Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis I
Theosophie, Christologie und Mythologie
GA 90a

26 July 1904, Berlin

47. Ein Überblick über unsere Entwicklung

[ 1 ] Ich möchte heute einen Überblick geben über eine gewisse Zeit unserer Entwicklung und werde dabei manches wiederholen müssen, was ich in diesen Stunden schon gesagt habe. Aber wir werden es in einem großen Zusammenhange sehen und dabei auch manches, was wir schon kennen, von einer neuen Seite beleuchtet finden. Tatsächlich muss man sich klar sein darüber, dass man die Grundtatsache der Weltevolution nur erkennen kann, wenn man sie von den verschiedensten Gesichtspunkten her beleuchtet bekommt, um sich erst dann allmählich ein Bild zu machen davon, wie man sich den Zusammenhang eigentlich vorzustellen hat.

[ 2 ] Ich möchte heute kurz einige Fragen berühren, welche in der theosophischen Lehre oftmals besprochen werden, bei denen aber gewöhnlich etwas Dunkles bleibt, weil nicht erwähnt wird, wie die betreffenden Fragen zusammenhängen mit der unmittelbaren menschlichen Erfahrung.

[ 3 ] Das ist vor allen Dingen die Frage nach der sogenannten Dreieinigkeit. Es wird immer und immer wieder betont, dass in allen Religionen die Idee der Dreieinigkeit sich findet und dass sie eine der ältesten Religionslehren ist. Es wird vor allen Dingen betont, dass wir, gleichgültig ob wir nach Indien gehen, nach Persien oder nach Ägypten, zu den Deutschen, Germanen oder Kelten, überall drei Aspekte der Gottheit finden, die ungefähr mit denselben Eigenschaften begabt sind. Die indische Dreieinigkeit Brahma, Vischnu und Schiwa können Sie immer wieder finden.

[ 4 ] Ich möchte Ihnen nun zeigen, wie diese Dreiheit aus einer menschlichen Erfahrung erwachsen ist, allerdings einer Erfahrung ganz anderer Natur, als unsere heutigen Erfahrungen gewöhnlich sind. Diese Erfahrung gehört zu den ältesten Bestandteilen der menschlichen Weisheit, und schon Lehrer der Lemurier-Zeit haben diese Lehre gelehrt. Wenn wir aber zurückgehen und die eigentlichen okkulten Überlieferungen dabei prüfen, so finden wir, dass mit diesen drei Aspekten der Gottheit neben allem Übrigen auch zugleich drei bestimmte Entwicklungszustände des Menschen selbst gemeint sind. Mehr, als das in einer späteren Zeit wiederum gekommen ist, war sich der Mensch der dritten Wurzelrasse, der Mensch von der Mitte der lemurischen Zeit, bewusst, dass sein innerstes Selbst mit dem großen göttlichen Selbst ein und dasselbe ist.

[ 5 ] Mehr als es in einer späteren Zeit wiederum Erkenntnis geworden ist, war es damals eine unmittelbare intuitive Überzeugung. Denjenigen, die auf einer gewissen Entwicklungsstufe standen, war es klar, dass indem sich der Mensch entwickelt, die Gottheit selbst sich entwickelt. Und so wollen wir die drei wichtigsten Stadien der Menschheitsevolution heute einmal betrachten.

[ 6 ] Aber wie konnte man diese Stadien damals betrachten. Dazumal war das Wissen auf eine ganz andere Weise gewonnen worden. Ein Wissen, welches so gewonnen wird dadurch, dass man die Dinge beobachtet und sich dann Vorstellungen von den Dingen bildet, gibt es erst seit der Mitte der dritten Wurzelrasse. Vor der Mitte der dritten Wurzelrasse hat niemand auf diese Weise Erkenntnisse erworben, dass er die Dinge angeschaut, beobachtet hat. Dieses Wissen durch äußere Beobachtung, die Erfahrung, beginnt erst in der Mitte der lemurischen Rasse. Alles ist in einer gewissen Weise im Fluss, und so beginnt dieses Wissen für die zwei vorzüglichsten Sinne, vorzugsweise in der Mitte der lemurischen Rasse. Die anderen Sinne, Geruch und Geschmack, hatten schon vorher Empfindung. Aber das Gehör und das Gesicht begannen erst in der Mitte der lemurischen Rasse. Vorher stieg das Wissen auf, wie wenn von der Erde heraus eine Art Wasser sprudelte, es war gleichsam, dass der Mensch herüberbrachte über den Mittelpunkt der lemurischen Rasse, dass er zeigte im Besonderen seine vorhergehenden Zustände selbst, seine Zustände während der ersten, zweiten und der ersten Hälfte der dritten Menschenrasse. Dies war eine Art von intuitivem Erinnerungswissen, und es war so, dass der Mensch sich dazumal, als er nach außen hin sehend, hörend und wahrnehmend wurde, sich an drei wichtige Zustände erinnerte.

[ 7 ] Erstens an seine Erlebnisse in der ersten Menschenrasse, dann an die Erlebnisse in der zweiten Menschenrasse und drittens an die Erlebnisse der ersten Hälfte der dritten Menschenrasse. Diese drei Zustände benannte er so: Der Zustand der ersten Menschenrasse entsprach Brahma, der Zustand der zweiten Menschenrasse Vischnu, der Zustand der ersten Hälfte der dritten Menschenrasse Schiwa.

[ 8 ] Wir haben also in Brahma die Evolution des in der Menschheit sich entwickelnden Gottes in dem Zustande zu sehen, in dem der Mensch während der ersten Menschenrasse war. Damals lebte der Mensch in rein ätherischer Materie. Er war leuchtend wie der Ätherkörper. Es war also der Körper, den der Mensch damals hatte, ein bloßer Ätherkörper. Aber er war ähnlich wie der Astralkörper. Wollten die alten Inder sich vorstellen diesen Ätherkörper der ersten Rasse, so stellten sie ihn sich unter dem Namen Brahma vor. Brahma wurde daher auch als der Gott des ätherleuchtenden Lichtes angesehen.

[ 9 ] Dieser Zustand wird abgelöst von dem sogenannten Luftzustand. In diesem lebte die zweite Rasse. Wenn Sie sich eine Vorstellung davon machen wollten nach unseren gegenwärtigen Begriffen, so würde sie sehr unklar sein, denn die zweite Menschenrasse war in einem Körper inkarniert, der dichter war als die heutige Luft, der aber doch noch luftförmig war. Es war etwas, von dem man sagen konnte, das göttliche Wesen sendet seine Engel wie Winde daher. Es war kein Äthergeschlecht mehr, sondern ein verdichtetes Luftgeschlecht. Wenn daher die Naturforscher versuchen, den Vormenschen zu suchen und sich darüber wundern, dass sie über eine gewisse Stufe hinüber keine Überreste mehr finden, so brauchen wir uns nicht zu wundern, da der Mensch damals keine Steinabdrücke liefern konnte. Das ist also Vischnu.

[ 10 ] Der dritte ist Schiwa, der ‹Zerstörer› einerseits und andererseits der ‹Aufbauer› genannt. Adam-Kadmon war der geschlechtsfreie Mensch. Der wurde von dem Gotte Schiwa zerstört. Aber es wurde dafür ein anderer hergestellt, daher [wird Schiwa auch der Gott] der Wiedergebärer, der Gott der Zeugung [genannt]. Überall, wo Schiwa oder diejenige Gottheit, welche dem Schiwa entspricht, dargestellt wird, wird er als der Gott der Zeugung dargestellt.

[ 11 ] Das sind die drei Aspekte der Gottheit, die der Mensch aus der Erfahrung nahm. Es sind dies Zustände, die er selbst durchlaufen hat.

[ 12 ] Dann sprechen wir von den «Söhnen des Feuernebels. Durch Feuer ist der lemurische Kontinent zerstört worden, nicht durch Wasser, wie der atlantische Kontinent. Ich bitte dies zu beachten, es ist nicht ganz leicht zu fassen. Während der zweiten Menschenrasse, also während der sogenannten hyperboreischen Zeit, waren die Menschen Luftwesen. Sie waren Wesen, die inkarniert waren in Luft und sie waren vollständig in schwingender, vibrierender Bewegung. Die Anlage zu Organen hat er sich schon mitgebracht. Ausgebildet waren sie aber noch nicht. Was sich zunächst ausbildete, war die Anlage zum Ohr. Der Mensch war damals ein tönendes Wesen. Er war so, wie wenn man ihn hätte hören können. In der Vischnu-Lehre hat sich das erhalten. Vischnu hat die Weisheit in der Trompetenschnecke gefunden. Das ist eine Andeutung, dass die Menschheit damals schon zum Gehör veranlagt wurde. Während der Entwicklung der dritten Rasse, in der lemurischen Zeit, bildete sich die Fähigkeit aus, Formen zu sehen, Gegenstände zu unterscheiden. Das Innenleben war schon früher vorhanden. Aber das von Außen an uns Herantretende konnte damals noch nicht unterschieden werden. Das Auge konnte noch keine Formen wahrnehmen. Die Fähigkeit Räumliches zu sehen wurde damals erst entwickelt. Dadurch wuchs der Mensch hinaus in die physische Welt. Diese Entwicklung war abgeschlossen in der Mitte der lemurischen Zeit.

[ 13 ] Jetzt tritt auf das, was vorzugsweise die Aufgabe des Menschengeschlechtes ist: Manas war nach allen Seiten hin auszubilden. Von Manas konnte man vorher überhaupt nicht sprechen. Vorher konnte man nur von Mahat sprechen. Der Mensch der hyperboreischen Zeit wird, wenn er die Sterne gesehen hat, sie nach Gesetzen haben laufen sehen. Aber es war das nicht eine Fähigkeit des Manas. Manas war nicht eine uns angeborene Fähigkeit.

[ 14 ] Mahat war da als großes Welttableau. Manas ist im Grunde etwas, was seit der Mitte der lemurischen Zeit erst in den Menschen eingezogen ist. Menschliche Entwicklung ist seit jener Zeit eine Erziehung der früher angeeigneten Eigenschaften und Fähigkeiten durch das jetzt in den Menschen eingezogene Manas. Also Manas hat zu erziehen die früher in den Menschen entwickelten verschiedenen Fähigkeiten.

[ 15 ] Während jeder Epoche, die jetzt kommt, hat Manas eine ganz bestimmte Aufgabe. Die erste Epoche, die wir antreffen ist die von der Mitte bis zum Ende der lemurischen Zeit. Da erzieht Manas die äußere Wahrnehmung, die der Mensch sich in der lemurischen Rasse zu erwerben hatte. Dann hat der Mensch - das kommt dazu — mit dem, was er sieht, Vorstellungen zu verbinden. Was der Mensch da aber noch nicht hat, das sind das Gedächtnis und die Denkkraft. Gedächtnis und Logik gibt es da noch nicht. Der Mensch kann zwar etwas sehen und mit dem Gesehenen eine Vorstellung verbinden, aber er ist unfähig, diese Vorstellung gedächtnismäßig festzuhalten. Sein Vorstellungsvermögen ist jedoch umso intensiver. Es ist ungeheuer intensiv und von ungeheurer Lebhaftigkeit, sodass sie an ihm nicht vorübergehen, ohne ein ganz bestimmtes Gefühl zurückgelassen zu haben. Sie werden nicht gedächtnismäßig zurückgehalten, denn ein solches Gedächtnis hat der lemurische Mensch noch nicht. Aber er behält es im Gefühl. Überreste der lemurischen Rasse finden sich in den dekadenten Stämmen in Australien. Sie haben auch noch kein Gedächtnis, das über vierundzwanzig Stunden reicht.

[ 16 ] Das tiefe Gefühl bei der Wahrnehmung bewirkt etwas ganz Besonderes. Diese zweite Rasse hat ein gefühlsmäßiges Wissen von der Reinkarnation. Und das kommt von dem Folgenden her. Es waren nicht sehr viele, die sich damals inkarnierten. Sie hatten ein lebhaftes Gefühl, weil ihnen zurückblieb ein tiefes Gefühl von jedem Erlebnis. Und dieses Gefühl blieb dem Kausalkörper einverleibt, den er in die folgende Inkarnation herübernahm.

[ 17 ] Dies ist als eine Tatsache aus der zweiten Epoche der lemurischen Zeit festzuhalten. Der Verkehr mit der Umgebung war so lebhaft, dass der Mensch schon einer Außenwelt gewahr wurde und dass er mit den Dingen verknüpft war. Wenn er dann wieder in diese Welt kam, so spürte er seine Verwandtschaft mit den Dingen. Es war dann wie bei Menschen, die einen besonders ausgeprägten Geruchssinn haben und sich dann sagen können, das habe ich schon einmal gerochen. So war es ungefähr mit diesen Lemuriern der zweiten Hälfte der lemurischen Zeit.

[ 18 ] Der lemurische Kontinent bildete ungefähr den Boden vom Süden Indiens und südlich von Indien. Dieser Kontinent wurde durch Feuer zerstört. Zurückgeblieben waren aber noch Völkerschaften in den angrenzenden Gebieten. Die durchlebten die ganze atlantische Zeit. Zum Teil vermischten sie sich mit den Atlantiern. Es lebten also hier Menschen mit einem ungeheuer intensiven Gefühl von den Reinkarnationen.

[ 19 ] Halten wir jetzt fest: Lemurien war untergegangen, und wir kommen zu der nächsten, zu der atlantischen Menschenrasse. Die hatte die Aufgabe, das Innenleben weiterzubilden. Was da auftrat als neues menschliches Vermögen, das ist das Gedächtnis, das bei den Lemuriern noch nicht vorhanden war, das aber bei den Atlantiern vorhanden war. Sie hatten ein ungeheuer ausgebildetes Gedächtnis. Logisches Denken gab es damals noch nicht. Rechenkunst, Einmaleins und so weiter gab es damals noch nicht. Sie machten sich ein objektives Bild von - sagen wir - siebzehn oder von zwanzig Bohnen, von so und so großen Haufen. Das erste Vermögen war also das Vorstellungsvermögen. Das zweite war das Gedächtnis.

[ 20 ] Zu diesem Gedächtnis kommt in der Mitte der toltekischen Unterrasse der erste Ansatz des Denkvermögens. Ein ziemlich rohes Denkvermögen entwickelt sich nun langsam. Ein Vermögen, das nicht nur ermöglichte, gedächtnismäßig zu merken, sondern auch zu kombinieren. Das war noch sehr roh bei den Tolteken, das war noch roh bei den Turaniern. Das erlangte aber einen gewissen hohen Grad bei den Ursemiten. Daher sind die Juden dazu berufen gewesen, die folgende Rasse weiter zu bilden, eben aus dem Grunde, weil sie das Denken am besten kultiviert hatten. In einem schematischen Denken bildete sich dieses Kombinatorische aus. [...]

[ 21 ] Die ursemitische Rasse hat den Grundstock für unsere arische Rasse abgegeben. Jetzt will ich zeigen, was in der arischen Rasse entwickelt werden soll. In der lemurischen Rasse war es das Vorstellungsvermögen, in der atlantischen Rasse das Gedächtnis. Jetzt in der arischen Rasse ist es das, was man das Denkvermögen nennt. Jede Rasse in der Welt, jede Stufe, jede Etappe der Entwicklung hat eine bestimmte Aufgabe. Immer wird mit Hilfe eines späteren Prinzips das frühere weiter entwickelt. Was früher da war, wird jetzt mit Manas weiter entwickelt. In der fünften Wurzelrasse entwickelte sich Manas nun weiter. Dieses Denkvermögen ist das innerlichste, was wir erblicken können. Das hat daher einen ganz persönlichen Charakter. Während der Lemurier ein unmittelbares Bewusstsein hatte von der Reinkarnation, hatte der Atlantier bei seinem Innenleben ein sehr geschwächtes Erinnerungsvermögen an die Reinkarnation. Er hatte zwar, wenn etwas entwickelt worden war, in sich auffrischen können das Bewusstsein der lemurischen Rasse, und dann erinnerten sich die Leute an Vorgänge im früheren Leben. Aber im Großen und Ganzen war bei den Atlantiern, bei denen die kombinatorische Fähigkeit sich entwickelte, das Gefühl für die Reinkarnationen ganz erstorben. Und noch mehr natürlich war es, dass innerhalb der fünften Wurzelrasse dieses Gefühl nicht da sein konnte. Das Denken ist eine innerlichste persönliche Angelegenheit. Die Persönlichkeit des Menschen verfolgt hauptsächlich das Leben zwischen Geburt und Tod. Daher ist in der Kraft, welche die fünfte Wurzelrasse auszubilden hatte, nur wenig vorhanden, was dazu hätte führen können, die Reinkarnation zu bekennen. Dann haben die Führer der fünften Wurzelrasse in der mannigfaltigsten Weise ein sehr vernünftiges Netz über die Welt ausgespannt.

[ 22 ] Ich brauche wohl kaum zu wiederholen, dass diese Wurzelrasse von der Wüste Gobi ausgegangen ist, wo eine Anzahl auserlesener Menschen hingesetzt worden ist von dem sogenannten Manu. Von den Ursemiten aus wurden von da die Menschen nach den verschiedensten Teilen der Welt gesandt. Die erste Kulturströmung ging also von der Wüste Gobi aus und befruchtete Indien. Hier wurde von den Initiierten gewirkt, und ich bemerke ausdrücklich, dass Initiierte immer im Besitze der Weisheit sind und dass es niemals eine Initiierten-Loge gegeben hat, in der nicht das Wissen von der Reinkarnation gewesen wäre. Also es geht die Strömung hinunter nach Indien. Dort wird eine Kultur begründet, wie überhaupt immer von Initiierten Kulturen begründet werden, indem mit voller Toleranz dessen, was da angetroffen wird, ein neuer Einschlag gegeben wird.

[ 23 ] Es wird also diesem lebhaften Gefühl, das der Lemurier noch hat von der Reinkarnation, die Denkkraft eingeimpft. Da wird die Ehe geschlossen des Besten, was aus der lemurischen Zeit übrig geblieben war mit dem Besten, was die arische Rasse zu geben hatte. Das bildet die Vereinigung. Daher werden Sie auch begreifen, warum Sie in den alten Schriften der Veden keine Nachrichten von Reinkarnation finden. Die Kenntnis, das Wissen von der Reinkarnation ist entstanden durch die Verbindung des Gefühls der Lemurier mit der Denkkraft der Arier. Diese hohe Weisheit der ursprünglichen Menschenrassen, die auf unmittelbarer Gewissheit fußt, war hier verbunden worden mit dem reinen spirituellen Leben der Menschen der fünften Wurzelrasse. Das ist die ursprüngliche indische Weisheit. Ein Zweig davon wurde herübergeschickt nach Ägypten unten. Daher ist da auch eine Ähnlichkeit mit dieser Kulturschicht zu finden. Dies ist die erste große Kulturströmung, die innerhalb der fünften, der arischen Menschenrasse stattgefunden hat. Sie wurde von den Initiierten eingeleitet mit dem bewunderungswürdigen Zweck, durch Benutzung dessen, was schon da war, ein Höchstes zu erreichen.

[ 24 ] Auf allen übrigen Gebieten der Erde waren Überreste vorhanden der atlantischen Rassen, namentlich um das Gestade des Mittelmeers herum bis nach Asien hinein waren Reste der atlantischen Rasse zu finden. Nur in unseren Gegenden, in Deutschland, da lebte noch Sie müssen sich das mit den entsprechenden Aggregatzuständen vorstellen -, es lebte noch etwas von der hyperboreischen Art. Sehen Sie, von dieser alten hyperboreischen Art dürfen Sie sich nicht vorstellen, dass diese im Blute lebte; das wäre zu grobsinnlich. Sie lebte in ihrer ganzen Geistesart so, dass hier zunächst es auch möglich war, eine sehr spirituelle Anschauungsweise zu begründen. In Europa ist daher, fast ganz ähnlich mit der ursprünglichen indischen Lehre, eine spirituelle Lehre begründet worden, welche später schon etwas- und nun erinnern Sie sich an das, was ich schon darüber gesagt habe verwässert in der alten Druidenkultur erscheint. Hier konnte man noch an Altes anknüpfen.

[ 25 ] Aber Sie werden zu gleicher Zeit sehen, wenn Sie genau vergleichen diese alte Druidenkultur mit der alten Vedenkultur, dass ein Unterschied doch wieder vorhanden ist. Das, was die alte Druidenkultur hat, ist ein unbedingter Glaube an die Unsterblichkeit des Seelischen, an die Ewigkeit des Seelischen. Aber es ist nicht so, dass es eine ausgesprochene Reinkarnationslehre wäre, und das wird Ihnen verständlich sein. Geradeso wie im Süden die Überreste der Lemurier gefunden worden sind, so sind sozusagen hier vorhanden Völkerschaften, die - weil sie Überreste der Atlantier waren - wenig wussten von Reinkarnation. Und von der anderen Seite stammten sie von der hyperboreischen Rasse. Sie waren Teile der zweiten Rasse. Während der zweiten Menschenrasse, während der hyperboreischen Rasse, gab es aber noch keine Reinkarnation. Deshalb trat hier bei den Druiden eine so intensive Unsterblichkeitslehre auf. Es war dies der Rest der alten hyperboreischen Erkenntnis.

[ 26 ] Nun findet, hier zunächst eine Befruchtung statt, und es entstehen verschiedene Strömungen. Die zweite Strömung, die sich zunächst ergießt, strömte aus, indem überallhin Initiierte in Kolonien geschickt werden - wie in das alte Persien, in die alte iranische Kultur. Es wird dann um das Mittelmeer herum eine Kultur geschaffen, die überall ähnlich ist, von den Völkern, die Überbleibsel sind von den verschiedenen Rassen. Am reinsten ausgeprägt ist das bei den Iranern, die sich ausbildeten zu dem, was man die Zarathustra-Lehre nennt. Sie ist eine absolute Unsterblichkeitslehre. Aus den Gründen, die angedeutet worden sind, ist sie hier nicht gegründet auf eine Reinkarnationslehre. Und das wird Ihnen erklären, warum Sie in der persischen Lehre eine wirkliche Reinkarnationslehre nicht finden können. Die Initiierten haben immer das, was da war, benützt, und es ein Stückchen weitergeführt.

[ 27 ] Dann kam die zweite Kulturströmung. Diese kam in Europa so zum Ausdruck, dass die Erinnerung daran geblieben ist, vor allen Dingen an die Initiierten der zweiten Kulturströmung. Die sind im Gedächtnis der verschiedenen europäischen Völker überall vorhanden geblieben. Diese Initiierten haben Sie hier im Norden als Wodan, Wili, Loki und so weiter, in Griechenland als die Götter, wie Zeus und so weiter erhalten. Die verschiedenen Götterkreise, das sind die Initiierten, die diese Kultur über die ganze Welt verbreitet haben.

[ 28 ] Nun kommt der dritte Initiierten-Einschlag. Der ergab vorzugsweise das, was wir in Ägypten sehen, was ägyptische historische Kultur ist. Das ist der dritte Einschlag. Und was in Griechenland Heroenkultur ist. Alle die Initiierten der dritten Strömung haben sich erhalten als Heroennamen, wie Herkules und so weiter. Sie haben sich weiter erhalten bei uns. Es sind dies die deutschen Heroen, die deutschen Initiierten - wie zum Beispiel in der Sage von Dietrich von Bern, die ganz ähnliche Züge hat wie die griechische Herkules-Sage. Das ist die als Heroenzeit erhaltene Kultur. Das ist die dritte Unterrasse der fünften Wurzelrasse. Sie brachte hervor das, was man die künstlerische Kultur auf den verschiedenen Gebieten nennt, sowohl in Bezug auf Mythenbildung als auch in Bezug auf die plastische Kunst in Asien, Griechenland und auch hier.

[ 29 ] Nun beginnt eine neue Rassenbildung. Die griechische Kultur geht herüber nach Italien. Die neue Rassenbildung beginnt wenige Jahrhunderte vor Christi Geburt und zwar wiederum, indem die semitischen Völkerschaften um das Gestade des Mittelmeeres herumziehen. Es sind immer semitische Einschläge, die ich geschildert habe. Jetzt haben wir die Begründung der lateinischen Rasse, die von dem Christentum befruchtet wird. Diese entwickelt sich bis ins neunte, zehnte Jahrhundert hinein. Da hängt alles von der lateinischen Rasse ab.

[ 30 ] Dann findet neuerdings eine Befruchtung statt durch den Zug der Araber nach dem Westen. Dieses geschieht wiederum aus dunklen Quellen. Mohamed ist nur ein vorgeschobener Posten. Hinter ihm steht die geheime große Loge.

[ 31 ] Und jetzt kommt die germanische Rasse, in der wir gegenwärtig leben. Das ist die Entwicklung der Rassen, die sich radienförmig über die Welt ausbreiten. Die Initiierten-Kolonien haben nie anders gearbeitet als mit völliger Berücksichtigung dessen, was in den betreffenden Gebieten schon vorhanden war.

[ 32 ] Das ist es, was ich als einen großen Überblick habe geben wollen über die Evolution von den Hyperboreern bis in unsere Gegenwart hinein. Aus der Fragenbeantwortung

[ 33 ] Während der Hyperboreer-Zeit wurden solche Sachen vorbereitet, welche in den Schwingungen lagen. Die Menschen hatten damals sozusagen andere Ohren. Ja, sie unterschieden sich durch verschiedene Schwingungsart. Die Ähnlichkeit der Schwingungen machte die Verwandtschaft aus. Die Atlantier hatten schon längst angefangen, sich zu entwickeln, während noch immer Hyperboreer-Entwicklung vorhanden war, sodass tatsächlich auch ein wirklicher Verkehr stattgefunden hat zwischen den Atlantiern, welche in Europa lebten und den Luftmenschen.