The Deeper Mysteries of Human Development
in the Light of the Gospels
GA 117
7 December 1909, Munich
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10. Das Ich, der Gott im Innern und der Gott der äußeren Offenbarung
The Education of Humanity
[ 1 ] Aus dem ganzen Geiste unserer anthroposophischen Arbeit werden Sie im Laufe der Jahre entnommen haben, daß dieser Arbeit zugrunde liegt, nicht hinzuwirken auf unmittelbar Sensationelles, sondern in ruhiger Weise zu verfolgen gerade diejenigen Tatsachen des geistigen Geschehens, deren Erkenntnis uns auch wichtig sein kann für unser Leben. Gerade nicht dadurch, daß man immer über das spricht, was sozusagen am Tag liegt, dient man geistig dem Tage, sondern dadurch, daß man sich aneignet ein Wissen über die großen Zusammenhänge des Lebens. Im Grunde genommen hängt unser eigenes individuelles Leben an den großen Ereignissen des Daseins, und wir können auch unser eigenes Leben nur richtig beurteilen, wenn wir es an den größten Erscheinungen des Lebens abmessen können. Daher kommt es, nachdem wir uns innerhalb unseres siebenjährigen Zyklus im Bestehen der Deutschen Sektion durch vier Jahre beschäftigt haben mit der Grundlegung unserer Anschauungen, unserer Erkenntnisse, daß wir uns in den letzten drei Jahren bemühten, diese grundlegenden Anschauungen zu vertiefen in bezug auf weltumfassende Fragen. Und aus dem, was ja auch zu Ihnen gekommen ist von den Darlegungen, die in verschiedenen Zyklen gegeben worden sind, werden Sie ersehen haben, daß zu diesen letzten Betrachtungen diejenigen über die Evangelien gehörten. Nicht allein deshalb, weil gerade der Inhalt der Evangelien uns nahegebracht werden soll, sondern auch darum, weil wir durch ihre Betrachtung über die Menschennatur das Zutreffende lernen können. Daher möge auch heute mit allerlei Anwendungen auf das persönliche Menschenleben einiges gesprochen werden über die Evangelien.
[ 1 ] Out of the whole spirit of our anthroposophical work, you will have seen, in the course of years, that its aim is not to work on, as it were, something directly sensational, but to follow tranquilly those facts connected with spiritual happenings, the knowledge and cognition of which can be important for our life. One does not merely serve the day, spiritually, by always speaking on what concerns the day, but one also serves it by assimilating a knowledge of the great connections of life. Our own individual life is fundamentally connected with the great events of existence, and we can only rightly judge our own life, when we estimate it by the greatest phenomena of life. Hence it arises, that within our seven-yearly cycle in the German Section of the Theosophical Society, for four years we have occupied ourselves with the foundation of our views, of our knowledge, and in the last three years we have tried to deepen these basic views with reference to world-embracing questions. And you will have seen from what has come to you in the explanations given in various lecture-cycles, that considerations concerning the Gospels belonged to the latter. Not merely because the material and content of the Gospels should be brought close to us, but because through their study, many things touching human nature can be learnt. And so today, something can be said about the Gospels, with various applications to the personal life of man.
[ 2 ] Die Evangelien werden von der äußeren Wissenschaft immer weniger als ein historisches Dokument bezeichnet für die Erkenntnis der größten Individualität, die in die Menschheitsentwickelung eingegriffen hat, des Christus Jesus. Die Stellung zu den Evangelien war in den ersten christlichen Jahrhunderten und noch lange auch durch das Mittelalter hindurch eine ganz andere, als sie in der neueren Zeit geworden ist. Die Evangelien werden ja heute empfunden als vier einander widersprechende Dokumente, und es scheint heute nichts selbstverständlicher als dies, daß man sagt: Wie können vier Dokumente historische Urkunden sein, wenn sie einander so widersprechen, wie es die vier Evangelien tun, die uns Nachricht geben wollen von dem, was im Beginne unserer Zeitrechnung in Palästina geschehen ist.
[ 2 ] These Gospels are regarded less and less by external science as a historical document for the knowledge of the greatest Individuality, of the greatest Impulse, which has entered the evolution of humanity—of Christ Jesus. The attitude to the Gospels in the first Christian centuries, and for a long time through the middle ages, was quite different from what it has become in recent times. The Gospels are first felt today as four mutually contradictory documents, and nothing appears more natural today than to say: How can four documents be historical, when they contradict each other, as the four Gospels do, each of which professes to give us an account of what happened at the beginning of our era in Palestine.
[ 3 ] Nun könnte dem menschlichen Denken, wenn es heute nicht gar zu sehr über die wichtigsten Sachen hinwegsehen wollte, dabei doch eines aufstoßen. Man könnte sich zum Beispiel sagen: Eigentlich gehört nicht viel dazu, um zu erkennen, daß die vier Evangelien sich in dem Sinne widersprechen, wie man das heute auffaßt. Das sieht jedes Kind, möchte man meinen. Aber man könnte dazu sagen: Jetzt sind die Evangelien gewissermaßen in aller Hände, jetzt beschäftigen sich alle Menschen damit. Es gab eine Zeit vor der Erfindung der Buchdruckerkunst, wo diese Evangelien keineswegs in aller Hände waren, wo sie nur von wenigen gelesen wurden, und diese wenigen waren gerade diejenigen, die an der Spitze des geistigen Lebens standen. Den andern wurde der Inhalt nahegebracht so, wie sie es fassen konnten. Man könnte fragen: Ja, waren denn diese wenigen, die an der Spitze des geistigen Lebens standen, so ungeheure Toren, daß sie nicht eingesehen haben, was jedes Kind heute einsehen kann: daß die Evangelien sich im heutigen Sinne widersprechen?
[ 3 ] Yet one thing could strike human thinking, unless it tries today to avoid seeing the most important matters. For example, it might be said: It does not really need very much today to realise that if the four Gospels are read consecutively they do indeed contradict themselves in that sense as one understands it today. Any child could see that, one might retort! But it might be added: Now the Gospels are in all hands, now everybody occupies himself with them. But there was a time before the invention of printing, before the modern spread of books, when these Gospels were by no means in all hands, when they were really read only by very few, and these few, they were just the people who stood at the peak of the spiritual life. Fundamentally, in the first centuries, only those had the Gospels in their hands who stood at the summit of the spiritual life. The content was imparted to the others, brought near so that they could grasp it. One might ask: Were then these few, who stood at the summit of the spiritual life, really such terrible fools, such mightily stupid people, that they could not see what any child can see today: that they do contradict each other, in the ordinary sense?
[ 4 ] Wollte man dieser Frage nachgehen, so würde man bald etwas anderes bemerken, nämlich, daß die ganze Gefühlswelt des Menschen zu den Evangelien anders stand als heute. Heute ist es der kritische Verstand, der seine ganze Art, zu denken, an der äußeren sinnlichen Wirklichkeit gelernt hat. Der ist es, der sich auch über die Evangelien hermacht, und dem wird es wahrlich nicht schwer, die Verstandeswidersprüche zu finden, denn sie sind ja kinderleicht zu finden.
[ 4 ] Were then all those people, who endeavoured to grasp the gigantic Christ Event in the sense of the four Gospels, really such fools, such terribly stupid men, that they did not see what the critic sees, working in the modern sense with these contradictions? This is a question for oneself.
[ 5 ] Wie haben denn diejenigen, die an der Spitze des geistigen Lebens standen und in alten Jahrhunderten die Evangelien in die Hand genommen haben, sich abgefunden mit dem, was man heute Widersprüche nennt? Diese Menschen der alten Zeiten haben eine ungeheure, heute gar nicht auszudenkende Ehrfurcht bekommen vor dem großen Christus-Ereignis durch die vier Evangelien, und sie haben merkwürdigerweise so empfunden, daß sie, gerade weil sie vier Evangelien hatten, um so mehr dieses Ereignis ehren und schätzen müßten. Wie ist das möglich? Das kommt davon her, daß diese alten Beurteiler der Evangelien etwas ganz anderes ins Auge gefaßt haben als die heutigen. Die heutigen Beurteiler machen es nicht gescheiter als jemand, der meinetwillen einen Blumenstrauß von einer Seite photographiert — da bekommt er eine gewisse Photographie des Blumenstraußes. Jetzt geht er mit der Photographie durch die Welt. Die Leute merken sich, wie die Photographie ausschaut und sagen sich: Jetzt habe ich eine genaue Vorstellung von dem Blumenstrauß. Dann kommt einer, der photographiert den Blumenstrauß von der andern Seite. Das Bild wird ganz anders. Er zeigt wiederum das Bild des selben Blumenstraußes den Leuten. Diese sagen: Das kann nicht das Bild des StrauBes sein; die Bilder widersprechen sich ja. - Und wenn der Strauß von vier Seiten photographiert wird, so sehen sich die vier Bilder gar nicht ähnlich; dennoch sind sie vier Aufnahmen derselben Sache. So haben die alten Beurteiler der vier Evangelien empfunden. Sie haben sich gesagt: Die vier Evangelien sind von vier verschiedenen Gesichtspunkten aus aufgenommene Darstellungen des einen Ereignisses, und weil dies der Fall ist, so geben sie uns gerade dadurch ein vollkommenes Bild, daß sie sich nicht gleichen, und erst dann, wenn wir imstande sind, uns eine Gesamtvorstellung von den vier Seiten aus zu machen, bekommen wir eine Gesamtidee des Ereignisses von Palästina. - Und so haben sich diese Leute gesagt: Wir müssen um so mehr mit Demut hinaufblicken, wenn wir das Ereignis von Palästina von vier Seiten aus dargestellt sehen, denn dieses Ereignis ist so groß, daß man es nicht verstehen kann, wenn es nur von einer Seite geschildert wird. Wir müssen dankbar sein, daß wir vier Evangelien haben, die das große Ereignis von vier Seiten aus schildern. Wir müssen nur verstehen, wie diese vier verschiedenen Standpunkte zustandegekommen sind, und dann, wenn wir uns davon überzeugt haben, dann können wir uns auch eine Anschauung darüber bilden, was der einzelne Mensch wiederum haben kann von den vier Evangelien.
[ 5 ] If we pursue such a question, we soon notice something else: i.e., that the whole world of man's feeling towards the Gospels stood differently to them than it does today. Today it is the critical intellect, which has learnt its whole training, its whole manner of thought, at the hand of external sense-reality, it is this which attacks the Gospels, and for this it is truly not difficult to find these intellectual contradictions; for they are childishly easy to find. How, then, did those who stood at the summit of the spiritual life and centuries ago took the Gospels in hand get on with what one today calls contradictions? You see, these men of old had an infinite reverence, unthinkable today, for the great Christ Event through the four Gospels, and they felt extraordinarily that because they had four Gospels, they had all the more to revere and value this event. How is that possible? That was because these old judges of the Gospels kept in mind something quite different from what is kept in mind today. The modern critics do not proceed more cleverly than one who, perhaps, photographs a nosegay from one side—he thus gets a certain photograph of the nosegay. He now goes through the world with this photograph. People notice what the photograph looks like, and say: Now I have an exact idea of the nosegay. But then someone comes who photographs it from another side. The picture is quite different. He shows the picture of the same nosegay to people, but they say: That can't be a picture of the nosegay. The pictures contradict each other. And if the nosegay is photographed from four sides, then the four pictures do not appear similar, yet they are four views of the same thing. This was how the old judges of the four Gospels felt. They said: the four Gospels are representations of one event, from four different points of view, and because this is the case, they give us thereby a complete picture, because they are not alike—and first when we are in a position to form a complete representation from the four sides, do we then get a complete idea of the events of Palestine. And so these people said: We must look up with all the greater humility, when we see the events of Palestine presented from four sides. For this event is so great, that one cannot understand it, if it is only described from one side. We must be thankful that we have four Gospels, which describe this great event from four sides. We must only understand how these four different points of view have come together, and then, when we have convinced ourselves of this, can we form a perception of what the individual person can have from the four Gospels.
[ 6 ] Was wir das Christus-Ereignis nennen, das ist ja ein gewaltiges Geschehnis in der geistigen Entwickelung der Menschheit. Wie können wir denn das, was damals in Palästina sich zugetragen hat, hineinstellen in die ganze Menschheitsentwickelung? So können wir es hineinstellen, daß wir sagen: Alles dasjenige, was vorher die Menschheit geistig durchgemacht, geistig erlebt hat, alles das ist eingeflossen, zusammengeströmt in dem Ereignis von Palästina, um dann in einem gemeinsamen Strom weiterzufließen.
[ 6 ] That which we call the Christ Event is a mighty happening in the spiritual evolution of mankind. How can we insert what took place then in Palestine in the whole of human evolution? We can regard it in such a way that we say: Everything, all that mankind previously experienced spiritually, which humanity had gone through spiritually, all that flowed together streamed together into the event of Palestine, in order from then to flow on farther in one common stream.
[ 7 ] Da haben wir, um nur einiges zu nennen: Die althebräische Lehre, wie sie uns im Alten Testament niedergelegt ist. Dies ist ein Beitrag. Er floß ein, als das Ereignis von Palästina geschah. Da war dann ein anderer Strom, der von Zarathustra ausgegangen ist. Er floß ein in das, was dann als Christentum wie ein Hauptstrom durch die Welt weiterfloß.
[ 7 ] There we have—just to mention but one thing—let us say, the old Hebrew teaching, as is laid down in the Old Testament, if we understand it aright. That is one contribution. It flowed in, as the event of Palestine took place.
[ 8 ] Und da ist dasjenige, was wir nennen können die orientalische Geistesströmung, die im Gautama Buddha ihren bedeutendsten Ausdruck gefunden hat. Auch das floß ein in den einen großen Hauptstrom, um dann zusammen weiterzufließen. Alle diese einzelnen Strömungen sind heute im Christentum drinnen.
[ 8 ] There was then another stream which proceeded from Zarathustra. This flowed into that which from then streamed on through the world as Christianity as a main stream. There is that which we can call the Oriental spiritual stream, which found its most significant expression in Gautama Buddha. That also flowed into the one great main stream, and still others, in order then to flow on together. All of these single streams are today within Christianity.
[ 9 ] Der zeigt Ihnen nicht, was der Buddhismus heute ist, der Ihnen wieder aufwärmt die Lehren, die Buddha sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung gegeben hat. Diese Lehren sind eingeflossen ins Christentum. Der zeigt Ihnen nicht, was der Zarathustrismus wirklich ist, der die altpersischen Urkunden nimmt und von da aus heute zeigen will das Wesen des Zarathustrismus; denn derjenige, der gelehrt hat im alten Persien, was in den altpersischen Urkunden ist, der hat sich weiterentwickelt und hat einfließen lassen seinen Beitrag zum geistigen Leben der Menschheit, und wir müssen innerhalb des christlichen Stromes auch den Zarathustrismus suchen.
[ 9 ] You are not shown what Buddhism is today by one who warms up again the teachings which Buddha gave out 600 years before our era. These teachings have flowed into Christianity. You are not shown what Zarathustrianism really is by one who takes the old Persian documents, and from thence will show the nature of Zarathustrianism today; for he who taught in ancient Persia what exists in the ancient Persian documents has evolved further, and has let his contribution flow into the spiritual life of mankind, and we must seek Zarathustrianism also within Christianity, as well as Buddhism, and the old Hebrew stream.
[ 10 ] Nun fragen wir uns, damit wir ein Bild bekommen von dem wirklichen Sachverhalt: Wie sind gerade diese drei Strömungen, der Buddhismus, der Zarathustrismus und die althebräische Strömung in das Christentum eingeflossen?
[ 10 ] And now we must ask ourselves, in order to have, in a slight degree, a picture of the real relationship: How have these three streams of Buddhism, Zarathustrianism, and ancient Hebrewism, flowed into Christianity.
[ 11 ] Wenn wir verstehen wollen, wie der Zarathustrismus eingeflossen ist, dann dürfen wir uns daran erinnern, daß diejenige Individualität, die wir als Zarathustra ansprechen, der große Lehrer war der zweiten nachatlantischen Kulturperiode, der zuerst gelehrt hat im sogenannten urpersischen Volk, der dann immer wieder und wieder verkörpert worden ist. Nachdem er durch jede Verkörperung hindurch immer höher und höher gestiegen war, erschien er ungefähr sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung als ein Zeitgenosse des großen Buddha. Er erschien in den Geheimschulen des alten chaldäischbabylonischen Kulturkreises. Da war er wiederverkörpert, war da der Lehrer des Pythagoras, der nach Chaldäa ging, um in der entsprechenden Weise sich zu vervollkommnen. Dann wurde dieser Zarathustra, der damals sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung unter dem Namen Zarathos oder Nazarathos erschienen war, wiedergeboren im Beginn unserer Zeitrechnung, wiedergeboren so, daß er in einem Körper auftrat, der entsproß dem Elternpaar, das Joseph und Maria hieß und das uns geschildert wird in dem Matthäus-Evangelium. Wir bezeichnen dieses Kind von Joseph und Maria, des sogenannten bethlehemitischen Elternpaares, als das eine der beiden Jesuskinder, die damals im Beginne unserer Zeitrechnung geboren worden sind. Damit haben wir hereinverpflanzt in das alte Palästina gerade jene Individualität, welche der Träger war des Zarathustrismus, der einen bedeutsamen Geistesströmung.
[ 11 ] If we will understand how Zarathustrianism flowed in, then we should call to mind something which has often been mentioned here: that that individuality whom we mention as Zarathustra, was the great teacher of the second post-Atlantean epoch, and first taught in the so-called ancient Persian people, and then incarnated again and again. After he ascended higher and higher through each incarnation, he appeared about 600 years before our era as a contemporary of the great Buddha. He appeared in the secret schools of the old Chaldean-Babylonian sphere of culture. This Zarathustra was incarnated there, he was the teacher there of Pythagoras, who went to Chaldea, in order to perfect himself in the right manner. Then this Zarathustra, who at that time 600 years before our era appeared under the name of Zarathas or Nazarathos, was born again at the beginning of our era, reborn so that he appeared in a body which sprang from the parental pair called Joseph and Mary, mentioned and described in the Matthew Gospel. We designate this child of Joseph and Mary, of the so-called Bethlehem parents, as one of the two Jesus children who were then born at the beginning of our era. Zarathustra incarnated in him. Therewith we have implanted in that old Palestine the individuality who was the bearer of Zarathustrianism, the one significant spiritual stream.
[ 12 ] Aber nicht nur diese Geistesströmung sollte wiederaufleben, um in einer neuen Form fortströmen zu können im Christentum, sondern auch andere Geistesströmungen. Dadurch mußten verschiedene Dinge damals zusammentreffen. Es mußte zum Beispiel auch das geschehen, daß der Zarathustra hineingeboren wurde in einen Leib, der durch seine physische Organisation Aussicht bot, daß der Zarathustra gerade in jener Inkarnation diejenigen Fähigkeiten entwickeln konnte, die er hatte deshalb, weil er von Inkarnation zu Inkarnation so hoch heraufgestiegen war. Denn wir müssen uns durchaus gesagt sein lassen: Wenn eine noch so hohe Individualität heruntersteigen und einen ungeeigneten Körper finden würde — was ja dadurch geschehen könnte, daß diese Individualität einen geeigneten Körper gar nicht finden kann -, so würde sie die Fähigkeiten, die sie geistig-seelisch hat, eben nicht ausleben können, weil die Werkzeuge dafür nicht da wären. Man muß ein bestimmt geartetes Gehirn haben, wenn man solche Fähigkeiten ausleben will, wie sie der Zarathustra gehabt hat; das heißt, man muß in einen Körper hineingeboren werden, der, ererbt von den Vorfahren, jene Eigenschaften hat, die ihn zum geeigneten Instrument machen für diese Fähigkeiten. Es mußte also nicht nur gesorgt werden bei jenem Jesusknaben, der im Matthäus-Evangelium geschildert wird, daß er in dem, was sich wiederverkörperte, eine so hohe geistig-seelische Organisation hatte, daß er jene mächtige Wirkung ausüben konnte, die ausgeübt werden mußte, sondern auch dafür, daß diese Seele hineingeboren werden konnte in eine vollkommene physische Organisation, die vererbt wurde. Das geeignete physische Gehirn mußte dieser Zarathustra vorfinden.
[ 12 ] But not only this spiritual stream has to live again, in order to be able to stream into Christianity in a new form, but other spiritual streams also. Many different things had to come together and combine for this. For instance, it had to happen also that Zarathustra was born in a body, which as a body, through its physical organisation, made it possible for Zarathustra in that incarnation at the beginning of our era, to develop those faculties which he possessed, through having ascended so high from incarnation to incarnation. For we must permit ourselves to say: If such a high individuality descended and found an unsuitable body (which could happen through his being unable to find a suitable body), then he would not be able to express the faculties which he possessed in soul and spirit, because the instruments were not there, in order to express on earth the corresponding powers. One must have a definitely formed brain, if one will express such powers as Zarathustra possessed. That means, one must be born in a body, which, as a body inherited from forefathers, has those qualities which render it a suitable instrument for the faculties which come over from an earlier incarnation. And so, in the case of that Jesus child described in the Matthew Gospel, care had to be taken, that he did not merely have inwardly, in that which reincarnated such a high psychic-spiritual organisation, that he could exercise that mighty effect which had to be exercised, but that also, this soul could be born in a perfect physical organisation, which was inherited. Zarathustra had to find forthcoming this suitable physical brain.
[ 13 ] Was da ausgearbeitet wurde als eine vollkommen geeignete physische Organisation, das ist der Beitrag, den das althebräische Volk zum Christentum zu leisten hatte. Aus ihm heraus sollte durch rein physische Vererbung ein geeigneter Körper geschaffen werden mit den denkbar vollkommensten äußeren physischen Werkzeugen. Dazu mußte in den Generationen weit hinauf Vorbereitung getroffen werden, damit die richtigen Eigenschaften sich vererben konnten demjenigen Körper, der da geboren wurde im Beginn unserer Zeitrechnung.
[ 13 ] What was thus worked out as a perfectly adapted physical organisation was now the contribution which the ancient Hebrew people had to make to Christianity. A suitable physical body had to be created out of it with the utmost conceivable perfect physical instruments. A suitable body had to be created through purely physical heredity for him who incarnated here. Preparation had to be made for this throughout all the generations lying far back, so that the right qualities could be passed on to that body which was born at the beginning of our era. To transmit the right body was again the mission of the ancient Hebrew life.
[ 14 ] Nun wollen wir uns eine Vorstellung bilden, wie dieses Leben eingeflossen ist in den großen Hauptstrom unseres gegenwärtigen Geisteslebens. Das heißt, ebenso wie wir gesehen haben die Mission des Zarathustra innerhalb des Christentums, so wollen wir jetzt fragen nach der Mission des althebräischen Volkes für die Gesamtkultur unserer Erde. Da muß gesagt werden, daß die geisteswissenschaftliche Forschung immer mehr und mehr, je weiter sie vorwärtsschreitet, dazu kommt, der Bibel mehr recht zu geben als dem, was wir heute an äußerer Kulturgeschichte haben. Was da ausgegraben wird, das nimmt sich eigentlich recht kindlich aus gegenüber dem, was da in der Bibel steht und was man nur richtig lesen muß, um es zu verstehen. Vor den Augen der wirklichen Geistesforschung ist das das Richtigere. So ist unter anderm auch richtig, daß in einer gewissen Beziehung das spätere Judentum abstammt von einem Stammvater Abraham oder Abram. Dahinter steckt etwas durchaus Richtiges, daß, wenn wir die Generationen hinaufgehen, wir an einen Stammvater kommen, dem ganz besondere Fähigkeiten erteilt wurden aus der geistigen Welt heraus. Welches waren diese? Wenn wir verstehen wollen, welche ganz besonderen Fähigkeiten ihm erteilt wurden, dann müssen wir uns ein wenig erinnern an verschiedenes, was wir hier schon gesagt haben.
[ 14 ] Now we will form for ourselves an idea of how this life flowed into the great main stream of our present spiritual life. That means, just as we have seen the mission of Zarathustra within Christianity, so we will now seek the mission of the ancient Hebrew people for the entire civilisation of our earth. Here it must be said that the more spiritual science progresses, the more it sees in the Bible, compared with what we have today as external history. What is unearthed in the latter really appears childish compared with what stands in the Bible, only one must read it rightly to understand it. This is really the more correct, to the eyes of true spiritual investigation. And so, among other things, it is correct that in a certain connection, that which was the later Judaism, arose from a tribal father, from the father Abraham or Abram. Something absolutely correct lies behind that if we go back along the generations, we come to a tribal father, to whom quite special powers are imparted from out of the spiritual world itself. And in the sense of spiritual science, we can speak of a tribal father of the Jewish people, of Abraham or Abram. Quite special powers were imparted to him from out of the spiritual world. What were these? If we want to understand what special faculties were imparted to him, then we must call to mind a little the various things we have already said here.
[ 15 ] Wenn wir zurückgehen in frühere Zeiten, so finden wir, daß die Menschen andere Seelenfähigkeiten gehabt haben, Seelenfähigkeiten, die wir gegenüber den heutigen als eine Art dumpfes Hellsehen bezeichnen können. Die Menschen haben zwar nicht in so selbstbewußter, verstandesgemäßer Weise in die Welt hinaussehen können wie die heutigen Menschen, aber sie haben die Fähigkeit gehabt, das Geistige, das in der Umwelt ist, die geistigen Erscheinungen, Tatsachen, Wesenheiten, noch zu sehen. Nur war dieses Sehen, weil es in herabgedämpftem Bewußtsein geschah, mehr wie ein lebendiger Traum, der aber lebendige Beziehung zur Wirklichkeit hatte. Dieses alte Hellsehen sollte immer schwächer und schwächer werden, damit die Menschen sich anerziehen konnten unser heutiges äußeres Anschauen und unsere heutige Verstandeskultur.
[ 15 ] We have said: If we go back to earlier times, we find that human beings had other powers of soul, which we can designate as a kind of dim clairvoyance compared with those of today. They could not look out into the world in such a self-conscious intellectual way as modern human beings, but they still had the faculty to see the spirit which exists in the outer world, spiritual phenomena, facts and beings; even if this seeing, because it occurred in a dimmed consciousness, was more like a living dream, yet it had a living connection with reality. This old clairvoyance had to become weaker and weaker, so that man could educate himself to our present modern perception and intellectual culture.
[ 16 ] Die ganze Entwickelung der Menschheit ist eine Art Erziehung. Die einzelnen Fähigkeiten werden nach und nach errungen. Die heutige Art zu sehen, ohne daß wir, wenn wir zum Beispiel im normalen Bewußtsein eine Blume ansehen, ringsherum sehen den astralischen Leib, der sich herumwindet um die Blume - während der alte Beobachter gesehen hat die Blume und den astralischen Leib herum -, diese heutige Anschauung, die die Gegenstände mit scharfen Verstandeskonturen schaut, mußte der Menschheit anerzogen werden dadurch, daß die Hellsichtigkeit verschwand. Da herrscht nun ein ganz bestimmtes Gesetz in der Geistesentwickelung. Alles das, was der Menschheit anerzogen wird, muß immer seinen Ausgangspunkt nehmen von einer Individualität. Fähigkeiten, die dann Fähigkeiten einer großen Anzahl von Menschen werden sollen, müssen sozusagen zuerst bei einem Menschen anfangen. Die Fähigkeiten, die sich namentlich beziehen auf das von einem Hellsehen abgewandte Kombinieren, auf das Beurteilen der Welt nach Maß, Zahl und Gewicht, diese Fähigkeiten, die gerade ganz darauf ausgehen, nicht in die geistige Welt hineinzuschauen, sondern die sinnlichen Erscheinungen zu kombinieren, sie wurden aus der geistigen Welt zuerst eingepflanzt jener Individualität, die als Abraham oder Abram bezeichnet wird. Er war dazu ausersehen, diejenigen Fähigkeiten zuerst auszubilden, welche im eminentesten Sinn geknüpft sind an das Instrument des physischen Gehirns. Abraham wird nicht umsonst genannt der Erfinder der Arithmetik, das heißt derjenigen Fähigkeit, welche die Welt nach Maß und Zahl beurteilt und kombiniert. Er war sozusagen der erste unter denen, aus deren Seelenfähigkeiten ausgelöscht wurde das alte dämmerhafte Hellsehen und deren Gehirn so zubereitet wurde, daß gerade die Fähigkeit, die sich des Gehirns bedient, am meisten zur Geltung kommt. Das war eine bedeutsame, mächtige Mission, die gerade dem Abraham übertragen worden ist.
[ 16 ] The whole evolution of mankind is a kind of education of humanity. The various faculties are gradually acquired. Our present way of seeing, without our perceiving, for instance the astral body winding round a flower, when we behold it in ordinary consciousness—whereas the ancient observer saw the flower and the astral body round it—this modern perception, which beholds objects with the sharp contours of the intellect, had to be trained in man, through the disappearance of the old clairvoyance. But one definite law prevails in spiritual evolution. Everything which man acquires must take its starting point from one individuality. Faculties which are to become common to a large number of people must, as it were, first begin in one. Those faculties which relate especially to a combination turned away from clairvoyance, to the judging of the world according to measure, number, and weight, these faculties which tend especially not to see into the spiritual world, but to combine sensible phenomena, were first implanted from out of the spiritual world in that individuality who is designated as Abraham or Abram. He was chosen first to develop especially those powers which are bound in the most eminent degree to the instrument of the physical brain. Abraham or Abram is not for nothing called the discoverer of arithmetic, that means, that faculty which judges and combines the world according to measure and number. He was, as it were, the first of those, in whose soul-powers the old dreamy clairvoyance was extinguished, and whose brain was so prepared as a perfect instrument, that just that faculty which makes use of the brain, comes most to the fore.
[ 17 ] Nun sollte diese Fähigkeit, die als eine Anlage in Abraham hineingelegt wurde aus der geistigen Welt heraus, wie es bei jeder Anlage sein muß, immer vollkommener und vollkommener werden. Sie können sich leicht denken, daß alles das, was in der Welt auftritt, sich entwickeln muß. So mußte sich auch diese Fähigkeit, durch das physische Gehirn die Welt zu betrachten, aus einer Anlage allmählich entwickeln. Die Entwickelung dieser Fähigkeit geschah nun durch die folgenden Generationen, indem das, was Abraham gegeben wurde, übertragen wurde auf die folgenden Generationen durch die folgenden Zeitalter. Aber es mußte etwas anderes geschehen, als früher beim Übertragen einer Mission von den alten Leuten auf die jüngeren geschehen war. Denn die andern Missionen waren noch nicht gebunden an ein physisches Werkzeug. Gerade die größten Missionen waren nicht gebunden an ein physisches Gehirn. Nehmen wir den Zarathustra. Was er seinen Schülern gegeben hatte, war ein höheres hellseherisches Anschauen, als es die andern Menschen hatten. Das war nicht gebunden an ein physisches Werkzeug; das wurde übertragen vom Lehrer zum Schüler. Der Schüler wurde wieder Lehrer, übertrug es wieder auf den Schüler und so weiter. Jetzt handelt es sich aber nicht um eine Lehre, um eine Art und Weise des hellseherischen Anschauens, sondern um etwas, was an das Instrument des physischen Gehirns gebunden war. So etwas kann sich nur verpflanzen in die späteren Zeiten, wenn es sich physisch vererbt. Daher war das, was dem Abraham als Mission gegeben war, daran gebunden, daß es sich physisch vererbte von einer Generation zur andern, das heißt, es mußte diese vollkommene Organisation des physischen Gehirns von Abraham hinunter sich vererben auf seine Nachkommen von Generation zu Generation. Weil seine Mission gerade darin bestand, daß das physische Gehirn vollkommener und vollkommener wurde, so mußte es auch von Generation zu Generation immer vollkommener werden.
[ 17 ] And so in Abraham or Abram, there was a man, in whom the physical brain was so developed, that it was applied most of all to external perception on the physical plane, whereas all human beings earlier made less use of the physical brain, while they saw clairvoyantly in the outer world the spiritual world, without always using the physical brain. That was a significant, mighty mission which was especially allocated to Abraham. And now this faculty, which was laid as a seed from out the spiritual world in Abraham, like any other seed, had to develop more and more. You can easily conceive that whatever appears in the world must develop. Similarly this power of considering the world through the physical brain had gradually to develop from the seed. The evolution of this faculty now occurred through the succeeding generations, while that which was given to Abraham was carried over to the succeeding generations through the times which followed. But something else had to happen than formerly when the mission of older people was carried over to the younger. For the other missions were not yet bound to a physical body; the greatest missions especially were not bound to a physical brain. Let us take Zarathustra. What he gave to his disciples was a higher clairvoyant vision than other people had. That was not bound to a physical instrument; that was carried over from teacher to pupil, the pupil again became teacher, carried it over to his pupils, and so on. Now it was not a question of a teaching, of a method of clairvoyant perception, but of something bound to the instrument of the physical brain. Something of this nature can only be implanted into later times by being inherited physically. Therefore, what was given to Abraham as mission was bound up with its being inherited physically from one generation to the other. That means, this perfect organisation of the physical brain must be inherited from Abraham by his descendants from generation to generation. Because his mission consisted in the physical brain becoming more and more perfect, this had to happen from generation to generation.
[ 18 ] So war die Mission des Abraham etwas, was gebunden war an die Fortpflanzung, um immer vollkommener zu werden im Laufe der physischen Entwickelung. Nun war noch etwas anderes verbunden mit diesem Beitrag, den das althebräische Kulturvolk zu leisten hatte. Und dieses andere werden wir verstehen, wenn wir uns folgendes vorlegen.
[ 18 ] Thus the mission of Abraham was something bound up with procreation, in order to become ever more perfect in the course of physical evolution. But now something else was united with this contribution which the old Hebraic people had to perform. This we will understand if we consider the following.
[ 19 ] Nehmen wir die Menschen in den andern Kulturen mit ihrem alten dämmerhaften Hellsehen, dann werden wir sagen: Wie erhielten sie, was für sie das Wichtigste war, was sie am höchsten verehrten in der Welt? Sie erhielten es so, daß es als Inspiration ganz in ihrem Inneren aufleuchtete. Man brauchte nicht so, wie heute, zu forschen. Heute erlangt der Mensch die Wissenschaft dadurch, daß er außen forscht, daß er experimentiert und aus den kombinierten äußeren Tatsachen seine Gesetze nimmt. So erfuhr der Alte nicht dasjenige, was er wissen sollte, sondern das blitzte in ihm auf als eine Eingebung. Er empfing es in seinem Innern; seine Seele mußte es gebären in seinem Innern. Er mußte den Blick abwenden von der äußeren Welt, wenn er die höchsten Wahrheiten als Inspirationen aufgehen lassen sollte.
[ 19 ] If we take the other people in other civilisations, with their old dim clairvoyance, then we must say: How did they receive that which was most important, which they venerated most of all in the world? They received it in such a way that it shone as Inspiration in their inner being, shone entirely inwardly. One did not have to investigate so far afield as today. Today man acquires his science by investigation outwardly, by experimenting, he derives his laws by combining external facts. The ancients did not experience what they sought to know in this way, for it shone in them as inspiration. They received it in the inward being. The soul had to give birth to it inwardly. They had to turn the gaze away from the outer world if they let the highest truths arise as inspirations.
[ 20 ] Das sollte nun anders werden in demjenigen Volk, das seine Mission von Abraham ableitete. Abraham sollte den Menschen gerade dasjenige bringen, was durch die Beobachtungen von außen und durch die Kombinationen gewonnen wird. Wenn also der Angehörige der andern Kulturen, die auf altes Hellsehen gebaut waren, zum Höchsten hinaufsah, so sagte er sich: Ich bin dankbar dem Gotte, der sich mir im Inneren offenbart. Ich wende den Blick von außen ab, und am meisten wird mir die Gottheit gegenwärtig, wenn ich, ohne den Blick nach außen zu richten, im Inneren die Inspirationen dieser Gottheit aufleuchten lasse. - Das Volk aber, das von Abraham abstammt, sollte sagen: Ich will verzichten auf die Inspirationen, die bloß von innen kommen; ich will mich dazu präparieren, den Blick in die Umwelt zu richten. Ich will das beobachten, was sich da offenbart in Luft und Wasser, in Berg und Flur, in den Sternenwelten, da will ich den Blick hinaufsenden, und dann will ich nachdenken können, wie eins neben dem andern steht. Ich will die Dinge draußen miteinander kombinieren und will sehen, daß ich einen Gesamtgedanken gewinne. Und wenn ich das, was ich in der Außenwelt beobachte, in einen einzelnen Gedanken zusammenptresse, dann will ich dasjenige, was mir die äußere Welt sagt, Jahve oder Jehova nennen. Ich will empfangen das Höchste durch eine Offenbarung, die durch die Außenwelt hindurchspricht.
[ 20 ] This had now become different in that people who derived their mission from Abraham or Abram. Abraham had to bring to men just that which can be won through observation outwardly, and through combination. If then a member of other civilisations, which were built on the old clairvoyance, looked up to the highest, then he said to himself: I am thankful to the God Who reveals Himself to me within. I turn my gaze away from outside, and the God becomes present to me in the spirit, if, without looking outwards, I let the inspirations of the Divinity shine within. That people which arose from Abraham, however, had to say: I will renounce the inspirations which merely come from within. I will prepare myself to turn my gaze into the world around. I will observe what reveals itself in the air, and water, in mountain and plain, in the starry world, there will I send my gaze, and then I will be able to ponder how one thing stands by another. I will combine the things outside with each other, and will see how I can win an all-embracing thought. And when I comprise what I see in the outer world with an all-embracing thought, bringing it into one single thought, then I will name that which the outer world says to me Jahve, or Jehova. I will receive the highest through a revelation from outside, through a revelation which speaks through the outer world.
[ 21 ] Das war die Mission des abrahamitischen Volkes: der Menschheit das zu geben, was als Offenbarung von außen kam, im Gegensatz zu dem, was die andern Völker zu liefern hatten. Daher mußte sich dieses Instrument des Geisteslebens so vererben, daß es in seiner Einrichtung entsprach den Offenbarungen von außen, wie früher die inneren Seelentähigkeiten den Offenbarungen von innen entsprochen hatten.
[ 21 ] That was the mission of the Abrahamitic people: to give mankind that which came as revelation from outside, in contrast to that which the other peoples had to give. Therefore this instrument of the spiritual life had to be inherited so that it corresponded in its formations to the revelations from outside, just as earlier the inner soul-powers had to correspond to the revelations from within.
[ 22 ] Nun fragen wir uns: Was war da gekommen, wenn sich die alten Hellscher hingegeben haben den Offenbarungen von innen? Da haben sie abgewendet den Blick von außen, denn das, was sich in der Außenwelt offenbarte, konnte ihnen nichts sagen über die geistige Welt. Sie hatten selbst von Sonne und Sternen den Blick abgewendet, da sie bloß auf ihr Inneres gelauscht haben, und da hat sich offenbart die große Inspiration über die Geheimnisse der Welt; da traten auf die Anschauungen, wie das Weltengebäude gebaut ist. Und das, was sie gewußt haben über die Sterne und ihre Bewegungen, über die Gesetze der Sternenwelt, über die geistigen Welten, das haben diese Angehörigen der alten Kulturen nicht durch äußere Beobachtung erlangt. Dadurch wußten sie etwas über Mars, Saturn und so weiter, daß sich die Naturen dieser Sterne im Inneren kundgaben. Es waren also die Gesetze des Weltalls, die sozusagen in den Sternen geschrieben sind, zu gleicher Zeit eingeschrieben in das Innere der Seele des Menschen. Dadrinnen offenbarten sie sich durch Inspiration. Wie sich die Gesetze der Welt, die das Sternenheer beherrschen, in der Seele geoffenbart hatten, so sollten sich jetzt durch äußere Kombination offenbaren beim abrahamitischen Volke die Gesetze, die die Welt beherrschen, die aber durch äußere Offenbarung gewonnen werden sollten. Dazu mußte die Vererbung so geleitet werden, daß durch sie das Gehirn jene Eigenschaften bekam, durch die es sehen konnte die richtige Kombination da draußen. Die wunderbare Gesetzmäßigkeit wurde eingepflanzt den Anlagen, die überliefert wurden dem Abraham, solchen Anlagen, die da durch die Generationen sich so ausbildeten, daß die Ausbildung entsprach den großen Weltgesetzen. Das Gehirn mußte vererbt werden so, daß die inneren Fähigkeiten des Gehirns, die Konfiguration des Gehirns sich so ausbildete, wie da droben im Weltall die Zahlengesetze der Sterne. Daher wird dem Abraham gesagt von Jahve: Du wirst Generationen von dir abstammen sehen, die in ihrer Ordnung eingerichtet sind nach der Zahl der Sterne am Himmel. Wie die Sterne am Himmel in harmonischen Zahlenverhältnissen geordnet sind, so sollen die Generationen in harmonischen Zahlengesetzen geordnet sein. Das heißt, diese Generationen sollten solche Gesetze in sich tragen, wie die Gesetze der Sterne am Himmel sind.
[ 22 ] Now let us ask ourselves: What happened there, when the old clairvoyants gave themselves to the revelations from within? Then they turned their gaze from outside, for what revealed itself in the external world could say nothing to them about the spiritual world. They even turned their gaze from sun and stars, for they listened solely to what was within, and then the great inspirations about the secrets of the world revealed themselves. Then the perceptions appeared concerning the structure of the world. And that which they knew about the stars and their movements, about the laws of the starry world, about the spiritual worlds, was not acquired by them through external observation, these members of the ancient civilisations. They knew something of Mars, Saturn, etc., because the nature of these stars revealed itself in their inner being. Thus it was the laws of the entire cosmos, which as it were, were inscribed in the stars, were at the same time inscribed in the souls of these people. They revealed themselves there through inspiration. As the laws of the world which dominate the hosts of the stars revealed themselves in the soul, so now the external laws which rule the world should reveal themselves through external combination to the Abrahamitic people, which now should be won through external observation. For this, heredity had to be so guided that thereby the brain got those qualities through which it could see the right combinations there outside. That wonderful conformity to law was implanted in the seeds which were transmitted to Abraham, which could so develop through i.e. generations, that their development corresponded with the great world-laws. The brain had to be inherited so that its inner powers, its configuration, developed like the laws of number of the stars, out there in the cosmos. Therefore, it was said by Jahve to Abraham: Thou wilt see generations arise from thee, which in their ordering are arranged as the number of stars in the heavens. As the stars in the sky are arranged in harmonious relationships of number, so should the generations also be arranged in harmonious relationships of number. That means these generations should carry laws in themselves, like the starry laws in the heavens.
[ 23 ] Da haben wir zwölf Sternbilder. Ein Abbild davon sollte auftreten in den zwölf Stämmen, wie sie abstammten von Abraham, damit die entsprechenden Fähigkeiten, die als Anlage in Abraham hineinversetzt worden waren, hinuntergeleitet wurden durch die Generationen. Also es sollte im ganzen organischen Aufbau des sich von Zeitalter zu Zeitalter fortentwickelnden Volkes ein Abbild geschaffen werden von Zahl und Maß am Himmel. Das hat allerdings eine Bibelübersetzung so übersetzt, daß sie sagt: «Deine Nachkommen sollen sein zahlreich wie die Sterne am Himmel», während in der Wahrheit die Stelle heißen muß: Deine Nachkommen sollen regelmäßig in der Blutsverwandtschaft so angeordnet sein, daß ihre Anordnung ein Abbild der Gesetze der Sterne am Himmel ist. Oh, die Bibel ist tief! Aber was heute dargeboten wird als Bibel, das ist gefärbt von der neueren Weltanschauung. Da heißt es: «Deine Nachkommen sollen sein zahlreich wie die Sterne am Himmel», während in Wahrheit gesagt wird: Das soll alles so regelmäßig sein in deiner Nachkommenschaft, daß zum Beispiel zwölf Stämme sich folgen, die entsprechen der Zwölfzahl der Sternbilder am Himmel.
[ 23 ] There we have twelve constellations. An image of this had to appear in the twelve tribes, as they arose from Abraham, so that the corresponding faculties, which were implanted as seed in Abraham, could be led down through the generations. And so, in the whole organic structure of this people developing from age to age, an image was created of the number and measure in the heavens. A translation of the Bible has rendered this by saying: Thy descendants shall be as numerous as the stars in heaven.... Whereas in truth, the passage should run: Thy descendants shall be arranged regularly in the blood relationship, so that their arrangement is an image of the laws of the stars in the heavens. O, the Bible is deep! But what is today offered as Bible is coloured by the modern view of the world. There it runs, “Thy descendants shall be as numerous as the stars in the sky,” whereas in truth it is said: Everything shall be so regular in thy descendants that, for example, twelve tribes result, which correspond to the number twelve in the constellations of heaven.
[ 24 ] Und so sollten auch die einzelnen Eigenschaften so auftreten, daß immerdar das zum Ausdruck kam, daß die Mission des abrahamitischen Volkes darinnen bestand: Ich bekomme wie ein Geschenk von außen - nicht wie etwas, was im Inneren auflebt -, was meine Mission ist. Mir wird von außen gegeben das, was ich eigentlich für die Welt zu bringen habe. - Das wird wunderbar dargestellt in der Bibel, daß die Mission Abrahams gerade etwas sein soll, was von außen ihm gegeben wird, im Gegensatz zu alten Offenbarungen, die von innen gegeben worden sind. Was soll die Mission des Abraham sein? Die Mission des Abraham soll sein das, was durch das Blut fließt bis zu Christus Jesus, zu liefern. Dahinein soll die ganze Geistigkeit einer gewissen Strömung versetzt werden. Das soll so wirken, als ob es von außen käme, ein Geschenk von außen sei. Abraham soll der Welt das althebräische Volk geben. Das ist seine Mission.
[ 24 ] And so the individual characteristics had to appear that all the time there came to expression the mission of the Abrahamitic people: I get as a gift from outside—not as something which shines in my innermost—that which forms my mission. There is given to me from outside that which I have to bring to the world. That is wonderfully expressed in the Bible, that the mission of Abraham is something given to him from outside, in contrast to the old revelations which were given from within. What had the mission of Abraham to be? The mission of Abraham had to be this: to provide the blood, and what flows through the blood, to Christ Jesus. That is the mission of Abraham. The entire spirituality of a certain stream had to be permuted in this. That had to work as if it came from outside, a gift from outside. Abraham had to give to the world the old Hebrew people. That is his mission.
[ 25 ] Soll das aber der ganzen Natur seiner Mission entsprechen, dann muß dieses Volk selber, das ja seine Mission ist, ein Geschenk von außen sein, muß ihm als Geschenk von außen gegeben werden. Abraham bekam einen Sohn, Isaak. Den sollte er opfern, so wird in der Bibel erzählt. Und als er hinkam, ihn zu opfern, da wurde ihm dieser Sohn neuerdings geschenkt von Jahve. Was wird ihm da geschenkt? Von Isaak stammt das ganze Volk ab. Wäre Isaak geopfert worden, dann hätte es kein hebräisches Volk gegeben. Das ganze Volk wurde ihm also zum Geschenk gegeben. In dieser Opferung des Isaak ist in wunderbarer Weise ausgedrückt dieser Charakter des Geschenkes. Das Volk selber ist die Mission des Abraham, und mit dem Isaak empfängt er dieses gesamte hebräische Volk von Jahve geschenkt.
[ 25 ] If that is to correspond to the whole nature of his mission, then this people itself, which is his mission, this people itself must be a gift from outside, must be given by him as a gift. Abraham had a son—Isaac—whom he had to sacrifice, as related in the Bible. And as he came to sacrifice him, this son was given anew to him by Jahve. What is thus given him? From Isaac originate the entire people. If Isaac had been sacrificed, there would have been no Hebrew people. The whole people were thus given him as a gift. In the sacrifice of Isaac is this character of gift wonderfully expressed. The people itself is the mission of Abraham; and with Isaac, he receives the entire Hebrew people from Jahve as a gift.
[ 26 ] So tief sind die Darstellungen der Bibel, und alle entsprechen im einzelnen groß und gewaltig dem inneren Charakter in der Fortentwickelung der Menschheit. Aufgeben mußte dieses althebräische Volk stückweise dasjenige, was die andern Kulturen in sich faßten, aufgeben mußte es das alte Hellsehen. Dieses alte Hellsehen war an Fähigkeiten gebunden, die aus der geistigen Welt kamen. Man bezeichnete diese hellseherischen Fähigkeiten, je nachdem sie waren, indem man Ausdrücke von Sternbildern gebrauchte. Die letzte Fähigkeit, die hingegeben wurde dafür, daß das althebräische Volk geschenkt wurde dem Abraham, das ist diejenige, die gebunden ist an das Sternbild des Widders. Daher wird ein Widder geopfert statt des Isaak. Das ist der äußere Ausdruck dafür, daß die letzte hellseherische Fähigkeit hingeopfert wurde dafür, daß das althebräische Volk geschenkt wurde dem Abraham. So war dieses Volk ausersehen, gerade jene Eigenschaften zu entwickeln, die auf die Beobachtung der Außenwelt gingen. Aber in allem treten atavistische Reste an Früheres auf. Daher kam es, daß immer wiederum das althebräische Volk genötigt war, dasjenige auszuscheiden, was nicht rein im Blute bloß lag zur Übertragung dieser nach außen gerichteten Fähigkeiten, was noch erinnerte an altes Hellsehen. Immer mußte ausgeschieden werden, was wie eine Erbschaft von den andern Völkern herkam.
[ 26 ] The presentations in the Bible are thus deep, and all correspond in detail to the inner character in the progressive evolution of humanity. This old Hebrew people had to give up bit by bit the old clairvoyance, which the other civilisations comprised within themselves. This old clairvoyance was bound to faculties which came out of the spiritual world. One designated these clairvoyant faculties, according to their nature, by expressions derived from the starry constellations. The last faculty which was given up, for the old Hebrew people to be bestowed on Abraham, was the one connected with the starry sign of the Ram. Therefore a ram is sacrificed in place of Isaac. That is the external expression for the sacrifice of the last clairvoyant power so that the old Hebrew people could be bestowed on Abraham. Thus this people was chosen to develop just those powers which depend on the observation of the outer world. But atavistic relics of the earlier appear in all, and so it came about that again and again the old Hebrew people was forced to exclude what did not lie purely in the blood. The carrying over of these faculties directed externally that which still remained of the old clairvoyance. That which came as an inheritance from other peoples had always to be excluded.
[ 27 ] Da berühren wir nun ein Kapitel, welches sich heute recht schwer beschreiben läßt, weil es eine Wahrheit enthält, die dem heutigen Denken so fern wie möglich liegt; aber es ist eben doch eine Wahrheit, und man darf den Anspruch machen, daß diejenigen, die längere Zeit mitgearbeitet haben in unseren Zweigen, auch solche Wahrheiten vertragen können, die dem heutigen Gewohnheitsdenken sich etwas entziehen.
[ 27 ] We here touch a chapter which is only described with difficulty today, because it contains a truth which lies as far as possible from modern thinking. But it is nevertheless a truth, and one may make the demand, that those who have worked a longer time in anthroposophical groups, can bear such truths, withdrawn somewhat from modern habits of thought.
[ 28 ] Wir müssen uns klar sein darüber, daß für gewisse Menschenklassen der alten Zeit durchaus bis in spätere Zeiten hinein alte Fähigkeiten sich erhielten, namentlich in bezug auf die Erkenntnis. Die hellseherischen Fähigkeiten waren da in der Seele. Der Mensch war mit den geistigen Wesenheiten nahe verbunden. Sie offenbarten sich in ihm. Das aber drückte sich bei gewissen Menschen, die sozusagen Niedergangsprodukte darstellten dieser alten Zeiten, so aus, daß sie in einer niedrigeren Form diesen Zusammenhang mit der geistigen Außenwelt darstellten. Während die eigentlich hellseherischen Menschen mehr mit dem Gesamtuniversum verbunden waren durch die geistige Intuition und Inspiration, waren diejenigen Menschen, die im Niedergang begriffen waren, die in der Dekadenz diesen alten Zusammenhang mit der Umwelt entwickelten, niedrigere Menschentypen. Sie waren unselbständig, die Ichheit wollte nicht heraus bei ihnen, aber es waren auch nicht mehr die alten hellscherischen Fähigkeiten auf der entsprechenden Höhe. Solche Menschen traten immer auf, und in solchen Menschen zeigte sich die Verwandtschaft gewisser physischer Organe mit den alten hellseherischen Organen. Und jetzt kommt die Wahrheit, die so sonderbar klingen wird. Was man nennen könnte altes Hellsehen, dieses Aufleuchten der Weltgeheimnisse im Inneren, das mußte auf irgendeinem Wege in die Seele hineinkommen. Wir haben uns vorzustellen, daß Einströmungen geschahen in den Menschen. Diese Einströmungen nahm der alte Mensch nicht wahr, aber dann, wenn die Einströmungen geschehen waren und in ihm aufleuchteten, dann nahm er es als seine alten Inspirationen wahr. Es flossen also in den Menschen gewisse Strömungen ein aus der Umgebung; die haben sich später umgewandelt beim Menschen.
[ 28 ] We must be clear that for certain human classes in ancient times, they retained older faculties into later ages, especially with reference to knowledge; the old clairvoyant powers were once with them in the soul. Man was more united with spiritual beings; they revealed themselves in him. That expressed itself in certain people, who represented as it were decadent products of this older humanity, that they maintained a lower form of this connection with the spiritual outer world. Whereas the really clairvoyant people were more bound up with the entire universe through spiritual intuition and inspiration, the human beings who were in decadence, were lower human types, who in their decadence developed their ancient connection with the surrounding world. They were not independent; the I-ness or Ego-hood, Ego-nature, did not come out in them, but also, the old clairvoyant faculties were no longer at their corresponding height. Such human beings constantly appeared, and in them was shown the connection between certain physical human organs, and the so-called ancient clairvoyant organs. And now comes that truth which must sound so strange. What one calls the old clairvoyance, this shining of world secrets in the innermost, must come by some path or other into the soul. What shone in man must stream in; that means, we have to conceive that “streamings-in” (influxes) occur in people. The ancient human being did not perceive these streams, but when they took place and shone in him, he perceived them as his ancient inspirations. Certain streams thus flowed into man from out his environment. These were later transformed in him.
[ 29 ] Diese Strömungen waren in alten Zeiten rein geistige Strömungen, waren zum Beispiel für einen Hellscher als rein astralisch-ätherische Strömungen wahrnehmbar. Aber später vertrockneten sozusagen diese rein geistigen Strömungen, verdichteten sich zu ätherisch-physischen Strömungen. Und was entstand daraus? Die Haare entstanden daraus. Die Haare sind das Ergebnis der alten Einströmungen. Was heute Haare am menschlichen Körper sind, waren früher geistige Einströmungen beim Menschen von außen ins Innere. Vertrocknete astralisch-ätherische Strömungen sind unsere heutigen Haare. Und solche Dinge sind ja eigentlich nur noch da erhalten, wo rein äußerlich, schriftgemäß, durch Überlieferung die alten Wahrheiten geblieben sind. Im Hebräischen wird daher das Wort «Haar» und das Wort «Licht» ungefähr durch dieselben Schriftzeichen bezeichnet, weil man ein Bewußtsein hatte von der Verwandtschaft des astralisch einströmenden Lichtes und des Haares; wie überhaupt im althebräischen Schrifttum urkundlich, rein in den Worten selbst, die größten Wahrheiten enthalten sind.
[ 29 ] These streams in ancient times were purely spiritual streams, were, for instance, perceptible to a clairvoyant as pure astral-etheric streams. But later, these pure spirit streams dried up, as it were, condensed to etheric-physical streams. And what arose thus? The hair arose in this way. The hair is a result of the ancient streams. The hair today on a human body was formerly spiritual stream in man, coming from outside into his inner being. Our hair is a dried-up astral-etheric stream. And such things are only preserved where—one might say—the old truths have remained, purely externally, in writing, through tradition. Therefore, in Hebrew, the word HAIR and the word LIGHT are designated by approximately the same signs, because one had a consciousness of the relationship between the astral in-streaming light, and the hair; as, in general, in old Hebraic writings, originally, purely in the words themselves, the greatest truths are contained.
[ 30 ] So könnte man also sagen, es gibt eine Fortentwickelung der Menschheit. Bei denjenigen Menschen nun, welche die alten Fähigkeiten im Niedergang hatten, da entwickelte sich das so, daß die Einströmungen sich zwar umbildeten, sozusagen vertrockneten, daß sich aber keine neuen Fähigkeiten dafür entwickelten. Sie waren auf alte Art mit der neuen verbunden und doch wiederum nicht verbunden, weil die Einströmungen vertrocknet waren. Solche Menschen waren stark behaart, während diejenigen, die sich weiterentwickelten, weniger behaart waren, weil neue Fähigkeiten auftraten für diejenigen Fähigkeiten, die sich später zu Haaren verdichteten.
[ 30 ] Thus one can say: there is a progressive evolution of mankind. With those human beings, however, who retained the old faculties in decadent form, these streamings-in indeed transformed themselves, dried up, as it were, but no new faculties appeared instead. They were in an old way bound with the new, and yet again, not bound, because these streams were dried up. Such people were very hairy, while those who developed further were less hairy, because new powers appeared instead of those which later condensed to hair.
[ 31 ] Die Wissenschaft wird erst wiederum nach langer Zeit zu diesen bedeutungsvollen Wahrheiten kommen. In der Bibel stehen sie. Die Bibel ist viel gelehrter als unsere heutige, noch auf kindlicher AbcSchützenstufe stehende Wissenschaft. Lesen Sie nach die Geschichte von Jakob und Esau! Jakob ist derjenige, der ein Stück vorgeschritten ist, der die Fähigkeit der letzten Zeit entwickelt hatte. Esau ist auf früherer Stufe stehengeblieben, ist derjenige, der sozusagen gegen Jakob der Tropf ist. Als die Söhne dem Vater Isaak vorgestellt werden, da hat die Mutter bei Jakob vorgetäuscht ein falsches Haar, damit Isaak den jüngeren der Söhne mit Esau verwechsle. Damit soll uns gezeigt werden, daß das althebräische Volk immer noch als Erbstück der andern Kulturen etwas in sich hatte, und das mußte abgestreift werden. Esau wird ausgestoßen. Durch Jakob pflanzt sich fort dasjenige, was als die äußere Kombination fortleben sollte.
[ 31 ] Science will only come again to these significant truths after a long time. In the Bible they stand. The Bible is far more learned than our modern science, still standing at the childish stage guarding its A.B.C. Just read the story of Jacob and Esau. Jacob is he who has progressed a stage, who has developed the faculty of the later age, Esau has remained at an earlier stage. It is he who is the simpleton, as it were, compared with Jacob. As the sons are presented to Isaac, the mother has covered Jacob with false hair, so that Isaac confuses the younger son with Esau. We should thereby be shown that the old Hebrew people still had something in them as an inheritance from other civilisations which had to be stripped off. Esau is thrust out; through Jacob is implanted what should live on as external combination.
[ 32 ] Und so wie das, was sozusagen in einer etwas zurückgebliebenen Gestalt erhalten war, in Esau ausgestoßen war, so waren auch die alten hellseherischen Fähigkeiten wie eine atavistische Erbschaft zum Ausdruck gekommen in Joseph, der von den Brüdern dann nach Ägypten verstoßen wird. Er hat Träume; er kann aus ihnen die Welt deuten. Das ist die Fähigkeit, die sich nicht entwickeln sollte in der Mission des abrahamitischen Volkes. Daher wird er ausgestoßen, muß er nach Ägyptenland hinübergehen.
[ 32 ] And just as that which had been retained in a form remaining behind was thrust out in Esau, so were the old clairvoyant powers, which came to expression as an atavistic remnant in what Joseph represents, thrust out by his brothers, towards Egypt. He had dreams, and could interpret the world through them; that is the faculty which should not develop in the mission of the Abrahamitic people. Therefore he is thrust out, and must go to Egypt.
[ 33 ] So sehen wir also, wie sich herausarbeitete im althebräischen Volke eine Strömung, die auf Blutsverwandtschaft in den Generationen gebaut ist, und aus der stufenweise herausgestoßen wird das, was als altes Erbstück verbleibt. Das ist die Fähigkeit, die das althebräische Volk als seine eigene Anlage hat: daß, was da hinunter sich vererbt durch die Generationen, zu einem immer vollkommeneren Werkzeuge werden soll, damit aus diesem heraus der Leib sich entwickeln konnte, der das Instrument abgeben kann für denjenigen, der da wieder verkörpert worden ist. Wenn das althebräische Volk nicht von innen die Offenbarungen erhalten konnte, so mußte es sie von außen erhalten. Selbst das, was die andern Völker durch die unmittelbare Inspiration erlangt hatten, mußte das althebräische Volk durch eine Offenbarung von außen erhalten. Das heißt, die Juden mußten hinübergehen zu einem Volk - geleitet durch Joseph -, das die alte Inspiration hatte. Und da erlangten sie, indem Joseph eingeweiht wurde in die ägyptischen Mysterien, durch äußere Vermittlung dasjenige, was sie zu wissen brauchten über die Eigenheiten der geistigen Welten. Sogar das moralische Gesetz bekamen sie von außen, nicht als etwas, was von innen aufleuchtete. Das war die Mission des althebräischen Volkes. Dann zogen sie - nachdem sie sich angeeignet hatten das, was sie von außen sich aneignen mußten - damit als mit einer von außen errungenen Offenbarung wiederum zurück in ihr Palästina.
[ 33 ] So we thus see how a stream is worked out in the old Hebrew people, which is built on blood relationship through the generations, and out of which by stages that which remains over as relics is expelled. The old Hebrew has this as its own peculiar tendency, to make that which is inherited down through the generations into an ever more and more perfect instrument, so that when the whole generations have run their course, that body can be evolved from it which can furnish the instrument for him who is to be incarnated again. If the old Hebrew people could not receive revelations from within, they must receive them from outside. Even that which the other peoples received through direct inspiration, had to be received by the old Hebrew people through an external revelation. That means, the Jews had to go over to another people—led by Joseph—who had the old inspirations. And while Joseph was initiated into the Egyptian Mysteries, they attained through external means what they needed to know about the characteristics of the spiritual worlds. They even received the moral law from outside, not as something which shone to them from within. That was the mission of the old Hebrew people. Then, after they had assimilated what they had to absorb from outside, they withdrew with an externally acquired revelation—they returned back again to their Palestine.
[ 34 ] Und nun — nachdem dieses althebräische Volk das alles durchgemacht hatte - sollte gezeigt werden, wie es sich von Generation zu Generation so entwickelte, daß zuletzt dieser Leib, welcher der Leib des Jesus wurde, aus diesem Volk herausgeboren werden konnte, damit diese althebräische Strömung einfloß in das Christentum.
[ 34 ] And now, after this old Hebrew people had undergone all this, there should be shown how it gradually developed from generation to generation, so that finally the body which became the body of Jesus could be born from this people, whereby the old Hebrew stream flowed into Christianity.
[ 35 ] Erinnern Sie sich, wie wir die Entwickelung der Anlagen beim einzelnen Menschen besprochen haben. Es zerfällt das Leben des einzelnen Menschen in Perioden von sieben zu sieben Jahren. Von der Geburt bis zum Zahnwechsel, bis in das siebente Jahr hinein reicht die erste Periode, wo der physische Körper einfach seine Formen baut. Dann haben wir die zweite siebenjährige Periode bis zur Geschlechtsreife, in welcher der Ätherleib tätig ist dafür, daß die Formen wachsen, größer werden. Bestimmt werden die Formen bis zum siebenten Jahre, dann vergrößern sich nur die schon bestimmten Formen. Wiederum vom vierzehnten bis zum einundzwanzigsten Lebensjahre ist es der astralische Leib vorzugsweise, der der hervorragende ist. Und so sehen wir, wie erst im einundzwanzigsten Jahre das eigentliche Ich des Menschen geboren und selbständig wird. So sehen wir, wie in gewissen Perioden das Leben des einzelnen Menschen verläuft bis zur Geburt des menschlichen Ich.
[ 35 ] Remember how we have discussed the development of tendencies in the case of single human beings. The life of the individual falls into periods of seven years. The first period extends from birth until the change of teeth, at the age of seven, and in this the physical body simply builds its forms. Then we have the second seven-yearly period to the age of puberty, in which the etheric body is active in the growth of form, in enlarging the forms. The forms are made definite till the age of seven, then the already definite forms merely enlarge, letting those tendencies prevail down in them. From 14 to 21, the astral body is especially predominant. And so we see in the twenty-first year the real “I” of man is first born, and becomes independent. Thus the life of the individual runs its course in certain periods, till the birth of the human “I” or Ego.
[ 36 ] So mußten sich auch die Anlagen nach und nach in dem Volk entwickeln, das ja gerade als Volk einen Leib liefern sollte für ein vollkommenstes Ich. Daher mußte es sich so entwickeln, daß das, was durch Jahre beim Menschen auftritt, hier von Generation zu Generation auftritt. Da muß immer eine folgende Generation eine Anlage entwickelter haben als die frühere. Es kann nicht auf einmal alles in bloß einer Generation sich entfalten. Aus okkulten Gründen auseinanderzusetzen, warum dies so ist, würde zu weit führen. Es kann aber erinnert werden an eine ganz gewöhnliche Erscheinung. Erinnern Sie sich doch, daß die Vererbung so liegt, daß gewisse Eigenschaften sich nicht unmittelbar vererben, sondern eine Generation überspringen und erst der Enkel dem Großvater in den vererbten Eigenschaften ähnlich sieht. So ist es auch bei der Vererbung der Eigenschaften in den fortlaufenden Generationen des hebräischen Volkes gewesen. Da mußte immer eine übersprungen werden. Was beim einzelnen Menschen einer Altersperiode entspricht, entspricht in den fortlaufenden Generationen zweien. So daß wir sagen können: Es mußte dieses Volk wie ein großes Individuum von Generation zu Generation sich so entwickeln, daß zuerst entspricht, was beim einzelnen Menschen ist von der Geburt bis zum Zahnwechsel, zweimal sieben Generationen, vierzehn Generationen. Dann mußte ein zweiter Zeitraum folgen, wo wiederum zweimal sieben Generationen kommen; der entspricht der Periode zwischen Zahnwechsel und Geschlechtsreife. Dann ein dritter Zeitraum, wo wiederum zweimal sieben Generationen kommen, die der Periode entsprechen zwischen dem vierzehnten und einundzwanzigsten Lebensjahre, wo der astralische Leib besonders hervortritt. Dann kann das Ich geboren werden. Das Ich konnte geboren werden in das althebräische Volk, als drei gleich zwei mal sieben, das ist drei mal vierzehn Generationen verflossen waren.
[ 36 ] Similarly, those germs or aptitudes must gradually develop in that people which as people had to provide a body for a most perfect Ego or “I.” In this case, what appears in man in the course of years, so develops here that it appears in the course of generations. A following generation must have developed other tendencies than a previous generation. Everything cannot develop all at once merely in one generation. To explain why this is so from occult bases would lead too far, but one can call to mind a quite ordinary phenomenon. Just remember that in heredity, certain qualities are not immediately inherited, but leap over one generation and it is the grandson who appears similar to the grandfather in inherited qualities. Thus it is in the inheritance of qualities in the successive generations of the Hebrew people. One generation had always to be leaped over. And so what corresponds in the single individual to one period of age, corresponds in the successive generations to two. We can therefore say: This people, like a great individual, must so develop from generation to generation, that what occurs in the case of the individual from birth to change of teeth, here requires 2 x 7 = 14 generations. Then a second period comes, again comprising 2 x 7 generations. This corresponds to the period between the change of teeth and puberty. Then a third period, again comprising 2 x 7 generations, corresponding to the age between 14 and 21, where the astral body is especially prominent. Then the “I” or Ego can be born. The “I” or Ego could be born in the Hebrew people after 3 (2 x 7) = 3 x 14 generations had elapsed.
[ 37 ] Derjenige, der uns den Körper schildern wollte, der als Instrument gegeben wurde dem Zarathustra, der mußte zeigen, wie durch drei gleich zwei mal sieben Generationen hindurch die Anlage, die dem Abraham gegeben war, sich entwickelte, damit, nachdem drei mal vierzehn Generationen abgelaufen waren, hineingeboren werden konnte das Ich; wie beim einzelnen Menschen nach drei mal sieben Jahren das Ich hineingeboren wird in seine dreifache Leiblichkeit. Das tut der Schreiber des Matthäus-Evangeliums. Er schildert drei mal vierzehn Generationen, die Generationen von Abraham bis zu David, die Generationen von David bis zur babylonischen Gefangenschaft und diejenigen von der babylonischen Gefangenschaft bis zur Geburt Jesu. Da haben wir aus der Tiefe der Erkenntnis heraus im Matthäus-Evangelium hingewiesen auf die Mission des althebräischen Volkes, wie nach und nach die Kräfte herausgebildet werden, die es möglich machten, daß in einen Körper dieses Volkes das vollkommene Ich, das der Zarathustra erlangt hatte, hineingeboren werden konnte.
[ 37 ] He who wanted to describe to us the body which was given as instrument to Zarathustra, had to show how, through 3 (2 x 7) generations, the seed which was given to Abraham developed, so that after 3 x 14 generations, the “I” could be born, just as in the individual, the “I” could be born in its threefold corporality after 3 x 7 years. The writer of the Matthew Gospel does this. He describes 3 X 14 generations, the generations from Abraham to David, those from David to the Babylonian Captivity, and those from the Babylonian Captivity to the birth of Jesus. Thus from the depths of knowledge, out of the Matthew Gospel, we have pointed to the mission of the old Hebrew people, how gradually the forces were developed which made it possible for the most perfect Ego or “I” which Zarathustra had attained to be born in a body from this people.
[ 38 ] Und wenn wir nun sehen, welches die Schicksale waren dieses althebräischen Volkes, so finden wir, daß die Gefangenschaft da auftrat für das ganze Volk, wo beim einzelnen Menschen auftritt nach dem vierzehnten Jahr die Vorbereitung für das eigentliche Leben, wo dasjenige aufsprießt, was dann im Leben ausgeführt werden kann und was man zwischen dem vierzehnten und einundzwanzigsten Lebensjahre aufnimmt: die Jugendhoffnungen; daß diese Gefangenschaft die Zeit war, wo sozusagen der astralische Leib des althebräischen Volkes in Betracht kam, wo das durch die letzten vierzehn Generationen eingepflanzt wird, was ihm seinen Impuls gibt. Daher wird das althebräische Volk hinübergeführt in die babylonische Gefangenschaft da, wo gerade damals, sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung, in den Geheimschulen der Babylonier der Zarathos oder Nazarathos in seiner damaligen Inkarnation der Lehrer war. Und da kamen in diesen Geheimschulen in Berührung diejenigen, die die hervorragendsten Führer des althebräischen Volkes waren, mit dem großen Lehrer der alten Zeiten, mit Zarathos. Da wurde er ihr Lehrer, da verband er sich mit ihnen, da nahmen sie auf den großen Impuls, der so wirkte, daß in den letzten vierzehn Generationen dieses Volk vorbereitet wurde für die Geburt des Jesus.
[ 38 ] And if we now see what the destinies were of this old Hebrew people, we find that the Captivity appeared to the entire people where, in the individual after the fourteenth year, preparation takes place for individual life, where that springs up which can be accomplished in life, and what man absorbs between the ages 14 and 21; the hopes of youth; that the Captivity was the time when, as it were, the astral body of the old Hebrew people came into consideration, where that was implanted through the last fourteen generations, which gives it its impulse. Therefore the old Hebrew people are led into the Babylonian Captivity—there, where, 600 years before our era, Zarathas or Nazarathos was then in his incarnation, at that time the teacher in the secret schools of the Babylonians. Those who were the most prominent leaders of the old Hebrew people then came into contact with the great teacher of ancient times, with Zarathas. He there became their teacher, united himself with them, they took up there the great impulse which so worked that in the last fourteen generations this people were prepared for the birth of Jesus.
[ 39 ] Dann gingen die Ereignisse so weiter, wie Sie sie kennen. Und dann sehen wir etwas Merkwürdiges: wir sehen von dem Schreiber des Matthäus-Evangeliums auf dem geistigen Gebiet ein Gesetz beachtet, das immer mehr und mehr als ein bedeutsames Gesetz erkannt werden wird für alles Leben. Das ist das Gesetz, daß auf höherer Stufe wiederholt wird dasjenige, was früher geschehen ist. In einer etwas verzerrten Gestalt hat es die heutige Naturwissenschaft schon, die da sagt, daß wiederholt wird kurz das beim Einzelwesen, was durch längere Zeiträume auf unteren Stufen der Gattung sich zugetragen hat. In großartiger Weise zeigt uns das der Schreiber des Matthäus-Evangeliums. Er zeigt es uns so, daß er uns sagt: Es sollte sich das Ich des Zarathustra verkörpern in einem Leibe, der herangebildet war nach und nach innerhalb des abrahamitischen Volkes. Abraham ging aus von Ur in Chaldäa, von der Stätte, von wo die babylonische Kultur ausgegangen ist, nahm seinen Weg durch Vorderasien nach Palästina. Seine Nachkommen wurden weitergeführt nach Süden durch die Träume des Joseph, nach Ägypten und, nachdem sie hier empfangen haben den ägyptischen Impuls, nach Kanaan zurück.
[ 39 ] Events then went on further, as you know. And then we see something noteworthy. We see a law observed in the spiritual sphere by the writer of the Matthew Gospel, which will be recognised more and more as a law significant for all life. This is the law, that whatever has happened earlier is repeated at a higher stage. Modern science has it already in a somewhat distorted form when it declares that what has been undergone at a lower stage throughout long epochs is repeated shortly in each single being. The writer of the Matthew Gospel shows us this in a magnificent way. He shows it by saying: The Ego of Zarathustra had to incarnate in a body which was gradually developed within the Abrahamitic people. Abraham proceeded from Ur in Chaldea, from the place where Babylonian civilisation started, and took his path through Asia Minor towards Palestine. His descendants were led farther south through the dreams of Joseph, towards Egypt, and after they had here received the Egyptian Impulse, returned to Canaan.
[ 40 ] Das ist das Schicksal des ganzen Volkes. Erst wird das ganze Volk herübergeführt durch Kanaan, hinüber nach Ägypten und dann wieder zurück nach Kanaan. Jetzt soll dasjenige, was sich da als Schicksal des Volkes abgespielt hat, kurz wiederholt werden. Da, wo das Ich geboren wird, dem die Hülle so vorbereitet wird, nachdem das alles sich ausgebildet hatte, was bei Abraham angelegt war, da nimmt dieses Ich wieder seinen Ausgangspunkt von Chaldäa. In Chaldäa war Zarathustra in seiner letzten Inkarnation der Geheimlehrer gewesen, mit Chaldäa war sein Geist verbunden.
[ 40 ] That is the fate of the entire people. First, the whole people are led through Canaan, towards Egypt, and then back again to Canaan. What thus transpired as the fate of a people, had now shortly to be repeated. There, where the Ego is born for whom the vehicle had been thus prepared, after all had been developed that was laid down in Abraham, there this Ego again takes its starting point from Chaldea. In Chaldea, Zarathustra was the secret teacher in his last incarnation, his spirit was united with Chaldea.
[ 41 ] Welchen Weg nimmt die Seele des Zarathustra, als sie sich inkarnieren will in Bethlehem? Zarathustra war verbunden geblieben mit denen, die eingeweiht waren in die chaldäischen Geheimschulen, mit den Magiern. Die erinnerten sich gar wohl, wie sie gehört hatten von ihrem Lehrer, daß er wiedererscheinen werde, daß diese Seele, die da von jeher als Zarathustra, der goldene Stern, bezeichnet wurde, in einem bestimmten Zeitpunkte den Weg nehmen sollte hin nach Bethlehem. Und als der Zeitpunkt gekommen war, da verfolgten sie den Weg, den diese Seele ging, wiederholend den Weg des althebräischen Volkes. Wie Abraham gezogen war die Straße nach Kanaan, so ging auch der Stern, das heißt, die Seele des Zarathustra, diese Straße nach Kanaan. Und die drei Magier gingen nach dem Stern Zarathustra, und er führte sie an diejenige Stätte, wo er hineingeboren wurde in den Leib, der aus dem abrahamitischen Volke heraus ihm zubestimmt war. Da war zunächst der Zarathustra, das Ich des Zarathustra, den Weg geführt worden, wiederholend im Geist, den Abraham gegangen war bis nach Palästina herein. Dann hatte das althebräische Volk den Weg suchen müssen nach Ägypten hinüber. Hinübergeleitet war es durch die Träume des alten Joseph. Jetzt wurde das Ich, das in den bethlehemitischen Jesusknaben hineingeboren war, durch die Träume wieder eines Joseph - hinübergeleitet nach Ägypten, denselben Weg, den das abrahamitische Volk weitergetrieben worden war durch die Träume des alten Joseph. Wiederholend im Geiste macht dieses Ich des Zarathustra das ganze Schicksal des althebräischen Volkes durch im Leibe des Jesus. Da geht es hinüber nach Ägypten und wiederum zurück nach Palästina. Hier haben wir die Wiederholung im Geiste, die durchgemacht wird von der Seele des Zarathustra, und das ist ein Abbild des Schicksals des althebräischen Volkes.
[ 41 ] What path does the soul of Zarathustra take, when it will incarnate in Bethlehem? Zarathustra had remained united with those who had been initiated in the Chaldean secret schools, with the Magi. They called well to mind how they had heard from their teacher that he would reappear, that this soul who from the beginning was designated as Zarathustra—the golden star—would take his path at a definite point of time towards Bethlehem. And as the time came, they followed the path which this soul took, repeating the path of the old Hebrew people. As Abraham followed the path to Canaan, so that star took this path to Canaan: that means, the soul of Zarathustra; and the three Magi followed the star Zarathustra, and he led them to that place where he was born in that body destined for him from out the Abrahamitic people. Thus Zarathustra, the Ego of Zarathustra, was led along that path—repeating in spirit—which Abraham had traversed to Palestine. Then the old Hebrew people had had to seek the path to Egypt. It had been led over through the dreams of the elder Joseph. And now, that Ego which was born in the Bethlehemitic Jesus, was led through the dreams—again of a Joseph—led to Egypt, the same path which the Abrahamitic people had pursued through the dreams of the elder Joseph. This Ego of Zarathustra, repeating in Spirit, undergoes the whole destiny of the old Hebrew people in the body of Jesus. He goes to Egypt, and then again back to Palestine. Here we have the repetition in spirit which is undergone by the soul of the Ego of Zarathustra. And that is an image of the fate of the old Hebrew people.
[ 42 ] Das haben wir getreulich geschildert im Matthäus-Evangelium aus der Erkenntnis des Gesetzes heraus, daß dasjenige, was auf höherer Stufe erscheint, in Kürze eine Wiederholung ist dessen, was früher da war. Oh, diese Evangelien schildern tief das Ereignis, das da steht am Beginne unserer Zeitrechnung. Das da ist so groß, daß vier Schreiber sich gesagt haben: Wir können ein jeder nur von seinem Standpunkt aus schildern dieses große Ereignis. Jeder von diesen vieren hat nach seinen eingeschränkten Fähigkeiten geschildert das eine Ereignis. Wie wenn wir von vier Seiten ein Wesen abbilden, wir immer nur eine Abbildung erhalten und durch das Zusammenhalten der einander widersprechenden Bilder die Gesamtwesenheit erkennen, so hat der Schreiber des Matthäus-Evangeliums das, was er wußte über das Gesetz der drei gleich zwei mal sieben, über die Zubereitung des Leibes für das große Ich des Jesus von Nazareth durch die Mission des althebräischen Volkes geschildert, nach diesen Geheimnissen, die gerade ihm durch seine Einweihung bewußt waren.
[ 42 ] In the Matthew Gospel, out of the knowledge of the law, we have that faithfully described, that what appears at a higher stage, is a repetition in short of what was there earlier. Oh, how deeply these gospels describe the event that stands at the beginning of our era, that is so mighty, that four writers have said: Each one of us can only describe from his standpoint this great event. Each of these four has described the one event according to his own limited power. As when we picture a being from four sides, we retain but one picture, and through the combination of mutually contradictory pictures know the total being, so has the writer of the Matthew Gospel described what he knew about the law of 3 (2 x 7), about the preparation of the body for the great Ego of Jesus through the mission of the old Hebrew people, according to these secrets, of which he was conscious just through his initiation.
[ 43 ] Der Schreiber des Lukas-Evangeliums hat geschrieben nach derjenigen Einweihung, die ihm gerade bewußt war und nach der er dargestellt hat, wie in anderer Weise die Buddhaströmung eingeflossen ist in das Christentum, um in demselben weiterzufließen. Und die andern Evangelisten haben aus andern Einweihungsvoraussetzungen heraus geschrieben. Das Ereignis, das sie geschildert haben, ist so groß, daß wir dankbar sein müssen, wenn wir es von vier Seiten her, von vier Eingeweihtenseiten her beschrieben finden.
[ 43 ] The writer of the Luke Gospel has described according to the initiation of which he was conscious, whereby he presented how in another way the Buddha stream flowed into Christianity, in order to flow on farther into it. And the other gospel writers have described from out of the presuppositions of other initiations. The event they describe is so great, that we must be thankful when we find it described from four sides, from the aspects of four initiations.
[ 44 ] Nur einiges aus dem Geiste der Entstehung des Christentums sollte heute erwähnt werden, um zu zeigen, wie unsere Welterkenntnis wächst, unsere Menschenerkenntnis wächst, wenn wir das größte Menschheitsereignis verfolgen lernen. Nur eine Ahnung davon sollte erweckt werden, wie tief dieses Ereignis zu nehmen ist, und wie tief die Evangelien sind, wenn wir sie wirklich zu lesen verstehen.
[ 44 ] Today we have only been able to indicate the inflow of the Zarathustra stream, and the contribution of the old Hebrew people. Next time we will discuss something else, which has been transmitted as a contribution in order to stream further into Christianity at a newly-arisen stage. Only some details were mentioned today from the spirit of the origin of Christianity, to show how our knowledge of the world grows, our knowledge of man grows, if we follow the greatest event in humanity. An idea should be awakened of how deeply this event is to be taken, and how deep the gospels are, when we really understand how to read them.
