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Occult Studies on Life Between Death and Rebirth
GA 140

20 February 1913, Stuttgart

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12. Das Gegenseitige In-Beziehung-Treten zwischen den Lebenden und den sogenannten Toten

12. The Mutual Interaction Between the Living and the So-Called Dead

[ 1 ] Es wurde oft gesagt, daß Geisteswissenschaft, wenn sie sich ausbreiten wird, eingreifen soll in das Leben als eine wirkliche Lebensmacht. Und die verschiedensten einzelnen Betrachtungen über Lebenszusammenhänge können diese Behauptung erhärten. Dadurch schon, daß wir immer mehr und mehr die Eigentümlichkeiten jener unsichtbaren Welt kennenlernen, die der sichtbaren zugrunde liegt, dadurch setzen sich in unseren Seelen Vorstellungen, Begriffe fest, welche wiederum der Antrieb sein werden zu einem ganz bestimmten Handeln, einem ganz bestimmten Verhalten im Leben. Von ganz besonderer Wichtigkeit wird das Verhalten sein, welches angebahnt werden kann gegenüber den sogenannten Toten, gegenüber denen, die also während unseres Lebens die Zeit zwischen Tod und neuer Geburt durchmachen.

[ 1 ] It has often been said that Spiritual Science, as it spreads, will intervene in life as a genuine life force. And the most diverse individual observations regarding the interconnections of life can substantiate this assertion. Simply by the fact that we are coming to know more and more the peculiarities of that invisible world which underlies the visible one, mental images and concepts take root in our souls, which in turn will be the driving force behind very specific actions, very specific behavior in life. Of particular importance will be the attitude that can be cultivated toward the so-called dead—toward those who, during our lifetime, are passing through the time between death and new birth.

[ 2 ] Wie der Mensch hier im physischen Leibe in den mannigfaltigsten Verhältnissen steht durch seine Seele und seinen Leib mit der physischen und der ihr zugrunde liegenden geistigen Umwelt, so steht der Mensch auch zwischen Tod und neuer Geburt mit den Tatsachen, Vorgängen und Wesenheiten der übersinnlichen Welt in den mannigfaltigsten Beziehungen. Und wie die Menschen eine Beschäftigung, eine Betätigung haben können in der physischen Welt zwischen Geburt und Tod, so haben sie auch Betätigungen, gewissermaßen Geschäfte zwischen Tod und neuer Geburt. Dasjenige, was wir da kennenlernen können über das menschliche Leben und über die menschliche Betätigung zwischen Tod und neuer Geburt, das wird immer mehr und mehr das herbeiführen, was man nennen kann Hinwegschaffen des Abgrundes, der sich insbesondere in unserer materialistischen Zeit auftut zwischen den hier auf Erden Lebenden und den Toten. Immer mehr und mehr wird das eintreten, was man nennen kann einen Verkehr, ein gegenseitiges In-Beziehung-Treten zwischen Lebendigen und sogenannten Toten.

[ 2 ] Just as human beings here in their physical bodies are connected in the most varied ways—through their souls and bodies—to the physical world and the spiritual world that underlies it, so too are human beings, between death and rebirth, connected in the most varied ways to the facts, processes, and beings of the supersensible world. And just as human beings can have an occupation, an activity in the physical world between birth and death, so too do they have activities—one might say, affairs—between death and new birth. What we can come to know there about human life and human activity between death and new birth will increasingly bring about what one might call the bridging of the gulf that opens up, especially in our materialistic age, between those living here on earth and the dead. More and more, what might be called a connection, a mutual engagement between the living and the so-called dead, will come to pass.

[ 3 ] Auf Einzelheiten sowohl in bezug auf diesen Verkehr zwischen Lebenden und Toten sei heute aufmerksam gemacht wie auch auf die Beschäftigungen und Lebensarten der Seelen, die zwischen Tod und neuer Geburt leben. Diejenigen, welche vor den Menschen hinwegsterben, mit denen sie hier auf Erden in Beziehung gestanden haben, müssen ja in begreiflicher Weise oftmals zurückschauen von der geistigen Welt auf die Wesen, die hier als geliebte Wesen oder sonstwie zurückgeblieben sind im Erdenleben. Nun handelt es sich dann darum, ob solche zwischen Tod und neuer Geburt befindliche Seelen wahrnehmen können die Menschen, die hier zwischen Geburt und Tod leben. Wenn man die Fähigkeiten entwickelt hat, einzudringen in das Leben zwischen Tod und neuer Geburt, da macht man ganz besondere, man möchte sagen, erschütternde Erfahrungen. Da kann man zum Beispiel Seelen finden von Verstorbenen, welche zuweilen das Folgende sagen in der Sprache, die möglich ist zwischen den verstorbenen Seelen und dem Seher, und diesem, der von diesseits hineinschauen kann in die Welt der Verstorbenen, allein verständlich ist. In der folgenden Art machte sich zum Beispiel eine Seele nach dem Tode vernehmlich — es war eine Seele, die in ihrer letzten Inkarnation in einem männlichen Leibe verkörpert war -: Da gehen alle meine Gedanken und Erinnerungen zurück nach derjenigen Persönlichkeit, die meine traute Gattin gewesen war. Als ich drunten im Erdenleben war, war sie mir sozusagen der Sonnenschein des Lebens. Wenn ich nach beendeten Geschäften abends nach Hause kam, erlabte sich meine Seele an demjenigen, was sie mir sein konnte, was aus ihrer Seele damals in die meine kam. Eine rechte geistige Lebensnahrung war sie mir. Und die Sehnsucht nach ihr ist mir geblieben. Mein geistiges Auge richtet sich hinunter auf die Erde, und nicht kann ich sie finden, sie ist nicht da. Ich weiß ja nach all dem, was ich gelernt habe, daß diese Seele auf Erden wie früher in einem physischen Leibe sein muß, aber für mich ist sie wie ausgelöscht, wie nicht da.

[ 3 ] Today, attention should be drawn to details regarding this communication between the living and the dead, as well as to the activities and ways of life of the souls who live between death and rebirth. Those who pass away before the people with whom they had a relationship here on earth must, understandably, often look back from the spiritual world upon the beings who have remained here in earthly life as loved ones or in some other capacity. The question then arises as to whether such souls, who are between death and new birth, can perceive the people who live here between birth and death. When one has developed the ability to penetrate into the life between death and new birth, one has very special—one might say, shattering—experiences. There one can find, for example, souls of the deceased who sometimes say the following in the language that is possible between the departed souls and the seer, and which is comprehensible only to the one who can look from this side into the world of the departed. For example, a soul made itself heard after death in the following manner—it was a soul that had been incarnated in a male body in its last incarnation—: All my thoughts and memories go back to that personality who had been my beloved wife. When I was down here in earthly life, she was, so to speak, the sunshine of my life. When I came home in the evening after finishing my business, my soul found solace in what she could be to me, in what flowed from her soul into mine at that time. She was true spiritual nourishment for me. And the longing for her has remained with me. My spiritual eye looks down toward the earth, and I cannot find her; she is not there. I know, after all I have learned, that this soul must be on earth in a physical body as before, but to me she is as if erased, as if not there.

[ 4 ] Diese erschütternde Erfahrung, man kann sie oftmals machen gegenüber Seelen, die zurückdenken an die Zurückgelassenen und die sich wie gefesselt fühlen, so daß sie nicht durchdringen können, nicht herunterschauen können zu diesen Seelen. Gefesselt sind sie nicht durch ihre eigene Wesenheit, vielmehr durch die andere Seele, die zurückgeblieben ist. Und wenn man das untersucht, woher es kommt, daß eine solche Seele des Jenseits nicht wahrnehmen kann die Seele, die noch auf Erden geblieben ist, dann erfährt man, daß diese zurückgebliebene Seele in sich durch die gegenwärtigen Zeitverhältnisse nicht in die Lage gekommen ist, irgendwelche Gedanken aufzunehmen, in sich leben zu lassen, welche sichtbar, wahrnehmbar werden können einer solchen Seele, welche durch die Pforte des Todes gegangen ist. Man könnte noch einen anderen Vergleich gebrauchen. Solche Seelen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind und sich sehnen nach dem Anblicke derjenigen, die da zurückgeblieben sind in physischen Leibern, sie ahnen zwar, daß diese Seelen auf dem physischen Plane sind, aber sie können sich ihnen nicht kundgeben. Wie ein stummer Mensch sich nicht durch die Sprache kundgeben kann, so daß der andere nichts von ihm vernehmen kann, so bleibt die ganze Seele selber stumm dem, der sich nach ihr sehnt, in ihrer geistigen Wesenheit nicht vernehmbar dem, der schon durch die Pforte des Todes gegangen ist.

[ 4 ] This is a deeply moving experience that one often encounters with souls who think back to those they have left behind and who feel as if they are bound, so that they cannot penetrate, cannot look down upon those souls. They are not bound by their own being, but rather by the other soul that has remained behind. And when one investigates why such a soul in the beyond cannot perceive the soul that has remained on earth, one learns that this soul left behind, due to the present circumstances, has not been able to take in any thoughts or allow them to live within itself that could become visible or perceptible to such a soul that has passed through the gate of death. One could use another comparison. Such souls who have passed through the gate of death and long to see those who have remained behind in physical bodies—they do indeed sense that these souls are on the physical plane, but they cannot make themselves known to them. Just as a mute person cannot make themselves known through speech, so that the other cannot hear them, so the soul itself remains silent to the one who longs for it, its spiritual essence inaudible to the one who has already passed through the gate of death.

[ 5 ] Es gibt einen großen Unterschied zwischen Seelen und Seelen hier auf Erden, je nachdem diese Seelen den einen oder anderen Inhalt haben. Nehmen wir eine Seele, die hier im physischen Leibe lebt und sich vom Aufwachen bis zum Einschlafen nur beschäftigt mit Vorstellungen, die der materiellen Welt entlehnt worden sind; eine solche Seele, die ganz ausgefüllt ist mit bloß der materiellen Welt entlehnten Vorstellungen, Begriffen, Ideen und Empfindungen, sie kann man von der anderen Welt her gar nicht wahrnehmen. Man merkt nichts von ihr. Eine Seele, die angefüllt ist mit spirituellen Vorstellungen, wie sie zum Beispiel die spirituelle Wissenschaft gibt, die durchglüht und durchleuchtet ist von spirituellen Vorstellungen, sie ist wahrnehmbar vom Jenseits aus. Deshalb können solche Seelen, die zurückgeblieben sind, wenn sie auch noch so gute Menschen waren, wenn sie im Materialismus aufgehen, wesenlos und unwahrnehmbar bleiben für die jenseitige, für die andere Welt. Das gibt für den Seher, der gewiß Gelassenheit sich errungen hat, trotzdem erschütternde, furchtbare Eindrücke. Zahlreich aber sind diese Wahrnehmungen, die man der jenseitigen Welt gegenüber gerade in unserem Zeitalter machen kann. In unserem Zeitalter ist es gerade, wie wenn jedes Verhältnis abgeschnitten würde zwischen den Seelen, die sich hier oftmals so nahe stehen. Wenn die eine Seele durch die Pforte des Todes gegangen ist, so nimmt sich die Sache oft so aus, während man immer finden kann, daß die Seelen, die jenseits leben, also durch die Pforte des Todes gegangen sind und herunterschauen auf solche, welche in sich, wenn auch nur ab und zu, spirituelle Gedanken hegen und durch die Seele ziehen lassen, diese nun wahrnehmen können, so daß diese Seelen für sie dableiben als reale Seelen. Noch bedeutsamer ist, daß dasjenige praktisch werden kann, um was es sich da handelt. Nicht wahrnehmen nur, sondern verstehen können die Seelen im Jenseits die spirituellen Gedanken, welche die Seelen hier hegen. Und dadurch kann das zustande kommen, was so wichtig werden kann für den Verkehr der diesseitigen mit den jenseitigen Seelen: nämlich das, was man nennen kann Vorlesen den Toten. Und solches Vorlesen den Toten ist oftmals außerordentlich wichtig.

[ 5 ] There is a great difference between souls here on Earth, depending on whether these souls are filled with one set of ideas or another. Take, for example, a soul that lives here in a physical body and, from the moment it wakes up until it falls asleep, is occupied solely with mental images borrowed from the material world; such a soul, which is entirely filled with mental images, notions, ideas, and sensations borrowed from the material world, cannot be perceived at all from the other world. One notices nothing of it. A soul that is filled with spiritual mental images, such as those found in spiritual science, for example, a soul that is permeated and illuminated by spiritual mental images—such a soul is perceptible from the beyond. That is why such souls who have remained behind, no matter how good they may have been as human beings, if they are absorbed in materialism, remain insubstantial and imperceptible to the world beyond, to the other world. This nevertheless gives the seer, who has certainly attained serenity, shattering, terrible impressions. Numerous, however, are these perceptions that one can have of the world beyond, especially in our age. In our age, it is as if every connection were severed between souls who are often so close to one another here. When one soul has passed through the gate of death, the situation often appears this way, while one can always find that the souls living in the beyond have thus passed through the gate of death and look down upon those who, even if only now and then, cherish spiritual thoughts within themselves and allow them to flow through their souls, can now perceive them, so that these souls remain for them as real souls. Even more significant is that what is at stake here can become a practical reality. The souls in the beyond can not only perceive but also understand the spiritual thoughts that souls here cherish. And through this, what can become so important for the communication between souls in this world and those in the beyond can come about: namely, what one might call reading aloud to the dead. And such reading aloud to the dead is often extraordinarily important.

[ 6 ] Auch da kann der Seher die Erfahrung machen, daß Menschen, die sich hier gar nicht bekümmert haben um irgendwelche spirituellen Weistümer, dann, nachdem sie durch die Pforte des Todes geschritten sind, eine starke Sehnsucht haben nach solchen spirituellen Weistümern, sie hören wollen. Wenn dann die Seelen, die hier zurückgeblieben sind, den Toten sich vorstellen und in Gedanken, durchaus nicht laut, irgendwelche spirituelle Gedankengänge durchgehen oder geisteswissenschaftliche Bücher aufschlagen und in Gedanken lesen, vorlesen dem Toten, den sie sich geistig vor Augen hinstellen, dann vernimmt das der Tote. Wir haben gerade in unserer Bewegung auf diesem Gebiet die allerschönsten Erfolge aufzuweisen dadurch, daß lebendgebliebene Freunde ihren hingestorbenen Angehörigen vorlesen. Man kann oftmals sehen, wie diese Toten lechzen nach dem Vernehmen dessen, was von hier aus zu ihnen hinaufdringt. Namentlich in den ersten Zeiten nach dem Tode ist eines notwendig, damit man in ein Verhältnis kommen kann mit einer Seele.

[ 6 ] Here, too, the seer may observe that people who, while alive, paid no attention whatsoever to spiritual teachings, once they have passed through the gate of death, feel a strong longing for such teachings and wish to hear them. When the souls who have remained here create a mental image of the deceased and, in their thoughts—and certainly not aloud—go through spiritual trains of thought or open books on Spiritual Science and read them in their minds, reading aloud to the deceased whom they hold before their spiritual eyes, the deceased hears this. In our movement, we have achieved the most beautiful successes in this area precisely because living friends read aloud to their departed loved ones. One can often see how these dead yearn to hear what reaches them from here. Especially in the early days after death, one thing is necessary in order to establish a connection with a soul.

[ 7 ] Man kann nicht so ohne weiteres mit jedem beliebigen Wesen in ein Verhältnis kommen. Da gibt es viel Täuschung, viel Blendwerk; es ist nicht so leicht. Wenn man glaubt, daß ein Mensch nur zu sterben braucht, um sozusagen mit der ganzen geistigen Welt in Berührung zu kommen, so ist das ein großer Irrtum, ein ganz großer Irrtum. — Es war mir einmal ganz besonders aufgefallen, wie ein Mensch, der eigentlich sonst nicht gerade das Pulver erfunden hatte, aber immerfort von Kant, Schopenhauer und so weiter sprach, auch Vorträge hielt über Kant und Schopenhauer, mir, als ich Vorträge hielt über das Wesen der Unsterblichkeit, in einer etwas selbstgefälligen Weise erwiderte: Über die Unsterblichkeit können die Menschen doch hier auf Erden nichts wissen, da wir das erst erfahren, wenn wir gestorben sind. — Man könnte ihm sagen: so wie er veranlagt ist, wird er sich nicht besonders unterscheiden in bezug auf seine Seele nach dem Tode und jetzt. Das ist ein vollständiges Vorurteil, daß man glaubt, daß die Seelen gleich ganz weise sind, wenn sie durch die Pforte des Todes durchgegangen sind. Im Gegenteil, wir können nach dem Tod nicht ohne weiteres Verhältnisse anknüpfen zu Wesenheiten, wenn wir sie nicht hier vor dem Tode angeknüpft haben. Diese Verhältnisse, die hier angeknüpft werden, wirken lange fort. Das gibt es nicht ohne weiteres, daß eine Seele sich von jenseitigen Seelen sofort unterrichten lassen kann: weil sie keine Beziehungen zu ihnen haben kann. Beziehungen aber hat der Mensch zu Wesen diesseits, und die können ihm die Labe bringen, wonach er lechzt, die können ihm die spirituelle Weisheit bringen, indem sie den Toten vorlesen, und können ungeheuer verdienstvoll wirken dadurch. Ihnen äußere, materialistische Wissenschaft vorlesen, erwa Chemie oder Physik, das hilft nichts, das ist eine Sprache, die sie nicht verstehen, weil diese Wissenschaften nur für das Erdenleben Wert haben. Aber dasjenige, was über die spirituellen Welten als eine Sprache gesprochen wird in der Geisteswissenschaft, das bleibt den Toten verständlich.

[ 7 ] One cannot simply establish a relationship with just any being. There is a great deal of deception, a great deal of illusion; it is not that easy. If one believes that a person need only die in order to come into contact, so to speak, with the entire spiritual world, that is a great mistake, a very great mistake. — It once struck me particularly how a man, who wasn’t exactly a genius but constantly spoke of Kant, Schopenhauer, and so on—and even gave lectures on Kant and Schopenhauer—replied to me in a somewhat smug manner when I was giving lectures on the nature of immortality: People here on earth can know nothing about immortality, since we only experience it once we have died. — One could say to him: given his disposition, he will not differ particularly in regard to his soul after death compared to now. It is a complete prejudice to believe that souls are immediately all-wise once they have passed through the gate of death. On the contrary, after death we cannot readily establish relationships with other beings if we have not established them here before death. These relationships, which are established here, continue to have an effect for a long time. It is not simply a matter of a soul being able to receive instruction immediately from souls in the beyond: because it cannot have any relationships with them. But human beings do have relationships with beings on this side, and these can bring them the sustenance they long for; they can bring them spiritual wisdom by reading to the dead, and can thereby perform immensely meritorious deeds. Reading to them from external, materialistic science—such as chemistry or physics—is of no help; that is a language they do not understand, because these sciences have value only for earthly life. But what is spoken of in Spiritual Science as a language concerning the spiritual worlds remains understandable to the dead.

[ 8 ] In den ersten Zeiten nach dem Tode ist allerdings eines zu berücksichtigen: da bleibt den Seelen dasjenige verständlich, was in den Sprachen, die sie gewöhnlich gesprochen haben hier auf Erden, erklingt. Und erst nach einiger Zeit werden die Toten von der Sprache unabhängig; dann kann man ihnen in jeder beliebigen Sprache vorlesen; sie vernehmen den Gedankeninhalt. In der ersten Zeit nach dem Tode ist der Mensch auch mit der Sprache verbunden, die er zuletzt gesprochen hat, wenn er ausgesprochenermaßen eine Sprache gesprochen hat. Das sollte man schon berücksichtigen, daß man den Toten in der ersten Zeit wirklich vordenkt — denn man denkt ihnen vor, ein Vordenken ist gemeint — in der Sprache, die ihre gewohnte Sprache ist.

[ 8 ] In the early stages after death, however, one thing must be taken into account: souls can still understand what is spoken in the languages they habitually spoke here on earth. Only after some time do the dead become independent of language; then one can read to them in any language; they perceive the content of the thoughts. In the early period after death, a person is also connected to the language they last spoke, if they actually spoke a specific language. One should certainly take this into account: in the early period, one truly thinks for the dead—for one thinks for them, meaning one thinks on their behalf—in the language that is their familiar language.

[ 9 ] Da sind wir gleich bei einem Kapitel, meine lieben Freunde, das uns lehren kann, wie der Abgrund überbrückt wird dadurch, daß Anthroposophie in unser geistiges Leben einfließt hier in dieser Welt und in der anderen Welt, in der Welt, in der wir leben zwischen Tod und neuer Geburt. Während der Materialismus nur gestattet einen Verkehr ins Leben zu führen zwischen Seelen, die in ihrem Erdenleben eingeschlossen sind, wird die Anthroposophie die Bahn frei machen für ein freies Kommunizieren, einen Verkehr zwischen den Seelen, die hier sind, und den Seelen, die in der anderen Welt drüben sind. Die Toten werden mit uns leben. Und es wird wirklich nur wie eine Art Änderung der Lebensform nach und nach empfunden werden, was man da nennen kann das Durchgehen durch die Pforte des Todes. Und von großer Bedeutung wird die ganze Veränderung des Seelen- und des geistigen Lebens sein, die dann eintritt, wenn solche Dinge allgemein werden.

[ 9 ] This brings us straight to a chapter, my dear friends, that can teach us how the gulf is bridged by the way in which anthroposophy flows into our spiritual life—here in this world and in the other world, the world in which we live between death and new birth. While materialism allows communication only between souls who are confined to their earthly lives, anthroposophy will clear the way for free communication, for interaction between the souls who are here and the souls who are in the other world over there. The dead will live with us. And what one might call passing through the gate of death will truly be experienced, little by little, as merely a kind of change in the form of life. And of great significance will be the entire transformation of soul and spiritual life that will then take place when such things become commonplace.

[ 10 ] Das war eben ein Beispiel, wie die Lebenden auf die Toten wirken. Wir können uns auch Vorstellungen davon bilden, wie wiederum die Toten auf die Lebenden zurückwirken. Ich durfte schon öfters davon sprechen — verzeihen Sie, wenn die Rede auf das Persönliche kommt —, daß ich in verflossenen Zeiten viele Kinder zu unterrichten hatte. Ich hatte eine Reihe von Kindern zu unterrichten in einer Familie, bei denen nur die Mutter vorhanden war; der Vater war gestorben, und es war mir immer darum zu tun — das ist es eigentlich, worum es sich bei dem Erzieher handeln muß —, die Anlagen und Fähigkeiten der Kinder herauszubekommen, um sie in richtiger Weise erziehend und unterrichtend zu führen. Bei den Kindern, von denen ich jetzt sprechen will, blieb immer etwas unverständlich, was man auch versuchte: es zeigte sich ein gewisses Verhalten der Kinder, das nicht aus den Anlagen und nicht aus der Umgebung folgte; man konnte damit nicht recht fertig werden. . Man muß ja in einem solchen Falle alles zu Hilfe rufen; und da ergab ein spirituelles Nachforschen das Folgende: Der Vater war gestorben und durch die besonderen Verhältnisse, die sich hier in der Verwandtschaft zugetragen hatten, war er nicht einverstanden mit dem, was die Verwandten mit den Kindern machten, auch nicht mit dem, was in der engsten Familie geschah, und durch besondere Verhältnisse wirkte er herein auf die Kinder. Und erst von dem Augenblicke an, als ich damit rechnen konnte, daß es etwas Besonderes gibt, was weder aus den Anlagen folgte noch aus der Umgebung, sondern was aus der übersinnlichen Welt kam von dem verstorbenen Vater, der in die Seelen der Kinder hinein seine Kräfte richtete, erst von da an konnte man sich danach richten. Jetzt mußte man damit rechnen, was der Vater eigentlich wollte. Und in dem Augenblicke, als man erforschen konnte, was der Vater, der durch die Pforte des Todes gegangen war, wollte, und als man ihn als eine reale Persönlichkeit betrachtete wie die anderen physischen Persönlichkeiten, die da mitwirkten für die Kinder, da kam man zurecht.

[ 10 ] That was just one example of how the living influence the dead. We can also form mental images of how, in turn, the dead influence the living. I have spoken of this on several occasions—please forgive me if I turn to personal matters—that in times past I had many children to teach. I taught a group of children in a family where only the mother was present; the father had died, and my constant concern—which is, in fact, what a teacher must always strive for—was to bring out the children’s innate talents and abilities in order to guide them through proper education and instruction. With the children I am about to speak of, something always remained incomprehensible, no matter what one tried: the children exhibited a certain behavior that did not stem from their aptitudes or their environment; one could not quite cope with it. In such a case, one must, of course, call upon every available resource; and spiritual investigation revealed the following: The father had died, and due to the particular circumstances that had arisen within the family, he did not approve of what the relatives were doing with the children, nor of what was happening within the immediate family, and through these special circumstances he was influencing the children. And only from the moment I could take into account that there was something special—something that stemmed neither from the children’s predispositions nor from their environment, but rather came from the supersensible world via the deceased father, who was directing his forces into the children’s souls—only from that point on could one act accordingly. Now one had to take into account what the father actually wanted. And the moment one could discern what the father, who had passed through the gate of death, wanted, and when one regarded him as a real personality like the other physical personalities who were working on behalf of the children, then one was able to cope.

[ 11 ] Das ist ein solcher Fall, wo sich klar und deutlich zeigte, daß spirituelles Wissen einem zeigen kann, einem weisen kann das Hereinwirken der Kräfte aus der übersinnlichen, geistigen Welt in diese physische Welt. Aber um so etwas wahrzunehmen, braucht man den richtigen Zeitpunkt. Man muß zum Beispiel versuchen, eine Art Kraft zu entwickeln, welche es einem möglich macht, das Hereinleuchten der übersinnlichen Kraft gleichsam wahrzunehmen, also in diesem Falle des Vaters in die kindliche Seele herein. Das ist oftmals schwierig. Ein leichtes Mittel wäre ja zum Beispiel, wenn man versuchen wollte zu erkennen, wie der tote Vater gerade dieses oder jenes in die Seele des Kindes hineinsenken will, nach den Gedanken des Vaters. Das stellt sich aber nicht immer als richtig heraus, kann vor allem auch nicht immer von neuem geschehen. Da erweist sich als ein gutes Mittel, wenn man sich ein Bild verschafft von dem Aussehen, der Art, wie der Vater in der letzten Zeit ausgesehen hat; wenn man sich ein deutliches Bild von seinen Schriftzügen einprägt und dieses ins Auge faßt und sich so präpariert für einen Unterricht, wie er hier gemeint ist, indem man sich konzentriert auf Schrift oder Bild: dann nimmt man in das, was man selber zu arbeiten hat, die Ansichten, die Intentionen, die Ziele des Toten auf. Man wird einmal rechnen mit dem, was die Toten wollen für die Zurückgebliebenen. Wir können heute nur mit dem Willen derjenigen rechnen, die auf dem physischen Plan sind. Ein gegenseitiger, man möchte sagen freier Verkehr wird stattfinden zwischen Lebenden und Toten. Man wird lernen das zu erforschen, was die Toten wollen für den physischen Plan. Malen Sie sich einmal die große Umwälzung aus, man möchte sagen, auch der Äußerlichkeiten des irdischen Lebens, wenn also die Toten ihren Anteil haben werden und durch die Lebenden hereinwirken werden auf den physischen Plan. Geisteswissenschaft wird eben, wenn sie richtig verstanden wird — und sie muß immer richtig verstanden werden -, nicht eine bloße Theorie sein, Geisteswissenschaft wird immer mehr ein Lebenselixier werden, das eingreift in das ganze Dasein, umgestalten wird das ganze Dasein, je mehr sie sich ausbreiten wird. Und sie wird das sicher tun, denn sie wird nicht wirken wie ein abstraktes Ideal, das gepredigt wird, das durch Vereine vertrieben wird. Sie wird, langsam zwar, aber sicher, die Seelen ergreifen und die Erdenseelen umgestalten.

[ 11 ] This is one such case where it became clear that spiritual knowledge can reveal to us—can show us—how forces from the supersensory, spiritual world influence this physical world. But to perceive something like this, one needs the right moment. For example, one must try to develop a kind of power that enables one to perceive, as it were, the shining in of the supersensible force—in this case, the father’s influence into the child’s soul. This is often difficult. An easy method would be, for example, to try to recognize how the deceased father wishes to instill this or that into the child’s soul, in accordance with the father’s thoughts. However, this does not always prove to be correct, and above all, it cannot always be done anew. A good method, then, is to form a mental image of the father’s appearance, of how he looked in his final days; if one imprints a clear image of his handwriting in one’s mind and holds this before one’s eyes, thus preparing oneself for the kind of instruction meant here by concentrating on the writing or the image: then one incorporates into one’s own work the views, intentions, and goals of the deceased. One must take into account what the dead want for those left behind. Today we can only count on the will of those who are on the physical plane. A mutual, one might say free, exchange will take place between the living and the dead. We will learn to explore what the dead want for the physical plane. Imagine the great upheaval—one might say, even in the outward aspects of earthly life—when the dead will have their share and will work through the living onto the physical plane. Spiritual Science, when properly understood—and it must always be properly understood—will not be a mere theory; Spiritual Science will increasingly become an elixir of life that intervenes in the whole of existence and will transform the whole of existence the more it spreads. And it will certainly do so, for it will not function as an abstract ideal that is preached or disseminated through associations. It will, slowly but surely, take hold of souls and transform earthly souls.

[ 12 ] Aber auch manches andere wird sich in unseren Vorstellungen bereichern. Wir werden in ganz anderer Weise in unserem Dasein zusammenleben mit den Toten, weil wir verstehen werden, was die Toten tun. Vieles bleibt eben zunächst recht unverständlich in dem Zusammenhang zwischen der Welt hier auf Erden, dem physischen Plan, und der Welt, die wir durchleben zwischen Tod und neuer Geburt; denn unverständlich bleibt vieles, was hier in der physischen Welt geschieht. Und da alles dasjenige, was hier geschieht, in Korrespondenz steht mit dem, was drüben geschieht, so bleibt auch unverständlich das Verhältnis der Welt und der Menschheit zu den übersinnlichen Welten. Aber indem Geisteswissenschaft richtig aufgefaßt wird, wird an die Stelle des Nichtverstehens auf diesem Gebiete immer mehr das Verstehen treten.

[ 12 ] But many other aspects of our mental images will also be enriched. We will coexist with the dead in a completely different way in our lives, because we will understand what the dead do. Much remains quite incomprehensible at first in the connection between the world here on earth, the physical plane, and the world we pass through between death and new birth; for much of what happens here in the physical world remains incomprehensible. And since everything that happens here corresponds to what happens on the other side, the relationship of the world and humanity to the supersensible worlds also remains incomprehensible. But as Spiritual Science is correctly understood, understanding will increasingly take the place of incomprehension in this realm.

[ 13 ] Nun soll ein Zusammenhang erörtert werden, der zeigen kann, wie merkwürdig verschlungene Wege die Wesen gehen, die sozusagen die Weiterentwickelung der Weltenweisheit vollführen. Merkwürdig verschlungene Wege haben diese Wesen, aber dennoch, wenn wir sie verfolgen, so erweisen sie sich in allen Punkten als weisheitsvoll. Wir werden verschiedene Verhältnisse ins Auge fassen. Fassen wir zunächst einmal ins Auge Seelen, die wir zwischen Tod und neuer Geburt mit dem Seherauge schauen können in ihrer Beschäftigung. Da sehen wir — das ist wiederum für den Seher etwas Erschütterndes — viele Seelen, die eine gewisse Zeit zwischen Tod und neuer Geburt verurteilt sind, Sklaven zu werden der Geister, die da hereinsenden in das physische Leben Krankheit und Tod. Da sehen wir also Seelen zwischen Tod und Neugeburt, welche in das Sklavenjoch gespannt sind derer, die wir die ahrimanischen Geister oder die Geister der Hindernisse nennen, also derjenigen, die auf Erden am Tode schaffen, und derjenigen, die Hindernisse ins Leben bringen. Das ist ein hartes Los, das der Seher beobachtet bei manchen Seelen, wenn sie sich so in das Sklavenjoch beugen müssen. Wenn man solche Seelen dann zurückverfolgt bis ins Leben, das sie geführt haben, bevor sie durch die Pforte des Todes gegangen sind, so findet man, daß die Seelen, welche dienen müssen eine gewisse Zeit nach dem Tode den Geistern des Widerstandes, sich das durch die im Leben entwickelte Bequemlichkeit bereitet haben. Und die Sklaven der Geister von Krankheit und Tod haben sich das dadurch zubereitet, daß sie Gewissenlosigkeit vor dem Tode entwickelt haben. Da sehen wir also ein gewisses Verhältnis von Menschenseelen zu den bösen Geistern von Krankheit und Tod, den bösen Geistern der Widerstände. Aber jetzt schauen wir weiter auf folgende Sache: jetzt schauen wir auf die Seelen, die hier auf Erden befallen werden von dem, was solche Seelen tun müssen. Sehen wir uns die Seelen an, die hier auf Erden in der Blüte des Lebens hinsterben, ohne daß sie den Alterstod sterben können. Sehen wir die Seelen, die hier auf Erden von Krankheit befallen werden, die vom Unglück verfolgt werden, wie sich ihnen Hindernisse über Hindernisse auftürmen. Was bemerkt der Seher, wenn er solche Seelen verfolgt, die frühzeitig sterben oder von Unglück verfolgt werden und eingehen in die geistige Welt? Was merkt der Seher bei solchen Seelen? Man kann merkwürdige Erfahrungen machen in menschlichen Erdenschicksalen. Immerhin wollen wir auf ein Beispiel hinweisen, das zu den ergreifenden Erdenschicksalen gehört, und was sich immerhin zutragen kann.

[ 13 ] Now we shall discuss a connection that can show how strangely winding paths are taken by the beings who, so to speak, carry out the further development of world wisdom. These beings follow strangely winding paths, yet when we trace them, they prove to be full of wisdom in every respect. We will consider various circumstances. Let us first consider souls whom we can observe with the seer’s eye in their activities between death and new birth. There we see—and this is again something deeply unsettling for the seer—many souls who, for a certain time between death and new birth, are condemned to become slaves to the spirits who send sickness and death into physical life. So there we see souls between death and rebirth who are yoked as slaves to those we call the Ahrimanic spirits or the spirits of obstacles—that is, those who work through death on earth and those who bring obstacles into life. This is a harsh fate that the seer observes in some souls when they must thus bend under the yoke of slavery. If one then traces such souls back to the life they led before passing through the gate of death, one finds that the souls who must serve the spirits of resistance for a certain time after death have brought this upon themselves through the complacency they developed in life. And the slaves of the spirits of sickness and death have brought this upon themselves by developing a lack of conscience before death. So here we see a certain relationship between human souls and the evil spirits of sickness and death, the evil spirits of resistance. But now let us look further at the following matter: now let us look at the souls who, here on earth, are afflicted by what such souls must do. Let us look at the souls who die here on earth in the prime of life, without being able to die of old age. Let us look at the souls who are afflicted by illness here on earth, who are pursued by misfortune, as obstacle upon obstacle piles up before them. What does the seer observe when he follows such souls who die prematurely or are pursued by misfortune and enter the spiritual world? What does the seer notice in such souls? One can have remarkable experiences in human earthly destinies. At any rate, let us point to an example that belongs to the moving earthly destinies, and what can indeed take place.

[ 14 ] Ein Kind wird geboren; die Mutter stirbt während der Geburt des Kindes; das Kind wird schon bei der Geburt Waise gegenüber der Mutter. Der Vater hört am Tage der Geburt des Kindes, daß sein ganzes Vermögen, das auf ein Schiff gesetzt war, welches über das Meer fuhr, verlorengegangen ist; er hört, daß das Schiff Schiffbruch gelitten hat, er wird darüber melancholisch, stirbt auch, das Kind ist ganz verwaist. Das kleine Mädchen wird angenommen von einer wohlhabenden Dame. Sie hat das Kind sehr gern, vermacht ihm ihr großes Vermögen. Die Dame stirbt, als das Kind noch verhältnismäßig jung ist. Man prüft das Testament, es findet sich ein Formfehler: keinen Pfennig bekommt das Kind von dem, was ihm vermacht worden ist. Es ist zum zweiten Mal völlig mittellos in die Welt hinausgestoßen und muß sich als Magd verdingen, muß niedrige Dienste run. Es verliebt sich in sie ein Mann, aber es ist den beiden unmöglich, zusammenzukommen wegen der Vorurteile, die in der Gemeinschaft herrschen: sie sind verschiedenen Glaubens. Aber der Mann hat das Mädchen sehr gern, so daß er verspricht, sobald sein Vater stirbt, der schon sehr alt ist, werde er zu ihrem Glauben übertreten. Er geht in die Fremde; da hört er, daß sein Vater krank geworden ist. Sein Vater stirbt; er tritt zum Glauben des Mädchens über, und während er hineilt zu dem Mädchen, ist das Mädchen krank geworden und gestorben. Wie er zurückkommt, ist sie tot. Er empfindet tiefsten Schmerz und kann nicht anders, als das Grab öffnen zu lassen, um sie noch einmal zu sehen. Und aus der Lage des Leichnams findet man, daß das Mädchen scheintot begraben worden ist. — Es ist das eine Sage — Hamerling hat sie wiedererzählt in seinen Werken —, es ist eine Sage, die nicht wahr ist, aber es kann hundertfältig so sein. Wir sehen, daß eine Menschenseele nicht nur hinstirbt in der Blüte der Jahre, sondern wir sehen sie von Unglück verfolgt von Anfang an, in gewisser Weise. Bei der Herausarbeitung solcher Verhältnisse arbeiten diejenigen Seelen mit, die durch Gewissenlosigkeit die Diener werden der bösen Geister von Krankheit, Tod und Ungemach. So müssen solche gewissenlose Seelen an der Herbeiführung solcher schwerer Schicksale arbeiten: das ist ein Zusammenhang! Dem Seher zeigt sich das ganz besonders bei einer solchen Sache wie zum Beispiel der Titanic-Katastrophe. Untersuchen wir da, wie da gewirkt haben die Seelen, die durch Gewissenlosigkeit die Diener geworden sind dieser Geister von Krankheit und Ungemach. Karma muß sich ja vollziehen, die Dinge sind notwendig, aber es ist doch ein schlimmes Schicksal, in das diese Seelen verstrickt sind, die nach dem Tode gebannt sind in solches Sklavenjoch. — Aber fragen wir uns weiter: Was ist es mit den Seelen, die hier auf Erden ein solches Schicksal erfahren, die hier auf Erden in der Blüte ihrer Jahre hinsterben, die frühzeitig von Seuchen hinweggerafft werden? Wenn diese durch die Pforte des Todes in die geistige Welt zur Unzeit gehen, was ist es mit diesen Seelen?

[ 14 ] A child is born; the mother dies during childbirth; the child is orphaned of its mother at birth. On the day of the child’s birth, the father learns that his entire fortune, which had been placed on a ship sailing across the sea, has been lost; he hears that the ship has been wrecked, becomes despondent, and also dies, leaving the child completely orphaned. The little girl is taken in by a wealthy lady. She is very fond of the child and bequeaths her vast fortune to her. The lady dies while the child is still relatively young. The will is examined, and a technical error is found: the child receives not a penny of what was bequeathed to her. For the second time, she is cast out into the world completely destitute and must hire herself out as a maid, performing menial tasks. A man falls in love with her, but it is impossible for the two to be together because of the prejudices that prevail in the community: they are of different faiths. But the man loves the girl so much that he promises that as soon as his father, who is already very old, dies, he will convert to her faith. He goes abroad; there he hears that his father has fallen ill. His father dies; he converts to the girl’s faith, and while he hurries to her, the girl has fallen ill and died. When he returns, she is dead. He feels the deepest sorrow and can do nothing but have the grave opened to see her one last time. And from the position of the body, it is found that the girl had been buried while still in a state of apparent death. — It is a legend—Hamerling retold it in his works—it is a legend that is not true, but it could be a hundred times so. We see that a human soul does not merely die in the prime of life, but we see it, in a certain sense, pursued by misfortune from the very beginning. In the unfolding of such circumstances, those souls are at work who, through a lack of conscience, become the servants of the evil spirits of illness, death, and misfortune. Thus, such unconscionable souls must work to bring about such grave fates: this is a connection! To the seer, this becomes particularly evident in a case such as, for example, the Titanic disaster. Let us examine how the souls acted there who, through a lack of conscience, became the servants of these spirits of disease and adversity. Karma must indeed be fulfilled; things are necessary, but it is still a terrible fate in which these souls are entangled, who after death are bound in such a yoke of slavery. — But let us ask ourselves further: What of the souls who experience such a fate here on earth, who die here on earth in the prime of their lives, who are cut down prematurely by epidemics? When these souls pass through the gate of death into the spiritual world before their time, what becomes of them?

[ 15 ] Das Schicksal dieser Seelen erfahren wir, wenn wir mit dem Seherauge eindringen sozusagen in die Beschäftigung der Geister, welche die Erdentwickelung oder überhaupt die Entwickelung vorwärts geleiten. Diese Wesenheiten der höheren Hierarchien haben gewisse Kräfte, gewisse Mächte, um die Entwickelung vorwärtszurücken; aber sie sind in diesen Kräften und Mächten in einer gewissen Weise beschränkt. So ergibt sich zum Beispiel das Folgende. Den ganz materialistischen Seelen, die alle Gesinnung für die übersinnliche Welt verlieren, denen droht eigentlich schon in diesem unserem Zeitalter eine Art von Untergang, eine Art von Abschnürung aus der fortgehenden Entwickelung. Und es ist in gewisser Weise schon in unserem Zeitalter für einen großen Teil der Menschen die Gefahr vorhanden, daß sie nicht mitkommen können, weil sie sozusagen durch ihre eigene Seelenschwere, indem sie ganz materialistische Seelen sind, festgehalten werden auf Erden und nicht mitgenommen werden zur nächsten Verkörperung. Aber diese Gefahr soll nach dem Ratschluß von höheren Hierarchien abgelenkt werden. In Wahrheit verhält es sich so, daß eigentlich erst im sechsten Zeitraum und zuletzt eigentlich gar erst während der Venus-Entwickelung die Entscheidungsstunde schlägt für die Seelen, die, sich ganz abschnürend, von der Entwickelung nicht mitgenommen werden. Es sollen im Grunde genommen die Seelen jetzt noch nicht soweit in die Schwere verfallen, daß sie zurückbleiben müssen. Das ist ja wohl so nach dem Ratschluß der höheren Hierarchien, daß dies nicht geschehen soll. Aber diese Wesenheiten der höheren Hierarchien sind in gewisser Weise beschränkt in ihren Kräften und Fähigkeiten. Unbeschränkt ist nichts, auch nicht unter den Wesenheiten der höheren Hierarchien. Und wenn es nur ankäme auf die Kräfte dieser höheren Hierarchien, so müßten ganz materialistische Seelen jetzt schon durch sich selbst in gewisser Weise von der fortlaufenden Entwickelung abgeschnürt werden. Durch sich selber können diese Wesenheiten der höheren Hierarchien eigentlich diese Seelen nicht retten; da wird ein Auskunftsmittel genommen. Die Seelen nämlich, die hier eines frühzeitigen Todes sterben, haben ja als Seelen eine Möglichkeit vor sich. Sagen wit, sie sterben durch irgendeine Katastrophe, zum Beispiel ein Schnellzug überfährt sie: dann wird ja einer solchen Seele die Hülle genommen; sie ist jetzt leibfrei, leib-entblößt, aber sie hat durchaus noch all die Kräfte in sich, die hier auf Erden im Leibe wirken könnten. Indem solche Seelen in die geistige Welt hinauf gehen, bringen sie noch ganz besondere Kräfte mit hinauf, die eigentlich noch hier auf Erden wirksam sein könnten, die hier aber vorzeitig abgelenkt worden sind. Das sind besonders verwendbare Kräfte, welche diese Frühverstorbenen hinaufbringen. Und diese Kräfte benutzen nun die Wesenheiten der höheren Hierarchien, um diejenigen Seelen zu retten, die sie durch eigene Kraft nicht retten könnten.

[ 15 ] We learn of the fate of these souls when we use the seer’s eye to penetrate, so to speak, into the work of the spirits who guide the development of the Earth—or indeed, development in general—forward. These beings of the higher hierarchies possess certain powers and certain forces to advance this development; but they are, in a certain sense, limited in these powers and forces. This leads, for example, to the following. The entirely materialistic souls, who lose all interest in the supersensible world, are actually already threatened in our own age with a kind of downfall, a kind of exclusion from the ongoing development. And in a certain sense, the danger already exists in our age for a large portion of humanity that they will not be able to keep up, because they are, so to speak, held back on Earth by the heaviness of their own souls—since they are entirely materialistic souls—and are not carried over to the next incarnation. But this danger is to be averted according to the decision of the higher hierarchies. In truth, it is the case that the decisive hour for those souls who, having cut themselves off entirely, are not carried along by evolution, will not actually strike until the sixth epoch—and ultimately, not until the Venusian evolution. Essentially, the souls are not yet to have fallen so deeply into heaviness that they must remain behind. It is indeed the decision of the higher hierarchies that this should not happen. But these beings of the higher hierarchies are, in a certain sense, limited in their powers and abilities. Nothing is unlimited, not even among the beings of the higher hierarchies. And if it depended solely on the powers of these higher hierarchies, then entirely materialistic souls would already have to be cut off from the ongoing development in a certain way by their own doing. On their own, these beings of the higher hierarchies cannot actually save these souls; a means of intervention is employed. For the souls that die here a premature death do, after all, have a possibility before them as souls. Suppose they die in some catastrophe, for example, by being struck by an express train: then the shell is taken from such a soul; it is now body-free, stripped of its body, but it still possesses all the powers within it that could be active here on earth within the body. As such souls ascend into the spiritual world, they bring with them very special powers that could actually still be effective here on Earth, but which have been prematurely diverted here. These are particularly useful powers that these prematurely deceased bring with them. And these powers are now used by the beings of the higher hierarchies to save those souls whom they could not save through their own power.

[ 16 ] Materialistisch gestimmte Seelen werden dadurch in bessere Zeiten hinweggeführt und gerettet, da ihre Kräfte nur für den regelmäßigen Gang der Menschheitsentwickelung ausgerüstet sind. Rettung geschieht dadurch, daß diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien Zuwachs geschieht an Kraft von solchen unverwendeten Kräften, die von der Erde herkommen, die noch in sich Energiespannungen haben, welche unverwendet blieben. Diese Kräfte wachsen den Wesenheiten der höheren Hierarchien zu. So helfen die Seelen, die frühzeitig zugrunde gehen, ihren Mitmenschen, die sonst im Morast des Materialismus versinken würden. Da haben wir dasjenige, was Seelen zu tun haben, die in frühzeitiger Weise dahinsinken. Merkwürdige Zusammenhänge, nicht wahr, in den komplizierten Wegen der Weltenweisheit! Da wird von der Weltenweisheit zugelassen auf einer Seite, daß Menschenseelen durch Gewissenlosigkeit verurteilt werden, mitzuarbeiten, daß Krankheit, frühzeitiger Tod in die Welt hereinkomme — die Seelen, die davon betroffen werden, werden von guten Wesenheiten der höheren Hierarchien verwendet, um anderen Menschen zu helfen. So wird also, was äußerlich in der Maja als Böses erscheint, oftmals ins Gute geleitet, aber auf komplizierten Wegen. Die Weisheitswege sind sehr kompliziert, die da eingeschlagen werden in der Welt. Man lernt nur allmählich sich hindurchzufinden durch diese Weisheitswege. Man möchte sagen: Da halten Rat oben die Geister der höheren Hierarchien. Weil die Menschen frei sein müssen, lassen sie ihnen die Möglichkeit, in den Materialismus, in das Böse zu versinken. Sie geben ihnen so viel Freiheit, daß sie ihnen gleichsam entschlüpfen, diese Menschenseelen, die sich so durch ihre eigene Kraft nicht bis zu einem gewissen Zeitpunkt hinbringen könnten. Sie brauchen Seelen, die auf Erden Kräfte entwickeln, die dann durch den frühzeitigen Abfall vom Leib in Spannung bleiben, wenn sie in die geistige Welt zurückgehen müssen durch frühzeitigen Tod und Unglück. Daß diese eintreten können, dazu müssen wiederum die Dienste geleistet werden von den Menschenseelen, die infolge ihrer Freiheit in Gewissenlosigkeit versunken sind. Ein wunderbarer zyklischer Weg eröffnet sich da; man darf sagen, auch ein zyklischer Weg der Weltenweisheit. Man darf durchaus nicht glauben, daß das sogenannte Einfache das Universelle ist. Die Welt ist kompliziert geworden. Es war immerhin ein bedeutsames Wort Nietzsches, das sich ihm ergeben hat wie durch Inspiration, als er sagte: «Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht.» — Diejenigen Menschen, die da glauben, daß alles durch die Tagesweisheit des Verstandes begriffen werden könne, die irren sich ganz gewaltig. Denn das höhere geistige Licht ist nicht dasjenige, das in die Tagesweisheit hineinscheint, sondern dasjenige, das in die Finsternis hineinscheint. Wir müssen dieses Licht suchen, damit wir in den Finsternissen, in denen doch die Weltenweisheit waltet, uns zurechtfinden können.

[ 16 ] Materialistically inclined souls are thus led into better times and saved, since their powers are equipped only for the regular course of human development. Salvation occurs because these beings of the higher hierarchies gain strength from such unused forces that come from the Earth, which still contain energy tensions that have remained unused. These forces accrue to the beings of the higher hierarchies. Thus, the souls who perish prematurely help their fellow human beings, who would otherwise sink into the mire of materialism. Therein lies the task of souls who perish prematurely. Strange connections, aren’t they, in the intricate paths of world wisdom! On the one hand, world wisdom permits human souls, through a lack of conscience, to be condemned to contribute to the entry of illness and premature death into the world—the souls affected by this are utilized by benevolent beings of the higher hierarchies to help other people. Thus, what outwardly appears as evil in maya is often directed toward good, but through complicated paths. The paths of wisdom that are taken in the world are very complicated. One learns only gradually to find one’s way through these paths of wisdom. One might say: The spirits of the higher hierarchies hold counsel above. Because human beings must be free, they allow them the opportunity to sink into materialism, into evil. They grant them so much freedom that these human souls, who could not otherwise reach a certain point through their own strength, slip away, as it were. They need souls who develop powers on Earth that remain in tension through the premature separation from the body when they must return to the spiritual world through premature death and misfortune. For these to occur, the services must in turn be rendered by human souls who, as a result of their freedom, have sunk into a lack of conscience. A wondrous cyclical path opens up here; one might even say, a cyclical path of world wisdom. One must by no means believe that what is so-called “simple” is the universal. The world has become complicated. It was, after all, a significant word of Nietzsche’s that came to him as if by inspiration when he said: “The world is deep, and deeper than the day is thought.” — Those people who believe that everything can be grasped through the daylight wisdom of the intellect are terribly mistaken. For the higher spiritual light is not the one that shines into the daylight wisdom, but the one that shines into the darkness. We must seek this light so that we may find our way in the darkness, where the wisdom of the world nevertheless reigns.

[ 17 ] Wenn wir solche Begriffe, Ideen und Gedanken aufnehmen, meine lieben Freunde, dann ist es so, daß wir eben mit anderen Augen die Welt anschauen als vorher. Und das wird immer mehr nötig werden, daß man mit anderen Augen die Welt anschauen lernt; denn die Menschheit hat ja manches verloren seit alten Zeiten. Was sie verloren hat, davon kann man sich einen Begriff machen, wenn man das Folgende bedenkt. Noch in der dritten nachatlantischen Kulturperiode gab es oft solche Zwischenzustände zwischen Schlafen und Wachen, wo diese Seelen hineinschauten in die Sternenwelt und nicht bloß physische Sterne sahen wie jetzt, sondern wo die geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien, die Lenker und Leiter des Sterngeschickes und der Sternbewegung von ihnen wahrgenommen wurden. Und was da als alte Sternkarten vorhanden war aus uralten Zeiten, wo noch allerlei Gruppenseelenhaftigkeit gezeichnet wird, was tierähnlich aussah und doch nicht Tier ist, das ist nicht der Phantasie entsprungen, sondern das ist geistig geschaut. Die Seelen nahmen das wahr in dem Geistigen. Dieses Geistige konnten sie durch die Pforte des Todes tragen. Dieses Schauen des Geistes in die Welt des Übersinnlichen ist den Seelen verlorengegangen. Heute, wenn die Seelen geboren werden, treten sie der physischen Welt gegenüber durch ihre leiblichen Sinnesorgane und sehen nur mehr das äußere Physische. Dasjenige, was das äußere Physische umspielt als das Geistig-Seelische in den Wesenheiten der höheren Hierarchien, das können sie nicht mehr schauen. Aber was sind denn das für Seelen, die da in den heutigen Leibern auftreten? Alle die Seelen, die hier sitzen, waren in früheren Zeiten verkörpert, und die weitaus meisten Seelen waren in ägyptisch-chaldäischen Leibern inkarniert und haben da durch diese Leiber hinausgeschaut in die Welt, in der sie auch geistig wahrgenommen haben. Dieses Geistige haben sie hereingenommen, es ist in den Seelen drinnen. Nicht in allen den Seelen; aber selbst die Seelen, die heute gar nichts mehr sehen als physische Tatsachen, sie lebten einstmals im Anschauen des Geistigen, sie lebten ein ganzes Vorstellungsleben des Geistigen. Wie leben diese Seelen jetzt? Sie leben ganz genau so, wie wenn sie dieses Geistige total vergessen hätten. So leben diese Menschen, daß sie die Vorstellungen vergessen haben, die sie damals aufgenommen haben. Was man vergessen hat, das ist nur für das Bewußtsein vergessen; es lebt in den tiefsten Untergründen der Seele. Da stellt sich das Eigentümliche heraus, daß die heute lebenden Seelen zwar bewußterweise nur ein physisch-sinnliches Weltenbild um sich herum haben; aber im Innern leben unbewußt in den Tiefen der Seele die Vorstellungen, die einstmals als wahres spirituelles Sehen aufgenommen worden sind. Von denen wissen die Seelen nichts, nur zeigen sie solche eigentümlichen Vorstellungen, die in den Seelentiefen wühlen, die nicht heraufkommen ins Bewußtsein; die wirken lähmend, tötend. Und so entsteht tatsächlich in den jetzigen Menschen etwas, was in ihnen ein tötendes Element ist.

[ 17 ] When we take in such concepts, ideas, and thoughts, my dear friends, we end up seeing the world through different eyes than before. And it will become increasingly necessary to learn to view the world with different eyes; for humanity has indeed lost much since ancient times. One can get an idea of what it has lost by considering the following. Even in the third post-Atlantean cultural epoch, there were often such intermediate states between sleeping and waking, in which these souls gazed into the world of the stars and saw not merely physical stars as we do now, but perceived the spiritual beings of the higher hierarchies—the guides and directors of the stars’ destinies and movements. And what existed there as ancient star charts from time immemorial, where all manner of group-soul-like forms are depicted—things that looked animal-like yet were not animals—did not spring from the imagination, but were spiritually perceived. The souls perceived this in the spiritual realm. They were able to carry this spiritual vision through the gate of death. This spiritual vision into the world of the supersensible has been lost to the souls. Today, when souls are born, they encounter the physical world through their physical sense organs and see only the outer physical. That which surrounds the outer physical—the spiritual-soul aspect in the beings of the higher hierarchies—they can no longer perceive. But what kind of souls are these that appear in today’s bodies? All the souls sitting here were incarnated in earlier times, and the vast majority of souls were incarnated in Egyptian-Chaldean bodies and looked out through these bodies into the world, which they also perceived spiritually. They have taken this spiritual aspect within; it is within the souls. Not in all souls; but even the souls who today see nothing but physical facts once lived in the perception of the spiritual; they lived a whole mental image life of the spiritual. How do these souls live now? They live exactly as if they had completely forgotten this spiritual aspect. These people live in such a way that they have forgotten the mental images they once took in. What has been forgotten is forgotten only to the consciousness; it lives in the deepest recesses of the soul. Here the peculiar thing is revealed: that the souls living today do indeed have, consciously, only a physical-sensory worldview around them; but within, in the depths of the soul, the mental images that were once taken in as true spiritual vision live on unconsciously. The souls know nothing of these; they merely display such peculiar mental images that rummage in the depths of the soul, which do not rise up into consciousness; these have a paralyzing, deadly effect. And so something does indeed arise in people today that is a deadly element within them.

[ 18 ] Wenn man als Seher den heutigen Menschen betrachtet, wie er anatomisch aufgebaut ist, da findet man im jetzigen Menschen, namentlich im Nervensystem, gewisse Strömungen, gewisse Kräfte, die Todeskräfte sind und die herrühren von Vorstellungen, die in früheren Inkarnationen gelebt haben. Diese spirituellen Vorstellungen, die die Menschen jetzt vergessen haben, haben etwas Aufzehrendes. Das würde sich immer mehr zeigen, je mehr die Menschheit der Zukunft entgegengeht, wenn es nicht etwas geben würde, was dem entgegenwirkt. Was kann das nur sein? Nichts anderes, als daß man das, was vergessen worden ist, zur Erinnerung bringt. Man muß die Seelen erinnern an dasjenige, was sie vergessen haben. Das tut die Geisteswissenschaft. Sie tut im Grunde genommen nichts anderes, als daß sie an die Vorstellungen erinnert, welche die Seelen in früheren Erdenleben aufgenommen haben. Die Geisteswissenschaft hebt diese Vorstellungen in das Bewußtsein herauf. Damit gibt sie den Menschen wieder die Möglichkeit, das zu beleben, was wie ein toter Einschlag im Leben wäre.

[ 18 ] When a clairvoyant observes modern human beings and their anatomical structure, they find within them—particularly in the nervous system—certain currents and forces that are forces of death, stemming from mental images that were lived out in past incarnations. These spiritual mental images, which people have now forgotten, have a consuming quality. This would become increasingly evident the more humanity moves toward the future, were it not for something that counteracts it. What could that be? Nothing other than bringing to mind what has been forgotten. One must remind the souls of what they have forgotten. This is what Spiritual Science does. It does, in essence, nothing other than recall the mental images that the souls absorbed in earlier earthly lives. Spiritual Science raises these mental images into consciousness. In doing so, it gives people the opportunity once again to revive what would otherwise be like a dead impact in life.

[ 19 ] Nun beachten Sie diese zwei Dinge, die Sie im Laufe der heutigen Betrachtung erhalten haben. Der Seher nimmt auf der einen Seite Menschenseelen wahr, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, die sich zurücksehnen nach den Seelen, welche zurückgeblieben sind, die sie nicht wahrnehmen können, weil in diesen Seelen, trotzdem sie vielleicht ganz guten Menschen angehören, nur materialistische Weltbilder existieren. Für den Seher ist es erschütternd, auch wenn er Gelassenheit erworben hat, wenn er diese lechzenden Seelen wahrnimmt. Auf der andern Seite sieht der Seher hin auf eine Menschenzukunft, die immer mehr tote Einschlüsse in sich enthält, wenn sie nicht wieder belebt die Vorstellungen, die sie einstens aufgenommen hat und die sie töten, wenn sie nicht zum Bewußtsein kommen. Hinschauen müßte der Seher auf eine Zukunft, wo die Menschen — noch viel früher, als es heute der Fall ist, durch alles mögliche Vererbliche — Alterserscheinungen zeigen. Wie man schon jetzt kindliche Alters-, ja Greisenerscheinungen sehen kann, so würden die Menschen dann bald nach dem Geborenwerden Runzeln und sonstige Alterserscheinungen bekommen, wenn nicht belebende Kräfte durch die Geisterkenntnis auftreten würden, welche Erinnerungen sind an die einstens auf naturgemäße Weise aufgenommenen Vorstellungen. Um das ersterbende Menschengeschlecht mit einem es belebenden Elixier zu versehen, um den Toten die Möglichkeit zu geben, mit ihren zurückgebliebenen Angehörigen in Verbindung kommen zu können, deshalb sucht der Seher, der sich dieser Tatsache bewußt wird, nach einer Sprache, die nicht nur verstanden wird hier auf Erden von den im physischen Leibe verkörperten Seelen, sondern die gemeinsam gesprochen wird von den Seelen, die hier leben zwischen Geburt und Tod, und denen, die drüben leben zwischen Tod und neuer Geburt: nach einer Sprache für Lebende und Tote.

[ 19 ] Now consider these two things that you have received in the course of today’s reflection. On the one hand, the seer perceives human souls who have passed through the gate of death, who long for the souls that have remained behind—souls they cannot perceive because, even though they may belong to quite good people, only materialistic worldviews exist within them. For the seer, it is deeply moving—even if he has attained serenity—to perceive these yearning souls. On the other hand, the seer looks toward a human future that contains ever more dead elements within itself unless it revives the mental images it once absorbed, mental images that will kill it if they do not come to consciousness. The seer must look toward a future where people—much earlier than is the case today, due to all manner of hereditary factors—will show signs of aging. Just as one can already see childlike signs of aging, even signs of old age, so would people soon after birth develop wrinkles and other signs of aging if revitalizing forces did not arise through spiritual knowledge, which are memories of the mental images once absorbed in a natural way. In order to provide the dying human race with a life-giving elixir, to give the dead the opportunity to connect with their surviving relatives, therefore the seer, becoming aware of this fact, seeks a language that is not only understood here on earth by the souls embodied in physical bodies, but is spoken in common by the souls who live here between birth and death, and those who live on the other side between death and new birth: a language for the living and the dead.

[ 20 ] Und wahrhaftig, es ist nicht, weil man bloße Sympathie empfindet mit dem, was eine spirituelle Wissenschaft ist, solch theoretische Sympathie wie mit anderen Dingen, das ist nicht maßgebend, sondern der wirklich Verstehende, der in die Welt hineinschaut, empfindet es als Weltenmission. Er sagt sich: Die Notwendigkeit liegt vor, daß die gemeinsame Sprache gefunden wird, daß das Lebenselixier gefunden wird, das die Menschen behütet vor dem Verdorren ihrer Vorstellungen. Dies ist die Mission der Geisteswissenschaft für die spirituellen Welten selber. Man empfindet diese Mission als eine hohe, heilige Pflicht, als etwas sehr Ernstes und Bedeutsames. Und nicht nur Gefallen sollen wir finden an den Vorstellungen, die uns diese Geisteswissenschaft zu unserer theoretischen Befriedigung geben kann, sondern empfinden sollen wir aus den Notwendigkeiten der Menschheits- und Weltentwickelung heraus die geistige Macht, welche sie haben muß. Dann werden wir im rechten Sinne des Wortes empfinden, warum Geisteswissenschaft sein muß, warum sie dem Geistesleben der Menschheit eingepflanzt werden muß. Diese Empfindung müssen wir uns im Grunde genommen aneignen, von ihr müssen wir uns durchdringen. Diese Empfindung hat eine sehr heilsame Kraft; sie gehört zu denen, welche die Menschenseele in eine wirkliche Harmonie ihrer Kräfte bringt. Das ist so. Je mehr dasjenige, wovon wir in unserem Gemüte uns durchdringen lassen, angehört der Welt der übersinnlichen Wahrheiten, desto innerlich geschickter werden die Empfindungen, um uns zu dirigieren im Leben, desto wesensvoller werden diese Empfindungen. Derjenige Mensch, dem die Geisteswissenschaft bloß gefällt, der sie aus Neugierde oder irgendeinem ähnlichen Grunde aufnimmt, der wird vielleicht von ihr einen recht schlechten Gebrauch machen im Leben. Derjenige aber, der durchdrungen ist von der oben charakterisierten Empfindung, jener heiligen Empfindung, die uns wird, weil wir wissen, daß Geisteswissenschaft sein muß aus inneren Notwendigkeiten heraus, der wird sich mit rechten Empfindungen ihr gegenüber auch ins Leben hineinstellen. Er wird sich in den ernstesten und schwierigsten Lebenslagen mit der Geisteswissenschaft wenigstens innerlich zurechtfinden können; vielleicht gerade dann zurechtfinden, wenn äußerlich die größten Schwierigkeiten eintreten. Denn Geisteswissenschaft ist eine Zukunftssache, sie ist heute in die Welt eingetreten, weil sie im umfassendsten Sinne, in umfassendster Weise der Menschheit dienen soll. Das bewirkt aber, daß die Menschen, welche gewissermaßen in den Tiefen ihrer Seelen Furcht haben vor den geistigen Welten, in ihrem Bewußtsein diese Furcht als Haß ausleben.

[ 20 ] And truly, it is not because one feels mere sympathy for what spiritual science is—such theoretical sympathy as one feels for other things—that this is decisive; rather, the one who truly understands, who looks into the world, perceives it as a mission for the world. He says to himself: There is a necessity to find a common language, to find the elixir of life that protects people from the withering of their mental images. This is the mission of Spiritual Science for the spiritual worlds themselves. One perceives this mission as a high, sacred duty, as something very serious and significant. And we should not merely take pleasure in the mental images that the Spiritual Science can provide for our theoretical satisfaction, but rather, out of the necessities of human and world development, we should perceive the spiritual power that it must possess. Then we will feel, in the true sense of the word, why Spiritual Science must exist, why it must be implanted in the spiritual life of humanity. We must, in essence, make this feeling our own; we must allow it to permeate us. This feeling possesses a very healing power; it belongs to those that bring the human soul into a true harmony of its forces. That is how it is. The more that which we allow to permeate our minds belongs to the world of supersensible truths, the more inwardly adept our feelings become at guiding us in life, the more essential these feelings become. The person who merely takes a liking to Spiritual Science, who embraces it out of curiosity or some similar reason, will perhaps make rather poor use of it in life. But the person who is imbued with the feeling described above—that sacred feeling that arises because we know that Spiritual Science must arise out of inner necessity—will approach life with the right feelings toward it. In the most serious and difficult situations of life, they will at least be able to find their way with Spiritual Science inwardly; perhaps they will find their way precisely when the greatest external difficulties arise. For Spiritual Science is a matter of the future; it has entered the world today because it is meant to serve humanity in the most comprehensive sense and in the most comprehensive way. But this causes people who, in a sense, harbor a fear of the spiritual worlds in the depths of their souls to act out this fear as hatred in their consciousness.

[ 21 ] Verwandt sind mancherlei menschliche Gefühle miteinander, Ehrgeiz und Eitelkeit sind zum Beispiel verwandt mit der Furcht. Und auf komplizierte Art sind mancherlei Gefühle miteinander verwandt. Warum ist der Mensch ehrgeizig, eitel? Was heißt ehrgeizig, eitel sein? Ehrgeizig, eitel sein heißt: durch das Urteil seiner Umgebung etwas gelten wollen und sich gefallen darin, durch dieses Urteil etwas zu gelten, Wollust zu haben durch dieses Urteil. Warum will man denn das? Man kann es aus verschiedenen Gründen wollen. Heute aber ist die Zeit, wo sich die Menschen, wenn man in die tieferen Seelentiefen hinunterschaut bei ihnen, als ganz besondere Hasenfüße entpuppen. Menschen, die in ihrem äußern Bewußtsein sich manchmal ganz robust ausnehmen — in den Tiefen ihrer Seele sind sie Hasenfüße. Und sie suchen mancherlei Betäubungsmittel, wenn sie so rechte Furcht haben gegenüber den übersinnlichen Welten. Das heißt, weil mancher den Boden unter den Füßen zu verlieren glaubt, wenn er in die geistigen Welten eindringt, deshalb überkommt ihn Furcht. Aber diese Furcht will er übertäuben — manchmal aus Angst vor der ernsten und würdigen Kraft, die er anwenden muß, um hineinzukommen in die geistigen Welten. Man hat schon manchen gesehen, der geglaubt hat, in vier Wochen in der geistigen Welt zu sein, aber da ergibt es sich, o schrecklichster der Schrecken, daß man in dieser Inkarnation auf Grundlage der Geisterkenntnis nicht mehr das werden kann, was man so gern möchte, nämlich ein berühmter Mann! Da verliert mancher die Freude, davor hat mancher Furcht, und über diese Furcht will er sich hinwegbetäuben, und da ersinnt er die von Haß und Eitelkeit durchdrungene Antipathie gegen diese Geisteswissenschaft.

[ 21 ] Many human emotions are related to one another; ambition and vanity, for example, are related to fear. And in complex ways, many emotions are related to one another. Why is a person ambitious, vain? What does it mean to be ambitious, to be vain? To be ambitious, to be vain, means: to want to be valued through the judgment of one’s surroundings and to take pleasure in being valued through that judgment, to derive pleasure from that judgment. Why would one want that? One might want it for various reasons. But today is the time when, if one looks into the deeper depths of people’s souls, they turn out to be particularly timid. People who in their outer consciousness sometimes appear quite robust—in the depths of their souls they are timid. And they seek various intoxicants when they feel such genuine fear toward the supersensible worlds. That is to say, because some believe they are losing the ground beneath their feet when they enter the spiritual worlds, fear overcomes them. But they want to numb this fear—sometimes out of fear of the serious and dignified power they must apply to enter the spiritual worlds. One has seen many who believed they would be in the spiritual world in four weeks, but then it turns out—oh, most terrible of terrors—that in this incarnation, based on spiritual knowledge, one can no longer become what one so dearly desires, namely a famous man! Thus many lose their joy; many fear this, and to numb themselves against this fear, they devise an antipathy toward the Spiritual Science, permeated by hatred and vanity.

[ 22 ] Diese Stimmung wird sich immer weiter verbreiten in der Gegenwart, denn die innerlich feigen, äußerlich eitlen Seelen werden heute immer verbreiteter in der Welt. Und da kann es sich in der nächsten Zeit sehr wohl ergeben, daß noch viel mehr Haß, noch viel mehr Angriffe gegen die Geisteswissenschaft geschleudert werden, als dies schon geschehen ist. Da ist denn genügend Grund vorhanden, daß man in all diesen Dingen absolut klar sehe und klar empfinde, daß man trotz der charakterisierten Empfindungen Harmonie habe, gerade wenn es äußerlich oftmals scheinen will, daß alles schiefgehen kann. Klar und deutlich zu sehen, das wird notwendig sein, wenn man auf dem Boden des Geisterkennens wird feststehen wollen. Denn in unserer heutigen Zeit wissen oftmals diejenigen, die am allerärgsten glauben, kritisch auftreten zu können, gar nicht, wovon sie reden. Es gibt Leute, die, sagen wir, Artikel zu schreiben anfangen über die Geisteswissenschaft, fürchterlich schimpfen über die Phantastik des Geistesforschers: was der alles ersinnen kann! In der zweiten Hälfte des Artikels kommen dann allerhand Angaben über den Autor, die alle erlogen sind, die nicht wahr sind. Eine wüste Phantasie herrscht in diesen Beschreibungen. Keiner, der in die übersinnlichen Welten hinaufsteigt, könnte eine solche Phantastik ersinnen wie derjenige, der im ersten Teile seines Artikels über die phantastische Geisteswissenschaft hergezogen ist. So legen sich die Dinge um in der menschlichen Seele. Diejenigen, die da glauben, recht klar die Wahrheit sagen zu dürfen, und die begabt sind mit einer gewissen unlauteren Phantasie über die Tatsachen des physischen Planes, betäuben sich, indem sie schimpfen über das, was übersinnlich erfaßt werden muß. So sucht die Menschheit nicht nur im Alkohol, sondern auch in allerlei anderen Mitteln Betäubung. In mancherlei muß man klar sehen, und zum Klarsehen wird uns die spirituelle Weltanschauung Anleitung geben. Die allermannigfaltigsten Betäubungsmittel werden gesucht und auch gefunden, und sie werden gefunden aus dem Grunde, weil immer mehr und mehr recht dämonische Naturen in den verborgenen Tiefen der Menschenseelen wirken. Diese dämonischen Wesen werden schon nach und nach losgelassen werden gerade gegen dasjenige, was die Menschheit von der spirituellen Seite her befruchten soll.

[ 22 ] This sentiment will continue to spread in the present day, for souls who are inwardly cowardly yet outwardly vain are becoming increasingly common in the world today. And so it may very well happen in the near future that even more hatred and even more attacks will be hurled against Spiritual Science than has already been the case. There is therefore sufficient reason to see and feel all these things with absolute clarity, to maintain harmony despite the feelings described, precisely when it often seems outwardly that everything could go wrong. To see clearly and distinctly—that will be necessary if one wishes to stand firm on the ground of spiritual knowledge. For in our present age, those who believe most strongly that they can be critical often do not know at all what they are talking about. There are people who, let’s say, start writing articles about Spiritual Science, railing furiously against the fantasy of the spiritual researcher: what he can come up with! In the second half of the article, all sorts of details about the author appear, all of which are lies, none of which are true. A wild imagination reigns in these descriptions. No one who ascends into the supersensible worlds could conjure up such fantastical notions as the one who, in the first part of his article, railed against “fantastical Spiritual Science.” This is how things turn in the human soul. Those who believe they can speak the truth quite clearly, and who are endowed with a certain dishonest imagination regarding the facts of the physical plane, numb themselves by railing against what must be grasped supersensually. Thus humanity seeks numbness not only in alcohol but also in all manner of other means. In many matters, one must see clearly, and the spiritual worldview will guide us toward clear seeing. The most diverse kinds of intoxicants are sought and also found, and they are found for the reason that more and more truly demonic natures are at work in the hidden depths of the human soul. These demonic beings will gradually be unleashed precisely against that which is meant to enrich humanity from the spiritual side.

[ 23 ] Das ist etwas, was ich gerade in dieser Zeit, meine lieben Freunde, vor Ihre Seele als eine Art Zukunftsbild hinmalen möchte aus dem Grunde, weil es gut ist, daß wir uns in unserer Zeit erinnern, wie wir, wenn wir die Geisteswissenschaft und ihre Mission wirklich erkennen, durch diese Erregung der richtigen Empfindungen gegenüber dieser Geisteswissenschaft und ihrer Mission, uns fest und sicher auf den Boden stellen wollen, von dem aus wir in unserem Innern ruhig der Entwickelung in die Zukunft hinein zuschauen können, wenn wir auch vielleicht äußerlich immer mehr und mehr in Disharmonie hereingebracht werden können, immer mehr beunrechtet werden können.

[ 23 ] This is something I would like to paint before your souls right now, my dear friends, as a kind of vision of the future, for the simple reason that it is good for us in our time to remember how, when we truly recognize Spiritual Science and its mission, through this stirring of the right feelings toward Spiritual Science and its mission, we want to stand firmly and securely on the ground from which we can calmly observe the unfolding of the future within ourselves, even if outwardly we may be drawn into ever greater disharmony and subjected to ever greater injustice.