Kosmologie und menschliche Evolution
Notizen und Ausarbeitungen von Mathilde Scholl
Die Manifestation des Welten-Ich
GA 91
21 September 1906, Landin
27. Zahl und Offenbarung I
[ 1 ] Die Bahn der Erde um die Sonne ist eine Ellipse. So beschreibt alles physische Leben eine Ellipse, in deren einem Brennpunkt der geistige Ausgangspunkt alles Physischen liegt. Der andere Brennpunkt deutet die höchste Ausgestaltung des Physischen an. Das Physische ist der Gegenpol des Geistigen. Ohne Geistiges würde es kein Physisches geben.
[ 2 ] Aus dem Geistigen strömt alles Physische hervor. Während das Physische ganz und gar von dem Geistigen abhängig ist, besteht dagegen in der Seelenwelt, in dem Astralen und dem Astralkörper des Menschen eine gewisse Selbstständigkeit.
[ 3 ] Im physischen Körper unterscheiden wir die zwei Pole, den einen im Gehirn konzentriert, den andern in den Reproduktionskräften, den einen geistig, den andern physisch. Diese beiden Pole sind im Physischen verbunden. Im Astralkörper ist aber das Bestreben nach Unabhängigkeit. Es bildet sich ein besonderer Mittelpunkt zwischen dem Physischen und Geistigen, der beide in sich zu vereinigen bestrebt ist. Der Astralkörper ist teils nach dem Geistigen, teils nach dem Physischen hin geordnet, und dabei hat er das Streben nach Selbstständigkeit. Dadurch entsteht im Astralkörper die Bewegung der Lemniskate, wodurch er teils nach dem Geistigen, teils nach demPhysischen hinströmt.
[ 4 ] Es sind also im Astralkörper zunächst drei Zentren. Das Zentrum des Physischen bildet den einen Pol, das Zentrum des Geistigen bildet den anderen Pol; und das Zentrum, in dem sich die Strömungen kreuzen, steht in der Mitte zwischen den beiden Polen. Es liegt in dieser Strömung des Astralkörpers das Bestreben nach Aneignung des Geistigen, während in der Bahn, die das physische Leben beschreibt, das Abwenden vom Geistigen ausgedrückt ist. Während wir das physische Leben nur erkennen durch das Anschauen von außen, von der Peripherie, strömt das astrale Leben durch uns hindurch in der Form der Lemniskate; es zieht wie ein Panorama an uns vorbei. Zum Erkennen des Physischen ist der Raum notwendig, zum Erkennen des Astralen die Zeit, weil da der Raum selbst beweglich ist und an uns vorbeizieht, durch uns hindurchzieht. Darum erscheinen alle Gefühle, Leidenschaften und dergleichen dort als uns entgegenkommend, weil sie allerdings von uns ausströmen, aber in der Richtung der Schleife, der Lemniskate auch wieder in uns einströmen. Darum erscheint im Astralen alles wie ein Spiegelbild, weil das von uns Ausgeströmte wieder auf uns zu strömt.
[ 5 ] Je mehr der Mensch sich vergeistigt, desto kleiner wird die um den physischen Pol sich ziehende Schleife der Lemniskate, und desto mehr nähert sich die Schleife um den geistigen Pol der Gestalt des Kreises. Das geistige Leben verläuft ganz in sich selbst abgeschlossen. Es ist ein Ganzes, was von dem Mittelpunkt ausstrahlt. Dort sind Mittelpunkt und Umkreis immer verbunden. Es ist das Leben im Mittelpunkt selbst, welches von dort zur Peripherie ausströmt. Darum ist die Linie des geistigen Lebens der Kreis oder auch der Punkt. Denn das Geistige hat ebensowohl die größte wie die geringste Ausdehnung. Da liegt in jedem Punkt die Kraft, sich über das Ganze auszubreiten.Da ist die Kraft nach allen Richtungen gleich verteilt, und das Geistige schöpft die Kraft aus sich selbst, aus dem eigenen Mittelpunkt. Das geistige Leben erscheint daher in seiner Einheit zunächst dem Menschen als Ton, weil der Ton der Ausdruck einer in sich geschlossenen, aus sich selbst hervorgehenden, gleichmäßigen Kraft ist, die in dem bestimmten Rhythmus eines Tones zum Ausdruck kommt.
[ 6 ] In der Astralwelt ist ein ewiger Wechsel; dort ziehen die astralen Gebilde gleich Wolken oder Bildern nacheinander vorüber. In der Geisteswelt erscheint die geistige Kraft als Ton, da der Ton nicht an Raum und Zeit gebunden ist. Wenn ein Ton erschallt, erfüllt er den ganzen Raum; er ist nicht an einen bestimmten Ort gebunden. Der Anfang seines Erklingens bildet das Zentrum einer unbegrenzten Kraftäußerung. Jeder Ton erfüllt mit seinen Schwingungen das ganze Weltall. Dass wir nicht alle Töne aus der Ferne vernehmen, liegt daran, dass unser Ohr nicht fein genug organisiert ist, um die feinsten Schwingungen aufzunehmen. Wer seine Seelenorgane so weit ausgebildet hat, der hört den Ton, der entsteht durch das Zusammenklingen allen Lebens auf der Erde, den Weltenton. Wie sehr im Ton die Einheit sich ausdrückt, das erkennen wir auch daran, dass verschiedene zugleich erklingende Töne sofort einen Gesamtton, den Akkord bilden. In der Welt des Tons besteht die größte Mannigfaltigkeit der Abstufung der Kraft nach, aber auch die größte Einheit aller Kräfte. Darum ist der Ton dasjenige, was der Geisteswelt entspricht. Auch der geistige Mensch hat viele Kräfte, aber sie erklingen alle zusammen als eine Kraft in seiner Individualität. Seine geistigen Kräfte sind wie die einzelnen Töne einer ganzen Tonsymphonie, aber seine Individualität ist der Ton, aus dem sie alle hervorgehen und in dem sie alle ausklingen.
[ 7 ] Die Welt des Physischen ist die Welt des Gewordenen; die Welt des Astralen ist die Welt des Werdenden; die Welt des Geistes ist die Welt des Entstehenden ©. Die Welt des Entstehenden, des Tones, gestaltet aus sich heraus die Welt des Gewordenen © als Reflex, in den Gestalten. Die Welt des Werdenden verbindet die beiden Welten ©O. Sie flutet vor der Seele des Menschen dahin wie die Bilder eines Panoramas.
[ 8 ] In der Kunst stellt die Skulptur dar die Welt des Gewordenen, des Physischen. Die Malerei stellt dar die Welt des Werdenden, die Astralwelt; die Musik stellt dar die Welt des Entstehenden, die Geistwelt.
[ 9 ] Die Lemniskate ist deshalb auch die Linie für das Seelenleben des Menschen, weil sie in ihrem Kreuzungspunkt das Ich darstellt, durch das [einerseits] alle höheren Kräfte in den Menschen hineingeleitet werden und welches andererseits in der physischen Welt die Erfahrungen sammelt, um sie wieder sich einzuverleiben. So ziehen fortwährend, in der Richtung der Lemniskate, höhere Kräfte durch das Ich hindurch und ebenso die Erfahrungen, die es durch Hinabtauchen in das Physische gesammelt hat. Der Kreuzungspunkt der Lemniskate ist der Punkt, an dem die physische und die Geisteswelt sich kreuzen im Ich des Menschen. Wenn der Mensch sich ganz vergeistigt hat, dann braucht er keine Erfahrungen mehr in der physischen Welt zu sammeln, dann geht die seelische Lemniskate in die geistige Form des Kreises über und das Aus- und Einströmen verwandelt sich dann in ein fortwährendes Ausströmen der Geisteskräfte aus dem Mittelpunkt.
[ 10 ] Das Übergehen des Geistigen in das Seelische bedeutet das Übergehen der Einheit in die Zahl, die Offenbarung. In der Mathematik stellt die Multiplikation dies dar. Die Lemniskate entsteht auch durch Multiplikation einer Kraft. Die Verwandlung des Kreises in die Lemniskate stellt das Übergehen aus der Einheit in die Multiplikation dar.
[ 11 ] Wenn die im Seelischen sich offenbarenden Kräfte sich wieder zusammenschließen in die geistige Einheit, so entspricht dies einer Division. Der Kreis, welcher das Bild des Geistigen ist, ist auch durch Division einer Kraft durch eine andere entstanden. Multiplikation, Übergehen in die Zahl, bedeutet also Offenbarung; und Division, Übergehen der Zahl in die Einheit, bedeutet das Hinabtauchen in den Urquell der offenbarten Kräfte.
[ 12 ] Die Kreuzung der Lemniskate ist deshalb das Zeichen für die Multiplikation, die Offenbarung; die beiden Brennpunkte sind das Zeichen für die Division. Aus der Zahl soll übergegangen werden in die Einheit.
[ 13 ] Die Ellipse, die Linie des physischen Lebens, entsteht durch Zusammenwirken von zwei Kräften, die in den beiden Brennpunkten der Ellipse zentriert sind. Die Ellipse beschreibt gerade die Linie, die entsteht durch Addition dieser beiden Kräfte. Also entsteht die Ellipse durch Addition von zwei Kräften. Diese zwei Kräfte, von denen die eine das Abwenden vom Geiste darstellt, die andere das Einströmen des Geistes, werden durch das Zeichen der Addition dargestellt, das Kreuz.
[ 14 ] Nun hat der Mensch zur selbstständigen Entwicklung seines Lebens einen Teil der Geisteskraft, des Geisteslebens mitbekommen, um seine ganze Individualität in ihrer Einzelerscheinung als freies Wesen möglich zu machen. Das ist die eigene Lebenskraft in ihm, die seinem Ich angegliedert ist, im Unterschied von der allgemeinen Lebenskraft im Kosmos. Er selbst besitzt für sich einen Teil der kosmischen Lebenskraft, welcher fortwährend aus der kosmischen Kraftquelle erneuert wird. Das Ausströmen der eigenen Lebenskraft des menschlichen Prana und das Entgegenströmen des kosmischen Prana findet mathematisch seinen Ausdruck in der Hyperbel, den beiden einander entgegenstrebenden Kurven. Da sind die Brennpunkte getrennt, nicht eingeschlossen.
[ 15 ] Sie entsteht, indem man eine Kraft von einer andern fortnimmt, also durch Subtraktion. Das Zeichen für die Subtraktion ist die gerade Linie, der Durchmesser des Kreises, welcher eine Hälfte von der anderen trennt.
[ 16 ] So finden wir also sowohl in den Zeichen der gewöhnlichen Arithmetik als auch in den geometrischen Figuren die größten Weltengeheimnisse, die Geheimnisse des Lebens verborgen.
[ 17 ] ist das Zeichen für das physische Leben,
[ 18 ] ist die geometrische Figur dafür.
[ 19 ] ist das Zeichen für das menschliche Prâna.
[ 20 ] ist die geometrische Figur dafür.
[ 21 ] ist das Zeichen für den Astralkörper mit dem Ich, für die Seele des Menschen.
[ 22 ] ist die geometrische Figur dafür.
[ 23 ] ist das Zeichen für den Geist;
[ 24 ] ist die geometrische Figur dafür.
[ 25 ] In der physischen Entwicklung entsteht durch Zusammentreten von zwei Kräften die Möglichkeit zu einem neuen physischen Lebewesen. Die Entstehung eines neuen physischen Lebewesens ist die Addition der väterlichen und mütterlichen Kraft. Zur Selbstständigkeit ersteht das neue physische Lebewesen durch Subtraktion—indem es einen Teil der mütterlichen Kräfte zu seinen eigenen macht, sie dem mütterlichen Organismus entzieht.
[ 26 ] Der geistige Wesenskern eines Menschen entsteht aber durch Multiplikation des Weltengeistes, indem der Weltgeist sich selbst vervielfältigt. Er strömt aus sich aus und strömt wieder in sich ein, indem die beiden Strömungen sich kreuzen. An dem Kreuzungspunkt bildet sich das neue Geistwesen, das Ich des Menschen.
[ 27 ] Dieses Ich des Menschen erreicht seine Selbstständigkeit durch Division, indem es sich vereinigt mit dem Weltengeist:
oder
. So ist also das Zeichen für neues, physisches Leben dieses: \(+\), das Zeichen für neues geistiges Leben dieses: \(\times\).
[ 28 ] Das Zeichen für selbstständig gewordenes physisches Leben ist dieses \(-\); das Zeichen für die Vollendung des individuellen Geistes dies:
oder
.
[ 29 ] Das Zeichen für das entstehende und selbstständig gewordene höhere Selbst ist dieses: \(⦻\)
[ 30 ] Während
oder
das Leben, das Selbst, darstellt und \(\times\) die Offenbarung des Lebens, die Zahl, so stellt die Linie \(-\) oder \(|\) auch das zum Lichte drängende Einzelwesen dar, das Aufstreben zur Weisheit; und \(+\) stellt dar im höheren Sinne das Zusammenströmen der Kräfte in der physischen Natur, sich äußernd als chemische Wahlverwandtschaft, als Wärmeausströmung und im Menschen- und Tierreich als Liebe.
[ 31 ] Gegenüber stehen sich die Vervielfältigung im Physischen durch Addition, durch Zusammentreten von zwei Kräften, und die Vervielfältigung im Geistigen durch Multiplikation, durch Offenbarung der einen Kraft in ihrer eigenen Entfaltung und Hingabe. Die Addition ist der Ausdruck der Reproduktion auf physischem Gebiet; die Multiplikation ist der Ausdruck der Reproduktion auf geistigem Gebiet. Die Division ist der Ausdruck der Entwicklung der einzelnen Individualität im Geistigen. Die Subtraktion stellt dar die Entwicklung des einzelnen Wesens im Physischen. Bei der Subtraktion findet das Entgegengesetzte statt wie bei der Division. Bei der Subtraktion trennt sich eine Kraft von einer andern, löst sich von ihr los. Bei der Division gibt eine Kraft selbst ihre Kraftäußerung auf und nicht sich in sich selbst zurück. Bei der Subtraktion findet also statt Kraftteilung und Kraftverminderung zur Heranbildung einer neuen Einheit; bei der Division Kraftverstärkung durch Konzentrierung der ganzen Kraft in der Einheit.
[ 32 ] Während in der physischen Welt die Persönlichkeit entsteht durch Addition und Subtraktion, \(+\) und \(-\), entwickelt sich in der geistigen Welt die Individualität durch Multiplikation des einen Lebens, des Selbstes; und durch Division Einziehen dieses individuellen Lebens in den Punkt oder Kreis, \(\times\) und
. Das ganze physische und geistige Wesen, welches also einerseits aus dem Zusammenströmen der zwei physischen Kräfte durch Liebe und dem Entfalten der einen geistigen Kraft durch das Selbst entsteht, wäre also darzustellen durch dieses Zeichen:
[ 33 ] das Kreuz des Geistigen und das Kreuz des Physischen, der Entfaltung und des Zusammenströmens. Wenn wir diese [Kreuze] zu einem Ganzen verbinden, entsteht folgendes Zeichen:
[ 34 ] oder, wenn wir nur das Zusammenwirken ausdrücken:
[ 35 ] Das herausgestaltete Geistwesen wird dargestellt durch den Kreis, das herausgestaltete physische Wesen durch die Linie. Also bildet das herausgestaltete geistige Wesen in der physischen Verkörperung den Kreis mit dem Durchmesser, den Kreis und die gerade Linie
[ 36 ] Aus der [Geheimlehre] geht hervor, dass das Verhältnis des Kreises zum Durchmesser, die Zahl x das Verhältnis ausdrückt, in dem der Weltengeist zur Schöpfung steht. Also drückt auch die Zahl x das Verhältnis der geistigen Individualität des Menschen in ihrer Vollkommenheit zu dem Hervorgehen der einzelnen Inkarnationen aus.
[ 37 ] Hierin liegt noch etwas anderes verborgen. Der Durchmesser des Kreises ist eine gerade Linie. Die unendliche gerade Linie bildet einen Kreis, denn wir können uns denken, dass ein Kreisumfang in der Unendlichkeit so groß ist, dass die Krümmung ganz verschwindet.
[ 38 ] Da nun der Durchmesser mit der Zahl x multipliziert den Umfang des Kreises ergibt, so zeigt also die Zahl x an, um wie viel die gerade Linie gekrümmt werden muss, um mit dem Kreisumfang zusammenzufallen, oder umgekehrt, um wie viel die Krümmung des Kreises verringert werden muss, um sich mit der geraden Linie zu decken. Ferner zeigt die Zahl \(\pi\), in welcher Weise der Geist sich verwandeln muss, um ins Physische überzugehen, oder umgekehrt, wie das Physische mit der Zahl \(\pi\) multipliziert das Geistige ergibt. Die Zahl x ist also der Ausdruck der Verwandlung von dem Durchmesser — in den Kreis - oder umgekehrt, von der Offenbarung der Schöpferkraft in der Schöpfung und von dem Zurückgehen der Gestaltenwelt in die geistige Kraft, von dem Hervorgehen der Persönlichkeit aus der Individualität und von dem Zurückkehren der Persönlichkeit in die Individualität. Es ist die Zahl unserer Menschwerdung auf der Erde und die Zahl unserer Gottwerdung in der Geisteswelt.
[ 39 ] In der Unendlichkeit sind gerade Linie und Kreis eins; so werden auch einmal Schöpfer und Schöpfung ganz eins werden, so wird auch das Geistige und Physische im Menschen einmal ganz eins werden.
[ 40 ] Die Zahl \(\pi\) ist \(3,1415\) und so weiter. Es heißt in der Geheimlehre, dass aus dem Einen hervortraten die Drei (\(3\)), die Eins (\(1\)), die Vier (\(4\)), die Eins (\(1\)), die Fünf (\(5\)), die zweimal Sieben, die Gesamtsumme. Aus diesen Zahlen sind alle andern Zahlen zusammengesetzt. Nun werden diese zusammen als \(14\) gezählt, wenn man die zweimal \(1\) mitzählt, oder als \(12\), wenn man die Eins als Nichtzahl ansieht und sie nicht mitzählt. Die Eins ist ja der Ursprung der anderen Zahlen, aber selbst nicht eigentlich Zahl; wenn man die Eins mit sich selbst multipliziert, bleibt sie immer Eins; sie vermehrt sich nicht durch Multiplikation und vermindert sich nicht durch Division; deshalb ist sie sich selbst ewig gleich und das Urbild aller Einheit.
[ 41 ] So können wir die Zahl \(\pi\) — \(3,1415\) und so weiter — auffassen in der Weise: Es geht aus der Einheit hervor zunächst die Dreiheit
, dann bringt die Einheit wieder hervor die Vier
; dann bringt die Einheit wieder hervor die Fünf
, das Pentagramm, und damit ist der Grund gelegt zu aller Entfaltung in der Zahl, zu aller Offenbarung. Durch Teilung der \(4\) entsteht die \(2\); durch Zusammensetzen der \(4\) mit sich selbst die \(8\); mit der Drei zusammen entsteht daraus die \(7\), mit der \(5\) zusammen die \(9\).
[ 42 ] So entsteht auch aus der Multiplikation oder Addition der andern Zahlen die ganze Welt der Zahlen. Aus dieser ersten Offenbarung, die das Verhältnis des Durchmessers zum Kreis ausdrückt — oder des Offenbarten zum Ursprung der Offenbarung \(-\), entsteht dann alles, was ist.
[ 43 ] Die erste Offenbarung, die erste Zahl ist die \(3\), weil die \(3\) die erste Zahl ist, die die Einheit widerspiegelt. Die 2 spiegelt nicht die Einheit wider, aber wohl die 3
.
[ 44 ] So ist auch die
eine Einheit und auch die
, aber alles, was darüber hinausgeht in der Zahlenwelt, ist keine Einheit mehr. Es ist alle weitere Offenbarung eine Zusammensetzung dieser ersten Einheit, zum Beispiel die 6
, die 7 🔯.
[ 45 ] Die erste Offenbarung, die aus der Eins hervorging, stellt dar das höhere Selbst des Menschen, Atma, Budhi, Manas, die Drei
.
[ 46 ] Die zweite Offenbarung war das, worin diese Drei wirken sollte, der physische, ätherische und astrale Körper und das Ich, die Verbindung des Astralkörpers mit Manas, die Vier
.
[ 47 ] Aus der Drei und der Vier entstanden der Art der Kräfte nach Sieben, aber diese kamen zum Ausdruck in der nächsten Offenbarung als die Fünf , das Pentagramm.
[ 48 ] Die erste Fünf, das Pentagramm, ist die Zusammenwirkung der Drei und der Vier. Dass die sieben Kräfte im Menschen so zusammenwirken, stellt auch die menschliche Gestalt dar: oben das Haupt, dann die ausgebreiteten Arme und unten die Füße. Es ist der Mensch im Raume stehend, mit ausgebreiteten Armen. Die sieben im Menschen ruhenden geistigen Kräfte kommen im Raume als das Pentagramm zum Ausdruck. Mit den Füßen steht er im Physischen; die Linien des Pentagramms laufen von den Füßen zum Kopf, verbinden also das Physische mit dem Geistigen, und zu den Händen. Die Hände stellen das Seelische dar, welches sich dem Physischen und dem Geistigen zuwenden kann. Daher die freie Bewegung der Arme und die Drehung der Hände. Mit den Armen und Händen kann der Mensch im Physischen sich betätigen, und er kann sich emporheben zum Geistigen, um dort Kraft aufzunehmen. Das Nehmen aus der Geisteswelt und das Geben an die physische Welt ist in den Armen und Händen ausgedrückt.
[ 49 ] Nun ist die Vollendung des Menschen in der Zahl \(10\) zu sehen. In der Zahl \(5\), dem Pentagramm, ist die Hälfte der Vollendung zu erblicken. Auch in den zweimal 5 der Gliederung der Hände und Füße ist dies angedeutet, dass 5 die Hälfte des eigentlichen Menschen ausdrückt. Wie beim ganzen physischen Menschen linker Fuß zu rechtem Fuß gehört, und beim ganzen seelischen Menschen die linke Hand zur rechten Hand — um etwas Vollkommenes darzustellen — gehört, so gehört zu der Vollendung des im Pentagramm ausgedrückten Menschen noch eine Ergänzung, also noch fünf, um die Zahl der Vollendung, \(10\), herbeizuführen. Das Pentagramm stellt auch den Punkt in der Weltentwicklung dar, an dem sie angelangt ist auf ihrem tiefsten Punkt, denn, nachdem die Hälfte der Vollendung erlangt war in der \(5\), war jede weitere Entwicklung ein Ergänzen dieser Hälfte und folglich ein Aufstieg zur Vollendung.
[ 50 ] Eine Kraft kann sich immer nur bis zu ihrer Hälfte offenbaren, weiter ist eine Offenbarung nicht möglich. So stellt also das Pentagramm die Hälfte der Urkraft dar, die in der vollkommenen Zahl \(10\), dem Kreis mit dem Durchmesser, zu erkennen ist. Nun war die Zahl \(5\) der Ausdruck von \(7\) zusammenwirkenden Kräften. Ebenso ist die Zahl 10 der Ausdruck von \(14\) zusammenwirkenden Kräften. Der Abstieg des Menschen bis zum tiefsten Punkt geschah in der Ordnung der Zahl \(7\); ihm wurden gegeben 7 Kräfte: Atma, Budhi, Manas, das Ich, der Astralleib, Ätherleib und physischer Leib. Auf derselben Stufenleiter von Kräften muss er nun aufsteigen, indem er anfängt beim Ich, indem er dann mit dem Manas den Astralleib umwandelt und sich zu eigen macht, indem er dann mit Budhi den Ätherleib durchtränkt und unsterblich macht und ferner mit Atma den physischen Leib. Hat er so mit den \(7\) Kräften, die ihm von der Gottheit gegeben sind und die in ihrem Zusammenfließen in dem Pentagramm zum Ausdruck kommen, den Aufstieg vorgenommen und die Vollendung erreicht, so drückt sich diese Vollendung, die durch \(7\) Stufen des Abstiegs und \(7\) Stufen des Aufstiegs erreicht wurde, also durch \(14\) Stufen, in der Zahl der Vollendung, der \(10\) aus, dem &
[ 51 ] Es ist der Mensch, der in die Gottheit eingegangen ist. Weil die \(5\) die Zahl der äußersten Offenbarung ist, gibt es keine neue Zahl über die \(5\) hinaus, die nicht aus den andern vorhergehenden zusammengesetzt ist, und unter den zusammengesetzten Zahlen gibt es keine über die 10 hinaus. Sie ist die vollkommene Zahl, die Zahl der Vollkommenheit, so wie die 5 die Zahl der Offenbarung ist. Alle Zahlen bewegen sich zwischen diesen beiden \(1\) bis \(5\) und \(5\) bis \(10\), \(10\) bis \(15\) bis \(2 \times 10\) und so fort. So stellen also die zehn Zahlen alles dar, was im Kosmos ist, und die Zahl \(10\) die Geschlossenheit des Ganzen und die Zahl 5 die Offenbarung des Ganzen. Die Kräfte, die sich in der \(5\) äußern, sind sieben; das Zusammenwirken von
und
der ersten beiden offenbarten Zahlen, die Kräfte, die in der \(10\) enthalten sind, sind \(2 \times 7 = 14\), die \(7\) von Gott ausgehenden und die \(7\) als vom Menschen sich zu eigen gemachten.
[ 52 ] Wenn man aber die offenbarten Zahlen selbst zählt, so sind es \(3\), \(4\), \(5\) — oder zusammen 

, dazwischen das Zurücktreten in die Einheit \(3\), \(1\), \(4\), \(1\), \(5\). Der Zahl nach kommen also im Kosmos \(3 + 4 + 5 = 12\) Kräfte zum Ausdruck; der geistigen Wirkung nach \(14\), \(7\) beim Abstieg, \(7\) beim Aufstieg; der Offenbarung nach \(5\), geometrisch dargestellt im Pentagramm, der Vollendung nach \(10\), der Kreis mit dem Durchmesser.
[ 53 ] Die sieben Kräfte kommen zum Ausdruck in allen Erscheinungen
[ 54 ] in der Welt, zum Beispiel in den sieben Wochentagen, den sieben Farben, den sieben Tönen.
[ 55 ] Ein schönes Zusammenwirken der sieben Töne erfolgt auch nach den Gesetzen der Offenbarung in der Zahl. Die Harmonie beruht auf dem richtigen Zusammenklingen in den Akkorden: Dur-Dreiklang, Moll-Dreiklang und Septimen-Akkord. Beim Dreiklang können wir drei Töne erklingen lassen, die Prime, die große oder die kleine Terz und die Quinte, also den ersten, dritten und fünften Ton. Mit der Oktave bilden die zusammen vier. Die Oktave ist die Wiederholung der Prime. Beim Septimenakkord erklingen vier verschiedene Töne, die Prime, Terz, Quinte und Septime und als Wiederholung der Prime die Oktave. Bei dem Dreiklang bilden also drei Töne und die Wiederholung des ersten eine Harmonie, bei dem Septimenakkord vier Töne und die Wiederholung des ersten Tones. Der Dreiklang stellt dar die Dreiheit im Menschen — Atma, Budhi, Manas —, der SeptimenAkkord stellt dar die Vereinigung der vier Kräfte im Menschen. Die Auflösung des Septimen-Akkords in den Dreiklang ist das Übergehen der vier Kräfte des Menschen in die höheren drei: Atma, Budhi, Manas. Prime und Oktave sind bei den Akkorden dasselbe, wie das ‹Ich› beim Menschen dasselbe ist, ob es nun erklingt in dem Septimenakkord der physischen Welt oder in dem Dreiklang der Geisteswelt.
[ 56 ] Die Summe der offenbarten Zahlen ist \((3 + 4 + 5) = 12\), entsprechend den zwölf Tierkreiszeichen, durch welche die Sonne hindurchgeht. Die Zahl der Offenbarung ist \(5\); die Zahl der Vollendung ist \(10\), die Zahl des ganzen Aufstiegs bis zur Vollendung ist \(9\), die Zahl der in den Menschen versenkten Kräfte ist \(7\), die Zahl der ihm gegebenen und der von ihm sich zu eigen gemachten Kräfte ist zusammen \(14\), die Gesamtzahl der offenbarten Zahlen \((3, 4, 5) = 12\).
[ 57 ] Dies ist die Zahl der Bewusstseinsstufen, durch die der Mensch hindurchgeht: \(7\) bis zur Vollendung als Mensch, \(5\) über die Menschenentwicklung hinaus, \(7\) im Manvantara, \(5\) im Pralaya.
[ 58 ] Nachdem er alle Bewusstseinsstufen des Manvantara und Pralaya durchgemacht hat, hat er alle Kräfte des Logos in sich aufgenommen und geht hervor als der Dreizehnte, als neuer Logos. Diese zwölf Bewusstseinsstufen stellen dar den Tierkreis, durch den die Sonne vorwärts schreitet, und die zwölf Apostel, aus deren Mitte Christus als Dreizehnter hervorging. Auch die zwölf Stämme Israels, die zwölf Monate, die zwölf Stunden des Tages und der Nacht stellen diese zwölf Bewusstseinsstufen dar. Alles, was mit dem Geiste des Menschen zu tun hat, verläuft nach der Zwölfzahl — als Jesus zwölf Jahre alt war, lehrte er zum ersten Mal im Tempel. Die Bewusstseinsentwicklung der Menschheit schreitet fort mit der Sonne und macht eine neue Stufe durch beim Durchgang durch jedes Tierkreisbild.
[ 59 ] Alles, was mit dem Ich des Menschen zu tun hat, verläuft nach der Siebenzahl. Nach sieben Kräften entwickelt sich der Mensch beim Abstieg und Aufstieg. Dasjenige Prinzip, welches beim Menschen das Ich aufnahm und zuerst ihm als Kraft diente, ist das Kama, und das Kama bekam der Mensch vom Monde. In dem Einfluss des Mondes auf den Menschen herrscht die Zahl \(7\). Die Mondumdrehung um die Erde geschieht in \(4 \times 7\) Tagen. Der Einfluss des Mondes kommt zum Ausdruck in den \(4 \times 7\) Tagen des Monats und in den \(7\) Wochentagen. Also finden wir das Geistesleben geordnet nach dem Einfluss der Sonne und des Tierkreises, nach \(12 \times 30\) Tagen = \(360\) Tagen, nach \(12\) Monaten, \(12\) Tag- und Nachtstunden, \(5 \times 12\) Minuten in der Stunde, \(5 \times 12\) Sekunden in der Minute und so weiter. Das Leben des Ich im Kama finden wir geordnet nach dem Einfluss des Mondes und der \(7\) Planeten in den \(7\) Wochentagen und den \(4 \times 7\) Tagen des Monats.
[ 60 ] Die Zahl des physischen und geistigen Menschen in der Verkörperung ist \(5\), das Pentagramm; also kommen die \(12\) Geisteskräfte — die Sonnenkräfte — und die \(7\) Ichkräfte heran auf der Erde in der Fünf, im Pentagramm, der Zahl der Offenbarung, welche durch den Aufstieg ihre Ergänzung und Vollendung findet.
[ 61 ] Die Vereinigung der \(7\) Ichkräfte mit der \(5\) stellt wieder symbolisch die höheren \(12\) Kräfte dar. So, wie die \(7\) Kräfte zum Ausdruck kommen im Physischen im Pentagramm, bei der Mitte des Manvantaras, so kommen sie in \(5\) Bewusstseinsstufen zum Ausdruck während des Pralayas. Es gibt nichts in der physischen Welt, was nicht ein Spiegelbild der Geisteswelt ist.
[ 62 ] Um uns liegt die ganze Geisteswelt in der physischen ausgebreitet. Dort ist die Offenbarung des Geistigen.
