Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis I
Theosophie, Christologie und Mythologie
GA 90a
11 July 1904, Berlin
44. Moderne Bibelforschung
[ 1 ] Meine lieben theosophischen Freunde! Die theosophische Bewegung will keine Sekte in die Welt setzen, sie will keine sektiererische Bewegung sein, sie will nicht irgendein neues religiöses System stiften, sie will auch nicht irgendjemanden auf ganz bestimmte Dogmen oder Lehrsätze verpflichten, sie will nicht einmal jemanden veranlassen, an solche Lehrsätze zu glauben. Alle Lehren, die wir verbreiten, die wir vertreten, sind nur das Mittel, um das Leben selbst zu vertiefen.
[ 2 ] Es sind ja viele Irrtümer über die theosophische Bewegung verbreitet. Man glaubt, die Theosophie sei eine Lehre, ein Dogmensystem, eine Philosophie, eine Religion, und aufgrund solcher Anschauungen glaubt mancher, er werde seiner Weltanschauung entfremdet, wenn er sich der Theosophie widmet. Dies ist nicht der Fall, und dies liegt nicht in dem Plane derjenigen, die die theosophische Bewegung ins Leben gerufen haben. Im Gegenteil, die theosophische Bewegung soll eine solche sein, die es ermöglicht, dasjenige, was man im Leben Wissenschaft, Religion nennt - in die man je nach den Verhältnissen hineingeboren ist und die man als die Seinige anerkennt -, erst recht zum vollen Verständnis zu bringen. Genauso wie wir die Erscheinungen der Natur überblicken und diese nur verstehen lernen durch ein tieferes Eingehen auf diese Erscheinungen, so lernen wir auch die Erscheinungen des Menschenlebens nur durch ein vertieftes Eingehen darauf kennen. Die verschiedenen Religionssysteme, die verschiedenen wissenschaftlichen Systeme und auch die verschiedenen philosophischen Weltanschauungen sind Erscheinungen des menschlichen Geisteslebens. Sie zeigen dem Menschen ihre Außenseite. Die theosophische Bewegung will die Menschen tiefer in das Wesen der eigentlichen geistigen Erscheinungen hineinführen. Deshalb soll niemand glauben, dass er seinem religiösen Bekenntnis oder seiner wissenschaftlichen Überzeugung entfremdet zu werden braucht, wenn er Theosoph wird. Unsere theosophische Gesellschaft ist auch in Indien verbreitet, und die indischen Brahmanen haben gefunden, dass die alte Tiefe ihrer eigenen uralten Weisheit ihnen wiedergebracht worden ist durch die theosophische Bewegung. Auf dem Religionskongress in Chicago hat der indische Brahmane Chakravarti hervorgehoben, dass auch sein Volk, wie die anderen Völker, in Äußerlichkeiten, in Materialismus verfallen war, abgekommen war von der hohen spirituellen Weltanschauung, die von den alten Rishis herstammt, und dass die theosophische Bewegung durch Vertiefung in diese uralten Weisheiten dem indischen Volk wieder gelehrt hat, welche unendliche Tiefe sich offenbart, wenn man das Hindu-System oder das buddhistische Religionssystem in ihrem wahren Wesenskern und nicht bloß von ihrer Außenseite her versteht.
[ 3 ] Ebenso können wir tiefer und immer tiefer dringen in jenes gewaltige Weltanschauungssystem, welches wir als das althebräische System kennen, als das der alten Juden. Ich möchte sagen, dass uns nur in gebrochenen Strahlen diese Weisheit im Alten Testament aufgeschrieben ist. Aber das Alte Testament enthüllt sich dennoch demjenigen, der sich in dasselbe mit theosophischem Verständnis vertieft, als eine Weisheit von außerordentlicher Tiefe.
[ 4 ] Vor allen Dingen möchte ich hervorheben, dass auch das Christentum, die christliche Weltanschauung selbst, eine Vertiefung, ein volles Verständnis erfahren kann durch die theosophische Methode, durch das theosophische Leben. Dieses Christentum, das durch Jahrhunderte hindurch dasjenige gewesen ist, was unzähligen Menschen die Wege zu ihrem höchsten Ziele gezeigt hat, dieses Christentum, das heute noch immer für unzählige Menschen das ist, was sie im Leben suchen, was sie im Tode tröstet, dieses Christentum verstehen wir gewiss auch, wenn wir es so kennenlernen, wie es uns dargeboten wird durch die verschiedenen Mittel der verschiedenen Kirchen. Aber, meine lieben theosophischen Freunde, das Christentum ist etwas, in das man sich vertiefen kann und immer mehr vertiefen kann, und jeder Grad von Vertiefung bringt uns immer auch aus dem Christentum selbst heraus Lehren von unendlich tiefer Art. Es gibt keinen Grad von Vertiefung, der uns nicht immer Neues heraufbrächte aus den Schichten, aus denen die größte christliche Weisheit
[ 5 ] quillt. So braucht vor allen Dingen niemand seinem Christentum entfremdet zu werden, wenn er Theosoph wird. Heute ist für denjenigen, welcher durch die moderne Wissenschaft - durch das naturwissenschaftliche Streben der Gegenwart und auch durch die Kritik, welche die theologische Wissenschaft selbst an diesem Christentum geübt hat - irre werden konnte an dem Christentum, heute ist für ihn der Weg, die christlichen Wahrheiten wieder zu verstehen, einzig und allein der theosophische.
[ 6 ] Wenn wir zurückblicken in das Mittelalter - niemand kann das Mittelalter wieder heraufbeschwören -, aber wenn wir es psychologisch, aber nicht äußerlich wie die heutige Psychologie, betrachten, dann werden wir sehen, was durch die Seelen der Menschen damals hindurchgegangen ist, dann begreifen wir, welcher Zug von Spiritualität damals durch die Seelen der Menschen hindurchgegangen ist, dann begreifen wir, dass sie nicht christliche Dogmen hatten, sondern dass sie mehr oder weniger spürten, was durch die christlichen Mystiker zum Ausdruck gekommen ist - sie spürten etwas von dem Aufglimmen des Christus-Wesens, wie es in dem Spruch von Angelus Silesius zum Ausdruck kommt: «Und wäre Christus tausendmal zu Bethlehem geboren und nicht in dir, du wärest ewiglich verloren.» — Ebenso ist es bei Meister Eckhart, wenn er fordert, dass der Mensch das Wesen des Christus in sich erlebt haben soll, denn dann erst könne er verstehen, was das Ereignis in Palästina wirklich bedeutet.
[ 7 ] Nun haben die Menschen durch Jahrhunderte hindurch ihre gefühls- und empfindungsmäßige und auch ihre spirituelle Anleitung zum Erleben des christlichen Wesens vor allem im Johannes-Evangelium gehabt, in dem Evangelium, das wir als das vierte bezeichnen, in dem Evangelium, welches festhält - für heutige Begriffe scheinbar starr festhält - an der christlichen Grundwahrheit, dass der in Palästina einstmals wandelnde große Lehrer - der Christus Jesus — der wahre Gottmensch war, dass in ihm das göttliche Prinzip unseres Universums Fleisch geworden ist. Heute kritisiert man vor allen Dingen das am Anfang des Johannes-Evangeliums stehende Wort vom Standpunkt des sogenannten Menschen. Der aufgeklärte Mensch kann mit dem Eingangswort des Johannes-Evangeliums kaum einen Sinn verbinden. Er weiß nicht, was es heißen soll: das Wort — das Wort, das zu gleicher Zeit Gott ist.
[ 8 ] Gehen Sie dahin, wo die Führer der Menschheit waren, dann werden Sie finden, dass der Gipfel der Wirksamkeit dazu aufgewendet wurde zu verstehen, zu begreifen, was es heißt: Der Christus ist zur Welt gekommen. Das war eine Sehnsucht der Forscher, zu verstehen, was in diesen Worten liegt. Dann hat in den Zeiten, in denen es als selbstverständliche Wahrheit hingenommen wurde, dass ein Christus gelebt hat, dass ein Christus durch Jahrhunderte hindurch gewirkt hat, die mittelalterliche Theologie auch daran geglaubt, in der die Theologen nicht im entferntesten daran gedacht hatten, an der wahren Natur des wirklichen Jesus zu zweifeln. Sie alle bemühten sich, ausgedehnte wissenschaftliche Systeme zu bauen, welche die geoffenbarten Wahrheiten enthielten, die einfach hingenommen wurden, so wie sie da waren und wie sie vorgeschrieben wurden von der Kirche; sie begnügten sich damit, dass sie sie auslegten.
[ 9 ] Wir haben da die sogenannte Zeit der Scholastik und in etwas anderer Form der Mystik. Wir haben die Zeit, wo es feststehend war, dass der Christ nur dadurch Christ sein kann, dass er sich verbunden fühlt, lebendig verbunden fühlt mit dem Christus Jesus. Diejenigen, welche den Gipfel des Geistes zu erringen suchten, strebten danach, den Christus in sich zu erwecken, das Leben und das Wesen. Sie lebten den tiefen, in jener Zeit verstandenen Ausspruch Goethes:
Wär’ nicht das Auge sonnenhaft,
Die Sonne könnt’ es nie erblicken.
Läg’ nicht in uns des Gottes eigne Kraft,
Wie könnt’ uns Göttliches entzücken?
[ 10 ] Das geistige Auge muss erst fähig gemacht werden, den Gott in der Außenwelt zu finden. Niemand hätte damals sich für berechtigt geglaubt, etwas über den historischen Christus Jesus auszumachen, der nicht erst verstanden hätte, was das Wesen des Christus, was Christologie ist. Ebenso wenig, wie heute sich jemand berufen fühlt, über Blitz und Donner zu urteilen, wenn er nicht Physik studiert hat, ebenso wenig fühlte sich damals jemand berufen, zu urteilen über Christologie, wenn er dieselbe nicht studiert hatte.
[ 11 ] Es kam dann noch etwas herauf, das an den Namen der Rosenkreuzer anknüpft. Diese Bewegung ist der Theosophie ähnlich. Sie bemühte sich, die verschiedenen Religionen, namentlich aber das Christentum, in den Tiefen zu verstehen. Diese Rosenkreuzer unterscheiden sich dadurch von uns, dass wir öffentlich vor das Volk hintreten und das, was wir selbst gelernt haben, dem Volke mitteilen, während die Rosenkreuzer geheim wirkten. Aber was sie wirken wollten, das war, den Menschen verständlich zu machen, was Christologie ist. Sie waren im tiefsten Innern überzeugt und wussten es, dass die Erscheinungen nur der begreifen kann, der das Wesen des Christus-Jesus in sich erlebt hat.
[ 12 ] Eine Tatsache der Rosenkreuzer-Bewegung möchte ich hervorheben. Jeder Rosenkreuzer ließ denjenigen, der ein Schüler werden wollte, vor allen Dingen eines üben: Er verlangte von dem außenstehenden Schüler, der noch lange im Vorhofe zu bleiben hatte, der sich also erst annähern wollte den Lehren, die sich im Rosenkreuzer-Heiligtum befanden, er verlangte, legte ans Herz, das JohannesEvangelium vom 13. Kapitel an innerlich aufzunehmen. Das galt als Grundsatz dieser okkulten Schulung. Und derjenige, der sich aus der Rosenkreuzer-Bewegung herausgebildet hatte, der alles, was da steht, zu erfassen sich bemühte, der wird etwas erleben, was nicht jeder erleben kann, wenn er in dem Sinne, was wir «meditieren» nennen, sich in das Johannes-Evangelium vertieft. Er erfährt eine Menge okkulter Kräfte, sodass derjenige, welcher sich unter den Einfluss dieser Sätze stellt, eine Metamorphose erlebt. Er erlebt in sich durch, was eine Wiederholung des Mysteriums ist, das Jesus uns vorgelebt hat. Sie können Punkt für Punkt, von der Fußwaschung an bis zur Kreuzigung und Auferstehung, das Leben Jesu durchleben anhand des Johannes-Evangeliums - nicht durch die Begriffe, die da stehen, sondern durch die in den Begriffen verborgenen okkulten Kräfte.
[ 13 ] Wie man etwas nicht durch bloße Theorie klarmachen kann, so konnten auch die Rosenkreuzer niemandem das bloß vortragen. Sie ließen es ihre Schüler erfahren. Und es sind nicht wenige solcher Schüler im neunzehnten Jahrhundert gewesen, die erfahren haben, wirkliche Wundmale an sich zu erleben.
[ 14 ] Dann kam ein Zeitpunkt, wo sie wussten, dass diese Dinge mehr sind als abstrakte Symbole, dass sie wirklich wörtlich zu nehmen sind. Bevor man das in sich vollzogen hat, weiß man gar nicht, was in diesem Evangelium steht, weiß man gar nicht, was in ihm verborgen ist. So suchten diejenigen, welche durch okkulte Art ihre Schüler zum Christentum hinbringen wollten, durch das JohannesEvangelium es zu tun. Aber zu gleicher Zeit waren sie davon überzeugt, dass derjenige, der begabt ist — das heißt, derjenige, welcher die entsprechende Kraft entwickelt hat -, wenn er spricht, imstande ist, in seiner Gemeinde Kräfte auszulösen, auch wenn die Gemeinde es nicht wusste. Darauf beruhte die öffentliche Predigt. In den Kirchen des Mittelalters verstand man noch etwas von dieser okkulten Seite. Aber auch in neuerer Zeit wusste man noch in dem Johannes-Evangelium eine Zauberkraft, eine okkulte Kraft. Nicht umsonst hat noch Luther gerade das Johannes-Evangelium zu seinem Lieblings-Evangelium gemacht. Er wusste, was es heißt, wenn er und seine Freunde auch nicht alle Okkultisten waren. Aber jeder Mensch erlebte eine Läuterung, die ihn zu einem Verständnis hinaufführte, wenn er mit einem Kapitel lebte, sodass er Satz für Satz zu durchleben suchte, dass er an einem Vers nicht Tage, sondern Wochen und Monate lang hing, ihn anfängt zu lieben, anfängt mit ihm zu leben, sodass er sein ganzes Sein erfüllte, ohne dass er die Pflichten seines äußeren Lebens zu versäumen braucht.
[ 15 ] Im Laufe der neuzeitlichen Entwicklung ist das anders geworden. Ohne dass irgendein Wort gegen die neuzeitlichen Kirchenhäupter gesagt sein soll, muss doch betont werden, dass das Verhältnis des religiösen Menschen zu dem religiösen Führer in der neueren Zeit ein wesentlich anderes geworden ist. Sehen Sie sich die Gestalten [der religiösen Führer] im Mittelalter bis herauf in unser Jahrhundert an: Sie waren erfüllt mit wahrem Glauben und mit heiligen Geheimnissen und Anschauungen; sie lehrten durch innere Erfahrungen. Das Volk, das sie hörte, wusste, dass jemand sprach, der aus tiefem Wissen heraus sprach. Es waren keine Autoritätsgläubigen. Sie empfanden, dass im Innern des religiösen Führers etwas lebte, was durch die Worte strömte, was aber nicht in abstrakter und verstandesmäßiger Weise ausgesprochen werden kann. Es war das mehr in den Worten des Gemeinschaftslebens.
[ 16 ] Anders wurde das in der neueren Zeit. Die ganze Art und Weise, die Welt anzuschauen, wurde eine andere. Man verstand so etwas, wie ich es heute vom Johannes-Evangelium gesagt habe, überhaupt nicht mehr, man wusste nicht mehr, dass es verborgene Seiten des Evangeliums gibt. Immer mehr und mehr nahm man die Evangelien als wissenschaftliches Objekt, als reinen Gegenstand methodischer, geschichtlicher Forschung. Und so sehen wir im Laufe der Zeit eine Theologie entstehen, die mit der Evangelium-Forschung eine wirklich tragische Geschichte bietet.
[ 17 ] Nun lassen Sie mich einen kurzen Überblick darüber geben, was die heutige Theologie in Bezug auf Wert und Wahrheit der Evangelien kennt. Was heute auf der Universität vertreten wird, will eine solche Wissenschaft sein wie jede andere. Es ist heute nicht mehr so, wie es selbst noch vor hundert Jahren war, als noch ein Schleiermacher mit der ganzen Kraft des Redners zu den Gebildeten sprach. Heute wird zwar vielfach für Geld das Wort des Evangeliums gebraucht, aber die eigentlichen Führer haben das Evangelium einer Theologie, einer Wissenschaft unterworfen, welches für das Evangelium in einer eigentümlichen Weise tragisch geworden ist.
[ 18 ] Das erste, was in Wegfall gekommen ist, ist gerade dieses JohannesEvangelium. Sie alle wissen, dass der Christ von dem Stifter seiner Religion, von demjenigen, von dem die Lehre ausgegangen ist, vom Christus selbst, durch die Evangelien weiß. Der Christ lässt die Evangelien auf sich wirken. In den Evangelien wird ihm erzählt von der Lehre des Christus-Jesus, von den Lehren und Taten. Durch Jahrhunderte hindurch wurde das, was erzählt worden ist, hingenommen, weil man von dem eigentlichen Faktum, dass Jesus gelebt hat, überzeugt war. Man hat keinen Wert darauf gelegt, ob sie [, das heißt, die Evangelien,] im Einzelnen sich widersprechen oder nicht, man hat das eine durch das andere zu vertiefen gesucht. Was sie auch in verschiedener Art ausgeführt haben mögen, im Mittelpunkt stand doch die einzige Gestalt dieses Gottmenschen. Und die Evangelien waren dazu geeignet, dazu hinzuführen. Der Wortlaut der Evangelien war nicht von Bedeutung. Das kam besonders erst im neunzehnten Jahrhundert, dass man das Evangelium unter die Lupe nahm, unter die ja auch jedes andere Werk der Menschen genommen wird. Da fragten sich die gelehrten Theologen zunächst: Inwiefern können die Evangelien Urkunden sein für den Jesus, der in Palästina gelebt hat? Sind sie Urkunden dafür, dass richtig ist das, was als Lehre verkündet wird? - Die objektive Wirklichkeit des Jesus von Nazareth geschichtlich festzustellen, war die Grundlage der Forschung des neunzehnten Jahrhunderts. Nun kam die Frage: Können uns die Evangelien geschichtliche Urkunden sein wie andere geschichtliche Urkunden? — Immer mehr hat sich gezeigt, dass die Evangelien geschrieben worden sind, als das Christentum bereits seinen Anfang genommen hatte. Kein Forscher wird sich heute auf den Standpunkt stellen, dass sie im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung geschrieben worden sind. Man hat gefunden, dass sie erst später geschrieben wurden.
[ 19 ] Die Frage, die uns interessiert, ist vor allen Dingen diese: Wenn man die Evangelien vergleicht und sicht, dass die einzelnen Evangelisten sich in ihren Angaben direkt widersprechen, wie können wir diese Angaben als eine Urkunde für Jesus auffassen? Was können wir damit machen, wenn Markus anders als Johannes und Matthäus, anders als Markus und Lukas spricht? Da man immer mehr und mehr einsah, dass die Evangelien sich widersprechen, so legte man Wert darauf zu untersuchen, ob sich nicht andere Zeugnisse, Zeugnisse und Berichterstattungen von Geschichtsschreibern fänden. Das Ergebnis war — es ist ja allbekannt -, dass solche Urkunden nicht da sind. Sowohl die Mitteilungen, die uns Josephus macht, wie auch diejenigen, welche uns Tacitus macht, verbürgen uns über einen Jesus von Nazareth nichts.
[ 20 ] Wenig Wert legt die protestantische Theologie auf die christliche Tradition. Aber diese ist da. Und Irenäus betont, dass er noch Apostelschüler gekannt habe, die den Herrn noch gekannt hatten. Das sind aber Überlieferungen, die nicht als historisch gelten können. Kurz gesagt, alles, was wir haben, um eine Biografie des Jesus zu gestalten, sind die Evangelien. Man musste sich also fragen: «Was bezeugen die Evangelien?» Denn alles andere wurde als wertlos befunden.
[ 21 ] Die nächste Anschauung war nun die, dass das Johannes-Evangelium in vielen Dingen etwas ganz anderes berichtet als die drei anderen Evangelien. Sie wissen, dass sie genannt werden «nach» Matthäus, «nach» Markus, «nach» Lukas und «nach» Johannes. Man legte vor allen Dingen immer mehr Wert darauf, dass das Bild des Jesus von Nazareth, wie es sich bei dem Johannes-Evangelium ergibt, ein anderes ist, als bei den anderen Evangelisten. Hier einige Grundzüge: Der Jesus des Johannes-Evangeliums ist aufgefasst als der Mensch gewordene Gott. Das ist derjenige, welcher Dinge tut, die nur aus der göttlichen Kraft selbst fließen können. Allmachtswunder sind es. Das gibt ein anderes Bild als bei den anderen Evangelisten. Das gibt das Bild, dass er Jesus schilderte als den, der in sich fühlt, dass er Gott sei, dass er der in die Welt gekommene Gott sei, um die Menschen auf dieser Gottgläubigkeit festzuhalten.
[ 22 ] Auch in Äußerlichkeiten stimmt das Johannes-Evangelium nicht zu den anderen Evangelien. Es wird uns niemals erzählt, dass die Mutter Jesu und die Jünger am Kreuze gestanden haben. Noch viele andere Punkte gibt es, in denen es sich radikal unterscheidet von den anderen. Deshalb kam man dahin, das Johannes-Evangelium auszuschalten, wenn es sich um die Biografie Jesu handelt. Das JohannesEvangelium wird als eine Bekenntnisschrift angesehen, die keinen Anspruch machen kann, etwas anderes zu sein als ein hymnenartiger Gesang. Das Johannes-Evangelium gilt der modernen Theologie nicht als ein geschichtliches Dokument. Matthäus, Markus, Lukas zeigen mehr Übereinstimmung untereinander als diese drei Evangelien mit dem Johannes-Evangelium. Man nennt diese drei Evangelien die synoptischen und deren Verfasser die Synoptiker. Das, was bei Markus steht, steht bis zu einem hohen Grade in allen drei synoptischen Evangelien. Matthäus ist also derjenige, der gestrichen werden könnte, und man würde alles bei Markus und Lukas wiederfinden. Bei Markus ist nichts, was nicht auch bei Matthäus und Lukas steht. Daher gilt das Markus-Evangelium als das ursprüngliche. Auch ist es ein ganz altes Griechisch, in dem es abgefasst ist. Daher wiesen die Forscher darauf hin, dass das Markus-Evangelium als das erste anzusehen sei. Man hat das Markus-Evangelium also angenommen als das erste, und die anderen haben demnach von dem, was Markus gesagt hat, aufgenommen. Bei Matthäus und Lukas findet man Bestandteile, die bei Markus nicht sind, sogenannte ‹Herrenworte›, Kernsprüche, weil sie von dem Christus-Jesus stammen. Sie stimmen überein bei Matthäus und Lukas. Man kann, da sie übereinstimmen, nur annehmen, dass sie aus derselben Quelle herstammen. Diesen Herrenworten soll eine griechische Quelle unterliegen, eine Sammlung von Weisheitssprüchen, aus welcher man diese eingefügt hat in das, was sie aus dem Markus abgeschrieben haben. Die Übereinstimmung bei Matthäus und Lukas ist groß, aber die Anlage ist ganz anders. Voneinander abgeschrieben haben können sie also nicht, aber sie können eine gemeinsame Spruchsammlung als Grundlage gehabt haben.
[ 23 ] Was haben wir nun? Erstens das Markus-Evangelium, das in der Hauptsache die Taten Jesu erzählt, beginnend mit der Taufe. Zweitens das Matthäus-Evangelium und drittens das Lukas-Evangelium. Man hat da an die Taten immer die dazu passenden Herrenworte hinzugefügt. Dann findet sich aber bei jedem von beiden, bei Matthäus und Lukas, noch etwas Besonderes, das bei keinem anderen sich findet. Matthäus hat Einschiebungen, die einen entschieden jüdischen Charakter tragen. Es ist dasjenige, was Matthäus für sich hat, sodass es vorzugsweise als ein Evangelium zu betrachten ist, das für die Judenschaft bestimmt war. Lukas hat mehr für andere geschrieben, namentlich für Arme und Unterdrückte. Daher macht das ganze Evangelium des Lukas, soweit nicht Herrenworte und Markus-Stoff in Betracht kommen, den Eindruck, dass es für die Armut und aus einem Herzen voll Barmherzigkeit geschrieben ist.
[ 24 ] Die Theologie hat also merkwürdige Bilder entworfen. Zunächst, dass das Johannes-Evangelium überhaupt nicht in Betracht kommt; dann, dass Matthäus und Lukas jeder für sich etwas Besonderes haben, und dass jeder in einem bestimmten Maße ausschlaggebend sein kann für den wahren Tatbestand des Lebens von Jesus von Nazareth. Woher stammen aber die Herrenworte? Es muss eine griechische Sammlung von Sprüchen bestanden haben, die den Evangelien hinzugefügt worden sind. Über die Frage, woher sie stammen, kann die historische Forschung nichts ausmachen. Es ist ihr unmöglich zu sagen, woher diese Spruchsammlung kommt. Man wird also wieder auf Markus zurückgeführt. Man hat also einmal das Markus-Evangelium und dann die Spruchsammlung. Von demjenigen, was Matthäus und Lukas für sich haben, konnte man sagen, dass es auf Jesus zurückgeht und Nacherzählungen von Taten sind, aber beweisen können wir es nicht. Es kann sich an wahre Tatsachen anknüpfen, aber es braucht nicht der Fall zu sein. Ebenso kann das, was als Herrenworte bezeichnet wird, auf Jesus zurückgehen, aber wir wissen es nicht. Und so werden wir zurückgeführt zu dem Markus-Evangelium. Es erzählt Taten, aber sie sind eigentümlicher Art. - Was sagt die moderne Theologie dazu? Sie sagt: Prüfen wir die Tatsachen. Da finden wir, dass Markus in einer Weise erzählt, wie jemand erzählt hätte, wenn er es selbst gehört hätte oder der Augenzeuge gewesen wäre. Markus spricht von einem Werk. Dann aber reiht er die Dinge so aneinander, dass dieses Aneinanderreihen der einzelnen Tatsachen eine künstlerische Komposition ist. Dass er die Tatsachen so aneinandergereiht hat, wie er sie am besten zusammenfügen konnte, etwa so wie ein Dichter die Einzelheiten zu einem ganzen Werk zusammenmacht. Die Erzählung selbst ist die Komposition des Markus - die Tatsachen können Überlieferung sein. Sie sind aber so erzählt, dass sie einen ganz allgemeinen Charakter haben. - Markus erzählt also Tatsachen, die einen allgemeinen Charakter haben. Wir sehen also, dass die Komposition das Werk des Markus ist. Die Tatsachen aber sind so, dass er etwa sagt: Christus tat dieses oder jenes, aber so, dass es nur drei oder vier Jünger sehen und diese es nicht mitteilen dürfen. Es ist schwer, die Juden zum Glauben an Jesus zu bringen. Deshalb sucht Markus das Werk so zu gestalten, dass es für die Christen erklärlich wurde, warum die Juden so schwer an Jesum glaubten.
[ 25 ] Wir finden zweierlei - so sagt also der moderne Theologe: erstens, dass Jesus nicht verstanden wird. Und zwar erklärt sich das dadurch, dass Markus es den Juden schwer macht, Jesus zu verstehen. Wenn Jesus Wunder tut, verbietet er denjenigen, die es gesehen haben, es zu erzählen. - Davor steht der moderne Theologe wie vor einem Rätsel. Der moderne Theologe gibt da nur zu: Es muss hier irgendeine geheime Tradition bestanden haben, die aber nur zwischen Jesus und seinen Auserwählten bestanden hat. Mit diesem kann der moderne Theologe nichts anfangen.
[ 26 ] Wir haben eine Tradition, dass Markus der Evangelist ein Schüler des Petrus gewesen sein soll, der das aufgezeichnet hat, was Petrus gesagt hat. Das ist ohne Zweifel, dass Petrus nicht geschrieben hat, sondern dass er im Allgemeinen Jesu Lehre gelehrt hat und namentlich Wert darauf gelegt hat, über den irdischen Tatsachen zu schweben, sodass die Nachschreiber nicht imstande waren, irgend etwas Lokales zu schildern. Dadurch werden wir in eine spätere Zeit geführt, in der das Markus-Evangelium entstanden ist. Eine lange Spanne Zeit trennt uns von dem ältesten Evangelium, von dem wahren Jesus. Wir wissen nicht, was wir entnehmen können von dem Urevangelium für den Jesus von Nazareth. Wir können daraus keine Biografie von dem Leben des Jesus konstruieren.
[ 27 ] Das Einzige, was die Theologie glaubt, ist, einen Anhaltspunkt zu gewinnen für ein ältestes Stück des Markus-Evangeliums. Das ist eine Stelle, die im 13. Kapitel enthalten ist:
Wenn sie euch nun führen und überantworten werden, so sorget nicht, was ihr reden sollt, und bedenket auch nicht zuvor; sondern was euch zu der Stunde gegeben wird, das redet. Denn ihr seid es nicht, die da reden, sondern der heilige Geist.
Es wird aber überantworten ein Bruder den anderen zum Tode und der Vater den Sohn, und die Kinder werden sich empören wider die Eltern und werden sie helfen töten.
Und ihr werdet gehasst sein von jedermann um meines Namens willen. Wer aber beharret bis an das Ende, der wird selig.
Wenn ihr aber sehen werdet den Greuel der Verwüstung, von dem der Prophet Daniel gesagt hat, dass er stehet, da er nicht soll (wer es liest, der vernehme es), alsdann, wer in Judäa ist, der fliehe auf die Berge. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder in das Haus und komme nicht darein, etwas zu holen aus seinem Hause. Und wer auf dem Felde ist, der wende sich nicht um, seine Kleider zu holen. [Mk 13,11-16]
[ 28 ] Von dieser Stelle meint die moderne Theologie, dass sie geschrieben sein könnte unmittelbar unter dem Eindruck der bevorstehenden Zerstörung Jerusalems. Hier an dieser Stelle muss etwas vorliegen, was alt ist, so alt, dass wir es versetzen könnten in die Zeit vor der Zerstörung Jerusalems. Das soll ein Pamphlet, eine Flugschrift gewesen sein, um die Leute zu warnen und ihnen zu sagen, wie sie sich zu verhalten haben, wenn dieses Ereignis eintritt. Markus konnte diese Flugschrift benutzt und seinem Evangelium eingefügt haben.
[ 29 ] Noch eine andere Stelle ist für den modernen Theologen von besonderer Wichtigkeit. Das ist eine Stelle bei Lukas im 11. Kapitel, 48. Vers:
So bezeuget ihr zwar und bewilliget in eurer Väter Werke; denn sie töteten sie, so bauet ihr ihre Gräber.
[ 30 ] Lesen Sie diese Stelle bei Matthäus im 10. Kapitel, 15. Vers, so ist der Vergleich sehr interessant:
Wahrlich ich sage euch: Dem Lande der Sodomer und Gomorrher wird es erträglicher gehen am Jüngsten Gericht denn solcher Stadt.
[ 31 ] Bei Matthäus ist es ein Jesu-Wort, bei Lukas ist es ein Zitat. Darum spricht die Weisheit Gottes. Das Letztere muss also aus einer Quelle stammen, die man die «Weisheit Gottes nennt. Da nimmt die Theologie an, dass es eine Spruchsammlung war, eine Sammlung von Weisheitssprüchen, aus der jener Theologe zitiert und gelehrt hat, indem er sagte: So spricht die Weisheit Gottes. Bei Matthäus wird das schon anders. Die sogenannten Herrenworte werden von den modernen Theologen auch auf die Spruchsammlung zurückgeführt.
[ 32 ] Überblicken Sie das Ganze in der groben Skizzenhaftigkeit, die nötigist und vergleichen Sie, was da bleibt von der wissenschaftlichen Evangelienforschung. - Es bleibt nichts. Das Johannes-Evangelium ist ausgeschaltet, Matthäus und Lukas sind auf die Spruchsammlung zurückgeführt. Die Spruchsammlung kann auf griechische Quellen zurückgehen und ist weiter nicht zu verfolgen; wir verlieren den Faden. Markus kann nur längere Zeit nach Jesus geschrieben worden sein. Daher sagt der moderne Theologe: Das können wir alles nicht aus dem Evangelium gewinnen. Wir können nicht gewinnen eine Biografie von Jesus, wir können nicht das gewinnen, was Jesus gelehrt hat, wir können nicht gewinnen, was er vom Zwischengericht und vom Gottesreiche gelehrt hat. Über alles dieses sagen uns modernen Menschen die Evangelien nichts. Und was sie uns sagen, kann nicht im Sinne materialistischer Wissenschaft ausschlaggebend sein.
[ 33 ] Ich nenne diese Erforschung der Evangelien eine tragische Geschichte. Sie sehen, Sie haben das Evangelium gemessen nach dem Maßstabe der äußeren Wissenschaft, und es passiert Ihnen jetzt, dass der ganze Wahrheitsgehalt - als Forschungsergebnis — nicht da ist.
[ 34 ] Das bezeichnet einen ganz anderen Standpunkt, auf dem sich heute der Gläubige zu dem Theologen befindet, als das früher der Fall war. Früher blickte der Gläubige zu dem Theologen auf, der den Wahrheitsgehalt der Evangelien nur verkündigte. Der stand fest. Auch das Buch von Harnack, das soviel Aufsehen erregt hat, beruht auf dieser modernen Theologie. So stehen heute die Gläubigen dem Theologen gegenüber, der nicht weiß, was in den Worten der Evangelien steckt, sondern nur sagen kann: Ich bin außerstande, wissenschaftlich zu sagen, was der Stifter des Christentums gelehrt hat, ob er überhaupt gelebt hat und so weiter. - Ein völlig negatives Resultat hat die Wissenschaft in dieser Richtung erbracht. Daraus können Sie ersehen, dass es dem, der sich auf das Christentum [der Theologen] verlässt, recht schwer wird, darauf zu bauen. Wenn man den Theologen glaubt, deren Wissenschaft das sagt, so kann man ins Wanken kommen.
[ 35 ] Da muss es als eine neue Quelle der Weisheit hypothetisch gelten, wenn die theosophische Bewegung jetzt wieder eine Vertiefung in das Johannes-Evangelium ins Leben ruft und versucht, das JohannesEvangelium wieder zum wahren Verständnis zu bringen. Die theosophische Bewegung ist nicht darauf angewiesen, ewig buddhistische Dogmen zu reiten. Sie sind nur Mittel, das Dogma ist nur Mittel. Heute wird aus dem Schoße der Theosophischen Gesellschaft eine Bewegung geboren, welche ein wahres Verständnis des Christentums, des in den Evangelien verborgenen Evangeliums bringen wird, das man nicht im gewöhnlichen Sinne hat.
[ 36 ] Wer Erfahrung hat, darf darüber sprechen. Ich selbst kann mit ein paar Worten darauf hindeuten, dass ich mein neues Buch betitelt habe «Das Christentum als mystische Tatsache». Ich habe dieses Buch nicht aus historischen Quellen heraus geschrieben, ich habe es absichtlich geschrieben ohne jede historische Quelle. Ich habe die historischen Quellen liegen gelassen und lediglich mich auf die okkulten Quellen gestützt. Dieses Buch ist aus der Akasha-Chronik heraus geschrieben, könnte man sagen. Wenn man die Dinge beleuchtet von dem Gesichtspunkte aus, wie Annie Besant es getan hat in dem Buche «Esoterisches Christentum» und ich es getan habe in dem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache», dann bekommt die Sache eine ganz andere Wirkung. Ich werde Ihnen das nächste Mal zeigen, welch ganz anderes Bild wir bekommen. Diese Wissenschaft wird uns von einem anderen Gesichtspunkte aus zur größtmöglichen Vertiefung, zur Wiederbelebung der christlichen Wahrheit führen. Diese Wiederbelebung strebt eine Nebenströmung an, und es handelt sich zunächst um die Wiederbelebung des Johannes-Evangeliums. Man wird sie wieder verstehen, diese großen Worte, mit denen ich - in einer Übersetzung, die einigermaßen richtig ist - für heute schließen möchte, um das nächste Mal davon wieder auszugehen:
Im Urbeginne war das Wort; und das Wort war bei Gott, und ein Gott war das Wort.
Dieses war im Urbeginne bei Gott.
Alles ist durch Dasselbe geworden; und außer durch dieses ist nichts von dem Entstandenen geworden.
In diesem war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht schien in die Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht begriffen.
Es ward ein Mensch, gesandt von Gott, mit seinem Namen Johannes.
Dieser kam zum Zeugnis, auf dass er Zeugnis ablege von
Dem Licht, auf dass durch ihn alle glauben sollten.
Er war nicht das Licht, sondern ein Zeuge des Lichtes.
Denn das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen.
Es war in der Welt, und die Welt ist durch es geworden, aber die Welt hat es nicht erkannt.
In die einzelnen Menschen [Bis zu den Ich-Menschen] kam es; aber die einzelnen Menschen [Ich-Menschen] nahmen es nicht auf. Die ihn [es] aber aufnahmen, die konnten sich durch ihn als Gottes Kinder offenbaren.
Die seinem Namen vertrauten, sind nicht aus Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, und nicht aus menschlichem Willen, sondern aus Gott geworden.
Und wir haben seine Lehre gehört; die Lehre von dem einzigen Sohn des Vaters, erfüllt von Hingabe und Wahrheit.
[ 37 ] Wer diese Worte richtig versteht, der wird sehen, dass die Forschung von diesem Verständnis erst das richtige Wort wird finden können. Man soll nicht mäkeln an dem Wort. Und dieses Wort wollen wir wieder verstehen, das größte Wort:
Und der Logos ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
