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From Akashic Research
The Fifth Gospel
GA 148

18 November 1913, Berlin

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From Akashic Research: The Fifth Gospel, tr. SOL
  1. Aus der Akasha-Forschung: Das Fünfte Evangelium, 6th ed.

Das Fünfte Evangelium III

The Fifth Gospel III

[ 1 ] Als ich das letzte Mal hier sprach, versuchte ich einiges zu erzählen aus dem Fünften Evangelium über das Leben des Jesus von Nazareth von dessen zwölftem Jahre bis in die Zeit der Johannestaufe im Jordan hinein. Als ich damals jene bedeutungsvolle Erfahrung erzählte, welche der Jesus von Nazareth an einer heidnischen Kultstätte gehabt hat, da zeigte ich, wie uns das Lesen in der Akasha-Chronik heute diesen Jesus von Nazareth an dieser heidnischen Kultstätte schauen läßt, wie er den Eindruck hat von den Altar umgebenden Dämonen. Ich will an dieses nur kurz erinnern, wie er dann wie tot hinfällt, wie er entrückt ist in eine andere Welt, in der er wahrnehmen kann, welches die göttlich-geistigen Geheimnisse der uralt heiligen Mysterienlehre der Heiden waren. Denn so konnte er ja in sich eine lebendige Idee von dem aufnehmen, was einstmals das Heidentum war, und von dem, was es zu seiner Zeit geworden ist.

[ 1 ] The last time I spoke here, I attempted to share some insights from the Fifth Gospel regarding the life of Jesus of Nazareth, from his twelfth year up to the time of John’s baptism in the Jordan. When I recounted that significant experience Jesus of Nazareth had at a pagan place of worship, I showed how reading the Akashic Records today allows us to see Jesus of Nazareth at that pagan place of worship, and how he perceives the demons surrounding the altar. I wish only to briefly recall this: how he then falls down as if dead, how he is transported into another world where he can perceive what the divine-spiritual secrets of the ancient sacred mystery teachings of the pagans were. For in this way he was able to take up within himself a living idea of what paganism once was, and of what it had become in his time.

[ 2 ] Ich erwähnte schon, daß er während dieser Zeit — also in diesem anderen Bewußtseinszustande an einem heidnischen Altare, von dem wir das letzte Mal gesprochen haben - etwas hörte wie aus der geistigen Welt heraus die Verkündigung von Worten, die zum Ausdruck brachten, so wie es in der uralt heiligen Lehre der Heidenvölker zum Ausdruck gebracht worden ist, was zu betrachten ist als das Geheimnis von des Menschen Verquickung mit der materiellen, mit der sinnlich-physischen Welt. Er hörte also sozusagen aus den geistigen Welten jene Stimme, die den alten heidnischen Propheten zugänglich war. Und was er da hörte, ist zu bezeichnen als eine Art kosmisches Vaterunser. Es drückt aus, wie des Menschen Seelenschicksal sich gestalten muß dadurch, daß der Mensch mit der Erdenmaterie von der Geburt bis zum Tode verquickt ist. Dieses kosmische Vaterunser, dessen spätere Umkehrung das irdische Vaterunser wurde, war mir möglich zuerst zu Gehör zu bringen bei unserer Grundsteinlegung in Dornach. Ich werde es hier wieder zur Verlesung bringen, denn es liegt tatsächlich die Urlehre der heidnischen Menschheit in diesen Worten. So gut es geht, versuche ich sie eben in deutscher Sprache wiederzugeben:

[ 2 ] I have already mentioned that during this time—that is, while in that other state of consciousness at a pagan altar, which we spoke of last time—he heard, as if from the spiritual world, the proclamation of words that expressed, just as it has been expressed in the ancient sacred teachings of the pagan peoples, which is to be regarded as the mystery of man’s union with the material, with the sensory-physical world. He thus heard, so to speak, from the spiritual worlds that voice which was accessible to the ancient pagan prophets. And what he heard there can be described as a kind of cosmic Lord’s Prayer. It expresses how the destiny of the human soul must take shape through the fact that the human being is united with earthly matter from birth to death. This cosmic Lord’s Prayer, the later inversion of which became the earthly Lord’s Prayer, I was first able to present at our cornerstone-laying ceremony in Dornach. I will read it aloud here again, for the primordial teaching of pagan humanity truly lies within these words. As best I can, I will attempt to render them in German:

Amen
Es walten die Übel
Zeugen sich lösender Ichheit
Von andern erschuldete Selbstheitschuld
Erlebet im täglichen Brote
In dem nicht waltet der Himmel Wille
Indem der Mensch sich schied von Eurem Reich
Und vergaß Euren Namen
Ihr Väter in den Himmeln.

Amen
Evil reigns
Witnesses to a dissolving selfhood
Guilt of selfhood blamed on others
Experienced in our daily bread
In which the will of Heaven does not reign
As man separated himself from Your Kingdom
And forgot Your name
You Fathers in Heaven.

[ 3 ] Das war es ungefähr, was der Jesus von Nazareth als das Geheimnis des Erdenmenschen im Sinne der uralt heiligen Lehre damals bei seiner Wanderung in heidnischen Gegenden gehört hat. Es bringen diese Worte wirklich tiefe Geheimnisse der Menschheitsevolution zum Ausdruck. Dieses bedeutsame Hören drang also damals in des Jesus Seele herein, als es gegen sein vierundzwanzigstes Jahr zu ging, und er wußte von da ab etwas, was einstmals in uralten Zeiten der Menschheitsentwickelung aus der geistigen Welt heruntergetönt hat, was ihm so groß und gewaltig erschien, daß er sich sagte, insbesondere nachdem er an der verfallenen alten heidnischen Kultstätte den das letzte Mal geschilderten Eindruck hatte: Jetzt sind für alles das auf der Erde nicht mehr die Menschen da, um es zu verstehen.

[ 3 ] That was roughly what Jesus of Nazareth heard as the mystery of the earthly human being, in the sense of the ancient sacred teaching, during his travels through pagan regions at that time. These words truly express profound mysteries of human evolution. This significant insight thus penetrated the soul of Jesus at that time, as he approached his twenty-fourth year, and from that point on he knew something that had once resounded down from the spiritual world in the ancient times of human development—something that seemed so vast and mighty to him that he said to himself, especially after having had the impression described last time at the decaying old pagan place of worship: Now there are no longer people on Earth to understand all of this.

[ 4 ] So hatte er das Heidentum kennengelernt. Wir haben gesehen, wie er in den drei aufeinanderfolgenden Epochen seines Jugendlebens kennengelernt hat die tiefsten Tiefen des Judentums, die tiefsten Tiefen des Heidentums und auch die tiefsten Tiefen des Essäertums. Wir haben gesehen, wie diese Erkenntnisse für ihn Stück für Stück Quellen tiefsten Leides waren. Denn von allen drei Erkenntnissen mußte er sich sagen: Sie könnten da sein, wenn in der Menschheit jetzt die Bedingungen dazu vorhanden wären, um sie aufzunehmen; aber diese Bedingungen sind eben jetzt nicht zu schaffen.

[ 4 ] This is how he came to know paganism. We have seen how, during the three successive phases of his youth, he came to know the deepest depths of Judaism, the deepest depths of paganism, and also the deepest depths of Essene thought. We have seen how these insights were, bit by bit, sources of the deepest suffering for him. For regarding all three insights, he had to tell himself: They could exist if the conditions were now present in humanity to receive them; but these conditions simply cannot be created at this time.

[ 5 ] Das war das Ergebnis dieses Jesus-Lebens. So zeigt es uns das Fünfte Evangelium, daß der Jesus sich sagen konnte, bevor er den Christus in sich aufgenommen hatte: Es hat eine Menschheitsevolution stattgefunden, aber so, daß die Menschen Fähigkeiten sich angeeignet haben, welche die anderen Fähigkeiten der Urzeit verdunkelt haben, so daß die Menschen jetzt nicht mehr imstande sind, die Verkündigungen der geistigen Welt entgegenzunehmen, wie sie in der Urzeit für Juden und Heiden stattgefunden hatten. — Aber auch das hatte er sich durch seine Verbindung mit den Essäern sagen müssen, daß so, wie die Essäer zu einer Wiedervereinigung mit der geistigen Welt kommen, nur ein kleines Häuflein, nicht die ganze Menschheit, zu einer solchen Wiedervereinigung kommen könnte. So war ihm auch dieser Weg als ein unmöglicher erschienen. Arme, arme Menschheit - so ging es durch seine Seele -, wenn dir ertönen würden die Stimmen der alten heidnischen Propheten, du würdest sie nicht mehr verstehen. Wenn dir ertönen würden die Stimmen der alten jüdischen Propheten, du würdest sie nicht mehr verstehen. Das aber kannst du nicht als gesamte Menschheit jemals erstreben wollen, was die Essäer erstreben; das ist nur zu erstreben von einem kleinen Häuflein, das auf Kosten der übrigen Menschheit seine Vollkommenheit sucht.

[ 5 ] That was the result of this life of Jesus. As the Fifth Gospel shows us, this is what Jesus could say to himself before he had taken the Christ into himself: Human evolution has taken place, but in such a way that people have acquired abilities that have obscured the other abilities of primeval times, so that people are now no longer able to receive the revelations of the spiritual world as they had been received in primeval times by Jews and Gentiles. — But he had also had to acknowledge, through his connection with the Essenes, that just as the Essenes were achieving a reunion with the spiritual world, only a small remnant—not all of humanity—could achieve such a reunion. Thus this path, too, had seemed impossible to him. Poor, poor humanity—so the thought went through his soul—if the voices of the ancient pagan prophets were to sound to you, you would no longer understand them. If the voices of the ancient Jewish prophets were to sound to you, you would no longer understand them. But you, as humanity as a whole, can never aspire to what the Essenes aspire to; that is to be aspired to only by a small handful who seek their perfection at the expense of the rest of humanity.

[ 6 ] Was ich Ihnen so in einigen trockenen Worten erzähle, das war in ihm Leben, schmerzvolle seelische Wirklichkeit. Das war in ihm eine Empfindung unendlichen Mitleides mit der gesamten Menschheit, jenes Mitleides, das er empfinden mußte, um reif zu werden, damit er die Christus-Wesenheit in sich aufnehmen konnte.

[ 6 ] What I am telling you here in a few dry words was, in his life, a painful spiritual reality. It was a feeling of infinite compassion for all of humanity—the very compassion he had to feel in order to mature, so that he could receive the Christ-essence within himself.

[ 7 ] Bevor aber dieses geschah, hatte der Jesus von Nazareth noch ein wichtiges Gespräch mit derjenigen Persönlichkeit, die wir als seine Zieh- oder Stiefmutter kennen. Wir wissen ja, daß die Mutter jenes nathanischen Jesus, der in seinem zwölften Jahre die Individualität des Zarathustra in sich aufgenommen hatte, das heißt also die wirkliche leibliche Mutter dieses nathanischen Jesus, gestorben war bald, nachdem dieser Jesusknabe den Zarathustra, der in dem anderen Jesusknaben verkörpert war, in sich aufgenommen hatte, so daß also deren Seele längst in der geistigen Welt war. Wir wissen auch aus früheren Vorträgen verflossener Jahre, daß der Vater des anderen, des salomonischen Jesusknaben, gestorben war, und daß aus den beiden Familien der beiden Jesusknaben eine einzige Familie in Nazareth geworden war, innerhalb welcher der Jesus mit seinen Geschwistern und mit der Zarathustra-Mutter zusammen war. Wir wissen, daß der Vater des Jesus von Nazareth, als dieser etwa im vierundzwanzigsten Jahre von einer größeren Wanderung zurückkam, gestorben war, und daß nun der Jesus von Nazareth allein mit seiner Mutter, der Zieh- oder Stiefmutter, lebte. Im allgemeinen muß gesagt werden, daß diese Zieh- oder Stiefmutter sich nur langsam ein Gemütsverständnis, aber eben nach und nach ein tiefes Gemütsverständnis für alle die tiefen Erlebnisse aneignete, welche der Jesus von Nazareth durchmachte. Es wuchsen gewissermaßen im Laufe der Jahre diese Seelen, die des Jesus von Nazareth und die der Zieh- oder Stiefmutter, ineinander.

[ 7 ] But before this happened, Jesus of Nazareth had one more important conversation with the woman we know as his foster mother or stepmother. We know, of course, that the mother of that Nathanic Jesus—who, in his twelfth year, had absorbed the individuality of Zarathustra into himself—that is to say, the actual biological mother of this Nathanic Jesus—had died shortly after this Jesus boy had absorbed Zarathustra, who was embodied in the other Jesus boy, into himself; thus her soul had long since been in the spiritual world. We also know from earlier lectures of past years that the father of the other, the Solomonic Jesus boy, had died, and that the two families of the two Jesus boys had become a single family in Nazareth, within which Jesus lived together with his siblings and with the Zarathustra mother. We know that the father of Jesus of Nazareth had died by the time Jesus returned from a major journey at about the age of twenty-four, and that Jesus of Nazareth now lived alone with his mother, his foster or stepmother. In general, it must be said that this foster or stepmother only slowly acquired an emotional understanding, but gradually developed a deep emotional understanding of all the profound experiences that the Jesus of Nazareth went through. Over the years, the souls of the Jesus of Nazareth and that of the foster or stepmother grew, so to speak, into one another.

[ 8 ] In der ersten Zeit nach seinem zwölften Jahre war er auch im EIternhause mit seinem Erleben einsam. Die anderen Geschwister sahen in seiner Seele, die mit ihren tiefen, schmerzlichen Erlebnissen fertig werden mußte, eigentlich nur eine Seele, die einer Art von Wahnsinnszustand entgegenging. Die Mutter dagegen fand eben die Möglichkeit, immer mehr und mehr Verständnis für diese Seele zu gewinnen. Und so kam es, daß der Jesus von Nazareth in seinem neunundzwanzigsten oder dreißigsten Jahre mit dieser Mutter ein wichtiges Gespräch führen konnte, ein Gespräch, das tatsächlich von tiefster Wirkung war, wie wir gleich sehen werden.

[ 8 ] In the early years following his twelfth birthday, he felt isolated even within his own home because of his experiences. His siblings, seeing his soul as one that was struggling to cope with deep, painful experiences, actually viewed him as someone heading toward a kind of madness. His mother, on the other hand, found a way to gain more and more understanding for this soul. And so it came to pass that Jesus of Nazareth, in his twenty-ninth or thirtieth year, was able to have an important conversation with this mother—a conversation that actually had a profound effect, as we shall soon see.

[ 9 ] Dieses Gespräch enthielt im Grunde genommen in einer Art Rückschau alles, was der Jesus von Nazareth seit seinem zwölften Lebensjahre erlebt hatte. Die Akasha-Chronik zeigt uns, wie dieses Gespräch verlief. Zunächst sprach der Jesus von Nazareth von jenen Erlebnissen, die sich zwischen seinem zwölften bis sechzehnten oder achtzehnten Jahre zugetragen hatten, wie er in dieser Zeit das, was einstmals die uralte hebräische Lehre war, die uralte Lehre der hebräischen Propheten, nach und nach in sich selbst erlebte. Er hatte es ja in der Umgebung durch niemanden erleben können, wie er auch nicht jene Worte durch jemanden in seiner Umgebung hatte erleben können, die er zu solchem Erstaunen der Schriftgelehrten in ihrer Mitte bei der bekannten Gelegenheit vorgebracht hatte. Aber immer stiegen in seiner Seele Inspirationen auf, von denen er jedoch wußte: sie kommen aus der geistigen Welt. Die hebräische Lehre stieg so in ihm auf, daß er sich wußte als Besitzer dieser alten hebräischen Lehre, für die aber zu seiner Zeit keine Ohren da waren. Er war mit dieser Lehre allein. Das war sein großer Schmerz, daß er mit dieser Lehre allein war.

[ 9 ] This conversation essentially served as a retrospective of everything Jesus of Nazareth had experienced since the age of twelve. The Akashic Records show us how this conversation unfolded. First, Jesus of Nazareth spoke of the experiences that had taken place between his twelfth and sixteenth or eighteenth years, and how during that time he gradually came to experience within himself what had once been the ancient Hebrew teaching—the ancient teaching of the Hebrew prophets. After all, he had not been able to experience it through anyone in his surroundings, just as he had not been able to experience through anyone in his surroundings those words he had spoken to such astonishment of the scribes in their midst on that well-known occasion. But inspirations continually arose in his soul, of which he knew, however, that they came from the spiritual world. The Hebrew teaching arose within him in such a way that he knew himself to be the possessor of this ancient Hebrew teaching, for which, however, there were no ears in his time. He was alone with this teaching. That was his great sorrow, that he was alone with this teaching.

[ 10 ] Die Mutter hatte zwar manches zu erwidern, wenn er sagte: Auch wenn heute noch die Stimmen der alten hebräischen Propheten ertönten, so würde es doch keine Menschen geben, um diese Stimmen zu verstehen. Die Mutter sagte darauf, daß zum Beispiel Hillel dagewesen sei, ein großer Gesetzeslehrer, und der Jesus von Nazareth wußte auch zu würdigen, wer Hillel war und was er für das Judentum bedeutete. Ich brauche Ihnen nicht zu erzählen, welche Bedeutung dieser Hillel hatte. Sie finden es im jüdischen Schrifttum genügend gewürdigt. Hillel war ein Erneuerer der schönsten Tugenden und Lehren des alten Judentums, wie auch eine Persönlichkeit, die durch ihre eigene Art und Weise dieses alte Judentum wieder zu einer Art Erneuerung brachte. Aber das war nicht dadurch gekommen, daß Hillel ein Gelehrter war, sondern dadurch, daß er durch sein Tun und Treiben, vor allem aber in seinem Fühlen, Wollen und Wünschen und in seiner Art, die Menschen zu behandeln, zum Ausdruck brachte, wie wirkliche Weisheit jeglicher Art in der Menschenseele die Seele umgestaltend wirkt. Was man insbesondere im Judentum pries, aber in der damaligen Zeit nicht mehr recht verstand: die Geduld in der Behandlung anderer Menschen - dem Hillel wurde sie mit Recht zugeschrieben. Er hatte ja auch auf sonderbare Art die Möglichkeit erlangt, unter den Hebräern zu wirken. Er stammte aus Babylon, aber aus einem Geschlechte, das von den Juden zur Zeit der Gefangenschaft hinüberverpflanzt war nach Babylon, und das seinen Ursprung auf die Familie David selbst zurückführte. Auf diese Weise hatte er in sich vereinigt, was er aus dem Babyloniertum hatte aufnehmen können, mit dem in seinem Blute pulsierenden Hebräertum. Und wie sich das in seiner Seele gestaltet hat, das wird in einer bedeutungsvollen Legende erzählt.

[ 10 ] The mother certainly had a few things to say in response when he remarked: “Even if the voices of the ancient Hebrew prophets were to be heard today, there would be no one left to understand them.” The mother replied that, for example, Hillel had been there, a great teacher of the law, and Jesus of Nazareth also knew how to appreciate who Hillel was and what he meant for Judaism. I need not tell you what significance this Hillel had. You will find it sufficiently honored in Jewish literature. Hillel was a renewer of the finest virtues and teachings of ancient Judaism, as well as a figure who, through his own manner, brought about a kind of renewal of this ancient Judaism. But this did not come about because Hillel was a scholar, but because through his actions and deeds, and above all in his feelings, will, and desires, and in his way of treating people, he expressed how true wisdom of any kind works to transform the human soul. What was particularly praised in Judaism, but no longer fully understood at that time: patience in dealing with other people—this was rightly attributed to Hillel. He had, after all, in a remarkable way gained the opportunity to work among the Hebrews. He came from Babylon, but from a lineage that had been transplanted there by the Jews at the time of the Exile, and which traced its origins back to the family of David himself. In this way, he had united within himself what he had been able to absorb from Babylonian culture with the Hebrew heritage pulsing in his blood. And how this took shape in his soul is recounted in a meaningful legend.

[ 11 ] Einmal, so heißt es, als Hillel gerade in Jerusalem ankam, waren die bedeutendsten anderen jüdischen Gelehrten zu allerlei Diskussionen versammelt, in denen man hören konnte, wie pro und kontra über die Geheimnisse der jüdischen Lehre gesprochen wurde. Man hatte eine Kleinigkeit zu zahlen, um solchen Diskussionen beiwohnen zu können. Hillel hatte kein Geld, denn er war sehr arm. "Trotzdem es sehr kalt war, versuchte er einen kleinen Hügel vor dem Hause zu besteigen, in welchem die Diskussionen stattfanden, um durch das Fenster zu hören, was gesprochen wurde. Denn er konnte seinen Eintritt nicht bezahlen. Es war so kalt in der Nacht, daß er steif wurde vor Frost, so daß man ihn später am Morgen steif fand und ihn erst wieder erwärmen mußte, damit er auftaue. Aber er hatte dadurch, daß er dieses durchgemacht hatte, in seinem Ätherleibe teilgenommen an der ganzen Diskussion. Und während die anderen selber nichts anderes hörten als die abstrakten Worte, die hin- und widerflogen, hatte Hilleleine Welt von wunderbaren Visionen gesehen, die seine Seele umgestalteten.

[ 11 ] It is said that once, when Hillel had just arrived in Jerusalem, the most prominent Jewish scholars were gathered for all sorts of discussions, in which one could hear arguments for and against the mysteries of Jewish doctrine. One had to pay a small fee to attend such discussions. Hillel had no money, for he was very poor. “Even though it was very cold, he tried to climb a small hill in front of the house where the discussions were taking place, in order to hear through the window what was being said. For he could not afford the admission fee. It was so cold that night that he froze stiff with frost, so that he was found stiff later that morning and had to be warmed up again to thaw him out. But by going through this, he had participated in the entire discussion in his etheric body. And while the others themselves heard nothing but the abstract words flying back and forth, Hilleleine had seen a world of wondrous visions that transformed his soul.

[ 12 ] Solcher Ereignisse wären noch manche zu erzählen. Insbesondere wurde seine Geduld gerühmt. Von dieser Geduld sagte man, sie sei unerschöpflich. Und einmal, so wird sogar erzählt, ging jemand eine Wette ein, Hillels Geduld aufs äußerste zu erschöpfen, so daß Hillel zornig werden sollte. Die Wette war eingegangen, und der, welcher den Hillel zornig machen wollte, das heißt, seine Geduld ausschöpfen wollte, hatte die Aufgabe, dieses zu tun. Und er tat das Folgende. Er ging hin, als Hillel seine Vorbereitungen traf zu dem, was er am Sabbat zu lehren hatte und gerade im Negligé war, pochte an die Tür und rief: Hillel, Hillel, komm heraus! — Hillel fragte: Was ist denn? Ach, Hillel, komm heraus, ich habe eine wichtige Frage an dich! Hillel zog sich seinen Rock an, ging hinaus und sagte: Mein Sohn, um was hast du mich zu fragen? — Da sagte der Betreffende, der die Wette eingegangen war, zu ihm: Hillel, ich habe eine wichtige Frage an dich. Warum haben manche Leute unter den Babyloniern so spitze Köpfe? — Und Hillel antwortete: Mein lieber Sohn, weißt du, die Babylonier haben so schlechte Hebammen, und da werden sie unter so ungünstigen Umständen geboren. Daher haben dort manche Leute so spitze Köpfe. Geh nun, deine Frage ist beantwortet. - Und Hillel ging wieder in das Haus hinein und bereitete sich weiter für den Sabbat vor.

[ 12 ] There are many more such stories to tell. His patience, in particular, was celebrated. It was said that this patience was inexhaustible. And once, it is even said, someone made a wager to test Hillel’s patience to the very limit, so that Hillel would become angry. The bet was made, and the one who wanted to make Hillel angry—that is, to test the limits of his patience—was tasked with doing so. And he did the following. He went over while Hillel was making preparations for what he was to teach on the Sabbath and was still in his nightclothes, knocked on the door, and called out: “Hillel, Hillel, come out!” — Hillel asked: What is it? Oh, Hillel, come out, I have an important question for you! Hillel put on his robe, went out, and said: My son, what do you wish to ask me? — Then the man who had made the bet said to him: Hillel, I have an important question for you. Why do some people among the Babylonians have such pointed heads? — And Hillel replied: My dear son, do you know, the Babylonians have such poor midwives, and so they are born under such unfavorable circumstances. That is why some people there have such pointed heads. Go now, your question has been answered. — And Hillel went back into the house and continued preparing for the Sabbath.

[ 13 ] Aber nach kurzer Zeit kam derselbe Mensch wieder und rief wie vorher: Hillel, Hillel, komm heraus! — Hillel antwortete: Was ist es denn? — Ach, Hillel, ich habe eine wichtige Frage, die sogleich beantwortet werden muß. — Und Hillel kam wieder heraus und sagte zu dem Fragenden: Was ist es für eine Frage? — Und der Betreffende antwortete: Ach, Hillel, sage mir doch, warum gibt es in Arabien so viele Menschen, die so sehr verkniffene Augen haben? — Hillel antwortete: In Arabien ist die Wüste so weit, und man kann sie nur ertragen, wenn man mit seinen Augen an die Wüste angepaßt ist. Daher haben in Arabien viele Menschen so sehr verkniffene Augen. Gehe nun, mein Sohn, denn deine wichtige Frage ist beantwortet. — Und Hillel ging wieder in das Haus hinein.

[ 13 ] But after a short while, the same man returned and called out as before: “Hillel, Hillel, come out!” — Hillel replied: What is it? — Oh, Hillel, I have an important question that needs to be answered right away. — And Hillel came out again and said to the questioner: What is the question? — And the man replied: Oh, Hillel, tell me, why are there so many people in Arabia who have such narrow-eyed faces? — Hillel replied: “In Arabia, the desert is so vast, and one can only endure it if one’s eyes are adapted to the desert. That is why so many people in Arabia have such narrow-set eyes. Go now, my son, for your important question has been answered.” — And Hillel went back into the house.

[ 14 ] Aber es dauerte nicht lange, da kam der Betreffende zum dritten Male und rief wiederum: Hillel, Hillel, komm heraus! — Was ist es denn? - Hillel, komm heraus, ich habe eine wichtige Frage, die sogleich beantwortet werden muß! — Hillel ging heraus, und da sagte der Betreffende: Ach, Hillel, beantworte mir doch die Frage: Warum haben denn so manche Leute in der Nähe Ägyptens so platte Füße? — Und Hillel antwortete: Mein lieber Sohn, sie haben so platte Füße, weil sie in sumpfigen Gegenden leben. Da brauchen sie so platte Füße wie manche Vögel, die in sumpfigen Gegenden leben, und da müssen die Füße angepaßt sein an die Umgebung. Daher haben sie so platte Füße. Gehe nun, mein Sohn, deine Frage ist beantwortet. — Und er ging wieder hinein.

[ 14 ] But it wasn’t long before the man came back a third time and called out again: “Hillel, Hillel, come out! — What is it? — Hillel, come out, I have an important question that needs to be answered right away!” — Hillel went out, and then the man said: “Oh, Hillel, please answer my question: Why do so many people near Egypt have such flat feet?” — And Hillel replied: “My dear son, they have such flat feet because they live in swampy areas. There they need flat feet like some birds that live in swampy areas, and their feet must be adapted to the environment. That is why they have such flat feet. Go now, my son, your question has been answered. — And he went back inside.

[ 15 ] Doch nach wenigen Minuten kam derselbe Mensch wieder, klopfte wieder an das Haus, aber er war bei jeder Frage trauriger geworden, und er rief, noch trauriger als vorher: Hillel, komm heraus! - Und als Hillel kam, da sagte er: Ach, Hillel, ich habe gewettet, daß ich dich in Zorn bringen kann. Jetzt habe ich es dreimal mit meinen Fragen versucht. Sage mir doch, o Hillel, was ich tun muß, damit ich meine Wette nicht verliere! — Aber Hillel antwortete: Mein Sohn, besser ist es, daß du deine Wette verlierst, als daß Hillel zornig werden könnte. Gehe nun, und bezahle deine Wette!

[ 15 ] But after a few minutes the same man returned, knocked on the door again, but with every question he had grown sadder, and he called out, even sadder than before: “Hillel, come out!” — And when Hillel came out, he said: “Oh, Hillel, I made a bet that I could make you angry.” Now I have tried three times with my questions. Tell me, O Hillel, what must I do so that I do not lose my bet! — But Hillel replied: My son, it is better that you lose your bet than that Hillel might become angry. Go now, and pay your bet!

[ 16 ] Das ist ein Beispiel, welches zeigen soll, bis zu welchem Grade von Geduld es Hillel damals in den Augen oder in der Meinung seiner jüdischen Mitbewohner gebracht hatte. Die Wirkung dieses Mannes hatte also der Jesus von Nazareth auch erlebt. Aber er kannte nicht nur, was Hillel gewirkt hatte, sondern er hatte selbst in seiner Seele die große Bath-Kol vernommen, das heißt die Stimme vom Himmel, wo aus der göttlich-geistigen Welt heraus die Geheimnisse, wie sie einst den Propheten ertönten, ihm im Inneren seiner Seele aufgestiegen waren. Und er wußte, daß auch selbst in Hillel nur ein ganz schwacher Nachklang dessen war, wofür einstmals die Vorfahren der Hebräer reif waren. Aber jetzt waren die Nachfahren der alten Hebräer nicht einmal für den schwachen Nachklang, der in Hillels Stimme ertönte, und noch weniger für die große Bath-Kol reif.

[ 16 ] This is an example intended to show the degree of patience Hillel had demonstrated in the eyes or in the opinion of his fellow Jews at that time. Jesus of Nazareth had thus also experienced the impact of this man. But he not only knew what Hillel had accomplished; he himself had heard the great Bath-Kol in his soul—that is, the voice from heaven—where the mysteries, as they once resounded to the prophets from the divine-spiritual world, had risen within his soul. And he knew that even in Hillel there was only a very faint echo of what the ancestors of the Hebrews had once been ready for. But now the descendants of the ancient Hebrews were not even ready for the faint echo that resounded in Hillel’s voice, and even less so for the great Bath-Kol.

[ 17 ] Das alles lastete auf seiner Seele, und das teilte er der Mutter mit. Er teilte ihr mit, was er erlitten hatte, wie ihm von Woche zu Woche immer mehr aufging, welches die uralt heiligen Lehren des alten Judentums waren, und wie die Nachfahren der alten Hebräer keine Ohren mehr hatten, um zu hören, was einst die Worte der großen Propheten waren. Und jetzt verstand ihn die Mutter, so daß ein tiefes Gefühls- und Gemütsverständnis seinen Worten entgegenkam.

[ 17 ] All of this weighed heavily on his mind, and he shared this with his mother. He told her what he had endured, how, week by week, it had become increasingly clear to him what the ancient sacred teachings of old Judaism were, and how the descendants of the ancient Hebrews no longer had ears to hear what were once the words of the great prophets. And now his mother understood him, so that a deep emotional and spiritual understanding met his words.

[ 18 ] Und dann erzählte er von jenem Ereignis, das er erlebte, nachdem er sein achtzehntes Jahr vollendet hatte und hinausgezogen war in jüdische und heidnische Gegenden. Er erzählte es erst jetzt der Mutter, wie er auf seiner Wanderung an eine heidnische Kultstätte gekommen war, wie aber dort die Priester geflohen waren. Denn es war unter der Bevölkerung eine bösartige Krankheit ausgebrochen, die jeden anstecken konnte. Und als er hinkam, wurde er gesehen, und wie ein Lauffeuer verbreitete es sich, daß ein ganz besonderer Mensch herankäme. Denn das war ihm eigentümlich, daß er allein schon durch sein äußeres Auftreten, als Jesus von Nazareth, überall, wo er hinkam, einen besonderen Eindruck machte. So glaubten die Menschen jener Gegend, deren größte Trauer darin bestand, daß die heidnischen Priester sie verlassen hatten und ihr Altar nicht mehr bedient wurde, sie glaubten, daß ein Opferpriester herankäme in Jesus von Nazareth, der wieder ihre Opfer verrichten werde. In großer Zahl versammelten sie sich um den verfallenen Altar. Jesus von Nazareth hatte nicht den Willen, ihren Opferkult zu verrichten. Aber er sah die tieferen Gründe dessen, warum jene Menschen litten. Er sah das, was man folgendermaßen ausdrücken könnte:

[ 18 ] And then he told of that event he had experienced after turning eighteen and setting out into Jewish and Gentile regions. Only now did he tell his mother how, on his journey, he had come upon a pagan place of worship, but how the priests there had fled. For a malignant disease had broken out among the people, one that could infect anyone. And when he arrived, he was seen, and the news spread like wildfire that a very special person was approaching. For it was peculiar to him that, simply by his outward appearance as Jesus of Nazareth, he made a special impression wherever he went. Thus the people of that region, whose greatest sorrow was that the pagan priests had abandoned them and their altar was no longer being tended, believed that a sacrificial priest was coming in the person of Jesus of Nazareth, who would once again perform their sacrifices. In great numbers they gathered around the dilapidated altar. Jesus of Nazareth had no desire to perform their sacrificial rites. But he saw the deeper reasons why those people were suffering. He saw what might be expressed as follows:

[ 19 ] An solchen Opferaltären wurden einstmals rechtmäßige Opfer verrichtet, die der äußere Kultausdruck waren für die alten Mysterienoffenbarungen jener heidnischen Gegenden. In den Kulthandlungen waren ja die Mysterienoffenbarungen ausgedrückt. Und wenn solche Kulthandlungen in uralt heiligen Zeiten - das wußte er jetzt durch unmittelbare Anschauung - verrichtet wurden, verrichtet wurden mit der richtigen Gesinnung der Priester, dann nahmen die göttlichgeistigen Wesen, mit denen die heidnischen Menschen verbunden waren, daran teil. Aber nach und nach waren diese Opferhandlungen in Dekadenz gekommen, waren herabgekommen, korrumpiert. Die Priester waren nicht mehr mit den rechtmäßigen Gesinnungen begabt, und so war es gekommen, daß an einer solchen Kultstätte statt der guten alten Götterwesen Dämonen walteten. Und in diesen Dämonen liegt der Grund, warum die Bevölkerung leiden mußte. Diese Dämonen sah jetzt der Jesus von Nazareth versammelt. Sie forderten gleichsam seinen hellseherischen Blick heraus, und er fiel hin, war wie tot. Und als er hinfiel, erkannten die Menschen, daß er nicht gekommen war, um an ihrem Altar wieder die Opfer zu verrichten. Sie ergriffen die Flucht, und in diesem Augenblicke sah er den ganzen Übergang der alten heidnischen Götterwelt in die Dämonenwelt und erkannte, daß dies die Gründe der Leiden dieses Volkes waren.

[ 19 ] On such sacrificial altars, legitimate sacrifices were once performed, which served as the outward expression of the ancient mystery revelations of those pagan regions. The mystery revelations were, after all, expressed in these ritual acts. And when such ritual acts were performed in ancient, sacred times—as he now knew through direct perception—performed with the proper attitude of the priests, then the divine-spiritual beings with whom the pagan people were connected took part in them. But little by little these sacrificial rites had fallen into decadence, had degenerated, had become corrupted. The priests were no longer endowed with the proper dispositions, and so it had come to pass that at such a place of worship, demons reigned instead of the good old divine beings. And in these demons lies the reason why the people had to suffer. Jesus of Nazareth now saw these demons gathered together. They challenged his clairvoyant gaze, as it were, and he fell down, as if dead. And as he fell, the people realized that he had not come to perform the sacrifices at their altar once more. They fled, and in that moment he saw the entire transition from the old pagan world of gods to the world of demons and recognized that this was the cause of this people’s suffering.

[ 20 ] Aber er wurde nun auch entrückt in jene Heidenzeiten, als die wirklichen Offenbarungen der uralt heiligen Lehren zu den Menschen herunterkamen. Das hörte er bei dieser Gelegenheit, was ich als das kosmische Vaterunser vorgelesen habe. Jetzt wußte er, wie weit entfernt die gegenwärtige, auch seine gegenwärtige Menschheit im Heidentume wie im Judentume, von den alten Lehren und Offenbarungen war. Nur hatte er, was er über das Judentum zu lernen hatte, durch die Stimme der großen Bath-Kol erlangt. Das Heidentum dagegen war ihm aufgegangen in einer furchtbaren Vision. Die wirkte ganz anders als eine abstrakte Mitteilung; sie wandelte seine Seele um. So wußte er, daß jetzt keine Ohren mehr da waren, um das zu verstehen, was einstmals für das Judentum in den Stimmen der Propheten erklungen, wie aber auch für das andere, das einst für das alte Heidentum herunterklingen konnte, jetzt keine Ohren mehr da waren, um es zu verstehen.

[ 20 ] But he was now also transported back to those pagan times when the true revelations of the ancient sacred teachings were bestowed upon humanity. It was on this occasion that he heard what I have read aloud as the Cosmic Lord’s Prayer. Now he knew how far removed present-day humanity—including his own—in both paganism and Judaism, was from the ancient teachings and revelations. Only, what he had to learn about Judaism, he had gained through the voice of the great Bath-Kol. Paganism, on the other hand, had dawned upon him in a terrible vision. This had a completely different effect than an abstract message; it transformed his soul. Thus he knew that there were now no ears left to understand what once resounded for Judaism in the voices of the prophets, just as there were now no ears left to understand what once could have resounded for the ancient pagan world.

[ 21 ] Das alles erzählte er jetzt in bewegten Worten der Mutter. Dann erzählte er auch seine Gemeinschaft mit den Essäern, insbesondere das, was, wenn ihm die Mutter nicht schon ein solches Gemütsverständnis entgegengebracht hätte, schwer zu verstehen gewesen wäre: daß er, als er einst hinausging von einer Essäerversammlung, von den Toren Luzifer und Ahriman fliehen sah. Er wußte, daß die Methoden der Essäer für die große Menge der Menschen unmöglich waren. Zwar konnte man eine Vereinigung mit der göttlich-geistigen Welt durch diese Methoden haben, aber nur dadurch, daß man Luzifer und Ahriman von sich wies. Doch indem man dies tat, hatten Luzifer und Ahriman um so mehr die Möglichkeit, zu den anderen Menschen hinzufliehen und sie weiter in die Verstrickungen des irdischen Daseins hineinzustoßen, so daß sie nicht teilnehmen konnten an der Vereinigung mit der geistigen Welt. Durch dieses Erlebnis wußte also der Jesus von Nazareth: Auch der Essäerweg kann kein allgemein menschlicher werden, denn er ist nur für ein kleines Häuflein von Menschen möglich. — Das war eine dritte schmerzliche Erkenntnis zu den beiden anderen.

[ 21 ] He now recounted all this to his mother in moving words. Then he also spoke of his association with the Essenes, particularly of something that would have been difficult to understand had his mother not already shown him such emotional understanding: that once, as he was leaving an Essene gathering, he saw the gates of Lucifer and Ahriman fleeing. He knew that the methods of the Essenes were impossible for the vast majority of people. It was true that one could achieve union with the divine-spiritual world through these methods, but only by rejecting Lucifer and Ahriman. But in doing so, Lucifer and Ahriman had all the more opportunity to flee to the other people and push them further into the entanglements of earthly existence, so that they could not participate in union with the spiritual world. Through this experience, Jesus of Nazareth thus knew: The Essene path, too, cannot become a universal human path, for it is possible only for a small handful of people. — This was a third painful realization, in addition to the other two.

[ 22 ] Es war in einer eigentümlichen Art, wie er das erzählte. Denn nicht nur gingen seine Worte hinüber zur Mutter, sondern die Worte flossen zum Herzen der Mutter hinüber wie lebendige Wesen. Die Mutter fühlte sich, wenn der tiefe Sinn dieser Worte — der von Leiden, aber auch von tiefster Menschenliebe durchtränkte Sinn - in ihre Seele hinüberfloß, wie wenn ihre Seele innerlich erkraftete, von einer von ihm herüberkommenden Kraft belebt würde und eine innere Wandlung erführe. So fühlte die Mutter. Es ist wirklich so, wie wenn alles, was in der Seele des Jesus von Nazareth lebte, während dieses Gespräches in die Seele der Mutter hinübergegangen wäre. Und es war auch für ihn so. Denn Merkwürdiges enthüllt uns geheimnisvoll hier der Blick in die Akasha-Chronik.

[ 22 ] There was something peculiar about the way he told the story. For his words did not merely reach his mother; they flowed into her heart like living beings. As the deep meaning of these words—a meaning steeped in suffering but also in the deepest human love—flowed into her soul, the mother felt as if her soul were being strengthened from within, animated by a power emanating from him, and undergoing an inner transformation. This is how the Mother felt. It is truly as if everything that lived in the soul of Jesus of Nazareth had passed over into the Mother’s soul during this conversation. And it was the same for him. For the Akashic Records reveal something wondrous to us here in a mysterious way.

[ 23 ] Der Jesus von Nazareth erzählte so, daß seine Worte, indem sie sich ihm entrangen und indem sie hinüberzogen in Herz und Seele der Mutter, immer ein Stück seines eigenen Ichs mit hinübernahmen. Man könnte sagen: Auf den Flügeln seiner Worte ging sein eigenes Ich wie hinüber zur Mutter, aber ohne daß es als solches eigentliches Ich in die Mutter hinüberging, die sich nur durch diese Worte wie belebt fühlte. Denn das Merkwürdige geschah jetzt, daß durch die Wirkung dieses Gespräches die Seele jener Mutter, welche die leibliche Mutter des nathanischen Jesus war, aus der geistigen Welt herunterkam und sich mit der Seele der Stief- oder Ziehmutter verband, so daß von jenem Gespräche an in der Seele der Stief- oder Ziehmutter zugleich die Seele der wirklichen Mutter des nathanischen Jesus lebte. Empfangen hatte die Seele der Stief- oder Ziehmutter die Seele jener anderen Mutter. Es war wie eine Art Wiedergeburt zur Jungfräulichkeit, was hier stattgefunden hat. Diese Wandlung, diese Durchsetzung der Seele der Mutter mit einer anderen Seele aus den geistigen Welten, sie macht in der Beobachtung allerdings einen tief, tief ergreifenden Eindruck, wenn man sieht, wie jetzt weiterhin die Stief- oder Ziehmutter eigentlich nur als Hülle derjenigen Mutter herumwandelt, welche die Zeit von Jesu zwölftem bis dreißigstem Jahre in der geistigen Welt zugebracht hat.

[ 23 ] The Jesus of Nazareth spoke in such a way that his words, as they flowed from him and found their way into his mother’s heart and soul, always carried a part of his own self with them. One might say: On the wings of his words, his own self seemed to pass over to his mother, but without actually passing into her as a distinct self; she merely felt enlivened by these words. For what was remarkable was that, through the effect of this conversation, the soul of that mother—who was the biological mother of the Nathanic Jesus—descended from the spiritual world and united with the soul of the stepmother or foster mother, so that from that conversation onward, the soul of the real mother of the Nathanic Jesus lived simultaneously within the soul of the stepmother or foster mother. The soul of the stepmother or foster mother had received the soul of that other mother. What took place here was like a kind of rebirth into virginity. This transformation, this permeation of the mother’s soul with another soul from the spiritual worlds, makes a deeply, deeply moving impression upon observation, when one sees how the stepmother or foster mother now walks about, in fact, merely as a shell for that mother who spent the time from Jesus’ twelfth to thirtieth year in the spiritual world.

[ 24 ] In dem Jesus selber war jetzt etwas, wie wenn er sein Ich an die Mutter hingegeben hätte, wie wenn in ihm nur, wie von kosmischen Gesetzen beherrscht, der physische Leib, der Ätherleib und der Astralleib lebten. Und ein innerer Drang entstand in dieser dreifachen Leiblichkeit des Jesus von Nazareth, zu demjenigen hinzugehen, den er in der Essäergemeinschaft kennengelernt hatte, der ja ebensowenig wie er ein wirklicher Essäer war, aber in die Essäergemeinschaft aufgenommen war, hinzugehen zu Johannes dem Täufer. Und dann fand bei dem, was aus den vier anderen Evangelien bekannt ist, bei der Taufe, die Hineinsenkung der Christus-Wesenheit in die Leiblichkeit des Jesus von Nazareth statt, die ihr mit ihren Leiden und mit ihrem ganzen Wesen verbundenes Ich in das Gespräch gelegt hatte, das in die Seele der Mutter hinübergegangen war. Auf nahm diese dreifache Leiblichkeit die Ihnen oftmals geschilderte Christus-Wesenheit, die jetzt anstelle jenes anderen Ichs in diesen drei Leibern lebte. Und nun spricht uns auch dieses Fünfte Evangelium, das aus der Akasha-Chronik zu gewinnen ist, von der auf die Empfängnis der Christus-Wesenheit folgenden Versuchung. Nur ergibt sich durch den Blick in die Akasha-Chronik die Versuchung in etwas anderem Geiste, und ich werde wiederum versuchen, so gut es geht, zu erzählen, was sich da ergibt, wie die Versuchungsszene sich ereignet hat.

[ 24 ] There was now something within Jesus himself as if he had surrendered his ego to his mother, as if only his physical body, etheric body, and astral body were living within him, governed as it were by cosmic laws. And an inner urge arose within this threefold physicality of Jesus of Nazareth to go to the one he had met in the Essene community—who, like himself, was not a true Essene but had been accepted into the Essene community—to go to John the Baptist. And then, in the event known from the four other Gospels—the baptism—the Christ-being was immersed into the physicality of Jesus of Nazareth, whose ego, connected to his sufferings and his entire being, had been placed into the conversation that had passed into the soul of the mother. This threefold physicality took up the Christ-being, which has often been described to you, and which now lived in these three bodies in place of that other I. And now this Fifth Gospel, which can be gleaned from the Akashic Records, also speaks to us of the temptation following the conception of the Christ-being. However, a glance into the Akashic Records reveals the temptation in a somewhat different spirit, and I will again try, as best I can, to recount what emerges there, how the scene of the temptation took place.

[ 25 ] Es stand, also jetzt können wir sagen der Christus Jesus, zuerst dem Luzifer gegenüber. Und Luzifer stellt tatsächlich durch jenen Vorgang, den der Geistesforscher durchaus begreifen kann, und auch in jener Form, die der Geistesforscher begreifen kann, die Frage, die man natürlich in äußere Worte umsetzen muß, wenn man sie erzählen will, die Frage, die in den anderen Evangelien mitgeteilt ist, die Frage, die eine Versucherfrage ist, die besonders zu dem Hochmut sprechen sollte: Alle Reiche, die du um dich herum siehst —- und Luzifer meinte die Reiche der astralen Welt in ihren Weiten -, sollen dir gehören, wenn du mich als deinen Herrn anerkennst!

[ 25 ] It was—so now we can say, the Christ Jesus—who first stood face to face with Lucifer. And through that process—which the spiritual researcher can certainly comprehend, and in a form that the spiritual researcher can grasp—Lucifer actually poses the question that must, of course, be put into external words if one wishes to recount it; the question that is conveyed in the other Gospels; the question that is a tempting question, intended especially to address pride: All the kingdoms you see around you—and Lucifer meant the kingdoms of the astral world in all their vastness—shall be yours if you acknowledge me as your Lord!

[ 26 ] Diese Frage spricht im richtigen Momente, wenigstens zu einer Menschenwesenheit gestellt, den tiefsten Versuchungsimpuls aus, denn es werden alle Kräfte und Triebe des Hochmutes und der Selbstüberschätzung ausgelöst in der Seele. Man kann sich natürlich nicht gut davon eine Vorstellung machen, wenn man nur mit Abstraktionen an die astrale Welt denkt. Aber wenn man in ihr drinnensteht, dann ist die Wirksamkeit der Kräfte dieser astralen Welt, in der dann Luzifer spricht, auf die ganze Konstitution des Menschen so wirksam, daB alle Dämonen des Hochmuts in ihm losgelassen werden mit derselben Notwendigkeit, wie man hungrig wird, wenn man vier bis fünf Tage nichts gegessen hat. Man kann da nicht sprechen in der harmlosen Weise des physischen Planes: Man solle sich nicht vom Hochmut verblenden lassen. — Das ist schön und gut für den physischen Plan, aber es ist nicht mehr von derselben Wertigkeit, wenn die ganze astrale Welt auf die Konstitution des Menschen einstürmt. Aber der Christus Jesus widerstand der Versuchung des Luzifer. Dem Hochmute konnte diese Wesenheit nicht verfallen. Er wies Luzifer zurück.

[ 26 ] When posed at the right moment—at least to a human being—this question expresses the deepest impulse of temptation, for it triggers all the forces and impulses of pride and overconfidence within the soul. Of course, it is difficult to grasp this fully if one thinks of the astral world only in abstract terms. But when one is immersed in it, the power of this astral world—in which Lucifer then speaks—affects the entire constitution of the human being so profoundly that all the demons of pride are unleashed within him with the same inevitability as one becomes hungry after going four or five days without food. One cannot speak here in the harmless manner of the physical plane: One should not allow oneself to be blinded by pride. — That is all well and good for the physical plane, but it no longer holds the same value when the entire astral world storms the human constitution. But Christ Jesus resisted the temptation of Lucifer. This being could not succumb to pride. He rejected Lucifer.

[ 27 ] Ich möchte hier eine Einschaltung machen. Es ist im allgemeinen leicht möglich, beim Lesen in der Akasha-Chronik die Reihenfolge zu verwechseln. Ich glaube, die Reihenfolge bei der sogenannten Versuchung ist so, wie sie mir richtig zu sein scheint. Es könnte aber sein, daß sie umgekehrt wäre. Ich glaube das nicht, könnte aber nicht sagen, daß sich bei einem späteren Verifizieren nicht die umgekehrte Reihenfolge ergeben könnte. Daher möchte ich durchaus darauf aufmerksam machen, daß ich Ihnen bei diesen Mitteilungen aus der Akasha-Chronik nichts anderes erzähle, als was sich wirklich ergibt. Daher mache ich an den Stellen, wo sich Unsicherheit ergibt, darauf aufmerksam, daß hier später eine Korrektur möglich sein könnte.

[ 27 ] I would like to make a comment here. It is generally quite easy to get the order mixed up when reading the Akashic Records. I believe the order of the so-called temptation is as it seems correct to me. However, it could be that it is the other way around. I do not believe that to be the case, but I cannot say that a later verification might not reveal the reverse order. Therefore, I would like to emphasize that in these messages from the Akashic Records, I am telling you nothing other than what actually emerges. For this reason, in places where uncertainty arises, I point out that a correction may be necessary later on.

[ 28 ] Nachdem also die erste luziferische Attacke abgeschlagen war, traten nun Luzifer und Ahriman vereint auf. Vereint stellten sie an den Christus Jesus die Frage von dem Sich-Herabstürzen tief in den Abgrund hinein. Das war eine Frage, die an den Stolz gestellt war. Auf einem besonderen Umwege sollte zum Stolz, zum Sich-erhabenFühlen über alle Furcht, diese Frage gestellt werden. Der Christus Jesus wies die Frage zurück. Er war nicht zu versuchen, indem man an seinen Stolz herantrat, womit in diesem Falle das Sich-erhabenDünken über die Furcht gemeint war. Luzifer mußte jetzt weichen, von ihm ablassen.

[ 28 ] So, after the first Luciferic attack had been repelled, Lucifer and Ahriman now acted in unison. Together, they posed the question to Christ Jesus about casting himself down into the depths of the abyss. This was a question directed at his pride. Through a particular detour, this question was to be posed to pride—to the feeling of being exalted above all fear. Christ Jesus rejected the question. He could not be tempted by an appeal to his pride, which in this case meant the feeling of being exalted above fear. Lucifer now had to withdraw, to let him go.

[ 29 ] Ahriman blieb zurück, und er stellte die dritte Frage, die wiederum auch im Fünften Evangelium mit der Frage in den anderen Evangelien übereinstimmt, die Frage, die sich darauf bezieht, daß die Steine zu Brot werden sollten. Wenn der Christus wirklich die Macht habe, so sollte er die Steine zu Brot werden lassen. Und siehe da: dieser Frage gegenüber blieb ein unbeantworteter Rest. Nicht ganz vermochte der Christus Jesus diese Frage dem Ahriman zu beantworten, und Ahriman zog nicht vollständig besiegt ab. Das zeigt uns allerdings die Akasha-Chronik-mäßige Betrachtung dieser Sache. Und der Christus Jesus wußte: bezüglich Ahrimans bleibt ein Rest, der nicht durch einen solchen inneren geistigen Vorgang zu überwinden ist, sondern zu dem andere Dinge noch notwendig sind.

[ 29 ] Ahriman remained behind, and he asked the third question, which again corresponds in the Fifth Gospel to the question in the other Gospels—the question regarding the stones turning into bread. If Christ truly had the power, he should turn the stones into bread. And behold: in the face of this question, a remnant remained unanswered. Christ Jesus was not quite able to answer this question posed by Ahriman, and Ahriman did not depart completely defeated. This, however, is what the Akashic Records-based view of this matter reveals to us. And Christ Jesus knew: with regard to Ahriman, a remnant remains that cannot be overcome by such an inner spiritual process, but for which other things are still necessary.

[ 30 ] Ich möchte in einer vielleicht trivialen Weise einmal versuchen, dies auseinanderzusetzen. Wir werden uns dadurch aber leichter darüber verständigen können, um was es sich handelt. Ahriman ist eigentlich der Herr der Welt der materiellen Gesetze. Wenn die Münchner Vorträge aus diesem Jahre einmal gedruckt sein werden, dann wird man die ganze Welt des Ahriman noch deutlicher durchschauen. Ahriman ist der Herr der materiellen Gesetze, jener Gesetze, welche in der Tat nur vergeistigt werden können, nachdem die gesamte Erdentwickelung abgelaufen sein wird, jener Gesetze, die tätig bleiben, die wirksam bleiben. Ahriman ist der rechtmäßige Herr der materiellen Gesetze. Würde er diese Herrschaft nicht mißbrauchen, nicht auf etwas anderes ausdehnen, so wäre er eine in seiner Art einzig notwendige Wesenheit innerhalb der Erdentwickelung. Aber das gilt doch, was in dem kosmischen Vaterunser steht: «Von andern erschuldete Selbstheitschuld, erlebet im täglichen Brote, in dem nicht waltet der Himmel Wille.» Es gilt das, daß der Mensch in seinem Erdenleben an die materiellen Gesetze gebunden ist, und daß er die unmittelbare Vergeistigung dessen, was aus den materiellen Gesetzen kommt, nicht durch einen bloß inneren, seelischen Vorgang erreichen kann, sondern daß dazu Äußeres notwendig ist. Alles, was mit reich und arm zusammenhängt, hängt mit dieser Frage zusammen. Alles, was uns einspinnt in eine soziale Ordnung, so daß wir unter dem Joch von Gesetzen sind, die wir nur im Gesamtverlaufe der Erdentwickelung vergeistigen können, gehört da herein. Und damit hängt zusammen — wie gesagt, ich muß etwas Triviales sagen, das Triviale ist aber nicht so gemeint -, daß in die soziale Ordnung nach und nach die Herrschaft alles dessen einzieht, was man als Geld bezeichnen kann, die Herrschaft des Geldes, welches unmöglich macht, unmittelbar in geistdurchwirkten Gesetzen zu leben. Jeder versteht ja, was mit so etwas gemeint ist. Aber dadurch, daß die Unmöglichkeit besteht, «Steine zu Brot» zu machen, die Unmöglichkeit, das Geistige in der Materie unmittelbar zu haben, unabhängig vom Materiellen, dadurch daß diese Unmöglichkeit da ist, und ihr Spiegelbild, die Herrschaft des Geldes da ist, dadurch hat Ahriman die Herrschaft. Denn im Gelde lebt ja sozial auch Ahriman.

[ 30 ] I would like to try to explain this in a way that may seem trivial. However, this will make it easier for us to understand what this is all about. Ahriman is actually the lord of the world of material laws. Once this year’s Munich lectures are published, the whole world of Ahriman will become even clearer. Ahriman is the lord of material laws—those laws that can in fact only be spiritualized after the entire course of Earth’s development has run its course, those laws that remain active, that remain effective. Ahriman is the rightful lord of the material laws. If he did not abuse this dominion, did not extend it to something else, he would be a being of a kind that is uniquely necessary within Earth’s evolution. But what is written in the Cosmic Lord’s Prayer still holds true: “The guilt of selfhood incurred by others, experienced in daily bread, in which the will of heaven does not reign.” It is true that in his earthly life, man is bound by material laws, and that he cannot achieve the immediate spiritualization of what arises from these material laws through a merely inner, soul-based process, but that external factors are necessary for this. Everything connected with rich and poor is related to this question. Everything that entangles us in a social order, so that we are under the yoke of laws that we can only spiritualize in the overall course of Earth’s development, belongs here. And connected to this—as I said, I must say something trivial, but the trivial is not meant that way—is that the social order is gradually taken over by the dominion of everything that can be called money, the dominion of money, which makes it impossible to live directly within laws permeated by the spiritual. Everyone understands, of course, what is meant by such a thing. But because of the impossibility of “turning stones into bread,” the impossibility of having the spiritual directly within matter, independent of the material—because this impossibility exists, and its mirror image, the rule of money, exists—thereby Ahriman holds sway. For in money, socially speaking, Ahriman also lives.

[ 31 ] Es mußte aus der Ahriman gegenüber unbeantwortet gebliebenen Frage bei dem Christus Jesus das Ideal entstehen, nun in die Erdentwickelung sich auszugießen und nach und nach langsam in der ganzen weiteren Erdentwickelung zu wirken. Das konnte nicht bloß seelisch abgemacht werden. Es mußte die ganze folgende Erdentwickelung durchchristet werden! Der Christus mußte übergehen in die Erdentwickelung. Ahriman hatte die Gewalt, dem Christus die Notwendigkeit aufzuerlegen, wirklich sich mit der Erde zu verbinden. Daher durchsetzte er später den Judas, und durch den Judas hatte er das Medium, um den Christus wirklich zum Tode zu führen. Und durch den Tod ging die Christus-Wesenheit über in die Erdenwesenheit. Was Judas tat, war die nicht voll beantwortete Frage des Ahriman. Die Luziferversuchung konnte innerlich seelisch abgemacht werden. Die Luziferversuchung muß jede Seele in sich selber abmachen. Ahrimans Art ist so, daß er überwunden wird in der ganzen folgenden geschichtlichen Menschheitsentwickelung, indem sich die Menschen immer mehr durchdringen und identifizieren mit der Christus-Wesenheit.

[ 31 ] From the question posed by Ahriman—which remained unanswered—the ideal had to arise within Christ Jesus to now pour itself into the development of the Earth and gradually, slowly, to work throughout the entire future course of Earth’s evolution. This could not be accomplished merely on a spiritual level. The entire subsequent development of the Earth had to be permeated by Christ! Christ had to pass into the development of the Earth. Ahriman had the power to impose upon Christ the necessity of truly uniting with the Earth. Therefore, he later possessed Judas, and through Judas he had the means to truly lead Christ to death. And through death, the Christ-being passed into the Earth-being. What Judas did was the question posed by Ahriman that had not been fully answered. The Luciferic temptation could be overcome inwardly and spiritually. Every soul must overcome the Luciferic temptation within itself. Ahriman’s nature is such that he is overcome throughout the entire subsequent historical development of humanity, as human beings increasingly permeate themselves with and identify with the Christ-being.

[ 32 ] Man schaut da in der Tat auf ein tiefes Geheimnis der historischen Entwickelung nach dem Mysterium von Golgatha, wenn man diese dritte, dem Ahriman nicht vollständig beantwortete Frage AkashaChronik-mäßig ins Auge faßt. Darin liegt schon alles. Und’der Christus wußte jetzt, daß er sich vollständig verbinden müsse mit dem Erdenleibe, daß er wirklich ganz Mensch werden müsse.

[ 32 ] When one considers this third question—to which Ahriman has not fully responded—from the perspective of the Akashic Records, one is indeed looking at a profound mystery of historical development following the Mystery of Golgotha. Everything is already contained therein. And Christ now knew that he must fully unite himself with the earthly body, that he must truly become fully human.

[ 33 ] Dieses Menschwerden war nun die Quelle von weiterem, dreijährigem Leiden. Denn nicht gleich - so sagt uns die Beobachtung des Fünften Evangeliums in der Akasha-Chronik -, nicht gleich wurde die Christus-Wesenheit vollständig eins mit den drei Leibern des Jesus von Nazareth. Anfangs können wir erkennen, wenn wir den Christus Jesus auf der Erde wandeln sehen, wie die drei Leiber zwar durchsetzt sind von der Christus-Wesenheit, daß aber diese Christus-Wesenheit nicht vollständig darinnen ist, wie ein anderes Ich in einem Menschen drinnen ist, sondern sie hat diese drei Leiber wie eine mächtige Aura nur schwach angefaßt. Denn es ist möglich und hat unzählige Male stattgefunden, daß die Leiblichkeit dieses Christus Jesus irgendwo wat, sich irgendwo aufhielt in der Einsamkeit oder bei anderen Leuten, aber der Christus war weit weg, ging als Geistwesenheit im Lande herum. Nicht immer, wenn der Christus da oder dort erschien, dem einen oder dem anderen Apostel erschien, nicht immer war dann diese Geistwesenheit in dem physischen Leibe des Christus Jesus dabei. Er erschien schon damals in einem Geistleibe, der so stark war, daß man ihn immer als eine physische Gegenwart empfand. Was vom Zusammensein der Jünger mit dem Christus geredet wird, das ist nach dem Fünften Evangelium nicht immer ein Zusammensein im physischen Leibe, sondern oft nur die bis zur physischen Gegenwart sich hinaufsteigernde visionäre Art des Zusammenseins.

[ 33 ] This incarnation was now the source of a further three years of suffering. For, as the Fifth Gospel in the Akashic Records tells us, the Christ-being did not immediately become completely one with the three bodies of Jesus of Nazareth. At first, when we see Christ Jesus walking on Earth, we can recognize that while the three bodies are permeated by the Christ-being, this Christ-being is not fully within them, as another “I” is within a human being, but rather it has only weakly touched these three bodies, like a powerful aura. For it is possible, and has happened countless times, that the physical body of this Christ Jesus was in one place, staying somewhere in solitude or among other people, but the Christ was far away, wandering through the land as a spiritual being. Not always, when the Christ appeared here or there, appeared to one or another apostle, was this spiritual being present in the physical body of Christ Jesus. Even back then, he appeared in a spiritual body that was so strong that one always perceived him as a physical presence. What is spoken of regarding the disciples’ being together with Christ is, according to the Fifth Gospel, not always a being together in the physical body, but often only the visionary kind of being together that rises up to the level of physical presence.

[ 34 ] Das ist das Eigentümliche, daß sich in der ersten Zeit in der Tat nur etwas wie ein lockeres Zusammensein ergab zwischen dem Christus und der Leiblichkeit des Jesus von Nazareth. Aber das wurde immer dichter und dichter. Immer mehr mußte sich die ChristusWesenheit hineinsenken und verbinden mit den Leibern des Jesus von Nazareth. Doch erst gegen das Ende der drei Jahre wurde sozusagen aus der Christus-Wesenheit und den Leibern des Jesus von Nazareth eine Einheit, vollständig erst beim Kreuzestode, unmittelbar vor dem Kreuzestode. Aber dieses Sich-Vereinigen mit dem menschlichen Leibe war sukzessives, immer zunehmendes Leiden. Die umfassende, universelle Geistwesenheit des Christus konnte sich nur unter unsäglichen Leiden mit dem Leibe des Jesus von Nazareth vereinigen. Diese Leiden dauerten noch drei Jahre.

[ 34 ] The peculiar thing is that, in the early days, there was indeed only something like a loose connection between the Christ and the physical body of Jesus of Nazareth. But this connection grew ever closer and closer. The Christ-being had to sink deeper and deeper into, and unite with, the bodies of Jesus of Nazareth. Yet it was not until toward the end of the three years that the Christ-being and the bodies of Jesus of Nazareth became, so to speak, a unity—a unity that was only complete at the moment of death on the cross, immediately before the crucifixion. But this uniting with the human body was a process of successive, ever-increasing suffering. The all-encompassing, universal spiritual essence of Christ could unite with the body of Jesus of Nazareth only through unspeakable suffering. This suffering lasted another three years.

[ 35 ] Man wird, wenn man das erschaut, wahrhaftig nicht sentimental, denn der Eindruck, den man aus der geistigen Welt wahrnimmt, hat nichts von Sentimentalität. Es gibt wohl kaum einen Eindruck, der sich an Leiden vergleichen ließe mit dem Einswerden der ChristusWesenheit mit der Leiblichkeit des Jesus von Nazareth. Und man lernt erkennen, was ein Gott leiden mußte, damit die altgewordene Menschheit eine neue Verjüngung erleben konnte, damit der Mensch fähig werden konnte, von seinem Ich völlig Besitz zu ergreifen.

[ 35 ] When one beholds this, one truly does not become sentimental, for the impression one perceives from the spiritual world has nothing to do with sentimentality. There is scarcely any experience of suffering comparable to the union of the Christ Being with the physical body of Jesus of Nazareth. And one comes to realize what a God had to suffer so that humanity, having grown old, might experience a new rejuvenation, so that human beings might become capable of taking full possession of their own I.

[ 36 ] Diese Entwickelung war so, daß, als sich schon einzelne Jünger um den Christus Jesus versammelt hatten, der Christus Jesus zuweilen im physischen Leibe mit den Jüngern vereint war, aber als Geistwesenheit selbstverständlich für alle nur mit physischen Augen Sehenden unsichtbar, so daß nur die Jünger durch die Art, wie er sie mit sich verbunden hatte, von ihm wußten, ihn unter sich wußten.

[ 36 ] This development was such that, when individual disciples had already gathered around Christ Jesus, Christ Jesus was at times united with the disciples in the physical body, but as a spiritual being he was, of course, invisible to all who see only with physical eyes, so that only the disciples knew of him and recognized him among themselves because of the way he had bound them to himself.

[ 37 ] Aber etwas sehr Eigentümliches zeigt jetzt die Akasha-Forschung des Fünften Evangeliums. Insbesondere in der ersten Zeit während der drei Jahre sprach der Christus Jesus sehr wenig. Er wirkte. Und er wirkte durch seine bloße Gegenwart. Ich werde darüber noch zu sprechen kommen. Durch die besondere Art, wie hier die ChristusWesenheit mit der Leiblichkeit des Jesus von Nazareth verbunden war, gingen Wirkungen von ihm zu anderen Menschen aus, die sonst nicht in der Erdentwickelung da waren, und deren Abglanz man mit einem ganz ungeeigneten oder heute schlecht verstandenen Worte «Wunder» nennt. Solche Wirkungen gingen von ihm aus durch die Zusammensetzung der Wesenheit. Davon ein nächstes Mal. Was ich aber jetzt sagen will, ist etwas ganz Eigentümliches.

[ 37 ] But the Akashic research of the Fifth Gospel now reveals something very peculiar. Especially in the early days, during those three years, Christ Jesus spoke very little. He worked. And he worked through his mere presence. I will return to this later. Through the special way in which the Christ-being was connected here with the physical body of Jesus of Nazareth, effects radiated from him to other human beings who were not otherwise present in Earth’s evolution, and whose reflection is called, using a completely inappropriate or today poorly understood word, “miracles.” Such effects emanated from him through the composition of his being. More on that next time. But what I want to say now is something quite peculiar.

[ 38 ] Man sieht herumgehen die Schar der Jünger, hat bei manchem Eindruck ganz entschieden das Bewußtsein: Jetzt ist auch der physische Leib des Jesus von Nazareth unter den Jüngern. — Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Christus Jesus in der Einsamkeit mit seinen Jüngern herumgeht. Aber man hat oftmals auch den Eindruck: Die leibliche Persönlichkeit des Jesus von Nazareth ist weit weg, die Jünger aber haben das Bewußtsein, sie gehen herum, und unter ihnen ist die Christus-Wesenheit. Aber sie kann — und das ist das Merkwürdige — dutch jeden der Jünger sprechen, abwechselnd durch den einen oder den anderen. Und während der eine oder der andere spricht, ist für die Zuhörenden aus dem Volke die ganze Physiognomie des Sprechenden verändert, wie geheiligt, alles ist anders. Wie transfiguriert ist immer einer unter ihnen, und gegen die letzten Zeiten immer ein anderer. Es hatte sich durch die mannigfaltigsten Verhältnisse das Bewußtsein verbreitet: Da ist jemand, der das Volk aufrüttelt, der etwas verbreitet, was die leitenden Juden der damaligen Zeit nicht haben wollten. Aber man wußte nicht, wer es ist. Es sprach einmal aus diesem, einmal aus jenem. Daher, so erzählt uns die Akasha-Chronik, war der Verrat des Judas notwendig.

[ 38 ] One sees the group of disciples walking about, and in certain moments one has the distinct impression: Now the physical body of Jesus of Nazareth is also among the disciples. — This is especially the case when Christ Jesus walks about in solitude with his disciples. But one often also has the impression: The physical personality of Jesus of Nazareth is far away, yet the disciples are aware that they are walking about, and among them is the Christ-being. But it can—and this is the remarkable thing—speak through each of the disciples, alternately through one or the other. And while one or the other is speaking, the entire countenance of the speaker is transformed for the listeners among the people, as if sanctified; everything is different. One among them is always transfigured, and toward the end of that time, always another. Through the most varied circumstances, the awareness had spread: There is someone who stirs up the people, who spreads something that the leading Jews of that time did not want. But no one knew who it was. It spoke once through this one, once through that one. Therefore, as the Akashic Records tell us, Judas’ betrayal was necessary.

[ 39 ] Ich selbst muß gestehen: Die Frage, warum der Verrat des Judas notwendig war, warum ernsthaftig notwendig ist, daß jemand, der es wissen konnte aus dem Kreise der Jünger, durch den Judas-Kuß wie mit den Fingern darauf hindeutete: «Dieser ist es!», das erschien mir eigentlich immer als eine sonderbare Mitteilung, bis ich wußte, daß man es wirklich nicht wissen konnte, welcher von ihnen es war, um den es sich handelte, weil er durch jeden sprechen konnte; so daß man, auch wenn er im Leibe unter ihnen war, es an dem Leibe nicht erkennen konnte. Denn es konnte jeder für ihn gehalten werden, je nachdem er durch den einen oder den anderen sprach. Und jeder sprach! Erst als einer, der es wußte, als der Christus Jesus wirklich im Leibe unter ihnen war, den Juden sagte: Dieser ist es! — erst dann konnte man ihn ergreifen.

[ 39 ] I must admit: The question of why Judas’ betrayal was necessary—why it was absolutely essential that someone from among the disciples who could have known the truth should, through the kiss of Judas, point to him as if with a finger: “This is the one!”—that actually always seemed to me like a strange statement, until I realized that one really could not know which of them it was, because he could speak through anyone; so that even when he was physically among them, one could not recognize him by his physical appearance. For anyone could be taken for him, depending on whether he spoke through one person or another. And everyone spoke! Only when one who knew—when Christ Jesus was truly present among them in the flesh—said to the Jews, “This is the one!”—only then could they seize him.

[ 40 ] Es war wirklich eine Erscheinung ganz eigener Art, die sich damals im Schwerpunkt, im Mittelpunkt der Erdentwickelung vollzog. Ich habe verschiedentlich mehr theoretisch davon gesprochen, wie die Menschheit einen Abstieg und einen Aufstieg erlebt, wie einmal dieser Christus-Impuls Platz gegriffen hat innerhalb der Menschheit, wie an deren Schwerpunkt. Da bekommen wir gewissermaßen den Eindruck von der wesentlichen Bedeutung des Christus-Impulses für die Erdentwickelung. Wir bekommen den Eindruck dadurch, daß wir die Sache so charakterisieren, was im Ganzen der Erdentwickelung dieser Impuls gerade ist. Ich glaube nicht, wenn wir jetzt gleichsam Stück für Stück, rein erzählend, darstellen, wie sich die Dinge der Anschauung darbieten, daß auf unsere Gemüter die Ereignisse, die rein erzählend dargestellt werden, einen geringeren Eindruck machen würden. Ich glaube nicht, daß irgend etwas von jenen Angaben, die gemacht worden sind über die einschneidende Bedeutung des Christus-Impulses, herabgestimmt wird, wenn wir sehen, was der Jesus von Nazareth erlebt hat, als der Zarathustra in seinem Leibe war, wie er erwuchs mit seinem Leiden und dem ganzen Wohlwollen, das aus diesem Leiden floß, so daß die Zarathustra-Ichheit gebunden war an die Worte, die sie zur Mutter sprach und in diesen Worten sich selber verließ. |

[ 40 ] It was truly a phenomenon of a very special kind that took place at that time at the focal point, at the center of Earth’s evolution. I have spoken about this on various occasions in more theoretical terms—how humanity experiences a descent and an ascent, how this Christ impulse once took hold within humanity, as it were, at its very center. This gives us, so to speak, an impression of the essential significance of the Christ impulse for Earth’s development. We gain this impression by characterizing what this impulse actually is within the whole of Earth’s development. I do not believe that if we now describe, piece by piece, in a purely narrative manner, how things present themselves to our perception, the events presented in this purely narrative way would make a lesser impression on our minds. I do not believe that any of the statements made regarding the profound significance of the Christ impulse would be diminished if we see what Jesus of Nazareth experienced when Zarathustra was in his body, how he grew through his suffering and the goodwill that flowed from this suffering, so that the Zarathustra-I was bound to the words it spoke to the mother and, in these words, surrendered itself. |

[ 41 ] Wenn wir dann erfahren, wie in dieses Jesus-Wesen, das durch das Gespräch mit der Mutter so von sich selber frei geworden war, die Christus-Wesenheit sich hineingesenkt hat, wie diese Christus-Wesenheit gerungen hat mit Ahriman und Luzifer, und wie sich aus diesen Leiden alles Folgende entwickelt, wenn wir diese Einzelheiten hinstellen, so glaube ich, sind sie im vollsten Sinne eine Bestätigung dessen, was sich aus der Geistesforschung in großen Linien ergibt. Und so schwer es ist, gerade in der Gegenwart rückhaltlos von diesen Dingen zu sprechen, so muß es betrachtet werden als eine wirkliche Verpflichtung, einzelnen Seelen zu geben, was immer notwendiger und notwendiger sein wird zur Entwickelung der Seelen gegen die Zukunft hin. Deshalb bitte ich noch einmal, diese Dinge mit Pietät hinzunehmen und zu bewahren.

[ 41 ] When we then learn how the Christ-essence sank into this Jesus-being—who had become so free of himself through his conversation with his mother—and how this Christ-essence struggled with Ahriman and Lucifer, and how everything that follows developed out of these sufferings—when we present these details, I believe they are, in the fullest sense, a confirmation of what emerges in broad outlines from spiritual research. And as difficult as it is, especially in the present, to speak unreservedly of these things, it must be regarded as a genuine obligation to give individual souls what will become ever more necessary for the development of souls as we look toward the future. Therefore, I ask once again that these things be received and preserved with reverence.