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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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Christ and the Spiritual World
The Search for the Holy Grail
GA 149

2 January 1914, Leipzig

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Sechster Vortrag

Sixth Lecture

[ 1 ] Ich habe gestern versucht, das, was ich vorzubringen hatte über das Mysterium des Gral und was damit zusammenhängt, so darzustellen, daß anschaulich würde, wie die Dinge nach und nach sich der suchenden Seele ergeben. Ich habe nicht zurückgehalten mit den verschiedenerlei Dingen, die dabei durchzumachen sind, bevor die suchende Seele das findet, was man das Forschungsresultat aus der geistigen Welt nennen kann. Ich weiß natürlich sehr gut, daß gerade die so sehr an der Oberfläche bleibende moderne Seelenkunde oder Psychologie, wenn sie solchen Darstellungen begegnet, das Allermöglichste oder vielmehr Allerunmöglichste wird einzuwenden haben. Und ich kenne ganz gut alles das, was an Bedenken von dieser Seite erhoben werden kann, weiß sehr gut, welche kuriosen Behauptungen über allerlei Gesetze und Ideenassoziationen und unterbewußte Vorstellungen vorgebracht werden können. Dennoch habe ich, gerade im Bewußtsein von alledem, einmal ungeschminkt diese Darstellung gegeben, weil für Sie, meine lieben anthroposophischen Freunde, gerade wichtig sein soll, sich klarzumachen, daß die Resultate, zu denen man da in der Geistesforschung zu kommen hat, erst nach Überwindung all der Dinge zu erreichen sind, von denen ich gestern gesagt habe, daß sie sich in den Weg stellen. Und das letzte Resultat der Geistesforschung, das ja nach dem oftmals erwähnten Lebensgesetz sehr wohl als Wirklichkeit sich ergeben kann, ist kein Ergebnis zusammengedachter Ideen, wie einer glauben könnte, sondern diese Ideen sind das, was wie die Boten hinführt zum letzten Resultate und was nichts zu tun hat mit diesem Resultate selbst. Ich wollte diese Worte nur vorausschicken, weil ja die neuesten Publikationen zeigen, daß es immer wieder vorkommt, daß selbst diese Darstellungen, wenn sie in der Weise gedruckt werden wie unsere Zyklen, Außenstehenden in die Hände gegeben werden und diese dann die allerunsinnigsten Bemerkungen über solche Darstellungen machen, dabei natürlich weidlich davon Gebrauch machen, die Dinge aus dem Zusammenhang heraus zu zitieren und dergleichen. Es ist ja — lassen Sie mich das auch sagen, ohne im geringsten unbescheiden sein zu wollen — es ist ja schon einmal durch unsere anthroposophische Bewegung der Zeitpunkt gekommen, wo der eine oder der andere glauben kann, mit der Bekämpfung unserer Sache Geschäfte machen zu können. Und da ist ja bekanntlich gar manches Mittel recht, wenn es sich um solches handelt.

[ 1 ] Yesterday I tried to present what I had to say about the Mystery of the Grail and related matters in such a way that it would become clear how things gradually reveal themselves to the seeking soul. I did not hold back on the various things that must be gone through before the seeking soul finds what might be called the result of research from the spiritual world. I am, of course, well aware that modern psychology, which remains so very much on the surface, will have every possible—or rather, every impossible—objection when it encounters such descriptions. And I am quite familiar with all the objections that can be raised from this side; I know very well what curious assertions can be put forward regarding all sorts of laws, associations of ideas, and subconscious mental images. Nevertheless, precisely because I am aware of all this, I have presented this account unvarnished, because it is especially important for you, my dear anthroposophical friends, to realize that the results one arrives at in spiritual research can only be attained after overcoming all those things I mentioned yesterday as standing in the way. And the final result of spiritual research, which, according to the often-mentioned law of life, can very well emerge as reality, is not the result of ideas put together, as one might believe, but rather these ideas are what, like messengers, lead to the final result and have nothing to do with the result itself. I wanted to preface these words simply because the latest publications show that it happens time and again that even these presentations, when printed in the manner of our cycles, fall into the hands of outsiders, who then make the most absurd remarks about such presentations, while of course taking full advantage of quoting things out of context and the like. It is, after all—let me say this without wishing to be in the least immodest—it is, after all, a fact that through our anthroposophical movement the time has come when one or the other may believe they can make a business out of opposing our cause. And as is well known, in such cases, any means are deemed acceptable.

[ 2 ] Ich habe davon gesprochen, daß die Schrift am Himmel wirklich zu finden ist, welche nicht etwa der Gral selbst ist, welche auch nicht den Gral selbst gibt. Ich habe ausdrücklich betont — und solche Betonungen bitte ich durchaus ernst zu nehmen —, der Name des Gral wird durch die Schrift am Himmel gefunden, nicht der Gral selber. Ich habe darauf hingewiesen, daß sich ergibt in der goldglänzenden Mondessichel, die am Himmel steht und aus der sich heraushebt, wie jeder durch genaue Beobachtung sehen kann, der dunkle Teil des übrigen Mondes, von dem die goldglänzende Sichel wie abgegrenzt ist —, daß sich da in okkulter Schrift der Name Parzival ergibt.

[ 2 ] I have spoken of the fact that the writing in the sky can indeed be found, which is not the Grail itself, nor does it reveal the Grail itself. I have expressly emphasized—and I ask that such emphases be taken very seriously—that the name of the Grail is found through the writing in the sky, not the Grail itself. I have pointed out that the dark portion of the rest of the moon, from which the golden crescent appears to be set apart—as anyone can see through careful observation—is revealed in the golden crescent of the moon standing in the sky, and that the name Parzival appears there in occult script.

[ 3 ] Nun muß ich, bevor wir in unserer Betrachtung weiterschreiten und versuchen werden, diese Figur am Himmel zu interpretieren, auf ein wichtiges Gesetz aufmerksam machen, auf eine wichtige Tatsache. Dasjenige, was hier als die goldglänzende Sichel entsteht, entsteht ja dadurch, daß die physischen Sonnenstrahlen auf den Mond auftreffen. Weil die Sonne von hierher scheint, beleuchtet sie den Mond auf dieser Seite, und der beleuchtete Teil erscheint als die goldglänzende Schale. In ihr ruht die dunkle Hostie: physisch, der unbeleuchtete Teil, der dunkel bleibende Teil, wohin die Sonnenstrahlen nicht dringen können; geistig noch etwas anderes. Wenn die Sonnenstrahlen auf den einen Teil des Mondes auffallen und goldglänzend zurückgeworfen werden, so geht trotzdem etwas durch die physische Materie durch. Das, was durchgeht, ist das in den Sonnenstrahlen lebende Geistige. Die geistige Kraft der Sonne wird nicht so wie die physische Kraft der Sonne aufgehalten und strahlt zurück. Sie geht durch, und indem sie durch die Kraft des Mondes aufgehalten wird, sehen wir gerade in dem, was hier in der Goldschale ruht, in Wirklichkeit die geistige Kraft der Sonne. So daß wir sagen können: In dem dunklen Teile des Mondes, den wir da sehen, schauen wir die geistige Kraft der Sonne. In dem goldglänzenden Teil, in dem Schalenteil, sehen wir die physische Kraft der Sonne, die als Strahlenkraft zurückgeworfen wird. Der Geist der Sonne ruht in der Schale der physischen Kraft der Sonne, wenn wir die Sonne also ansehen. So daß der Sonnengeist in Wahrheit ruht in der Mondenschale. Und jetzt nehmen wir alles zusammen, was wir über diesen Sonnengeist und seine Beziehung zum Christus jemals gesprochen haben, und es wird uns das als ein wichtiges Symbolum erscheinen, was der Mond physisch tut. Dadurch, daß er die Sonnenstrahlen zurückwirft und so die goldglänzende Schale hervorbringt, erscheint er uns als der Träger des Sonnengeistes: dieser ist drinnen in Form der hostienartigen Scheibe.

[ 3 ] Now, before we proceed with our discussion and attempt to interpret this figure in the sky, I must draw your attention to an important law, to an important fact. What appears here as the golden crescent is created by the physical rays of the sun striking the moon. Because the sun shines from this direction, it illuminates the moon on this side, and the illuminated part appears as the golden crescent. Within it rests the dark host: physically, the unlit part, the part that remains dark, where the sun’s rays cannot penetrate; spiritually, something else still. When the sun’s rays strike one part of the moon and are reflected back as a golden glow, something nevertheless passes through the physical matter. What passes through is the spiritual element living within the sun’s rays. The spiritual power of the sun is not held back like the physical power of the sun and reflected back. It passes through, and because it is held back by the power of the moon, we see, precisely in what rests here in the golden shell, the spiritual power of the sun in reality. So that we can say: In the dark part of the moon that we see there, we behold the spiritual power of the sun. In the golden-shining part, in the bowl-like part, we see the physical power of the sun, which is reflected back as radiant power. The spirit of the sun rests in the bowl of the sun’s physical power when we look at the sun. So that the sun spirit truly rests in the moon’s bowl. And now let us take together everything we have ever spoken of regarding this solar spirit and its relationship to Christ, and what the moon does physically will appear to us as an important symbol. By reflecting the sun’s rays and thus producing the golden-shining shell, it appears to us as the bearer of the solar spirit: this is contained within in the form of the host-like disk.

[ 4 ] Und nun erinnern wir uns daran, daß in der Parzivalsage betont wird, daß an jedem Karfreitag, also zum ÖOsterfeste, vom Himmel herunterkommt die Hostie, in den Gral versenkt wird, erneuert wird, wie eine Verjüngungsnahrung in den Gral versenkt wird am Osterfest, wo von neuem auch Parzival durch den Klausner hingewiesen wird zum Gral, durch den Einsiedler, — am Österfest, dessen Bedeutung für den Gral auch durch Wagners Parzival der Menschheit wiederum nahegelegt worden ist.

[ 4 ] And now let us recall that the Parzival saga emphasizes that every Good Friday, that is, at Easter, the Host descends from heaven, is immersed in the Grail, and is renewed, just as a rejuvenating food is immersed in the Grail at Easter, when Parzival is once again directed toward the Grail by the hermit—at Easter, whose significance for the Grail has also been brought to humanity’s attention once more through Wagner’s Parzival.

[ 5 ] Nun erinnern wir uns, daß in Gemäßheit einer alten Tradition, einer jener Traditionen, welche zu dem gehören, was ich gestern angedeutet habe: zu dem in den Untergründen der Seele vor sich gehenden Fortwirken des Christus-Impulses, — daß in Gemäßheit dieser Tradition die Festsetzung des Osterfestes geschieht. Auf welchen Tag ist denn das Osterfest festgesetzt? Wenn die Frühlingssonne, also die in ihrer Kraft zunehmende Sonne — unser Symbolum für den Christus — ihren Tag, ihren Sonntag hat nach dem Frühlingsvollmond. Wie steht denn nun der Frühlingsvollmond am Himmel zum Osterfest? Wie muß er immer am Himmel stehen zum Österfest? Nun, er muß beginnen, zum mindesten ein wenig, wenn er Vollmond war, Sichel zu werden. Etwas muß sichtbar werden von diesem dunklen Teile, etwas von dem Sonnengeiste, der seine Frühlingskraft bekommen hat, muß drinnen sein. Das heißt: nach einer alten Tradition muß am Osterfest dieses Bild des heiligen Gral am Himmel erscheinen. So muß es sein. Es kann also jeder das Bild des heiligen Gral am Osterfest schauen. Dazu ist das Osterfest nach einer uralten Tradition in entsprechender Weise eingesetzt.

[ 5 ] Now let us recall that, in accordance with an ancient tradition—one of those traditions that belong to what I alluded to yesterday: the continuing work of the Christ impulse taking place in the depths of the soul—it is in accordance with this tradition that the date of Easter is determined. On which day, then, is Easter set? When the spring sun—that is, the sun growing in strength, our symbol of Christ—has its day, its Sunday, following the spring full moon. How, then, does the spring full moon stand in the sky at Easter? How must it always stand in the sky at Easter? Well, it must begin, at least a little, to become a crescent once it has been full. Something must become visible of this dark part; something of the sun spirit, which has received its spring power, must be within it. That is to say: according to an ancient tradition, this image of the Holy Grail must appear in the sky on Easter. So it must be. Thus, everyone can see the image of the Holy Grail on Easter. For this reason, Easter has been established in the appropriate manner according to an ancient tradition.

[ 6 ] Nun versuchen wir uns noch weiter zu orientieren darüber, wie zustande gekommen sein mag — mehr auch durch den Verlauf, der in den Untergründen des Seelenlebens vor sich geht — alles dasjenige, was mit der Parzivalsage zusammenhängt. Wir haben schon gestern erwähnt: Die Kraft, die in den Sibyllen zum Vorschein kommt, sie muß gemildert werden, muß durchdrungen werden von dem Christus-Impuls, und in solch gemilderter Form muß sie nach und nach wieder heraufkommen, damit sie die Trägerin der geistigen Kultur der neueren Zeit werde. In gemilderter Form muß sie heraufkommen. Stellen wir die Frage auf: Hat Perceval — so wurde er ja bei Chrestien de Troyes genannt — etwas vernehmen können in sich selber von jener gleichsam in den Untergründen der Seele wirksamen Christus-Kraft?

[ 6 ] Now let us try to gain a clearer understanding of how all that is connected with the Parzival legend may have come about—largely through the processes taking place in the depths of the soul. We already mentioned yesterday: The power that manifests itself in the Sibyls must be tempered, must be permeated by the Christ impulse, and in this tempered form it must gradually emerge again so that it may become the bearer of the spiritual culture of the modern age. It must emerge in a tempered form. Let us ask the question: Was Perceval—as he was called by Chrestien de Troyes—able to perceive within himself something of that Christ force, so to speak, at work in the depths of the soul?

[ 7 ] Wenn wir noch einmal zurückblicken auf den Utcharakter der althebräischen Geologie, dann tritt uns ja eines da immer wieder und wiederum entgegen. Den Geist der althebräischen Geologie begreifen wir nur, wenn wir gehörig ins Auge fassen, daß das ganze althebräische Altertum kraftvoll festzuhalten suchte an dem geologischen Charakter seiner Offenbarung. Ich habe schon charakterisiert in diesem Vortragszyklus, daß überall verfolgt werden kann, wie die Offenbarungen des althebräischen Altertums in den Tätigkeiten der Erde, in der geistigen Beweglichkeit der Erde gesucht werden müssen. Es ist das Streben zum Zurückweichen zu bringen, was in den Elementen von den Sternen her tätig ist und was so wirkt, daß der Einfluß der Sterne in den Elementen das zuerst hervorbringt, was dann die Sibyllenkraft geistig anregt. Berechtigt war das noch in der alten Astrologie des dritten nachatlantischen Zeitraumes; da hatte die Menschheit noch so viel vom Erbgut der alten Geistigkeit in sich, daß sie, indem sie sich den Elementen mit der Seele hingab, das Gute aufnahm durch die Offenbarungen der Sternenschrift. Im vierten nachatlantischen Zeitraum war gleichsam die Kraft der Sterne zurückgewichen vor den Elementen, die in die Erde, in die Atmosphäre und so weiter eindrangen, und der Einfluß der Elemente wurde so empfunden, daß der, welcher den Geist der Zeit verstand, namentlich als der vierte Zeitraum immer weiter vorrückte, sich sagen mußte: Hüten wir uns vor dem, was aus den Sternen kommt in die Elemente herein; denn das bewirkt so etwas wie die unrechten Sibyllenkräfte. Dadurch, daß der Christus-Impuls sich über die Erdenaura ergossen hat, sollten die Sibyllenkräfte wiederum harmonisiert, wiederum zu dem gemacht werden, was berechtigte Offenbarungen ergeben kann. Nicht gerne hat der wirklich Kundige des althebräischen Altertums hinaufgeschaut zu den Sternen, wenn er das Geistige geoffenbart haben wollte. Er hat sich an den Jahvegott gehalten, der zur Erdenentwickelung, zur Erdenevolution gehört und nur um diese zu befördern, ein Mondgott geworden ist, so daß er — wie ich das in der «Geheimwissenschaft» dargestellt habe — diese Funktion des Mondgottes übernommen hat. In den Mondfesten der Juden ist deutlich ausgedrückt, daß der «Herr der Erde» in seinem Abglanz symbolisch vom Mond herab erscheint. Aber gehe ja nicht weiter — so war die Stimmung des Althebräertums dem Schüler gegenüber — gehe ja nicht weiter! Begnüge dich mit dem, was Jahve in seinem Mondsymbolum offenbart, gehe ja nicht weiter, denn es ist nicht die Zeit da, um etwas anderes, als was durch das Mondsymbolum zum Ausdruck kommt, aus den Elementen aufzunehmen. Das werden sonst ungerechte Sibyllenkräfte! — Wenn man alles das, was mitgebracht worden ist von der Saturn-, Sonnen-, Mondenentwickelung her für die Erdenentwickelung, zusammenfaßt in seinem natürlichen Aspekt, so tritt es uns entgegen durch das althebräische Altertum symbolisiert in Eva. Eve — die Vokale sind ja niemals klar genannt im Hebräischen — Eve! Fügen Sie dazu das Zeichen für jene göttliche Wesenheit des althebräischen Altertums, welche der Lenker der Erdengeschicke ist, so haben Sie eine Form, die ebenso richtig ist wie jede andere: Jeve-Jahve, der im Mond sein Symbol habende Lenker der Erde. Mit dem verbunden, was von der Mondenentwickelung herübergekommen ist, mit dem Ergebnis der Mondenentwickelung für die Erdenentwickelung: der Erdenherr, verbunden mit der Erdenmutter, die in ihren Kräften ein Ergebnis der Mondenentwickelung ist... Jahve! Es geht also herüber aus dem althebräischen Altertum die geheimnisvolle Verbindung der Mondenkräfte, die ihren Rest zurückgelassen haben in dem uns astronomisch erscheinenden Mond und die ihre menschheitlichen Kräfte zurückgelassen haben in dem weiblichen Elemente des Menschendaseins. Die Verbindung des Erdenherrn mit der Mondenmutter kommt uns schon in dem Namen Jahve entgegen.

[ 7 ] When we look back once more at the fundamental character of ancient Hebrew geology, one thing stands out time and again. We can only grasp the spirit of ancient Hebrew geology if we fully take into account that the entire ancient Hebrew world sought to hold fast to the geological character of its revelation. I have already pointed out in this lecture series that it can be seen everywhere how the revelations of ancient Hebrew antiquity must be sought in the activities of the Earth, in the spiritual mobility of the Earth. It is the striving to bring about a retreating of that which is active in the elements from the stars and which works in such a way that the influence of the stars in the elements first brings forth that which then spiritually stimulates the Sibylline power. This was still justified in the ancient astrology of the third post-Atlantean epoch; at that time, humanity still possessed so much of the heritage of ancient spirituality within itself that, by surrendering itself to the elements with its soul, it received the good through the revelations of the star-script. In the fourth post-Atlantean epoch, the power of the stars had, as it were, receded before the elements that penetrated the earth, the atmosphere, and so on, and the influence of the elements was perceived in such a way that whoever understood the spirit of the age—namely, as the fourth epoch advanced ever further—had to say to himself: Let us guard against what comes from the stars into the elements; for this brings about something like the false Sibylline powers. Through the fact that the Christ impulse has poured out over the Earth’s aura, the Sibylline powers were to be harmonized once more, restored to what can yield legitimate revelations. The true expert on ancient Hebrew antiquity did not readily look up to the stars when he wished to reveal the spiritual. He held fast to the God Yahweh, who belongs to the development of the Earth, to Earth’s evolution, and who became a moon god solely to further this, so that—as I have described in *The Secret Science*—he assumed this function of the moon god. In the Jewish lunar festivals, it is clearly expressed that the “Lord of the Earth” appears symbolically from the moon in his reflection. But do not go any further—such was the attitude of ancient Hebrew tradition toward the disciple—do not go any further! Be content with what Yahweh reveals in his lunar symbol; do not go any further, for the time has not yet come to take in from the elements anything other than what is expressed through the lunar symbol. Otherwise, unjust Sibylline forces will arise! — If one summarizes everything that has been brought forth from the Saturn, Sun, and Moon evolutions for the Earth’s evolution in its natural aspect, it comes before us through ancient Hebrew antiquity, symbolized in Eve. Eve—the vowels are never clearly pronounced in Hebrew—Eve! Add to this the sign for that divine being of ancient Hebrew antiquity who is the guide of Earth’s destiny, and you have a form that is just as correct as any other: Jeve-Yahweh, the guide of the Earth whose symbol is the Moon. Linked to what has come over from the development of the Moon, to the result of the Moon’s development for the Earth’s development: the Lord of the Earth, linked to the Earth Mother, who in her powers is a result of the Moon’s development... Yahweh! Thus, from ancient Hebrew antiquity comes the mysterious connection of the lunar forces, which have left their remnant in the moon as we know it astronomically and have left their human powers in the feminine element of human existence. The connection of the Lord of the Earth with the Mother of the Moon is already evident to us in the name Yahweh.

[ 8 ] Nun möchte ich zwei Tatsachen vor Ihre Seele hinstellen, die Sie aufmerksam darauf machen können, wie die Sibyllenkräfte sich verwandelt haben unter dem Einfluß des Christus-Impulses, sich verwandelt haben eben in den unterbewußten Tiefen des Seelenlebens. Auf eine Erscheinung, auf die ich vor drei Jahren — es ist ungefähr drei Jahre, fast auf den Tag hin — aufmerksam gemacht habe, möchte ich auch hier hinweisen, gleichsam auf eine unter dem Einfluß des Christus-Impulses verwandelte Sibylle. Ich habe in den Vorträgen, die Sie auch gedruckt finden unter dem Titel: «Okkulte Geschichte, Persönlichkeiten und Ereignisse der Weltgeschichte im Lichte der Geisteswissenschaft», hingewiesen auf die Erscheinung der Jungfrau von Orleans, habe darauf hingewiesen, wie tatsächlich von größtem Einflusse auf die Geschicke Europas in der Folgezeit das war, was die Jungfrau von Orleans geleistet hat unter dem Einfluß ihrer Inspirationen, ihrer ganz vom Christus-Impuls durchdrungenen Inspirationen, die vom Herbste 1428 ab begannen. Man kann sich ja aus der äußeren Geschichte unterrichten, daß die Geschicke Europas ganz anders hätten verlaufen müssen ohne das Eingreifen der Jungfrau von Orléans dazumal; und nur ein ganz vorurteilsvoller Materialist, wie etwa Anatole France, kann das Mysterienhafte, das dazumal in die Geschichte eingegriffen hat, ableugnen. Ich will hier nicht hinweisen auf das, was in der Geschichte überall zu lesen ist und was den, der diese Vorträge angehört hat, denn doch darauf verweisen kann, wie etwas von einer modernen Sibylle in der Jungfrau von Orleans erscheint. Es ist ja die Zeit — wir sind im 15. Jahrhundert —, wo der fünfte nachatlantische Zeitraum herauftritt, wo die Christus-Kraft immer mehr und mehr dazu kommen muß, aus den unterbewußten Seelengründen heraufzukommen. Wir sehen, wie milde, wie zart, wie eingetaucht in edelstes menschliches Seelenhaftes die Sibyllenkraft der Jungfrau von Orleans erscheint. Und ich möchte auch bei dieser Gelegenheit jenen Brief vorlesen, den ein Mann, der die Dinge miterlebt hat, geschrieben hat, weil aus diesem Briefe hervorgeht, welchen Eindruck die Sibyllennatur der Jungfrau von Orleans auf diejenigen machte, die Herz und Sinn dafür hatten. Ein Mann aus der Umgebung des Königs, den ja die Jungfrau von Orleans befreit hat, schreibt, nachdem er ausgeführt hat, was die Jungfrau von Orleans vollbracht hat:

[ 8 ] Now I would like to present two facts to your soul that may help you realize how the Sibylline powers have been transformed under the influence of the Christ impulse—transformed, that is, in the subconscious depths of the soul’s life. I would also like to refer here to an event that I drew attention to three years ago—it has been about three years, almost to the day—as it were, to a Sibyl transformed under the influence of the Christ impulse. In the lectures, which you can also find in print under the title: “Occult History: Personalities and Events of World History in the Light of Spiritual Science,” I have referred to the phenomenon of the Maid of Orleans, pointing out how what the Maid of Orleans accomplished under the influence of her inspirations—inspirations entirely permeated by the Christ impulse, which began in the fall of 1428—actually had the greatest influence on the fate of Europe in the period that followed. One can indeed learn from external history that the fate of Europe would have unfolded quite differently without the intervention of the Virgin of Orléans at that time; and only a thoroughly prejudiced materialist, such as Anatole France, can deny the mysterious element that intervened in history at that time. I do not wish to point here to what can be read everywhere in history and what can, after all, remind those who have listened to these lectures of how something of a modern Sibyl appears in the Maid of Orleans. For this is the time—we are in the 15th century—when the fifth post-Atlantean epoch is dawning, when the Christ force must increasingly rise up from the subconscious depths of the soul. We see how gentle, how tender, how steeped in the noblest human soul-qualities the Sibylline power of the Maid of Orleans appears. And I would also like to take this opportunity to read aloud that letter written by a man who witnessed these events, because this letter reveals the impression the Sibylline nature of the Maid of Orleans made on those who had the heart and mind to receive it. A man from the king’s entourage—whom the Maid of Orleans had, after all, liberated—writes, after describing what the Maid of Orleans had accomplished:

[ 9 ] «Dieses und vieles andere hat die Jungfrau (von Orleans) vollführt und mit Gottes Hilfe wird sie noch Größeres verrichten. Das Mägdlein ist von anmutiger Schönheit und besitzt männliche Haltung, es spricht wenig und zeigt eine wunderbare Klugheit; in seinen Reden hat es eine gefällige feine Stimme nach Frauenart. Es ißt mäßig, noch mäßiger trinkt es Wein. An schönen Rossen und Waffen hat es sein Gefallen. Bewaffnete und edle Männer liebt es sehr. Die Zusammenkunft und das Gespräch mit vielen ist der Jungfrau zuwider; sie fließt oft von Tränen über, liebt ein fröhliches Gesicht, erduldet unerhörte Arbeit, und in der Führung und Ertragung der Waffen ist sie so beharrlich, daß sie sechs Tage lang Tag und Nacht ohne Unterlaß vollständig gewappnet bleibt. Sie spricht: die Englischen hätten kein Recht an Frankreich, und darum habe sie, wie sie sagt, Gott gesandt, auf daß sie jene austreibe und überwinde, jedoch erst nach vorher geschehener Mahnung. Dem Könige erweist sie die höchste Verehrung; sie sagt, er sei von Gott geliebt und in besonderem Schutze, weshalb er auch erhalten werden würde. Vom Herzog von Orleans, Euerem Neffen, sagt sie, er werde auf wunderbare Weise befreit werden, jedoch erst, nachdem zuvor eine Mahnung an die Englischen, die ihn gefangen halten, zu seiner Befreiung geschehen sein werde.

[ 9 ] “The Maid (of Orleans) has accomplished this and much more, and with God’s help she will accomplish even greater things. The maiden is of graceful beauty and possesses a manly bearing; she speaks little and displays a wonderful wisdom; when she speaks, she has a pleasing, delicate voice, as is typical of women. She eats in moderation and drinks wine even more sparingly. She takes pleasure in fine horses and weapons. She loves armed and noble men very much. The maiden dislikes gatherings and conversation with many people; she often weeps, loves a cheerful face, endures unimaginable labor, and is so persistent in handling and bearing arms that she remains fully armed day and night for six days without ceasing. She says: the English have no right to France, and therefore, as she says, God has sent her to drive them out and overcome them, but only after a prior warning has been given. She shows the highest reverence to the King; she says he is loved by God and under special protection, which is why he will also be preserved. Regarding the Duke of Orleans, your nephew, she says he will be miraculously freed, but only after a warning has first been given to the English who hold him captive, calling for his release.

[ 10 ] Und damit ich, erlauchter Fürst, meinem Bericht ein Ende mache: Noch Wunderbareres geschieht und ist geschehen, als ich Euch schreiben oder mit Worten ausdrücken kann. Während ich dies schreibe, ist die genannte Jungfrau schon nach der Gegend der Stadt Reims in Champagne gezogen, wohin der König eilends zu seiner Salbung und Krönung unter Gottes Beistand aufgebrochen ist. Erlauchtester und großmächtigster Fürst und mein höchst zu verehrender Herr! Ich empfehle mich Euch sehr demütig, indem ich den Allerhöchsten bitte, daß er Euch behüte und Eure Wünsche erfülle. Geschrieben Biteromis, am 21. Tage des Monats Junius.

[ 10 ] And so, illustrious prince, that I may bring my account to a close: even more wondrous things are happening and have happened than I can write to you or express in words. As I write this, the aforementioned maiden has already journeyed to the region of the city of Reims in Champagne, whither the King has hastily set out for his anointing and coronation with God’s assistance. Most illustrious and mighty prince and my most revered lord! I commend myself to you most humbly, asking the Most High to protect you and grant your wishes. Written at Biteromis, on the 21st day of the month of June.

Euer demütiger Diener Percival,
Herr von Bonlamiulk, Rat und Kämmerer
des Königs der Franzosen und des Herrn Herzogs von Orléans.
Seneschal des Königs, gebürtig aus Berry.»

Your humble servant Percival,
Lord of Bonlamiulk, Councilor and Chamberlain
to the King of the French and to the Duke of Orléans.
Seneschal to the King, a native of Berry.»

[ 11 ] So schreibt ein Percival über die Jungfrau an den Herzog von Mailand. Derjenige, der diese Percivalkundschaft, diesen Percivalbrief durchliest, der wird empfinden, wie hier eine durchchristete Sibylle beschrieben wird.

[ 11 ] This is how a certain Percival writes to the Duke of Milan about the Virgin. Anyone who reads through this account by Percival, this letter from Percival, will sense that it describes a Sibyl imbued with the spirit of Christ.

[ 12 ] Das ist das eine; das andere, worauf ich aufmerksam machen möchte, ist auch eine Tatsache aus der aufkommenden neueren Zeit im fünften nachatlantischen Zeitraum. Ich möchte aufmerksam darauf machen, was ein Mann schreibt, der, man möchte sagen, dazumal sich durchdrungen fühlte mit dem, was als neue Zeit heraufkam, und sich durchdrungen fühlen durfte. So fühlte er sich durchdrungen, da er empfand, man darf wohl sagen, unbewußt empfand: Ja, es kommt wieder eine Zeit herauf, wo die alte Astrologie in neuer Gestalt, in durchchristeter Gestalt aufleben darf, wo man wiederum, wenn man es nur recht macht, wenn man es macht durchdrungen von dem Christus-Impuls, aufblicken darf zu den Sternen und sie fragen darf um ihre geistige Schrift. Es ist das zugleich ein Mann, wie Sie gleich sehen werden, der es tief empfindet, daß die Erde nicht bloß das ist, was uns die heutige materialistische Geologie vormachen will, etwas rein Physisches, Mineralogisches, sondern der fühlt, daß die Erde ein lebendiges Wesen ist, etwas, was nicht nur Körper hat, wie der heutige Materialist glauben machen will, sondern was Seele hat. Der Mann, von dem ich rede, er wußte es so, daß er fühlen durfte — wenn er auch, da es dazumal noch nicht die heutige Geisteswissenschaft gegeben hat, es nicht aussprechen konnte —: Der Christus-Impuls ist von der Seele der Erde in ihre Aura aufgenommen worden, und da darf der Mensch, der sich nun fühlt in der Erdenaura mit seiner Seele und den Christus-Impuls mitfühlt, wiederum zu dem, was in den Sternen geschrieben ist, hinaufblicken. Man tat es ja auch, man blickte auch hinauf. Wenn auch jede solche Annäherung viel Aberglaube mit sich brachte und gerade die alten Astronomen, durchdrungen von vielem Aberglauben, in jener Zeit auftraten, so sehen wir doch einen Mann, der tief verknüpft ist mit dem geistigen Leben der neueren Zeit, so sprechen:

[ 12 ] That is one thing; the other point I would like to draw attention to is also a fact from the emerging modern era in the fifth post-Atlantean epoch. I would like to draw attention to what a man writes who, one might say, felt imbued at that time with what was emerging as a new era, and was allowed to feel imbued with it. He felt imbued with it because he sensed—one might well say, unconsciously sensed—that yes, a time is dawning again when ancient astrology may be revived in a new form, in a form permeated by Christ, when one may once more—if one does it right, if one does it imbued with the Christ impulse—look up to the stars and ask them about their spiritual script. At the same time, as you will soon see, this is a man who feels deeply that the Earth is not merely what today’s materialistic geology would have us believe—something purely physical and mineralogical—but who feels that the Earth is a living being, something that has not only a body, as today’s materialists would have us believe, but also a soul. The man of whom I speak knew this in such a way that he was able to feel—even if, since Spiritual Science as we know it today did not yet exist at that time, he could not put it into words—that: The Christ impulse has been taken up by the Earth’s soul into its aura, and so the human being who now feels himself in the Earth’s aura with his soul and shares in the Christ impulse may in turn look up to what is written in the stars. People did indeed do so; they did indeed look up. Even though every such approach brought with it a great deal of superstition, and the ancient astronomers, steeped in much superstition, appeared on the scene at that time, we nevertheless see a man who is deeply connected to the spiritual life of modern times speaking thus:

[ 13 ] «Diese und unzählige andere Veränderungen und Phänomene, die in und auf der Erde vorgehen, sind so regelmäßig und abgemessen, daß man sie keiner blinden Ursache zuschreiben kann, und da die Planeten selbst nichts von den Winkeln wissen, welche ihre Strahlen auf der Erde bilden, so muß die Erde eine Seele haben. Die Erde ist ein Tier.»

[ 13 ] “These and countless other changes and phenomena occurring within and upon the Earth are so regular and measured that they cannot be attributed to blind chance; and since the planets themselves know nothing of the angles their rays form on Earth, the Earth must have a soul. The Earth is an animal.”

[ 14 ] Aber er meint nicht ein Tier in gewöhnlichem Sinne, sondern einen lebendigen Organismus.

[ 14 ] But he does not mean an animal in the usual sense, but rather a living organism.

[ 15 ] «Man wird an ihr alles wahrnehmen, was den Teilen des tierischen Körpers analog ist. Pflanzen und Bäume sind ihr Haar, Metalle ihre Adern, das Meerwasser ihr Getränke. Die Erde hat eine bildende Kraft, eine Art Imagination, Bewegung, gewisse Krankheiten, und die Ebbe und Flut sind das Atemholen der Tiere. Die Seele der Erde scheint eine Art von Flamme zu sein, daher die unterirdische Wärme und daher keine Fortpflanzung ohne Wärme. Ein gewisses Bild des Tierkreises und des ganzen Firmamentes ist von Gott in die Seele der Erde gedrückt.»

[ 15 ] “One will perceive in it everything that corresponds to the parts of the animal body. Plants and trees are its hair, metals its veins, and seawater its drink. The Earth possesses a formative power, a kind of imagination, movement, certain diseases, and the ebb and flow of the tides are the breathing of the animals. The soul of the Earth seems to be a kind of flame, hence the underground heat and hence no reproduction without heat. A certain image of the zodiac and the entire firmament has been imprinted by God into the soul of the Earth.”

[ 16 ] «Dies ist das Band des Himmlischen und des Irdischen, die Ursache der Sympathie zwischen Himmel und Erde; die Urbilder aller ihrer Bewegungen und Verrichtungen sind ihr von Gott, dem Schöpfer, eingepflanzt.»

[ 16 ] “This is the bond between the heavenly and the earthly, the source of the harmony between heaven and earth; the archetypes of all their movements and actions have been implanted in it by God, the Creator.”

[ 17 ] «Die Seele ist im Mittelpunkt der Erde, sendet Gestalten oder Abdrücke von sich nach allen Richtungen aus und empfindet auf diese Art alle harmonischen Veränderungen und Gegenstände außer ihr. — Wie es mit der Seele der Erde ist, ist es auch mit der Seele des Menschen. Alle mathematischen Ideen und Beweise zum Beispiel erzeugt die Seele aus sich selbst, sonst könnte sie nicht diesen hohen Grad von Gewißheit und Bestimmtheit haben.»

[ 17 ] “The soul is at the center of the earth; it sends out forms or impressions of itself in all directions and in this way perceives all harmonious changes and objects outside itself. — As it is with the soul of the earth, so it is with the soul of man. All mathematical ideas and proofs, for example, are generated by the soul from within itself; otherwise, it could not possess this high degree of certainty and precision.”

[ 18 ] «Die Planeten und ihre Aspekten haben Einfluß auf die Seelenkräfte des Menschen. Sie erregen Gemütsbewegungen und Leidenschaften aller Art und dadurch oft die schrecklichsten Handlungen und Begebenheiten. Sie haben Einfluß auf die Konzeption der Geburt und dadurch auf das Temperament und den Charakter des Menschen, und darauf beruht ein großer Teil der Astrologie. — Wahrscheinlich verbreitet sich von der Sonne nicht nur Licht und Wärme in das ganze Weltall, sondern sie ist auch der Mittelpunkt und Sitz des reinen Verstandes und die Quelle der Harmonie im ganzen Weltall — und alle Planeten sind beseelt.»

[ 18 ] “The planets and their aspects influence the powers of the human soul. They stir up emotions and passions of all kinds, and through them often bring about the most terrible acts and events. They influence conception and birth, and thereby the temperament and character of human beings, and a large part of astrology is based on this. — It is likely that the Sun not only radiates light and heat throughout the entire universe, but is also the center and seat of pure intellect and the source of harmony in the entire universe — and all the planets are animated.”

[ 19 ] «In der ganzen Schöpfung findet sich eine herrliche wundervolle Harmonie, und zwar sowohl im Sinnlichen als im Übersinnlichen, in Ideen sowohl als in Sachen, im Reiche der Natur und der Gnade. Diese Harmonie findet sowohl in den Dingen selbst als auch in ihren Verhältnissen zueinander statt. Die höchste Harmonie ist Gott, und er hat allen Seelen eine innere Harmonie als sein Bild eingedrückt. Die Zahlen, die Figuren, die Gestirne, die Natur überhaupt harmonieren mit gewissen Geheimnissen der christlichen Religion. Wie es zum Exempel in dem Weltall drei ruhende Dinge: Sonne, Fixsterne und das Intermedium, gibt und alles übrige beweglich ist, so ist in dem einigen Gott: Vater, Sohn und Geist. Die Kugel stellt gleichfalls die Dreieinigkeit dar (der Vater ist das Zentrum, der Sohn die Oberfläche, der Geist die Gleichheit der Distanz des Zentrums von der Oberfläche — der Radius) sowie noch andere Geheimnisse. Ohne Geister und Seelen würde überall keine Harmonie sein. In den menschlichen Seelen finden sich harmonische Prädispositionen von unendlich mannigfaltiger Art. Die ganze Erde ist beseelt, und dadurch wird die große Harmonie sowohl auf der Erde als auch zwischen ihr und den Gestirnen hervorgebracht. Diese Seele wirkt durch den ganzen Erdkörper, hat aber in einem gewissen Teile derselben, so wie die menschliche Seele in dem Herzen, ihren Sitz; und von da gehen, wie von einem Fokus oder einer Quelle, ihre Wirkungen in den Ozean und die Atmosphäre der Erde aus. Daher die Sympathie zwischen der Erde und den Gestirnen, daher die regelmäßigen Naturwirkungen. Daß die Erde wirklich eine Seele habe, zeigt die Beobachtung der Witterung und der Aspekten, durch welche sie jedesmal hervorgebracht wird, am deutlichsten. Unter gewissen Aspekten und Konstellationen wird die Luft immer unruhig; gibt es derselben keine oder wenige oder schnell vorübergehende, so bleibt sie ruhig.»

[ 19 ] “Throughout all creation there is a magnificent, wondrous harmony, both in the sensible and the supersensible, in ideas as well as in things, in the realm of nature and of grace. This harmony exists both in the things themselves and in their relationships to one another. The highest harmony is God, and He has imprinted an inner harmony upon all souls as His image. Numbers, figures, the heavenly bodies, and nature in general harmonize with certain mysteries of the Christian religion. Just as, for example, there are three stationary things in the universe—the sun, the fixed stars, and the intermediate sphere—and everything else is in motion, so too are there three in the one God: the Father, the Son, and the Holy Spirit. The sphere likewise represents the Trinity (the Father is the center, the Son the surface, the Spirit the equal distance from the center to the surface—the radius) as well as other mysteries. Without spirits and souls, there would be no harmony anywhere. In human souls, there are harmonious predispositions of infinitely varied kinds. The entire Earth is animated, and through this, the great harmony is brought about both on Earth and between it and the celestial bodies. This soul acts throughout the entire body of the Earth, but has its seat in a certain part of it, just as the human soul has its seat in the heart; and from there, as from a focus or a source, its effects radiate out into the ocean and the atmosphere of the Earth. Hence the sympathy between the Earth and the celestial bodies, hence the regular effects of nature. That the Earth truly has a soul is most clearly shown by the observation of the weather and the aspects through which it is produced each time. Under certain aspects and constellations, the air always becomes restless; if there are none, or few, or only fleeting ones, it remains calm.”

[ 20 ] Das schreibt ein Mann 1607, in dem lebt und pulsiert, als die neue Zeit heraufkommt, die durchchristete Astrologie, die nur ihren Schatten, den astrologischen Aberglauben, nach sich zieht. Das schreibt ein Mann, man darf sagen, aus dem allerfrömmsten Gemüt heraus, ein Mann, der es weiß, daß man ehemals die Kräfte, die aus der elementarischen Welt kommen, mit Recht — später mit Unrecht —, wir würden heute sagen, als Sibyllenkräfte verwendet hat. Denn der Mann sagt: Es kann nicht geleugnet werden, daß solche Geister — Geister meint er, die die Kommunikation bilden zwischen den Gestirnen und der Erde — sich festsetzen in den Elementen der Erde, was als Atmosphäre die Erde umgibt.

[ 20 ] This is written by a man in 1607, a man in whom the spirit of the age is alive and pulsating as the new era dawns—Christianized astrology, which leaves behind only its shadow: astrological superstition. This is written by a man, one might say, from the most devout of hearts, a man who knows that in former times the forces coming from the elemental world were rightly—later wrongly—used, as we would say today, as Sibylline powers. For the man says: It cannot be denied that such spirits—by which he means spirits that form the communication between the stars and the Earth—take root in the elements of the Earth, which surround the Earth as the atmosphere.

[ 21 ] «Es kann nicht geleugnet werden, daß solche Geister ehemals den Menschen durch Idole, Eichen, aus Hainen, Höhlen, durch Tiere und so weiter Orakel erteilt haben; und das Wahrsagen aus dem Vogelfluge war nicht bloß eine Kunst, Schwache zu betrügen. Jene Geister waren in der Direktion der Vögel durch die Luft tätig, durch welche dann mit Gottes Zulassung den Menschen vieles vorher angedeutet wurde. Noch heutzutage hört man Beispiele ominöser Vögel, wie der Eulen, Geier, Adler, Raben, nur daß die Beispiele desto seltener sind, je mehr sie verachtet werden. Denn jene Geister können es nicht leiden, daß sie verachtet werden, wie sie es nach Gottes Gesetz und der christlichen Lehre allerdings verdienen: sondern alsdann fliehen sie und schweigen. Da der Lügner von Anfang noch durch Tiere sprechen durfte und durch die Schlange mit der Eva redete, so verführte er das menschliche Geschlecht. Dies war auch seitdem immer ihre Sitte: So oft sie in Stimmen oder Vorbedeutungen, durch die Körper und Bewegungen der Tiere mit den Menschen reden konnten, so mißbrauchten sie diese Macht, eigneten sich göttliche Verehrung zu und verführten die armen Menschen. Ob nun gleich Christus deswegen kam, um die Werke des Teufels zu zerstören, und diesen Geistern Stillschweigen auferlegte, und ob sie gleich ihre Tempel, Statuen, Haine, Höhlen und die lange besessene Erde verloren haben, so sind sie doch immer noch hier und da in der leeren Luft vorhanden und schreien unter Gottes Zulassung umher; öfters sind sie Zuchtruten Gottes, öfter läßt er den Menschen durch sie gewisse Dinge verkündigen.»

[ 21 ] “It cannot be denied that such spirits once gave oracles to humans through idols, oak trees, groves, caves, animals, and so on; and divination by the flight of birds was not merely an art used to deceive the weak. Those spirits were active in guiding the birds through the air, through which, with God’s permission, many things were foretold to humans. Even today one hears of omens involving birds such as owls, vultures, eagles, and ravens, though such instances are all the more rare the more they are despised. For those spirits cannot bear to be despised, as they indeed deserve according to God’s law and Christian teaching; rather, they then flee and remain silent. Since the liar was permitted from the beginning to speak through animals and spoke to Eve through the serpent, he seduced the human race. This has also been their custom ever since: Whenever they could speak to humans through voices or omens, through the bodies and movements of animals, they abused this power, appropriated divine worship for themselves, and seduced the poor people. Even though Christ came for this very reason—to destroy the works of the devil and to impose silence upon these spirits—and even though they have lost their temples, statues, groves, caves, and the long-held earth, they are still present here and there in the empty air and cry out about with God’s permission; often they are God’s rods of discipline; more often He uses them to proclaim certain things to mankind.”

[ 22 ] Leise deutet der Mann an, wie die geistigen Offenbarungen durchchristet werden; denn er tut es in einer Gesinnung, die ja wahrhaftig durchchristet genannt werden kann. 1607 spricht dieser Mann so von den Umschwüngen, die in der geistigen Welt stattgefunden haben. Wer ist der Mann? Ist es ein Mann, der keine Berechtigung hat mitzureden, den man überhören darf? Nein, es ist ein Mann, ohne den es keine heutige Astronomie und Physik gäbe: es ist Johannes Kepler. Und raten möchte man den Menschen, die heute zugleich Materialisten oder Monisten sich nennen und auf Johannes Kepler als auf einen derjenigen hinweisen, die ihre Abgötter sein sollen, raten sollte man ihnen, daß sie diese Stelle bei Kepler sich einmal zu Gemüte führen. Die größten astronomischen Gesetze, die drei Keplerschen Gesetze, die die ganze heutige Astronomie beherrschen, sind von ihm. Aber so spricht er über das, was nach und nach heraufkommt mit dem fünften nachatlantischen Zeitraum, in die Erdenentwickelung hinein. Man muß sich nach und nach wiederum gewöhnen — und jetzt durchdrungen, durchsetzt mit dem neuen Impuls —, die geistigen Wirkungen, die mit den Sternen zusammenhängen, ein wenig zu erkennen.

[ 22 ] The man quietly hints at how spiritual revelations are permeated by Christ; for he does so with a mindset that can truly be called “permeated by Christ.” In 1607, this man speaks in this way about the upheavals that have taken place in the spiritual world. Who is this man? Is he a man who has no right to speak, whom one may ignore? No, he is a man without whom modern astronomy and physics would not exist: he is Johannes Kepler. And one would like to advise those people who today call themselves materialists or monists and point to Johannes Kepler as one of those who are supposed to be their idols; one should advise them to take this passage from Kepler to heart. The greatest astronomical laws, the three Keplerian laws that govern all of modern astronomy, are his. But this is how he speaks of what is gradually emerging with the fifth post-Atlantean epoch into the development of the Earth. One must gradually accustom oneself again—and now permeated, interwoven with the new impulse—to recognize, at least to some extent, the spiritual effects associated with the stars.

[ 23 ] Was war es denn für eine Zeit, als Parzival hineintrat in die Gralsburg, noch unwissend, nicht zum Fragen bereit — nach der späteren Überlieferung, nach der Überlieferung, die Wolfram von Eschenbach aufgenommen hat? Was war es denn für eine Zeit, als Parzival hineintritt in die Gralsburg, Amfortas daliegt mit der Wunde und beim Eintritt des Parzival die Wunde unendliche Schmerzen bewirkt? In welcher Zeit trat Parzival ein in die Gralsburg? Die Sage erzählt uns: Es war Saturnzeit; der Saturn und die Sonne standen zugleich im Krebs, kulminierten. Da sehen wir, wie in die intimsten Wirkungen hinein gesucht wird dasjenige, was der Zusammenhang ist zwischen der Erde und den Sternen. Es war Saturnzeit!

[ 23 ] What kind of time was it when Parzival entered the Grail Castle, still unaware, not yet ready to ask questions—according to the later tradition, the tradition that Wolfram von Eschenbach adopted? What kind of time was it when Parzival entered the Grail Castle, Amfortas lay there with his wound, and upon Parzival’s entry the wound caused him endless pain? In what era did Parzival enter the Grail Castle? The legend tells us: It was the time of Saturn; Saturn and the Sun were both in Cancer, at their zenith. Here we see how the very connection between the Earth and the stars is sought within the most intimate effects. It was the time of Saturn!

[ 24 ] Und wenn wir nun forschen, wie und auf welche Weise Parzival nach und nach zu seinem Wissen kommt, was erfahren wir da? Wie ist er, dieser Parzival? Unwissend ist er über gewisse Dinge! Unwissend wird er erhalten. Über was für Dinge wird er unwissend erhalten? Nun, wir haben es ja gehört: Der Christus-Impuls fließt gleichsam unterirdisch in den Untergründen der Seelen fort; oben geht das theologische Gezänk vor sich und bringt das hervor, was dann traditionelles Christentum wird. Verfolgen wir die Person des Parzival, wie sie die Sage schildert: Nirgends weiß er von alledem etwas. Gerade von dem wird er ferngehalten, was da an der Oberfläche sich abgespielt hat. Das soll er alles nicht wissen. So ist er bewahrt vor alledem, was sich an der Oberfläche abgespielt hat. Das lernt er kennen aus Quellen, die aus den Untergründen der Seele schöpfen, wie wir gestern gehört haben: Zuerst, als er hinausreitet, unwissend, aus der Gralsburg, von dem Weibe, das den verstorbenen und in ihrem Schoße liegenden Bräutigam beweint; von dem Klausner, der mit mystischen Kräften in Zusammenhang gebracht ist; und von der Kraft des Gral —, denn am Karfreitag ist es, wo er zum Klausner hinkommt: ihm noch unbewußt wirkt schon die Kraft des Gral in ihn hinein.

[ 24 ] And when we now examine how and in what way Parzival gradually comes to his knowledge, what do we discover? What is he like, this Parzival? He is ignorant of certain things! He is kept in ignorance. Of what kinds of things is he kept in ignorance? Well, we have heard it ourselves: the Christ impulse flows, as it were, underground in the depths of the soul; above, theological squabbling takes place and brings forth what then becomes traditional Christianity. Let us follow the figure of Parzival as the legend depicts him: he knows nothing of all this. He is kept precisely away from what has been playing out on the surface. He is not meant to know any of this. Thus he is preserved from everything that has taken place on the surface. He comes to know this from sources that draw from the depths of the soul, as we heard yesterday: first, when he rides out, unaware, from the Grail castle, of the woman weeping for her deceased bridegroom lying in her lap; from the hermit, who is associated with mystical powers; and from the power of the Grail—for it is Good Friday when he arrives at the hermit’s dwelling: though he is still unaware of it, the power of the Grail is already working within him.

[ 25 ] Es ist also einer, der von alledem, was oberbewußt vor sich gegangen ist, nichts gewußt hat; einer, der in Zusammenhang gebracht wird mit den gegen die neuere Zeit heraufkommenden unterbewußten Quellen; der aus diesen Quellen schöpfen soll. Einer ist es, dessen Herz und Seele in Unschuld unberührt von dem, was die Außenwelt an den Menschen heranbringt im menschlichen Leben, entgegennehmen soll das Geheimnis des Gral. Mit den höchsten, reinsten, edelsten Seelenkräften soll er das Geheimnis des Gral entgegennehmen. Er muß einem begegnen, der nicht gewachsen ist jenen Seelenkräften, die das Geheimnis des Gral vollständig erleben sollen: er muß dem Amfortas begegnen. Wir wissen es: Amfortas ist zwar zum Hüter des Gral ausersehen, aber er verfiel in die niederen Kräfte der menschlichen Natur. Und wie er in die niederen Kräfte der menschlichen Natur verfallen ist, um das handelt es sich dabei, denn das bringt er in Zusammenhang mit der Gralshüterschaft: aus Wollust und Eifersucht hat er seinen Gegner getötet. Diese Dinge alle sind selbstverständlich; und da immer wieder und wiederum die Dinge mißverstanden werden, so muß hingewiesen werden darauf, daß die Anthroposophie keinen Asketismus lehren will. Viel Tieferes steckt dahinter.

[ 25 ] There is, then, one who knew nothing of all that had taken place in the higher consciousness; one who is associated with the subconscious sources emerging in modern times; one who is to draw from these sources. It is one whose heart and soul, in innocence and untouched by what the external world brings to human life, is to receive the mystery of the Grail. With the highest, purest, noblest soul forces, he is to receive the mystery of the Grail. He must encounter one who is not equal to those soul forces that are to fully experience the mystery of the Grail: he must encounter Amfortas. We know this: Amfortas is indeed destined to be the guardian of the Grail, but he fell prey to the lower forces of human nature. And how he has succumbed to the lower forces of human nature—that is what is at stake here, for he brings this into connection with the guardianship of the Grail: out of lust and jealousy, he killed his opponent. All these things are self-evident; and since these matters are repeatedly misunderstood, it must be pointed out that anthroposophy does not seek to teach asceticism. There is something much deeper behind this.

[ 26 ] Es waren gleichsam natürliche Elementarkräfte, die sich nicht äußerten oder die nicht so in Betracht gezogen wurden, wie sie sich im gewöhnlichen Leben äußerten, sondern wie sie sich in ihrem Zusammenhang mit den geistigen Welten noch im dritten nachatlantischen Zeitraum äußerten. Das, was gleichsam im menschlichen Blut- und Nervensystem durch die Elemente pulsierte, erhob sich und empfing die Geheimnisse. Nicht um sinnliche Askese handelt es sich, sondern um das Gewahrwerden der heiligen Geheimnisse. Man konnte sie noch in der dritten nachatlantischen Kulturperiode entgegennehmen mit denselben Kräften, die sonst den Menschen auf der Erde beherrschen. Nun war die Zeit gekommen, wo sich die heiligen Geheimnisse nur den reinen unschuldigen Seelenkräften enthüllen, wenn der Mensch die Möglichkeit findet, sich zu erheben von dem, was ihn verbindet mit seinem Erdenberufe, von dem ihn auch die Anthroposophie nicht entfremden will. Aber erheben muß er sich von diesem Erdenberufe, von dem, was wirksam sein durfte in ihm in der Zeit der alten Astrologie. Erheben muß er sich, wenn er sich zu den alten Geheimnissen nach neuer Art hinfinden will. Das muß er mit den Kräften der unschuldigen Seele tun, die frei geworden ist von allem Irdischen. Gegenüber dem Gegensatz, den das althebräische Altertum geschaffen hat, muß ein anderer Gegensatz geschaffen werden. Das althebräische Altertum hat mit Strenge darauf hingewiesen: Nichts von den Sibyllenkräften, die berechtigt waren noch in der Astrologie, nichts von ihnen! Halten wir uns an den Erdengott Jahve!

[ 26 ] These were, as it were, natural elemental forces that did not manifest themselves—or were not regarded—as they did in ordinary life, but rather as they still manifested themselves in their connection with the spiritual worlds during the third post-Atlantean epoch. That which, as it were, pulsed through the human blood and nervous systems via the elements rose up and received the mysteries. This was not a matter of sensory asceticism, but of becoming aware of the sacred mysteries. One could still receive them in the third post-Atlantean cultural period with the same forces that otherwise govern human beings on Earth. Now the time had come when the sacred mysteries reveal themselves only to pure, innocent soul forces, when the human being finds the possibility to rise above what binds him to his earthly vocation—from which even anthroposophy does not wish to alienate him. But he must rise above this earthly calling, above that which was permitted to be active within him in the time of ancient astrology. He must rise above it if he wishes to find his way to the ancient mysteries in a new way. He must do this with the powers of the innocent soul that has become free from all that is earthly. In contrast to the opposition created by ancient Hebrew antiquity, a different opposition must be created. Ancient Hebrew antiquity pointed out with severity: Nothing of the Sibylline powers, which were still legitimate in astrology—nothing of them! Let us hold fast to the Earth God Yahweh!

[ 27 ] Dadurch entstand eine Abneigung gegen alle Offenbarung von oben, ein Hinnehmen aller Offenbarungen von unten, eine Furcht vor dem, was sich von den Himmeln offenbarte. Das mußte eine Zeitlang auf der Erde herrschen; es mußte eine Zeitlang auf der Erde ein gewisser Gegensatz gegen das sich geltend machen, was von oben kam. Und in solchen Kräften, wie die Sibyllenkräfte, sah man das unberechtigte Luziferische, das von oben kam. Jetzt aber, nachdem die Christus-Wesenheit sich niedergesenkt hatte in den Leib des Jesus von Nazareth, jetzt war das, was von oben kam, durchchristet; jetzt durfte man wiederum nach oben schauen, jetzt war etwas anderes geworden aus der Verbindung des Erdenherrtn mit der Mondenmutter. Denn zum Erdenherrn, zum Erdengeist war der Christus geworden, der in die Erdenaura sich ergossen hatte. Weltenangelegenheiten, wie sie besorgt wurden vom Hof des Königs Artus aus, konnte man sich nahen mit den Kräften der Erde; den eigenen Angelegenheiten des Gral durfte man sich nicht nähern mit dem, was Wirkung der Erdenkräfte war, wie bei Amfortas es der Fall war. Schmerzlich mußte der Mensch berührt werden, der sich mit solchen Kräften den Geheimnissen des Gral näherte. Und da die Gestirnwirkungen durchchristet waren, durfte ein solcher Mensch, der zwar von dem, was an der äußeren Oberfläche gezankt wurde, nichts in sich hereinbekommen hat, der aber durch sein Karma auf einem Punkt stand, wo seine Seele von Christus entgegengenommen werden konnte, — ein solcher Mensch durfte wiederum in Zusammenhang gedacht werden mit den Kräften, wie sie angedeutet sind in dem Symbolum Saturnzeit; das ist: Saturn und Sonne stehen gleichzeitig im Zeichen des Krebses. Der, in dem noch unterirdisch, noch in den unterbewußten Seelengründen, der Christus-Impuls wirkt, der Parzival kommt mit der Saturnkraft, und die Wunde brennt, wie sie noch nie gebrannt hat.

[ 27 ] This gave rise to an aversion to all revelation from above, an acceptance of all revelations from below, and a fear of what was revealed from the heavens. This had to prevail on Earth for a time; for a time, a certain opposition to what came from above had to assert itself on Earth. And in forces such as the Sibylline powers, people saw the unjustified Luciferic element that came from above. But now, after the Christ-being had descended into the body of Jesus of Nazareth, now what came from above had been permeated by Christ; now one could look upward again; now something else had come into being from the union of the Earth Lord with the Moon Mother. For the Christ had become the Earth Lord, the Earth Spirit, having poured himself into the Earth’s aura. Worldly affairs, as they were managed from the court of King Arthur, could be approached with the forces of the Earth; one was not permitted to approach the Grail’s own affairs with what was the effect of Earth forces, as was the case with Amfortas. The human being who approached the mysteries of the Grail with such forces had to be painfully affected. And since the celestial influences were permeated by Christ, such a person—who, though he had not taken in anything of what was quarreled over on the outer surface, yet stood, through his karma, at a point where his soul could be received by Christ—such a person could in turn be thought of in connection with the forces as they are indicated in the symbol of the Saturn era; that is: Saturn and the Sun are simultaneously in the sign of Cancer. In the one in whom the Christ impulse still works subterraneously, still in the subconscious depths of the soul—that Parzival comes with the power of Saturn, and the wound burns as it has never burned before.

[ 28 ] So sehen wir, wie die neuere Zeit sich ankündigt. Parzivals Seele steht im Zusammenhang mit den unterbewußten, von der ChristusAura durchzogenen geschichtlichen Impulsen, mit den ChristusImpulsen, auch als er es noch nicht weiß. Aber aufsteigen soll das nach und nach, was da unten gewaltet hat, was die Menschheitsgeschichte geführt hat. Daher muß er nach und nach verstehen lernen, was niemals wird verstanden werden, wenn man sich ihm nicht mit den unschuldigen, reinen Seelenkräften naht, was auch nie verstanden werden kann, wenn man sich ihm naht mit traditionellem Wissen, mit Gelehrsamkeit. Man kann es dann sehen — denn es ist ja heraufgekommen und fast so alltäglich geworden wie der Himmelsgral selber, der den Namen ausspricht —, aber es ist doch die Erneuerung, die Andersgestaltung dessen, wofür in seiner Zeit das althebräische Altertum gekämpft hat.

[ 28 ] Thus we see how the modern era is heralded. Parzival’s soul is connected to the subconscious historical impulses permeated by the Christ-aura, to the Christ-impulses, even though he does not yet know it. But what has been at work down there, what has guided human history, must gradually rise up. Therefore, he must gradually learn to understand what will never be understood unless one approaches it with innocent, pure soul forces—and what can never be understood if one approaches it with traditional knowledge or scholarship. One can then see it—for it has indeed risen and become almost as commonplace as the Heavenly Grail itself, which utters the name—but it is nonetheless the renewal, the reconfiguration of that for which ancient Hebrew antiquity fought in its time.

[ 29 ] Stellen wir uns hin vor die jungfräulich gedachte Mutter mit dem Christus im Schoß, und sprechen wir es dann aus: Wer heilig empfinden kann diesem Bilde gegenüber, der hat eine Empfindung von dem Gral. Alle anderen Lichter, alle anderen Götter überstrahlt die heilige Schale, die jetzt von dem Christus berührte Mondenmutter, die neue Eva, die Trägerin des Sonnengeistes Christus. Das «Was» bedenke, mehr bedenke «Wie»! Und schauen wir hinein in die Seele Parzivals, wie er, hinausreitend aus der Gralsburg, das Bild der Braut und des Bräutigams hat, das ihn in Zusammenhang bringt mit den unterbewußten Christus-Kräften; schauen wir hin, wie der Klausner zur Osterzeit, wo das Bild des Gral durch Sternenschrift an den Himmel geschrieben sein muß, seine unschuldige Seele unterrichtet; verfolgen wir ihn, wie er hinreitet — ich habe ausdrücklich gestern betont — durch Tag und Nacht, bei Tag die Natur anschauend, bei Nacht oftmals vor sich habend das Himmelszeichen des heiligen Gral, wie er. hinreitet, vor sich die Mondessichel goldglänzend mit der Oblate, mit dem Christus-Geist, dem Sonnengeist darinnen; schauen wir, wie er vorbereitet wird auf seinen Weg, durch den Zusammenklang des Bildes der jungfräulichen Mutter mit dem Bräutigam-Sohn und des Zeichens der Himmelsschrift, zu verstehen das Geheimnis vom heiligen Gral; schauen wir, wie in seiner Seele zusammenwirkt das, was die Geschicke der Erde durchdrungen hat als der ChristusImpuls, mit der zu erneuernden Sternenschrift; schauen wir, wie verwandt alles ist, was durchchristet ist, mit den Sternenkräften ... er mußte, da er zur Saturnzeit hat eintreten müssen, auch die Wunden desjenigen stärker brennen machen, der nicht in der richtigen Weise am Gral verweilte, des Amfortas.

[ 29 ] Let us stand before the image of the Virgin Mother with Christ in her womb, and then let us say: Whoever can feel a sense of the sacred when gazing upon this image has a sense of the Grail. All other lights, all other gods are outshone by the holy chalice, the Moon Mother now touched by Christ, the new Eve, the bearer of the solar spirit of Christ. Consider not so much the “what,” but rather the “how”! And let us look into the soul of Parzival, as he, riding out from the Grail Castle, holds the image of the bride and groom, which connects him to the subconscious Christ forces; let us observe how the hermit, at Eastertime, when the image of the Grail must be written in the heavens by the stars, instructs his innocent soul; let us follow him as he rides on—I expressly emphasized this yesterday—through day and night, gazing at nature by day, often beholding before him the heavenly sign of the Holy Grail by night, as he rides on, before him the golden crescent moon with the wafer, with the Christ Spirit, the Sun Spirit within; let us see how he is prepared for his path, through the harmony of the image of the Virgin Mother with the Bridegroom-Son and the sign of the heavenly script, to understand the mystery of the Holy Grail; let us see how, in his soul, that which has permeated the destinies of the Earth as the Christ impulse interacts with the starry script to be renewed; let us see how closely related is all that is permeated by Christ to the star forces ... since he had to enter during the Saturnic Age, he also had to make the wounds of Amfortas burn more intensely, for he did not dwell at the Grail in the proper manner.

[ 30 ] Das «Was» bedenke, mehr bedenke «Wie»! Denn nicht darum handelt es sich, daß wir solche Dinge mit diesen Worten, die ich jetzt gebraucht habe, oder mit anderen Worten charakterisieren. Dem Gral nähert man sich niemals ganz mit irgendwelchen Worten oder gar mit philosophischer Spekulation. Dem Gral nähert man sich, wenn man vermag, alle diese Worte in Empfindung zu verwandeln, und wenn man eben zu empfinden vermag, daß man die Summe alles Heiligen an diesem heiligen Gral zu fühlen hat: Daß man zu fühlen hat den Zusammenfluß dessen, was herübergekommen ist vom Mond, was erst auftrat in der Erdenmutter Eva, dann erneuert erscheint in der jungfräulichen Mutter, was Erdenherr geworden ist im Jahvegott, was als neuer Erdenherr erscheint in dem Christus-Wesen, das in die Erdenaura sich ergossen hat. Man fühlt den Zusammenfluß desjenigen, was nun aus den Sternen herunterwirkt, durch die Sternenschrift symbolisiert, mit dieser irdischen Entwickelung der Menschheit. Wenn man das alles in Betracht zieht und es dann durchfühlt als den Zusammenklang der Menschheitsgeschichte mit der Sternenschrift, dann begreift man auch das Geheimnis, das ausgedrückt werden soll mit den Worten, die ja dem Parzival anvertraut worden sind, die in der Sage nachklingen: Daß jedesmal, wenn ein Gralskönig, ein wirklich berufener Hüter des Gral stirbt, auf dem heiligen Gral der Name seines würdigen Nachfolgers erscheint. Da soll er gelesen werden, das heißt aufgefordert werden dazu, die Sternenschrift in neuer Gestalt wieder lesen zu lernen.

[ 30 ] Consider not so much the “what” as the “how”! For the point is not that we characterize such things with the words I have just used, or with any other words. One never fully approaches the Grail with mere words or even with philosophical speculation. One approaches the Grail when one is able to transform all these words into feeling, and when one is able to sense that one must feel the sum of all that is holy in this holy Grail: That one must feel the confluence of that which has come down from the moon, which first appeared in the Earth Mother Eve, then appears renewed in the Virgin Mother, which has become Lord of the Earth in the God Yahweh, which appears as the new Lord of the Earth in the Christ Being that has poured itself into the Earth’s aura. One feels the convergence of that which now works down from the stars, symbolized by the star script, with this earthly development of humanity. When one takes all this into account and then feels it as the harmony of human history with the Star Writing, one also grasps the mystery that is to be expressed in the words entrusted to Parzival, which echo through the legend: That every time a Grail King, a truly called guardian of the Grail, dies, the name of his worthy successor appears on the Holy Grail. There it is to be read, that is, one is called upon to learn to read the star script anew in a new form.

[ 31 ] Versuchen wir, meine lieben Freunde, uns würdig zu machen, diese Sternenschrift in neuer Gestalt wieder lesen zu lernen; versuchen wir es, sie so lesen zu lernen, wie sie uns jetzt gegeben werden muß. Denn im Grunde ist es nichts anderes als ein Lesen der Sternenschrift, wenn wir versuchen, uns die menschliche Evolution in Saturn-, Sonnen-, Mond-, Erden- bis zur Vulkanentwickelung auseinanderzulegen. Aber erkennen müssen wir, in welchen Zusammenhängen wir die Sternenschrift in unserer Zeit entziffern wollen. Machen wir uns dessen würdig! Denn nicht umsonst ist erzählt, daß der Gral zunächst wiederum hinweggetragen worden ist von seinem Ort, daß er für die nächste Zeit nicht äußerlich wahrnehmbar war. Betrachten wir es als ein erneuertes Suchen nach dem Gral, was wir in unserer Anthroposophie pflegen dürfen, und versuchen wir, die Bedeutung dessen kennenzulernen, was dazumal wie aus unterbewußten Seelengründen heraufsprach, was nach und nach erst herauftrat in das Bewußtsein der Menschen. Versuchen wir das allmählich in eine immer mehr bewußte Sprache umzuwandeln! Versuchen wir, eine Weisheit zu ergründen, die uns den Zusammenhang des Irdischen und des Himmlischen wiederum enthüllen kann, enthüllen kann ohne alte Tradition, so, wie wir sie versuchen zu finden, wie sie in der Gegenwart geoffenbart werden kann.

[ 31 ] Let us try, my dear friends, to make ourselves worthy of learning to read this celestial script anew; let us try to learn to read it as it must now be given to us. For, in essence, it is nothing other than a reading of the star writing when we attempt to unravel human evolution from the Saturn, Sun, Moon, and Earth stages up to the volcanic stage. But we must recognize the contexts in which we wish to decipher the star writing in our time. Let us make ourselves worthy of this! For it is not for nothing that it is told that the Grail was first carried away again from its place, that it was not outwardly perceptible for the time being. Let us regard what we are permitted to cultivate in our anthroposophy as a renewed search for the Grail, and let us try to understand the meaning of what once spoke up as if from subconscious soul-reasons, what only gradually emerged into human consciousness. Let us try to gradually transform this into an ever more conscious language! Let us try to fathom a wisdom that can once again reveal to us the connection between the earthly and the heavenly, reveal it without old tradition, just as we are trying to find it, as it can be revealed in the present.

[ 32 ] Und dann lassen wir uns durchdrungen sein, meine lieben Freunde, mit alledem, was in uns Empfindung werden kann durch den Hinblick auf die Art, wie Parzival zu dem Gralsgeheimnis gekommen ist. Verschlossen blieb es dann wiederum, weil die Menschen zunächst im alleräußerlichsten Felde, im Felde der alleräußerlichsten Wissenschaft die Verbindung der Erde mit den kosmischen Mächten suchen mußten, Verstehen wir auch eine solche Erscheinung, daß ein Geist wie Kepler inzwischen Verständnis gefunden hat für das, was er mit seinen mathematisch-mechanischen Himmelsgesetzen sagen konnte, — aber wiederum mußte in unterbewußte Seelengründe hinuntertauchen das, was er, wahrhaftig durchdrungen mit dem Christus-Impuls, hinzugefügt hat. Wenn wir heute sagen, was wir zu sagen wissen über unsere Erdenevolution und wie sie zusammenhängt mit dem Kosmos, so reden wir in seinem Sinne. Er sagt uns ja:

[ 32 ] And then, my dear friends, let us allow ourselves to be imbued with everything that can stir within us as we contemplate the way in which Parzival came to know the mystery of the Grail. It remained hidden, however, because people first had to seek the connection between the Earth and the cosmic powers in the outermost realm, in the realm of the most external science. We can also understand a phenomenon such as this: that a spirit like Kepler had meanwhile found understanding for what he could express through his mathematical-mechanical laws of the heavens, — yet what he added, truly imbued with the Christ impulse, had to plunge down into the subconscious depths of the soul. When we speak today of what we know about our Earth’s evolution and how it relates to the cosmos, we speak in his spirit. For he tells us:

[ 33 ] «Wie es zum Exempel in dem Weltall drei ruhende Dinge: Sonne, Fixsterne und das Intermedium, gibt und alles übrige beweglich ist, so ist in dem einigen Gott: Vater, Sohn und Geist. Die Kugel stellt gleichfalls die Dreieinigkeit dar (der Vater ist das Zentrum, der Sohn die Oberfläche, der Geist die Gleichheit der Distanz des Zentrums von der Oberfläche — der Radius) sowie noch andere Geheimnisse. Ohne Geister und Seelen würde überall keine Harmonie sein. In den menschlichen Seelen finden sich harmonische Prädispositionen von unendlich mannigfaltiger Art. Die ganze Erde ist beseelt, und dadurch wird die große Harmonie sowohl auf der Erde als auch zwischen ihr und den Gestirnen hervorgebracht. Diese Seele wirkt durch den ganzen Erdkörper, hat aber in einem gewissen Teile derselben, so wie die menschliche Seele in dem Herzen, ihren Sitz; und von da gehen, wie von einem Fokus oder einer Quelle, ihre Wirkungen in den Ozean und die Atmosphäre der Erde aus. Daher die Sympathie zwischen der Erde und den Gestirnen, daher die regelmäßigen Naturwirkungen. Daß die Erde wirklich eine Seele habe, zeigt die Beobachtung der Witterung und der Aspekten, durch welche sie jedesmal hervorgebracht wird, am deutlichsten. Unter gewissen Aspekten und Konstellationen wird die Luft immer unruhig, gibt es derselben keine, oder wenige, oder schnell vorübergehende, so bleibt sie ruhig.»

[ 33 ] “Just as there are, for example, three stationary things in the universe—the sun, the fixed stars, and the intermediate sphere—and everything else is in motion, so too are there three in the one God: the Father, the Son, and the Holy Spirit. The sphere likewise represents the Trinity (the Father is the center, the Son the surface, the Spirit the equal distance from the center to the surface—the radius) as well as other mysteries. Without spirits and souls, there would be no harmony anywhere. In human souls there are harmonious predispositions of infinitely varied kinds. The entire Earth is animated, and through this, the great harmony is brought about both on Earth and between it and the celestial bodies. This soul acts throughout the entire body of the Earth, but has its seat in a certain part of it, just as the human soul has its seat in the heart; and from there, as from a focus or a source, its effects radiate out into the ocean and the Earth’s atmosphere. Hence the sympathy between the Earth and the celestial bodies, hence the regular effects of nature. That the Earth truly has a soul is most clearly shown by the observation of the weather and the aspects through which it is produced each time. Under certain aspects and constellations, the air always becomes restless; if there are none, or few, or only fleeting ones, it remains calm.”

[ 34 ] «Diese und unzählige andere Veränderungen und Phänomene, die in und auf der Erde vorgehen, sind so regelmäßig und abgemessen, daß man sie keiner blinden Ursache zuschreiben kann, und da die Planeten selbst nichts von den Winkeln wissen, welche ihre Strahlen auf der Erde bilden, so muß die Erde eine Seele haben. Die Erde ist ein Tier. Man wird an ihr alles wahrnehmen, was den Teilen des tierischen Körpers analog ist. Pflanzen und Bäume sind ihr Haar, Metalle ihre Adern, das Meerwasser ihr Getränke. Die Erde hat eine bildende Kraft, eine Art Imagination, Bewegung, gewisse Krankheiten, und die Ebbe und Flut sind das Atemholen der Tiere. Die Seele der Erde scheint eine Art von Flamme zu sein, daher die unterirdische Wärme und daher keine Fortpflanzung ohne Wärme. Ein gewisses Bild des Tierkreises und des ganzen Firmamentes ist von Gott in die Seele der Erde gedrückt.»

[ 34 ] “These and countless other changes and phenomena occurring within and upon the Earth are so regular and measured that they cannot be attributed to blind chance; and since the planets themselves know nothing of the angles their rays form on Earth, the Earth must have a soul. The Earth is an animal. One will perceive in it everything analogous to the parts of an animal’s body. Plants and trees are its hair, metals its veins, seawater its drink. The Earth possesses a formative power, a kind of imagination, movement, certain maladies, and the ebb and flow of the tides are the breathing of the animal. The soul of the Earth appears to be a kind of flame, hence the subterranean heat and hence no reproduction without heat. A certain image of the zodiac and the entire firmament has been imprinted by God upon the soul of the Earth.”

[ 35 ] Und wir sehen es heute, wie dieses Bild des Tierkreises in die Seele der Erde, in die Aura der Erde gedrückt worden ist, und arbeiten uns allmählich durch bis zu dem anderen Teil der Keplerschen Weltanschauung: bis zu demjenigen Teile, der auch noch bleiben mußte in den unterbewußten Seelengründen, der aber deutlich zeigt, daß dasjenige, was wir heute als eine Kosmologie geben können, eine Erfüllung ist. So tief begründet ist das in der Menschheitsevolution, was unsere Anthroposophie uns sein soll, so innig hängt es zusammen mit jener Mahnung, die vom heiligen Gral zu uns herübertönt. Und wenn wir Europa, das Abendland der alten Zeiten, betrachten und schauen in vor- und nachatlantische Zeiten, was in der nachatlantischen Zeit aufgelebt ist von Erinnerungen an atlantische Zeiten, wenn wir schauen, wie im Griechentum, im Apollodienst ein letzter Nachklang auftönt, dahingehend, daß er zeigte, wie durchchristet einstmals in den oberen Welten der spätere nathanische Jesus war, der dann heruntergestiegen ist, das Mysterium von Golgatha verrichtet hat — der durchchristete nathanische Jesus —, wenn wir das verfolgen und uns dann fragen: Woher kam er denn, der Christus? Wie zog er da, indem er von oben nach unten zog, um Erdenherr zu werden, wie zog er? Er zog von Westen nach dem Osten, vom Osten zog er wiederum nach dem Westen. Aus dem Bereiche der höheren Hierarchien selbst ist er in seine äußere Umhüllung heruntergekommen. Die Wesen der höheren Hierarchien haben ihn herabgetragen, ihnen gehörte er an. Schön erinnert uns die Parzivalsage daran, daß das so ist, indem sie sagt: Eine Engelschar brachte zu Titurel den heiligen Gral, das wahre Geheimnis von dem Christus Jesus, von dem Zusammenhang des Erdenherrn mit der jungfräulichen Mutter, und eine Engelschar wartet seiner wiederum im Bereich der höheren Hierarchien. Suchen wir ihn da, dann verstehen wir das Suchen unserer anthroposophischen Weltanschauung, dann dringen wir allmählich immer weiter und weiter vor zu einem Gefühl, zu einer Empfindung von dem Gestirnaspekt des heiligen Gral zu dem menschlichen Aspekt des heiligen Gral, zur Mutter mit dem Jesus, mit dem Christus.

[ 35 ] And we see today how this image of the zodiac has been imprinted upon the soul of the Earth, upon the Earth’s aura, and we are gradually working our way through to the other part of Kepler’s worldview: to that part which also had to remain in the subconscious depths of the soul, but which clearly shows that what we can present today as a cosmology is a fulfillment. So deeply rooted in human evolution is what our anthroposophy is meant to be for us, so intimately connected is it with that admonition that resounds to us from the Holy Grail. And when we consider Europe, the West of ancient times, and look at the pre- and post-Atlantean eras—at what has come to life in the post-Atlantean era from memories of Atlantean times—when we see how in Greek culture, in the cult of Apollo, a final echo resounds, in that it showed how the later Nathanic Jesus had once been permeated by Christ in the higher worlds, who then descended and accomplished the Mystery of Golgotha—the Nathanic Jesus permeated by Christ—when we trace this and then ask ourselves: Where did he come from, this Christ? How did he journey, as he journeyed from above to below to become the Lord of the Earth, how did he journey? He journeyed from the West to the East, and from the East he journeyed back to the West. From the realm of the higher hierarchies themselves he descended into his outer shell. The beings of the higher hierarchies carried him down; he belonged to them. The Parzival legend beautifully reminds us that this is so, by saying: A host of angels brought the Holy Grail to Titurel—the true mystery of Christ Jesus, of the connection between the Lord of the Earth and the Virgin Mother—and a host of angels awaits him again in the realm of the higher hierarchies. If we seek him there, then we understand the seeking of our anthroposophical worldview; then we gradually penetrate further and further toward a feeling, a sense of the celestial aspect of the Holy Grail, toward the human aspect of the Holy Grail, toward the Mother with Jesus, with the Christ.

[ 36 ] Damit haben wir versucht, meine lieben Freunde, ein wenig hinzuweisen in das Gebiet der Menschheitsgeschichte, insofern diese Menschheitsgeschichte von geistigen Kräften getragen ist. Und wenn Sie etwas empfunden haben von dem, was ich durch meine Worte nicht bloß in Ihrem Denken, sondern in Ihrem Gemüte habe anregen wollen, dann ist erreicht, was durch diesen Vortragszyklus hat gesagt sein wollen. Ich hätte ebensogut diesen Zyklus nennen können: «Von der Suche nach dem heiligen Gral.» Dem eigenen Urteil eines jeglichen Menschen mag es überlassen bleiben, ob mit dem, was hier gemeint ist unter dem Zusammenklang aller Religionen, wirklich die über die Erde hin verbreiteten Bekenntnisse sich einmal finden werden. Jedem Menschen mag es überlassen bleiben, für sich selbst das zu entscheiden. Und überlassen bleiben mag auch jeder Seele das Urteil darüber, ob das, was man Einheit der Religionen nennt, mit dem, was wir zu charakterisieren versuchten als die Aufsuchung des heiligen Gral, besser getroffen ist als manches andere, was von der Einheit der Religionen spricht, aber vielleicht etwas ganz anderes ist.

[ 36 ] With this, my dear friends, we have attempted to shed a little light on the realm of human history, insofar as this history is sustained by spiritual forces. And if you have sensed something of what I have sought to stir not merely in your thinking but in your hearts through my words, then the purpose of this lecture series has been fulfilled. I might just as well have titled this series: “On the Quest for the Holy Grail.” It may be left to the judgment of each individual whether what is meant here by the harmony of all religions will one day truly bring together the faiths spread across the earth. It may be left to each person to decide this for themselves. And it may also be left to each soul to judge whether what is called the unity of religions is better described by what we have attempted to characterize as the quest for the Holy Grail than by many other things that speak of the unity of religions but are perhaps something entirely different.

[ 37 ] Wer an eng begrenztem Konfessionellem wird festhalten wollen, wird ja durch das, was gesagt worden ist, zunächst gewiß nicht überzeugt werden können. Das rührt davon her, daß er sein Ohr leiht dem, wovon wir gesehen haben, daß es sich nur an der Oberfläche zugetragen hat, daß es nur die Außenseite ist von den eigentlichen Christus-Taten, die geistiger Art sind. Wie einer durch sein Karma hingeführt worden ist zu diesen Geistestaten des Christus und deshalb als ein großes Vorbild für die Religionseinigung der Erde dasteht, wie Parzival dahingetrieben worden ist, das wollten wir uns vor die Seele führen und gedenken jener Fortsetzung der Parzivalsage, die da sagt, daß der Gral für die Zeit, für die er in Europa dann unsichtbar geworden ist, in das Gebiet des Priesters Johannes getragen worden ist, der sein Reich jenseits der Gebiete hatte, die von den Kreuzzüglern erreicht worden sind. Man verehrte in der Zeit der Kreuzzüge noch das Gebiet des Priesters Johannes, des Nachtfolgers des Parzival, und nach der Art, wie man es suchte, muß man sagen: Wenn auch alles das in irdisch-geographischen Formeln ausgesprochen wurde, der Ort des Johannes ist im Grunde genommen nicht recht auf der Erde zu finden.

[ 37 ] Anyone who wishes to cling to a narrow, denominational perspective will certainly not be convinced by what has been said. This is because they lend an ear to what we have seen takes place only on the surface, to what is merely the outer aspect of the actual deeds of Christ, which are of a spiritual nature. Just as a person has been led by his karma to these spiritual deeds of Christ and thus stands as a great model for the religious unification of the earth, just as Parzival was driven there, we wanted to bring this to mind and recall that continuation of the Parzival legend which says that the Grail, for the time during which it then became invisible in Europe, was carried into the realm of the Priest John, who had his kingdom beyond the territories reached by the Crusaders. During the time of the Crusades, people still revered the realm of the Priest John, the night-follower of Parzival, and judging by the way they sought it, one must say: even if all this was expressed in earthly-geographical terms, the place of John is, strictly speaking, not really to be found on Earth.

[ 38 ] Sollte das eine Ahnung in der europäischen Sage sein, die die Parzivalsage fortsetzen wollte, eine Ahnung davon, daß der Christus, in uns unbewußt, seit jener Zeit auch in den Untergründen des Orients wirkt und daß vielleicht das, was sich im Orient als Religionsstreitereien im Oberbewußtsein abspielt, ebenso überholt werden könnte von den Ausflüssen und Offenbarungen des wahren Christus-Impulses, wie das im Abendlande gemäß der Parzival-Offenbarung angefangen hat zu geschehen? Sollte das Sonnenlicht des Gral berufen sein, über alle Götter der Erde zu leuchten, wie es symbolisch angedeutet ist dadurch, daß, als die Jungfrau hereinbringt die goldglänzende Schale mit dem Geheimnisse des Gral darinnen, der Glanz des Gral die anderen Lichter überstrahlt? Sollten wir erwarten dürfen, daß — im Gegensatz zu dem, was man heute glaubt — die noch unbewußt wirkenden Christus-Kräfte in einer veränderten Form hinzukommen werden zu dem, was heute als Licht im Abendlande erschienen ist, gemäß dem alten Wort: Ex oriente lux? Sollte das Licht mit Licht sich verbinden können? Dazu aber wird notwendig sein, daß wir vorbereitet sind, wir, die durch unser Karma gestellt sind auf den Boden jener geographischen, jener Kulturströmungen, über die hingegangen ist der Zug des Christus, schon als er durchchristet hat den Jesus von Nazareth in überirdischen Regionen, um nach dem Orient zu ziehen. Blicken wir hinauf und ahnen wir, daß durch unsere Höhen der Zug des Christus schon in seinen vorirdischen Offenbarungen gegangen ist. Machen wir uns fähig, ihn so zu verstehen, daß wir das nicht mißverstehen, was er vielleicht einmal zu uns sprechen kann, wenn es an der Zeit ist, daß andere Bekenntnisse der Erde von seinen Impulsen durchflossen sein werden!

[ 38 ] Could this be a hint in the European legend that sought to continue the Parzival saga—a hint that Christ, though unconscious within us, has also been at work in the depths of the Orient since that time, and that perhaps what is playing out in the Orient as religious strife in the conscious mind could likewise be superseded by the outpourings and revelations of the true Christ impulse, just as this has begun to happen in the West according to the Parzival revelation? Is the sunlight of the Grail destined to shine upon all the gods of the earth, as is symbolically indicated by the fact that, when the Virgin brings in the golden-shining bowl containing the mystery of the Grail, the radiance of the Grail outshines the other lights? May we expect that—contrary to what is believed today—the Christ forces, still working unconsciously, will join in a transformed form with what has appeared today as light in the West, in accordance with the ancient saying: Ex oriente lux? Can light unite with light? For this, however, it will be necessary that we be prepared, we who, through our karma, are placed upon the soil of those geographical and cultural currents over which the Christ’s procession has passed, even as he, having permeated Jesus of Nazareth with the Christ in super-earthly regions, set out for the Orient. Let us look up and sense that the Christ’s path has already passed through our heights in his pre-earthly manifestations. Let us make ourselves capable of understanding him in such a way that we do not misunderstand what he may one day speak to us, when the time comes that other creeds of the earth will have been permeated by his impulses!