Life Between Death and Rebirth
in Relation to Cosmic Realities
GA 141
3 December 1912, Berlin
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Das Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt, 7th ed.
Dritter Vortrag
Dritter Vortrag
[ 1 ] Unter dem, was in unsern Betrachtungen über das Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt schon angedeutet worden ist, wird Ihnen erinnerlich sein, wie der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt zunächst in den Verhältnissen weiterlebt, die er sich hier im Erdendasein vorbereitet hat. Wir haben darauf hingewiesen, daß, wenn wir eine Persönlichkeit in der geistigen Welt nach dem Tode wieder antreffen, das Verhältnis zwischen uns und dieser andern Persönlichkeit zunächst das ist, das sich während des Erdendaseins angesponnen hat, daß wir aber an diesen Verhältnissen zunächst nichts ändern können. Sagen wir also: Irgendein Freund oder sonst eine Persönlichkeit, die vor uns hingestorben ist, wurde von uns nach dem Tode in der geistigen Welt angetroffen. Nehmen wir an, sie wäre eine derjenigen Persönlichkeiten, der wir durch gewisse Umstände zum Beispiel Liebe schuldig waren und der wir diese Liebe in einer gewissen Beziehung entzogen haben. Wir werden nun das Verhältnis, das vor dem Tode bestanden hat, das Verhältnis einer gewissen durch uns verschuldeten Lieblosigkeit, weiter zu erleben haben. Wir stehen in der im vorhergehenden Vortrage geschilderten Weise der Persönlichkeit gegenüber und schauen sozusagen das an, erleben es immer wieder und wieder, was wir im Leben vor dem Tode herausgebildet haben. Wenn zum Beispiel das Leben so war, daß wir von einem bestimmten Zeitpunkte an im Erdenleben eine Änderung haben eintreten lassen in dem Verhältnisse zu der betreffenden Persönlichkeit, daß wir zum Beispiel zehn Jahre vor dem Ableben dieser Persönlichkeit, oder bevor wir gestorben sind, erst das eben geschilderte Verhältnis der selbst verschuldeten Unliebe haben eintreten lassen, so werden wir durch entsprechend lange Zeit nach dem Tode in diesem Verhältnisse zu leben haben und erst, nachdem wir dieses Verhältnis durchgekostet haben, weiterkommen, um auch das bessere Verhältnis, in dem wir zu dieser Persönlichkeit vorher waren, nach dem Tode in entsprechender Weise zu durchleben. Das ist es, was wir ins Auge fassen müssen: daß wir gegenüber der Änderung von Verhältnissen, die wir auf der Erde haben eintreten lassen, nach dem Tode nicht in der Lage sind, sie sozusagen auszugleichen, zu verändern, daß eine gewisse Unveränderlichkeit eingetreten ist.
[ 1 ] Unter dem, was in unsern Betrachtungen über das Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt schon angedeutet worden ist, wird Ihnen erinnerlich sein, wie der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt zunächst in den Verhältnissen weiterlebt, die er sich hier im Erdendasein vorbereitet hat. Wir haben darauf hingewiesen, daß, wenn wir eine Persönlichkeit in der geistigen Welt nach dem Tode wieder antreffen, das Verhältnis zwischen uns und dieser andern Persönlichkeit zunächst das ist, das sich während des Erdendaseins angesponnen hat, daß wir aber an diesen Verhältnissen zunächst nichts ändern können. Sagen wir also: Irgendein Freund oder sonst eine Persönlichkeit, die vor uns hingestorben ist, wurde von uns nach dem Tode in der geistigen Welt angetroffen. Nehmen wir an, sie wäre eine derjenigen Persönlichkeiten, der wir durch gewisse Umstände zum Beispiel Liebe schuldig waren und der wir diese Liebe in einer gewissen Beziehung entzogen haben. Wir werden nun das Verhältnis, das vor dem Tode bestanden hat, das Verhältnis einer gewissen durch uns verschuldeten Lieblosigkeit, weiter zu erleben haben. Wir stehen in der im vorhergehenden Vortrage geschilderten Weise der Persönlichkeit gegenüber und schauen sozusagen das an, erleben es immer wieder und wieder, was wir im Leben vor dem Tode herausgebildet haben. Wenn zum Beispiel das Leben so war, daß wir von einem bestimmten Zeitpunkte an im Erdenleben eine Änderung haben eintreten lassen in dem Verhältnisse zu der betreffenden Persönlichkeit, daß wir zum Beispiel zehn Jahre vor dem Ableben dieser Persönlichkeit, oder bevor wir gestorben sind, erst das eben geschilderte Verhältnis der selbst verschuldeten Unliebe haben eintreten lassen, so werden wir durch entsprechend lange Zeit nach dem Tode in diesem Verhältnisse zu leben haben und erst, nachdem wir dieses Verhältnis durchgekostet haben, weiterkommen, um auch das bessere Verhältnis, in dem wir zu dieser Persönlichkeit vorher waren, nach dem Tode in entsprechender Weise zu durchleben. Das ist es, was wir ins Auge fassen müssen: daß wir gegenüber der Änderung von Verhältnissen, die wir auf der Erde haben eintreten lassen, nach dem Tode nicht in der Lage sind, sie sozusagen auszugleichen, zu verändern, daß eine gewisse Unveränderlichkeit eingetreten ist.
[ 2 ] Man könnte sehr leicht glauben, daß dies nur ein schmerzvolles Verhältnis sei, und daß eigentlich diese ganze Sache nur mit Leid von dem Menschen erblickt werden könnte. Wir würden, wenn wir so urteilen, nach unsern beschränkten irdischen Verhältnissen urteilen. Die Dinge nehmen sich aber, von der geistigen Welt aus gesehen, vielfach anders aus. Im Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt muß der Mensch allerdings den ganzen Schmerz durchmachen, der dadurch verursacht wird, daß er sich sagen muß: Ich sehe jetzt, wo ich in der geistigen Welt bin, das Unrecht ein, kann es aber nicht ändern, muß es sozusagen ändern lassen durch die Verhältnisse. — Wer das sieht, lebt allerdings diesen Schmerz durch. Aber er lebt durchaus auch das durch, daß er weiß, daß es so sein muß, und daß es für seine Fortentwickelung schädlich, schlimm wäre, wenn es nicht so wäre, wenn er nicht das aufnehmen könnte, was er durch einen solchen Schmerz erleben kann. Denn indem wir ein solches Verhältnis ansehen und nicht ändern können, nehmen wir die Kraft auf, um es später im Lebenskarma zu ändern. So arbeitet die Technik des Karma, daß wir es umwandeln und ändern können, wenn wir wieder in eine physische Verkörperung eintreten. Nur im geringsten Maße ist eigentlich die Möglichkeit vorhanden, daß der Verstorbene selbst es ändern kann. Er sieht gleichsam herankommen — das bezieht sich vor allen Dingen auf die erste Zeit nach dem Tode, auf die Zeit im Kamaloka —, was bedingt ist durch das Leben vor dem Tode; aber er muß dabei zunächst stehenbleiben und kann eine Änderung in seinen Verhältnissen, in seinem Erleben nicht eintreten lassen.
[ 2 ] Man könnte sehr leicht glauben, daß dies nur ein schmerzvolles Verhältnis sei, und daß eigentlich diese ganze Sache nur mit Leid von dem Menschen erblickt werden könnte. Wir würden, wenn wir so urteilen, nach unsern beschränkten irdischen Verhältnissen urteilen. Die Dinge nehmen sich aber, von der geistigen Welt aus gesehen, vielfach anders aus. Im Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt muß der Mensch allerdings den ganzen Schmerz durchmachen, der dadurch verursacht wird, daß er sich sagen muß: Ich sehe jetzt, wo ich in der geistigen Welt bin, das Unrecht ein, kann es aber nicht ändern, muß es sozusagen ändern lassen durch die Verhältnisse. — Wer das sieht, lebt allerdings diesen Schmerz durch. Aber er lebt durchaus auch das durch, daß er weiß, daß es so sein muß, und daß es für seine Fortentwickelung schädlich, schlimm wäre, wenn es nicht so wäre, wenn er nicht das aufnehmen könnte, was er durch einen solchen Schmerz erleben kann. Denn indem wir ein solches Verhältnis ansehen und nicht ändern können, nehmen wir die Kraft auf, um es später im Lebenskarma zu ändern. So arbeitet die Technik des Karma, daß wir es umwandeln und ändern können, wenn wir wieder in eine physische Verkörperung eintreten. Nur im geringsten Maße ist eigentlich die Möglichkeit vorhanden, daß der Verstorbene selbst es ändern kann. Er sieht gleichsam herankommen — das bezieht sich vor allen Dingen auf die erste Zeit nach dem Tode, auf die Zeit im Kamaloka —, was bedingt ist durch das Leben vor dem Tode; aber er muß dabei zunächst stehenbleiben und kann eine Änderung in seinen Verhältnissen, in seinem Erleben nicht eintreten lassen.
[ 3 ] Da dürfen wir sagen: Viel mehr Einfluß als der Verstorbene selbst auf sich hat, und als andere Hingestorbene auf ihn haben, haben die Lebenden, die Zurückgebliebenen hier. Und das ist etwas, was ungeheuer bedeutsam ist. Wer noch auf dem physischen Plane zurückgeblieben ist und ein gewisses Verhältnis mit den Verstorbenen angeknüpft hat, wer Beziehungen hat zu den Seelen zwischen Tod und neuer Geburt, der ist eigentlich allein imstande, aus menschlicher Willkür heraus während dieses Lebens noch irgendwelche Veränderungen bei den Verstorbenen nach dem Tode eintreten zu lassen.
[ 3 ] Da dürfen wir sagen: Viel mehr Einfluß als der Verstorbene selbst auf sich hat, und als andere Hingestorbene auf ihn haben, haben die Lebenden, die Zurückgebliebenen hier. Und das ist etwas, was ungeheuer bedeutsam ist. Wer noch auf dem physischen Plane zurückgeblieben ist und ein gewisses Verhältnis mit den Verstorbenen angeknüpft hat, wer Beziehungen hat zu den Seelen zwischen Tod und neuer Geburt, der ist eigentlich allein imstande, aus menschlicher Willkür heraus während dieses Lebens noch irgendwelche Veränderungen bei den Verstorbenen nach dem Tode eintreten zu lassen.
[ 4 ] Nehmen wir einen konkreten Fall, der uns zugleich Verschiedenes lehren kann. Und dabei können wir auch Rücksicht nehmen auf das Kamaloka leben; denn in dieser Beziehung ändern sich die Verhältnisse nicht, wenn in die spätere Devachanzeit übergegangen wird. Denken wir uns, zwei Menschen haben auf der Erde gelebt. Es kann der Fall eintreten, daß der eine in einem bestimmten Zeitpunkte seines Lebens ein Verhältnis gewonnen hat — sagen wir, was uns naheliegt — zur Anthroposophie; er ist Anthroposoph geworden. Der andere, der neben ihm hergeht, wird dadurch, daß der Freund Anthroposoph geworden ist, gerade recht wütend auf die Anthroposophie, fängt jetzt erst an, ganz furchtbar über dieselbe zu schimpfen. Vielleicht haben Sie auch etwas darüber erfahren, wodurch Sie sich sagen können: Es würde der andere vielleicht gar nicht auf die Anthroposophie so wütend sein, wenn sein Freund nicht gerade Anthroposoph geworden wäre! — Nehmen wir an, die Anthroposophie wäre zuerst an ihn herangetreten: dann würde er vielleicht ein guter Anthroposoph geworden sein. Das kann sein; solche Verhältnisse gibt es im Leben. Aber wir müssen uns klar sein, daß solche Verhältnisse oft gar sehr in der Maja, in dem, was wir die Täuschung des Lebens nennen, spielen können. So kann folgendes der Fall sein. Der da beginnt furchtbar auf die Anthroposophie zu schimpfen, weil sein Freund Anthroposoph geworden ist, schimpft nur in seinem Oberbewußtsein, in seinem IchBewußtsein; in seinem astralen Bewußtsein, in seinem Unterbewußtsein braucht er durchaus nicht die Abneigung gegen die Anthroposophie zu teilen. Ohne daß er es weiß, kann sich sogar eine Sehnsucht nach der Anthroposophie herausstellen. Und bei vielen ist es so, daß dasjenige, was sich als Abneigung im Oberbewußtsein herausstellt, Neigung ist im Unterbewußtsein. Dadurch, daß jemand im Oberbewußtsein dies oder jenes äußert, braucht er noch nicht ebenso zu fühlen und zu empfinden, wie er sich äußert. Nach dem Tode erleben wir nicht bloß die Nachwirkungen dessen, was in unserem Oberbewußtsein, in unserem Ich-Bewußtsein ist. Wer das glaubte, würde die Verhältnisse nach dem Tode ganz falsch ansehen. Wir haben oft betont, wie der Mensch zwar physischen Leib und Ätherleib mit dem Tode abstreift, aber Wünsche, Sehnsuchten und so weiter bleiben. Doch es bleiben nicht nur die Wünsche und Sehnsuchten, von denen der Mensch etwas weiß, sondern auch die, welche in seinem Unterbewußtsein sind und von denen er nichts weiß, die er vielleicht bekämpft, gegen die er wütet. Diese sind nach dem Tode oft viel stärker und intensiver, als sie im Leben sind. Im Leben zeigt sich eine gewisse Disharmonie zwischen Astralleib und Ich in einem Sich-Ödefühlen, Sich-Unbefriedigtfühlen und so weiter. Nach dem Tode gibt gerade das astralische Bewußtsein den ganzen Charakter der menschlichen Seele an, das ganze Gepräge, wie der Mensch ist. Was wir in unserem Oberbewußtsein ausleben, ist nicht einmal von so großer Bedeutung wie alle die verborgenen Wünsche, Begierden, Leidenschaften, die in den Seelentiefen vorhanden sind und von denen das Ich oft gar nichts weiß. So kann es sein, daß ein solcher Mensch, der, weil sein Freund Anthroposoph geworden ist, über die Anthroposophie herzieht, durch die Pforte des Todes geht. Und jene Sehnsucht, die sich vielleicht gerade deshalb ausgebildet hat, weil er über die Anthroposophie geschimpft hat, macht sich geltend und wird jetzt ein innigster Wunsch nach der Anthroposophie. Dieser Wunsch müßte ungestillt bleiben; denn es könnte kaum der Fall eintreten, daß der Mensch nach dem Tode selbst Gelegenheit hätte, diesen Wunsch zu befriedigen. Aber durch eine eigentümliche Verkettung der Umstände kann in einem solchen Falle der, welcher auf der Erde zurückgeblieben ist, dem andern helfen und an dessen Verhältnissen etwas ändern. Und hier tritt der Fall ein, der in zahlreichen Fällen auch in unseren Reihen zu beobachten ist.
[ 4 ] Nehmen wir einen konkreten Fall, der uns zugleich Verschiedenes lehren kann. Und dabei können wir auch Rücksicht nehmen auf das Kamaloka leben; denn in dieser Beziehung ändern sich die Verhältnisse nicht, wenn in die spätere Devachanzeit übergegangen wird. Denken wir uns, zwei Menschen haben auf der Erde gelebt. Es kann der Fall eintreten, daß der eine in einem bestimmten Zeitpunkte seines Lebens ein Verhältnis gewonnen hat — sagen wir, was uns naheliegt — zur Anthroposophie; er ist Anthroposoph geworden. Der andere, der neben ihm hergeht, wird dadurch, daß der Freund Anthroposoph geworden ist, gerade recht wütend auf die Anthroposophie, fängt jetzt erst an, ganz furchtbar über dieselbe zu schimpfen. Vielleicht haben Sie auch etwas darüber erfahren, wodurch Sie sich sagen können: Es würde der andere vielleicht gar nicht auf die Anthroposophie so wütend sein, wenn sein Freund nicht gerade Anthroposoph geworden wäre! — Nehmen wir an, die Anthroposophie wäre zuerst an ihn herangetreten: dann würde er vielleicht ein guter Anthroposoph geworden sein. Das kann sein; solche Verhältnisse gibt es im Leben. Aber wir müssen uns klar sein, daß solche Verhältnisse oft gar sehr in der Maja, in dem, was wir die Täuschung des Lebens nennen, spielen können. So kann folgendes der Fall sein. Der da beginnt furchtbar auf die Anthroposophie zu schimpfen, weil sein Freund Anthroposoph geworden ist, schimpft nur in seinem Oberbewußtsein, in seinem IchBewußtsein; in seinem astralen Bewußtsein, in seinem Unterbewußtsein braucht er durchaus nicht die Abneigung gegen die Anthroposophie zu teilen. Ohne daß er es weiß, kann sich sogar eine Sehnsucht nach der Anthroposophie herausstellen. Und bei vielen ist es so, daß dasjenige, was sich als Abneigung im Oberbewußtsein herausstellt, Neigung ist im Unterbewußtsein. Dadurch, daß jemand im Oberbewußtsein dies oder jenes äußert, braucht er noch nicht ebenso zu fühlen und zu empfinden, wie er sich äußert. Nach dem Tode erleben wir nicht bloß die Nachwirkungen dessen, was in unserem Oberbewußtsein, in unserem Ich-Bewußtsein ist. Wer das glaubte, würde die Verhältnisse nach dem Tode ganz falsch ansehen. Wir haben oft betont, wie der Mensch zwar physischen Leib und Ätherleib mit dem Tode abstreift, aber Wünsche, Sehnsuchten und so weiter bleiben. Doch es bleiben nicht nur die Wünsche und Sehnsuchten, von denen der Mensch etwas weiß, sondern auch die, welche in seinem Unterbewußtsein sind und von denen er nichts weiß, die er vielleicht bekämpft, gegen die er wütet. Diese sind nach dem Tode oft viel stärker und intensiver, als sie im Leben sind. Im Leben zeigt sich eine gewisse Disharmonie zwischen Astralleib und Ich in einem Sich-Ödefühlen, Sich-Unbefriedigtfühlen und so weiter. Nach dem Tode gibt gerade das astralische Bewußtsein den ganzen Charakter der menschlichen Seele an, das ganze Gepräge, wie der Mensch ist. Was wir in unserem Oberbewußtsein ausleben, ist nicht einmal von so großer Bedeutung wie alle die verborgenen Wünsche, Begierden, Leidenschaften, die in den Seelentiefen vorhanden sind und von denen das Ich oft gar nichts weiß. So kann es sein, daß ein solcher Mensch, der, weil sein Freund Anthroposoph geworden ist, über die Anthroposophie herzieht, durch die Pforte des Todes geht. Und jene Sehnsucht, die sich vielleicht gerade deshalb ausgebildet hat, weil er über die Anthroposophie geschimpft hat, macht sich geltend und wird jetzt ein innigster Wunsch nach der Anthroposophie. Dieser Wunsch müßte ungestillt bleiben; denn es könnte kaum der Fall eintreten, daß der Mensch nach dem Tode selbst Gelegenheit hätte, diesen Wunsch zu befriedigen. Aber durch eine eigentümliche Verkettung der Umstände kann in einem solchen Falle der, welcher auf der Erde zurückgeblieben ist, dem andern helfen und an dessen Verhältnissen etwas ändern. Und hier tritt der Fall ein, der in zahlreichen Fällen auch in unseren Reihen zu beobachten ist.
[ 5 ] Wir können zum Beispiel den Verstorbenen vorlesen. Das macht man in der Weise, daß man sich die lebendige Vorstellung bildet, der Tote sei vor einem: man stellt sich etwa seine Gesichtszüge vor und geht in Gedanken die Dinge mit ihm durch, die zum Beispiel in einem anthroposophischen Buche stehen. Man braucht es nur in Gedanken zu tun; das wirkt in einer unmittelbaren Weise auf den, der durch die Pforte des Todes gegangen ist. Und solange er im Kamaloka-Zustand ist, ist die Sprache auch kein Hindernis; das wäre sie erst, wenn er im Devachan ist. Daher kann auch nicht die Frage aufgeworfen werden: Versteht denn der Tote die Sprache? — Während der Kamalokazeit ist durchaus noch eine Empfindung für die Sprache vorhanden. In einer solchen aktiven Weise kann der Mensch demjenigen Hilfe leisten, der durch die Pforte des Todes gegangen ist. Was so aus dem physischen Plan heraufströmt, das ist etwas, was eine Änderung in den Verhältnissen des Lebens zwischen dem Tode und der neuen Geburt hervorrufen kann, was dem Verstorbenen gegeben werden kann nur von der physischen Welt aus, was ihm aber nicht von der geistigen Welt direkt gegeben werden kann.
[ 5 ] Wir können zum Beispiel den Verstorbenen vorlesen. Das macht man in der Weise, daß man sich die lebendige Vorstellung bildet, der Tote sei vor einem: man stellt sich etwa seine Gesichtszüge vor und geht in Gedanken die Dinge mit ihm durch, die zum Beispiel in einem anthroposophischen Buche stehen. Man braucht es nur in Gedanken zu tun; das wirkt in einer unmittelbaren Weise auf den, der durch die Pforte des Todes gegangen ist. Und solange er im Kamaloka-Zustand ist, ist die Sprache auch kein Hindernis; das wäre sie erst, wenn er im Devachan ist. Daher kann auch nicht die Frage aufgeworfen werden: Versteht denn der Tote die Sprache? — Während der Kamalokazeit ist durchaus noch eine Empfindung für die Sprache vorhanden. In einer solchen aktiven Weise kann der Mensch demjenigen Hilfe leisten, der durch die Pforte des Todes gegangen ist. Was so aus dem physischen Plan heraufströmt, das ist etwas, was eine Änderung in den Verhältnissen des Lebens zwischen dem Tode und der neuen Geburt hervorrufen kann, was dem Verstorbenen gegeben werden kann nur von der physischen Welt aus, was ihm aber nicht von der geistigen Welt direkt gegeben werden kann.
[ 6 ] Wir sehen daraus, daß Anthroposophie, wenn sie sich wirklich in die Herzen der Menschen einlebt, tatsächlich die Kluft überbrücken wird zwischen der physischen und der geistigen Welt, und das wird der Lebenseflekt, der große Lebenswert der Anthroposophie sein. Es ist die Anthroposophie wirklich erst im Anfange ihres Wirkens, wenn man die Hauptsache darin sieht, daß man sich gewisse anthroposophische Begriffe und Ideen aneignet, wie der Mensch aus seinen Wesensgliedern besteht oder was ihm aus der geistigen Welt zukommen kann. Erst wenn man weiß, wie Anthroposophie in unser Leben eingreift, wird sie die Brücke schaffen zwischen der physischen und der geistigen Welt, aber praktisch schaffen. Wir werden uns dann nicht mehr bloß passiv verhalten zu denen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, sondern wir werden uns aktiv zu ihnen verhalten, werden in einem lebendigen Verkehr mit ihnen stehen und ihnen helfen können. Dazu muß sich allerdings die Anthroposophie in das Bewußtsein einleben, daß unsere gesamte Welt zusammengefügt ist aus dem physischen Dasein und dem überphysischen, dem spirituellen Dasein, und daß der Mensch nicht nur auf der Erde ist, um für sich selber während des Lebens zwischen Geburt und Tod die Früchte des physischen Lebens zu sammeln, sondern daß er auf der Erde ist, um in die überphysische Welt das hinaufzuschicken, was nur auf dem physischen Plane gepflanzt werden kann, was überhaupt nur auf diesem Plane da sein kann. Ob der Mensch durch ein Berechtigtes, ob er, sagen wir, durch Bequemlichkeit fern geblieben ist den anthroposophischen Anschauungen: wir können nach dem Tode diese anthroposophischen Anschauungen auf die geschilderte Art an ihn heranbringen.
[ 6 ] Wir sehen daraus, daß Anthroposophie, wenn sie sich wirklich in die Herzen der Menschen einlebt, tatsächlich die Kluft überbrücken wird zwischen der physischen und der geistigen Welt, und das wird der Lebenseflekt, der große Lebenswert der Anthroposophie sein. Es ist die Anthroposophie wirklich erst im Anfange ihres Wirkens, wenn man die Hauptsache darin sieht, daß man sich gewisse anthroposophische Begriffe und Ideen aneignet, wie der Mensch aus seinen Wesensgliedern besteht oder was ihm aus der geistigen Welt zukommen kann. Erst wenn man weiß, wie Anthroposophie in unser Leben eingreift, wird sie die Brücke schaffen zwischen der physischen und der geistigen Welt, aber praktisch schaffen. Wir werden uns dann nicht mehr bloß passiv verhalten zu denen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, sondern wir werden uns aktiv zu ihnen verhalten, werden in einem lebendigen Verkehr mit ihnen stehen und ihnen helfen können. Dazu muß sich allerdings die Anthroposophie in das Bewußtsein einleben, daß unsere gesamte Welt zusammengefügt ist aus dem physischen Dasein und dem überphysischen, dem spirituellen Dasein, und daß der Mensch nicht nur auf der Erde ist, um für sich selber während des Lebens zwischen Geburt und Tod die Früchte des physischen Lebens zu sammeln, sondern daß er auf der Erde ist, um in die überphysische Welt das hinaufzuschicken, was nur auf dem physischen Plane gepflanzt werden kann, was überhaupt nur auf diesem Plane da sein kann. Ob der Mensch durch ein Berechtigtes, ob er, sagen wir, durch Bequemlichkeit fern geblieben ist den anthroposophischen Anschauungen: wir können nach dem Tode diese anthroposophischen Anschauungen auf die geschilderte Art an ihn heranbringen.
[ 7 ] Da kann es ja sein, daß vielleicht jemand die Frage aufwirft: Vielleicht geniere das den Verstorbenen, vielleicht will er das nicht? Diese Frage ist nicht ganz berechtigt, aus dem Grunde, weil die Menschen der Gegenwart in ihrem Unterbewußtsein gar nicht so sonderlich viel gegen die Anthroposophie haben. Sie haben eigentlich gar nichts in ihrem Unterbewußtsein dagegen; und könnten wir an das Unterbewußtsein derer heran, die in ihrem Oberbewußtsein gegen die Anthroposophie wüten, so heran, daß ihr Unterbewußtsein mitsprechen könnte, so würde es kaum irgendeine Gegnerschaft gegen die Anthroposophie geben. Denn der Mensch ist vorurteilsvoll und befangen gegen die geistige Welt nur in seinem Ich-Bewußtsein, nur in dem, was sich als Ich-Bewußtsein auf dem physischen Plane auswirkt.
[ 7 ] Da kann es ja sein, daß vielleicht jemand die Frage aufwirft: Vielleicht geniere das den Verstorbenen, vielleicht will er das nicht? Diese Frage ist nicht ganz berechtigt, aus dem Grunde, weil die Menschen der Gegenwart in ihrem Unterbewußtsein gar nicht so sonderlich viel gegen die Anthroposophie haben. Sie haben eigentlich gar nichts in ihrem Unterbewußtsein dagegen; und könnten wir an das Unterbewußtsein derer heran, die in ihrem Oberbewußtsein gegen die Anthroposophie wüten, so heran, daß ihr Unterbewußtsein mitsprechen könnte, so würde es kaum irgendeine Gegnerschaft gegen die Anthroposophie geben. Denn der Mensch ist vorurteilsvoll und befangen gegen die geistige Welt nur in seinem Ich-Bewußtsein, nur in dem, was sich als Ich-Bewußtsein auf dem physischen Plane auswirkt.
[ 8 ] Auf diese Weise haben wir die eine Seite der Vermittelung der physischen Welt und der spirituellen Welt kennengelernt. Wir können aber auch die Frage aufwerfen: Ist auch von der anderen Seite nach dieser physischen Welt eine Vermittelung möglich? Das heißt: kann in einer gewissen Beziehung der, welcher durch die Pforte des Todes gegangen ist, irgendwie sich denen mitteilen, die auf dem physischen Plane geblieben sind? — Das ist heute im allergeringsten Maße der Fall, und zwar aus dem Grunde, weil die Menschen auf dem physischen Plane zumeist nur in ihrem Ich-Bewußtsein leben und nicht in das Bewußtsein eintauchen, das an den Astralleib gebunden ist. Nun ist es nicht so leicht, eine Vorstellung davon hervorzurufen, wie allmählich die Menschen, wenn die Anthroposophie weiter und weiter in der Menschheitsevolution gedeihen wird, ein Bewußtsein von dem erringen werden, was um den Menschen rings herum ist als eine astrale oder devachanische oder sonstwie geistige Welt. Aber es wird das kommen. Rein dadurch, daß der Mensch auf das Rücksicht nimmt, was ihm die Anthroposophie durch ihre Lehren geben kann, wird er die Mittel und Wege finden, um die Welt des bloß physischen Planes zu durchbrechen und sozusagen Aufmerksamkeit zu verwenden auf die Welt, die ja rings um ihn herum ist und die ihm nur entgeht, weil er nicht aufmerksam ist auf die geistige Welt.
[ 8 ] Auf diese Weise haben wir die eine Seite der Vermittelung der physischen Welt und der spirituellen Welt kennengelernt. Wir können aber auch die Frage aufwerfen: Ist auch von der anderen Seite nach dieser physischen Welt eine Vermittelung möglich? Das heißt: kann in einer gewissen Beziehung der, welcher durch die Pforte des Todes gegangen ist, irgendwie sich denen mitteilen, die auf dem physischen Plane geblieben sind? — Das ist heute im allergeringsten Maße der Fall, und zwar aus dem Grunde, weil die Menschen auf dem physischen Plane zumeist nur in ihrem Ich-Bewußtsein leben und nicht in das Bewußtsein eintauchen, das an den Astralleib gebunden ist. Nun ist es nicht so leicht, eine Vorstellung davon hervorzurufen, wie allmählich die Menschen, wenn die Anthroposophie weiter und weiter in der Menschheitsevolution gedeihen wird, ein Bewußtsein von dem erringen werden, was um den Menschen rings herum ist als eine astrale oder devachanische oder sonstwie geistige Welt. Aber es wird das kommen. Rein dadurch, daß der Mensch auf das Rücksicht nimmt, was ihm die Anthroposophie durch ihre Lehren geben kann, wird er die Mittel und Wege finden, um die Welt des bloß physischen Planes zu durchbrechen und sozusagen Aufmerksamkeit zu verwenden auf die Welt, die ja rings um ihn herum ist und die ihm nur entgeht, weil er nicht aufmerksam ist auf die geistige Welt.
[ 9 ] Wie können wir Mittel und Wege finden, um auf diese geistige Welt aufmerksam zu werden?
[ 9 ] Wie können wir Mittel und Wege finden, um auf diese geistige Welt aufmerksam zu werden?
[ 10 ] Ich möchte heute eine Vorstellung in Ihnen hervorrufen, wie der Mensch zunächst wissen kann, wie wenig er eigentlich von den Dingen der Umwelt in Wahrheit weiß und erkennt. Der Mensch erkennt nämlich eigentlich ungemein wenig Bedeutungsvolles von der Welt. Er lernt durch seine Sinne und seinen Verstand die gewöhnlichen Tatsachen erkennen, in die er hineingesponnen ist. Was da vorgeht und was in ihm selber vorgeht, lernt er kennen und verknüpft dann dieses, nennt das eine die Ursachen, das andere die Wirkungen, und glaubt dann die Vorgänge zu kennen, wenn er sie nach Ursache und Wirkung oder nach anderen Begriffen verknüpft. Wir gehen zum Beispiel morgens um acht Uhr aus unserer Wohnung, betreten die Straße, gehen dann an die Berufsstätte, essen dann während des Tages, machen dieses oder jenes zu unserem Vergnügen; das machen wir, bis wir wieder in den Schlaf hinübergehen. Dann verknüpfen wir diese Dinge in unserem Leben: das eine macht einen stärkeren Eindruck auf uns, das andere einen schwächeren. Dadurch erleben wir auch Seelenimpressionen: das eine ist uns sympathisch, das andere antipathisch. So leben wir — eine geringfügige Überlegung kann uns das lehren —, wie wenn wir oben auf dem Meere schwimmen und gar keine Vorstellung haben von dem, was unten auf dem Meeresgrunde ist. So leben wir in das Leben hinein und lernen nur kennen, was äußerlich als Wirklichkeit vorgeht. Aber in dem, was als Wirklichkeit so vorgeht, steckt ungeheuer viel darin. Nehmen wir das Beispiel: Wir sollten jeden Tag um acht Uhr morgens aus unserem Zimmer gehen, um an unsere Berufsstätte zu kommen. Eines Tages gehen wir drei Minuten später fort. Wir erleben da auch wieder etwas: Wir kommen um drei Minuten später an und machen es dann wieder so, wie sonst, wenn wir um acht von Hause fortgehen. Aber manchmal gelingt es uns doch, zu konstatieren, daß, wenn wir um acht Uhr auf der Straße gewesen wären, wir vielleicht von einem Automobil überfahren und getötet worden wären. Das heißt in diesem Falle: Wenn wir um acht Uhr auf die Straße gegangen wären, lebten wir gar nicht mehr. Oder wir können ein andermal feststellen, daß gerade ein Eisenbahnzug verunglückt ist, den wir sonst benutzt hätten, so daß wir uns ausrechnen können, daß wir mitverunglückt wären. Da haben wir noch radikaler, was ich eben ausgesprochen habe. Wir beachten nur das, was geschieht, und nicht das, was fortwährend geschehen kann und dem wir entgehen. Wir entgehen fortwährend Dingen, die mit uns geschehen könnten, und unendlich größer ist die Sphäre der Möglichkeiten gegenüber dem, was wirklich geschieht.
[ 10 ] Ich möchte heute eine Vorstellung in Ihnen hervorrufen, wie der Mensch zunächst wissen kann, wie wenig er eigentlich von den Dingen der Umwelt in Wahrheit weiß und erkennt. Der Mensch erkennt nämlich eigentlich ungemein wenig Bedeutungsvolles von der Welt. Er lernt durch seine Sinne und seinen Verstand die gewöhnlichen Tatsachen erkennen, in die er hineingesponnen ist. Was da vorgeht und was in ihm selber vorgeht, lernt er kennen und verknüpft dann dieses, nennt das eine die Ursachen, das andere die Wirkungen, und glaubt dann die Vorgänge zu kennen, wenn er sie nach Ursache und Wirkung oder nach anderen Begriffen verknüpft. Wir gehen zum Beispiel morgens um acht Uhr aus unserer Wohnung, betreten die Straße, gehen dann an die Berufsstätte, essen dann während des Tages, machen dieses oder jenes zu unserem Vergnügen; das machen wir, bis wir wieder in den Schlaf hinübergehen. Dann verknüpfen wir diese Dinge in unserem Leben: das eine macht einen stärkeren Eindruck auf uns, das andere einen schwächeren. Dadurch erleben wir auch Seelenimpressionen: das eine ist uns sympathisch, das andere antipathisch. So leben wir — eine geringfügige Überlegung kann uns das lehren —, wie wenn wir oben auf dem Meere schwimmen und gar keine Vorstellung haben von dem, was unten auf dem Meeresgrunde ist. So leben wir in das Leben hinein und lernen nur kennen, was äußerlich als Wirklichkeit vorgeht. Aber in dem, was als Wirklichkeit so vorgeht, steckt ungeheuer viel darin. Nehmen wir das Beispiel: Wir sollten jeden Tag um acht Uhr morgens aus unserem Zimmer gehen, um an unsere Berufsstätte zu kommen. Eines Tages gehen wir drei Minuten später fort. Wir erleben da auch wieder etwas: Wir kommen um drei Minuten später an und machen es dann wieder so, wie sonst, wenn wir um acht von Hause fortgehen. Aber manchmal gelingt es uns doch, zu konstatieren, daß, wenn wir um acht Uhr auf der Straße gewesen wären, wir vielleicht von einem Automobil überfahren und getötet worden wären. Das heißt in diesem Falle: Wenn wir um acht Uhr auf die Straße gegangen wären, lebten wir gar nicht mehr. Oder wir können ein andermal feststellen, daß gerade ein Eisenbahnzug verunglückt ist, den wir sonst benutzt hätten, so daß wir uns ausrechnen können, daß wir mitverunglückt wären. Da haben wir noch radikaler, was ich eben ausgesprochen habe. Wir beachten nur das, was geschieht, und nicht das, was fortwährend geschehen kann und dem wir entgehen. Wir entgehen fortwährend Dingen, die mit uns geschehen könnten, und unendlich größer ist die Sphäre der Möglichkeiten gegenüber dem, was wirklich geschieht.
[ 11 ] Nun können wir sagen: Das hat zunächst für unser äußeres Leben keine Bedeutung. — Ganz gewiß, für das äußere nicht, aber für das innere doch! Nehmen Sie an, Sie hätten die Erfahrung gemacht, daß Sie schon ein Billett für den «Titanic»-Dampfer gehabt haben, daß ein Freund Ihnen abgeraten hat zu fahren; Sie haben das Billett verkauft und Sie würden dann von der Katastrophe hören. Würden Sie dann dasselbe Seelenerlebnis haben, als wenn Sie ein unbeteiligter Beobachter wären? Würde es nicht vielmehr einen außerordentlich bedeutsamen Eindruck auf Ihre Seele machen? Wenn wir eben wüßten, vor wie vielen Dingen wir in der Welt bewahrt werden, wie viele Dinge möglich sind im guten und schlimmen Sinne, für welche die Kräfte zusammendrängen und nur durch eine Verschiebung nicht zusammenkommen, dann hätten wir eine Empfindung für Seelenerlebnisse des Glückes oder des Unglückes, für Erlebnisse des Leibes, die für uns möglich sind, aber die wir nicht erleben, die wir ganz und gar nicht erleben. Wer von allen denen, die hier sitzen, kann wissen, was er erlebt hätte, wenn zum Beispiel heute abend der Vortrag abgesagt worden wäre und er irgendwo anders wäre? Wenn er es aber wissen würde, so würde er manchmal aus diesem Wissen eine ganz andere innere Seelenverfassung haben, als er jetzt hat, weil er nicht weiß, was hätte geschehen können.
[ 11 ] Nun können wir sagen: Das hat zunächst für unser äußeres Leben keine Bedeutung. — Ganz gewiß, für das äußere nicht, aber für das innere doch! Nehmen Sie an, Sie hätten die Erfahrung gemacht, daß Sie schon ein Billett für den «Titanic»-Dampfer gehabt haben, daß ein Freund Ihnen abgeraten hat zu fahren; Sie haben das Billett verkauft und Sie würden dann von der Katastrophe hören. Würden Sie dann dasselbe Seelenerlebnis haben, als wenn Sie ein unbeteiligter Beobachter wären? Würde es nicht vielmehr einen außerordentlich bedeutsamen Eindruck auf Ihre Seele machen? Wenn wir eben wüßten, vor wie vielen Dingen wir in der Welt bewahrt werden, wie viele Dinge möglich sind im guten und schlimmen Sinne, für welche die Kräfte zusammendrängen und nur durch eine Verschiebung nicht zusammenkommen, dann hätten wir eine Empfindung für Seelenerlebnisse des Glückes oder des Unglückes, für Erlebnisse des Leibes, die für uns möglich sind, aber die wir nicht erleben, die wir ganz und gar nicht erleben. Wer von allen denen, die hier sitzen, kann wissen, was er erlebt hätte, wenn zum Beispiel heute abend der Vortrag abgesagt worden wäre und er irgendwo anders wäre? Wenn er es aber wissen würde, so würde er manchmal aus diesem Wissen eine ganz andere innere Seelenverfassung haben, als er jetzt hat, weil er nicht weiß, was hätte geschehen können.
[ 12 ] Dies alles, was so möglich ist, aber nicht wirklich wird auf dem physischen Plan, lebt als Kräfte, als Effekte hinter unserer physischen, in der geistigen Welt, ist dort als Kräfte wirklich vorhanden, durchschwirrt sozusagen die geistige Welt. Es stürmen auf uns nicht nur die Kräfte ein, die uns hier in der Wirklichkeit bestimmen, sondern auch die unermeßlich zahlreichen Kräfte, die nur in der Möglichkeit vorhanden sind, und nur selten dringt etwas von diesen Möglichkeiten in unser physisches Bewußtsein herein. Dann ist es in der Regel aber auch die Veranlassung eines bedeutsamen Seelenerlebnisses. Sagen Sie nicht: Was jetzt dargestellt worden ist, daß es eine unendliche Welt der Möglichkeiten gibt, daß zum Beispiel hier der Vortrag abgesagt sein konnte und daß die hier Sitzenden etwas anderes erleben konnten — das alles spreche gegen das Karma. — Es spricht nicht gegen das Karma. Wenn man das sagte, würde man nicht wissen, daß die Karma-Idee, wie wir sie dargestellt haben, nur für die Welt der Wirklichkeiten innerhalb des physischen Menschenlebens gilt, und daß das Leben des Geistigen durchlebt und durchwebt unser physisches Leben, daß eine Welt der Möglichkeiten herrscht, wo die Gesetze, die jetzt spielen als karmische Gesetze, ganz anderer Natur sind. Wenn wir uns ein bißchen mit einem Gefühl davon durchdringen, was für ein kleiner Teil die Welt der physischen Wirklichkeiten von dem ist, was wir erleben könnten, wie unsere Welt der Erlebnisse nur ein herausgeschnittenes Stück der Möglichkeiten ist, dann kann uns das den ungeheuren Reichtum, das Sprudelnde des geistigen Lebens nahelegen, das hinter unserem physischen Leben ist.
[ 12 ] Dies alles, was so möglich ist, aber nicht wirklich wird auf dem physischen Plan, lebt als Kräfte, als Effekte hinter unserer physischen, in der geistigen Welt, ist dort als Kräfte wirklich vorhanden, durchschwirrt sozusagen die geistige Welt. Es stürmen auf uns nicht nur die Kräfte ein, die uns hier in der Wirklichkeit bestimmen, sondern auch die unermeßlich zahlreichen Kräfte, die nur in der Möglichkeit vorhanden sind, und nur selten dringt etwas von diesen Möglichkeiten in unser physisches Bewußtsein herein. Dann ist es in der Regel aber auch die Veranlassung eines bedeutsamen Seelenerlebnisses. Sagen Sie nicht: Was jetzt dargestellt worden ist, daß es eine unendliche Welt der Möglichkeiten gibt, daß zum Beispiel hier der Vortrag abgesagt sein konnte und daß die hier Sitzenden etwas anderes erleben konnten — das alles spreche gegen das Karma. — Es spricht nicht gegen das Karma. Wenn man das sagte, würde man nicht wissen, daß die Karma-Idee, wie wir sie dargestellt haben, nur für die Welt der Wirklichkeiten innerhalb des physischen Menschenlebens gilt, und daß das Leben des Geistigen durchlebt und durchwebt unser physisches Leben, daß eine Welt der Möglichkeiten herrscht, wo die Gesetze, die jetzt spielen als karmische Gesetze, ganz anderer Natur sind. Wenn wir uns ein bißchen mit einem Gefühl davon durchdringen, was für ein kleiner Teil die Welt der physischen Wirklichkeiten von dem ist, was wir erleben könnten, wie unsere Welt der Erlebnisse nur ein herausgeschnittenes Stück der Möglichkeiten ist, dann kann uns das den ungeheuren Reichtum, das Sprudelnde des geistigen Lebens nahelegen, das hinter unserem physischen Leben ist.
[ 13 ] Nun kann folgendes vorkommen. Es kann ein Mensch tatsächlich ein wenig in seinen Gedanken, oder nicht einmal in seinen Gedanken, sondern in seinem Gefühl Rücksicht nehmen auf diese Welt der Möglichkeiten. Er kann zum Beispiel einmal so etwas erfahren: Du hast einen Zug versäumt, bei dessen Unglück du wahrscheinlich von dem Tode getroffen worden wärest. — Das kann ein Moment sein, der in der Seele einen tiefen Eindruck macht, wenn uns das vor Augen steht. Solche Momente sind geeignet, um uns sozusagen offen zu machen gegen die geistige Welt hin, wo dann Ahnungen in uns hereinkommen können. Solche Momente, die irgendwie mit uns zusammenhängen, können uns dann auch vorhandene Wünsche oder Gedanken der Seelen, welche zwischen dem Tode und der neuen Geburt leben, ankündigen.
[ 13 ] Nun kann folgendes vorkommen. Es kann ein Mensch tatsächlich ein wenig in seinen Gedanken, oder nicht einmal in seinen Gedanken, sondern in seinem Gefühl Rücksicht nehmen auf diese Welt der Möglichkeiten. Er kann zum Beispiel einmal so etwas erfahren: Du hast einen Zug versäumt, bei dessen Unglück du wahrscheinlich von dem Tode getroffen worden wärest. — Das kann ein Moment sein, der in der Seele einen tiefen Eindruck macht, wenn uns das vor Augen steht. Solche Momente sind geeignet, um uns sozusagen offen zu machen gegen die geistige Welt hin, wo dann Ahnungen in uns hereinkommen können. Solche Momente, die irgendwie mit uns zusammenhängen, können uns dann auch vorhandene Wünsche oder Gedanken der Seelen, welche zwischen dem Tode und der neuen Geburt leben, ankündigen.
[ 14 ] Wenn Anthroposophie bei den Menschen das Gefühl für die Möglichkeiten des Lebens, für bestimmte Ereignisse und Erschütterungen lebendig machen wird, die nur dadurch nicht geschehen sind, daß irgend etwas, wozu die Kräfte da waren, nicht zustande gekommen ist, wenn das gefühlt wird, und die Seele an einem solchen Gefühle festhält, dann ist sie tatsächlich geeignet, Erfahrungen aus der geistigen Welt hereinzunehmen von solchen Persönlichkeiten, mit denen sie in der physischen Welt zusammengehangen hat. Wenn der Mensch auch während des turbulenten Tageslebens zumeist nicht geneigt ist, sich den Gefühlen, was hätte geschehen können, hinzugeben, so gibt es aber doch Zeiten im menschlichen Leben, in denen dies, was hätte geschehen können, bestimmend wirkt auf die menschliche Seele. Würden Sie das Traumleben oder das eigentümliche Leben im Übergehen vom Wachen in Schlaf oder vom Schlaf in Wachen genauer beobachten, würden Sie gewisse Träume genauer beobachten, die manchmal ganz unerklärlich sind, wo einem dies oder jenes, was mit einem geschieht, in einem Traumbilde oder in einer Vision vor die Seele tritt, würde die Seele dem nachgehen, so würde sie finden, daß solche unerklärliche Bilder so etwas sind, was hätte geschehen können, und was nur dadurch abgehalten worden ist, daß andere Verhältnisse eingetreten sind als die, die hätten geschehen können, oder weil sonst irgendwie Hindernisse eingetreten sind. Wer durch Meditationen oder auf andere Weise sein Vorstellungsleben beweglich macht, der wird, wenn auch nicht in deutlich ausgesprochenen Vorstellungen, doch aber gefühlsmäßig Momente im Wachleben haben, in denen er fühlt, wie er in einer Welt der Möglichkeiten drinnen lebt. Wenn man ein solches Gefühl entwickelt, bereitet man sich dazu vor, um Eindrücke aus der spirituellen Welt eben von denjenigen Menschen zu bekommen, die mit einem in der physischen Welt verbunden waren. Und dann treten derartige Einwirkungen auch in solchen Momenten, wie sie eben charakterisiert worden sind, als Traumerlebnisse zutage, die aber dann eine reale Bedeutung haben, die auf etwas Wirkliches in der spirituellen Welt hinweisen. Gerade indem uns die Anthroposophie lehrt, daß es hier im Leben zwischen Geburt und Tod das Karma gibt, zeigt sie uns, daß, wo wir auch stehen, wir immer vor einer unendlichen Zahl von Möglichkeiten stehen, die geschehen könnten. Eine wird ausgewählt nach dem Gesetz des Karma; die anderen stehen dahinter, die umgeben uns gleichsam wie eine reale Weltenaura. Je mehr wir an das Karma glauben, desto mehr glauben wir auch an diese reale Weltenaura, die uns umgibt aus lauter Kräften, die zusammenkommen, aber doch in einer Weise verschoben werden, so daß sie auf dem physischen Plane zu nichts führen.
[ 14 ] Wenn Anthroposophie bei den Menschen das Gefühl für die Möglichkeiten des Lebens, für bestimmte Ereignisse und Erschütterungen lebendig machen wird, die nur dadurch nicht geschehen sind, daß irgend etwas, wozu die Kräfte da waren, nicht zustande gekommen ist, wenn das gefühlt wird, und die Seele an einem solchen Gefühle festhält, dann ist sie tatsächlich geeignet, Erfahrungen aus der geistigen Welt hereinzunehmen von solchen Persönlichkeiten, mit denen sie in der physischen Welt zusammengehangen hat. Wenn der Mensch auch während des turbulenten Tageslebens zumeist nicht geneigt ist, sich den Gefühlen, was hätte geschehen können, hinzugeben, so gibt es aber doch Zeiten im menschlichen Leben, in denen dies, was hätte geschehen können, bestimmend wirkt auf die menschliche Seele. Würden Sie das Traumleben oder das eigentümliche Leben im Übergehen vom Wachen in Schlaf oder vom Schlaf in Wachen genauer beobachten, würden Sie gewisse Träume genauer beobachten, die manchmal ganz unerklärlich sind, wo einem dies oder jenes, was mit einem geschieht, in einem Traumbilde oder in einer Vision vor die Seele tritt, würde die Seele dem nachgehen, so würde sie finden, daß solche unerklärliche Bilder so etwas sind, was hätte geschehen können, und was nur dadurch abgehalten worden ist, daß andere Verhältnisse eingetreten sind als die, die hätten geschehen können, oder weil sonst irgendwie Hindernisse eingetreten sind. Wer durch Meditationen oder auf andere Weise sein Vorstellungsleben beweglich macht, der wird, wenn auch nicht in deutlich ausgesprochenen Vorstellungen, doch aber gefühlsmäßig Momente im Wachleben haben, in denen er fühlt, wie er in einer Welt der Möglichkeiten drinnen lebt. Wenn man ein solches Gefühl entwickelt, bereitet man sich dazu vor, um Eindrücke aus der spirituellen Welt eben von denjenigen Menschen zu bekommen, die mit einem in der physischen Welt verbunden waren. Und dann treten derartige Einwirkungen auch in solchen Momenten, wie sie eben charakterisiert worden sind, als Traumerlebnisse zutage, die aber dann eine reale Bedeutung haben, die auf etwas Wirkliches in der spirituellen Welt hinweisen. Gerade indem uns die Anthroposophie lehrt, daß es hier im Leben zwischen Geburt und Tod das Karma gibt, zeigt sie uns, daß, wo wir auch stehen, wir immer vor einer unendlichen Zahl von Möglichkeiten stehen, die geschehen könnten. Eine wird ausgewählt nach dem Gesetz des Karma; die anderen stehen dahinter, die umgeben uns gleichsam wie eine reale Weltenaura. Je mehr wir an das Karma glauben, desto mehr glauben wir auch an diese reale Weltenaura, die uns umgibt aus lauter Kräften, die zusammenkommen, aber doch in einer Weise verschoben werden, so daß sie auf dem physischen Plane zu nichts führen.
[ 15 ] Wenn wir uns gerade durch Anthroposophie das Gemüt beeinflussen lassen, wenn solche Dinge sich hereinleben in unser Gemüt, dann wird Anthroposophie das menschliche Erziehungsmittel sein, um auch Eindrücke, Einflüsse aus den geistigen Welten aufzunehmen. Wenn also Anthroposophie auf das Kulturleben, auf das Geistesleben, einen Einfluß gewinnt, dann wird nicht nur von dem physischen Leben hinauf ins Spirituelle dasjenige an Einflüssen gehen, was vorhin beschrieben worden ist, sondern es werden dann auch die Erlebnisse zurückkommen, welche die Verstorbenen haben in der Zeit, die sie durchleben zwischen Tod und neuer Geburt. So wird auch hier die Kluft beseitigt werden zwischen der physischen und der spirituellen Welt. Dadurch wird eine ungeheure Erweiterung des menschlichen Lebens zustande kommen, und erst dadurch wird zustande kommen, was die Anthroposophie schaffen soll: eine wirkliche Verbindung der beiden Welten, nicht nur ein theoretisches Begreifen, daß es eine geistige Welt gibt. Es ist einmal notwendig, zu begreifen, daß die Anthroposophie ihre vollständige Aufgabe erst dann erfüllt, wenn sie die menschlichen Seelen lebendig durchdringt und wenn wir durch sie nicht nur etwas begreifen, sondern ganz anders werden in unserer ganzen Stellung und in unserem Verhältnisse zur umliegenden Welt.
[ 15 ] Wenn wir uns gerade durch Anthroposophie das Gemüt beeinflussen lassen, wenn solche Dinge sich hereinleben in unser Gemüt, dann wird Anthroposophie das menschliche Erziehungsmittel sein, um auch Eindrücke, Einflüsse aus den geistigen Welten aufzunehmen. Wenn also Anthroposophie auf das Kulturleben, auf das Geistesleben, einen Einfluß gewinnt, dann wird nicht nur von dem physischen Leben hinauf ins Spirituelle dasjenige an Einflüssen gehen, was vorhin beschrieben worden ist, sondern es werden dann auch die Erlebnisse zurückkommen, welche die Verstorbenen haben in der Zeit, die sie durchleben zwischen Tod und neuer Geburt. So wird auch hier die Kluft beseitigt werden zwischen der physischen und der spirituellen Welt. Dadurch wird eine ungeheure Erweiterung des menschlichen Lebens zustande kommen, und erst dadurch wird zustande kommen, was die Anthroposophie schaffen soll: eine wirkliche Verbindung der beiden Welten, nicht nur ein theoretisches Begreifen, daß es eine geistige Welt gibt. Es ist einmal notwendig, zu begreifen, daß die Anthroposophie ihre vollständige Aufgabe erst dann erfüllt, wenn sie die menschlichen Seelen lebendig durchdringt und wenn wir durch sie nicht nur etwas begreifen, sondern ganz anders werden in unserer ganzen Stellung und in unserem Verhältnisse zur umliegenden Welt.
[ 16 ] Der Mensch denkt vermöge der Vorurteile unseres Zeitenzyklus viel, viel zu materialistisch. Auch wenn er oftmals an eine geistige Welt glaubt, denkt er viel zu materialistisch. So wird es dem Menschen außerordentlich schwierig, das richtige Verhältnis zwischen Seelischem und Leiblichem im heutigen Zeitalter ins Auge zu fassen. Die Denkgewohnheiten gehen doch zu sehr danach hin, daß wir sozusagen das Seelische zu eng gebunden denken an das Körperliche. Hier kann uns vielleicht nur ein Vergleich zu dem verhelfen, was wir eigentlich begreifen sollen.
[ 16 ] Der Mensch denkt vermöge der Vorurteile unseres Zeitenzyklus viel, viel zu materialistisch. Auch wenn er oftmals an eine geistige Welt glaubt, denkt er viel zu materialistisch. So wird es dem Menschen außerordentlich schwierig, das richtige Verhältnis zwischen Seelischem und Leiblichem im heutigen Zeitalter ins Auge zu fassen. Die Denkgewohnheiten gehen doch zu sehr danach hin, daß wir sozusagen das Seelische zu eng gebunden denken an das Körperliche. Hier kann uns vielleicht nur ein Vergleich zu dem verhelfen, was wir eigentlich begreifen sollen.
[ 17 ] Wenn wir eine Uhr anschauen, so besteht sie aus Rädern, aus sonstigen Metallteilen und dergleichen. Schauen wir jemals eine Uhr an im gewöhnlichen Leben, in welchem sie uns dienen soll, um das Werk zu studieren oder um das Ineinanderspielen der Räder zu studieren? Nein. Wir schauen die Uhr an, um durch sie zu erfahren, wieviel Uhr es ist. Das ist aber etwas, was gar nichts zu tun hat mit allen Metallteilen und dergleichen. Denn, was hat die Zeit mit den Metallteilen zu tun? Wir schauen die Uhr an und kümmern uns gar nicht um das, was uns die Uhr selber zeigt. Oder nehmen wir ein anderes Beispiel zum Vergleich. Wenn der Mensch heute vom Telegraphieren spricht, so hat er vorzugsweise den elektrischen Telegraphen im Auge. Aber als man noch keinen elektrischen Telegraphen hatte, hat man auch telegraphiert. Denn wenn man nur die richtigen Zeichen und so weiter kennt, so würde man es — vielleicht gar nicht einmal viel langsamer — zustande bringen, auch ohne elektrischen Telegraphen von einem Orte zum andern zu sprechen. Man stelle Säulen zum Beispiel von Berlin nach Paris auf, man stelle an jeder Säule einen Menschen hin, der die betreffenden Zeichen gleich weitergibt. Und wenn das dann mit der nötigen Schnelligkeit geschieht, dann geschieht ganz dasselbe, was durch den elektrischen Telegraphen geschieht. Gewiß ist es durch den elektrischen Telegraphen einfacher und schneller; aber was da geschieht, das Telegraphieren, das hat mit der Einrichtung eines elektrischen Telegraphen nicht das geringste zu tun, so wenig wie die Zeit mit dem inneren Werke der Uhr.
[ 17 ] Wenn wir eine Uhr anschauen, so besteht sie aus Rädern, aus sonstigen Metallteilen und dergleichen. Schauen wir jemals eine Uhr an im gewöhnlichen Leben, in welchem sie uns dienen soll, um das Werk zu studieren oder um das Ineinanderspielen der Räder zu studieren? Nein. Wir schauen die Uhr an, um durch sie zu erfahren, wieviel Uhr es ist. Das ist aber etwas, was gar nichts zu tun hat mit allen Metallteilen und dergleichen. Denn, was hat die Zeit mit den Metallteilen zu tun? Wir schauen die Uhr an und kümmern uns gar nicht um das, was uns die Uhr selber zeigt. Oder nehmen wir ein anderes Beispiel zum Vergleich. Wenn der Mensch heute vom Telegraphieren spricht, so hat er vorzugsweise den elektrischen Telegraphen im Auge. Aber als man noch keinen elektrischen Telegraphen hatte, hat man auch telegraphiert. Denn wenn man nur die richtigen Zeichen und so weiter kennt, so würde man es — vielleicht gar nicht einmal viel langsamer — zustande bringen, auch ohne elektrischen Telegraphen von einem Orte zum andern zu sprechen. Man stelle Säulen zum Beispiel von Berlin nach Paris auf, man stelle an jeder Säule einen Menschen hin, der die betreffenden Zeichen gleich weitergibt. Und wenn das dann mit der nötigen Schnelligkeit geschieht, dann geschieht ganz dasselbe, was durch den elektrischen Telegraphen geschieht. Gewiß ist es durch den elektrischen Telegraphen einfacher und schneller; aber was da geschieht, das Telegraphieren, das hat mit der Einrichtung eines elektrischen Telegraphen nicht das geringste zu tun, so wenig wie die Zeit mit dem inneren Werke der Uhr.
[ 18 ] Geradesoviel wie die Mitteilung von Berlin nach Paris mit der Einrichtung des elektrischen Telegraphen, geradesoviel und sowenig hat das, was die menschliche Seele ist, mit den Einrichtungen des menschlichen Leibes zu tun. Nur wenn wir so denken, bekommen wir eine richtige Vorstellung von der Selbständigkeit des Seelenwesens. Denn es könnte durchaus sein, daß diese menschliche Seele mit allem, was sie in sich hat, eines anderen Leibes, eines anders gestalteten Leibes sich bediente, so wie man die Mitteilung von Berlin nach Paris durch etwas anderes als gerade durch die Einrichtung eines elektrischen Telegraphen übersenden könnte. Und wie der elektrische Telegraph nur die bequemste Art ist innerhalb unserer Verhältnisse, um eine Mitteilung zu machen, so ist auch der in pendelnder Bewegung sich befindliche Leib, der oben ein Haupt hat, für unsere Erdenverhältnisse das bequemste Mittel, daß die Seele sich ausleben, sich äußern kann. Aber es ist durchaus nicht so der Fall, daß der Leib mit dem, was das Seelenleben ist, irgend etwas mehr zu tun hat, als die elektrischen Telegraphen und ihre Einrichtungen mit der Weitergabe einer Mitteilung von Paris nach Berlin, oder als die Uhr mit der Zeit zu tun hat. Denn man könnte ein ganz anderes Instrument ersinnen, um die Zeit zu messen, als unsere Uhren. Und so ist ein ganz anderer menschlicher Leib denkbar als der, den wir nach den jetzigen Erdenverhältnissen benutzen, um die menschlichen Seelenverhältnisse auszuleben. Denn, womit hängt die menschliche Seele zusammen? Wie haben wir eigentlich die menschliche Seele in ihrer Beziehung zum Leibe aufzufassen?
[ 18 ] Geradesoviel wie die Mitteilung von Berlin nach Paris mit der Einrichtung des elektrischen Telegraphen, geradesoviel und sowenig hat das, was die menschliche Seele ist, mit den Einrichtungen des menschlichen Leibes zu tun. Nur wenn wir so denken, bekommen wir eine richtige Vorstellung von der Selbständigkeit des Seelenwesens. Denn es könnte durchaus sein, daß diese menschliche Seele mit allem, was sie in sich hat, eines anderen Leibes, eines anders gestalteten Leibes sich bediente, so wie man die Mitteilung von Berlin nach Paris durch etwas anderes als gerade durch die Einrichtung eines elektrischen Telegraphen übersenden könnte. Und wie der elektrische Telegraph nur die bequemste Art ist innerhalb unserer Verhältnisse, um eine Mitteilung zu machen, so ist auch der in pendelnder Bewegung sich befindliche Leib, der oben ein Haupt hat, für unsere Erdenverhältnisse das bequemste Mittel, daß die Seele sich ausleben, sich äußern kann. Aber es ist durchaus nicht so der Fall, daß der Leib mit dem, was das Seelenleben ist, irgend etwas mehr zu tun hat, als die elektrischen Telegraphen und ihre Einrichtungen mit der Weitergabe einer Mitteilung von Paris nach Berlin, oder als die Uhr mit der Zeit zu tun hat. Denn man könnte ein ganz anderes Instrument ersinnen, um die Zeit zu messen, als unsere Uhren. Und so ist ein ganz anderer menschlicher Leib denkbar als der, den wir nach den jetzigen Erdenverhältnissen benutzen, um die menschlichen Seelenverhältnisse auszuleben. Denn, womit hängt die menschliche Seele zusammen? Wie haben wir eigentlich die menschliche Seele in ihrer Beziehung zum Leibe aufzufassen?
[ 19 ] Gerade auf diesem Gebiete möchte man den Schillerschen Ausspruch anführen, auch in einem Bilde auf den Menschen angewendet: «Suchst du das Höchste, das Beste, die Pflanze kann es dich lehren. » Man sehe sich die Pflanze an, die bei Tag die Blätter ausbreitet, die Blüte öffnet, und die, wenn das Licht fort ist, Blätter und Blüte zusammenzieht. Was ist ihr entzogen? Was ihr von der Sonne, aus dem Sternenraume zukommt während des Tages, das ist ihr entzogen. Was aber von der Sonne hereinwirkt, das macht, daß die zusammengefallenen Blätter sich wieder ausspreizen, daß die Blüte sich entfaltet. Draußen im Weltenraume sind also die Kräfte, welche die Organe der Pflanze entweder schlaff zusammenfallen lassen oder sie sich entfalten lassen, wenn sie wirken. Was da im Weltenraume ausgebreitet ist und bei der Pflanze die Glieder erschlaffen läßt, wenn es sich der Pflanze entzieht, das macht beim Menschen das eigene Ich mit dem Astralleib. Wann läßt der Mensch die Glieder sinken, wann läßt er die Augenlider sinken, wie bei der Pflanze, wenn sie Blätter und Blüten zusammenzieht? Wenn das Ich und der astralische Leib aus der menschlichen Wesenheit herausgehen. Was die Sonne bei der Pflanze macht, das bewirkt das Ich und der astralische Leib bei den Organen der menschlichen Natur. Daher können wir sagen: Der Pflanzenleib muß hinaufsehen zur Sonne, wie der Menschenleib zu dem eigenen Ich und Astralleib hinsehen und sie als das ansehen muß, was auf ihn denselben Eindruck macht wie die Sonne auf die Pflanze. Ist es Ihnen, wenn Sie das nur äußerlich bedenken, noch wunderbar, wenn uns nun die okkulte Untersuchung lehrt, daß tatsächlich das Ich und der astralische Leib aus dem Weltenraume, dem die Sonne angehört, herausgeboren sind und gar nicht der Erde angehören? Und nun wird Ihnen dieses nach den schon angestellten Betrachtungen auch nicht verwunderlich sein: Wenn die Menschen im Schlafe oder im Tode herausschreiten aus der Erde, dann leben sie die großen Weltenverhältnisse durch, dann sind sie dort. Die Pflanze ist eben noch gebunden an die Sonne und an die Kräfte, die im Raume sind. Das Ich und der astralische Leib des Menschen haben sich selbständig gemacht gegenüber den im Raume ausgebreiteten Kräften und gehen ihren eigenen Weg. Daher kann die Pflanze nur schlafen, wenn ihr wirklich das Sonnenlicht entzogen ist. Der Mensch ist in bezug auf sein Ich und seinen Astralleib unabhängig von dem, was seine Heimat ist, von Sonnen und Planeten, daher kann er auch bei Tage schlafen, wenn die Sonne scheint. Er hat sich in seinem Ich und Astralleib frei gemacht von dem, womit er aber eigentlich einerlei ist: mit den Sternen- und Sonnenkräften. Und nicht grotesk ist es, wenn wir sagen: So gehört also das, was nach dem Tode auf der Erde und in ihren Elementen zurückbleibt, der Erde und ihren Kräften an; das Ich und der Astralleib aber gehören den großen Weltenkräften an, gehen zu diesen Weltenkräften mit dem Tode des Menschen wieder zurück und durchleben innerhalb derselben das Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Und während der Zeit zwischen Geburt und Tod, während die Seele hier in einem physischen Leibe eingefügt ist, hat das, was unser Seelenleben ist, was eigentlich zum Sonnenleben und zum Sternenleben gehört, mit diesem physischen Leibe nicht mehr zu tun, als die Zeit, die im Grunde genommen auch durch Sonnen- und Sternkonstellationen bedingt ist, mit der Uhr und ihrer Einrichtung in den Rädern zu tun hat. Es wäre durchaus denkbar, daß wir, wenn wir statt auf der Erde auf einem andern Planeten wohnten, mit unserer selben Seele ganz anderen Planetenverhältnissen angepaßt wären. Daß wir Augen haben, wie sie in dieser Weise gestaltet sind, daß wir solche Ohren haben, wie sie so gestaltet sind, rührt nicht von den Seelenverhältnissen her, sondern von dem, was Erdenverhältnisse, irdische Verhältnisse sind. Wir benutzen nur diese Organe. Uns mit diesem Bewußtsein zu durchdringen, daß wir mit unserm Seelengliede der Sternenwelt angehören, das gibt uns eben erst Aufschluß über unser wirkliches menschliches Verhältnis, über unsere wirkliche menschliche Wesenheit. Wenn wir das wissen, wissen wir uns auch in der richtigen Weise zu unsern Verhältnissen hier auf der Erde zu verhalten. Wenn man daher in einer solchen Weise des Menschen, man möchte sogar sagen, mehr oder weniger äußerliches Verhältnis zu seinem physischen Leibe oder Ätherleibe durchdringt, dann wird Sicherheit in den Menschen kommen. Er wird sich nicht mehr bloß als Erdenwesen wissen, sondern als Angehöriger der ganzen Welt, des ganzen Makrokosmos, als eine im Makrokosmos drinnen befindliche Wesenheit. Nur weil er hier an seinen Leib gebunden ist, ist er sich der Zusammengehörigkeit mit den Kräften des großen Weltenraumes nicht bewußt.
[ 19 ] Gerade auf diesem Gebiete möchte man den Schillerschen Ausspruch anführen, auch in einem Bilde auf den Menschen angewendet: «Suchst du das Höchste, das Beste, die Pflanze kann es dich lehren. » Man sehe sich die Pflanze an, die bei Tag die Blätter ausbreitet, die Blüte öffnet, und die, wenn das Licht fort ist, Blätter und Blüte zusammenzieht. Was ist ihr entzogen? Was ihr von der Sonne, aus dem Sternenraume zukommt während des Tages, das ist ihr entzogen. Was aber von der Sonne hereinwirkt, das macht, daß die zusammengefallenen Blätter sich wieder ausspreizen, daß die Blüte sich entfaltet. Draußen im Weltenraume sind also die Kräfte, welche die Organe der Pflanze entweder schlaff zusammenfallen lassen oder sie sich entfalten lassen, wenn sie wirken. Was da im Weltenraume ausgebreitet ist und bei der Pflanze die Glieder erschlaffen läßt, wenn es sich der Pflanze entzieht, das macht beim Menschen das eigene Ich mit dem Astralleib. Wann läßt der Mensch die Glieder sinken, wann läßt er die Augenlider sinken, wie bei der Pflanze, wenn sie Blätter und Blüten zusammenzieht? Wenn das Ich und der astralische Leib aus der menschlichen Wesenheit herausgehen. Was die Sonne bei der Pflanze macht, das bewirkt das Ich und der astralische Leib bei den Organen der menschlichen Natur. Daher können wir sagen: Der Pflanzenleib muß hinaufsehen zur Sonne, wie der Menschenleib zu dem eigenen Ich und Astralleib hinsehen und sie als das ansehen muß, was auf ihn denselben Eindruck macht wie die Sonne auf die Pflanze. Ist es Ihnen, wenn Sie das nur äußerlich bedenken, noch wunderbar, wenn uns nun die okkulte Untersuchung lehrt, daß tatsächlich das Ich und der astralische Leib aus dem Weltenraume, dem die Sonne angehört, herausgeboren sind und gar nicht der Erde angehören? Und nun wird Ihnen dieses nach den schon angestellten Betrachtungen auch nicht verwunderlich sein: Wenn die Menschen im Schlafe oder im Tode herausschreiten aus der Erde, dann leben sie die großen Weltenverhältnisse durch, dann sind sie dort. Die Pflanze ist eben noch gebunden an die Sonne und an die Kräfte, die im Raume sind. Das Ich und der astralische Leib des Menschen haben sich selbständig gemacht gegenüber den im Raume ausgebreiteten Kräften und gehen ihren eigenen Weg. Daher kann die Pflanze nur schlafen, wenn ihr wirklich das Sonnenlicht entzogen ist. Der Mensch ist in bezug auf sein Ich und seinen Astralleib unabhängig von dem, was seine Heimat ist, von Sonnen und Planeten, daher kann er auch bei Tage schlafen, wenn die Sonne scheint. Er hat sich in seinem Ich und Astralleib frei gemacht von dem, womit er aber eigentlich einerlei ist: mit den Sternen- und Sonnenkräften. Und nicht grotesk ist es, wenn wir sagen: So gehört also das, was nach dem Tode auf der Erde und in ihren Elementen zurückbleibt, der Erde und ihren Kräften an; das Ich und der Astralleib aber gehören den großen Weltenkräften an, gehen zu diesen Weltenkräften mit dem Tode des Menschen wieder zurück und durchleben innerhalb derselben das Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Und während der Zeit zwischen Geburt und Tod, während die Seele hier in einem physischen Leibe eingefügt ist, hat das, was unser Seelenleben ist, was eigentlich zum Sonnenleben und zum Sternenleben gehört, mit diesem physischen Leibe nicht mehr zu tun, als die Zeit, die im Grunde genommen auch durch Sonnen- und Sternkonstellationen bedingt ist, mit der Uhr und ihrer Einrichtung in den Rädern zu tun hat. Es wäre durchaus denkbar, daß wir, wenn wir statt auf der Erde auf einem andern Planeten wohnten, mit unserer selben Seele ganz anderen Planetenverhältnissen angepaßt wären. Daß wir Augen haben, wie sie in dieser Weise gestaltet sind, daß wir solche Ohren haben, wie sie so gestaltet sind, rührt nicht von den Seelenverhältnissen her, sondern von dem, was Erdenverhältnisse, irdische Verhältnisse sind. Wir benutzen nur diese Organe. Uns mit diesem Bewußtsein zu durchdringen, daß wir mit unserm Seelengliede der Sternenwelt angehören, das gibt uns eben erst Aufschluß über unser wirkliches menschliches Verhältnis, über unsere wirkliche menschliche Wesenheit. Wenn wir das wissen, wissen wir uns auch in der richtigen Weise zu unsern Verhältnissen hier auf der Erde zu verhalten. Wenn man daher in einer solchen Weise des Menschen, man möchte sogar sagen, mehr oder weniger äußerliches Verhältnis zu seinem physischen Leibe oder Ätherleibe durchdringt, dann wird Sicherheit in den Menschen kommen. Er wird sich nicht mehr bloß als Erdenwesen wissen, sondern als Angehöriger der ganzen Welt, des ganzen Makrokosmos, als eine im Makrokosmos drinnen befindliche Wesenheit. Nur weil er hier an seinen Leib gebunden ist, ist er sich der Zusammengehörigkeit mit den Kräften des großen Weltenraumes nicht bewußt.
[ 20 ] Dies ist es, was immer versucht wurde im Laufe der Zeiten da, wo das geistige Leben vertieft worden ist, auch in die Seelen hineindringen zu lassen. Und im Grunde genommen ging erst in den letzten vier Jahrhunderten das Bewußtsein von dieser Zusammengehörigkeit des Menschen mit den spirituellen Kräften, die weben und walten im Weltenraume, verloren. Nehmen wir einmal das, was wir immer betont haben: daß wir in dem Christus zu sehen haben das große Sonnenwesen, das durch das Mysterium von Golgatha sich mit der Erde und ihren Kräften vereinigt hat, so daß der Mensch die Christus-Kraft auf der Erde in sich aufnehmen kann — dann wird in der Durchdringung mit dem Christus-Impuls zugleich das liegen, was in den großen Impulsen des Makrokosmos liegt, und es wird für jeden Menschheitszyklus das Richtige sein, in dem Christus das zu sehen, was uns das Zusammengehörigkeitsgefühl mit dem Makrokosmos geben soll.
[ 20 ] Dies ist es, was immer versucht wurde im Laufe der Zeiten da, wo das geistige Leben vertieft worden ist, auch in die Seelen hineindringen zu lassen. Und im Grunde genommen ging erst in den letzten vier Jahrhunderten das Bewußtsein von dieser Zusammengehörigkeit des Menschen mit den spirituellen Kräften, die weben und walten im Weltenraume, verloren. Nehmen wir einmal das, was wir immer betont haben: daß wir in dem Christus zu sehen haben das große Sonnenwesen, das durch das Mysterium von Golgatha sich mit der Erde und ihren Kräften vereinigt hat, so daß der Mensch die Christus-Kraft auf der Erde in sich aufnehmen kann — dann wird in der Durchdringung mit dem Christus-Impuls zugleich das liegen, was in den großen Impulsen des Makrokosmos liegt, und es wird für jeden Menschheitszyklus das Richtige sein, in dem Christus das zu sehen, was uns das Zusammengehörigkeitsgefühl mit dem Makrokosmos geben soll.
[ 21 ] Im 12. Jahrhundert entstand im Abendlande eine schöne Parabel, eine Erzählung, in der das Folgende dargestellt wird. Es hatte einmal ein Mädchen eine Anzahl von Brüdern. Alle waren sie bettelarm, die ganze Familie. Nun fand das Mädchen einmal eine Perle. Dadurch war sie in den Besitz einer ungeheuren Kostbarkeit gekommen. Die Brüder waren darauf aus, an dem Reichtum teilzunehmen, der da über das Mädchen gekommen war, und da trug sich das Folgende zu. Der eine Bruder war Maler, und er sagte zu dem Mädchen: Ich will dir das schönste Bild malen, das es je gegeben hat, wenn du mich an deinem Reichtume teilnehmen läßt. — Doch wollte das Mädchen nichts von ihm wissen und wies ihn ab. Der zweite Bruder war Musiker. Er versprach dem Mädchen, das herrlichste Musikstück zu komponieren, wenn sie ihn an ihrem Reichtum teilnehmen ließe. Aber sie wies ihn ab. Der dritte Bruder war Apotheker, und wie es im Mittelalter war, waren in den Apotheken vorzugsweise Parfümerien und andere Sachen zu haben, die nicht bloß Heilkräuter waren, sondern auch sonst für das Leben geeignet waren. Und das wohlriechendste Wasser versprach dieser Bruder dem Mädchen, wenn sie ihn zum Teilnehmer an ihrem Reichtume machen würde. Aber auch diesen Bruder wies sie ab. Der vierte Bruder war Koch. Er versprach dem Mädchen, daß er ihr so gute Dinge kochen würde, daß sie durch das Essen solcher Dinge ein Gehirn wie Zeus bekommen würde und außerdem das geschmackvollste Essen haben würde, wenn sie ihn an ihrem Reichtume teilnehmen ließe. Sie wies ihn ab. Der fünfte Bruder war ein Wirt, und der versprach ihr, daß er ihr die besten Freier verschaffen würde, wenn sie ihn an ihrem Reichtume teilnehmen ließe. Doch sie wies auch ihn ab. Da kam dann derjenige, so erzählt die Parabel, der wirklich die Seele des Mädchens finden konnte, und mit dem teilte sie ihr Kleinod, die Perle, die sie gefunden hatte.
[ 21 ] Im 12. Jahrhundert entstand im Abendlande eine schöne Parabel, eine Erzählung, in der das Folgende dargestellt wird. Es hatte einmal ein Mädchen eine Anzahl von Brüdern. Alle waren sie bettelarm, die ganze Familie. Nun fand das Mädchen einmal eine Perle. Dadurch war sie in den Besitz einer ungeheuren Kostbarkeit gekommen. Die Brüder waren darauf aus, an dem Reichtum teilzunehmen, der da über das Mädchen gekommen war, und da trug sich das Folgende zu. Der eine Bruder war Maler, und er sagte zu dem Mädchen: Ich will dir das schönste Bild malen, das es je gegeben hat, wenn du mich an deinem Reichtume teilnehmen läßt. — Doch wollte das Mädchen nichts von ihm wissen und wies ihn ab. Der zweite Bruder war Musiker. Er versprach dem Mädchen, das herrlichste Musikstück zu komponieren, wenn sie ihn an ihrem Reichtum teilnehmen ließe. Aber sie wies ihn ab. Der dritte Bruder war Apotheker, und wie es im Mittelalter war, waren in den Apotheken vorzugsweise Parfümerien und andere Sachen zu haben, die nicht bloß Heilkräuter waren, sondern auch sonst für das Leben geeignet waren. Und das wohlriechendste Wasser versprach dieser Bruder dem Mädchen, wenn sie ihn zum Teilnehmer an ihrem Reichtume machen würde. Aber auch diesen Bruder wies sie ab. Der vierte Bruder war Koch. Er versprach dem Mädchen, daß er ihr so gute Dinge kochen würde, daß sie durch das Essen solcher Dinge ein Gehirn wie Zeus bekommen würde und außerdem das geschmackvollste Essen haben würde, wenn sie ihn an ihrem Reichtume teilnehmen ließe. Sie wies ihn ab. Der fünfte Bruder war ein Wirt, und der versprach ihr, daß er ihr die besten Freier verschaffen würde, wenn sie ihn an ihrem Reichtume teilnehmen ließe. Doch sie wies auch ihn ab. Da kam dann derjenige, so erzählt die Parabel, der wirklich die Seele des Mädchens finden konnte, und mit dem teilte sie ihr Kleinod, die Perle, die sie gefunden hatte.
[ 22 ] Das Ganze ist sehr schön erzählt. Und noch schöner ist es dann dargestellt von einem späteren Lyriker im 17. Jahrhundert, von Jakob Balde, ausführlicher und schöner. Aber wir haben auch eine Erklärung, die schon aus dem 13. Jahrhundert stammt und die in diesem Falle von dem Dichter selber gegeben worden ist, so daß man nicht sagen könnte, die Erzählung wäre bloß so ausgelegt. Darin sagt der Dichter, er habe die menschliche Seele mit ihrem freien Willen darstellen wollen. Das Mädchen ist die menschliche Seele, die einen freien Willen hat. Die fünf Brüder des Mädchens sind die fünf Sinne: der Maler ist das Auge, der Musiker das Ohr, der Apotheker der Geruch, der Geschmack der Koch und der Wirt ist der Tastsinn. Sie weist sie ab, um dann mit dem, der wirklich ihrer Seele verwandt ist, mit dem Christus so wird es dargestellt — das Kleinod des freien Willens zu teilen, das heißt nicht um das aufzunehmen, wozu die Sinne drängen, sondern wozu der Christus-Impuls drängt, wenn die Seele von ihm durchdrungen ist. Da haben wir, man möchte sagen, in schöner Weise geschieden die Selbständigkeit des Lebens der Seele, die geistgeboren ist, die im Geiste ihre Heimat hat, von demjenigen, was irdisch geboren ist: die Sinne und alles das, was ja nur da ist, damit die Seele darin eingebettet sein kann, das heißt überhaupt die irdische Leiblichkeit.
[ 22 ] Das Ganze ist sehr schön erzählt. Und noch schöner ist es dann dargestellt von einem späteren Lyriker im 17. Jahrhundert, von Jakob Balde, ausführlicher und schöner. Aber wir haben auch eine Erklärung, die schon aus dem 13. Jahrhundert stammt und die in diesem Falle von dem Dichter selber gegeben worden ist, so daß man nicht sagen könnte, die Erzählung wäre bloß so ausgelegt. Darin sagt der Dichter, er habe die menschliche Seele mit ihrem freien Willen darstellen wollen. Das Mädchen ist die menschliche Seele, die einen freien Willen hat. Die fünf Brüder des Mädchens sind die fünf Sinne: der Maler ist das Auge, der Musiker das Ohr, der Apotheker der Geruch, der Geschmack der Koch und der Wirt ist der Tastsinn. Sie weist sie ab, um dann mit dem, der wirklich ihrer Seele verwandt ist, mit dem Christus so wird es dargestellt — das Kleinod des freien Willens zu teilen, das heißt nicht um das aufzunehmen, wozu die Sinne drängen, sondern wozu der Christus-Impuls drängt, wenn die Seele von ihm durchdrungen ist. Da haben wir, man möchte sagen, in schöner Weise geschieden die Selbständigkeit des Lebens der Seele, die geistgeboren ist, die im Geiste ihre Heimat hat, von demjenigen, was irdisch geboren ist: die Sinne und alles das, was ja nur da ist, damit die Seele darin eingebettet sein kann, das heißt überhaupt die irdische Leiblichkeit.
[ 23 ] Es sollte — damit der Anfang gemacht werde zu zeigen, wie man durch ein sachgemäßes Denken über das gewöhnliche Leben herausfinden kann — dargestellt werden, wie begründet und richtig das ist, was durch die okkulte Forschung in der geistigen Welt geschaut wird, wenn der okkulte Forscher unmittelbar durch seine Anschauung weiß, daß die Seele des Menschen, also Ich und Astralleib, der Sternenwelt angehören. Wenn man so das menschliche Verhältnis mit den im Schlafe zusammenbleibenden Gliedern betrachtet, wie es aber so ohne weiteres unabhängig ist von der Sternenwelt, weil der Mensch auch bei Tage schlafen kann, und wenn man es vergleicht mit der Pflanze und dem Sonnenlicht, dann kann eingesehen werden, wie begründet das ist, was die okkulte Forschung gibt. Es handelt sich darum, daß man eingeht auf die Begründungen, die wirklich in der Welt gefunden werden können. Wenn aber jemand unbegründet findet, was durch die okkulte Forschung zutage tritt, so ist das nur ein Zeichen dafür, daß er nicht alles zu Rate gezogen hat, was wirklich aus der äußeren Welt ein Wissen liefern kann. Das erfordert ja manchmal viel Energie und viel Unbefangenheit; die bringt man nicht immer auf. Aber man kann sagen: Wer mit Wahrhaftigkeit in der geistigen Welt forscht und dann das Resultat seines Forschens der Welt übergibt, der übergibt es dem sachgemäßen Urteil. Denn vor der vernunftgemäßen Kritik scheut die wirkliche okkulte Forschung nicht zurück, nur vor der oberflächlichen Kritik, die aber keine Kritik ist.
[ 23 ] Es sollte — damit der Anfang gemacht werde zu zeigen, wie man durch ein sachgemäßes Denken über das gewöhnliche Leben herausfinden kann — dargestellt werden, wie begründet und richtig das ist, was durch die okkulte Forschung in der geistigen Welt geschaut wird, wenn der okkulte Forscher unmittelbar durch seine Anschauung weiß, daß die Seele des Menschen, also Ich und Astralleib, der Sternenwelt angehören. Wenn man so das menschliche Verhältnis mit den im Schlafe zusammenbleibenden Gliedern betrachtet, wie es aber so ohne weiteres unabhängig ist von der Sternenwelt, weil der Mensch auch bei Tage schlafen kann, und wenn man es vergleicht mit der Pflanze und dem Sonnenlicht, dann kann eingesehen werden, wie begründet das ist, was die okkulte Forschung gibt. Es handelt sich darum, daß man eingeht auf die Begründungen, die wirklich in der Welt gefunden werden können. Wenn aber jemand unbegründet findet, was durch die okkulte Forschung zutage tritt, so ist das nur ein Zeichen dafür, daß er nicht alles zu Rate gezogen hat, was wirklich aus der äußeren Welt ein Wissen liefern kann. Das erfordert ja manchmal viel Energie und viel Unbefangenheit; die bringt man nicht immer auf. Aber man kann sagen: Wer mit Wahrhaftigkeit in der geistigen Welt forscht und dann das Resultat seines Forschens der Welt übergibt, der übergibt es dem sachgemäßen Urteil. Denn vor der vernunftgemäßen Kritik scheut die wirkliche okkulte Forschung nicht zurück, nur vor der oberflächlichen Kritik, die aber keine Kritik ist.
[ 24 ] Wenn Sie sich nun erinnern, wie der Gang der ganzen Menschheitsentwickelung dargestellt worden ist von der Saturnzeit über die Sonnen- und Mondenzeit bis in unsere Erdenzeit, dann werden Sie sich auch erinnern, wie während der Mondenzeit eine Trennung eintritt, die sich dann während des Erdendaseins fortsetzt. Durch jene Trennung ist das bewirkt worden, daß sich heute verhältnismäßig ferner einander gegenüberstehen das Seelische und das Leibliche. Zur alten Sonnenzeit waren sie noch viel mehr miteinander verwandt. Dadurch, daß sich der Mond von der Sonne schon in der alten Mondenzeit trennte, wurde bewirkt, daß das Seelische des Menschen selbständiger wurde. Damals drang das Seelische in gewissen Zwischenzeiten zwischen den Verkörperungen in den allgemeinen Makrokosmos hinaus, machte sich selbständig, und das bewirkte, daß jene eigentümlichen Verhältnisse eintraten, die während der Erdentwickelung die Abtrennung der Sonne und dann die des Mondes in der lemurischen Zeit bewirkten, wodurch dann eine Schar einzelner menschlicher Seelen — wie es in der «Geheimwissenschaft im Umriß » ausführlicher beschrieben ist — hinausdrangen, um abgesondert von der Erde besondere Schicksale durchzumachen und um später erst wieder zurückzukehren. Es wird sich uns aber noch zu zeigen haben, daß der Mensch in bezug auf das, was übrigbleibt, wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist und in die geistige Welt, seine Heimat, geht, ein radikal anderes Leben führt, das im Grunde genommen recht wenig verwandt ist mit dem irdischen Leibe.
[ 24 ] Wenn Sie sich nun erinnern, wie der Gang der ganzen Menschheitsentwickelung dargestellt worden ist von der Saturnzeit über die Sonnen- und Mondenzeit bis in unsere Erdenzeit, dann werden Sie sich auch erinnern, wie während der Mondenzeit eine Trennung eintritt, die sich dann während des Erdendaseins fortsetzt. Durch jene Trennung ist das bewirkt worden, daß sich heute verhältnismäßig ferner einander gegenüberstehen das Seelische und das Leibliche. Zur alten Sonnenzeit waren sie noch viel mehr miteinander verwandt. Dadurch, daß sich der Mond von der Sonne schon in der alten Mondenzeit trennte, wurde bewirkt, daß das Seelische des Menschen selbständiger wurde. Damals drang das Seelische in gewissen Zwischenzeiten zwischen den Verkörperungen in den allgemeinen Makrokosmos hinaus, machte sich selbständig, und das bewirkte, daß jene eigentümlichen Verhältnisse eintraten, die während der Erdentwickelung die Abtrennung der Sonne und dann die des Mondes in der lemurischen Zeit bewirkten, wodurch dann eine Schar einzelner menschlicher Seelen — wie es in der «Geheimwissenschaft im Umriß » ausführlicher beschrieben ist — hinausdrangen, um abgesondert von der Erde besondere Schicksale durchzumachen und um später erst wieder zurückzukehren. Es wird sich uns aber noch zu zeigen haben, daß der Mensch in bezug auf das, was übrigbleibt, wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist und in die geistige Welt, seine Heimat, geht, ein radikal anderes Leben führt, das im Grunde genommen recht wenig verwandt ist mit dem irdischen Leibe.
[ 25 ] Noch Genaueres, was zur genaueren Kenntnis für das Leben zwischen Tod und neuer Geburt nötig ist, werden wir in den nächsten Vorträgen kennenlernen können.
[ 25 ] Noch Genaueres, was zur genaueren Kenntnis für das Leben zwischen Tod und neuer Geburt nötig ist, werden wir in den nächsten Vorträgen kennenlernen können.
