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From the Akashic Records
GA 11

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V. Die Trennung in Geschlechter

[ 1 ] So verschieden auch die Gestalt des Menschen von seiner gegenwärtigen in den alten Zeiten war, die in den vorhergehenden Auszügen «Aus der Akasha-Chronik» beschrieben worden sind: wenn man noch weiter zurückgeht in der Menschheitsgeschichte, kommt man zu noch viel verschiedeneren Zuständen. Denn auch die Formen des Mannes und der Frau sind erst im Laufe der Zeiten aus einer älteren Grundform entstanden, in welcher der Mensch weder das eine noch das andere, sondern beides zugleich war. Wer sich einen Begriff machen will von diesen urfernen Zeiten der Vergangenheit, der muß sich allerdings vollständig befreien von gewohnten Vorstellungen, die dem entnommen sind, was der Mensch um sich herum sieht. — die Zeiten, in die wir nunmehr zurückblicken, liegen etwas vor der Mitte der Epoche, die in den vorhergehenden Abschnitten als die lemurische bezeichnet worden ist. Der Menschenleib bestand da noch aus weichen bildsamen Stoffen. Es waren auch die übrigen Bildungen der Erde noch weich und bildsam Gegenüber ihrem späteren verfestigten war die Erde noch in einem quellenden, flüssigeren Zustande. Indem die Menschenseele damals sich im Stoffe verkörperte, konnte sie sich diesen Stoff in einem viel höheren Grade anpassen als später. Denn daß die Seele einen männlichen oder weiblichen Leib annimmt, rührt davon her, daß ihr die Entwickelung der äußeren Erdennatur den einen oder den andern aufdrängt. Solange die Stoffe noch nicht verfestigt waren, konnte die Seele diese Stoffe unter ihre eigenen Gesetze zwingen. Sie machte den Leib zu einem Abdruck ihres eigenen Wesens. Als aber der Stoff dicht geworden war, mußte sich die Seele den Gesetzen fügen, welche diesem Stoffe von der äußeren Erdennatur aufgeprägt wurden. Solange die Seele noch über den Stoff herrschen konnte, gestaltete sie ihren Leib weder männlich noch weiblich, sondern gab ihm Eigenschaften, die beides zugleich waren. Denn die Seele ist männlich und weiblich zugleich. Sie trägt in sich diese beiden Naturen. Ihr männliches Element ist dem verwandt, was man Willen nennt, ihr weibliches dem, was als Vorstellung bezeichnet wird. — die äußere Erdenbildung hat dazu geführt, daß der Leib eine einseitige Bildung angenommen hat. Der männliche Leib hat eine Gestalt angenommen, die aus dem Element des Willens bestimmt ist, der weibliche hingegen trägt mehr das Gepräge der Vorstellung. So kommt es denn, daß die zweigeschlechtliche, männlich-weibliche Seele in einem eingeschlechtlichen, männlichen oder weiblichen Leib wohnt. Der Leib hatte also im Laufe der Entwickelung eine durch die äußeren Erdenkräfte bestimmte Form angenommen, daß es fortan der Seele nicht mehr möglich war, ihre ganze innere Kraft in diesen Leib auszugießen. Sie mußte etwas von dieser ihrer Kraft in ihrem Innern behalten und konnte nur einen Teil derselben in den Leib einfließen lassen.

[ 2 ] Verfolgt man die Akasha-Chronik, so zeigt sich folgendes. In einer alten Zeit erscheinen menschliche Formen vor uns, weich, bildsam, ganz verschieden von den späteren. Sie tragen noch die Mannes- und die Frauennatur gleichmäßig in sich. Im Verfolg der Zeit verdichten sich die Stoffe; der Menschenleib tritt in zwei Formen auf, von denen die eine der späteren Mannes-, die andere der späteren Frauenbildung ähnlich wird. Als dieser Unterschied noch nicht aufgetreten war, konnte jeder Mensch einen anderen aus sich hervorgehen lassen. Die Befruchtung war kein äußerer Vorgang, sondern etwas, was sich im Innern des Menschenleibes selbst abspielte. Dadurch, daß der Leib männlich oder weiblich wurde, verlor er diese Möglichkeit der Selbstbefruchtung. Er mußte mit einem anderen Leibe zusammenwirken, um einen neuen Menschen hervorzubringen.

[ 3 ] Die Trennung in Geschlechter tritt auf, als die Erde in einen bestimmten Zustand ihrer Verdichtung kommt. Die Dichtigkeit des Stoffes unterbindet einen Teil der Fortpflanzungskraft. Und derjenige Teil dieser Kraft, der noch wirksam ist, bedarf der Ergänzung von außen, durch die entgegengesetzte Kraft eines anderen Menschen. Die Seele aber muß sowohl im Manne, wie in der Frau einen Teil ihrer früheren Kraft in sich selbst behalten. Sie kann diesen Teil nicht in der leiblichen Außenwelt verwenden. — dieser Kraftteil richtet sich nun nach dem Innern des Menschen. Er kann nicht nach außen treten; deshalb wird er für innere Organe frei. — und hier tritt ein wichtiger Punkt in der Menschheitsentwickelung ein. Vorher hat das, was man Geist nennt, die Fähigkeit des Denkens, nicht im Menschen Platz finden können. Denn diese Fähigkeit hätte kein Organ gefunden, um sich zu betätigen. Die Seele hatte all ihre Kraft nach außen verwendet, um den Leib aufzubauen. Jetzt aber kann die Seelenkraft, die nach außen hin keine Verwendung findet, mit der Geisteskraft in Verbindung treten; und durch diese Verbindung entwickeln sich die Organe im Leibe, die später den Menschen zum denkenden Wesen machen. So konnte der Mensch einen Teil der Kraft, die er früher zur Hervorbringung von seinesgleichen verwendet, zu einer Vervollkommnung seines eigenen Wesens verwenden. Die Kraft, durch die sich die Menschheit ein denkendes Gehirn formt, ist dieselbe, durch welche sich in alten Zeiten der Mensch befruchtet hat. Das Denken ist erkauft durch die Eingeschlechtlichkeit. Indem die Menschen nicht mehr sich selbst, sondern sich gegenseitig befruchten, können sie einen Teil ihrer produktiven Kraft nach innen wenden und zu denkenden Geschöpfen werden. So stellt der männliche und der weibliche Leib je eine unvollkommene Gestaltung der Seele nach außen dar; aber sie werden dadurch in ihrem Inneren vollkommenere Geschöpfe.

[ 4 ] Ganz langsam und allmählich vollzieht sich diese Umwandlung mit dem Menschen. Nach und nach treten neben den alten zweigeschlechtlichen Menschenformen die jüngeren eingeschlechtlichen auf.

[ 5 ] Es ist wieder eine Art Befruchtung, die da im Menschen sich einstellt, als er ein Geistwesen wird. Die inneren Organe, welche durch die überschüssige Seelenkraft aufgebaut werden können, werden von dem Geiste befruchtet. Die Seele ist in sich selbst zweigliedrig: männlich-weiblich. So gestaltete sie in alten Zeiten auch ihren Leib. Später kann sie ihren Leib nur so gestalten, daß er für das Äußere mit einem anderen Leibe zusammenwirkt; sie selbst erhält dadurch die Fähigkeit, mit dem Geiste zusammenzuwirken. Für das Äußere wird fortan der Mensch von außen befruchtet, für das Innere von innen, durch den Geist. Man kann nun sagen, daß der männliche Leib eine weibliche Seele, der weibliche Leib eine männliche Seele hat. Diese innere Einseitigkeit im Menschen wird nun durch die Befruchtung mit dem Geiste ausgeglichen. Die Einseitigkeit wird aufgehoben. Die männliche Seele im weiblichen Leibe und die weibliche Seele im männlichen Leibe werden beide wieder zweigeschlechtlich durch die Befruchtung mit dem Geist. So sind Mann und Weib in der äußeren Gestalt verschieden; im Innern schließt sich bei beiden die seelische Einseitigkeit zu einer harmonischen Ganzheit zusammen. Im Innern verschmelzen Geist und Seele zu einer Einheit. Auf die männliche Seele im Weibe wirkt der Geist weiblich und macht sie so männlich-weiblich; auf die weibliche Seele im Manne wirkt der Geist männlich und bildet sie so gleichfalls männlich-weiblich. Die Zweigeschlechtlichkeit des Menschen hat sich aus der Außenwelt, wo sie in der vorlemurischen Zeit vorhanden war, in das Innere des Menschen zurückgezogen.

[ 6 ] Man sieht, das höhere Innere des Menschen hat nichts zu tun mit Mann und Weib. Doch kommt die innere Gleichheit aus einer männlichen Seele bei der Frau, und entsprechend aus einer weiblichen beim Mann. Die Vereinigung mit dem Geiste bewirkt zuletzt die Gleichheit; aber daß vor dem Zustandekommen dieser Gleichheit eine Verschiedenheit vorhanden ist: dies schließt ein Geheimnis der Menschennatur ein. Die Erkenntnis dieses Geheimnisses ist für alle Geheimwissenschaft von großer Bedeutung. Denn es ist der Schlüssel zu wichtigen Lebensrätseln. Vorläufig ist es nicht erlaubt, den Schleier der über dieses Geheimnis gebreitet ist, hinwegzuheben ...

[ 7 ] So hat sich der physische Mensch von der Zweigeschlechtlichkeit zur Eingeschlechtlichkeit, zur Trennung in Mann und Frau hin entwickelt. Und dadurch ist der Mensch ein solches geistiges Wesen geworden, wie er es jetzt ist. Aber man darf nicht glauben, daß nicht auch vorher mit der Erde erkennende Wesen in Verbindung gestanden hätten. Wenn man die Akasha-Chronik verfolgt, so zeigt sich allerdings, daß in der ersten lemurischen Zeit der spätere physische Mensch durch sein doppeltes Geschlecht ein ganz anderes Wesen war, als das ist, was man heute als Mensch bezeichnet. Er konnte keine sinnlichen Wahrnehmungen mit Gedanken verbinden: er dachte nicht. Sein Leben war ein triebartiges. Seine Seele äußerte sich lediglich in Instinkten, Begierden, animalischen Wünschen und so weiter. Sein Bewußtsein war ein traumartiges; er lebte in Dumpfheit. — Aber es gab andere Wesen inmitten dieser Menschheit. Diese waren natürlich auch zweigeschlechtlich. Denn beim damaligen Zustande der Erdentwickelung konnte kein männlicher, oder weiblicher Menschenleib hervorgebracht werden. Dazu fehlten noch die äußeren Bedingungen. Aber es gab andere Wesen, die trotz der Zweigeschlechtlichkeit Erkenntnis und Weisheit erwerben konnten. Das war dadurch möglich, daß diese eine ganz andere Entwickelung in einer noch weiter zurückliegenden Vergangenheit durchgemacht hatten. Ihrer Seele ist es möglich geworden, ohne erst die innere Organentwickelung des physischen Leibes der Menschheit abzuwarten, mit dem Geiste sich zu befruchten. Des jetzigen Menschen Seele kann nur mit Hilfe des physischen Gehirns denken, was sie durch die physischen Sinne von außen empfängt. So hat es die Seelenentwickelung des Menschen mit sich gebracht. Die Menschenseele mußte warten, bis ein Gehirn da war, das zum Vermittler mit dem Geiste wurde. Ohne diesen Umweg wäre diese Seele geistlos geblieben. Sie wäre auf der Stufe des traumartigen Bewußtseins stehengeblieben. Anders war es bei den gekennzeichneten übermenschlichen Wesen. Ihre Seele hatte auf früheren Stufen seelische Organe entwickelt, die nichts Physisches brauchten, um mit dem Geiste in Verbindung zu kommen. Ihre Erkenntnis und Weisheit war eine übersinnlich erworbene. Man nennt eine solche Erkenntnis intuitiv. Der gegenwärtige Mensch kommt erst auf einer späteren Stufe seiner Entwickelung zu solcher Intuition, die es ihm möglich macht, ohne sinnliche Vermittelung mit dem Geiste in Berührung zu kommen. Er muß den Umweg durch die sinnliche Stofflichkeit machen. Man nennt diesen Umweg das Herabsteigen der Menschenseele in die Materie oder populär den «Sündenfall». — durch eine anders geartete frühere Entwickelung brauchten die übermenschlichen Naturen dieses Herabsteigen nicht mitzumachen. Weil ihre Seele schon eine höhere Stufe erlangt hatte, war ihr Bewußtsein nicht traumartig, sondern innerlich hell. Und die Auffassung der Erkenntnis und Weisheit durch sie war ein Hellsehen, das keiner Sinne und keines Denkorgans bedurfte. Unmittelbar strahlte die Weisheit, nach welcher die Welt gebaut ist, in ihre Seele ein. Dadurch konnten sie die Führer der noch in Dumpfheit befangenen jungen Menschheit sein. Sie waren die Träger einer «uralten Weisheit», zu deren Verständnis sich die Menschheit auf dem angedeuteten Umwege erst hinaufringt. Sie unterschieden sich nun dadurch von dem, was man «Mensch» nennt, daß ihnen die Weisheit zustrahlte wie uns das Sonnenlicht, als eine freie Gabe «von oben». Der «Mensch» war in einer anderen Lage. Er mußte sich die Weisheit durch die Arbeit der Sinne und des Denkorgans erwerben. Sie kam ihm zunächst nicht als eine freie Gabe zu. Er mußte sie begehren. Nur wenn im Menschen die Begierde nach Weisheit lebte, dann erarbeitete er sich dieselbe durch Sinne und Denkorgan. So mußte in der Seele ein neuer Trieb erwachen: die Begierde, das Verlangen nach Wissen. Dieses Verlangen konnte die Menschenseele auf ihren früheren Stufen nicht haben. Ihre Triebe gingen nur nach Gestaltung in dem, was äußerlich Gestalt annahm, was als ein traumartiges Leben sich in ihr abspielte; aber nicht nach Erkenntnis einer Außenwelt, nicht nach Wissen. Mit der Geschlechtertrennung tritt zuerst der Trieb nach Wissen auf.

[ 8 ] Den übermenschlichen Wesen wurde die Weisheit gerade dadurch auf dem Wege des Hellsehens kund, weil sie nicht dieses Verlangen darnach trugen. Sie warteten, bis die Weisheit in sie einstrahlte, wie wir das Sonnenlicht abwarten, das wir nicht in der Nacht erzeugen können, sondern das uns am Morgen von selbst kommen muß. — das Verlangen nach dem Wissen wird eben dadurch hervorgebracht, daß die Seele innere Organe (Gehirn und so weiter) ausarbeitet, durch die sie sich in den Besitz des Wissens setzt. Das ist eine Folge davon, daß ein Teil der Seelenkraft nicht mehr nach außen arbeitet, sondern nach innen. Die übermenschlichen Wesen aber, welche diese Trennung ihrer Seelenkräfte nicht vollzogen haben, richten ihre ganze Seelenenergie nach außen. Ihnen steht daher nach außen hin zur Befruchtung durch den Geist auch diejenige Kraft zur Verfügung, welche der «Mensch» nach innen kehrt zum Bau der Erkenntnisorgane. — Nun ist diejenige Kraft, durch welche der Mensch sich nach außen kehrt, um mit einem andern zusammenzuwirken, die Liebe. Die übermenschlichen Wesen richteten ihre ganze Liebe nach außen, um die Weltenweisheit in ihre Seele einströmen zu lassen. Der «Mensch» aber kann nur einen Teil nach außen richten. Der «Mensch» wurde sinnlich; und damit wurde seine Liebe sinnlich. Er entzieht den Teil seines Wesens der Außenwelt, den er auf seinen inneren Ausbau wendet. Und damit ist das gegeben, was man Selbstsucht nennt. Der «Mensch» konnte, als er im physischen Leibe Mann oder Weib wurde, nur mit einem Teile seines Wesens sich hingeben; mit dem andern sonderte er sich ab von der Umwelt. Er wurde selbstsüchtig. Und selbstsüchtig wurde seine Wirkung nach außen, selbstsüchtig sein Streben nach innerer Entwickelung. Er liebte, weil er verlangte, und er dachte, weil er ebenfalls verlangte, nämlich nach Wissen. — als selbstlose, alliebende Naturen standen die Führer, die übermenschlichen Wesen, dem noch kindlich selbstsüchtigen Menschen gegenüber. — die Seele, die bei ihnen nicht in einem männlichen oder weiblichen Leib wohnt, ist selbst männlich-weiblich. Sie liebt ohne Verlangen. So liebte die unschuldige Seele des Menschen vor der Geschlechtertrennung; doch konnte sie damals, weil sie eben noch auf einer untergeordneten Stufe war — im Traumbewußtsein — nicht erkennen. So liebt aber auch die Seele der übermenschlichen Wesen, die aber trotzdem, wegen ihrer vorgerückten Entwickelung erkennen kann. Der «Mensch» muß durch die Selbstsucht durchgehen, um auf einer höheren Stufe wieder zur Selbstlosigkeit zu kommen, dann aber bei völlig hellem Bewußtsein. Das war nun die Aufgabe der übermenschlichen Naturen, der großen Führer, daß sie den jungen Menschen ihren eigenen Charakter, den der Liebe aufprägten. Sie konnten das nur bei dem Teile der Seelenkraft, der sich nach außen richtete. Es entstand dadurch die sinnliche Liebe. Diese ist daher die Begleiterscheinung des Wirkens der Seele in einem männlichen oder weiblichen Leibe. Die sinnliche Liebe wurde die Kraft der physischen Menschenentwickelung. Diese Liebe führt Mann und Weib zusammen, sofern sie physische Wesen sind. Auf dieser Liebe beruht das Fortschreiten der physischen Menschheit. — nur über diese Liebe hatten die genannten übermenschlichen Naturen Gewalt. Der Teil der menschlichen Seelenkraft, welcher nach innen geht und auf dem Umwege durch die Sinnlichkeit Erkenntnis bringen soll, entzieht sich der Macht jener übermenschlichen Wesen. Sie waren ja selbst nie bis zur Entwickelung entsprechender Innenorgane Herabgestiegen. Sie konnten den Trieb nach außen in Liebe einkleiden, weil sie die nach außen wirkende Liebe als ihre eigene Wesenheit hatten. Dadurch war eine Kluft zwischen ihnen und der jungen Menschheit gegeben. Die Liebe, zunächst in sinnlicher Form, konnten sie dem Menschen einpflanzen; Erkenntnis konnten sie nicht geben, denn ihre eigene Erkenntnis hatte nie den Umweg durch die Innenorgane genommen, welche der Mensch nun bei sich herausbildete. Sie konnten keine Sprache sprechen, die ein Gehirnwesen hätte verstehen können.

[ 9 ] Nun wurden die genannten Innenorgane des Menschen zwar erst auf der Stufe des Erdendaseins, die in der Mitte der lemurischen Zeit liegt, reif zur Berührung mit dem Geiste; in einer unvollkommenen Anlage wurden sie aber schon einmal auf einer viel früheren Entwickelungsstufe ausgebildet. Denn schon in vorhergehenden Zeiten ist die Seele durch physische Verleiblichungen hindurchgeschritten. Sie hatte zwar nicht auf der Erde, aber auf anderen Himmelskörpern in verdichtetem Stoffe gelebt. Das Genauere darüber kann erst später ausgeführt werden. Jetzt soll nur so viel gesagt werden, daß die Erdenwesen vorher auf einem andern Planeten lebten und sich gemäß den Verhältnissen auf diesem so weit entwickelten, wie sie waren, als sie auf der Erde anlangten. Sie haben die Stoffe dieses vorhergehenden Planeten wie ein Kleid abgelegt und wurden auf der dadurch erlangten Entwickelungsstufe zu reinen Seelenkeimen, mit der Fähigkeit zu empfinden, zu fühlen und so weiter, kurz jenes traumartige Leben zu führen, das ihnen auch noch auf den ersten Stufen ihres Erdendaseins eigen blieb. — die genannten übermenschlichen Wesenheiten, die Führer auf dem Felde der Liebe, waren aber auch schon auf dem vorhergehenden Planeten so vollkommen, daß sie nicht mehr herunterzusteigen brauchten bis zur Ausbildung der Anlagen jener inneren Organe. — Aber es gab andere Wesen, die nicht so weit waren wie diese Führer der Liebe, die vielmehr auf dem vorhergehenden Planeten noch zu den «Menschen» zählten, die aber damals den Menschen voraneilten. So waren sie beim Beginn der Erdbildung zwar weiter als die Menschen, aber doch noch auf der Stufe, wo durch innere Organe die Erkenntnis erworben werden muß. Diese Wesen waren in einer besonderen Lage. Sie waren zu weit, um durch den physischen Menschenleib, den männlichen oder weiblichen, hindurchzugehen, aber doch noch nicht so weit, um durch volles Hellsehen gleich den Führern der Liebe wirken zu können. Liebewesen konnten sie noch nicht, «Menschen» konnten sie nicht mehr sein. So war es ihnen nur möglich, als halbe Übermenschen, aber mit Hilfe der Menschen ihre eigene Entwickelung fortzusetzen. Sie konnten zu Gehirnwesen in einer diesen verständlichen Sprache reden. Dadurch wurde die nach innen gekehrte menschliche Seelenkraft angeregt, und sie konnte sich mit der Erkenntnis und Weisheit verbinden. Es kam dadurch überhaupt erst eine Weisheit menschlicher Art auf die Erde. Von dieser Menschenweisheit konnten die genannten ,,halben Übermenschen" zehren, um selbst das zu erreichen, was ihnen noch an Vollkommenheit fehlte. So wurden sie die Erreger von Menschenweisheit. Man nennt sie deshalb Bringer des Lichtes (Luzifer). Zweierlei Führer hatte also die kindliche Menschheit: Liebewesen und Weisheitswesen. Zwischen Liebe und Weisheit war die menschliche Natur eingespannt, als sie auf dieser Erde ihre gegenwärtige Form annahm. Durch die Liebewesen wurde sie zur physischen Entwickelung angeregt, durch die Weisheitswesen zur Vervollkommnung des inneren Wesens. Infolge der physischen Entwickelung schreitet die Menschheit von Generation zu Generation vor, bildet neue Stämme und Rassen; durch die Innenentwickelung wachsen die einzelnen zur inneren Vollkommenheit, werden Wissende, Weise, Künstler, Techniker usw. Von Rasse zu Rasse schreitet die physische Menschheit; jede Rasse vererbt auf folgende durch die physische Entwickelung hindurch ihre sinnlich wahrnehmbaren Eigenschaften. Hier herrscht das Gesetz der Vererbung. Die Kinder tragen in sich die physischen Charaktere der Väter. Darüber hinaus liegt eine geistig-seelische Vervollkommnung, die nur durch die Entwickelung der Seele selbst vor sich gehen kann. — und damit stehen wir vor dem Gesetze der Seelenentwickelung innerhalb des Erdendaseins. Sie hängt zusammen mit dem Gesetze und Geheimnis von Geburt und Tod.

Versions Available:

Atlantis and Lemuria 1911, tr. Max Gysi
  1. Cosmic Memory 1959, tr. Karl E. Zimmer
  2. From the Akashic Record, Steiner Online Library
  3. Aus der Akasha-Chronik, 6th ed.

VI. Humanity Before the Division of Sex

Although the form of man, in those ancient times which have been already described, was very different from his present form, yet, if we go still further back in the history of humanity, we find conditions differing even much more widely. For it was only in the course of time that the forms of man and woman arose from an earlier, original form in which the human being was neither the one nor the other, but both at the same time. He who would gain for himself a conception of those primeval ages must free himself entirely from those customary ideas which are drawn from present conditions. The times to which we are looking back lie somewhat before the middle of that epoch called in the preceding extracts the Lemurian. The human body then consisted of soft plastic matter; and the rest of the earthly forms also were both soft and plastic. Compared with its later firmness, the earth was still in a bubbling and more fluid state. The human soul, being embodied in that matter, could then adapt itself in a much greater degree than later. For the clothing of the soul in a male or female body is due to the fact that the one or the other is forced upon it by the development of external nature. So long as matter had not become firm, the soul could enforce its own laws upon it. It moulded the body in its own likeness; but when matter had grown dense the soul had to suit itself to the laws stamped on that matter by external nature. So long as the soul was master of matter, it formed its body neither male nor female, but gave to it qualities common to both. For the soul is at once both male and female. In itself it bears these two natures. Its male element is related to that which we call Will, its female element to what is designated Imagination. The external formation of the earth has led the body to adopt a one-sided evolution. The male body has assumed a form determined by the element of Will; the female, on the contrary, bears rather the impress of Imagination. Thus it is that the bisexual male-female soul inhabits a unisexual male or female body. And so the body had in the course of evolution assumed so decided a form through the influence of external earth-forces that thereafter it was no longer possible for the soul to pour its entire force into this body. It had to retain within itself something of the force that belonged to it, and could allow only a part to flow into the body.

When we study the Âkâshic Records we see that, at a period in the far past, human forms appear soft, plastic, and quite unlike those of later times. They still retain in equal measure the nature of man and woman. As time passes and matter densifies, the human body appears in two forms, one of which resembles the man's later form, the other the woman's. Before the appearance of these differentiated forms, every human being could of itself bring forth another. The fructification was no outer process, but one which took place within the human body itself. When the body took on a male or a female form, it lost the possibility of self-fructification. Co-operation with another body was necessary in order to produce a new human being.

The separation of the sexes appears when the earth attains a certain condition of density. The density of matter partly checks the power of reproduction, and that portion of the reproductive force which is still effective requires completion from outside by the opposite force in another human being. But the soul must retain within itself a part of its earlier force, in man as well as in woman. It cannot expend this part in the outer corporeal world. Now this portion of his force is directed inwards in man. It cannot appear outwardly; therefore it is set free for the use of inner organs—and here comes an important point in the evolution of mankind. Before it, that which we call mind—the ability to think—could have found no place in man, for this capacity would have had no organ through which to act. The soul turned its whole force outwards to the building up of the body. But now the soul-force, which cannot find an object for its activity without, can unite itself with the mind-force; and, by such union, those organs of the body are evolved which, at a later period, make man a thinking being. Thus could man direct a part of the force that in earlier times he had turned to the bringing forth of his kind, to the perfecting of his own being. The force by means of which mankind formed for itself a thinking brain is the same force by which, in ancient times, man fructified himself. Thought is attained by unisexuality. Since man no longer fructifies himself, but the opposite sexes fructify one another, they can turn a part of their productive force inwards and become thinking beings. Thus the male and female bodies respectively present externally an imperfect picture of the soul, but because of this they become inwardly more perfect beings.

Very slowly and gradually this change is accomplished in man. Little by little the later single-sexed human forms appear side by side with those of the double sex.

It is again a kind of fructification which takes place in man on his becoming a thinking being. The inner organs which can be built up by the superfluous soul-force are fructified by the mind. The soul is in itself two-fold—male-female, and so in ancient times it also formed its body. At a later period it can only give to its body a form that can co-operate with another externally; for itself it retains the ability to co-operate with the mind. From this time forward man is fructified from without for the exterior part,—from within and for the interior part of his nature by the mind. It may be said, then, that the male body has a female soul, the female body a male soul. This inner one-sidedness in man is now balanced by the fructification of the mind. The one-sidedness is removed. The male soul in the female body and the female soul in the male body both become bisexual again through fructification by the mind. Thus do man and woman differ in their outer form, and, within, the one-sidedness of the soul unites itself in both sexes to a harmonious whole. Within, mind and soul melt into unity. The mind affects as female the male soul in woman, and thus makes it male-female; it works upon the female soul in man, as male, and so forms it female-male. The bisexuality in man has withdrawn from the outer world, where it existed in pre-Lemurian times, to his inner self.

We see that the higher inner man has nothing to do with male and female. Nevertheless the inner uniformity comes from a male soul in a woman and in like manner from a female soul in a man. The union with the mind brings uniformity at last; but the fact that before the appearance of this uniformity there exists difference, this fact contains a mystery of human nature. The knowledge of this mystery is of great importance to all occult science, for it is the key to weighty problems of life. For the present it is forbidden to raise further the veil that covers this mystery.

Thus did physical man develop from the bisexual body to the unisexual,—to the separation into man and woman. And because of this, man has become a being endowed with mentality, such as he now is. But it must not be imagined that there were not intelligent beings in connection with the earth even before this period. If we search the Âkâshic Records, we certainly see that in the first Lemurian period the physical man of the future was a very different being from that which we call man to-day. He was unable to connect any sense-perceptions with thoughts: he did not think. His life was one of instinct. His soul expressed itself simply in instincts, desires, animal wishes, and so on. His consciousness was dreamy; he lived in a kind of stupor. But there were other beings in the midst of this humanity. These were, of course, also bisexual; for with the prevailing conditions in the evolution of the earth at that time, no male or female human body could be brought forth. The external conditions were still wanting. But there were other beings who, in spite of their double sex, were able to acquire knowledge and wisdom. This was possible, because these beings had undergone an entirely different evolution at a still more remote period of the past. It had become possible for their souls to fertilize themselves with mind, without waiting for the development of the inner organs of the human physical body. It is only by the help of the brain that contemporary man is able to ponder upon those impressions which he receives from outside and through the senses. It is the evolution of the soul of man that caused this. The human soul had to wait till there was a brain to co-operate with the mind. The soul would have remained mindless had it not taken this indirect path. It would have remained at the stage of dream-consciousness.

It was different with the superhuman beings already mentioned. The soul of such beings had at earlier stages developed soul-organs which required nothing physical to enable them to unite themselves with the mind. Their knowledge and wisdom were supersensually acquired. Such knowledge is called intuitive. It is not until a later stage of his evolution that the man of the present attains to this intuition, which enables him to come into touch with mind, apart from the assistance of the senses. He must reach it indirectly through the material senses. This indirect course is called the descent of the human soul into matter, or popularly “The Fall” (into sin). Owing to an earlier evolution of a different kind, these superhuman beings did not need to undergo this descent into matter. As the soul of such beings had already attained a higher stage, their consciousness was not dreamy but inwardly luminous, and the comprehension of knowledge and wisdom by them was clairvoyance which needed no senses and no organs of thought. The Wisdom by which the world was built streamed directly into their soul.

Thus were they able to be the leaders of young humanity, still sunk in apathy. They were the bearers of an Ancient Wisdom, to comprehend which man must struggle upwards by the roundabout path described. They differed from what is called “man” by the fact that Wisdom poured out its rays on them “from above” as a free gift, just as the sunlight streams down on us. It was not so with “man.” He had to acquire wisdom for himself by the labour of the senses and of the organ of thought. It did not at first come to him as a free gift. He must desire it. Only when the longing for wisdom is alive in man does he strive to attain it for himself through his senses and thought-organ. So a new impulse must awaken in the soul,—desire, the longing for knowledge. The human soul could not possess this longing in its earlier stages. Its impulses were only towards embodiment in that which took on an outer form, in that in which it lived as a dreamy life, but not towards the knowledge of an outer world, not towards understanding. With the separation of the sexes first appeared the desire for knowledge.

It was just because the superhuman beings did not desire it, that wisdom became known to them by the path of clairvoyance. They waited till wisdom streamed into them, as we wait for the sunshine that we cannot create by night, but which must come to us of itself in the morning.

The longing for knowledge is evoked in this way, in order that the soul may build up inner organs (the brain, etc.) by which it comes into possession of knowledge. This result follows, because part of the soul-force works no longer from without but from within. But the superhuman beings who have not accomplished this separation of their soul-forces direct their entire soul-energy outwards.

They have thus also at their service, for the outer fructification by the mind, that force which man turns inward for the building up of his organs of knowledge. Now that force by means of which man turns outwards to unite himself with another is Love. The superhuman beings directed their whole love outwards to let the wisdom of the worlds stream into their souls. But man can turn outward only a part. Man became sensual, and thus his love grew sensual too. He withdrew from the outer world a part of his being which he then directed towards his inner building. And this produced what is called “selfishness.” When man became man or woman in his physical body he could only surrender a part of his being; with the other part he separated himself from the surrounding world. He became selfish. And his outer activity, as well as his striving for inward development, became selfish. He loved, because he desired, and he thought, because again he desired,—in this case, knowledge. In contrast to a childish and selfish humanity stood the leaders in their all-loving, unselfish natures. The soul which in them inhabits neither a male nor a female body is itself male-female. It loves without desire. The innocent soul of man loved thus before the separation of the sexes; nevertheless, it could not at that time know, for the very reason that it was still at a lower stage—in dream-consciousness. Thus too does the soul of the higher beings love; nevertheless, these beings can know in spite of this and on account of their advanced development. “Man” must pass through selfishness in order once more to reach unselfishness at a higher stage, but this time with an absolutely clear consciousness.

This, then, was the task of the superhuman beings, of the great leaders,—to stamp upon the young humanity their own character, that of love. They could do so only with that part of the soul-force which was directed outwards. Thus arose sensual love. And hence the latter accompanies the soul's activity in a male or female body. Sensual love became the force for human physical development. This love brings man and woman together in so far as they are physical beings. On this love rests the progress of physical humanity. It was over this love only that the so-called superhuman beings had power. That part of the human soul-force which turns inwards and must gain knowledge by the indirect path of sensuality withdraws itself from the power of those superhuman beings. They themselves had never descended to the development of corresponding inner organs. They could clothe the outward impulse in love, because they possessed as their very essence the love that was outwardly active. Thus there was a gulf between them and the young humanity. They could implant love in man, at first in a sensual form; knowledge they could not give, because their own knowledge had never taken the by-path through those inner organs which man was now developing in himself. They could speak no language which a being with brains could understand.

Now the said inner organs of man were, it is true, not ripe for contact with mind till that stage of earthly existence was reached which lies in the middle of the Lemurian period; but once before, at a much earlier period of development, they had been cultivated into an imperfect first beginning. For the soul had already passed through physical embodiments in times long gone by. It had lived, not indeed on the earth, but on other celestial bodies in densified matter. More exact information on this subject cannot be given till later. Only so much as this may now be said,—the beings of earth had formerly inhabited another planet, and, according to the conditions existing on it, they had developed to the stage at which they stood when they reached the earth. They laid aside the matter of the preceding planet like a garment, and became pure soul-germs at the stage of development reached then,—capable of sensation, of feeling, and so on; in short, able to lead that dreamlike life which still belonged to them in the first stages of their earth existence. But the superhuman beings spoken of, the leaders in the domain of love, had also lived on the preceding planets, and were even there so perfect that they no longer needed to descend in order to develop the first beginnings of those inner organs.

But there were other beings, not so far advanced as these Leaders of Love, but who might rather be counted as men on the preceding planet, who nevertheless outstripped mankind at that time. They were thus indeed, at the beginning of the earth formation, further advanced than man, but nevertheless still at the stage at which knowledge must be acquired through inner organs. These beings were in a peculiar position. They were too far advanced to pass through the physical human body, either male or female, and yet not far enough to be able to act by means of perfect clairvoyance, as were the Leaders of Love. They could not be, as yet, Beings of Love; and at the same time they could no longer be “men.” So it was only possible for them as semi-superhuman beings to continue their own evolution, but with the help of man. They could converse with the beings with brains in a language these understood. By this means the human soul-force directed inwards was aroused, and they were enabled to unite themselves to knowledge and wisdom. It was indeed only thus that wisdom of a human sort came to the earth. The “semi-superhuman” beings spoken of were able to absorb this human wisdom, and thus reach that perfection which they themselves still lacked. They thus became the creators of human wisdom. For this reason they were called “light bringers” (Lucifer). Thus had infant humanity leaders of two kinds—Beings of Love and Beings of Wisdom,—human nature was yoked between Love and Wisdom, when it assumed its present form on the earth. By the Beings of Love it was stimulated to physical development, by the Beings of Wisdom to the perfection of its inner self. In consequence of its physical development, mankind advanced from generation to generation, forming new tribes and races; through its inner development the individuals increased in inward perfection; they became scholars, sages, artists, technical scientists, etc. From race to race physical humanity advances; each race throughout its physical evolution transfers, to the following one, such of its qualities as are perceptible to the senses. Here the law of heredity reigns. The children bear the physical characteristics of their fathers. Beyond this lies an evolution towards perfection of mind and soul which can only be accomplished by the development of the soul itself. And here we are confronted with the law of the evolution of the soul within the bounds of earthly existence.