From Jesus to Christ
GA 131
11 October 1911, Karlsruhe
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Von Jesus zu Christus, 7th ed.
Siebenter Vortrag
Siebenter Vortrag
[ 1 ] Wir haben durch unsere gestrige Betrachtung gesehen, daß in einer gewissen Beziehung die Frage des Christentums die der Auferstehung des Christus Jesus ist. Namentlich hat sich uns gezeigt, daß demjenigen Verkündiger des Christentums, der sogleich nach seiner Erkenntnis des Wesens des Christus-Impulses auch erkannt hatte, daß der Christus nach dem Ereignis von Golgatha lebt, daß dem Paulus nach seinem Erlebnis vor Damaskus ein gewaltiges, ein großartiges Geschichtsbild von derEntwickelung der Menschheit aufgegangen war. Und wir haben gestern, von diesem Punkte ausgehend, unsere Betrachtungen so weit geführt, daß wir uns eine Vorstellung verschafft haben von dem, was der Christus Jesus unmittelbar nach der Johannes-Taufe im Jordan war. Unsere nächsten Aufgaben werden also darin bestehen, zu untersuchen, was geschehen ist von der JohannesTaufe im Jordan bis zu dem Mysterium von Golgatha. Um aber von dem gestrigen Ausgangspunkte aus aufsteigen zu können zu dem Verständnis dieses Mysteriums von Golgatha, wird es notwendig sein, auf einiges hinzuweisen, um gewisse Hindernisse aus dem Wege zu räumen, die sich einem entgegenstellen, wenn man in einer tiefgehenden und ernsten Weise das Mysterium von Golgatha begreifen will. Sie können ja aus alledem, was über die Evangelien im Laufe der Jahre gesagt worden ist, und auch aus dem, was schon in den wenigen Vorträgen dieser Tage hier gesprochen wurde, entnehmen, daß gewisse, da oder dort für genügend erachtete theosophische Vorstellungen in Wirklichkeit durchaus nicht genügen, um die Frage zu beantworten, die uns beschäftigt.
[ 1 ] Wir haben durch unsere gestrige Betrachtung gesehen, daß in einer gewissen Beziehung die Frage des Christentums die der Auferstehung des Christus Jesus ist. Namentlich hat sich uns gezeigt, daß demjenigen Verkündiger des Christentums, der sogleich nach seiner Erkenntnis des Wesens des Christus-Impulses auch erkannt hatte, daß der Christus nach dem Ereignis von Golgatha lebt, daß dem Paulus nach seinem Erlebnis vor Damaskus ein gewaltiges, ein großartiges Geschichtsbild von derEntwickelung der Menschheit aufgegangen war. Und wir haben gestern, von diesem Punkte ausgehend, unsere Betrachtungen so weit geführt, daß wir uns eine Vorstellung verschafft haben von dem, was der Christus Jesus unmittelbar nach der Johannes-Taufe im Jordan war. Unsere nächsten Aufgaben werden also darin bestehen, zu untersuchen, was geschehen ist von der JohannesTaufe im Jordan bis zu dem Mysterium von Golgatha. Um aber von dem gestrigen Ausgangspunkte aus aufsteigen zu können zu dem Verständnis dieses Mysteriums von Golgatha, wird es notwendig sein, auf einiges hinzuweisen, um gewisse Hindernisse aus dem Wege zu räumen, die sich einem entgegenstellen, wenn man in einer tiefgehenden und ernsten Weise das Mysterium von Golgatha begreifen will. Sie können ja aus alledem, was über die Evangelien im Laufe der Jahre gesagt worden ist, und auch aus dem, was schon in den wenigen Vorträgen dieser Tage hier gesprochen wurde, entnehmen, daß gewisse, da oder dort für genügend erachtete theosophische Vorstellungen in Wirklichkeit durchaus nicht genügen, um die Frage zu beantworten, die uns beschäftigt.
[ 2 ] Vor allen Dingen müssen wir ganz ernst nehmen, was über die drei Strömungen der Menschheit gesagt worden ist: die Strömung, die über das Griechentum heraufgeht, dann die zweite, die über das althebräische Altertum geht, und endlich diejenige Strömung, die ein halbes Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung in dem Gotama Buddha ihren Ausdruck gefunden hat. Gezeigt hat sich uns, daß die Strömung des Gotama Buddha — namentlich so, wie sie sich eingelebt hat in die Bekennerschaft des Buddha — am allerwenigsten geeignet sein kann, ein Verständnis des Mysteriums von Golgatha zu vermitteln. Für den modernen Menschen, der erfüllt ist von dem Bewußtsein der gegenwärtigen Bildung, hat ja allerdings gerade die Strömung, die im Buddha-Bekenntnis zum Ausdruck kommt, etwas Bequemes; denn kaum eine andere Strömung kommt so den Begriffen der Gegenwart entgegen, insofern diese Begriffe gerade vor dem Größten stillestehen wollen, was die Menschheit zu begreifen hat: vor der Auferstehungsfrage. Denn mit der Auferstehungsfrage hängt die ganze Entwicklungsgeschichte der Menschheit zusammen. Es ist nun einmal so, daß, wie wir gesehen haben, innerhalb der Buddha-Lehre dasjenige verlorengegangen ist, was wir im eigentlichen Sinne das vierte Glied der menschlichen Natur nennen: die reale Wesenheit des Ich. Gewiß, man kann ja auch bei diesen Dingen allerlei Deutelungen und Interpretationskünste anwenden, und es wird viele Menschen geben, die in einer gewissen Weise bemängeln werden, was hier über die Buddha-Strömung gesagt worden ist. Aber darauf kommt es nicht an. Denn so etwas, wie ich es angeführt habe, was aus dem Herzen eines buddhistischen Menschen kommt, wie zum Beispiel das Gespräch zwischen dem König Milinda und dem buddhistischen Weisen Nagasena, solche Dinge sprechen deutlich dafür, daß so, wie wir von der Ich-Natur des Menschen sprechen müssen, innerhalb des Buddhismus nicht über die Ich-Natur gesprochen werden kann. Wir müssen es begreifen, daß es für einen echten Bekenner des Buddhismus sogar eine Ketzerei ist, wenn über die Ich-Natur so gesprochen wird, wie wir es vertreten müssen. Deshalb ist es notwendig, uns über die Ich-Natur zu verständigen.
[ 2 ] Vor allen Dingen müssen wir ganz ernst nehmen, was über die drei Strömungen der Menschheit gesagt worden ist: die Strömung, die über das Griechentum heraufgeht, dann die zweite, die über das althebräische Altertum geht, und endlich diejenige Strömung, die ein halbes Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung in dem Gotama Buddha ihren Ausdruck gefunden hat. Gezeigt hat sich uns, daß die Strömung des Gotama Buddha — namentlich so, wie sie sich eingelebt hat in die Bekennerschaft des Buddha — am allerwenigsten geeignet sein kann, ein Verständnis des Mysteriums von Golgatha zu vermitteln. Für den modernen Menschen, der erfüllt ist von dem Bewußtsein der gegenwärtigen Bildung, hat ja allerdings gerade die Strömung, die im Buddha-Bekenntnis zum Ausdruck kommt, etwas Bequemes; denn kaum eine andere Strömung kommt so den Begriffen der Gegenwart entgegen, insofern diese Begriffe gerade vor dem Größten stillestehen wollen, was die Menschheit zu begreifen hat: vor der Auferstehungsfrage. Denn mit der Auferstehungsfrage hängt die ganze Entwicklungsgeschichte der Menschheit zusammen. Es ist nun einmal so, daß, wie wir gesehen haben, innerhalb der Buddha-Lehre dasjenige verlorengegangen ist, was wir im eigentlichen Sinne das vierte Glied der menschlichen Natur nennen: die reale Wesenheit des Ich. Gewiß, man kann ja auch bei diesen Dingen allerlei Deutelungen und Interpretationskünste anwenden, und es wird viele Menschen geben, die in einer gewissen Weise bemängeln werden, was hier über die Buddha-Strömung gesagt worden ist. Aber darauf kommt es nicht an. Denn so etwas, wie ich es angeführt habe, was aus dem Herzen eines buddhistischen Menschen kommt, wie zum Beispiel das Gespräch zwischen dem König Milinda und dem buddhistischen Weisen Nagasena, solche Dinge sprechen deutlich dafür, daß so, wie wir von der Ich-Natur des Menschen sprechen müssen, innerhalb des Buddhismus nicht über die Ich-Natur gesprochen werden kann. Wir müssen es begreifen, daß es für einen echten Bekenner des Buddhismus sogar eine Ketzerei ist, wenn über die Ich-Natur so gesprochen wird, wie wir es vertreten müssen. Deshalb ist es notwendig, uns über die Ich-Natur zu verständigen.
[ 3 ] Was wir das menschliche Ich nennen, was wir bei jedem Menschen — und sei es der höchste Adept — als von Inkarnation zu Inkarnation gehend auffassen, von diesem menschlichen Ich — das haben wir gestern zum Schluß angeführt — können wir bei dem Jesus von Nazareth nur sprechen von der Geburt bis zur Johannes-Taufe im Jordan. Dann, nach der Johannes-Taufe, haben wir zwar in der Wesenheit des Christus Jesus noch vor uns den physischen Leib, Ätherleib und Astralleib des Jesus von Nazareth, aber jetzt sind diese äußeren menschlichen Hüllen bewohnt — nicht von einem menschlichen Ich, sondern von einem kosmischen Wesen, das wir als das Christus-Wesen uns nun schon in jahrelangen Bemühungen dem Verständnis durch Worte nahezubringen versuchen. Sobald man nämlich die ganze Wesenheit des Christus Jesus versteht, ist es eigentlich ganz selbstverständlich, daß man für den Christus Jesus eine jegliche Art der physischen, der fleischlichen Wiederverkörperung ablehnen muß, und daß die in meinem Mysteriendrama «Die Prüfung der Seele» gebrauchte Wendung von dem nur einmaligen Vorhandensein des Christus in einem fleischlichen Leibe ganz wörtlich und ernst genommen werden muß. Wir müssen demnach zuerst uns beschäftigen mit der Wesenheit, mit der Natur des menschlichen Ich, gerade mit demjenigen also, über das sozusagen vollständig hinaus sein mußte die Christus Jesus-Wesenheit von der Johannes-Taufe im Jordan an bis zum Mysterium von Golgatha.
[ 3 ] Was wir das menschliche Ich nennen, was wir bei jedem Menschen — und sei es der höchste Adept — als von Inkarnation zu Inkarnation gehend auffassen, von diesem menschlichen Ich — das haben wir gestern zum Schluß angeführt — können wir bei dem Jesus von Nazareth nur sprechen von der Geburt bis zur Johannes-Taufe im Jordan. Dann, nach der Johannes-Taufe, haben wir zwar in der Wesenheit des Christus Jesus noch vor uns den physischen Leib, Ätherleib und Astralleib des Jesus von Nazareth, aber jetzt sind diese äußeren menschlichen Hüllen bewohnt — nicht von einem menschlichen Ich, sondern von einem kosmischen Wesen, das wir als das Christus-Wesen uns nun schon in jahrelangen Bemühungen dem Verständnis durch Worte nahezubringen versuchen. Sobald man nämlich die ganze Wesenheit des Christus Jesus versteht, ist es eigentlich ganz selbstverständlich, daß man für den Christus Jesus eine jegliche Art der physischen, der fleischlichen Wiederverkörperung ablehnen muß, und daß die in meinem Mysteriendrama «Die Prüfung der Seele» gebrauchte Wendung von dem nur einmaligen Vorhandensein des Christus in einem fleischlichen Leibe ganz wörtlich und ernst genommen werden muß. Wir müssen demnach zuerst uns beschäftigen mit der Wesenheit, mit der Natur des menschlichen Ich, gerade mit demjenigen also, über das sozusagen vollständig hinaus sein mußte die Christus Jesus-Wesenheit von der Johannes-Taufe im Jordan an bis zum Mysterium von Golgatha.
[ 4 ] Aus den früheren Vorträgen, wo gezeigt worden ist, daß der Entwickelung der Erde voraufgegangen ist ein Saturndasein, ein Sonnendasein, ein Monddasein, und daß auf diese drei planetarischen Verkörperungen die vierte, unsere eigene Erdenverkörperung gefolgt ist, — aus solchen Vorträgen wissen Sie, daß erst innerhalb unserer Erde, innerhalb des vierten der planetarischen Zustände, die nötig waren, um unsere Erde mit allen ihren Wesen zustande zu bringen, dasjenige mit der menschlichen Natur in eine Verbindung treten konnte, was wir das menschliche Ich nennen. Wie wir für die alte Saturnzeit sprechen von dem Beginn des physischen Leibes, so sprechen wir bei der alten Sonnenzeit von der ersten Entwickelung des Ätherleibes, bei dem Mondendasein von der ersten Entwickelung des Astralleibes und erst bei der Erdentwickelung von der Entfaltung des Ich. Das wäre die ganze Sache geschichtlich, kosmisch-geschichtlich betrachtet. Wie stellt sich denn aber die Sache, wenn wir den Menschen ansehen?
[ 4 ] Aus den früheren Vorträgen, wo gezeigt worden ist, daß der Entwickelung der Erde voraufgegangen ist ein Saturndasein, ein Sonnendasein, ein Monddasein, und daß auf diese drei planetarischen Verkörperungen die vierte, unsere eigene Erdenverkörperung gefolgt ist, — aus solchen Vorträgen wissen Sie, daß erst innerhalb unserer Erde, innerhalb des vierten der planetarischen Zustände, die nötig waren, um unsere Erde mit allen ihren Wesen zustande zu bringen, dasjenige mit der menschlichen Natur in eine Verbindung treten konnte, was wir das menschliche Ich nennen. Wie wir für die alte Saturnzeit sprechen von dem Beginn des physischen Leibes, so sprechen wir bei der alten Sonnenzeit von der ersten Entwickelung des Ätherleibes, bei dem Mondendasein von der ersten Entwickelung des Astralleibes und erst bei der Erdentwickelung von der Entfaltung des Ich. Das wäre die ganze Sache geschichtlich, kosmisch-geschichtlich betrachtet. Wie stellt sich denn aber die Sache, wenn wir den Menschen ansehen?
[ 5 ] Da wissen wir aus unseren bisherigen Betrachtungen, daß, wenn auch der Keim des Ich schon in der lemurischen Zeit in die menschliche Wesenheit gelegt worden ist, eine Möglichkeit, zum Ich-Bewußtsein zu kommen, für den Menschen erst eingetreten ist gegen das Ende der atlantischen Zeit, und daß eigentlich auch dann noch dieses Ich-Bewußtsein sehr dämmerhaft und dunkel war. Ja, auch noch nach der atlantischen Zeit, durch die verschiedenen Kulturperioden hindurch, die dem Mysterium von Golgatha voraufgegangen sind, war verhältnismäßig lange noch das Ich-Bewußtsein ein dumpfes, traumhaftes, dämmerhaftes. Und wenn Sie die Entwickelung des hebräischen Volkes ins Auge fassen, wird Ihnen klar sein, daß gerade bei diesem Volke das Ich-Bewußtsein in einer sehr eigenartigen Weise zum Ausdruck gekommen ist. Es war eine Art von Volks-Ich, welches gelebt hat in jedem einzelnen Gliede des althebräischen Volkes; und im Grunde genommen hat jeder Angehörige dieses Volkes sein Ich hinaufgeleitet bis zum fleischlichen Stammvater, bis zu Abraham. Deshalb können wir sagen: Das Ich eines Gliedes des althebräischen Volkes ist noch ein solches, das wir als ein Gruppen-Ich, ein VolksGruppen-Ich bezeichnen. Es ist das Bewußtsein da noch nicht durchgedrungen bis zum individuellen Einzelwesen des Menschen. Warum ist das so? Aus dem Grunde, weil jenes Gefüge der viergliedrigen Menschenwesenheit, das wir heute als das normale ansehen, erst nach und nach im Laufe der Erdentwickelung sich herausgebildet hat, und weil im Grunde genommen erst gegen Ende der atlantischen Zeit der noch weit außer dem physischen Leib befindliche Teil des Ätherleibes nach und nach hineingezogen ist in den physischen Leib. Und erst indem diese eigentümliche Organisation sich herausgebildet hat, die wir jetzt als die normale mit dem hellseherischen Bewußtsein erkennen, daß nämlich der physische Leib und der Ätherleib sich ungefähr decken, erst dann ist die Möglichkeit für den Menschen gegeben worden, das Ich-Bewußtsein zu entfalten. Aber dieses Ich-Bewußtsein tritt uns in einer sehr eigentümlichen Art entgegen. Machen wir uns allmählich und langsam eine Vorstellung, wie uns dieses Ich-Bewußtsein beim Menschen entgegentritt!
[ 5 ] Da wissen wir aus unseren bisherigen Betrachtungen, daß, wenn auch der Keim des Ich schon in der lemurischen Zeit in die menschliche Wesenheit gelegt worden ist, eine Möglichkeit, zum Ich-Bewußtsein zu kommen, für den Menschen erst eingetreten ist gegen das Ende der atlantischen Zeit, und daß eigentlich auch dann noch dieses Ich-Bewußtsein sehr dämmerhaft und dunkel war. Ja, auch noch nach der atlantischen Zeit, durch die verschiedenen Kulturperioden hindurch, die dem Mysterium von Golgatha voraufgegangen sind, war verhältnismäßig lange noch das Ich-Bewußtsein ein dumpfes, traumhaftes, dämmerhaftes. Und wenn Sie die Entwickelung des hebräischen Volkes ins Auge fassen, wird Ihnen klar sein, daß gerade bei diesem Volke das Ich-Bewußtsein in einer sehr eigenartigen Weise zum Ausdruck gekommen ist. Es war eine Art von Volks-Ich, welches gelebt hat in jedem einzelnen Gliede des althebräischen Volkes; und im Grunde genommen hat jeder Angehörige dieses Volkes sein Ich hinaufgeleitet bis zum fleischlichen Stammvater, bis zu Abraham. Deshalb können wir sagen: Das Ich eines Gliedes des althebräischen Volkes ist noch ein solches, das wir als ein Gruppen-Ich, ein VolksGruppen-Ich bezeichnen. Es ist das Bewußtsein da noch nicht durchgedrungen bis zum individuellen Einzelwesen des Menschen. Warum ist das so? Aus dem Grunde, weil jenes Gefüge der viergliedrigen Menschenwesenheit, das wir heute als das normale ansehen, erst nach und nach im Laufe der Erdentwickelung sich herausgebildet hat, und weil im Grunde genommen erst gegen Ende der atlantischen Zeit der noch weit außer dem physischen Leib befindliche Teil des Ätherleibes nach und nach hineingezogen ist in den physischen Leib. Und erst indem diese eigentümliche Organisation sich herausgebildet hat, die wir jetzt als die normale mit dem hellseherischen Bewußtsein erkennen, daß nämlich der physische Leib und der Ätherleib sich ungefähr decken, erst dann ist die Möglichkeit für den Menschen gegeben worden, das Ich-Bewußtsein zu entfalten. Aber dieses Ich-Bewußtsein tritt uns in einer sehr eigentümlichen Art entgegen. Machen wir uns allmählich und langsam eine Vorstellung, wie uns dieses Ich-Bewußtsein beim Menschen entgegentritt!
[ 6 ] Ich habe Sie gestern darauf aufmerksam gemacht, wie Menschen gesprochen haben, die mit aller Intellektualität der Gegenwart, mit aller Verständigkeit der Zeit gestellt wurden vor die Auferstehungsfrage; wie sie sagen: Wenn ich zugeben muß, was echte Paulinische Lehre ist für die Auferstehung, dann muß ich einen Riß machen in meine ganze Weltanschauung. — So sagen die Menschen der Gegenwart, die Menschen, die also aus ihrer Seele herausziehen können alles, was zu unserem gegenwärtigen Verstande gehört. Es ist solchen Menschen, die so sprechen, ganz gewiß außerordentlich fernliegend, was jetzt gesagt werden muß.
[ 6 ] Ich habe Sie gestern darauf aufmerksam gemacht, wie Menschen gesprochen haben, die mit aller Intellektualität der Gegenwart, mit aller Verständigkeit der Zeit gestellt wurden vor die Auferstehungsfrage; wie sie sagen: Wenn ich zugeben muß, was echte Paulinische Lehre ist für die Auferstehung, dann muß ich einen Riß machen in meine ganze Weltanschauung. — So sagen die Menschen der Gegenwart, die Menschen, die also aus ihrer Seele herausziehen können alles, was zu unserem gegenwärtigen Verstande gehört. Es ist solchen Menschen, die so sprechen, ganz gewiß außerordentlich fernliegend, was jetzt gesagt werden muß.
[ 7 ] Aber wäre es denn nicht möglich, daß solche Menschen einmal folgende Überlegung anstellten: Gut, könnten sie sagen, ich muß einen Rifß machen in meine ganze Verstandesanschauung; in alles, was ich intellektuell denken kann, muß ich einen Riß machen, wenn ich die Auferstehung annehmen soll. Ist das aber ein Grund, sie abzulehnen? Ist es die einzige Möglichkeit, weil unser Verständnis diese Auferstehung nicht begreift und sie als ein Wunder ansehen soll, über diesen Zwiespalt dadurch hinüberzugelangen, daß wir die Auferstehung ablehnen? Gäbe es nicht noch eine andere Möglichkeit? — Diese andere Möglichkeit kommt dem modernen Menschen gar nicht leicht; sie würde sich nämlich darin ausdrücken, daß sich der Mensch sagte: Vielleicht liegt es nicht an der Auferstehung, daß ich sie nicht begreifen kann, sondern vielleicht liegt es an meinem Verstande; vielleicht ist mein Verstand nur nicht geeignet, um die Auferstehung zu verstehen!
[ 7 ] Aber wäre es denn nicht möglich, daß solche Menschen einmal folgende Überlegung anstellten: Gut, könnten sie sagen, ich muß einen Rifß machen in meine ganze Verstandesanschauung; in alles, was ich intellektuell denken kann, muß ich einen Riß machen, wenn ich die Auferstehung annehmen soll. Ist das aber ein Grund, sie abzulehnen? Ist es die einzige Möglichkeit, weil unser Verständnis diese Auferstehung nicht begreift und sie als ein Wunder ansehen soll, über diesen Zwiespalt dadurch hinüberzugelangen, daß wir die Auferstehung ablehnen? Gäbe es nicht noch eine andere Möglichkeit? — Diese andere Möglichkeit kommt dem modernen Menschen gar nicht leicht; sie würde sich nämlich darin ausdrücken, daß sich der Mensch sagte: Vielleicht liegt es nicht an der Auferstehung, daß ich sie nicht begreifen kann, sondern vielleicht liegt es an meinem Verstande; vielleicht ist mein Verstand nur nicht geeignet, um die Auferstehung zu verstehen!
[ 8 ] So wenig man in unserer Gegenwart diese Sache ganz ernst nehmen wird, so darf doch gesagt werden: den modernen Menschen hindert sein Hochmut, eben weil er gar nicht daran denkt, daß darin ein Hochmut sitzen könnte, seinen Verstand inbezug auf diese Frage für inkompetent zu erklären. Denn was könnte erklärlicher sein: Zu sagen, was meine Verstandesanschauung zerreißt, das lehne ich ab, oder sich zu sagen, was eben erwähnt worden ist, daß der Verstand vielleicht nicht kompetent sein könnte? Das letztere läßt aber der Hochmut nicht zu.
[ 8 ] So wenig man in unserer Gegenwart diese Sache ganz ernst nehmen wird, so darf doch gesagt werden: den modernen Menschen hindert sein Hochmut, eben weil er gar nicht daran denkt, daß darin ein Hochmut sitzen könnte, seinen Verstand inbezug auf diese Frage für inkompetent zu erklären. Denn was könnte erklärlicher sein: Zu sagen, was meine Verstandesanschauung zerreißt, das lehne ich ab, oder sich zu sagen, was eben erwähnt worden ist, daß der Verstand vielleicht nicht kompetent sein könnte? Das letztere läßt aber der Hochmut nicht zu.
[ 9 ] Nun müßte natürlich der Anthroposoph über diesen Hochmut durch Selbsterziehung hinauskommen; und es müßte verhältnismäßig dem wahren, echten anthroposophischen Herzen nicht ferne liegen, sich zu sagen, mein Verstand ist vielleicht nicht kompetent, um über die Auferstehung zu entscheiden. Aber dann kommt für den Anthroposophen eine andere Schwierigkeit, die nämlich, daß er nun doch eine solche Antwort begreifen muß, warum der Verstand, der Intellekt des Menschen nicht geeignet sein könnte, um die größte Tatsache der menschlichen Entwickelung zu begreifen. Die Antwort auf diese Frage können wir uns dadurch geben, daß wir zunächst einmal etwas genauer eingehen auf das eigentliche Wesen des menschlichen Verstandes. Erinnern möchte ich dabei an meine Münchner Vorträge «Weltenwunder, Seelenprüfungen und Geistesoffenbarungen», wovon ich jetzt nur — soweit wir es brauchen — ganz kurz den Inhalt angeben will.
[ 9 ] Nun müßte natürlich der Anthroposoph über diesen Hochmut durch Selbsterziehung hinauskommen; und es müßte verhältnismäßig dem wahren, echten anthroposophischen Herzen nicht ferne liegen, sich zu sagen, mein Verstand ist vielleicht nicht kompetent, um über die Auferstehung zu entscheiden. Aber dann kommt für den Anthroposophen eine andere Schwierigkeit, die nämlich, daß er nun doch eine solche Antwort begreifen muß, warum der Verstand, der Intellekt des Menschen nicht geeignet sein könnte, um die größte Tatsache der menschlichen Entwickelung zu begreifen. Die Antwort auf diese Frage können wir uns dadurch geben, daß wir zunächst einmal etwas genauer eingehen auf das eigentliche Wesen des menschlichen Verstandes. Erinnern möchte ich dabei an meine Münchner Vorträge «Weltenwunder, Seelenprüfungen und Geistesoffenbarungen», wovon ich jetzt nur — soweit wir es brauchen — ganz kurz den Inhalt angeben will.


[ 10 ] Was wir innerlich seelisch verarbeiten, das ist seinem Inhalte nach nicht in unserem gegenwärtigen physischen Leib; sondern das ist seinem Inhalte nach innerhalb unserer Organisation nur so weit, daß es bis zum Ätherleibe des Menschen geht. Unsere Gedanken, Gefühle und Empfindungen, dem Inhalte nach, spielen zunächst bis zu unserem Ätherleib. Um uns das klarzumachen, denken wir uns unsere menschliche Wesenheit, insofern sie besteht aus Ich, Astralleib und Ätherleib, symbolisiert, zusammengefügt als eine elliptische Fläche. Das sei graphisch, schematisch dargestellt, was wir in dieser Beziehung unsere Innerlichkeit nennen können, was wir seelisch erleben können und was so weit geht, daß es sich noch in den Strömungen und Kräften des Ätherleibes zum Ausdruck bringt. Wenn wir einen Gedanken, eine Empfindung fassen, so ist das in unserem Seelenwesen in drei Gliedern, die wir uns in der folgenden Figur vorstellen. Es gibt nun schlechterdings innerhalb unseres Seelenlebens nichts, was nicht gerade in dieser Weise in uns wäre. Wenn nun der Mensch mit seinem gewöhnlichen irdischen Bewußtsein seine Seelenerlebnisse nur so hätte, wie ich sie jetzt geschildert habe, so erlebte er sie zwar, könnte sich ihrer aber nicht bewußt werden; sie würden unbewußt Seelenerlebnisse bleiben. Bewußt werden unsere Seelenerlebnisse uns erst durch einen Vorgang, den wir uns begreiflich machen können, wenn wir folgendes Gleichnis gebrauchen. Denken Sie, Sie gehen in einer Richtung und schauen geradeaus, und denken Sie, Sie hießen «Müller». Indem Sie so geradeaus gehen, sehen Sie den «Müller» nicht, dennoch sind Sie es, erleben es, sind die Wesenheit «Müller». Und denken Sie weiter, indem Sie so hingehen, schiebt Ihnen jemand einen Spiegel vor: jetzt steht der «Müller» vor Ihnen. Was Sie früher erlebt haben, sehen Sie jetzt; das tritt Ihnen im Spiegel entgegen. — So ist es mit dem gesamten Seelenleben des Menschen: der Mensch erlebt es, wird sich dessen aber nicht bewußt, wenn ihm nicht ein Spiegel entgegengehalten wird. Und für das Seelenleben ist der Spiegel nichts anderes als der physische Leib. Daher können wir den physischen Leib jetzt schematisch als die äußere Hülle zeichnen, und die Empfindungen oder Gedanken werden zurückgeworfen durch die Hülle des physischen Leibes. Dadurch werden uns die Vorgänge bewußt. So ist für uns als irdische Menschen der physische Menschenleib in Wahrheit ein Spiegelungsapparat.
[ 10 ] Was wir innerlich seelisch verarbeiten, das ist seinem Inhalte nach nicht in unserem gegenwärtigen physischen Leib; sondern das ist seinem Inhalte nach innerhalb unserer Organisation nur so weit, daß es bis zum Ätherleibe des Menschen geht. Unsere Gedanken, Gefühle und Empfindungen, dem Inhalte nach, spielen zunächst bis zu unserem Ätherleib. Um uns das klarzumachen, denken wir uns unsere menschliche Wesenheit, insofern sie besteht aus Ich, Astralleib und Ätherleib, symbolisiert, zusammengefügt als eine elliptische Fläche. Das sei graphisch, schematisch dargestellt, was wir in dieser Beziehung unsere Innerlichkeit nennen können, was wir seelisch erleben können und was so weit geht, daß es sich noch in den Strömungen und Kräften des Ätherleibes zum Ausdruck bringt. Wenn wir einen Gedanken, eine Empfindung fassen, so ist das in unserem Seelenwesen in drei Gliedern, die wir uns in der folgenden Figur vorstellen. Es gibt nun schlechterdings innerhalb unseres Seelenlebens nichts, was nicht gerade in dieser Weise in uns wäre. Wenn nun der Mensch mit seinem gewöhnlichen irdischen Bewußtsein seine Seelenerlebnisse nur so hätte, wie ich sie jetzt geschildert habe, so erlebte er sie zwar, könnte sich ihrer aber nicht bewußt werden; sie würden unbewußt Seelenerlebnisse bleiben. Bewußt werden unsere Seelenerlebnisse uns erst durch einen Vorgang, den wir uns begreiflich machen können, wenn wir folgendes Gleichnis gebrauchen. Denken Sie, Sie gehen in einer Richtung und schauen geradeaus, und denken Sie, Sie hießen «Müller». Indem Sie so geradeaus gehen, sehen Sie den «Müller» nicht, dennoch sind Sie es, erleben es, sind die Wesenheit «Müller». Und denken Sie weiter, indem Sie so hingehen, schiebt Ihnen jemand einen Spiegel vor: jetzt steht der «Müller» vor Ihnen. Was Sie früher erlebt haben, sehen Sie jetzt; das tritt Ihnen im Spiegel entgegen. — So ist es mit dem gesamten Seelenleben des Menschen: der Mensch erlebt es, wird sich dessen aber nicht bewußt, wenn ihm nicht ein Spiegel entgegengehalten wird. Und für das Seelenleben ist der Spiegel nichts anderes als der physische Leib. Daher können wir den physischen Leib jetzt schematisch als die äußere Hülle zeichnen, und die Empfindungen oder Gedanken werden zurückgeworfen durch die Hülle des physischen Leibes. Dadurch werden uns die Vorgänge bewußt. So ist für uns als irdische Menschen der physische Menschenleib in Wahrheit ein Spiegelungsapparat.


[ 11 ] Wenn Sie in dieser Weise immer tiefer und tiefer in das Wesen des menschlichen Seelenlebens und in das Wesen des menschlichen Bewußtseins eindringen, können Sie unmöglich alle diejenigen Dinge, die immer wieder und wieder von dem Materialismus der spirituellen Weltauffassung entgegengebracht werden, irgendwie gefährlich oder bedeutsam finden. Denn es ist natürlich ein vollständiger Unsinn, daraus zum Beispiel, daß bei irgendeiner Beschädigung des Spiegelungsapparates das seelische Erleben für das Bewußtsein aufhört wahrgenommen zu werden, den Schluß zu ziehen, daß dieses seelische Erleben selbst an den Spiegelapparat gebunden wäre. Denn wenn jemand den Spiegel zerbricht, dem Sie entgegengehen, und durch den Sie sich wahrnehmen, zerbricht er nicht Sie, sondern Sie verschwinden nur vor Ihrem Blick. So ist es, wenn der Spiegelapparat für das Seelenleben, das Gehirn, zerstört wird: es hört die Wahrnehmung auf; aber das Seelenleben selbst, insofern es im Ätherleib und Astralleib abläuft, wird gar nicht davon berührt.
[ 11 ] Wenn Sie in dieser Weise immer tiefer und tiefer in das Wesen des menschlichen Seelenlebens und in das Wesen des menschlichen Bewußtseins eindringen, können Sie unmöglich alle diejenigen Dinge, die immer wieder und wieder von dem Materialismus der spirituellen Weltauffassung entgegengebracht werden, irgendwie gefährlich oder bedeutsam finden. Denn es ist natürlich ein vollständiger Unsinn, daraus zum Beispiel, daß bei irgendeiner Beschädigung des Spiegelungsapparates das seelische Erleben für das Bewußtsein aufhört wahrgenommen zu werden, den Schluß zu ziehen, daß dieses seelische Erleben selbst an den Spiegelapparat gebunden wäre. Denn wenn jemand den Spiegel zerbricht, dem Sie entgegengehen, und durch den Sie sich wahrnehmen, zerbricht er nicht Sie, sondern Sie verschwinden nur vor Ihrem Blick. So ist es, wenn der Spiegelapparat für das Seelenleben, das Gehirn, zerstört wird: es hört die Wahrnehmung auf; aber das Seelenleben selbst, insofern es im Ätherleib und Astralleib abläuft, wird gar nicht davon berührt.
[ 12 ] Nun fragen wir weiter: Kommt nicht gerade jetzt, wo wir dieses einsehen, die Wesenheit und die Natur unseres physischen Leibes gar sehr in Betracht? — Eine leichte Überlegung kann Ihnen zeigen, daß wir ohne Bewußtsein zu keinem Ich kommen können, nämlich zu keinem Bewußtsein vom Ich. Wenn wir kein Bewußtsein entwickeln, können wir auch zu keinem Ich kommen. Daß wir uns auf der Erde das Ich-Bewußstsein aneignen können, dazu muß unser physischer Leib mit der Gehirnorganisation ein Spiegelapparat sein. Wir müssen lernen, an der Spiegelung uns unser selbst bewußt zu werden; und hätten wir keinen Spiegelapparat, so könnten wir uns nicht unser selbst bewußt werden. Wie ist aber dieser Spiegel?
[ 12 ] Nun fragen wir weiter: Kommt nicht gerade jetzt, wo wir dieses einsehen, die Wesenheit und die Natur unseres physischen Leibes gar sehr in Betracht? — Eine leichte Überlegung kann Ihnen zeigen, daß wir ohne Bewußtsein zu keinem Ich kommen können, nämlich zu keinem Bewußtsein vom Ich. Wenn wir kein Bewußtsein entwickeln, können wir auch zu keinem Ich kommen. Daß wir uns auf der Erde das Ich-Bewußstsein aneignen können, dazu muß unser physischer Leib mit der Gehirnorganisation ein Spiegelapparat sein. Wir müssen lernen, an der Spiegelung uns unser selbst bewußt zu werden; und hätten wir keinen Spiegelapparat, so könnten wir uns nicht unser selbst bewußt werden. Wie ist aber dieser Spiegel?
[ 13 ] Da zeigt sich uns nun, wenn wir eingehen auf die okkulten Forschungen, die zurückgehen durch das Lesen der Akasha-Chronik bis zum Ursprunge unseres Erdendaseins, daß in der Tat gerade im Beginne des Erdendaseins dieser Spiegelapparat, der äußere physische Leib, durch den luziferischen Einfluß anders geworden ist, als er geworden wäre, wenn der luziferische Einfluß nicht vorhanden gewesen wäre. Wir haben es uns ja gestern klargemacht, was dieser physische Leib für den Erdenmenschen geworden ist. Er ist etwas, was zerfällt, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet. Wir haben aber gesagt, was da zerfällt, ist nicht dasjenige, was sozusagen die göttlichen Geister durch vier planetarische Zustände vorbereitet haben, damit es auf der Erde zum physischen Leib hat werden sollen; sondern was wir gestern als das Phantom bezeichnet haben, das gehört zum physischen Leibe als etwas, was wie ein Formleib die materiellen Teile, welche unserm physischen Leibe einverwoben sind, durchdringt und zu gleicher Zeit zusammenhält. Wäre kein luziferischer Einfluß geschehen, dann hätte der Mensch im Beginne des Erdendaseins in voller Kraft dieses Phantom mit seinem physischen Leibe bekommen. Nun aber drangen in die menschliche Organisation, insofern sie besteht aus physischem Leib, Ätherleib und Astralleib, die luziferischen Einflüsse ein, und die Folge davon war die Zerstörung des Phantoms des physischen Leibes. Das ist es, wie wir sehen werden, was uns in der Bibel symbolisch mit dem Sündenfall ausgedrückt wird, und mit der Tatsache, wie es im Alten Testament gesagt wird, daß auf den Sündenfall der Tod folgte. Der Tod war eben die Zerstörung des Phantoms des physischen Leibes. Und die Folge davon war, daß der Mensch zerfallen sehen muß seinen physischen Leib, wenn er durch die Pforte des Todes schreitet. Diesen zerfallenden physischen Leib, dem die Kraft des Phantoms mangelt, hat der Mensch überhaupt sein ganzes Erdenleben hindurch, von der Geburt bis zum Tode. Das Zerfallen ist fortwährend eigentlich vorhanden, und das Zersetztwerden, der Tod des physischen Leibes, ist nur der letzte Prozeß, der Schlußstein einer fortdauernden Entwickelung, die im Grunde genommen fortwährend geschieht. Denn wenn nicht in gleicher Art, wie die Zerstörung des Phantoms vor sich geht, durch Aufbauprozesse diesem Abbauen entgegengetreten wird, kommt es schließlich zu dem, was wir den Tod nennen.
[ 13 ] Da zeigt sich uns nun, wenn wir eingehen auf die okkulten Forschungen, die zurückgehen durch das Lesen der Akasha-Chronik bis zum Ursprunge unseres Erdendaseins, daß in der Tat gerade im Beginne des Erdendaseins dieser Spiegelapparat, der äußere physische Leib, durch den luziferischen Einfluß anders geworden ist, als er geworden wäre, wenn der luziferische Einfluß nicht vorhanden gewesen wäre. Wir haben es uns ja gestern klargemacht, was dieser physische Leib für den Erdenmenschen geworden ist. Er ist etwas, was zerfällt, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet. Wir haben aber gesagt, was da zerfällt, ist nicht dasjenige, was sozusagen die göttlichen Geister durch vier planetarische Zustände vorbereitet haben, damit es auf der Erde zum physischen Leib hat werden sollen; sondern was wir gestern als das Phantom bezeichnet haben, das gehört zum physischen Leibe als etwas, was wie ein Formleib die materiellen Teile, welche unserm physischen Leibe einverwoben sind, durchdringt und zu gleicher Zeit zusammenhält. Wäre kein luziferischer Einfluß geschehen, dann hätte der Mensch im Beginne des Erdendaseins in voller Kraft dieses Phantom mit seinem physischen Leibe bekommen. Nun aber drangen in die menschliche Organisation, insofern sie besteht aus physischem Leib, Ätherleib und Astralleib, die luziferischen Einflüsse ein, und die Folge davon war die Zerstörung des Phantoms des physischen Leibes. Das ist es, wie wir sehen werden, was uns in der Bibel symbolisch mit dem Sündenfall ausgedrückt wird, und mit der Tatsache, wie es im Alten Testament gesagt wird, daß auf den Sündenfall der Tod folgte. Der Tod war eben die Zerstörung des Phantoms des physischen Leibes. Und die Folge davon war, daß der Mensch zerfallen sehen muß seinen physischen Leib, wenn er durch die Pforte des Todes schreitet. Diesen zerfallenden physischen Leib, dem die Kraft des Phantoms mangelt, hat der Mensch überhaupt sein ganzes Erdenleben hindurch, von der Geburt bis zum Tode. Das Zerfallen ist fortwährend eigentlich vorhanden, und das Zersetztwerden, der Tod des physischen Leibes, ist nur der letzte Prozeß, der Schlußstein einer fortdauernden Entwickelung, die im Grunde genommen fortwährend geschieht. Denn wenn nicht in gleicher Art, wie die Zerstörung des Phantoms vor sich geht, durch Aufbauprozesse diesem Abbauen entgegengetreten wird, kommt es schließlich zu dem, was wir den Tod nennen.
[ 14 ] Wäre nun kein luziferischer Einfluß geschehen, so wäre im physischen Leibe ein Gleichgewicht vorhanden zwischen den zerstörenden und den aufbauenden Kräften. Dann aber wäre alles in der menschlichen Natur im Erdendasein anders geworden; dann gäbe es zum Beispiel keinen solchen Verstand, der die Auferstehung nicht begreifen kann. Denn was ist das für ein Verstand, den der Mensch hat, mit dem er die Auferstehung nicht begreifen kann? Das ist der Verstand, der an das Zerfallen des physischen Leibes gebunden ist, und der so, wie er ist, deshalb besteht, weil der Mensch in sich aufgenommen hat durch den luziferischen Einfluß die Zerstörung des Phantoms des physischen Leibes. Deshalb ist der menschliche Verstand, der menschliche Intellekt so dünn, so fadenscheinig geworden, daß er nicht in sich hereinnehmen kann die großen Prozesse der kosmischen Entwickelung; er sieht sie als Wunder an, oder er sagt, er könne sie nicht begreifen. Wenn der luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, wäre der menschliche Verstand durch alles, was ihm zugedacht war, so geworden — wegen der dann im menschlichen Leibe befindlichen aufbauenden Kräfte, die den zerstörenden die Waage gehalten hätten —, daß der Mensch mit dem Verstande einsehen würde den aufbauenden Prozeß, wie man ein Experiment im Laboratorium einsieht. So ist aber unser Verstand so geworden, daß er nur an der Oberfläche der Dinge bleibt und nicht in die Tiefen der kosmischen Dinge sieht.
[ 14 ] Wäre nun kein luziferischer Einfluß geschehen, so wäre im physischen Leibe ein Gleichgewicht vorhanden zwischen den zerstörenden und den aufbauenden Kräften. Dann aber wäre alles in der menschlichen Natur im Erdendasein anders geworden; dann gäbe es zum Beispiel keinen solchen Verstand, der die Auferstehung nicht begreifen kann. Denn was ist das für ein Verstand, den der Mensch hat, mit dem er die Auferstehung nicht begreifen kann? Das ist der Verstand, der an das Zerfallen des physischen Leibes gebunden ist, und der so, wie er ist, deshalb besteht, weil der Mensch in sich aufgenommen hat durch den luziferischen Einfluß die Zerstörung des Phantoms des physischen Leibes. Deshalb ist der menschliche Verstand, der menschliche Intellekt so dünn, so fadenscheinig geworden, daß er nicht in sich hereinnehmen kann die großen Prozesse der kosmischen Entwickelung; er sieht sie als Wunder an, oder er sagt, er könne sie nicht begreifen. Wenn der luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, wäre der menschliche Verstand durch alles, was ihm zugedacht war, so geworden — wegen der dann im menschlichen Leibe befindlichen aufbauenden Kräfte, die den zerstörenden die Waage gehalten hätten —, daß der Mensch mit dem Verstande einsehen würde den aufbauenden Prozeß, wie man ein Experiment im Laboratorium einsieht. So ist aber unser Verstand so geworden, daß er nur an der Oberfläche der Dinge bleibt und nicht in die Tiefen der kosmischen Dinge sieht.
[ 15 ] Es müßte also jemand, der diese Verhältnisse richtig charakteristeren wollte, sagen: Im Beginne unseres Erdendaseins ist durch den luziferischen Einfluß der physische Leib nicht so geworden, wie er hätte werden sollen durch den Willen der Mächte, die durch Saturn, Sonne und Mond gewirkt haben; sondern es hat sich ihm eingegliedert ein Zerstörungsprozeß. Und der Mensch lebt fortan — seit dem Beginn des Erdendaseins — in einem physischen Leib, der der Zerstörung unterworfen ist, der nicht in entsprechender Weise den zerstörenden Kräften entgegensetzen kann die aufbauenden Kräfte.
[ 15 ] Es müßte also jemand, der diese Verhältnisse richtig charakteristeren wollte, sagen: Im Beginne unseres Erdendaseins ist durch den luziferischen Einfluß der physische Leib nicht so geworden, wie er hätte werden sollen durch den Willen der Mächte, die durch Saturn, Sonne und Mond gewirkt haben; sondern es hat sich ihm eingegliedert ein Zerstörungsprozeß. Und der Mensch lebt fortan — seit dem Beginn des Erdendaseins — in einem physischen Leib, der der Zerstörung unterworfen ist, der nicht in entsprechender Weise den zerstörenden Kräften entgegensetzen kann die aufbauenden Kräfte.
[ 16 ] So wäre es denn also wahr, was dem modernen Menschen so töricht erscheint: daß doch eine geheime Beziehung ist zwischen dem, was durch die Wirkung Luzifers geschehen ist, und dem Tode! Und sehen wir jetzt diese Wirkung einmal an. Welches war denn die Wirkung dieser Zerstörung des physischen Leibes? — Hätten wir den physischen Leib vollständig, wie er uns im Beginne des Erdendaseins zugedacht war, so würden sich unsere Seelenkräfte in ganz anderer Weise spiegeln, und wir würden dann erst wahrhaftig wissen, was wir sind. So wissen wir nicht, was wir sind, weil uns der physische Leib nicht in seiner Vollständigkeit gegeben ist. Wir sprechen allerdings von der Natur und Wesenheit des Ich des Menschen; aber fragen wir einmal: Wie weit kennt denn der Mensch das Ich? So zweifelhaft ist das Ich, daß es der Buddhismus sogar leugnen kann als von einer Inkarnation zur andern gehend. So zweifelhaft ist es, daß das Griechentum in eine tragische Stimmung verfallen konnte, die wir mit den Worten des griechischen Heros ausdrückten: Lieber ein Bettler sein in der Oberwelt, als ein König im Reiche der Schatten! Nichts Geringeres war damit gesagt, als daß der Grieche wegen der Schätzung des physischen Leibes, das heißt dessen, was das Phantom ausmacht, und wegen der Zerstörung des physischen Leibes, sich unglücklich fühlte gegenüber dem Hinschwinden und Hindämmern des Ich, weil er fühlte, daß das Ich nur beim Ichbewußtsein bestehen kann. Und indem er zerfallen sah die Form des physischen Leibes, graute ihm bei dem Gedanken, daß sein Ich hindämmere; dieses Ich, das nur dadurch hervorgeht, daß es sich spiegelt an der Form des physischen Leibes. Und wenn wir verfolgen die menschliche Entwickelung vom Erdenanfang bis zum Mysterium von Golgatha, so finden wir, daß der Prozeß, den wir eben angedeutet haben, sich in einem immer steigenderen Maße zeigt. Das können wir schon daraus ersehen, daß zum Beispiel in älteren Zeiten niemand sich gefunden haben würde, der in solcher radikalen Art die Vernichtung des physischen Leibes gepredigt haben würde, wie sie Gotama Buddha gepredigt hat. Dazu war erst notwendig, daß dieser Zerfall des physischen Leibes, die völlige Vernichtung in bezug auf seine Form, sich immer mehr und mehr vollzog, so daß jede Aussicht schwand, daß das, was durch den physischen Leib beziehungsweise durch seine Form bewußt wird, wirklich von einer Inkarnation in die andere hinüberziehen kann. In Wahrheit liegt die Sache so, daß der Mensch im Laufe der Erdentwickelung die Form des physischen Leibes verloren hat, daß er nicht das hat, was ihm sozusagen von Göttern zugedacht war vom Erdenanfang an. Das mußte er erst wieder bekommen; das mußte ihm erst wieder mitgeteilt werden. Und es ist unmöglich, das Christentum zu begreifen, wenn man nicht einsieht, daß zur Zeit, als die Ereignisse von Palästina sich abspielten, das Menschengeschlecht über die Erde hin dort angekommen war, wo dieser Zerfall des physischen Leibes seinen Höhepunkt erreicht hatte, und wo eben deswegen für die gesamte Entwickelung der Menschheit die Gefahr bestand, daß das Ichbewußtsein, die eigentliche Errungenschaft der Erdentwickelung, verlorengehe. Wäre nichts weiter hinzugetreten zu dem, was vorhanden war bis zu den Ereignissen von Palästina, wäre der Prozeß fortgeschritten — immer mehr und mehr wäre das Zerstörende eingezogen in die physische menschliche Leiblichkeit, und die Menschen, die geboren worden wären nach der Zeit des Ereignisses von Palästina, hätten leben müssen mit einem immer dumpferen Ichgefühl. Immer stumpfer wäre das geworden, was von der Vollkommenheit der Spiegelung eines physischen Leibes abhängt.
[ 16 ] So wäre es denn also wahr, was dem modernen Menschen so töricht erscheint: daß doch eine geheime Beziehung ist zwischen dem, was durch die Wirkung Luzifers geschehen ist, und dem Tode! Und sehen wir jetzt diese Wirkung einmal an. Welches war denn die Wirkung dieser Zerstörung des physischen Leibes? — Hätten wir den physischen Leib vollständig, wie er uns im Beginne des Erdendaseins zugedacht war, so würden sich unsere Seelenkräfte in ganz anderer Weise spiegeln, und wir würden dann erst wahrhaftig wissen, was wir sind. So wissen wir nicht, was wir sind, weil uns der physische Leib nicht in seiner Vollständigkeit gegeben ist. Wir sprechen allerdings von der Natur und Wesenheit des Ich des Menschen; aber fragen wir einmal: Wie weit kennt denn der Mensch das Ich? So zweifelhaft ist das Ich, daß es der Buddhismus sogar leugnen kann als von einer Inkarnation zur andern gehend. So zweifelhaft ist es, daß das Griechentum in eine tragische Stimmung verfallen konnte, die wir mit den Worten des griechischen Heros ausdrückten: Lieber ein Bettler sein in der Oberwelt, als ein König im Reiche der Schatten! Nichts Geringeres war damit gesagt, als daß der Grieche wegen der Schätzung des physischen Leibes, das heißt dessen, was das Phantom ausmacht, und wegen der Zerstörung des physischen Leibes, sich unglücklich fühlte gegenüber dem Hinschwinden und Hindämmern des Ich, weil er fühlte, daß das Ich nur beim Ichbewußtsein bestehen kann. Und indem er zerfallen sah die Form des physischen Leibes, graute ihm bei dem Gedanken, daß sein Ich hindämmere; dieses Ich, das nur dadurch hervorgeht, daß es sich spiegelt an der Form des physischen Leibes. Und wenn wir verfolgen die menschliche Entwickelung vom Erdenanfang bis zum Mysterium von Golgatha, so finden wir, daß der Prozeß, den wir eben angedeutet haben, sich in einem immer steigenderen Maße zeigt. Das können wir schon daraus ersehen, daß zum Beispiel in älteren Zeiten niemand sich gefunden haben würde, der in solcher radikalen Art die Vernichtung des physischen Leibes gepredigt haben würde, wie sie Gotama Buddha gepredigt hat. Dazu war erst notwendig, daß dieser Zerfall des physischen Leibes, die völlige Vernichtung in bezug auf seine Form, sich immer mehr und mehr vollzog, so daß jede Aussicht schwand, daß das, was durch den physischen Leib beziehungsweise durch seine Form bewußt wird, wirklich von einer Inkarnation in die andere hinüberziehen kann. In Wahrheit liegt die Sache so, daß der Mensch im Laufe der Erdentwickelung die Form des physischen Leibes verloren hat, daß er nicht das hat, was ihm sozusagen von Göttern zugedacht war vom Erdenanfang an. Das mußte er erst wieder bekommen; das mußte ihm erst wieder mitgeteilt werden. Und es ist unmöglich, das Christentum zu begreifen, wenn man nicht einsieht, daß zur Zeit, als die Ereignisse von Palästina sich abspielten, das Menschengeschlecht über die Erde hin dort angekommen war, wo dieser Zerfall des physischen Leibes seinen Höhepunkt erreicht hatte, und wo eben deswegen für die gesamte Entwickelung der Menschheit die Gefahr bestand, daß das Ichbewußtsein, die eigentliche Errungenschaft der Erdentwickelung, verlorengehe. Wäre nichts weiter hinzugetreten zu dem, was vorhanden war bis zu den Ereignissen von Palästina, wäre der Prozeß fortgeschritten — immer mehr und mehr wäre das Zerstörende eingezogen in die physische menschliche Leiblichkeit, und die Menschen, die geboren worden wären nach der Zeit des Ereignisses von Palästina, hätten leben müssen mit einem immer dumpferen Ichgefühl. Immer stumpfer wäre das geworden, was von der Vollkommenheit der Spiegelung eines physischen Leibes abhängt.
[ 17 ] Da trat das Mysterium von Golgatha ein, trat so ein, wie wir es charakterisiert haben, und durch dieses Mysterium von Golgatha ist in der Tat dasjenige geschehen, was so schwierig zu begreifen ist für jenen Verstand, der nur gebunden ist an den überwiegend mit den zerstörenden Kräften behafteten physischen Leib. Es ist eingetreten, daß dieser eine Mensch, der der Träger des Christus war, einen solchen Tod durchgemacht hat, daß nach drei "Tagen dasjenige, was am Menschen das eigentlich Sterbliche des physischen Leibes ist, verschwinden mußte und aus dem Grabe sich erhob jener Leib, der der Kräfterräger der physisch-materiellen Teile ist. Das, was eigentlich dem Menschen zugedacht war von den Beherrschern von Saturn, Sonne und Mond, das hat sich erhoben aus dem Grabe: das reine Phantom des physischen Leibes, mit allen Eigenschaften des physischen Leibes. Dadurch war die Möglichkeit gegeben jenes spirituellen Stammbaumes, von dem wir gesprochen haben. Denken wir uns den aus dem Grabe erstandenen Leib des Christus, so können wir uns vorstellen: ebenso wie von dem Leibe des Adam abstammen die Leiber der Erdenmenschen, insofern sie den zerfallenden Leib haben, so stammen ab von dem, was aus dem Grabe auferstand, die geistigen Leiber, die Phantome für alle Menschen. Und es ist möglich, jene Beziehung zu dem Christus herzustellen, durch welche der Erdenmensch seinem sonst zerfallenden physischen Leib einfügt dieses Phantom, das aus dem Grabe von Golgatha auferstanden ist. Es ist möglich, daß der Mensch in seiner Organisation jene Kräfte, die damals auferstanden sind, so erhält, wie er durch seine physische Organisation im Erdenanfang infolge der luziferischen Kräfte die Adamorganiisation erhalten hat.
[ 17 ] Da trat das Mysterium von Golgatha ein, trat so ein, wie wir es charakterisiert haben, und durch dieses Mysterium von Golgatha ist in der Tat dasjenige geschehen, was so schwierig zu begreifen ist für jenen Verstand, der nur gebunden ist an den überwiegend mit den zerstörenden Kräften behafteten physischen Leib. Es ist eingetreten, daß dieser eine Mensch, der der Träger des Christus war, einen solchen Tod durchgemacht hat, daß nach drei "Tagen dasjenige, was am Menschen das eigentlich Sterbliche des physischen Leibes ist, verschwinden mußte und aus dem Grabe sich erhob jener Leib, der der Kräfterräger der physisch-materiellen Teile ist. Das, was eigentlich dem Menschen zugedacht war von den Beherrschern von Saturn, Sonne und Mond, das hat sich erhoben aus dem Grabe: das reine Phantom des physischen Leibes, mit allen Eigenschaften des physischen Leibes. Dadurch war die Möglichkeit gegeben jenes spirituellen Stammbaumes, von dem wir gesprochen haben. Denken wir uns den aus dem Grabe erstandenen Leib des Christus, so können wir uns vorstellen: ebenso wie von dem Leibe des Adam abstammen die Leiber der Erdenmenschen, insofern sie den zerfallenden Leib haben, so stammen ab von dem, was aus dem Grabe auferstand, die geistigen Leiber, die Phantome für alle Menschen. Und es ist möglich, jene Beziehung zu dem Christus herzustellen, durch welche der Erdenmensch seinem sonst zerfallenden physischen Leib einfügt dieses Phantom, das aus dem Grabe von Golgatha auferstanden ist. Es ist möglich, daß der Mensch in seiner Organisation jene Kräfte, die damals auferstanden sind, so erhält, wie er durch seine physische Organisation im Erdenanfang infolge der luziferischen Kräfte die Adamorganiisation erhalten hat.
[ 18 ] Das ist es, was eigentlich Paulus sagen will: Wie der Mensch, indem er als Angehöriger der physischen Entwickelungsströmung den physischen Leib erbte, an dem sich fort und fort die Zerstörung des Phantoms, des Kräfteträgers vollzog, so kann er erben von dem, was auferstanden ist aus dem Grabe, dasjenige, was er verloren hat; kann es erben und sich anziehen, wie er den ersten Adam angezogen hat; kann mit ihm eins werden und dadurch eine Entwickelung durchmachen, durch die er ebenso hinaufsteigt wieder, wie er vor dem Mysterium von Golgatha heruntergestiegen ist in der Entwickelung. Das heißt: was ihm dazumal genommen worden ist durch den luziferischen Einfluß, das kann ihm wiedergegeben werden dadurch, daß es vorhanden ist als auferstandener Leib des Christus. Das ist es, was eigentlich Paulus sagen will.
[ 18 ] Das ist es, was eigentlich Paulus sagen will: Wie der Mensch, indem er als Angehöriger der physischen Entwickelungsströmung den physischen Leib erbte, an dem sich fort und fort die Zerstörung des Phantoms, des Kräfteträgers vollzog, so kann er erben von dem, was auferstanden ist aus dem Grabe, dasjenige, was er verloren hat; kann es erben und sich anziehen, wie er den ersten Adam angezogen hat; kann mit ihm eins werden und dadurch eine Entwickelung durchmachen, durch die er ebenso hinaufsteigt wieder, wie er vor dem Mysterium von Golgatha heruntergestiegen ist in der Entwickelung. Das heißt: was ihm dazumal genommen worden ist durch den luziferischen Einfluß, das kann ihm wiedergegeben werden dadurch, daß es vorhanden ist als auferstandener Leib des Christus. Das ist es, was eigentlich Paulus sagen will.
[ 19 ] So wie das, was eben in dieser Stunde gesagt worden ist, vom Standpunkte der modernen Anatomie oder Physiologie aus zu widerlegen — scheinbar zu widerlegen ist, so ist es natürlich auch kinderleicht, einen anderen Einwand jetzt zu erheben. Es könnte etwa gesagt werden: Wenn schon wirklich Paulus geglaubt hat, daß da ein spiritueller Leib auferstanden ist, was hat dann dieser spirituelle Leib, der sich damals aus dem Grabe erhoben hat, mit dem zu tun, was nun jeder Mensch in sich trägt? — Zu verstehen ist es schon. Man braucht es sich nur nach der Analogie dessen zu denken, wodurch jeder Mensch als physischer Mensch da ist. Gefragt könnte werden: wovon geht der einzelne Mensch aus? Als physischer Mensch geht er aus von der einen Eizelle. Ein physischer Leib besteht aber aus lauter einzelnen Zellen, welche alle die Kinder der ursprünglichen Eizelle sind; alle Zellen, die einen menschlichen Leib zusammensetzen, führen auf die ursprüngliche Eizelle zurück. So denken Sie sich nun, daß der Mensch durch das, was man sich als mystisch christologischen Prozeß vorstellen kann, einen ganz anderen Leib bekommt, als der ist, welchen er allmählich in der absteigenden Linie bekommen hat. Und jeden von diesen Leibern, welche die Menschen bekommen, denken Sie sich mit dem, was aus dem Grabe auferstanden ist, ebenso zusammenhängend, wie die menschlichen Zellen des physischen Leibes mit der ursprünglichen Eizelle zusammenhängen. Das heißt, wir müssen uns das, was aus dem Grabe auferstanden ist, so in die Zahl schießend, so sich vermehrend denken, wie die Eizelle sich vermehrt, die dem physischen Leib zugrunde liegt. So kann sich in der Tat in der Entwickelung, die auf das Ereignis von Golgatha folgt, jeder Mensch etwas erwerben, was in ihm ist, und was geistig ebenso von dem abstammt, was aus dem Grabe auferstanden ist, wie — um mit Paulus zu sprechen — der gewöhnliche Leib, der zerfällt, von Adam abstammt.
[ 19 ] So wie das, was eben in dieser Stunde gesagt worden ist, vom Standpunkte der modernen Anatomie oder Physiologie aus zu widerlegen — scheinbar zu widerlegen ist, so ist es natürlich auch kinderleicht, einen anderen Einwand jetzt zu erheben. Es könnte etwa gesagt werden: Wenn schon wirklich Paulus geglaubt hat, daß da ein spiritueller Leib auferstanden ist, was hat dann dieser spirituelle Leib, der sich damals aus dem Grabe erhoben hat, mit dem zu tun, was nun jeder Mensch in sich trägt? — Zu verstehen ist es schon. Man braucht es sich nur nach der Analogie dessen zu denken, wodurch jeder Mensch als physischer Mensch da ist. Gefragt könnte werden: wovon geht der einzelne Mensch aus? Als physischer Mensch geht er aus von der einen Eizelle. Ein physischer Leib besteht aber aus lauter einzelnen Zellen, welche alle die Kinder der ursprünglichen Eizelle sind; alle Zellen, die einen menschlichen Leib zusammensetzen, führen auf die ursprüngliche Eizelle zurück. So denken Sie sich nun, daß der Mensch durch das, was man sich als mystisch christologischen Prozeß vorstellen kann, einen ganz anderen Leib bekommt, als der ist, welchen er allmählich in der absteigenden Linie bekommen hat. Und jeden von diesen Leibern, welche die Menschen bekommen, denken Sie sich mit dem, was aus dem Grabe auferstanden ist, ebenso zusammenhängend, wie die menschlichen Zellen des physischen Leibes mit der ursprünglichen Eizelle zusammenhängen. Das heißt, wir müssen uns das, was aus dem Grabe auferstanden ist, so in die Zahl schießend, so sich vermehrend denken, wie die Eizelle sich vermehrt, die dem physischen Leib zugrunde liegt. So kann sich in der Tat in der Entwickelung, die auf das Ereignis von Golgatha folgt, jeder Mensch etwas erwerben, was in ihm ist, und was geistig ebenso von dem abstammt, was aus dem Grabe auferstanden ist, wie — um mit Paulus zu sprechen — der gewöhnliche Leib, der zerfällt, von Adam abstammt.
[ 20 ] Selbstverständlich ist es ein Hohn auf den menschlichen Verstand, wie er sich gegenwärtig so hochmütig dünkt, wenn man sagt: ein ähnlicher Prozeß wie der der Vermehrung der Eizelle, den man allenfalls sehen kann, spielt sich im Unsichtbaren ab. Und was geschehen ist mit dem Mysterium von Golgatha, ist eine okkulte Tatsache. Und da spielt sich für den, der mit hellseherischem Auge die Entwickelung betrachtet, die Tatsache ab, daß jene geistige Zelle, das heißt der Leib, der den Tod besiegt hat, der Leib des Christus Jesus, aus dem Grabe auferstanden ist und sich jedem mitteilt, der die entsprechende Beziehung zu dem Christus sich aneignet im Laufe der Zeit. Für den, der übersinnliche Prozesse überhaupt leugnen will, wird das natürlich etwas Absurdes sein. Wer aber übersinnliche Prozesse schon einmal zugibt, für den wird dieser übersinnliche Prozeß zunächst so vorgestellt werden müssen, daß sich das, was sich aus dem Grabe erhebt, denjenigen Menschen mitteilt, die sich dazu geeignet machen. So ist es für jeden, der Übersinnliches zugibt, eine verständliche Sache.
[ 20 ] Selbstverständlich ist es ein Hohn auf den menschlichen Verstand, wie er sich gegenwärtig so hochmütig dünkt, wenn man sagt: ein ähnlicher Prozeß wie der der Vermehrung der Eizelle, den man allenfalls sehen kann, spielt sich im Unsichtbaren ab. Und was geschehen ist mit dem Mysterium von Golgatha, ist eine okkulte Tatsache. Und da spielt sich für den, der mit hellseherischem Auge die Entwickelung betrachtet, die Tatsache ab, daß jene geistige Zelle, das heißt der Leib, der den Tod besiegt hat, der Leib des Christus Jesus, aus dem Grabe auferstanden ist und sich jedem mitteilt, der die entsprechende Beziehung zu dem Christus sich aneignet im Laufe der Zeit. Für den, der übersinnliche Prozesse überhaupt leugnen will, wird das natürlich etwas Absurdes sein. Wer aber übersinnliche Prozesse schon einmal zugibt, für den wird dieser übersinnliche Prozeß zunächst so vorgestellt werden müssen, daß sich das, was sich aus dem Grabe erhebt, denjenigen Menschen mitteilt, die sich dazu geeignet machen. So ist es für jeden, der Übersinnliches zugibt, eine verständliche Sache.
[ 21 ] Wenn wir uns dieses, was ganz wirklich die paulinische Lehre ist, in die Seele schreiben, dann kommen wir dazu, das Mysterium von Golgatha als etwas Reales zu betrachten, als etwas, was in der Erdentwickelung geschehen ist und geschehen mußte; denn es ist ja wörtlich die Rettung des menschlichen Ich. Wir haben gesehen, wenn der Entwickelungsprozeß fortgegangen wäre, wie er sich bis zu den Ereignissen von Palästina abgespielt hatte, dann hätte sich das Ichbewußtsein nicht entwickeln können, wäre nicht nur nicht weiter gekommen von der Zeit des Christus Jesus ab, sondern wäre immer mehr und mehr in die Dunkelheit hinuntergestiegen. So aber trat es den Weg aufwärts an und wird in demselben Maße aufsteigen, als die Menschen ihr Verhältnis zur Christus-Wesenheit finden.
[ 21 ] Wenn wir uns dieses, was ganz wirklich die paulinische Lehre ist, in die Seele schreiben, dann kommen wir dazu, das Mysterium von Golgatha als etwas Reales zu betrachten, als etwas, was in der Erdentwickelung geschehen ist und geschehen mußte; denn es ist ja wörtlich die Rettung des menschlichen Ich. Wir haben gesehen, wenn der Entwickelungsprozeß fortgegangen wäre, wie er sich bis zu den Ereignissen von Palästina abgespielt hatte, dann hätte sich das Ichbewußtsein nicht entwickeln können, wäre nicht nur nicht weiter gekommen von der Zeit des Christus Jesus ab, sondern wäre immer mehr und mehr in die Dunkelheit hinuntergestiegen. So aber trat es den Weg aufwärts an und wird in demselben Maße aufsteigen, als die Menschen ihr Verhältnis zur Christus-Wesenheit finden.
[ 22 ] Jetzt können wir auch im Grunde genommen den Buddhismus sehr gut verstehen. Denken wir uns einmal ein halbes Jahrtausend vor den Ereignissen von Palästina einen Menschen die Wahrheit aussprechen — nur vermöge seiner Entwickelungsrichtung nicht achtend auf das Ereignis von Golgatha: Alles was den Menschen als physischer Leib umschließt, was ihn zu einem Wesen in fleischlicher Inkarnation macht, das muß als wertlos angesehen werden; das ist im Grunde genommen etwas Letztes, was abgestreift werden muß. — Bis dahin war es allerdings so, daß die Menschheit einer solchen Weltanschauung hätte zusteuern müssen, wenn nichts anderes gekommen wäre. Aber es trat eben das Ereignis von Golgatha ein und bewirkte eine vollständige Wiederaufrichtung der verlorenen Entwickelungsprinzipien des Menschen. Indem der Mensch das aufnimmt, was wir gestern schon mit dem Namen «unverweslicher Leib» belegten, und was wir uns heute genauer vor die Seele gestellt haben, indem er sich diesen unverweslichen Leib einverleibt, wird er immer mehr dazu kommen, sein Ichbewußtsein heller und heller zu machen, wird er immer mehr das in seiner Natur erkennen, was sich von Inkarnation zu Inkarnation hindurchzieht.
[ 22 ] Jetzt können wir auch im Grunde genommen den Buddhismus sehr gut verstehen. Denken wir uns einmal ein halbes Jahrtausend vor den Ereignissen von Palästina einen Menschen die Wahrheit aussprechen — nur vermöge seiner Entwickelungsrichtung nicht achtend auf das Ereignis von Golgatha: Alles was den Menschen als physischer Leib umschließt, was ihn zu einem Wesen in fleischlicher Inkarnation macht, das muß als wertlos angesehen werden; das ist im Grunde genommen etwas Letztes, was abgestreift werden muß. — Bis dahin war es allerdings so, daß die Menschheit einer solchen Weltanschauung hätte zusteuern müssen, wenn nichts anderes gekommen wäre. Aber es trat eben das Ereignis von Golgatha ein und bewirkte eine vollständige Wiederaufrichtung der verlorenen Entwickelungsprinzipien des Menschen. Indem der Mensch das aufnimmt, was wir gestern schon mit dem Namen «unverweslicher Leib» belegten, und was wir uns heute genauer vor die Seele gestellt haben, indem er sich diesen unverweslichen Leib einverleibt, wird er immer mehr dazu kommen, sein Ichbewußtsein heller und heller zu machen, wird er immer mehr das in seiner Natur erkennen, was sich von Inkarnation zu Inkarnation hindurchzieht.
[ 23 ] So wird das, was mit dem Christentum in die Welt gekommen ist, anzusehen sein nicht bloß als eine neue Lehre — das muß ausdrücklich betont werden —, nicht als eine neue Theorie, sondern als etwas Reales, Tatsächliches. Wenn daher die Menschen betonen, daß alles, was der Christus gelehrt habe, schon früher da war, so würde das nichts bedeuten für das wirkliche Verständnis des Christentums; denn das ist nicht das Wesentliche. Das Wesentliche ist nicht, was der Christus gelehrt hat, sondern was der Christus gegeben hat: seinen Leib! Denn bis dahin war niemals mit einem Menschen, der gestorben war, dasjenige in die Erdentwickelung hineingekommen, was aus dem Grabe von Golgatha auferstanden ist. Niemals seit dem Beginn der Menschheitsentwickelung auf der Erde war durch einen Menschen, der durch den Tod gegangen war, auf der Erde das dagewesen, was mit dem auferstandenen Leib des Christus Jesus da war. Denn von allem, was in einer ähnlichen Weise da war, kann gesagt werden: es war da dadurch, daß die Menschen, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind und die Zeit zwischen Tod und neuer Geburt durchgemacht haben, mit einer neuen Geburt ins Dasein getreten sind. Dann haben sie aber das mangelhafte, dem Verfall preisgegebene Phantom mitgebracht, das heißt, sie haben nicht ein Phantom auferstehen lassen, das vollständig ist. Und dann könnten wir noch die Fälle der Eingeweihten oder der Adepten anführen. Bei diesen war es immer so, daß sie die Einweihung empfangen mußten außerhalb ihres physischen Leibes, mit Überwindung ihres physischen Leibes, die sich aber nicht erstreckt hat auf eine Auferweckung des physischen Phantoms. Alle Einweihungen der vorchristlichen Zeit waren so, daß sie nur gegangen sind bis zu der äußersten Grenze des physischen Leibes; nicht berührt hatten sie die Kräfte des physischen Leibes — nur in dem allgemeinen Maße, wie überhaupt die innere Organisation die äußere berührt. In keinem Falle war jemals vorgekommen, daß das, was durch den menschlichen Tod gegangen war, als menschliches Phantom diesen Tod überwunden hätte. Es waren ja allerdings ähnliche Dinge vorgekommen, aber niemals dies eine, daß durch einen vollständigen menschlichen Tod geschritten worden wäre und nachher das völlige Phantom über den Tod den Sieg davon getragen hätte. So wahr also, als nur dieses Phantom uns die vollständige Erdenmenschheit im Laufe der Erdentwickelung geben kann, so wahr ist es, daß dieses Phantom von dem Grabe von Golgatha seinen Ausgangspunkt genommen hat.
[ 23 ] So wird das, was mit dem Christentum in die Welt gekommen ist, anzusehen sein nicht bloß als eine neue Lehre — das muß ausdrücklich betont werden —, nicht als eine neue Theorie, sondern als etwas Reales, Tatsächliches. Wenn daher die Menschen betonen, daß alles, was der Christus gelehrt habe, schon früher da war, so würde das nichts bedeuten für das wirkliche Verständnis des Christentums; denn das ist nicht das Wesentliche. Das Wesentliche ist nicht, was der Christus gelehrt hat, sondern was der Christus gegeben hat: seinen Leib! Denn bis dahin war niemals mit einem Menschen, der gestorben war, dasjenige in die Erdentwickelung hineingekommen, was aus dem Grabe von Golgatha auferstanden ist. Niemals seit dem Beginn der Menschheitsentwickelung auf der Erde war durch einen Menschen, der durch den Tod gegangen war, auf der Erde das dagewesen, was mit dem auferstandenen Leib des Christus Jesus da war. Denn von allem, was in einer ähnlichen Weise da war, kann gesagt werden: es war da dadurch, daß die Menschen, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind und die Zeit zwischen Tod und neuer Geburt durchgemacht haben, mit einer neuen Geburt ins Dasein getreten sind. Dann haben sie aber das mangelhafte, dem Verfall preisgegebene Phantom mitgebracht, das heißt, sie haben nicht ein Phantom auferstehen lassen, das vollständig ist. Und dann könnten wir noch die Fälle der Eingeweihten oder der Adepten anführen. Bei diesen war es immer so, daß sie die Einweihung empfangen mußten außerhalb ihres physischen Leibes, mit Überwindung ihres physischen Leibes, die sich aber nicht erstreckt hat auf eine Auferweckung des physischen Phantoms. Alle Einweihungen der vorchristlichen Zeit waren so, daß sie nur gegangen sind bis zu der äußersten Grenze des physischen Leibes; nicht berührt hatten sie die Kräfte des physischen Leibes — nur in dem allgemeinen Maße, wie überhaupt die innere Organisation die äußere berührt. In keinem Falle war jemals vorgekommen, daß das, was durch den menschlichen Tod gegangen war, als menschliches Phantom diesen Tod überwunden hätte. Es waren ja allerdings ähnliche Dinge vorgekommen, aber niemals dies eine, daß durch einen vollständigen menschlichen Tod geschritten worden wäre und nachher das völlige Phantom über den Tod den Sieg davon getragen hätte. So wahr also, als nur dieses Phantom uns die vollständige Erdenmenschheit im Laufe der Erdentwickelung geben kann, so wahr ist es, daß dieses Phantom von dem Grabe von Golgatha seinen Ausgangspunkt genommen hat.
[ 24 ] Das ist das Wichtige in der christlichen Entwickelung. Deshalb ist es kein Tadel, wenn immer wieder und wieder von Aufklärern gesagt wird, daß sich die Lehre des Christus Jesus in eine Lehre von dem Christus Jesus verwandelt hätte. Das mußte so sein. Denn das Wichtige ist nicht, was der Christus Jesus gelehrt hat, sondern was er der Menschheit gegeben hat. Seine Auferstehung ist ein Geborenwerden eines neuen Gliedes der menschlichen Natur: eines unverweslichen Leibes. Daß dies aber geschehen konnte, daß durch den Tod hindurch gerettet werden konnte dieses menschliche Phantom, das hängt von zwei Dingen ab: einmal davon, daß die Christus JesusWesenheit das war, was wir gestern charakterisiert haben: physischer Leib, Ätherleib und Astralleib, wie wir sie beschrieben haben, — und nicht ein menschliches Ich, sondern die Christus-Wesenheit. Und das andere ist, daß die Christus-Wesenheit sich dazu entschlossen hatte in einen menschlichen Leib unterzutauchen, in einem menschlichen fleischlichen Leib sich zu inkarnieren. Denn wenn wir diese ChristusWesenheit im rechten Lichte betrachten wollen, müssen wir sie als Wesenheit in der Zeit suchen, die vor dem Menschenbeginn auf der Erde liegt. Da ist die Christus-Wesenheit natürlich vorhanden. Sie geht nicht ein in den Kreislauf der menschlichen Entwickelung; sie lebt in der geistigen Welt weiter. Der Mensch steigt immer tiefer und tiefer. Und in einem Zeitpunkt, wo die Krisis für die menschliche Entwickelung gekommen war, verkörperte sich die Christus-Wesenheit in dem fleischlichen Leib eines Menschen. — Das ist nichts anderes als das größte Opfer, das von der Christus-Wesenheit der Erdentwickelung hat gebracht werden können! Und das ist das Zweite, was wir werden verstehen müssen: worin das Opfer besteht, das die Christus-Wesenheit der menschlichen Entwickelung auf der Erde gebracht hat. Daher haben wir gestern den einen Teil der Frage nach dem Wesen des Christus im Hinblick auf die Zeit nach der Johannes-Taufe im Jordan gestellt. Heute haben wir die andere Frage gestellt: Was bedeutet es, daß mit der Johannes-Taufe im Jordan die Christus-Wesenheit untergetaucht ist in einen fleischlichen Leib?
[ 24 ] Das ist das Wichtige in der christlichen Entwickelung. Deshalb ist es kein Tadel, wenn immer wieder und wieder von Aufklärern gesagt wird, daß sich die Lehre des Christus Jesus in eine Lehre von dem Christus Jesus verwandelt hätte. Das mußte so sein. Denn das Wichtige ist nicht, was der Christus Jesus gelehrt hat, sondern was er der Menschheit gegeben hat. Seine Auferstehung ist ein Geborenwerden eines neuen Gliedes der menschlichen Natur: eines unverweslichen Leibes. Daß dies aber geschehen konnte, daß durch den Tod hindurch gerettet werden konnte dieses menschliche Phantom, das hängt von zwei Dingen ab: einmal davon, daß die Christus JesusWesenheit das war, was wir gestern charakterisiert haben: physischer Leib, Ätherleib und Astralleib, wie wir sie beschrieben haben, — und nicht ein menschliches Ich, sondern die Christus-Wesenheit. Und das andere ist, daß die Christus-Wesenheit sich dazu entschlossen hatte in einen menschlichen Leib unterzutauchen, in einem menschlichen fleischlichen Leib sich zu inkarnieren. Denn wenn wir diese ChristusWesenheit im rechten Lichte betrachten wollen, müssen wir sie als Wesenheit in der Zeit suchen, die vor dem Menschenbeginn auf der Erde liegt. Da ist die Christus-Wesenheit natürlich vorhanden. Sie geht nicht ein in den Kreislauf der menschlichen Entwickelung; sie lebt in der geistigen Welt weiter. Der Mensch steigt immer tiefer und tiefer. Und in einem Zeitpunkt, wo die Krisis für die menschliche Entwickelung gekommen war, verkörperte sich die Christus-Wesenheit in dem fleischlichen Leib eines Menschen. — Das ist nichts anderes als das größte Opfer, das von der Christus-Wesenheit der Erdentwickelung hat gebracht werden können! Und das ist das Zweite, was wir werden verstehen müssen: worin das Opfer besteht, das die Christus-Wesenheit der menschlichen Entwickelung auf der Erde gebracht hat. Daher haben wir gestern den einen Teil der Frage nach dem Wesen des Christus im Hinblick auf die Zeit nach der Johannes-Taufe im Jordan gestellt. Heute haben wir die andere Frage gestellt: Was bedeutet es, daß mit der Johannes-Taufe im Jordan die Christus-Wesenheit untergetaucht ist in einen fleischlichen Leib?
[ 25 ] Und wie kam der Tod bei dem Mysterium von Golgatha zustande? Das wird uns auch die nächsten Tage noch beschäftigen.
[ 25 ] Und wie kam der Tod bei dem Mysterium von Golgatha zustande? Das wird uns auch die nächsten Tage noch beschäftigen.
