The Revelations of Karma
GA 127
23 February 1911, Basel
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The Mission of the New Spiritual Revelation, tr. SOL
5. Weisheit, Frommigkeit und Lebenssicherheit
5. Wisdom, Piety, and Security in Life
[ 1 ] Die Geisteswissenschaft gibt Lebenssicherheit und Kraft, wenn sie richtig erkannt wird. Wie kann sie sich fördernd ins Leben hineinstellen? Viele Menschen glauben, daß es für ein wirklich gutes menschliches Leben eher störend als fördernd sei, auf diesem Gebiete etwas zu lernen und geistige Erkenntnisse zu sammeln. Wozu braucht man denn eigentlich so viel Wissenschaft des Geistes, wozu braucht man so vielerlei über die Entwickelung der Erde und eines ganzen Planetensystems zu lernen? Wenn man einfach versucht, sein höheres Selbst in sich zu suchen und dadurch ein guter Mensch zu werden, so ist man im Grunde genommen auch der beste Theosoph. — Anderen, mehr theoretisch angeregten Geistern, gefällt es zu hören, woraus der Mensch besteht, ihren Intellekt daran zu üben, wie die Menschheit sich durch die verschiedenen Kulturperioden entwickelt hat, regelmäßige Zahlenperioden zu wissen, und sie möchten sobald als möglich solche Dinge lernen, am liebsten recht kurz die wichtigsten Lehren aufschreiben und in einer Art von Katechismus verbreiten können.
[ 1 ] Spiritual science provides security and strength in life when it is properly understood. How can it be integrated into life in a way that is beneficial? Many people believe that, for a truly good human life, learning about this field and gathering spiritual insights is more of a hindrance than a help. Why, after all, do we need so much spiritual science? Why do we need to learn so much about the development of the Earth and an entire planetary system? If one simply tries to seek one’s higher self within and thereby become a good person, one is, in essence, also the best theosophist. — Others, with more theoretically inclined minds, enjoy hearing what human beings are made of, exercising their intellect on how humanity has developed through the various cultural periods, and knowing regular numerical cycles; and they wish to learn such things as soon as possible, preferably to be able to write down the most important teachings quite briefly and disseminate them in a sort of catechism.
[ 2 ] Diese beiden Ansichten entsprechen keineswegs dem, was die Geisteswissenschaft dem Menschen sein kann, und was sie demjenigen wird, der sich gerade durch die Geisteswissenschaft in richtiger Weise ins Leben hineinzustellen vermag. Zunächst ist es gewiß wahr, daß wir aus physischem, Ather-, Astralleib und Ich bestehen. Wenn man aber glaubt, daß damit etwas getan ist, wenn man dies aufzählen kann, so irrt man sich. Man weiß nichts als ein Schema. Erst dann weiß man etwas über den Menschen, wenn man ein solches Wissen auf das Leben anwenden kann. Das kann man aber nicht, wenn man sich nicht klar darüber ist, daß es nicht bloß darauf ankommt, die Namen dieser vier Glieder zu kennen, sondern zu wissen, wie diese vier Glieder im Menschen verbunden sind. Ob in einem Menschen der Ätherleib mehr mit dem physischen Leib zusammenhängt oder weniger, ob Ätherleib und Astralleib zueinander hinstreben und enge Verbindung miteinander suchen, oder ob sie mehr lose zusammenhängen, darauf kommt es an. Wenn wir unser Augenmerk darauf richten, so zeigt sich, daß sich im Lauf der Menschheitsentwickelung auf der Erde dieses Verhältnis der Glieder zueinander ändert. Es war in der Vergangenheit anders und wird in der Zukunft anders werden, als es heute ist. Wenn wir auf den alten Ägypter schauen in sehr frühen Jahrtausenden der ägyptischen Kultur, also auf uns selbst in früheren Inkarnationen, so finden wir in diesem alten Ägypter einen Menschen, bei dem der Zusammenhang zwischen physischem, Äther- und Astralleib ein lockerer ist. Schauen wir auf den heutigen Menschen, so finden wir einen viel innigeren, dichteren Zusammenhang. Und in der Zukunft ist es so, daß dieser Zusammenhang immer dichter und dichter wird. Damit bekommt der Durchgang durch die verschiedenen Kulturperioden für uns erst einen Sinn. Wenn wir davon sprechen, daß sich der Mensch so und so oft verkörpert, kann man auch fragen: Warum verkörpert er sich denn wieder? - Wir treffen in der Tat dadurch, daß der Zusammenhang der Hüllenglieder immer anders wird, immer wieder eine andere Art von äußerem Menschen an. Als Chaldäer hatten wir tatsächlich ein ganz anderes Leibesgefüge als heute, und in der Zukunft werden wir wieder andere haben. So machen wir andere Erfahrungen, weil wir andere Menschenhüllen haben.
[ 2 ] These two views in no way correspond to what spiritual science can be for human beings, nor to what it becomes for those who are able to position themselves correctly in life precisely through spiritual science. To begin with, it is certainly true that we consist of a physical body, an etheric body, an astral body, and an I. But if one believes that this is enough, that simply listing these parts is sufficient, one is mistaken. One knows nothing more than a schematic outline. One only truly knows something about the human being when one can apply such knowledge to life. But this is impossible unless one is clear that it is not merely a matter of knowing the names of these four members, but of understanding how these four members are connected within the human being. Whether the etheric body is more or less connected to the physical body in a human being, whether the etheric body and the astral body strive toward one another and seek a close connection, or whether they are more loosely connected—that is what matters. If we focus our attention on this, it becomes clear that in the course of human development on Earth, this relationship between the members changes. It was different in the past and will be different in the future than it is today. When we look at the ancient Egyptians in the very early millennia of Egyptian culture—that is, at ourselves in earlier incarnations—we find in these ancient Egyptians a human being in whom the connection between the physical, etheric, and astral bodies is a looser one. If we look at modern humans, we find a much more intimate, denser connection. And in the future, this connection will become ever denser and denser. It is only through this that the passage through the various cultural periods makes sense to us. When we speak of humans incarnating so many times, one might also ask: Why do they incarnate again? - Indeed, because the relationship between the physical bodies is always changing, we encounter a different kind of outer human being time and again. As Chaldeans, we actually had a completely different physical constitution than we do today, and in the future we will have yet another. Thus we have different experiences because we have different human bodies.
[ 3 ] Nun handelt es sich darum, daß wir in richtiger Art uns Vorstellungen darüber bilden, wie dieser innere menschliche Wesenskern, der von Verkörperung zu Verkörperung geht, sich eigentlich verhält zu dem, worin wir uns einkleiden, zu dem Astralleib, dem Ätherleib und dem physischen Leib. Die äußere Wissenschaft untersucht im Grunde genommen nur die äußere Hülle. Sie weiß nichts von den tieferen Gesetzen, die da walten von Inkarnation zu Inkarnation. Aber auch die Gesetze der äußeren Hülle verkennt ihrer eigentlichen tieferen Bedeutung nach die äußere Wissenschaft. Davon können wir uns überzeugen, wenn wir solche Zusammenhänge betrachten, an welche die äußere Wissenschaft glaubt, und andere, an welche sie nicht glaubt. Da ist es recht interessant, zu bemerken, daß die Wissenschaft lange Zeit dazu neigte, dem Menschen freien Willen zuzuschreiben. Ich habe aber auch schon darauf hingewiesen, daß die neuere Wissenschaft diesen freien Willen vielfach leugnet. Sie beruft sich auf die äußere Forschung. Diese sagt uns: Seht hin einmal auf den Verlauf des äußeren Lebens. Man kann zum Beispiel durch die Statistik feststellen, wie viele Selbstmorde in einer bestimmten Gegend vorkommen. Eine gewisse Regelmäßigkeit der Selbstmorde kann man feststellen. Die statistischen Angaben ergeben, daß so etwas in einer gewissen Regelmäßigkeit verläuft. Es sind einfach so und so viele Menschen verurteilt, Selbstmord zu begehen. Wie könnte man da noch von freiem Willen reden? - Man könnte noch viel weiter gehen und könnte auf die Versicherungstechnik hinweisen. Diese geht darauf aus, zu berechnen und in Formeln zu fassen, wie viele von so und so viel Menschen nach dreißig Jahren noch leben. Also ist es zahlenmäßig bestimmt, wie viele Menschen von den heute geborenen nach dreißig Jahren noch vorhanden sind. Tod und Leben sind in strenge äußere Naturgesetze gebannt.
[ 3 ] The point is that we must form a correct understanding of how this inner core of the human being, which passes from one incarnation to the next, actually relates to what we clothe ourselves in: the astral body, the etheric body, and the physical body. External science, in essence, examines only the outer shell. It knows nothing of the deeper laws that govern the process from incarnation to incarnation. But external science also fails to recognize the true, deeper significance of the laws governing the outer shell. We can see this for ourselves when we consider the connections that external science accepts and those it does not. It is quite interesting to note that science long tended to attribute free will to human beings. But I have also already pointed out that modern science often denies this free will. It relies on external research. This tells us: Look at the course of external life. For example, statistics can be used to determine how many suicides occur in a given area. A certain regularity in suicides can be observed. The statistical data show that such events occur with a certain regularity. It is simply the case that a certain number of people are destined to commit suicide. How could one still speak of free will in such a context? - One could go much further and point to the field of insurance mathematics. This aims to calculate and express in formulas how many out of a given number of people will still be alive after thirty years. Thus, it is numerically determined how many people born today will still be alive after thirty years. Death and life are bound by strict external laws of nature.
[ 4 ] Das hat die äußere Wissenschaft anerkannt. Aber noch andere Dinge wird sie gezwungen werden anzuerkennen. Schon macht sich geltend, daß Tatsachen zutage gefördert werden, welche die Menschen zwingen werden, geisteswissenschaftlich zu denken. Die Wissenschaft ist im allgemeinen nicht geneigt, sehr rasch etwas Neues aufzunehmen. Sie befolgt da eine eigentümliche Gewohnheit. Man kann große Deklamationen darüber vernehmen, daß es im «finsteren Mittelalter» Menschen gab, welche sich den Entdeckungen des Kopernikus entgegenstemmten. Seine Lehre mußte sich mit aller Mühe gegen die Finsterlinge der damaligen Zeit durchsetzen. Und die am meisten davon reden, verhalten sich geradeso nicht nur gegenüber der Geisteswissenschaft, sondern auch gegenüber solchen Tatsachen der Wissenschaft, die unsere Zeit zwingen, geistige Gesetze zu suchen. Ein Berliner Arzt stellt zum Beispiel gewisse Zahlenverhältnisse im Ablauf des Lebens fest. Dieser Arzt, Wilhelm Fließ, beginnt Aufzeichnungen darüber zu machen, wie in einzelnen Familien die Geburten mit den Todesfällen zusammenhängen. An einem bestimmten Tage stirbt in einer Familie beispielsweise eine weibliche Persönlichkeit. 1428 Tage vorher wurde das erste Enkelkind dieser Person geboren, 1428 Tiage nach dem Tode der zweite Enkel, so daß wir also hier den Tod der Großmutter haben und symmetrisch vor- und rückwärts wird je ein Enkelkind geboren. Damit noch nicht genug. In einem Zeitraum von 7 mal 1428 Tagen nach dem Tode dieser Person wird ein Urenkel geboren. So daß man, wenn man diese Sache verfolgt, immer auf ganz bestimmte Zahlenverhältnisse kommt; auf Zahlenverhältnisse, welche zuletzt in ganz wunderbarer Weise den Zusammenhang der Todes- und Geburtsfälle feststellen. Fließ hat dies in zahlreichen Fällen herausgefunden.
[ 4 ] Conventional science has acknowledged this. But it will be forced to acknowledge other things as well. Already, facts are coming to light that will compel people to think in terms of spiritual science. Science is generally not inclined to adopt something new very quickly. It follows a peculiar habit in this regard. One hears grand declarations about how, in the “Dark Ages,” there were people who opposed the discoveries of Copernicus. His teachings had to prevail with great difficulty against the obscurantists of that time. And those who speak most about this behave in exactly the same way, not only toward spiritual science but also toward those scientific facts that compel our time to seek spiritual laws. A Berlin physician, for example, observes certain numerical relationships in the course of life. This physician, Wilhelm Fließ, begins to make records of how births and deaths are related in individual families. On a certain day, for example, a female member of a family dies. 1,428 days earlier, this person’s first grandchild was born; 1,428 days after her death, the second grandchild was born, so that here we have the death of the grandmother, and symmetrically, one grandchild is born both before and after. But that is not all. Within a period of 7 times 1,428 days after this person’s death, a great-grandchild is born. So that, if one follows this pattern, one always arrives at very specific numerical ratios; numerical ratios that ultimately establish, in a most wonderful way, the connection between deaths and births. Fließ has discovered this in numerous cases.
[ 5 ] Aber die Wissenschaft will es heute scheinbar noch nicht anerkennen, es geht heute noch zu sehr gegen ihre Richtung. Selbst die Besserung der Gesundheitsverhältnisse unterliegt dem Zahlenverhältnis. Die Zahl der Todesfälle durch Tuberkulose in einem bestimmten Zeitraum, verglichen mit der Zahl der Todesfälle von Jahrzehnten vorher, findet man geregelt durch bestimmte Zahlen. Die Ärzte sagen, sie hätten die Zahl der Fälle durch hygienische Maßnahmen eingeschränkt. Fließ wies aber nach, daß dies sich nach arithmetischen Verhältnissen berechnen lasse. Das ist der heutigen Wissenschaft zwar sehr unbequem, aber sie wird schon gezwungen werden, das Walten einer objektiven Arithmetik anzuerkennen. Sie wird wiederum auf den alten Satz des Pythagoras zurückkommen: Die Zahl ist etwas, was alles beherrscht, was webt und lebt. -— Während wir in unserer Seele rechnen, haben längst die höheren Geister gerechnet, um in den Ablauf des Lebens hineinzuversetzen, was den Zahlen entspricht. Der Pythagoreische Satz: Gott treibt Mathematik, indem er das Leben ablaufen läßt -, scheint wieder zur Geltung zu kommen. Aber dadurch würde auf der anderen Seite jene Gesinnung der äußeren Wissenschaft wiederum bestärkt, welche das Innere des Menschen ohne Anteil an seinen Lebensschicksalen sein läßt. Wenn es arithmetisch feststeht, wann wir sterben müssen, wenn Geburt und Todesfälle so zusammenhängen, daß sie 7 mal 1428 Tage voneinander entfernt sind, so scheint unser Inneres eingespannt zu sein in äußere gewaltsame Verhältnisse.
[ 5 ] But science today apparently does not yet want to acknowledge this; it still goes too much against its grain. Even improvements in health conditions are subject to numerical ratios. The number of deaths from tuberculosis in a given period, compared to the number of deaths from decades earlier, is governed by specific figures. Doctors say they have reduced the number of cases through hygienic measures. Fließ, however, demonstrated that this can be calculated according to arithmetic ratios. While this is very inconvenient for modern science, it will eventually be forced to acknowledge the rule of objective arithmetic. It will return to Pythagoras’s ancient maxim: Number is something that governs all that weaves and lives. — While we calculate in our souls, the higher spirits have long since calculated to incorporate into the course of life what corresponds to the numbers. The Pythagorean theorem: “God practices mathematics by letting life unfold”—seems to be coming into force again. But on the other hand, this would reinforce that attitude in external science which leaves the inner being of the human being without any share in the destinies of his life. If it is arithmetically determined when we must die, if births and deaths are so connected that they are 7 times 1428 days apart, then our inner being seems to be bound up in external, coercive circumstances.
[ 6 ] Wir müssen scheinbar darauf verzichten, von besonderen Gesetzen, die unser Inneres beherrschen, zu sprechen. Aber man kann schon äußere Gründe anführen, welche uns zeigen, daß die Geschichte doch nicht ganz stimmt. Wenn noch so genau berechnet wird, daß an einem Orte so und so viele Selbstmorde begangen oder so und so viele Diebstähle verübt werden, beweist das denn, daß der Mensch einen Diebstahl begehen muß? Nach den Formeln der Wahrscheinlichkeit kann man berechnen, wie lange die wahrscheinliche Lebensdauer der Menschen ist. Aber ich glaube nicht, daß irgendein Mensch zugeben wird, daß er an dem Tag, den die Arithmetik ausgerechnet hat, durchaus sterben muß. Für die innere Wesenheit folgt gar nichts durch diese Gesetzmäßigkeit der mathematischen Formeln.
[ 6 ] It seems we must refrain from speaking of specific laws that govern our inner selves. But we can certainly cite external reasons that show us that the story isn’t quite right after all. Even if it is calculated with the utmost precision that in a given place there are so many suicides or so many thefts, does that prove that a person must commit a theft? Using the formulas of probability, one can calculate the probable lifespan of human beings. But I do not believe that any person would admit that they must absolutely die on the day calculated by arithmetic. For the inner being, nothing at all follows from this regularity of mathematical formulas.
[ 7 ] Wie steht es nun damit, wenn Fließ nachweist, daß 1428 Tage zwischen Todesfall und zwei Geburten verfließen? Beweist das etwas für die innere Gesetzmäßigkeit unserer Ichheit? Es ist nämlich nicht so ohne weiteres einzusehen, wie das Verhältnis dieses inneren Wesenskernes ist zu dem äußeren Laufe des Lebens. Wie stimmt das dazu, daß wir unserem Karma folgen, daß wir unserer inneren Ichheit zu folgen haben? Das ist nicht ganz leicht einzusehen. Durch ein Bild soll es verständlich gemacht werden. Es ist wohl möglich, daß zwei Geschehnisse, zwei Strömungen, zwei Tatsachen, die sehr wohl zueinander in Beziehung stehen, unabhängig voneinander fortlaufen. Bedenken Sie das eine: Wenn Sie von hier nach Zürich kommen wollen, fahren Sie im Eisenbahnzug. Wann der Zug geht, das ersehen Sie aber zunächst aus dem Fahrplan, der auch eine Menge von Zahlen enthält. Sie sind also gewissermaßen innig verknüpft mit den Zahlen. Sie fühlen sich abhängig in dem, was Sie denken, bestreben, innerlich erleben, von den Zahlen des Fahrplans. Geht aber nicht neben dieser Tatsachenreihe, daß Sie den Fahrplan studieren können, die andere mit Ihrer Seelenentwickelung zusammenhängende her, daß Sie einsteigen wollen in die Eisenbahn? Indem man den Fahrplan studiert, wird niemals aus den Zahlen zu entnehmen sein, ob Sie gut oder böse, weise oder töricht sind. Ebenso wie es unwesentlich für das Innere unserer Seele ist, welcher Fahrplan besteht, ebenso wesentlich ist es für das Karma unseres Lebens, welche Zahlen sich ergeben nach den von Fließ angestellten Berechnungen. Wir steigen ein in den Strom des Lebens, der von Gesetzen geregelt ist, welche mit unserer inneren Gesetzmäßigkeit nichts anderes zu tun haben als dasjenige, was wir selbst herbeiführen. Wir müssen uns entschließen, in den Zug einzusteigen. Ebenso wahr ist es, daß wir durch die inneren Gesetze des Karma bestimmen müssen, in einen Strom des Lebens einzusteigen, der dann durch die Gesetze der Arithmetik geregelt ist. Aus welchem Grunde werden all diese Dinge gesagt? — Weil der Geistsuchende sich immer mehr ein Gefühl dafür aneignen soll, daß das Leben kompliziert ist, daß das Leben etwas ist, was man nicht mit den allerbequemsten Gedanken sollte glauben umspannen zu können. Diejenigen haben sehr unrecht, welche finden, daß man das ganze Leben leicht verstehen kann, wenn man ein paar Sätze aus der Geisteswissenschaft weiß. Man muß den Willen haben, immer tiefer in diese Zusammenhänge einzudringen. Man muß ein Gefühl davon bekommen, daß die Gedanken, nach denen die Welt gegliedert ist, auch für den Menschen Geltung haben. Wenn nun gar kein Zusammenhang wäre zwischen den äußeren Gesetzen und dem menschlichen Karma, so würde das ganze Leben auseinanderfallen.
[ 7 ] What, then, are we to make of Fließ’s finding that 1,428 days elapse between a death and two births? Does this prove anything about the inner lawfulness of our selfhood? For it is not immediately clear what the relationship is between this inner core of being and the outer course of life. How does this fit with the idea that we follow our karma, that we must follow our inner selfhood? This is not entirely easy to grasp. An illustration may help make it understandable. It is quite possible that two events, two currents, two facts—which are very much related to one another—proceed independently of one another. Consider this: If you want to travel from here to Zurich, you take the train. But first you check the timetable—which contains a lot of numbers—to see when the train departs. So you are, in a sense, intimately connected to the numbers. You feel dependent, in what you think, strive for, and experience inwardly, on the numbers in the timetable. But doesn’t the fact that you can study the timetable go hand in hand with the other fact—related to the development of your soul—that you want to board the train? By studying the timetable, you will never be able to tell from the numbers whether you are good or evil, wise or foolish. Just as the specific timetable is irrelevant to the inner life of our soul, so too are the numbers resulting from Fließ’s calculations irrelevant to the karma of our lives. We board the stream of life, which is governed by laws that have nothing to do with our inner laws other than what we ourselves bring about. We must decide to board the train. It is equally true that, through the inner laws of karma, we must determine to enter a stream of life that is then governed by the laws of arithmetic. Why are all these things being said? — Because the spiritual seeker should increasingly develop a sense that life is complicated, that life is something one should not believe one can encompass with the most convenient of thoughts. Those are very much mistaken who think that one can easily understand the whole of life if one knows a few sentences from spiritual science. One must have the will to penetrate ever deeper into these connections. One must develop a sense that the principles by which the world is structured also apply to human beings. If there were no connection whatsoever between the external laws and human karma, the whole of life would fall apart.
[ 8 ] An zwei Tatsachen soll das erwiesen werden. Man bemüht sich in der Geisteswissenschaft, möglichst gute Gleichnisse zu bringen. In gewisser Weise hängen doch die Zahlen des Fahrplans mit dem praktischen Leben zusammen. Wenn es auch gar nichts mit dem Fahrplan zu tun hat, ob wir überhaupt nach Zürich fahren oder nicht, wenn wir auch gar nichts ersehen von einem Zusammenhang — mit den menschlichen Verhältnissen hängt der Fahrplan doch zusammen. Die Menschen haben ihn so zusammengestellt, daß er nicht allzu ungeschickt den Lebensverhältnissen entspricht. Also ursprünglich ist der Fahrplan dennoch den menschlichen Lebensverhältnissen allgemein angepaßt worden. Etwas ähnliches ist der Fall für unser Karma und den Strom unseres Lebens, der dadurch geregelt ist. Da haben auch die Wesenheiten der höheren Hierarchien den «Fahrplan» bestimmt nach den Zahlenverhältnissen, welche die Statistik findet, wenn sie mit regelmäßigen Zahlen aufrückt, so daß diese äußerlich den allgemeinen menschlichen Verhältnissen entsprechen. Der eine findet, wenn er wieder verkörpert ist, einen bequemen, der andere einen unbequemen Ablauf des Lebens. Es findet nicht in allen Familien dieses Gesetz so statt, daß immer ein Enkelkind 1428 Tage vor dem Tode der Großmutter geboren wird. Wenn wir aber bedenken, daß 1428 auch durch 28 teilbar ist - es ist 51 mal 28 -, so verstehen wir das Zahlenverhältnis etwas besser. Man wird nicht immer bei diesen Berechnungen die Zahl 1428 erhalten, aber es ergibt sich doch in der Regel zwischen dem Tod irgendeines Familienmitgliedes und einer Geburt ein Vielfaches von 28. Das Vervielfachende möge 13 oder 17 oder sonst wie heißen, die Zahl 28 aber ist darinnen, sie ist regelmäßig eingeordnet. So haben wir nach dem Fahrplan die Möglichkeit, in verschiedene Züge einzusteigen. Und so haben wir nach unserem Karma die Möglichkeit, unser Leben einzurichten, bequem oder unbequem.
[ 8 ] This can be demonstrated by two facts. In the humanities, people strive to come up with the best possible analogies. In a certain sense, the numbers on the timetable are connected to practical life. Even if it has nothing to do with the timetable whether we actually travel to Zurich or not, even if we see no connection whatsoever—the timetable is still connected to human circumstances. People have put it together in such a way that it corresponds, not too clumsily, to the conditions of life. So originally, the timetable was nevertheless generally adapted to human living conditions. Something similar is the case for our karma and the flow of our life, which is regulated by it. There, too, the beings of the higher hierarchies have determined the “timetable” according to the numerical ratios that statistics reveal when they present regular numbers, so that these outwardly correspond to general human conditions. One person, upon reincarnation, finds a comfortable course of life, while another finds an uncomfortable one. This law does not hold true in all families in such a way that a grandchild is always born 1,428 days before the grandmother’s death. But if we consider that 1428 is also divisible by 28—it is 51 times 28—we understand the numerical ratio somewhat better. One will not always obtain the number 1428 in these calculations, but as a rule, a multiple of 28 results between the death of a family member and a birth. Whether the multiplier is 13 or 17 or something else, the number 28 is always there; it is systematically arranged. Thus, according to the timetable, we have the option of boarding different trains. And so, according to our karma, we have the option of arranging our lives, comfortably or uncomfortably.
[ 9 ] Ich sage das aber nicht nur, um anzudeuten, wie kompliziert diese äußeren Verhältnisse sind, sondern ich möchte zugleich darauf hinweisen, daß wir Menschen aus allen solchen Erkenntnissen eine moralische Konsequenz ziehen können. Und das ist das, was die Geisteswissenschaft uns als so unendlich Wichtiges gibt. Wir können sagen: Ich stehe in dieser Welt, ich finde in dieser Welt die Zahlenverhältnisse, welche zeigen, wie unser äußeres Leben geregelt ist. Lange Zeiten menschlicher Kulturentwickelung hat es bedurft, um dieses herauszufinden. Aber wieviel wissen wir eigentlich von dieser Regelmäßigkeit? — Und da müssen wir sagen: Unendlich wenig wissen wir. Langsam und allmählich haben wir einiges von der göttlichen Weisheit erkundet. Aber gerade wenn wir die schönsten und wichtigsten Dinge der Weisheit aufnehmen, mahnt sie uns zur Demut. Sie zeigt, wie wenig wir das Leben umspannen können mit den Gedanken, die wir haben. Diese Betrachtung ist dann ein Ansporn dafür, weiter zu streben nach dem Lichte.
[ 9 ] I am not saying this merely to suggest how complex these external conditions are, but I also wish to point out that we human beings can draw a moral conclusion from all such insights. And that is what spiritual science gives us as something of such infinite importance. We can say: I stand in this world; I find in this world the numerical relationships that show how our external life is governed. It has taken long periods of human cultural development to discover this. But how much do we actually know about this regularity? — And here we must say: We know infinitely little. Slowly and gradually, we have explored some of divine wisdom. But precisely when we take in the most beautiful and important aspects of wisdom, it calls us to humility. It shows how little we can encompass life with the thoughts we possess. This reflection then serves as an incentive to strive further toward the light.
[ 10 ] Dieses moralische Gefühl, diese Ehrfurcht gegenüber der Weltenweisheit ist dasjenige, was wir erwerben können, und was uns zu besseren Menschen macht. Und dieses Gefühl der Weisheit gegenüber erwerben wir uns, das kommt über uns, wenn wir erkennen, daß diese Weisheit uns nahegestanden hat in unserem Zwischenleben zwischen Tod und neuer Geburt. Wenn die Notwendigkeit sich für uns ergibt, zu neuem irdischem Dasein herunterzusteigen, wählen wir, in welchen Zug wir einsteigen müssen, um unser Karma zu erfüllen. Da tritt die Entscheidung an uns heran, und wir entscheiden uns, ob dieses oder jenes Familienband, diese oder jene Eltern zu wählen sind. Aber keine Antwort fänden wir, wenn wir jetzt gefragt würden, welches die bessere Inkarnation für uns sei, ob in dieser oder in jener Familie. Also vor unserer Inkarnation sind wir gescheiter als in unserem physischen Dasein, denn damals, vor unserer Verkörperung, haben wir die richtige Wahl getroffen. Diesem Gefühl, daß wir nach der Inkarnation nicht gescheiter geworden sind als vorher, kann kein Stolz entspringen auf das, was wir errungen haben.
[ 10 ] This moral sense, this reverence for the wisdom of the universe, is what we can acquire, and what makes us better people. And we acquire this sense of reverence for wisdom; it comes over us when we realize that this wisdom was close to us in our intermediate life between death and rebirth. When the need arises for us to descend into a new earthly existence, we choose which train we must board in order to fulfill our karma. Then the decision comes to us, and we decide whether to choose this or that family bond, these or those parents. But we would find no answer if we were asked now which incarnation would be better for us, whether in this or that family. Thus, before our incarnation, we are wiser than in our physical existence, for back then, before our embodiment, we made the right choice. From this feeling that we have not become wiser after incarnation than we were before, no pride can arise in what we have achieved.
[ 11 ] Warum sind wir denn so viel gescheiter vor der Geburt, wo wir richtig wählen können? Allein wären wir es nicht, sondern in unserem Leben zwischen Tod und neuer Geburt werden wir durchdrungen von anderen Kräften als in dem Augenblick, da wir ins physische Dasein eintreten. Beim Eintritt ins physische Dasein werden wir durchdrungen von den Stoffen der Erdenreiche, die um uns herum sind, von Sauerstoff, Stickstoff und so weiter; die nehmen wir in uns auf, die sind dann in unseren Leibeshüllen. Wenn wir den Körper ablegen, wenn wir durch die Pforte des Todes gehen und zwischen Tod und neuer Geburt leben, werden wir von den Wesenheiten der höheren Hierarchien aufgenommen. Wie wir hier in den verschiedenen Reichen leben, mit Tieren, Pflanzen, Mineralien, so leben wir dort mit den Archai, mit Erzengeln und Engeln. In deren Wesen werden wir eingefügt, wie wir hier eingefügt sind in die physischen Stoffe. Wie diese Stoffe hier ihre Gesetze geltend machen, wie das Eisen im Blute pulsiert nach seinen Gesetzen, so sind die Wesenheiten der höheren Hierarchien zwischen Tod und neuer Geburt in uns tätig, und ihre Weisheit schiebt uns hinein in den richtigen Zug des Daseins. Die Wesenheiten der höheren Hierarchien haben die Weisheit in sich, wie wir die physischen Stoffe in uns haben. Und es ist durchaus gerechtfertigt, wenn Demut dasjenige ist, was als moralische Folge über uns kommt; wenn wir uns recht vor Augen führen, welch einen geringen Teil der erhabenen Weisheit dieser Wesen wir bis jetzt im physischen Leben in uns aufgenommen haben. Zwischen Tod und neuer Geburt werden wir in den Schoß dieser Wesenheiten der höheren Hierarchien hineingebettet, wir müssen uns ihnen hingeben. Dies nicht wollen, hieße dasselbe, wie wenn wir leben wollten, ohne die physischen Stoffe Wasserstoff, Sauerstoff und so weiter in uns aufzunehmen. Absurd wäre es, leben zu wollen ohne volle Hingabe an die Wesenheiten der höheren Hierarchien.
[ 11 ] Why, then, are we so much wiser before birth, when we are able to make the right choice? It is not that we are inherently wiser, but rather that in our life between death and rebirth, we are permeated by forces different from those at the moment we enter physical existence. Upon entering physical existence, we are permeated by the substances of the earthly realms that surround us—oxygen, nitrogen, and so on; we take these into ourselves, and they then reside within our physical bodies. When we shed the body, when we pass through the gate of death and live between death and new birth, we are received by the beings of the higher hierarchies. Just as we live here in the various realms, with animals, plants, and minerals, so do we live there with the Archai, with archangels and angels. We are integrated into their beings, just as we are integrated here into the physical substances. Just as these substances here assert their laws—just as iron pulsates in the blood according to its laws—so the beings of the higher hierarchies are active within us between death and new birth, and their wisdom guides us into the right course of existence. The beings of the higher hierarchies possess wisdom within themselves, just as we possess physical matter within us. And it is entirely justified if humility is what comes upon us as a moral consequence; if we truly bring to mind what a small part of the sublime wisdom of these beings we have so far taken into ourselves in physical life. Between death and new birth, we are cradled in the bosom of these beings of the higher hierarchies; we must surrender ourselves to them. To refuse this would be the same as wanting to live without taking in the physical substances hydrogen, oxygen, and so on. It would be absurd to want to live without full surrender to the beings of the higher hierarchies.
[ 12 ] Wer das bedenkt, daß er jene Zeit zwischen Tod und neuer Geburt hingegeben sein muß an die Wesenheiten der höheren Hierarchien, wird sich fragen: Welches ist die beste Vorbereitung auf jene Zeit? — Und er wird sich die Antwort geben: Die beste Vorbereitung ist, jetzt schon, zwischen Geburt und Tod, dieses Gefühl der Hingabe an die söttlich-geistige Welt zu entfalten. — Verehrung und Hingabe wird dasjenige, was wir aufnehmen, wenn wir uns in rechter Weise mit den richtigen Gefühlen durchdringen. Demut und Hingabe an die geistige Welt wird alle unsere Empfindungen durchdringen.
[ 12 ] Anyone who considers that the time between death and rebirth must be devoted to the beings of the higher hierarchies will ask themselves: What is the best way to prepare for that time? — And they will answer themselves: The best preparation is to cultivate this feeling of devotion to the divine-spiritual world right now, between birth and death. — Reverence and devotion will be what we receive when we imbue ourselves in the right way with the right feelings. Humility and devotion to the spiritual world will permeate all our feelings.
[ 13 ] Wenn der Mensch anfängt, so zu denken und zu leben, dann findet er auch das Gleichmaß gegenüber der ihn umgebenden Welt. Diese Gedanken regeln und harmonisieren auch seine übrigen Empfindungen. In die Theosophie werden viele Untugenden der äußeren Welt hereingetragen. Sie kommen nicht von der 'Theosophie her, sondern daher, daß die Menschen sie von draußen hereintragen. Denken wir uns einmal einen Menschen, der draußen in der Welt fleißig und emsig war, aber so, daß diejenigen, die in seiner Umgebung leben, sagen: Es ist Ehrgeiz, was ihn emsig sein läßt, er übernimmt sich, er ruiniert seine Kräfte, er achtet nicht darauf, daß dies Arbeiten eine Grenze haben muß. — Nunmehr kommt er an die Theosophie heran. Da begegnet er ganz anderen Ideen, als er sie vorher gehabt hat. Aber diese allgemeine Eigenschaft, die er draußen hatte, kann er auch in die Theosophie hineintragen. Da hört er etwa, daß ein gewisses Studium notwendig ist, um die Seele vorwärtszubringen. Nun, so studiert er, aber er studiert so wie ein Student, der seinen Kollegen den Rang ablaufen will. Er sollte lernen, Gleichmaß zu üben in seinen Kräften; er sollte beachten lernen, wieviel er nach den ihm karmisch zugeteilten Kräften leisten kann; er sollte nicht im Übermaß theosophische Studien treiben. So hat er vielleicht gehört, daß es für die spirituelle Entwickelung gut sein soll, kein Fleisch zu essen, und er fragt sich nicht: Ist es auch für meinen Körper gut? — Er enthält sich des Fleisches, um seine Entwickelung zu beschleunigen. Aber wir sollen durch die Theosophie lernen: Ich habe erst zu erforschen, ob mein Karma erlaubt, daß ich gleich die höchsten Regeln befolge. - Ruhige und demütige Beobachtung des eigenen Karmas, der eigenen Fähigkeiten und Kräfte eignen wir uns an, wenn wir uns in der richtigen Weise einlassen auf das, was die Geisteswissenschaft uns geben kann. Gerade diejenigen, die okkult am meisten fortgeschritten sind, beobachten die geltende Regel des Gleichmaßes am genauesten. Manchmal geschieht jedoch das Gegenteil: Wenn die äußeren Verhältnisse einer richtigen Schulung widerstreben, so will man sich Zwang antun, man drängt zu dem gesteckten Ziele hin, man rackert sich im Geiste ab, um auf eine Frage, die auftaucht, sogleich eine Antwort zu erhalten. Der Fortgeschrittene tut dies nie. Er wird sich zunächst klarmachen: Diese Frage liegt vor. Dann prüft er sich: Bist du jetzt in diesem Augenblick fähig, volle Antwort auf die Frage zu erlangen? Warte einmal - so sagt er sich —, ob die Wesenheiten aus der geistigen Welt dir diese Antwort zuteil werden lassen. - Wenn er erst zerren und schieben soll, verzichtet er vorläufig. Er weiß, er muß warten. Er kann warten, weil er von der Ewigkeitsdauer des Lebens durchdrungen ist, und weil er weiß, daß das Karma, das er nicht außer acht läßt, jedem gibt, was ihm werden soll. Dann kommt irgendein Zeitpunkt, da bekommt er einen inneren Wink, und die Mächte der geistigen Welt offenbaren ihm die Antwort. Vielleicht geschieht das nach Jahren, vielleicht erst nach mehreren Inkarnationen. Das charakterisiert die richtige Gesinnung: Warten können, Geduld, Gleichmaß entwickeln, nichts übereilen.
[ 13 ] When a person begins to think and live in this way, they also find a sense of balance in relation to the world around them. These thoughts also regulate and harmonize their other feelings. Many vices from the outer world are carried into Theosophy. They do not originate from ‘theosophy’ itself, but rather because people bring them in from the outside. Let us imagine a person who was diligent and industrious out in the world, but in such a way that those living around him say: It is ambition that drives him to be so industrious; he overworks himself; he exhausts his strength; he does not realize that this work must have its limits. — Now he approaches Theosophy. There he encounters ideas quite different from those he had before. But he can also carry this general trait he had from the outside world into Theosophy. There he hears, for example, that a certain amount of study is necessary to advance the soul. Well, so he studies, but he studies like a student who wants to outdo his peers. He should learn to exercise moderation in his energies; he should learn to consider how much he can accomplish according to the powers karmically allotted to him; he should not pursue theosophical studies to excess. Thus, he may have heard that it is said to be good for spiritual development not to eat meat, and he does not ask himself: Is it also good for my body? — He abstains from meat to accelerate his development. But through theosophy we are to learn: I must first investigate whether my karma permits me to follow the highest rules right away. — We acquire a calm and humble observation of our own karma, our own abilities, and our own powers when we engage in the right way with what spiritual science can offer us. It is precisely those who are most advanced in the occult who observe the prevailing rule of moderation most closely. Sometimes, however, the opposite happens: When external circumstances resist proper training, one wants to impose discipline on oneself; one pushes toward the set goal; one strains one’s mind to obtain an immediate answer to a question that arises. The advanced practitioner never does this. He first makes it clear to himself: This question is before me. Then he examines himself: Are you capable, at this very moment, of obtaining a full answer to the question? Wait a moment—he tells himself—to see if the beings of the spiritual world will grant you this answer. —If he has to struggle and push, he refrains for the time being. He knows he must wait. He can wait because he is imbued with the eternity of life, and because he knows that karma, which he does not disregard, gives everyone what is meant for them. Then there comes a certain moment when he receives an inner prompting, and the powers of the spiritual world reveal the answer to him. Perhaps this happens after years, perhaps only after several incarnations. This characterizes the right attitude: the ability to wait, patience, developing equanimity, and not rushing anything.
[ 14 ] Wer in richtiger Weise die Lehren der Geisteswissenschaft auf sich wirken läßt, wird durch diese Lehren seine Gefühle und Empfindungen so meistern können, daß sie ihn ein solches Gleichmaß, eine solche Harmonie beobachten lassen. Bei dieser Gesinnung durchdringen wir den Astralleib vom Ich aus so, daß dieser Astralleib die Wahrheiten aus der spirituellen Welt in sich aufnimmt, wenn ich einen trivialen Vergleich gebrauchen darf, wie ein Schwamm das Wasser aufnimmt, in das er eingetaucht ist. Die Geist-Erkenntnis geht allmählich in den Astralleib hinein, und der Astralleib wird von ihr durchdrungen. Wir leben heute in einem Zeitalter, wo es notwendig ist und wo es immer mehr notwendig wird, daß wir den Astralleib mit spiritueller Weisheit durchdringen. Immer mehr ändern sich die Zeiten dahingehend, daß der Astralleib des Menschen, der durch die Pforte des Todes schreitet und darnach wieder künftige Inkarnationen antritt, in Finsternis getaucht sein wird, so daß er sich nicht mehr auskennt in der geistigen Welt, falls er jetzt nicht von spiritueller Erkenntnis durchdrungen ist. Wenn er aber durchdrungen sein wird von der Geist-Erkenntnis, die wir jetzt aufnehmen, dann wird er zum Lichtquell werden, er wird die Umgebung durchleuchten. Die Weisheit, die wir hier aufnehmen, wird zum Lichte in der spirituellen Welt.
[ 14 ] Anyone who allows the teachings of spiritual science to take effect in the right way will, through these teachings, be able to master their feelings and sensations to such an extent that they can observe a sense of balance and harmony within themselves. With this attitude, we permeate the astral body from the ego in such a way that this astral body absorbs the truths from the spiritual world—if I may use a trivial comparison—just as a sponge absorbs the water into which it is immersed. Spiritual knowledge gradually enters the astral body, and the astral body is permeated by it. We live today in an age where it is necessary—and is becoming increasingly necessary—that we permeate the astral body with spiritual wisdom. Times are changing more and more in such a way that the astral body of the human being who passes through the gate of death and thereafter enters into future incarnations will be plunged into darkness, so that he will no longer find his way in the spiritual world unless he is now permeated by spiritual knowledge. But if it is imbued with the spiritual knowledge we are now absorbing, then it will become a source of light; it will illuminate its surroundings. The wisdom we are absorbing here becomes light in the spiritual world.
[ 15 ] Wenn wir uns nun fragen, warum die Theosophie erst heute gekommen ist, warum sie nicht schon früher da war, müssen wir sagen: Sie ist deshalb nicht gekommen, weil es früher eine uralte Weisheit gab, die sich dem Menschen einprägte, ohne daß er etwas dazu zu tun brauchte. Sie fand sich wie eine Art von Erbgut, das die Menschen vom alten Monde her bekommen haben. Mit diesem Erbgut konnten sie in die geistige Welt eindringen. Es hielt an bis in die christlichen Zeiten. Dann aber konnte der Mensch nicht mehr länger unmittelbar aufnehmen, was geistige Weisheit ist. Er muß erst die Seele mit der geisteswissenschaftlichen Erkenntnis durchdringen, und diese wird dann die Macht sein, welche bewirkt, daß der Mensch in der Zukunft mit dem Licht seiner Seele in die geistige Welt eintreten wird. Die menschheitlichen Verhältnisse ändern sich eben von Epoche zu Epoche.
[ 15 ] If we now ask ourselves why theosophy has only come about today, why it was not here earlier, we must say: It did not come about because, in the past, there was an ancient wisdom that became ingrained in people without them having to do anything to acquire it. It existed like a kind of genetic heritage that human beings received from the old Moon. With this heritage, they were able to penetrate the spiritual world. It persisted into Christian times. But then human beings could no longer directly absorb what spiritual wisdom is. They must first permeate the soul with spiritual-scientific knowledge, and this will then be the power that enables human beings to enter the spiritual world in the future with the light of their soul. Human conditions simply change from epoch to epoch.
[ 16 ] Aller Okkultismus weiß, daß es eine Weisheit gibt, die vom alten Monde her kommt und in ihren Resten noch wirkte bis ins 15. und 16. Jahrhundert, so daß die Menschen, wenn sie in die geistige Welt kamen, das Licht erschauten, das ohne ihr Zutun leuchtete. Heute aber können wir von dieser alten Weisheit, die als altes Erbgut in der Menschheit überliefert war, soviel wir wollen mit der Seele aufnehmen - sie leuchtet nicht mehr, nachdem die Menschen durch die Pforte des Todes gegangen sind. Nur die Weisheit, welche die Menschen aufnehmen durch Christus, indem sie sagen: Nicht ich, sondern der Christus in mir —, nur diese Weisheit wird ein leuchtendes Licht sein für den künftigen Durchgang des Menschen durch die Pforte des Todes. So nehmen wir die durchchristete Geisteswissenschaft auf, um einen Lichtquell im Astralleib zu haben, wenn wir durch die Pforte des Todes schreiten.
[ 16 ] All occultism knows that there is a wisdom that comes from the ancient Moon and whose remnants continued to exert their influence into the 15th and 16th centuries, so that when people entered the spiritual world, they beheld the light that shone without any effort on their part. Today, however, no matter how much of this ancient wisdom—which was handed down to humanity as an ancient heritage—we may take in with our souls, it no longer shines once people have passed through the gate of death. Only the wisdom that people take in through Christ, by saying: “Not I, but the Christ in me”—only this wisdom will be a shining light for the human being’s future passage through the gate of death. Thus we take in the Christ-imbued spiritual science in order to have a source of light in the astral body when we pass through the gate of death.
[ 17 ] Wenn wir aber diese durchchristete Geist-Erkenntnis aufnehmen, wenn wir unseren Astralleib mit ihr durchdringen, dann bleibt sie nicht bloße Weisheit, dann durchdringt sie unsere Gefühle. Wir lernen, was auf dem alten Saturn, was auf der alten Sonne und dem alten Monde vor sich gegangen ist und was die Aufgabe der Erde ist. Wenn Sie sich hineinlesen in die Schilderungen, die in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» gegeben sind, werden Sie empfinden, daß die Schilderung beim Saturn einen ganz anderen Grundton aufweist als bei den anderen planetarischen Zuständen. Bei Schilderung des Saturnzustandes ist es so, daß Sie fühlen können, wie die Verhältnisse in einer gewissen Herbigkeit geschildert sind. Das können Sie in der Seele fühlen, und das ist notwendig. Das Sonnendasein können Sie empfinden, als ob blühendes, sprossendes Leben da wäre. Die Mondenschilderung können Sie empfinden, als ob ein gewisser melancholisch düsterer Zug die Menge der da gegebenen Begriffe durchzöge. Ein sensitiver Mensch kann das bis in den Geschmackssinn hinein wahrnehmen, bis auf die Zunge.
[ 17 ] But when we take in this Christ-imbued spiritual knowledge, when we allow it to permeate our astral body, then it is no longer mere wisdom; it permeates our feelings. We learn what took place on ancient Saturn, on the ancient Sun, and on the ancient Moon, and what the Earth’s task is. If you immerse yourself in the descriptions given in my *Outline of Esoteric Science*, you will sense that the description of Saturn has a very different underlying tone than that of the other planetary states. In the description of the Saturn state, you can feel how the conditions are portrayed with a certain austerity. You can feel this in your soul, and that is necessary. You can perceive the solar state as if there were blossoming, sprouting life there. You can perceive the description of the Moon as if a certain melancholic, gloomy trait were running through the multitude of concepts presented there. A sensitive person can perceive this even in the sense of taste, right down to the tongue.
[ 18 ] Toren werden sagen: Die Schilderungen sind ungleich, der Stil ist nicht festgehalten. Wir sollen aber wissen, daß dies notwendig ist, und aus welchem Grunde. Wir müssen wissen, warum eine Melodie von drei bestimmten Tönen notwendig ist, die jeweils erklingen müssen aus den Worten, und wenn wir es wissen, können wir es auch umwandeln in Gefühle und die Gefühle in die Welt hinaussenden. Die Gefühle, die wir so in uns entzünden, verwandeln sich. Das, was da als Weisheit in den Astralleib aufgenommen wird, verwandelt sich in ein freiwilliges Hingegebensein an die Weltverhältnisse, und das ergreift dann unseren Atherleib. Wenn wir weise sind, bereiten wir den Weg vor. Die Kräfte, mit denen wir heruntersteigen in die nächsten Inkarnationen, formen und durchdringen den Ätherleib. Haben wir den Ätherleib so durchdrungen mit echter, rechter Frömmigkeit, und er wird dann aufgelöst im allgemeinen Weltenäther, so haben wir an das Weltenall einen Atherleib abgegeben, der von Frömmigkeit durchdrungen ist und der ganzen Welt zugute kommt. Sind wir aber unfromm, materialistisch, dann legen wir einen Ätherleib ab, der zersprengend, zerstörend wirkt, wenn er aufgelöst werden soll im allgemeinen Weltenäther. In dem Maße, wie wir weise sind, dienen wir uns zwar unmittelbar selber, aber indirekt auch der Welt. In dem Maße, wie wir fromm sind, dienen wir der Welt unmittelbar, denn die Frömmigkeit wird der ganzen Welt mitgeteilt. Und Geisteswissenschaft kann nicht nur Weisheit und Frömmigkeit geben, sondern auch Sicherheit und Besinnung auf die Lebenskräfte des Leibes. Schon der bewußte Zusammenhang mit der spirituellen Welt gibt solche Lebenskräfte.
[ 18 ] Fools will say: The descriptions are inconsistent; the style is not consistent. But we must know that this is necessary, and for what reason. We must know why a melody of three specific notes is necessary, each of which must sound from the words, and when we know this, we can also transform it into feelings and send those feelings out into the world. The feelings we thus kindle within ourselves are transformed. That which is taken up as wisdom into the astral body is transformed into a voluntary surrender to worldly conditions, and this then takes hold of our etheric body. If we are wise, we prepare the way. The forces with which we descend into our next incarnations shape and permeate the etheric body. If we have thus permeated the etheric body with genuine, true piety, and it is then dissolved into the general world ether, we have given back to the universe an etheric body that is permeated by piety and benefits the whole world. But if we are irreligious and materialistic, we shed an etheric body that has a shattering, destructive effect when it is to be dissolved into the general world ether. To the extent that we are wise, we serve ourselves directly, but indirectly we also serve the world. To the extent that we are devout, we serve the world directly, for piety is imparted to the whole world. And spiritual science can provide not only wisdom and piety, but also security and a sense of the body’s vital forces. The very conscious connection with the spiritual world imparts such vital forces.
[ 19 ] Ich habe schon öfter erwähnt, daß Fichte, der an der Pforte der Theosophie stand, etwas von diesen Zusammenhängen wußte. In ihm lebte eine solche Lebenssicherheit, daß er sagen konnte, als er über das Wesen des Menschen sprach: «Ich hebe mein Haupt kühn empor zu dem drohenden Felsengebirge und zu dem tobenden Wassersturz und zu den krachenden, in einem Feuermeer schwimmenden Wolken und sage: Ich bin ewig und trotze eurer Macht! Brecht alle herab auf mich, und du Erde und du Himmel vermischt euch im wilden Tumulte, und ihr Elemente alle schäumet und tobet und zerreibet im wilden Kampfe das letzte Sonnenstäubchen des Körpers, den ich mein nenne — mein Wille allein mit seinem festen Plane soll kühn und kalt über den Trümmern des Weltalls schweben. Denn ich habe meine Bestimmung ergriffen, und sie ist dauernder als ihr; sie ist ewig und ich bin ewig wie sie,» — Lebenssicherheit quillt aus dem Bewußtsein, daß der Mensch im Ewigen des Geistes wandelt. Kann ein Mensch schwach werden, der so im Ewigen des Geistes wurzelt? Geist-Erkenntnis ist es, die immer mehr von solcher Kraft in uns hineingießt.
[ 19 ] I have mentioned on several occasions that Fichte, who stood at the threshold of theosophy, was aware of some of these connections. He possessed such a certainty of life that he could say, when speaking of the nature of man: “I boldly lift my head toward the looming mountain range and the raging waterfall and the crashing clouds swimming in a sea of fire, and say: I am eternal and defy your power! Let them all come crashing down upon me, and you, Earth, and you, Heaven, mingle in wild tumult, and all you elements, foam and rage and grind to dust in wild combat the last speck of solar dust of the body I call my own—my will alone, with its firm plan, shall hover boldly and coldly above the ruins of the universe. For I have grasped my destiny, and it is more enduring than you; it is eternal, and I am eternal like it”—a certainty of life springs from the awareness that man walks in the eternity of the spirit. Can a man who is so rooted in the eternity of the spirit grow weak? It is spiritual insight that pours ever more of such power into us.
[ 20 ] Was erwächst uns aus dieser Kraft? Weisheit gibt dem Astralleib das, wodurch wir immer mehr über die hemmenden Kräfte hinwegkommen. Frömmigkeit regelt die Kräfte und die richtige Gliederung des Ätherleibes. Was aber so in unseren Leib hineinströmt dadurch, daß wir von unserem Zusammenhang mit dem Ewigen wissen, das ist Lebenssicherheit, und sie teilt sich bis in die Kräfte des physischen Leibes uns selber mit. Wenn wir diese besitzen, dann weichen von uns Maja, Illusion und Täuschung. Illusion ist es, wenn jemand sagt: Unser physischer Leib zerfällt bei unserem Tode nur in Erdenstaub. — Nein. Wie der physische Leib einmal zusammengefügt war, wie der Mensch ihn geformt hat, ist nicht gleichgültig. Wenn eine solche Sicherheit im Ewigen diesen physischen Leib durchzieht, dann geben wir der Erde das zurück, was wir als Sicherheit des Lebens uns angeeignet haben. Wir befestigen unseren Erdenplaneten mit dem, was wir uns während unseres Lebens erwarben. Unsere Lebenssicherheit geben wir durch den physischen Leib der Welt. In dem zerfallenden physischen Leib ist das Zerfallende nur Maja. Wer den physischen Leib durch den Tod verfolgt, sieht, daß der Grad von Lebenssicherheit, den der Mensch während des Lebens erworben hat, in unsere Erde hineinfließt.
[ 20 ] What do we gain from this power? Wisdom provides the astral body with the means by which we can increasingly overcome the restraining forces. Piety regulates the forces and the proper structure of the etheric body. But what flows into our body through our awareness of our connection with the Eternal is a sense of security in life, and this permeates even the forces of the physical body. When we possess this, Maya, illusion, and deception recede from us. It is an illusion when someone says: Our physical body decays into dust upon our death. — No. How the physical body was once put together, how the human being shaped it, is not a matter of indifference. When such security in the Eternal permeates this physical body, then we give back to the earth what we have appropriated as security of life. We fortify our Earth with what we have acquired during our lives. We give our security of life to the world through the physical body. In the decaying physical body, what decays is merely Maya. Whoever follows the physical body through death sees that the degree of security of life that a human being has acquired during life flows into our Earth.
[ 21 ] So befestigen wir im Astralleib, im Atherleib und im physischen Leib durch Weisheit, Frömmigkeit und Lebenssicherheit dasjenige, was wir als Mensch als unser Bestes erarbeiten können für die ganze Evolution unserer Erde. So arbeiten wir an unserem Erdenplaneten, erwerben wir uns aber auch ein Gefühl dafür, daß der Mensch nicht einzeln, isoliert dasteht, sondern daß das, was er erarbeitet in seiner Seele, Wert und Bedeutung für das Ganze hat. Und wie kein Sonnenstäubchen ist, das die Gesetze des Weltalls nicht in sich trägt, so ist kein Mensch, der nicht durch das, was er tut und läßt, das Weltall aufbaut und zerstört. Wir können ebensoviel dem fortschreitenden Weltprozeß geben, wie wir ihm nehmen, wie wir von ihm herausbröckeln können dadurch, daß wir uns nicht um den Werdegang kümmern, daß wir uns nicht mit Frömmigkeit durchdringen, uns nicht Lebenssicherheit erwerben. Durch diese Unterlassungen wirken wir ebenso an der Zerstörung des Planeten mit, wie wir durch die Aneignung von Weisheit, Frömmigkeit und Lebenssicherheit ihn aufbauen. So ahnen wir allmählich, was die Geisteswissenschaft gefühlsmäßig uns werden kann, wenn sie den ganzen Menschen ergreift.
[ 21 ] In this way, through wisdom, piety, and a sense of security in life, we anchor within the astral body, the etheric body, and the physical body that which we, as human beings, can achieve as our very best for the entire evolution of our Earth. In this way, we work on our Earth, but we also develop a sense that the human being does not stand alone, in isolation, but that what he or she develops in their soul has value and significance for the whole. And just as there is no speck of stardust that does not carry the laws of the universe within itself, so there is no human being who does not, through what they do and do not do, build up and destroy the universe. We can contribute just as much to the ongoing world process as we take from it, just as we can chip away at it by not caring about the course of events, by not imbuing ourselves with piety, and by not acquiring a sense of security in life. Through these omissions, we contribute just as much to the destruction of the planet as we do to its building through the acquisition of wisdom, piety, and security in life. Thus we gradually sense what spiritual science can become for us emotionally when it takes hold of the whole human being.
