Soul Immortality, Forces of Destiny
and the Course of Human Life
GA 71a
14 May 1917, Stuttgart
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Seelenunsterblichkeit, Schicksalskräfte und menschlicher Lebenslauf, 1st ed.
Menschenseele und Menschenleib in Natur- und Geisterkenntnis
Menschenseele und Menschenleib in Natur- und Geisterkenntnis
[ 1 ] Meine sehr verehrten Anwesenden! Wenn gerade meine heutigen Ausführungen manchem der verehrten Zuhörer allzu skizzenhaft erscheinen könnten, so bitte ich Sie zu berücksichtigen, dass ich geben möchte mehr ein Bild von Ergebnissen über das Wesen von Menschenseele und Menschenleib, von Ergebnissen, von denen ich sagen darf, dass sie eine Art vorläufigen Abschluss bilden einer geisteswissenschaftlichen Forschung, die bei mir reichlich durch 36 Jahre hindurch gepflogen worden ist. Vor 36 Jahren legte ich gewissermaßen einen ersten Baustein. Und ich möchte mir heute eben besonders zur Aufgabe stellen, ein Bild von den Ergebnissen zu liefern.
[ 1 ] Meine sehr verehrten Anwesenden! Wenn gerade meine heutigen Ausführungen manchem der verehrten Zuhörer allzu skizzenhaft erscheinen könnten, so bitte ich Sie zu berücksichtigen, dass ich geben möchte mehr ein Bild von Ergebnissen über das Wesen von Menschenseele und Menschenleib, von Ergebnissen, von denen ich sagen darf, dass sie eine Art vorläufigen Abschluss bilden einer geisteswissenschaftlichen Forschung, die bei mir reichlich durch 36 Jahre hindurch gepflogen worden ist. Vor 36 Jahren legte ich gewissermaßen einen ersten Baustein. Und ich möchte mir heute eben besonders zur Aufgabe stellen, ein Bild von den Ergebnissen zu liefern.
[ 2 ] Der Weg und die Mittel zu diesen Ergebnissen, sie können allerdings gefunden werden in meinen verschiedenen Schriften, insbesondere auch in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», in meiner «Geheimwissenschaft im Umriss» und in anderen Büchern. In diesen Büchern findet man im Wesentlichen Teile dieser Ergebnisse, die alle zu vertreten sind, alle gewissermaßen auch geeignet sind, Belege, Beweisendes zu dem zu haben, von dem ich heute in zusammenfassender Übersicht sprechen möchte.
[ 2 ] Der Weg und die Mittel zu diesen Ergebnissen, sie können allerdings gefunden werden in meinen verschiedenen Schriften, insbesondere auch in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», in meiner «Geheimwissenschaft im Umriss» und in anderen Büchern. In diesen Büchern findet man im Wesentlichen Teile dieser Ergebnisse, die alle zu vertreten sind, alle gewissermaßen auch geeignet sind, Belege, Beweisendes zu dem zu haben, von dem ich heute in zusammenfassender Übersicht sprechen möchte.
[ 3 ] Ich betonte die Länge der Zeit, die diese, in diesem Winter zum vorläufigen Abschluss gekommenen geisteswissenschaftlichen Forschungen in Anspruch genommen haben, aus dem Grunde, weil ich dadurch hinweisen möchte darauf, dass geisteswissenschaftliche Forschung wahrhaftig nicht irgendetwas ist, was auf irgendwelche zufällig an die Seele herankommende Einfälle sich aufbaut, was gewissermaßen in leicht geschürzter Forschung und in einer leichtfertigen Feststellung errungen ist. Insbesondere möchte ich auch betonen, dass ich stets bemüht war, das Verhältnis desjenigen, was ich heute darstellen werde und was durch geisteswissenschaftliche Forschung errungen ist, das Verhältnis dieses zu den bewunderungswürdigen, großartigen Ergebnissen der Naturwissenschaft zu suchen.
[ 3 ] Ich betonte die Länge der Zeit, die diese, in diesem Winter zum vorläufigen Abschluss gekommenen geisteswissenschaftlichen Forschungen in Anspruch genommen haben, aus dem Grunde, weil ich dadurch hinweisen möchte darauf, dass geisteswissenschaftliche Forschung wahrhaftig nicht irgendetwas ist, was auf irgendwelche zufällig an die Seele herankommende Einfälle sich aufbaut, was gewissermaßen in leicht geschürzter Forschung und in einer leichtfertigen Feststellung errungen ist. Insbesondere möchte ich auch betonen, dass ich stets bemüht war, das Verhältnis desjenigen, was ich heute darstellen werde und was durch geisteswissenschaftliche Forschung errungen ist, das Verhältnis dieses zu den bewunderungswürdigen, großartigen Ergebnissen der Naturwissenschaft zu suchen.
[ 4 ] Und ich darf wohl, wenn Sie mir diese persönliche Bemerkung gestatten, meine sehr verehrten Anwesenden, sagen, dass ich im Laufe der Jahrzehnte wirklich nichts unterlassen habe, was sich ziehen lässt an Fäden von der geisteswissenschaftlichen Erkenntnis zu den naturwissenschaftlichen Errungenschaften, wie sie bis zum heutigen Tage gediehen sind. Und gerade wenn man auf die allerverschiedensten Zweige naturwissenschaftlicher Forschungen einzugehen vermag, dann kann man sehen, wie gut begründet auch nach dieser Seite hin gerade die geisteswissenschaftliche Forschung ist, selbst wenn für die heutige Zeit noch die Ergebnisse so waghalsig, vielleicht paradox erscheinen mögen, wie das wenige, was ich heute werde darzustellen haben.
[ 4 ] Und ich darf wohl, wenn Sie mir diese persönliche Bemerkung gestatten, meine sehr verehrten Anwesenden, sagen, dass ich im Laufe der Jahrzehnte wirklich nichts unterlassen habe, was sich ziehen lässt an Fäden von der geisteswissenschaftlichen Erkenntnis zu den naturwissenschaftlichen Errungenschaften, wie sie bis zum heutigen Tage gediehen sind. Und gerade wenn man auf die allerverschiedensten Zweige naturwissenschaftlicher Forschungen einzugehen vermag, dann kann man sehen, wie gut begründet auch nach dieser Seite hin gerade die geisteswissenschaftliche Forschung ist, selbst wenn für die heutige Zeit noch die Ergebnisse so waghalsig, vielleicht paradox erscheinen mögen, wie das wenige, was ich heute werde darzustellen haben.
[ 5 ] Dennoch wird immer wiederum gegenüber der vielen Gegnerschaft, welche besteht in der heutigen Zeit noch gegen die geisteswissenschaftlichen Errungenschaften, wie ich sie hier meine, wenn man die vielen Gegnerschaften in Betracht zieht, wird man vielleicht immer wiederum sich fragen: Wie kommt es, dass gerade von naturwissenschaftlicher Seite diese gut begründete wissenschaftliche Welterkenntnis wie etwas Phantastisches, wie etwas gegen alle Wissenschaft [Verstoßendes] oftmals hingestellt wird. Und weil eine solche Beobachtung gemacht werden kann, möchte ich meinen Ausgangspunkt heute nehmen allerdings nur von einem Gebiete naturwissenschaftlichen Denkens der Gegenwart, von einem solchen, das beim heutigen Thema naheliegt, und bei dem ich werde zur Anschauung bringen können, wie auf der einen Seite naturwissenschaftliche Forschung geradezu unmittelbar hineinführt in diejenige Form der Welterkenntnis, die hier vertreten wird; und wie auf der anderen Seite wiederum diese naturwissenschaftliche Denkweise sich, man möchte sagen mit allen nur erdenklichen Mitteln verlegt die Wege zu dieser Geistesforschung. Von einem besonderen Punkte in dieser Beziehung möchte ich ausgehen.
[ 5 ] Dennoch wird immer wiederum gegenüber der vielen Gegnerschaft, welche besteht in der heutigen Zeit noch gegen die geisteswissenschaftlichen Errungenschaften, wie ich sie hier meine, wenn man die vielen Gegnerschaften in Betracht zieht, wird man vielleicht immer wiederum sich fragen: Wie kommt es, dass gerade von naturwissenschaftlicher Seite diese gut begründete wissenschaftliche Welterkenntnis wie etwas Phantastisches, wie etwas gegen alle Wissenschaft [Verstoßendes] oftmals hingestellt wird. Und weil eine solche Beobachtung gemacht werden kann, möchte ich meinen Ausgangspunkt heute nehmen allerdings nur von einem Gebiete naturwissenschaftlichen Denkens der Gegenwart, von einem solchen, das beim heutigen Thema naheliegt, und bei dem ich werde zur Anschauung bringen können, wie auf der einen Seite naturwissenschaftliche Forschung geradezu unmittelbar hineinführt in diejenige Form der Welterkenntnis, die hier vertreten wird; und wie auf der anderen Seite wiederum diese naturwissenschaftliche Denkweise sich, man möchte sagen mit allen nur erdenklichen Mitteln verlegt die Wege zu dieser Geistesforschung. Von einem besonderen Punkte in dieser Beziehung möchte ich ausgehen.
[ 6 ] Man kann sagen, unter den verschiedenen Gebieten der neueren naturwissenschaftlichen Forschung ist wahrhaftig dasjenige, auf das ich schon vorbereitend etwas hingedeutet habe, das sich befasst mit der Untersuchung der Beziehungen des menschlichen Leibeslebens zu dem menschlichen Seelenleben, dieses Gebiet ist nicht zu kurz gekommen. Schöne, herrliche Ergebnisse naturwissenschaftlich Denkender hat man schon auf diesem Gebiete zu verzeichnen. Aber gerade vielleicht aus den glänzendsten, herrlichsten und aufrichtigsten Erzeugnissen der Naturwissenschaft auf diesem Gebiete kann man erkennen, was eigentlich dem Forschungswege, der von solchen Ausgangspunkten heute ausgeht, fehlt.
[ 6 ] Man kann sagen, unter den verschiedenen Gebieten der neueren naturwissenschaftlichen Forschung ist wahrhaftig dasjenige, auf das ich schon vorbereitend etwas hingedeutet habe, das sich befasst mit der Untersuchung der Beziehungen des menschlichen Leibeslebens zu dem menschlichen Seelenleben, dieses Gebiet ist nicht zu kurz gekommen. Schöne, herrliche Ergebnisse naturwissenschaftlich Denkender hat man schon auf diesem Gebiete zu verzeichnen. Aber gerade vielleicht aus den glänzendsten, herrlichsten und aufrichtigsten Erzeugnissen der Naturwissenschaft auf diesem Gebiete kann man erkennen, was eigentlich dem Forschungswege, der von solchen Ausgangspunkten heute ausgeht, fehlt.
[ 7 ] Ein hervorragendes Werk lassen Sie mich zum Ausgangspunkte nehmen. Und wenn ich bei der Darstellung des heutigen Bildes manchmal vielleicht zu abstrakt, zu wissenschaftlich erscheinen könnte, so bitte ich um Verzeihung; es wird schon der Vortrag zeigen, dass es so gar schlimm nicht gemeint ist. Ausgehen möchte ich von dem Buche, in dem Theodor Ziehen versucht hat von seinem naturwissenschaftlichen Standpunkte aus über das Verhältnis des Seelischen zum Leiblichen im Menschen Vorstellungen zu gewinnen.
[ 7 ] Ein hervorragendes Werk lassen Sie mich zum Ausgangspunkte nehmen. Und wenn ich bei der Darstellung des heutigen Bildes manchmal vielleicht zu abstrakt, zu wissenschaftlich erscheinen könnte, so bitte ich um Verzeihung; es wird schon der Vortrag zeigen, dass es so gar schlimm nicht gemeint ist. Ausgehen möchte ich von dem Buche, in dem Theodor Ziehen versucht hat von seinem naturwissenschaftlichen Standpunkte aus über das Verhältnis des Seelischen zum Leiblichen im Menschen Vorstellungen zu gewinnen.
[ 8 ] Nun, meine sehr verehrten Anwesenden, wenn man von dem Seelischen im Menschen spricht, so muss man sprechen von einem dreigliederigen Seelenleben. Diese Dreigliedrigkeit des Seelenlebens, sie kommt zustande einfach dadurch, dass man mit einigermaßen offenem Seelenauge der Selbsterkenntnis auf dieses Seelenleben des Menschen hinschaut. Alle Seelenerscheinungen zerfallen doch in die drei Gebiete des Wahrnehmens — das sich im Denken, im Vorstellen fortsetzt —, also des Wahrnehmens mit dem Denken und Vorstellen, des Fühlens und des Wollens. Was immer für eine Seelenerscheinung, für eine innerliche Seelenbetätigung auftritt, man kann sie bringen unter eine dieser drei Klassen des menschlichen Seelenlebens. Theodor Ziehen in seiner «Physiologischen Psychologie» versucht nun, die Beziehungen dieses Seelenlebens zum menschlichen Leibesleben in derjenigen Art darzustellen, wie dies gerade für die naturwissenschaftliche Forschung der Gegenwart charakteristisch ist, wie es einer weitverbreiteten, man kann sagen vielleicht allein herrschenden Denkweise entspricht. Daher zeigt die Untersuchungsweise bei Theodor Ziehen gerade eben die wichtigsten Züge, zu denen derjenige kommt, der aus der heutigen naturwissenschaftlichen Richtung heraus sich Vorstellungen über diese Dinge bilden will.
[ 8 ] Nun, meine sehr verehrten Anwesenden, wenn man von dem Seelischen im Menschen spricht, so muss man sprechen von einem dreigliederigen Seelenleben. Diese Dreigliedrigkeit des Seelenlebens, sie kommt zustande einfach dadurch, dass man mit einigermaßen offenem Seelenauge der Selbsterkenntnis auf dieses Seelenleben des Menschen hinschaut. Alle Seelenerscheinungen zerfallen doch in die drei Gebiete des Wahrnehmens — das sich im Denken, im Vorstellen fortsetzt —, also des Wahrnehmens mit dem Denken und Vorstellen, des Fühlens und des Wollens. Was immer für eine Seelenerscheinung, für eine innerliche Seelenbetätigung auftritt, man kann sie bringen unter eine dieser drei Klassen des menschlichen Seelenlebens. Theodor Ziehen in seiner «Physiologischen Psychologie» versucht nun, die Beziehungen dieses Seelenlebens zum menschlichen Leibesleben in derjenigen Art darzustellen, wie dies gerade für die naturwissenschaftliche Forschung der Gegenwart charakteristisch ist, wie es einer weitverbreiteten, man kann sagen vielleicht allein herrschenden Denkweise entspricht. Daher zeigt die Untersuchungsweise bei Theodor Ziehen gerade eben die wichtigsten Züge, zu denen derjenige kommt, der aus der heutigen naturwissenschaftlichen Richtung heraus sich Vorstellungen über diese Dinge bilden will.
[ 9 ] Nun untersucht Ziehen selbstverständlich dasjenige, was zunächst für den Naturforscher zum Seelenleben zu gehören scheint, was zu diesem Seelenleben gehört nach zahlreichen Untersuchungen, die sich feststellen lassen — ich kann jetzt nicht auf alle Einzelheiten eingehen —, aber die sich feststellen lassen. Ziehen untersucht die Beziehung des seelischen Lebens zu den Sinnesorganen, zu den Fortsetzungen der Sinnesorgane nach dem Inneren des Leibes, zum Nervensystem, und er frägt zunächst: Wie lebt das Seelische in den Sinnesorganen? Wie setzt es sich fort im menschlichen Nervensystem? Was spielt da eigentlich im Innern des menschlichen Leibes, wenn Seelisches sich im Menschen abspielt? Nun ist das Bedeutende, das Bemerkungswerte, dass Ziehen zu dem recht einseitigen Ergebnisse kommt, zu dem Ergebnis, das ihm zeigt, dass zusammenhängt das Sinnesleben mit seiner Fortsetzung, dem Vorstellungs- oder Denkleben, mit dem Nervensystem, mit dem Wunderbau des menschlichen Gehirns und mit alledem, was eben als Nervensystem zu bezeichnen ist.
[ 9 ] Nun untersucht Ziehen selbstverständlich dasjenige, was zunächst für den Naturforscher zum Seelenleben zu gehören scheint, was zu diesem Seelenleben gehört nach zahlreichen Untersuchungen, die sich feststellen lassen — ich kann jetzt nicht auf alle Einzelheiten eingehen —, aber die sich feststellen lassen. Ziehen untersucht die Beziehung des seelischen Lebens zu den Sinnesorganen, zu den Fortsetzungen der Sinnesorgane nach dem Inneren des Leibes, zum Nervensystem, und er frägt zunächst: Wie lebt das Seelische in den Sinnesorganen? Wie setzt es sich fort im menschlichen Nervensystem? Was spielt da eigentlich im Innern des menschlichen Leibes, wenn Seelisches sich im Menschen abspielt? Nun ist das Bedeutende, das Bemerkungswerte, dass Ziehen zu dem recht einseitigen Ergebnisse kommt, zu dem Ergebnis, das ihm zeigt, dass zusammenhängt das Sinnesleben mit seiner Fortsetzung, dem Vorstellungs- oder Denkleben, mit dem Nervensystem, mit dem Wunderbau des menschlichen Gehirns und mit alledem, was eben als Nervensystem zu bezeichnen ist.
[ 10 ] Auf diesem Gebiete ist es ja in der Tat gelungen der naturwissenschaftlichen Forschung, heute schon zu Großartigem zu kommen; und dasjenige, zu dem man gekommen ist, verspricht, im Laufe der vielleicht allernächsten Zukunft noch gewaltigere Resultate zu gewinnen. Aber einseitig ist der ganze Weg, den man hier einschlägt. Und gerade die Forschungsweise Theodor Ziehens zeigt, dass dieser Weg einseitig ist. Denn Theodor Ziehen wird durch die Art, wie er denken muss über die Sache nach seinem Forschungswege, dazu geführt, eigentlich überhaupt nur eine Beziehung herzustellen zwischen dem Sinneswahrnehmen, Sinneseindrücken, dem Denken oder Vorstellen und dem Nervenleben. Nun besteht aber das seelische Leben des Menschen nicht nur aus dem Vorstellungsleben, sondern auch aus dem Gefühls- und Willensleben. Und da zeigt sich denn für Ziehen, dass er zwar sehr schön finden kann gewissermaßen was parallel geht den Sinneseindrücken, den Gedankenverbindungen im menschlichen Nervensystem. Für das Vorstellungsleben geht das sehr gut, aber in dem Augenblick, wo dieser Forscher übergehen will zu dem Gefühlsleben, da entschwindet ihm das Gefühlsleben unter der Hand; da hat er es nicht mehr. Und so erleben wir das ganz außerordentlich Bedeutungsvolle, dass wir uns wirklich in höchst interessanter Weise halten können an solche Auseinandersetzungen, wie die Theodor Ziehens sind, in denen wirklich gezeigt wird, was heute möglich ist und was weiter möglich sein wird; dass man für alles das, was im Vorstellungsleben vor sich geht, wie sich eine Vorstellung mit der anderen verbindet und so weiter, wie für alles das Verzweigungen, Verästelungen, Vorgänge im menschlichen Nervensystem nachzuweisen sind, und im Sinnessystem.
[ 10 ] Auf diesem Gebiete ist es ja in der Tat gelungen der naturwissenschaftlichen Forschung, heute schon zu Großartigem zu kommen; und dasjenige, zu dem man gekommen ist, verspricht, im Laufe der vielleicht allernächsten Zukunft noch gewaltigere Resultate zu gewinnen. Aber einseitig ist der ganze Weg, den man hier einschlägt. Und gerade die Forschungsweise Theodor Ziehens zeigt, dass dieser Weg einseitig ist. Denn Theodor Ziehen wird durch die Art, wie er denken muss über die Sache nach seinem Forschungswege, dazu geführt, eigentlich überhaupt nur eine Beziehung herzustellen zwischen dem Sinneswahrnehmen, Sinneseindrücken, dem Denken oder Vorstellen und dem Nervenleben. Nun besteht aber das seelische Leben des Menschen nicht nur aus dem Vorstellungsleben, sondern auch aus dem Gefühls- und Willensleben. Und da zeigt sich denn für Ziehen, dass er zwar sehr schön finden kann gewissermaßen was parallel geht den Sinneseindrücken, den Gedankenverbindungen im menschlichen Nervensystem. Für das Vorstellungsleben geht das sehr gut, aber in dem Augenblick, wo dieser Forscher übergehen will zu dem Gefühlsleben, da entschwindet ihm das Gefühlsleben unter der Hand; da hat er es nicht mehr. Und so erleben wir das ganz außerordentlich Bedeutungsvolle, dass wir uns wirklich in höchst interessanter Weise halten können an solche Auseinandersetzungen, wie die Theodor Ziehens sind, in denen wirklich gezeigt wird, was heute möglich ist und was weiter möglich sein wird; dass man für alles das, was im Vorstellungsleben vor sich geht, wie sich eine Vorstellung mit der anderen verbindet und so weiter, wie für alles das Verzweigungen, Verästelungen, Vorgänge im menschlichen Nervensystem nachzuweisen sind, und im Sinnessystem.
[ 11 ] Aber wie ist es mit dem Gefühlsleben? Ziehen wirft diese Frage selbst auf: Wie ist es mit dem Gefühlsleben? Ja, da kommt er dazu, dieses Gefühlsleben sich wirklich unter der Hand zerflattern zu lassen, indem er dieses Gefühlsleben überhaupt als nichts Selbstständiges ansieht, als nichts ansieht, was dem entsprechen würde, wie wir wirklich unser Gefühlsleben in der Seele haben. Wir haben es ja wahrhaftig so selbstständig in uns wie das Vorstellungsleben. Und es spielt wahrhaftig das Vorstellungsleben keine selbstständigere Rolle als das Gefühlsleben. Aber Theodor Ziehen kommt dazu — man kann schon so sagen, denn es ist wirklich so —, die Gefühle ganz abzuleugnen; die Gefühle als solche, als selbstständige seelische Erlebnisse ganz abzuleugnen. Denn er findet nichts in der menschlichen Leibesorganisation, was ebenso den Gefühlen entsprechen würden wie die Nervenverästelung und -verbindungen dem Vorstellungsleben, dem Denkleben entsprechen. Er findet nichts. Und so sagt er: Gefühle sind überhaupt nicht selbstständig, sie sind nur eine gewisse Betonung der Vorstellungen. Und er spricht nicht von Gefühlen, sondern von «Gefühlstönen» der Vorstellungen. Also wir haben nur Vorstellungen; die eine ist wehmiütig, die andere lustig betont, und so weiter.
[ 11 ] Aber wie ist es mit dem Gefühlsleben? Ziehen wirft diese Frage selbst auf: Wie ist es mit dem Gefühlsleben? Ja, da kommt er dazu, dieses Gefühlsleben sich wirklich unter der Hand zerflattern zu lassen, indem er dieses Gefühlsleben überhaupt als nichts Selbstständiges ansieht, als nichts ansieht, was dem entsprechen würde, wie wir wirklich unser Gefühlsleben in der Seele haben. Wir haben es ja wahrhaftig so selbstständig in uns wie das Vorstellungsleben. Und es spielt wahrhaftig das Vorstellungsleben keine selbstständigere Rolle als das Gefühlsleben. Aber Theodor Ziehen kommt dazu — man kann schon so sagen, denn es ist wirklich so —, die Gefühle ganz abzuleugnen; die Gefühle als solche, als selbstständige seelische Erlebnisse ganz abzuleugnen. Denn er findet nichts in der menschlichen Leibesorganisation, was ebenso den Gefühlen entsprechen würden wie die Nervenverästelung und -verbindungen dem Vorstellungsleben, dem Denkleben entsprechen. Er findet nichts. Und so sagt er: Gefühle sind überhaupt nicht selbstständig, sie sind nur eine gewisse Betonung der Vorstellungen. Und er spricht nicht von Gefühlen, sondern von «Gefühlstönen» der Vorstellungen. Also wir haben nur Vorstellungen; die eine ist wehmiütig, die andere lustig betont, und so weiter.
[ 12 ] Und weil man also für das, was Schmerz und Freude für Gefühle in der Seele anregt, nichts finden kann im Leibe, aus diesem Grunde tilgt er es ganz aus und sagt: Die Vorstellungen haben eben ihre Betonung, und das ist der Gefühlston der Vorstellung. Das zeigt nur, was ja überhaupt charakteristisch ist für diesen Forschungsweg, dass die naturwissenschaftliche Denkart heute einzig und allein darauf ausgeht, wenn sie um das Verhältnis von Seele und Leib fragt, die Beziehungen zu suchen zwischen dem Seelischen und dem Nervensystem; das gilt geradezu als ein Dogma. Wenn man auf der einen Seite vom Seelischen spricht, so entspricht dem das Nervensystem. Aber im Nervensystem findet Ziehen nichts, was er in diesem System an Gefühlen zeigen könnte, so zerflattern ihm die Gefühle.
[ 12 ] Und weil man also für das, was Schmerz und Freude für Gefühle in der Seele anregt, nichts finden kann im Leibe, aus diesem Grunde tilgt er es ganz aus und sagt: Die Vorstellungen haben eben ihre Betonung, und das ist der Gefühlston der Vorstellung. Das zeigt nur, was ja überhaupt charakteristisch ist für diesen Forschungsweg, dass die naturwissenschaftliche Denkart heute einzig und allein darauf ausgeht, wenn sie um das Verhältnis von Seele und Leib fragt, die Beziehungen zu suchen zwischen dem Seelischen und dem Nervensystem; das gilt geradezu als ein Dogma. Wenn man auf der einen Seite vom Seelischen spricht, so entspricht dem das Nervensystem. Aber im Nervensystem findet Ziehen nichts, was er in diesem System an Gefühlen zeigen könnte, so zerflattern ihm die Gefühle.
[ 13 ] Und erst recht zerflattert ihm das Wollen, der Wille. Für den findet er nun recht nichts im Nervensystem. Daher leugnet er den Willen als seelische Erscheinung ganz. Er sagt sich: Ich will gehen. Da habe ich zuerst die Vorstellung: Ich will gehen. Das ist eine Vorstellung, die ganz ihr Gegenbild im Nervensystem hat. Dann habe ich nichts weiter als eine Beobachtung, dass ich nachher wirklich gehe. Das ist die zweite Vorstellung. Aber der Wille ist nicht dazwischen, der Wille fällt ganz heraus.
[ 13 ] Und erst recht zerflattert ihm das Wollen, der Wille. Für den findet er nun recht nichts im Nervensystem. Daher leugnet er den Willen als seelische Erscheinung ganz. Er sagt sich: Ich will gehen. Da habe ich zuerst die Vorstellung: Ich will gehen. Das ist eine Vorstellung, die ganz ihr Gegenbild im Nervensystem hat. Dann habe ich nichts weiter als eine Beobachtung, dass ich nachher wirklich gehe. Das ist die zweite Vorstellung. Aber der Wille ist nicht dazwischen, der Wille fällt ganz heraus.
[ 14 ] Also, das Willensleben wird auch vollständig geleugnet.
[ 14 ] Also, das Willensleben wird auch vollständig geleugnet.
[ 15 ] Bedeutsam ist diese literarische Erscheinung, «Physiologische Psychologie» von Theodor Ziehen, aus dem Grunde, weil sie so ehrlich und aufrichtig ist, weil dieser Forscher nichts anderes heranzieht, als was er naturwissenschaftlich feststellen kann. Und weil er für Gefühl und Wille nichts findet, so sagt er: Für selbstständig Gefühl und Wille zu halten, das ist überhaupt eine Phantasterei. Das Gefühl ist nur eine Betonung des Vorstellungslebens. Und von Wille zu reden, nun ja, das überlässt man den Philosophen, und die sind so gewöhnt, allerlei hineinzuphantasieren in die Wirklichkeit — sagt er gutmütig.
[ 15 ] Bedeutsam ist diese literarische Erscheinung, «Physiologische Psychologie» von Theodor Ziehen, aus dem Grunde, weil sie so ehrlich und aufrichtig ist, weil dieser Forscher nichts anderes heranzieht, als was er naturwissenschaftlich feststellen kann. Und weil er für Gefühl und Wille nichts findet, so sagt er: Für selbstständig Gefühl und Wille zu halten, das ist überhaupt eine Phantasterei. Das Gefühl ist nur eine Betonung des Vorstellungslebens. Und von Wille zu reden, nun ja, das überlässt man den Philosophen, und die sind so gewöhnt, allerlei hineinzuphantasieren in die Wirklichkeit — sagt er gutmütig.
[ 16 ] Meine sehr verehrten Anwesenden, meine wissenschaftliche Forschung hat mir gezeigt, dass der Hauptfehler dieser nun seit langer Zeit so gehaltenen Forschung der ist, dass man in einseitiger Weise das Seelenleben in seiner Beziehung zum Nervensystem sucht, und dass man gar nicht die Frage aufwirft, nicht dazu kommt, sie aufzuwerfen: Muss man dann nicht vielleicht, so wie der Mensch ein Ganzes ist als Leib, eine Beziehung suchen zwischen dem Ganzen der Seele und dem Ganzen des Menschenleibes, und nicht nur zwischen der Seele und einem Teil des Menschenleibes, dem Nervensystem? Und das, meine sehr verehrten Anwesenden das ist die Grundlage geisteswissenschaftlicher Forschung auf diesem Gebiete, dass diese geisteswissenschaftliche Forschung die Beziehungen des ganzen seelischen Lebens nun sucht zum ganzen menschlichen Leibesleben.
[ 16 ] Meine sehr verehrten Anwesenden, meine wissenschaftliche Forschung hat mir gezeigt, dass der Hauptfehler dieser nun seit langer Zeit so gehaltenen Forschung der ist, dass man in einseitiger Weise das Seelenleben in seiner Beziehung zum Nervensystem sucht, und dass man gar nicht die Frage aufwirft, nicht dazu kommt, sie aufzuwerfen: Muss man dann nicht vielleicht, so wie der Mensch ein Ganzes ist als Leib, eine Beziehung suchen zwischen dem Ganzen der Seele und dem Ganzen des Menschenleibes, und nicht nur zwischen der Seele und einem Teil des Menschenleibes, dem Nervensystem? Und das, meine sehr verehrten Anwesenden das ist die Grundlage geisteswissenschaftlicher Forschung auf diesem Gebiete, dass diese geisteswissenschaftliche Forschung die Beziehungen des ganzen seelischen Lebens nun sucht zum ganzen menschlichen Leibesleben.
[ 17 ] Da kann ich natürlich zunächst nur die Ergebnisse anführen. Denn, wenn es mir gegönnt ist, ein ziemlich ausführliches Buch über das zu schreiben, was ich heute zu sagen habe, so werden Sie darin die Einzelheiten finden, die gerade zeigen, wie gut das, was rein geisteswissenschaftlich gefunden ist, auch sich naturwissenschaftlich beweisen lässt. Das eine zunächst ist absolut richtig und kann sogar als gesichertes wissenschaftliches Resultat gelten: Der Teil des menschlichen Seelenlebens, der die Sinne und ihre Fortsetzung, die Nerven berrifft, der Teil, den wir das Vorstellungsleben nennen können, der hat sein Gegenbild eben im Nervensystem des menschlichen Leibes. Und da wird immer mehr und mehr die Forschung dazu führen, gerade anzuerkennen, dass es überhaupt kein größeres Wunder gibt im Bereiche desjenigen, was im physischen Erdenleben vom Menschen gefunden werden kann, als den Wunderbau des menschlichen Gehirns, der ein getreues Abbild, ein getreues plastisches Abbild, und zu gleicher Zeit ein getreues Bewegungsabbild ist desjenigen, was geistiges Vorstellungsleben, seelisches Vorstellungsleben genannt werden kann.
[ 17 ] Da kann ich natürlich zunächst nur die Ergebnisse anführen. Denn, wenn es mir gegönnt ist, ein ziemlich ausführliches Buch über das zu schreiben, was ich heute zu sagen habe, so werden Sie darin die Einzelheiten finden, die gerade zeigen, wie gut das, was rein geisteswissenschaftlich gefunden ist, auch sich naturwissenschaftlich beweisen lässt. Das eine zunächst ist absolut richtig und kann sogar als gesichertes wissenschaftliches Resultat gelten: Der Teil des menschlichen Seelenlebens, der die Sinne und ihre Fortsetzung, die Nerven berrifft, der Teil, den wir das Vorstellungsleben nennen können, der hat sein Gegenbild eben im Nervensystem des menschlichen Leibes. Und da wird immer mehr und mehr die Forschung dazu führen, gerade anzuerkennen, dass es überhaupt kein größeres Wunder gibt im Bereiche desjenigen, was im physischen Erdenleben vom Menschen gefunden werden kann, als den Wunderbau des menschlichen Gehirns, der ein getreues Abbild, ein getreues plastisches Abbild, und zu gleicher Zeit ein getreues Bewegungsabbild ist desjenigen, was geistiges Vorstellungsleben, seelisches Vorstellungsleben genannt werden kann.
[ 18 ] Wir finden gewissermaßen — was heute noch nicht gefunden ist, wird die Zukunft finden —, wir finden für alles das, was sich als Verhältnis zwischen den Vorstellungen herausstellt, Gegenstücke in den Verzweigungen, in den Anordnungen, im Bau der einzelnen Nervenorgane des menschlichen Gehirns. Die Forschung ist hier auf dem Wege, geradezu zu zeigen, dass ein wunderbares Abbild des Vorstellungslebens vorliegt im menschlichen Gehirn. Nur muss Geisteswissenschaft ihrerseits dasjenige, was sie aus ihren Ergebnissen gewinnt, der Sache hinzufügen.
[ 18 ] Wir finden gewissermaßen — was heute noch nicht gefunden ist, wird die Zukunft finden —, wir finden für alles das, was sich als Verhältnis zwischen den Vorstellungen herausstellt, Gegenstücke in den Verzweigungen, in den Anordnungen, im Bau der einzelnen Nervenorgane des menschlichen Gehirns. Die Forschung ist hier auf dem Wege, geradezu zu zeigen, dass ein wunderbares Abbild des Vorstellungslebens vorliegt im menschlichen Gehirn. Nur muss Geisteswissenschaft ihrerseits dasjenige, was sie aus ihren Ergebnissen gewinnt, der Sache hinzufügen.
[ 19 ] Und da handelt es sich darum, dass zwischen der Seele und dem Nervensystem allerdings die eben charakterisierte Beziehung besteht, dass aber auf der anderen Seite Geisteswissenschaft finden kann eine Beziehung zwischen dem Vorstellungsleben und etwas Geistigem. Sodass nicht nur nach der einen Seite hin eine Beziehung besteht von Vorstellung und Nervensystem, sondern auf der anderen Seite auch eine Beziehung besteht von Vorstellung zu dem, was geistig ist. Dieses Geistige aber, das kann man nur auf dem Wege erforschen des gesteigerten Bewusstseins, des aufgewachten Bewusstseins, des schauenden Bewusstseins, von dem ich hier neulich gesprochen habe. Dieses schauende Bewusstsein, welches dadurch entsteht, dass der Mensch kräftiger macht sein Denken, das kommt dazu, geistig ebenso anzuschauen, wie die sinnlichen Augen das Gehirn anschauen, wenn sie die Beziehungen des Gehirns zum Vorstellungsleben feststellen konnten. Und ich muss nur betonen, welche Tiefe der Seelenarbeit notwendig ist, damit man gerade über die Beziehungen des Vorstellungslebens zum Geiste volle Klarheit gewinnen kann.
[ 19 ] Und da handelt es sich darum, dass zwischen der Seele und dem Nervensystem allerdings die eben charakterisierte Beziehung besteht, dass aber auf der anderen Seite Geisteswissenschaft finden kann eine Beziehung zwischen dem Vorstellungsleben und etwas Geistigem. Sodass nicht nur nach der einen Seite hin eine Beziehung besteht von Vorstellung und Nervensystem, sondern auf der anderen Seite auch eine Beziehung besteht von Vorstellung zu dem, was geistig ist. Dieses Geistige aber, das kann man nur auf dem Wege erforschen des gesteigerten Bewusstseins, des aufgewachten Bewusstseins, des schauenden Bewusstseins, von dem ich hier neulich gesprochen habe. Dieses schauende Bewusstsein, welches dadurch entsteht, dass der Mensch kräftiger macht sein Denken, das kommt dazu, geistig ebenso anzuschauen, wie die sinnlichen Augen das Gehirn anschauen, wenn sie die Beziehungen des Gehirns zum Vorstellungsleben feststellen konnten. Und ich muss nur betonen, welche Tiefe der Seelenarbeit notwendig ist, damit man gerade über die Beziehungen des Vorstellungslebens zum Geiste volle Klarheit gewinnen kann.
[ 20 ] Ich habe vorgestern darauf aufmerksam gemacht, dass es einen merkwürdigen Ausspruch gibt des hier vor längerer Zeit lebenden und verstorbenen großen Denkers, des sogenannten «V-Vischer». Er sagt:
[ 20 ] Ich habe vorgestern darauf aufmerksam gemacht, dass es einen merkwürdigen Ausspruch gibt des hier vor längerer Zeit lebenden und verstorbenen großen Denkers, des sogenannten «V-Vischer». Er sagt:
Die Einheit des seelischen Lebens kann ganz gewiss nicht im Leibe lokalisiert sein, obwohl sie eigentlich nirgends anders als im Leibe vorkommen kann.
Die Einheit des seelischen Lebens kann ganz gewiss nicht im Leibe lokalisiert sein, obwohl sie eigentlich nirgends anders als im Leibe vorkommen kann.
[ 21 ] Ein vollständiger Widerspruch liegt da vor.
[ 21 ] Ein vollständiger Widerspruch liegt da vor.
[ 22 ] Was tut der Mensch heute, der so aus der gewöhnlichen, naturwissenschaftlichen Richtung oder dem heute üblichen Weltanschauungsbild herauskommt, was tut der, wenn er auf solche Dinge kommt? Da sagt er: Nun ja, das sind Grenzen der Erkenntnis; da muss man stehen bleiben; über diese Grenzen der Erkenntnis kann eben der Mensch mit seinem Erkenntnisvermögen nicht hinaus.
[ 22 ] Was tut der Mensch heute, der so aus der gewöhnlichen, naturwissenschaftlichen Richtung oder dem heute üblichen Weltanschauungsbild herauskommt, was tut der, wenn er auf solche Dinge kommt? Da sagt er: Nun ja, das sind Grenzen der Erkenntnis; da muss man stehen bleiben; über diese Grenzen der Erkenntnis kann eben der Mensch mit seinem Erkenntnisvermögen nicht hinaus.
[ 23 ] Der Geistesforscher bleibt auch stehen bei solchen scheinbaren Grenzen, indem er sich in der strengsten Weise verbietet, irgendwelche phantastische Hypothesen nun aufzustellen über das, was nun über solche Grenzen hinausgehen soll. Er fasst streng ins Auge, wenn solch ein Widerspruch kommt, und dann sucht er danach, gerade mit seiner Seele so recht einen solchen Widerspruch sich gegenwärtig zu machen im Bewusstsein, zu ringen, zu arbeiten mit einem solchen Widerspruch; denn er merkt, der Geistesforscher: Du stehst hier an einem Punkte, wo das Denken, das an das Gehirn gebunden ist, aufhört, wo du nicht weiterkommst mit dem Denken, das an das Gehirn gebunden ist. Und er bemüht sich nun, zu versuchen, ob der Weg nun weitergeht. Und so ist es eine große, langwierige Arbeit für den Geistesforscher, die zahlreichen Paradoxien, die scheinbaren Widersprüche aufzufinden, die sich so ergeben, wie dieser Widerspruch, den Vischer anführt.
[ 23 ] Der Geistesforscher bleibt auch stehen bei solchen scheinbaren Grenzen, indem er sich in der strengsten Weise verbietet, irgendwelche phantastische Hypothesen nun aufzustellen über das, was nun über solche Grenzen hinausgehen soll. Er fasst streng ins Auge, wenn solch ein Widerspruch kommt, und dann sucht er danach, gerade mit seiner Seele so recht einen solchen Widerspruch sich gegenwärtig zu machen im Bewusstsein, zu ringen, zu arbeiten mit einem solchen Widerspruch; denn er merkt, der Geistesforscher: Du stehst hier an einem Punkte, wo das Denken, das an das Gehirn gebunden ist, aufhört, wo du nicht weiterkommst mit dem Denken, das an das Gehirn gebunden ist. Und er bemüht sich nun, zu versuchen, ob der Weg nun weitergeht. Und so ist es eine große, langwierige Arbeit für den Geistesforscher, die zahlreichen Paradoxien, die scheinbaren Widersprüche aufzufinden, die sich so ergeben, wie dieser Widerspruch, den Vischer anführt.
[ 24 ] Gerade die Hunderte und Hunderte Punkte, zu denen des Menschen Denken kommen kann, wo es scheinbar zu einer Grenze kommt, die sucht der Geistesforscher auf. Und er versucht nun, ob sich mit seinem Seelischen etwas machen lässt gerade indem er diese Grenzen verarbeitet. Und da findet er, dass, sobald er sich nur frei macht von denjenigen starren Denkformen, die im gewöhnlichen Leben und in der gewöhnlichen Wissenschaft da sind, dass es geht; nur erfährt er durch inneres Erlebnis, dass er dann mit seinem Denken überhaupt frei wird von dem Organ des Gehirns, von den Organen des Nervensystems; dass er dann mit seinem Denken nach und nach in ein selbstständiges Seelenleben — nur vergleichweises Seelenleben allerdings — hineinkommt, in etwas, was der Mensch sich erarbeiten kann, und bei dem er sieht: Mit deinem Gehirn und dem Nervenleben kannst du bis zu einer gewissen Grenze kommen, da gibt es den Widerspruch; da musst du nun frei, ohne das Werkzeug der Leiblichkeit weiterarbeiten. Dass ein solches Weiterarbeiten nur auf der gesundesten Seelenarbeit und nicht auf irgendeiner krankhaften Seelenarbeit beruhen kann, habe ich oftmals betont in meinen Vorträgen und in meinen Büchern, und nur Böswilligkeit und Verleumdungssucht kann sehen irgendetwas Ungesundes in dieser durchaus in vollem Erhalten des Bewusstseins zu erstrebenden Freiwerdung des Denkens, das sich nun bewegt in einem freien Element, frei vom Leibesleben, in diesem Freiwerden des Denkens eben von der körperlichen Organisation.
[ 24 ] Gerade die Hunderte und Hunderte Punkte, zu denen des Menschen Denken kommen kann, wo es scheinbar zu einer Grenze kommt, die sucht der Geistesforscher auf. Und er versucht nun, ob sich mit seinem Seelischen etwas machen lässt gerade indem er diese Grenzen verarbeitet. Und da findet er, dass, sobald er sich nur frei macht von denjenigen starren Denkformen, die im gewöhnlichen Leben und in der gewöhnlichen Wissenschaft da sind, dass es geht; nur erfährt er durch inneres Erlebnis, dass er dann mit seinem Denken überhaupt frei wird von dem Organ des Gehirns, von den Organen des Nervensystems; dass er dann mit seinem Denken nach und nach in ein selbstständiges Seelenleben — nur vergleichweises Seelenleben allerdings — hineinkommt, in etwas, was der Mensch sich erarbeiten kann, und bei dem er sieht: Mit deinem Gehirn und dem Nervenleben kannst du bis zu einer gewissen Grenze kommen, da gibt es den Widerspruch; da musst du nun frei, ohne das Werkzeug der Leiblichkeit weiterarbeiten. Dass ein solches Weiterarbeiten nur auf der gesundesten Seelenarbeit und nicht auf irgendeiner krankhaften Seelenarbeit beruhen kann, habe ich oftmals betont in meinen Vorträgen und in meinen Büchern, und nur Böswilligkeit und Verleumdungssucht kann sehen irgendetwas Ungesundes in dieser durchaus in vollem Erhalten des Bewusstseins zu erstrebenden Freiwerdung des Denkens, das sich nun bewegt in einem freien Element, frei vom Leibesleben, in diesem Freiwerden des Denkens eben von der körperlichen Organisation.
[ 25 ] Und da zeigt sich dann etwas ganz Merkwürdiges. Da zeigt sich, dass, während wir Vorstellungen entwickeln, leben in uns unbewusst geistige Tatsachen. Zum Bewusstsein kommt uns eine Farbe, ein anderer Sinneseindruck, ein Ton; die Vorstellung die sich an diese Farbe, diesen Ton anknüpfen, kommen uns zum Bewusstsein; aber, was im gewöhnlichen Leben nicht zum Bewusstsein kommt, das lebt übersinnlich in dem, was sich sinnlich abspielt, darinnen. Und wenn man so das Denken frei bekommt vom Leibesleben, dann kommt man zu einem bewussten Überschauen von dem, was ich mir in meinen Büchern erlaubt habe zu nennen Imagination. Zur imaginativen Erkenntnis kommt man, zu einer Erkenntnis, die unabhängig ist vom Sinnes- und Nervenleben; zu einer Erkenntnis, die aber nicht eine Phantasie ist, sondern die durchaus etwas Objektives enthält, die ebenso etwas Objektives zum Ausdruck bringt, wie Farbe und Ton von einem Objektiven herrühren. Nur ist das gewöhnliche Leben so, dass durch die Tätigkeit des Lebens gerade das Geistige, das dann für die Imagination sichtbar werden kann, verschwindet, dass das Körperliche sich so geltend macht, dass das Geistige, das Imaginative dadurch unterdrückt wird. Indem wir den Sinneseindruck bekommen und ihn durch das Nervensystem verarbeiten, gehen eigentlich Eindrücke von der Außenwelt, die hinter dem Sinneseindruck noch vorhanden sind, auch in uns herein, Eindrücke, die nur durch Imagination erfasst werden können, die aber verschwinden, indem der Sinnesvorgang unter den Vorgängen sich abspielt.
[ 25 ] Und da zeigt sich dann etwas ganz Merkwürdiges. Da zeigt sich, dass, während wir Vorstellungen entwickeln, leben in uns unbewusst geistige Tatsachen. Zum Bewusstsein kommt uns eine Farbe, ein anderer Sinneseindruck, ein Ton; die Vorstellung die sich an diese Farbe, diesen Ton anknüpfen, kommen uns zum Bewusstsein; aber, was im gewöhnlichen Leben nicht zum Bewusstsein kommt, das lebt übersinnlich in dem, was sich sinnlich abspielt, darinnen. Und wenn man so das Denken frei bekommt vom Leibesleben, dann kommt man zu einem bewussten Überschauen von dem, was ich mir in meinen Büchern erlaubt habe zu nennen Imagination. Zur imaginativen Erkenntnis kommt man, zu einer Erkenntnis, die unabhängig ist vom Sinnes- und Nervenleben; zu einer Erkenntnis, die aber nicht eine Phantasie ist, sondern die durchaus etwas Objektives enthält, die ebenso etwas Objektives zum Ausdruck bringt, wie Farbe und Ton von einem Objektiven herrühren. Nur ist das gewöhnliche Leben so, dass durch die Tätigkeit des Lebens gerade das Geistige, das dann für die Imagination sichtbar werden kann, verschwindet, dass das Körperliche sich so geltend macht, dass das Geistige, das Imaginative dadurch unterdrückt wird. Indem wir den Sinneseindruck bekommen und ihn durch das Nervensystem verarbeiten, gehen eigentlich Eindrücke von der Außenwelt, die hinter dem Sinneseindruck noch vorhanden sind, auch in uns herein, Eindrücke, die nur durch Imagination erfasst werden können, die aber verschwinden, indem der Sinnesvorgang unter den Vorgängen sich abspielt.
[ 26 ] Hier kommt man zu einem Gebiete, wo sich wiederum eine merkwürdige Begegnung mit der Naturwissenschaft der neueren Zeit herausstellt. Die Naturwissenschaft hat lange Zeit ihre Forschung angestellt, was denn eigentlich gegenüber der gröberen Stofflichkeit der Äther ist, dasjenige, was man Äther nennt. Den Äther setzt die Naturforschung voraus gegenüber dem, was als Luft, Wasser, als gröbliche Stofflichkeit vorhanden ist. Wenn man auseinandersetzen wollte, was alles die Naturwissenschaft über den Äther gesagt hat, zu welchen Ansichten sie gekommen ist, müsste man viele Tage lang reden.
[ 26 ] Hier kommt man zu einem Gebiete, wo sich wiederum eine merkwürdige Begegnung mit der Naturwissenschaft der neueren Zeit herausstellt. Die Naturwissenschaft hat lange Zeit ihre Forschung angestellt, was denn eigentlich gegenüber der gröberen Stofflichkeit der Äther ist, dasjenige, was man Äther nennt. Den Äther setzt die Naturforschung voraus gegenüber dem, was als Luft, Wasser, als gröbliche Stofflichkeit vorhanden ist. Wenn man auseinandersetzen wollte, was alles die Naturwissenschaft über den Äther gesagt hat, zu welchen Ansichten sie gekommen ist, müsste man viele Tage lang reden.
[ 27 ] Aber zu einer merkwürdigen Anschauung sind gerade gewissenhafte Forscher der neueren Zeit gekommen. Und diese Ansicht über den Äther, die möchte ich Ihnen mit den Worten eines neueren physikalisch Forschenden fast wörtlich anführen. Planck, der Physiker, sagte einmal: Wenn wir überhaupt eine Vorstellung über den Äther gewinnen wollen, so müssen wir [uns] daran halten, nach allem, was wir naturwissenschaftlich wissen können, dass dieser Äther keine materiellen Eigenschaften hat.
[ 27 ] Aber zu einer merkwürdigen Anschauung sind gerade gewissenhafte Forscher der neueren Zeit gekommen. Und diese Ansicht über den Äther, die möchte ich Ihnen mit den Worten eines neueren physikalisch Forschenden fast wörtlich anführen. Planck, der Physiker, sagte einmal: Wenn wir überhaupt eine Vorstellung über den Äther gewinnen wollen, so müssen wir [uns] daran halten, nach allem, was wir naturwissenschaftlich wissen können, dass dieser Äther keine materiellen Eigenschaften hat.
[ 28 ] Nun denken Sie, in unserm heutigen Zeitalter des Materialismus kommt der Physiker dazu gerade durch das, was die materiellen Erscheinungen darstellen, sich zu sagen: Wenn man will eine gütige Vorstellung über den Äther haben, dann muss man ihn unmateriell, geistig vorstellen.
[ 28 ] Nun denken Sie, in unserm heutigen Zeitalter des Materialismus kommt der Physiker dazu gerade durch das, was die materiellen Erscheinungen darstellen, sich zu sagen: Wenn man will eine gütige Vorstellung über den Äther haben, dann muss man ihn unmateriell, geistig vorstellen.
[ 29 ] Geisteswissenschaft stellt ihn nun geistig vor, das heißt so vor, dass sie sagt: Den Äther kannst du niemals mit Eigenschaften belegen, die von den Sinnen erfahren sind, sondern dazu kommst du nur im imaginativen Erkennen. Denn im Äther leben eben Kräfte, die gar nicht in der äußeren sichtbaren Natur vorhanden sind, die nur sichtbar werden vor der imaginativen Erkenntnis.
[ 29 ] Geisteswissenschaft stellt ihn nun geistig vor, das heißt so vor, dass sie sagt: Den Äther kannst du niemals mit Eigenschaften belegen, die von den Sinnen erfahren sind, sondern dazu kommst du nur im imaginativen Erkennen. Denn im Äther leben eben Kräfte, die gar nicht in der äußeren sichtbaren Natur vorhanden sind, die nur sichtbar werden vor der imaginativen Erkenntnis.
[ 30 ] In dem Sinne spielt sich nun das ab, dass eigentlich nicht nur die äußere stoffliche Welt auf uns Eindrücke macht, sondern, dass hauptsächlich auf die Sinne Eindruck macht das Ätherische. Was in Augen und Ohren einfließt, ist das, was sich im Ätherischen abspielt, und erst in den Sinnen ruft der Ätherprozess einen Stoffprozess hervor, und dann wieder im Nervenprozess. Würden wir direkt dasjenige, was von Äther hereinkommt, aufnehmen, dann würden wir eine Imagination haben, eine Bilderkenntnis, eine Schauung, die Dinge beschreibt, die sich im Sinnesleben nicht finden. Und indem durch die Sinne die Imagination geht, wird sie zum Physischen herabgelenkt, und [das Nervensystem] ist das Organ, welches das Imaginativ-Ätherische ins Materielle ablähmt.
[ 30 ] In dem Sinne spielt sich nun das ab, dass eigentlich nicht nur die äußere stoffliche Welt auf uns Eindrücke macht, sondern, dass hauptsächlich auf die Sinne Eindruck macht das Ätherische. Was in Augen und Ohren einfließt, ist das, was sich im Ätherischen abspielt, und erst in den Sinnen ruft der Ätherprozess einen Stoffprozess hervor, und dann wieder im Nervenprozess. Würden wir direkt dasjenige, was von Äther hereinkommt, aufnehmen, dann würden wir eine Imagination haben, eine Bilderkenntnis, eine Schauung, die Dinge beschreibt, die sich im Sinnesleben nicht finden. Und indem durch die Sinne die Imagination geht, wird sie zum Physischen herabgelenkt, und [das Nervensystem] ist das Organ, welches das Imaginativ-Ätherische ins Materielle ablähmt.
[ 31 ] So muss auf diesem Gebiete gerade der Geistesforscher für das gewöhnliche Denken, das sich im menschlichen Leibe entwickelt, der materialistisch denkenden Naturwissenschaft ganz recht geben; denn das, was wir als Denken haben, ist Tätigkeit des Nervensystems, das ist an das Nervensystem gebunden. Aber es erscheint dieses Denken und Vorstellen so, weil die hereinkommende Imagination erst dazu abgeschwächt wird. In Wirklichkeit leben wir als Menschen in einem Verhältnis nicht nur zu dem, was die Nerven tun, sondern zu dem, was der Geist tut, indem er uns seine Imaginationen hereinschickt. Und die imaginative Welt gehört zu uns, wie Fleisch und Blut zu uns gehören. Der Geist lebt in uns, nur wird er während des Lebens zwischen Geburt oder Empfängnis und dem Tode abgelähmt zum Leibesleben.
[ 31 ] So muss auf diesem Gebiete gerade der Geistesforscher für das gewöhnliche Denken, das sich im menschlichen Leibe entwickelt, der materialistisch denkenden Naturwissenschaft ganz recht geben; denn das, was wir als Denken haben, ist Tätigkeit des Nervensystems, das ist an das Nervensystem gebunden. Aber es erscheint dieses Denken und Vorstellen so, weil die hereinkommende Imagination erst dazu abgeschwächt wird. In Wirklichkeit leben wir als Menschen in einem Verhältnis nicht nur zu dem, was die Nerven tun, sondern zu dem, was der Geist tut, indem er uns seine Imaginationen hereinschickt. Und die imaginative Welt gehört zu uns, wie Fleisch und Blut zu uns gehören. Der Geist lebt in uns, nur wird er während des Lebens zwischen Geburt oder Empfängnis und dem Tode abgelähmt zum Leibesleben.
[ 32 ] Wenn man aber nun dazu kommt, sich zu fragen: Was ist das nun, was da als Ätherprozess sich abspielt und durch den einen oder anderen Sinn hereinkommt und unsere äußere Beobachtungs- und Erfahrungswelt ausmacht? Was ist das zugleich? Das sind zugleich die Bildekräfte. Das stellt sich heraus als die Bildekräfte des menschlichen Organismus überhaupt. Das hat nicht nur etwas zu tun mit der einzelnen Augen-Empfindung, der Ton-Empfindung, sondern das hat zu tun mit derjenigen lebendigen Regsamkeit, die uns als physischen Menschen begleitet von der physischen Geburt zum physischen Tode hin, welche im Wachstum hinüberträgt von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr unsere körperliche, unsere leibliche Organisation. Wir leben durchaus in einem übersinnlichen Leibe darinnen, wie wir im physisch-sinnlichen Leibe drinnen leben. Und ob Sie das, was da der imaginativen Erkenntnis zugänglich ist, ob Sie das nun Bildekräfteleib nennen, wie ich das kürzlich in meinem Aufsatz in der Zeitschrift «Das Reich» getan habe, oder ob Sie das Ätherleib nennen, wie man gewöhnt worden ist zu sagen, wenn es auch ein Unfug ist — nicht auf Namen und Worte, sondern auf die Sache kommt es an —, es lebt das im Menschen, was man Bildekräfteleib nennen kann, was macht, dass wir ein Ganzes sind zwischen Geburt und Tod, was hinüberträgt im Leben das Wachstum von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr; was ein Kräfteleib, ein Ätherisches ist, das lebt in uns so wie der physisch-sinnliche Leib.
[ 32 ] Wenn man aber nun dazu kommt, sich zu fragen: Was ist das nun, was da als Ätherprozess sich abspielt und durch den einen oder anderen Sinn hereinkommt und unsere äußere Beobachtungs- und Erfahrungswelt ausmacht? Was ist das zugleich? Das sind zugleich die Bildekräfte. Das stellt sich heraus als die Bildekräfte des menschlichen Organismus überhaupt. Das hat nicht nur etwas zu tun mit der einzelnen Augen-Empfindung, der Ton-Empfindung, sondern das hat zu tun mit derjenigen lebendigen Regsamkeit, die uns als physischen Menschen begleitet von der physischen Geburt zum physischen Tode hin, welche im Wachstum hinüberträgt von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr unsere körperliche, unsere leibliche Organisation. Wir leben durchaus in einem übersinnlichen Leibe darinnen, wie wir im physisch-sinnlichen Leibe drinnen leben. Und ob Sie das, was da der imaginativen Erkenntnis zugänglich ist, ob Sie das nun Bildekräfteleib nennen, wie ich das kürzlich in meinem Aufsatz in der Zeitschrift «Das Reich» getan habe, oder ob Sie das Ätherleib nennen, wie man gewöhnt worden ist zu sagen, wenn es auch ein Unfug ist — nicht auf Namen und Worte, sondern auf die Sache kommt es an —, es lebt das im Menschen, was man Bildekräfteleib nennen kann, was macht, dass wir ein Ganzes sind zwischen Geburt und Tod, was hinüberträgt im Leben das Wachstum von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr; was ein Kräfteleib, ein Ätherisches ist, das lebt in uns so wie der physisch-sinnliche Leib.
[ 33 ] Und das gewöhnliche Vorstellen, das gewöhnliche Denken, das ist dadurch, so wie cs ist, dass dasjenige, was sich abspielt in diesem Wirkungsgebiete, abgeschwächt wird durch die physisch-leibliche Organisation, und eben zu dem schwachen, schattenhaften, abstrakt oftmals erscheinenden Nachbilde des Lebendig-Imaginativen wird. Dringen wir in das ein, was sich da als Lebendig-Imaginatives ergibt, so haben wir nicht nur vor uns den physischen Leib, der nach sieben Jahren jeweils seine Stoffe ändert, sich erneuert, sondern wir haben vor uns das, was zwischen Geburt und Tod die Veränderungen überdauert und die Gleichheit des Seienden hinüberträgt über alle einzelnen Perioden des physischen Erlebens zwischen Geburt und Tod.
[ 33 ] Und das gewöhnliche Vorstellen, das gewöhnliche Denken, das ist dadurch, so wie cs ist, dass dasjenige, was sich abspielt in diesem Wirkungsgebiete, abgeschwächt wird durch die physisch-leibliche Organisation, und eben zu dem schwachen, schattenhaften, abstrakt oftmals erscheinenden Nachbilde des Lebendig-Imaginativen wird. Dringen wir in das ein, was sich da als Lebendig-Imaginatives ergibt, so haben wir nicht nur vor uns den physischen Leib, der nach sieben Jahren jeweils seine Stoffe ändert, sich erneuert, sondern wir haben vor uns das, was zwischen Geburt und Tod die Veränderungen überdauert und die Gleichheit des Seienden hinüberträgt über alle einzelnen Perioden des physischen Erlebens zwischen Geburt und Tod.
[ 34 ] Und wenn man nun geisteswissenschaftlich das Vorstellungsleben betrachtet, so sagt man als Ergebnis: Das, was wir in der Seele als Vorstellung erleben, das ist im Leben Abbild, und das Nervensystem ist des leibliche Gegenstück des Vorstellungslebens. Im Geistigen hat das Vorstellungsleben sein [Urbild] in der geistigen Welt, aus der gestaltet es sich heraus. Und man bekommt damit zugleich eine Anschauung des gesamten Menschen, nicht nur des Menschen in irgendeinem Zeitpunkte.
[ 34 ] Und wenn man nun geisteswissenschaftlich das Vorstellungsleben betrachtet, so sagt man als Ergebnis: Das, was wir in der Seele als Vorstellung erleben, das ist im Leben Abbild, und das Nervensystem ist des leibliche Gegenstück des Vorstellungslebens. Im Geistigen hat das Vorstellungsleben sein [Urbild] in der geistigen Welt, aus der gestaltet es sich heraus. Und man bekommt damit zugleich eine Anschauung des gesamten Menschen, nicht nur des Menschen in irgendeinem Zeitpunkte.
[ 35 ] Nun entsteht die Frage: Wie ist es denn mit dem Gefühlsleben? Wie ist es mit dem zweiten seelischen Element? Wir haben gesehen, Theodor Ziehen kommt dazu, das Gefühl nur gelten zu lassen als Betonung des Vorstellungslebens. Das widerspricht der Erfahrung. Denn wir wissen sehr wohl, dass das Gefühlsleben selbstständig ist, Geisteswissenschaft erforscht nun weiter das Gefühlsleben. Auch sucht sie zu erforschen die Beziehungen des Gefühlslebens zum menschlichen Leibe. Und sie muss recht geben Theodor Ziehen. Zwischen dem Gefühl und dem Nervensystem gibt es keine Beziehungen. Die gibt es nicht.
[ 35 ] Nun entsteht die Frage: Wie ist es denn mit dem Gefühlsleben? Wie ist es mit dem zweiten seelischen Element? Wir haben gesehen, Theodor Ziehen kommt dazu, das Gefühl nur gelten zu lassen als Betonung des Vorstellungslebens. Das widerspricht der Erfahrung. Denn wir wissen sehr wohl, dass das Gefühlsleben selbstständig ist, Geisteswissenschaft erforscht nun weiter das Gefühlsleben. Auch sucht sie zu erforschen die Beziehungen des Gefühlslebens zum menschlichen Leibe. Und sie muss recht geben Theodor Ziehen. Zwischen dem Gefühl und dem Nervensystem gibt es keine Beziehungen. Die gibt es nicht.
[ 36 ] Nun muss ich gestehen: Es hat mir lange gedauert, bis ich den Mut fand, dasjenige, was sich mir im Laufe der Jahre so ergeben hat aus zahlreichen geisteswissenschaftlichen Einzelresultaten heraus im Zusammenhang mit den von überall gesuchten naturwissenschaftlichen Bestätigungen, das zu sagen, was ich jetzt aussprechen will. Es hat lange gedauert, bis ich alles das gefunden habe.
[ 36 ] Nun muss ich gestehen: Es hat mir lange gedauert, bis ich den Mut fand, dasjenige, was sich mir im Laufe der Jahre so ergeben hat aus zahlreichen geisteswissenschaftlichen Einzelresultaten heraus im Zusammenhang mit den von überall gesuchten naturwissenschaftlichen Bestätigungen, das zu sagen, was ich jetzt aussprechen will. Es hat lange gedauert, bis ich alles das gefunden habe.
[ 37 ] Das Gefühlsleben hängt dem Leibe nach ebenso zusammen mit dem Atmungssystem wie das Vorstellungsleben mit dem Nervensystem. Und so, wie man zu suchen hat das leibliche Gegenstück des Nervensystems für das Vorstellen, hat man nicht in dem Nervensystem etwas zu suchen, was dem Gefühlsleben entspricht, das hat man zu suchen in alledem, was Atmungsleben ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ich damit jene feine Atmung meine, welche sich in zahlreichen Verästelungen nach allen Organen hin ausdehnt; ebenso wie sich ausdehnt das Nervensystem in seinen Verästelungen nach den verschiedenen Organen des Menschen. Wir sind ebenso erfüllt von der zirkulierenden Atmung, wie wir erfüllt sind von dem sich ausbreitenden Nervensinnessystem. Das Nervensystem, das hat keine Macht, selbstständig sich zum Gefühlsleben zu verhalten, sondern, so wie das Nervensystem dazu da ist, einen Ton wahrzunehmen nach außen, so ist es auch da, nach innen Gefühle wahrzunehmen, die sich aber abspielen leiblich durch das Wirken des Atmungssystems. Auch für die Gefühle ist eben das Nervensystem nur das Wahrnehmungsorgan. Das Fühlen entwickelt sich nicht durch das Nervensystem. Wahrgenommen, gedacht, vorgestellt werden die Gefühle durch das Nervensystem. Diese feine Unterscheidung, zu der hat sich die naturwissenschaftliche Forschung trotz all ihren Ergebnissen, die einen mit der Nase darauf stoßen, nicht aufgeschwungen. Nun weiß ich, indem ich dieses ausspreche: Das Gefühlsleben verhält sich zum Atmungsleben, wie sich das Vorstellungsleben zum Nervensystem verhält, dass ich damit Hunderten von Einwänden begegnen kann. Gestatten Sie, dass ich einen charakteristischen Einwand Ihnen selber vorbringe. Denn derjenige, der den Mut hat, solche Dinge in ernster Forschung auszusprechen, der macht sich schon die Einwände von selber. Ein sehr naheliegender Einwand wäre der folgende:
[ 37 ] Das Gefühlsleben hängt dem Leibe nach ebenso zusammen mit dem Atmungssystem wie das Vorstellungsleben mit dem Nervensystem. Und so, wie man zu suchen hat das leibliche Gegenstück des Nervensystems für das Vorstellen, hat man nicht in dem Nervensystem etwas zu suchen, was dem Gefühlsleben entspricht, das hat man zu suchen in alledem, was Atmungsleben ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ich damit jene feine Atmung meine, welche sich in zahlreichen Verästelungen nach allen Organen hin ausdehnt; ebenso wie sich ausdehnt das Nervensystem in seinen Verästelungen nach den verschiedenen Organen des Menschen. Wir sind ebenso erfüllt von der zirkulierenden Atmung, wie wir erfüllt sind von dem sich ausbreitenden Nervensinnessystem. Das Nervensystem, das hat keine Macht, selbstständig sich zum Gefühlsleben zu verhalten, sondern, so wie das Nervensystem dazu da ist, einen Ton wahrzunehmen nach außen, so ist es auch da, nach innen Gefühle wahrzunehmen, die sich aber abspielen leiblich durch das Wirken des Atmungssystems. Auch für die Gefühle ist eben das Nervensystem nur das Wahrnehmungsorgan. Das Fühlen entwickelt sich nicht durch das Nervensystem. Wahrgenommen, gedacht, vorgestellt werden die Gefühle durch das Nervensystem. Diese feine Unterscheidung, zu der hat sich die naturwissenschaftliche Forschung trotz all ihren Ergebnissen, die einen mit der Nase darauf stoßen, nicht aufgeschwungen. Nun weiß ich, indem ich dieses ausspreche: Das Gefühlsleben verhält sich zum Atmungsleben, wie sich das Vorstellungsleben zum Nervensystem verhält, dass ich damit Hunderten von Einwänden begegnen kann. Gestatten Sie, dass ich einen charakteristischen Einwand Ihnen selber vorbringe. Denn derjenige, der den Mut hat, solche Dinge in ernster Forschung auszusprechen, der macht sich schon die Einwände von selber. Ein sehr naheliegender Einwand wäre der folgende:
[ 38 ] Ja, aber die musikalische Empfindung, die beruht doch auf dem Sinneseindruck des Ohres und auf der Fortsetzung dieses Sinneseindruckes des Nervensystems nach innen. Das, was in dem musikalischen Tone lebt, ist also lediglich im Nervensystem enthalten. Es muss also das, was gefühlsmäßig ist im musikalischen Erlebnis, doch vorgestellt werden als etwas, was im Nervensystem vorgeht. Also was willst denn du, das musikalische Erleben zeigt uns klar, dass du unrecht hast, da das ja recht deutlich wird, [Lücke] und dadurch die musikalische Empfindung zustande kommt.
[ 38 ] Ja, aber die musikalische Empfindung, die beruht doch auf dem Sinneseindruck des Ohres und auf der Fortsetzung dieses Sinneseindruckes des Nervensystems nach innen. Das, was in dem musikalischen Tone lebt, ist also lediglich im Nervensystem enthalten. Es muss also das, was gefühlsmäßig ist im musikalischen Erlebnis, doch vorgestellt werden als etwas, was im Nervensystem vorgeht. Also was willst denn du, das musikalische Erleben zeigt uns klar, dass du unrecht hast, da das ja recht deutlich wird, [Lücke] und dadurch die musikalische Empfindung zustande kommt.
[ 39 ] Der Einwand ist selbstverständlich zunächst voll berechtigt. Aber die Sache verhält sich anders, wesentlich anders. Sehen wir uns da einmal eine von den hundert feinen Verästelungen des Atmungssystems an. Wir atmen aus. Indem wir ausatmen, atmet nicht nur die Lunge aus, sondern das ganze Gehirn atmet mit. Der ganze obere Teil des Menschen atmet mit. Und mit der Ausatmung ist tatsächlich ein Hinatmen vom Haupte nach der Mitte des Leibes vorhanden. Es entsteht ein Atmungsrückstoß, der bis zum Gehirne hinarbeitet. Indem das Tonbild durch das Ohr von außen kommt und sich im Nervensystem fortsetzt, begegnet es dem Atmungsrhythmus. Und im Zusammenwirken des Tonbildes mit dem Atmungsrhythmus entsteht das musikalische Erleben aus dem Atmungssystem heraus. Kopfatmung ist musikalisches Erleben. Diese Atmung ist nur in so feinen Verästelungen, dass die gewöhnliche Forschung nichts darüber weiß oder nicht darüber nachdenkt, wie sie über die feinen Verästelungen des Nervensystems nachdenkt.
[ 39 ] Der Einwand ist selbstverständlich zunächst voll berechtigt. Aber die Sache verhält sich anders, wesentlich anders. Sehen wir uns da einmal eine von den hundert feinen Verästelungen des Atmungssystems an. Wir atmen aus. Indem wir ausatmen, atmet nicht nur die Lunge aus, sondern das ganze Gehirn atmet mit. Der ganze obere Teil des Menschen atmet mit. Und mit der Ausatmung ist tatsächlich ein Hinatmen vom Haupte nach der Mitte des Leibes vorhanden. Es entsteht ein Atmungsrückstoß, der bis zum Gehirne hinarbeitet. Indem das Tonbild durch das Ohr von außen kommt und sich im Nervensystem fortsetzt, begegnet es dem Atmungsrhythmus. Und im Zusammenwirken des Tonbildes mit dem Atmungsrhythmus entsteht das musikalische Erleben aus dem Atmungssystem heraus. Kopfatmung ist musikalisches Erleben. Diese Atmung ist nur in so feinen Verästelungen, dass die gewöhnliche Forschung nichts darüber weiß oder nicht darüber nachdenkt, wie sie über die feinen Verästelungen des Nervensystems nachdenkt.
[ 40 ] Und so lassen sich alle einzelnen sogenannten Widerlegungen zurückweisen, wenn man gerade nicht an der Oberfläche der Forschung bleibt, sondern recht tief geht. Geisteswissenschaft hat nur etwas zu fürchten — wenn ich so sagen darf, Furcht ist ja nichts als ein Ausdruck des [Lücke] — Geisteswissenschaft hat nur etwas zu fürchten von den Einwänden, die von der Oberfläche kommen. Von den Leuten hat Geisteswissenschaft nichts zu fürchten, die wirklich in die Tiefe gehen, und da wird sie überall ihre Bestätigung finden.
[ 40 ] Und so lassen sich alle einzelnen sogenannten Widerlegungen zurückweisen, wenn man gerade nicht an der Oberfläche der Forschung bleibt, sondern recht tief geht. Geisteswissenschaft hat nur etwas zu fürchten — wenn ich so sagen darf, Furcht ist ja nichts als ein Ausdruck des [Lücke] — Geisteswissenschaft hat nur etwas zu fürchten von den Einwänden, die von der Oberfläche kommen. Von den Leuten hat Geisteswissenschaft nichts zu fürchten, die wirklich in die Tiefe gehen, und da wird sie überall ihre Bestätigung finden.
[ 41 ] Nun müsste ich, wenn ich in gleicher Weise versuchen wollte — wie es sehr leicht geschehen könnte nach meinen Forschungsergebnissen heute schon —, die Beziehungen des Gefühlslebens zum Atmungssystem darzulegen, wie die Naturwissenschaft heute versucht, die Beziehungen des Vorstellungslebens zum Nervensystem darzulegen, ich müsste eingehen auf das, was mein Ausgangspunkt vor mehr als drei Jahrzehnten war, und was wirklich, wenn man es als Ausgangspunkt nimmt, einen schönen Weg gibt, zu veranschaulichen, zu illustrieren das, was die geisteswissenschaftlichen Wege sind. Ich musste von der Metamorphosen-Lehre Goethes ausgehen. Die Beziehungen zwischen dem Seelenleben des Denkens und Vorstellens und dem Nervensystem sind auf einer anderen Metamorphosen-Stufe als die Beziehungen zwischen den Gefühls- und Atmungsleben. Man möchte sagen: Das Atmungsleben drückt wenig plastisch aus das Seelische, das in ihm lebt, das Gefühlsleben.
[ 41 ] Nun müsste ich, wenn ich in gleicher Weise versuchen wollte — wie es sehr leicht geschehen könnte nach meinen Forschungsergebnissen heute schon —, die Beziehungen des Gefühlslebens zum Atmungssystem darzulegen, wie die Naturwissenschaft heute versucht, die Beziehungen des Vorstellungslebens zum Nervensystem darzulegen, ich müsste eingehen auf das, was mein Ausgangspunkt vor mehr als drei Jahrzehnten war, und was wirklich, wenn man es als Ausgangspunkt nimmt, einen schönen Weg gibt, zu veranschaulichen, zu illustrieren das, was die geisteswissenschaftlichen Wege sind. Ich musste von der Metamorphosen-Lehre Goethes ausgehen. Die Beziehungen zwischen dem Seelenleben des Denkens und Vorstellens und dem Nervensystem sind auf einer anderen Metamorphosen-Stufe als die Beziehungen zwischen den Gefühls- und Atmungsleben. Man möchte sagen: Das Atmungsleben drückt wenig plastisch aus das Seelische, das in ihm lebt, das Gefühlsleben.
[ 42 ] Während das Gehirnleben wirklich ein getreuer Abdruck des Denksystems ist, steht das Atmungsleben auf einer untergeordneten Stufe; es drückt weniger plastisch aus. Sollte ich einen Vergleich brauchen, so würde ich sagen: Der Gehirnbau und die Gehirnvorgänge sind ein wirkliches Gemälde, ein Bild des Denklebens. Sollte ich das Atmungsleben mit dem Gefühlsleben vergleichen, es verhält sich das Atmungsleben zu dem Gefühlsleben wie die Bilderschrift zu dem, was sie ausdrückt. Die Bilderschrift, die schon halb zum Zeichen geworden ist, wo man schon tiefere Kenntnis haben muss, wenn man sie verstehen will. So ist es auch bei dem Atmungsleben.
[ 42 ] Während das Gehirnleben wirklich ein getreuer Abdruck des Denksystems ist, steht das Atmungsleben auf einer untergeordneten Stufe; es drückt weniger plastisch aus. Sollte ich einen Vergleich brauchen, so würde ich sagen: Der Gehirnbau und die Gehirnvorgänge sind ein wirkliches Gemälde, ein Bild des Denklebens. Sollte ich das Atmungsleben mit dem Gefühlsleben vergleichen, es verhält sich das Atmungsleben zu dem Gefühlsleben wie die Bilderschrift zu dem, was sie ausdrückt. Die Bilderschrift, die schon halb zum Zeichen geworden ist, wo man schon tiefere Kenntnis haben muss, wenn man sie verstehen will. So ist es auch bei dem Atmungsleben.
[ 43 ] Es liegt nicht so auf der flachen Hand die Beziehung zwischen dem Atmungsleben und dem Gefühlsleben wie die Beziehungen zwischen dem Nervenleben und dem Vorstellungsleben. Aber instinktiv gefühlt hat man, nur nicht in unserer gegenwärtigen Kultur, immer die Beziehung, die da herrscht zwischen dem Gefühlsleben und dem Atmungsleben. Und das wird uns zu gleicher Zeit dazu führen, auf die Erkenntnisart hinzuweisen, durch die man überhaupt zu einer solchen Behauptung kommt, wie ich [sie] eben ausgesprochen habe über das Verhältnis des Gefühlslebens zum Atmungsleben. Hinter dem Vorstellungsleben finden wir imaginativ ein Seelisches, das eigentlich nur vergleichsweise ein Seelisches ist, das eigentlich ein Ätherisches ist, nur ein feineres Geistiges, das sich im Raume ausbreitet.
[ 43 ] Es liegt nicht so auf der flachen Hand die Beziehung zwischen dem Atmungsleben und dem Gefühlsleben wie die Beziehungen zwischen dem Nervenleben und dem Vorstellungsleben. Aber instinktiv gefühlt hat man, nur nicht in unserer gegenwärtigen Kultur, immer die Beziehung, die da herrscht zwischen dem Gefühlsleben und dem Atmungsleben. Und das wird uns zu gleicher Zeit dazu führen, auf die Erkenntnisart hinzuweisen, durch die man überhaupt zu einer solchen Behauptung kommt, wie ich [sie] eben ausgesprochen habe über das Verhältnis des Gefühlslebens zum Atmungsleben. Hinter dem Vorstellungsleben finden wir imaginativ ein Seelisches, das eigentlich nur vergleichsweise ein Seelisches ist, das eigentlich ein Ätherisches ist, nur ein feineres Geistiges, das sich im Raume ausbreitet.
[ 44 ] Was steht hinter dem Atmungs- und Gefühlsleben? Geistiges. Auf das kommt man, wenn man seine Geistesforschung etwas fortsetzt, wenn man nicht dabei stehen bleibt in lebendiger innerer Seelenarbeit sich zu erarbeiten dasjenige, was man eben bekommen kann, wenn man von dem charakterisierten Widerspruche aus ringt und arbeitet. Sondern man muss noch etwas weitergehen, und das kann man in der folgenden Weise: Man kann in seiner Seele innere Seelenerlebnisse, Gedanken, Begriffe entwickeln. Ja, da bekommt man nämlich eine ganz neue Ansicht, ein neues Erlebnis überhaupt über das Gedankenleben. Mit dem Gedankenleben nimmt es die Menschheit nicht so recht ernst. Das Gedankenleben ist der Menschheit oftmals etwas furchtbar Starres, etwas recht Starres. Die Menschen bilden sich gerne Gedanken, und denken nicht daran, dass Gedanken nur das Werkzeug sein können, durch die man den Weg durch die Wirklichkeit findet. Wenn wir einen Gedanken gewissermaßen absolut nehmen, so führt er uns weiter.
[ 44 ] Was steht hinter dem Atmungs- und Gefühlsleben? Geistiges. Auf das kommt man, wenn man seine Geistesforschung etwas fortsetzt, wenn man nicht dabei stehen bleibt in lebendiger innerer Seelenarbeit sich zu erarbeiten dasjenige, was man eben bekommen kann, wenn man von dem charakterisierten Widerspruche aus ringt und arbeitet. Sondern man muss noch etwas weitergehen, und das kann man in der folgenden Weise: Man kann in seiner Seele innere Seelenerlebnisse, Gedanken, Begriffe entwickeln. Ja, da bekommt man nämlich eine ganz neue Ansicht, ein neues Erlebnis überhaupt über das Gedankenleben. Mit dem Gedankenleben nimmt es die Menschheit nicht so recht ernst. Das Gedankenleben ist der Menschheit oftmals etwas furchtbar Starres, etwas recht Starres. Die Menschen bilden sich gerne Gedanken, und denken nicht daran, dass Gedanken nur das Werkzeug sein können, durch die man den Weg durch die Wirklichkeit findet. Wenn wir einen Gedanken gewissermaßen absolut nehmen, so führt er uns weiter.
[ 45 ] Ich möchte durch ein paar triviale Beispiele es erläutern. Es kann jemand sehr gut zu der Ansicht kommen: Schlaf ist für meinen Gesundheitszustand ein sehr gutes Heilmittel. Eine sehr richtige Ansicht, logisch richtig. Der Betreffende hat einen Begriff, an solchen Begriffen hält man fest. Er kommt irgendwo zu Besuch. Da tritt ihm entgegen eine Dame, welche nach irgendeiner Richtung schwächlich, krankhaft ist; er gibt einen Rat aus seinen Begriffen heraus: Ja, Sie müssen Schlaf suchen. Als er fortgeht, sagt man ihm: Die Dame schläft ja den ganzen Tag, sie ist nur wach, wenn sie Besuch hat. Oder jemand hat sich den dogmatischen Begriff herausgebildet: Spazierengehen, Gehen in der frischen Luft ist gut bei gewissen Krankheiten. Er will mit diesem Rat einem Manne helfen, der ihm klagt, dass er sich krank fühle. Der Mann antwortet ihm: Sie vergessen, dass ich Briefträger bin.
[ 45 ] Ich möchte durch ein paar triviale Beispiele es erläutern. Es kann jemand sehr gut zu der Ansicht kommen: Schlaf ist für meinen Gesundheitszustand ein sehr gutes Heilmittel. Eine sehr richtige Ansicht, logisch richtig. Der Betreffende hat einen Begriff, an solchen Begriffen hält man fest. Er kommt irgendwo zu Besuch. Da tritt ihm entgegen eine Dame, welche nach irgendeiner Richtung schwächlich, krankhaft ist; er gibt einen Rat aus seinen Begriffen heraus: Ja, Sie müssen Schlaf suchen. Als er fortgeht, sagt man ihm: Die Dame schläft ja den ganzen Tag, sie ist nur wach, wenn sie Besuch hat. Oder jemand hat sich den dogmatischen Begriff herausgebildet: Spazierengehen, Gehen in der frischen Luft ist gut bei gewissen Krankheiten. Er will mit diesem Rat einem Manne helfen, der ihm klagt, dass er sich krank fühle. Der Mann antwortet ihm: Sie vergessen, dass ich Briefträger bin.
[ 46 ] Ich will damit sagen: Begriffe können durchaus richtig sein, aber wenn dem Menschen in seinem lebendigen Erleben eine ganz andere Beziehung zur Wirklichkeit fehlt als diejenige, die er sich in seinem Dogmenbegriff geformt hat, so mag dieser Dogmenbegriff richtig sein, aber ins Leben führt er nicht hinein. Über Vorurteile, die sich auf solche Dinge aufbauen, könnten wir in der Wissenschaft heute eine ungeheure Fülle besprechen. Gerade von diesen Vorurteilen muss sich nun der Geistesforscher freimachen. Der Geistesforscher gelangt zu einem gewissen Umkreis von Gedanken. Die hat er nun. Die macht er sich gegenwärtig in der Seele. Er muss ebenso emsig innerlich die Arbeit verrichten, wie der Laboratorium-Forscher äußerlich seine Arbeit anstellt mit den Instrumenten. Dann kommt er darauf, sich zu sagen: Du musst jetzt anfangen, in deinem Gedankenleben etwas eintreten zu lassen, was du nicht gewohnt bist, sonst zu tun. Man baut nämlich immer darauf im gewöhnlichen Leben: Gedanken kann man fassen, was für einen man will, er wird sich schon logisch rechtfertigen oder widerlegen lassen.
[ 46 ] Ich will damit sagen: Begriffe können durchaus richtig sein, aber wenn dem Menschen in seinem lebendigen Erleben eine ganz andere Beziehung zur Wirklichkeit fehlt als diejenige, die er sich in seinem Dogmenbegriff geformt hat, so mag dieser Dogmenbegriff richtig sein, aber ins Leben führt er nicht hinein. Über Vorurteile, die sich auf solche Dinge aufbauen, könnten wir in der Wissenschaft heute eine ungeheure Fülle besprechen. Gerade von diesen Vorurteilen muss sich nun der Geistesforscher freimachen. Der Geistesforscher gelangt zu einem gewissen Umkreis von Gedanken. Die hat er nun. Die macht er sich gegenwärtig in der Seele. Er muss ebenso emsig innerlich die Arbeit verrichten, wie der Laboratorium-Forscher äußerlich seine Arbeit anstellt mit den Instrumenten. Dann kommt er darauf, sich zu sagen: Du musst jetzt anfangen, in deinem Gedankenleben etwas eintreten zu lassen, was du nicht gewohnt bist, sonst zu tun. Man baut nämlich immer darauf im gewöhnlichen Leben: Gedanken kann man fassen, was für einen man will, er wird sich schon logisch rechtfertigen oder widerlegen lassen.
[ 47 ] Wenn man aber in der Geistesforschung fortschreitet, kommt man dazu, im inneren Gedankenleben etwas zur Entfaltung zu bringen, was sich [mit dem] moralischen Leben vergleichen lässt. Es ist nicht gemeint die Übertragung, sondern es ist etwas, was von dieser Art ist. Im äußeren moralischen Leben, im sozialen Leben gibt es gewisse Handlungen, von denen wir uns sagen: Die dürfen wir tun. Andere verbieten wir uns. Wir bringen eine gewisse Struktur hinein in unser Handeln. Unser Gewissen befichlt uns, diese oder jene Handlung zu tun. Das, was wir da im moralischen Leben haben, wo wir nicht bloß Logisch-Berechtigtes zu tun haben, das muss sich übertragen — allerdings nur für den Zweig der Geistesforschung — auf das innere Gedankenleben. Nach einer gewissen Richtung erlaubt man sich Gedanken, andere erlaubt man sich nicht, und so entsteht eine innere Belebtheit des Gedankenlebens, die sich wirklich vergleichen lässt mit dem, was wir durch Gewissen und Pflichtgefühl als soziales Strukturleben aus uns selbst entwickeln. Eine innere Lebendigkeit des Denkens entsteht.
[ 47 ] Wenn man aber in der Geistesforschung fortschreitet, kommt man dazu, im inneren Gedankenleben etwas zur Entfaltung zu bringen, was sich [mit dem] moralischen Leben vergleichen lässt. Es ist nicht gemeint die Übertragung, sondern es ist etwas, was von dieser Art ist. Im äußeren moralischen Leben, im sozialen Leben gibt es gewisse Handlungen, von denen wir uns sagen: Die dürfen wir tun. Andere verbieten wir uns. Wir bringen eine gewisse Struktur hinein in unser Handeln. Unser Gewissen befichlt uns, diese oder jene Handlung zu tun. Das, was wir da im moralischen Leben haben, wo wir nicht bloß Logisch-Berechtigtes zu tun haben, das muss sich übertragen — allerdings nur für den Zweig der Geistesforschung — auf das innere Gedankenleben. Nach einer gewissen Richtung erlaubt man sich Gedanken, andere erlaubt man sich nicht, und so entsteht eine innere Belebtheit des Gedankenlebens, die sich wirklich vergleichen lässt mit dem, was wir durch Gewissen und Pflichtgefühl als soziales Strukturleben aus uns selbst entwickeln. Eine innere Lebendigkeit des Denkens entsteht.
[ 48 ] Und wenn wir eine bestimmte Stufe erreicht haben, wo wir wissen, diese Gedanken sind gültig — und ihre Gültigkeit ist durch sich selbst verbürgt, wie die Sittlichkeit eines Handelns —, andere sind abzuweisen, wenn wir zu diesem Erleben kommen, dann ringt sich, ebenso wie sich vom Vorstellungsleben losringt, das an das Nervensystem gebunden ist, das imaginative Leben, so ringt sich los von unserem Gefühlsleben ein bewusstes Erkenntnisleben, das ich genannt habe — ich bitte, sich nicht an dem Ausdruck zu stoßen, er entspricht der Tatsache ganz gut —, es entwickelt sich jetzt die Stufe, die man nennen kann die «inspirierte Erkenntnis». Und für diese inspirierte Erkenntnis ist nun draußen in der Welt etwas gegeben, vergleichsweise gesprochen, das nun ebenso entspricht im Geiste dem Gefühlsleben, wie entspricht das imaginativ gegebene Wirkungsleben des Äthers dem Gedankenleben. Wir ringen uns los vom Gefühlsleben in die inspirierte Welt hinein. Und nun haben wir folgende Beziehung: Das Gefühlsleben hat sein körperliches Gegenstück im Atmungsleben, sein geistiges Gegenstück in alledem, was durch inspirierte Erkenntnis als eine geistige Wirklichkeit gefunden werden kann, und von dem wir geistig ein Stück sind, wie wir im Fleische ein Stück der stofflichen Außenwelt sind.
[ 48 ] Und wenn wir eine bestimmte Stufe erreicht haben, wo wir wissen, diese Gedanken sind gültig — und ihre Gültigkeit ist durch sich selbst verbürgt, wie die Sittlichkeit eines Handelns —, andere sind abzuweisen, wenn wir zu diesem Erleben kommen, dann ringt sich, ebenso wie sich vom Vorstellungsleben losringt, das an das Nervensystem gebunden ist, das imaginative Leben, so ringt sich los von unserem Gefühlsleben ein bewusstes Erkenntnisleben, das ich genannt habe — ich bitte, sich nicht an dem Ausdruck zu stoßen, er entspricht der Tatsache ganz gut —, es entwickelt sich jetzt die Stufe, die man nennen kann die «inspirierte Erkenntnis». Und für diese inspirierte Erkenntnis ist nun draußen in der Welt etwas gegeben, vergleichsweise gesprochen, das nun ebenso entspricht im Geiste dem Gefühlsleben, wie entspricht das imaginativ gegebene Wirkungsleben des Äthers dem Gedankenleben. Wir ringen uns los vom Gefühlsleben in die inspirierte Welt hinein. Und nun haben wir folgende Beziehung: Das Gefühlsleben hat sein körperliches Gegenstück im Atmungsleben, sein geistiges Gegenstück in alledem, was durch inspirierte Erkenntnis als eine geistige Wirklichkeit gefunden werden kann, und von dem wir geistig ein Stück sind, wie wir im Fleische ein Stück der stofflichen Außenwelt sind.
[ 49 ] Man fühlte, dass man wirklich zu einem geistigen Gebiete kommen kann, instinktiv im Morgenlande, indem man das Leben, welches leiblich dem Gefühlsleben entspricht, dort instinktiv ausbildete. Diese Methode des Morgenlandes ist für uns nicht anwendbar, sie ist sogar schädlich in vieler Beziehung. Aber im Morgenlande wusste man das; daher finden Sie überall im Morgenlande im Suchen nach einem höheren Geistigen, als es sich dem, was im Vorstellen liegt, darbietet, eine gewisse Kultur des Atmungssystems. Sehen Sie, wie in der indischen Philosophie gewisse Atemübungen gemacht werden, um des geistige Leben zu suchen. Da findet man nur eine gewisse Umgestaltung des inneren Stückes des geistigen Lebens, das im Atmen lebt.
[ 49 ] Man fühlte, dass man wirklich zu einem geistigen Gebiete kommen kann, instinktiv im Morgenlande, indem man das Leben, welches leiblich dem Gefühlsleben entspricht, dort instinktiv ausbildete. Diese Methode des Morgenlandes ist für uns nicht anwendbar, sie ist sogar schädlich in vieler Beziehung. Aber im Morgenlande wusste man das; daher finden Sie überall im Morgenlande im Suchen nach einem höheren Geistigen, als es sich dem, was im Vorstellen liegt, darbietet, eine gewisse Kultur des Atmungssystems. Sehen Sie, wie in der indischen Philosophie gewisse Atemübungen gemacht werden, um des geistige Leben zu suchen. Da findet man nur eine gewisse Umgestaltung des inneren Stückes des geistigen Lebens, das im Atmen lebt.
[ 50 ] Während eben was ich nennen möchte «die Vermoralisierung seines Gedankenlebens» dazu führt, nun wirklich das geistige Gegenstück für das Gefühlsleben zu suchen. Und in diesem geistigen Gegenstück zeigt sich nun zu gleicher Zeit, dass in ihm wahrnehmbar wird eine Welt, die weit hinausreicht über das, was zwischen Geburt und Tod liegt; eine Welt, die umfasst dasjenige, woraus wir als aus dem Geiste kommen, wenn wir empfangen oder geboren werden, und in das wir einziehen, wenn wir durch die Pforte des Todes gehen; das, was gerade durch das Leibesleben ausgelöscht wird, was wir aber durchmachen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, was wir erleben in einer rein geistigen Welt vor der Geburt, das nur erkennbar ist in jener Erkenntnis, die man inspiriert nennen kann, und welche zu der Welt führt, die das Gegenbild ist des Atmungssystems. Ich weiß, dass diese Dinge paradox klingen. Man ist heute sehr weit davon entfernt. Gerade dasjenige, was in unseren inneren Anlagen lebt, was unser inneres Schicksal formt, unsere Fähigkeiten, unsere Kräfte, unsere ganze Seelenverfassung, insofern sie nicht durch leibliche Vererbungsmerkmale bestimmt ist, sondern aus dem Geiste geboren ist, wir finden sie als Inhalt unserer geistigen Individualität, wie wir waren, bevor wir in unsere Ahnenreihe eingezogen sind. Die geistige Welt, die um uns ist [Lücke] unser ewiges, unser geistiges Leben, wie der um uns befindliche Äther, indem er uns durch den Ätherleib unser Leben kontinuierlich macht zwischen Geburt oder Empfängnis und Tod.
[ 50 ] Während eben was ich nennen möchte «die Vermoralisierung seines Gedankenlebens» dazu führt, nun wirklich das geistige Gegenstück für das Gefühlsleben zu suchen. Und in diesem geistigen Gegenstück zeigt sich nun zu gleicher Zeit, dass in ihm wahrnehmbar wird eine Welt, die weit hinausreicht über das, was zwischen Geburt und Tod liegt; eine Welt, die umfasst dasjenige, woraus wir als aus dem Geiste kommen, wenn wir empfangen oder geboren werden, und in das wir einziehen, wenn wir durch die Pforte des Todes gehen; das, was gerade durch das Leibesleben ausgelöscht wird, was wir aber durchmachen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, was wir erleben in einer rein geistigen Welt vor der Geburt, das nur erkennbar ist in jener Erkenntnis, die man inspiriert nennen kann, und welche zu der Welt führt, die das Gegenbild ist des Atmungssystems. Ich weiß, dass diese Dinge paradox klingen. Man ist heute sehr weit davon entfernt. Gerade dasjenige, was in unseren inneren Anlagen lebt, was unser inneres Schicksal formt, unsere Fähigkeiten, unsere Kräfte, unsere ganze Seelenverfassung, insofern sie nicht durch leibliche Vererbungsmerkmale bestimmt ist, sondern aus dem Geiste geboren ist, wir finden sie als Inhalt unserer geistigen Individualität, wie wir waren, bevor wir in unsere Ahnenreihe eingezogen sind. Die geistige Welt, die um uns ist [Lücke] unser ewiges, unser geistiges Leben, wie der um uns befindliche Äther, indem er uns durch den Ätherleib unser Leben kontinuierlich macht zwischen Geburt oder Empfängnis und Tod.
[ 51 ] Und ein Drittes im Seelenleben ist das Wollen, die Willensäußerung. Ich habe vorhin gesagt, meine sehr verehrten Anwesenden, Theodor Ziehen findet überhaupt nichts für den Willen, daher leugnet er ihn ganz ab. Geistesforschung zeigt nun mit Bezug auf den Willen etwas, was allerdings notwendig macht, dass man zuerst ein ganz bestimmtes Vorurteil abstreift. Und hier muss ich Ihnen nun ganz besonders waghalsig erscheinen, denn dieses Vorurteil, das erscheint heute als eines der gesichertsten Ergebnisse der Naturwissenschaft. Und ich habe es mir jahrelang überlegt, bevor ich darangehe, gerade dieses Ergebnis öffentlich auszusprechen.
[ 51 ] Und ein Drittes im Seelenleben ist das Wollen, die Willensäußerung. Ich habe vorhin gesagt, meine sehr verehrten Anwesenden, Theodor Ziehen findet überhaupt nichts für den Willen, daher leugnet er ihn ganz ab. Geistesforschung zeigt nun mit Bezug auf den Willen etwas, was allerdings notwendig macht, dass man zuerst ein ganz bestimmtes Vorurteil abstreift. Und hier muss ich Ihnen nun ganz besonders waghalsig erscheinen, denn dieses Vorurteil, das erscheint heute als eines der gesichertsten Ergebnisse der Naturwissenschaft. Und ich habe es mir jahrelang überlegt, bevor ich darangehe, gerade dieses Ergebnis öffentlich auszusprechen.
[ 52 ] Durch die eigentümliche Denkungsweise der Naturwissenschaft wird der Naturforscher heute dazu geführt, von zweierlei Nerven zu sprechen. Er nennt die eine Art sensitive Nerven. Dann, sagt er, entspringen aus dem Gehirn andere Nerven, die gehen zu den Muskeln hin, und die nennt er motorische Nerven, Bewegungsnerven. Und nun stellt er sich ganz sonderbar vor: Sinneseindrücke kommen, werden im Nervensystem wahrgenommen. Willensimpulse entstehen, die werden wiederum gleichsam geleitet durch die Bewegungsnerven zu dem Bewegungsapparat. Geisteswissenschaft zeigt nun, dass überhaupt kein Unterschied ist zwischen den sensitiven Nerven und den motorischen Nerven. Beide sind ein und dieselbe Art von Organen.
[ 52 ] Durch die eigentümliche Denkungsweise der Naturwissenschaft wird der Naturforscher heute dazu geführt, von zweierlei Nerven zu sprechen. Er nennt die eine Art sensitive Nerven. Dann, sagt er, entspringen aus dem Gehirn andere Nerven, die gehen zu den Muskeln hin, und die nennt er motorische Nerven, Bewegungsnerven. Und nun stellt er sich ganz sonderbar vor: Sinneseindrücke kommen, werden im Nervensystem wahrgenommen. Willensimpulse entstehen, die werden wiederum gleichsam geleitet durch die Bewegungsnerven zu dem Bewegungsapparat. Geisteswissenschaft zeigt nun, dass überhaupt kein Unterschied ist zwischen den sensitiven Nerven und den motorischen Nerven. Beide sind ein und dieselbe Art von Organen.
[ 53 ] Es ist schwer, wenn man einem eingewurzelten Urteil so widersprechen muss, und man überlegt sich das zuerst. Aber so ist es. Geistesforschung zeigt nämlich, dass tatsächlich es solche Nerven, durch die gewissermaßen der Wille von irgendeinem Punkte im Innern aus nach den Muskeln hinwandert, dass es solche Nerven nicht gibt. Was als solche Nerven beschrieben wird, sind ebensolche Nerven wie die anderen. Denn der Wille wirkt unmittelbar auf den Leib, nicht durch Nerven. Der Wille wirkt durch das, was wir nicht kennen, unmittelbar auf den Leib. Und wozu ist der motorische Nerv da? Um das, was im Leibe durch den Willen entsteht, wahrzunehmen. Geradeso wie der Augennerv dazu da ist [Lichtwahrnehmungen zu vermitteln], so ist, wenn ich ein Bein bewege, der Wille tätig. Alles das, was man als motorische Nerven bezeichnet, ist nur dazu da, wahrzunehmen, was geschieht. Er ist ein gleicher Nerv wie der sensible Nerv.
[ 53 ] Es ist schwer, wenn man einem eingewurzelten Urteil so widersprechen muss, und man überlegt sich das zuerst. Aber so ist es. Geistesforschung zeigt nämlich, dass tatsächlich es solche Nerven, durch die gewissermaßen der Wille von irgendeinem Punkte im Innern aus nach den Muskeln hinwandert, dass es solche Nerven nicht gibt. Was als solche Nerven beschrieben wird, sind ebensolche Nerven wie die anderen. Denn der Wille wirkt unmittelbar auf den Leib, nicht durch Nerven. Der Wille wirkt durch das, was wir nicht kennen, unmittelbar auf den Leib. Und wozu ist der motorische Nerv da? Um das, was im Leibe durch den Willen entsteht, wahrzunehmen. Geradeso wie der Augennerv dazu da ist [Lichtwahrnehmungen zu vermitteln], so ist, wenn ich ein Bein bewege, der Wille tätig. Alles das, was man als motorische Nerven bezeichnet, ist nur dazu da, wahrzunehmen, was geschieht. Er ist ein gleicher Nerv wie der sensible Nerv.
[ 54 ] Ich weiß nun wiederum, was alles eingewendet werden kann. Die Versuche, die an Tabes-Kranken gemacht worden sind, die verschiedenen Unterbindungen der vom Gehirn zum Rückenmark und umgekehrt gehenden Nerven, wer gerade diese Dinge durchforscht und sich frei macht von den dabei waltenden Vorurteilen, der wird finden bei all diesen Erscheinungen gerade nicht Belege für das, was die Naturwissenschaft behauptet, sondern für das, was ich jetzt sage. Gerade das, was ich sage, wird streng naturwissenschaftlich belegt durch all die Dinge, die Sie in jedem Physiologie-Buche finden können. Das ist ein Ergebnis der Geisteswissenschaft.
[ 54 ] Ich weiß nun wiederum, was alles eingewendet werden kann. Die Versuche, die an Tabes-Kranken gemacht worden sind, die verschiedenen Unterbindungen der vom Gehirn zum Rückenmark und umgekehrt gehenden Nerven, wer gerade diese Dinge durchforscht und sich frei macht von den dabei waltenden Vorurteilen, der wird finden bei all diesen Erscheinungen gerade nicht Belege für das, was die Naturwissenschaft behauptet, sondern für das, was ich jetzt sage. Gerade das, was ich sage, wird streng naturwissenschaftlich belegt durch all die Dinge, die Sie in jedem Physiologie-Buche finden können. Das ist ein Ergebnis der Geisteswissenschaft.
[ 55 ] Der Naturwissenschaftler stellt sich vor, wenn einer Klavier spielen lernt, werden die motorischen Nerven ausgeschliffen, und der Mensch gelangt dazu, zuerst ungeschickt zu sein in der Handhabung der motorischen Nerven; nachher wird er geschickter, die Hand kann die Tasten schneller greifen und treffen. So ist es nicht. Das, was man sich aneignet — und wer die feine Empfindung hat, wird gerade für dieses Beispiel dieses bewahrheitet finden können —, was man erfährt, ist nämlich nicht, dass der motorische Nerv ausgeschliffen wird — den gibt es gar nicht als solchen —, sondern, dass das ein sensibler Nerv ist, der sich geeignet macht durch die Übung, die feinsten Bewegungen gleich zu spüren, sodass man nicht dazu kommt, den motorischen Nerv auszubilden; sondern man führt die Bewegung aus, anfangs kann man nicht mit seiner Empfindung den feinen Bewegungen der Finger folgen, dann lernt man es. Was ausgebildet wird, ist die Sensibilität der sensiblen Nerven. Man studiere einmal von diesem Gesichtspunkte aus, wie sich das Lallen des Kindes zum gehörigen Sprechen verhält. Überall wird man finden: Wo Wille entwickelt ist, hat der Nerv nichts anderes zu tun, als sich empfänglicher zu machen für die Bewegung und Handlung, die ausgeführt wird.
[ 55 ] Der Naturwissenschaftler stellt sich vor, wenn einer Klavier spielen lernt, werden die motorischen Nerven ausgeschliffen, und der Mensch gelangt dazu, zuerst ungeschickt zu sein in der Handhabung der motorischen Nerven; nachher wird er geschickter, die Hand kann die Tasten schneller greifen und treffen. So ist es nicht. Das, was man sich aneignet — und wer die feine Empfindung hat, wird gerade für dieses Beispiel dieses bewahrheitet finden können —, was man erfährt, ist nämlich nicht, dass der motorische Nerv ausgeschliffen wird — den gibt es gar nicht als solchen —, sondern, dass das ein sensibler Nerv ist, der sich geeignet macht durch die Übung, die feinsten Bewegungen gleich zu spüren, sodass man nicht dazu kommt, den motorischen Nerv auszubilden; sondern man führt die Bewegung aus, anfangs kann man nicht mit seiner Empfindung den feinen Bewegungen der Finger folgen, dann lernt man es. Was ausgebildet wird, ist die Sensibilität der sensiblen Nerven. Man studiere einmal von diesem Gesichtspunkte aus, wie sich das Lallen des Kindes zum gehörigen Sprechen verhält. Überall wird man finden: Wo Wille entwickelt ist, hat der Nerv nichts anderes zu tun, als sich empfänglicher zu machen für die Bewegung und Handlung, die ausgeführt wird.
[ 56 ] Welches ist aber nun die Beziehung zwischen dem Wollen und dem menschlichen Leibe? Diese Beziehung ist geradeso vorhanden wie zwischen den anderen Gliedern, die ich angeführt habe, nur steht das Wollen in direkter, unmittelbarer Beziehung zum Stoffwechsel, wie das Vorstellungsleben in Beziehung steht zum Nervensystem, das Gefühlsleben zum Atmungssystem, so steht das Wollen in Beziehung zum Stoffwechselsystem. Es geschieht jedes Mal, wenn ein Willensimpuls sich in der Seele auslebt, ein Stoffwechsel. Auch beim feinsten Willensimpuls, bei der Aufmerksamkeit — denn das ist Wille —, auch da geschieht ein feiner Stoffwechsel im Gehirn.
[ 56 ] Welches ist aber nun die Beziehung zwischen dem Wollen und dem menschlichen Leibe? Diese Beziehung ist geradeso vorhanden wie zwischen den anderen Gliedern, die ich angeführt habe, nur steht das Wollen in direkter, unmittelbarer Beziehung zum Stoffwechsel, wie das Vorstellungsleben in Beziehung steht zum Nervensystem, das Gefühlsleben zum Atmungssystem, so steht das Wollen in Beziehung zum Stoffwechselsystem. Es geschieht jedes Mal, wenn ein Willensimpuls sich in der Seele auslebt, ein Stoffwechsel. Auch beim feinsten Willensimpuls, bei der Aufmerksamkeit — denn das ist Wille —, auch da geschieht ein feiner Stoffwechsel im Gehirn.
[ 57 ] Im menschlichen Organismus gliedern sich diese drei Systeme durcheinander. Aber das ist der ganze Mensch. Es gibt im menschlichen Leibe nichts anderes als die drei Systeme: Das Nervenleben mit dem Sinnesleben zusammen in seinem ganzen Umfang, das Atmungsleben und das Stoffwechselleben. Ein weiteres gibt es nicht, alles Übrige ist Unterabteilung. Und wie das Vorstellungsleben mit dem Nervenleben zusammenhängt, so das Gefühlsleben mit dem Atmungssystem, und so hängt das Willensleben mit dem Stoffwechselsystem zusammen.
[ 57 ] Im menschlichen Organismus gliedern sich diese drei Systeme durcheinander. Aber das ist der ganze Mensch. Es gibt im menschlichen Leibe nichts anderes als die drei Systeme: Das Nervenleben mit dem Sinnesleben zusammen in seinem ganzen Umfang, das Atmungsleben und das Stoffwechselleben. Ein weiteres gibt es nicht, alles Übrige ist Unterabteilung. Und wie das Vorstellungsleben mit dem Nervenleben zusammenhängt, so das Gefühlsleben mit dem Atmungssystem, und so hängt das Willensleben mit dem Stoffwechselsystem zusammen.
[ 58 ] Was geschieht also, wenn ich will? Was da geschieht das darf ich nicht im Nervensystem suchen. Theodor Ziehen weiß das. Bewege ich die Hand, dann wird durch das Wollen ein Stoffwechselvorgang hervorgerufen. Ich habe mich lange mit der Frage beschäftigt. Ausgegangen bin ich von den Vorgängen, die bei der Nachahmung sich abspielen, wie man studieren kann, wie an der Außenwelt ein Wille sich entzündet und so weiter. Ein Stoffwechselvorgang, und der Nerv nimmt nur wahr, was für eine Veränderung im Stoffwechsel geschieht. Also, das was im Leibe geschieht, ist ein Stoffwechselvorgang, und dieser muss wahrgenommen werden durch den Nerv. So wie sie, wenn da etwas liegt, es nicht wahrnehmen können, ohne dass sie hinschauen, so können sie als Tabeskranker nicht ihre Beine heben, weil Sie nicht wahrnehmen können das, was geschehen muss. Das heißt, sie lassen die Bewegung unausgeführt.
[ 58 ] Was geschieht also, wenn ich will? Was da geschieht das darf ich nicht im Nervensystem suchen. Theodor Ziehen weiß das. Bewege ich die Hand, dann wird durch das Wollen ein Stoffwechselvorgang hervorgerufen. Ich habe mich lange mit der Frage beschäftigt. Ausgegangen bin ich von den Vorgängen, die bei der Nachahmung sich abspielen, wie man studieren kann, wie an der Außenwelt ein Wille sich entzündet und so weiter. Ein Stoffwechselvorgang, und der Nerv nimmt nur wahr, was für eine Veränderung im Stoffwechsel geschieht. Also, das was im Leibe geschieht, ist ein Stoffwechselvorgang, und dieser muss wahrgenommen werden durch den Nerv. So wie sie, wenn da etwas liegt, es nicht wahrnehmen können, ohne dass sie hinschauen, so können sie als Tabeskranker nicht ihre Beine heben, weil Sie nicht wahrnehmen können das, was geschehen muss. Das heißt, sie lassen die Bewegung unausgeführt.
[ 59 ] Also, das Willensleben ist stets in Beziehung zum Stoffwechselleben. Das Stoffwechselleben in seiner ganzen Verästelung ist das Gegenstück zum Willensleben. Da vergleichen wir das ganze Seelische mit dem ganzen Leiblichen. Und wie das Nervenleben zudeckt das imaginative Leben, wie das materielle Atmungsleben herabmindert so, dass es ein körperlicher Vorgang wird — das inspirierte Sein —, so ist auch etwas beim Willensleben da, indem es sich im Stoffwechsel auslebt.
[ 59 ] Also, das Willensleben ist stets in Beziehung zum Stoffwechselleben. Das Stoffwechselleben in seiner ganzen Verästelung ist das Gegenstück zum Willensleben. Da vergleichen wir das ganze Seelische mit dem ganzen Leiblichen. Und wie das Nervenleben zudeckt das imaginative Leben, wie das materielle Atmungsleben herabmindert so, dass es ein körperlicher Vorgang wird — das inspirierte Sein —, so ist auch etwas beim Willensleben da, indem es sich im Stoffwechsel auslebt.
[ 60 ] Habe ich verglichen den Wunderbau des Gehirns mit einem plastischen Bild des Denksystems, das Atmungsleben mit einer Bilderschrift, so kann ich das Stoffwechselleben nur noch mit einer gewöhnlichen Schrift, einer Zeichenschrift vergleichen; wo man noch mehr auf das Innere der Zusammenhänge eingehen will, kann man sagen: eine Zeichenschrift, die allerdings eine Metamorphose der Bilderschrift ist. Aber ebenso ist alles, von dem niederen Stoffwechsel bis zum höchsten hinauf, gewissermaßen eine Zeichenschrift, eine Summe von Zeichen für das Willensleben.
[ 60 ] Habe ich verglichen den Wunderbau des Gehirns mit einem plastischen Bild des Denksystems, das Atmungsleben mit einer Bilderschrift, so kann ich das Stoffwechselleben nur noch mit einer gewöhnlichen Schrift, einer Zeichenschrift vergleichen; wo man noch mehr auf das Innere der Zusammenhänge eingehen will, kann man sagen: eine Zeichenschrift, die allerdings eine Metamorphose der Bilderschrift ist. Aber ebenso ist alles, von dem niederen Stoffwechsel bis zum höchsten hinauf, gewissermaßen eine Zeichenschrift, eine Summe von Zeichen für das Willensleben.
[ 61 ] Nun kann man gerade durch das, was ich vorgestern gesagt habe — und als eine Weiterbildung desjenigen, was ich heute aufgezählt habe als imaginative Erkenntnis, inspirierte Erkenntnis —, man kann durch die Weiterbildung dieses inneren Erkenntnisprozesses auch zu dem kommen, was im Geiste nun dem Wollen entspricht.
[ 61 ] Nun kann man gerade durch das, was ich vorgestern gesagt habe — und als eine Weiterbildung desjenigen, was ich heute aufgezählt habe als imaginative Erkenntnis, inspirierte Erkenntnis —, man kann durch die Weiterbildung dieses inneren Erkenntnisprozesses auch zu dem kommen, was im Geiste nun dem Wollen entspricht.
[ 62 ] Dazu muss man eben kommen, wenn man das ausbildet, wenn man so weit kommt im seelischen Ringen, dass die Erkenntnis selber ein Schicksal wird, dass das, was man innerlich wird durch die errungene Erkenntnis, einem einschlägt in das Leben mehr als irgendeines der freudigsten, der traurigsten Ereignisse des Lebens. Heilig höchste Erlebnisse hast du durchgemacht — kann man sich sagen —, aber das, was du als Erkenntnisart dir errungen hast, ist eine Schicksalsfügung, die bedeutsamer für dein Inneres ist; du bist in einer anderen Weise verändert als durch irgendein anderes Schicksal. Dann kann man lebendig ergreifen dasjenige, was im Geiste dem Wollen entspricht, so wie im Leibe der Stoffwechsel dem Wollen entspricht. Der Stoffwechsel deckt das Geistige, das durch Intuition erkannte Geistige zu — nur darf man nicht den Ausdruck Intuition im trivialen Sinne nehmen. Im Geiste entspricht dem Wollen das Höchste der Erkenntnisarten, wie ihm im Körperlichen sozusagen das Niederste entspricht, der Stoffwechsel. Der Stoffwechsel ist im physischen Menschen das Niedrigste; in diesem Niedrigsten ist das Höchste vorhanden.
[ 62 ] Dazu muss man eben kommen, wenn man das ausbildet, wenn man so weit kommt im seelischen Ringen, dass die Erkenntnis selber ein Schicksal wird, dass das, was man innerlich wird durch die errungene Erkenntnis, einem einschlägt in das Leben mehr als irgendeines der freudigsten, der traurigsten Ereignisse des Lebens. Heilig höchste Erlebnisse hast du durchgemacht — kann man sich sagen —, aber das, was du als Erkenntnisart dir errungen hast, ist eine Schicksalsfügung, die bedeutsamer für dein Inneres ist; du bist in einer anderen Weise verändert als durch irgendein anderes Schicksal. Dann kann man lebendig ergreifen dasjenige, was im Geiste dem Wollen entspricht, so wie im Leibe der Stoffwechsel dem Wollen entspricht. Der Stoffwechsel deckt das Geistige, das durch Intuition erkannte Geistige zu — nur darf man nicht den Ausdruck Intuition im trivialen Sinne nehmen. Im Geiste entspricht dem Wollen das Höchste der Erkenntnisarten, wie ihm im Körperlichen sozusagen das Niederste entspricht, der Stoffwechsel. Der Stoffwechsel ist im physischen Menschen das Niedrigste; in diesem Niedrigsten ist das Höchste vorhanden.
[ 63 ] Die dritte Erkenntnisstufe ist also die Intuition, wo Sie erleben, wie in unserer Umwelt eine geistige Welt da ist, die unmittelbar in unseren Willen her pulsiert. Das hat sich mir ergeben als ich dem weiter nachgeforscht habe, was in meiner «Philosophie der Freiheit» schon elementar enthalten ist. Aus dem Geiste heraus strömt uns der intuitive Impuls für den Willen.
[ 63 ] Die dritte Erkenntnisstufe ist also die Intuition, wo Sie erleben, wie in unserer Umwelt eine geistige Welt da ist, die unmittelbar in unseren Willen her pulsiert. Das hat sich mir ergeben als ich dem weiter nachgeforscht habe, was in meiner «Philosophie der Freiheit» schon elementar enthalten ist. Aus dem Geiste heraus strömt uns der intuitive Impuls für den Willen.
[ 64 ] Nehmen wir einmal einen recht niederen Willensimpuls, der sich darlebt im Menschen, wie einen recht niederen Willensimpuls — verzeihen Sie, er ist für alle Menschen doch nicht immer niedrig —, wenn man Durst hat und trinken will, wenn man Hunger hat und essen will; da ist unmittelbar ein Stoffwechsel, sogar ein System im Stoffwechsel vorhanden: Hunger, Durst, Sättigung. Im Geistigen stellt sich einer ganz gewissenhaften Forschung das Folgende heraus: Nicht alle Schicksalsschläge, aber gewisse Vorgänge in unserem Schicksal, spielen sich einfach dadurch ab, dass wir, nun nicht in unserm Leiblichen, wo wir den Durst oder Hunger durch Stoffwechselvorgänge haben, sondern in dem, was ich als Geistiges genannt habe, dass wir in diesem Hunger und Durst nach etwas haben. Denken Sie sich, Sie haben Durst bis zum 25. Jahr, der in unbestimmte Richtung geht. So wie der Durst in leiblicher Bezichung nach dem Getränk treibt, wie er ein Antrieb ist, so gehen sie im Leben von Stufe zu Stufe, von Erlebnis zu Erlebnis, sie werden aber nicht befriedigt, es treibt sie, bis sie im 25. Jahr dasjenige finden, was sich verhält zu dem was sie treibt wie die Sättigung zum Hunger. Solche Dinge entwickeln sich im gewöhnlichen Leben eben nur wie ein Traum, aber sie sind im Leben dasjenige, was das Leben eigentlich leitet.
[ 64 ] Nehmen wir einmal einen recht niederen Willensimpuls, der sich darlebt im Menschen, wie einen recht niederen Willensimpuls — verzeihen Sie, er ist für alle Menschen doch nicht immer niedrig —, wenn man Durst hat und trinken will, wenn man Hunger hat und essen will; da ist unmittelbar ein Stoffwechsel, sogar ein System im Stoffwechsel vorhanden: Hunger, Durst, Sättigung. Im Geistigen stellt sich einer ganz gewissenhaften Forschung das Folgende heraus: Nicht alle Schicksalsschläge, aber gewisse Vorgänge in unserem Schicksal, spielen sich einfach dadurch ab, dass wir, nun nicht in unserm Leiblichen, wo wir den Durst oder Hunger durch Stoffwechselvorgänge haben, sondern in dem, was ich als Geistiges genannt habe, dass wir in diesem Hunger und Durst nach etwas haben. Denken Sie sich, Sie haben Durst bis zum 25. Jahr, der in unbestimmte Richtung geht. So wie der Durst in leiblicher Bezichung nach dem Getränk treibt, wie er ein Antrieb ist, so gehen sie im Leben von Stufe zu Stufe, von Erlebnis zu Erlebnis, sie werden aber nicht befriedigt, es treibt sie, bis sie im 25. Jahr dasjenige finden, was sich verhält zu dem was sie treibt wie die Sättigung zum Hunger. Solche Dinge entwickeln sich im gewöhnlichen Leben eben nur wie ein Traum, aber sie sind im Leben dasjenige, was das Leben eigentlich leitet.
[ 65 ] Woher ist denn solch ein Durst, der uns zu irgendeinem Schicksal hinführt? Der Durst, der ist in uns gesetzt aus unseren früheren Erdenleben, in die wir hineinschauen. Ebenso, wie wir durch die inspirierte Erkenntnis in das Geistige hineinschauen, so schauen wir durch die intuitive Erkenntnis in die früheren Erdenleben. Wie dadurch, dass in meinem Stoffwechsel eine Veränderung vorgegangen ist, der Hunger entsteht, so ist aus früheren Erdenleben ein geistiger Durst entstanden; der setzt sich in dieses Leben fort und führt mich meinem Schicksalspfade entgegen. Es ist nur ein Hunger auf höherer Stufe.
[ 65 ] Woher ist denn solch ein Durst, der uns zu irgendeinem Schicksal hinführt? Der Durst, der ist in uns gesetzt aus unseren früheren Erdenleben, in die wir hineinschauen. Ebenso, wie wir durch die inspirierte Erkenntnis in das Geistige hineinschauen, so schauen wir durch die intuitive Erkenntnis in die früheren Erdenleben. Wie dadurch, dass in meinem Stoffwechsel eine Veränderung vorgegangen ist, der Hunger entsteht, so ist aus früheren Erdenleben ein geistiger Durst entstanden; der setzt sich in dieses Leben fort und führt mich meinem Schicksalspfade entgegen. Es ist nur ein Hunger auf höherer Stufe.
[ 66 ] Ein wunderbares Geheimnis spricht sich für die Tiefen des menschlichen Lebens in diesem aus; ein Hineinblicken in die Seelenunsterblichkeit in ihrem Zusammenhang mit dem Schicksal, das nur erreicht werden kann, wenn man das, was scheinbar leiblich das Niedrigste ist, als Gegenstück des Wollens erkennt, und das Wollen wiederum als seelisches Gegenstück des im Geiste Lebenden, von dem wir ein Teil sind, wie wir im Fleische ein Teil sind von dem Stoffe rings um uns herum; worinnen lebt eben, was in uns geistig lebt, was natürlich hierauf wahrgenommen wird wie geschildert in unserem Denken, was aber zunächst in unser Wollen einschlägt. Ein gewisser, man könnte sagen allerallererster Geistesblitz von diesem Nahestehen des Willens zum Geistigen, das nun die ganze Welt um uns als eine noch hinter der Welt liegende Welt durchdringt, und uns umgibt, hat Schopenhauer empfunden, nur hat er nicht den durchleuchteten Willen erkannt, sondern den blinden Willen zum Leben.
[ 66 ] Ein wunderbares Geheimnis spricht sich für die Tiefen des menschlichen Lebens in diesem aus; ein Hineinblicken in die Seelenunsterblichkeit in ihrem Zusammenhang mit dem Schicksal, das nur erreicht werden kann, wenn man das, was scheinbar leiblich das Niedrigste ist, als Gegenstück des Wollens erkennt, und das Wollen wiederum als seelisches Gegenstück des im Geiste Lebenden, von dem wir ein Teil sind, wie wir im Fleische ein Teil sind von dem Stoffe rings um uns herum; worinnen lebt eben, was in uns geistig lebt, was natürlich hierauf wahrgenommen wird wie geschildert in unserem Denken, was aber zunächst in unser Wollen einschlägt. Ein gewisser, man könnte sagen allerallererster Geistesblitz von diesem Nahestehen des Willens zum Geistigen, das nun die ganze Welt um uns als eine noch hinter der Welt liegende Welt durchdringt, und uns umgibt, hat Schopenhauer empfunden, nur hat er nicht den durchleuchteten Willen erkannt, sondern den blinden Willen zum Leben.
[ 67 ] So sehen wir, wenn man das ganze Seelische in Beziehung bringt zu dem ganzen menschlichen Leibe, dann klärt sich der Zusammenhang zwischen Seele und Leib in wunderbarer Weise auf: Der Leib besteht aus drei Systemen. Dem gut durchforschten aber nicht gut [erkannten] Nervensystem und Sinnesleben entspricht das Denkleben. Dem Atmungsleben entspricht das Gefühlsleben. Dem Stoffwechselleben entspricht das Willensleben.
[ 67 ] So sehen wir, wenn man das ganze Seelische in Beziehung bringt zu dem ganzen menschlichen Leibe, dann klärt sich der Zusammenhang zwischen Seele und Leib in wunderbarer Weise auf: Der Leib besteht aus drei Systemen. Dem gut durchforschten aber nicht gut [erkannten] Nervensystem und Sinnesleben entspricht das Denkleben. Dem Atmungsleben entspricht das Gefühlsleben. Dem Stoffwechselleben entspricht das Willensleben.
[ 68 ] Nun aber: Dem Willensleben entspricht das, was durch Intuition erkannt wird; dem Gefühlsleben entspricht das, was durch Inspiration erkannt wird; dem Vorstellungsleben entspricht das, was durch Imagination erkannt wird. Und was sich zusammensetzt aus Imagination, Inspiration und Intuition, das ist unser geistiger Organismus, wie dasjenige, was sich zusammensetzt aus Nervenleben, Atmungsleben und Stoffwechselleben unser leiblicher Organismus ist.
[ 68 ] Nun aber: Dem Willensleben entspricht das, was durch Intuition erkannt wird; dem Gefühlsleben entspricht das, was durch Inspiration erkannt wird; dem Vorstellungsleben entspricht das, was durch Imagination erkannt wird. Und was sich zusammensetzt aus Imagination, Inspiration und Intuition, das ist unser geistiger Organismus, wie dasjenige, was sich zusammensetzt aus Nervenleben, Atmungsleben und Stoffwechselleben unser leiblicher Organismus ist.
[ 69 ] Das, meine sehr verehrten Anwesenden, ist die Beziehung, wie sie gewissenhaft die Geisteswissenschaft darzustellen hat zwischen [der] Menschenseele, die sich auslebt im Nervenleben, Atmungsleben und Stoffwechselleben, und zwischen dem Menschgeist, der da ewig ist, der durch Geburten und Tode in wiederholten Erdenleben geht, und der sich auslebt in dem, was Inhalt der imaginierten, der inspirierten, der intuitierten Erkenntnis werden kann.
[ 69 ] Das, meine sehr verehrten Anwesenden, ist die Beziehung, wie sie gewissenhaft die Geisteswissenschaft darzustellen hat zwischen [der] Menschenseele, die sich auslebt im Nervenleben, Atmungsleben und Stoffwechselleben, und zwischen dem Menschgeist, der da ewig ist, der durch Geburten und Tode in wiederholten Erdenleben geht, und der sich auslebt in dem, was Inhalt der imaginierten, der inspirierten, der intuitierten Erkenntnis werden kann.
[ 70 ] Verzeihen Sie die Ausdrücke. Aber, inspirierte Erkenntnis ist nicht gerade ein schlechter Ausdruck; er entspricht dem Atmungsleben des Leibes. Das hat man instinktiv gefühlt in alten Zeiten. Daher hat man das, was hier in Betracht kommt, schon in alten Zeiten so genannt, und ich habe keinen Anstoß genommen, wo die Dinge exakt studiert werden können, das wiederum Inspiration zu nennen, wie ich aus anderen Gründen die Worte Imagination und Intuition anwende.
[ 70 ] Verzeihen Sie die Ausdrücke. Aber, inspirierte Erkenntnis ist nicht gerade ein schlechter Ausdruck; er entspricht dem Atmungsleben des Leibes. Das hat man instinktiv gefühlt in alten Zeiten. Daher hat man das, was hier in Betracht kommt, schon in alten Zeiten so genannt, und ich habe keinen Anstoß genommen, wo die Dinge exakt studiert werden können, das wiederum Inspiration zu nennen, wie ich aus anderen Gründen die Worte Imagination und Intuition anwende.
[ 71 ] Nun sehen Sie, meine sehr verehrten Anwesenden, ein gewissenhaftes Teilforschen auf den einzelnen Gebieten führt uns hinein in das, was ein wunderbarer Zusammenhang ist. Und es ist wirklich so, dass nur, weil man die Wege nicht geht, die Naturwissenschaft sich heute noch feindlich zu diesen Dingen verhält. Ich weiß sehr wohl, dass ich noch nicht alles sagen kann, was über diese Dinge zu sagen ist; dass ich das, was ich sagen kann, auch noch nicht ganz vollkommen aussprechen kann; aber ebenso gut weiß ich, was alles zur Widerlegung gesagt werden kann. Aber über diese Dinge denke ich so:
[ 71 ] Nun sehen Sie, meine sehr verehrten Anwesenden, ein gewissenhaftes Teilforschen auf den einzelnen Gebieten führt uns hinein in das, was ein wunderbarer Zusammenhang ist. Und es ist wirklich so, dass nur, weil man die Wege nicht geht, die Naturwissenschaft sich heute noch feindlich zu diesen Dingen verhält. Ich weiß sehr wohl, dass ich noch nicht alles sagen kann, was über diese Dinge zu sagen ist; dass ich das, was ich sagen kann, auch noch nicht ganz vollkommen aussprechen kann; aber ebenso gut weiß ich, was alles zur Widerlegung gesagt werden kann. Aber über diese Dinge denke ich so:
[ 72 ] Ich sage mir: Kopernikus hat angenommen, dass sich nicht die Sonne um die Erde bewegt, sondern die Erde um die Sonne. Das konnte man widerlegen; Tycho de Brahe hat es widerlegt mit der damaligen Wissenschaft, und er hat von seinem Standpunkte aus ganz recht. Kepler hat es nicht widerlegt, er hat es weitergebildet. So wird man mit gutem Recht aus vielen Schilderungen der heutigen Forschung das widerlegen können, was ich ausspreche. Aber nicht darauf kommt es an, dass nach Tycho de Brahes Art der Kopernikanismus widerlegt worden ist, sondern darauf, dass man die Dinge ausbildet, was ich noch nicht kann, was die Zeit können wird. Aber wenn ich nur hervorrufen könnte durch die Art nun, wie ich die Dinge darzustellen versuche und durchführe auch hier schon, dass man einsehen würde, dass Geistesforschung nichts Leichtgeschürztes ist, sondern wahrhaftig zu den Resultaten nur Schritt für Schritt in gewissenhaftem Weiterschreiten kommt, wie die andere, die physische Forschung, wenn sie gewissenhaft ist. Aber man will nicht immer die Wege gehen, die die Geistesforschung schon gehen muss. Deshalb musste ich heute sagen: Das oder jenes kann einem als waghalsig erscheinen, und da ist manches begreiflich, was uns heute entgegentritt. Und woraus — lassen Sie mich das zum Schlusse betonen —, woraus die Gegnerschaft ganz selbstverständlich, und sozusagen unbewusst, kommt: Man muss sich losreißen von vielen Vorurteilen über allerlei Grenzen des menschlichen Erkennens, wenn man nur einigermaßen zustimmen will dem, dass mit dem heute Gesagten etwas Gewissenhaftes gesagt ist.
[ 72 ] Ich sage mir: Kopernikus hat angenommen, dass sich nicht die Sonne um die Erde bewegt, sondern die Erde um die Sonne. Das konnte man widerlegen; Tycho de Brahe hat es widerlegt mit der damaligen Wissenschaft, und er hat von seinem Standpunkte aus ganz recht. Kepler hat es nicht widerlegt, er hat es weitergebildet. So wird man mit gutem Recht aus vielen Schilderungen der heutigen Forschung das widerlegen können, was ich ausspreche. Aber nicht darauf kommt es an, dass nach Tycho de Brahes Art der Kopernikanismus widerlegt worden ist, sondern darauf, dass man die Dinge ausbildet, was ich noch nicht kann, was die Zeit können wird. Aber wenn ich nur hervorrufen könnte durch die Art nun, wie ich die Dinge darzustellen versuche und durchführe auch hier schon, dass man einsehen würde, dass Geistesforschung nichts Leichtgeschürztes ist, sondern wahrhaftig zu den Resultaten nur Schritt für Schritt in gewissenhaftem Weiterschreiten kommt, wie die andere, die physische Forschung, wenn sie gewissenhaft ist. Aber man will nicht immer die Wege gehen, die die Geistesforschung schon gehen muss. Deshalb musste ich heute sagen: Das oder jenes kann einem als waghalsig erscheinen, und da ist manches begreiflich, was uns heute entgegentritt. Und woraus — lassen Sie mich das zum Schlusse betonen —, woraus die Gegnerschaft ganz selbstverständlich, und sozusagen unbewusst, kommt: Man muss sich losreißen von vielen Vorurteilen über allerlei Grenzen des menschlichen Erkennens, wenn man nur einigermaßen zustimmen will dem, dass mit dem heute Gesagten etwas Gewissenhaftes gesagt ist.
[ 73 ] Ich sagte, schon öfter auch hier: Ich greife nur an, die ich schätze, und ich greife nur an, wenn ich genötigt werde durch Angriffe von außen. Daher soll es nicht Verunglimpfung sein, wenn ich darstelle an einem Forscher, wie man heute abgeneigt ist, nach dem Innern hinzugehen. Da hat ein Professor in Bern vor einigen Jahren einen Vortrag gehalten. Der Vortrag ist recht interessant, aber er ist auch recht charakteristisch für alles dasjenige, was der Naturforscher heute meiden möchte, weil er nicht den Mut hat, sich darauf einzulassen. Da sagt Dr. A. Tschirch, indem er ausführt etwas über das Methodische der heutigen Naturwissenschaft:
[ 73 ] Ich sagte, schon öfter auch hier: Ich greife nur an, die ich schätze, und ich greife nur an, wenn ich genötigt werde durch Angriffe von außen. Daher soll es nicht Verunglimpfung sein, wenn ich darstelle an einem Forscher, wie man heute abgeneigt ist, nach dem Innern hinzugehen. Da hat ein Professor in Bern vor einigen Jahren einen Vortrag gehalten. Der Vortrag ist recht interessant, aber er ist auch recht charakteristisch für alles dasjenige, was der Naturforscher heute meiden möchte, weil er nicht den Mut hat, sich darauf einzulassen. Da sagt Dr. A. Tschirch, indem er ausführt etwas über das Methodische der heutigen Naturwissenschaft:
[ 74 ] Ich meine aber, dass wir uns heute noch nicht den Kopf darüber zu zerbrechen brauchen, ob wir wirklich [nie] ins «Innere» vordrin gen werden. Wir haben wirklich Nötigeres zu tun.
[ 74 ] Ich meine aber, dass wir uns heute noch nicht den Kopf darüber zu zerbrechen brauchen, ob wir wirklich [nie] ins «Innere» vordrin gen werden. Wir haben wirklich Nötigeres zu tun.
[ 75 ] Ein sonderbarer Ausspruch, wenn man bedenkt, dass das, was Geistesforschung zu sagen hat, zusammenhängt mit dem, was des Menschen tiefste Sehnsucht ist, mit dem, was bedeutungsvollste, für das alleralltäglichste Leben maßgebende Rätselfragen sind. Professor Tschirch aber, der ein ausgezeichneter Naturforscher ist, findet:
[ 75 ] Ein sonderbarer Ausspruch, wenn man bedenkt, dass das, was Geistesforschung zu sagen hat, zusammenhängt mit dem, was des Menschen tiefste Sehnsucht ist, mit dem, was bedeutungsvollste, für das alleralltäglichste Leben maßgebende Rätselfragen sind. Professor Tschirch aber, der ein ausgezeichneter Naturforscher ist, findet:
Das «Innere der Natur», mit dem wohl Haller etwas Ähnliches meinte, was Kant später «das Ding an sich» nannte, liegt für uns zurzeit noch so tief im Innern, dass noch Jahrtausende vergehen werden, bis wir — immer vorausgesetzt, dass nicht eine neue Eiszeit alle unsere Kultur vernichtet — auch nur in seine Nähe gedrungen sind.
Das «Innere der Natur», mit dem wohl Haller etwas Ähnliches meinte, was Kant später «das Ding an sich» nannte, liegt für uns zurzeit noch so tief im Innern, dass noch Jahrtausende vergehen werden, bis wir — immer vorausgesetzt, dass nicht eine neue Eiszeit alle unsere Kultur vernichtet — auch nur in seine Nähe gedrungen sind.
[ 76 ] Ja, wo man solche Gesinnung der freien Forschung entgegenbringt, da ist es kein Wunder, dass diese Schwierigkeiten hat, wenn sie sich durchringen will.
[ 76 ] Ja, wo man solche Gesinnung der freien Forschung entgegenbringt, da ist es kein Wunder, dass diese Schwierigkeiten hat, wenn sie sich durchringen will.
[ 77 ] Und bei einem ebenso ausgezeichneten Forscher, dem Amerikaner Professor Jacques Loeb, können wir lesen in einem Vortrag, den er gehalten hat bei der Eröffnung eines Monisten-Kongresses im Jahre 1911 in Hamburg, ein bemerkungswertes Wort. Lassen Sie mich zum Schlusse auch das noch anführen:
[ 77 ] Und bei einem ebenso ausgezeichneten Forscher, dem Amerikaner Professor Jacques Loeb, können wir lesen in einem Vortrag, den er gehalten hat bei der Eröffnung eines Monisten-Kongresses im Jahre 1911 in Hamburg, ein bemerkungswertes Wort. Lassen Sie mich zum Schlusse auch das noch anführen:
Die Frage, [welche] ich zu diskutieren beabsichtige, ist die, ob nach dem heutigen Stande unseres Wissens Aussicht vorhanden ist, dass das Leben, das heißt die Summe der Lebenserscheinung restlos physikalisch-chemisch erklärt werden kann. Wenn wir diese Frage nach ernstlicher Überlegung bejahen können, so müssen wir auch unsere soziale und ethische Lebensgestaltung auf rein naturwissenschaftlicher Grundlage aufbauen, und kein Metaphysiker kann das Recht beanspruchen, uns über unsere Lebensführung Vorschriften zu machen, die mit den Konsequenzen der experimentellen Biologie im Widerspruch stehen.
Die Frage, [welche] ich zu diskutieren beabsichtige, ist die, ob nach dem heutigen Stande unseres Wissens Aussicht vorhanden ist, dass das Leben, das heißt die Summe der Lebenserscheinung restlos physikalisch-chemisch erklärt werden kann. Wenn wir diese Frage nach ernstlicher Überlegung bejahen können, so müssen wir auch unsere soziale und ethische Lebensgestaltung auf rein naturwissenschaftlicher Grundlage aufbauen, und kein Metaphysiker kann das Recht beanspruchen, uns über unsere Lebensführung Vorschriften zu machen, die mit den Konsequenzen der experimentellen Biologie im Widerspruch stehen.
[ 78 ] Er versucht also klarzumachen, dass das ganze Leben nur ein physikalisch-chemischer Vorgang ist. Das aber wird mit einer gewisser Brutalität geltend gemacht. Man muss sagen: Vorschreiben will ja der Metaphysiker nichts, sondern er will die geistigen Gesetze erforschen, wie der Naturwissenschaftler die äußeren Gesetze erforscht. Aber nach dieser Gesinnung müsste man eigentlich erwarten die Antwort auf die Frage: Woher muss nach solcher Gesinnung demnach die Moral kommen? Von dem chemischen Experiment. [Lücke] So sehen die Gedanken aus, die wie Felssteine sich in den Weg legen, wenn es sich heute darum handelt, Geisteswissenschaft vorzubringen.
[ 78 ] Er versucht also klarzumachen, dass das ganze Leben nur ein physikalisch-chemischer Vorgang ist. Das aber wird mit einer gewisser Brutalität geltend gemacht. Man muss sagen: Vorschreiben will ja der Metaphysiker nichts, sondern er will die geistigen Gesetze erforschen, wie der Naturwissenschaftler die äußeren Gesetze erforscht. Aber nach dieser Gesinnung müsste man eigentlich erwarten die Antwort auf die Frage: Woher muss nach solcher Gesinnung demnach die Moral kommen? Von dem chemischen Experiment. [Lücke] So sehen die Gedanken aus, die wie Felssteine sich in den Weg legen, wenn es sich heute darum handelt, Geisteswissenschaft vorzubringen.
[ 79 ] Und ein anderer Forscher, der ebenso bedeutend ist, er sagte einmal gar das Folgende:
[ 79 ] Und ein anderer Forscher, der ebenso bedeutend ist, er sagte einmal gar das Folgende:
Was auch immer die Hirnzelle eines Glühwurms oder die Empfindung der Harmonien von Tristan und Isolde sein mag — der Stoff, aus dem sie bestehen, ist im Ganzen der gleiche; es handelt sich offenbar mehr um einen Unterschied in der Struktur als um einen in der materiellen Beschaffenheit.
Was auch immer die Hirnzelle eines Glühwurms oder die Empfindung der Harmonien von Tristan und Isolde sein mag — der Stoff, aus dem sie bestehen, ist im Ganzen der gleiche; es handelt sich offenbar mehr um einen Unterschied in der Struktur als um einen in der materiellen Beschaffenheit.
[ 80 ] Das ist Wissenschaft, und wird als wissenschaftlich gelten, als echte, exakte Wissenschaft! Manchmal findet man allerdings merkwürdige Exaktheit, merkwürdige Gedankenintensität, selbst bei den größten Forschern der Gegenwart. Vielleicht habe ich das auch schon früher einmal hier gesagt, aber es ist so schön, dass man es immer wiederholen kann. Ein sehr bedeutender Forscher, der große Verdienste in der Gegenwart hat, hat ein Buch geschrieben über das [Weltenall], worin schöne Dinge stehen, die sich auf das äußere Materielle beziehen. In der Vorrede sagt er das Folgende:
[ 80 ] Das ist Wissenschaft, und wird als wissenschaftlich gelten, als echte, exakte Wissenschaft! Manchmal findet man allerdings merkwürdige Exaktheit, merkwürdige Gedankenintensität, selbst bei den größten Forschern der Gegenwart. Vielleicht habe ich das auch schon früher einmal hier gesagt, aber es ist so schön, dass man es immer wiederholen kann. Ein sehr bedeutender Forscher, der große Verdienste in der Gegenwart hat, hat ein Buch geschrieben über das [Weltenall], worin schöne Dinge stehen, die sich auf das äußere Materielle beziehen. In der Vorrede sagt er das Folgende:
Wenn wir unsere Zeit anschauen, da finden wir, dass uns die Naturwissenschaft unendlich weit gebracht hat. Wenn wir auf alte Zeiten zurückblicken, ach ja, die haben so kindliche Vorstellungen gehabt! Und jetzt
Wenn wir unsere Zeit anschauen, da finden wir, dass uns die Naturwissenschaft unendlich weit gebracht hat. Wenn wir auf alte Zeiten zurückblicken, ach ja, die haben so kindliche Vorstellungen gehabt! Und jetzt
[ 81 ] — so sagt er, indem er ausführt, ob unsere Welt die «beste der Welten» ist, so sagt er wörtlich —,
[ 81 ] — so sagt er, indem er ausführt, ob unsere Welt die «beste der Welten» ist, so sagt er wörtlich —,
das kann man ja schwer entscheiden; das aber unsere Zeit des wissenschaftlichen Denkens die Zeit des Denkens ist, das ist unmittelbar sicher.
Und wir können sagen mit Goethe, denn er wirft sich so in die Brust, wie Wagner:
«Verzeiht! Es ist ein groß’ Ergötzen
Sich in den Geist der Zeiten zu versetzen,
Zu schauen, wie vor uns ein weiser Mann gedacht,
Und wie wir’s dann zuletzt so herrlich weit gebracht.»
das kann man ja schwer entscheiden; das aber unsere Zeit des wissenschaftlichen Denkens die Zeit des Denkens ist, das ist unmittelbar sicher.
Und wir können sagen mit Goethe, denn er wirft sich so in die Brust, wie Wagner:
«Verzeiht! Es ist ein groß’ Ergötzen
Sich in den Geist der Zeiten zu versetzen,
Zu schauen, wie vor uns ein weiser Mann gedacht,
Und wie wir’s dann zuletzt so herrlich weit gebracht.»
[ 82 ] Wir können sagen: Das Denken ist so gründlich, dass der Mann vergisst, dass Goethe das dem Wagner in den Mund legt, und dass er sich nur selber charakterisiert, wie er es so herrlich weit gebracht hat. Er hat es so «herrlich weit gebracht», wie der Mann, von dem Goethe seinen Faust sagen lässt:
[ 82 ] Wir können sagen: Das Denken ist so gründlich, dass der Mann vergisst, dass Goethe das dem Wagner in den Mund legt, und dass er sich nur selber charakterisiert, wie er es so herrlich weit gebracht hat. Er hat es so «herrlich weit gebracht», wie der Mann, von dem Goethe seinen Faust sagen lässt:
Wie nur dem Kopf nicht alle Hoffnung schwindet,
Der immerfort an schalem Zeuge klebt,
Mit gier’ger Hand nach Schätzen gräbt,
Und froh ist, wenn er Regenwürmer findet!
Wie nur dem Kopf nicht alle Hoffnung schwindet,
Der immerfort an schalem Zeuge klebt,
Mit gier’ger Hand nach Schätzen gräbt,
Und froh ist, wenn er Regenwürmer findet!
[ 83 ] Es ist eine niedliche Selbstcharakteristik, aber sie ist gerade charakteristisch für die Gründlichkeit des Denkens. Denn für sich selbst vergisst der Mann, eine gründliche Unterscheidung zu machen zwischen Goethe und Wagner im Faust. Wenn das die Struktur des Denkens eines großen Naturforschers ist, dann braucht man sich nicht zu verwundern, dass Geisteswissenschaft Steine auf ihrem Wege findet, die gerade solches Denken in gründliche, gewissenhafte Energie umwandeln muss, damit das Denken zur Imagination, Inspiration und Intuition aufsteigen kann. Dann aber enthüllen sich ihm die Zusammenhänge zwischen Menschenseele, Menschenleib und Menschengeist.
[ 83 ] Es ist eine niedliche Selbstcharakteristik, aber sie ist gerade charakteristisch für die Gründlichkeit des Denkens. Denn für sich selbst vergisst der Mann, eine gründliche Unterscheidung zu machen zwischen Goethe und Wagner im Faust. Wenn das die Struktur des Denkens eines großen Naturforschers ist, dann braucht man sich nicht zu verwundern, dass Geisteswissenschaft Steine auf ihrem Wege findet, die gerade solches Denken in gründliche, gewissenhafte Energie umwandeln muss, damit das Denken zur Imagination, Inspiration und Intuition aufsteigen kann. Dann aber enthüllen sich ihm die Zusammenhänge zwischen Menschenseele, Menschenleib und Menschengeist.
[ 84 ] Und man könnte mit einer kleinen Veränderung einen Spruch Goethes zitieren, aus seinem Gedicht, das er überschrieben hat «Bei der Betrachtung von Schillers Schädel». Da sagt Goethe:
[ 84 ] Und man könnte mit einer kleinen Veränderung einen Spruch Goethes zitieren, aus seinem Gedicht, das er überschrieben hat «Bei der Betrachtung von Schillers Schädel». Da sagt Goethe:
Was kann der Mensch im Leben mehr gewinnen,
Als dass sich Gott-Natur ihm offenbare?
Wie sie das Feste lässt zu Geist verrinnen,
Wie sie das Geisterzeugte fest bewahre.
Was kann der Mensch im Leben mehr gewinnen,
Als dass sich Gott-Natur ihm offenbare?
Wie sie das Feste lässt zu Geist verrinnen,
Wie sie das Geisterzeugte fest bewahre.
[ 85 ] Verändernd diesen Goethe’schen Spruch mit Erweiterung auf das, was sich aus den Ergebnissen, die ich heute angeführt habe, als Schluss ziehen lässt, darf man vielleicht sagen:
[ 85 ] Verändernd diesen Goethe’schen Spruch mit Erweiterung auf das, was sich aus den Ergebnissen, die ich heute angeführt habe, als Schluss ziehen lässt, darf man vielleicht sagen:
[ 86 ] Geisteswissenschaft muss versuchen, den Zusammenhang zwischen Geist und Stoff so zu suchen, dass man zuversichtlich auf dieses Forschungsfeld hinschauend den Goethe’schen Spruch in der folgenden Weise verändern kann, und damit etwas wie ein Motto für das heutige Streben der Geisteswissenschaft ausdrücken kann:
[ 86 ] Geisteswissenschaft muss versuchen, den Zusammenhang zwischen Geist und Stoff so zu suchen, dass man zuversichtlich auf dieses Forschungsfeld hinschauend den Goethe’schen Spruch in der folgenden Weise verändern kann, und damit etwas wie ein Motto für das heutige Streben der Geisteswissenschaft ausdrücken kann:
Was kann der Mensch im Leben mehr gewinnen,
Als dass sich Gott-Natur ihm offenbare,
Wie sie im Geiste lässt den Stoff zerrinnen,
Wie sie im Stoff den Geist sich lässt sich selbst erfahren!
Was kann der Mensch im Leben mehr gewinnen,
Als dass sich Gott-Natur ihm offenbare,
Wie sie im Geiste lässt den Stoff zerrinnen,
Wie sie im Stoff den Geist sich lässt sich selbst erfahren!
