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The Rudolf Steiner Archive

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On the Astral World and Devachan
GA 88

28 January 1904, Berlin

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On the Astral World and Devachan, tr. SOL
  1. Über die astrale Welt und das Devachan, 1st ed.

7. Die Welt des Geistes oder Devachan I

7. The World of the Spirit, or Devachan I

[ 1 ] Verehrte Anwesende! Vor acht Tagen habe ich mir gestattet, das Gefüge desjenigen Gebietes zu schildern, das jeder zu durchschreiten hat, der in den Zustand zwischen zwei Verkörperungen eingeht, das sogenannte Mentalreich oder die Welt des Devachan. Ich habe Ihnen geschildert, daß wir da zunächst dreierlei Gebiete zu unterscheiden haben, und ich habe auch bemerkt, daß die Worte, welche wir in unserer gewöhnlichen Sprache zur Verfügung haben, zur Übermittlung der Wahrnehmungen im Mentalreich nicht ausreichen, so daß wir oft nur andeutungsweise und manchmal nur sinnbildlich auszudrücken imstande sind, was in diesem Lande, das der Mensch zwischen zwei Verkörperungen durchschreitet, wahrzunehmen ist. Diejenigen, welche als Eingeweihte von diesem Lande wissen, schildern es in Worten, die mehr andeutend als der Wirklichkeit entsprechend zu nehmen sind. Deshalb müssen Sie auch die Schilderungen, welche ich letztes Mal gegeben habe, mehr andeutend hinnehmen, denn es ist fast unaussprechlich, was derjenige wahrnimmt, dessen Sinn für die devachanische Welt geöffnet ist.

[ 1 ] Ladies and gentlemen! Eight days ago, I took the liberty of describing the structure of the realm that everyone must traverse upon entering the state between two incarnations—the so-called mental realm, or the world of Devachan. I explained to you that we must first distinguish three distinct regions there, and I also noted that the words available to us in our everyday language are insufficient to convey the perceptions in the mental realm, so that we are often able to express only in hints and sometimes only symbolically what can be perceived in this realm that the human being traverses between two incarnations. Those who, as initiates, know of this realm describe it in words that are to be taken more as hints than as a true representation of reality. Therefore, you must also accept the descriptions I gave last time more as hints, for it is almost inexpressible what is perceived by one whose senses are open to the devachanic world.

[ 2 ] Ich habe Ihnen drei Gebiete des Devachan dargestellt und bemerkte, daß diese entsprechen würden den drei Gebieten auf unserer Erde: dem festen, gebirgigen — das ist das kontinentale Gebiet des Devachan —, dem flüssigen — das ist das Ozeangebiet des Devachan —, und dem Gebiet des Luftmeeres.

[ 2 ] I have described three regions of Devachan to you and noted that these correspond to the three regions on our Earth: the solid, mountainous region—which is the continental region of Devachan—the liquid region—which is the oceanic region of Devachan—and the region of the air sea.

[ 3 ] Einer derjenigen deutschen Dichter, die etwas von diesem Lande wußten, war, wie ich auch das letzte Mal gesagt habe, Goethe. Goethe hat dieses Land mehr äußerlich durch seinen Mephistopheles beschreiben lassen. Aber schon an dieser Beschreibung können Sie sehen, daß Goethe gewußt hat, wie schwer es ist, von diesem Lande zu sprechen. Er schildert es, indem er Mephistopheles den Faust darauf aufmerksam machen läßt, was er dort finden wird. Mephistopheles sagt das folgende:

[ 3 ] One of the German poets who knew something about this country was, as I mentioned last time, Goethe. Goethe had this country described more superficially through his Mephistopheles. But even from this description, you can see that Goethe knew how difficult it is to speak of this country. He depicts it by having Mephistopheles point out to Faust what he will find there. Mephistopheles says the following:

Und hättest du den Ozean durchschwommen,
Das Grenzenlose dort geschaut,
So sähst du dort doch Well auf Welle kommen,
Selbst wenn es dir vorm Untergange graut.
Du sähst doch etwas! sähst wohl in der Grüne
Gestillter Meere streichende Delphine,
Sähst Wolken ziehen, Sonne, Mond und Sterne
Nichts wirst du sehn in ewig leerer Ferne,
Den Schritt nicht hören, den du tust,
Nichts Festes finden, wo du ruhst!

And had you swum across the ocean,
Beheld the boundless expanse there,
You would still see wave upon wave rolling in,
Even if you dread the coming of the end.
You would still see something! You would surely see, amidst the greenery,
of the calm seas,
You would see clouds drifting, the sun, moon, and stars
You will see nothing in the eternally empty distance,
You will not hear the step you take,
You will find nothing solid where you rest!

[ 4 ] Wir können dies — für denjenigen, der es verstandesmäßig betrachtet — als eine annähernde Schilderung dieses Reiches ansehen. An einer anderen Stelle sagt Mephistopheles zu Faust:

[ 4 ] We can regard this—for those who view it rationally—as an approximate description of this realm. Elsewhere, Mephistopheles says to Faust:

Hier diesen Schlüssel nimm! ...
Der Schlüssel wird die rechte Stelle wittern;
Folg ihm hinab: er führt dich zu den Müttern.

Take this key! ...
The key will sense the right place;
Follow it down: it will lead you to the mothers.

[ 5 ] Auch zur Zeit des Plutarch wurde von dem Reich der Mütter gesprochen; für Goethe ist es das Reich des Unentstandenen. Deshalb läßt er Mephisto zu Faust sagen:

[ 5 ] Even in Plutarch’s time, people spoke of the realm of mothers; for Goethe, it is the realm of the unformed. That is why he has Mephisto say to Faust:

[ 6 ] Versinke denn! Ich könnt auch sagen: steige!

[ 6 ] Sink, then! I might as well say: rise!

[ 7 ] Also nicht oben und nicht unten, sondern überall ist Devachan.

[ 7 ] So Devachan is neither above nor below, but everywhere.

Entfliehe dem Entstandnen
In der Gebilde losgebundne Reiche!
Ergötze dich am längst nicht mehr Vorhandnen!

Escape from what has come into being
Into realms untethered from form!
Delight in what has long since ceased to exist!

[ 8 ] Das ist die Schilderung eines Europäers. Ich will Ihnen nun noch die Schilderung eines Hindu-Weisen geben; sie ist in orientalischer Weise gefärbt, gleichwohl aber desselben Inhalts; sie besagt: Viele tausend Weltsysteme gibt es. Dieser Welt liegt ein Reich der Seligkeit zugrunde. Durch sieben Zaunreihen sind die Reiche begrenzt, durch den Tathagata werden sie regiert, und sie gehören den Bodhisattvas. Die Wasser fließen durch diese Reiche und sieben Eigenschaften haben sie.

[ 8 ] This is a European’s account. I will now give you the account of a Hindu sage; it is colored by Eastern thought, yet conveys the same meaning; it states: There are many thousands of world systems. Underlying this world is a realm of bliss. The realms are bounded by seven rows of fences, governed by the Tathagata, and belong to the Bodhisattvas. Waters flow through these realms, and they possess seven characteristics.

[ 9 ] Drei Reiche des Devachan habe ich Ihnen geschildert, welche unserem festen Land, unserem Ozean und dem Luftmeer entsprechen. Ich habe gesagt, daß im Devachan das Land anders aussieht als unser heutiges Land, und ich habe gesagt, daß wir Gestalten da wiederfinden, die wir auch hier sehen, aber eingegraben wie ein Siegelabdruck. Diese Kontinentalmasse bildet den Grundstock des Devachan. Innerhalb derselben bewegt sich die lebendige Meeresmasse; rosafarben durchdringt sie alles Sein und bildet den Lebensquell aller Formen, aller Gebilde, die als Pflanzen, Menschen und Tiere erstehen sollen. Der Luftkreis ist von ganz besonderer Art im Devachan. Unseren physischen Luftkreis sehen wir blau; der Luftkreis im Devachan ist rötlich strahlend. Er ist von einer außerordentlichen Empfindungsfähigkeit, die in jedem seiner Atome ruht, die jedes einzelne Atom beseelt. Alles, was in dem Luftkreis sich geltend macht, ist Empfindungsleben. Alles, was ich in den unteren Reichen an Schmerz und Lust erlebe, drückt sich in dem Luftkreis des Devachan aus. Derjenige, welcher auf dieser Ebene wahrnimmt, der versteht, was ein Eingeweihter der christlichen Religion, Paulus, sagt: Alle Kreatur seufzet unter Schmerzen, der Annahme an Kindesstatt harrend. — Der Luftkreis ist außerdem durchdrungen von einem Sphärenklingen, von einer Musik, welche die alten Pythagoräer die Sphärenharmonie genannt haben. Derjenige, der diese Harmonie schon gehört hat, welche der Ausdruck der Harmonie des Kosmos ist, der hört sie überall, trotzdem sie übertönt ist von dem Geräusch des Alltagslebens. Dies ist in der Beschreibung des Hinduweisen als Zäune ausgedrückt.

[ 9 ] I have described to you the three realms of Devachan, which correspond to our solid earth, our ocean, and the sea of air. I have said that in Devachan the land looks different from our present-day land, and I have said that we find there forms that we also see here, but engraved like a seal impression. This continental mass forms the foundation of Devachan. Within it moves the living sea mass; pink in color, it permeates all being and forms the source of life for all forms, all structures that are to arise as plants, humans, and animals. The air sphere is of a very special nature in Devachan. We see our physical air sphere as blue; the air sphere in Devachan is radiantly reddish. It possesses an extraordinary capacity for sensation, which resides in each of its atoms and animates every single atom. Everything that manifests itself in the air sphere is a life of sensation. Everything I experience in the lower realms as pain and pleasure is expressed in the air sphere of Devachan. The one who perceives on this plane understands what an initiate of the Christian religion, Paul, says: All creation groans in pain, awaiting adoption as children. — The air sphere is also permeated by a celestial sound, by a music that the ancient Pythagoreans called the harmony of the spheres. Those who have already heard this harmony, which is the expression of the harmony of the cosmos, hear it everywhere, even though it is drowned out by the noise of everyday life. This is expressed in the description of the Hindu sage as fences.

[ 10 ] Nun kommen wir in die vierte Region des Geistesreiches. Dies ist ein ganz besonderes Reich; die Schöpfer und Beseeler aller Dinge sind dort am Werke. Der sogenannte Akashastoff ist die Substanz, der Ton, aus dem alles geformt wird. Das ist ein Bild, von dem alle Magier sprechen. Goethe spricht auch davon, an der Stelle, wo er von Feuerluft spricht. Es ist derjenige Stoff, der die größte Plastizität hat, der Stoff, in den man von einer Seite die materiellen Gebilde, auf der anderen Seite den Geist eindrücken kann. Es ist der Stoff, den man nicht mehr kannte seit dem Anfang des Christentums, nicht mehr kannte, bis die Theosophische Gesellschaft auftrat. Als die erste Aufforderung an Sinnett erging, der abendländischen Welt von diesen Dingen Kenntnis zu geben, da hören wir in seinem Buch «Die okkulte Welt» eine Beschreibung dieses Stoffes, der Zauberkräfte enthalten soll. Und wir lesen da, wie der Meister selbst es ausdrückt, daß die abendländischen Kulturmenschen nur schwer und langsam dazu kommen werden, die Bedeutung des Stoffes Akasha zu verstehen.

[ 10 ] Now we come to the fourth region of the spiritual realm. This is a very special realm; the creators and animators of all things are at work there. The so-called akashic substance is the substance, the clay, from which everything is formed. This is an image that all magicians speak of. Goethe also speaks of it in the passage where he discusses “fire-air.” It is the substance possessing the greatest plasticity, the substance into which one can impress material forms on one side and spirit on the other. It is the substance that had been forgotten since the beginning of Christianity, forgotten until the Theosophical Society emerged. When the first request was made to Sinnett to inform the Western world of these things, we find in his book *The Occult World* a description of this substance, which is said to contain magical powers. And we read there, as the Master himself puts it, that Western civilized people will only come to understand the significance of the substance Akasha with great difficulty and slowly.

[ 11 ] Wie ich vor acht Tagen geschildert habe, kann die devachanische Welt in drei niedere Reiche und drei höhere Reiche eingeteilt werden. Die drei höheren Reiche klingen und leuchten in die drei unteren Reiche hinein. Wenn wir die unteren Devachanreiche — in der theosophischen Sprache «Rupa-Reiche» — bezeichnet haben als Festland, als Ozean, als Luftraum, so dehnen sich jenseits des vierten Reiches — [Akasha] — die drei höchsten Reiche des Devachan aus, die in der theosophischen Sprache «Arupa-Reiche» genannt werden. Zu alle dem, was diesseits von Devachan ist — also Astral-reich und physisches Reich —, sind die Urzustände im höheren Devachan vorhanden. Diese Arupa-Reiche sind bewohnt von Wesenheiten erhabenster Art. Die Meister der ursprünglichen christlichen Weisheit haben diese Reiche noch beschrieben; man hat sie gekannt in der christlichen Weisheit bis zum 13. Jahrhundert; dann ging die Kenntnis davon verloren. Niemand versteht die christliche Weisheit der früheren Jahrhunderte, wenn er nicht erkennt, daß in manchen Schriften von den drei obersten Reichen des Devachan die Rede ist. Diese drei Reiche werden, wie gesagt, von erhabenen Wesenheiten bewohnt, die alle Vorgänge in den unteren Reichen lenken und leiten.

[ 11 ] As I described eight days ago, the Devachanic world can be divided into three lower realms and three higher realms. The three higher realms radiate their light and sound into the three lower realms. If we have designated the lower Devachanic realms—in theosophical terminology, the “Rupa realms”—as the mainland, the ocean, and the airspace, then beyond the fourth realm—[Akasha]—extend the three highest realms of Devachan, which are called “Arupa realms” in theosophical terminology. All that exists on this side of Devachan—that is, the astral realm and the physical realm—has its primordial states present in the higher Devachan. These Arupa realms are inhabited by beings of the most sublime nature. The Masters of the original Christian wisdom have described these realms; they were known in Christian wisdom up until the 13th century; then knowledge of them was lost. No one can understand the Christian wisdom of earlier centuries unless they recognize that some writings speak of the three highest realms of Devachan. These three realms are, as mentioned, inhabited by sublime beings who direct and guide all processes in the lower realms.

[ 12 ] Auf die erste Stufe des höheren Devachan deutet auch Goethe hin an einer Stelle des Märchens von der grünen Schlange und der schönen Lilie. Sie können dort lesen: — Das ist eines der tiefsten Worte, die Goethe gesprochen hat. Aus dem Lichtreich im Devachan entspringt das sogenannte Gesprächsreich, jenes Reich, in dem nicht nur Licht, sondern Erkenntnisstrom als Licht dahinströmt, und durch diesen Strom sprechen die höheren Wesenheiten im Menschen die ewigen Wahrheiten aus, durch ihn tönt das Gespräch des Kosmos. Damit kommen wir zu dem höheren Reiche hinauf, in dem gleichsam die Worte gezeugt werden zu diesem Gespräch, in dem die Stimme ertönt, in der der Ursprung der Welt liegt, von dem die Menschen sprechen als von dem «Wort», aus dem die Welten hervorgegangen sind. In dem Reiche des Gesprächs, des Erkenntnislichtes, leben eine Reihe erhabenster Wesenheiten, welche man in der christlichen Weisheit bezeichnet hat als die Exusiai. Das sind Wesenheiten, die schwer zu bezeichnen sind mit einem Ausdruck des Abendlandes. Diese Wesenheiten, werden sichtbar im Kleide des Erkenntnislichtes. Ich habe ja schon darauf hingedeutet, daß Moses ein solches Wesen im brennenden Dornbusch erschienen ist. Da wird hingedeutet auf ein Wesen der Exusiai. Aus dem Stoffe dieses Reiches webt sich das Kleid dieser Wesenheiten; sie werden sichtbar und verkündigen die Wahrheit denjenigen, die reif sind, sie zu hören.

[ 12 ] Goethe also alludes to the first stage of the higher Devachan in a passage from the fairy tale of the Green Snake and the Beautiful Lily. There you can read:

[ 13 ] Wir steigen nun hinauf in noch höhere Regionen. Da treffen wir Wesen, die nicht mehr sichtbar werden können, die aber zu dem Menschen sprechen können, wenn er reif dafür wird. Die ersten Lehrer christlicher Weisheit bezeichneten sie als Dynamis. Das sind Wesen, die weithin strahlen als schaffende Kräfte. Im nächsten Reiche finden wir die Herrschaften, die Kyriotetes. Damit haben wir die Hierarchie dieser erhabenen Wesenheiten, die tönend in den drei höchsten Reichen des Devachan sind. In der christlichen Esoterik deutet manches darauf hin, daß diese Erkenntnisse noch lebendig waren in den ersten Jahrhunderten des Christentums, daß sie aber verloren gegangen sind, weil es immer weniger und weniger christliche Eingeweihte gegeben hat.

[ 13 ] We now ascend to even higher regions. There we encounter beings who can no longer be seen, but who can speak to human beings when they are ready to receive their message. The first teachers of Christian wisdom referred to them as Dynamis. These are beings who radiate far and wide as creative forces. In the next realm we find the Lordships, the Kyriotetes. Thus we have the hierarchy of these exalted beings, who resound throughout the three highest realms of Devachan. In Christian esotericism, there are indications that these insights were still alive in the first centuries of Christianity, but that they were lost because there were fewer and fewer Christian initiates.

[ 14 ] Auch in dem Reiche, das ich vorhin beschrieben habe, in dem Luftkreise des Devachan, finden sich Wesenheiten, deren Kleid aus dem Luftkreise des Devachan gewoben ist, die aber ganz entgegengesetzte Eigenschaften haben, wie wir Menschen sie besitzen. Es ist schwer zu beschreiben, welche Eigenschaften diese Wesenheiten besitzen, die im Luftkreise des Devachan leben. Wenn wir Men sehen uns Empfindungen zuschreiben, so müssen wir diesen Wesen zuschreiben, daß sie Empfindungen nicht empfangen, nicht entgegennehmen, sondern daß sie Empfindungen hinaustragen durch den Luftkreis. Es sind also Wesenheiten ganz anderer Art. Da, wo sie hinkommen, strahlen sie Kräfte der Empfindung aus, während bei uns Menschen die Empfindungen einströmen. Nur in dieser Weise kann ich beschreiben, was diese Wesenheiten charakterisiert. In der christlichen Esoterik wurde dies dadurch ausgedrückt, daß man diese Wesenheiten Erzengel nannte. Heute wird dieser Ausdruck nicht mehr verstanden. Er darf nicht auf physische Mächte bezogen werden, das wäre ein Aberglaube. Er muß auf devachanische Wesen bezogen werden, welche die Botschaft der Empfindung durch den Luftkreis des Devachan tragen und überall dasjenige verbreiten, was reinste Empfindung ist.

[ 14 ] Even in the realm I described earlier, in the air sphere of Devachan, there are beings whose garments are woven from the air sphere of Devachan, but who possess characteristics entirely opposite to those of us humans. It is difficult to describe the qualities possessed by these beings who live in the air sphere of Devachan. Just as we humans attribute sensations to ourselves, we must attribute to these beings not that they receive or accept sensations, but that they radiate sensations out through the air sphere. They are, therefore, beings of a completely different kind. Wherever they go, they radiate forces of sensation, whereas for us humans, sensations flow in. Only in this way can I describe what characterizes these beings. In Christian esotericism, this was expressed by calling these beings archangels. Today this term is no longer understood. It must not be applied to physical forces; that would be superstition. It must be applied to devachanic beings who carry the message of sensation through the air-circle of Devachan and spread everywhere that which is purest sensation.

[ 15 ] Der Ozean des Devachan ist vergleichbar einem rosenfarbenen Strom, der sich über alles ergießt. Er wird belebt von einer Reihe von Wesenheiten, welche man als Boten, als Angeloi bezeichnet. Diese tragen nicht die Empfindung, sie tragen das Leben durch die Reiche des Devachan, sie sind Lebensträger.

[ 15 ] The ocean of Devachan is like a rose-colored stream that flows over everything. It is animated by a host of beings known as messengers, or Angeloi. These do not carry sensation; they carry life through the realms of Devachan; they are bearers of life.

[ 16 ] Und das feste Reich, das Kontinentalreich des Devachan wird belebt und beseelt von den Wesenheiten, welche in der christlichen Esoterik Archai — auf deutsch Urkräfte — genannt werden. Das untere Reich des Devachan, das feste Reich, das Kontinentalreich, wird belebt von diesen Archai. Sie sind es, die das Leben in alles einhauchen.

[ 16 ] And the solid realm, the continental realm of Devachan, is animated and animated by the beings known in Christian esotericism as Archai—or, in German, Urkräfte. The lower realm of Devachan, the solid realm, the continental realm, is animated by these Archai. It is they who breathe life into everything.

[ 17 ] Dies sind die Wesenheiten, die in der christlichen Esoterik die Hierarchien der Archai, der Archangeloi und der Angeloi genannt werden. Diese Wesenheiten trifft der Mensch an, dessen devachanische Sinne geöffnet sind, aber es trifft sie auch jeder Mensch an, der gestorben ist und die Zustände der Zwischenzeit zwischen zwei Verkörperungen durchmacht. Ich habe schon darauf hingewiesen, daß der Mensch, wenn er seinen Körper abgelegt hat, eine Zeitlang in der astralen Welt zuzubringen hat. Ich werde noch darauf zurückkommen. Ich möchte jetzt nur sagen, was in diesem Lande sich vollzieht, wo der Mensch reif gemacht wird, das Devachan zu betreten. Alles, was der Mensch mitgebracht hat von der physischen Natur, das wird in der astralen Welt gereinigt von den Kamakräften. Auch das sogenannte Selbstgefühl löst sich in der astralen Welt langsam auf; es lösen sich alle die chaotischen Kräfte auf, wenn der Mensch das Devachan betreten soll.

[ 17 ] These are the beings referred to in Christian esotericism as the hierarchies of the Archai, the Archangeloi, and the Angeloi. These beings are encountered by those whose devachanic senses are open, but they are also encountered by every person who has died and is passing through the states of the interim period between two incarnations. I have already pointed out that when a person has shed their body, they must spend some time in the astral world. I will return to this later. For now, I would only like to describe what takes place in this realm, where the person is prepared to enter Devachan. Everything that a person has brought with them from the physical realm is purified of the forces of desire in the astral world. Even the so-called sense of self slowly dissolves in the astral world; all chaotic forces dissolve when a person is to enter Devachan.

[ 18 ] Ich nenne nun noch einmal die vier höheren Reiche des Astralreiches, die auch Sympathieschichten genannt werden. Sie sind erfüllt von feinem Astralstoff, von dem Stoff der Sympathie — im Gegensatz zu dem Stoff des Egoismus der unteren drei Stufen. Im vierten Reiche löst sich der Egoismus, das Selbstgefühl, im fünften Reiche löst sich der Sinnengenuß auf. Der Mensch lernt in diesem fünften Teile des Astralreiches, die Schönheit der Welt nicht deshalb zu bewundern, weil sie angenehm ist, sondern weil alles Ewige und Reine schön sein soll. Und im sechsten Astralreich lernt der Mensch kennen die tieferen Kräfte des Mitleids, des Wohlwollens, der Hingabe an die Welt. Im siebenten Reiche schmilzt alles Leben, das der Mensch aus den unteren Reichen mitgenommen hat, wie Schnee im Sonnenlicht. Und dann hat der Mensch die vier unteren Stufen des Devachan zu durchschreiten, die ich vorhin beschrieben habe. Eine große Bedeutung hat das Leben auf diesen vier Stufen.

[ 18 ] I will now once again mention the four higher realms of the astral realm, which are also called the layers of sympathy. They are filled with fine astral substance, the substance of sympathy—in contrast to the substance of egoism found in the lower three levels. In the fourth realm, egoism—the sense of self—dissolves; in the fifth realm, sensual pleasure dissolves. In this fifth part of the astral realm, the human being learns to admire the beauty of the world not because it is pleasant, but because everything eternal and pure is meant to be beautiful. And in the sixth astral realm, the human being comes to know the deeper forces of compassion, benevolence, and devotion to the world. In the seventh realm, all life that the human being has brought with them from the lower realms melts away like snow in the sunlight. And then the human being must pass through the four lower stages of Devachan, which I described earlier. Life on these four stages is of great significance.

[ 19 ] Ich habe gesagt, die Urkräfte, die Archai, sind in diesem ersten Reiche des Devachan zu finden. Mit diesen setzt sich der Mensch in Verbindung. Wir finden dort die entkörperten Seelen, neue Kräfte sammelnd für ihr späteres Leben. Was die Menschen zusammengehalten hat in Familienbanden, in Stammeszugehörigkeiten, in Volksverbänden, in Staatsverbänden, kurz alles, was mehr oder weniger auf Blutsverwandschaft des menschlichen Geschlechtes hindeutet, alles das wird in diesem Reiche der Urkräfte vergeistigt, damit der Mensch durch das, was er gelernt hat, geläutert wird und mit höheren Fähigkeiten begabt werden kann. Das Reich des Devachan hat für den Menschen den Sinn, daß das, was er während des Erdenlebens gelernt hat, als höhere Fähigkeit ausgebildet werden kann. Der Mensch soll in der physischen Welt Erfahrungen sammeln und diese sollen in Fähigkeiten umgewandelt werden. Wir sollen gebessert und gestärkt aus der Schule des Lebens hervorgehen.

[ 19 ] I have said that the primordial forces, the Archai, are to be found in this first realm of Devachan. It is with these that the human being comes into contact. There we find the disembodied souls, gathering new strength for their future lives. What has held people together in family ties, in tribal affiliations, in national associations, in state associations—in short, everything that more or less points to the blood kinship of the human race—all of this is spiritualized in this realm of the primordial forces, so that the human being may be purified through what he has learned and endowed with higher abilities. The purpose of the Devachan realm for human beings is that what they have learned during their earthly life can be developed into higher abilities. Human beings are meant to gather experiences in the physical world, and these are to be transformed into abilities. We are meant to emerge from the school of life improved and strengthened.

[ 20 ] Nun rückt der Mensch in die zweite Region des Devachan. Der Ozean des Devachan ist das Reich, welches das Verbindende ausmacht. Wie das Wasser die Länder verbindet, so verbindet im Devachan das fließende, rosenfarbene Wasser alles dasjenige, was im unteren Reiche Grenzen hat. Grenzen werden überall aufgerichtet, wo Familien-, Stammes-, Volks-, Staatsverbände vorhanden sind. Diese Abgrenzungen müssen sein, aber gleichzeitig muß die Zusammengehörigkeit, die Harmonie aller Wesen begründet werden. Die Wesen müssen sich zusammenfinden in dem Strom, der alles durchfließt. Wenn der Mensch eintritt in diesen Strom, der alles durchfließt, dann genießt er die Früchte dessen, was er gesät hat. Da wird jeder das finden, was ihn erhebt über die Schranken des Daseins; der Mensch wird gereinigt von dem, was dem Menschen innerhalb des irdischen Reiches an Grenzen anhaften muß. Er wird dahingeführt, sich neue Fähigkeiten zu erwerben. Es sind zwar nur Keime, aber die Blumen, welche daraus aufgehen, sind die Fähigkeiten, welche er sich bildet und in das neue Leben wieder mitbringt.

[ 20 ] Now the human being enters the second region of Devachan. The ocean of Devachan is the realm that constitutes the unifying force. Just as water connects the lands, so in Devachan the flowing, rose-colored water connects everything that has boundaries in the lower realm. Boundaries are established wherever family, tribal, national, and state associations exist. These boundaries must exist, but at the same time, the sense of belonging and the harmony of all beings must be established. Beings must come together in the stream that flows through everything. When a person enters this stream that flows through everything, they enjoy the fruits of what they have sown. There, everyone will find what elevates them above the barriers of existence; humanity is purified of what must cling to them as limitations within the earthly realm. They are led to acquire new abilities. Though these are merely seeds, the flowers that blossom from them are the abilities they cultivate and bring with them into the new life.

[ 21 ] Das dritte ist das, was ich als Luftkreis des Devachan beschrieben habe. Auch diesen Luftkreis betritt der Mensch zwischen zwei Verkörperungen. Da, wo innerhalb des Luftkreises das tiefe Seufzen der Natur wahrzunehmen ist, wo jeder Donner ein Evozieren von Schmerzen bedeutet, wo das Sonnenlicht dem entspricht, was wir ewige Wonne und Seligkeit nennen, da bildet sich dasjenige aus, was später bei der Wiederverkörperung als Sinn für Philanthropie, für edle Menschlichkeit entsteht. Hier entsteht tätige und verständige Hingabe, werktätige Liebe, und dies ist die Pflanze, welche hier vor allen Dingen gedeiht, die der Mensch in sich ausbildet. Hier wird der Mensch das, was er in der egoistischen Welt erlebt hat, in seinen Früchten anschauen. Hier wird er zum werktätigen Menschen, zu dem Menschen, der erst die Worte Humanität und Philanthropie im vollen Sinne des Wortes kennt.

[ 21 ] The third is what I have described as the air circle of Devachan. Man also enters this air circle between two incarnations. There, where within the air circle the deep sighing of nature can be perceived, where every clap of thunder signifies an evocation of pain, where the sunlight corresponds to what we call eternal bliss and beatitude—there takes shape that which later, upon reincarnation, emerges as a sense of philanthropy and noble humanity. Here active and intelligent devotion arises, working love, and this is the plant that flourishes here above all else, which the human being cultivates within themselves. Here the human being will behold in its fruits what they have experienced in the egoistic world. Here he becomes a person of active service, the person who first comes to know the words “humanity” and “philanthropy” in the full sense of the word.

[ 22 ] Dann kommt das vierte Reich [Akasha], das Reich des Tönens des ganzen Weltendaseins. Hier lernt der Mensch dasjenige erkennen, was im ganzen Weltendasein den Wesen und Dingen Form und Gestalt gibt. Hier lernt der Mensch erkennen, wie sich Ton zu Ton fügt zu einer Symphonie, wie Naturkraft zu Naturkraft sich fügt und sich verwandelt in «Werkzeuge». Hier lernt der Mensch die Wesen kennen, die entdecken und erfinden. Hier lernt er nicht nur erkennen, was die Kräfte als solche sind, sondern er lernt sie als lebendige Wesenheiten kennen. Hier durchdringt sich der Mensch mit der lebendigen, produktiven Schöpferkraft. Dasjenige, was hier an Äußerungen des menschlichen Daseins geschaffen wird, was geschaffen wird an menschlichen Einrichtungen, die den Menschenerdkreis lebendig machen und geeignet machen für das menschliche Leben, das lernt er erkennen, aber auch dasjenige, was in das Gebiet der höheren Künste gehört. In alldem leben Gesetze, welche im Akasha als lebende Wesen erfahren werden. Indem der Mensch in deren Glanz sich vertieft, vertieft er sich im vierten Reiche des Devachan in die Art und Weise, wie gewoben wird «am sausenden Webstuhl der Zeit». Das lernt er erkennen.

[ 22 ] Then comes the fourth realm [Akasha], the realm of the sound of all worldly existence. Here, human beings learn to recognize that which gives form and shape to beings and things throughout all worldly existence. Here, the human being learns to recognize how sound blends with sound to form a symphony, how natural force blends with natural force and transforms into “tools.” Here, the human being comes to know the beings who discover and invent. Here, they learn not only to recognize what the forces are as such, but they come to know them as living entities. Here, human beings become imbued with the living, productive creative power. They learn to recognize not only what is created here in terms of expressions of human existence—the human institutions that bring the human sphere to life and make it suitable for human life—but also that which belongs to the realm of the higher arts. In all of this, laws live that are experienced in the Akasha as living beings. As the human being immerses himself in their radiance, he immerses himself in the fourth realm of Devachan in the manner in which the fabric is woven “on the rushing loom of time.” He learns to recognize this.

[ 23 ] Das sind die vier Stufen, in denen der Mensch das, was er im irdischen Dasein vorbereitet hat, auslebt und zu neuen Fähigkeiten entfaltet. Damit ist ein wichtiger Moment für den Menschen eingetreten. Wenn er dieses vierte Reich durchlaufen hat, dann ist der Moment gekommen, wo er auf die andere Seite unseres Weltsystems versetzt wird, in das eigentliche Reich des Geistigen, in das Reich, wo von der anderen Seite her die Eindrücke geformt werden. Nur kurze Zeit kann das Menschenwesen dort zubringen; längere Zeit bleiben nur diejenigen, welche schon eine höhere Entwicklung erreicht haben. Die noch unentwickelten Menschenwesen haben nur einen Augenblick des Aufblitzens in diesem höheren Reiche, um dann wieder hinabzusteigen in die tieferen Gebiete und dort Erfahrungen zu sammeln, um, wenn sie wiederkehren, dann immer länger und länger dort zu verweilen. Wenn der Mensch dieses Reich wieder betritt, dann entwickeln sich die Fähigkeiten, die früher eingeschränkt waren durch die stoffliche Welt. Ich nenne es einen wichtigen Augenblick, weil das, was früher durch die Materie zusammengehalten war, vollständig abgelegt, entfernt wird. Was früher eng war, wird jetzt weit, was früher aneinander und ineinanderhaftend war, wird jetzt sich entfalten; es wird flüssig, der Mensch wird frei. Nicht mehr eingeengt sind die Fähigkeiten durch die Stofflichkeit. Man kann das nur vergleichen etwa mit einer Pflanze, welche nicht frei wachsen kann, sondern die wachsen muß zwischen Felsspalten und sich in der Form den Felsspalten anpassen muß; sie wächst empor, aber eingeengt von der Felsspalte. So ist es auch für die menschliche Seele. Nehmen Sie an, die Felsspalte wird weicher und weicher, so daß die Pflanze sich etwas mehr entfalten kann. Ist die Menschenseele eingetreten in das Akashareich: da ist absolute Gleichheit. Für denjenigen, dessen devachanisches Auge geöffnet ist, ist es wunderbar anzusehen, wie sich die Seele entfaltet beim Übergang aus dem Akashareich in die höheren Reiche des Devachan. Wir sehen sie als eine feine, ätherische Substanz inmitten einer ei- oder kugelförmigen, schwebenden Substanz. Hülle um Hülle legt sie ab. Die feine Hüllenfarbe des Akasha wird beseitigt, und die reine Wesenheit entfaltet sich, strahlend im neuen Licht, in einem Lichte, das mit irdischen Worten nicht zu beschreiben ist. Sie bekommt eine völlig freie Form. Jede Fähigkeit, die im irdischen Leben eingezwängt war und die selbst im unteren Devachanreiche nicht vollständig frei war, wird nun frei. Der Mensch wird frei nach allen Seiten. Er kann all seine Fähigkeiten zum vollen Wachstum bringen. Je mehr der Mensch an Fähigkeiten entwickelt, desto mehr «quillt er auf» und desto mehr nimmt er in die neue Verkörperung mit. Solange er da verweilen darf, macht er auch die Bekanntschaft mit den Meistern der Weisheit und des Mitleids. Das ist das Reich, wo er von den noch erhabeneren Wesenheiten entgegennehmen darf aus Gnade die Absichten, die dem Kosmos zugrundeliegen. Von hier aus weben sie das Kleid der Welt, das aus den Stoffen der unteren Devachanreiche, aus dem Astralreiche und dem Reiche der irdischen Substanzen gewoben wird. Dort oben sind die Absichten, die Grundlinien der kosmischen Entwicklung vorgezeichnet, und dort kann auch derjenige, der im Laufe der Entwicklung seine Fähigkeiten mehr ausgebildet hat, die Bekanntschaft machen mit der dreifachen Stufenfolge der Wesenheiten, die ich aufgezählt habe.

[ 23 ] These are the four stages in which a person lives out what they have prepared during their earthly existence and develops new abilities. This marks an important moment for the individual. Once they have passed through this fourth realm, the moment arrives when they are transported to the other side of our world system, into the true realm of the spiritual, into the realm where impressions are formed from the other side. Human beings can spend only a short time there; only those who have already attained a higher level of development remain for a longer period. The still undeveloped human beings have only a momentary glimpse of this higher realm before descending once more into the lower realms to gather experiences there, so that when they return, they may remain there for ever longer periods. When the human being re-enters this realm, the abilities that were previously restricted by the material world begin to develop. I call it a crucial moment because what was previously held together by matter is completely shed and removed. What was once narrow now becomes wide; what was once clinging to one another and intertwined now unfolds; it becomes fluid, and the human being becomes free. The abilities are no longer constrained by materiality. One can only compare this, for example, to a plant that cannot grow freely, but must grow between rock crevices and adapt its form to the crevices; it grows upward, but is constrained by the crevice. So it is also for the human soul. Suppose the crevice becomes softer and softer, so that the plant can unfold a little more. Once the human soul has entered the Akashic realm, there is absolute equality. For those whose devachanic eye is open, it is a marvel to behold how the soul unfolds during the transition from the Akashic realm to the higher realms of Devachan. We see it as a fine, ethereal substance within an egg- or sphere-shaped, floating substance. It sheds layer upon layer. The fine, ethereal color of the Akasha is shed, and the pure essence unfolds, radiant in a new light—a light that cannot be described in earthly terms. It takes on a completely free form. Every ability that was constrained in earthly life and was not fully free even in the lower Devachan realms is now set free. The human being becomes free in every respect. He can bring all his abilities to full growth. The more abilities the human being develops, the more he “swells” and the more he takes with him into the new incarnation. As long as he is permitted to remain there, he also makes the acquaintance of the Masters of Wisdom and Compassion. This is the realm where, by grace, they may receive from the even more exalted beings the intentions that underlie the cosmos. From here, they weave the garment of the world, which is woven from the fabrics of the lower Devachan realms, the astral realm, and the realm of earthly substances. Up there, the intentions—the basic lines of cosmic development—are mapped out, and there, too, those who have further developed their abilities in the course of evolution may become acquainted with the threefold hierarchy of beings I have enumerated.

[ 24 ] Er lernt in der ersten Sphäre des oberen Devachan von den Wesenheiten, die zu Exusiai aufgestiegen sind, die Wunderblume kennen, die hervorquillt aus den Keimen des Weltalls. Er lernt, wie sie wächst; er lernt die ewigen Kräfte des Universums kennen. Er trifft in dieser Sphäre die Wesen, welche die Kraft des Gedankens haben; er sieht, wie der Gedanke durch sie wirkt.

[ 24 ] In the first sphere of the upper Devachan, he learns from the beings who have ascended to the rank of Exusiai about the wondrous flower that springs forth from the seeds of the cosmos. He learns how it grows; he comes to know the eternal forces of the universe. In this sphere, he meets the beings who possess the power of thought; he sees how thought works through them.

[ 25 ] Die nächsthöhere Sphäre beherbergt die Wesenheiten der Dynamis. Sie haben nicht nur die Gedankenkraft, sondern auch die Quellkraft; sie sind die Wesen, welche gleichsam die Keime der Gedanken haben. Vergleichen Sie die Exusiai mit der Blume. Gehen Sie dann zu dem Samen, der jetzt durchsichtig, hell und klar ist, der aber außerdem die Kraft hat, zur Blume zu werden. Die geistige, spirituelle Kraft des ganzen Weltalls ist in den Händen der Dynamis. Kraftstrahlen heißen sie deshalb. So kann durch diese Wesenheiten der Gedankenkeim gebildet werden, und dann von der anderen Seite das ganze eingebildet werden in das Akasha, das der Ton des ganzen Weltgefüges ist. So wird dort geformt, wie Goethe es seinen Faust beschreiben läßt, dort, wo die Mütter sitzen, in Einsamkeit thronen und am glühenden Dreifuß arbeiten. Ich sagte schon, zu Plutarchs Zeiten nannte man dieses Reich ebenfalls das Reich der Mütter. Wenn Sie da über das Reich der Mütter bei Plutarch nachlesen, dann wird Ihnen über diese Erzählung ein ganz neuer Sinn aufgehen.

[ 25 ] The next higher sphere is home to the beings of the Dynamis. They possess not only the power of thought but also the power of the Source; they are the beings who, so to speak, possess the seeds of thought. Compare the Exusiai to a flower. Then turn to the seed, which is now transparent, bright, and clear, but which also possesses the power to become a flower. The spiritual power of the entire universe lies in the hands of the Dynamis. That is why they are called rays of power. Thus, through these beings, the seed of thought can be formed, and then, from the other side, the whole can be imprinted into the Akasha, which is the tone of the entire cosmic structure. Thus, as Goethe has his Faust describe it, things are formed there, where the Mothers sit, enthroned in solitude and working at the glowing tripod. I have already mentioned that in Plutarch’s time, this realm was also called the Realm of the Mothers. If you read about the Realm of the Mothers in Plutarch, this story will take on a whole new meaning for you.

[ 26 ] Im höchsten Reiche tönen die Wesenheiten, die wir Kyriotetes nennen. Nur die Höchstentwickelten können einen kurzen Einblick in dieses Reich gewinnen. Dort ist alles in Harmonie und Einheit; alles Sondersein ist verschwunden.

[ 26 ] In the highest realm, the beings we call Kyriotetes resound. Only the most highly evolved can gain a brief glimpse into this realm. There, everything is in harmony and unity; all sense of individuality has vanished.

[ 27 ] Die Exusiai, die Dynamis, die Kyriotetes, das sind die drei obersten Reiche, in denen des Menschen Fähigkeiten völlig frei werden, die Reiche, die wir in der Zwischenzeit zwischen zwei Verkörperungen betreten, um von dem, was auf der jenseitigen Seite liegt, Kräfte zu schöpfen für das Wirken in der diesseitigen Welt des

[ 27 ] The Exusiai, the Dynamis, and the Kyriotetes—these are the three highest realms in which human abilities become completely free, the realms we enter in the interval between two incarnations in order to draw strength from what lies on the other side for our work in the earthly world of

[ 28 ] Daseins. Was im diesseitigen Dasein vorgeht, was wir selbst tun und wirken, das ist die Welt der Ergebnisse, die Welt der Wirkungen. Die Welt der Ursachen liegt jenseits des Irdischen. Wenn wir

[ 28 ] Existence. What takes place in this earthly existence, what we ourselves do and bring about—that is the world of results, the world of effects. The world of causes lies beyond the earthly realm. When we

[ 29 ] zu einer neuen Verkörperung zurückkehren, dann strömt uns neue Kraft zum Dasein aus der Welt der Ursachen zu, und alles, was der Mensch in dieser Welt vollbringt, was in ihm aufleuchtet als sittliche Ideale, als Fähigkeiten zu schöpferischer Arbeit, als werktätige Menschenliebe, als Mitleid mit allen Wesen, was aufleuchtet zur Beherrschung der Naturkräfte in der Technik, das ruht im Verborgenen der menschlichen Seele; sie hat es sich mitgebracht aus dem Reiche des höheren Devachan, wo die Ursachen zu den diesseitigen Wirkungen sind.

[ 29 ] return to a new incarnation, then new strength for existence flows to us from the world of causes, and everything that a human being accomplishes in this world—what shines within them as moral ideals, as abilities for creative work, as active love for humanity, as compassion for all beings, what shines forth as the mastery of natural forces in technology—rests hidden within the human soul; it has brought it with itself from the realm of the higher Devachan, where the causes are the effects of this world.

[ 30 ] Wunderbar deutet das Goethe an in dem Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie, wo er von dem Flusse spricht — den wir vergleichen können mit dem Akashastrom — und das jenseitige Ufer den Garten der Blume, den Garten der schönen Lilie nennt. Von einer solchen Blume ist auch in den Mitteilungen des Hinduweisen die Rede. Sie ist die Kraft, die das ganze Devachan durchströmt. Aus dieser Blume wachsen Früchte, und die Früchte sind die Urbilder für diese Welt. Will der Mensch wirken, so muß er sich Kraft dazu holen, indem er in diesen Früchten Nahrung findet. Dann kommt der Mensch zur Entwicklung; er wird wirksam und kraftvoll.

[ 30 ] Goethe alludes to this beautifully in his fairy tale of the Green Snake and the Beautiful Lily, where he speaks of the river—which we can compare to the Akashic Stream—and calls the other shore the Garden of the Flower, the Garden of the Beautiful Lily. Such a flower is also mentioned in the Teachings of the Hindu Sage. It is the force that flows through the entire Devachan. Fruits grow from this flower, and these fruits are the archetypes for this world. If a person wishes to act, they must draw strength to do so by finding nourishment in these fruits. Then the person begins to develop; they become active and powerful.

[ 31 ] Wie ich gesagt habe, soll die Theosophie den Menschen nicht abziehen von der Welt. Sie will ihn nicht versetzen in ein Reich, in dem er schwach und matt wird für das irdische Dasein; das will sie nicht. Sie will etwas ganz anderes. Sie will ihn hinweisen auf ein Reich, in dem er sich Kraft und Fähigkeiten holt, um im irdischen Dasein kraftvoll und zu seinen Arbeiten fähig zu sein. Ein Mensch, der nicht weiß, was hinter und vor ihm liegt in der Entwicklung, der gleicht einem Blinden, der nur so dahintappt und nicht weiß, wohin er tappt und woran er stößt. Und einem Sehenden gleicht der Mensch, der seinen Weg vor- und rückwärts kennt.

[ 31 ] As I have said, Theosophy is not meant to withdraw people from the world. It does not seek to transport them to a realm where they become weak and listless in their earthly existence; that is not its aim. It seeks something entirely different. It seeks to point them toward a realm where they can draw strength and abilities to be vigorous in earthly life and capable of their work. A person who does not know what lies behind and ahead of them in their development is like a blind person who merely stumbles along, not knowing where they are going or what they are bumping into. And a person who knows their path both forward and backward is like one who can see.

[ 32 ] Die besonderen Wesenheiten, die wir noch antreffen, sollen der Gegenstand der nächsten Vorträge sein. Wir werden über das ganze Leben im Devachan, auch über einzelne Erlebnisse und über das Hereinwirken der devachanischen Welt in unsere Welt noch weiteres hören. Aus diesen einleitenden Vorträgen sollte hervorgehen, daß die Theosophie keine wirklichkeitsfremde, sondern eine wirklichkeitsfreundliche, eine schaffensfreudige Lehre ist, weil sie den Menschen nicht hinwegführt vom irdischen Dasein, sondern ihn ausstattet mit Kräften, die im irdischen Dasein zwar leben, aber im irdischen Dasein nicht sichtbar sind. Diese muß der Mensch erkennen, wenn er hinaufstrebt in die Reiche, die nicht zu betreten sind für denjenigen Menschen, der nur an der sinnlichen Welt hängt. Und allen dem geistigen Reiche feindlichen Naturen, all denen, die sagen, es sei nichts jenseits der sinnlichen Welt, denen wollen wir das Goethesche Wort entgegenrufen:

[ 32 ] The specific entities we will encounter next will be the subject of the upcoming lectures. We will hear more about life in Devachan as a whole, as well as about individual experiences and the influence of the Devachanic world on our own. These introductory lectures should make it clear that Theosophy is not a doctrine alien to reality, but rather one that is friendly to reality and full of creative joy, because it does not lead people away from earthly existence, but rather equips them with powers that, while living within earthly existence, are not visible within it. Human beings must recognize these powers as they strive upward into the realms that are inaccessible to those who cling solely to the sensory world. And to all those hostile to the spiritual realm, to all those who say there is nothing beyond the sensory world, we wish to call out Goethe’s words: “/p”

Nur immer zu! Wir wollen es ergründen:
In deinem Nichts hoff' ich das All zu finden.

Go right ahead! Let’s get to the bottom of it:
In your nothingness, I hope to find the universe.