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The Rudolf Steiner Archive

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From the Akashic Records
GA 11

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IV. Die Lemurische Rasse

[ 1 ] Hier wird ein Stück aus der Akasha-Chronik mitgeteilt, das sich auf eine sehr ferne Urzeit in der Menschheitsentwickelung bezieht. Diese Zeit geht derjenigen voraus, welche in den vorhergehenden Darstellungen geschildert worden ist. Es handelt sich um die dritte menschliche Wurzelrasse, von welcher in theosophischen Büchern gesagt wird, daß sie den lemurischen Kontinent bewohnt hat. Dieser Kontinent lag — im Sinne dieser Bücher — im Süden von Asien, dehnte sich aber ungefähr von Ceylon bis Madagaskar aus. Auch das heutige südliche Asien und Teile von Afrika gehörten zu ihm. — Wenn auch beim Entziffern der ,,Akasha-Chronik" alle mögliche Sorgfalt angewendet worden ist, so muß doch betont werden, daß nirgends für diese Mitteilungen irgendwelcher dogmatischer Charakter in Anspruch genommen werden soll. Ist schon das Lesen von Dingen und Ereignissen, welche dem gegenwärtigen Zeitalter so fernliegen, nicht leicht, so bietet die Übersetzung des Geschauten und Entzifferten in die gegenwärtige Sprache fast unübersteigliche Hindernisse. — Zeitangaben werden später gemacht werden. Sie werden besser verstanden werden, wenn die ganze lemurische Zeit und auch noch diejenige unserer (fünften) Wurzelrasse bis zur Gegenwart durchgenommen sein werden. — die Dinge, die hier mitgeteilt werden, sind auch für den Okkultisten, der sie zum ersten Male liest, überraschend — obgleich das Wort nicht ganz zutreffend ist. Deshalb darf er sie nur nach der sorgfältigsten Prüfung mitteilen.


[ 2 ] Der vierten (atlantischen) Wurzelrasse ging die sogenannte lemurische voran. Innerhalb ihrer Entwickelung vollzogen sich mit Erde und Mensch Tatsachen von der allergrößten Bedeutung. Doch soll hier zuerst etwas über den Charakter dieser Wurzelrasse nach diesen Tatsachen gesagt und dann erst auf die letzteren eingegangen werden. Im großen und ganzen war bei dieser Rasse das Gedächtnis noch nicht ausgebildet. Die Menschen konnten sich zwar Vorstellungen machen von den Dingen und Ereignissen; aber diese Vorstellungen blieben nicht in der Erinnerung haften. Daher hatten sie auch noch keine Sprache im eigentlichen Sinne. Was sie in dieser Beziehung hervorbringen konnten, waren mehr Naturlaute, die ihre Empfindungen, Lust, Freude, Schmerz und so weiter ausdrückten, die aber nicht äußerliche Dinge bezeichneten. — Aber ihre Vorstellungen hatten eine ganz andere Kraft als die der späteren Menschen. Sie wirkten durch diese Kraft auf ihre Umgebung. Andere Menschen, Tiere, Pflanzen und selbst leblose Gegenstände konnten diese Wirkung empfinden und durch bloße Vorstellungen beeinflußt werden. So konnte der Lemurier seinen Nebenmenschen Mitteilungen machen, ohne daß er eine Sprache nötig gehabt hätte. Diese Mitteilung bestand in einer Art «Gedankenlesen». Die Kraft seiner Vorstellungen schöpfte der Lemurier unmittelbar aus den Dingen, die ihn umgaben. Sie floß ihm zu aus der Wachstumskraft der Pflanzen, aus der Lebenskraft der Tiere. So verstand er Pflanzen und Tiere in ihrem inneren Weben und Leben. Ja, er verstand so auch die physischen und chemischen Kräfte der leblosen Dinge. Wenn er etwas baute, brauchte er nicht erst die Tragkraft eines Holzstammes, die Schwere eines Bausteines zu berechnen, er sah dem Holzstamme an, wieviel er tragen kann, dem Baustein, wo er durch seine Schwere angebracht ist, wo nicht. So baute der Lemurier ohne Ingenieurkunst aus seiner mit der Sicherheit einer Art Instinktes wirkenden Vorstellungskraft heraus. Und er hatte dabei seinen Körper in hohem Maße in seiner Gewalt. Er konnte seinen Arm stählen, wenn es nötig war, durch bloße Anstrengung des Willens. Ungeheure Lasten konnte er zum Beispiel heben durch bloße Willensentwickelung. Diente später dem Atlantier die Herrschaft über die Lebenskraft, so diente dem Lemurier die Bemeisterung des Willens. Er war — der Ausdruck soll nicht mißverstanden werden — auf allen Gebieten niederer menschlicher Verrichtungen der geborene Magier.

[ 3 ] Auf die Ausbildung des Willens, der vorstellenden Kraft war es bei den Lemuriern abgesehen. Die Kindererziehung war ganz darauf angelegt. Die Knaben wurden in der kräftigsten Art abgehärtet. Sie mußten lernen, Gefahren bestehen, Schmerzen überwinden, kühne Handlungen vollziehen. Diejenigen, welche Martern nicht ertragen, Gefahren nicht bestehen konnten, wurden als keine nützlichen Mitglieder der Menschheit angesehen. Man ließ sie unter den Strapazen zugrunde gehen. Was die Akasha-Chronik in bezug auf diese Kinderzucht zeigt, übersteigt alles, was sich der gegenwärtige Mensch in der kühnsten Phantasie auszumalen vermag. Das Ertragen von Hitze bis zur versengenden Glut, das Durchstechen des Körpers mit spitzen Gegenständen waren ganz gewöhnliche Prozeduren. — anders war die Mädchenzucht. Zwar wurde auch das weibliche Kind abgehärtet; aber es war alles übrige darauf angelegt, daß es eine kräftige Phantasie entwickele. Es wurde zum Beispiel dem Sturm ausgesetzt, um seine grausige Schönheit ruhig zu empfinden; es mußte den Kämpfen der Männer zusehen, angstlos, nur durchdrungen von dem Gefühle für die Stärke und Kraft, die es vor sich sah. Die Anlagen zur Träumerei, zum Phantasieren entwickelten sich dadurch bei dem Mädchen; aber diese schätzte man besonders hoch. Und da ein Gedächtnis nicht vorhanden war, so konnten diese Anlagen auch nicht ausarten. Die betreffenden Traumoder Phantasievorstellungen hielten nur solange an, als die entsprechende äußere Veranlassung vorlag. Sie hatten also insofern ihren guten Grund in den äußeren Dingen. Sie verloren sich nicht ins Bodenlose. Es war sozusagen die Phantastik und Träumerei der Natur selbst, die in das weibliche Gemüt gesenkt wurde.

[ 4 ] Wohnungen in unserem Sinne hatten die Lemurier, ausgenommen in ihrer letzten Zeit, nicht. Sie hielten sich da auf, wo die Natur selbst dazu Gelegenheit gab. Erdhöhlen zum Beispiel, die sie benutzten, gestalteten sie nur so um, statteten sie mit solchen Zutaten aus, wie sie dies brauchten. Später bauten sie sich auch aus Erdreich solche Höhlen; und dann entwickelten sie bei solchen Bauten eine große Geschicklichkeit. Man darf sich aber nicht vorstellen, daß sie nicht auch künstliche Bauten aufführten. Nur dienten diese nicht zur Wohnung. Sie entsprangen in der ersten Zeit dem Bedürfnis, den Naturdingen eine durch den Menschen herbeigeführte Form zu geben. Hügel wurden so umgeformt, daß der Mensch seine Freude, sein Behagen an der Form hatte. Steine wurden aus demselben Grunde zusammengefügt, oder auch darum, bei gewissen Verrichtungen zu dienen. Die Orte, an denen man die Kinder abhärtete, wurden mit Mauern dieser Art umgeben. — immer gewaltiger und kunstvoller wurden aber gegen das Ende dieses Zeitalters die Bauten, welche der Pflege der «göttlichen Weisheit und göttlichen Kunst» dienten. Diese Anstalten waren in jeder Art verschieden von dem, was der späteren Menschheit die Tempel waren, denn sie waren zugleich Unterrichtsanstalten und Wissenschaftsstätten. Wer dazu geeignet befunden wurde, durfte hier eingeweiht werden in die Wissenschaft von den Weltgesetzen und in der Handhabung dieser Gesetze. War der Lemurier ein geborener Magier, so wurde hier diese Anlage zur Kunst und zur Einsicht ausgebildet. Nur diejenigen, welche im höchsten Maße durch jegliche Abhärtung die Fähigkeit erworben hatten, zu überwinden, konnten zugelassen werden. Für alle anderen war das, was in diesen Anstalten vorging, das tiefste Geheimnis. Man lernte hier die Naturkräfte in unmittelbarer Anschauung kennen und auch beherrschen. Aber das Lernen war so, daß die Naturkräfte beim Menschen sich in Willenskräfte umsetzten. Er konnte dadurch selbst ausführen, was die Natur vollbringt. Was die spätere Menschheit durch Überlegung, durch Kombination vollbrachte, das hatte damals den Charakter einer instinktiven Tätigkeit. Doch darf man das Wort «Instinkt» hier nicht in demselben Sinne gebrauchen, wie man gewohnt ist, es auf die Tierwelt anzuwenden. Denn die Verrichtungen der lemurischen Menschheit standen turmhoch über allem, was die Tierwelt durch den Instinkt hervorzubringen vermag. Sie standen sogar weit über dem, was sich seither die Menschheit durch Gedächtnis, Verstand und Phantasie an Künsten und Wissenschaften angeeignet hat. Wollte man einen Ausdruck für diese Anstalten gebrauchen, der das Verständnis erleichtert, so könnte man sie «Hochschulen der Willenskräfte und der hellsehenden Vorstellungsgewalt» nennen. — Aus ihnen gingen die Menschen hervor, welche zu Herrschern der andern in jeder Beziehung wurden. Eine richtige Vorstellung von all diesen Verhältnissen ist heute in Worten schwer zu geben. Denn alles hat sich seither auf der Erde geändert. Die Natur selbst und alles menschliche Leben waren anders; daher waren ganz verschieden von dem heute üblichen die menschliche Arbeit und das Verhältnis von Mensch zu Mensch.

[ 5 ] Noch viel dichter als später in atlantischen Zeiten war die Luft, noch viel dünner das Wasser. Und auch das, was heute unsere feste Erdkruste bildet, war noch nicht so verhärtet wie später. Die Pflanzen- und die Tierwelt waren erst vorgeschritten bis zur Amphibien-, Vogelwelt und den niederen Säugetieren, ferner bis zu Gewächsen, die Ähnlichkeit haben mit unseren Palmen und ähnlichen Bäumen. Doch waren alle Formen anders als heute. Was jetzt nur in kleinen Gestalten vorkommt, war damals riesig entwickelt. Unsere kleinen Farne waren damals Bäume und bildeten mächtige Wälder. Die gegenwärtigen höheren Säugetiere gab es nicht. Dagegen war ein großer Teil der Menschheit auf so niedriger Entwickelung, daß man ihn durchaus als tierisch bezeichnen muß. Überhaupt gilt nur von einem kleinen Teil der Menschen das, was hier von ihnen beschrieben ist. Der andere Teil lebte ein Leben in Tierheit. Ja, diese Tiermenschen waren in dem äußeren Bau und in der Lebensweise durchaus verschieden von jenem kleinen Teil. Sie unterschieden sich gar nicht besonders von den niederen Säugetieren, die ihnen in gewisser Beziehung auch in der Gestalt ähnlich waren.

[ 6 ] Es müssen noch einige Worte gesagt werden über die Bedeutung der erwähnten Tempelstätten. Es war nicht eigentlich Religion, was da gepflegt wurde. Es war «göttliche Weisheit und Kunst». Der Mensch empfand, was ihm da gegeben wurde, unmittelbar als ein Geschenk der geistigen Weltkräfte. Und wenn er dieses Geschenkes teilhaftig wurde, so sah er sich selbst als einen «Diener» dieser Weltkräfte an. Er fühlte sich «geheiligt» vor allem Ungeistigen. Will man von Religion auf dieser Stufe der Menschheitsentwickelung sprechen, so könnte man sie «Willensreligion» nennen. Die religiöse Stimmung und Weihe lag darinnen, daß der Mensch die ihm verliehenen Kräfte als strenges, göttliches ,,Geheimnis" hütete, daß er ein Leben führte, durch das er seine Macht heiligte. Die Scheu und Verehrung, mit der man Personen von seiten der andern begegnete, die solche Kräfte hatten, waren groß. Und sie waren nicht irgendwie durch Gesetze oder dergleichen bewirkt, sondern durch die unmittelbare Macht, die von ihnen ausgeübt wurde. Wer uneingeweiht war, stand ganz selbstverständlich unter dem magischen Einfluß der Eingeweihten. Und selbstverständlich war es ja auch, daß diese sich als geheiligte Personen betrachteten. Denn sie wurden ja in ihren Tempelstätten in voller Anschauung teilhaftig der wirkenden Naturkräfte. Sie blickten hinein in die schaffende Werkstatt der Natur. Was sie erlebten, war ein Verkehr mit den Wesenheiten, die an der Welt selbst bauen. Man darf diesen Verkehr einen Umgang mit den Göttern nennen. Und was sich später als «Einweihung», als «Mysterium» entwickelt hat, ist aus dieser ursprünglichen Art des Verkehrs der Menschen mit den Göttern hervorgegangen. In folgenden Zeiten mußte dieser Verkehr sich anders gestalten, weil das menschliche Vorstellen, der menschliche Geist andere Formen annahmen.

[ 7 ] Von besonderer Wichtigkeit ist etwas, was mit dem Fortschritte der lemurischen Entwickelung dadurch geschah, daß die Frauen in der geschilderten Art lebten. Sie bildeten dadurch besondere menschliche Kräfte aus. Ihre mit der Natur im Bunde befindliche Einbildungskraft wurde die Grundlage für eine höhere Entwickelung des Vorstellungslebens. Sie nahmen sinnig die Kräfte der Natur in sich auf und ließen sie in der Seele nachwirken. Damit bildeten sich die Keime des Gedächtnisses. Und mit dem Gedächtnis trat auch die Fähigkeit in die Welt, die ersten allereinfachsten moralischen Begriffe zu bilden. — die Willensausbildung des männlichen Elementes kannte derartiges zunächst nicht. Der Mann folgte instinktiv entweder den Antrieben der Natur oder den Einflüssen, die von den Eingeweihten ausgingen. — Aus der Frauenart heraus entstanden die ersten Vorstellungen von «gut und böse». Da fing man an, das eine, das auf das Vorstellungsleben einen besonderen Eindruck gemacht hat, zu lieben, anderes zu verabscheuen. War die Herrschaft, welche das männliche Element ausübte, mehr auf die äußere Wirkung der Willenskräfte, auf die Handhabung der Naturmächte gerichtet, so entstand daneben in dem weiblichen Element eine Wirkung durch das Gemüt, durch die inneren, persönlichen Kräfte des Menschen. Nur derjenige kann die Entwickelung der Menschheit richtig verstehen, der berücksichtigt, daß die ersten Fortschritte im Vorstellungsleben von den Frauen gemacht worden sind. Die mit dem sinnigen Vorstellungsleben, mit der Ausbildung des Gedächtnisses zusammenhängende Entwickelung von Gewohnheiten, welche die Keime zu einem Rechtsleben, zu einer Art von Sitte bildeten, kam von dieser Seite. Hatte der Mann die Naturkräfte geschaut und ausgeübt: die Frau wurde die erste Deuterin derselben. Es war eine besondere neue Art, durch das Nachdenken zu leben, die hier entstand. Diese Art hatte etwas viel Perönlicheres als diejenige der Männer. Nun muß man sich vorstellen, daß diese Art der Frauen doch auch eine Art von Hellsehen war, wenn sie sich auch von der Willensmagie der Männer unterschied. Die Frau war in ihrer Seele einer anderen Art von geistigen Mächten zugänglich. Solchen, die mehr zu dem Gefühlselement der Seele sprachen, weniger zu dem geistigen, dem der Mann unterworfen war. So ging von den Männern eine Wirkung aus, die mehr natürlich-göttlich, von den Frauen eine solche, die mehr seelisch-göttlich war.

[ 8 ] Die Entwickelung, welche die Frau während der lemurischen Zeit durchgemacht hatte, brachte es mit sich, daß ihr beim Auftreten der nächsten — der atlantischen — Wurzelrasse auf der Erde eine wichtige Rolle zufiel. Dieses Auftreten fand statt unter dem Einflusse hochentwickelter Wesenheiten, die bekannt waren mit den Gesetzen der Rassenbildung und die imstande waren, die vorhandenen Kräfte der Menschennatur in solche Bahnen zu leiten, daß eine neue Rasse entstehen konnte. Über diese Wesen soll noch besonders gesprochen werden. Vorläufig mag es genügen, zu sagen, daß ihnen übermenschliche Weisheit und Macht innewohnte. Sie sonderten nun eine kleine Schar aus der lemurischen Menschheit ab und bestimmten diese zu Stammeltern der kommenden atlantischen Rasse. Der Ort, an dem sie das taten, lag in der heißen Zone. Die Männer dieses Häufleins hatten unter ihrer Anleitung sich in der Beherrschung der Naturkräfte ausgebildet. Sie waren kraftvoll und verstanden es, der Erde die mannigfaltigsten Schätze abzugewinnen. Sie konnten den Acker bebauen und seine Früchte ihrem Leben nutzbar machen. Sie waren starke Willensnaturen geworden durch die Zucht, die man ihnen hatte angedeihen lassen. In geringem Maße war bei ihnen Seele und Gemüt ausgebildet. Diese waren dafür bei den Frauen zur Entfaltung gelangt. Gedächtnis und Phantasie und alles, was mit diesem verbunden ist, fanden sich bei ihnen.

[ 9 ] Die genannten Führer bewirkten, daß sich das Häuflein in kleine Gruppen ordnete. Und sie übertrugen den Frauen die Ordnung und Einrichtung dieser Gruppen. Durch ihr Gedächtnis hatte die Frau die Fähigkeit erworben, die Erfahrungen und Erlebnisse, die einmal gemacht worden waren, für die Zukunft nutzbar zu machen. Was gestern sich als zweckmäßig erwies, das verwertete sie heute und war sich klar darüber, daß es auch morgen nutzbringend sein werde. Die Einrichtungen für das Zusammenleben gingen dadurch von ihr aus. Unter ihrem Einflusse bildeten sich die Begriffe von «gut und böse» aus. Durch ihr sinnendes Leben hatte sie sich Verständnis für die Natur erworben. Aus der Beobachtung der Natur erwuchsen ihr die Vorstellungen, nach denen sie das Treiben der Menschen leitete. Die Führer hatten es so eingerichtet, daß durch die Seele der Frau die Willensnatur, das Kraftstrotzende der Männer veredelt und geläutert wurde. Natürlich muß man sich das alles in kindlichen Anfängen denken. Die Worte unserer Sprache rufen nur zu leicht sogleich Vorstellungen hervor, die dem Leben der Gegenwart entnommen sind.

[ 10 ] Auf dem Umwege durch das erwachte Seelenleben der Frauen entwickelten die Führer erst dasjenige der Männer. In der gekennzeichneten Kolonie war der Einfluß der Frauen daher ein sehr großer. Bei ihnen mußte man Rat holen, wenn man die Zeichen der Natur deuten wollte. Die ganze Art ihres Seelenlebens war aber noch eine solche, die beherrscht war von den «geheimen» Seelenkräften des Menschen. Man trifft die Sache nicht ganz, aber annähernd, wenn man von einem somnambulen Anschauen dieser Frauen spricht. In einem gewissen höheren Träumen enthüllten sich ihnen die Geheimnisse der Natur und erflossen ihnen die Antriebe zu ihrem Handeln. Alles war für sie beseelt und zeigte sich ihnen in seelischen Kräften und Erscheinungen. Sie überließen sich dem geheimnisvollen Weben ihrer seelischen Kräfte. Das, was sie zu ihren Handlungen trieb, waren «innere Stimmen» oder das, was Pflanzen, Tiere, Steine, Wind und Wolken, das Säuseln der Bäume und so weiter ihnen sagten.

[ 11 ] Aus solcher Seelenverfassung erstand das, was man menschliche Religion nennen kann. Das Seelenhafte in der Natur und im Menschenleben wurde allmählich verehrt und angebetet. Einzelne Frauen gelangten zu besonderer Vorherrschaft, weil sie aus besonderen geheimnisvollen Tiefen heraus zu deuten wußten, was in der Welt enthalten ist.

[ 12 ] So konnte es kommen, daß bei solchen Frauen das, was in ihrem Innern lebte, sich in eine Art Natursprache umsetzte. Denn der Anfang der Sprache liegt in etwas, was dem Gesange ähnlich ist. Die Kraft des Gedankens setzte sich in die hörbare des Lautes um. Der innere Rhythmus der Natur erklang von den Lippen «weiser» Frauen. Man versammelte sich um solche Frauen und empfand in ihren gesangartigen Sätzen die Äußerungen höherer Mächte. Der menschliche Gottesdienst hat mit solchen Dingen seinen Anfang genommen. — von einem «Sinn» in dem Gesprochenen kann für die damalige Zeit nicht die Rede sein. Man empfand Klang, Ton und Rhythmus. Man stellte sich dabei nichts weiter vor, sondern sog die Kraft des Gehörten in die Seele. Der ganze Vorgang stand unter der Leitung der höheren Führer. Sie hatten in einer Art, über welche jetzt nicht weiter gesprochen werden kann, Töne und Rhythmen den «weisen» Priesterinnen eingeflößt. So konnten sie veredelnd auf die Seelen der Menschen wirken. Man kann sagen, daß in dieser Art überhaupt erst das eigentliche Seelenleben erwachte.

[ 13 ] Die Akasha-Chronik zeigt auf diesem Gebiete schöne Szenen. Es soll eine solche beschrieben werden. Wir sind in einem Walde, bei einem mächtigen Baum. Die Sonne ist eben im Osten aufgegangen. Mächtige Schatten wirft der palmenartige Baum, um den ringsherum die anderen Bäume entfernt worden sind. Das Antlitz nach Osten gewendet, verzückt, sitzt auf einem aus seltenen Naturgegenständen und Pflanzen zurechtgemachten Sitz die Priesterin. Langsam, in rhythmischer Folge strömen von ihren Lippen wundersame, wenige Laute, die sich immer wiederholen. In Kreisen herum sitzt eine Anzahl Männer und Frauen mit traumverlorenen Gesichtern, inneres Leben aus dem Gehörten saugend. — noch andere Szenen können gesehen werden. An einem ähnlich eingerichteten Platze «singt» eine Priesterin ähnlich, aber ihre Töne haben etwas Mächtigeres, Kräftigeres. Und die Menschen um sie herum bewegen sich in rhythmischen Tänzen. Denn dies war die andere Art, wie «Seele» in die Menschheit kam. Die geheimnisvollen Rhythmen, die man der Natur abgelauscht hatte, wurden in den Bewegungen der eigenen Glieder nachgeahmt. Man fühlte sich dadurch eins mit der Natur und den in ihr waltenden Mächten.

[ 14 ] Der Platz der Erde, an dem dieser Stamm einer kommenden Menschenrasse herangebildet wurde, war dazu besonders geeignet. Er war ein solcher, in dem die damals noch sturmbewegte Erde einigermaßen zur Ruhe gekommen war. Denn Lemurien war sturmbewegt. Die Erde hatte ja damals noch nicht ihre spätere Dichte. Überall war der dünne Boden von vulkanischen Kräften unterwühlt, die in kleineren oder größeren Strömen hervorbrachen. Mächtige Vulkane waren fast allerorten vorhanden und entwickelten fortdauernd eine zerstörende Tätigkeit. Die Menschen waren gewöhnt, bei allen ihren Verrichtungen mit dieser Feuertätigkeit zu rechnen. Sie benutzten auch dieses Feuer bei ihren Arbeiten und Einrichtungen. Die Verrichtungen waren vielfach so, daß das Feuer der Natur so als Grundlage diente wie heute das künstliche Feuer bei der menschlichen Arbeit.

[ 15 ] Durch die Tätigkeit dieses vulkanischen Feuers ist auch der Untergang des lemurischen Landes herbeigeführt worden. Der Teil von Lemurien, aus dem sich die Stammrasse der Atlantier entwickeln sollte, hatte zwar heißes Klima, doch war er im großen und ganzen von der vulkanischen Tätigkeit ausgenommen. — Stiller und friedlicher als in den übrigen Erdgebieten konnte sich hier die Menschennatur entfalten. Das mehr herumschweifende Leben der früheren Zeiten wurde aufgegeben, und die festen Ansiedlungen wurden immer zahlreicher.

[ 16 ] Man muß sich vorstellen, daß der Menschenleib zu dieser Zeit noch etwas sehr Bildsames und Geschmeidiges hatte. Er bildete sich noch fortwährend um, wenn das innere Leben sich veränderte. Nicht lange vorher waren nämlich die Menschen in bezug auf den äußeren Bau noch recht verschieden. Der äußere Einfluß der Gegend, des Klimas waren da noch für den Bau entscheidend. Erst in der bezeichneten Kolonie wurde der Leib des Menschen immer mehr ein Ausdruck seines inneren seelischen Lebens. Diese Kolonie hatte zugleich eine vorgeschrittene äußerlich edler gebildete Menschenart. Man muß sagen, durch das, was die Führer getan hatten, haben sie eigentlich erst das geschaffen, was die richtige menschliche Gestalt ist. Das ging allerdings ganz langsam und allmählich. Aber es ist so vor sich gegangen, daß zuerst das Seelenleben in dem Menschen entfaltet wurde, und diesem paßte sich der noch weiche und schmiegsame Leib an. Es ist ein Gesetz in der Menschheitsentwickelung, daß der Mensch mit dem Fortschritte immer weniger und weniger umgestaltenden Einfluß auf seinen physischen Leib hat. Eine ziemlich feste Form hat dieser physische Menschenleib eigentlich erst mit der Entwickelung der Verstandeskraft erhalten und mit der damit zusammenhängenden Verfestigung der Gesteins-, Mineral- und Metallbildungen der Erde. Denn in der lemurischen und noch in der atlantischen Zeit waren Steine und Metalle viel weicher als später. — (Dem widerspricht nicht, daß noch Nachkommen der letzten Lemurier und Atlantier vorhanden sind, die heute ebenso feste Formen aufweisen wie die später gebildeten Menschenrassen. Diese Überbleibsel mußten sich den geänderten Umgebungsverhältnissen der Erde anpassen und wurden so auch starrer. Gerade darin liegt der Grund, warum sie im Niedergang begriffen sind. Sie bildeten sich nicht von innen heraus um, sondern es wurde ihr weniger entwickeltes Innere von außen in die Starrheit gezwängt und dadurch zum Stillstande gezwungen. Und dieser Stillstand ist wirklich Rückgang, denn auch das Innenleben ist verkommen, weil es sich in der verfestigten äußeren Leiblichkeit nicht ausleben konnte.)

[ 17 ] Einer noch größeren Verwandlungsfähigkeit war das Tierleben unterworfen. Über die zur Zeit der Menschen-Entstehung vorhandenen Tierarten und ihr Herkommen, sowie über die Entstehung neuer Tierformen, nachdem der Mensch schon da war, wird noch zu sprechen sein. Hier soll nur gesagt werden, daß die vorhandenen Tierarten sich fortwährend umbildeten und neue entstanden. Diese Umwandlung war natürlich eine allmähliche. Die Gründe zur Umwandlung lagen zum Teil in der Veränderung des Aufenthaltes, der Lebensweise. Die Tiere hatten eine außerordentlich schnelle Anpassungsfähigkeit an neue Verhältnisse. Der bildsame Körper änderte verhältnismäßig schnell die Organe, so daß nach mehr oder weniger kurzer Zeit die Nachkommen einer gewissen Tierart ihren Vorfahren nur mehr wenig ähnlich sahen. Dasselbe, ja in einem noch größeren Maße, war für die Pflanzen der Fall. Den größten Einfluß auf die Umgestaltung von Menschen und Tieren hatte der Mensch selbst. Sei es, daß er instinktiv die Lebewesen in eine solche Umgebung brachte, daß sie bestimmte Formen annahmen, sei es, daß er durch Züchtungsversuche solches bewirkte. Der umgestaltende Einfluß des Menschen auf die Natur war, verglichen mit heutigen Verhältnissen, damals unermeßlich groß. Insbesondere war das in der beschriebenen Kolonie der Fall. Denn da leiteten die Führer in einer den Menschen unbewußten Art diese Umgestaltung. Es war das in einem Maße der Fall, daß die Menschen dann, als sie auszogen, die verschiedenen atlantischen Rassen zu begründen, sich hochentwickelte Kenntnisse über Züchtung von Tieren und Pflanzen mitnehmen konnten. Die Kulturarbeit in Atlantis war dann im wesentlichen eine Folge dieser mitgebrachten Kenntnisse. Doch muß auch hier betont werden, daß diese Kenntnisse einen instinktiven Charakter hatten. So blieb es auch im wesentlichen bei den ersten atlantischen Rassen.

[ 18 ] Die gekennzeichnete Vorherrschaft der Frauenseele ist besonders stark in der letzten lemurischen Zeit und dauert bis in die atlantischen Zeiten, in denen sich die vierte Unterrasse vorbereitete. Aber man darf sich nicht vorstellen, daß dies etwa bei der ganzen Menschheit der Fall war. Wohl aber gilt es für denjenigen Teil der Erdenbevölkerung, aus welchem später die eigentlichen fortgeschrittenen Rassen hervorgegangen sind. Und dieser Einfluß war auf alles das im Menschen am stärksten, was «unbewußt» in und an ihm ist. Die Bildung gewisser ständiger Gebärden, die Feinheiten der sinnlichen Anschauung, die Schönheitsempfindungen, ein guter Teil des den Menschen gemeinsamen Empfindungs- und Gefühlslebens überhaupt ging ursprünglich aus von dem seelischen Einfluß der Frau. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn man die Berichte der Akasha-Chronik so auslegt, daß man behauptet: «Die Kulturnationen haben eine Leibesbildung und einen Leibesausdruck, sowie gewisse Grundlagen des leiblich-seelischen Lebens, die ihnen von der Frau aufgeprägt worden sind.»

[ 19 ] Im weiteren Verlaufe wird auf ältere Zeiten der Menschheitsbildung zurückgegriffen werden, in denen die Erdbevölkerung noch eingeschlechtlich war. Es wird dann das Hervortreten des doppelten Geschlechtes dargestellt werden.

Versions Available:

Atlantis and Lemuria 1911, tr. Max Gysi
  1. Cosmic Memory 1959, tr. Karl E. Zimmer
  2. From the Akashic Record, Steiner Online Library
  3. Aus der Akasha-Chronik, 6th ed.

IV. The Lemurian Era

The following contains a fragment from the Âkâshic Records which refers to a very remote prehistoric epoch in the development of mankind. This epoch precedes that which has been delineated in the previous chapters. The subject is the third human Root-Race, which in Theosophical books is said to have dwelt on the Lemurian continent. This continent lay—according to these books—in the south of Asia, but extended roughly from Ceylon to Madagascar. Also the modern southern Asia and parts of Africa belonged to it. Although in the reading of the Âkâshic Records all possible precaution has been observed, it must nevertheless be emphasized that in no case must a dogmatic character be claimed for these communications. Merely to read of things and happenings so far removed from the present is by no means easy, but a translation of what has been seen and deciphered into the language of our time entails almost insuperable obstacles. Dates will be given later. They will be better grasped when we have given an account of the whole Lemurian era, and also of that which embraces the fifth Root-Race up to the present time. The things which are here communicated are surprising even to the occultist when he reads them for the first time—although the word “surprise” does not quite suit the case. This, however, is why he is allowed to communicate them only after a most careful examination.


The fourth (Atlantean) Root-Race was preceded by the so-called Lemurian. In the course of its development the earth and mankind underwent transformations of the greatest significance. Nevertheless, something will first be said about the character of this Root-Race subsequently to these transformations, a delineation of which will follow. This Root-Race as a whole had not yet developed memory. Men were able, it is true, to form conceptions of things and events; but these conceptions did not remain in the memory, and in consequence men did not possess language in its true sense. What they could produce in this connection were rather natural sounds which expressed their sensations of pleasure, joy, pain, and so on, but which did not designate external things. Their mental conceptions, however, had quite a different power from those of later men. They influenced their surroundings by means of this power. Other men, animals, plants, and even inanimate objects could feel this action and were worked upon by mere mind-images. Thus the Lemurian could communicate with his fellow-men without the need of speech. This intercourse consisted in a kind of “thought-reading.” The power of his conceptions was derived by the Lemurian immediately from the things that surrounded him. It flowed on him from the power of growth in plants, from the vital energy in animals. Thus did he understand plants and animals in their inner working and life. Indeed, he thus understood even the physical and chemical forces of inanimate things. In building anything, he did not need first to calculate the bearing-capacity of a trunk or the weight of a block of stone: he could see how much the trunk could bear, how the block would settle through its weight. The Lemurian built in this way without any art of engineering, but with the certainty of a kind of instinct working out as imagination. And withal he had his body under great control. If necessary he could steel his arm through a mere effort of will. Consequently he could, for instance, raise enormous burdens. Just as the Atlantean disposed of the vital energy, so the Lemurian was master of his will. He was—let not the expression be misunderstood—a born magician in all spheres of the lower human activities.

The main object, too, of the Lemurians was to develop the will and the power of conception. This was the ruling motive in the education of children. Boys were hardened in the most energetic manner. They had to learn to face dangers, to overcome pain, to perform daring deeds. Those who could not bear tortures or face dangers were not considered useful members of society, but were allowed to perish in the course of their hardships. What the Âkâshic Records show in regard to this method of rearing children surpasses all that present-day man can picture to himself in his wildest fancy. The endurance of heat up to scorching point, and the piercing of the body with sharp points, were quite common occurrences.—The training of girls was different. It is true that hardening was also their lot, but the chief aim lay here in the development of a powerful imagination. For instance, girls were exposed to a storm that they might feel its terrible beauty with calmness; they had to witness fights between men fearlessly, feeling only admiration for the display of strength and prowess. A disposition to dreaming, to revelling in fancy, was in this way fostered in girls; but this disposition was exceptionally prized, and in the absence of memory there was no chance of its degeneration. These dreamy or imaginative conceptions lasted only while there was an external occasion for them. So far, then, they were well equipped for external things. They did not lose themselves in the fathomless. It was the imaginative and visionary in Nature herself that sank deep into the soul of woman.

Until the end of their era the Lemurians had no dwellings in our sense of the word. They lived in natural shelters; for instance, in caves which they modified according to their needs. At a later period they built such caves in the earth; and then they developed great skill in such building. But it must not be thought that they did not also erect artificial buildings, although these did not serve as dwellings. They originated in the earlier period from the need of giving to the things of nature a form moulded by man. Hills were remoulded so that man might find pleasure and gratification in their form. For the same reason stones were joined together, and this was done also with the aim of making them serve some useful purpose. The places where children were hardened were surrounded by walls of this kind. But ever grander and more ingenious, toward the end of this epoch, became the structures devoted to the worship of “divine Wisdom and divine Art.” These edifices were in every respect different from what served, at a later stage, as temples, for they were also places of instruction and scientific study. Whoever was found fit was permitted to become initiated into the science of universal laws and the application of these laws. Whereas the Lemurian was a born magician, this talent for art and insight was here cultivated. Only those could be admitted who, through every process of hardening, had become invincible in the highest degree. That which transpired in these institutions remained the most profound secret to all but the few. Here the knowledge and mastery of natural forces was learnt by immediate perception, but this cognisance was a kind of transformation of the natural forces into the power of will in man. Thereby he could himself achieve what Nature achieves. What mankind accomplished later by means of reflection or combination was then a kind of instinctive activity. Of course, in this connection, the word “instinct” must not be used in the sense in which it is usually applied to the animal world, for the achievements of the Lemurians rank immeasurably higher than all that the animal world can produce instinctively. They far surpassed all that mankind, through memory, intellect, and imagination, has since acquired in arts and sciences. To make this more clearly understood one might call these teaching-places “High-schools of the powers of will and of the clairvoyant power of forming conceptions.” From them proceeded such men as became in every respect rulers of the others. It is difficult to-day to give in words a correct conception of all these conditions, for everything on earth has since undergone a change. Nature herself and all human life were different then; and consequently human labour and the relation of man to man were quite otherwise than what is customary now.

The atmosphere was as yet much denser than later during the Atlantean era; and water was much more fluid. Also that which now forms our firm earth-crust was not yet hardened to the same extent as later. The vegetable and animal worlds were advanced only to the stage of amphibious animals, of birds and the lower mammals, and of growths analogous to our palms and similar trees. But all forms were different from those of the present. What is now found small in size was then developed to gigantic proportions. Our small ferns were then trees which formed mighty forests. The higher mammals of to-day were not in existence at that time. On the other hand, a great portion of mankind was at so low a stage of development that it must be described as altogether animal. In fact, the foregoing description of men applies only to a small number. The remainder lived on the animal level. Indeed, these animal-men were, in their external form, and in their mode of living, altogether different from that small number. They hardly differed from the lower mammals, whom in a way they also resembled in form.

A few words must also be added as to the significance of the places of worship previously mentioned. It was not exactly religion that was fostered there. It was “divine Wisdom and Art.” Man felt what was given him there to be a direct gift from the spiritual world-powers, and when he shared in this gift he looked upon himself as a “servant” of these universal powers. He felt himself “consecrated” in opposition to all that was unholy. If one would speak of religion at this stage of mankind, one might call it “religion of the will.” Religious feeling and consecration lay in this, that a man guarded the powers conferred on him as a “secret” deep and divine, and that he led such a life as sanctified his power. Very great were the awe and reverence with which persons possessed of such powers were regarded by others; nor was this enjoined by laws or in any other way, but was the result of the direct power exercised by such men. One who was not initiated found himself quite naturally under the magical influence of the Initiates, and as a matter of course the latter considered themselves consecrated persons. For in their temples they were in a true sense partakers in the working of natural forces. They gazed into the creative laboratory of Nature. What they experienced was intercourse with the Beings who work at the building of the world itself. This may be called an intercourse with the gods, and what developed later as “Initiation” or “Mysteries” sprang from this original mode of intercourse between men and the gods. In later times this intercourse was bound to undergo a transformation, because the human conception, the human spirit, assumed other forms.

Special importance attaches to one point connected with the progress of the Lemurian development, in consequence of the mode of life which was pursued by the women. They developed, by this way of living, special human powers. The unity of their imaginative power with Nature became the basis of a higher development of the imaginative life. Through their senses they drew into themselves the forces of Nature, and allowed these to react on their souls. Thus were the germs of memory formed. And with memory there entered into the world the capacity to form the first and very simplest of moral conceptions. The culture of the will in the masculine element brought, at the outset, no development of the mind. Man followed instinctively either natural impulses or influences emanating from the Initiates. Womankind gave birth to the first conceptions of “good and evil.” Here they began on the one hand to love that which made a special impression on their imaginative life, and on the other hand to hate its opposite. While the rule exercised by the masculine element was directed more to the external effect of the powers of will, to the management of natural powers, in the feminine element there arose at the same time an impulse through the feelings, through the inner personal human powers. He only can comprehend the development of mankind correctly who realizes that the first steps forward in the sphere of imagination were made by women. The development of habits dependent on the meditative, imaginative life, on the cultivation of memory which formed the nucleus of a life of order, of a sort of moral life, came from this side. Whereas man perceived and employed natural forces, woman became the first interpreter of these. It was a new and special mode of life that here arose—that of Thought. This mode had something far more personal than that of men. Now we must understand that this feminine mode was itself really a kind of clairvoyance, even though it differed from the magic of the will on the part of man. Woman was, in her soul, responsive to another kind of spiritual power,—to such as appealed more to the element of feeling, and less to the spiritual element to which man was subjected. There emanated thus from men an influence which was more naturally divine, from women one that was more psychically divine.


V. Woman in the Third Root-Race

The development undergone by woman during the Lemurian era qualified her for an important rôle on the earth in connection with the beginning of the next Atlantean Root-Race. This was ushered in under the influence of highly developed entities who were acquainted with the laws of the moulding of races, and who were capable of turning the existing forces of human nature into such courses as led to the formation of a new race. Later on, a special reference will be made to these entities. For the present suffice it to say that superhuman wisdom and power were immanent in them. They separated a small number of the Lemurian men and appointed them to become the progenitors of the subsequent Atlantean Race. The place chosen lay in the torrid zone. The men of this little clan attained, under their guidance, the mastery of Nature's forces. They were full of energy, and knew how to wrest from Nature treasures of many kinds. They knew how to cultivate fields and how to utilize their fruits. Through the training to which they had been subjected (compare previous chapter), they had become men of strong will. It was in woman, however, that the mind and the soul were developed, for it was in her that memory and imagination, and all connected therewith, were found to have been already fostered.

The leaders to whom reference has been made brought about an arrangement of the little flock into small groups, and to woman they entrusted the ordering and arranging of these groups. Women had acquired, by means of their memory, the faculty of utilizing for the future all the experiences that they had once known. That which had proved valuable yesterday was turned by them to present advantage; and they were clearly aware that it would likewise be useful to-morrow. The arrangements of the communal life came thus from women. Under their influence the notions of “good and evil” were developed. Through their reflective life they had acquired an understanding of Nature. Out of their observations of Nature grew the ideas according to which they guided the actions of men. The leaders arranged things in such wise that the will-power and superabundant energy of men were ennobled and purified by the “soul” in woman. Of course, all this is to be considered as at an elementary stage. The words of our languages are too apt to suggest ideas derived from contemporary life.

Indirectly, through the awakened psychical life of women, did the leaders develop that of the men. In the above-mentioned colony, the influence of women was therefore very great. They were consulted whenever it was desired to interpret the signs of Nature. The whole mode of their psychic life was, however, still such that it was ruled by the “secret” psychic powers of men. To give an approximate, if not quite adequate, conception of this state, one might speak of a somnambulistic perception on the part of these women. The secrets of Nature were revealed to them, and the impulses of their actions were imparted in a kind of higher dream-state. Everything to them was the expression of spiritual powers, and appeared in the form of psychic faculties and visions. They abandoned themselves to the mystic working of their psychic powers. They were prompted to their actions by “inner voices” or by that which was told them by plants, animals, and stones, the wind and the clouds, or the rustling of the trees.

From soul-conditions of such a kind arose that which may be called human religion. The psychic element in Nature and in human life came gradually to be reverenced and worshipped. Some women attained to special predominance, because they were able to interpret from certain mysterious depths the phenomena of the world. So it came to pass that with these women that which was within them transposed itself into a kind of Nature-speech. For the beginning of speech lies in something akin to song. The power of thought converted itself into that of audible sound. The inner rhythm of Nature resounded through the life of “wise” women. People gathered round such women, and their song-like utterances were felt as the expression of higher powers. Thus did divine worship take its inception among men. It would be an error to consider that there was any “sense” in the spoken word at that time. Only the sound, tone, and rhythm were felt. No one had any aim other than that of drawing strength into the soul from what was heard. The whole procedure was under the guidance of the higher leaders. They had inspired the “wise” priestesses with tones and rhythms in a manner which cannot be described here, and it was thus that women were able to affect the souls of men in such a way as to ennoble them. It may be said that it was altogether in this manner that the true soul-life was awakened.

The Âkâshic Records reveal what are in this respect scenes of much beauty. One of these shall be described. We are in a wood close to a gigantic tree. The sun has just risen in the east. Mighty are the shadows thrown by the palm-like tree across the cleared space round it. With her face to the east, and in a state of exaltation, we discern a priestess on a seat prepared of curious natural objects and plants. Slowly and in a rhythmic cadence flow from her lips certain wondrous sounds which are repeated again and again. Ranged in large circles, a number of men and women sit round her with dreamy faces, absorbing inner life from the sounds. Still other scenes may be witnessed. At another place, arranged in like manner, a priestess chants in a similar way, but her tones have in them something more mighty, more powerful, and the men around her move in rhythmic dances. For this was the other method by means of which the “soul” entered mankind. The mysterious rhythms which man had caught from Nature were imitated in the movements of his own limbs. Thus was it that man felt himself at one with Nature and with the Powers that ruled her.

The part of the earth on which was reared the germ of the coming human race was particularly adapted for this purpose. It was situated where the still agitated and stormy earth had more or less settled down. For Lemuria was greatly troubled by storms. The earth had not then reached its later density. The thin soil was everywhere undermined by volcanic forces bursting forth in smaller or greater streams. Mighty volcanoes were found nearly everywhere, and continually exercised a devastating activity. In all their arrangements men were accustomed to take this fiery agency into consideration. They even turned the fire to advantage in respect of their works and enterprises. The state of things was such that this natural fire could be turned to account in human labour just as is the case to-day with artificial fire. It was the activity of volcanic fire that also brought about the ruin of the Lemurian continent. The portion of Lemuria in which the Root-Race of the Atlanteans was to appear had, it is true, a hot climate, but nevertheless it was exempt, on the whole, from subjection to volcanic agency. Human nature could develop itself here more calmly and peacefully. The more nomadic life of former times was abandoned, and fixed settlements increased in number.

One has to remember that the human body was at this time still very plastic and flexible. It was still in a state of formation, in keeping with man's inner changes. At a recent era, for instance, men were still quite different as to their external appearance. The external influence of the country and of the climate continued to affect their form. But in the specified colony the body became increasingly an expression of the inner psychic life. This colony contained at the same time a species of men who were advanced, and of a finer external form. It should be said that the true human form was created by what had been clone by the leaders. The work was certainly very slow and gradual, but the progress began with the unfolding of the psychic life in man; and the still soft and plastic body adapted itself accordingly. It is a law of human development that the transforming influence of man on his physical body decreases with progress. Indeed, that physical body only acquired a fairly firm form through the development of intellectual power, and contemporaneously with the solidification of the stony, mineral and metallic formations of the earth, which were connected with this development. For in the Lemurian, and even in the Atlantean era also, stones and metals were far softer than they afterwards became. This is not in contradiction with the fact that there still exist descendants of the last Lemurians and Atlanteans who even now display forms no less solid than those of the later human races. These remainders had to adapt themselves to the altered conditions surrounding them, and consequently became more rigid. This is precisely the cause of their gradual extinction. They did not mould themselves from within, but their less developed inner nature was forced from without into rigidity and thereby brought to a standstill. And this standstill is truly a retrogression, for even the inner life deteriorated because it could not live itself out in the solidified external body.

Animal life displayed a still greater capacity for change. (Reference will be made later on to the kinds of animals present at the time of the earliest races, both as to their origin and also as to the appearance of new forms of animals during the subsequent history of men. Suffice it here to say that the existing animal species were in a state of constant transformation, and that new species continued to arise.) This transformation was naturally gradual. The reasons of the transformation lay, partly, in the change of domicile and mode of life. Animals had an extraordinarily quick capacity for adaptation to new conditions. The plastic body altered its organs with comparative quickness, so that, after a longer or shorter time, the descendants of a particular species well-nigh ceased to resemble their progenitors. It was also thus with plants, but in a more pronounced degree. The greatest influence on the transformation of man and animals was due to man himself, by his either instinctively bringing living beings into such surroundings that they assumed definite forms, or by attempting to produce changes by breeding. The transforming influence of man on nature was, at that time, incalculably greater than is the case at present, and this was especially the case in the colony described. For here this transformation was guided by the leaders in a manner which was not realized by men. So it came about that, when men went forth to found the various Atlantean races, they took with them highly advanced knowledge as to the breeding of animals and plants. The growth of civilization was, then, essentially a consequence of the knowledge which they had brought with them. Nevertheless it must be emphasized that these instructions were only instinctive in character, and in essence they still remained so among the first Atlantean races.

The predominance of the woman-soul, already indicated, is particularly strong in the last Lemurian epoch, and continues into the Atlantean era, when the fourth sub-race was in preparation. It must not, however, be thought that this was the case with the whole of mankind; but it holds true as regards that portion of the earthly population from which came forth, at a later period, the truly advanced races. This influence was most potent on all that is “unconscious” in, or about man. The acquisition of certain habitual gestures, the subtleties of sense perception, the feeling for beauty, a good deal of the sensitive and emotional life common to men in general, emanated originally from the soul of woman. It is not saying too much if we interpret the communications of the Âkâshic Records to this effect: “Civilized nations have a bodily structure and a bodily expression, as well as certain bases of the physically psychic life, which have been stamped on them by woman.”