On the Astral World and Devachan
GA 88
4 February 1904, Berlin
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
On the Astral World and Devachan, tr. SOL
8. Die Welt des Geistes oder Devachan II
8. The World of the Spirit, or Devachan II
[ 1 ] Wenn, verehrte Anwesende, die Vorstellungen, die die Theosophie zu erwecken sucht von der eigentlichen Geisteswelt, der sogenannten Devachanwelt, für etwas ganz Unwahrscheinliches gehalten werden, so darf demgegenüber erwidert werden, daß es durchaus nichts Neues und durchaus nichts Fremdes ist, wenn der Theosoph auf diese höhere Welt hindeutet, die außerhalb unserer Sinneswelt vorhanden ist. Ich möchte heute, um die Gedanken etwas weiter hineinzuführen in diese Devachanwelt, meine Ausführungen beginnen mit den Worten eines deutschen Denkers, der Ihnen allen wohlbekannt ist, der einen großen Einfluß gehabt hat auf seine Zeit, der es verstanden hat, von höheren Welten nicht etwa nur in träumerischer Weise zu sprechen, sondern der durch die Kraft und das Feuer seines Wortes in die Ereignisse seiner damaligen Gegenwart einzugreifen verstand: von Johann Gottlieb Fichte. Wir wissen alle, welche Kraft er aus der übersinnlichen Welt gesaugt hat, die seinen Mund in zündender Rede überfließen machte, mit der er die Jugend seiner Zeit begeisterte zu der Teilnahme an den damals notwendigen Ereignissen. Wir kennen die «Reden an die deutsche Nation», die eine Tat sind, die nicht einer traumhaften Welt angehört, sondern die der unmittelbaren Wirklichkeit angehört. Johann Gottlieb Fichte hat, als er in Berlin die Einleitungsvorlesungen in die Wissenschaftslehre hielt, diese reifste Frucht seines Forschens und Sinnens, vor seinen Studenten begonnen mit folgendem Satz:
[ 1 ] If, dear attendees, the ideas that Theosophy seeks to awaken regarding the actual spiritual world—the so-called Devachan world—are considered highly improbable, it may be replied that there is absolutely nothing new or strange about the Theosophist pointing to this higher world, which exists beyond our sensory realm. Today, in order to delve a little deeper into this Devachan world, I would like to begin my remarks with the words of a German thinker who is well known to all of you, who had a great influence on his time, who understood how to speak of higher worlds not merely in a dreamy manner, but who, through the power and fire of his words, knew how to intervene in the events of his own time: Johann Gottlieb Fichte. We all know what power he drew from the supersensible world, which made his mouth overflow with fiery speech, with which he inspired the youth of his time to participate in the events that were necessary at that time. We are familiar with the “Addresses to the German Nation,” which are an act that does not belong to a dreamlike world, but to immediate reality. When Johann Gottlieb Fichte delivered the introductory lectures on the Science of Knowledge in Berlin—the ripest fruit of his research and reflection—he began before his students with the following sentence:
[ 2 ] «Diese Lehre setzt voraus ein ganz neues inneres Sinnenwerkzeug, durch welches eine neue Welt gegeben wird, die für den gewöhnlichen Menschen gar nicht vorhanden ist. Dies ist nicht zu verstehen als etwa eine Übertreibung, rednerische Phrase, die nur gesagt wird, um viel zu fordern, mit dem stillen Bescheiden, daß weniger gewährt werden möge —, sondern es ist zu verstehen wörtlich, wie es heißt.»
[ 2 ] “This teaching presupposes an entirely new inner instrument of perception, through which a new world is revealed—one that does not even exist for the ordinary person. This is not to be understood as some kind of exaggeration or rhetorical phrase uttered merely to make great demands, with the quiet hope that less might be granted—but it is to be understood literally, just as it is stated.”
[ 3 ] Diese Anschauung über die übersinnliche Welt leitet Fichte — also in der Zeit, als man noch nicht an irgendeine theosophische Gesellschaft gedacht hat — mit den Worten ein, daß man es zu tun hat mit Kundgebungen eines Sinnenwerkzeuges, das bei dem gewöhnlichen Menschen nicht da ist. Nun führt er weiter aus:
[ 3 ] Fichte introduces this view of the supernatural world—at a time when no one had yet conceived of any theosophical society—by stating that we are dealing with manifestations of a sensory faculty that is absent in the ordinary person. He goes on to explain:
[ 4 ] «Denke man eine Welt von Blindgeborenen, denen darum allein die Dinge und ihre Verhältnisse bekannt sind, die durch den Sinn der Betastung existieren. Tretet unter diese und redet ihnen von Farben und den anderen Verhältnissen, die nur durch das Licht für das Sehen vorhanden sind. Entweder ihr redet ihnen von Nichts, ... oder sie wollen aus irgendeinem Grunde eurer Lehre doch einen Verstand geben: so können sie dieselbe nur verstehen von dem, was ihnen durch die Betastung bekannt ist.»
[ 4 ] “Imagine a world of people born blind, who therefore know only those things and their relationships that exist through the sense of touch. Go among them and speak to them of colors and the other conditions that exist only through light for sight. Either you are speaking to them of nothing, ... or, for some reason, they wish to make sense of your teaching: in that case, they can understand it only in terms of what is known to them through touch.”
[ 5 ] Ganz neue Zustände würden aber eintreten, wenn ein Blindgeborener durch Operation sehend würde. Der Vergleich ist richtig in bezug auf höheres Schauen. Was bei Fichte nicht zum Ausdruck kommt, ist, daß eigentlich jeder Mensch dieses Werkzeug hat und es nur zu entwickeln braucht. Nur guten Willens bedarf es, um die geistige Welt geoffenbart zu erhalten. Jeder geistig Blinde kann sehend gemacht werden. Das muß betont werden, damit es klar wird, daß die Geisteswelt jedem zugänglich ist, der sie aufsuchen will. Die Mitteilungen, welche darüber gemacht werden, sollen nur hindeuten auf dasjenige, was später gegeben werden soll.
[ 5 ] Entirely new circumstances would arise, however, if someone born blind were to regain their sight through surgery. The comparison is accurate in terms of higher vision. What Fichte does not express is that every human being actually possesses this tool and merely needs to develop it. All that is required is good will to have the spiritual world revealed to oneself. Anyone who is spiritually blind can be made to see. This must be emphasized so that it becomes clear that the spiritual world is accessible to anyone who wishes to seek it out. The communications made on this subject are intended only to point toward what is to be given later.
[ 6 ] Die erste Stufe ist, zunächst eine Beschreibung der geistigen Welt zu erhalten. Es ist, wie Theosophen wissen, ein Weg, zunächst durch Beschreibung einen Einblick in diese Welt zu erhalten. Wir haben es nicht zu tun mit einer Welt, die an irgendeinem anderen Ort des Kosmos liegt, sondern mit einer Welt, welche uns überall umgibt, welche überall um uns vorhanden ist. An jedem Punkte unserer Welt ist zugleich diese geistige Welt vorhanden. Es ist kein Wandern in eine andere Welt, wenn wir von der geistigen Welt oder von Devachan sprechen, sondern es ist ein Aufschließen der Organe, ein Erreichen eines anderen Zustandes. Man könnte einwenden, daß ein solcher Zustand beim Menschen etwas Außer ordentliches sei, daß man sich keine Vorstellung davon machen könne und daß nichts Ähnliches aufgewiesen werden könne im Leben des Menschen. Das ist nicht richtig; das übrige Leben fließt ruhig dahin, ohne daß ein so radikaler Umschwung eintritt. Tatsächlich aber findet ein solcher Übergang wie derjenige, welcher den mit den Sinnen wahrnehmenden Menschen zum Seher macht, für jeden Menschen einmal während seines Lebens statt, nur weiß man es nicht. Jeder, der hier sitzt, hat bereits eine ähnliche radikale Revolution seines Bewußtseins einmal durchgemacht während seines Lebens. Wir müssen nur das Leben nicht rechnen vom Erblicken der äußeren Welt an, sondern von dem, ersten Zustande des Keimes im Leibe der Mutter an. Wenn wir den Menschen betrachten vom ersten Zustande im Leibe der Mutter an, dann hat für jeden ein solcher Umschwung stattgefunden. Der Bewußtseinszustand des Menschenkeimes, sein Wahrnehmungsvermögen ist ganz anders als dasjenige des späteren Menschen. Wer das zu beobachten versteht, der weiß, was Wichtiges geschieht mit dem Menschen in den ersten Monaten des Daseins vor seiner Geburt, der weiß, daß sich das Anschauungsvermögen des Menschen schon [mit der Geburt] radikal geändert hat. Der Keim hat ein Wahrnehmungsvermögen, das sich wesentlich unterscheidet von dem Wahrnehmungsvermögen des Menschen, der das Licht der Welt erblickt und ein Wachbewußtsein hat. Der Menschenkeim nimmt nämlich in einer Art wahr, die wir als astrales Wahrnehmungsvermögen bezeichnen. Der Menschenkeim hat also eine astrale Wahrnehmung. Erst später bildet sich das äußere, wache Bewußtsein heraus. Vom astralen Leben zum wachen Bewußtseinsleben entwickelt sich der Mensch. Ein ähnlicher Umschwung, etwas wie eine neue Geburt, ist das Eröffnen des sogenannten devachanischen Sinnes, der dem Seher beschert wird, damit er eine neue Welt wahrnehme. Der Menschenkeim nimmt in der Tat die dunklen Strömungen in der astralen Welt wahr. Er nimmt wahr die in seiner Umwelt waltenden Gefühle. Das können Sie sehen an den Einflüssen der vorhandenen Verhältnisse auf den Embryo im Mutterleib. Dieser Umschwung, diese Umwandlung des astralen Bewußtseins des Keimes zum wachen, sinnlichen Bewußtsein tritt bei jedem Menschen einmal ein.
[ 6 ] The first step is to begin by obtaining a description of the spiritual world. As theosophists know, one way to gain insight into this world is through description. We are not dealing with a world located in some other part of the cosmos, but with a world that surrounds us everywhere, that is present all around us. At every point in our world, this spiritual world is simultaneously present. When we speak of the spiritual world or of Devachan, it is not a matter of journeying into another world, but rather of opening the senses, of attaining a different state. One might object that such a state is something extraordinary in human beings, that one cannot form a conception of it, and that nothing similar can be found in human life. That is not correct; the rest of life flows quietly on without such a radical upheaval occurring. In fact, however, a transition such as the one that transforms a person who perceives through the senses into a seer takes place for every human being once during their life; it is just that they are unaware of it. Everyone sitting here has already undergone a similar radical revolution of consciousness once in their life. We must simply not count life from the moment of perceiving the external world, but from the very first state of the embryo in the mother’s womb. If we consider the human being from the very first state in the mother’s womb, then such a transformation has taken place for everyone. The state of consciousness of the human embryo, its faculty of perception, is entirely different from that of the later human being. Whoever understands how to observe this knows what is happening to the human being in the first months of existence before birth; they know that the human being’s faculty of perception has already changed radically [at birth]. The embryo possesses a faculty of perception that differs significantly from that of the human being who sees the light of day and possesses waking consciousness. For the human embryo perceives in a manner that we describe as astral perception. The human embryo thus possesses astral perception. Only later does the outer, waking consciousness develop. The human being evolves from astral life to the life of waking consciousness. A similar transformation, something like a new birth, is the opening of the so-called devachanic sense, which is bestowed upon the seer so that he may perceive a new world. The human embryo does indeed perceive the dark currents in the astral world. It perceives the emotions prevailing in its environment. You can see this in the effects of existing conditions on the embryo in the womb. This transformation, this transition of the embryo’s astral consciousness into waking, sensory consciousness, occurs once in every human being.
[ 7 ] Es ist also diejenige Welt, in der wir leben, die uns erschlossen wird in dem neuen Bewußtseinszustande. Was wir wahrnehmen in dieser Welt, ist uns zunächst unverständlich; ganz stufenweise werden wir hingeführt zu dem Wahrnehmen in dieser Devachanoder Geisteswelt. Ebenso wie beim Kinde, wenn in den ersten Lebenstagen die Sinne sich eröffnen, so ist es mit dem Wahrnehmen im Devachan. Es eröffnet sich uns eine Welt, welche sich in — uns zunächst unverständlichen — Farbtönen glitzernd und in Folgen von verschiedensten Töne kundgibt. Zunächst weiß man diese Farben und Töne, die nicht unserer physischen Welt angehören, die sich wesentlich von den Farben und Tönen unserer physischen Welt unterscheiden, nicht zu deuten, bis man ihren Sinn und Zusammenhang kennengelernt hat in dieser geistigen Welt. Derjenige, der, sich selbst überlassen, in diese Welt eintritt, weiß sich dann oft nicht zu helfen. Es kommt manchmal vor, daß der devachanische Sinn bei einem Menschen plötzlich eröffnet wird; ein solcher Mensch treibt dann hilflos in dieser Welt des geistigen Daseins herum. Nur derjenige lernt den Sinn dieser Erscheinungen verstehen, der in diese Welt geführt wird von einem Menschen, der schon früher Seher war und der ihn methodisch einführen kann in diese geistige Welt. Er lernt dann, die Aufeinanderfolge der Töne und die Farben zu gliedern und sie zusammenzusetzen, so wie wir Konsonanten und Vokale zu einem sinnvollen Wort zusammensetzen. Wie Vokale und Konsonanten erscheinen uns die Töne und Farben der geistigen Welt, und wenn wir lernen, was die Vokale und was die Konsonanten bedeuten, erlangen wir die Möglichkeit, buchstabieren und lesen zu lernen. Wir lernen, daß sich eine bestimmte Art von Wesenheiten, welche hier in der geistigen Welt leben, mitteilt durch diese Farben- und Tonsprache. Das ist der Lehrgang, der dem Chela, dem Schüler, geboten wird, der diese höheren Welten zu betreten hat, um dieser höheren Wahrheiten teilhaftig zu werden. Wir lernen dann zu wissen, daß es nicht eine zufällige Kombination, eine zufällige Zusammenstellung der Erscheinung. von Farben, Tönen und Formen ist, sondern das, was uns da erscheint, ist der Ausdruck geistiger Wesenheiten, deren Sprache dies ist. Wenn wir die Buchstaben kennen und lesen gelernt haben, dann eröffnet sich uns eine ganz neue Welt.
[ 7 ] It is, therefore, the world in which we live that is revealed to us in this new state of consciousness. What we perceive in this world is at first incomprehensible to us; we are gradually led to perceive this Devachan or spiritual world. Just as with a child, when the senses open up in the first days of life, so it is with perception in Devachan. A world opens up to us that reveals itself in shimmering hues—initially incomprehensible to us—and in a succession of the most varied tones. At first, one does not know how to interpret these colors and tones, which do not belong to our physical world and differ significantly from the colors and tones of our physical world, until one has come to know their meaning and context in this spiritual world. Those who enter this world on their own often do not know how to cope. It sometimes happens that a person’s devachanic sense is suddenly opened; such a person then drifts helplessly about in this world of spiritual existence. Only those who are guided into this world by someone who was previously a seer—and who can methodically introduce them to this spiritual world—learn to understand the meaning of these phenomena. They then learn to structure the sequence of tones and colors and to combine them, just as we combine consonants and vowels into a meaningful word. The tones and colors of the spiritual world appear to us like vowels and consonants, and when we learn what the vowels and what the consonants signify, we gain the ability to learn to spell and read. We learn that a certain kind of being, living here in the spiritual world, communicates through this language of colors and sounds. This is the course of instruction offered to the chela, the disciple, who must enter these higher worlds in order to partake of these higher truths. We then come to understand that it is not a random combination, a haphazard arrangement of the appearance of colors, tones, and forms, but rather that what appears to us is the expression of spiritual beings for whom this is their language. Once we have learned the letters and how to read them, a whole new world opens up to us.
[ 8 ] Ich habe angedeutet, daß eine niederere Welt als die Devachanwelt unserer physischen Welt eingegliedert ist, die uns zuerst bekannt wird, das ist die astrale Welt. Sie verschmilzt dem Schüler zuweilen mit der Devachanwelt. In der ersten Zeit kann man nicht genau unterscheiden, was der Astral- und was der Devachanwelt angehört. Erst allmählich lernt man, sie zu unterscheiden. Heute möchte ich an einem Beispiel zeigen, wie man lernen kann, zu unterscheiden zwischen dem, was astral ist, und dem, was der Devachanwelt, der geistigen Welt, angehört, die unsere eigentliche Heimat ist.
[ 8 ] I have suggested that a world lower than the Devachan world is integrated into our physical world, the one we first become acquainted with—that is, the astral world. To the student, it sometimes merges with the Devachan world. At first, one cannot distinguish precisely what belongs to the astral world and what belongs to the Devachan world. Only gradually does one learn to distinguish between them. Today I would like to use an example to show how one can learn to distinguish between what is astral and what belongs to the Devachan world, the spiritual world, which is our true home.
[ 9 ] Der Mensch, wie er uns in der physischen Welt entgegentritt, ist nur ein Teil des Menschen. In Wahrheit ist der Mensch für den Sehenden ein Wesen, das noch ganz andere Seiten seines Daseins hat als die, welche dem physischen Auge erscheinen. Ich spreche von dem, was man als menschliche Aura bezeichnet. Die menschliche Aura ist etwas, was wesentlich zu dem ganzen Menschen gehört. Ich habe im achten Heft des «Lucifer» einleitend einen Teil dieser menschlichen Aura beschrieben. Sie ist etwas, was dem Seher ebenso erscheint, wie dem sinnlichen Auge des Menschen die gewöhnliche, physische Gestalt erscheint. Die physische Gestalt ist nur der mittlere Teil des Menschen, welcher sozusagen in einer Nebelwolke von ovaler Form ruht. Diese Nebelwolke, die Aura, gehört zum menschlichen Geistkörper geradeso wie zum physischen Menschen. Sie ist viel größer als der physische Mensch, im Durchschnitt vielleicht doppelt so lang und drei- bis viermal so breit. Was dem Seherauge als Fortsetzung des physischen Leibes erscheint, das sind Lichtbildungen und Farbenbildungen von der verschiedensten Art. Nicht in unbestimmten, mehr oder weniger in Farben gegliederten Wolken erscheint diese Aura des Menschen, dieser Lichtkörper, sondern er erscheint als eine Art Spiegelbild, als ein Abdruck dessen, was im Menschen vorgeht. Leidenschaften, Instinkte, Triebe des Menschen prägen sich in dieser Aura aus; alles, was wir inneres Leben nennen, prägt sich darin aus. Die Physik der Gegenwart müßte es eigentlich am allerbegreiflichsten finden, daß wir davon sprechen, denn was sagt der Physiker? Es gibt schwingende Bewegungen des Äthers; diese schwingende Bewegung verwandelt das, was draußen ist, in Farbe. - Ebenso ist es mit unserer inneren Welt. In uns sind vorhanden Triebe, Instinkte und Leidenschaften, die von jedem Menschen ausgehen, der vor uns steht, und wie das als Farbe vor uns erscheint, so erscheinen uns auch Vorstellung, Empfindung und Gefühl durch das geistige Auge umgesetzt als farbige Aura.
[ 9 ] The human being, as we encounter him in the physical world, is only a part of the human being. In truth, to the seer, the human being is a being who possesses aspects of his existence quite different from those that appear to the physical eye. I am speaking of what is called the human aura. The human aura is something that is an essential part of the whole human being. In the eighth issue of *Lucifer*, I described part of this human aura in the introduction. It is something that appears to the seer just as the ordinary, physical form appears to the human sensory eye. The physical form is only the middle part of the human being, which rests, so to speak, within an oval-shaped cloud of mist. This cloud of mist, the aura, belongs to the human spirit body just as much as to the physical human being. It is much larger than the physical human being, on average perhaps twice as long and three to four times as wide. What appears to the seer’s eye as a continuation of the physical body consists of light formations and color formations of the most varied kinds. This human aura, this body of light, does not appear as indefinite clouds more or less structured by colors, but rather as a kind of mirror image, as an imprint of what is taking place within the human being. Human passions, instincts, and drives are imprinted in this aura; everything we call inner life is imprinted in it. Contemporary physics should actually find it most understandable that we speak of this, for what does the physicist say? There are vibrating movements of the ether; this vibrating movement transforms what is outside into color. - It is the same with our inner world. Within us are present drives, instincts, and passions that emanate from every human being who stands before us, and just as this appears before us as color, so too do our thoughts, sensations, and feelings appear to us, translated through the spiritual eye as a colored aura.
[ 10 ] Wie die physische Welt dem physischen Auge als Farbe erscheint, so erscheint die geistige Welt dem geistigen Auge in einer wunderbaren Farbenpracht, nur auf höherem Gebiete. Dieses zeigt eine ungeheure Beweglichkeit der Farbe. Den Menschen sehen wir umgeben von einem ovalen Lichtkörper, in dem er schwimmt, und der sich nicht ruhend ausnimmt, sondern wie fließend, strömend, der ausstrahlt und in einer gewissen Entfernung vom Menschen sich verliert. Im Devachanraum, der fortwährend in Bewegung erscheint, hat der Mensch in sich eine Grundfarbe. Bleibende Stimmung des Menschen, auch bleibende Charaktereigentümlichkeiten verraten sich in der Aura durch eine bleibende Farbentönung, gebildet von Wolken, welche sie wellenförmig durchströmen. Wir sehen, wie wellenförmige Ströme von unten nach oben die Aura durchziehen, sie wie Blitze durchzucken, wie die Aura blaurote, braunrote und schöne bläuliche Farben durchziehen. Wir sehen die mannigfaltigsten und verschiedensten Farben, die sich ändern nach den verschiedenen Anlässen. Gehen Sie in die Kirche und beobachten Sie die Auren der Andächtigen. Sie werden da ganz andere Farbentöne finden als in einer Versammlung, in welcher politische Leidenschaften oder menschlicher Egoismus sich geltend machen. Die Seelenstimmungen, welche die täglichen Bedürfnisse bringen, werden Sie ausströmen sehen in Gebilden von ziegelroter und karminroter Farbe, manchmal werden Sie eine dunklere Farbennuance haben. Und wenn Sie in eine Kirche gehen und die Andächtigen beobachten, dann werden Sie die blaue, indigofarbene, violette und rosenrote Farbe spielen sehen. Und untersuchen Sie die Aura eines Menschen, der in der Gedankenwelt lebt, kontemplativ über wissenschaftliche Probleme nachdenkt, dann werden Sie innerhalb seiner Aura aufglänzen sehen die Gedankengebilde, die den von keiner Leidenschaft durchzuckten Gedanken in der Aura widerspiegeln.
[ 10 ] Just as the physical world appears to the physical eye as color, so the spiritual world appears to the spiritual eye in a wondrous display of color, only on a higher plane. This reveals an immense fluidity of color. We see human beings surrounded by an oval body of light in which they float, and which does not appear static but rather as if flowing, streaming, radiating, and dissipating at a certain distance from the person. In the Devachan realm, which appears to be in constant motion, the human being possesses a fundamental color within themselves. A person’s enduring mood, as well as enduring character traits, reveal themselves in the aura through a persistent color tone, formed by clouds that flow through it in waves. We see how wave-like currents flow through the aura from bottom to top, darting through it like flashes of lightning, how the aura is permeated by blue-red, brown-red, and beautiful bluish colors. We see the most manifold and varied colors, which change according to different occasions. Go to church and observe the auras of the worshippers. There you will find quite different color tones than in a gathering where political passions or human egoism assert themselves. You will see the moods of the soul, brought about by daily needs, radiating in formations of brick-red and carmine-red color; sometimes they will have a darker shade. And when you go into a church and observe the worshippers, you will see the blue, indigo, violet, and rose-red colors playing. And if you examine the aura of a person who lives in the world of thought, contemplating scientific problems, you will see shining within their aura the thought-forms that reflect thoughts untouched by any passion.
[ 11 ] Wenn wir lernen, was sich in der Aura zeigt, so lesen wir auf der einen Seite, was an Stimmungen und Temperament im Menschen lebt und was sich in seinem Bewußtsein abspielt; auf der anderen Seite sehen wir alle Vorstellungen, von den alleralltäglichsten bis zu den höchsten, geistigsten, bis zu den Gefühlen der Gottesverehrung und des erhabensten Mitleides sich in der Aura abspiegeln. Anfangs können wir nichts sondieren, aber wir lernen dies allmählich und bemerken, daß in der Aura zwei streng voneinander verschiedene Gebilde sind. Da sind zunächst wolkenartige Gebilde mit unbestimmten Umrissen, die mehr von der Hautperipherie einströmen. Diese wolkenartigen Gebilde lernen wir sondern von den Erscheinungen, die mehr von Herz, Brust, Kopf ausgehen und die einen strahlenden Charakter haben. Diese Ausstrahlungen gehen immer von einem inneren Mittelpunkt aus. Wir lernen also zu unterscheiden die wolkenartigen Gebilde von denen, die einen strahlenden Charakter haben. Das Wolkenartige, das von Braun ins Dunkelorange herüberspielt, das kommt aus der Körperlichkeit, aus der niederen Natur des Menschen, aus den Leidenschaften und Trieben. So unterscheiden wir in der Aura den geistigen Teil von dem niederen, dem astralen Teil. Wir lernen verstehen die häufigsten Farben. Die Aura der heutigen Europäer hat meist grüne Farben, die oft ins Gelbe übergehen. Dieses Grün stellt den eigentlichen Verstandesteil, den Bewußtseinsteil dar; es bringt also die Grundstimmung des Seelenlebens der heutigen Europäer zum Ausdruck. Bei einem Menschen, der in Trance ist, machen Sie die merkwürdige Wahrnehmung, daß alle grünen Töne aus der Aura verschwinden. Wer also die Aura wahrzunehmen versteht, der wird es nicht schwer haben, zu unterscheiden einen Simulanten von einem wirklich in Trance Befindlichen. Ebenso könnte ein Arzt, der in einer Klinik mit Hypnose experimentiert — wir betrachten das als etwas Nicht-Statthaftes, aber es geschieht doch manchmal —, ganz genau unterscheiden, ob ihn die Versuchsperson betrügt oder ob sie wirklich im Zustande der Trance oder der Hypnose ist, wenn er das Verschwinden der grünen Farbe in der Aura beobachten kann. Es verschwinden die Grüntöne in der Aura auch bei einem Menschen, der in Ohnmacht ist, und ebenso verschwinden sie immer in der Aura eines Schlafenden.
[ 11 ] When we learn to interpret what is revealed in the aura, we see, on the one hand, the moods and temperament that live within a person and what is taking place in their consciousness; on the other hand, we see all ideas—from the most mundane to the highest and most spiritual, right up to feelings of devotion to God and the most sublime compassion—reflected in the aura. At first we cannot discern anything, but we learn this gradually and notice that there are two strictly distinct formations within the aura. First, there are cloud-like formations with indefinite outlines that flow in more from the periphery of the skin. We learn to distinguish these cloud-like formations from the manifestations that emanate more from the heart, chest, and head and that have a radiant character. These radiations always emanate from an inner center. We thus learn to distinguish the cloud-like formations from those that have a radiant character. The cloud-like aspect, which shifts from brown to dark orange, comes from the physical, from the lower nature of the human being, from the passions and drives. Thus we distinguish in the aura the spiritual part from the lower, astral part. We learn to understand the most common colors. The aura of today’s Europeans usually has green hues that often transition into yellow. This green represents the actual intellectual aspect, the aspect of consciousness; it thus expresses the fundamental mood of the soul life of today’s Europeans. In a person who is in a trance, you make the curious observation that all green tones disappear from the aura. So anyone who knows how to perceive the aura will have no trouble distinguishing a pretender from someone who is truly in a trance. Likewise, a doctor experimenting with hypnosis in a clinic—we regard this as something impermissible, but it does happen sometimes—could distinguish quite precisely whether the test subject is deceiving him or whether they are truly in a state of trance or hypnosis, if he can observe the disappearance of the green color in the aura. The green tones in the aura also disappear in a person who has fainted, and they likewise always disappear in the aura of a sleeping person.
[ 12 ] Die Fähigkeit, die astrale Aura zu sehen, ist dasjenige, was sich beim Seher zuerst entwickelt. Verhältnismäßig sehr bald nimmt der Seher diese Kundgebung des Menschen wahr, und er lernt, die astrale Aura von der mentalen Aura zu unterscheiden. Die strahlende Aura ist aus der Devachanwelt; sie ist Geist und gehört zu dem, was über den Tod hinaus mit dem Menschen geht. Es ist das, was aus der wahren geistigen Heimat stammt. Was aus Bräunlichem ins Grünliche, in grünliche Töne herüberspielt, das gehört dem Vergänglichen an; der Mensch streift es ab mit der physischen Hülle oder im Kamaloka, um dann in die eigentliche geistige Welt einzugehen. Das ist eine höhere Art der Wahrnehmung, eine höhere Art von geistigem Sinn, wenn sich uns der Devachan-Sinn erschließt. Die devachanische Welt unterscheidet sich ganz wesentlich von der physischen Welt. Die physische Welt ist unbeweglich und tot, während die devachanische Welt von einer Vielgliedrigkeit und einer Leichtbeweglichkeit ohnegleichen ist. Es ist eine immer und immer in sich bewegliche Welt, die in einer fortwährenden Aktivität ist.
[ 12 ] The ability to see the astral aura is the first faculty to develop in the seer. Relatively soon, the seer perceives this manifestation of the human being and learns to distinguish the astral aura from the mental aura. The radiant aura comes from the Devachan world; it is spirit and belongs to that which goes with the human being beyond death. It is that which originates from the true spiritual home. That which shifts from brownish to greenish tones belongs to the transitory; the human being sheds it along with the physical body or in Kamaloka, to then enter the actual spiritual world. This is a higher form of perception, a higher form of spiritual sense, when the Devachan sense opens up to us. The Devachanic world differs quite fundamentally from the physical world. The physical world is immobile and dead, whereas the Devachanic world is characterized by a complexity and a lightness of movement without equal. It is a world that is constantly in motion within itself, existing in a state of perpetual activity.
[ 13 ] Nun muß der Schüler, der einer höheren Entwicklung zustrebt, lernen, sich innerhalb dieser Devachanwelt zurechtzufinden. Wenn wir in der physischen Welt wahrnehmen, so bleiben die Dinge, wie sie sind, und unsere Vorstellung richtet sich nach den Dingen. Der Tisch, der Stuhl, sie bleiben ruhig, sie richten sich nicht nach meinen Vorstellungen, sondern meine Vorstellung hat sich nach dem Tisch und dem Stuhl zu richten. So ist es nicht in der geistigen Welt. Im Devachan gibt es so ruhige Dinge nicht; und deshalb liegt eine ungeheure Verantwortung auf dem, der das Devachan bewußt betritt. Wir müssen uns klar darüber sein, daß jeder Gedanke, der unser Gehirn durchzuckt, ein wirklicher, realer Vorgang in der Devachanwelt ist. Der Gedanke in der äußeren, physischen Welt ist nur ein Schattenbild der Wirklichkeit gegenüber dem Gedanken im Devachan. Der wirkliche Gedanke lebt nicht in unserem Gehirn. Er ist nicht ein Schattenbild, ein Reflexbild, das in unserem Bewußtsein auftritt, sondern er ist eine Wesenheit, die im Devachan lebt. In Wahrheit sind unsere Gedanken Wesenheiten, die der geistigen Welt angehören. Fassen Sie einen Gedanken, so bewirken Sie eine Veränderung in der Devachanwelt. Um dies deutlich zu machen, möchte ich Ihnen an einem Beispiel zeigen, was in der Devachanwelt geschieht, wenn Sie einen Gedanken fassen. Derjenige, welchem der devachanische Sinn erschlossen ist, sieht nicht nur Schattenbilder der Gedanken, sondern er sieht das Wesen derselben als einen wirklichen Gegenstand. Denken Sie sich, Sie hegen irgendeinen Gedanken, einen Gedanken, der sich auf einen anderen Menschen bezieht. Der Gedanke wird für den Seher sichtbar, der Gedanke strahlt aus wie eine Lichtwelle, die von einer Lichtquelle ausgeht; und wie die Flamme das Licht nach allen Seiten ausstrahlt, so strahlt die denkende Wesenheit des Menschen nach allen Seiten aus. Und wie Licht in der physischen Welt sich verbreitet, so verbreiten sich die Gedankenstrahlen in der Devachanwelt, so daß wir in der Tat sehen können, wie von jedem Menschen die Gedanken ausstrahlen. Daher werden Sie auch verstehen, daß der Christus mit einer Strahlenkrone dargestellt wird. Das ist nicht irgend etwas Phantastisches, sondern es entspricht in bezug auf das höhere Schauen einer Wahrnehmung.
[ 13 ] Now the student who strives for higher development must learn to find his way within this Devachan world. When we perceive things in the physical world, they remain as they are, and our perception adapts to them. The table, the chair—they remain still; they do not conform to my perceptions, but rather my perception must conform to the table and the chair. It is not so in the spiritual world. In Devachan, there are no such static things; and therefore a tremendous responsibility rests upon the one who consciously enters Devachan. We must be clear that every thought that flashes through our brain is a real, actual process in the Devachan world. The thought in the outer, physical world is merely a shadow of reality compared to the thought in Devachan. The real thought does not live in our brain. It is not a shadow, a reflection that appears in our consciousness, but rather a being that lives in Devachan. In truth, our thoughts are beings that belong to the spiritual world. When you form a thought, you bring about a change in the Devachan world. To make this clear, I would like to show you, using an example, what happens in the Devachan world when you form a thought. The person to whom the Devachan sense is open sees not only shadows of thoughts, but sees the essence of the thought itself as a real object. Imagine that you are harboring a thought, a thought that relates to another person. The thought becomes visible to the seer; the thought radiates like a light wave emanating from a source of light; and just as a flame radiates light in all directions, so does the thinking entity of the human being radiate in all directions. And just as light spreads in the physical world, so do the rays of thought spread in the Devachan world, so that we can indeed see how thoughts radiate from every human being. Therefore, you will also understand why Christ is depicted with a crown of rays. This is not some fantastical notion, but rather corresponds to a perception in the realm of higher vision.
[ 14 ] Wenn die Gedanken ausstrahlen, so sind sie zunächst im Raume, und sie verbreiten sich im Raume, so wie das Licht ausstrahlt und sich im Raume verbreitet. Nehmen wir einen bestimmten Gedanken; wenn dieser in der Weise gefaßt wird, daß er nur auf Sie eingestellt ist, daß er nur Sie angeht, dann strahlt er das auch so aus. Bezieht er sich aber auf einen anderen Menschen, dann nimmt er sich im Devachan so aus, wie wenn das Licht auf einen Gegenstand trifft und von ihm zurückgeworfen wird; und wie ein Gegenstand beleuchtet erscheint vom Licht, so erscheint der Betreffende von der Gedankenwelt beleuchtet. Wenn jemand einen Gedanken ausstrahlt, der sich auf einen anderen Menschen bezieht — nehmen wir an, zum Beispiel den Wunsch, daß der andere Mensch gesund werde —, dann können wir diesen Gedanken ausstrahlen sehen, so wie wir das Licht nach allen Seiten sich verbreiten sehen. Aber dieser Gedanke, der sich auf einen bestimmten Menschen bezieht, strömt nicht einfach so durch den Devachanraum, sondern er sucht sich im nächsten Umfeld des Menschen zu realisieren, zu verwirklichen. Dieser Gedanke strömt dann zu dem Menschen hin, auf den er sich bezieht. Das sind Vorgänge, wie Sie sie in der Devachanwelt wahrnehmen können. Sie können wahrnehmen, wie erhabene Gedanken des Menschen aufgefangen werden im Devachanraum und sich zu einer Art Blumengebilde formen, zu schönen geometrischen Figuren, wie sie im Irdischen nicht vorhanden sind. Obgleich es phantastisch erscheint, ist das alles wahre Wirklichkeit für die, welche im Devachan beobachten können. Wer lernt, sich im Devachan zu bewegen, der lernt, in bewußter Weise seine Gedanken auszusenden und sich bewußt zu werden der Ernte, die er haben wird durch diese Gedanken. Er lernt, daß jeder Gedanke im Devachan eine Tatsache ist, und er bemüht sich, mit seinen Gedanken nur günstige Wirkungen hervorzubringen. Der Uneingeweihte sendet seine Gedanken blindlings in das Devachan hinein, während der Eingeweihte lernt, den Gedanken Form zu geben. Das ist es, was sich dem Schüler nach und nach ergibt.
[ 14 ] When thoughts radiate, they are first present in space, and they spread throughout space, just as light radiates and spreads throughout space. Let us take a specific thought; if it is conceived in such a way that it is directed solely at you, that it concerns only you, then it radiates accordingly. But if it relates to another person, then in Devachan it appears as if light were striking an object and being reflected back from it; and just as an object illuminated by light appears illuminated, so does the person in question appear illuminated by the world of thought. When someone radiates a thought that relates to another person—let us assume, for example, the wish that the other person may recover—then we can see this thought radiating out, just as we see light spreading in all directions. But this thought, which relates to a specific person, does not simply flow through the Devachan space; rather, it seeks to realize itself in the person’s immediate surroundings. This thought then flows toward the person to whom it relates. These are processes that you can perceive in the Devachan world. You can perceive how a person’s sublime thoughts are caught up in the Devachan space and form into a kind of floral structure, into beautiful geometric figures such as do not exist on Earth. Although it may seem fantastical, all of this is true reality for those who can observe in Devachan. Whoever learns to move in Devachan learns to consciously send out their thoughts and to become aware of the harvest they will reap through these thoughts. They learn that every thought in Devachan is a fact, and they strive to produce only beneficial effects with their thoughts. The uninitiated send their thoughts blindly into Devachan, while the initiate learns to give form to thought. This is what gradually becomes clear to the student.
[ 15 ] Ich möchte noch auf etwas besonders aufmerksam machen. Ich habe das letzte Mal davon gesprochen, daß im Devachan gleichsam zwei Abteilungen zu beobachten sind. Zunächst eine untere Abteilung, das Rupa-Devachan, das ist die Welt des devachanischen Kontinents, das devachanische Meer und die devachanische Atmosphäre; diese sind im Grunde genommen durch und durch von Empfindung durchdrungen. Dann beschrieb ich den Akashastoff, den reinen Ätherstoff des Devachan. Das alles sind die niederen Gebiete des Devachan. Dann kommen die drei höheren Gebiete des Arupa-Devachan. In diesen höheren Gebieten halten sich höchste geistige Wesenheiten auf: die Dhyani-Chohans, die Planetengeister, und so weiter. Zu diesen hohen geistigen Wesenheiten gehören auch diejenigen, die wir als Mahatmas, als die geistigen Führer der Menschheit kennen. Diese haben eine so hohe Stufe der Entwicklung erreicht, daß sie die übrige Menschheit belehren und ihr die großen Wahrheiten des Daseins überliefern können. Dem Menschen, welchem der devachanische Sinn erschlossen ist, der imstande ist, im Devachan zu beobachten, dem erschließt sich auch der Verkehr mit diesen vorgeschrittenen Menschenbrüdern. Er lernt die Sprache verstehen, in der diese miteinander verkehren, und er lernt auch, mit ihnen zu sprechen. Ihm obliegt dann, diese so empfangenen Mitteilungen umzusetzen in die alltägliche Sprache. Eine solche in alltägliche Sprache umgesetzte Lehre ist das, was wir als theosophische Wahrheiten verkündigen. Ursprünglich von hochentwickelten Menschenbrüdern ausgehend, herunterströmend aus höchsten geistigen Welten, wurden uns diese von einzelnen geeigneten Persönlichkeiten übermittelt. Nachdem wir aber «lesen« gelernt haben, verstehen wir die urewigen Geheimnisse des Weltendaseins. Um sie umsetzen zu können in die gewöhnliche Sprache des alltäglichen Lebens, müssen wir lernen, aufzuschauen zu diesen hohen Geistern, zu den Meistern, die wir in der Theosophie Mahatmas nennen.
[ 15 ] I would like to draw your attention to something in particular. Last time I mentioned that there are, as it were, two divisions to be observed in Devachan. First, a lower division, the Rupa-Devachan, which is the world of the Devachanic continent, the Devachanic sea, and the Devachanic atmosphere; these are, in essence, thoroughly permeated by sensation. Then I described the Akashic substance, the pure etheric substance of Devachan. All of these constitute the lower regions of Devachan. Then come the three higher regions of the Arupa-Devachan. In these higher regions dwell the highest spiritual beings: the Dhyani-Chohans, the planetary spirits, and so on. Among these high spiritual beings are also those we know as Mahatmas, the spiritual guides of humanity. They have attained such a high stage of development that they can instruct the rest of humanity and impart to it the great truths of existence. To the person whose Devachanic sense is open, who is capable of observing in Devachan, communication with these advanced human brothers also becomes possible. He learns to understand the language in which they communicate with one another, and he also learns to speak with them. It then falls to him to translate these messages, received in this way, into everyday language. Such a teaching, translated into everyday language, is what we proclaim as theosophical truths. Originating from highly evolved human brothers, flowing down from the highest spiritual worlds, these were conveyed to us by individual suitable personalities. But now that we have learned to “read,” we understand the age-old mysteries of the world’s existence. In order to translate them into the ordinary language of everyday life, we must learn to look up to these high spirits, to the Masters whom we call Mahatmas in Theosophy.
[ 16 ] Es ist von besonderem Interesse zu beobachten, wie sich der Chela zu diesen Meistern in der Devachanwelt verhält. Ich habe bereits beschrieben, wie der Gedanke im Devachan wirkt, wie er ausströmt, um seiner Bestimmung zuzueilen. Das ist nicht oder nicht in gleicher Weise der Fall bei den Gedanken, die der Chela verehrungsvoll zu den Meistern oder Mahatmas hinaufsendet, um sie um Aufschlüsse zu fragen über tiefere Wahrheiten. Derjenige Gedanke, den der Chela zu den geistigen Führern hinaufsendet, macht noch einen ganz besonderen, von den übrigen Gedanken sich unterscheidenden Weg. Es ist so, als ob dieser Gedanke nicht voll hinaufströmte zu dem Ziel, an das er sich wendet. Dieser Gedanke, dieser Ruf um Aufschluß über die höheren Welten, strömt zunächst bis in das Gebiet, das ich als Akashagebiet bezeichnet habe. Dann kehrt der Gedanke wieder zu dem Schüler zurück, aber nicht so, wie er hinaufgestiegen ist, sondern bereichert, durchströmt und durchglüht von dem, was von dem Meister ausgeht. So ist es zu verstehen, wenn immer betont wird, daß der Meister das höhere Selbst des Menschen ist. In gewisser Beziehung sprechen unsere eigenen Gedanken wieder zu uns, wenn wir mit diesen höherentwickelten Menschengeistern in Verkehr treten. Nichts Fremdartiges soll in uns hineingetragen werden; nicht zu Sklaven wollen die Meister uns machen, nicht einmal zu Sklaven im Geiste. Die Meister schicken uns daher nicht ihre, sondern unsere eigenen Gedanken, auf daß wir erkennen, daß es die Substanz ist, die wir selbst ausgeströmt haben. Das sind einzelne Vorgänge, die derjenige erfährt, der in der Lage ist, sich als Verkörperter zwischen Geburt und Tod innerhalb des Devachan zu bewegen, dessen Sinn für das Devachan schon hier in der Körperlichkeit erschlossen ist, der den Geist herausheben kann aus der Schale der Körperlichkeit.
[ 16 ] It is of particular interest to observe how the Chela relates to these Masters in the Devachan world. I have already described how thought functions in Devachan, how it flows out to hasten toward its destiny. This is not the case, or at least not in the same way, with the thoughts that the chela reverently sends up to the Masters or Mahatmas to ask them for insights into deeper truths. The thought that the chela sends up to the spiritual guides takes a very special path, distinct from that of other thoughts. It is as if this thought does not flow fully upward to the destination to which it is directed. This thought, this call for insight into the higher worlds, first flows into the region I have referred to as the Akashic realm. Then the thought returns to the disciple, but not as it ascended, rather enriched, permeated, and infused with what emanates from the Master. This is what is meant when it is always emphasized that the Master is the higher Self of the human being. In a certain sense, our own thoughts speak to us again when we enter into communion with these higher-developed human spirits. Nothing foreign is to be brought into us; the Masters do not wish to make us slaves, not even slaves in spirit. The Masters therefore send us not their own thoughts, but our own, so that we may recognize that it is the substance we ourselves have radiated. These are individual processes experienced by those who, as incarnated beings, are able to move within Devachan between birth and death; whose sense of Devachan is already open here in the physical realm; who can lift the spirit out of the shell of physicality.
[ 17 ] In der Devachanwelt finden wir auch niederere Wesenheiten in großer Anzahl, die dort als reguläre Bewohner vorhanden sind: das sind die zeitweilig Entkörperten, diejenigen also, welche zwischen zwei Verkörperungen stehen. Zwischen zwei Verkörperungen bringen die Menschen eine lange Zeit im Devachan zu.
[ 17 ] In the Devachan world, we also find a large number of lower beings who are regular inhabitants there: these are the temporarily disembodied, that is, those who are between two incarnations. Between two incarnations, human beings spend a long time in Devachan.
[ 18 ] Habe ich Ihnen heute die Erlebnisse geschildert, welche derjenige im Devachan durchmachen kann, der im Körper ist, so möchte ich Ihnen das nächste Mal schildern, was derjenige durchmacht, der entkörpert im Devachan ist, also den Verlauf des Aufenthaltes im Devachan zwischen zwei Leben. Das wird uns das Bild wesentlich ergänzen; und wenn Sie dieses Bild dann dem heutigen hinzufügen, so werden Sie die Möglichkeit haben, diese Welt des Devachan in einer klareren Vorstellung zu erfassen. Sie werden manches verstehen, was Eingeweihte sagen, ohne daß es im gewöhnlichen Tagesgebrauch oder in unserer Literatur als das ausgesprochen wird, was es eigentlich ist. Eingeweihte haben bis ins 19. Jahrhundert hinein immer nur in Andeutungen gesprochen. Die Andeutungen sind immer verständlich gewesen für diejenigen, deren Sinn erschlossen war. Für denjenigen, der die Welt der Ursachen kennt, für den wird das Wort eines Eingeweihten, der gewöhnlich nicht als ein solcher genommen wird - Goethe —, richtig verstehen. Goethe hat selbst gesagt, daß er in den zweiten Teil seines «Faust» manches hineingeheimnißt hat, das nur der Eingeweihte verstehen kann. Und er hat in mystischklarer Sprache darauf hingedeutet, was für ihn das Irdische, das Sinnlich-Wahrnehmbare ist: daß es hindeutet auf eine höhere Welt, deren Ausdruck es ist. Wenn wir das richtig verstehen, dann werden wir wissen, daß Goethe als Eingeweihter höheres Wissen aus übersinnlicher Welt sog, und dann verstehen wir, was er sagen wollte mit den Worten:
[ 18 ] Today I have described to you the experiences that a person in the Devachan may undergo while still in the body; next time I would like to describe to you what a person undergoes in the Devachan when disembodied—that is, the course of the stay in the Devachan between two lives. This will significantly complete the picture for us; and when you then add this picture to today’s, you will be able to grasp the world of Devachan with a clearer understanding. You will understand many things that initiates say, even though they are not expressed in everyday language or in our literature as what they actually are. Up until the 19th century, initiates spoke only in hints. These hints have always been understandable to those whose minds were open to them. For those who know the world of causes, the words of an initiate—who is not usually recognized as such—Goethe—will be properly understood. Goethe himself said that he had woven into the second part of his *Faust* many things that only the initiate can understand. And he has pointed out in mystically clear language what the earthly, the sensually perceptible, is for him: that it points to a higher world, of which it is an expression. If we understand this correctly, then we will know that Goethe, as an initiate, drew higher knowledge from the supersensible world, and then we will understand what he meant by the words: “/p”
Alles Vergängliche
Ist nur ein Gleichnis;
Das Unzulängliche,
Hier wird's Ereignis;
Das Unbeschreibliche,
Hier ist's getan.
All that is fleeting
Is but a parable;
The inadequate,
Here becomes an event;
The indescribable,
Here is accomplished.
[ 19 ] Die theosophische Bewegung will das, was viele für «unbeschreiblich» gehalten haben, nach und nach beschreiben.
[ 19 ] The Theosophical Movement aims to gradually describe what many have considered “indescribable.”
