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Human Development and Christ-Knowledge
GA 100

20 June 1907, Kassel

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Theosophie und Rosenkreuzertum V

Theosophy and Rosicrucianism V

[ 1 ] Es wird uns heute obliegen, den Menschen während seines Aufenthaltes im Devachan zwischen Tod und Wiederverkörperung etwas zu charakterisieren. Da müssen wir uns zunächst einmal einen Begriff davon machen, was eigentlich der Mensch erreicht durch das, was er zunächst für sich selbst tut in der Zeit, in welcher er durch diese geistige Welt hindurchgeht. Wir bekommen am leichtesten eine Vorstellung davon, wenn wir einmal das Verhältnis zweier Dinge uns vergegenwärtigen: nämlich das Verhältnis von dem, was wir erleben, zu dem, was aus dem Erlebten wird, und zwar zunächst erst einmal in der Zeit zwischen Geburt und Tod. Bedenken Sie einmal, was Sie alles durchzumachen haben, wenn Sie zum Beispiel schreiben lernen. Sie würden Schwierigkeiten haben, das im Auge zu behalten, was Sie alles in sich aufnehmen mußten an Fertigkeiten, bis Sie damals diese edle Kunst des Schreibens erlernt hatten. Denken Sie an alle Ermahnungen und vielleicht auch an den Zorn der Lehrer. Das alles ist an Ihrer Seele vorübergegangen, und was ist Ihnen von alledem geblieben? Die Fähigkeit des Schreibens. Alles andere hat sich verwischt, und geblieben ist diese Kunst des Schreibens. — So geht es überhaupt im Leben, und nicht nur in dem Leben zwischen Geburt und Tod, sondern im ganzen universellen Leben durch die physische und übersinnliche Welt.

[ 1 ] Today it will be our task to describe the nature of the human being during their stay in Devachan, between death and reincarnation. To do this, we must first gain an understanding of what the human being actually achieves through what they do for themselves during the time they spend passing through this spiritual world. The easiest way to get a mental image of this is to consider the relationship between two things: namely, the relationship between what we experience and what becomes of that experience, particularly during the time between birth and death. Consider for a moment all that you have to go through when, for example, you learn to write. You would have difficulty keeping track of all the skills you had to absorb before you mastered this noble art of writing back then. Think of all the admonitions and perhaps also the anger of the teachers. All of that has passed through your soul, and what has remained with you from all of that? The ability to write. Everything else has faded away, and what remains is this art of writing. — This is how it is in life in general, and not only in the life between birth and death, but in the whole universal life through the physical and supersensible worlds.

[ 2 ] Wir können uns eine Vorstellung davon machen, wie das eben Gesagte auch in den übersinnlichen Welten wirkt. Nehmen wir zum Beispiel Mozart: Er ist noch ein ganz junger Knabe, da hört er in der Peterskirche in Rom ein langes Musikstück, das vorher nach einer alten Tradition nie aufgeschrieben werden durfte, und er hat es hinterher ganz aus dem Gedächtnis niedergeschrieben. Was für ein Gedächtnis gehörte dazu! Und das konnte er als junger Knabe machen! Was sagt der Materialist dazu? Er wird sich sehr dagegen sträuben, wenn man von ihm verlangt, zu glauben, daß ein Ochse aus einem Stück Erdreich hervorwächst, wenn man ihn glauben machen wollte, daß ohne naturgemäße Entwickelungsweise sich ein solches Ding wie ein Ochse entwickeln könne. Er sagt: Wunder gibt es nicht — und damit hat er vollkommen recht. Aber er wird furchtbar abergläubisch und wundergläubig geistigen Dingen gegenüber! Solch eine Tatsache, wie die eben aus dem Leben Mozarts geschilderte, nimmt der Materialist einfach hin und setzt sie ohne tiefere Überlegung auf das Konto der Vererbung. Und trotzdem wäre es in diesem Falle genauso ein Wunder wie das Entstehen eines Ochsen aus einem Stück Erde, wenn sich ihr wahrer Zusammenhang nicht durch die Geisteswissenschaft erklären ließe. Es ist nämlich möglich, indem ein Mensch seinen Geist immer wieder an eine Sache wendet, daß er sich nach und nach ein vorzügliches Gedächtnis anerzieht. Genauso wie nach und nach Vollkommenes aus Unvollkommenem sich entwickelt hat, so entwickelt sich auch ein Gedächtnis, aber es wäre ein Wunder, wenn sich ein solches Gedächtnis wie bei Mozart aus dem Nichts heraus entwickelt haben sollte! — Die Geisteswissenschaft antwortet darauf, daß auch hier nach und nach sich das Gedächtnis naturgemäß entwickelt hat. Es gibt kein Entschlüpfen für den Materialisten, wenn er so etwas erklären will: entweder muß er wundergläubig sein, oder er muß zugeben, daß die Fähigkeiten, die so auftreten, beweisen, daß dieselben in einem früheren Leben schon da waren und den ganz naturgemäßen Werdegang genommen haben. Wiederverkörperung ist also nichts anderes als eine logische Folgerung aus solchen Gedankengängen. Und diejenigen, die nach materialistischer Anschauungsweise annehmen, daß ein so vollkommenes Gedächtnis wie das des jungen Mozart aus dem Nichts entstehen kann, die sollen auch die Konsequenz aus ihrer Anschauungsweise ziehen und annehmen, daß zum Beispiel Frösche sich ohne weiteres aus dem Schlamm entwickeln, wie es ja die Naturwissenschaft bekanntlich vor Francesco Redi angenommen hat.

[ 2 ] We can get a mental image of how what has just been said also works in the spiritual realms. Take Mozart, for example: He was still a very young boy when he heard a long piece of music in St. Peter’s Basilica in Rome—a piece that, according to an old tradition, had never been allowed to be written down before—and afterward he transcribed it entirely from memory. What a memory that required! And he was able to do that as a young boy! What does the materialist say about this? He will be very reluctant to believe that an ox could grow out of a clod of earth, or that such a thing as an ox could develop without following the natural course of evolution. He says: There are no miracles—and in that he is absolutely right. But he becomes terribly superstitious and credulous regarding spiritual matters! A fact such as the one just described from Mozart’s life, the materialist simply accepts and, without deeper reflection, attributes it to heredity. And yet, in this case, it would be just as much of a miracle as an ox emerging from a clod of earth if its true connection could not be explained by Spiritual Science. For it is possible, by repeatedly turning one’s mind to a particular matter, to gradually cultivate an excellent memory. Just as perfection has gradually developed from imperfection, so too does memory develop; but it would be a miracle if such a memory as Mozart’s were to have developed out of nothing! — Spiritual Science answers that here, too, memory has developed naturally over time. There is no escape for the materialist if he wishes to explain such a thing: either he must believe in miracles, or he must admit that abilities that manifest in this way prove that they were already present in a previous life and have followed a completely natural course of development. Reincarnation is therefore nothing other than a logical conclusion drawn from such lines of thought. And those who, according to a materialistic view, assume that a memory as perfect as that of the young Mozart can arise out of nothing should also draw the logical conclusion from their view and assume, for example, that frogs develop quite naturally from the mud, as natural science famously assumed before Francesco Redi.

[ 3 ] Wer also in der Geisteswissenschaft auf Logik sieht, der sagt: Wie eine Eiche aus dem Samen entsteht und sich nach und nach entwickelt, so entwickeln sich auch unsere seelischen Fähigkeiten nach und nach, und wenn der Mensch in das eine Leben schon mit solch hochentwickelten Fähigkeiten, wie zum Beispiel Mozart, eintritt, gibt uns das den unumstößlich logischen Beweis dafür, daß sich der Mensch diese Fähigkeiten in früheren Erdenleben nach und nach erworben hat. Das gibt uns eine Handhabe, das Schicksal des Menschen in der geistigen Welt zu begreifen.

[ 3 ] So anyone who focuses on logic in Spiritual Science says: Just as an oak tree grows from a seed and develops gradually, so too do our spiritual faculties develop gradually; and when a person enters a single life already possessing such highly developed faculties—as in the case of Mozart, for example—this provides us with irrefutable logical proof that the person has gradually acquired these faculties in previous earthly lives. This gives us a means of understanding the destiny of human beings in the spiritual world.

[ 4 ] Es handelt sich also darum, daß die Erlebnisse des einen Lebens sich in Fähigkeiten für das nächste Leben verwandeln. Alles, was in diesem Leben Anlagen sind, das brachten wir mit als Früchte von Erlebnissen früherer Erdenleben. Deshalb muß man den Gang durch das Devachan betrachten, um ganz zu verstehen, wie aus den Erlebnissen eines Lebens Fähigkeiten für das nächste Leben uns erwachsen.

[ 4 ] The point, then, is that the experiences of one life are transformed into abilities for the next. Everything that constitutes our predispositions in this life is something we brought with us as the fruit of experiences from previous earthly lives. That is why one must consider the journey through Devachan in order to fully understand how the experiences of one life give rise to abilities for the next.

[ 5 ] Wenn wir also durch das Leben hier auf Erden gehen, erleben wir tagtäglich sehr viel, und alle diese Erlebnisse treten in dem früher geschilderten Tableau, direkt nach dem Tode, vor das Seelenauge; die Fähigkeiten aber, die wir uns aus allen diesen Erlebnissen errungen haben, die verbleiben uns als Essenz, und diese Essenz, die ihm für alle Folgezeiten verbleibt, nimmt der Mensch dann mit in die geistige Welt.

[ 5 ] So as we go through life here on earth, we experience a great deal every day, and all these experiences appear before the soul’s eye in the tableau described earlier, immediately after death; but the abilities we have gained from all these experiences remain with us as an essence, and this essence, which remains with him for all time to come, is what the human being then takes with him into the spiritual world.

[ 6 ] Wenn der Mensch nun das Devachan betritt, nimmt er also die Gebiete wahr, wie wir sie gestern geschildert haben: das Kontinentale, das besteht aus den Urbildern aller irdischen Formen; das Meeresgebiet, das besteht aus allem Leben; das Luftgebiet, das besteht aus allem Seelischen, Lust, Leid, Freude, Schmerz und so weiter. Von dem Kontinentalen nimmt der Mensch zuerst wahr das Urbild seines eigenen physischen Leibes, und vom Luftgebiet nimmt er natürlich zunächst auch das wahr, was in seiner eigenen Seele im verflossenen Leben an Freude, Leid, Lust, Schmerz und Leidenschaften sich abgespielt hat. Das heißt also, er nimmt wiederum wahr alle Erlebnisse des vorigen Lebens, aber nun ganz anders als beim früher geschilderten Durchgang durch die Kamalokazeit. Da war es für den Menschen ein inneres Erleben zum Zweck des Abgewöhnens. Jetzt aber sind alle diese Erlebnisse als Außenwelt lange, lange Zeit vor seiner Seele ausgebreitet. Da erlebt er die Eigentümlichkeit seines Leibeslebens in dem Flußgebiet des Devachan, und alle seelischen Erlebnisse erlebt er wie im Luftgebiet der himmlischen Welt.

[ 6 ] When a person enters Devachan, they perceive the realms as we described them yesterday: the Continental Realm, which consists of the archetypes of all earthly forms; the Oceanic Realm, which consists of all life; and the Airy Realm, which consists of all that is soul-related—pleasure, suffering, joy, pain, and so on. From the continental realm, the human being first perceives the archetype of his own physical body, and from the airy realm he naturally also perceives, at first, what has played out in his own soul in the past life in terms of joy, sorrow, pleasure, pain, and passions. This means, then, that he once again perceives all the experiences of the previous life, but now in a completely different way than during the passage through the Kamaloka period described earlier. There, it was an inner experience for the purpose of weaning oneself off. Now, however, all these experiences are spread out before the soul as an external world for a long, long time. There, one experiences the peculiarities of one’s physical life in the river region of Devachan, and one experiences all soul experiences as in the air region of the heavenly world.

[ 7 ] Es ist wichtig und von großem Interesse, sich klarzumachen, wie man alles das, was man im Laufe eines Lebens erlebt hat — Empfindungen über die Welt, Lust, Schmerz und so weiter —, in der geistigen Welt um sich hat als Außenwelt. Es ist nicht traurig, daß sich die Schmerzen dort um uns ausbreiten. Das ist gar nicht traurig, denn alle Leiden sind dort um uns vorhanden wie Gewitter hier in der physischen Welt, und alle freudigen Erfahrungen sind dort wie wunderbare Wolkenerscheinungen. Und gerade, was wir selbst im Inneren erlebt haben, das ist dort nicht, wie hier, innerlich in uns, sondern in dieser äußeren Form in unserer Umwelt, so wie ein Naturbild sich ausbreitet. Es ist so um uns herum, als ob es in Bildern, Tönen oder atmosphärischen Erscheinungen um uns wäre; es ist objektiviert als himmlisches Gebilde. Daß zum Beispiel die Schmerzen uns entgegenstrahlen, sagte ich, ist nicht traurig, so wenig es hier im Leben traurig ist, wenn Blitz und Donner uns umgeben; denn der, welcher den Zusammenhang einsieht, der weiß, was wir gerade den Schmerzen verdanken. Gerade wer Leid und Schmerz erfahren hat, wird immer sagen, daß zwar Freuden und Lust dankbar hingenommen werden, daß man aber die Schmerzen und Leiden nie missen möchte. Alle unsere Weisheit verdanken wir den Leiden und Schmerzen der verflossenen Erdenleben. Fin Antlitz, das in diesem Leben mit dem Ausdruck der Weisheit erscheint, ist deshalb so, weil es den Weltenzusammenhang als Schmerz in früheren Leben empfunden hat.

[ 7 ] It is important and of great interest to realize that everything we have experienced in the course of a lifetime—perceptions of the world, pleasure, pain, and so on—surrounds us in the spiritual world as an external environment. It is not sad that pain spreads around us there. That is not sad at all, for all suffering is present around us there just as thunderstorms are here in the physical world, and all joyful experiences are there like wonderful cloud formations. And precisely what we ourselves have experienced inwardly is not there, as it is here, within us, but in this outer form in our environment, just as a natural scene unfolds. It is all around us as if it were in images, sounds, or atmospheric phenomena; it is objectified as a heavenly formation. That, for example, the pains radiate toward us, as I said, is not sad, any more than it is sad here in life when lightning and thunder surround us; for whoever understands the connection knows what we owe precisely to the pains. Precisely those who have experienced suffering and pain will always say that while joys and pleasures are gratefully accepted, one would never wish to be without the pains and sufferings. We owe all our wisdom to the sufferings and pains of past earthly lives. The face that appears in this life with the expression of wisdom is so because it has perceived the connection of the worlds as pain in earlier lives.

[ 8 ] Ich sagte ja schon, alles, was wir hier erleben während des Erdenlebens, das ist im Devachan in Bildern und so weiter um uns ausgebreitet. Was hat das für eine Bedeutung? Das ist leichter zu verstehen, wenn Sie sich klarmachen, wie die Umgebung hier auf den Menschen wirkt. Sie kennen ja alle den Ausspruch von Goethe: «Das Auge ist an dem Lichte für das Licht gebildet.» Was heißt das? Unser Auge muß zwar da sein, um das Licht zu erblicken. Dunkel und finster wäre die Welt, wenn nicht das Auge in uns wäre. Aber woher kommt das Organ? Das Licht selbst hat es ausgebildet, genau wie das Fehlen des Lichtes das Auge wieder degenerieren läßt. Diese Beobachtung hat man zum Beispiel an den in die Höhlen von Kentucky eingewanderten Tieren direkt machen können. Das Licht ist die Ursache des Sehvermögens. Früher war der Mensch nicht mit Augen begabt, weil er noch unter ganz andern Verhältnissen lebte; die Sonne war ja in den früheren Zeiten der Erdenentwickelung noch gar nicht für ein äußeres sinnliches Auge sichtbar. Denken wir an das, was uns in der Sage über Niflheim berichtet wird. Je mehr der Mensch am Sonnenlicht lebte, um so mehr bildete dies Sonnenlicht nach und nach das Auge aus. Und ebenso haben sich auch alle andern Sinnesorgane entwickelt; so haben die Töne das Ohr gebildet, die Wärme den Wärmesinn. Gäbe es keine harten Gegenstände, so gäbe es auch keinen Tastsinn. Die Außenwelt ist der Bildner und Gestalter unseres ganzen Leibes. Das ist sehr wichtig für das praktische Leben, wie ja Theosophie immer für das praktische Leben ist. Das ist auch ungeheuer wichtig für die Erziehung, denn ganz richtig kann nur erzogen werden, wenn der Erzieher tief in die Natur des Menschen hineinzuschauen vermag. Bis zum Zahnwechsel entwickelt sich der physische Leib, bis zum vierzehnten, fünfzehnten Jahr etwa der Ätherleib, bis zum einundzwanzigsten Jahr der Astralleib. Alles das muß man wissen, wenn man praktisch und nicht phantastisch in die Erziehung eingreifen will. Wenn also bis zum siebenten Jahre ganz besonders die Veranlagung des physischen Leibes in Betracht kommt, dann müssen bei der Erziehung diese physischen Eindrücke, das heißt also alles, was das Kind mit seinen Sinnesorganen wahrnimmt, tief und gründlich berücksichtigt werden. Was bis zum siebenten Jahre in diesem Kindesleib an Formen und Veranlagung der physischen Organe versäumt wird, das ist für alle Zeiten des Lebens verloren.

[ 8 ] As I already mentioned, everything we experience here during our earthly life is spread out before us in Devachan in the form of images and so on. What does this mean? It is easier to understand if you realize how the environment here affects people. You are all familiar with Goethe’s saying: “The eye is formed by light for the sake of light.” What does that mean? Our eye must indeed be there to perceive the light. The world would be dark and gloomy if the eye were not within us. But where does this organ come from? Light itself has formed it, just as the absence of light causes the eye to degenerate again. This observation has been made directly, for example, in the case of animals that have migrated into the caves of Kentucky. Light is the cause of sight. In earlier times, human beings were not endowed with eyes because they lived under entirely different conditions; in the early stages of Earth’s development, the sun was not yet visible to an external sensory eye. Let us consider what is told to us in the legend of Niflheim. The more human beings lived in the sunlight, the more this sunlight gradually formed the eye. And in the same way, all the other sense organs developed; thus, sounds formed the ear, and warmth formed the sense of warmth. If there were no hard objects, there would be no sense of touch either. The external world is the creator and shaper of our entire body. This is very important for practical life, just as Theosophy is always for practical life. It is also immensely important for education, for one can only educate properly if the educator is able to look deeply into the nature of the human being. The physical body develops until the teeth change; the etheric body until about the age of fourteen or fifteen; and the astral body until the age of twenty-one. One must know all this if one wishes to approach education practically rather than fantastically. If, then, up to the age of seven the constitution of the physical body is of particular importance, then in education these physical impressions—that is, everything the child perceives with its sense organs—must be taken deeply and thoroughly into account. Whatever is neglected in this child’s body up to the age of seven in terms of the forms and constitution of the physical organs is lost for all time.

[ 9 ] Die Einsicht in diesen letzten Satz gibt gerade der Medizin ungeheuer viel Richtlinien für eine sachgemäße Behandlungsweise, unter anderem zum Beispiel der Rachitis. Wie kommt es, daß diese Erkrankung gerade in dieser Lebensperiode auftritt? Eben weil da das Kind seinen Körper formt, und deshalb äußern sich diese Symptome gerade in der Form: krummer Knochenbau, schlechte Zähne, falsche Schädelform und so weiter. Deshalb ist aber auch das Kind gerade in der Zeit bis zum Zahnwechsel noch fähig, diese falschen Formen auf die Norm zurückzuführen. Wir sehen, daß bei sachgemäßer Behandlung selbst die krummsten Beine vollkommen gerade werden können, und daß selbst bei schlechtesten Milchzähnen ein vollkommen gesundes zweites Gebiß sich entwickeln kann, während krumme Beine, die bis zum siebenten Jahre nicht korrigiert sind, für das ganze Leben bleiben.

[ 9 ] Understanding this last sentence provides medicine with an immense amount of guidance for appropriate treatment, including, for example, rickets. Why does this disease occur specifically during this period of life? Precisely because the child’s body is still developing, and therefore these symptoms manifest themselves in the form of crooked bones, poor teeth, abnormal skull shape, and so on. However, this is also why the child, particularly during the period leading up to the change of teeth, is still capable of correcting these abnormalities back to the norm. We see that with proper treatment, even the most crooked legs can become perfectly straight, and that even with the worst baby teeth, a perfectly healthy permanent set of teeth can develop, whereas crooked legs that are not corrected by the age of seven remain so for life.

[ 10 ] Auch das Gehirn ist bis zum siebenten Lebensjahr in der Ausbildung seiner plastischen Formen begriffen, und was bis dahin an diesen feinen Ausbildungen, Ausgestaltungen der Form nicht ausgebildet ist, das ist für immer verloren. Und da ja das physische Gehirn das Instrument ist, durch welches sich der Geist äußert, ist es von ungeheurer Wichtigkeit, daß dieses Instrument so fein als möglich ausgearbeitet, respektive in den ersten sieben Jahren veranlagt wird. Denn mit einem mangelhaft ausgebildeten Gehirn kann selbst der größte Geist nichts anfangen, sowenig wie der größte Pianist auf einem verstimmten Klavier gut spielen kann. Gerade auch in bezug auf die Ausbildung des Gehirns werden von der Geisteswissenschaft sowohl der Erziehung als auch der Medizin sehr wichtige Richtlinien gegeben. Gerade hier stößt man sehr häufig in der modernen Medizin auf eine vollkommene Verkennung der Tatsachen. Geradeso wie sich die Rachitis in einer Mißbildung und Mißgestaltung der Knochen äußert, so äußert sie sich sehr häufig auch zugleich in einer Mißbildung im Drüsensystem und in den Schleimhäuten; das heißt, die von Rachitis befallenen Kinder zeigen sehr häufig die Erscheinungen von Drüsenschwellungen, adenoide Wucherungen und so weiter. Und als dritte Krankheitserscheinung bemerkt man bei diesen Kindern sehr häufig, daß sie auch geistig zurückbleiben, daß sie in der Schule zurückbleiben, unaufmerksam, ja direkt etwas blöde werden. Das ist aber in Wirklichkeit dieselbe mangelhafte Ausbildung des physischen Gehirns, namentlich der sogenannten Rindensubstanz, die ja gerade in diesen Jahren in ihrer feinsten Organisation ausgebildet werden muß und die wie die andern Erscheinungen auf einem Entwickelungsmangel beruht. Nun ist in einem solchen Falle der heutige moderne Mediziner infolge seiner ganzen modern-naturwissenschaftlichen Erziehung und Einstellung nur zu geneigt, es genauso zu machen wie die heutige Naturwissenschaft, und mit völliger Außerachtlassung der tieferen geistigen Ursachen einfach die zutage tretenden äußeren Erscheinungen als Ursache und Wirkung direkt aneinanderzureihen, wie die Perlen an einer Kette. Was ist die Folge? Die Tatsachen sind: rachitische Knochen, adenoide Wucherungen, Nachlassen der Aufmerksamkeit und der Aufnahmefähigkeit,. Sofort ist die Schlußfolgerung: Kinder, die adenoide Wucherungen haben, werden durch diese geistig schwach — also müssen diese Wucherungen entfernt werden. Die Wucherungen werden also operativ entfernt. Wenn nun diese Schlußfolgerung richtig wäre, müßte ein jedes Kind, das so behandelt wäre, mit einem Nachlassen und Verschwinden der Hemmungen von seiten des Gehirns antworten. Was ist aber nach einer solchen Behandlungsweise in den allermeisten Fällen zu beobachten? Daß der Eingriff nur einen ganz vorübergehenden Scheinerfolg hat, und daß in ganz kurzer Zeit die Wucherungen wieder nachgewachsen sind. Wird aber die Krankheit sachgemäß an der Wurzel angefaßt — und das ist sehr wohl möglich, nur würde es uns hier zu weit vom Thema abführen —, dann schwinden sowohl die krummen Knochen, als auch die Wucherungen der Schleimhäute und Drüsen, als auch die Trägheit des Gehirns.

[ 10 ] The brain, too, is in the process of developing its plastic forms until the age of seven, and whatever of these subtle developments and refinements of form has not been formed by then is lost forever. And since the physical brain is the instrument through which the spirit expresses itself, it is of immense importance that this instrument be developed as finely as possible, or rather, that the foundations for this be laid during the first seven years. For even the greatest spirit cannot make use of a poorly developed brain, just as the greatest pianist cannot play well on an out-of-tune piano. Especially with regard to the development of the brain, Spiritual Science provides very important guidelines for both education and medicine. It is precisely here that one very often encounters a complete misunderstanding of the facts in modern medicine. Just as rickets manifests itself in a malformation and distortion of the bones, so too does it very often manifest simultaneously in a malformation of the glandular system and the mucous membranes; that is to say, children afflicted with rickets very often exhibit symptoms of glandular swelling, adenoid growths, and so on. And as a third symptom, one very often observes in these children that they also lag behind mentally, that they fall behind in school, become inattentive, and even downright a bit slow. But in reality, this is the same defective development of the physical brain, namely the so-called cerebral cortex, which must be formed in its finest organization precisely during these years and which, like the other symptoms, is based on a developmental deficiency. Now, in such a case, today’s modern physician, as a result of his entire modern scientific education and mindset, is all too inclined to do exactly as modern science does, and with complete disregard for the deeper spiritual causes, simply to link the outward symptoms that come to light as cause and effect, like pearls on a string. What is the result? The facts are: rickety bones, adenoid growths, a decline in attention and receptivity. The immediate conclusion is: children who have adenoid growths become mentally weak because of them—so these growths must be removed. The growths are therefore surgically removed. If this conclusion were correct, every child treated in this way would respond with a reduction and disappearance of the inhibitions on the part of the brain. But what is observed in the vast majority of cases following such treatment? That the procedure has only a very temporary, superficial success, and that within a very short time the growths have grown back. But if the disease is properly addressed at its root—and this is quite possible, though it would take us too far from the topic here—then the crooked bones, the growths of the mucous membranes and glands, and the sluggishness of the brain all disappear.

[ 11 ] Nach dieser Abschweifung kehren wir wieder zum Thema zurück. Also an der Außenwelt entzünden und gestalten sich die richtigen physischen Formen. Das Kind ist in Wirklichkeit bis zum siebenten Jahre eigentlich nur Sinnesorgan. Alles, was es mit seinen Sinnen aufnimmt, verarbeitet es, und so auch vor allen Dingen alles, was es in seiner allernächsten Umgebung sieht und hört. Das Kind ist daher bis zum Zahnwechsel ein nachahmendes Wesen, und das geht bis in seine physische Organisation hinein. Das ist ja etwas ganz Natürliches. Das Kind nimmt durch die Sinnesorgane seine ganze Umgebung in sich auf. Es übt sich auch in dem Gebrauch seiner Glieder. Es sieht, wie der Vater, die Mutter und so weiter dieses oder jenes machen und macht dies ohne weiteres nach. Das geht bis in jede Bewegung der Hände und Beine hinein. Sind Mutter oder Vater zum Beispiel zappelig, so wird wohl in unzähligen Fällen auch das Kind zappelig; ist die Mutter ruhig, wird ganz selbstverständlich auch das Kind ruhig. Da muß man also versuchen, durch die richtige Umgebung die richtige Gegenwirkung hervorzurufen.

[ 11 ] After this digression, let us return to the topic at hand. Thus, the proper physical forms are kindled and shaped by the external world. In reality, up until the age of seven, the child is essentially nothing more than a sensory organ. It processes everything it takes in through its senses, and above all, everything it sees and hears in its immediate surroundings. Until the change of teeth, the child is therefore an imitative being, and this extends into its physical constitution. This is, of course, something entirely natural. Through its sensory organs, the child takes in its entire surroundings. It also practices using its limbs. It sees how the father, the mother, and so on do this or that and imitates them without hesitation. This extends to every movement of the hands and legs. If, for example, the mother or father is fidgety, the child will likely become fidgety as well in countless cases; if the mother is calm, the child will naturally become calm as well. One must therefore try to bring about the right counteraction through the right environment.

[ 12 ] Damit das Kind nun zur Ausbildung seines physischen Gehirns gerade die richtigen Richtlinien bekommt, ist es unbedingt nötig, daß, neben den sinnlichen Eindrücken, der Phantasie Anregungen gegeben werden. Deshalb ist es unbedingt erforderlich, dem kleinen Kinde möglichst einfache Spielsachen in die Hand zu geben. So wird ein natürliches Kind immer wieder, wenn es auch eine noch so «schöne» Puppe hat, zu der alten Puppe greifen, die aus einem Lappen besteht. Nur die verbildeten Kinder unseres Zeitalters werden mit «schönen» Puppen aufgezogen. Worauf beruht das? Das Kind muß seine Phantasie anstrengen, um das Gebilde in seiner Phantasie so umzugestalten, daß es ähnlich einer menschlichen Figur wird, und das ist gerade eine gesunde Übung für das Gehirn. Genau wie der Arm durch Turnen gestärkt wird, so wird das Gehirn durch diese Übung ausgebildet.

[ 12 ] To ensure that the child receives exactly the right guidance for the development of its physical brain, it is absolutely essential that, in addition to sensory impressions, the imagination be stimulated. That is why it is absolutely necessary to give the small child toys that are as simple as possible. Thus, a natural child will always, no matter how “beautiful” a doll it may have, reach for the old doll made of a rag. Only the artificial children of our age are raised with “beautiful” dolls. What is the reason for this? The child must exert its imagination to reshape the object in its mind so that it resembles a human figure, and this is precisely a healthy exercise for the brain. Just as the arm is strengthened through gymnastics, so is the brain developed through this exercise.

[ 13 ] Wichtig sind auch die Farben in der Umgebung, die beim kleinen Kind ganz anders wirken als beim Erwachsenen. Man glaubt heute vielfach, grün wirke auf ein Kind beruhigend. Das ist durchaus falsch. Einem zappeligen Kind soll man eine rote Umgebung geben, und einem ruhigen Kinde eine grüne oder blaugrüne. Die Wirkung des Rot auf das Kind ist so: Wenn Sie auf ein helles Rot sehen und dann schnell weg auf ein weißes Papier, dann sehen Sie die komplementäre Farbe: grün. Das ist die Tendenz, die Gegenfarbe hervorzubringen. Das versucht auch das Kind, es versucht innerlich die Tätigkeit zu entfalten, die die Gegenfarbe hervorruft. — Das war ein Beispiel dafür, wie die Umgebung wirkt. Und so wirkt die ganze Umgebung — neben vielen, vielen andern Dingen, die wir später und an anderer Stelle erörtern werden — in außerordentlich hohem Maße mit an der Bildung des kindlichen physischen Körpers von der Geburt bis zum Zahnwechsel, an der Bildung des Ätherleibes vom siebenten bis vierzehnten Jahre, des Astralleibes vom vierzehnten bis einundzwanzigsten Jahre und so weiter. Ja, während des ganzen Lebens macht sich der Einfluß der Umwelt auf den einzelnen Menschen geltend. Das Sprichwort: Sage mir, womit du umgehst, und ich sage dir, wer du bist — beruht ja auf dieser Einsicht, denn «womit ich umgehe», heißt doch «was in meiner Umgebung vor sich geht». Diese Umgebung hat also einen starken Einfluß auf mich. Das gilt ja ganz besonders für die Zeit der Ausbildung des Astralleibes vom vierzehnten bis einundzwanzigsten Jahre, und es ist eine fast alltägliche Erfahrung, daß ein junger Mensch in diesen Jahren leicht durch seine Umgebung astral verdorben wird.

[ 13 ] The colors in a child’s environment are also important, as they have a very different effect on young children than on adults. It is widely believed today that green has a calming effect on children. This is entirely false. A restless child should be placed in a red environment, and a calm child in a green or blue-green one. The effect of red on a child is as follows: If you look at a bright red and then quickly look away at a white piece of paper, you see the complementary color: green. This is the tendency to bring forth the opposite color. The child also attempts this; internally, the child tries to develop the activity that evokes the opposite color. — That was an example of how the environment works. And so the entire environment—along with many, many other factors that we will discuss later and elsewhere—plays an extraordinarily significant role in the formation of the child’s physical body from birth through the change of teeth, in the formation of the etheric body from the seventh to the fourteenth year, of the astral body from the fourteenth to the twenty-first year, and so on. Indeed, throughout the entire course of life, the influence of the environment makes itself felt on the individual. The saying: “Tell me who you associate with, and I will tell you who you are”—is based on this insight, for “who I associate with” means, after all, “what is happening in my surroundings.” This environment therefore has a strong influence on me. This is especially true during the period of astral body development from the age of fourteen to twenty-one, and it is an almost daily experience that a young person during these years is easily astral corrupted by their environment.

[ 14 ] Und wie hier im physischen Leben, genauso ist es auch im Leben im Devachan. Wie zum Beispiel der Mensch hier fortwährend unter den Einflüssen der Elemente steht, so natürlich auch im Devachan. Und das bringt uns nun zurück zu dem Beispiel am Ausgangspunkte dieser Betrachtung über Mozart. Wie nämlich hier auf Erden der Mensch dauernd unter den Einflüssen der äußeren Atmosphäre steht, so auch im Devachan, und dort ist die Atmosphäre ja gebildet aus allem Seelenleben, dem unseren und dem unserer Mitmenschen. All dies Seelenleben wirkt dauernd auf den Menschen ein und dadurch bilden sich gerade dort die Talente aus, daß sie die ihnen seelenverwandten astralen Kräfte ihrer Umgebung an sich ziehen und auf sich wirken lassen. So wurde Mozart deshalb mit dem ungeheuren Musikgedächtnis geboren, weil er einmal in seinem früheren Leben dahinzielende Erlebnisse gesammelt hatte und dann diese im Devachan lange hatte auf sich wirken lassen. Wir durchleben die Höherbildung gerade unseres innersten Wesens durch unsere Umgebung im Devachan, also indirekt durch alle Erlebnisse unseres früheren Lebens. So sind alle Fähigkeiten die Früchte früherer Leben, und sie sind im Devachan weiter ausgebildet worden. Und das ist gerade das Gefühl, welches den Menschen beseligt im Devachan. Das, was wir jetzt imstande sind zu tun, das haben wir ausgebrütet im Devachan. Und dementsprechend ist das Gefühl in dieser ganzen Zwischenzeit des Devachanlebens. Das Gefühl, das an jeder Hervorbringung haftet, ist Seligkeit.

[ 14 ] And just as it is here in physical life, so it is also in life in Devachan. Just as, for example, human beings here are constantly under the influence of the elements, so too, naturally, in Devachan. And this brings us back to the example at the starting point of this reflection on Mozart. For just as here on Earth human beings are constantly under the influence of the external atmosphere, so it is in Devachan, and there the atmosphere is, after all, formed from all soul life—our own and that of our fellow human beings. All this soul life constantly influences the human being, and it is precisely there that talents develop as they draw to themselves the astral forces of their environment that are kindred to their own souls and allow them to work upon them. Mozart was thus born with an extraordinary musical memory because he had gathered experiences leading to this in a previous life and had then allowed these to work upon him for a long time in Devachan. We undergo the higher development of our innermost being through our environment in Devachan, that is, indirectly through all the experiences of our past lives. Thus, all abilities are the fruits of past lives, and they have been further developed in Devachan. And this is precisely the feeling that brings bliss to human beings in Devachan. What we are now capable of doing, we have incubated in Devachan. And accordingly, this is the feeling throughout the entire interim period of Devachan life. The feeling attached to every creation is bliss.

[ 15 ] Hier empfinden wir oft Schmerzen, aber im Devachan sind selbst Schmerzen Seligkeit, weil wir uns dort bewußt werden, daß wir durch Schmerzen uns Weisheit aneignen. Selbst ein materialistischer Gelehrter hat das herausgefunden. In einer Abhandlung: «Mimik des Denkens» sagt er: « Jedes weise Gesicht zeigt den Ausdruck kristallisierten Schmerzes.» Aus den Schmerzen des vorigen Lebens produziert der Mensch in der Tat durch seine Erfahrungen im Devachan Talente und Weisheit für das nächste Erdenleben. Und das Gefühl des Hervorbringens ist das Gefühl unendlicher Seligkeit.

[ 15 ] Here we often feel pain, but in Devachan even pain is bliss, because there we become aware that we acquire wisdom through pain. Even a materialistic scholar has discovered this. In an essay titled “The Expressions of Thought,” he says: “Every wise face bears the expression of crystallized pain.” Through the pain of the previous life, a person indeed produces, through their experiences in Devachan, talents and wisdom for the next earthly life. And the feeling of this creation is the feeling of infinite bliss.

[ 16 ] Einen blassen Abdruck davon sehen Sie schon hier bei der Henne, wenn sie brütet. Dies ins Geistige umgesetzt und unendlich gesteigert, dann haben Sie das Gefühl der fortdauernden, unendlichen Seligkeit zwischen Kamalokazeit und Wiedergeburt, weil da der Mensch alle seine Anlagen und Fähigkeiten für das nächste Leben ausarbeitet. Alles wird da zu einem Quell beseligenden Daseins.

[ 16 ] You can already see a faint reflection of this here in the hen as she broods. Translated into the spiritual realm and infinitely heightened, this gives you the feeling of continuous, infinite bliss between the time of Kamaloka and rebirth, because there the human being develops all his aptitudes and abilities for the next life. Everything there becomes a source of blissful existence.

[ 17 ] So haben wir gesehen, daß der eine Quell der Seligkeit im Devachan der ist, daß alle Bande, die hier im Leben geschlossen werden, dort im Devachan wieder erlebt werden, und daß sogar alle diese Verhältnisse in ihrem geistigen Teil mit ungeheurer Steigerung erlebt werden. Und der andere Quell der Seligkeit ist das eben geschilderte Produzieren, dies Schaffen für das nächste Leben.

[ 17 ] Thus we have seen that one source of bliss in Devachan is that all the bonds formed here in this life are relived there in Devachan, and that even all these relationships are experienced in their spiritual aspect with immense intensity. And the other source of bliss is the creative work just described—this preparation for the next life.

[ 18 ] Wenn nun der Geistesforscher seinen Blick auf diese eigentliche Tätigkeit des Menschen im Devachan richtet, ergibt sich ihm die Einsicht, daß diese Tätigkeit des Produzierens nicht nur für den einzelnen Menschen selbst, für seine eigene künftige Organisation, von Bedeutung ist, sondern daß der Mensch Wichtiges mitzuschaffen und mitzuarbeiten hat an dem Fortgang der ganzen weiteren Erdenentwickelung. Es ist ein Irrtum, wenn wir glauben, daß wir es dort im Devachan nur mit uns zu tun haben. Als seliger Geist im Reiche der Geister, wie haben wir da zu schaffen?

[ 18 ] When the spiritual researcher turns his gaze to this actual activity of the human being in Devachan, he comes to realize that this creative activity is significant not only for the individual human being himself, for his own future organization, but that the human being has an important role to play in co-creating and contributing to the progress of the entire future development of the Earth. It is a mistake to believe that in Devachan we are concerned only with ourselves. As blissful spirits in the realm of spirits, what is our task there?

[ 19 ] Die Tätigkeit der Toten wirkt mit an der Entwickelung dieser Erde. Man könnte leicht fragen: Wozu immer wieder geboren werden, wenn wir die Erfahrungen eines Erdenlebens einmal durchgemacht haben? Ist das nicht nutzlos?

[ 19 ] The activities of the dead contribute to the development of this Earth. One might easily ask: Why be reborn again and again once we have already gone through the experiences of an earthly life? Isn't that pointless?

[ 20 ] So ist es aber nicht. Nie wird der Mensch nutzlos wiedergeboren. Die einzelnen Erdenleben liegen so weit auseinander, daß wir immer wieder Neues erfahren und durchzumachen haben. Es verfließen ja Jahrhunderte zwischen zwei Verkörperungen, und wenn wir wiederkommen, hat sich die Erde gründlich geändert. Nehmen wir an, wir wären im zweiten Jahrhundert nach Christo auf der Erde gewesen und jetzt wiederverkörpert. Wie sah damals die Erde aus? Selbst Schilderungen einer Gegend von viel später, von der Elbe, der Weser zum Beispiel, wären noch ganz anders; hier in dieser Gegend, in HessenNassau, gab es noch Urwälder.

[ 20 ] But that is not the case. A person is never reborn uselessly. The individual earthly lives are so far apart that we must continually experience and go through new things. Centuries pass between two incarnations, and when we return, the Earth has changed completely. Let’s suppose we had been on Earth in the second century A.D. and have now reincarnated. What did the Earth look like back then? Even descriptions of a region from much later, from the Elbe and the Weser rivers, for example, would still be quite different; here in this area, in Hesse-Nassau, there were still primeval forests.

[ 21 ] Wenn der Mensch wiedergeboren wird, dann ist es so, daß er etwas ganz anderes erlebt als im vorigen Leben. In den verschiedenen Erdenleben machen wir die Entwickelung der Erde selbst mit, eben dadurch, daß wir immer und immer wieder verkörpert werden. Und dazu kommt dann noch die Veränderung, die durch die jeweilige Kultur bewirkt wird. Was konnte ein römischer Knabe, und wie ganz anders ist die Bildung der Knaben heute! Alle diese Erlebnisse sind ja, wie wir gesehen haben, so ungeheuer wichtig. Einen tiefen Sinn hat es also durchaus, daß der Mensch immer wieder zurückkommen muß.

[ 21 ] When a person is reborn, they experience something entirely different from their previous life. In our various earthly lives, we participate in the evolution of the Earth itself, precisely because we are incarnated over and over again. Added to this is the transformation brought about by the culture of each era. What could a Roman boy do, and how different is the education of boys today! All these experiences are, as we have seen, so immensely important. There is therefore a profound meaning in the fact that a person must return again and again.

[ 22 ] Nun fragen wir uns: Wer verändert denn das Antlitz der Erde? Tatsächlich sind es die Toten selbst, die im Geisterlande leben, die durch die Kraft, die sie dort haben, selbst an dieser Umgestaltung der Erde arbeiten. So wie die Menschen hier an der äußeren Erde arbeiten, so die Toten an dem geistigen Urbild dieser physischen Erde. Sie sind es, die ihre Kräfte hereinsenden in diese physische Welt und die an der Umbildung mitwirken. Allerdings gibt es da Anführer und höhere Wesenheiten, welche die Führung übernehmen. Und in diesem Reiche, das da mitten unter uns ist, arbeiten die Toten an der Umgestaltung des Antlitzes unserer Erde.

[ 22 ] Now let us ask ourselves: Who is it that changes the face of the Earth? In fact, it is the dead themselves, who live in the spirit world, who, through the power they possess there, are themselves working on this transformation of the Earth. Just as people here work on the outer Earth, so do the dead work on the spiritual archetype of this physical Earth. It is they who send their powers into this physical world and who participate in its transformation. However, there are leaders and higher beings who take charge. And in this realm that is right here among us, the dead are working on the transformation of the face of our Earth.

[ 23 ] Warum bin ich nun gerade heute und hierher geboren worden? Weil ich mir selbst sozusagen hier das Bett zubereitet habe, in das ich geboren bin. Die Kräfte, die umgestaltend wirken sowohl auf dieMeere als auch auf die Oberfläche der Erde, das sind die unserer Toten. Wir wissen, daß der heutige Atlantische Ozean früher eine weite Länderstrecke war, und auch zu dieser Umgestaltung haben die Toten beigetragen; und diese Kräfte wirken auf natürliche Weise und keineswegs wunderbar.

[ 23 ] Why was I born here and now, of all places? Because I have, so to speak, prepared the bed here into which I was born. The forces that work to transform both the seas and the surface of the Earth are those of our dead. We know that today’s Atlantic Ocean was once a vast expanse of land, and the dead also contributed to this transformation; and these forces act in a natural way and by no means miraculously.

[ 24 ] Die Einsicht in diese Dinge bringt uns mit absoluter Logik nahe, wie wichtig und notwendig unsere Arbeit in dem Geisterlande ist. Wenn man nur die Erscheinungen richtig zu deuten weiß, dann kann man sogar sagen, wie diese Arbeit geschieht. Die Menschen atmen hier in der Luft; ohne Luft könnten sie nicht atmen. Ähnlich bei den Toten, nur daß, wie hier die Luft, dort das Licht wirkt. In dem ausgebreiteten Licht sieht der Eingeweihte die Wesen der Toten. So sind zum Beispiel für den Seher diePflanzen umgeben von den Geistern der Verstorbenen, und indem das Licht die Pflanze wandelt und wachsen läßt, sind es die Geister der Toten, die das vollbringen. Wir alle werden in der geistigen Welt über der Erde schweben und an den Pflanzen bauen.

[ 24 ] Understanding these things makes it absolutely clear to us how important and necessary our work in the spirit world is. If one only knows how to interpret the phenomena correctly, one can even describe how this work takes place. People breathe the air here; without air, they could not breathe. It is similar with the dead, except that just as air acts here, light acts there. In the spreading light, the initiate sees the beings of the dead. Thus, for example, to the seer, plants are surrounded by the spirits of the deceased, and as the light transforms the plant and causes it to grow, it is the spirits of the dead who accomplish this. We will all float in the spiritual world above the earth and work on the plants.

[ 25 ] Es wird die Welt für unseren Blick größer und bedeutsamer, wenn wir sie so im Zusammenhang mit den geistigen Wesenheiten betrachten. Wir selbst sind so buchstäblich die Umgestalter dieser Erde.

[ 25 ] The world becomes larger and more meaningful to us when we view it in this context alongside spiritual beings. We ourselves are, in this sense, literally the transformers of this Earth.

[ 26 ] Zum Schluß noch einiges, das uns helfen kann, gewisse Feinheiten der Kultur zu verstehen. Der Seher kommt zuweilen in die Lage, durch seine eigenen Beobachtungen Erscheinungen in der Geschichte alter Völker bestätigt zu finden, die ihm bisher rätselhaft waren. So ist es eine bekannte Tatsache, daß primitive Völker anfänglich ein Hellsehen haben und manches sehen, wovon wir nichts wissen. Diese primitiven Völker sehen zum Beispiel oft im Schatten etwas, was mit der Seele zu tun hat. Nun kommt der Hellseher bei seinen Beobachtungen wieder darauf zurück. Sie lernen nämlich, wenn Sie in den Schatten sehen, den zum Beispiel Sie selbst werfen, Ihre geistigen Ausströmungen zuerst schauen. Wenn man das physische Licht zurückhält, dann sieht man das Geistige im Schattenraum. Das hat sich in der Geheimwissenschaft erhalten, und das hat mancher verwertet, ohne zu wissen was er macht, zum Beispiel Chamisso in seinem «Peter Schlemihl». Das ist ein Mann, der den Schatten verloren hat und sehr unglücklich darüber ist. Aber es ist eine geistige Tatsache, daß im Schatten die Seele sichtbar wird, und deshalb ist der Mann ohne Schatten der Mann ohne Seele. So gibt es Hunderte von Beispielen. Wir lernen wirklich die Welt erst voll begreifen, wenn wir sie in ihren geistigen Grundlagen kennenlernen. Deshalb ist die Geisteswissenschaft nicht etwas für Grübler, sondern gerade für solche, die wirklich praktisch wirken wollen. Nicht weil wir uns vom Sichtbaren zurückziehen wollen, sondern weil wir gerade das Sichtbare um so besser verstehen wollen.

[ 26 ] Finally, a few points that may help us understand certain subtleties of culture. The seer sometimes finds himself in a position where his own observations confirm phenomena in the history of ancient peoples that had previously been a mystery to him. It is a well-known fact, for example, that primitive peoples initially possess clairvoyance and see many things of which we know nothing. These primitive peoples, for instance, often see something in the shadows that has to do with the soul. Now the clairvoyant returns to this in his observations. For when you look into the shadow—the one you yourself cast, for example—you first perceive your spiritual emanations. If one withholds the physical light, then one sees the spiritual in the shadow realm. This has been preserved in esoteric science, and many have utilized it without knowing what they were doing—for example, Chamisso in his *Peter Schlemihl*. This is a man who has lost his shadow and is very unhappy about it. But it is a spiritual fact that the soul becomes visible in the shadow, and therefore the man without a shadow is the man without a soul. There are hundreds of such examples. We truly begin to fully comprehend the world only when we come to know its spiritual foundations. That is why Spiritual Science is not something for armchair philosophers, but precisely for those who truly wish to have a practical impact. Not because we want to withdraw from the visible world, but because we want to understand the visible world all the better.

[ 27 ] Die höheren Tatsachen verhalten sich zur sichtbaren Welt wie der Magnetismus zum Eisen. Wir lernen erst das Eisen richtig kennen, wenn wir auch den Magnetismus kennenlernen. Wir werden an einigen Beispielen sehen, daß gerade für das praktische Leben das fruchtbar wird, was wir in der geistigen Welt kennenlernen.

[ 27 ] The higher realities relate to the visible world as magnetism relates to iron. We only come to truly understand iron once we have also come to understand magnetism. We will see from a few examples that what we learn about the spiritual world proves particularly fruitful in practical life.