Occult Studies on Life Between Death and Rebirth
GA 140
2 March 1913, Frankfurt
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Occult Studies on Life Between Death and Rebirth, tr. SOL
13. Die Mission des Erdenlebens als Durchgangspunkt für das Jenseits
13. The Purpose of Earthly Life as a Gateway to the Afterlife
[ 1 ] Manche Menschen, ja viele Menschen gibt es heute noch, die sagen: Nun ja, es mag ein geistig-seelisches Leben nach dem Tode geben, aber wozu brauchen wir uns jetzt darum zu kümmern? Wir können ja einfach dieses irdische Leben führen mit alledem, was es gibt, mit allem, was es darbietet, und wir können warten, ob sich dann das andere Leben zeigen wird, wenn der Tod kommt!
[ 1 ] There are still some people—indeed, many people—today who say: Well, there may be a spiritual and emotional life after death, but why should we worry about that now? We can simply live this earthly life with everything it has to offer, and we can wait to see if that other life will reveal itself when death comes!
[ 2 ] Die Geisteswissenschaft zeigt uns aber, daß der Mensch in dem Leben zwischen Tod und Geburt gewissen Wesenheiten begegnet. Geradeso, wie er hier vielen Wesen der Naturreiche begegnet, so begegnet er dort den Wesenheiten der höheren Hierarchien und den mehr oder weniger elementaren Wesenheiten. Wenn ein Mensch ohne Urteilsfähigkeit durchs Leben geht, so kommt das daher, daß er zwischen Tod und Geburt den Wesenheiten nicht begegnen konnte, welche ihm die Kräfte hätten geben können, seine Kräfte so zu beleben, daß er moralisch und intellektuell tüchtig sein kann in diesem Leben. Nun aber hängt wieder die Möglichkeit und die Fähigkeit, gewisse Wesenheiten zu treffen zwischen Tod und Geburt, von dem letzten Leben ab. Wenn wir uns im Erdenleben nie beschäftigt haben mit Gedanken, die nach der geistigen Welt hinaufgehen, mit Gedanken, die sich befassen mit dem Übersinnlichen; wenn wir ganz aufgegangen sind im letzten Erdenleben in der äußeren Welt, in der Welt der Sinne, wenn wir nur lebten in dem Verstande, soweit er auf die äußere physische Welt gerichtet ist, dann machen wir es uns unmöglich, zwischen Tod und neuer Geburt an gewisse Wesenheiten heranzukommen und von ihnen Fähigkeiten für das nächste Leben zu bekommen. Es ist gewissermaßen das Gebiet drüben finster und dunkel für uns, und wir können die Kräfte der höheren Hierarchien in der Finsternis nicht finden. Der Mensch schreitet dann einher in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt, ohne die Wesenheiten zu beachten, von denen er Kräfte empfangen müßte für das folgende Erdenleben.
[ 2 ] Spiritual Science shows us, however, that between death and birth, human beings encounter certain beings. Just as they encounter many beings of the natural kingdoms here, so too do they encounter the beings of the higher hierarchies and the more or less elemental beings there. If a person goes through life without the ability to judge, it is because between death and birth they were unable to encounter the beings who could have given them the strength to develop their powers in such a way that they could be morally and intellectually capable in this life. Now, however, the possibility and ability to meet certain beings between death and birth again depends on the last life. If, in our earthly life, we have never engaged in thoughts that ascend toward the spiritual world, in thoughts that deal with the supersensible; if in our last earthly life we were completely absorbed in the outer world, in the world of the senses, if we lived only in the intellect insofar as it is directed toward the outer physical world, then we make it impossible for ourselves to approach certain beings between death and new birth and to receive from them abilities for the next life. In a sense, the realm on the other side is gloomy and dark for us, and we cannot find the forces of the higher hierarchies in the darkness. Human beings then proceed through the life between death and new birth without taking notice of the beings from whom they ought to receive forces for the following earthly life.
[ 3 ] Und woher kommt das Licht, wodurch wir uns die Finsternis zwischen Tod und Geburt erleuchten können? Woher nehmen wir dieses Licht? Zwischen Tod und neuer Geburt gibt uns niemand Licht. Die Wesenheiten sind da, und es handelt sich darum, daß wir mit ihnen zusammenkommen, dadurch daß wir uns im letzten Erdenleben das Licht selbst angezündet haben durch unsere Beschäftigung mit der spirituellen Welt. Wir können nach dem Tode nicht mehr die Finsternis durchleuchten, wenn wir uns das Licht nicht mitgenommen haben, da wir durch die Pforte des Todes geschritten sind.
[ 3 ] And where does the light come from that allows us to illuminate the darkness between death and birth? Where do we get this light? Between death and a new birth, no one gives us light. The beings are there, and the point is that we come together with them because we have kindled the light ourselves in our last earthly life through our engagement with the spiritual world. After death, we can no longer illuminate the darkness if we have not taken the light with us as we passed through the gate of death.
[ 4 ] Wir sehen also daraus, wie unrichtig der Ausspruch ist, daß man sich hier nicht zu kümmern brauche um das spirituelle Leben, sondern abwarten könne, was da kommt. Ja, wenn man abwartet, was da kommt, dann kommt eben die Finsternis.
[ 4 ] We can see from this just how false the claim is that one need not concern oneself with the spiritual life here, but can simply wait and see what happens. Indeed, if one waits to see what happens, then darkness is what comes.
[ 5 ] Das Erdenleben ist also nicht etwa bloß ein Durchgangspunkt, sondern es hat eine Mission, es ist eine Notwendigkeit für das Jenseits wie das Jenseits für das Erdenleben. Die Leuchten für das jenseitige Leben müssen von der Erde aus hineingetragen werden. So also kann es vorkommen, daß der Mensch hier stumpf bleibt gegenüber der übersinnlichen Welt, daß er vorbeitappt an der Möglichkeit, an den Fähigkeiten, sich Instrumente zu schaffen für sein nächstes Leben.
[ 5 ] Earthly life is therefore not merely a point of passage, but has a mission; it is as necessary for the afterlife as the afterlife is for earthly life. The lights for the life beyond must be carried there from Earth. Thus it can happen that a person here remains oblivious to the supersensible world, that they stumble past the opportunity and the abilities to create tools for their next life.
[ 6 ] Nun schreitet aber dann der Mensch neuerdings durch die Pforte des Todes nach einem Leben, innerhalb dessen er unzulänglich war in dieser oder jener Beziehung. Sie sehen, es bietet sich fast ein trostloser Überblick. Würde gar nichts anderes eintreten, so müßte ja der Mensch immer unzulänglicher und unzulänglicher werden. Denn wenn der Mensch zuerst in einem Erdenleben durch ein willkürliches Stumpfsein sich gegen die übersinnliche Welt verschlossen hat, so ist er im nächsten Leben noch weniger fähig, sich Organe zu bereiten. Und wenn nichts anderes käme, so müßte er sich so fortentwickeln. Also seine Entwickelung würde immer weiter abwärts gehen.
[ 6 ] But then, once again, the human being passes through the gate of death after a life in which he was inadequate in one way or another. As you can see, the picture that emerges is almost bleak. If nothing else were to happen, the human being would indeed become increasingly inadequate. For if a person has first closed themselves off from the supersensible world in an earthly life through a wilful dullness, they are even less capable of developing the necessary faculties in the next life. And if nothing else were to happen, they would have to continue developing in this way. Thus, their development would go further and further downhill.
[ 7 ] Nun tritt aber dann etwas anderes ein. Wenn der Mensch durch ein willkürliches Stumpfsein über die Erde geht, dann tritt in dem Leben nach dem zweiten Erdenleben an ihn heran Luzifer mit seiner Macht. Der Mensch würde dann in einem nächsten Leben zwischen Tod und neuer Geburt, wenn Luzifer nicht an ihn herantreten würde, erst recht in Finsternis tappen. Aber weil er durchgegangen ist durch ein Leben wie das eben geschilderte, so kann Luzifer an ihn herantreten, und er beleuchtet ihm jetzt diejenigen Kräfte und Wesenheiten, welche er für das nächste Leben braucht. Die Folge davon ist, daß sie alle von dem Lichte des Luzifer gefärbt sind. Er tritt dann nach dem stumpfsinnigen Dasein und nachdem er von Luzifer geführt wurde durch das Leben zwischen Tod und neuer Geburt in ein neues Erdenleben ein: dann ist er ganz und gar mit Fähigkeiten begabt, die seine Organe so zubereiten, daß sie ihn überall den Versuchungen des Luzifer auf der Erde aussetzen.
[ 7 ] But then something else happens. If a person walks the earth in a state of wilful dullness, then in the life following their second earthly existence, Lucifer approaches them with his power. In the next life between death and rebirth, if Lucifer did not approach him, the human being would be groping in darkness all the more. But because he has lived through a life such as the one just described, Lucifer can approach him, and he now illuminates for him those forces and beings that he needs for the next life. The result of this is that they are all colored by the light of Lucifer. After this dull existence and after being guided by Lucifer through the life between death and new birth, he then enters a new earthly life: he is then fully endowed with abilities that prepare his organs in such a way that they expose him everywhere to the temptations of Lucifer on Earth.
[ 8 ] Solch ein Mensch kann dann klug und verständig sein, aber sein Verstand wird kalt sein und berechnend, vor allen Dingen durchdrungen sein von Selbstsucht, von Egoismus. Dem Seher zeigt sich bei so vielen Menschen in der Welt, die eigentlich klug und verständig sind, aber kalt und selbstsüchtig in ihrer Betätigung, so daß sie, wenn man mit ihnen zusammenkommt, einen übervorteilen, damit sie selbst möglichst vorwärtskommen und sich in Szene setzen können, — es zeigt sich ihm bei der Betrachtung solcher Menschen, daß sie in ihrem früheren Leben in der geistigen Welt von Luzifer geführt waren und daß sie ein stumpfsinniges Leben in der vorhergehenden Erdeninkarnation geführt haben: ein Tappen in Finsternis in dem weiter zurückliegenden Leben, vorher ein willkürliches Sichverschließen gegen die spirituelle Welt.
[ 8 ] Such a person may well be intelligent and sensible, but their mind will be cold and calculating, and above all permeated by self-interest and selfishness. To the seer, it becomes apparent that so many people in the world, who are actually intelligent and sensible, are cold and selfish in their actions, so that when one comes into contact with them, they take advantage of one in order to advance themselves as much as possible and put themselves in the spotlight; — it becomes clear to him upon observing such people that in their previous life in the spiritual world they were led by Lucifer and that they led a dull life in their previous earthly incarnation: groping in darkness in that more distant life, previously a wilful closing off from the spiritual world.
[ 9 ] Und man muß sagen: Bei einer solchen Erkenntnis eröffnet sich einem eine traurige Perspektive für die materialistische Menschheit. Die Menschen, die in der Gegenwart materialistisch gesinnt sind und ablehnen die Beschäftigung mit der spirituellen Welt, die das Seelenleben als abgeschlossen betrachten durch den Moment des Todes, ihnen steht ein solches Leben bevor, wie ich es jetzt geschildert habe. Wir kommen aber nicht damit aus, daß wir nur in abstrakter Form dieses oder jenes zusammenspintisieren über den Zusammenhang der verschiedenen Leben, sondern der konkrete Überblick zeigt uns die mannigfaltigsten Zusammenhänge zwischen vorhergehenden und kommenden Erdenleben und den aufeinanderfolgenden Leben im Geistigen. Daran müssen wir festhalten, daß das Erdenleben eine große Bedeutung hat für das Leben nach dem Tode.
[ 9 ] And it must be said: Such a realization opens up a bleak prospect for materialistic humanity. People who are materialistic in their outlook today and reject engagement with the spiritual world—who regard the life of the soul as concluded at the moment of death—face a life such as the one I have just described. However, it is not enough for us to merely speculate in abstract terms about the connections between different lives; rather, a concrete overview reveals to us the most manifold connections between past and future earthly lives and the successive lives in the spiritual realm. We must hold fast to the fact that earthly life has great significance for life after death.
[ 10 ] Und so hat es dann auch noch eine andere Bedeutung. Es hat die Bedeutung, daß wir gewissen Wesenheiten nur eigentlich auf der Erde im vollen Sinne des Wortes so begegnen können, daß wir mit ihnen recht bekannt werden. Und zu diesen Wesenheiten gehört vor allen Dingen der Mensch selbst. Würde das Band von Mensch zu Mensch nicht geknüpft werden können auf der Erde, so würde es auch nicht im Geistgebiet geknüpft werden können. Die Veteinigungen, die zwischen Mensch und Mensch bestehen, sind solche, daß sie sich hier bilden und sich dann in der geistigen Welt fortsetzen. Wir können sie aber nie bilden mit Menschenwesen, die irgendwie prädestiniert sind dazu, auf der Erde verkörpert zu sein, wenn wir auf der Erde die Gelegenheit haben sie kennenzulernen, sie aber nicht benützen; wir können nicht das hier Versäumte in der geistigen Welt ersetzen in der Zeit, die wir durchleben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.
[ 10 ] And so it also has another meaning. It means that we can truly encounter certain beings on Earth—in the full sense of the word—only by becoming truly acquainted with them. And among these beings, above all, is the human being himself. If the bond between human beings could not be formed on Earth, it could not be formed in the spiritual realm either. The connections that exist between human beings are such that they are formed here and then continue in the spiritual world. However, we can never form them with human beings who are in some way predestined to be incarnated on Earth if, while on Earth, we have the opportunity to get to know them but do not make use of it; we cannot make up for what we have missed here in the spiritual world during the time we spend between death and a new birth.
[ 11 ] Nehmen wir einmal ein Beispiel: Gautama Buddha. Er war eine solche Menschenwesenheit, die in jenem Leben im sechsten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung als Königssohn lebte und die im 29. Jahre aufgestiegen ist von der Bodhisattva-Würde zur BuddhaWürde. Das heißt: er ist ein Buddha geworden, und ein Buddha braucht sich nicht mehr in einem physischen Menschenleibe zu verkörpern. Der Gautama-Buddha hat also dazumal sein letztes Erdenleben durchgemacht. Eine große Anzahl von Menschen trat damals auf der Erde mit dieser Wesenheit in Berührung. Auch in noch früheren Verkörperungen auf der Erde traten Menschen mit dem Bodhisattva in Berührung. Alle diese Verhältnisse können sich wiederum fortsetzen in die geistige Welt hinein. Diejenigen, die hier auf der Erde mit dem Gautama Buddha in Berührung gekommen sind, können dieses Verhältnis, das sich zwischen ihnen und dem Gautama Buddha, etwa wie das eines Schülers zum Lehrer, angesponnen hat, in die geistige Welt hinein fortsetzen. Aber es gab Seelen im Verlauf der Erdenentwickelung, die nie zu dem Gautama Buddha auf Erden ein Verhältnis gewonnen haben. Diese Seelen können, auch wenn sie eine noch so besondere Reife erlangt haben würden, nun nicht mehr in der geistigen Welt so ohne weiteres mit dem Gautama-Buddha, mit der Seele, die damals im Gautama Buddha verkörpert war, in Berührung kommen. Nur, in bezug auf den Gautama-Buddha tritt eine Art Ersatz ein; es tritt etwas für ihn ein, was wie ein Ersatz wirkt, wenn man zu ihm nicht auf der Erde in eine gewisse Berührung gekommen ist. Denn der Buddha hat ein ganz besonderes Schicksal durchgemacht, nachdem er Gautama Buddha war und nicht mehr zurückzukehren brauchte zur Erde, sondern fortlebt in einer rein geistigen Region. Zunächst ist er ja mit den Erdenverhältnissen in Beziehung geblieben; nur nicht von der Erde aus, auf welche er ja nicht mehr zurückkehrte, sondern von den geistigen Regionen aus wirkte die Wesenheit des Gautama-Buddha herein in das Erdendasein. Wir wissen, daß der Gautama-Buddha seine Wesenheit hineinstrahlen ließ in jenen Jesusknaben, von dem uns das Lukas-Evangelium erzählt. Da strahlte die übersinnliche Wesenheit des Buddha in den Astralleib des Lukas-Jesusknaben hinein, wirkte also von der übersinnlichen Welt in das Erdendasein herein. Aber mit den gewöhnlichen Vorstellungsweisen konnten die Erdenmenschen nicht mehr in Verbindung mit ihm kommen, sondern in Verbindung mit der Seele des Gautama-Buddha konnten nur diejenigen kommen, die von der Erde aus durch eine höhere Entwickelung den Zugang zu ihm fanden, zum Beispiel Franz von Assisi. Bevor dieser eingetreten ist in das Erdenleben, und vor dem Ablauf des letzten Lebens zwischen Geburt und Tod, lebte die Wesenheit des Franz von Assisi in einer im südöstlichen Europa befindlichen Mysterien-Kolonie, in welcher nicht physische Lehrer waren, sondern Lehrer aus der übersinnlichen Hierarchie, welcher der Buddha zugehörte oder besser gesagt die Seele, die einstmals in dem Buddha verkörpert war. Es ist in einer solchen Mysterienstätte so, daß Schüler da sind, die schon die hohen Fähigkeiten für das Schauen der übersinnlichen Welt entwickelt haben. Solche Schüler sind imstande, Lehrer zu haben, die nur aus der geistigen Welt hereinwirken. Und so lehrte denn in jener Mysterienstätte der Buddha; und ein treuergebener Schüler des Buddha war Franz von Assisi in seiner früheren Inkarnation. Und auf nahm dazumal Franz von Assisi alles dasjenige, was ihn befähigte, in dem Leben, in das er dann eintrat, sich selbst zu beleuchten die höheren Hierarchien, die ihn dann in das Dasein treten ließen als den großen Mystiker, der eine so starke Wirkung in seiner Zeit haben konnte. Das alles ist möglich, da ja allerdings diese Seele des Franz von Assisi in eine Beziehung getreten ist durch ihre damaligen höheren Fähigkeiten mit dem Gautama Buddha, auch noch nachdem er von der übersinnlichen Welt aus auf ihn wirken konnte.
[ 11 ] Let’s take an example: Gautama Buddha. He was a human being who, in that life in the sixth century B.C.E., lived as a prince and who, at the age of 29, ascended from the status of Bodhisattva to that of Buddha. This means: he became a Buddha, and a Buddha no longer needs to incarnate in a physical human body. Gautama Buddha thus lived out his final earthly life at that time. A large number of people came into contact with this being on Earth back then. Even in earlier incarnations on Earth, people came into contact with the Bodhisattva. All these relationships can continue into the spiritual world. Those who came into contact with Gautama Buddha here on Earth can continue this relationship—which developed between them and Gautama Buddha, much like that of a student to a teacher—into the spiritual world. But there were souls in the course of Earth’s evolution who never established a relationship with the Gautama Buddha on Earth. These souls, even if they have attained a very special level of maturity, can no longer simply come into contact in the spiritual world with the Gautama Buddha—with the soul that was incarnated in the Gautama Buddha at that time. However, in the case of Gautama Buddha, a kind of substitute comes into play; something takes his place that acts as a substitute if one has not come into a certain contact with him on Earth. For the Buddha underwent a very special destiny after he was Gautama Buddha and no longer needed to return to Earth, but lives on in a purely spiritual region. At first, he remained connected to earthly conditions; only not from the earth, to which he no longer returned, but from the spiritual regions did the being of Gautama Buddha work its way into earthly existence. We know that the Gautama Buddha allowed his being to radiate into that boy Jesus of whom the Gospel of Luke tells us. There the supersensible being of the Buddha radiated into the astral body of the boy Jesus of Luke, thus working from the supersensible world into earthly existence. But with their ordinary modes of perception, earthly human beings could no longer come into contact with him; rather, only those who, from the earth, found access to him through higher development—such as Francis of Assisi—could come into contact with the soul of Gautama Buddha. Before he entered earthly life, and before the end of his last life between birth and death, the being of Francis of Assisi lived in a mystery colony located in southeastern Europe, where the teachers were not physical beings but teachers from the supersensible hierarchy to which the Buddha belonged—or rather, the soul that was once incarnated in the Buddha. In such a mystery center, there are disciples who have already developed the high abilities required to perceive the supersensible world. Such disciples are capable of having teachers who work from the spiritual world alone. And so the Buddha taught in that mystery center; and Francis of Assisi, in his former incarnation, was a devoted disciple of the Buddha. And at that time, Francis of Assisi took in everything that enabled him, in the life he then entered, to illuminate himself with the higher hierarchies, which then allowed him to enter existence as the great mystic who was able to have such a powerful impact in his time. All of this is possible, since the soul of Francis of Assisi, through its higher abilities at that time, entered into a relationship with Gautama Buddha, even after the latter was able to influence him from the supersensible world.
[ 12 ] Aber für das gewöhnliche Menschenleben, das angewiesen ist auf das Leben, das durch die Sinne und den Verstand entfaltet wird, ist ja eine solche Begegnung nicht möglich. Und dann gilt das, was eben gesagt worden ist: daß wir einem Menschenwesen nicht mehr begegnen können, wenn wir ihm nicht begegnet sind in der physischen Welt.
[ 12 ] But for ordinary human life, which depends on the life unfolded through the senses and the intellect, such an encounter is, of course, not possible. And so what has just been said applies: that we can no longer encounter a human being if we have not encountered them in the physical world.
[ 13 ] Die Ausnahme, die wir eben bei Buddha kennengelernt haben, bedingt nun eben weitere Ausnahmen. Und wenn es unmöglich ist, daß der gewöhnliche Mensch in den geistigen Regionen Menschen begegnet, mit denen er hier kein Verhältnis angeknüpft hat, so ist es doch möglich, daß der Erdenmensch, der hier den ChristusImpuls empfangen hat, sich damit durchdrungen hat, zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, wenn auch nicht anderen Menschen, mit denen er hier keine Verbindung angeknüpft hat, so doch dem Buddha drüben begegnet. Denn für ihn ist ja wieder etwas ganz Besonderes vorgesehen.
[ 13 ] The exception we have just encountered in the case of Buddha now gives rise to further exceptions. And while it is impossible for the ordinary human being to encounter people in the spiritual realms with whom he has not established a relationship here, it is nevertheless possible for the earthly human being who has received the Christ impulse here, and has been permeated by it, to encounter—between death and a new birth—if not other people with whom he has not established a connection here, then at least the Buddha over there. For something quite special is indeed in store for him.
[ 14 ] Beim Beginn des siebzehnten Jahrhunderts, da stand ein anderer Planet als die Erde an dem Punkte einer ähnlichen Entwickelungskrisis, wie die Erde in einer solchen stand, als das Mysterium von Golgatha hereinbrach. Und wie dazumal in diesem Erdendasein aus höheren Regionen der Christus erschienen ist, so erschien in jener Mars-Krisis gegen das siebzehnte Jahrhundert auf diesem Mars der Buddha. Das heißt, nachdem der Buddha durch seine Erdeninkarnationen gegangen war bis zu seiner letzten, war es für ihn nicht mehr notwendig, in ein Erdenleben zurückzukehren; aber er setzte seine Tätigkeit fort in anderen Regionen. Der Buddha wanderte sozusagen von den Erdenverhältnissen hinaus nach dem Mars. Und während der Mars bis dahin der Ursprungsort vorzugsweise war der Kräfte, die der Grieche als den für die Welt fruchtbaren Streit bezeichnet, so war diese Mission des Mars gegen das siebzehnte Jahrhundert abgelaufen, und ein neuer Einschlag war dort notwendig: der Buddha vollbrachte dort die Buddha-Kreuzigung. Nicht verlief für den Mars das Buddha-Mysterium, wie das ChristusMysterium auf Erden verlief, aber der Friedensfürst Buddha, der in seinem letzten Erdenleben überall Frieden und Liebe ausstrahlte, der wurde hineinversetzt in den von Streit erfüllten Mars. Und das Hineinversetztwerden der Wesenheit, die ganz erfüllt ist von Friedenskräften, von Liebekräften, in den Plan des Streites und der Disharmonie, das ist in gewissem Sinne auch eine Kreuzigung gewesen.
[ 14 ] At the beginning of the seventeenth century, a planet other than Earth was at the point of a developmental crisis similar to the one Earth faced when the Mystery of Golgotha unfolded. And just as Christ appeared in this earthly existence from higher regions at that time, so did the Buddha appear on Mars during that Martian crisis around the seventeenth century. That is to say, after the Buddha had passed through his earthly incarnations up to his last, it was no longer necessary for him to return to an earthly life; but he continued his work in other regions. The Buddha, so to speak, moved out of earthly conditions to Mars. And while Mars had until then been the primary source of the forces that the Greeks described as the conflict that is fruitful for the world, this mission of Mars had come to an end by the seventeenth century, and a new intervention was necessary there: the Buddha accomplished the Buddha Crucifixion there. The Buddha Mystery did not unfold on Mars as the Christ Mystery unfolded on Earth, but the Prince of Peace, the Buddha, who in his last earthly life radiated peace and love everywhere, was transferred into Mars, which was filled with strife. And the placing of this being, who is entirely filled with forces of peace and love, into the realm of strife and disharmony—that, in a certain sense, was also a crucifixion.
[ 15 ] Für den Seherblick fügen sich zwei Momente wunderbar zusammen. Wenn man den Blick hinrichtet auf den achtzigjährigen sterbenden Buddha hier auf der Erde, dann ist gerade dieser BuddhaTod etwas seltsam Ergreifendes und Erschütterndes. 483, in einer herrlichen Vollmondnacht, umflossen von dem silbernen Mondenlicht, da starb der Buddha, ausstrahlend Frieden und Milde. Das war der letzte Erdenmoment. Dann wirkte er noch in der Ihnen eben geschilderten Weise auf die Erde hin. Im Beginn des siebzehnten Jahrhunderts sieht der Seher wieder aufleuchten das milde, silberne moralische Licht des Buddha auf dem Mars. Es sind zwei wunderbare Momente, die sich im Weltgeschehen zusammenschließen.
[ 15 ] To the seer’s eye, two moments come together wonderfully. When one directs one’s gaze toward the eighty-year-old dying Buddha here on Earth, it is precisely this death of the Buddha that is something strangely moving and deeply stirring. 483, on a magnificent full-moon night, bathed in the silver moonlight, the Buddha died, radiating peace and gentleness. That was his final moment on Earth. Then he continued to influence the Earth in the manner I have just described to you. At the beginning of the seventeenth century, the seer sees the gentle, silver moral light of the Buddha shining again on Mars. These are two wonderful moments that come together in world history.
[ 16 ] Und die Menschen, die hier auf der Erde den Christus-Impuls in der entsprechenden Weise aufnehmen, die gehen ja dann, wenn sie drüben leben, durch die kosmische Welt durch. Wir gehen alle durch diese Welten des Kosmos hindurch. Wir gehen zunächst durch die Planeten unseres Planetensystems. Wir durchleben eine Mondenzeit, eine Merkurzeit, eine Venuszeit, eine Sonnenzeit, eine Marszeit, eine Jupiterzeit, eine Saturnzeit. Hernach gehen wir hinaus in die Umgebung unseres Planetensystems, um dann wieder zurückzukehren. Und eben dann begegnen wir diesen Kräften und Wesenheiten, von denen wir empfangen müssen dasjenige, was wir zum Aufbau des nächsten Erdenlebens brauchen. Und derjenige, der hier auf Erden den Christus- Impuls aufgenommen hat, kann dann bei seinem Durchgehen durch die Mars-Sphäre das aufnehmen, was ausfließt von dem Buddha. Das ist solch ein Fall, ein Ausnahmefall, wo auch die Seelen, die nicht in ihren früheren Erdeninkarnationen mit dem Buddha zusammengekommen sind, noch jetzt, zwischen Tod und neuer Geburt, diesen Buddha treffen können.
[ 16 ] And the people here on Earth who receive the Christ impulse in the appropriate way—when they live on the other side, they pass through the cosmic world. We all pass through these worlds of the cosmos. First, we pass through the planets of our solar system. We experience a lunar phase, a Mercury phase, a Venus phase, a solar phase, a Mars phase, a Jupiter phase, and a Saturn phase. Afterward, we go out into the vicinity of our solar system, only to return again. And it is precisely then that we encounter these forces and beings from whom we must receive what we need to build our next earthly life. And the one who has received the Christ impulse here on Earth can then, as they pass through the sphere of Mars, receive what flows forth from the Buddha. This is such a case, an exceptional case, where even souls who did not meet the Buddha in their previous earthly incarnations can still encounter this Buddha now, between death and new birth.
[ 17 ] Für den seherischen Blick hat sich ergeben, daß manche Menschen, die im siebzehnten Jahrhundert lebten, ihre merkwürdige Begabung dadurch zeigen, daß sie in der Zeit, die ihrer Geburt voranging, in den geistigen Welten ihre Kraft bekamen von dem Buddha. Gering sind im Grunde genommen noch die Fähigkeiten, diese Kräfte aufzunehmen für die Menschen, weil der Buddha eben noch nicht lange auf dem Mars dieses Mysterium vollbracht hat. In der Zukunft werden die Menschenseelen immer mehr und mehr in der Mars-Sphäre Kräfte aufnehmen von dem Buddha. Aber schon im neunzehnten Jahrhundert haben sich für denjenigen, der so etwas sehen kann, Menschen gezeigt, die ihre Fähigkeiten dadurch hier im Erdenleben entwickeln können, daß sie bei ihrem Durchgang durch die Mars-Sphäre vom Buddha Einflüsse erhalten haben. So kompliziert und so wunderbar verlaufen diese Leben zwischen dem Tod und der neuen Geburt.
[ 17 ] It has become apparent to the clairvoyant eye that some people who lived in the seventeenth century demonstrated their remarkable gift by receiving their power from the Buddha in the spiritual worlds during the time preceding their birth. Fundamentally, people’s ability to absorb these powers is still limited, because the Buddha has not yet long since accomplished this mystery on Mars. In the future, human souls will increasingly absorb powers from the Buddha in the Martian sphere. But already in the nineteenth century, for those who can perceive such things, there have appeared human beings who are able to develop their abilities here in earthly life because they received influences from the Buddha during their passage through the Martian sphere. So complex and so wondrous are these lives between death and new birth.
[ 18 ] Der Mensch muß das Licht, das ihm die Erlebnisse zwischen dem Tod und einer neuen Geburt beleuchten kann, von hier mitnehmen, sonst tappt er im Finstern. Und so ist es auch in diesem besonderen Falle. Der Mensch, der hier von der Erde weggeht durch die Pforte des Todes und hier keinen Christus-Impuls aufgenommen hat, der davon nichts wissen wollte, der kann dann in dem darauffolgenden Leben in der geistigen Welt durch die Mars-Sphäre durchgehen, ohne etwas zu ahnen von den Einflüssen des Buddha. Der Buddha ist für ihn wie nicht da. Denn das müssen wir festhalten: Wir gehen zwar an den Wesenheiten der höheren Hierarchien vorbei; daß wir sie aber bemerken und daß wir das Notwendige mit ihnen zu tun bekommen können, das hängt davon ab, wie wir uns im letzten Erdenleben selbst das Licht angezündet haben, damit wir nicht an ihnen vorbeigehen, sondern von ihnen etwas empfangen können. — So hat der ganz unrecht, der da sagt: Es ist unnötig, sich im Erdenleben mit dem Jenseits zu befassen.
[ 18 ] Human beings must take with them from here the light that can illuminate the experiences between death and a new birth; otherwise, they will grope in the dark. And so it is in this particular case as well. The human being who departs from Earth through the gate of death without having received the Christ impulse here—who wanted nothing to do with it—can then pass through the Mars sphere in the spiritual world in the following life without having the slightest inkling of the influences of the Buddha. The Buddha is as if not there for him. For we must bear this in mind: Although we pass by the beings of the higher hierarchies, whether we notice them and whether we can engage with them as necessary depends on how we have kindled the light within ourselves in our last earthly life, so that we do not pass them by but can receive something from them. — Thus, the person who says, “It is unnecessary to concern oneself with the beyond during one’s earthly life,” is entirely wrong.
[ 19 ] Sie haben nun schon gesehen, daß eigentlich das Erdenleben für eine höhere Betrachtung eine Art spezieller Fall ist. Wir leben hier in der Erdensphäre zwischen Geburt und Tod im physischen Leibe verkörpert. Wir gehen zwischen den Erdenleben durch die geistige Welt. Man kann außer der Erdenverkörperung sprechen von einer «Verkörperung» zwischen Tod und neuer Geburt, oder vielmehr von einer Verseelung. Das, was ich ausgeführt habe für die andere Welt, gilt auch für die Erde. Denken Sie einmal, daß also für die Bewohner des Mars, die besonders zum Mars gehören, ein Mensch, der da lebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, durch das Marsdasein gehen kann, ohne in Berührung zu kommen mit den Marswesenheiten. Er sieht sie nicht, sie sehen ihn nicht. So ist es auch für die Erde. Durch die Erdensphäre gehen fortwährend Wesen, die eigentlich zu anderen Planeten gehören, so wie der Mensch zur Erde gehört. Marsbewohner verleben ihr reguläres Leben auf dem Mars, und zwischen ihrem Erlebnis, das dem Tode entspricht — es ist zwar etwas anders — und ihrem neuen Leben auf dem Mars, vollziehen sie den Durchzug durch die anderen Planeten. So daß tatsächlich Bewohner der anderen Planeten fortwährend durch unsere Erdensphäre durchgehen. Die Erdenmenschen können mit ihnen in kein Verhältnis treten, weil sie eben unter ganz anderen Daseinsbedingungen leben und weil sie unter Umständen eben gar keine Beziehungen angeknüpft haben auf dem Mars mit diesen Wesen.
[ 19 ] You have now seen that, from a higher perspective, earthly life is actually a kind of special case. Here in the earthly sphere, we live embodied in the physical body between birth and death. Between earthly lives, we pass through the spiritual world. In addition to earthly embodiment, one can speak of an “embodiment” between death and new birth, or rather of an ensoulment. What I have described for the other world also applies to the Earth. Consider, then, that for the inhabitants of Mars—who belong specifically to Mars—a human being living there between death and a new birth can pass through Martian existence without coming into contact with the Martian beings. He does not see them, and they do not see him. The same is true for Earth. Beings who actually belong to other planets pass through the Earth sphere continuously, just as humans belong to Earth. Martians live out their regular lives on Mars, and between their experience corresponding to death—though it is somewhat different—and their new life on Mars, they pass through the other planets. So that, in fact, inhabitants of the other planets are constantly passing through our Earth sphere. Earthlings cannot enter into any relationship with them, because they live under entirely different conditions of existence and because, under certain circumstances, they may not have established any connections with these beings on Mars at all.
[ 20 ] Was wäre denn notwendig, um diesen Durchzüglern durch die Erdensphäre, die eigentlich anderen Planeten zugehören, zu begegnen? Es wäre nötig, dad man Berührungspunkte mit ihnen entwickelt hätte auf ihren eigenen Planeten. Das kann man nur, wenn man hier auf der Erde schon bewußt durch die Entwickelung übersinnlicher Kräfte mit anderen als Erdenwesen in Beziehung kommen kann.
[ 20 ] What would be necessary to encounter these beings passing through Earth’s sphere, who actually belong to other planets? It would be necessary to have developed points of contact with them on their own planets. This is only possible if one can already consciously establish a relationship with beings other than Earthlings here on Earth through the development of extrasensory powers.
[ 21 ] So stellt sich in der Tat die Möglichkeit ein, daß bei denen, die eine höhere Geistesschulung durchgemacht haben, auch eine Begegnung stattfinden kann mit den Durchzüglern von anderen Planeten. Und so sonderbar es ist, es ist wirklich wahr, was ich Ihnen sage: Für denjenigen, der heute die merkwürdigen Theorien vernimmt, die die Physik und die Astronomie für die Marsbewohner aufstellt — für den, der sie kennenlernt als Durchzügler durch unsere Erde und von ihnen erfährt, wie das Marsdasein ist, denn so erfährt man es —, für den sind diese Hypothesen sehr komisch; denn es ist ganz anders. Alle diese Dinge führe ich aus, weil ich möchte, daß Sie Ihren Blick erweitern von dem Erdenleben aus in die anderen Welten, über die sichtbaren Wesenheiten hinaus, von denen wir umgeben sind, zu den Wesenheiten, die nicht wahrgenommen werden, solange der Blick für sie nicht geöffnet ist.
[ 21 ] Thus, the possibility does indeed arise that those who have undergone higher spiritual training may also encounter travelers from other planets. And as strange as it may seem, what I am telling you is truly true: For those who today hear the strange theories that physics and astronomy put forward about the inhabitants of Mars—for those who come to know them as travelers passing through our Earth and learn from them what life on Mars is like, for that is how one learns it—for them, these hypotheses are very strange; for it is quite different. I am explaining all these things because I would like you to broaden your perspective from earthly life to the other worlds, beyond the visible beings that surround us, to the beings that cannot be perceived until one’s eyes are opened to them.
[ 22 ] Aber nicht nur, daß wir mit Menschen nicht zusammenkommen können auf den anderen Planeten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, mit denen wir hier auf der Erde nicht Beziehungen angeknüpft haben, wir können auch nicht mit solchen Verhältnissen in Berührung kommen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, die zu der Erdenmission gehören, die sich hier entwickeln müssen und zu denen wir auf der Erde in keine Beziehungen getreten sind oder mit denen wir nicht auf dem Umweg durch die Erdenverhältnisse in Beziehung treten.
[ 22 ] But not only are we unable to meet people on other planets between death and a new birth with whom we have not established relationships here on Earth, we also cannot come into contact with such circumstances between death and a new birth that are part of the earthly mission, which must develop here and with which we have not entered into any relationships on Earth or with which we do not come into contact through the vicissitudes of earthly life.
[ 23 ] Geisteswissenschaft oder Anthroposophie zum Beispiel, was ist sie in kosmischer Beziehung? Nun, derjenige, der sich allerlei Theorien macht, könnte leicht glauben: Geisteswissenschaft ist etwas, was durch alle Welten hindurch gelehrt und gelernt werden kann. So ist es aber nicht eingerichtet im Weltenall. Ein jedes Gebiet der Welt hat seine besondere Aufgabe — und nicht wiederholt sich dies in der gleichen Weise im Weltenall. Geisteswissenschaft ist nur auf der Erde möglich, nicht auf einem anderen Planeten oder einem anderen Gebiet. Deshalb ist ja von den schöpferischen Mächten die Erde gemacht worden, damit hier entstehe, was nur auf der Erde entstehen kann. Geisteswissenschaft kann nur auf der Erde entstehen, man kann sie nirgends anders lernen; sie ist eine Offenbarung über die übersinnliche Welt, aber so, wie sie auftritt, kann sie nur hier auftreten.
[ 23 ] Spiritual Science or anthroposophy, for example—what is it in a cosmic context? Well, someone who comes up with all sorts of theories might easily believe that Spiritual Science is something that can be taught and learned throughout all worlds. But that is not how the universe is structured. Every region of the world has its own special task—and this does not repeat itself in the same way throughout the universe. Spiritual Science is possible only on Earth, not on another planet or in another region. That is why the creative powers made the Earth, so that what can arise only on Earth might arise here. Spiritual Science can only arise on Earth; it cannot be learned anywhere else; it is a revelation about the supersensible world, but in the form in which it appears, it can only appear here.
[ 24 ] Nun kann man sagen: Ja, das mag ja alles so sein, aber der Mensch könnte ja über die übersinnliche Welt sich in einer anderen Form unterrichten in der übersinnlichen Welt als in der Form der Geisteswissenschaft! — Ja, denken kann man es, aber wahr ist es nicht. Denn der Mensch ist so veranlagt, daß er einmal, wenn er überhaupt in der für ihn richtigen Weise ein Verhältnis zur höheren Welt gewinnen will, er dies nur durch Geisteswissenschaft gewinnen kann. Wenn der Mensch es versäumt auf der Erde, sich der Geisteswissenschaft oder Anthroposophie zu nähern, dann hilft ihm kein anderes Leben, um sie kennenzulernen. Aber auch hilft ihm kein anderes Leben, um die übersinnliche Welt in richtiger menschlicher Weise kennenzulernen. — Das braucht uns nicht in Verzweiflung zu bringen mit Bezug auf die vielen Menschen, die noch nichts wissen wollen von Geisteswissenschaft: sie werden ja wiederkehren und dann später damit in Berührung kommen. Anthroposophie ist auf der Erde eingerichtet, damit sie den Menschen dasjenige, was nach Menschenart über die übersinnliche Welt gewußt werden muß, vermitteln kann. Nur eine Art von Vermittlung ist möglich, und die ist nur möglich durch Vermittlung der Menschen. Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes eingetreten ist in die geistige Welt, ohne daß er hier etwas erfahren hat von Geisteswissenschaft, so kann er davon erfahren dadurch, daß er in Beziehung gestanden hat zu Erdenmenschen, die mit ihr in Berührung sind. Es ist das ein Umweg, aber ein möglicher Weg ist es. Nehmen wir das Beispiel von zwei Menschen, die hier auf Erden tief befreundet waren: der eine steht in Beziehung zur Anthroposophie, der andere nicht; der letztere stirbt, es kann der erstere ihm viel helfen dadurch, daß er ihm vorliest, ihn bekannt macht mit dem, was ihn nach dem Tode umgibt. Der Mensch kann also ein wichtiges Werk der Geisteswissenschaft sozusagen lesen mit einem Toten: der Tote hört ihm zu, wie es der Seher konstatieren kann.
[ 24 ] Now one might say: Yes, that may all be true, but surely a person could learn about the supersensible world in a different way than through Spiritual Science! — Yes, one might think so, but it is not true. For human beings are constituted in such a way that, if they wish to establish a relationship with the higher world in a way that is right for them, they can only do so through Spiritual Science. If a person fails to approach Spiritual Science or anthroposophy while on Earth, no other life will help them to come to know it. Nor will any other life help them to come to know the supersensible world in a truly human way. — This need not lead us to despair regarding the many people who still want to know nothing of Spiritual Science: they will return and come into contact with it later. Anthroposophy is established on Earth so that it can convey to human beings what must be known about the supersensible world in a human way. Only one kind of transmission is possible, and that is possible only through human mediation. When a person has entered the spiritual world through the gate of death without having learned anything about Spiritual Science here, they can learn about it through having been in relationship with people on Earth who are in contact with it. It is a roundabout way, but it is a possible path. Let us take the example of two people who were close friends here on earth: one is connected to anthroposophy, the other is not; the latter dies, and the former can help him greatly by reading to him, familiarizing him with what surrounds him after death. Thus, a person can, so to speak, read an important work of Spiritual Science with a dead person: the dead person listens to him, as the seer can confirm.
[ 25 ] Manchmal ist es so, die Tatsachen sprechen so, und wenn auch manches «Warum» aufgeworfen werden kann, diese «Warum» haben keine Bedeutung gegenüber der Tatsache, die ich Ihnen anführen kann als eine vollbeobachtete Tatsache: Es kann sein, daß ein einfacher Mensch, der nur in Berührung mit der Geisteswissenschaft kam und der den Toten recht geliebt hat, einem Toten besser vorlesen kann als ein Seher, der zwar den Toten aufsuchen kann, der aber in diesem Leben keine Gemütsbeziehungen hatte zu dem Toten. Zuweilen kann es aber auch sein, daß Seher sich zur Aufgabe machen, Toten vorzulesen, die sie nicht gekannt haben; es zeigt sich jedoch viel häufiger, daß man die Möglichkeit nicht findet, einem Toten, mit dem man früher nicht in Berührung gekommen ist, vorzulesen. Aus dieser Tatsache können Sie die große Bedeutung empfinden, welche geistige Gemeinschaften wie die anthroposophische haben: da wird in einer gewissen Weise das ersetzt, was wir jetzt charakterisieren konnten wie eine Art von Mitleben, In-Berührung-Kommen. Wenn es solche Gemeinschaften nicht gäbe, so würde in der Tat ein jeder Tote darauf angewiesen sein, nur vorgelesen zu bekommen durch ganz nahestehende Leute. Nur solche geistigen Gemeinschaften, wo gemeinsam spirituelle Ideale gepflegt werden, erweitern diese Sache. Und so kann es vorkommen, und es kommt vor, daß das eintritt, daß man da einen Anthroposophen trifft, der in einer gewissen Weise imstande ist, durch das, was er schon gelernt hat, stark konzentriert spirituelle Gedanken vorzulesen oder sie ablaufen zu lassen in seiner eigenen Seele. Dann kann man ihm sagen: Sieh einmal, da ist ein Mensch gestorben, ich zeige dir seine Schriftzüge, er war auch Anthroposoph, er gehört derselben Gemeinschaft an. Dann genügt vielleicht, daß der Betreffende nur Schriftzüge zu sehen bekommt — nicht Photographien —, einen Lieblingsspruch des Toten erfährt, und es kann sein, daß der betreffende schon etwas entwickeltere Anthroposoph auch einem solchen in fruchtbarster Weise vorlesen kann, mit dem er im Leben in keine Berührung gekommen ist. Das wird auch eine schöne Aufgabe einer geistigen Gemeinschaft sein, daß in einer so starken Weise der Abgrund überbrückt werden kann zwischen Lebenden und Toten.
[ 25 ] Sometimes this is the case; the facts speak for themselves, and even though one might raise many “whys,” these “whys” are of no consequence compared to the fact that I can present to you as a fully observed fact: It may be that a simple person who has merely come into contact with Spiritual Science and who truly loved the deceased can read to a deceased person more effectively than a seer who, while able to contact the deceased, had no emotional connection to them in this life. At times, however, it may also be the case that seers take it upon themselves to read to the dead whom they did not know; yet it is far more common that one finds it impossible to read to a deceased person with whom one had no prior contact. From this fact, you can sense the great significance of spiritual communities such as the anthroposophical one: there, in a certain way, what we have just characterized as a kind of shared living, of coming into contact, is replaced. If such communities did not exist, every deceased person would indeed be dependent on having readings performed only by those very close to them. Only such spiritual communities, where spiritual ideals are cultivated together, expand this possibility. And so it can happen—and it does happen—that one encounters an anthroposophist who, in a certain way, is able, through what he has already learned, to read aloud spiritual thoughts with great concentration or to let them unfold within his own soul. Then one can say to him: Look, a person has died; I’ll show you his handwriting; he was also an anthroposophist; he belonged to the same community. Then it may be enough for the person in question to see only handwriting—not photographs—and to learn a favorite saying of the deceased, and it may be that the somewhat more advanced anthroposophist can also read to such a person in the most fruitful way, even though he never came into contact with them in life. This will also be a beautiful task for a spiritual community: to bridge the gulf between the living and the dead in such a powerful way.
[ 26 ] Heute drängen sich die Anthroposophen noch zu mancherlei Aufgaben, die nur auf dem physischen Plane liegen, weil doch noch viel materialistische Denkungsweise in ihnen ist, wenn sie auch theoretisch aufgenommen haben die Wissenschaft der Anthroposophie. Die eigentlichen geistigen Aufgaben werden erst kommen, wenn Geisteswissenschaft noch tiefer in die Seelen eingezogen sein wird: dann werden sich Seelen finden, die das Amt übernehmen, den Toten zu helfen und sie vorwärtszubringen. Innerhalb unserer Gemeinschaft ist in gewisser Weise der Anfang schon seit langer Zeit gemacht worden, so daß dasjenige, was auf diesem Gebiet hat geschehen können, nun zu einer hohen Befriedigung gereichen muß.
[ 26 ] Today, anthroposophists still find themselves drawn to various tasks that lie solely on the physical plane, because there is still a great deal of materialistic thinking within them, even though they have theoretically embraced the science of anthroposophy. The true spiritual tasks will only come when Spiritual Science has penetrated even more deeply into the souls: then souls will be found who will take on the task of helping the dead and guiding them forward. Within our community, in a certain sense, the beginning was made long ago, so that what has been able to happen in this area must now bring great satisfaction.
[ 27 ] Allerdings, wenn ein Anthroposoph durch die Pforte des Todes gegangen ist, also selbst mitgenommen hat spirituelle Gedanken, so kann er, wenn er in der geistigen Welt lebt, unter Umständen dann auch selbst den Toten Dienste leisten, kann ihr Lehrer sein. Aber diese Dinge sind im allgemeinen schwerer als man denkt. Leichter als drüben kann man dieses alles auf Erden tun, weil die Gemeinschaften, die nach dem Tode da sein können, durchaus abhängig sind von den Gemeinschaften, die vor dem Tode da waren.
[ 27 ] However, if an anthroposophist has passed through the gate of death—that is, has taken spiritual thoughts with them—then, while living in the spiritual world, they may under certain circumstances be able to serve the dead themselves and act as their teacher. But these things are generally more difficult than one might think. It is easier to do all this on earth than in the spirit world, because the communities that may exist after death are entirely dependent on the communities that existed before death.
[ 28 ] Wenn zum Beispiel zwei Menschen auf der Erde miteinander gelebt haben, wovon der eine Anthroposoph war, der andere Geisteswissenschaft nicht mochte, nun nach dem Tode aber Sehnsucht hat nach ihr, so kann es vorkommen, daß sich der hier lebende Anthroposoph bis zu seinem eigenen Tode bemüht, dem Weggegangenen vorzulesen. Nach einer gewissen Zeit tritt der Zurückgebliebene, der dem anderen vorgelesen hat, selbst durch die Pforte des Todes; er ist dann mit ihm in der geistigen Welt. Ja, dann tritt ein Nachklang desjenigen Verhältnisses wieder ein, das hier auf der Erde bestand, und das bietet eine Schwierigkeit — während keine Schwierigkeit vorhanden war, als der eine noch auf Erden war und der andere gestorben war. Es treten Dissonanzen hervor, wenn sie unter den gleichen Daseinsbedingungen, die in ihren irdischen Beziehungen bestanden hatten, wieder zusammen sind. Und wie hier die eine Seele nichts wissen wollte von der anderen über Geisteswissenschaft, so ist es auch drüben. Das zeigt uns aber wieder, wie die Verhältnisse drüben abhängig sind von den Verhältnissen hier auf Erden. Die Dinge sind eben sehr kompliziert und können nicht bloß gedanklich konstruiert werden.
[ 28 ] If, for example, two people lived together on earth, one of whom was an anthroposophist and the other did not care for Spiritual Science, but now, after death, longs for it, it may happen that the anthroposophist still living here will strive, until his own death, to read aloud to the departed one. After a certain time, the one left behind, who read to the other, passes through the gate of death himself; he is then with him in the spiritual world. Indeed, a resonance of the relationship that existed here on earth then reemerges, and this presents a difficulty—whereas there was no difficulty when one was still on earth and the other had died. Dissonances arise when they are reunited under the same conditions of existence that had prevailed in their earthly relationships. And just as here one soul wanted to know nothing of the other regarding Spiritual Science, so it is on the other side as well. But this shows us once again how conditions on the other side depend on conditions here on Earth. Things are simply very complicated and cannot be constructed merely in the mind.
[ 29 ] Aber das, was in der Mission der Geisteswissenschaft liegt, das tritt durch solche Tatsachen lebendig vor unsere Seelen. Das zeigt uns, wie der Abgrund überbrückt wird zwischen den Lebenden und den Toten. Wir sehen, es können ebenso die Toten unter Umständen in die Erde hereinwirken, wie die Lebenden wirken können in die geistige Welt hinein. Wir können untersuchen, wie die Toten hereinwirken in die physische Welt.
[ 29 ] But what lies at the heart of the mission of Spiritual Science comes vividly to life before our souls through such facts. This shows us how the gulf between the living and the dead is bridged. We see that, under certain circumstances, the dead can influence the physical world just as the living can influence the spiritual world. We can investigate how the dead influence the physical world.
[ 30 ] Im Grunde wissen die Menschen hier auf der Erde sehr wenig von dem, was sie umgibt. Wie betrachten die Menschen das Leben eigentlich? Sie betrachten es so, daß sie die Ereignisse, die sich abspielen, wie an einen Faden anknüpfen, daß sie das eine als Ursache, das andere als Wirkung betrachten, aber weiter nicht viel dabei denken. So sonderbar es klingen mag, aber es ist so. Das was geschieht, das ist der allergeringste Inhalt des wirklichen Lebens, nur der äußerliche Inhalt des wirklichen Lebens. Es gibt noch etwas anderes im Leben als das, was so geschieht; etwas, was nicht minder eine Bedeutung hat für das Leben.
[ 30 ] Basically, people here on Earth know very little about what surrounds them. How do people actually view life? They view it in such a way that they link the events that unfold as if on a thread, seeing one as the cause and the other as the effect, but they don’t think much beyond that. As strange as it may sound, that is how it is. What happens is the very least of real life’s content—merely the outer content of real life. There is something else in life besides what happens in this way; something that is no less significant for life.
[ 31 ] Nehmen wir ein Beispiel. Ein Mensch ist gewohnt, jeden Tag pünktlich um acht Uhr aus seinem Hause zu gehen. Er hat täglich einen bestimmten Weg zu gehen über einen Platz. Eines Tages bringen es die Verhältnisse mit sich, daß er drei Minuten später weggeht als sonst; aber er geht denselben Weg. Da nimmt er etwas Sonderbares wahr an dem Platz, über den er täglich gehen muß unter Kolonnaden her: die Decke der Kolonnaden ist herabgestürzt! Wäre er zu der gewohnten Zeit gegangen, so hätte ihn die Decke bestimmt erschlagen.
[ 31 ] Let’s take an example. A person is accustomed to leaving his house at exactly eight o’clock every day. Every day he has a specific route to take that passes through a square. One day, circumstances cause him to leave three minutes later than usual; but he takes the same route. As he passes through the colonnade he must walk under every day, he notices something strange: the ceiling of the colonnade has collapsed! Had he left at his usual time, the ceiling would certainly have crushed him.
[ 32 ] Solche Dinge gibt es viele im Leben. Wie oft können wir uns sagen, daß etwas ganz anderes möglich gewesen wäre, wenn diese und jene Bedingungen vorhanden gewesen wären, als das, was eingetreten ist. Wir werden eben im Leben vor vielem behütet; vieles geschieht nicht, was geschehen könnte. Wir betrachten nämlich im Leben nur die äußeren Wirklichkeiten, nicht aber die inneren Möglichkeiten; aber diese Möglichkeiten liegen fortwährend hinter dem Leben. Wenn ein gewesener Tag für uns diese oder jene Ereignisse gebracht hat, so ist das eben im Grunde genommen nur das Äußerlich-Wirkliche, und dahinter liegt eine ganze Welt des Möglichen. Denken Sie sich zum Beispiel das Meer, meine lieben Freunde. In dem Meer leben viele, viele Heringe; damit sie haben entstehen können, sind aber nicht nur so viel Keime dagewesen, als dann Heringe entstanden sind. Viele, unendlich viele Keime gehen zugrunde; sie erreichen nicht ihr Ziel; es lebt nur die mögliche Anzahl von Heringen. So ist es aber mit dem ganzen Leben. Das, was wir vom Morgen bis zum Abend erleben, ist nur ein Ausschnitt aus einer großen Zahl von Möglichkeiten. Wir gehen in jedem Augenblick an möglichen, aber nicht geschehenden Dingen vorbei. Wenn etwas Mögliches an uns vorübergegangen ist, dann ist das für uns ein besonderer Augenblick. Denken Sie an das Beispiel des Mannes, der nur wie gewöhnlich hätte aus dem Hause zu gehen brauchen: er wäre von der Decke der Kolonnaden erschlagen worden. So sind aber fortwährend solche Möglichkeiten für uns vorhanden. In einem solchen Moment, wo ein Mensch drei Minuten später vor dem Gebäude ist, das ihn sonst erschlagen hätte, wenn er früher gekommen wäre, da ist der günstige Moment, daß die geistige Welt in ihm aufblitzen kann. Da kann ihm eines dieser Erlebnisse aufgehen, das ihn mit Toten zusammenbringen kann. Heute achtet der Mensch noch nicht auf diese Dinge, weil er eigentlich nur an der Oberfläche der Dinge lebt.
[ 32 ] There are many such things in life. How often can we tell ourselves that something entirely different might have been possible—had this or that condition been present—than what actually happened? We are, after all, shielded from many things in life; much that could have happened does not. For in life we consider only the external realities, but not the inner possibilities; yet these possibilities lie constantly behind life. If a past day has brought us this or that event, that is, in essence, only the external reality, and behind it lies a whole world of possibilities. Consider, for example, the sea, my dear friends. Many, many herring live in the sea; but for them to have come into being, there were not just as many eggs as there are now herring. Many, infinitely many eggs perish; they do not reach their goal; only the possible number of herring survives. But this is how it is with all of life. What we experience from morning to evening is only a fragment of a vast number of possibilities. At every moment, we pass by things that are possible but do not happen. When something that could have happened passes us by, that is a special moment for us. Think of the example of the man who need only have left the house as usual: he would have been struck down by the ceiling of the colonnade. Yet such possibilities are constantly present for us. In such a moment, when a person arrives three minutes later in front of the building that would otherwise have struck him down had he come earlier, there lies the opportune moment for the spiritual world to flash within him. There, one of those experiences may dawn upon him that can bring him into contact with the dead. Today, people do not yet pay attention to these things because they actually live only on the surface of things.
[ 33 ] Geisteswissenschaft wird nach und nach Lebenselixier werden, und der Mensch wird nicht nur sehen, was äußere Wirklichkeit ist, sondern er wird achten auf dasjenige, was sich ankündigt in seinem Seelenleben. Und darunter wird oftmals die Stimme der Toten sein, die noch etwas wollen von den Lebenden.
[ 33 ] Spiritual Science will gradually become the elixir of life, and people will not only see what external reality is, but will also pay attention to what is making itself known in their inner lives. And among these will often be the voices of the dead, who still have something to ask of the living.
[ 34 ] Wie wir am Vorlesen ein Beispiel dafür haben, daß die Lebenden auf die Toten wirken können, so können auch die Toten wiederum auf die Lebenden einwirken. Es wird die Zeit kommen, da werden die Menschen im Geiste mit den Toten reden. Da werden sie zu den Toten reden und werden den Toten gewissermaßen zuhören. Da es so ist, daß der Tod nur die äußere Form des Menschen ändert, seine Seele aber weiter sich entwickelt, so ist es noch ein recht unvollkommener Zustand der Menschheit, den die Menschen jetzt darleben, indem sie keine Gemeinschaft haben mit den Menschen, die nur in anderer Form leben, nur ein andersartiges Leben haben. Wenn Geisteswissenschaft nicht mehr eine Theorie sein wird, sondern die Seelen durchziehen wird, so wird auch eine lebendige Gemeinschaft mit den Toten immer da sein können. Dieses, was jetzt nur in einer gewissen Weise für den Seher da sein kann, das wird nach und nach gemeinsames Menschengut werden.
[ 34 ] Just as we have seen in the reading that the living can influence the dead, so too can the dead influence the living. The time will come when people will speak to the dead in spirit. They will speak to the dead and, in a sense, listen to them. Since death changes only the outer form of the human being, while the soul continues to develop, the state of humanity that people now experience—in which they have no communion with those who merely live in a different form, who simply lead a different kind of life—is still a rather imperfect one. When Spiritual Science is no longer merely a theory but permeates the souls, a living communion with the dead will always be possible. What is now accessible only in a certain way to the seer will gradually become a shared human heritage.
[ 35 ] Sie können sagen: Für den Seher mag das so sein, er kann die Menschen aufsuchen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Aber es ist dies heute sehr schwierig, weil der Unglaube an die geistige Welt, das Nicht-in-Beziehung-Stehen zur geistigen Welt Hindernisse schafft auch für diejenigen, die sich verbinden können mit der geistigen Welt. — Es gibt eben gewisse Dinge, die nur dann ungehindert sich abspielen können, wenn sie Gemeingut der Menschen sein können. Es kann ein Mensch ein noch so bedeutender Baumeister sein, wenn niemand etwas von ihm bauen läßt, kann er eben nicht bauen. So kann es auch für den Seher sein. Er kann die Fähigkeiten haben, in eine geistige Welt hinaufzusteigen zu den Toten: aber wenn das erschwert wird dadurch, daß die Gemeinschaft mit den Toten für die meisten Menschen unmöglich ist, kann es auch für den Seher nur in Ausnahmefällen gelingen.
[ 35 ] You might say: That may be true for the seer; he can visit people between death and a new birth. But this is very difficult today because disbelief in the spiritual world and a lack of connection to it create obstacles even for those who are able to connect with the spiritual world. — There are simply certain things that can only unfold unhindered if they are part of humanity’s common heritage. A person may be the most skilled architect, but if no one commissions him to build anything, he simply cannot build. The same can be true for the seer. He may have the ability to ascend into the spiritual world to the dead: but if this is made difficult by the fact that communion with the dead is impossible for most people, it can succeed for the seer only in exceptional cases.
[ 36 ] Meine lieben Freunde, ich wollte Ihnen zeigen, wie Geisteswissenschaft Leben wirken kann. Und vielleicht besser noch als dasjenige, was wir theoretisch lernen, ist dieses Gefühl, diese Empfindung zu pflegen von der Aufgabe der Geisteswissenschaft in der Menschenzukunft. Dadurch bekommt ein jeder, der zu dieser anthroposophischen Bewegung gehört, einen Eindruck von dem, was er eigentlich tut. Er bekommt einen Eindruck davon, was für ein Unermeßliches geleistet werden soll gerade durch die Geisteswissenschaft oder Anthroposophie. Und man lernt dadurch mit vollem Ernst und in voller Würde an ihr hängen, man lernt, sie nicht als etwas Leichtes, was uns nur erbauen soll, zu nehmen, sondern sie zu nehmen als etwas, was der Menschheit gegen die Zukunft hin notwendiger und notwendiger wird. Davon wollte ich durch die heutigen Betrachtungen eine Empfindung in Ihnen hervorrufen.
[ 36 ] My dear friends, I wanted to show you how Spiritual Science can influence life. And perhaps even better than what we learn theoretically is to cultivate this feeling, this sense of the task of Spiritual Science in humanity’s future. Through this, everyone who belongs to this anthroposophical movement gains an impression of what they are actually doing. They gain an impression of the immeasurable task that is to be accomplished precisely through Spiritual Science or anthroposophy. And through this, one learns to hold fast to it with full seriousness and dignity; one learns not to take it as something trivial, meant merely to uplift us, but to take it as something that will become increasingly necessary for humanity as we look toward the future. It is this that I wanted to evoke in you through today’s reflections.
