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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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The Deeper Mysteries of Human Development
in the Light of the Gospels
GA 117

7 December 1909, Munich

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10. Das Ich, der Gott im Innern und der Gott der äußeren Offenbarung

The God Within and the God of Outer Revelation

[ 1 ] Aus dem ganzen Geiste unserer anthroposophischen Arbeit werden Sie im Laufe der Jahre entnommen haben, daß dieser Arbeit zugrunde liegt, nicht hinzuwirken auf unmittelbar Sensationelles, sondern in ruhiger Weise zu verfolgen gerade diejenigen Tatsachen des geistigen Geschehens, deren Erkenntnis uns auch wichtig sein kann für unser Leben. Gerade nicht dadurch, daß man immer über das spricht, was sozusagen am Tag liegt, dient man geistig dem Tage, sondern dadurch, daß man sich aneignet ein Wissen über die großen Zusammenhänge des Lebens. Im Grunde genommen hängt unser eigenes individuelles Leben an den großen Ereignissen des Daseins, und wir können auch unser eigenes Leben nur richtig beurteilen, wenn wir es an den größten Erscheinungen des Lebens abmessen können. Daher kommt es, nachdem wir uns innerhalb unseres siebenjährigen Zyklus im Bestehen der Deutschen Sektion durch vier Jahre beschäftigt haben mit der Grundlegung unserer Anschauungen, unserer Erkenntnisse, daß wir uns in den letzten drei Jahren bemühten, diese grundlegenden Anschauungen zu vertiefen in bezug auf weltumfassende Fragen. Und aus dem, was ja auch zu Ihnen gekommen ist von den Darlegungen, die in verschiedenen Zyklen gegeben worden sind, werden Sie ersehen haben, daß zu diesen letzten Betrachtungen diejenigen über die Evangelien gehörten. Nicht allein deshalb, weil gerade der Inhalt der Evangelien uns nahegebracht werden soll, sondern auch darum, weil wir durch ihre Betrachtung über die Menschennatur das Zutreffende lernen können. Daher möge auch heute mit allerlei Anwendungen auf das persönliche Menschenleben einiges gesprochen werden über die Evangelien.

[ 1 ] As you know from the spirit of our anthroposophical work over the years, our work is not based on a striving for sensations. Instead, we want to calmly examine the facts of spiritual life that are important in our lives. It is not by speaking of what lies on the surface of daily life that we serve our age spiritually, but by gaining knowledge of life's larger connections. Our individual lives are closely connected with the great events of existence, and only when we judge our own life on the basis of the greatest phenomena of life can we assess it rightly. That is why we have tried in the last three years to deepen our fundamental views in relation to universal questions. We spent the first four years in this first seven-year cycle in the existence of the German Section of the Theosophical Society establishing our views and insights. From what you heard in the various lecture cycles, you will have realized that the lectures on the Gospels are part of the work of these last three years. Those lectures not only helped us understand the contents of the Gospels, but also showed what we can learn from them about human nature. Today, we will talk more about how the Gospels can be applied to our personal lives.

[ 2 ] Die Evangelien werden von der äußeren Wissenschaft immer weniger als ein historisches Dokument bezeichnet für die Erkenntnis der größten Individualität, die in die Menschheitsentwickelung eingegriffen hat, des Christus Jesus. Die Stellung zu den Evangelien war in den ersten christlichen Jahrhunderten und noch lange auch durch das Mittelalter hindurch eine ganz andere, als sie in der neueren Zeit geworden ist. Die Evangelien werden ja heute empfunden als vier einander widersprechende Dokumente, und es scheint heute nichts selbstverständlicher als dies, daß man sagt: Wie können vier Dokumente historische Urkunden sein, wenn sie einander so widersprechen, wie es die vier Evangelien tun, die uns Nachricht geben wollen von dem, was im Beginne unserer Zeitrechnung in Palästina geschehen ist.

[ 2 ] Conventional science is less and less willing to consider the Gospels historical documents about the greatest individuality ever to intervene in human evolution, Christ Jesus. The attitude toward the Gospels in the first Christian centuries and even in the Middle Ages was quite different from what it has become in modern times. These days, the Gospels are indeed seen as four mutually contradictory documents, and nothing seems more natural than to ask how they can be considered historical records when they contradict each other as much as they do in giving an account of what happened in Palestine at the beginning of our era.

[ 3 ] Nun könnte dem menschlichen Denken, wenn es heute nicht gar zu sehr über die wichtigsten Sachen hinwegsehen wollte, dabei doch eines aufstoßen. Man könnte sich zum Beispiel sagen: Eigentlich gehört nicht viel dazu, um zu erkennen, daß die vier Evangelien sich in dem Sinne widersprechen, wie man das heute auffaßt. Das sieht jedes Kind, möchte man meinen. Aber man könnte dazu sagen: Jetzt sind die Evangelien gewissermaßen in aller Hände, jetzt beschäftigen sich alle Menschen damit. Es gab eine Zeit vor der Erfindung der Buchdruckerkunst, wo diese Evangelien keineswegs in aller Hände waren, wo sie nur von wenigen gelesen wurden, und diese wenigen waren gerade diejenigen, die an der Spitze des geistigen Lebens standen. Den andern wurde der Inhalt nahegebracht so, wie sie es fassen konnten. Man könnte fragen: Ja, waren denn diese wenigen, die an der Spitze des geistigen Lebens standen, so ungeheure Toren, daß sie nicht eingesehen haben, was jedes Kind heute einsehen kann: daß die Evangelien sich im heutigen Sinne widersprechen?

[ 3 ] Now, if people did not love to overlook the most important things, their thinking would inevitably have to lead them to the following realization. They would have to admit that it does not really take much to see that the Gospels contradict each other in our modern sense of the word. One could say that even a child can see the contradictions. But we could also add that nowadays the Gospels are available to everybody, and everybody can read them. However, before the invention of printing, they were not available to all people but were read only by a few people. These few were spiritual leaders. The content of the gospels was then taught to other people in a way they could understand. Now we have to ask if those few people who read the gospels, the spiritual leaders, were really such tremendous fools that they did not realize what every child can see these days, namely, that the gospels contradict each other.

[ 4 ] Wollte man dieser Frage nachgehen, so würde man bald etwas anderes bemerken, nämlich, daß die ganze Gefühlswelt des Menschen zu den Evangelien anders stand als heute. Heute ist es der kritische Verstand, der seine ganze Art, zu denken, an der äußeren sinnlichen Wirklichkeit gelernt hat. Der ist es, der sich auch über die Evangelien hermacht, und dem wird es wahrlich nicht schwer, die Verstandeswidersprüche zu finden, denn sie sind ja kinderleicht zu finden.

[ 4 ] When we investigate this matter, we soon notice that people's whole world of feeling toward the Gospels was different in the past. Today it is the critical intellect, trained in outer sensory reality, that has a field day with the Gospels. It has no problem at all finding the intellectual contradictions there; this is, after all, child's play.

[ 5 ] Wie haben denn diejenigen, die an der Spitze des geistigen Lebens standen und in alten Jahrhunderten die Evangelien in die Hand genommen haben, sich abgefunden mit dem, was man heute Widersprüche nennt? Diese Menschen der alten Zeiten haben eine ungeheure, heute gar nicht auszudenkende Ehrfurcht bekommen vor dem großen Christus-Ereignis durch die vier Evangelien, und sie haben merkwürdigerweise so empfunden, daß sie, gerade weil sie vier Evangelien hatten, um so mehr dieses Ereignis ehren und schätzen müßten. Wie ist das möglich? Das kommt davon her, daß diese alten Beurteiler der Evangelien etwas ganz anderes ins Auge gefaßt haben als die heutigen. Die heutigen Beurteiler machen es nicht gescheiter als jemand, der meinetwillen einen Blumenstrauß von einer Seite photographiert — da bekommt er eine gewisse Photographie des Blumenstraußes. Jetzt geht er mit der Photographie durch die Welt. Die Leute merken sich, wie die Photographie ausschaut und sagen sich: Jetzt habe ich eine genaue Vorstellung von dem Blumenstrauß. Dann kommt einer, der photographiert den Blumenstrauß von der andern Seite. Das Bild wird ganz anders. Er zeigt wiederum das Bild des selben Blumenstraußes den Leuten. Diese sagen: Das kann nicht das Bild des StrauBes sein; die Bilder widersprechen sich ja. - Und wenn der Strauß von vier Seiten photographiert wird, so sehen sich die vier Bilder gar nicht ähnlich; dennoch sind sie vier Aufnahmen derselben Sache. So haben die alten Beurteiler der vier Evangelien empfunden. Sie haben sich gesagt: Die vier Evangelien sind von vier verschiedenen Gesichtspunkten aus aufgenommene Darstellungen des einen Ereignisses, und weil dies der Fall ist, so geben sie uns gerade dadurch ein vollkommenes Bild, daß sie sich nicht gleichen, und erst dann, wenn wir imstande sind, uns eine Gesamtvorstellung von den vier Seiten aus zu machen, bekommen wir eine Gesamtidee des Ereignisses von Palästina. - Und so haben sich diese Leute gesagt: Wir müssen um so mehr mit Demut hinaufblicken, wenn wir das Ereignis von Palästina von vier Seiten aus dargestellt sehen, denn dieses Ereignis ist so groß, daß man es nicht verstehen kann, wenn es nur von einer Seite geschildert wird. Wir müssen dankbar sein, daß wir vier Evangelien haben, die das große Ereignis von vier Seiten aus schildern. Wir müssen nur verstehen, wie diese vier verschiedenen Standpunkte zustandegekommen sind, und dann, wenn wir uns davon überzeugt haben, dann können wir uns auch eine Anschauung darüber bilden, was der einzelne Mensch wiederum haben kann von den vier Evangelien.

[ 5 ] How, then, did those leaders of spiritual life, who were reading the Gospels, come to terms with these contradictions? On account of the Gospels, people in ancient times had a tremendous reverence we can't even imagine today for the great Christ event. Indeed they felt that precisely because they had four Gospels they should revere and appreciate the Christ event all the more. This is because these early readers of the Gospels thought quite differently than we do today. Modern readers are no cleverer than somebody who photographs a bouquet of flowers from one angle. Then he has a picture of the bouquet and shows it around. People look at it and remember the picture, thinking they now have a clear idea of what the bouquet looked like. But then someone takes a picture of the same bouquet from another angle and gets quite a different picture. He also shows it to everyone but now people say it cannot possibly be the same bouquet because the two photographs contradict each other. And if the bouquet is photographed from all four sides, the four pictures will not be at all similar; yet they will be four pictures of the same thing. This was how the early readers of the four Gospels felt. They believed the four Gospels are four different representations of one event, each taken from another point of view. They provide a complete picture of the event precisely because they are not alike. It is only when all four sides are combined that a complete idea of the event in Palestine emerges. People back then felt they had to look up to the Christ event with even more humility precisely because it was presented from four perspectives, for clearly this event is so great that it cannot be understood if it is presented from only one point of view. They felt they had to be grateful to have four Gospels describing this event from four points of view. However, they saw they had to understand how these four different points of view originated. Then they could develop an idea of what the individual can derive from the four Gospels.

[ 6 ] Was wir das Christus-Ereignis nennen, das ist ja ein gewaltiges Geschehnis in der geistigen Entwickelung der Menschheit. Wie können wir denn das, was damals in Palästina sich zugetragen hat, hineinstellen in die ganze Menschheitsentwickelung? So können wir es hineinstellen, daß wir sagen: Alles dasjenige, was vorher die Menschheit geistig durchgemacht, geistig erlebt hat, alles das ist eingeflossen, zusammengeströmt in dem Ereignis von Palästina, um dann in einem gemeinsamen Strom weiterzufließen.

[ 6 ] What we call the Christ event is a tremendous, mighty event in the spiritual evolution of humanity. What place does that event in Palestine have in this evolution? We can say that everything humanity had previously experienced spiritually merged in this event in Palestine and from then on continued in one common stream.

[ 7 ] Da haben wir, um nur einiges zu nennen: Die althebräische Lehre, wie sie uns im Alten Testament niedergelegt ist. Dies ist ein Beitrag. Er floß ein, als das Ereignis von Palästina geschah. Da war dann ein anderer Strom, der von Zarathustra ausgegangen ist. Er floß ein in das, was dann als Christentum wie ein Hauptstrom durch die Welt weiterfloß.

[ 7 ] For example, the ancient Hebrew teaching, as it is recorded in the Old Testament, is one part of this common stream. It flowed in as the event in Palestine took place. Another stream proceeded from Zarathustra. This, too, entered into Christianity, which then flowed through the world as a kind of mainstream.

[ 8 ] Und da ist dasjenige, was wir nennen können die orientalische Geistesströmung, die im Gautama Buddha ihren bedeutendsten Ausdruck gefunden hat. Auch das floß ein in den einen großen Hauptstrom, um dann zusammen weiterzufließen. Alle diese einzelnen Strömungen sind heute im Christentum drinnen.

[ 8 ] Likewise, what we might call the oriental spiritual stream, which found its most significant expression in Gautama Buddha, also joined the one great mainstream. All these various streams are now contained in Christianity.

[ 9 ] Der zeigt Ihnen nicht, was der Buddhismus heute ist, der Ihnen wieder aufwärmt die Lehren, die Buddha sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung gegeben hat. Diese Lehren sind eingeflossen ins Christentum. Der zeigt Ihnen nicht, was der Zarathustrismus wirklich ist, der die altpersischen Urkunden nimmt und von da aus heute zeigen will das Wesen des Zarathustrismus; denn derjenige, der gelehrt hat im alten Persien, was in den altpersischen Urkunden ist, der hat sich weiterentwickelt und hat einfließen lassen seinen Beitrag zum geistigen Leben der Menschheit, und wir müssen innerhalb des christlichen Stromes auch den Zarathustrismus suchen.

[ 9 ] You do not learn what Buddhism is nowadays from people who warm over the teachings of Buddha from 600 B.C. Those teachings have flowed into Christianity. Likewise, you do not learn what Zarathustrianism really is from people who want to explain its nature on the basis of ancient Persian documents. For the one who taught in ancient Persia what was recorded in these ancient documents has evolved further. He has let his contribution to the spiritual life of humanity flow into Christianity, and we will have to look for it there.

[ 10 ] Nun fragen wir uns, damit wir ein Bild bekommen von dem wirklichen Sachverhalt: Wie sind gerade diese drei Strömungen, der Buddhismus, der Zarathustrismus und die althebräische Strömung in das Christentum eingeflossen?

[ 10 ] To get a clear picture of the facts, let us consider how these three streams, Buddhism, Zarathustrianism, and the ancient Judaic stream, flowed into Christianity.

[ 11 ] Wenn wir verstehen wollen, wie der Zarathustrismus eingeflossen ist, dann dürfen wir uns daran erinnern, daß diejenige Individualität, die wir als Zarathustra ansprechen, der große Lehrer war der zweiten nachatlantischen Kulturperiode, der zuerst gelehrt hat im sogenannten urpersischen Volk, der dann immer wieder und wieder verkörpert worden ist. Nachdem er durch jede Verkörperung hindurch immer höher und höher gestiegen war, erschien er ungefähr sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung als ein Zeitgenosse des großen Buddha. Er erschien in den Geheimschulen des alten chaldäischbabylonischen Kulturkreises. Da war er wiederverkörpert, war da der Lehrer des Pythagoras, der nach Chaldäa ging, um in der entsprechenden Weise sich zu vervollkommnen. Dann wurde dieser Zarathustra, der damals sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung unter dem Namen Zarathos oder Nazarathos erschienen war, wiedergeboren im Beginn unserer Zeitrechnung, wiedergeboren so, daß er in einem Körper auftrat, der entsproß dem Elternpaar, das Joseph und Maria hieß und das uns geschildert wird in dem Matthäus-Evangelium. Wir bezeichnen dieses Kind von Joseph und Maria, des sogenannten bethlehemitischen Elternpaares, als das eine der beiden Jesuskinder, die damals im Beginne unserer Zeitrechnung geboren worden sind. Damit haben wir hereinverpflanzt in das alte Palästina gerade jene Individualität, welche der Träger war des Zarathustrismus, der einen bedeutsamen Geistesströmung.

[ 11 ] To understand how Zarathustrianism flowed in, we should remember that the individuality we call Zarathustra was the great teacher of the second post-Atlantean epoch who first taught among the ancient Persians and was then incarnated again and again. Through each incarnation he ascended higher and higher, and finally he appeared around 600 B.C. as a contemporary of Buddha. He appeared in the secret schools of the ancient Chaldean-Babylonian culture and was the teacher of Pythagoras, who had gone to Chaldea to perfect himself. Then this Zarathustra, who in 600 B.C. was known as Zarathas or Nazarathos, was reborn at the beginning of our era to parents called Joseph and Mary, as described in Saint Matthew's Gospel. This child of Joseph and Mary, the so-called Bethlehem parents, was one of the two Jesus children born at the beginning of our era. Thus, we see the individuality who was the bearer of Zarathustrianism—one of the significant streams mentioned above—transplanted to ancient Palestine.

[ 12 ] Aber nicht nur diese Geistesströmung sollte wiederaufleben, um in einer neuen Form fortströmen zu können im Christentum, sondern auch andere Geistesströmungen. Dadurch mußten verschiedene Dinge damals zusammentreffen. Es mußte zum Beispiel auch das geschehen, daß der Zarathustra hineingeboren wurde in einen Leib, der durch seine physische Organisation Aussicht bot, daß der Zarathustra gerade in jener Inkarnation diejenigen Fähigkeiten entwickeln konnte, die er hatte deshalb, weil er von Inkarnation zu Inkarnation so hoch heraufgestiegen war. Denn wir müssen uns durchaus gesagt sein lassen: Wenn eine noch so hohe Individualität heruntersteigen und einen ungeeigneten Körper finden würde — was ja dadurch geschehen könnte, daß diese Individualität einen geeigneten Körper gar nicht finden kann -, so würde sie die Fähigkeiten, die sie geistig-seelisch hat, eben nicht ausleben können, weil die Werkzeuge dafür nicht da wären. Man muß ein bestimmt geartetes Gehirn haben, wenn man solche Fähigkeiten ausleben will, wie sie der Zarathustra gehabt hat; das heißt, man muß in einen Körper hineingeboren werden, der, ererbt von den Vorfahren, jene Eigenschaften hat, die ihn zum geeigneten Instrument machen für diese Fähigkeiten. Es mußte also nicht nur gesorgt werden bei jenem Jesusknaben, der im Matthäus-Evangelium geschildert wird, daß er in dem, was sich wiederverkörperte, eine so hohe geistig-seelische Organisation hatte, daß er jene mächtige Wirkung ausüben konnte, die ausgeübt werden mußte, sondern auch dafür, daß diese Seele hineingeboren werden konnte in eine vollkommene physische Organisation, die vererbt wurde. Das geeignete physische Gehirn mußte dieser Zarathustra vorfinden.

[ 12 ] This was not the only spiritual stream that was to revive and in a new form flow on in Christianity. Many different things had to come together to bring this about. For instance, Zarathustra had to be born in a body so organized that it was possible for him to develop further the faculties he had acquired through ascending from incarnation to incarnation. We must keep in mind that no matter how highly developed an individuality is, if it descends into an unsuitable body because it cannot find a suitable one, this individuality cannot express his or her soul-spiritual faculties because it lacks the necessary physical instruments. It takes a certain kind of brain to express such faculties as Zarathustra possessed. That is, he had to be born into a body that had inherited the qualities making it an appropriate instrument for such faculties. Thus, the Jesus child described in Saint Matthew's Gospel had to have a high soul-spiritual organization in his reincarnating I, which would allow him to have the powerful effect that was necessary, and he also had to have a perfect physical organization, which was inherited, for his soul to be born into. Zarathustra had to find a suitable physical brain.

[ 13 ] Was da ausgearbeitet wurde als eine vollkommen geeignete physische Organisation, das ist der Beitrag, den das althebräische Volk zum Christentum zu leisten hatte. Aus ihm heraus sollte durch rein physische Vererbung ein geeigneter Körper geschaffen werden mit den denkbar vollkommensten äußeren physischen Werkzeugen. Dazu mußte in den Generationen weit hinauf Vorbereitung getroffen werden, damit die richtigen Eigenschaften sich vererben konnten demjenigen Körper, der da geboren wurde im Beginn unserer Zeitrechnung.

[ 13 ] This perfectly adapted physical organization was the contribution of the ancient Hebrews to Christianity. A suitable physical body for Zarathustra, a body with the most perfect imaginable physical instruments, had to be created in the Hebrew people through purely physical heredity. This had to be prepared far back in the past through many generations so that the right qualities were passed on and then inherited by the body that was born at the beginning of our era.

[ 14 ] Nun wollen wir uns eine Vorstellung bilden, wie dieses Leben eingeflossen ist in den großen Hauptstrom unseres gegenwärtigen Geisteslebens. Das heißt, ebenso wie wir gesehen haben die Mission des Zarathustra innerhalb des Christentums, so wollen wir jetzt fragen nach der Mission des althebräischen Volkes für die Gesamtkultur unserer Erde. Da muß gesagt werden, daß die geisteswissenschaftliche Forschung immer mehr und mehr, je weiter sie vorwärtsschreitet, dazu kommt, der Bibel mehr recht zu geben als dem, was wir heute an äußerer Kulturgeschichte haben. Was da ausgegraben wird, das nimmt sich eigentlich recht kindlich aus gegenüber dem, was da in der Bibel steht und was man nur richtig lesen muß, um es zu verstehen. Vor den Augen der wirklichen Geistesforschung ist das das Richtigere. So ist unter anderm auch richtig, daß in einer gewissen Beziehung das spätere Judentum abstammt von einem Stammvater Abraham oder Abram. Dahinter steckt etwas durchaus Richtiges, daß, wenn wir die Generationen hinaufgehen, wir an einen Stammvater kommen, dem ganz besondere Fähigkeiten erteilt wurden aus der geistigen Welt heraus. Welches waren diese? Wenn wir verstehen wollen, welche ganz besonderen Fähigkeiten ihm erteilt wurden, dann müssen wir uns ein wenig erinnern an verschiedenes, was wir hier schon gesagt haben.

[ 14 ] Let us look at how this life flowed into the mainstream of our present spiritual life. Just as we have seen the mission of Zarathustra in relation to Christianity, so we will now find out about the mission of the ancient Hebrews. Here I must tell you that the more spiritual-scientific research progresses, the more it has to admit that the Bible, not outer cultural history, is right. What cultural history digs up appears childish in comparison with what is written in the Bible and what only needs to be read properly to be understood. For spiritual science the Bible is more correct than historical research. For example, it is true that Judaism descended, in a sense, from a common forefather called Abraham or Abram. It is indeed absolutely correct that as we trace the generations back into the past, we come to a forefather who was endowed with very special powers by the spiritual world. What were these powers? To understand what special capabilities were given to Abraham, we must recall various things we have already spoken about here.

[ 15 ] Wenn wir zurückgehen in frühere Zeiten, so finden wir, daß die Menschen andere Seelenfähigkeiten gehabt haben, Seelenfähigkeiten, die wir gegenüber den heutigen als eine Art dumpfes Hellsehen bezeichnen können. Die Menschen haben zwar nicht in so selbstbewußter, verstandesgemäßer Weise in die Welt hinaussehen können wie die heutigen Menschen, aber sie haben die Fähigkeit gehabt, das Geistige, das in der Umwelt ist, die geistigen Erscheinungen, Tatsachen, Wesenheiten, noch zu sehen. Nur war dieses Sehen, weil es in herabgedämpftem Bewußtsein geschah, mehr wie ein lebendiger Traum, der aber lebendige Beziehung zur Wirklichkeit hatte. Dieses alte Hellsehen sollte immer schwächer und schwächer werden, damit die Menschen sich anerziehen konnten unser heutiges äußeres Anschauen und unsere heutige Verstandeskultur.

[ 15 ] As we have said, when we look at ancient times, we find that people had other faculties of soul than we have today; these can be called a kind of dim clairvoyance. Back then, people could not look at the world in the self-confident, intellectual way we do, but they were able to perceive the spiritual around them, spiritual phenomena, facts, and beings. Since this seeing took place in a state of dimmed consciousness, it was like a living dream, but a dream that had a vital connection to reality. This ancient clairvoyance had to become weaker so people could develop our modern way of thinking and our intellectual culture.

[ 16 ] Die ganze Entwickelung der Menschheit ist eine Art Erziehung. Die einzelnen Fähigkeiten werden nach und nach errungen. Die heutige Art zu sehen, ohne daß wir, wenn wir zum Beispiel im normalen Bewußtsein eine Blume ansehen, ringsherum sehen den astralischen Leib, der sich herumwindet um die Blume - während der alte Beobachter gesehen hat die Blume und den astralischen Leib herum -, diese heutige Anschauung, die die Gegenstände mit scharfen Verstandeskonturen schaut, mußte der Menschheit anerzogen werden dadurch, daß die Hellsichtigkeit verschwand. Da herrscht nun ein ganz bestimmtes Gesetz in der Geistesentwickelung. Alles das, was der Menschheit anerzogen wird, muß immer seinen Ausgangspunkt nehmen von einer Individualität. Fähigkeiten, die dann Fähigkeiten einer großen Anzahl von Menschen werden sollen, müssen sozusagen zuerst bei einem Menschen anfangen. Die Fähigkeiten, die sich namentlich beziehen auf das von einem Hellsehen abgewandte Kombinieren, auf das Beurteilen der Welt nach Maß, Zahl und Gewicht, diese Fähigkeiten, die gerade ganz darauf ausgehen, nicht in die geistige Welt hineinzuschauen, sondern die sinnlichen Erscheinungen zu kombinieren, sie wurden aus der geistigen Welt zuerst eingepflanzt jener Individualität, die als Abraham oder Abram bezeichnet wird. Er war dazu ausersehen, diejenigen Fähigkeiten zuerst auszubilden, welche im eminentesten Sinn geknüpft sind an das Instrument des physischen Gehirns. Abraham wird nicht umsonst genannt der Erfinder der Arithmetik, das heißt derjenigen Fähigkeit, welche die Welt nach Maß und Zahl beurteilt und kombiniert. Er war sozusagen der erste unter denen, aus deren Seelenfähigkeiten ausgelöscht wurde das alte dämmerhafte Hellsehen und deren Gehirn so zubereitet wurde, daß gerade die Fähigkeit, die sich des Gehirns bedient, am meisten zur Geltung kommt. Das war eine bedeutsame, mächtige Mission, die gerade dem Abraham übertragen worden ist.

[ 16 ] Human evolution is a kind of education through which the various faculties are gradually developed. For example, in our present way of seeing, we perceive, let's say, a flower without seeing its astral body winding all around it. The ancients, however, still saw the flower and its astral body. We had to be trained in our modern perception that sees objects with the sharp contours of the intellect; this training required that the ancient clairvoyance vanish. Now, there is a certain law that prevails in spiritual evolution. According to this law, every capacity humanity acquires must have its beginning in one individuality. Faculties that are to become common to a large number of people must first appear in one person. Thus, the faculties having to do with reasoning not related to clairvoyance, with evaluating the world by measure, number, and weight—faculties that aim not at seeing into the spiritual world but at understanding sensory phenomena—were first implanted by the spiritual world in the individuality known as Abraham or Abram. He was chosen to be the first to develop the powers that are especially bound to the physical brain. It is not for nothing that Abraham is called the discoverer of arithmetic, that is, of the capability to quantify the world and calculate it according to measure and number. In a sense, he was the first of those in whose soul the ancient dreamy clairvoyance was extinguished and whose brain was prepared so that the faculty using the brain as instrument could become effective. Thus, the mission given to Abraham was a significant and profound one.

[ 17 ] Nun sollte diese Fähigkeit, die als eine Anlage in Abraham hineingelegt wurde aus der geistigen Welt heraus, wie es bei jeder Anlage sein muß, immer vollkommener und vollkommener werden. Sie können sich leicht denken, daß alles das, was in der Welt auftritt, sich entwickeln muß. So mußte sich auch diese Fähigkeit, durch das physische Gehirn die Welt zu betrachten, aus einer Anlage allmählich entwickeln. Die Entwickelung dieser Fähigkeit geschah nun durch die folgenden Generationen, indem das, was Abraham gegeben wurde, übertragen wurde auf die folgenden Generationen durch die folgenden Zeitalter. Aber es mußte etwas anderes geschehen, als früher beim Übertragen einer Mission von den alten Leuten auf die jüngeren geschehen war. Denn die andern Missionen waren noch nicht gebunden an ein physisches Werkzeug. Gerade die größten Missionen waren nicht gebunden an ein physisches Gehirn. Nehmen wir den Zarathustra. Was er seinen Schülern gegeben hatte, war ein höheres hellseherisches Anschauen, als es die andern Menschen hatten. Das war nicht gebunden an ein physisches Werkzeug; das wurde übertragen vom Lehrer zum Schüler. Der Schüler wurde wieder Lehrer, übertrug es wieder auf den Schüler und so weiter. Jetzt handelt es sich aber nicht um eine Lehre, um eine Art und Weise des hellseherischen Anschauens, sondern um etwas, was an das Instrument des physischen Gehirns gebunden war. So etwas kann sich nur verpflanzen in die späteren Zeiten, wenn es sich physisch vererbt. Daher war das, was dem Abraham als Mission gegeben war, daran gebunden, daß es sich physisch vererbte von einer Generation zur andern, das heißt, es mußte diese vollkommene Organisation des physischen Gehirns von Abraham hinunter sich vererben auf seine Nachkommen von Generation zu Generation. Weil seine Mission gerade darin bestand, daß das physische Gehirn vollkommener und vollkommener wurde, so mußte es auch von Generation zu Generation immer vollkommener werden.

[ 17 ] Now this faculty that had been given to Abraham in rudimentary form was to become more and more perfect. As you can imagine, everything in the world must develop, and the ability to perceive the world through the physical brain was no exception. This faculty was developed through being transmitted from Abraham to the succeeding generations. However, something different had to happen in this case than is usual when a mission is passed on from the older generation to the younger. After all, other missions, especially the greatest ones, were not connected to a physical instrument, the physical brain. For example, let us look at Zarathustra. He gave his disciples a higher, more advanced clairvoyant vision than other people had. It was not bound to a physical instrument but was transmitted from teacher to pupil. The pupil then in turn became a teacher and gave this higher clairvoyant vision to his pupils, and so on. Abraham's mission, however, was not a teaching or method of clairvoyant perception but something bound to the brain. Thus, it could be transmitted to later generations only through physical inheritance. The mission given to Abraham depended on being transmitted physically from one generation to the next, that is, the perfected organization of Abraham's brain had to be inherited by his descendants generation after generation. Because Abraham's mission consisted in perfecting the physical brain, the latter became more and more perfect from generation to generation.

[ 18 ] So war die Mission des Abraham etwas, was gebunden war an die Fortpflanzung, um immer vollkommener zu werden im Laufe der physischen Entwickelung. Nun war noch etwas anderes verbunden mit diesem Beitrag, den das althebräische Kulturvolk zu leisten hatte. Und dieses andere werden wir verstehen, wenn wir uns folgendes vorlegen.

[ 18 ] In other words, the mission of Abraham depended on procreation for its gradual perfection in the course of physical evolution. There was yet something else connected with this contribution of the ancient Hebrew people, and we will understand what it was when we consider people in other civilizations who had dim clairvoyance.

[ 19 ] Nehmen wir die Menschen in den andern Kulturen mit ihrem alten dämmerhaften Hellsehen, dann werden wir sagen: Wie erhielten sie, was für sie das Wichtigste war, was sie am höchsten verehrten in der Welt? Sie erhielten es so, daß es als Inspiration ganz in ihrem Inneren aufleuchtete. Man brauchte nicht so, wie heute, zu forschen. Heute erlangt der Mensch die Wissenschaft dadurch, daß er außen forscht, daß er experimentiert und aus den kombinierten äußeren Tatsachen seine Gesetze nimmt. So erfuhr der Alte nicht dasjenige, was er wissen sollte, sondern das blitzte in ihm auf als eine Eingebung. Er empfing es in seinem Innern; seine Seele mußte es gebären in seinem Innern. Er mußte den Blick abwenden von der äußeren Welt, wenn er die höchsten Wahrheiten als Inspirationen aufgehen lassen sollte.

[ 19 ] We can ask how they received what was most important to them, what they revered most in all the world. They received it as inspirations that lit up within them. They did not have to do research as we do. Nowadays, we establish sciences by investigating the world outside us, by experimenting and deducing laws from the external facts. The ancients did not gain their knowledge in this way; rather, it lit up within them as an inspiration like a flash of lightning. They received their knowledge in their inner being; their souls had to give birth to it within them. They had to turn their gaze away from the outer world in order to allow the highest truths to blossom forth within them as inspirations.

[ 20 ] Das sollte nun anders werden in demjenigen Volk, das seine Mission von Abraham ableitete. Abraham sollte den Menschen gerade dasjenige bringen, was durch die Beobachtungen von außen und durch die Kombinationen gewonnen wird. Wenn also der Angehörige der andern Kulturen, die auf altes Hellsehen gebaut waren, zum Höchsten hinaufsah, so sagte er sich: Ich bin dankbar dem Gotte, der sich mir im Inneren offenbart. Ich wende den Blick von außen ab, und am meisten wird mir die Gottheit gegenwärtig, wenn ich, ohne den Blick nach außen zu richten, im Inneren die Inspirationen dieser Gottheit aufleuchten lasse. - Das Volk aber, das von Abraham abstammt, sollte sagen: Ich will verzichten auf die Inspirationen, die bloß von innen kommen; ich will mich dazu präparieren, den Blick in die Umwelt zu richten. Ich will das beobachten, was sich da offenbart in Luft und Wasser, in Berg und Flur, in den Sternenwelten, da will ich den Blick hinaufsenden, und dann will ich nachdenken können, wie eins neben dem andern steht. Ich will die Dinge draußen miteinander kombinieren und will sehen, daß ich einen Gesamtgedanken gewinne. Und wenn ich das, was ich in der Außenwelt beobachte, in einen einzelnen Gedanken zusammenptresse, dann will ich dasjenige, was mir die äußere Welt sagt, Jahve oder Jehova nennen. Ich will empfangen das Höchste durch eine Offenbarung, die durch die Außenwelt hindurchspricht.

[ 20 ] This was to become different for those who derived their mission from Abraham. Abraham had to bring to humanity precisely the results of observation and reasoning. When people in those civilizations that were built on ancient clairvoyance looked up to the highest, they felt, “I am grateful to the God who reveals himself to me within me. I turn my gaze away from the outer world, and the Godhead is most present to me when, without looking at the outside world, I let his inspirations light up within me.” However, the descendants of Abraham were to renounce inspirations coming from within themselves and prepare themselves to turn their gaze to the world around them. They were to observe what is revealed in air and water, in mountain and plain, and in the starry world, and to ponder how all things exist side by side. They were to connect external things with one another and to gain an all-embracing thought from this. When they condensed what they saw in the outer world into one single thought, they called what the outer world told them Yahweh or Jehovah. They were to receive the highest through a revelation that speaks through the outer world.

[ 21 ] Das war die Mission des abrahamitischen Volkes: der Menschheit das zu geben, was als Offenbarung von außen kam, im Gegensatz zu dem, was die andern Völker zu liefern hatten. Daher mußte sich dieses Instrument des Geisteslebens so vererben, daß es in seiner Einrichtung entsprach den Offenbarungen von außen, wie früher die inneren Seelentähigkeiten den Offenbarungen von innen entsprochen hatten.

[ 21 ] In contrast to what other peoples were to contribute, the mission of the Abrahamic people was to give humanity what came as revelation from outside. Therefore, the instrument of spiritual life had to be inherited so that its organization was appropriate for the revelations from outside, just as earlier the inner powers of soul had to be adapted to the revelations from within.

[ 22 ] Nun fragen wir uns: Was war da gekommen, wenn sich die alten Hellscher hingegeben haben den Offenbarungen von innen? Da haben sie abgewendet den Blick von außen, denn das, was sich in der Außenwelt offenbarte, konnte ihnen nichts sagen über die geistige Welt. Sie hatten selbst von Sonne und Sternen den Blick abgewendet, da sie bloß auf ihr Inneres gelauscht haben, und da hat sich offenbart die große Inspiration über die Geheimnisse der Welt; da traten auf die Anschauungen, wie das Weltengebäude gebaut ist. Und das, was sie gewußt haben über die Sterne und ihre Bewegungen, über die Gesetze der Sternenwelt, über die geistigen Welten, das haben diese Angehörigen der alten Kulturen nicht durch äußere Beobachtung erlangt. Dadurch wußten sie etwas über Mars, Saturn und so weiter, daß sich die Naturen dieser Sterne im Inneren kundgaben. Es waren also die Gesetze des Weltalls, die sozusagen in den Sternen geschrieben sind, zu gleicher Zeit eingeschrieben in das Innere der Seele des Menschen. Dadrinnen offenbarten sie sich durch Inspiration. Wie sich die Gesetze der Welt, die das Sternenheer beherrschen, in der Seele geoffenbart hatten, so sollten sich jetzt durch äußere Kombination offenbaren beim abrahamitischen Volke die Gesetze, die die Welt beherrschen, die aber durch äußere Offenbarung gewonnen werden sollten. Dazu mußte die Vererbung so geleitet werden, daß durch sie das Gehirn jene Eigenschaften bekam, durch die es sehen konnte die richtige Kombination da draußen. Die wunderbare Gesetzmäßigkeit wurde eingepflanzt den Anlagen, die überliefert wurden dem Abraham, solchen Anlagen, die da durch die Generationen sich so ausbildeten, daß die Ausbildung entsprach den großen Weltgesetzen. Das Gehirn mußte vererbt werden so, daß die inneren Fähigkeiten des Gehirns, die Konfiguration des Gehirns sich so ausbildete, wie da droben im Weltall die Zahlengesetze der Sterne. Daher wird dem Abraham gesagt von Jahve: Du wirst Generationen von dir abstammen sehen, die in ihrer Ordnung eingerichtet sind nach der Zahl der Sterne am Himmel. Wie die Sterne am Himmel in harmonischen Zahlenverhältnissen geordnet sind, so sollen die Generationen in harmonischen Zahlengesetzen geordnet sein. Das heißt, diese Generationen sollten solche Gesetze in sich tragen, wie die Gesetze der Sterne am Himmel sind.

[ 22 ] Let us look at what happened when the clairvoyants of ancient times yielded to revelations from within themselves. They turned their gaze away from the outer world because what was revealed there could tell them nothing about the spiritual world. They even turned their gaze away from the sun and stars and listened only to what was within. There, a great inspiration about the secrets of the world was revealed, and they had a picture of the structure of the cosmos. What these ancient clairvoyants knew about the stars and their movements, about the laws of the starry world, and about the spiritual worlds was not acquired through external observation. Rather, the ancients knew something about Mars, Saturn, and so on because they had revealed themselves within these people. The laws of the universe, which are inscribed in the stars, were also inscribed within the human soul and revealed themselves there in inspirations. Just as the laws of the universe, which rule the stars, were revealed in the soul, so the laws that rule the world were now to be revealed to the Abrahamic people through outer reasoning and deduction—that is, those laws had to be grasped through outer revelation. For this purpose, heredity had to be guided in such a way that the brain could acquire the qualities enabling it to perceive the right relationships between things. This wonderful lawfulness was implanted into the predispositions transmitted to Abraham, predispositions that developed through the generations in such a way that their organization corresponds to the great cosmic laws. The brain had to be transmitted so that its inner capabilities and its structure developed like the laws of numbers in the stars in the universe. This is why Jehovah said to Abraham, “You will see generations descend from you that will be ordered and arranged in accordance with the numbers of the stars in the heavens.” The generations following Abraham were to be arranged in harmonious numerical relationships just as the stars in the sky are ordered in harmonious relations. In other words, these generations were to bear within them laws that are like the laws of the stars in the heavens.

[ 23 ] Da haben wir zwölf Sternbilder. Ein Abbild davon sollte auftreten in den zwölf Stämmen, wie sie abstammten von Abraham, damit die entsprechenden Fähigkeiten, die als Anlage in Abraham hineinversetzt worden waren, hinuntergeleitet wurden durch die Generationen. Also es sollte im ganzen organischen Aufbau des sich von Zeitalter zu Zeitalter fortentwickelnden Volkes ein Abbild geschaffen werden von Zahl und Maß am Himmel. Das hat allerdings eine Bibelübersetzung so übersetzt, daß sie sagt: «Deine Nachkommen sollen sein zahlreich wie die Sterne am Himmel», während in der Wahrheit die Stelle heißen muß: Deine Nachkommen sollen regelmäßig in der Blutsverwandtschaft so angeordnet sein, daß ihre Anordnung ein Abbild der Gesetze der Sterne am Himmel ist. Oh, die Bibel ist tief! Aber was heute dargeboten wird als Bibel, das ist gefärbt von der neueren Weltanschauung. Da heißt es: «Deine Nachkommen sollen sein zahlreich wie die Sterne am Himmel», während in Wahrheit gesagt wird: Das soll alles so regelmäßig sein in deiner Nachkommenschaft, daß zum Beispiel zwölf Stämme sich folgen, die entsprechen der Zwölfzahl der Sternbilder am Himmel.

[ 23 ] In the heavens, there are twelve constellations. An image of this was to appear in the twelve tribes of descendants of Abraham so that the faculties that were implanted in rudimentary form in Abraham could be carried down through the generations. In the organic structure of this people, developing further from age to age, an image was to be created of number and measure in the heavens. In one Bible translation this is rendered as, “I will multiply your descendants as the stars of heaven and as the sand which is on the seashore.” In truth, however, the passage should read, “Your descendants shall be grouped regularly in their blood relationships so that their arrangement is an image of the laws of the stars in the heavens.” The Bible is profound, but the way it is presented these days is colored by the modern view of the world. Thus, we read, “I will multiply your descendants as the stars of heaven and as the sand which is on the seashore,” while a true translation would be, “Your descendants shall be so regularly grouped that, for example, twelve tribes will arise that correspond to the twelve constellations.”

[ 24 ] Und so sollten auch die einzelnen Eigenschaften so auftreten, daß immerdar das zum Ausdruck kam, daß die Mission des abrahamitischen Volkes darinnen bestand: Ich bekomme wie ein Geschenk von außen - nicht wie etwas, was im Inneren auflebt -, was meine Mission ist. Mir wird von außen gegeben das, was ich eigentlich für die Welt zu bringen habe. - Das wird wunderbar dargestellt in der Bibel, daß die Mission Abrahams gerade etwas sein soll, was von außen ihm gegeben wird, im Gegensatz zu alten Offenbarungen, die von innen gegeben worden sind. Was soll die Mission des Abraham sein? Die Mission des Abraham soll sein das, was durch das Blut fließt bis zu Christus Jesus, zu liefern. Dahinein soll die ganze Geistigkeit einer gewissen Strömung versetzt werden. Das soll so wirken, als ob es von außen käme, ein Geschenk von außen sei. Abraham soll der Welt das althebräische Volk geben. Das ist seine Mission.

[ 24 ] Thus, the individual characteristics had to express that the Abrahamic people was to realize that their mission was a gift from outside, not something that came to life within them. They had to know that what they have to bring to the world is given to them from the outside. The Bible wonderfully expresses that Abraham's mission comes to him from outside in contrast to the old revelations that were given from within. What was this mission? Abraham's mission was to provide what flows through the blood up to the time of Christ Jesus. The entire spirituality of a certain stream had to be placed into this. It was to work as if it came as a gift from outside. Abraham had to give to the world the ancient Hebrew people. That was his mission.

[ 25 ] Soll das aber der ganzen Natur seiner Mission entsprechen, dann muß dieses Volk selber, das ja seine Mission ist, ein Geschenk von außen sein, muß ihm als Geschenk von außen gegeben werden. Abraham bekam einen Sohn, Isaak. Den sollte er opfern, so wird in der Bibel erzählt. Und als er hinkam, ihn zu opfern, da wurde ihm dieser Sohn neuerdings geschenkt von Jahve. Was wird ihm da geschenkt? Von Isaak stammt das ganze Volk ab. Wäre Isaak geopfert worden, dann hätte es kein hebräisches Volk gegeben. Das ganze Volk wurde ihm also zum Geschenk gegeben. In dieser Opferung des Isaak ist in wunderbarer Weise ausgedrückt dieser Charakter des Geschenkes. Das Volk selber ist die Mission des Abraham, und mit dem Isaak empfängt er dieses gesamte hebräische Volk von Jahve geschenkt.

[ 25 ] If this people was to be in keeping with this mission, it had to be given to Abraham as a gift from outside. Abraham had a son, Isaac, and he was asked to sacrifice this son, as the Bible tells us. As Abraham was about to carry out the sacrifice, his son was given back to him by Jehovah. What was Abraham given there? The entire Hebrew people descended from Isaac. If Isaac had been sacrificed, it would not have come into being. Thus, the whole Hebrew people was given to Abraham as a gift. The sparing of Isaac wonderfully expresses the nature of this gift. It was Abraham's mission to father the Hebrew people, and with Isaac he received it as a gift from Jehovah.

[ 26 ] So tief sind die Darstellungen der Bibel, und alle entsprechen im einzelnen groß und gewaltig dem inneren Charakter in der Fortentwickelung der Menschheit. Aufgeben mußte dieses althebräische Volk stückweise dasjenige, was die andern Kulturen in sich faßten, aufgeben mußte es das alte Hellsehen. Dieses alte Hellsehen war an Fähigkeiten gebunden, die aus der geistigen Welt kamen. Man bezeichnete diese hellseherischen Fähigkeiten, je nachdem sie waren, indem man Ausdrücke von Sternbildern gebrauchte. Die letzte Fähigkeit, die hingegeben wurde dafür, daß das althebräische Volk geschenkt wurde dem Abraham, das ist diejenige, die gebunden ist an das Sternbild des Widders. Daher wird ein Widder geopfert statt des Isaak. Das ist der äußere Ausdruck dafür, daß die letzte hellseherische Fähigkeit hingeopfert wurde dafür, daß das althebräische Volk geschenkt wurde dem Abraham. So war dieses Volk ausersehen, gerade jene Eigenschaften zu entwickeln, die auf die Beobachtung der Außenwelt gingen. Aber in allem treten atavistische Reste an Früheres auf. Daher kam es, daß immer wiederum das althebräische Volk genötigt war, dasjenige auszuscheiden, was nicht rein im Blute bloß lag zur Übertragung dieser nach außen gerichteten Fähigkeiten, was noch erinnerte an altes Hellsehen. Immer mußte ausgeschieden werden, was wie eine Erbschaft von den andern Völkern herkam.

[ 26 ] This is how profound the stories in the Bible are; all of them correspond in their impressive details to the inner character of the progressive development of humanity. The Old Testament Hebrews gradually had to relinquish the ancient clairvoyance that continued within the other civilizations. This clairvoyance was connected to faculties coming from the spiritual world, which were designated according to their nature by expressions taken from the names for the constellations. The last faculty to be given up in exchange for the gift of the Hebrew people was connected with the sign of the Ram. Therefore, a ram was sacrificed in place of Isaac. This is the external expression of the sacrifice of the last clairvoyant power, making it possible for Abraham to receive the Hebrew people as a gift. The Hebrews were chosen to develop the faculties for observation of the outer world. Nevertheless, every new development contains also atavistic remnants of earlier things. That is why everything that was not purely in the blood and still recalled ancient clairvoyance had to be excluded for the sake of the transmission of the new outer-directed faculties. Thus, the Hebrews always had to exclude what came as an inheritance from other peoples.

[ 27 ] Da berühren wir nun ein Kapitel, welches sich heute recht schwer beschreiben läßt, weil es eine Wahrheit enthält, die dem heutigen Denken so fern wie möglich liegt; aber es ist eben doch eine Wahrheit, und man darf den Anspruch machen, daß diejenigen, die längere Zeit mitgearbeitet haben in unseren Zweigen, auch solche Wahrheiten vertragen können, die dem heutigen Gewohnheitsdenken sich etwas entziehen.

[ 27 ] We come now to a subject that is difficult to discuss because it contains a truth far removed from modern thinking. Nevertheless, it is a truth, and those who have worked for a while in anthroposophical groups may be able to accept a truth that is foreign to the conventional modern thinking.

[ 28 ] Wir müssen uns klar sein darüber, daß für gewisse Menschenklassen der alten Zeit durchaus bis in spätere Zeiten hinein alte Fähigkeiten sich erhielten, namentlich in bezug auf die Erkenntnis. Die hellseherischen Fähigkeiten waren da in der Seele. Der Mensch war mit den geistigen Wesenheiten nahe verbunden. Sie offenbarten sich in ihm. Das aber drückte sich bei gewissen Menschen, die sozusagen Niedergangsprodukte darstellten dieser alten Zeiten, so aus, daß sie in einer niedrigeren Form diesen Zusammenhang mit der geistigen Außenwelt darstellten. Während die eigentlich hellseherischen Menschen mehr mit dem Gesamtuniversum verbunden waren durch die geistige Intuition und Inspiration, waren diejenigen Menschen, die im Niedergang begriffen waren, die in der Dekadenz diesen alten Zusammenhang mit der Umwelt entwickelten, niedrigere Menschentypen. Sie waren unselbständig, die Ichheit wollte nicht heraus bei ihnen, aber es waren auch nicht mehr die alten hellscherischen Fähigkeiten auf der entsprechenden Höhe. Solche Menschen traten immer auf, und in solchen Menschen zeigte sich die Verwandtschaft gewisser physischer Organe mit den alten hellseherischen Organen. Und jetzt kommt die Wahrheit, die so sonderbar klingen wird. Was man nennen könnte altes Hellsehen, dieses Aufleuchten der Weltgeheimnisse im Inneren, das mußte auf irgendeinem Wege in die Seele hineinkommen. Wir haben uns vorzustellen, daß Einströmungen geschahen in den Menschen. Diese Einströmungen nahm der alte Mensch nicht wahr, aber dann, wenn die Einströmungen geschehen waren und in ihm aufleuchteten, dann nahm er es als seine alten Inspirationen wahr. Es flossen also in den Menschen gewisse Strömungen ein aus der Umgebung; die haben sich später umgewandelt beim Menschen.

[ 28 ] We must be aware that certain classes of people in ancient times retained their earlier faculties into later ages, especially faculties related to knowing. Clairvoyant powers lived in human souls, and people were closely connected with spiritual beings who revealed themselves in their souls. In certain people, who were the products of the decline of these ancient times, there developed ultimately a lower form of this connection to the spiritual world around them. While the actual clairvoyants were connected with the whole universe through spiritual intuition and inspiration, those who were part of the process of decline and who developed this connection to the spiritual in a phase of decadence were actually lower types of people. They were not independent because their I was undeveloped, and at the same time their clairvoyant faculties were already declining. Such individuals appeared throughout history, and in them we can see the relationship between certain physical organs and the clairvoyant organs. Now we arrive at the truth that will sound strange to you. What we call ancient clairvoyance, this lighting up of the cosmic secrets within human souls, had to enter the soul somehow. We have to picture this as streams flowing into human beings. The ancients did not perceive them, but when these streams had occurred and lit up within them, people perceived them as their inspirations. In other words, certain streams flowed into people from their environment; in later periods these streams were transformed.

[ 29 ] Diese Strömungen waren in alten Zeiten rein geistige Strömungen, waren zum Beispiel für einen Hellscher als rein astralisch-ätherische Strömungen wahrnehmbar. Aber später vertrockneten sozusagen diese rein geistigen Strömungen, verdichteten sich zu ätherisch-physischen Strömungen. Und was entstand daraus? Die Haare entstanden daraus. Die Haare sind das Ergebnis der alten Einströmungen. Was heute Haare am menschlichen Körper sind, waren früher geistige Einströmungen beim Menschen von außen ins Innere. Vertrocknete astralisch-ätherische Strömungen sind unsere heutigen Haare. Und solche Dinge sind ja eigentlich nur noch da erhalten, wo rein äußerlich, schriftgemäß, durch Überlieferung die alten Wahrheiten geblieben sind. Im Hebräischen wird daher das Wort «Haar» und das Wort «Licht» ungefähr durch dieselben Schriftzeichen bezeichnet, weil man ein Bewußtsein hatte von der Verwandtschaft des astralisch einströmenden Lichtes und des Haares; wie überhaupt im althebräischen Schrifttum urkundlich, rein in den Worten selbst, die größten Wahrheiten enthalten sind.

[ 29 ] In the distant past, these streams were purely spiritual, and clairvoyants could perceive them as purely astral-etheric streams. But later these purely spiritual streams dried up, as it were, and condensed to etheric-physical streams. What became of them? They developed into hair. Our hair is the result of these ancient streams. The hair on our body was formerly spiritual streams that flowed from outside into human beings. Our hair is nothing else but dried up astral-etheric streams. Such facts are preserved only where the old truths have been retained externally in writing or through tradition. In Hebrew the characters for the words “hair” and “light” are approximately the same because people were conscious of the kinship between the light streaming in astrally and hair. In general, the greatest truths are contained in ancient Hebrew literature in the words themselves.

[ 30 ] So könnte man also sagen, es gibt eine Fortentwickelung der Menschheit. Bei denjenigen Menschen nun, welche die alten Fähigkeiten im Niedergang hatten, da entwickelte sich das so, daß die Einströmungen sich zwar umbildeten, sozusagen vertrockneten, daß sich aber keine neuen Fähigkeiten dafür entwickelten. Sie waren auf alte Art mit der neuen verbunden und doch wiederum nicht verbunden, weil die Einströmungen vertrocknet waren. Solche Menschen waren stark behaart, während diejenigen, die sich weiterentwickelten, weniger behaart waren, weil neue Fähigkeiten auftraten für diejenigen Fähigkeiten, die sich später zu Haaren verdichteten.

[ 30 ] So, we can say human evolution is progressive. However, in those people whose ancient faculties were declining the incoming streams changed and dried up, but no new faculties appeared to take their place. Those people were connected with the new in an old way, yet unconnected because the streams were dried up. Such people were very hairy, while those who developed further were less hairy because new powers replaced those that later condensed into hair.

[ 31 ] Die Wissenschaft wird erst wiederum nach langer Zeit zu diesen bedeutungsvollen Wahrheiten kommen. In der Bibel stehen sie. Die Bibel ist viel gelehrter als unsere heutige, noch auf kindlicher AbcSchützenstufe stehende Wissenschaft. Lesen Sie nach die Geschichte von Jakob und Esau! Jakob ist derjenige, der ein Stück vorgeschritten ist, der die Fähigkeit der letzten Zeit entwickelt hatte. Esau ist auf früherer Stufe stehengeblieben, ist derjenige, der sozusagen gegen Jakob der Tropf ist. Als die Söhne dem Vater Isaak vorgestellt werden, da hat die Mutter bei Jakob vorgetäuscht ein falsches Haar, damit Isaak den jüngeren der Söhne mit Esau verwechsle. Damit soll uns gezeigt werden, daß das althebräische Volk immer noch als Erbstück der andern Kulturen etwas in sich hatte, und das mußte abgestreift werden. Esau wird ausgestoßen. Durch Jakob pflanzt sich fort dasjenige, was als die äußere Kombination fortleben sollte.

[ 31 ] It will take a long time for science to arrive at these significant truths. Nevertheless, they can be found in the Bible. The Bible is far wiser than our science, which is still at the stage of a child beginning to learn his ABC's. Read the story of Jacob and Esau. Jacob was the one who progressed a step further and developed the new faculty; Esau, on the other hand, remained at an earlier stage, and compared to Jacob he was a simpleton. When they were presented to their father Isaac, their mother had covered Jacob with false hair to make Isaac confuse his younger son with Esau. This shows us that the Old Testament Hebrews still had retained something that was inherited from other cultures and that had to be discarded.

[ 32 ] Und so wie das, was sozusagen in einer etwas zurückgebliebenen Gestalt erhalten war, in Esau ausgestoßen war, so waren auch die alten hellseherischen Fähigkeiten wie eine atavistische Erbschaft zum Ausdruck gekommen in Joseph, der von den Brüdern dann nach Ägypten verstoßen wird. Er hat Träume; er kann aus ihnen die Welt deuten. Das ist die Fähigkeit, die sich nicht entwickeln sollte in der Mission des abrahamitischen Volkes. Daher wird er ausgestoßen, muß er nach Ägyptenland hinübergehen.

[ 32 ] Esau is cast out, and what was to live on as sense-based reasoning is transmitted through Jacob. Here, what had remained in a retarded form was expelled in Esau. Similarly, the ancient clairvoyant faculties, an atavistic inheritance, appeared in Joseph, who was consequently expelled by his brothers to Egypt. Joseph had dreams through which he could interpret the world—this faculty was not to be developed in the mission of the Abrahamic people. Therefore, Joseph was cast out and had to go to Egypt.

[ 33 ] So sehen wir also, wie sich herausarbeitete im althebräischen Volke eine Strömung, die auf Blutsverwandtschaft in den Generationen gebaut ist, und aus der stufenweise herausgestoßen wird das, was als altes Erbstück verbleibt. Das ist die Fähigkeit, die das althebräische Volk als seine eigene Anlage hat: daß, was da hinunter sich vererbt durch die Generationen, zu einem immer vollkommeneren Werkzeuge werden soll, damit aus diesem heraus der Leib sich entwickeln konnte, der das Instrument abgeben kann für denjenigen, der da wieder verkörpert worden ist. Wenn das althebräische Volk nicht von innen die Offenbarungen erhalten konnte, so mußte es sie von außen erhalten. Selbst das, was die andern Völker durch die unmittelbare Inspiration erlangt hatten, mußte das althebräische Volk durch eine Offenbarung von außen erhalten. Das heißt, die Juden mußten hinübergehen zu einem Volk - geleitet durch Joseph -, das die alte Inspiration hatte. Und da erlangten sie, indem Joseph eingeweiht wurde in die ägyptischen Mysterien, durch äußere Vermittlung dasjenige, was sie zu wissen brauchten über die Eigenheiten der geistigen Welten. Sogar das moralische Gesetz bekamen sie von außen, nicht als etwas, was von innen aufleuchtete. Das war die Mission des althebräischen Volkes. Dann zogen sie - nachdem sie sich angeeignet hatten das, was sie von außen sich aneignen mußten - damit als mit einer von außen errungenen Offenbarung wiederum zurück in ihr Palästina.

[ 33 ] There we see how a stream evolved in the Hebrew people that is built on the blood relationships of generations and from which the remnants of the old inheritance are gradually expelled. It was the special faculty of the ancient Hebrews to turn what is inherited down through the generations into a more and more perfect instrument so that finally a body could be produced that could be the instrument for Christ who would incarnate in it. If the Hebrews could no longer receive revelations from within, they had to receive them from without. They had to receive through external revelation even those things other peoples received through direct inspiration. That is, the Jews, led by Joseph, had to go to a people that still possessed the old inspiration. There, Joseph was initiated into the Egyptian mysteries, and the Jews attained through external means the knowledge they needed about the spiritual worlds. They even received their moral laws from the outside rather than as something lighting up within them. After they had assimilated what they had to take in from outside, they returned to Palestine.

[ 34 ] Und nun — nachdem dieses althebräische Volk das alles durchgemacht hatte - sollte gezeigt werden, wie es sich von Generation zu Generation so entwickelte, daß zuletzt dieser Leib, welcher der Leib des Jesus wurde, aus diesem Volk herausgeboren werden konnte, damit diese althebräische Strömung einfloß in das Christentum.

[ 34 ] We must now show how the Hebrews gradually developed from generation to generation so that finally the body of Jesus could be produced, and the ancient Hebrew stream flow into Christianity.

[ 35 ] Erinnern Sie sich, wie wir die Entwickelung der Anlagen beim einzelnen Menschen besprochen haben. Es zerfällt das Leben des einzelnen Menschen in Perioden von sieben zu sieben Jahren. Von der Geburt bis zum Zahnwechsel, bis in das siebente Jahr hinein reicht die erste Periode, wo der physische Körper einfach seine Formen baut. Dann haben wir die zweite siebenjährige Periode bis zur Geschlechtsreife, in welcher der Ätherleib tätig ist dafür, daß die Formen wachsen, größer werden. Bestimmt werden die Formen bis zum siebenten Jahre, dann vergrößern sich nur die schon bestimmten Formen. Wiederum vom vierzehnten bis zum einundzwanzigsten Lebensjahre ist es der astralische Leib vorzugsweise, der der hervorragende ist. Und so sehen wir, wie erst im einundzwanzigsten Jahre das eigentliche Ich des Menschen geboren und selbständig wird. So sehen wir, wie in gewissen Perioden das Leben des einzelnen Menschen verläuft bis zur Geburt des menschlichen Ich.

[ 35 ] Remember our discussion of the development of rudimentary characteristics in individuals. The life of an individual can be divided into periods of seven years. The first period, in which the physical body simply builds its forms, extends from birth to the change of teeth at the age of seven. The second period, in which the etheric body is active in growth and forming, continues until puberty. The forms are defined until the age of seven and the already-defined forms are then enlarged. From fourteen to twenty-one the astral body is especially predominant, and at twenty-one the true I is born and becomes independent. The life of the individual runs its course in certain periods until the birth of the human I.

[ 36 ] So mußten sich auch die Anlagen nach und nach in dem Volk entwickeln, das ja gerade als Volk einen Leib liefern sollte für ein vollkommenstes Ich. Daher mußte es sich so entwickeln, daß das, was durch Jahre beim Menschen auftritt, hier von Generation zu Generation auftritt. Da muß immer eine folgende Generation eine Anlage entwickelter haben als die frühere. Es kann nicht auf einmal alles in bloß einer Generation sich entfalten. Aus okkulten Gründen auseinanderzusetzen, warum dies so ist, würde zu weit führen. Es kann aber erinnert werden an eine ganz gewöhnliche Erscheinung. Erinnern Sie sich doch, daß die Vererbung so liegt, daß gewisse Eigenschaften sich nicht unmittelbar vererben, sondern eine Generation überspringen und erst der Enkel dem Großvater in den vererbten Eigenschaften ähnlich sieht. So ist es auch bei der Vererbung der Eigenschaften in den fortlaufenden Generationen des hebräischen Volkes gewesen. Da mußte immer eine übersprungen werden. Was beim einzelnen Menschen einer Altersperiode entspricht, entspricht in den fortlaufenden Generationen zweien. So daß wir sagen können: Es mußte dieses Volk wie ein großes Individuum von Generation zu Generation sich so entwickeln, daß zuerst entspricht, was beim einzelnen Menschen ist von der Geburt bis zum Zahnwechsel, zweimal sieben Generationen, vierzehn Generationen. Dann mußte ein zweiter Zeitraum folgen, wo wiederum zweimal sieben Generationen kommen; der entspricht der Periode zwischen Zahnwechsel und Geschlechtsreife. Dann ein dritter Zeitraum, wo wiederum zweimal sieben Generationen kommen, die der Periode entsprechen zwischen dem vierzehnten und einundzwanzigsten Lebensjahre, wo der astralische Leib besonders hervortritt. Dann kann das Ich geboren werden. Das Ich konnte geboren werden in das althebräische Volk, als drei gleich zwei mal sieben, das ist drei mal vierzehn Generationen verflossen waren.

[ 36 ] In the same way the gifts of the people that was to provide a body for the most perfect I had to develop gradually. What takes place over years in an individual, however, develops in a people over generations. Each successive generation must further develop the characteristics of the preceding one. To explain the occult reasons for this would lead us too far afield, but you might recall a quite ordinary phenomenon. Just remember that certain qualities are inherited not directly, but skip a generation. For example, it is the grandson who resembles the grandfather in those characteristics. It was the same in the inheritance of qualities in successive generations of the Hebrews; every other generation was skipped. What is one period of seven years in an individual's life corresponds in the successive generations of a people to two periods or fourteen generations. We can therefore say the Hebrews developed in twice seven or fourteen generations, which corresponds to the period from birth to the change of teeth in the individual. The following period corresponds to that between the change of teeth and puberty and again comprises twice seven generations. A third period of twice seven generations corresponds to the years between fourteen and twenty-one, when the astral body is especially prominent. It was then possible for the I to be born in the Hebrew people after three times twice seven or three times fourteen, that is, forty-two generations.

[ 37 ] Derjenige, der uns den Körper schildern wollte, der als Instrument gegeben wurde dem Zarathustra, der mußte zeigen, wie durch drei gleich zwei mal sieben Generationen hindurch die Anlage, die dem Abraham gegeben war, sich entwickelte, damit, nachdem drei mal vierzehn Generationen abgelaufen waren, hineingeboren werden konnte das Ich; wie beim einzelnen Menschen nach drei mal sieben Jahren das Ich hineingeboren wird in seine dreifache Leiblichkeit. Das tut der Schreiber des Matthäus-Evangeliums. Er schildert drei mal vierzehn Generationen, die Generationen von Abraham bis zu David, die Generationen von David bis zur babylonischen Gefangenschaft und diejenigen von der babylonischen Gefangenschaft bis zur Geburt Jesu. Da haben wir aus der Tiefe der Erkenntnis heraus im Matthäus-Evangelium hingewiesen auf die Mission des althebräischen Volkes, wie nach und nach die Kräfte herausgebildet werden, die es möglich machten, daß in einen Körper dieses Volkes das vollkommene Ich, das der Zarathustra erlangt hatte, hineingeboren werden konnte.

[ 37 ] To describe the body that became Zarathustra's instrument, I had to show how the seed given to Abraham developed through thrice fourteen generations so that the I could be born, just as in the individual the I is born into the threefold corporeality after thrice seven years. The writer of Saint Matthew's Gospel shows this. He describes thrice fourteen generations—the generations from Abraham to David, from David to the Babylonian Captivity, and from the Babylonian Captivity to the birth of Jesus. Here, from the profundity of knowledge Saint Matthew's Gospel points to the mission of the Hebrews, showing how the forces were gradually developed that made it possible for the perfect I attained by Zarathustra to be born in a body produced by this people.

[ 38 ] Und wenn wir nun sehen, welches die Schicksale waren dieses althebräischen Volkes, so finden wir, daß die Gefangenschaft da auftrat für das ganze Volk, wo beim einzelnen Menschen auftritt nach dem vierzehnten Jahr die Vorbereitung für das eigentliche Leben, wo dasjenige aufsprießt, was dann im Leben ausgeführt werden kann und was man zwischen dem vierzehnten und einundzwanzigsten Lebensjahre aufnimmt: die Jugendhoffnungen; daß diese Gefangenschaft die Zeit war, wo sozusagen der astralische Leib des althebräischen Volkes in Betracht kam, wo das durch die letzten vierzehn Generationen eingepflanzt wird, was ihm seinen Impuls gibt. Daher wird das althebräische Volk hinübergeführt in die babylonische Gefangenschaft da, wo gerade damals, sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung, in den Geheimschulen der Babylonier der Zarathos oder Nazarathos in seiner damaligen Inkarnation der Lehrer war. Und da kamen in diesen Geheimschulen in Berührung diejenigen, die die hervorragendsten Führer des althebräischen Volkes waren, mit dem großen Lehrer der alten Zeiten, mit Zarathos. Da wurde er ihr Lehrer, da verband er sich mit ihnen, da nahmen sie auf den großen Impuls, der so wirkte, daß in den letzten vierzehn Generationen dieses Volk vorbereitet wurde für die Geburt des Jesus.

[ 38 ] Looking at the destiny of the Hebrews, we find that the Babylonian Captivity occurred at the period when the individual, after the age of fourteen, prepares for life, when the hopes of youth to be realized later take root. The Babylonian Captivity was the time when the astral body of the Hebrews developed, and what gives this astral body its impulse in the final fourteen generations of the forty-two was implanted into it then. That is why the Hebrews were led into the Babylonian Captivity where, six hundred years before our era, Zarathas or Nazarathos was incarnated as the teacher in the Mystery schools of the Babylonians. There, the most prominent Hebrew leaders came in contact with Zarathas, the great teacher of that era. Zarathas joined them and became their teacher. From him the Hebrew leaders received the impulse that, in their last fourteen generations, prepared them for the birth of Jesus.

[ 39 ] Dann gingen die Ereignisse so weiter, wie Sie sie kennen. Und dann sehen wir etwas Merkwürdiges: wir sehen von dem Schreiber des Matthäus-Evangeliums auf dem geistigen Gebiet ein Gesetz beachtet, das immer mehr und mehr als ein bedeutsames Gesetz erkannt werden wird für alles Leben. Das ist das Gesetz, daß auf höherer Stufe wiederholt wird dasjenige, was früher geschehen ist. In einer etwas verzerrten Gestalt hat es die heutige Naturwissenschaft schon, die da sagt, daß wiederholt wird kurz das beim Einzelwesen, was durch längere Zeiträume auf unteren Stufen der Gattung sich zugetragen hat. In großartiger Weise zeigt uns das der Schreiber des Matthäus-Evangeliums. Er zeigt es uns so, daß er uns sagt: Es sollte sich das Ich des Zarathustra verkörpern in einem Leibe, der herangebildet war nach und nach innerhalb des abrahamitischen Volkes. Abraham ging aus von Ur in Chaldäa, von der Stätte, von wo die babylonische Kultur ausgegangen ist, nahm seinen Weg durch Vorderasien nach Palästina. Seine Nachkommen wurden weitergeführt nach Süden durch die Träume des Joseph, nach Ägypten und, nachdem sie hier empfangen haben den ägyptischen Impuls, nach Kanaan zurück.

[ 39 ] History as we know it then unfolded, and we see the writer of Saint Matthew's Gospel take into account a law in the spiritual sphere that will be recognized more and more as significant for all life. This is the law that whatever has happened earlier is repeated at a higher stage. This is expressed in science in a somewhat distorted form in the axiom that what occurs at a lower stage of the species throughout long epochs is repeated in brief in each individual. The writer of Saint Matthew's Gospel shows this in a magnificent way by saying that the I of Zarathustra was to incarnate in a body that was gradually developed within the Abrahamic people. Abraham proceeded from Ur in Chaldea, the place where Babylonian civilization originated, through Asia Minor to Palestine. Through the dreams of Joseph, his descendants were led farther south to Egypt, and after they had received the Egyptian impulse, they returned to Canaan.

[ 40 ] Das ist das Schicksal des ganzen Volkes. Erst wird das ganze Volk herübergeführt durch Kanaan, hinüber nach Ägypten und dann wieder zurück nach Kanaan. Jetzt soll dasjenige, was sich da als Schicksal des Volkes abgespielt hat, kurz wiederholt werden. Da, wo das Ich geboren wird, dem die Hülle so vorbereitet wird, nachdem das alles sich ausgebildet hatte, was bei Abraham angelegt war, da nimmt dieses Ich wieder seinen Ausgangspunkt von Chaldäa. In Chaldäa war Zarathustra in seiner letzten Inkarnation der Geheimlehrer gewesen, mit Chaldäa war sein Geist verbunden.

[ 40 ] This was the fate of the whole people. First, they were led through Canaan to Egypt, and then back again to Canaan. This fate of the whole people was to be repeated in brief. After all that had originated in Abraham had been developed, after the sheaths had been prepared, Zarathustra's I again took Chaldea as its point of departure. His spirit was connected with Chaldea, and in his last incarnation he was the Mystery teacher there.

[ 41 ] Welchen Weg nimmt die Seele des Zarathustra, als sie sich inkarnieren will in Bethlehem? Zarathustra war verbunden geblieben mit denen, die eingeweiht waren in die chaldäischen Geheimschulen, mit den Magiern. Die erinnerten sich gar wohl, wie sie gehört hatten von ihrem Lehrer, daß er wiedererscheinen werde, daß diese Seele, die da von jeher als Zarathustra, der goldene Stern, bezeichnet wurde, in einem bestimmten Zeitpunkte den Weg nehmen sollte hin nach Bethlehem. Und als der Zeitpunkt gekommen war, da verfolgten sie den Weg, den diese Seele ging, wiederholend den Weg des althebräischen Volkes. Wie Abraham gezogen war die Straße nach Kanaan, so ging auch der Stern, das heißt, die Seele des Zarathustra, diese Straße nach Kanaan. Und die drei Magier gingen nach dem Stern Zarathustra, und er führte sie an diejenige Stätte, wo er hineingeboren wurde in den Leib, der aus dem abrahamitischen Volke heraus ihm zubestimmt war. Da war zunächst der Zarathustra, das Ich des Zarathustra, den Weg geführt worden, wiederholend im Geist, den Abraham gegangen war bis nach Palästina herein. Dann hatte das althebräische Volk den Weg suchen müssen nach Ägypten hinüber. Hinübergeleitet war es durch die Träume des alten Joseph. Jetzt wurde das Ich, das in den bethlehemitischen Jesusknaben hineingeboren war, durch die Träume wieder eines Joseph - hinübergeleitet nach Ägypten, denselben Weg, den das abrahamitische Volk weitergetrieben worden war durch die Träume des alten Joseph. Wiederholend im Geiste macht dieses Ich des Zarathustra das ganze Schicksal des althebräischen Volkes durch im Leibe des Jesus. Da geht es hinüber nach Ägypten und wiederum zurück nach Palästina. Hier haben wir die Wiederholung im Geiste, die durchgemacht wird von der Seele des Zarathustra, und das ist ein Abbild des Schicksals des althebräischen Volkes.

[ 41 ] What path does Zarathustra's soul take when it incarnates in Bethlehem? He had remained connected with the Magi, who had been initiated in the Chaldean Mystery schools. They remembered that they had heard him say he would reappear and that his soul, which had always been called “the golden star,” would proceed at a particular time to Bethlehem. When the time came, they followed the path his soul took, thus repeating the path of the Old Testament Hebrews. As Abraham traveled the road to Canaan, so this star, the soul of Zarathustra, also followed it. The three Magi followed the star of Zarathustra, and he led them to the place where he was born into the body from the Abrahamic people that was destined for him. Thus, the I of Zarathustra repeated in spirit the path Abraham had taken to Palestine. The Old Testament Hebrews then had to seek the way to Egypt. They were led there by Joseph's dreams. Now the I that was born in the Jesus-child of Bethlehem was led through the dreams of another Joseph to Egypt along the same path the Abrahamic people had followed earlier. Zarathustra's I repeated in Jesus' body the ancient Hebrews' destiny, going first to Egypt and then returning to Palestine. Here, we have a recapitulation in spirit through the I of Zarathustra, reflecting the earlier fate of the Hebrews.

[ 42 ] Das haben wir getreulich geschildert im Matthäus-Evangelium aus der Erkenntnis des Gesetzes heraus, daß dasjenige, was auf höherer Stufe erscheint, in Kürze eine Wiederholung ist dessen, was früher da war. Oh, diese Evangelien schildern tief das Ereignis, das da steht am Beginne unserer Zeitrechnung. Das da ist so groß, daß vier Schreiber sich gesagt haben: Wir können ein jeder nur von seinem Standpunkt aus schildern dieses große Ereignis. Jeder von diesen vieren hat nach seinen eingeschränkten Fähigkeiten geschildert das eine Ereignis. Wie wenn wir von vier Seiten ein Wesen abbilden, wir immer nur eine Abbildung erhalten und durch das Zusammenhalten der einander widersprechenden Bilder die Gesamtwesenheit erkennen, so hat der Schreiber des Matthäus-Evangeliums das, was er wußte über das Gesetz der drei gleich zwei mal sieben, über die Zubereitung des Leibes für das große Ich des Jesus von Nazareth durch die Mission des althebräischen Volkes geschildert, nach diesen Geheimnissen, die gerade ihm durch seine Einweihung bewußt waren.

[ 42 ] Based on his knowledge of the spiritual law that what appears at a higher stage is a brief repetition of what has occurred earlier, the writer of Saint Matthew's Gospel faithfully describes all this. How profoundly these Gospels record the event that inaugurated our era! That event is so great that the four evangelists found that each of them could only describe it from his own standpoint. Each of them has described this event according to his own limited powers. When we see someone from one of four sides, we get only one picture, and only by combining mutually contradictory pictures do we get an overall idea of the person. Similarly, the writer of Saint Matthew's Gospel described what he knew through initiation about the law of thrice twice seven, the law of forty-two, and about the preparation of the body for the great I of Jesus of Nazareth. Through his initiation, the writer of this gospel knew the Mysteries according to which Jesus’ body was prepared as the mission of the Hebrews.

[ 43 ] Der Schreiber des Lukas-Evangeliums hat geschrieben nach derjenigen Einweihung, die ihm gerade bewußt war und nach der er dargestellt hat, wie in anderer Weise die Buddhaströmung eingeflossen ist in das Christentum, um in demselben weiterzufließen. Und die andern Evangelisten haben aus andern Einweihungsvoraussetzungen heraus geschrieben. Das Ereignis, das sie geschildert haben, ist so groß, daß wir dankbar sein müssen, wenn wir es von vier Seiten her, von vier Eingeweihtenseiten her beschrieben finden.

[ 43 ] The writer of Saint Luke's Gospel described, on the basis of his initiation, how the stream of the Buddha flowed into Christianity. The other evangelists have described the event on the basis of their initiations. The event they recorded is so profound that we must be grateful to find it described from the point of view of four initiates.

[ 44 ] Nur einiges aus dem Geiste der Entstehung des Christentums sollte heute erwähnt werden, um zu zeigen, wie unsere Welterkenntnis wächst, unsere Menschenerkenntnis wächst, wenn wir das größte Menschheitsereignis verfolgen lernen. Nur eine Ahnung davon sollte erweckt werden, wie tief dieses Ereignis zu nehmen ist, und wie tief die Evangelien sind, wenn wir sie wirklich zu lesen verstehen.

[ 44 ] Today I just wanted to mention a few details of the spiritual origin of Christianity to show how our knowledge of the world and of humanity grows when we study this greatest of human events. I wanted to give you an idea of how deeply this event should be taken and how the Gospels really are when we know how to read them.