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Life Between Death and Rebirth
in Relation to Cosmic Realities
GA 141

4 March 1913, Berlin

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Neunter Vortrag

Ninth Lecture

[ 1 ] In der Zeit, in welcher der Materialismus hauptsächlich theoretisch geblüht hat, also in den mittleren und zum Teil auch noch in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, als etwa die Schriften Büchners oder Vogts, des sogenannten «dicken» Vogts, tiefen Eindruck in weiten Kreisen von Menschen gemacht hatten, die sich damals als aufgeklärte Menschen fühlten, da konnte man oftmals eine Redewendung hören —, eine Redewendung, die heute auch noch zuweilen gehört werden kann, da ja in gewissen Weltanschauungsgruppen sozusagen die Nachzügler jenes theoretischen Materialismus immer noch vorhanden sind. Wenn die Leute nicht etwa direkt ein jegliches Leben nach dem Tode ablehnen wollen, wenn sie zuweilen dieses Leben nach dem Tode zugeben wollen, dann sagen sie: Nun ja, es mag ein solches Leben nach dem Tode geben. Aber warum sollten wir uns hier in diesem Erdenleben darum kümmern? Wir werden ja sehen, wenn der Tod eingetreten ist, ob es ein solches Leben gibt. Und wenn wir hier auf der Erde uns nur mit dem beschäftigen, was uns die Erde gibt, und nicht weiter auf das Rücksicht nehmen, was nach dem Tode kommen soll, so kann uns doch nichts Besonderes entgehen. Denn wenn das Leben nach dem Tode etwas bieten mag, so werden wir es dann ja sehen!

[ 1 ] During the period when materialism flourished primarily in theory—that is, in the middle and, to some extent, even the final decades of the 19th century, when the writings of Büchner or Vogt, the so-called “fat” Vogt, had made a deep impression on wide circles of people who considered themselves enlightened at the time, one could often hear a saying—a saying that can still be heard from time to time today, since in certain ideological groups the stragglers of that theoretical materialism are still present, so to speak. If people do not wish to reject any life after death outright, if they are sometimes willing to admit the possibility of such a life after death, then they say: Well, there may be such a life after death. But why should we concern ourselves with it here in this earthly life? We will see, after all, once death has come, whether such a life exists. And if we here on earth concern ourselves only with what the earth provides us, and pay no further heed to what is to come after death, then surely we will not miss out on anything special. For if life after death has something to offer, we will see it then!

[ 2 ] Wie gesagt, man konnte oft und oft und kann auch heute noch in weiten Kreisen diese Redensart hören, und wenn sie so ausgesprochen wird — sie möchte fast in einer gewissen Beziehung annehmbar scheinen. Und doch: sie widerspricht vollständig den Tatsachen, die sich der geistigen Forschung ergeben, wenn man diejenigen Tatsachen geistig ins Auge faßt, welche sich in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt abspielen. Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes hindurchgegangen ist, dann tritt er ja in Beziehungen zu den verschiedensten Kräften und Wesenheiten. Der Mensch lebt sich sozusagen nicht nur in eine Summe von übersinnlichen Tatsachen ein, sondern er kommt in Berührung mit gewissen Kräften, ja mit Wesenheiten, die wir kennen und oft besprochen haben als die Wesenheiten der einzelnen höheren. Hierarchien. Fragen wir uns nun einmal, welche Bedeutung es für den Menschen beim Durchgange durch das Leben zwischen Tod und neuer Geburt hat, mit diesen Kräften und Wesenheiten der höheren Hierarchien in Zusammenhang zu kommen.

[ 2 ] As I said, this saying could be heard time and again—and can still be heard today in many circles—and when it is expressed in this way, it almost seems acceptable in a certain sense. And yet: it completely contradicts the facts revealed by spiritual research, when one spiritually contemplates the events that unfold in the life between death and rebirth. Once a person has passed through the gate of death, they enter into relationships with the most diverse forces and beings. Human beings, so to speak, do not merely immerse themselves in a sum of supersensible facts, but they come into contact with certain forces, indeed with beings, whom we know and have often discussed as the beings of the various higher hierarchies. Let us now ask ourselves what significance it has for human beings, as they pass through the life between death and new birth, to come into connection with these forces and beings of the higher hierarchies.

[ 3 ] Wir wissen, daß der Mensch, wenn er durch dieses Leben in der übersinnlichen Welt durchgegangen ist und durch eine neue Geburt wieder ins Dasein tritt, in einer gewissen Weise der Selbstaufbauer seiner Leiblichkeit, ja seines ganzen Geschickes in dem nächsten Leben wird. Innerhalb gewisser Grenzen formt und baut der Mensch seinen Leib bis in die Windungen seines Gehirns sich auf mit den Kräften, die er sich aus den geistigen Welten mitzubringen hat, wenn er durch die Geburt neuerdings ins physische Dasein tritt. Und hier im physischen Dasein hängt ja unser ganzes Leben davon ab, daß wir solche Formen, solche Ausgestaltungen unseres physischen Leibes haben, durch die wir mit der äußeren physischen Welt in Beziehung treten können, durch die wir in dieser äußeren physischen Welt handeln, uns betätigen können, ja, durch die wir in dieser äußeren physischen Welt denken können. Denn wenn wir hier in der physischen Welt nicht das entsprechend zugeformte Gehirn haben, welches wir uns, durchgehend durch die Geburt, aus den Kräften der übersinnlichen Welt heraus formen, so bleiben wir ja unzulänglich für das Leben in der physischen Welt. Wir sind für dieses Leben in der physischen Welt nur dann zulänglich, wenn wir uns solche Kräfte aus der geistigen Welt mitbringen, durch die wir uns einen dieser physischen Welt mit allen ihren Forderungen gewachsenen Leib aufbauen können. Die Kräfte, die übersinnlichen Kräfte, welche der Mensch braucht, um an seinem Leib und auch an seinem Schicksal zu formen, sie erhalten wir von jenen Wesenheiten und Kräften der höheren Hierarchien, mit denen wir zwischen Tod und neuer Geburt in Zusammenhang kommen. Was wir zum Aufbau unseres Lebens brauchen, das müssen wir uns also erwerben in der Zeit, die unserer Geburt vorangegangen ist seit dem letzten Tode. Wir müssen sozusagen zwischen dem Tode und der nächsten Geburt Schritt für Schritt an die entsprechenden Wesenheiten herantreten, die uns bescheren können, uns übergeben können die Kräfte, die wir dann, wenn wir wieder ins physische Dasein getreten sind, zu unserem Leben brauchen.

[ 3 ] We know that when a human being has passed through this life in the supersensible world and re-enters existence through a new birth, he becomes, in a certain sense, the architect of his own physical form—indeed, of his entire destiny—in the next life. Within certain limits, the human being shapes and builds his body—right down to the convolutions of his brain—with the forces he brings with him from the spiritual worlds when he re-enters physical existence through birth. And here in physical existence, our entire life depends on having such forms, such configurations of our physical body, through which we can relate to the external physical world, through which we can act and be active in this external physical world, indeed, through which we can think in this external physical world. For if we do not have here in the physical world the appropriately formed brain, which we shape for ourselves—throughout the process of birth—from the forces of the supersensible world, then we remain inadequate for life in the physical world. We are only adequate for this life in the physical world if we bring with us such forces from the spiritual world through which we can build a body suited to this physical world with all its demands. The forces—the supersensible forces—that human beings need to shape their bodies and their destinies, we receive from those beings and forces of the higher hierarchies with whom we come into contact between death and rebirth. What we need to build our lives, we must therefore acquire in the time that has preceded our birth since our last death. We must, so to speak, approach the corresponding beings step by step between death and the next birth—beings who can bestow upon us, who can impart to us the forces we will need for our lives once we have re-entered physical existence.

[ 4 ] Nun können wir in einer zweifachen Weise in diesem Leben zwischen Tod und neuer Geburt vor den Wesenheiten der höheren Hierarchien vorübergehen. Wir können so vor ihnen vorübergehen, daß wir sie erkennen, daß wir ihre Wesenheit, ihre Charaktereigenschaften verstehen, und daß wir entgegennehmen können, was sie uns zu geben vermögen, denn es ist ein Empfangen dessen von den höheren Hierarchien, was sie uns geben können, und was wir in dem folgenden Leben brauchen. Wir müssen in bezug auf das, was zu geben ist, in der Lage sein zu verstehen, ja auch nur zu sehen, wenn uns dies oder jenes gereicht wird, was wir dann brauchen können. Denn wir könnten auch so an diesen Wesenheiten vorübergehen, daß uns, bildlich gesprochen, die Hände dieser Wesen der höheren Hierarchien ihre Gaben reichen, die wir auch für unser Leben brauchten, daß wir sie aber nicht nehmen, weil es finster ist, geistig gesprochen, in dieser höheren Welt, durch die wir da durchgehen. Wir können also mit Verständnis durch diese Welt durchgehen, so daß wir gewahr werden, was uns von jenen Wesenheiten gereicht werden soll, oder wir können auch durch diese Welt mit Unverständnis durchgehen und nicht gewahr werden, was die Wesenheiten uns reichen wollen. Die Art nun, wie wir durchgehen, welche von den zwei Arten wir für den Durchgang zwischen Tod und neuer Geburt notwendigerweise wählen müssen, das wird vorherbestimmt durch die Nachwirkungen des vorangegangenen letzten und der früheren Erdenleben. Ein Mensch, der sich in dem letzten Erdenleben stumpf und ablehnend gegenüber allen Gedanken und Ideen verhalten hat, die uns als Aufklärungen über die übersinnliche Welt kommen können, ein solcher Mensch geht durch das Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt wie durch eine Welt von Finsternis hindurch. Denn das Licht, geistig gesprochen, welches wir brauchen, um zu erkennen, wie diese Wesenheiten an uns herantreten, um zu erkennen, welche Gaben wir von den einen oder anderen Wesenheiten zu unserm nächsten Leben empfangen sollen, das Licht des Verständnisses dafür können wir nicht in der übersinnlichen Welt selber erlangen, sondern das müssen wir hier in der physischen Erdenverkörperung erlangen. Wir gehen so durch das übersinnliche Leben bis zur nächsten Geburt, daß wir an allem vorübergehen, nichts erkennen und nirgends die Kräfte in Empfang nehmen, die wir zum nächsten Leben brauchen, wenn wir, durch die Pforte des Todes hindurchgehend, keine Ideen und Begriffe mitbringen, um sie in das spirituelle Leben zu tragen.

[ 4 ] Now, in this life between death and rebirth, we can pass before the beings of the higher hierarchies in two ways. We can pass before them in such a way that we recognize them, that we understand their nature and their character traits, and that we are able to receive what they are able to give us; for it is a receiving from the higher hierarchies of what they can give us and what we need in the life to come. We must be able to understand—or even just see—what is being offered to us, so that we may receive what we will need in the life to come. For we could also pass by these beings in such a way that, figuratively speaking, the hands of these beings of the higher hierarchies offer us their gifts, which we also needed for our lives, but that we do not take them because it is dark, spiritually speaking, in this higher world through which we are passing. We can therefore pass through this world with understanding, so that we become aware of what is to be offered to us by those beings, or we can also pass through this world without understanding and remain unaware of what the beings wish to offer us. The manner in which we pass through—which of the two ways we must necessarily choose for the passage between death and new birth—is predetermined by the aftereffects of our most recent and earlier earthly lives. A person who, in their last earthly life, behaved with indifference and rejection toward all thoughts and ideas that might come to us as insights into the supersensible world—such a person passes through the life between death and new birth as if through a world of darkness. For the light, spiritually speaking, that we need to recognize how these beings approach us, to recognize which gifts we are to receive from one or another of these beings for our next life—the light of understanding for this we cannot attain in the supersensible world itself, but we must attain it here in our physical earthly incarnation. We pass through the supersensible life until our next birth in such a way that we pass by everything, recognize nothing, and receive nowhere the powers we need for our next life, if, passing through the gate of death, we bring no ideas or concepts with us to carry into the spiritual life.

[ 5 ] Daraus sehen wit, wie unmöglich es ist, zu sagen, man könne warten bis der Tod eintritt, denn dann werde sich zeigen, welche Tatsache oder ob überhaupt eine Wirklichkeit uns nach dem Tode entgegentrete. Wie wir uns dann zu dieser Wirklichkeit verhalten können, das hängt davon ab, ob wir uns hier im Erdenleben in unserer Seele empfangend oder ablehnend verhalten haben zu den Begriffen über die übersinnliche Welt, die wir haben erhalten können, und die das Licht sein müssen, durch das wir uns den Durchgang zwischen Tod und neuer Geburt beleuchten.

[ 5 ] From this we see how impossible it is to say that one can wait until death occurs, for only then will it become clear what reality—if any—we will encounter after death. How we can then relate to this reality depends on whether, here in our earthly life, we have behaved in our souls in a receptive or rejecting manner toward the concepts of the supersensible world that we have been able to receive, and which must be the light through which we illuminate the passage between death and new birth.

[ 6 ] Noch ein anderes können wir aus dem Gesagten ersehen. Der Glaube, daß man sozusagen nur zu sterben brauche, um alles zu empfangen, was die übersinnliche Welt einem geben könne, wenn man es auch hier versäumt hat, sich auf sie vorzubereiten, dieser Glaube ist ganz falsch. Alle Welten haben ihre besondere Mission. Und was sich der Mensch in seiner Erdenverkörperung erwerben kann, das kann er sich in keiner der anderen Welten erwerben. Er kann zwischen dem Tode und der neuen Geburt unter allen Umständen in Gemeinschaft kommen mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien. Um aber ihre Gaben entgegenzunehmen, um nicht im Finstern durch das Leben zu tappen oder doch in grausiger Einsamkeit, sondern um eine Beziehung zu den höheren Hierarchien und ihren Kräften anknüpfen zu können, dazu müssen hier im Erdenleben die Ideen und Begriffe erworben werden, die das Licht sind, um die höheren Hierarchien zu schauen. So geht ein Mensch, der es im Erdenleben, im heutigen Zeitenzyklus zum Beispiel verschmäht hat, sich spirituelle Begriffe anzueignen, wie in grausiger Einsamkeit durch das Leben zwischen Tod und neuer Geburt, und in bezug auf das höhere Leben bedeutet grausige Einsamkeit eben im finstern tappen, und er bringt sich dann im nächsten Leben nicht die Kräfte mit, welche ihm in entsprechender Weise seinen Leib aufbauen und seine Werkzeuge zimmern sollen. Er kann sie nur in unvollkommener Gestalt aufbauen, und er wird daher ein unzulänglicher Mensch im nächsten Leben sein.

[ 6 ] We can glean yet another point from what has been said. The belief that one need only die, so to speak, to receive everything the supersensible world can offer—even if one has failed to prepare for it here—is entirely false. All worlds have their own special mission. And what a person can acquire during their earthly incarnation, they cannot acquire in any of the other worlds. Between death and rebirth, they can, under all circumstances, come into communion with the beings of the higher hierarchies. But in order to receive their gifts, so as not to grope through life in darkness or in dreadful loneliness, but rather to be able to establish a relationship with the higher hierarchies and their forces—for this, the ideas and concepts that are the light for beholding the higher hierarchies must be acquired here in earthly life. Thus, a person who, in earthly life—in the present cycle of time, for example—has scorned to acquire spiritual concepts goes through life between death and rebirth in dreadful loneliness, and in relation to the higher life, dreadful loneliness means groping in the dark; and in the next life, he does not bring with him the forces that are to build up his body and fashion his tools in the appropriate manner. He can build them up only in an imperfect form, and he will therefore be an inadequate human being in the next life.

[ 7 ] Wir sehen daraus, wie Karma von dem einen Leben zu dem nächsten hinüberwirkt. In dem einen Leben verschmäht es der Mensch durch seine Willkür, mit den geistigen Welten irgendwie seelisch einen Zusammenhang zu entwickeln; im nächsten Leben hat er keine Kräfte, um sich auch nur die Organe anzuschaffen, durch die er denken, fühlen, wollen könnte die Wahrheiten des geistigen Lebens. Dann bleibt er stumpf und unaufmerksam gegenüber den geistigen Verhältnissen, und es geht das geistige Leben wie im Traum an ihm vorüber, wie es ja bei so vielen Menschen der Fall ist. Er kann sich dann auf dem Erdenrund für die geistigen Welten nicht interessieren. Und wenn eine solche Seele dann neuerdings durch die Pforte des Todes geht, dann ist sie eine rechte Beute für die luziferischen Mächte, dann tritt Luzifer gerade an solche Seelen heran. Und das Eigenartige ist, daß in dem nächsten Leben in der geistigen Welt, in dem auf das stumpfe und unaufmerksame folgende, solchem Menschen sehr wohl die Wesenheiten und Tatsachen der höheren Hierarchien beleuchtet werden, aber jetzt nicht durch das, was er sich im Erdenleben erworben hat, sondern durch das Licht, welches ihm Luzifer in seine Seele hineinträufelt. Luzifer beleuchtet ihm jetzt die höhere Welt, wenn er durch das Leben zwischen Tod und neuer Geburt durchgeht. Jetzt kann er zwar die höheren Hierarchien wahrnehmen, kann wahrnehmen, wenn sie ihm Kräfte reichen wollen. Aber daß Luzifer ihm das Licht dafür angesteckt hat, das gibt die besondere Nuance, die besondere Färbung; das macht alle Gaben dann von besonderer Art. Die Kräfte der höheren Hierarchien sind dann nicht so, wie der Mensch sie sonst hätte aufnehmen können, sondern sie werden so, daß er, wenn er ins nächste Leben eintritt, sich wohl seine Leiblichkeit formen und gestalten kann, aber er gestaltet sie dann so, daß er zu einem Menschen wird, der zwar jetzt der äußeren Welt und ihren Anforderungen gewachsen ist; aber in gewisser Beziehung ist dann ein solcher Mensch innerlich unzulänglich, weil er in seiner Seele durchsetzt und durchfärbt ist von Luzifers Gaben oder wenigstens von luziferisch gefärbten Gaben.

[ 7 ] From this we see how karma carries over from one life to the next. In one life, a person, through his own willfulness, refuses to develop any kind of spiritual connection with the spiritual worlds; in the next life, they lack the strength to even acquire the faculties through which they might think, feel, and will the truths of spiritual life. Then they remain dull and inattentive to spiritual conditions, and spiritual life passes them by as if in a dream, as is indeed the case with so many people. They are then unable to take an interest in the spiritual worlds while on Earth. And when such a soul then passes through the gate of death once more, it becomes easy prey for the Luciferic forces; it is precisely such souls that Lucifer approaches. And the peculiar thing is that in the next life in the spiritual world—the one following the dull and inattentive one—the beings and realities of the higher hierarchies are indeed illuminated for such a person, but now not through what he has acquired in his earthly life, but through the light that Lucifer instills into his soul. Lucifer now illuminates the higher world for him as he passes through the life between death and new birth. Now he can indeed perceive the higher hierarchies; he can perceive when they wish to bestow powers upon him. But the fact that Lucifer has kindled this light within him is what gives it that special nuance, that special hue; it is what makes all these gifts of a special kind. The forces of the higher hierarchies are then not such as the human being could otherwise have received, but they become such that, when he enters the next life, he can indeed form and shape his physical body, but he shapes it in such a way that he becomes a human being who is now, admittedly, a match for the outer world and its demands; but in a certain respect such a human being is then inwardly deficient, because his soul is permeated and colored by Lucifer’s gifts, or at least by gifts tinged with Luciferic influence.

[ 8 ] Wenn wir Menschen im Leben antreffen, welche ihre Leiblichkeit in der Weise zugearbeitet haben, daß sie ihren Verstand gut benutzen können, sich auch gewisse Geschicklichkeiten erwerben, durch die sie sich hochbringen können, es aber nur zu ihrem eigenen Vorteile tun, wenn sie ihre Gaben nur anwenden, um das zu erhaschen, was für sie und ihr Sein Bedeutung hat, wenn sie also recht rücksichtslos, trocken ihren Vorteil im Auge haben, wie es gerade in unserer Zeit recht viele Menschen gibt, dann findet der Seher sehr häufig, daß sie jene Vorgeschichte durchgemacht haben, welche eben charakterisiert worden ist. Sie wurden, bevor sie zu dem trockenen und verständigen und geschickten Leben gekommen sind, durch die Welt, welche zwischen dem Tode und der neuen Geburt verläuft, geführt von den luziferischen Wesenheiten; und diese konnten an sie herantreten, weil sie in der vorherigen Inkarnation stumpf und träumend durch das Leben gegangen waren. Dieses Stumpfsinnige und Träumerische aber hatten sie sich erworben, weil sie vorher durch ein Leben zwischen Tod und neuer Geburt durchgegangen waren, wo sie sich in Finsternis durchtappten, durch ein Leben, in welchem ihnen die Geister der höheren Hierarchien die Kräfte zum Aufbau eines neuen Lebens geben sollten, die sie aber nicht richtig entgegennehmen konnten; und das wieder war geschehen, weil sie es vorher willkürlich abgelehnt hatten, sich mit den Ideen und Begriffen über eine geistige Welt zu befassen. Hier haben wir den karmischen Zusammenhang! Je nachdem, was im historischen Werdegang der Menschheit das Tatsächliche ist, vermannigfaltigen sich die Dinge, die jetzt dargestellt worden sind. Aber sie treten auf; sie treten nur zu häufig auf, wenn wir mit Hilfe der Geistesforschung in die höheren Welten eindringen und die Bedingungen der Menschenleben erkennend, vor das geistige Auge rücken.

[ 8 ] When we encounter people in life who have developed their physicality in such a way that they can make good use of their intellect and acquire certain skills through which they can elevate themselves, but who do so only for their own benefit—when they use their gifts solely to seize what is significant for them and their existence, when they are, in other words, quite ruthlessly dryly focused on their own advantage—as is the case with quite a few people in our time—then the seer very often finds that they have gone through the very history that has just been described. Before they arrived at this dry, rational, and skillful way of life, they were led through the world that lies between death and new birth by the Luciferic beings; and these were able to approach them because in their previous incarnation they had gone through life in a dull and dreamy state. But they had acquired this dullness and dreaminess because they had previously passed through a life between death and new birth, where they groped their way through darkness, a life in which the spirits of the higher hierarchies were to give them the powers to build a new life, but which they were unable to receive properly; and that, in turn, had happened because they had previously arbitrarily refused to engage with the ideas and concepts of a spiritual world. Here we have the karmic connection! Depending on what is factual in the historical development of humanity, the things that have now been described multiply. But they do occur; they occur all too frequently when, with the help of spiritual research, we penetrate the higher worlds and, recognizing the conditions of human lives, bring them before the spiritual eye.

[ 9 ] So also ist es unrichtig zu sagen: Man braucht sich hier nur um das zu kümmern, was uns im irdischen Dasein umgibt, denn das Spätere wird sich schon zeigen. — Wie es sich zeigen wird, das hängt eben ganz davon ab, wie man sich hier dafür vorbereitet hat.

[ 9 ] It is therefore incorrect to say: “We need only concern ourselves here with what surrounds us in our earthly existence, for what comes later will reveal itself.” — How it will reveal itself depends entirely on how one has prepared for it here.

[ 10 ] Auch ein anderes kann leicht eintreten. Und ich sage diese Dinge, damit uns durch das Verständnis für das Leben zwischen Tod und neuer Geburt zugleich das Leben zwischen Geburt und Tod immer verständlicher werde.

[ 10 ] Something else can easily happen as well. And I say these things so that, by understanding life between death and rebirth, we may at the same time come to understand life between birth and death more and more clearly.

[ 11 ] Wir sehen in diesem Erdenleben, wenn wir es verständig betrachten, manche Menschen — insbesondere in unserer Zeit sind diese Menschen wieder sehr häufig —, die in einer gewissen Weise nur halb denken können, deren Logik überall stillesteht gegenüber der Wirklichkeit. Ein Beispiel sei angeführt. Ein im übrigen durchaus in seinen Bestrebungen ehrlicher freisinniger Prediger hat bei einer Gelegenheit im ersten Freidenkerkalender folgendes gesagt: Man solle den Kindern nicht religiöse Begriffe beibringen, denn das wäre unnatürlich. Wenn man die Kinder aufwachsen läßt, ohne daß man ihnen religiöse Begriffe einpfropft, dann sehen wir, daß sie von selbst nicht zu Begriffen kommen von Gott, Unsterblichkeit und so weiter. Daraus könnte man aber ersehen, daß solche Begriffe dem Menschen unnatürlich sind; und was dem Menschen unnatürlich ist, das dürfte man ihm auch nicht beibringen, sondern nur das, was man aus seiner eigenen Seele ihm herausholen kann. — Wie bei sehr vielen Dingen, so gibt es bei einem solchen Ausspruche tausend und aber tausend Menschen der Gegenwart, denen dies sehr klug, sehr scharfsinnig gedacht erscheint. Aber man braucht nur wirkliche Logik anzuwenden, dann findet man das Folgende. Man nehme einen Menschen, der noch nicht sprechen gelernt hat, setze ihn aus auf eine einsame Insel und sorge dafür, daß er keine Sprachlaute hören wird. Die Folge wird dann sein: er lernt nie sprechen. Und wer nun sagt, man dürfe dem Menschen keine religiösen Begriffe beibringen, der müßte logischerweise auch sagen, der Mensch solle nicht sprechen lernen, denn die Sprache vermittele sich nicht durch sich selbst. Der betreffende freireligiöse Prediger kann also den angeführten Gedanken nicht verbreiten durch seine Logik, denn er steht still mit seiner Logik vor den Tatsachen. Er kann nur einen kleinen Kreis damit umfassen und merkt nicht, daß der Gedanke, wenn man ihn überhaupt faßt, sich von selber aufhebt.

[ 11 ] If we look at this earthly life with clear-headedness, we see many people—especially in our time, when such people are once again very common—who, in a certain sense, can only think halfway, whose logic comes to a standstill everywhere when confronted with reality. Let me give an example. A liberal preacher, who was by the way entirely sincere in his endeavors, once said the following in the first Freidenker calendar: One should not teach children religious concepts, for that would be unnatural. If one allows children to grow up without instilling religious concepts in them, then we see that they do not arrive at concepts of God, immortality, and so on of their own accord. From this, however, one might conclude that such concepts are unnatural to human beings; and what is unnatural to human beings should not be taught to them, but only that which can be drawn out of them from their own souls. — As with so many things, there are thousands upon thousands of people today who find such a statement to be very clever and very astute. But one need only apply true logic to find the following. Take a person who has not yet learned to speak, place them on a desert island, and ensure that they hear no speech sounds. The result will then be: he will never learn to speak. And anyone who now says that one should not teach a person religious concepts would, logically speaking, also have to say that a person should not learn to speak, for language does not convey itself through itself. The independent preacher in question cannot, therefore, propagate the idea in question through his logic, for his logic comes to a standstill in the face of the facts. He can reach only a small circle with it and fails to realize that the idea, if one grasps it at all, negates itself.

[ 12 ] Wer sich im Leben umschaut, der findet dieses unzulängliche, halbe Denken weit verbreitet. Wenn man mit Hilfe übersinnlicher Forschung den Weg eines solchen Menschen zurückverfolgt und an den Gebieten ankommt, welche die Seele zwischen dem letzten Tode und der letzten Geburt durchlebt hat, wo er also in dieser Weise unlogisch geworden ist, dann findet der Seher oft, daß ein solcher Mensch im letzten Leben zwischen Tod und neuer Geburt so durch die spirituelle Welt durchgegangen ist, daß er unter der Führung des Ahriman den höheren geistigen Wesenheiten und Kräften entgegengetreten ist, jenen Wesenheiten und Mächten, welche ihm das geben sollten, was er jetzt in diesem Leben brauchte, und die ihm nicht die Möglichkeit geben konnten, sich so auszubilden, daß er richtig denken kann. Ahriman war der Führer und Ahriman hat ihm die Möglichkeit gegeben, die Gaben der Wesenheiten und Mächte der höheren Hierarchien nur so zu empfangen, daß er im Leben überall mit seinem Denken stillesteht vor den wirklichen Tatsachen, daß er nirgends sein Denken so faßt, daß es in sich selbst geschlossen und gültig ist. Ein großer Teil derjenigen Menschen — und es sind eben ihrer über und über viele —, die heute nicht denken können, verdanken dies der Tatsache, daß sie in ihrem letzten Leben zwischen Tod und neuer Geburt sich von Ahriman mußten begleiten lassen, weil sie sich dazu gewissermaßen geeignet gemacht haben durch ihr letztes Erdenleben, durch jenes Erdenleben, welches das vorangehende gegenüber dem jetzigen ist.

[ 12 ] Anyone who looks around in life will find this inadequate, half-baked way of thinking to be widespread. When one traces the path of such a person through supersensory research and arrives at the realms the soul passed through between the last death and the last birth—where, in other words, the person became illogical in this way—the seer often finds that in the previous life, between death and rebirth, such a person passed through the spiritual world in such a way that, under the guidance of Ahriman, they encountered the higher spiritual beings and forces—those very beings and forces that were meant to provide them with what they now needed in this life—and who could not give them the opportunity to develop in such a way that they could think correctly. Ahriman was the guide, and Ahriman gave him the opportunity to receive the gifts of the beings and powers of the higher hierarchies only in such a way that, in life, his thinking comes to a standstill before the real facts everywhere, so that nowhere does he grasp his thinking in a way that is self-contained and valid. A large portion of those people—and there are indeed far too many of them—who are unable to think today owe this to the fact that in their last life, between death and rebirth, they had to be accompanied by Ahriman, because they had, so to speak, made themselves suitable for this through their last earthly life, through that earthly life which preceded the present one.

[ 13 ] Und wie ist dieses Erdenleben verlaufen, wenn man es mit dem Blick des Sehers verfolgt?

[ 13 ] And how did this earthly life unfold when viewed through the eyes of the seer?

[ 14 ] Da findet man bei solchen Menschen, daß sie Hypochonder, mürrische Menschen gewesen sind, die nicht heran wollten an die Welt und ihre Tatsachen und Wesenheiten, denen es in einer gewissen Beziehung immer unbequem war, irgendein Verhältnis zur Umwelt zu gewinnen. Sehr häufig waren solche Menschen unerträgliche Hypochonder in ihrem vorhergehenden Leben. Würden sie in ihrer Körperkraft physisch untersucht worden sein, so würden sie solche physische Krankheiten gehabt haben, die man sehr häufig bei hypochondrisch veranlagten Naturen findet. Und wenn man dann weiter zurückgeht, zurückgeht zu dem früheren Leben zwischen Tod und Wiederverkörperung, das dem hypochondrischen Leben also vorangegangen ist, dann findet man, daß diese Menschen in jener Zeit wieder der richtigen Führung entbehren mußten, daß sie nicht ordentlich haben wahrnehmen können, was die Gaben der höheren Hierarchien hätten sein sollen. Und wie haben sie sich in dem drittletzten Leben hier auf der Erde so etwas zubereitet? Sie haben es dadurch sich zubereitet, daß sie damals eine gewisse, wenn auch durchaus religiös zu nennende Seelenstimmung entwickelt haben, aber nur aus Egoismus heraus. Sie waren Menschen, die nur aus Egoismus heraus fromme, vielleicht sogar mystische Naturen waren, wie ja sehr häufig Mystik aus Egoismus zustande kommt, in der Weise, daß der Mensch sagt: Ich suche in meinem Innern, um in meinem Innern den Gott zu erkennen. — Und wenn man dem nachgeht, was er dort sucht, so ist es nur das eigene Selbst, das er zum Gott macht. Bei vielen frommen Seelen findet man es, daß sie nur deshalb fromm sind, damit ihnen nach dem Tode diese oder jene geistige Stimmung blühe. Egoistische Seelenstimmung ist es, was sie sich auf diese Weise zubereitet haben.

[ 14 ] One finds that such people were hypochondriacs, morose individuals who did not want to engage with the world and its facts and realities, and who, in a certain sense, always felt uncomfortable establishing any connection with their surroundings. Very often, such people were unbearable hypochondriacs in their previous life. If they had been physically examined for their physical strength, they would have had the kinds of physical illnesses that are very commonly found in people with a hypochondriacal disposition. And if one then goes further back, back to the earlier life between death and reincarnation that thus preceded the hypochondriac life, one finds that these people at that time again lacked proper guidance, that they were unable to properly perceive what the gifts of the higher hierarchies should have been. And how did they prepare themselves for such a fate in their third-to-last life here on Earth? They prepared themselves by developing a certain, albeit thoroughly religious, spiritual disposition at that time—but one born solely of selfishness. They were people who, out of selfishness alone, were pious, perhaps even mystical in nature, just as mysticism very often arises from selfishness, in the sense that a person says: I search within myself to recognize God within myself. — And if one examines what he is seeking there, it is only his own self that he makes into God. In many devout souls one finds that they are devout only so that this or that spiritual mood may flourish for them after death. It is a selfish state of mind that they have prepared for themselves in this way.

[ 15 ] Wenn wir also drei solcher Erdenleben mit Hilfe der Geistesforschung verfolgen, so finden wir in dem ersten als Grundstimmung in der Seele egoistische Mystik, egoistische Religiosität. Und wenn wir heute Menschen betrachten, die sich in der gekennzeichneten Weise dem Leben gegenüber verhalten, so kommen wir ja durch die geistige Forschung in die Zeiten zurück, in welchen in Hülle und Fülle Seelen da waren, die eigentlich nur aus vollem Egoismus heraus eine religiöse Stimmung entwickelten. Sie gingen dann durch ein Dasein zwischen Tod und neuer Geburt, ohnmächtig von den geistigen Wesenheiten die Gaben zu empfangen, die ihnen das nächste Leben richtig gestalten sollten. Dann wurde das nächste Leben ein mürrisches, ein hypochondrisches, wo ihnen alles zuwider war. Dadurch wieder bereiteten sie sich dazu vor, daß nun, wenn sie durch die Pforte des Todes gegangen sind, Ahriman und dessen Scharen ihre Führer waren und sie solche Kräfte bekamen, wodurch sie in dem nun folgenden Erdenleben eine mangelhafte Logik, ein kurzsichtiges, stumpfes Denken zeigen.

[ 15 ] So when we trace three such earthly lives through spiritual research, we find in the first one a basic mood in the soul characterized by egoistic mysticism and egoistic religiosity. And when we look today at people who approach life in the manner described, spiritual research takes us back to times when there were souls in abundance who developed a religious mood out of pure selfishness. They then passed through an existence between death and rebirth, powerless to receive from the spiritual beings the gifts that were to properly shape their next life. Their next life then became a morose, hypochondriacal one, in which everything was repugnant to them. Through this, they prepared themselves so that, once they had passed through the gate of death, Ahriman and his hosts became their guides, and they received such forces that in the earthly life that followed, they displayed flawed logic and short-sighted, dull thinking.

[ 16 ] So haben wir den andern Fall von drei aufeinanderfolgenden Inkarnationen. Und wir sehen immer wieder und wieder, wie es Unsinn ist zu glauben, daß man warten könne bis der Tod an einen herantritt, um zur übersinnlichen Welt in Beziehung zu kommen. Ja, wie man nach dem Tode in Beziehung zur übersinnlichen Welt kommt, das hängt eben ab von den inneren Seelenneigungen und Interessen, die man sich hier gegenüber der übersinnlichen Welt angeeignet hat. Es hängen nicht nur die aufeinanderfolgenden Erdenleben zusammen wie Ursache und Wirkungen — sondern auch die Leben hier zwischen Geburt und Tod und die Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt hängen in gewisser Beziehung zusammen wie Ursachen und Wirkungen. Wir können dies aus dem Folgenden sehen.

[ 16 ] Thus we have the other case of three successive incarnations. And we see time and again how absurd it is to believe that one can wait until death approaches to enter into a relationship with the supersensible world. Indeed, how one comes into contact with the supersensible world after death depends precisely on the inner inclinations and interests of the soul that one has acquired here in relation to the supersensible world. Not only are successive earthly lives connected as cause and effect—but the lives here between birth and death and the lives between death and the new birth are also connected in a certain sense as cause and effect. We can see this from the following.

[ 17 ] Wenn der Seher den Blick in die übersinnliche Welt hinaufrichtet, wo sich die Seelen nach dem Tode aufhalten, so findet er dort Seelen, welche in einem gewissen Abschnitte dieses Lebens zwischen "Tod und neuer Geburt — man macht ja in diesem langen Zeitraume viele Erlebnisse durch, und es können bei solchen Beschreibungen immer nur Teile geschildert werden — Diener sind derjenigen Mächte, die wir nennen die Herren alles gesunden, sprießenden und sprossenden Lebens auf der Erde. Wir finden unter den verstorbenen Menschen durchaus solche, welche eine gewisse Zeit hindurch in der übersinnlichen Welt mitwirken an der wunderbaren Aufgabe — denn es ist eine wunderbare Aufgabe —, in die physische Welt hineinzugießen, hineinzuträufeln alles, was die Wesen der Erde in ihrer Gesundheit fördern kann, was sie zum Blühen und Gedeihen bringen kann. Wie wir durch gewisse Bedingungen Diener der bösen Mächte von Krankheit und Unglück werden können, so können wir Diener werden derjenigen geistigen Wesenheiten, welche Gesundheit und Wachstum befördern, die in unsere Welt blühendes Leben befördernde Kräfte aus der geistigen Welt hereinsenden. Denn das ist ja nur ein materialistischer Aberglaube, daß die physische Hygiene, die äußeren Einrichtungen allein das Gesundheitfördernde sind. Alles, was im physischen Leben geschieht, wird dirigiert durch die Wesenheiten und Mächte der höheren Welten, die ihre Kräfte fortwährend in die physische Welt hineinsenden, sie hineinträufeln, die Kräfte, die in einer gewissen Weise frei wirken, oder auf Menschen oder andere Wesen wirken als Gesundheit fördernde oder als Gesundheit und Wachstum schädigende. — Leitend in bezug auf diese Vorgänge in Gesundheit und Krankheit sind gewisse geistige Mächte und Wesenheiten. Aber der Mensch wird im Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt Mitarbeiter dieser Mächte; und wir können, wenn wir uns in der richtigen Weise dazu vorbereitet haben, die Seligkeit genießen, daran mitzuarbeiten, die Gesundheit und Wachstum fördernden Kräfte aus den höheren Welten in diese unsere physische Welt hineinzuträufeln. Und wenn der Seher verfolgt, wodurch sich solche Seelen dies verdient haben, so merkt er: Im physischen Erdenleben können die Menschen in zweifacher Art das vollbringen und denken, was sie vollbringen und denken wollen.

[ 17 ] When the seer turns his gaze upward toward the supersensible world, where souls dwell after death, he finds there souls who, in a certain phase of this life, are between “death and new birth”—for one does indeed undergo many experiences during this long period, and in such descriptions only fragments can ever be portrayed — servants of those powers we call the Lords of all healthy, sprouting, and budding life on Earth. Among the departed, we certainly find those who, for a certain time, participate in the supersensible world in the wondrous task—for it is a wondrous task—of pouring into the physical world, of dripping into it, everything that can promote the health of earthly beings, everything that can cause them to blossom and flourish. Just as we can, through certain conditions, become servants of the evil forces of illness and misfortune, so can we become servants of those spiritual beings who promote health and growth, who send into our world forces from the spiritual world that foster flourishing life. For it is, after all, merely a materialistic superstition that physical hygiene and external facilities alone are what promote health. Everything that happens in physical life is directed by the beings and powers of the higher worlds, who continually send their forces into the physical world, pouring them in—forces that act freely in a certain way, or affect humans or other beings either by promoting health or by harming health and growth. — Certain spiritual powers and beings are the guiding forces behind these processes of health and illness. But in the life between death and rebirth, the human being becomes a co-worker with these powers; and if we have prepared ourselves in the right way, we can enjoy the bliss of cooperating in the task of dripping the health- and growth-promoting forces from the higher worlds into our physical world. And when the seer investigates how such souls have earned this, he observes: In physical earthly life, human beings can accomplish and think in two ways whatever they wish to accomplish and think.

[ 18 ] Sehen wir uns einmal das Leben an. Wir sehen zahlreiche Menschen, die machen ihre Arbeit, wie es ihnen vorgeschrieben ist durch ihr Amt oder durch dieses oder jenes. Aber wenn auch nicht der radikale Fall eintritt, daß solche Menschen ihrer Arbeit gegenüber leben wie das Tier, das zur Schlachtbank geführt wird, so könnte man doch sagen, sie arbeiten, weil sie müssen. Sie würden auch nie ihre Pflicht versäumen — gewiß, das kann alles sein! In gewisser Beziehung kann das beim heutigen Menschheitszyklus auch gar nicht anders sein in bezug auf das, was die Pflicht fordert und wofür der Mensch keinen anderen Antrieb hat, als daß es die Pflicht fordert. Das soll durchaus nicht so gesagt sein, als wenn die Pflichtarbeit in Grund und Boden hinein kritisiert werden soll! So darf es nicht aufgefaßt werden; die Erdentwickelung ist eben so, daß gerade diese Seite des Lebens immer mehr und mehr Ausbreitung gewinnt. Das wird in Zukunft nicht etwa besser sein: die Verrichtungen, welche die Menschen werden tun müssen, werden sich immer mehr und mehr komplizieren, insofern sie das äußere Leben betreffen, und immer mehr und mehr werden die Menschen verurteilt sein, nur das zu tun und zu denken, wozu sie durch die Pflicht getrieben werden. Aber wir haben es heute schon — und werden es immer mehr haben —, daß es Menschen gibt, die ihre Arbeit nur deshalb tun, weil sie durch die Pflicht getrieben werden, und daß es dagegen andere Menschen geben wird, die sich eine Gesellschaft wie die unserige aufsuchen, wo sie auch etwas vollbringen können, nicht aus äußerem Pflichtgefühl, wie im äußeren Leben, sondern etwas, wozu sie Hingabe, Enthusiasmus haben. Daher können wir die Arbeit nach der Seite hin ins Auge fassen: ob sie gleichsam eine Arbeit des äußeren Vollbringens und des Denkens aus Pflicht ist, oder eine Arbeit, die mit Enthusiasmus, mit Hingabe aus innerstem Triebe der Seele verrichtet wird, wozu nichts treibt als die Seele selber. Diese Stimmung der Seele: nicht bloß aus Pflicht, sondern aus Liebe, aus Neigung, aus Hingabe zu denken und zu tun, diese Stimmung bereitet die Seele dazu vot, ein Diener der guten Mächte von Gesundheit, von allen heilsamen Kräften zu werden, die aus der übersinnlichen Welt in unsere physische Welt hinuntergeschickt werden, ein Diener von allem Sprießenden und Sprossenden, Gedeihenden zu werden und die Seligkeit zu empfinden, die man dadurch empfinden kann.

[ 18 ] Let us take a look at life. We see many people who do their work as prescribed by their office or by this or that circumstance. But even if the extreme case does not arise—where such people approach their work like an animal being led to the slaughterhouse—one could still say that they work because they have to. They would never neglect their duty—certainly, that is all there is to it! In a certain sense, in today’s human cycle, it cannot be any other way with regard to what duty demands and for which the human being has no other motivation than that duty demands it. This is by no means meant to be a wholesale criticism of work done out of a sense of duty! It must not be understood that way; the development of the Earth is such that precisely this aspect of life is gaining more and more ground. This will not improve in the future: the tasks that people will have to perform will become increasingly complicated insofar as they concern external life, and people will be increasingly condemned to do and think only what they are driven to do by duty. But we already have it today—and will have it more and more—that there are people who do their work only because they are driven by duty, and that, on the other hand, there will be other people who seek out a society like ours, where they can also accomplish something, not out of an external sense of duty, as in external life, but something for which they have devotion and enthusiasm. Therefore, we can consider work from this perspective: whether it is, so to speak, work of external accomplishment and thinking out of duty, or work performed with enthusiasm, with devotion, from the innermost impulse of the soul, driven by nothing but the soul itself. This mood of the soul—to think and act not merely out of duty, but out of love, out of inclination, out of devotion—this mood prepares the soul to become a servant of the good forces of health, of all the healing powers sent down from the supersensible world into our physical world, a servant of all that sprouts and grows, and to feel the bliss that can be felt through this.

[ 19 ] Es ist für das Gesamtleben des Menschen außerordentlich wichtig, dies zu wissen. Denn dadurch allein, daß er sich im Leben solche Kräfte erwirbt, welche ihn fähig machen, mit den betreffenden Mächten zusammenzukommen, dadurch allein kann der Mensch geistig mitarbeiten an einer immer weitergehenden Gesundung, an einem immer weitergehenden Gedeihen der Erdenverhältnisse.

[ 19 ] It is of extraordinary importance for a person’s entire life to know this. For it is only by acquiring within life the powers that enable him to come into contact with the relevant forces—only in this way can a person contribute spiritually to an ever-increasing healing and an ever-increasing flourishing of earthly conditions.

[ 20 ] Und noch einen anderen Fall können wir betrachten. Nehmen wir einen Menschen, der sich Mühe gibt, der Umgebung und ihren Anforderungen sich anzupassen. Das ist nicht bei allen Menschen der Fall. Es gibt solche, die sich keine Mühe geben, um sich in die Welt hineinzufinden; es gibt Menschen, die sich sowohl im geistigen wie im äußeren leiblichen Leben nicht in die Verhältnisse hineinfinden können. So haben wir zum Beispiel Menschen, die einmal an der Anschlagsäule einen Zettel lesen, daß da oder dort ein anthroposophischer Vortrag stattfindet; da gehen sie auch einmal hinein, aber kaum sind sie drinnen, da schlafen sie schon. Ihre Seele kann sich nicht an die Umgebung anpassen, stimmt nicht dazu. Mir sind Männer bekannt geworden, die sich nicht selber einen Knopf, der ihnen abgerissen ist, annähen können; das heißt aber, sie können sich nicht den äußeren physischen Verhältnissen anpassen. Und so können wir tausend und aber tausend Arten des geschickten oder ungeschickten Sich-Hineinfindens in das Leben anführen. Von solchen Dingen hängt mancherlei ab, ich habe das schon gesagt. Jetzt wollen wir nur das anführen, was davon abhängt für das Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt.

[ 20 ] And we can consider yet another case. Let us take a person who makes an effort to adapt to their surroundings and their demands. This is not the case for everyone. There are those who make no effort to find their place in the world; there are people who cannot find their place in their circumstances, either in their spiritual or in their external physical life. For example, we have people who once read a notice on a bulletin board that an anthroposophical lecture is taking place here or there; they might go in once, but as soon as they are inside, they are already asleep. Their soul cannot adapt to the environment; it is not attuned to it. I have come to know men who cannot sew on a button that has come off their clothes; this means, however, that they cannot adapt to external physical circumstances. And so we can cite a thousand and a thousand ways of skillfully or clumsily finding one’s place in life. Many things depend on such matters, as I have already said. Now let us mention only what depends on this for life between death and the new birth.

[ 21 ] Alles wird Ursache, und aus allem gehen Wirkungen hervor. Ein Mensch, der sich bemüht, sich seiner Umgebung einzugliedern, der sich also auch einmal selber einen Knopf annähen kann oder sich etwas anzuhören vermag, was ihm ungewohnt ist, so daß er nicht gleich dabei einschläft, ein solcher bereitet sich dadurch dazu vor, nach dem Tode ein Mitarbeiter, ein Helfer derjenigen Geister zu werden, welche den menschlichen Fortschritt fördern, welche die spirituellen Mächte und Kräfte hereinsenden auf die Erde, um menschlichen Fortschritt und fortschreitendes Leben zu fördern, Leben, welches von Zeitalter zu Zeitalter fortschreitet. Nur dadurch können wir uns die Seligkeit nach dem Tode erwerben, auf das irdische Leben, wie es fortschreitet, hinunterzuschauen und mitzuarbeiten an den Kräften, die immer hinuntergesendet werden auf die Erde, damit Fortschritt sein kann, wenn wir uns hier im Leben bemühen, uns den Verhältnissen anzupassen, uns in die Umgebung hineinzufinden. Karma wird erst dann in der richtigen umfassenden Weise verstanden, wenn wir in die Lage kommen, es in seinen Einzelheiten zu betrachten, in jenen Einzelheiten, die uns zeigen, in wie mannigfaltiger Art Ursachen und Wirkungen zusammenhängen hier in der physischen Welt, in der geistigen Welt und im Gesamtdasein.

[ 21 ] Everything becomes a cause, and effects arise from everything. A person who strives to integrate into their surroundings—who, for example, can sew on a button themselves or listen to something unfamiliar without immediately falling asleep—prepares themselves in this way to become, after death, a collaborator, a helper to those spirits who promote human progress, who send spiritual powers and forces down to Earth to foster human progress and the advancement of life—a life that progresses from age to age. Only in this way can we earn bliss after death: by looking down upon earthly life as it progresses and cooperating with the forces that are constantly sent down to Earth so that progress may occur, as we strive here in life to adapt to circumstances and find our place in our surroundings. Karma is only understood in the correct, comprehensive way when we are able to consider it in its details—those details that show us the manifold ways in which causes and effects are connected here in the physical world, in the spiritual world, and in existence as a whole.

[ 22 ] Es ist damit wiederum ein Licht geworfen auf die Tatsache, daß unser Leben’ in den geistigen Welten davon abhängt, wie wir das Leben im physischen Leibe zubringen. Denn, wie gesagt, alle Welten haben ihre besondere Mission, und nicht zwei Welten haben eine gleiche Mission im Dasein. Was in einer Welt die charakteristischen Erscheinungen, die charakteristischen Erlebnisse sind, das sind nicht auch die charakteristischen Erscheinungen und Erlebnisse in einer anderen Welt. Und wenn ein Wesen zum Beispiel diejenigen Dinge aufnehmen soll, die es nur auf der Erde aufnehmen kann, so muß es sie eben auf der Erde aufnehmen. Und versäumt es dies, so kann es die Aufnahme nicht in einer anderen Welt besorgen. Das zeigt sich insbesondere bei einer Sache, die wir eigentlich schon berührt haben, bei der es aber gut ist, sie besonders tief in unsere Seele zu schreiben: das zeigt sich bei der Aufnahme gewisser Begriffe und Ideen, die der Mensch gerade für sein Gesamtleben braucht. Nehmen wir ein uns naheliegendes Beispiel: die in unserem Zeitalter berechtigte und wirksame Anthroposophie. Die Menschen eignen sie sich so an, daß sie zunächst auf der Erde leben und auf die Ihnen bekannte Art an die Anthroposophie herantreten und sie in sich aufnehmen. Es könnte nun auch hier leicht der Glaube entstehen, es sei doch nicht notwendig, hier auf der Erde Anthroposophie zu treiben, sondern: wie es in den geistigen Welten aussieht, das wird man schon zu lernen imstande sein, wenn man durch die Pforte des Todes hindurchgeschritten ist; da werden sich auch geistige Lehrer der höheren Hierarchien finden, welche diese Dinge an die Seele heranbringen können!

[ 22 ] This, in turn, sheds light on the fact that our life in the spiritual worlds depends on how we spend our life in the physical body. For, as has been said, all worlds have their own special mission, and no two worlds share the same mission in existence. What are the characteristic phenomena and experiences in one world are not necessarily the characteristic phenomena and experiences in another world. And if a being is to take in, for example, those things that it can only take in on Earth, then it must take them in on Earth. And if it fails to do so, it cannot make up for this in another world. This is particularly evident in a matter we have actually already touched upon, but which it is good to engrave especially deeply in our souls: it is evident in the assimilation of certain concepts and ideas that human beings need precisely for their entire lives. Let us take an example close to us: anthroposophy, which is justified and effective in our age. People appropriate it in such a way that they first live on Earth and approach anthroposophy in the manner familiar to them, absorbing it into themselves. Now, here too, the belief could easily arise that it is not necessary to practice anthroposophy here on Earth, but rather: what the spiritual worlds are like, one will be able to learn once one has passed through the gate of death; there, too, spiritual teachers of the higher hierarchies will be found who can bring these things to the soul!

[ 23 ] Nun besteht die Tatsache, daß der Mensch mit seiner ganzen Seele nach den Entwickelungen, die er bis zum gegenwärtigen Menschheitszyklus durchgemacht hat, jetzt dazu vorbereitet ist, eben einmal auf der Erde an die Art anthroposophischen Lebens heranzutreten, an die man nur herantreten kann, weil man im physischen Leibe lebt, weil man das physische Leben mitmacht. Dazu ist der Mensch vorbestimmit. Und macht er es nicht mit, so kann er zu keiner der geistigen Wesenheiten Beziehungen entwickeln, die diese zu seinem Lehrer machen. Man kann nicht einfach sterben und dann nach dem Tode einen Lehrer finden, der einem ersetzen könnte, was hier im physischen Erdenleben als Anthroposophie an die Seelen herantreten kann. Wir brauchen nicht deshalb zu trüben Gedanken zu kommen, weil wir sehen, daß viele Menschen die Anthroposophie verschmähen, und wir nun voraussetzen müssen, daß sie sich dieselbe zwischen Tod und neuer Geburt nicht aneignen können. Wir brauchen deshalb nicht zu verzweifeln, denn diese Menschen werden in einem neuen Erdenleben geboren werden und dann wird schon genügend anthroposophische Anregung und Anthroposophie auf der Erde vorhanden sein, so daß sie diese dann aufnehmen können. Für die heutige Zeit ist Verzweiflung noch nicht am Platze — was nun aber keinen dazu bringen soll, zu sagen: Ich kann die Anthroposophie im folgenden Leben aufnehmen; jetzt kann ich es mir noch sparen! — Nein, auch das kann nicht nachgeholt werden, was hier versäumt wird. Als unsere deutsche theosophische Bewegung ganz im Anfange war, sprach ich einmal in einem Vortrage über Nietzsche von gewissen Dingen der höheren Welten. In den Zusammenhang, in welchem das damals gesprochen wurde, waren Diskussionen eingefügt. Während derselben stand jemand auf und sagte: Eine solche Sache muß man immer an der Kantschen Philosophie prüfen, und da kommt man doch darauf, daß man all diese Dinge hier nicht wissen kann; denn erst dann kann man darüber etwas wissen, wenn man gestorben sein wird. — Ganz wörtlich sagte das der Betreffende damals. Nun, so ist es nicht, daß man bloß sterben braucht, um irgendwelche Dinge zu erfahren. Man erfährt, wenn man durch die Pforte des Todes geht, die Dinge nicht, für die man sich nicht vorbereitet hat. Das Leben zwischen Tod und neuer Geburt ist durchaus eine Fortsetzung des Lebens hier, wie wir an den schon vorgebrachten Beispielen gesehen haben. Daher können wir von den Wesenheiten der höheren Hierarchien nach dem Tode als Menschen dasjenige, was wir dadurch erlangen können, daß wir überhaupt Anthroposoph werden, nur dadurch erlangen, daß wir uns hier auf der Erde dazu vorbereitet haben. Unser Zusammenhang mit der Erde, unser Durchgang durch das Erdenleben hat eben eine Bedeutung, die durch nichts ersetzt werden kann.

[ 23 ] The fact is that, with all his soul, following the developments he has undergone up to the present human cycle, man is now prepared to approach, here on Earth, the kind of anthroposophical life that can only be approached because one lives in a physical body, because one participates in physical life. Man is predestined for this. And if they do not participate in it, they cannot develop relationships with any of the spiritual beings that would make them their teachers. One cannot simply die and then, after death, find a teacher who could replace what, here in physical earthly life, can approach the soul as anthroposophy. We need not therefore fall into gloomy thoughts because we see that many people spurn anthroposophy, and we must now assume that they cannot acquire it between death and a new birth. We need not despair because of this, for these people will be born into a new earthly life, and by then there will be sufficient anthroposophical inspiration and anthroposophy available on Earth for them to take it up. Despair is not yet called for in the present time—but this should not lead anyone to say: I can take up anthroposophy in the next life; for now I can still do without it!—No, what is missed here cannot be made up for later. When our German theosophical movement was in its very infancy, I once spoke in a lecture on Nietzsche about certain things of the higher worlds. Discussions were interwoven into the context in which this was spoken at the time. During one such discussion, someone stood up and said: “One must always test such matters against Kantian philosophy, and then one comes to the conclusion that one cannot know all these things here; for one can only know anything about them once one has died.” — That is exactly what the person in question said at the time. Well, it is not the case that one merely needs to die in order to experience certain things. When one passes through the gate of death, one does not experience the things for which one has not prepared oneself. Life between death and new birth is very much a continuation of life here, as we have seen from the examples already given. Therefore, as human beings, we can only attain from the beings of the higher hierarchies after death what we can gain by becoming anthroposophists in the first place, and we can only do so if we have prepared ourselves for it here on Earth. Our connection to the Earth, our passage through earthly life, has a significance that cannot be replaced by anything else.

[ 24 ] Eine Art von Vermittelung kann allerdings gerade auf diesem Gebiete eintreten. Ich habe auch darüber schon gesprochen. Ein Mensch kann dahinsterben und er kann während seines Erdenlebens nichts von Geisteswissenschaft erfahren haben; aber sein Bruder, seine Gattin oder ein nahestehender Freund ist Anthroposoph. Der Verstorbene hat sich hier während seines Lebens geweigert, etwas von Anthroposophie zu erfahren; er hat vielleicht nur darüber geschimpft. Nun ist er durch die Pforte des Todes gegangen. Da kann er dann durch die anderen Persönlichkeiten auf der Erde mit der Anthroposophie vertraut gemacht werden. Aber wir schen auch dabei, daß jemand auf der Erde da ist und es dem andern aus Liebe gibt, so daß also auch hier der Zusammenhang mit dem Irdischen gewahrt werden muß. Darauf beruht das, was ich genannt habe « Vorlesen den Toten». Wir können ihnen damit eine große Wohltat erweisen, wenn sie auch vorher nichts von der geistigen Welt wissen wollten. Wir können es entweder so machen, daß wir es in Gedankenform tun und auf diese Weise die Toten unterrichten, oder wir können uns ein anthroposophisches Buch oder dergleichen nehmen, uns die Persönlichkeit des Toten vorstellen und ihm dann aus dem Buche vorlesen. Dann vernehmen es die Toten. Gerade durch solche Dinge haben wir in unserer anthroposophischen Bewegung große, schöne Beispiele erlebt von dem, was wir den Toten angedeihen lassen können. Viele unserer Freunde lesen ihren Toten vor. — Man kann auch die Erfahrung machen, die ich kürzlich machen konnte, daß mich jemand um einen kurz vorher dahingestorbenen Toten fragte, weil sich dieser durch allerlei Anzeichen, besonders während der Nacht, bemerkbar machte, durch Unruhe im Zimmer, Poltern und so weiter. Man kann daraus oft den Schluß ziehen, daß der Tote etwas haben will. In diesem Falle stellte sich in der Tat heraus, daß der Tote Sehnsucht hatte, irgend etwas zu erfahren. Der Betreffende war im Leben ein gelehrter Mann gewesen, aber er hatte vorher alles abgelehnt, was als Wissen über die geistige Welt an ihn herankam. Jetzt konnte man heraushören, daß ihm eine große Wohltat erwiesen würde, wenn man ihm zum Beispiel einen ganz bestimmten Vortragszyklus vorlesen würde, weil darin die Dinge besprochen sind, nach denen er sozusagen lechzte. So kann über den Tod hinaus in einer ungeheuer bedeutungsvollen Weise Abhilfe geschaffen werden für etwas, was auf der Erde versäumt worden ist.

[ 24 ] A kind of mediation can, however, take place precisely in this area. I have spoken about this before. A person may pass away without having learned anything about Spiritual Science during their earthly life; but their brother, their wife, or a close friend may be an anthroposophist. The deceased refused to learn anything about anthroposophy during his life; he may even have railed against it. Now he has passed through the gate of death. There, through the other personalities on earth, he can be introduced to anthroposophy. But we also take care that someone is present on earth to offer it to the other out of love, so that the connection with the earthly realm must be maintained here as well. This is the basis of what I have called “reading aloud to the dead.” We can thereby do them a great service, even if they previously knew nothing of the spiritual world. We can either do this in thought form, thereby instructing the dead, or we can take an anthroposophical book or something similar, create a mental image of the personality of the deceased, and then read to them from the book. Then the dead hear it. It is precisely through such things that we have experienced great, beautiful examples in our anthroposophical movement of what we can bestow upon the dead. Many of our friends read aloud to their deceased loved ones. — One can also have the experience I recently had, in which someone asked me about a person who had died shortly before, because that person was making their presence known through all sorts of signs, especially at night—through restlessness in the room, rumbling, and so on. One can often conclude from this that the deceased wants something. In this case, it indeed turned out that the deceased had a longing to learn something. The person in question had been a learned man in life, but he had previously rejected everything that came to him as knowledge about the spiritual world. Now it became clear that he would be greatly helped if, for example, a very specific series of lectures were read to him, because those lectures discuss the very things he was, so to speak, thirsting for. In this way, even beyond death, a remedy can be provided in an immensely meaningful way for something that was neglected on earth.

[ 25 ] Das ist es, was uns so recht die große, bedeutungsvolle Mission der Anthroposophie nahebringt, daß die Anthroposophie den Abgrund überbrücken wird zwischen den Lebenden und den Toten, daß die Menschen nicht dahinsterben, als wenn sie von uns fortgehen, sondern daß wir mit ihnen in Verbindung bleiben und für sie tätig sein können. Wenn jemand fragt, ob man denn immer wissen könne, ob der Tote uns auch zuhöre, so muß gesagt werden, daß auf der einen Seite die Menschen, die so etwas mit wirklicher Hingabe tun, nach einiger Zeit aus der Art, wie die Gedanken in ihrer eigenen Seele leben, die sie dem Toten vorlesen, wirklich merken werden, daß der Tote sie umschwebt. Aber das ist immerhin eine Empfindung, die nur feiner beobachtende Seelen haben können. Das Ärgste, was passieren kann, ist, daß eine solche Sache, die ein großer Liebesdienst sein kann, eben nicht angehört wird; dann hat man sie für den Betreffenden unnötig gemacht. Vielleicht aber hat sie dann im Weltenzusammenhange noch eine andere Bedeutung. Man sollte sich aber um einen solchen Mißerfolg nicht viel kümmern, denn es kommt doch vor, daß man hier einer Anzahl von Menschen etwas vorliest — und sie einem auch nicht zuhören.

[ 25 ] This is what truly brings home to us the great, significant mission of anthroposophy: that anthroposophy will bridge the gulf between the living and the dead, so that people do not simply pass away as if they were leaving us, but rather that we can remain in contact with them and continue to work on their behalf. If someone asks whether one can ever know for certain whether the deceased is actually listening to us, it must be said that, on the one hand, people who do such things with genuine devotion will, after some time, truly sense—from the way the thoughts they read aloud to the deceased live within their own souls—that the deceased is present among them. But this is, after all, a sensation that only more finely attuned souls can experience. The worst that can happen is that such an act—which can be a great service of love—is simply not heard; in that case, one has rendered it unnecessary for the person concerned. Perhaps, however, it then has another significance within the context of the universe. One should not, however, worry too much about such a failure, for it does happen that one reads something aloud to a number of people here—and they do not listen to one either.

[ 26 ] Diese Dinge können den Ernst und die Würde der Anthroposophie in die richtigen Begriffe bringen. Immer aber müssen wir sagen, daß die Art, wie wir in der geistigen Welt nach dem Tode leben werden, ganz abhängen wird von der Art, wie wir hier auf der Erde gelebt haben. Auch das Zusammenleben mit anderen Menschen in der geistigen Welt hängt davon ab, was wir hier für eine Beziehung zu ihnen gesucht haben. Mit einem Menschen, zu dem wir hier keine Beziehung angeknüpft haben, können wir nicht ohne weiteres in der andern Welt, zwischen Tod und neuer Geburt, eine Beziehung anknüpfen. Die Möglichkeit, zu ihm hingeführt zu werden, mit ihm in der geistigen Welt zusammenzusein, erwirbt man sich gewöhnlich in der Regel durch das, was hier auf der Erde angeknüpft worden ist, allerdings nicht bloß durch das, was in der letzten, sondern auch was in früheren Inkarnationen angeknüpft worden ist.

[ 26 ] These things can help us grasp the seriousness and dignity of anthroposophy. However, we must always remember that the way we will live in the spiritual world after death will depend entirely on the way we have lived here on Earth. Our coexistence with other people in the spiritual world also depends on the kind of relationship we have sought with them here. We cannot simply establish a relationship in the other world—between death and rebirth—with a person with whom we have not formed a connection here. The opportunity to be led to them, to be together with them in the spiritual world, is usually earned through what has been established here on Earth—not merely through what was established in the last incarnation, but also through what was established in earlier incarnations.

[ 27 ] Kurz, sachliche und persönliche Verhältnisse, die wir auf der Erde geschaffen haben, sind das Bestimmende für das Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt. Es treten Ausnahmefälle ein, aber die sind eben dann Ausnahmefälle. Und wenn Sie sich an das erinnern, was ich in der Weihnachtszeit hier über den Buddha und seine jetzige Mission auf dem Mars gesagt habe, so haben Sie gerade an der Gestalt des Buddha einen solchen Ausnahmefall. Es gibt zahlreiche Seelen auf der Erde, die in den Mysterieninspirationen dem Buddha — oder auch vorher in seinem Bodhisattva-Dasein — persönlich gegenübergetreten sind. Aber weil Buddha als der Sohn des Suddhodana seine letzte Erdenverkörperung durchgemacht hat, und dann das, was ich geschildert habe als sein Wirken im Ätherleibe, und jetzt seine Tätigkeit nach dem Mars verlegt hat, deshalb ist nun die Möglichkeit gegeben, auch wenn wir vorher nicht mit dem Buddha zusammengekommen sind, mit ihm im Leben zwischen Tod und neuer Geburt in ein Verhältnis zu kommen; und was dieses Verhältnis ergibt, das bringen wir dann wieder in die nächste Erdeninkarnation herein. Das ist aber der Ausnahmefall. In der Regel finden wir nach dem Tode diejenigen Menschen, mit denen wir hier Beziehungen und Verhältnisse anknüpften, und setzen diese Verhältnisse und Beziehungen nach dem Tode fort.

[ 27 ] In short, the material and personal circumstances we have created on Earth are what determine life between death and rebirth. There are exceptions, but they are, after all, just that—exceptions. And if you recall what I said here during the Christmas season about the Buddha and his current mission on Mars, you have precisely such an exception in the figure of the Buddha. There are numerous souls on Earth who, in the mystery inspirations, have personally encountered the Buddha—or even earlier in his Bodhisattva existence. But because the Buddha, as the son of Suddhodana, underwent his final earthly incarnation, and then carried out what I have described as his work in the etheric body, and has now transferred his activity to Mars, the possibility now exists—even if we did not meet the Buddha before—to enter into a relationship with him in the life between death and new birth; and whatever this relationship yields, we then bring back into our next earthly incarnation. But this is the exception. As a rule, after death we find those people with whom we established relationships and connections here, and we continue these relationships and connections after death.

[ 28 ] Diese Auseinandersetzungen, die an das anknüpfen, was über das Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt im Verlaufe dieses Winters gegeben worden ist, sind mit dem Ziele und der Perspektive gesagt, zu zeigen, wie Anthroposophie dem Menschen nur etwas Halbes ist, wenn sie eine Theorie und eine äußere Wissenschaft bleibt, wie sie erst dann das ist, was sie sein soll, wenn sie wie ein Lebenselixier die Seelen durchdringt, so daß die Seelen vollkommen darleben, was an den Menschen empfindungsgemäß herantritt, wenn er zu den höheren Welten in ein Erkenntnisverhältnis tritt. Der Tod, er tritt dann für den Menschen nicht so auf wie etwas, was persönliche menschliche Verhältnisse zerstört. Der Abgrund zwischen dem Leben hier auf der Erde und dem Leben nach dem Tode wird überwunden, viele Tätigkeiten werden sich in der Zukunft entfalten, die unter diesem Gesichtspunkte vollzogen werden. Hereinwirken werden die Toten ins Leben, die Lebenden in das Reich der Toten.

[ 28 ] These discussions, which build on what has been said this winter about life between death and rebirth, are presented with the aim and perspective of to show how anthroposophy is only half a reality for human beings if it remains a theory and an external science, and how it is only what it is meant to be when it permeates souls like an elixir of life, so that the souls fully experience what approaches human beings through feeling when they enter into a relationship of knowledge with the higher worlds. Death, then, does not appear to human beings as something that destroys personal human relationships. The abyss between life here on earth and life after death is overcome; many activities will unfold in the future that are carried out from this perspective. The dead will influence life, and the living will influence the realm of the dead.

[ 29 ] Und nun möchte ich, daß sich Ihre Seelen ein wenig darein vertiefen, wie das Leben reicher, voller, geistiger wird, wenn alles wirklich durch die Anthroposophie geschieht. Nur wer so Anthroposophie empfinden kann, der empfindet richtig gegenüber der Anthroposophie. Das ist nicht die Hauptsache, daß wir wissen: Der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich, er geht durch verschiedene Inkarnationen durch, die Erde hat während ihres Daseins verschiedene Inkarnationen durchgemacht, das Saturndasein, das Sonnendasein, das Mondendasein. — Das zu wissen ist nicht die Hauptsache; das Wichtigste und Wesentliche ist, daß wir unser Leben durch die Anthroposophie in einer solchen Weise umgestalten können, wie es die Zukunft der Erde erfordert. Das können wir nicht tief genug empfinden, und nicht oft genug können wir uns in dieser Beziehung anregen. Denn die Empfindungen, die wir unter der Anregung der Erkenntnis der übersinnlichen Welt von unsern Versammlungen mitnehmen, und mit denen wir dann durch das Leben schreiten, sie sind das Wichtige im anthroposophischen Leben. Daher genügt es nicht, wenn wir in der Anthroposophie nur wissen, sondern in der Anthroposophie wissen wir empfindend, und empfinden wir wissend. Nur haben wir zu begreifen, wie falsch es ist, ohne etwas von der Welt zu wissen, glauben zu können, daß man der Welt gerecht werden kann. Wahr ist das Wort, das Leonardo da Vinci gesagt hat: Die große Liebe ist die Tochter der großen Erkenntnis. Und wer nicht erkennen will, der lernt auch nicht im wirklichen Sinne lieben.

[ 29 ] And now I would like your souls to reflect a little on how life becomes richer, fuller, and more spiritual when everything truly happens through anthroposophy. Only those who can perceive anthroposophy in this way perceive it correctly. It is not the main thing that we know: that the human being consists of a physical body, an etheric body, an astral body, and an I; that he passes through various incarnations; that the Earth has undergone various incarnations during its existence—the Saturn existence, the Sun existence, the Moon existence. — Knowing this is not the main thing; the most important and essential thing is that we can transform our lives through anthroposophy in a way that the future of the Earth requires. We cannot feel this deeply enough, and we cannot inspire ourselves often enough in this regard. For the feelings we take away from our gatherings, inspired by the knowledge of the supersensible world, and with which we then walk through life—these are what is important in anthroposophical life. Therefore, it is not enough for us in anthroposophy merely to know; rather, in anthroposophy we know through feeling, and we feel through knowing. We must only understand how wrong it is to believe, without knowing anything of the world, that one can do the world justice. True is the saying of Leonardo da Vinci: Great love is the daughter of great knowledge. And whoever does not wish to know will not learn to love in the true sense.

[ 30 ] So, in diesem Sinne, soll Anthroposophie zunächst in unsere Seele kommen, damit von diesem Einflusse, von uns ausgehend, immer mehr und mehr in der Erdentwickelung eine Strömung beginne, eine geistige Strömung, welche Geist und Physis zu einer Harmonie gestalten wird. Dann wird die Zeit kommen, in welcher die Menschen auf der Erde zwar noch materiell leben werden — und das äußere Erdenleben wird immer materieller und materieller werden —, aber der Mensch wird über die Erde schreiten und in seiner Seele den Zusammenhang mit der höheren Welt tragen. Außen wird das Erdenleben immer materieller werden — das ist das Erdenkarma —, doch in demselben Maße als das Erdenleben außen materieller wird, müssen, wenn die Erdentwickelung ihr Ziel erreichen soll, die Seelen innen immer spiritueller und spiritueller werden. Wie sich diese Aufgabe gestaltet, dazu wollte ich durch die heutige Betrachtung wieder einen kleinen Beitrag geben.

[ 30 ] Thus, in this sense, anthroposophy must first enter our souls, so that from this influence, emanating from us, a current may begin to flow more and more into the development of the Earth—a spiritual current that will bring spirit and physicality into harmony. Then the time will come when people on Earth will still live materially—and outer earthly life will become ever more and more material—but human beings will walk upon the Earth carrying within their souls a connection to the higher world. Outwardly, earthly life will become ever more material—that is the karma of the Earth—yet to the same extent that earthly life becomes more material outwardly, if the Earth’s development is to reach its goal, souls must become ever more spiritual inwardly. I wanted to make a small contribution to understanding how this task unfolds through today’s reflection.