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The Rudolf Steiner Archive

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Menschheitsentwickelung und Christus-Erkenntnis
GA 100

19 November 1907, Basle

Das Johannes-Evangelium IV

[ 1 ] An den Ausgangspunkt unserer heutigen Betrachtung müssen wir ein wichtiges geisteswissenschaftliches Wort stellen. In der christlichen Geheimwissenschaft nennt man den Mond den Kosmos der Weisheit und die Erde den Kosmos der Liebe. Unter Mond ist die Mondphase der Erde zu verstehen. Die Bezeichnung des Mondes als Kosmos der Weisheit hat darin ihre Begründung, daß alles, was damals ausgebildet worden ist, von Weisheit durchdrungen wurde. Die Ablösung der Mondphase durch die Erdphase bedeutet die Ablösung des Kosmos der Weisheit durch den Kosmos der Liebe. Als die Erde aus dem Dämmerzustand, Pralaya, wieder hervortrat, gingen die Keime auf, die auf dem Monde gezüchtet worden waren, darunter auch die Keime des physischen, des Ätherleibes und Astralleibes des Menschen. In diese drei Leiber und ihre gegenseitigen Beziehungen ist auf dem Mond Weisheit hineingelegt worden. Daher findet sich auch im Bau dieser drei Leiber die Weisheit. Die größte Weisheit liegt im Bau des physischen Leibes, weniger im Bau des Ätherleibes, und noch weniger in dem des Astralleibes. Wer nicht nur mit dem Verstande, sondern mit sinnender Seele die Leiblichkeit des Menschen betrachtet, der wird diese Weisheit in jedem Organ, in jedem Gliede des Körpers entdecken. Betrachtet man zum Beispiel den menschlichen Oberschenkelknochen, so findet man darin ein wahres Netz von kreuz und quer laufenden Balken, scheinbar regellos; aber kein Ingenieur wäre heute imstande, diese zwei Säulen herzustellen, die mit dem kleinsten Ausmaß von Kraft und Stoff den menschlichen Oberkörper tragen. Solange noch die göttlichen Geister an den Menschenleibern aufbauten, wurde nur Weisheit hineingelegt. Man sieht in der Regel den physischen Leib des Menschen als den niedrigsten an, aber mit Unrecht, denn gerade in seinem Leibe tritt die größte Weisheit zutage. Nur durch diese Weisheit ist es möglich, daß der physische Körper die Attacken, welche der Astralleib stets auf ihn unternimmt, aushält, ohne vor der Zeit zusammenzubrechen. Die Leidenschaften, die sich im physischen Leibe betätigen, das Trinken von Kaffee, Tee und so weiter, alles dies sind Attacken des Astralleibes auf den physischen Leib, und ganz besonders auf das Herz. Daher mußte dies so weise ausgebaut sein, daß die Angriffe jahrzehntelang nicht imstande sind, es zu zerstören. Natürlich mußte durch mannigfaltige Umgestaltung erst die passende Form des Herzens herausgefunden werden.

[ 2 ] Nur weil die Weisheit dem Aufbau der Welt zugrunde liegt, kann sie darin von unserem Verstande gesucht und gefunden werden. Aber die Weisheit ist nicht plötzlich in die Welt gekommen, das Hineingießen ist nur langsam und allmählich erfolgt, und ebenso langsam und allmählich wird das Durchdringen der Erde mit der Liebe stattfinden. Dieses Durchdringen der Erde mit der Liebe ist der Sinn der Erdenentwickelung. Die Liebe hat auf der Erde im kleinsten Ausmaß begonnen, sie verbreitet sich aber immer mehr und mehr, und am Ende der Erdphase wird alles ebenso von Liebe durchtränkt sein, wie es am Ende des Mondenzustandes von Weisheit durchtränkt war.

[ 3 ] Als der Mond aus der Erde heraustrat, war die Kraft der Liebe erst im Keim vorhanden. Es liebten sich zuerst nur die Blutsverwandten untereinander. Dies hat eine lange Zeit gedauert, allmählich erweiterte sich der Wirkungskreis der Liebe. Zum Empfinden und Betätigen der Liebe ist eine gewisse Selbständigkeit der Wesen notwendig. In der menschlichen Entwickelung waren von vornherein zweierlei Kräfte tätig gewesen: eine zusammenführende und eine trennende Kraft, Sonnen- und Mondenkraft. Unter der Einwirkung dieser Kräfte wurde der Mensch so weit ausgebildet, daß sich seine drei Leiber mit dem Ich-Träger dem Geistselbst, dem Lebensgeist und Geistesmenschen entgegenneigten. Eine endgültige Vereinigung konnte aber noch nicht stattfinden, ohne das Hinzutreten einer neuen kosmischen Kraft. Diese Kraft, welche nach der Abtrennung des Mondes ganz besonders starken Einfluß ausübte, kam von einem andern Planeten, der in ein merkwürdiges Verhältnis zur Erde trat. Dieser Planet, der Mars, machte eine Art Durchgang durch die Erdmasse, als die Erde ihre Entwickelung begann. Ein Metall hatte bisher auf der Erde gefehlt, das Eisen. Durch sein Auftreten auf der Erde wurde ihr Entwickelungsgang mit einem Schlage geändert. Der Planet Mars ist es, welcher der Erde das Eisen gebracht hat. Von da ab war die Möglichkeit geboten, daß der Mensch sich ein warmes, eisenhaltiges Blut bilden konnte. Auch der Astralleib erhielt durch den Mars ein neues Glied: die Empfindungsseele, die mutartige Seele. Mit Eintritt des Mars entwickelte sich in der Seele das Aggressive. Man hat jetzt also beim Menschen zu unterscheiden: physischen Leib, Ätherleib, Astralleib und Empfindungsseele. Die Wirkung der Empfindungsseele auf den physischen Leib war das Entstehen des roten, warmen Blutes. Nun konnte sich nach und nach das befruchtende Ich eingliedern.

[ 4 ] «Blut ist ein ganz besonderer Saft», sagt Goethe im «Faust». Der Gott der Form, Jahve, spielt dabei eine ganz besonders wichtige Rolle. Er bemächtigte sich vor allen Dingen des neugebildeten Organes, des Blutes, durchtränkte es mit seinen Kräften, verwandelte die aggressiven Eigenschaften der Mutseele in die Kräfte der Liebe und machte das Blut zum physischen Träger des Ich.

[ 5 ] Nicht jedes menschliche Individuum hatte anfänglich sein eigenes Ich. Bei allen Blutsverwandten, welche durch die Nahehe, Familienehe, das gleiche Blut bewahrten, wirkte die gleiche Jahvekraft, die IchKraft des gleichen Ich. Also eine solche kleine Gruppe hatte ein gemeinschaftliches Ich. Der einzelne verhielt sich zur ganzen Familie wie ein Finger zum ganzen Körper. Im Anfang gab es Gruppenseelen. Der einzelne empfand sich nur als Teil des Stammes. Man empfand das gleiche Ich nicht nur in den gleichzeitig Lebenden; auch in den verschiedenen Generationen lebte es weiter, solange das Blut unvermischt blieb, solange die Stammesgenossen nur in der Nahehe heirateten. Also man empfand das Ich nicht als etwas Persönliches, sondern als etwas allen Stammesgenossen Gemeinsames. Wie der Mensch sich an das erinnert, was er von seiner Geburt an erlebt hat, so erinnerten sich die Menschen der damaligen Zeit an das, was die Vorfahren derselben Blutsgemeinschaft getan hatten, und zwar so, als ob sie dies selbst erlebt hätten. Enkel und Urenkel fühlten in sich dasselbe Ich wie Großvater und Urgroßvater. So wird uns das Geheimnis des hohen Alters der Patriarchen begreiflich. «Adam» zum Beispiel war nicht die Bezeichnung für ein einzelnes Individuum, sondern für das gemeinsame Ich, das durch die Generationen floß. Es ist oben gesagt worden, daß Jahve das Blut zum physischen Träger des Ich machte. Er tat dies, indem er die Bildung des Blutes bewirkte. Er brachte seine Kraft zum Ausdruck in der Art des Atmens. Dadurch wurde der Mensch zum Jahvemenschen, daß Jahve ihm den Atem gab. Wörtlich ist es zu nehmen, daß der nun mit den Vorbedingungen ausgestattete Mensch eingehaucht bekam den lebendigen Odem. «Jahve blies dem Menschen den Odem ein und er wurde eine lebendige Seele» (1. Moses, 2,7). Dieses Einhauchen der Seele geschah aber nicht plötzlich, sondern ist als ein sehr lange dauernder Vorgang aufzufassen. Dadurch wurde der Mensch zum Luftatmer.

[ 6 ] Auf dem Monde hat etwas anderes dem Atmungsprozeß entsprochen. Während der jetzige Mensch Luft ein- und ausatmet und dadurch eine Wärmequelle in sich selbst hat, atmeten seine aus physischem Leib, Äther- und Astralleib bestehenden Vorfahren auf dem Monde Wärmestoff oder Feuer ein und aus. Feueratmer waren dieMenschenvorgänger auf dem Monde. Die Geheimwissenschaft nennt diese Wesen Feuerwesen, die Menschen auf der Erde dagegen Luftwesen. In aller Materie sieht die Geheimwissenschaft nur den Ausdruck des Geistes. Wir atmen nicht nur Luft ein und aus, sondern damit auch den Geist. Luft ist der Körper des Jahve, wie Fleisch derjenige des Menschen. Die Erinnerung daran wird in der germanischen Sage von Wotan, der im Winde reitet, zum Ausdruck gebracht. Auch was auf dem Monde ein- und ausgeatmet wurde, war der Geist.

[ 7 ] Auf dem Monde waren dieselben geistigen Wesenheiten wie auf der Erde. Dort lebten sie im Feuer, auf der Erde sind sie zu Luftgeistern geworden. In der kosmischen Entwickelung blieben einzelne Wesen zurück, wie in der Schule einzelne Schüler sitzenbleiben. Diejenigen Wesenheiten, die sich die Sonne zu ihrem Wohnsitz gemacht haben, hatten sich rascher entwickelt und den Übergang von Feuer- zu Luftgeistern gefunden, während eine große Schar von Wesenheiten diesen Übergang nicht gefunden hat. Die ersteren wirken nun als geistige Kräfte von außen, von der Sonne und vom Monde her auf den Menschen ein. Der Mensch nimmt sie durch den Atem in sich auf. Zwischen den Menschen und diesen hochentwickelten Sonnengeistern stehen diejenigen geistigen Wesenheiten, die zwar auf dem Monde auch viel weitergekommen sind als der Mensch, aber nicht so weit wie die Sonnengeister und der Jahvegott. Sie waren noch nicht imstande, den Menschen durch seinen Atem zu beeinflussen, waren aber trotzdem bestrebt, auf ihn einzuwirken. Es waren die nicht fertig gewordenen Feuergeister. Ihr Element war die Wärme und diese war beim Menschen nur im Blute vorhanden. Von dieser Wärme mußten sie leben.

[ 8 ] Der Mensch war also im Verlaufe seiner Entwickelung hineingestellt zwischen die Luftgeister, die in seinem Atem leben, die höchsten Geister, die ihn durchgeistigen, und die Feuergeister, welche die Elemente seines Blutes aufsuchten. Sie wirken in seinem Blute als Gegner des Jahvegottes. Jahve suchte die Menschen in kleinen Gruppen durch die Liebe zusammenzuhalten. Er wollte sie durchdringen mit dem Zusammengehörigkeitsgefühl. Wäre aber nur die Liebe vorhanden gewesen, so wären die Menschen nie selbständige Wesen geworden. Gleichsam zu Liebesautomaten hätten sie sich entwickeln müssen. Dagegen richteten nun die Feuergeister ihre Angriffe, mit dem Erfolg, daß der Mensch die persönliche Freiheit erlangte. Die kleinen Menschengruppen wurden auseinandergetrieben. Der Jahvegott hatte nur Interesse daran, die Menschen in Liebe zusammenzuführen. Im Blute wirkte er als der Gott der Blutsliebe. Anders war die Wirkung der Feuergeister; sie waren es, die dem Menschen Kunst und Wissenschaft brachten. Man nennt diese Geister auch die luziferischen Geister. Die weitere Menschheitsentwikkelung geht unter dem Einfluß des Luzifer vor sich, der dem Menschen Freiheit und Weisheit bringt. Unter der Führung des Jahvegottes sollten die Menschen durch das Prinzip der Blutsbrüderschaft zusammengeführt werden. Daß der Mensch ein freier Bürger der Erde geworden ist, das verdankt er dem Luzifer. Jahve versetzte die Menschen in das Paradies der Liebe. Da erscheint der Feuergeist, die Schlange, in der Gestalt, die der Mensch einmal gehabt hat, als er noch Feuer atmete, und öffnete den Menschen die Augen für das, was noch vom Mond übriggeblieben war. Diesen luziferischen Einfluß empfand man als Verführung. Die in Geheimschulen Auferzogenen sahen jedoch diese Aufklärung nicht als Verführung an. Die großen Eingeweihten haben die Schlange nicht erniedrigt, sondern erhöht wie Moses in der Wüste. (4. Moses, 21, 8-9.)

[ 9 ] Was sich in der Menschheit offenbaren sollte, hat sich lange Zeit durch Jahve als Blutsliebe offenbart. Daneben wirkte der Geist der Weisheit, ein Prinzip, das etwas anderes vorzubereiten hatte. Allmählich breitete sich die Liebe von kleineren zu größeren Menschengruppen aus, von Familien zu Volksstämmen. Ein charakteristisches Beispiel dafür ist das jüdische Volk, das sich als zusammengehörige Gruppe fühlte und alle andern als Galiläer bezeichnete, das heißt als solche, die nicht zum Blut gehörten. Der Menschheit sollte nicht bloß die Blutsliebe gegeben werden, sondern die geistige Liebe, welche die ganze Erde mit einem Bruderbunde umspannen wird. Die Zeit, in welcher die Menschheit nur durch die Verwandtenliebe zusammengehalten wurde, ist nur als Lehrzeit zu betrachten für das, was später kommen sollte. Auch die Wirkung des Luzifer, welche im Auseinandertreiben der einengenden Bande bestand, ist nur die Vorbereitung für die Wirkung eines Höheren, der kommen sollte. Diesen Höheren nannte man in der christlichen Geheimschule den wahren Lichtträger, den wahren Luzifer, den Christus.

[ 10 ] Gehen wir nun zurück in die Zeit, in welcher die atlantische Menschheit auf Erden weilte. Die Erde hat damals ein ganz anderes Aussehen gehabt. Zwischen Europa und Amerika, da, wo jetzt ein großes Meer flutet, war Land, ein Erdteil, der jetzt auf dem Boden des Ozeans liegt. Auch die heutige Wissenschaft kommt nach und nach zu der Erkenntnis, daß ein Erdteil früher existierte, wo jetzt der Atlantische Ozean sich ausdehnt. Menschen von ganz anderer als der heutigen Art bewohnten Atlantis. Zwischen dem Äther- und physischen Leib bestand damals ein ganz anderes Verhältnis als heute. Ein Hellseher sieht beim heutigen Menschen im Kopf zwei Punkte, den einen im Äthergehirn, den andern im physischen Gehirn, zwischen den Augen, etwa einen Zentimeter tief. Diese beiden Punkte fallen beim jetzigen Menschen zusammen. Beim Atlantier war dies anders. Das Äthergehirn ragte beträchtlich über das physische Gehirn heraus, und die zwei Mittelpunkte der Gehirne deckten sich nicht. In Ausnahmefällen kann es auch beim Menschen der Gegenwart vorkommen, daß sich diese zwei Punkte nicht decken; eine Folge davon ist die Idiotie. Erst im letzten Drittel der atlantischen Zeit fand die Vereinigung der Mittelpunkte der beiden Gehirne statt, und erst dann lernte der Mensch bewußt zu sich «Ich» sagen. Auch rechnen, zählen, urteilen, logisch denken konnten die Atlantier vorher nicht. Dafür besaßen sie ein riesiges Gedächtnis, welches über Generationen reichte, und ein dumpfes Hellsehen. Die Umrisse der physischen Körper sahen sie nicht deutlich, dagegen nahmen sie die Seelenvorgänge wahr. Begegnete der Atlantier einem Tiere, so empfand er hellseherisch, wie sich das Tier zu ihm stellte. Sah er zum Beispiel eine rotbraune Farbe, so wich er aus; er wußte, daß ein feindlicher Einfluß sich geltend machte. Sah er aber eine rötlich-violette Farbe, so wußte er, daß ihm etwas Sympathisches begegnete. Auch die Nahrungsmittel wurden mit Hilfe dieses Hellsehens auf ihren Wert erkannt. Das heutige 'Tier, das dieses dumpfe Hellsehen bewahrt hat, unterscheidet auf der Weide in ähnlicher Weise die Pflanzen in bezug auf ihre Zuträglichkeit oder Schädlichkeit. Das Erleben, das der Mensch sich im Traume bewahrt hat, ist ein dekadentes Überbleibsel des Hellsehens der alten Atlantier. Beim Atlantier war keine so scharfe Trennung zwischen Schlaf- und Wachbewußtsein wie beim heutigen Menschen. Das Tagesbewußtsein war weniger klar als unser heutiges. Das Schlafund Traumbewußtsein war heller. In den ersten atlantischen Zeiten kamen auch Zustände von völliger Bewußtlosigkeit vor, die durchdrungen waren von mächtigen Traumbildern. Vom Fortpflanzungsakt wußte der Atlantier der ältesten Zeit nichts. Dieser ging in Zuständen völliger Bewußtlosigkeit vor sich. Wenn der Atlantier erwachte, wußte er nichts von der Fortpflanzung. Nur in Sinnbildern wurde ihm der Vorgang der Fortpflanzung gezeigt. Daran erinnert noch die griechische Sage von den zwei Menschen Deukalion und Pyrrha, die nach Griechenland zogen und Steine hinter sich warfen, aus denen dann Menschen wurden. Der Fortpflanzungsvorgang war so lange in Bewußtlosigkeit gehüllt, als die Ehen nur unter Blutsverwandten geschlossen wurden. Daß die Menschen zum Bewußtsein erwachten und bewußt den Akt der Fortpflanzung erkannten, ist auf die Tätigkeit der luziferischen Geister zurückzuführen, die dem Menschen «die Augen aufgetan» haben. Er lernte, Gut und Böse zu unterscheiden. Weil die Menschen nun um ihre Liebe wußten und nicht mehr nur nach der Blutsverwandtschaft fragten, wurden sie selbständig. Dann wurde Jahve durch Christus abgelöst, der eine höhere Liebe in die Welt brachte und die Menschen unabhängig machte von Stammesgenossen und Blutsverwandten. Diese universelle Liebe ist erst in ihrem Anfangsstadium. Wenn aber die Erde einmal ihre Wesen an den Jupiter abgegeben haben wird, dann werden sie von dieser geistigen Liebe ganz durchdrungen sein. Auf diese universelle Liebe weist der Ausspruch Christi hin: «So jemand zu mir kommt und hasset nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, dazu auch sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein» (Lukas 14, Vers 26). Der Geist, der diese universelle Liebe mehr und mehr über die Erde ausgießt, ist der Christus-Geist. Die Erdenentwickelung ist durch das Erscheinen des Christus Jesus in zwei Teile geteilt. Jenes Blut, das auf Golgatha geflossen ist, bedeutet die Ablösung der Verwandtenliebe durch die geistige Liebe. Dies ist der Zusammenhang zwischen Jahve, Luzifer und Christus.