powers, he unites with physical matter. That which, together with the human germ cell, forms a human body is drawn in from the cosmos. From this human germ cell, even if it is fertilized, nothing that is viable on Earth could arise—as can be occultly investigated—unless this compressed sphere of spirit could unite with it. And what would arise from the human germ cell alone? From it could arise only the predisposition for the senses and the nervous system, but nothing that is viable. The senses, the nervous system—the Earth can provide the forces for these. That which is structured around them must be drawn in from the cosmos. And only when a new science comes to understand the processes in the human germ cell according to the guidance of this occult knowledge will that which cannot now be comprehended by a clear-thinking person in any scientific account become understandable. Whether you read Haeckel’s insightful discussions on this subject or those of others, you will find everywhere that these things are not comprehensible in and of themselves. What is not known is that a third element connects with what comes from the father and mother. This third element enters from the cosmos.
[ 21 ] Eigentlich weiß nur, oder heute kann man sagen, wußte nur eine gewisse Menschenklasse von diesem Geheimnis, aber das hört jetzt immer mehr und mehr auf. Die Kinder und ihre Ammen und Erzieher, bei ihnen kommt oder kam es wenigstens zur Sprache, wenn sie davon erzählten, daß der Storch oder andere Wesenheiten etwas hereinbringen, wodurch die Menschen zur Welt kommen können. Das ist zwar nur ein bildlicher Ausdruck für einen geistigen Vorgang, doch ist es gescheiter, als was heute die gescheiten Leute vertreten. Aber es gilt für die heutige Zeit als aufgeklärt, die menschlichen Verhältnisse materialistisch zu erklären. Diese bildliche Darstellung sollte schon noch auf die kindlichen Seelen, auf ihre Imagination wirken! Freilich, die Menschen sagen: Die Kinder glauben jetzt nicht mehr an den Storch, weil diejenigen, die das Märchen erzählen, das selbst nicht mehr glauben. Aber diejenigen, die heute Anthroposophen werden, die glauben an das Bild des Storches, und sie werden bald finden, daß in diesen bildlichen Darstellungen etwas Gutes gegeben worden ist für die geistigen Vorgänge.
[ 21 ] Actually, only a certain class of people knows—or, as we might say today, knew—about this secret, but that is now becoming less and less the case. Children and their nannies and teachers—among them, at least, the subject comes up or used to come up when they spoke of how the stork or other beings bring something in that allows human beings to be born. Although this is merely a figurative expression for a spiritual process, it is wiser than what intelligent people advocate today. But in today’s world, it is considered enlightened to explain human conditions in materialistic terms. This figurative representation should still have an effect on children’s souls, on their imagination! Of course, people say: Children no longer believe in the stork because those who tell the fairy tale no longer believe in it themselves. But those who become anthroposophists today believe in the image of the stork, and they will soon discover that something good has been given in these figurative representations for the spiritual processes.
[ 22 ] Damit haben wir die kosmische Seite des Lebens zwischen Tod und neuer Geburt betrachtet, übermorgen wollen wir mehr die menschliche Seite des praktischen Lebens berühren.
[ 22 ] We have thus examined the cosmic aspect of life between death and rebirth; the day after tomorrow, we will focus more on the human aspect of practical life.
[ 23 ] Jetzt aber wollen wir noch einer Sache gedenken. Kant hat einmal, man möchte sagen, so recht aus einer Ahnung heraus den bedeutsamen Ausspruch getan: «Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer Bewunderung und Ehrfurcht: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.» Der Ausspruch kann dem Okkultisten bedeutsam erscheinen. Denn was besteht für ein merkwürdiges Verhältnis zwischen dem gestirnten Himmel und dem, was in unserem Seelenleben als unser Bestes ist? Es ist beides ein und dasselbe. Wir erweitern uns zwischen Tod und Neugeburt bis über den gestirnten Himmel hinaus, und seine Kräfte bringen wir in das Leben herein und fühlen sie als die bedeutsamsten Kräfte unserer Seele. Kein Wunder, sind wir doch das äußere Abbild desselben! Wir sehen hinauf zum gestirnten Himmel, wo wir waren zwischen Tod und neuer Geburt, und sehen das, was wir hereingenommen haben, in uns. Kein Wunder, daß wir uns verwandt fühlen mit dem, was da in uns lebt als Richtungslinien unseres Seelenlebens, und dem, was da aus dem gestirnten Himmel in uns hereinscheint und was wir kraften fühlen in uns, wenn wir an unser tiefstes Seelenleben appellieren. Eins ist der gestirnte Himmel mit uns und wir mit ihm, wenn wir unser gesamtes Dasein betrachten. — So müssen wir uns sagen, daß uns eine solche geisteswissenschaftliche Betrachtung nicht nur dasjenige gibt, was wir Wissen, was wir Erkenntnis nennen können im gewöhnlichen Sinn des Lebens; sie gibt uns wirklich moralische Kraft und Rückhalt in dem Fühlen, daß das ganze Universum in uns lebt. Und stückweise sehen wir uns von diesem Universum durchdrungen werden, wenn wir das Leben zwischen Tod und Neugeburt durchgehen. Ja, es ist verborgen für den äußeren Blick, dieses Leben zwischen Tod und Neugeburt; aber auch das ist verborgen, was in den Tiefen unseres Seelenseins uns antreibt, uns anstiftet. Und dennoch, es ist in uns, wirkt in uns und gibt uns unsere Kraft, dieses unser bestes Sein. Den Himmel tragen wir in uns, weil wir den Himmel durchleben, bevor wir in dieses physische Dasein eintreten. Die Verpflichtung fühlen wir dann, uns dieses Himmels würdig zu machen, der so viel für uns getan hat, daß wir ihm unser ganzes inneres Sein verdanken.
[ 23 ] But now let us consider one more thing. Kant once made the significant statement—one might say, almost as if inspired by an intuition—that “Two things fill the mind with ever-renewed admiration and awe: the starry heavens above me and the moral law within me.” This statement may seem significant to the occultist. For what is this strange relationship between the starry heavens and that which is the best within our inner life? They are both one and the same. Between death and rebirth, we expand beyond the starry sky, and we bring its forces into life and feel them as the most significant forces of our soul. No wonder, for we are the outward image of it! We look up to the starry sky, where we were between death and rebirth, and see within ourselves what we have taken in. No wonder we feel a kinship with what lives within us as the guiding lines of our soul life, and with what shines into us from the starry heavens and what we feel as a force within us when we appeal to the deepest depths of our soul life. The starry heavens are one with us, and we with them, when we consider our entire existence. — Thus we must tell ourselves that such a Spiritual Science contemplation gives us not only what we know, what we can call knowledge in the ordinary sense of life; it truly gives us moral strength and support in the feeling that the entire universe lives within us. And bit by bit we see ourselves being permeated by this universe as we pass through the life between death and rebirth. Yes, this life between death and rebirth is hidden from the outer eye; but what drives and inspires us in the depths of our soul-life is also hidden. And yet, it is within us, works within us, and gives us our strength—this, our highest being. We carry heaven within us because we live through heaven before we enter this physical existence. We then feel the obligation to make ourselves worthy of this heaven, which has done so much for us that we owe our entire inner being to it.
[ 24 ] Davon dann übermorgen, wo wir das Leben mehr menschlich von einer solchen Seite betrachten werden, die mehr in die praktische Lebensbetätigung eingreift.
[ 24 ] We will discuss this the day after tomorrow, when we will take a more human perspective on life from a vantage point that is more closely tied to practical daily life.
