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The Rudolf Steiner Archive

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Kosmologie und menschliche Evolution
Innere und Äussere Evolution
GA 91

21 August 1904, Graal

5. Die Wochentage, Einige Hilfsbegriffe

[ 1 ] Zunächst zeigen wir, wie uralt die Feststellungen - gewöhnlich noch in uralte Zeiten hineinragende Tatsachen — sind, die uns täglich umgeben. Beispiel der Wochentage, die aus dem «Gesicht» herausgeschrieben und andererseits aus dem Kosmos herausgeholt sind.

[ 2 ] Aus sieben Prinzipien besteht der Mensch, von denen vier schon ausgebildet sind, drei sind im Werden. Wenn er sich seiner zeitlichen Entwicklung bewusst ist, muss er an die Zahl 7 denken, an das Verhältnis von 3 und 4, Das sollte der Mensch sich täglich vorhalten, das wollten die Okkultisten. Aus diesem Verhältnis von 4 zu 7 sind die Wochentage vom Himmel heruntergeholt. Die Alten haben sich den Kosmos so gedacht: Erde, Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter, Saturn.

[ 3 ] Mit dem kopernikanischen [System] stimmt es allerdings nicht. Es verhält sich damit folgendermaßen: Es kommt drauf an, wo man steht. Kopernikus hat angenommen: Wie bewegen sich die Himmelskörper, wenn man als Mittelpunkt die Sonne annimmt? Die Alten: Wie, wenn man als Mittelpunkt die Erde annimmt? Es hängt nur von der Perspektive ab.

[ 4 ] Die alten okkultistischen Astrologen haben gesagt: Jeder Tag hat vier Haupttageszeiten. Diese sollen den Menschen erinnern an seine vier unteren Prinzipien. Nun haben sie das Verhältnis von 4 zu 7 genommen und es sieben Mal aufgeschrieben. Wir fangen beim Morgen an und gehen von der Sonne aus, weihen den ersten Tag der Sonne; [die Alten] gingen so lange, bis die 7 zu Ende war, immer den Kreislauf herum. Nun benannten sie jeden dieser Tage nach seinem Morgen: Aus dem Morgen, der jedem Planeten geweiht war, ist der Wochentag genommen. Dies ergibt:

[Vormittag - Mond = Montag
Nachmittag — Merkur
Vormitternacht — Venus
Nachmitternacht - Sonne

Vormittag — Mars = Marstag = Tuesday — Tin
Nachmittag — Jupiter
Vormitternacht — Saturn
Nachmitternacht - Mond

Vormittag - Merkur = Mittwoch, Merkurtag, Wednesday — Wotan
Nachmittag — Venus
Vormitternacht — Sonne
Nachmitternacht — Mars

Vormittag — Jupiter = Donnerstag — Donar —, Jupitertag
Nachmittag — Saturn
Vormitternacht - Mond
Nachmitternacht — Merkur

Vormittag — Venus = Freitag, Venustag
Nachmittag — Sonne
Vormitternacht — Mars
Nachmitternacht — Jupiter

Vormittag — Saturn = Samstag, Saturnstag, Saturday
Nachmittag - Mond
Vormitternacht — Merkur
Nachmitternacht — Venus

Vormittag — Sonne = Sonntag
Nachmittag — Mars
Vormitternacht — Jupiter
Nachmitternacht — Saturn]

[ 5 ] Die Zeiteinteilung sollte einen Sinn haben, nicht erwas Unbestimmtes bleiben. Er sollte keine Stunde leben, ohne sich hineinzufügen in das ganze Weltenall, weil der Mensch aus dem Weltenall geboren und mit ihm durch jedes seiner Organe zusammenhängt.

[ 6 ] Wenn ein Schuss irgendwo losgefeuert wird und die Wellenschwingungen entstehen, kommen sie zur Bewusstseinserzeugung durch das Ohr. Es ist darauf eingerichtet, schwingende Luft wahrzunehmen, und hätte keinen Sinn, wenn es keine schwingende Luft gäbe. Der Okkultist sagte daher: Es ist klar, dass es keine solchen Organe gegeben hat, bevor es Luft gab. Daher hängt das Element der Luft mit dem Sinneswerkzeug des Ohrs zusammen. Daher forschte er nach dem Zusammenhang zwischen Element und Sinn. Zu jedem Element gehört ein Sinn. Die Wahrnehmung des Tones gehört früher als das Ohr — denn der Mensch konnte früher mit dem Äther-Ohr wahrnehmen. Im Äther-Ohr ist ein viel unendlich feinerer Ton gewesen; und ein anderes Werkzeug, ein anderes Wahrnehmungsorgan gab es in der ersten Rasse, das sich in der zweiten Rasse zum heutigen Ohr umwandelte. Ebenso ist es mit andern Organen gegangen.

[ 7 ] Das erste Element, das um uns vorhanden ist, ist die Erde, das Feste. Das zweite Element ist das Wasser, was man in der Physik das Flüssige nennt. Das dritte Element ist das Feuer, das vierte die Luft, das fünfte der Äther. Zu diesen fünf Elementen stehen die menschlichen Sinneswerkzeuge in einem ganz bestimmten Verhältnis. Zu der Erde der Sinn des Geruchs. Bevor es ein Festes gegeben hat, konnte es keinen Geruchssinn geben. Die Söhne des Feuernebels und Wassers hatten ihn nicht. Nur, was als Festes verdampft, kann gerochen werden.

[ 8 ] Das Wasser steht in mystischer Beziehung zum Sinn des Geschmacks. Das Feuer zum Gesicht. Luft zum Gefühl, der Äther zum Gehör. Wie die erste Wurzelrasse war, ging der Äther in Luft über, und da verwandelte sich der feinere Gehörsinn, den die Menschen im Anfang hatten, in den physischen Sinn, und zugleich entstand der Sinn für das Gefühl, das erst als Temperatur wahrnehmbar war — Wärmesinn. So wie der Wärmesinn dazumal war, gibt es kein Organ heute, es ist verkümmert. Aus der Öffnung im Schädel stand ein trichterförmiges Organ heraus — jetzt Zirbeldrüse, das er herausstreckte. Nach und nach wird der Wärmesinn physischer und — es kommt die Feuernebel-Zeit — verwandelt sich in ein Organ, das nicht nur warm und kalt, sondern Hell und Dunkel wahrnehmen kann und auch Farbenunterschiede: ein Auge, Gesichtssinn.

[ 9 ] Indem die Wasserzeit beginnt, ist dieser eine Gesichtssinn noch vorhanden — Zyklopen. Dann war allmählich ein Neues zum Gesichtssinn hinzugetreten: der Sinn des Geschmacks; und gleichzeitig, wie sich das Wasser verdichtet, wie es wird. Solange der Mensch in der Luft lebte, gab es keine Möglichkeit, Entfernungen zu sehen. Erst mit der Verfestigung der Erde beginnt die Notwendigkeit, Entfernungen wahrzunehmen. Man kann Entfernungen nur wahrnehmen, wenn man zwei Augen hat, sie verhalten sich wie ein Stereoskop, machen die Dinge körperlich, runden sie. - Mit einem Auge würden Sie die Dinge sehen wie auf eine Wand gemalt. — Das wird bewirkt durch den Schnitt der Aug-Achsen. Es bilden sich anstatt des einen Stirnauges zwei Augen. Ungefähr in der letzten lemurischen Zeit.

[ 10 ] Dadurch bildet sich auch die Fähigkeit, den Gefühlssinn anzupassen an das, was als Entfernung wahrgenommen wird. Und zuallerletzt bildet sich der Geruchssinn in der atlantischen Zeit.

[ 11 ] Ein immer sich steigerndes Festerwerden haben wir also in der Entwicklung der Erde und mit ihr eine Ausbildung der entsprechenden fünf Sinne.

[ 12 ] Noch früher, bevor der Mensch den Gehörsinn des Äthers hatte, hatte er noch einen anderen. In Wahrheit haben wir sieben Elemente, zwei noch höhere und feinere Elemente als Äther: das göttliche Feuer — und noch höher = Akasha.

[ 13 ] In der Zukunft ändern sich die Sinne ebenso. Und wie jetzt der Gehörsinn der höchste ist, werden noch höhere entstehen. Der Gehörsinn ist schon in Entwicklung begriffen. Während der atlantischen Zeit hat sich die Sprache entwickelt; in der allerletzten lemurischen Unterrasse fing es an. Das erste Sprechen war nur ein Ausdruck von Lust und Unlust. Der Empfindungslaut verbindet sich allmählich mit dem Wesen, das ein Gefühl hervorruft, und so geht allmählich die Bezeichnungssprache hervor.

[ 14 ] Erst wurden Gefühle, Gegenstände, dann Vorstellungen und zuletzt erst (so recht bei den Ursemiten) abstrakte Gedanken bezeichnet.

[ 15 ] Ebenso wird sich weiterhin der Gefühlssinn umändern und eine neue Fähigkeit erlangen, das Astralische wahrnehmen zu können, der die «göttliche Flamme» wahrnehmen wird. Er hat eine ganz bestimmte Beziehung zum menschlichen Herzen. Es wird einen unmittelbaren Eindruck empfangen von der Empfindung des Mitwesens.

[ 16 ] Ebenso wird der spirituelle Sinn — die in der Rückbildung begriffene Zirbeldrüse — sich in ganz anderer Form entwickeln und im Akasha wahrnehmen. Als eine leuchtende Strahlenkrone wird man ihn sehen; man nennt dieses Organ: das Kundalini-Licht. — Der sich im Äther bewegende Mensch konnte wahrnehmen das sich im Tone bewegende Wort, das sich später zur Erde verfestigte; er vernahm die Sphärenharmonie.

[ 17 ] Dieses Bewusstsein, dass der Mensch kein einzelnes Sonderwesen ist, drückten die alten Lehrer so aus, dass sie ihn fortwährend erinnerten an seinen Zusammenhang mit der ganzen Sternenwelt.