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Das esoterische Christentum und die
geistige Führung der Menschheit
GA 130

9 Februar 1912, Wien

17. Intimitäten des Karma

[ 1 ] Über einen Punkt, der gestern besprochen worden ist hier in unseren Abendbetrachtungen, möchte ich nicht gerne missverstanden sein, und es schien mir doch aus einem Gespräche, das heute mit mir geführt worden ist, dass leicht ein Missverständnis sich einschleichen könnte. Es ist ja natürlich, dass diese Dinge, die mit den Intimitäten unseres Karma zusammenhängen, schwer in Worte zu formulieren sind und dass sehr leicht das eine oder das andere nicht ganz klar das erste Mal verstanden werden kann. Es ist der Punkt, der gestern besprochen worden ist in Bezug darauf, dass wir in unseren Schmerzen und Leiden etwas zu sehen haben, was der Gescheitere in uns aufsucht, um gewisse Unvollkommenheiten zu überwinden, und dass wir gerade dadurch, dass wir gelassen die Schmerzen ertragen, unsere Bahn weiterschreiten. Es ist nicht dieses, was missverstanden werden könnte, sondern das andere, dass wir dagegen Lust und Freude hinzunehmen haben als etwas, das uns zukommt ohne unser Verdienst, ohne dass wir es auf unser individuelles Karma zu beziehen hätten, dass wir es vielmehr zu betrachten hätten als eine Art von Gnade, durch die wir eingesponnen werden in den allwaltenden Geist. Dies, meine lieben Freunde, bitte ich Sie nicht so aufzufassen, als ob der Hauptton darin läge, dass uns Freude und Lust zukommt wie ein Geschenk der göttlichen, geistig waltenden Mächte, sondern ich bitte, den Hauptton darauf zu legen, dass gesagt worden ist: Wir sollen, wenn wir unser Karma verstehen wollen, darauf Rücksicht nehmen, dass wir diese Dinge durch eine Gnade zugeteilt erhalten haben. So also, dass Freude und Lust ausgegossen sind über uns wie eine Gnade. Derjenige Mensch, der in seinem Karma seine Freude und Lust so verstehen will, als wollten ihn die Götter auszeichnen und ihn erhaben über alle anderen hinstellen, der wird das Gegenteil erreichen. Wir dürfen keineswegs das so auffassen, als ob sie uns zugeteilt würden zu dem Zwecke, uns als bevorzugt vor anderen zu halten. Wir haben sie aufzufassen, als ob sie uns zugeteilt wären als ein Anlass, uns in der Gnade jener göttlich-geistigen Wesenheiten zu fühlen. Also erst dieses Sich-Fühlen in der Gnade ist es, was einen Fortschritt bedeutet, das andere würde uns ganz wesentlich zurückwerfen in unserer Entwicklung. Du Mensch, du sollst nicht glauben, dass du zu reiner Lust und Freude kommen kannst durch besondere Vorzüge deines Karma, sondern du sollst glauben, dass du nur dazu kommen kannst dadurch, dass du keine Vorzüge hast. Wir sollen besonders dann Werke der Barmherzigkeit tun, was wir dann besser tun können, als wenn wir Leid und Schmerz erleiden. Der Hinweis, dass wir uns der Gnade würdig machen sollen, das ist es, was uns vorwärtsbringt. Es würde also nicht eine Rechtfertigung sein der Anschauung mancher Leute, dass derjenige, der von Freude erfüllt und reich ist, sich das verdient habe; das soll gerade vermieden werden. Das bitte ich als einen Hinweis zu nehmen, durch den ein Missverständnis vermieden werden könnte.

[ 2 ] Nun wollen wir heute, meine lieben theosophischen Freunde, in einer noch freieren Weise unsere Betrachtungen über das Karma etwas weiter ausdehnen, über das Karma und unser Erleben in der Welt, sodass uns Theosophie eine Art von Lebenskraft sein kann. Wir werden, wenn wir unser Leben betrachten und das, was mit uns passiert, zweierlei Arten von Erlebnissen zunächst haben können. Die eine Art kann etwa so sein, dass wir uns sagen können: Ja, da hat mich ein Unglück betroffen, oder da hat mich dies oder jenes betroffen. Nehmen wir an, ein Unglück habe mich betroffen. Ich werde vielleicht, wenn ich meine Gedanken hinlenke auf das Unglück, das mich betroffen hat, mir sagen können: Wäre ich nicht in Bezug auf dieses oder jenes lässig oder ein Taugenichts gewesen, würde mich dieses Unglück nicht betroffen haben. - Wir können aber solch eine Betrachtung mit den gewöhnlichen normalen Mitteln des Bewusstseins nicht immer anstellen, sondern wir werden in zahlreichen Fällen finden, dass wir uns keine Rechenschaft geben können, wie denn das Unglück zusammenhängt mit den Ereignissen unseres gegenwärtigen Lebens. Wir werden mit den Mitteln des gewöhnlichen Bewusstseins geradezu veranlasst sein, von manchem, was uns trifft, zu sagen: Es ist da ein Zufall in unser Leben hereingebrochen, wir sehen keinen rechten Zusammenhang. - Wir werden diesen Unterschied auch machen können in Bezug auf Dinge, die wir imstande sind durchzuführen, die wir sozusagen treffen oder die wir nicht treffen. Bei manchem, was uns missglückt, werden wir begreiflich finden, dass es uns missglücken musste, weil wir faul oder unaufmerksam waren und dergleichen. Bei manchem aber werden wir mit unseren Kräften und Fähigkeiten den Zusammenhang nicht gleich durchschauen können. Darum ist es nützlich, gerade einmal von diesem Gesichtspunkte aus Umschau zu halten in seinen eigenen Erlebnissen, gerade die Dinge zu trennen, von denen man sagen kann: Sie sind mir missglückt, es ist, als ob sie mir missglücken sollten, ohne dass ich daran schuld bin. Bei anderen Dingen wird man sagen: Ich wundere mich eigentlich, dass sie geglückt sind. Und gerade diese Dinge, die wollen wir ins Auge fassen. Und dann wollen wir ins Auge fassen diejenigen Dinge, welche wie ein Zufall ins Leben hereinspielen, von denen wir uns gar nicht vorstellen können, dass sie zusammenhängen können mit den Ursachen, die sie hereingebracht haben, also zufällige Dinge und diejenigen, die wir getan haben, ohne dass sie unseren Fähigkeiten zu entsprechen scheinen. Das alles wollen wir aufsuchen und uns recht sehr hineinvertiefen.

[ 3 ] Merkwürdige Sachen wollen wir machen. Wir wollen für alles, was uns getroffen hat, probeweise einmal uns vorstellen, dass wir es doch selbst gewollt hätten, dass wir geradezu den Willen dazu entfaltet hätten. Nehmen wir an, ein Ziegel hätte sich losgelöst vom Dache und wäre uns auf die Schulter gefallen. Wollen wir uns einmal probeweise vorstellen, dass uns das nicht zufällig getroffen hat. Wir wollen direkt den Gedanken ausarbeiten: Wie wäre es, wenn du auf dem Dache gewesen wärest, den Ziegelstein gelockert hättest, dass er lose hing, und wärest dann heruntergegangen, und zwar so schnell, dass du gerade unten ankamst, als der herabfallende Ziegel anlangte und er dich dann getroffen hätte! - Also solch eine Betrachtung stellen wir einmal an. Oder sagen wir, wenn wir uns, scheinbar ohne Veranlassung, eine Erkältung zugezogen hätten, wie wäre cs, wenn wir das selbst gemacht hätten? Zum Beispiel einer unglücklichen Dame gleich, die sich, unzufrieden mit ihrem Schicksal, absichtlich einer Erkältung ausgesetzt hat, an deren Folgen sie auch starb. Also die Dinge, die wir sonst als zufällige erkennen, wollen wir in eine Gedankenfassung bringen, als ob wir sie sorgsam vorbereitet hätten, derart, dass sie uns dann betroffen hätten. Ebenso wollen wir es machen mit denjenigen Dingen, die mit unseren Fähigkeiten und Eigenschaften zusammenhängen. Sagen wir, es glückt uns etwas nicht. Zum Beispiel, wenn wir einen Eisenbahnzug versäumen, da wollen wir uns nicht vorstellen, dass alle möglichen äußeren Verhältnisse schuld daran waren, sondern wir wollen uns vorstellen, dass wir durch unsere Nichtsnutzigkeit versäumt hätten, zurechtzukommen. Denken wir uns dies probeweise so aus. Wenn man das macht, kommt man dazu, nach und nach aus diesen Gedanken heraus eine Art Menschen erphantasieren zu können. Es würde das ein sonderbarer Mensch sein, den wir uns da zusammenphantasieren, ein Mensch, der dies alles getan hätte: dass uns ein Stein auf die Schulter fällt, dass wir diese oder jene Krankheit bekommen und so weiter. Wir werden natürlich erkennen, dass wir nicht das selber sind. Aber wir malen uns einen solchen Menschen aus, recht klar. Da werden wir eine recht eigentümliche Erfahrung machen an einem solchen Menschen. Wir werden nämlich nach einiger Zeit merken: Das hast du natürlich nicht getan, und der Mensch ist ein erträumter. Aber wir können von diesem Menschen nicht mehr loskommen. Wir bringen den Gedanken nicht mehr los. Und merkwürdigerweise bleibt er nicht so, wie er ist. Er wird lebendig in uns, verwandelt sich in uns. Und dann, wenn er sich verwandelt hat, bekommen wir den Eindruck, als ob er doch in uns stecken würde, dieser Mensch. Und wir erhalten dadurch merkwürdigerweise immer mehr und mehr die Gewissheit: Wir selbst haben doch in einer gewissen Weise vorbereitet, was wir uns hier ausgemalt haben. Das heißt, es ist dies keineswegs das Gefühl, dass wir das einmal wirklich getan hätten, aber es sind Gedanken, die doch dem entsprechen, was wir in einer gewissen Weise getan haben. Man wird sich sagen: Du hast da und da etwas gemacht, was du jetzt erleidest, es ist für das oder jenes. Es ist eine sehr gute Übung, um eine Art Gemütsgedächtnis herauszubringen für unsere früheren Inkarnationen. Es legt sich dadurch etwas über unsere Seele, aus dem wir fühlen können: Du warst da und hast dir das vorbereitet.

[ 4 ] Sie werden verstehen können, dass die Herstellung der Erinnerung an die früheren Inkarnationen nicht ganz leicht zu sein braucht. Denn denken Sie nur daran, wie Sie sich besinnen müssen, sogar ein kurz Vergessenes heraufzubringen. Sie müssen eine Besinnungsarbeit machen. Gründlich hat der Mensch vergessen, was er erlebt hat in den früheren Inkarnationen, da muss er manches machen, um dem Gedächtnis zu Hilfe zu kommen. Und das ist eine solche Übung. Außer dem, was in den öffentlichen Vorträgen gesagt worden ist, sei hier gesagt, dass der Mensch merken wird, dass er in einer gewissen Weise zum Gemütsgedächtnis kommen wird: Das hast du dir früher selbst zubereitet!

[ 5 ] Verachten wir nicht solche Regeln, die uns gegeben werden, denn wir werden immer mehr dabei erfahren, wie sich das Leben durchleuchtet und wir dadurch stärker und stärker werden im Leben. Wir werden schon erfahren, dass wir, wenn wir das einmal gemacht haben und wenn wir einmal das Gefühl erhalten: Du warst da und hast das selbst vollbracht -, dass wir dann den zukünftigen Ereignissen, denen wir begegnen, in ganz anderer Weise gegenüberstehen. Es ändert sich unsere ganze Gemütsverfassung dadurch. Während wir vielleicht früher Schrecken und alle anderen derartigen Gefühle gehabt haben, wenn uns etwas getroffen hat, so bekommen wir jetzt etwas wie ein Erinnerungsgefühl. Und wenn uns dann irgendetwas zustößt, haben wir schon die Richtung unseres Gemüts, das uns sagt: Ach, das ist für dieses oder jenes. - Und das ist Erinnerung an das frühere Leben. Dadurch wird das Leben abgeklärter und ruhiger, und das ist dasjenige, was die Menschen brauchen würden, nicht bloß die, die von der Sehnsucht zur Theosophie getrieben werden, sondern auch die, welche draußen stehen. Es gilt also die Ausrede nicht, welche von vielen Menschen gemacht wird, dass sie sagen: Was gehen uns die früheren Inkarnationen an, wenn wir uns nicht an sie erinnern! Wenn wir für dieses Erdendasein die Besinnung anstreben, werden wir es schon erleben, nur müssen wir nicht ein Vorstellungs-, ein Begriffsgedächtnis, sondern ein Gemütsgedächtnis entwickeln.

[ 6 ] Es lag mir daran, besonders bei diesem Aufenthalte aufmerksam darauf zu machen, dass vieles sich praktisch einleben kann, dass so mancher, der Theosophie praktisch ausführt, das Gefühl gewinnen kann, sie zu erleben.

[ 7 ] Nun aber ist für den Menschen im Verlaufe seines Karma nicht bloß dasjenige wichtig, was er sich in früheren Inkarnationen zugezogen hat, sondern wir durchleben ja auch ein Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Dieses ist nicht ein ereignisloses Leben, sondern ein solches, in welchem wir viele Ereignisse durchmachen, in dem wir allerlei erleben, erfahren. Und auch die Folgen der Erlebnisse, die wir in der geistigen Welt durchmachen, treten in unser Erdenleben, nur auf eine eigenartige Weise, sodass wir gerade diesen Ereignissen gegenüber oftmals uns recht geneigt fühlen, von Zufällen zu sprechen. Wir können solche Ereignisse zurückführen auf wichtige Vorkommnisse, die wir dort erlebt haben.

[ 8 ] So möchte ich Ihnen heute etwas anführen, was scheinbar dem ersten Teil unserer Betrachtungen ferneliegt. Sie werden ersehen, wie solches wichtig sein kann für alle Menschen und wie scheinbare Zufälligkeiten eigentlich zu beurteilen sind im Leben, wie tief sie bezeichnend sein können in den geheimnisvollen Zusammenhängen des Lebens.

[ 9 ] Da muss ich auf eine geschichtliche Tatsache hinweisen, welche nicht in Geschichtsbüchern, sondern in der Akasha-Chronik aufbewahrt ist. Aufmerksam muss ich zunächst machen, dass unsere Seelen, wie sie hier jetzt sind, ja wie wir alle immer wieder und wieder in den verschiedensten Verhältnissen in irdischen Leibern verkörpert waren, verkörpert im alten Indien, Persien, Ägypten, Griechenland gelebt haben. Immer haben wir mit den Augen auf andere Verhältnisse gesehen, immer haben wir erfasst andere Verhältnisse, und es hat einen Sinn, dass wir durch Inkarnation und Inkarnation durchgehen, und wir würden jetzt unser Leben nicht so zubringen können, wenn wir nicht diese verschiedenen Dinge erlebt hätten. Ganz Besonderes haben die Seelen derjenigen Menschen erlebt, welche gelebt haben im zwölften, dreizehnten Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Damals waren nämlich über die Menschheit ganz besondere Verhältnisse hereingebrochen. Das ist also jetzt, wenn wir so sagen dürfen, nicht ganz siebenhundert Jahre her. Da brachen über die Menschheitsentwicklung solche Verhältnisse herein, dass wir sagen können, es waren dazumal die Menschenseelen am meisten abgeschlossen von der geistigen Welt, eine geistige Finsternis war da, und es war dazumal nicht möglich, dass selbst vorgerückte Menschenseelen sich in unmittelbare Verbindung mit der geistigen Welt gebracht hätten. Nicht einmal in früheren Inkarnationen Eingeweihte konnten im dreizehnten Jahrhundert in die geistige Welt hineinschauen. In diesem Jahrhundert waren am meisten die Tore der geistigen Welt verschlossen, und Menschen, die früher eingeweiht waren, konnten sich zwar ihrer früheren Inkarnationen erinnern, als sie eingeweiht wurden, aber sie konnten nicht im dreizehnten Jahrhundert selbst hineinblicken in die geistigen Welten. Die Menschen mussten nämlich einmal diesen Tiefstand durchmachen, mussten die Tore zur geistigen Welt zugeschlossen finden. Allerdings gab es damals geistig hochentwickelte Menschen, aber sie mussten den Zustand mitmachen, der in der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts da war, den Zustand der Verfinsterung. Dieser Zustand hörte auf um die Mitte des dreizehnten Jahrhunderts, und da bildete sich etwas Eigentümliches aus in einer Gegend in Europa. Der Ort kann jetzt nicht angegeben werden, aber vielleicht wird es möglich sein, ihn einmal in einem Zweigvortrag bekanntzugeben. Aus diesem Dämmerungszustand des hellsichtigen Lebens heraus entwickelten sich zwölf große, hervorragende europäische Weise, die auf sonderbare Art geistig entwickelt waren. Wenn wir nun diese zwölf größten Weisen Europas ins Auge fassen, müssen wir zunächst Sieben abtrennen und diese Sieben ins Auge fassen. Diese Sieben hatten in dieser Zeit sich erinnert an ihre früheren Initiationen, ihre Einweihungen. Diese Erinnerung mit den Erkenntnissen, die geblieben waren, war so, dass diese sieben Weisen in sich wiederholten einen Zustand, den sie früher erlebt haben, den sie erlebt hatten in der Zeit nach der atlantischen Katastrophe, den sie durchgemacht hatten in der uralten indischen Kultur. Was die heiligen sieben Rishis der Inder gelehrt hatten, war wiedererstanden in den Seelen der sieben Weisen in Europa. Sie waren die sieben Strahlen der heiligen Weisheit, sodass dastand die alte heilige atlantische Kultur in den Herzen dieser sieben weisen Männer, welche versammelt waren durch ein großes Weltenkarma an einem bestimmten Orte Europas, wo sie sich wiederfinden konnten. Zu diesen Sieben traten vier. Von diesen Vier entwickelte der Erste die erste Periode nach der atlantischen Katastrophe, die uralt indische Kultur. Sein Seelenwesen erstrahlte wieder aufs Neue in der Seele des Achten. Derjenige, der die uralt persische Kultur in sich trug, ließ erstrahlen sein Seelenwesen in der Seele des Neunten, der Dritte ließ erstrahlen die Kultur der dritten Periode, der ägyptisch-chaldäischen Kultur, in der Seele des Zehnten, und der Vierte, dessen Seelenwesen die griechisch-lateinische Kultur in sich trug, ließ sie wieder erstrahlen in der Seele des Elften. Das aber, was dazumal Gegenwartskultur war, was man in der Gegenwart erleben konnte, was da die Menschen erfahren konnten, das war im Zwölften vorhanden. Es waren in den zwölf Männern, die sich in der besonderen Mission vereinigten, die zwölf verschiedenen Standpunkte menschlicher Geistesentwicklung vorhanden. Das ist schon ein Geheimnis, dass man alle Religionen und alle Philosophien, die möglich sind, auf zwölf Grundtypen zurückführen kann. Und ob Sie den Buddhismus, den Brahmanismus, die Vedanta, den Materialismus nehmen, in zwölf Standpunkte lässt sich alles bringen, man muss nur ganz genau zu Werke gehen. Sodass also in jenem Kollegium von zwölf weisen Männern vereinigt war sozusagen dasjenige, was über die ganze Erde verbreitet war an verschiedenen menschlichen Standpunkten, an verschiedenen Religionen, Philosophien und sonstigen Weltanschauungen.

[ 10 ] Nun kam zu jenen zwölf Männern, nachdem die Dämmerung abgelaufen war und wieder in spiritueller Weise etwas gearbeitet werden konnte, ein Dreizehnter dazu. Dieser Dreizehnte war auf eine merkwürdige Weise dazugekommen. Was ich jetzt erzähle, das gehört zu jenen Ereignissen, die sich, in der Menschheitsentwicklung verborgen, aber nur einmal abspielen können. Sie können sich nicht wiederholen, und niemandem wird es erzählt aus dem Grunde, dass er das nachmachen sollte, sondern aus einem ganz anderen Grunde. Der Dreizehnte war in einer für die zwölf hellseherischen Weisen merkwürdigen Art angekündigt worden, als die Dämmerung vorüber war und man die ersten Strahlen des Hellsehertums entfalten konnte, sodass sie wussten, es müsse jetzt cin Kind geboren werden, welches sehr bedeutungsvolle und merkwürdige Inkarnationen hinter sich habe. Vor allem wussten sie, dass eine Inkarnation verlaufen sei zur Zeit, als sich abgespielt hatte das Mysterium von Golgatha. Man wusste also, ein Zeitgenosse der Ereignisse von Palästina kehre wieder, und diese jetzt folgende Inkarnation des damals im dreizehnten Jahrhundert unter so eigentümlichen Verhältnissen als Kind Geborenen war so, dass man von ihm nicht sagen konnte, er wäre als hochstehende Individualität geboren. Das ist überhaupt eine Unart, dass man, wenn von Vorleben gesprochen wird, immer auf wichtige Persönlichkeiten aus der Geschichte zurückgreifen will. Das ist eine Unart, die nur zu sehr verbreitet ist. Es ist mir oft vorgekommen, dass die verschiedensten Personen auf historische und auf Personen aus den Evangelien als auf ihre Inkarnation zurückgreifen wollten. Unlängst erst kam eine Dame, die behauptete, sie sei Maria Magdalena gewesen. Ich habe ihr gesagt, sie sei die vierundzwanzigste Maria Magdalena, die mir im Leben begegnet sei. - Es muss die allergrößte Vorsicht angewendet werden, dass nichts Phantastisches hervorkommt!

[ 11 ] Die Geschichte erzählt uns auch recht wenig von den aufeinanderfolgenden Inkarnationen dieser Persönlichkeit, des Dreizehnten. Er wurde immer und immer wieder geboren mit hervorragenden, bedeutsamen Gemütseigenschaften. Das wusste man, dass dieser Mensch wieder als Kind geboren werden würde und dass er ausersehen sei, ganz Besonderes für die Menschheit zu bedeuten. Das erhielten aus ihrer Hellsichtigkeit heraus diese zwölf Männer, die dieses Kind ganz in ihre Erziehung nehmen und es einrichten konnten, dass es von allem Anfang an der Welt ganz entrückt wurde. Es wurde ganz herausgenommen aus der Familie und unter die Erziehung und Obhut der zwölf Männer gebracht. Die zogen es mit aller Sorgfalt auf, entsprechend den Regeln ihres Hellsehertums, sodass alles, was als Kräfte von den Inkarnationen her veranlagt war, in diesem Kinde sich nach und nach wieder heranbilden konnte. Sie werden merken, dass von diesem Ereignisse eine Art ahnungsvolles Bewusstsein geblieben ist in jenen, die etwas von der Geschichte des geistigen Lebens wussten. Ich habe aus einer Dichtung, in der diese Ahnung lebt, vortragen lassen. Die «Geheimnisse» von Goethe sind wiederholt vorgetragen worden. Goethe hat aus einer tiefen Ahnung von diesem Kollegium der Zwölf gesprochen und wiedergegeben die Gemütszustände derselben. Es war nicht der Bruder Markus, sondern jenes Kind, von dem ich Ihnen erzähle, dass es von den ersten Tagen seiner Geburt hereingenommen worden ist in die Erziehung der Zwölf, bis es ein Jüngling geworden war. Merkwürdig entwickelte sich dieses Kind. Die zwölf Männer waren nicht Fanatiker, sondern abgeklärte, ruhige, innerlich harmonische Geister. Was tut der Fanatiker? Er will die Menschen so schnell als möglich bekehren; sie wollen aber gewöhnlich nicht. Jeder soll gleich glauben, was der Fanatiker will, und er ärgert sich, wenn man ihm nicht glaubt. Wenn in unserer Gegenwart jemand dies oder das vertritt, glaubt man ja gar nicht, dass er oft etwas anderes begreiflich machen will, begreiflich machen will, was derjenige dachte und glaubte, von dem er spricht. So hielt man mich jahrelang für einen Nietzscheaner, weil ich über Nietzsche objektiv ein Buch geschrieben habe. Aber die Menschen können ja durchaus nicht verstehen, dass man in objektiver Weise etwas wiedergeben will, sondern sie glauben, dass jeder ein Fanatiker sein muss für das, was er sagt.

[ 12 ] Die Zwölf waren gewiss keine Fanatiker, und sie haben mit Lehren, die in Worte gekleidet waren, den Knaben recht verschont. Aber sie lebten mit ihm zusammen, und das bewirkte, dass von ihnen zwölf verschiedene Lichtstrahlen in den Knaben hineingingen, und er nahm sie so auf, dass sie sich zu einer inneren Harmonie in der Seele des Knaben herausbildeten. Man hätte ihn nicht in lehrhafter Weise examinieren können, aber in seinem Gemüte lebte, in Gefühl und Empfindung verwandelt, was die zwölf Träger der zwölf verschiedenen Typen der Religionen in seine Seele hineinstrahlen ließen. Und die ganze Konfiguration der Seele, die ganze Grundstimmung und Gemütsverfassung war ein harmonischer Widerklang der zwölf verschiedenen Bekenntnisse der Menschheit, die über die Erde verbreitet sind.

[ 13 ] Es hatte allerdings die Seele dieses Menschen dadurch viel zu tragen, und die Folge davon war, dass in einer eigenartigen Weise diese Seele auf den Leib wirkte. Und gerade aus dem Grunde, weil das, was ich jetzt erzähle, eingetreten ist, darf dies nicht wiederholt werden; es konnte sich nur in jenem Zeitpunkte abspielen. Und merkwürdigerweise, je größer, harmonischer der Seeleninhalt dieses Knaben wurde, desto zarter wurde sein Leib, immer zarter und zarter. Und in einem bestimmten Lebensalter stellte sich geradezu heraus, dass der Leib so zart geworden war, dass er förmlich durchsichtig wurde, dass man durchsehen konnte durch die einzelnen Glieder. Und immer weniger und weniger aß dieser Jüngling, bis er zuletzt ganz aufhörte zu essen. Dann verfiel er durch Tage in einen apathischen Zustand; die Seele war herausgegangen aus dem Leibe und ging nach einigen Tagen wiederum in den Leib zurück. Jetzt war der Jüngling innerlich ganz verändert. Die zwölf verschiedenen Strahlen der menschlichen Weltanschauungen waren wie in ein Licht vereinigt, und er sprach nun die wunderbarsten, gewaltigsten Geheimnisse. Er sagte nicht, was der Eine, der Zweite, der Dritte sagte, er sagte in ganz neuer Form und in einer wunderbaren Weise Dinge, die alle zusammen hätten sagen müssen, Dinge, in denen alles, was die anderen wussten, vereinigt war, und er sagte das so, als wenn diese neue Weisheit in ihm eben geboren worden wäre, als ob ein höherer Geist in ihm gesprochen hätte, sodass diese zwölf Männer jetzt alle etwas Neues lernen konnten. Und sie lernten alle von ihm, unendlich viel wurde ihnen geboten, einem jeden eine vollkommenere Erklärung dessen, was er von früher her wusste.

[ 14 ] Ich habe Ihnen geschildert die erste Schule des Christian Rosenkreutz; denn dieser Dreizehnte ist diejenige Individualität, die wir als Christian Rosenkreutz bezeichnen. In jener Inkarnation starb er sehr bald, hatte nur ein kurzes Erdendasein. Er wurde im vierzehnten Jahrhundert wiedergeboren und lebte damals ein Leben, das über hundert Jahre währte. Da kamen in ihm wieder zum Vorschein alle diejenigen Dinge, die sich im dreizehnten Jahrhundert in ihm gebildet hatten. Damals, im dreizehnten Jahrhundert, hatte er ein kurzes, dann im vierzehnten Jahrhundert ein langes Leben. Die erste Hälfte des Letzteren benützte er zu großen Reisen, um aufzusuchen die verschiedenen Kulturstätten Europas, Afrikas, Asiens, um kennenzulernen, was in ihm damals im dreizehnten Jahrhundert aufgegangen war. Dann kam er wieder nach Europa zurück. Einige von denen, die ihn im dreizehnten Jahrhundert auferzogen hatten, waren wiederverkörpert, andere gesellten sich hinzu. Es wurde damals diejenige Strömung insbesondere eingeleitet, die man die rosenkreuzerische nennt. Und immer kam Christian Rosenkreutz in den mannigfaltigsten Verkörperungen wieder.

[ 15 ] Aber durch seine Persönlichkeit wirkt er bis in die heutige Zeit herein auch in den kurzen Zwischenräumen, in denen er nicht inkarniert ist, ja spirituell wirkt er in die Menschen durch seine höheren Leiber so herein, dass er nicht mit ihnen im Raume verbunden zu sein braucht. Wir müssen uns einmal dieses geheimnisvolle Wirken vor Augen führen.

[ 16 ] Da möchte ich Ihnen zunächst ein Beispiel anführen. Für diejenigen, die das okkulte geistige Leben miterleben, stellte sich etwas sehr Merkwürdiges heraus. Wenn man nämlich die Dinge miterlebte, die auf dem geistigen Plane um uns herum sich abspielen, zum Beispiel in den Achtziger- bis Neunzigerjahren des vorigen Jahrhunderts, dann konnte man gewisse Einflüsse einer merkwürdigen Persönlichkeit - ich führe nur einen Fall von vielen an - okkult verspüren; aber sie kamen so heraus, dass man sich bei ihnen nicht ganz wohlfühlte. Und alle diejenigen, welche Einflüsse von Zeitgenossen, die im Raume weit weg wohnen, spüren können, konnten damals etwas Strahlendes spüren, was von einer Persönlichkeit ausging, aber nicht ganz harmonisch war. Da kam das neue Jahrhundert, und da machte man die Erfahrung, dass die Einflüsse harmonisch wurden. Was war geschehen? Ich will Ihnen jetzt die Ursache erzählen.

[ 17 ] Im Jahre 1900, am 12. August, war eine Persönlichkeit gestorben, die nur nicht genug gewürdigt wird: Solowjow. Er hatte einen solchen Ätherleib, dass er weithin strahlend wirkte. Aber der Kopf, der Intellekt, war, obwohl Solowjow ein großer Philosoph ist, nicht so weit wie die Seele. Groß und schön ist sein Denken, aber seine bewusste Philosophie war durchaus nicht so viel wert, als was er in seiner Seele trug. Das wurde bis zu seinem Tode durch den Kopf beeinträchtigt, und so empfand man das als okkulten Einfluss unharmonisch. Und als er tot war und das Gehirn sich getrennt hatte und der Ätherleib in der Ätherwelt weiterstrahlte, war er von seinem Denken befreit, war er von diesem nicht mehr berührt und strahlte in einer ganz wunderbaren Weise.

[ 18 ] Von solchen Erkenntnissen könnte man sagen: Was gehen uns denn solche Dinge eigentlich an? Ja, meine lieben theosophischen Freunde, gerade solches zu sagen ist eben eine richtige Phantasterei, denn der Mensch ist durchaus das Ergebnis der geistigen Vorgänge, die um ihn herum sind, und dass einige Okkultisten bemerken, dass und wie sie hereinspielen, kommt davon her, weil sie sie sehen. Aber die geistigen Vorgänge spielen auch in die anderen herein, die nicht sehen. Alles wirkt zusammen, was auf dem geistigen Gebiete geschieht. Das, was etwa französische oder russische hochentwickelte Menschen ausstrahlen, wird nicht nur auf dem zugehörigen Teile des Erdbodens gefühlt, sondern auf der ganzen Erde wird das empfunden, was so gedacht, gefühlt wird. Alles, was in der geistigen Welt geschieht, hat seinen Einfluss auf uns, und wir bekommen erst dann das richtige Gefühl, wenn wir wissen, dass die Seele so in der geistigen Welt darinnen steht wie die Lunge in der Luft.

[ 19 ] In einem ganz besonders hohen Grade strahlt aus dasjenige, was im Ätherleib hochentwickelter Individualitäten ist und wirkt, auf die anderen Menschen. So ist es auch der Ätherleib des Christian Rosenkreutz, der weithin in der Welt wirkt. Aber eine sehr wichtige, für viele höchst bedeutsame Tatsache müssen wir hier hervorheben, und das ist etwas, das sich zwischen Tod und Geburt in der geistigen Welt abspielt und nicht nur anzusehen ist wie ein Zufall, den wir von früher her hervorrufen.

[ 20 ] Christian Rosenkreutz hat die kurzen Zwischenzeiten zwischen den Inkarnationen immer dazu benützt, die Seelen, von denen er wusste, dass sie reif sind, gerade in die von ihm angesponnene Geistesrichtung hineinzurufen. Er hat sich sozusagen zwischen seinen Toden und Geburten damit beschäftigt, die für seine Strömung reifen Geister in einer gewissen Weise zu erwählen. Nun müssen aber auch die Menschen, wenn sie achtgeben lernen, imstande sein zu erkennen, wodurch ihnen Christian Rosenkreutz ein Zeichen gibt, dass sie sich zu seinen Erwählten zählen dürfen. Dieses Zeichen kommt in das Leben zahlloser Menschen der Gegenwart hinein, nur achtet man solcher Zeichen nicht. Aber unter den scheinbar ganz zufälligen Ereignissen gibt es solche, namentlich ein solches für viele, das geradezu anzusehen ist als eines, das anzeigt, er habe denjenigen, dem es gegeben wird, für reif befunden zwischen Tod und Geburt. Hier auf dem physischen Plane zeigt er es an. Die Marke des Christian Rosenkreutz kann dieses Ereignis genannt werden.

[ 21 ] Nehmen wir an, ein Mensch liege im Bette - ich habe an anderem Orte andere Ereignisse erzählt, alle haben sich abgespielt -, er wacht plötzlich auf. Unerklärlich ist es ihm, dass er aufwacht, und er schaut, wie von einem Instinkt geleitet, auf eine Wand, die sonst ganz dunkel ist. Das Zimmer ist halb dämmerhaft beleuchtet, die Wand ist dunkel, und siehe da, er sieht an jene Wand geschrieben: «Stehe sofort auf!» Er steht auf. Es kommt ihm sonderbar vor. Er geht aus dem Hause, und kaum, dass er aus dem Hause getreten ist - es war die Sache so, dass niemand anderer geschädigt werden konnte -, stürzt über seinem Bette der Plafond ein, der ihn unweigerlich erschlagen hätte. Er hat alle Nachforschungen angestellt; nicht irgendein Wesen auf dem physischen Plane hat ihn aufmerksam gemacht, dass er aufstehen solle. Wäre er liegen geblieben, er wäre sicher tot.

[ 22 ] Nun, ein solches Erlebnis könnte man so auffassen: Man habe eine Halluzination gehabt oder etwas dergleichen. Aber man kann auch tiefer gehen. Gerade solche Erlebnisse, die Hunderte erfahren, sind nicht zufällig. Immer handelt es sich um eine Berufung durch Christian Rosenkreutz, denn immer stellt sich das Karma dieser Berufenen bis zu diesem Zeitpunkte so, dass man sagen kann, Christian Rosenkreutz schenkt zuerst das Leben, das er beanspruchen kann. Ich sage ausdrücklich, ins Leben zahlreicher Menschen treten solche Erlebnisse in der Gegenwart ein, und es handelt sich darum, dass man aufmerksam ist. Nicht stets ist es ein so eklatanter Fall, aber zahlreiche Menschen der Gegenwart erleben solches. Und sehen Sie, meine lieben theosophischen Freunde, wenn ich etwas wiederholt an einem Abend sage, geschieht es ganz absichtlich, weil ich die Erfahrung habe, dass man aus Dingen, die man halb oder ganz vergisst, merkwürdige Konsequenzen zieht. Ich sage das deshalb, weil niemand dadurch deprimiert zu sein braucht, der kein solches Erlebnis hat - es muss nicht so sein, er wird schon in seinem Leben etwas finden -, nur zum Nachforschen soll er kommen. Natürlich kann ich Ihnen nur ein typisches Ereignis herausgreifen. Da haben wir also in unserem Leben eine Tatsache, von der wir sagen können, dass sie nicht in einer Inkarnation verursacht ist: Wir können Christian Rosenkreutz in der geistigen Welt getroffen haben. Ich habe dieses hervorragendste Ereignis der Berufung ganz besonders hervorgehoben. Man könnte auch andere, unmittelbar an die geistige Welt anknüpfende Ereignisse anführen, die in dem Leben zwischen Tod und Geburt zu suchen sind, aber in unserem geistigen Zusammenhange muss uns gerade dieses Ereignis bedeutungsvoll erscheinen, das mit unserer geistigen Bewegung so innig zusammenhängt.

[ 23 ] So sehen Sie auch aus einem solchen Ereignis, wie eine ganz andere Stimmung gegenüber dem Leben Platz greifen muss, wenn wir das sehen wollen, was eigentlich ins Leben hineinspielt. Die meisten Menschen hasten durchs Leben und sind nicht aufmerksam. Viele kommen und sagen, man soll nicht brüten, sondern ein Leben der Tat entwickeln. Wenn nur lieber viele Taten, die unreif sind, nicht getan würden, und die Leute ein wenig brüteten: Sie würden reifere Taten tun! Wenn nur die Winke beachtet werden würden mit Gelassenheit und Aufmerksamkeit. Es sieht oft nur so aus, als ob wir hinbrüteten, aber es werden uns durch die Gelassenheit gerade Kräfte kommen, und dann werden wir auch folgen können, wenn das Karma ruft, und wir werden es verstehen, wenn es ruft. Das sind Dinge, auf die ich Sie diesmal aufmerksam machen wollte als auf solche, die uns das Leben weiter verständlich machen.

[ 24 ] Ich habe Ihnen das Ereignis aus dem dreizehnten Jahrhundert, das manchem als absonderlich erscheinen mag, rein geschichtlich erzählt, um zu zeigen, was die Menschen beachten sollen, damit sie lernen, sich in das Leben hineinzufügen und den Wink des Christian Rosenkreutz zu verstehen. Damit das geschehen konnte, war die Veranstaltung der Zwölf und der Hinzutritt des Dreizehnten notwendig. Das eben geschilderte Ereignis im dreizehnten Jahrhundert war notwendig, damit in unserem und den folgenden Jahrhunderten ein solcher Wink oder andere ähnlicher Art verstanden und befolgt werden können. Solch ein Zeichen hat Christian Rosenkreutz gerade herausgearbeitet, um die Aufmerksamkeit der Menschen den neuen Zeitforderungen gegenüber wachzurufen, um ihnen den Wink zu geben, dass sie ihm zugehören, ihm das Leben im Sinne des Menschheits-Fortschrittes widmen dürfen.