Esoteric Christianity and the
Spiritual Guidance of Humanity
GA 130
27 September 1911, Neuchâtel
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Esoteric Christianity and the Spiritual Guidance of Humanity, tr. SOL
4. Das rosenkreuzerische Christentum I
4. Rosicrucian Christianity I
[ 1 ] Es erfüllt mich mit tiefer Befriedigung, zum ersten Male hier zu sein in diesem neu gegründeten Zweige, welcher den hohen Namen «Christian Rosenkreutz» trägt, wodurch es mir möglich ist, zum ersten Male genauer über Christian Rosenkreutz zu sprechen. Worin besteht das Mysterium des Christian Rosenkreutz? An einem Abend kann nicht alles über diese Persönlichkeit gesagt werden, und so werden wir heute über Christian Rosenkreutz selber, morgen Abend aber über sein Werk sprechen.
[ 1 ] It fills me with deep satisfaction to be here for the first time in this newly founded branch, which bears the noble name “Christian Rosenkreutz,” allowing me to speak in greater detail about Christian Rosenkreutz for the first time. What is the mystery of Christian Rosenkreutz? Everything about this figure cannot be said in a single evening, so today we will speak about Christian Rosenkreutz himself, and tomorrow evening about his work.
[ 2 ] Über Christian Rosenkreutz zu sprechen setzt voraus ein großes Vertrauen in die Mysterien des geistigen Lebens, ein Vertrauen nicht nur in die Person, sondern in die großen Geheimnisse des spirituellen Lebens. Einen neuen Zweig zu gründen setzt aber auch immer einen Glauben an das geistige Leben voraus.
[ 2 ] To speak of Christian Rosenkreutz requires a deep trust in the mysteries of spiritual life—a trust not only in the person himself, but in the great mysteries of spiritual life. However, founding a new branch also always requires a belief in spiritual life.
[ 3 ] Christian Rosenkreutz ist eine Individualität, welche wirkt sowohl wenn sie inkarniert ist als auch wenn sie nicht im physischen Leibe verkörpert ist; sie wirkt nicht nur als physische Wesenheit und durch physische Kräfte, sondern vor allem geistig durch höhere Kräfte.
[ 3 ] Christian Rosenkreutz is an individual who exerts an influence both when incarnated and when not embodied in a physical body; he acts not only as a physical being and through physical forces, but above all spiritually through higher powers.
[ 4 ] Wie wir wissen, lebt der Mensch nicht nur für sich, sondern im Zusammenhang mit der großen Menschheitsentwicklung. Wenn der gewöhnliche Mensch durch den Tod geht, löst sich sein Ätherleib im Weltenall auf. Aber von dem sich auflösenden Ätherleib bleibt immer ein Teil erhalten, und so sind wir durchweg umgeben von Resten der Ätherleiber Verstorbener zu unserem Heil oder auch zu unserem Schaden. Sie wirken auf uns in gutem oder bösem Sinne, je nachdem wir selbst gut oder böse sind. Umfassende Wirkungen gehen von den Ätherleibern großer Individualitäten in diesem Sinne auf uns aus. So geht vom Ätherleibe des Christian Rosenkreutz eine große Kraft aus, die auf unsere Seele und auf unsern Geist einwirken kann. Es ist unsere Aufgabe, diese Kräfte kennenzulernen. Und an diese Kräfte appellieren wir als Rosenkreuzer.
[ 4 ] As we know, human beings do not live solely for themselves, but in connection with the broader development of humanity. When an ordinary person passes through death, their etheric body dissolves into the cosmos. But a part of the dissolving etheric body always remains, and so we are constantly surrounded by remnants of the etheric bodies of the deceased, for our benefit or to our detriment. They affect us for good or for evil, depending on whether we ourselves are good or evil. In this sense, the etheric bodies of great individuals exert a comprehensive influence upon us. Thus, a great power emanates from the etheric body of Christian Rosenkreutz that can affect our soul and our spirit. It is our task to become acquainted with these forces. And as Rosicrucians, we appeal to these forces.
[ 5 ] Im engeren Sinne nahm die rosenkreuzerische Bewegung im dreizehnten Jahrhundert ihren Anfang. Damals wirkten diese Kräfte ungemein stark, und seit diesem Zeitpunkt besteht eine ChristianRosenkreutz-Strömung, die fortan im Geistesleben immer weiterwirkt. Es gibt ein Gesetz, dass etwa alle hundert Jahre dieser geistige Kraftstrom besonders wirksam zum Ausdruck kommen muss. Das zeigt sich jetzt in der theosophischen Bewegung. In seinen letzten exoterischen Ausführungen hat Christian Rosenkreutz dieses selbst so angedeutet.
[ 5 ] In the strictest sense, the Rosicrucian movement began in the thirteenth century. At that time, these forces were exceptionally strong, and since then there has been a Christian Rosenkreutz current that has continued to exert its influence in spiritual life ever since. There is a law that, roughly every hundred years, this spiritual current must find particularly effective expression. This is now evident in the Theosophical Movement. In his last exoteric writings, Christian Rosenkreutz himself alluded to this.
[ 6 ] Im Jahre 1785 kamen die gesammelten esoterischen Offenbarungen der Rosenkreuzer zum Ausdruck in dem Werk: «Die geheimen Figuren der Rosenkreuzer» von Hinricus Madathanus Theosophus. In dieser Publikation sind in einem gewissen beschränkten Sinne Hinweise enthalten auf das, was gewirkt hatte in den vorangegangenen hundert Jahren als Rosenkreuzerströmung und was erst dann zum Ausdruck kam in den Arbeiten, die gesammelt waren und zusammengefasst wurden von Hinricus Madathanus Theosophus. Wieder hundert Jahre später sehen wir die Wirkung der Rosenkreuzerströmung zum Ausdruck kommen in dem Werke der H. P. Blavatsky, insbesondere in dem Buche «Die entschleierte Isis». Manches von dem Inhalt jener Figuren ist dort in Worten niedergeschrieben. Eine Summe von abendländischer okkulter Weisheit, die noch lange nicht gehoben ist, ist darin enthalten, wenn auch die Komposition manchmal recht verworren ist. Es ist interessant, «Die geheimen Figuren der Rosenkreuzer» des Hinricus Madathanus Theosophus zu vergleichen mit dem Werke der H. P. Blavatsky. Wir müssen hauptsächlich die erste Hälfte der Publikation ins Auge fassen, die im Sinne der «Figuren» verfasst ist. Im zweiten Teil kommt Blavatsky etwas ab von der Rosenkreuzerströmung. In ihren späteren Werken entfernte sich H. P. Blavatsky von diesem rosenkreuzerischen Geistesstrom, und wir müssen zwischen ihren ersten und den späteren Publikationen zu unterscheiden wissen, wenn zwar auch schon in die Ersteren manches von dem unkritischen Geist H. P. Blavatskys hineingekommen ist. Dass dieses gesagt wird, ist der jetzt nicht verkörperten H. P. Blavatsky nur erwünscht.
[ 6 ] In 1785, the collected esoteric revelations of the Rosicrucians were expressed in the work *The Secret Figures of the Rosicrucians* by Hinricus Madathanus Theosophus. In a certain limited sense, this publication contains references to what had been at work over the preceding hundred years as the Rosicrucian movement and what only then found expression in the works that were collected and summarized by Hinricus Madathanus Theosophus. Another hundred years later, we see the influence of the Rosicrucian movement expressed in the works of H. P. Blavatsky, particularly in the book *Isis Unveiled*. Much of the content of those figures is written down there in words. A sum of Western occult wisdom, which is far from exhausted, is contained therein, even if the composition is sometimes quite convoluted. It is interesting to compare Hinricus Madathanus Theosophus’s “The Secret Figures of the Rosicrucians” with the works of H. P. Blavatsky. We must focus primarily on the first half of the publication, which is written in the spirit of the “Figures.” In the second part, Blavatsky departs somewhat from the Rosicrucian current. In her later works, H. P. Blavatsky moved away from this Rosicrucian spiritual current, and we must be able to distinguish between her early and later publications, even though some of H. P. Blavatsky’s uncritical spirit has already found its way into the former. That this is said is only to the benefit of H. P. Blavatsky, who is now no longer in the physical body.
[ 7 ] Wenn wir die Eigentümlichkeit des menschlichen Bewusstseins im dreizehnten Jahrhundert ins Auge fassen, so sehen wir, dass das primitive Hellsehen allmählich verschwunden war. Wir wissen, dass alle Menschen früher ein elementares Hellsehen hatten. In der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts gab es in dieser Hinsicht einen Tiefpunkt. In der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts war plötzlich kein Hellsehen mehr da. Es trat für alle Menschen eine geistige Finsternis ein. Sogar die erleuchtetsten Geister, die höchstentwickelten Persönlichkeiten, auch die Eingeweihten, hatten damals keinen Zugang mehr zu den geistigen Welten und mussten sich auf das beschränken, was ihnen durch Erinnerung geblieben war, wenn sie etwas über die geistigen Welten aussagten. Man wusste über die geistigen Welten nur noch durch Überlieferung oder von solchen Eingeweihten, die ihre Erinnerung an das, was sie früher erlebt hatten, weckten. Aber für eine kurze Zeit konnten auch diese Geister nicht unmittelbar hineinblicken in die geistige Welt.
[ 7 ] When we consider the nature of human consciousness in the thirteenth century, we see that primitive clairvoyance had gradually disappeared. We know that all people once possessed an elementary form of clairvoyance. By the middle of the thirteenth century, this ability had reached a low point. In the middle of the thirteenth century, clairvoyance had suddenly vanished. A spiritual darkness descended upon all people. Even the most enlightened minds, the most highly developed personalities, and even the initiates no longer had access to the spiritual worlds at that time and had to rely solely on what remained in their memory when they spoke of the spiritual worlds. Knowledge of the spiritual worlds was now limited to what was passed down through tradition or from those initiates who could awaken their memories of what they had experienced in the past. But for a brief time, even these spirits were unable to look directly into the spiritual world.
[ 8 ] Diese kurze Zeit der Verfinsterung musste damals sein, um das Charakteristische unseres jetzigen Zeitalters vorzubereiten: die heutige intellektuelle, verstandesmäßige Kultur. Das ist das Wichtige, das wir heute in der fünften nachatlantischen Kulturepoche haben. In der griechisch-lateinischen Kulturepoche war die heutige Verstandeskultur nicht in dieser Weise da. Da war anstelle des verstandesmäßigen Denkens die unmittelbare Anschauung das Dominierende. Der Mensch wuchs sozusagen unmittelbar zusammen mit dem, was er sah und hörte; ja, auch mit dem, was er dachte, wuchs der Mensch damals so zusammen. Damals wurde nicht so viel spintisiert, wie es heute geschieht und geschehen muss, denn das Letztere ist die Aufgabe der fünften nachatlantischen Kulturepoche. Nach dieser Zeit beginnt langsam wieder das Hellsehen des Menschen, und es kann sich dann das Hellsehen der Zukunft ausbilden.
[ 8 ] This brief period of darkness was necessary at that time to prepare the way for what characterizes our present age: today’s intellectual, rational culture. That is the essential feature of the fifth post-Atlantean cultural epoch in which we now live. In the Greco-Latin cultural epoch, today’s rational culture did not exist in this way. Instead of rational thinking, direct perception was the dominant force. Human beings, so to speak, grew up in direct harmony with what they saw and heard; indeed, they also grew up in harmony with what they thought. Back then, people did not speculate as much as they do today and must do today, for the latter is the task of the fifth post-Atlantean cultural epoch. After this period, human clairvoyance will slowly begin again, and the clairvoyance of the future can then develop.
[ 9 ] Der Ursprung der Rosenkreuzerströmung fällt in das dreizehnte Jahrhundert. Damals, im dreizehnten Jahrhundert, mussten ganz besonders geeignete Persönlichkeiten für die Einweihung ausgewählt werden. Die Einweihung selbst konnte erst geschehen nach Ablauf jener kurzen Zeit der Verfinsterung.
[ 9 ] The Rosicrucian movement traces its origins to the thirteenth century. At that time, in the thirteenth century, individuals of exceptional suitability had to be selected for initiation. The initiation itself could only take place after that brief period of darkness had passed.
[ 10 ] An einem Orte in Europa, von dem noch nicht gesprochen werden darf - aber es wird in nicht ferner Zeit auch dies geschehen können -, bildete sich eine hochgeistige Loge, ein Kollegium von zwölf Männern, welche die ganze Summe der geistigen Weisheit alter Zeiten und ihrer eigenen Zeit in sich aufgenommen hatten. Es handelt sich darum, dass in jener verfinsterten Zeit zwölf Menschen lebten, zwölf hervorragende Geister, die sich vereinigten, um den Menschheitsfortschritt zu fördern. Sie konnten alle nicht unmittelbar hineinschauen in die geistige Welt, aber sie konnten regsam machen in sich die Erinnerung an das, was sie durch frühere Einweihung erlebt hatten. Und das Menschheitskarma hatte es so gefügt, dass in sieben dieser zwölf Menschen dasjenige verkörpert war, was der Menschheit geblieben war an Resten der alten atlantischen Epoche. In meiner «Geheimwissenschaft» ist ja schon gesagt, dass in den sieben alten heiligen Rishis, den Lehrern der urindischen Kulturzeit, hinübergetragen wurde das, was von der atlantischen Epoche übriggeblieben war. Die sieben Männer, die im dreizehnten Jahrhundert wieder inkarniert waren, die ein Teil des Kollegiums der Zwölf waren, das waren eben diejenigen, die zurückblicken konnten auf die sieben Strömungen der alten atlantischen Entwicklungsepoche der Menschheit und auf das, was als diese sieben Strömungen fortlebte. Von diesen sieben Individualitäten konnte jede immer nur eine Strömung fruchtbar machen für die damalige und die heutige Zeit. Zu diesen Sieben kamen vier andere, die nicht auf längst verflossene Urzeiten zurückblicken konnten wie die erstgenannten sieben Weisen, sondern diese vier Persönlichkeiten konnten zurückblicken auf das, was die Menschheit sich angeeignet hatte von okkulter Weisheit in den vier nachatlantischen Kulturperioden. Von diesen Vier konnte der Erste auf die urindische Zeit zurückblicken, der Zweite auf die urpersische Kulturzeit, der Dritte auf die ägyptisch-chaldäisch-assyrisch-babylonische Kulturzeit, der Vierte auf die griechisch-lateinische Kultur. Diese Vier vereinigten sich mit den Sieben zu dem Kollegium der weisen Männer im dreizehnten Jahrhundert. Ein Zwölfter endlich hatte gewissermaßen am wenigsten an Erinnerungen, aber er war der Intellektuellste von ihnen, der besonders die äußeren Wissenschaften zu pflegen hatte. Diese zwölf Individualitäten lebten ja nicht nur in den Erlebnissen des abendländischen Okkultismus, diese zwölf verschiedenen Weisheitsströmungen wirkten zusammen zu einem Gesamtbilde. Eine ganz besondere Art, darauf hinzuweisen, finden wir bei Goethe in seinem Gedicht «Die Geheimnisse».
[ 10 ] In a place in Europe that cannot yet be named—though this too will be possible in the not-too-distant future—a highly spiritual lodge was formed, a council of twelve men who had absorbed within themselves the entire sum of the spiritual wisdom of ancient times and of their own era. The point is that in that darkened age there lived twelve people, twelve outstanding spirits, who united to promote the progress of humanity. None of them could look directly into the spiritual world, but they were able to awaken within themselves the memory of what they had experienced through earlier initiation. And human karma had arranged it so that in seven of these twelve people was embodied what remained to humanity of the remnants of the ancient Atlantean epoch. In my *Secret Science*, it is already stated that in the seven ancient holy Rishis, the teachers of the early Indian cultural era, was carried over what had remained from the Atlantean epoch. The seven men who had reincarnated in the thirteenth century, who were part of the College of the Twelve, were precisely those who could look back upon the seven currents of humanity’s ancient Atlantean epoch of development and upon what lived on as these seven currents. Of these seven individuals, each could make only one current fruitful for both that time and the present day. To these seven were added four others who could not look back on long-past primeval times like the first seven sages, but these four personalities could look back on what humanity had acquired of occult wisdom in the four post-Atlantean cultural periods. Of these four, the first could look back to the primordial Indian era, the second to the primordial Persian cultural era, the third to the Egyptian-Chaldean-Assyrian-Babylonian cultural era, and the fourth to the Greek-Latin culture. These four united with the seven to form the college of wise men in the thirteenth century. A twelfth, finally, had, so to speak, the fewest memories, but he was the most intellectual of them, the one who was particularly charged with cultivating the external sciences. These twelve individualities did not merely live within the experiences of Western occultism; these twelve different currents of wisdom worked together to form a complete picture. We find a very special way of pointing this out in Goethe’s poem “The Mysteries.”
[ 11 ] Also von zwölf hervorragenden Individualitäten haben wir zu sprechen. Den Ausgangspunkt einer neuen Kultur haben wir in der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts zu suchen. In dieser Zeit war ein gewisser Tiefpunkt des geistigen Lebens erreicht worden. Der Zugang zu den geistigen Welten war damals auch den Höchstentwickelten verschlossen. Damals trat dieses hochgeistige Kollegium zusammen. An einem Orte in Europa, von dem noch nicht geredet werden darf, fanden sich diese zwölf Männer zusammen, welche die Summe des ganzen geistigen Wissens ihrer Zeit darstellten und die zwölf Geistesrichtungen vertraten.
[ 11 ] We are therefore speaking of twelve outstanding individuals. The origins of a new culture can be traced back to the mid-thirteenth century. At that time, intellectual life had reached a certain low point. Even the most highly developed individuals were denied access to the spiritual worlds. It was then that this highly spiritual council convened. In a place in Europe that cannot yet be named, these twelve men gathered; they represented the sum total of all spiritual knowledge of their time and embodied the twelve spiritual currents.
[ 12 ] In diesem Kollegium der Zwölf war zum Teil nur Erinnerungshellsehen und intellektuelle Weisheit vorhanden. Die sieben Nachfolger der sieben Rishis erinnerten sich ihrer alten Weisheit, die fünf andern vertraten die Weisheit der fünf nachatlantischen Kulturen. Somit vertraten die Zwölf die ganze atlantische und nachatlantische Weisheit. Der Zwölfte war ein Mensch, der im höchsten Maße die intellektuelle Weisheit seiner Zeit hatte. Er besaß verstandesmäßig das ganze Wissen seiner Zeit, während die anderen, denen direktes Geistesschauen damals auch versagt war, durch Versenken in die Erinnerungen an ihre früheren Inkarnationen ihr Wissen damals erlangten.
[ 12 ] Within this Council of the Twelve, some possessed only clairvoyance of memory and intellectual wisdom. The seven successors of the seven Rishis recalled their ancient wisdom, while the other five represented the wisdom of the five post-Atlantean cultures. Thus, the Twelve represented the entirety of Atlantean and post-Atlantean wisdom. The Twelfth was a person who possessed the highest degree of intellectual wisdom of his time. He possessed, intellectually, the entirety of the knowledge of his time, while the others—who were also denied direct spiritual vision at that time—gained their knowledge by immersing themselves in the memories of their earlier incarnations.
[ 13 ] Der Ausgangspunkt einer neuen Kultur war aber nur dadurch möglich, dass ein Dreizehnter in die Mitte der Zwölf trat. Dieser Dreizehnte wurde kein Gelehrter im Sinne der damaligen Zeit. Er war eine Individualität, die inkarniert gewesen war zur Zeit des Mysteriums von Golgatha. Er hatte in darauffolgenden Inkarnationen durch ein demütiges Gemüt, durch ein inbrünstiges, gottergebenes Leben sich für seine Mission vorbereitet. Er war eine große Seele, ein frommer, innerlich tief mystischer Mensch, der mit diesen Eigenschaften geboren wurde und sie sich nicht nur erworben hatte. Wenn Sie sich einen jungen Menschen vorstellen, sehr fromm, fortwährend inbrünstig zu seinem Gott betend, so können Sie sich ein Bild der Individualität dieses Dreizehnten vor Augen stellen. Dieser Dreizehnte wuchs ganz und gar auf in der Pflege und Erziehung der Zwölf, und er erhielt von jedem an Weisheit, so viel ihm jeder nur geben konnte. Mit der größten Sorgfalt wurde dieser Dreizehnte erzogen, und es wurden alle Einrichtungen so getroffen, dass niemand als diese Zwölf einen Einfluss auf ihn ausüben konnten. Er wurde von der übrigen Welt abgesondert. Er war ein sehr schwächliches Kind in jener Inkarnation des dreizehnten Jahrhunderts, daher wirkte die Erziehung, die ihm die Zwölf angedeihen ließen, bis in seinen physischen Leib hinein. Die Zwölf aber, von denen jeder so durchdrungen und erfüllt von seiner geistigen Aufgabe war und tief durchdrungen vom Christentum, waren sich bewusst, dass das äußere Christentum der Kirche nur ein Zerrbild des wahren Christentums war. Sie waren erfüllt von der Größe des Christentums, galten aber äußerlich als Feinde desselben. Jeder einzelne arbeitete sich nur in einen Teil des Christentums hinein. Ihr Bestreben war, die verschiedenen Religionen in einer großen Einheit zu vereinigen. Sie waren überzeugt, dass in ihren zwölf Strömungen alles geistige Leben enthalten war, und jeder wirkte nach seinen Kräften auf den Schüler ein. Sie hatten als Ziel, eine Synthesis aller Religionen zu erlangen, waren sich aber bewusst, dass dieses Ziel nicht durch irgendeine Theorie, sondern durch die Auswirkung des geistigen Lebens zu erreichen war. Und dazu war eine entsprechende Erziehung des Dreizehnten notwendig.
[ 13 ] The foundation of a new culture, however, was only possible because a Thirteenth stepped into the midst of the Twelve. This Thirteenth did not become a scholar in the sense of that time. He was an individual who had been incarnated at the time of the Mystery of Golgotha. In subsequent incarnations, through a humble disposition and a fervent, God-devoted life, he had prepared himself for his mission. He was a great soul, a devout, deeply mystical person who was born with these qualities and had not merely acquired them. If you imagine a young person, very devout, constantly praying fervently to his God, you can picture the individuality of this Thirteenth. This Thirteenth grew up entirely under the care and education of the Twelve, and he received from each of them as much wisdom as each could give him. This Thirteenth was raised with the utmost care, and all arrangements were made so that no one other than these Twelve could exert any influence on him. He was separated from the rest of the world. He was a very frail child in that incarnation of the thirteenth century; therefore, the upbringing the Twelve bestowed upon him had an effect even on his physical body. The Twelve, however, each of whom was so imbued and filled with his spiritual task and deeply imbued with Christianity, were aware that the outward Christianity of the Church was only a distorted image of true Christianity. They were filled with the greatness of Christianity, but outwardly were regarded as its enemies. Each one worked his way into only one aspect of Christianity. Their aim was to unite the various religions into one great unity. They were convinced that all spiritual life was contained within their twelve streams, and each one influenced the disciple to the best of his ability. Their goal was to achieve a synthesis of all religions, but they were aware that this goal could not be attained through any theory, but rather through the influence of spiritual life. And for this, a corresponding education of the Thirteenth was necessary.
[ 14 ] Während die geistigen Kräfte dieses Dreizehnten ins Unendliche zunahmen, gingen seine physischen Kräfte ganz zurück. Es kam so weit, dass fast aller Zusammenhang mit dem äußeren Leben aufhörte, alles Interesse für die physische Welt verschwand. Er lebte nur für die geistige Entwicklung, wozu er von den Zwölf die Anregung erhielt. In ihm war ein Reflex der Weisheit der Zwölf. Es kam so weit, dass der Dreizehnte alle Nahrung verweigerte und dahinsiechte. Da trat ein Ereignis ein, das nur einmal in der Geschichte eintreten konnte. Es war eines der Ereignisse, die dann eintreten können, wenn die makrokosmischen Kräfte - der Früchte wegen, die ein solches Ereignis zeitigen soll - zusammenwirken. Nach einigen Tagen wurde der Körper dieses Dreizehnten ganz durchsichtig, und er war wie tot durch Tage hindurch. Um ihn herum versammelten sich nun die Zwölf in bestimmten Zeiträumen. Es entströmte ihrem Mund alles Wissen und alle Weisheit in diesen Momenten. In kurzen Formeln, die wie Andachtsgebete waren, ließen sie dem Dreizehnten ihre Weisheit zuströmen, während der Dreizehnte wie tot dalag. Man kann sich am besten die Zwölf in einem Kreis um den Dreizehnten herum vorstellen. Dieser Zustand endete damit, dass die Seele dieses Dreizehnten erwachte wie eine neue Seele. Eine große Umwandlung seiner Seele hatte er erlebt. Es war in ihr etwas vorhanden wie eine ganz neue Geburt der zwölf Weisheiten, sodass auch die zwölf Weisen etwas ganz Neues lernen konnten von dem Jüngling. Aber auch dessen Körper wurde dadurch in einer solchen Weise belebt, dass diese Belebung des ganz durchsichtigen Körpers mit nichts verglichen werden kann. Der Jüngling konnte nun von ganz neuen Erlebnissen sprechen. Die Zwölf konnten erkennen, dass er das Erlebnis von Damaskus hinter sich hatte: Es war eine Wiederholung der Vision des Paulus vor Damaskus. Im Verlauf weniger Wochen gab nun der Dreizehnte alle Weisheit wieder, die er von den Zwölfen erhalten hatte, aber in einer neuen Form. Wie von Christus selbst gegeben war diese neue Form. Was er ihnen da offenbarte, das nannten die Zwölf das wahre Christentum, die Synthesis aller Religionen, und sie unterschieden zwischen diesem wahren Christentum und dem Christentum der Epoche, in der sie lebten. Dieser Dreizehnte starb verhältnismäßig jung, und die Zwölf widmeten sich dann der Aufgabe, in Imaginationen - denn nur so konnte es geschehen - aufzuzeichnen, was der Dreizehnte ihnen geoffenbart hatte. So entstanden die symbolischen Figuren und Bilder, die in der Sammlung des Hinriceus Madathanus Theosophus enthalten sind, und die Mitteilungen der H. P. Blavatsky in dem Werke «Die entschleierte Isis». Der okkulte Vorgang muss so vorgestellt werden, dass sich die Frucht der Einweihung des Dreizehnten als dessen Ätherleib-Rest innerhalb der Geistesatmosphäre der Erde erhalten hat. Dieser Rest wirkte auf die Zwölf, sie ebenso wie ihre folgenden Schüler inspirierend, sodass aus ihnen hervorgehen konnte die rosenkreuzerische okkulte Strömung. Aber dieser Ätherleib wirkte weiter fort, und er durchdrang dann den Ätherleib des sich wieder inkarnierenden Dreizehnten.
[ 14 ] As the spiritual powers of this Thirteenth grew infinitely, his physical powers declined completely. It reached the point where almost all connection with external life ceased, and all interest in the physical world vanished. He lived solely for spiritual development, for which he received inspiration from the Twelve. Within him was a reflection of the wisdom of the Twelve. It reached the point where the Thirteenth refused all food and wasted away. Then an event occurred that could happen only once in history. It was one of those events that can occur when the macrocosmic forces—for the sake of the fruits such an event is meant to bear—work together. After a few days, the body of this Thirteenth became completely transparent, and he lay as if dead for days on end. The Twelve now gathered around him at specific intervals. All knowledge and all wisdom flowed from their mouths in these moments. In short formulas, which were like devotional prayers, they allowed their wisdom to flow to the Thirteenth, while the Thirteenth lay there as if dead. One can best imagine the Twelve standing in a circle around the Thirteenth. This state ended with the soul of this Thirteenth awakening as a new soul. He had experienced a great transformation of his soul. There was something within it like a completely new birth of the twelve wisdoms, so that even the twelve sages could learn something entirely new from the young man. But his body, too, was thereby enlivened in such a way that this enlivening of the completely transparent body cannot be compared to anything. The young man could now speak of entirely new experiences. The Twelve could see that he had gone through the Damascus experience: it was a repetition of Paul’s vision before Damascus. Over the course of a few weeks, the Thirteenth now imparted all the wisdom he had received from the Twelve, but in a new form. This new form was as if given by Christ himself. What he revealed to them there, the Twelve called true Christianity, the synthesis of all religions, and they distinguished between this true Christianity and the Christianity of the epoch in which they lived. This Thirteenth died relatively young, and the Twelve then devoted themselves to the task of recording in imaginations—for only in this way could it be done—what the Thirteenth had revealed to them. Thus arose the symbolic figures and images contained in the collection of Hinriceus Madathanus Theosophus, and the communications of H. P. Blavatsky in the work *Isis Unveiled*. The occult process must be understood in such a way that the fruit of the Thirteenth’s initiation has been preserved as the remnant of his etheric body within the spiritual atmosphere of the Earth. This remnant influenced the Twelve, inspiring them as well as their subsequent disciples, so that the Rosicrucian occult movement could emerge from them. But this etheric body continued to exert its influence, and it then permeated the etheric body of the Thirteenth as he reincarnated.
[ 15 ] Schon im vierzehnten Jahrhundert wurde die Individualität des Dreizehnten wiederverkörpert, ungefähr in der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts. In dieser Inkarnation lebte diese Individualität mehr als hundert Jahre. Er wurde auf ähnliche Weise im Kreise der Schüler und Nachfolger der Zwölf erzogen, aber nicht so weltfremd wie in seiner vorhergehenden Inkarnation. Als er achtundzwanzig Jahre alt war, bekam er ein merkwürdiges Ideal. Er musste reisen und aus Europa fortziehen. Zuerst ging er nach Damaskus, und dort wiederholte sich noch einmal für ihn das Ereignis, das Paulus dort erlebt hatte. Dieses Erlebnis ist als die Frucht eines Keimes der vorigen Inkarnation zu bezeichnen. Alle Kräfte des wunderbaren Ätherleibes der Individualität des dreizehnten Jahrhunderts waren intakt geblieben, und nichts ging nach dem Tode in den allgemeinen Weltenäther über. Dieses war ein bleibender Ätherleib, der seither intakt blieb in den Äthersphären. Dieser selbe feingeistige Ätherleib durchleuchtete und durchstrahlte wieder von der geistigen Welt aus die neue Verkörperung, die Individualität im vierzehnten Jahrhundert. Daher wurde er getrieben, das Ereignis von Damaskus noch einmal zu erleben. Es ist dies die Individualität des Christian Rosenkreutz. Er war der Dreizchnte im Kreise der Zwölf. Von dieser Inkarnation an wurde er so genannt. Esoterisch, im okkulten Sinne, ist er Christian Rosenkreutz schon im dreizehnten Jahrhundert, exoterisch wird er erst im vierzehnten Jahrhundert so genannt. Und die Schüler dieses Dreizehnten sind die Nachfolger der andern Zwölf im dreizehnten Jahrhundert. Das sind die Rosenkreuzer.
[ 15 ] As early as the fourteenth century, the individuality of the Thirteenth was reincarnated, around the middle of the fourteenth century. In this incarnation, this individuality lived for more than a hundred years. He was raised in a similar manner among the circle of disciples and followers of the Twelve, but not as unworldly as in his previous incarnation. When he was twenty-eight years old, he developed a peculiar ideal. He had to travel and leave Europe. First he went to Damascus, and there the event that Paul had experienced there was repeated for him once more. This experience can be described as the fruit of a seed from the previous incarnation. All the powers of the wondrous etheric body of the Thirteenth’s individuality had remained intact, and nothing passed into the general world ether after death. This was a lasting etheric body that has remained intact in the etheric spheres ever since. This same subtle etheric body once again illuminated and radiated from the spiritual world into the new incarnation, the individuality of the fourteenth century. Hence he was driven to experience the event at Damascus once more. This is the individuality of Christian Rosenkreutz. He was the Thirteenth in the circle of the Twelve. From this incarnation onward, he was called by that name. Esoterically, in the occult sense, he was Christian Rosenkreutz as early as the thirteenth century; exoterically, he was not called that until the fourteenth century. And the disciples of this Thirteenth are the successors of the other Twelve in the thirteenth century. These are the Rosicrucians.
[ 16 ] Christian Rosenkreutz reiste damals durch die ganze bekannte Welt. Nachdem er die gesamte Weisheit der Zwölf eingeflößt bekommen hatte, befruchtet durch die große Wesenheit des Christus, wurde es ihm leicht, im Laufe von sieben Jahren die gesamte Weisheit der damaligen Zeit in sich aufzunehmen. Als er dann nach sieben Jahren nach Europa zurückkehrte, nahm er die entwickeltsten Schüler und Nachfolger der Zwölf zu Schülern an und begann dann die eigentliche Arbeit der Rosenkreuzer.
[ 16 ] At that time, Christian Rosenkreutz traveled throughout the entire known world. After having been imbued with the entire wisdom of the Twelve, enriched by the great Being of Christ, it became easy for him to absorb the entire wisdom of that time within himself over the course of seven years. When he then returned to Europe after seven years, he took the most advanced disciples and successors of the Twelve as his own students and then began the actual work of the Rosicrucians.
[ 17 ] Eine ganz neue Weltbetrachtung konnte man beginnen, dank den Ausstrahlungen des wunderbaren Ätherleibes des Christian Rosenkreutz. Was nun bis zu unserer Zeit von den Rosenkreuzern gearbeitet wurde, ist äußere und innere Arbeit. Die äußere Arbeit hatte den Zweck, das, was hinter der Maya der Materie liegt, zu ergründen. Man wollte die Maya der Materie untersuchen. Dem gesamten Makrokosmos liegt ebenso ein Äther-Makrokosmos, ein Ätherleib zugrunde, wie der Mensch einen Ätherleib hat. Es gibt einen gewissen Grenzübergang von der gröberen zur feineren Substanz. Richten wir unsern Blick auf die Grenze zwischen physischer und ätherischer Substanz. Dem, was zwischen der physischen und der ätherischen Substanz liegt, ist nichts anderes auf der Welt ähnlich. Es ist weder Gold noch Silber, noch Blei, noch Kupfer. Da haben wir etwas, was nicht mit irgendeiner anderen physischen Substanz vergleichbar wäre, sondern es ist die Essenz von allem. Wir haben da eine Substanz, die in allen anderen physischen Substanzen enthalten ist, sodass die anderen physischen Substanzen als Modifikationen dieser einen Substanz betrachtet werden können. Diese Substanz hellseherisch anzuschauen war das Bestreben der Rosenkreuzer. Sie sahen die Vorbereitung, die Ausbildung eines solchen Schauens in einer erhöhten Wirksamkeit der moralischen Kräfte der Seele, die dann diese Substanz sichtbar machte. In den moralischen Kräften der Seele erblickten sie die Kraft zu diesem Schauen. Diese Substanz ist von den Rosenkreuzern wirklich geschaut und entdeckt worden. Sie fanden, dass diese Substanz in einer bestimmten Form in der Welt lebt, im Makrokosmos sowie auch im Menschen. Draußen in der Welt, außerhalb des Menschen, verehrten sie sie als das große Gewand, als das Kleid des Makrokosmos. Im Menschen sahen sie sie entstehen, wenn eine harmonische Wechselwirkung zwischen Denken und Wollen vorhanden ist. Sie sahen die Kräfte des Wollens nicht nur im Menschen, sondern auch im Makrokosmos, zum Beispiel im Donner und Blitz. So sahen sie auch die Kräfte des Denkens einerseits in dem Menschen und dann draußen in der Welt, in dem Regenbogen, in der Morgenröte. Die Kraft, solche Harmonie zwischen Wollen und Denken zu erreichen in der eigenen Seele, suchten die Rosenkreuzer in den Ausstrahlungen dieses Ätherleibes des Dreizehnten, des Christian Rosenkreutz.
[ 17 ] A completely new way of viewing the world became possible thanks to the emanations of the wonderful etheric body of Christian Rosenkreutz. The work carried out by the Rosicrucians up to the present day consists of both external and internal work. The purpose of the external work was to fathom what lies behind the Maya of matter. The aim was to investigate the Maya of matter. Just as the human being has an etheric body, so too does the entire macrocosm have an etheric macrocosm, an etheric body, as its foundation. There is a certain boundary between the coarser and the finer substance. Let us turn our gaze to the boundary between physical and etheric substance. Nothing in the world is similar to what lies between the physical and the etheric substance. It is neither gold nor silver, nor lead, nor copper. There we have something that cannot be compared to any other physical substance, but rather it is the essence of everything. We have here a substance that is contained in all other physical substances, so that the other physical substances can be regarded as modifications of this one substance. To perceive this substance clairvoyantly was the aspiration of the Rosicrucians. They saw the preparation, the development of such perception, in an enhanced effectiveness of the moral powers of the soul, which then made this substance visible. In the moral powers of the soul they saw the power for this vision. This substance has truly been seen and discovered by the Rosicrucians. They found that this substance lives in a certain form in the world, in the macrocosm as well as in the human being. Out in the world, outside the human being, they revered it as the great garment, as the robe of the macrocosm. In human beings, they saw it arise when a harmonious interaction between thinking and willing is present. They saw the forces of willing not only in human beings but also in the macrocosm, for example in thunder and lightning. In the same way, they also saw the forces of thinking, on the one hand, in human beings and then out in the world, in the rainbow, in the dawn. The Rosicrucians sought the power to achieve such harmony between will and thought within their own souls in the emanations of this etheric body of the Thirteenth, Christian Rosenkreutz.
[ 18 ] Es wurde festgesetzt, dass alle Entdeckungen, die sie machten, hundert Jahre lang als Geheimnis bei den Rosenkreuzern bleiben müssten und dass erst dann, nach hundert Jahren, diese Rosenkreuzer-Offenbarungen der Welt gebracht werden dürften. Erst nachdem hundert Jahre darüber gearbeitet worden war, durfte in entsprechender Weise darüber gesprochen werden. So wurde vom siebzehnten bis zum achtzehnten Jahrhundert vorbereitet, was 1785 indem Werk «Die geheimen Figuren der Rosenkreuzer» zum Ausdruck kam.
[ 18 ] It was decreed that all the discoveries they made must remain a secret among the Rosicrucians for a hundred years, and that only then, after a hundred years, might these Rosicrucian revelations be brought to the world. Only after a hundred years of work on the subject was it permitted to speak of it in an appropriate manner. Thus, from the seventeenth to the eighteenth century, preparations were made for what was expressed in 1785 in the work *The Secret Figures of the Rosicrucians*.
[ 19 ] Nun ist es auch von großer Bedeutung zu wissen, dass in jedem Jahrhundert die rosenkreuzerische Inspiration so gegeben wird, dass niemals der Träger der Inspiration äußerlich bezeichnet wurde. Nur die höchsten Eingeweihten wussten es. Heute kann zum Beispiel äußerlich nur von solchen Geschehnissen gesprochen werden, welche hundert Jahre zurückliegen, denn das ist die Zeit, welche jeweils verflossen sein muss, bevor davon äußerlich gesprochen werden darf. Die Versuchung ist zu groß für die Menschen, einer solchen ins Persönliche gezogenen Autorität - was das Schlimmste ist, was es gibt - fanatische Heiligenverehrung entgegenzubringen. Es liegt dies eben zu nahe. Es ist diese Verschwiegenheit aber nicht nur eine Notwendigkeit gegen die äußeren Anfechtungen des Ehrgeizes und des Hochmutes, deren man sich ja vielleicht noch erwehren könnte, sondern auch vor allem gegen die okkulten astralen Attacken, die fortwährend auf eine solche Individualität gerichtet sein würden. Deshalb ist die Bedingung, dass erst hundert Jahre nach einem solchen Faktum davon gesprochen werden darf, eine notwendige.
[ 19 ] It is also of great importance to know that in every century, Rosicrucian inspiration is imparted in such a way that the bearer of the inspiration was never identified publicly. Only the highest initiates knew this. Today, for example, one can speak publicly only of events that took place a hundred years ago, for that is the time that must have elapsed before they may be discussed publicly. The temptation is too great for people to respond to such a personally claimed authority—which is the worst thing there is—with fanatical veneration of a saint. It is simply too obvious. However, this discretion is not only a necessity against the external temptations of ambition and pride—which one might perhaps still be able to resist—but above all against the occult astral attacks that would be constantly directed at such an individual. Therefore, the condition that one may speak of such a fact only a hundred years after it has occurred is a necessary one.
[ 20 ] Infolge der Rosenkreuzerarbeit wurde der Ätherleib des Christian Rosenkreutz von Jahrhundert zu Jahrhundert immer kräftiger und immer mächtiger. Er wirkte nicht nur durch Christian Rosenkreutz, sondern auch durch alle, die seine Schüler wurden. Seit dem vierzehnten Jahrhundert ist Christian Rosenkreutz immer wieder inkarniert gewesen. Alles, was als Theosophie verkündet wird, wird vom Ätherleib des Christian Rosenkreutz gestärkt, und diejenigen, die Theosophie verkündigen, lassen sich überschatten von diesem Ätherleib, der auf sie wirken kann sowohl wenn Christian Rosenkreutz inkarniert ist wie auch, wenn er nicht inkarniert ist.
[ 20 ] As a result of the Rosicrucian work, the etheric body of Christian Rosenkreutz grew stronger and more powerful from century to century. He worked not only through Christian Rosenkreutz, but also through all those who became his disciples. Since the fourteenth century, Christian Rosenkreutz has incarnated time and again. Everything that is proclaimed as Theosophy is strengthened by the etheric body of Christian Rosenkreutz, and those who proclaim Theosophy allow themselves to be overshadowed by this etheric body, which can work through them both when Christian Rosenkreutz is incarnated and when he is not.
[ 21 ] Der Graf von Saint Germain ist im achtzehnten Jahrhundert die exoterische Wiederverkörperung von Christian Rosenkreutz gewesen. Nur wurde dieser Name auch andern Personen beigelegt, sodass nicht alles, was in der äußeren Welt da oder dort über den Grafen von Saint Germain gesagt wird, auch für den wirklichen Christian Rosenkreutz gelten kann. Heute ist Christian Rosenkreutz wiederverkörpert. Von den Ausstrahlungen seines Ätherleibes ging die Inspiration aus für das Werk der H.P. Blavatsky «Die entschleierte Isis». Es war auch der Einfluss des Christian Rosenkreutz, der unsichtbar auf Lessing gewirkt hat und der ihn zu der Schrift über «Die Erziehung des Menschengeschlechts» (1780) inspirierte. Infolge der steigenden Flut des Materialismus wurde es immer schwerer, im Sinne des Rosenkreuzertums zu inspirieren. Im neunzehnten Jahrhundert kam dann die Hochflut des Materialismus. So konnte vieles nur in sehr gebrochenen Strahlen gegeben werden. 1851 wurde von Widenmann das Problem der Unsterblichkeit der Seele im Sinne der Reinkarnation gelöst. Seine Schrift wurde preisgekrönt. Schon gegen 1850 schrieb Droßbach vom psychologischen Standpunkt aus im Sinne der Reinkarnation.
[ 21 ] The Count of Saint Germain was the exoteric reincarnation of Christian Rosenkreutz in the eighteenth century. However, this name has also been attributed to other individuals, so not everything said here and there in the outer world about the Count of Saint Germain can necessarily be applied to the real Christian Rosenkreutz. Today, Christian Rosenkreutz has reincarnated. The inspiration for H.P. Blavatsky’s work *Isis Unveiled* emanated from the radiations of his etheric body. It was also the influence of Christian Rosenkreutz that invisibly affected Lessing and inspired him to write “The Education of the Human Race” (1780). As a result of the rising tide of materialism, it became increasingly difficult to inspire in the spirit of Rosicrucianism. In the nineteenth century, the flood of materialism reached its peak. Thus, much could only be conveyed in very fragmented rays. In 1851, Widenmann solved the problem of the soul’s immortality in the sense of reincarnation. His work won an award. As early as around 1850, Droßbach wrote from a psychological standpoint in the sense of reincarnation.
[ 22 ] So haben auch im neunzehnten Jahrhundert die Ausstrahlungen des Ätherleibes des Christian Rosenkreutz fortgewirkt. Und eine Erneuerung des theosophischen Lebens konnte auftreten, weil das kleine Kali Yuga abgelaufen war im Jahre 1899. Deshalb ist der Zugang zur geistigen Welt heute leichter und die geistige Wirkung in einem viel größeren Maße möglich. Die Hingabe an den mächtig gewordenen Ätherleib des Christian Rosenkreutz wird den Menschen das neue Hellsehen bringen können und wird hohe spirituelle Kräfte zutage fördern. Aber das wird nur für diejenigen Menschen möglich sein, die richtig die Schulung des Christian Rosenkreutz befolgen. Bis jetzt war esoterische rosenkreuzerische Vorbereitung dazu notwendig. Das zwanzigste Jahrhundert hat aber die Mission, diesen Ätherleib so mächtig werden zu lassen, dass er auch exoterisch wirken wird. Die davon ergriffen werden, dürfen das Ereignis erleben, das Paulus vor Damaskus erlebte. Es hat dieser Ätherleib bis jetzt nur eingewirkt in die Rosenkreuzerschule; im zwanzigsten Jahrhundert wird es immer mehr und mehr Menschen geben, die diese Wirkung erfahren können und dadurch die Erscheinung des Christus im Ätherleib werden erleben dürfen. Die Arbeit der Rosenkreuzer ist es, die es möglich macht, die Äther-Erscheinung des Christus zu haben. Die Zahl derjenigen, die fähig sein werden, sie zu schauen, wird immer größer und größer werden. Wir müssen diese Wiedererscheinung zurückführen auf das große Ereignis der Arbeit der Zwölf und des Dreizehnten im dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert.
[ 22 ] Thus, even in the nineteenth century, the emanations of Christian Rosenkreutz’s etheric body continued to have an effect. And a renewal of theosophical life could take place because the Minor Kali Yuga had ended in 1899. That is why access to the spiritual world is easier today, and spiritual influence is possible to a much greater extent. Devotion to the now-empowered etheric body of Christian Rosenkreutz will be able to bring people new clairvoyance and will bring forth high spiritual powers. But this will only be possible for those who correctly follow the training of Christian Rosenkreutz. Until now, esoteric Rosicrucian preparation was necessary for this. The twentieth century, however, has the mission of allowing this etheric body to become so powerful that it will also have an exoteric effect. Those who are seized by it will be able to experience the event that Paul experienced before Damascus. Until now, this etheric body has only worked within the Rosicrucian School; in the twentieth century, there will be more and more people who can experience this effect and thereby be allowed to experience the appearance of the Christ in the etheric body. It is the work of the Rosicrucians that makes it possible to have the etheric appearance of the Christ. The number of those who will be able to behold it will grow ever larger and larger. We must trace this reappearance back to the great event of the work of the Twelve and the Thirteenth in the thirteenth and fourteenth centuries.
[ 23 ] Wenn Sie ein Werkzeug des Christian Rosenkreutz werden sein können, dann können Sie versichert sein, dass Ihre kleinste Seelenarbeit für die Ewigkeit da sein wird.
[ 23 ] If you can become an instrument of Christian Rosenkreutz, then you can be assured that even your smallest spiritual effort will endure for eternity.
[ 24 ] Morgen werden wir auf das Werk des Christian Rosenkreutz zu sprechen kommen. Ein unbestimmter Trieb zur Geisteswissenschaft durchströmt heute die Menschheit. Und wir können sicher sein, überall da, wo Rosenkreuzerschüler ernst und gewissenhaft vorwärtsstreben, werden Werte für die Ewigkeit geschaffen. Jede kleinste geistige Arbeit bringt uns höher. Notwendig ist es, Verständnis und Verehrung der heiligen Sache entgegenzubringen.
[ 24 ] Tomorrow we will discuss the work of Christian Rosenkreutz. An indefinable impulse toward spiritual science is sweeping through humanity today. And we can be certain that wherever Rosenkreutz students strive forward earnestly and conscientiously, values for eternity are being created. Every little spiritual effort brings us higher. It is necessary to show understanding and reverence for this sacred cause.
