Christ and the Spiritual World
The Search for the Holy Grail
GA 149
1 January 1914, Leipzig
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Christ and the Spiritual World, tr. SOL
Fünfter Vortrag
Fifth Lecture
[ 1 ] Gesprochen habe ich Ihnen von den Kräften der Sibyllen, aufmerksam habe ich gemacht, daß wir diese Sibyllen wie den Schatten der griechischen Philosophen in Ionien auftauchen sehen, daß sie dann durch Jahrhunderte hindurch teilweise tiefe Weisheit aus ihrem chaotischen Seelenleben hervorzauberten, teilweise eben nur geistiges Chaos zutage förderten und daß sie durch Jahrhunderte hindurch viel mehr, als die äußere Geschichte das zugeben will, das Geistesleben gerade Südeuropas und der angrenzenden Gebiete beherrscht haben. Ich habe sagen wollen, daß mit dieser eigentümlichen Seelenäußerung der Sibyllen überhaupt hingedeutet ist auf eine gewisse Kraft der menschlichen Seele, die in älteren Zeiten, noch in der dritten nachatlantischen Kulturperiode, ihre gute Bedeutung hatte. Aber die Kulturperioden ändern sich im Laufe der geschichtlichen Entwickelung der Menschheit. Die Kräfte, mit denen die Sibyllen dann zeitweilig rechten Unsinn zutage gefördert haben, waren noch durchaus gerechte, gute Seelenkräfte in der dritten nachatlantischen Zeit, als Astrologie getrieben wurde, als die Sternenweisheit hereinwirkte in die menschlichen Seelen und als durch das Hereinwirken der Sternenweisheit harmonisiert wurden die Kräfte, die dann chaotisch im Sibyllentum zum Vorschein kamen. Daraus aber können Sie entnehmen, daß Kräfte, die überhaupt irgendwo in der Welt walten, zum Beispiel speziell jetzt die in den Seelen der Sibyllen waltenden, an sich niemals gut oder schlecht genannt werden können, sondern daß sie, je nachdem an welchem Ort und in welcher Zeit sie auftreten, gut oder schlecht sind. Es sind durchaus gute, berechtigte Kräfte, die in den Seelen der Sibyllen auftraten, nur waren sie für die Seelenentwickelung des vierten nachatlantischen Zeitraumes eben nicht geeignet. Da sollten nicht die Kräfte in den menschlichen Seelen walten, die aus unterbewußten Gründen heraufkamen, sondern die durch die Klarheit des Ich zu den Seelen sprachen. Gestern haben wir gehört, wie gleichsam auf die Unterdrückung der Sibyllenkräfte und auf die Heraufarbeitung der Kräfte, die durch die Klarheit des Ich sprechen, die althebräischen Propheten hinarbeiteten, ja, daß es gerade das wesentliche Charakteristikum des althebräischen Prophetentums ist, die chaotischen Sibyllenkräfte zurückzudrängen und dasjenige heraufzubringen, was durch das Ich sprechen kann.
[ 1 ] I have spoken to you of the powers of the Sibyls; I have pointed out that we see these Sibyls emerge like the shadows of the Greek philosophers in Ionia, that over the centuries they sometimes conjured profound wisdom from their chaotic inner lives, and at other times brought only spiritual chaos to light, and that over the centuries they dominated the spiritual life of Southern Europe and the neighboring regions far more than external history is willing to admit. What I meant to say is that this peculiar expression of the Sibyls’ souls points, in general, to a certain power of the human soul that had its positive significance in earlier times, even in the third post-Atlantean cultural epoch. But cultural epochs change in the course of humanity’s historical development. The forces with which the Sibyls then temporarily brought forth utter nonsense were still entirely just and good soul forces in the third post-Atlantean epoch, when astrology was practiced, when the wisdom of the stars worked its way into human souls, and when, through the influence of this wisdom, the forces that later emerged chaotically in the Sibylline tradition were harmonized. From this, however, you can infer that forces at work anywhere in the world—for example, specifically those at work in the souls of the Sibyls right now—can never in and of themselves be called good or bad, but rather that they are good or bad depending on where and when they occur. These are certainly good, legitimate forces that arose in the souls of the Sibyls; they were simply not suited to the soul development of the fourth post-Atlantean epoch. In that epoch, the forces that should have prevailed in human souls were not those arising from subconscious motives, but rather those that spoke to the souls through the clarity of the I. Yesterday we heard how the ancient Hebrew prophets worked, as it were, toward the suppression of the Sibylline forces and the development of the forces that speak through the clarity of the ego; indeed, that it is precisely the essential characteristic of ancient Hebrew prophecy to push back the chaotic Sibylline forces and bring forth that which can speak through the ego.
[ 2 ] Die Erfüllung dessen, was da die althebräischen Propheten anstrebten, was wir also bezeichnen können als eine Art «Ins-richtige-Geleise-Bringen» der Sibyllenkräfte, die Erfüllung dieser Aufgabe kam durch den Christus-Impuls. Als der Christus-Impuls in der uns bekannten Weise einschlug in die irdische Menschheitsentwickelung, da handelte es sich darum, daß eine Zeitlang diese durch die Sibyllen in chaotischer Weise zutage tretenden Kräfte zurückgedrängt wurden, gleichsam wie ein Fluß zurückgedrängt wird von der Außenwelt, wenn er erst dahinfließt und dann in eine unterirdische Höhle verschwindet, um später wiederum an die Oberfläche zu treten. In einer anderen Form, in der durch den ChristusImpuls geläuterten Form, in der Form, die der Christus-Impuls, nachdem er in die Erdenaura eingeschlagen hatte, diesen Kräften geben konnte, sollten diese Kräfte wieder herauftauchen. Gerade so, wie wir unsere Seelenkräfte, nachdem wir sie erst einmal während eines Tages voll entwickelt haben, in das Unterbewußte der Nacht hineintauchen müssen, um dann wiederum aufzuwachen, so war es notwendig, daß diese Kräfte, die berechtigt waren in der dritten nachatlantischen Kulturperiode, gleichsam ein wenig unter der Oberfläche des Seelenlebens flossen, unbemerkbar, um dann wiederum aufzutauchen, langsam, wie wir dann hören werden, wiederum aufzutauchen. Wir werden also die Erscheinung vor uns haben, daß die Kräfte, die so chaotisch in den Sibyllen sich äußern und die berechtigte Menschenkräfte sind, vom Christus-Impuls gleichsam durchspült werden, aber daß sie in die Untergründe des Seelenlebens hinuntertauchen und daß die Menschheit in ihrem gewöhnlichen Bewußtsein nichts davon weiß, daß der Christus mit diesen Kräften in den Untergründen der Seele weiterarbeitet. Und so ist es in der Tat.
[ 2 ] The fulfillment of what the ancient Hebrew prophets sought—what we might describe as a kind of “setting the Sibylline forces on the right track”—came about through the Christ impulse. When the Christ impulse struck the earthly development of humanity in the manner we know, the point was that for a time these forces, which had been emerging in a chaotic manner through the Sibyls, were pushed back—just as a river is pushed back by the outside world when it first flows there and then disappears into an underground cave, only to resurface later. In a different form—the form purified by the Christ impulse, the form that the Christ impulse could give to these forces after it had struck the Earth’s aura—these forces were to emerge again. Just as we must, after having fully developed our soul forces during the day, plunge them into the subconscious of the night, only to awaken again, so it was necessary that these forces, which were legitimate in the third post-Atlantean cultural epoch, flow, as it were, a little beneath the surface of soul life, unnoticed, only to emerge again, slowly, as we shall hear, to emerge again. We shall thus have before us the phenomenon that the forces which express themselves so chaotically in the Sibyls—and which are legitimate human forces—are, as it were, permeated by the Christ impulse, but that they sink down into the depths of the soul life, and that humanity, in its ordinary consciousness, knows nothing of the fact that Christ continues to work with these forces in the depths of the soul. And so it is indeed.
[ 3 ] Es ist ein großartiges Schauspiel vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus, das Einschlagen dieses Christus-Impulses zu beobachten, zu beobachten, wie sich, vom Konzil zu Nicäa an, die Menschen in ihrem Oberbewußtsein zanken über die Feststellung der Dogmen, wie sie eifern mit ihrem Bewußtsein und wie das Wichtigste für das Christentum in unterbewußten Seelengründen geschieht. Der Christus-Impuls arbeitet nicht da, wo gezankt wird, sondern in den Untergründen; und manches wird noch menschliche Weisheit enthüllen müssen, was uns, wenn wir es nur an der Oberfläche betrachten, vielleicht sonderbar erscheint. Manches wird noch enthüllt werden müssen, weil es wie ein Symptom der Arbeit des Christus-Impulses in den Untergründen des menschlichen Seelenlebens wirkt. So werden wir sehen oder begreifen, daß wichtigste Gestaltungen in bezug auf die Konfiguration der christlichen Strömung im Abendlande nicht geschehen können durch das, worüber sich die Bischöfe zanken, sondern daß wichtige historische Fragen durch Entscheidungen geschehen, die sich in den Untergründen des Seelenlebens abspielen und gleichsam wie Träume herauftauchen in das Bewußtsein; so daß die Menschen aus dem, was sie im Traum wahrnehmen, gleichsam sich nicht enträtseln können, was in den Tiefen geschieht. Und es gibt solche Dinge — ich will nur ein Symptom nennen —, wo wie durch Träume sich heraufspiegelt, was der Christus da unternimmt in den tiefen Seelengründen, um die menschlichen Seelenkräfte im Laufe der abendländischen Geschichtsentwickelung ins rechte Geleise zu bringen.
[ 3 ] From the perspective of Spiritual Science, it is a magnificent spectacle to observe the impact of this Christ impulse, to observe how, beginning with the Council of Nicaea, people quarrel in their conscious minds over the formulation of dogmas, how they strive with their consciousness, and how what is most important for Christianity takes place in the subconscious depths of the soul. The Christ impulse does not work where there is quarreling, but in the depths; and human wisdom will yet have to reveal many things that, if we consider them only on the surface, may seem strange to us. Much will yet have to be revealed, because it acts like a symptom of the work of the Christ impulse in the depths of human soul life. Thus we shall see or understand that the most important developments regarding the configuration of the Christian current in the West cannot come about through what the bishops quarrel about, but that important historical questions are determined by decisions that take place in the depths of the soul and emerge into consciousness, as it were, like dreams; so that people, from what they perceive in their dreams, cannot, as it were, unravel what is happening in the depths. And there are such things—I will mention just one symptom—where, as through dreams, what Christ is undertaking in the deep recesses of the soul is reflected, in order to set the human soul’s powers on the right track in the course of Western historical development.
[ 4 ] Vielleicht kann es doch manche Seele so berühren, daß sie etwas ahnt von dem, was ich eigentlich mit diesen Worten sagen will, wenn wir sehen, daß am 28. Oktober 312, als der Sohn des Constantins Chlorus, Konstantin der Große, gegen Maxentius vor Rom kämpft und eine Entscheidung herbeiführt, die für das ganze Abendland ungeheuer wichtig war in bezug auf die Konfiguration des Christentums, der Kampf und der Sieg in merkwürdiger Weise zustande kommen. Diese Schlacht, meine lieben Freunde, die vor Rom geschlagen wurde von Konstantin, dem Sohne des Constantius Chlorus, gegen seinen Gegner Maxentius, wurde nicht entschieden durch Armeebefehle, nicht durch den bewußten Scharfsinn der Anführer, sondern sie wurde entschieden durch Träume und sibyllinische Zeichen! Und bedeutsam wird uns erzählt von dieser Schlacht, die am 28. Oktober 312 stattfand, daß Maxentius, als Konstantin gegen die Tore Roms anrückte, einen Traum hatte. Der Traum sagte ihm — er war noch innerhalb der Tore —: Bleibe nicht an demselben Ort, wo du bist! Maxentius beging unter dem Einfluß dieses Traumes, der noch verstärkt wurde dadurch, daß man in den Sibyllinischen Büchern über die Aussagen der Sibyllen nachforschte, die größte Torheit — äußerlich betrachtet —, die er machen konnte: Er verließ Rom und führte die Schlacht mit seinem Heere, das viermal stärker war als das des Konstantin, nicht im Schutze der Mauern Roms, sondern außerhalb derselben. Denn die Auskunft der Sibyllinischen Bücher lautete: Wenn du gegen Konstantin außerhalb der römischen Mauern kämpfen wirst, so wirst du den größten Feind Roms vernichten. — Das war so recht einer von diesen sibyllinischen Orakelsprüchen! Maxentius folgte ihm, und zwar mit Mut und Vertrauen, er ging hinaus vor die Tore Roms. So wie einstmals ein anderer sibyllinischer Orakelspruch den Krösus geführt hatte, so führte dieser den Maxentius. Er vernichtete den Feind Roms, sich selber, durch seine Unternehmung.
[ 4 ] Perhaps it can touch some souls in such a way that they sense something of what I actually mean by these words, when we see that on October 28, 312, when Constantine Chlorus’s son, Constantine the Great, fought against Maxentius outside Rome and brought about a decision that was of immense importance for the entire Western world with regard to the configuration of Christianity, the battle and the victory came about in a remarkable way. This battle, my dear friends, which was fought before Rome by Constantine, the son of Constantius Chlorus, against his opponent Maxentius, was not decided by military orders, nor by the conscious acumen of the leaders, but it was decided by dreams and sibylline signs! And significantly, we are told of this battle, which took place on October 28, 312, that Maxentius, as Constantine advanced toward the gates of Rome, had a dream. The dream told him—while he was still within the gates—: “Do not remain where you are!” Under the influence of this dream, which was further reinforced by consulting the Sibylline Books for the prophecies of the Sibyls, Maxentius committed the greatest folly—from an external perspective—that he could have committed: He left Rome and fought the battle with his army, which was four times stronger than Constantine’s, not under the protection of Rome’s walls, but outside them. For the Sibylline Books stated: If you fight against Constantine outside the Roman walls, you will destroy Rome’s greatest enemy. — That was just one of those Sibylline oracles! Maxentius followed it, and indeed with courage and confidence, he went out before the gates of Rome. Just as another Sibylline oracle had once guided Croesus, so this one guided Maxentius. He destroyed Rome’s enemy—himself—through his undertaking.
[ 5 ] Konstantin hatte einen anderen Traum. Ihm sagte der Traum: Führe voran vor deinen Scharen — sie waren nicht so groß, sie waren viermal geringer als die des Maxentius — das Monogramm Christi! Und er ließ es voranführen und er erfocht den Sieg. Eine wichtige Entscheidung für die Konfiguration Europas, durch Träume und sibyllinische Aussprüche entschieden! Da schillert herauf, was in den Untergründen des Seelenlebens der europäischen Menschen geschieht. Wahrhaftig, wie ein Fluß, der in den Höhlungen der Berge verschwunden ist, so daß man ihn oben nicht sieht und oben das Sonderbarste vermuten kann, so strömt fort der Strom des ChristusImpulses in den Untergründen der Seelen der europäischen Menschen und wirkt, wirkt zunächst als okkulte Tatsache.
[ 5 ] Constantine had a different dream. The dream told him: Lead your troops—which were not so large, being four times smaller than those of Maxentius—with the monogram of Christ! And he had it carried at the head of his forces, and he won the victory. A crucial decision for the configuration of Europe, determined by dreams and sibylline utterances! Here shimmers forth what is happening in the depths of the inner lives of the European people. Truly, like a river that has vanished into the caverns of the mountains, so that one cannot see it from above and can only surmise the most wondrous things, so the stream of the Christ impulse flows on in the depths of the souls of the European people and works, works at first as an occult fact.
[ 6 ] Meine lieben Freunde, lassen Sie mich hier an dieser Stelle das Geständnis machen, daß mir in meiner geisteswissenschaftlichen Forschung gerade beim Verfolgen dieser Strömung oftmals sozusagen sich die Spur verloren hat; denn ich mußte suchen, wo sie wieder erschien. Voraussetzen konnte ich, daß der Strom des Christus-Impulses nur langsam erscheint, daß er auch in unserer Zeit noch nicht vollständig erschienen ist, sondern sich nur zeigen kann. Aber wo erscheint er? Das war die Frage. Wie kommt er wieder herauf? Wie taucht er wieder herauf? Wo ergreift er zuerst Seelen so, daß sie beginnen, etwas davon in ihr Bewußtsein heraufzuheben? Wenn Sie, meine lieben Freunde, meine verschiedenen Auseinandersetzungen in Büchern und Zyklen verfolgen, und es geht Ihnen so wie mir mit diesen Auseinandersetzungen, dann werden Sie finden, daß namentlich in den älteren Teilen dieser Auseinandersetzungen zu dem Unbefriedigendsten das gehört, was ich im Zusammenhange mit dem Namen des heiligen Gral gesagt habe. Wie gesagt, mir geht es so, und ich hoffe, daß es auch anderen so gegangen ist. Nicht, als ob ich etwas gesagt hätte, was sich nicht aufrechterhalten ließe, aber gerade, wenn ich dieses aufstellte, so fühlte ich mich unbefriedigt. Ich mußte geben, was sicher gegeben werden kann; denn oftmals, wenn ich jene Strömung, von der ich jetzt gesprochen habe, in ihrem weiteren Fortschritt suchte, wenn ich suchte die weitere okkulte christliche Entwickelung des Abendlandes, dann trat mir vor die Seele die Mahnung: Du mußt erst den Namen des Parzival an seiner rechten Stelle lesen. Und erfahren mußte ich, meine lieben Freunde, daß okkulte Forschungen in einer merkwürdigen Weise geleitet werden. Damit wir nicht verlockt werden, ins Spekulieren zu kommen und uns in Gebiete zu begeben, wo sehr leicht mit der okkulten Wahrheit die Phantasie davonfliegen könnte, werden wir lange, ich möchte sagen, sachte geführt in bezug auf okkulte Forschung, wenn sie die Wahrheit zuletzt an den Tag befördern will, die uns durch sich selber eine Art Überzeugung von ihrer Richtigkeit beibringen kann. So mußte ich mich oftmals ergeben in das Warten mit der Antwort auf die Anforderung: Suche, wo der Name Parzival steht!
[ 6 ] My dear friends, let me confess here that in my research in Spiritual Science, particularly when following this current, I have often, so to speak, lost track of it; for I had to search for where it reappeared. I could assume that the current of the Christ impulse appears only slowly, that even in our time it has not yet fully appeared, but can only begin to reveal itself. But where does it appear? That was the question. How does it rise up again? How does it resurface? Where does it first take hold of souls in such a way that they begin to bring something of it up into their consciousness? If you, my dear friends, follow my various discussions in books and cycles, and if you feel the same way I do about these discussions, then you will find that, particularly in the older parts of these discussions, what I have said in connection with the name of the Holy Grail is among the most unsatisfactory aspects. As I said, this is how I feel, and I hope that others have felt the same way. Not that I said anything that could not be sustained, but precisely when I put this forward, I felt unsatisfied. I had to offer what can certainly be offered; for often, when I sought that current of which I have just spoken in its further progress, when I sought the further occult Christian development of the West, then the admonition arose in my soul: You must first read the name of Parzival in its proper place. And I had to learn, my dear friends, that occult research is guided in a remarkable way. So that we are not tempted to fall into speculation and venture into realms where the imagination could very easily run away with the occult truth, we are guided for a long time—I would say, gently—in regard to occult research, if it is to ultimately bring the truth to light, a truth that can, through itself, impart to us a kind of conviction of its correctness. Thus I often had to resign myself to waiting for the answer to the demand: “Search where the name Parzival stands!”
[ 7 ] Ich hatte, meine lieben Freunde, wohl aufgenommen, was Sie ja alle kennen aus der Parzival-Sage, daß, nachdem Parzival zurückkommt, in einer gewissen Weise geheilt von seinen Irrtümern, und den Weg zum heiligen Gral wiederfindet, ihm da verkündet wird: auf der heiligen Schale wäre glänzend sein Name erschienen. — Er muß also auf dieser heiligen Schale stehen. Wo aber ist die heilige Schale, wo ist sie zu finden? — Das war die Frage. Man wird bei solchen okkulten Forschungen oftmals aufgehalten, so daß man, ich möchte sagen, an einem Tag, in einem Jahr, nicht zuviel tut, damit man nicht durch das Spekulieren über die Wahrheit hinausgetrieben wird: man wird aufgehalten. Marksteine treten auf. Und so sind mir Marksteine aufgetreten im Laufe der eigentlich recht vielen Jahre, in denen ich Antwort suchte auf die Frage: Wo findest du den Namen des Parzival auf der heiligen Schale geschrieben ?
[ 7 ] I had, my dear friends, taken to heart what you all know from the Parzival legend: that after Parzival returns, in a certain sense healed of his errors, and rediscovers the path to the Holy Grail, it is proclaimed to him there: his name had appeared shining on the Holy Grail. — So it must be written on this Holy Grail. But where is the Holy Grail, where is it to be found? — That was the question. One is often held back in such occult investigations, so that, I might say, one does not do too much in a day, in a year, lest one be driven beyond the truth by speculation: one is held back. Milestones appear. And so milestones have appeared to me in the course of the actually quite many years in which I sought an answer to the question: Where do you find the name of Parzival written on the Holy Grail?
[ 8 ] Ich wußte, daß es mancherlei Bedeutungen gebe der heiligen Schale, in der die Hostie, das heißt also eine Scheibe, eine Oblate drinnen ist. Und auf der heiligen Schale selber sollte «Parzival» stehen. Ich wurde auch gewahr, wie tief bedeutsam eine solche Stelle ist wie die des Markus-Evangeliums im 4. Kapitel, Vers 11 und 12, 33 und 34, wo da gesagt wird, daß der Herr vieles gab in Gleichnissen und erst nach und nach die Gleichnisse deutete. Bei der okkulten Forschung wird man auch, und zwar oft nur in Anlehnung an das, wozu einen das Karma führt, ganz stufenweise und sachte geführt; und man weiß nicht, wenn einem etwas entgegentritt, das auf irgendeine Sache Bezug zu haben scheint, was unter dem Einfluß der Kräfte, die aus der spirituellen Welt kommen, einmal in der eigenen Seele aus einer solchen Sache gemacht werden soll. Man weiß oft nicht einmal, daß sich irgend etwas, was man bekommt aus den Tiefen der okkulten Welt heraus, auf irgendein Problem bezieht, das man jahrelang verfolgt. So wußte ich nichts Rechtes damit anzufangen, als ich den norwegischen Volksgeist, den nordischen Volksgeist einmal befragte über den Parzival und er sagte: Lerne verstehen das Wort, das durch meine Kraft geflossen ist in die nordische Parzivalsage: «Ganganda greida» — die herumlaufende Labung etwa — so ähnlich! Ich wußte nichts damit anzufangen. Und wiederum wußte ich nichts damit anzufangen, als ich einmal aus der römischen Peterskirche kam unter dem Eindruck jenes Michelangeloschen Werkes, das man gleich zur rechten Seite findet, der Mutter mit dem Jesus, der so jung noch aussehenden Mutter mit dem bereits toten Jesus im Schoße. Und unter der Nachwirkung — das ist eine solche Führung — des Anschauens dieses Kunstwerkes kam, nicht wie eine Vision, sondern wie eine wahre Imagination aus der geistigen Welt heraus, das Bild, das eingeschrieben ist in die Akasha-Chronik und das uns zeigt, wie Parzival, nachdem er zum erstenmal weggeht von der Gralsburg, wo er nicht gefragt hatte nach den Geheimnissen, die dort walten, im Walde auf eine junge Frau trifft, die den Bräutigam im Schoße hält und ihn beweint. Aber ich wußte, meine lieben Freunde, daß das Bild, ob es nun die Mutter ist oder die Braut, der der Bräutigam weggestorben ist — oftmals wird der Christus der Bräutigam genannt —, eine Bedeutung habe und daß der Zusammenhang, der sich wahrhaftig ohne mein Zutun hinstellte, eine Bedeutung habe.
[ 8 ] I knew that there were various meanings associated with the sacred chalice, which holds the host—that is, a wafer. And the word “Parzival” was supposed to be inscribed on the chalice itself. I also became aware of how profoundly significant a passage such as that in the Gospel of Mark, chapter 4, verses 11 and 12, 33 and 34, is, where it is said that the Lord spoke much in parables and only gradually explained the parables. In occult research, one is also guided—often solely in accordance with where karma leads one—very gradually and gently; and when something comes one’s way that seems to relate to a particular matter, one does not know what, under the influence of the forces coming from the spiritual world, is to be formed in one’s own soul from such a matter. One often does not even know that something one receives from the depths of the occult world relates to some problem one has been pursuing for years. So I didn’t really know what to make of it when I once asked the Norwegian folk spirit, the Nordic folk spirit, about Parzival, and he said: Learn to understand the word that has flowed through my power into the Nordic Parzival saga: “Ganganda greida”—roughly “the wandering refreshment”—something like that! I didn’t know what to make of it. And again, I didn’t know what to make of it when I once came out of St. Peter’s Basilica in Rome under the impression of that work by Michelangelo that one finds immediately on the right, the Mother with Jesus, the Mother who still looks so young with the already dead Jesus in her lap. And under the aftereffect—that is a kind of guidance—of beholding this work of art, there came, not as a vision, but as a true imagination from the spiritual world, the image inscribed in the Akashic Records that shows us how Parzival, after leaving the Grail Castle for the first time—where he had not inquired about the mysteries that reign there—meets a young woman in the forest who holds the bridegroom in her lap and weeps for him. But I knew, my dear friends, that the image—whether it is the mother or the bride whose bridegroom has died—Christ is often called the bridegroom—had a meaning, and that the connection, which truly presented itself without my intervention, had a meaning.
[ 9 ] Mancherlei solche Vorzeichen könnte ich Ihnen noch aufzählen, die sich mir ergeben haben bei meinem Suchen nach der Antwort auf die Frage: Wo steht der Name Parzival auf dem heiligen Gral geschrieben? Denn stehen mußte er darauf, das erzählt uns ja die Sage selber. Nun brauchen wir uns ja nur die allerwichtigsten Züge der Parzivalsage einmal zu vergegenwärtigen.
[ 9 ] I could list many more such signs that have come to my attention in my search for the answer to the question: Where is the name Parzival written on the Holy Grail? For it must be written there; the legend itself tells us so. Now we need only recall the most important features of the Parzival legend.
[ 10 ] Wir wissen, daß Parzival geboren wird von seiner Mutter Herzeleide, nachdem der Vater hinweggezogen war, und daß ihn die Mutter unter großen Schmerzen und traumhaften Erscheinungen ganz eigenartig geboren hat. Wir wissen, daß sie ihn dann behüten wollte vor Ritterübung und Rittertugend, daß sie ihre Besitzungen verwalten ließ und sich in die Einsamkeit zurückzog, daß sie das Kind so auferziehen wollte, daß es ferne blieb von dem, was allerdings in ihm lebte; denn das Kind sollte nicht ausgesetzt sein den Gefahren, denen der Vater ausgesetzt gewesen war. Aber wir wissen auch, daß das Kind früh anfing, aufzusehen zu allem Herrlichen in der Natur, und daß es im Grunde genommen nichts durch die Erziehung seiner Mutter erfuhr, als daß ein Gott waltet, — daß das Kind dann die Tendenz bekam, diesem Gott zu dienen. Aber es wußte nichts von diesem Gott, und als es einmal Rittern begegnete, hielt es diese Ritter für Gott und fiel auf die Knie vor ihnen. Als dann das Kind der Mutter verrät, daß es Ritter gesehen habe und selber ein Ritter werden wolle, zieht ihm die Mutter Narrenkleider an und läßt es hinausziehen. Wir wissen, daß der Knabe hinauszieht, mancherlei Abenteuer besteht, und wissen, daß die Mutter später — was man sentimental nennen möchte, was aber tiefste Bedeutung hat — stirbt an gebrochenem Herzen über das Verschwinden ihres Sohnes, der nicht einmal ihr einen Abschiedsgruß, sich rückwendend, gegeben hat und hinauszog, um Ritter-Abenteuer zu erleben. Wir wissen, daß er auf mancherlei Wanderungen, auf denen er mancherlei erfahren hatte über Ritterwesen und Rittertugend und sich ausgezeichnet hatte, zur Burg des Grals kommt. Ich habe bei anderer Gelegenheit erwähnt, wie wir die literarisch noch beste Gestalt des Herankommens des Parzival an die Gralsburg bei Chrestien de Troyes finden, bei Christian von Troyes; wie uns da dargestellt wird, daß, nachdem er lange Irrfahrten bestanden hatte, Parzival in eine einsame Gegend kommt, wo er zunächst zwei Menschen findet: der eine rudert einen Kahn, der andere fischt vom Kahne aus; wie er dadurch, daß er die Leute fragt, gewiesen wird an den Fischerkönig; wie er den Fischerkönig in der Gralsburg dann trifft. Weiter dann, wie ihm der Fischerkönig, ein schon bejahrter Mann, der schwach geworden ist und sich daher auf dem Ruhebette halten muß, im Gespräch das Schwert, das ein Geschenk seiner Nichte war, überreicht. Wie dann im Saale zuerst ein Knappe erscheint, der einen Speer trägt, welcher blutet — das Blut läuft herab bis an die Hand des Knappen —, da erscheint eine Jungfrau mit dem heiligen Gral, der wie eine Art Schüssel ist. Solcher Glanz aber erstrahlt aus dem, was im Grale ist, daß alle Lichter des Saales überleuchtet werden von dem Lichte des heiligen Gral, wie von Sonne und Mond die Sterne überleuchtet werden. Und dann erfahren wir, wie in diesem heiligen Gral das ist, wovon sich der in einem besonderen Raum befindliche alte Vater des Fischerkönigs ernährt, der nichts bedarf von dem, was so reichlich aufgetragen wird bei der Mahlzeit, an der teilnehmen der Fischerkönig und auch Parzival. Von irdischen Nahrungsmitteln nähren sich diese. Jedesmal aber, wenn ein neuer Gang aufgetragen wird — wie wir heute sagen würden —, geht wiederum der heilige Gral vorbei in die Kammer des Vaters des Fischerkönigs, der alt ist und der nur Nahrung bekommt von dem, was in dem Gral ist. Parzival, dem auf dem Wege dahin von Gurnemanz bedeutet worden ist, daß er nicht zuviel fragen solle, fragt nicht, warum die Lanze blutet, fragt nicht, was die Schüssel des Gral bedeutet — den Namen wußte er natürlich nicht. Er wurde dann, und zwar — wie es bei Christian von Troyes heißt — in demselben Raum, in dem das alles stattgefunden hatte, für die Nacht gebettet. Er hatte sich vorgenommen, am nächsten Morgen zu fragen; aber da fand er das ganze Schloß leer, niemand war da. Er rief nach irgend jemandem. Niemand war da. Er kleidete sich selber an. Nur sein Pferd fand er unten bereit. Er glaubte, daß die Gesellschaft zur Jagd ausgeritten sei, und wollte nachreiten, um das Wunder des Gral zu erfragen. Aber als er über die Zugbrücke geritten war, schnellte diese so schnell hinauf, daß das Pferd springen mußte, um sich vor dem Sturz in den Graben der Burg zu retten. Und er fand nichts von der ganzen Gesellschaft, die er am Vortage gefunden hatte in der Burg. Dann erzählt Christian von Troyes, wie Parzival weiterreitet und in einsamer Waldgegend das Bild findet des Weibes mit dem Manne im Schoße, den sie beweint. Sie ist es, die zuerst ihm bedeutet, wie er hätte fragen sollen, wie er sich darum gebracht hat, die Wirkung seines Fragens um die großen Geheimnisse, die an ihn herangetreten sind, zu erleben. Wir wissen nach Christian von Troyes, daß er noch mancherlei Irrfahrten durchmachte und daß er gerade an einem Karfreitag zu einem Einsiedler kommt, der Trevericent heißt; wir wissen, daß er von diesem hingewiesen wird darauf, wie man seiner flucht, weil er versäumt hat, das herbeizuführen, was wie eine Erlösung für den Fischerkönig hätte wirken können: zu fragen nach den Wundern der Burg. Mancherlei Lehre empfängt er dann.
[ 10 ] We know that Parzival was born to his mother Herzeleide after his father had left, and that his mother gave birth to him in a most unusual way, amid great pain and dreamlike visions. We know that she then wanted to shield him from knightly training and knightly virtues, that she had her estates managed by others and withdrew into solitude, that she wanted to raise the child in such a way that he remained distant from what was indeed alive within him; for the child was not to be exposed to the dangers to which his father had been exposed. But we also know that the child began early on to look up to all that is magnificent in nature, and that, in essence, the child learned nothing from his mother’s upbringing except that a God reigns—that the child then developed a tendency to serve this God. But it knew nothing of this God, and when it once encountered knights, it took these knights for God and fell to its knees before them. When the child then tells its mother that it has seen knights and wants to become a knight itself, the mother dresses it in a jester’s costume and sends it out. We know that the boy sets out, undergoes various adventures, and we know that the mother later—in what one might call a sentimental way, but which has the deepest meaning—dies of a broken heart over the disappearance of her son, who did not even give her a farewell greeting, turning back, and set out to experience knightly adventures. We know that after many wanderings, during which he learned much about knighthood and knightly virtue and distinguished himself, he arrives at the Castle of the Grail. I have mentioned on another occasion how we find the best literary depiction of Parzival’s approach to the Grail Castle in Chrestien de Troyes, in Christian von Troyes; how it is depicted there that, after having endured long wanderings, Parzival comes to a lonely region where he first finds two people: one is rowing a boat, the other is fishing from the boat; how, by asking these people, he is directed to the Fisher-King; how he then meets the Fisher-King in the Grail Castle. Further, how the Fisher-King, an elderly man who has grown frail and must therefore remain on his bed of rest, hands him the sword—a gift from his niece—during their conversation. Then, in the hall, a squire first appears carrying a spear that is bleeding—the blood runs down to the squire’s hand—and a maiden appears with the Holy Grail, which is like a kind of bowl. But such radiance shines forth from what is in the Grail that all the lights in the hall are outshone by the light of the Holy Grail, just as the stars are outshone by the sun and moon. And then we learn how it is that the old father of the Fisher King, who is in a separate room, is nourished by what is in this Holy Grail; he needs nothing of what is so abundantly served at the meal in which the Fisher King and also Parzival partake. They, however, are nourished by earthly food. But every time a new course is served—as we would say today—the Holy Grail passes once more into the chamber of the Fisher King’s father, who is old and who receives nourishment only from what is in the Grail. Parzival, who had been warned by Gurnemanz on the way there not to ask too many questions, does not ask why the lance is bleeding, does not ask what the Grail bowl signifies—he did not, of course, know its name. He was then—as Christian von Troyes relates—put to bed for the night in the very same room where all this had taken place. He had resolved to ask the next morning; but when he woke, he found the entire castle empty—no one was there. He called out for someone. No one was there. He dressed himself. Only his horse was waiting for him downstairs. He thought the company had ridden out on a hunt and wanted to follow them to inquire about the miracle of the Grail. But as he rode across the drawbridge, it shot up so quickly that the horse had to leap to save itself from falling into the castle moat. And he found no trace of the entire company he had found in the castle the day before. Then Chrétien de Troyes recounts how Parzival rides on and, in a lonely forest, finds the image of the woman with the man in her lap, whom she is weeping over. It is she who first tells him how he should have asked, how he has thus deprived himself of experiencing the effect of his questioning regarding the great mysteries that have come to him. We know from Christian von Troyes that he underwent many more trials and that, on Good Friday, he comes upon a hermit named Trevericent; we know that this hermit points out to him how he is being punished because he failed to bring about what could have served as a salvation for the Fisher King: to ask about the wonders of the castle. He then receives various teachings.
[ 11 ] Nun enthüllte sich mir, als ich versuchte, Parzival zu seinem Einsiedler zu begleiten, ein Wort, das so, wie ich es auszusprechen habe nach den geisteswissenschaftlichen Forschungen, nirgends übermittelt ist, das ich aber glaube in völliger Wahrheit behaupten zu können. Ein Wort machte tiefen Eindruck auf mich, das der alte Einsiedler gesprochen hatte zu Parzival, nachdem er in Worten, in denen er es eben konnte, ihn aufmerksam gemacht hatte auf das Mysterium von Golgatha, von dem Parzival wenig wußte, trotzdem er an einem Karfreitag dahergekommen war. Da sprach der Alte ein Wort. Er sagte — ich spreche jetzt in Worten, die uns geläufig sind, die vollständig getreu nur dem Sinne nach sind —: Gedenke, was gelegentlich des Mysteriums von Golgatha geschehen ist! Lenke hinauf den Blick zu dem am Kreuz hängenden Christus, der zu Johannes das Wort sprach: «Von Stunde an ist das deine Mutter», — und Johannes verließ sie nicht. Du aber — so sagte der Alte zu Parzival —, du hast deine Mutter Herzeleide verlassen. Sie ging um deinetwillen aus der Welt! — Den völligen Zusammenhang verstand Parzival nicht, aber Worte waren es, die zu ihm gesprochen waren, ich möchte sagen, in der spirituellen Absicht, daß sie wirkten in seiner Seele wiederum als Bild, damit er den karmischen Ausgleich finde für das Verlassen der Mutter eben in dem Bilde des Johannes, der die Mutter nicht verläßt. Das sollte nachwirken in seiner Seele. Dann hören wir weiter, wie Parzival eine kurze Zeit bei dem Einsiedler verbleibt und wie er dann den Weg zum heiligen Gral wiederum sucht. Da ist es eben, daß er den Gral findet, kurz oder unmittelbar vor dem Tode des alten Amfortas, des Fischerkönigs. Dann ist es, daß ihm die Ritterschaft des heiligen Gral, die heilige Ritterschaft entgegenkommt mit den Worten: Dein Name erglänzt im Gral! Du bist der künftige Herrscher, der König des Gral, denn dein Name ist von der heiligen Schale erglänzend erschienen! — Parzival wird Gralskönig. Also es steht der Name Parzival auf der heiligen, goldglänzenden Schale, in der eine Hostie ist. Da steht er drauf.
[ 11 ] Now, as I attempted to accompany Parzival to his hermit, a word was revealed to me—one that, as I must pronounce it according to Spiritual Science research, is not recorded anywhere, but which I believe I can assert with complete truth. A word made a deep impression on me, one that the old hermit had spoken to Parzival after he had, in the words he was able to use, drawn his attention to the Mystery of Golgotha, of which Parzival knew little, even though he had come on Good Friday. Then the old man spoke a word. He said—I am now speaking in words that are familiar to us, which are completely faithful only in meaning—: Remember what happened in connection with the Mystery of Golgotha! “Lift your gaze to Christ hanging on the cross, who spoke these words to John: ‘From this hour on, she is your mother’—and John did not forsake her. But you,” said the old man to Parzival, “you have forsaken your mother, Herzeleide. She left this world for your sake!” — Parzival did not understand the full context, but these were words spoken to him, I might say, with the spiritual intention that they might take effect in his soul as an image, so that he might find karmic balance for abandoning his mother precisely in the image of John, who does not abandon his mother. This was meant to have a lasting effect in his soul. Then we hear further how Parzival stays with the hermit for a short time and how he then seeks the path to the Holy Grail once more. It is then that he finds the Grail, shortly before or immediately before the death of the old Amfortas, the Fisher King. Then it is that the knighthood of the Holy Grail, the holy knighthood, comes to meet him with the words: Your name shines in the Grail! You are the future ruler, the King of the Grail, for your name has appeared shining from the Holy Grail! — Parzival becomes King of the Grail. So the name Parzival is inscribed on the holy, golden-shining chalice, in which there is a host. It is inscribed there.
[ 12 ] Und nun, da es sich mir darum handelte, die Schale zu finden, da wurde ich zunächst irregeführt, durch einen gewissen Umstand irregeführt, meine lieben Freunde. Es ist — ich sage das in aller Bescheidenheit, nicht um irgendwie damit etwas Unbescheidenes auszudrücken —, es ist mir immer notwendig erschienen bei der okkulten Forschung, nicht nur zu berücksichtigen, was sich unmittelbar aus okkulten Quellen heraus ergibt, sondern, wenn es sich um ein ernstes Problem handelt, zu berücksichtigen das, was die äußere Forschung zutage gefördert hat. Und das ist überhaupt gut, so scheint es mir, wenn man nicht nachläßt, bei der Verfolgung eines Problems wirklich gewissenhaft alles das zu Rate zu ziehen, was die äußere Gelehrsamkeit zu sagen hat, damit man sozusagen auf der Erde bleibt, nicht ganz sich verliert im Wolkenkuckucksheim. Hier war es, daß diese exoterische Gelehrsamkeit mich irregeführt hat. Gerade durch das, was sie zutage gefördert hat, hat sie mich vom rechten Pfad zunächst — vor längerer Zeit eben schon — abgelenkt; denn aus dieser exoterischen Forschung konnte ich ersehen, daß Wolfram von Eschenbach, als er seinen Parzival — so sagt diese exoterische Forschung — anfing zu dichten, nach seinen eigenen Aussprüchen benutzt hat jenen Chrestien de Troyes und einen gewissen Kyot. Dieser Kyot ist von der äußeren exoterischen Forschung nicht aufzufinden, und sie hält ihn daher für eine Erfindung des Wolfram von Eschenbach, gleichsam als wenn Wolfram von Eschenbach für das viele, was er hinzufügt zu dem, was er in Chrestien de Troyes findet, noch eine andere Quelle hätte finden wollen. Höchstens das eine will die äußere Wissenschaft zugeben, daß dieser Kyot ein Abschreiber war der Werke Christians von Troyes und daß Wolfram von Eschenbach eben diese Sache dann in einer etwas phantasievollen Weise ausgebaut habe.
[ 12 ] And now, since my aim was to find the bowl, I was initially led astray—led astray by a certain circumstance, my dear friends. It is—and I say this in all modesty, not to imply anything immodest—it has always seemed necessary to me in occult research not only to take into account what emerges directly from occult sources, but, when dealing with a serious problem, to take into account what external research has brought to light. And that is generally a good thing, it seems to me, if one does not neglect, in the pursuit of a problem, to truly conscientiously consult everything that exoteric scholarship has to say, so that one remains, so to speak, on the ground and does not lose oneself entirely in a cloud cuckoo land. It was here that this exoteric scholarship misled me. It was precisely through what it had brought to light that it initially—indeed, quite some time ago—led me astray from the right path; for from this exoteric research I could see that Wolfram von Eschenbach, when he began to compose his *Parzival*—so this exoteric research claims—made use, according to his own statements, of Chrestien de Troyes and a certain Kyot. This Kyot cannot be found by external exoteric research, and it therefore regards him as an invention of Wolfram von Eschenbach, as if Wolfram von Eschenbach had wanted to find yet another source for the many things he adds to what he finds in Chrestien de Troyes. At most, external scholarship is willing to concede that this Kyot was a copyist of the works of Chrestien de Troyes and that Wolfram von Eschenbach then expanded upon this very matter in a somewhat imaginative manner.
[ 13 ] Sie sehen, wozu einen diese äußere Forschung führen muß. Sie muß einen dazu führen, mehr oder weniger abzusehen von dem Wege, der über jenen Kyot führt, denn er wird von der äußeren Forschung eigentlich als eine Erfindung des Wolfram von Eschenbach angesehen. In derselben Zeit — das sind wiederum solche karmischen Fügungen —, in der ich gewissermaßen da durch die äußere Forschung irregeführt worden war, trat etwas anderes an mich heran. Das, was da an mich herantrat, das möchte ich so ausdrükken — ich habe es ja öfter schon dargestellt in meiner «Geheimwissenschaft», in Zyklen und so weiter: Die nachatlantischen Epochen, sie tauchen so, wie sie sich abgewickelt haben vor dem Mysterium von Golgatha, vor dem vierten nachatlantischen Zeitraum, in einer gewissen Weise nach diesem Zeitraum wiederum auf. So daß in gewisser Weise der dritte nachatlantische Zeitraum zuerst in unserer fünften Kulturepoche wiederum auftaucht, der zweite wird uns in der sechsten, und der erste Zeitraum, derjenige der heiligen Rishis, wird in der siebenten Kulturperiode so auftauchen, wie ich das öfter dargestellt habe. Es zeigte sich mir nun — und das ist ein Forschungsergebnis vieler Jahre — immer klarer und klarer, daß wirklich in unserem Zeitraum sich so etwas herauflebt wie ein eben von dem Christus-Impuls durchzogenes Auferstehen der Astrologie des dritten nachatlantischen Zeitraumes. In anderer Weise zwar, als man dazumal in den Sternen geforscht hat, müssen wir heute in den Sternen forschen, aber die Sternenschrift muß uns wiederum etwas werden, was uns etwas sagt. Und siehe da, in einer merkwürdigen Art assoziierten sich, stellten sich zusammen dieser Gedanke von dem Wiederauftauchen der Sternenschrift und der von dem Geheimnis des Parzival. So daß ich nicht mehr umhin konnte, daran zu glauben, daß die beiden erwas miteinander zu tun haben. Da trat vor meine Seele, meine lieben Freunde, ein Bild. Das Bild ergab sich mir, als ich im Geiste zu begleiten versuchte Parzival, wie er von Trevericent wiederum nach der Gralsburg hinzieht. Gerade die Begegnung mit diesem Einsiedler wird uns von Christian von Troyes in einer schönen, herzergreifenden Weise dargestellt. Ich möchte Ihnen ein kleines Stück aus dieser Stelle zur Vorlesung bringen, wie Parzival hinkommt zum Einsiedler:
[ 13 ] You see where this external research must lead one. It must lead one to more or less abandon the path that leads through that Kyot, for external research actually regards it as an invention of Wolfram von Eschenbach. At the same time—and this, too, is a matter of karmic coincidence—when I had, so to speak, been led astray by external research, something else approached me. What approached me then, I would like to express it this way—I have, after all, described it often enough in my *Secret Science*, in cycles and so on: The post-Atlantean epochs, as they unfolded before the Mystery of Golgotha, before the fourth post-Atlantean epoch, reappear in a certain way after this epoch. So that, in a certain sense, the third post-Atlantean epoch first reappears in our fifth cultural epoch, the second will appear to us in the sixth, and the first epoch, that of the holy Rishis, will appear in the seventh cultural epoch, just as I have often described. It became increasingly clear to me—and this is the result of many years of research—that something is truly emerging in our era akin to a resurrection of the astrology of the third post-Atlantean epoch, now permeated by the Christ impulse. We must study the stars today in a different way than people did back then, but the language of the stars must once again become something that speaks to us. And lo and behold, in a strange way, this thought of the reappearance of the star script and that of the mystery of Parzival became associated, came together. So that I could no longer help but believe that the two have something to do with one another. Then, my dear friends, an image arose before my soul. The image came to me as I tried in my mind to accompany Parzival as he journeys once more from Trevericent to the Grail Castle. It is precisely this encounter with the hermit that Christian von Troyes depicts for us in a beautiful, heart-rending way. I would like to read you a short passage from this passage, describing how Parzival arrives at the hermit’s dwelling:
Er gibt dem Roß dahin den Lauf
Und seufzt aus tiefem Herzen auf,
Weil er vor Gott sich schuldig fühlt
Und Reue in der Brust ihm wühlet.
Mit Weinen kommt er durch den Wald,
Doch vor der Klause macht er halt,
Steigt ab von seinem Pferde,
Lest seine Wehr zur Erde —
Und findt in einem Kirchlein klein
Den frommen Mann. In seiner Pein
Er vor ihm auf die Knie sinkt,
Das Naß, das ihm vom Auge blinkt,
Rollt endlos nieder auf sein Kinn,
Als er in kindlich schlichtem Sinn
Die Hände vor ihm faltet.
«Der Ihr des Trostes waltet,
Mein reuiges Geständnis hört:
Fünf Jahre war ich wahnbetört,
Daß ohne Glauben ich gelebt
Und nach dem Bösen nur gestrebt.»
«Sag mir, warum du das getan,
Und bitte Gott, daß er dich nah’n
Dereinst noch läßt der Sel’gen Schar.»
«Beim Fischerkönig einst ich war;
Ich sah den Speer, von dessen Stahl
Es blutig tropft. Ich sah den Gral
Und unterließ die Frage,
Was dieses Blut besage,
Und was der Gral bedeute.
Seit diesem Tag bis heute
War ich in schwerer Seelennot.
Weit besser wäre mir der Tod!
Und da vergaß ich unsern Herrn
Und blieb von seiner Gnade fern.»
«So sage mir, wie man dich nennt.»
«Als Parzival man mich erkennt.»
Da seufzt der Greis aus tiefster Brust:
Der Name ist ihm wohl bewußt.
Er spricht: «Dem Leid hat dich vermählt,
Was ohne Wissen du gefehlt.»
He lets his horse run free
And sighs from the depths of his heart,
For he feels guilty before God
And remorse gnaws at his heart.
Weeping, he makes his way through the forest,
But he stops before the hermitage,
Dismounts from his horse,
Lays down his armor on the ground —
And finds in a small chapel
The pious man. In his anguish
He sinks to his knees before him,
The tears glistening in his eyes,
Roll endlessly down his chin,
As, with childlike simplicity
He folds his hands before him.
“You who bestow comfort,
Hear my repentant confession:
For five years I was deluded by madness,
So that I lived without faith
And strove only for evil.”
“Tell me why you did this,
And pray to God that He may let you
One day join the blessed host.”
“I was once with the Fisher King;
I saw the spear, from whose steel
Blood drips. I saw the Grail
And failed to ask
What this blood signifies,
And what the Grail means.
From that day until now
I have been in deep spiritual distress.
Death would be far better for me!
And so I forgot our Lord
And remained far from His grace.”
“So tell me, what is your name?”
“I am known as Parzival.”
Then the old man sighs from the depths of his heart:
He is well aware of the name.
He speaks: “Suffering has wedded you,
To what you have done without knowing.”
[ 14 ] Und dann entspinnen sich die Gespräche zwischen dem Klausner und dem Parzival, von denen ich gerade vorhin gesprochen habe. Und als ich dann zu begleiten versuchte im Geist den Parzival, als er nach dem Aufenthalt bei dem Klausner wieder zum Grale zog, da war es mir oftmals, als ob in der Seele aufglänzte, wie er dahinritt bei Tag und bei Nacht und wie er hingegeben war der Natur bei Tag und den Sternen bei Nacht, als ob in sein Unbewußtes hereingesprochen hätte die Sternenschrift und als ob diese Sternenschrift nur eine Vorherverkündigung wäre von dem, was ihm die heilige Ritterschaft, die ihm vom Gral entgegenkam, sagte: «Vom heiligen Gral erglänzt dein Name leuchtend.» Aber Parzival wußte offenbar nichts zu machen mit dem, was ihm aus den Sternen herunter erschien, denn es blieb in seinem Unbewußten, und daher kann man es auch nicht so recht deuten, wenn man auch noch so sehr versucht, durch geisteswissenschaftliche Forschung sich hineinzuvertiefen.
[ 14 ] And then the conversations between the hermit and Parzival, which I mentioned just a moment ago, begin to unfold. And when I then tried to accompany Parzival in spirit as he set out again for the Grail after his stay with the hermit, it often seemed to me as if a light shone in my soul as he rode on day and night, and as he was surrendered to nature by day and to the stars by night, as if the writing of the stars had spoken into his unconscious, and as if this writing of the stars were merely a foretelling of what the holy knighthood, which came to meet him from the Grail, told him: “From the Holy Grail your name shines brightly.” But Parzival apparently knew not what to make of what appeared to him from the stars, for it remained in his unconscious, and therefore one cannot really interpret it, no matter how hard one tries to delve into it through Spiritual Science research.
[ 15 ] Dann versuchte ich noch einmal zurückzukommen auf den Kyot, und siehe da: Besonders eines, was Wolfram von Eschenbach von ihm sagt, machte einen tiefen Eindruck, und ich mußte es zusammenbringen mit dem «Ganganda greida». Es stellte sich selber zusammen. Ich mußte es auch zusammenbringen mit dem Bilde des Weibes, das den Bräutigam, den toten, im Schoße hält. Es war einmal, als ich, wie gar nicht suchend, auf dieses Wort stieß, das von Kyot gesagt wird. Das Wort heißt: «er jach, ez hiez ein dinc der grâl» — er sagte, ein Ding hieß der Gral. Und dann werden wir verwiesen durch die exoterische Forschung selber, wie er kam zu dem: er jach, ez hiez ein dinc der grâl. Er bekam ein Buch in die Hand von Flegetanis in Spanien. Das ist ein astrologisches Buch. Kein Zweifel, man darf sich sagen: Kyot ist sogar der, der angeregt durch den Flegetanis — einen, den er Flegetanis nennt und in dem gewissermaßen etwas auflebt von der Kenntnis der Sternenschrift —, angeregt also durch diese wiederauflebende Astrologie, das Ding sieht, das der Gral heißt. Jetzt wußte ich, daß der Kyot nicht aufzugeben ist, daß er gerade eine wichtige Spur erschließt, wenn man geisteswissenschaftlich forscht: daß er also wenigstens den Gral gesehen hat.
[ 15 ] Then I tried once more to return to the Kyot, and lo and behold: one thing in particular that Wolfram von Eschenbach says about him made a deep impression on me, and I had to connect it with the “Ganganda greida.” It all came together on its own. I also had to connect it with the image of the woman holding the bridegroom—the dead one—in her womb. Once, when I came across this word spoken of Kyot without even looking for it. The word is: “er jach, ez hiez ein dinc der grâl”—he said, a thing was called the Grail. And then we are led by exoteric research itself to how he arrived at: er jach, ez hiez ein dinc der grâl. He received a book from Flegetanis in Spain. It is an astrological book. No doubt, one may say to oneself: Kyot is indeed the one who, inspired by Flegetanis—a man he calls Flegetanis and in whom, in a sense, something of the knowledge of the star script comes to life—inspired, that is, by this revived astrology, sees the thing called the Grail. Now I knew that Kyot must not be dismissed, that he is precisely uncovering an important clue when one conducts Spiritual Science research: that he has, at the very least, seen the Grail.
[ 16 ] Wo also ist der Gral, der heute so gefunden werden muß, daß darauf steht der Name des Parzival, wo ist er zu finden? Nun, Sie sehen, im Verlaufe meiner Forschung hat sich mir ergeben, daß er in der Sternenschrift gesucht werden muß — zunächst der Name —. Und dann ergab es sich mir eines Tages, den ich als einen für mich besonders bedeutsamen ansehen muß, wo die goldglänzende Schüssel in ihrer Realität zu finden ist; zunächst so, daß wir durch sie — da, wo sie sich durch ihr Sternenschriftsymbolum ausdrückt — geführt werden auf das Geheimnis des Gral. Und da sah ich denn in der Sternenschrift dasjenige, was jeder sehen kann — nur findet er zunächst nicht das Geheimnis der Sache. Denn eines Tages erglänzte mir, als ich mit innerem Schauen verfolgte die goldglänzende Mondsichel, wenn sie am Himmel so erscheint, daß der dunkle Mond darin wie eine große Scheibe schwach sichtbar ist, so daß man schaut äußerlich-physisch den goldglänzenden Mond — Ganganda greida, die hinwandelnde Wegzehrung — und darin die große Hostie, die dunkle Scheibe, das, was man nicht sieht vom Monde, wenn man nur oberflächlich hinschaut, was man sieht, wenn man genauer hinschaut. Denn dann sieht man die dunkle Scheibe, und in wunderbaren Lettern der okkulten Schrift auf der Mondessichel — den Namen Parzival! Das, meine lieben Freunde, war zunächst die Sternenschrift. Denn in der Tat, im richtigen Licht gesehen, ergibt dieses Lesen der Sternenschrift für unser Herz und unseren Sinn etwas — wenn vielleicht auch noch nicht alles — von dem Parzival-Geheimnis, von dem Geheimnis des heiligen Gral. Was ich Ihnen darüber noch kurz anzudeuten habe, werde ich versuchen, Ihnen morgen zu sagen.
[ 16 ] So where is the Grail, which must be found today bearing the name of Parzival—where is it to be found? Well, you see, in the course of my research it has become clear to me that it must be sought in the language of the stars—the name, at least. And then one day—a day I must regard as particularly significant for me—it became clear to me where the gleaming golden bowl can be found in reality; first of all, in such a way that through it—where it expresses itself through its star-script symbol—we are led to the mystery of the Grail. And there I saw in the star script what anyone can see—only at first they do not find the secret of the matter. For one day it dawned on me, as I followed with inner vision the gleaming golden crescent moon when it appears in the sky such that the dark moon is faintly visible within it like a great disk, so that one sees outwardly and physically the gleaming golden moon — Ganganda greida, the passing wayfare — and within it the great Host, the dark disk, that which one does not see of the moon when one looks only superficially, that which one sees when one looks more closely. For then one sees the dark disk, and in wondrous letters of the occult script upon the crescent moon—the name Parzival! That, my dear friends, was the star writing for now. For indeed, seen in the right light, this reading of the star writing reveals to our hearts and minds something—if perhaps not yet everything—of the Parzival mystery, of the mystery of the Holy Grail. What I still have to briefly hint at regarding this, I will try to tell you tomorrow.
