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From Jesus to Christ
GA 131

12 October 1911, Karlsruhe

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Achter Vortrag

Achter Vortrag

[ 1 ] Es ist gestern angedeutet worden, daß es nun wichtig wird, uns die Frage zu beantworten: Was ist eigentlich geschehen mit jener Wesenheit, die wir als den Christus Jesus bezeichnen, von der JohannesTaufe im Jordan an bis zu dem Mysterium von Golgatha? Um diese Frage so weit zu beantworten, als es zunächst möglich ist, werden wir kurz uns vergegenwärtigen, was wir aus früheren Vorträgen wissen über das Leben des Jesus von Nazareth, der dann in seinem dreißigsten Jahre der Christus-Träger wurde. In wenigen Worten ist ja das Wesentliche auch angedeutet in meiner kürzlich erschienenen Schrift über «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit».

[ 1 ] Es ist gestern angedeutet worden, daß es nun wichtig wird, uns die Frage zu beantworten: Was ist eigentlich geschehen mit jener Wesenheit, die wir als den Christus Jesus bezeichnen, von der JohannesTaufe im Jordan an bis zu dem Mysterium von Golgatha? Um diese Frage so weit zu beantworten, als es zunächst möglich ist, werden wir kurz uns vergegenwärtigen, was wir aus früheren Vorträgen wissen über das Leben des Jesus von Nazareth, der dann in seinem dreißigsten Jahre der Christus-Träger wurde. In wenigen Worten ist ja das Wesentliche auch angedeutet in meiner kürzlich erschienenen Schrift über «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit».

[ 2 ] Wir wissen, daß in Palästina in derjenigen Zeit, auf die es ankommt, nicht ein, sondern zwei Jesusknaben geboren worden sind, und zwar wurde das eine Kind geboren aus der salomonischen Linie des Hauses David. Es ist im wesentlichen dasjenige Jesuskind, wovon das Matthäus-Evangelium erzählt. Der eigentümliche Widerspruch im Beginne des Matthäus- und des Lukas-Evangeliums rührt eben davon her, daß sich die Angaben des Schreibers des Matthäus-Evangeliums auf den einen Jesusknaben beziehen, den aus der salomonischen Linie des Hauses David. Dann wurde, nicht ganz, aber ziemlich gleichzeitig, ein anderer Jesusknabe geboren aus der nathanischen Linie des Hauses David. Das Wichtige ist nun, sich klarzumachen, was das für Wesenheiten waren. Da zeigt die okkulte Forschung, daß die Individualität, die in dem salomonischen Jesusknaben war, keine andere ist als die des Zarathustra. Zarathustra war nach seiner hauptsächlichsten Mission, von der wir bei der urpersischen Kultur gesprochen haben, immer wieder und wieder inkarniert worden, zuletzt auch innerhalb der babylonisch-chaldäischen Kultur, und dann eben als dieser salomonische Jesusknabe. Es war notwendig, daß diese Zarathustra-Individualität sich zunächst mit all den großen, starken, inneren Kräften, die sie sich naturgemäß aus den früheren Inkarnationen mitbrachte, in einem Leib inkarnierte, der aus der salomonischen Linie des Hauses David stammte, und der geeignet war, die großen Fähigkeiten des Zarathustra zu verarbeiten und sie in der Weise weiterzubringen, wie menschliche Fähigkeiten weitergebracht werden können, die schon auf einer sehr hohen Stufe stehen, insofern sie der Wesenheit angehören, die von Inkarnation zu Inkarnation geht. Es handelt sich also um einen menschlichen Leib, der jetzt diese Fähigkeiten nicht erst in einem späteren Alter, sondern in einer jugendlichen, kindhaft kräftigen Organisation verarbeiten kann. Wir sehen daher die Zarathustra-Individualität heranwachsen in einer solchen Art, daß sich die Fähigkeiten des Knaben verhältnismäßig früh entwickeln. Dieser Knabe zeigte früh sogar gewisse Kenntnisse, die sonst unmöglich in einem solchen kindlichen Alter sind. Aber das eine müssen wir feststellen, daß dieser salomonische Jesusknabe, trotzdem er die Verkörperung einer so hohen Individualität war, eben ein hochstehender Mensch war, das heißt, daß er in derselben Art, wie selbst der höchststehende Mensch, behaftet war mit gewissen Fähigkeiten zu irren, mit gewissen Fähigkeiten auch zu moralischen Schwierigkeiten, wenn auch nicht gerade zu Lastern oder Sünden. Dann wissen wir, daß die Individualität des Zarathustra im Sinne eines okkulten Vorganges, der jedem bekannt ist, der sich überhaupt mit solchen Tatsachen vertraut gemacht hat, im zwölften Jahre den Leib des salomonischen Jesusknaben verließ und hinüberging in den Leib des nathanischen Jesusknaben. Nun war der Leib dieses nathanischen Jesusknaben, oder besser gesagt, die dreifache Leiblichkeit: physischer Leib, Ätherleib und Astralleib dieses Knaben in einer ganz besonderen Art beschaffen. Denn dieser Leib war in der Tat so, daß der Knabe, der ihn hatte, gerade die entgegengesetzten Fähigkeiten zeigte wie der salomonische Jesusknabe. Während der letztere auffiel durch seine große Begabung in bezug auf äußere Dinge, die man eben äußerlich lernen kann, könnte man den nathanischen Jesusknaben in bezug auf äußere Dinge, man möchte fast sagen — Sie werden begreifen, daß dies auch nicht in der geringsten Weise abfällig gesagt werden kann — unbegabt nennen. Er war nicht in der Lage, sich hineinzufinden in diejenigen Dinge, welche die Menschenkultur auf der Erde geschaffen hat. Dagegen tritt das Merkwürdige hervor, daß er gleich von der Geburt an sprechen konnte. Also das, was mehr körperlich ist, zeigte sich als schon von der Geburt an vorhandene Fähigkeit. Es ist eine ganz richtige Überlieferung, daß er, allerdings in einer für alle andern Menschen unverständlichen Sprache, gesprochen hat. Aber was gerade in dieser Sprache von der Geburt an drinnen lag, von dem wird erzählt — und es ist dies eine gute Überlieferung, die auch okkult festgestellt werden kann —, daß von der Mutter verstanden werden konnte, was dieser Knabe sagte. Es ist so, daß gerade diejenigen Eigenschaften bei dem Knaben ausgeprägt waren, die wir die Herzenseigenschaften nennen können; eine ungeheure Liebefähigkeit und ein ungeheuer hingebungsfähiges Naturell zeichneten diesen Knaben aus. Und das Merkwürdige war, daß er von dem ersten Tage seines Lebens an durch seine bloße Gegenwart oder auch durch seine Berührung wohltätige Wirkungen ausübte, Wirkungen, die man heute vielleicht magnetische Wirkungen nennen würde. Also alle Herzenseigenschaften — und die Herzenseigenschaften so gesteigert, daß sie zu.einer magnetischen Wohltat für die Umgebung werden konnten, zeigten sich bei diesem Knaben.

[ 2 ] Wir wissen, daß in Palästina in derjenigen Zeit, auf die es ankommt, nicht ein, sondern zwei Jesusknaben geboren worden sind, und zwar wurde das eine Kind geboren aus der salomonischen Linie des Hauses David. Es ist im wesentlichen dasjenige Jesuskind, wovon das Matthäus-Evangelium erzählt. Der eigentümliche Widerspruch im Beginne des Matthäus- und des Lukas-Evangeliums rührt eben davon her, daß sich die Angaben des Schreibers des Matthäus-Evangeliums auf den einen Jesusknaben beziehen, den aus der salomonischen Linie des Hauses David. Dann wurde, nicht ganz, aber ziemlich gleichzeitig, ein anderer Jesusknabe geboren aus der nathanischen Linie des Hauses David. Das Wichtige ist nun, sich klarzumachen, was das für Wesenheiten waren. Da zeigt die okkulte Forschung, daß die Individualität, die in dem salomonischen Jesusknaben war, keine andere ist als die des Zarathustra. Zarathustra war nach seiner hauptsächlichsten Mission, von der wir bei der urpersischen Kultur gesprochen haben, immer wieder und wieder inkarniert worden, zuletzt auch innerhalb der babylonisch-chaldäischen Kultur, und dann eben als dieser salomonische Jesusknabe. Es war notwendig, daß diese Zarathustra-Individualität sich zunächst mit all den großen, starken, inneren Kräften, die sie sich naturgemäß aus den früheren Inkarnationen mitbrachte, in einem Leib inkarnierte, der aus der salomonischen Linie des Hauses David stammte, und der geeignet war, die großen Fähigkeiten des Zarathustra zu verarbeiten und sie in der Weise weiterzubringen, wie menschliche Fähigkeiten weitergebracht werden können, die schon auf einer sehr hohen Stufe stehen, insofern sie der Wesenheit angehören, die von Inkarnation zu Inkarnation geht. Es handelt sich also um einen menschlichen Leib, der jetzt diese Fähigkeiten nicht erst in einem späteren Alter, sondern in einer jugendlichen, kindhaft kräftigen Organisation verarbeiten kann. Wir sehen daher die Zarathustra-Individualität heranwachsen in einer solchen Art, daß sich die Fähigkeiten des Knaben verhältnismäßig früh entwickeln. Dieser Knabe zeigte früh sogar gewisse Kenntnisse, die sonst unmöglich in einem solchen kindlichen Alter sind. Aber das eine müssen wir feststellen, daß dieser salomonische Jesusknabe, trotzdem er die Verkörperung einer so hohen Individualität war, eben ein hochstehender Mensch war, das heißt, daß er in derselben Art, wie selbst der höchststehende Mensch, behaftet war mit gewissen Fähigkeiten zu irren, mit gewissen Fähigkeiten auch zu moralischen Schwierigkeiten, wenn auch nicht gerade zu Lastern oder Sünden. Dann wissen wir, daß die Individualität des Zarathustra im Sinne eines okkulten Vorganges, der jedem bekannt ist, der sich überhaupt mit solchen Tatsachen vertraut gemacht hat, im zwölften Jahre den Leib des salomonischen Jesusknaben verließ und hinüberging in den Leib des nathanischen Jesusknaben. Nun war der Leib dieses nathanischen Jesusknaben, oder besser gesagt, die dreifache Leiblichkeit: physischer Leib, Ätherleib und Astralleib dieses Knaben in einer ganz besonderen Art beschaffen. Denn dieser Leib war in der Tat so, daß der Knabe, der ihn hatte, gerade die entgegengesetzten Fähigkeiten zeigte wie der salomonische Jesusknabe. Während der letztere auffiel durch seine große Begabung in bezug auf äußere Dinge, die man eben äußerlich lernen kann, könnte man den nathanischen Jesusknaben in bezug auf äußere Dinge, man möchte fast sagen — Sie werden begreifen, daß dies auch nicht in der geringsten Weise abfällig gesagt werden kann — unbegabt nennen. Er war nicht in der Lage, sich hineinzufinden in diejenigen Dinge, welche die Menschenkultur auf der Erde geschaffen hat. Dagegen tritt das Merkwürdige hervor, daß er gleich von der Geburt an sprechen konnte. Also das, was mehr körperlich ist, zeigte sich als schon von der Geburt an vorhandene Fähigkeit. Es ist eine ganz richtige Überlieferung, daß er, allerdings in einer für alle andern Menschen unverständlichen Sprache, gesprochen hat. Aber was gerade in dieser Sprache von der Geburt an drinnen lag, von dem wird erzählt — und es ist dies eine gute Überlieferung, die auch okkult festgestellt werden kann —, daß von der Mutter verstanden werden konnte, was dieser Knabe sagte. Es ist so, daß gerade diejenigen Eigenschaften bei dem Knaben ausgeprägt waren, die wir die Herzenseigenschaften nennen können; eine ungeheure Liebefähigkeit und ein ungeheuer hingebungsfähiges Naturell zeichneten diesen Knaben aus. Und das Merkwürdige war, daß er von dem ersten Tage seines Lebens an durch seine bloße Gegenwart oder auch durch seine Berührung wohltätige Wirkungen ausübte, Wirkungen, die man heute vielleicht magnetische Wirkungen nennen würde. Also alle Herzenseigenschaften — und die Herzenseigenschaften so gesteigert, daß sie zu.einer magnetischen Wohltat für die Umgebung werden konnten, zeigten sich bei diesem Knaben.

[ 3 ] Wir wissen auch, daß in dem Astralleib dieses Knaben die Kräfte wirkten, welche sich einstmals jener Bodhisattva erworben hatte, der dann der Gotama Buddha wurde. Wir wissen ja — und in dieser Beziehung ist die orientalische Überlieferung absolut richtig, denn sie kann geprüft werden von der Geheimwissenschaft —, daß der Bodhisattva, der ein halbes Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung mit dem Buddhawerden die Notwendigkeit verloren hatte, sich weiter in physischen Leibern auf der Erde zu inkarnieren, von da ab namentlich zunächst auf alle diejenigen wirkte, welche sich seinem Bekenntnisse hingaben, aber nurmehr aus der geistigen Welt herunter. Das ist das Eigentümliche einer solchen Individualität, die aufsteigt bis zu der Höhe, wo sie nicht mehr in einem fleischlichen Leibe inkarniert wird, daß sie dann teilnehmen kann an den Angelegenheiten und Schicksalen unseres Erdendaseins von den geistigen Welten herunter. Das kann in der mannigfaltigsten Weise geschehen. In der Tat hat der Bodhisattva, der als Gotama Buddha seine letzte fleischliche Inkarnation auf der Erde hatte, im wesentlichen mit teilgenommen an der Weiterentwickelung der Menschheit. Denn seien wir uns nur darüber klar, daß unsere menschliche geistige Welt fortwährend im Zusammenhang steht mit der ganzen übrigen geistigen Welt. Seien wir uns darüber klar, daß der Mensch nicht nur ißt und trinkt und damit die Stoffe der physischen Erde in sich aufnimmt, sondern aus der geistigen Welt fortwährend seelisch geistige Nahrung empfängt, daß fortwährend auf die verschiedensten Weisen aus den geistigen Welten Kräfte einfließen in das physische, irdische Dasein. Ein solches Einfließen der Kräfte, die sich Buddha erworben hatte, in den weiteren Strom der Menschheit geschah dadurch, daß die Buddha-Kräfte den Astralleib des nathanischen Jesusknaben durchsetzten, so daß in dem Astralleib dieses Knaben das wirkte, was der Buddha in seiner damaligen Form der Menschheit zu geben hatte. Wir wissen ja auch aus früheren Vorträgen, daß im wesentlichen die Worte, die wir heute noch als Weihnachtsspruch haben: «Offenbarung läßt sich erkennen aus der Höhe der Welten, und Friede wird sich breiten auf Erden in den Herzen derer, die eines guten Willens sind!», herrühren aus dem, was herniederfloß in die Menschheitsentwickelung dadurch, daß die Buddhakräfte eintauchten in den Astralleib des nathanischen Jesusknaben. So sehen wir die Buddhakräfte weiterwirken in dem Strom des Erdendaseins, der durch die Ereignisse von Palästina seinen Ausgangspunkt nahm. Diese Buddha-Kräfte haben dann auch weiter gewirkt. Und es ist immerhin sehr interessant, daß gerade die neueren okkulten Forschungen, die im westlichen Okkultismus in den allerletzten Jahren gemacht worden sind, dazu geführt haben, zu erkennen, daß ein sehr wichtiger Zusammenhang der europäischen Kultur mit den Buddha-Kräften vorhanden ist. Seit langer Zeit nämlich wirken herein aus den geistigen Welten diese Buddha-Kräfte namentlich auf alles dasjenige, was in der abendländischen Kultur ohne den spezifisch christlichen Einfluß undenkbar ist. Also alle diejenigen Weltanschauungsströmungen, die wir in den letzten Jahrhunderten bis herauf ins neunzehnte Jahrhundert sich entwickeln sehen, sie sind, insofern es abendländische Geistesströmungen sind, alle durchdrungen von dem Christus-Impuls, aber es wirkte immer herein der Buddha aus der geistigen Welt. Daher dürfen wir sagen: Das Wichtigste, was die europäische Menschheit heute von dem Buddha empfangen kann, darf eben nicht herrühren aus der Überlieferung dessen, was der Buddha ein halbes Jahrtausend vor der christlichen Zeitrechnung den Menschen gegeben hat, sondern von dem, was er seither geworden ist. Denn er ist ja nicht stehengeblieben, sondern fortgeschritten; und gerade durch diesen Fortschritt als geistiges Wesen in den geistigen Welten hat er im eminentesten Sinne teilnehmen können an der Fortentwickelung der abendländischen Kultur. Es ist dies durchaus ein Resultat innerhalb unserer okkulten Forschung, daß mit vielem, was uns schon früher hat entgegentreten können, bevor dieser wichtige Einfluß genau wieder erforscht worden ist, gerade dieses Resultat in einer wunderbaren Weise zusammenstimmt. Denn wir wissen, daß dieselbe Individualität, die als Gotama Buddha im Osten auftrat, schon früher einmal im Westen gewirkt hat, und daß gewisse Legenden und Überlieferungen, die an den Namen Bodha oder Wotan anknüpfen, es mit derselben Individualität zu tun haben, wie der Buddhismus mit dem Gotama Buddha im Osten; so daß in gewisser Weise derselbe Schauplatz wieder eingenommen ist, der schon früher von der gleichen Individualität in bezug auf die Menschheitsentwickelung vorbereitet worden war. So verschlungen sind die Wege, welche die geistigen Strömungen innerhalb der Menschheitsentwickelung nehmen.

[ 3 ] Wir wissen auch, daß in dem Astralleib dieses Knaben die Kräfte wirkten, welche sich einstmals jener Bodhisattva erworben hatte, der dann der Gotama Buddha wurde. Wir wissen ja — und in dieser Beziehung ist die orientalische Überlieferung absolut richtig, denn sie kann geprüft werden von der Geheimwissenschaft —, daß der Bodhisattva, der ein halbes Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung mit dem Buddhawerden die Notwendigkeit verloren hatte, sich weiter in physischen Leibern auf der Erde zu inkarnieren, von da ab namentlich zunächst auf alle diejenigen wirkte, welche sich seinem Bekenntnisse hingaben, aber nurmehr aus der geistigen Welt herunter. Das ist das Eigentümliche einer solchen Individualität, die aufsteigt bis zu der Höhe, wo sie nicht mehr in einem fleischlichen Leibe inkarniert wird, daß sie dann teilnehmen kann an den Angelegenheiten und Schicksalen unseres Erdendaseins von den geistigen Welten herunter. Das kann in der mannigfaltigsten Weise geschehen. In der Tat hat der Bodhisattva, der als Gotama Buddha seine letzte fleischliche Inkarnation auf der Erde hatte, im wesentlichen mit teilgenommen an der Weiterentwickelung der Menschheit. Denn seien wir uns nur darüber klar, daß unsere menschliche geistige Welt fortwährend im Zusammenhang steht mit der ganzen übrigen geistigen Welt. Seien wir uns darüber klar, daß der Mensch nicht nur ißt und trinkt und damit die Stoffe der physischen Erde in sich aufnimmt, sondern aus der geistigen Welt fortwährend seelisch geistige Nahrung empfängt, daß fortwährend auf die verschiedensten Weisen aus den geistigen Welten Kräfte einfließen in das physische, irdische Dasein. Ein solches Einfließen der Kräfte, die sich Buddha erworben hatte, in den weiteren Strom der Menschheit geschah dadurch, daß die Buddha-Kräfte den Astralleib des nathanischen Jesusknaben durchsetzten, so daß in dem Astralleib dieses Knaben das wirkte, was der Buddha in seiner damaligen Form der Menschheit zu geben hatte. Wir wissen ja auch aus früheren Vorträgen, daß im wesentlichen die Worte, die wir heute noch als Weihnachtsspruch haben: «Offenbarung läßt sich erkennen aus der Höhe der Welten, und Friede wird sich breiten auf Erden in den Herzen derer, die eines guten Willens sind!», herrühren aus dem, was herniederfloß in die Menschheitsentwickelung dadurch, daß die Buddhakräfte eintauchten in den Astralleib des nathanischen Jesusknaben. So sehen wir die Buddhakräfte weiterwirken in dem Strom des Erdendaseins, der durch die Ereignisse von Palästina seinen Ausgangspunkt nahm. Diese Buddha-Kräfte haben dann auch weiter gewirkt. Und es ist immerhin sehr interessant, daß gerade die neueren okkulten Forschungen, die im westlichen Okkultismus in den allerletzten Jahren gemacht worden sind, dazu geführt haben, zu erkennen, daß ein sehr wichtiger Zusammenhang der europäischen Kultur mit den Buddha-Kräften vorhanden ist. Seit langer Zeit nämlich wirken herein aus den geistigen Welten diese Buddha-Kräfte namentlich auf alles dasjenige, was in der abendländischen Kultur ohne den spezifisch christlichen Einfluß undenkbar ist. Also alle diejenigen Weltanschauungsströmungen, die wir in den letzten Jahrhunderten bis herauf ins neunzehnte Jahrhundert sich entwickeln sehen, sie sind, insofern es abendländische Geistesströmungen sind, alle durchdrungen von dem Christus-Impuls, aber es wirkte immer herein der Buddha aus der geistigen Welt. Daher dürfen wir sagen: Das Wichtigste, was die europäische Menschheit heute von dem Buddha empfangen kann, darf eben nicht herrühren aus der Überlieferung dessen, was der Buddha ein halbes Jahrtausend vor der christlichen Zeitrechnung den Menschen gegeben hat, sondern von dem, was er seither geworden ist. Denn er ist ja nicht stehengeblieben, sondern fortgeschritten; und gerade durch diesen Fortschritt als geistiges Wesen in den geistigen Welten hat er im eminentesten Sinne teilnehmen können an der Fortentwickelung der abendländischen Kultur. Es ist dies durchaus ein Resultat innerhalb unserer okkulten Forschung, daß mit vielem, was uns schon früher hat entgegentreten können, bevor dieser wichtige Einfluß genau wieder erforscht worden ist, gerade dieses Resultat in einer wunderbaren Weise zusammenstimmt. Denn wir wissen, daß dieselbe Individualität, die als Gotama Buddha im Osten auftrat, schon früher einmal im Westen gewirkt hat, und daß gewisse Legenden und Überlieferungen, die an den Namen Bodha oder Wotan anknüpfen, es mit derselben Individualität zu tun haben, wie der Buddhismus mit dem Gotama Buddha im Osten; so daß in gewisser Weise derselbe Schauplatz wieder eingenommen ist, der schon früher von der gleichen Individualität in bezug auf die Menschheitsentwickelung vorbereitet worden war. So verschlungen sind die Wege, welche die geistigen Strömungen innerhalb der Menschheitsentwickelung nehmen.

[ 4 ] Heute ist nun für uns am wichtigsten, daß wir in dem Astralleib des Lukas-Jesusknaben die Buddha-Kräfte wirksam haben. Als nun dieser Jesusknabe zwölf Jahre alt ist, geht die Zarathustra-Individualität hinüber in die dreifache Leiblichkeit dieses nathanischen Jesusknaben. Woher rührte es denn, daß dieser Jesusknabe die merkwürdigen Eigenschaften hatte, die wir eben charakterisiert haben? Das rührte eben davon her, daß dieser Jesusknabe nicht eine menschliche Individualität war wie jede andere. Diese Individualität war in einer gewissen Weise ganz anders, und um sie zu verstehen, müssen wir schon zurückgehen in die alte lemurische Zeit, in welcher im Grunde genommen erst die irdische Entwickelung der Menschen so recht den Anfang genommen hat. Wir müssen uns darüber klar sein, daß alles, was vor der lemurischen Zeit lag, eigentlich nur eine Wiederholung war des Saturn-, Sonnen- und Mondendaseins, und daß erst da die erste Keimanlage — als Möglichkeit — in den Menschen gelegt worden ist, so daß er das vierte Glied seiner Wesenheit in der Erdentwickelung annehmen konnte: das Ich. Wenn wir die ganze Strömung der Menschheitsentwickelung nehmen, müssen wir sagen: Die Menschheit, wie sie sich über die Erde verbreitet hat — Sie haben diese Weiterverbreitung genauer in der «Geheimwissenschaft im Umriß» dargestellt —, ist in der lemurischen Zeit auf gewisse menschliche Vorfahren dieser Anfangsperiode unserer heutigen Erde zurückzuführen. Und wir müssen dabei in der lemurischen Zeit einen Zeitpunkt festsetzen, nach welchem im heutigen Sinne erst richtig vom Menschengeschlecht gesprochen werden kann. Was vorher war, kann noch nicht so besprochen werden, daß man sagen könnte, es wären schon jene Iche in den Erdenmenschen vorhanden gewesen, die sich dann immer weiter und weiter inkarniert haben. Das war nicht der Fall. Vorher war das Ich des Menschen keineswegs noch abgetrennt von der Substanz derjenigen Hierarchie, die zunächst zu diesem Ich des Menschen die Veranlassung gegeben hat, von der Hierarchie der Geister der Form. Wir können uns nun vorstellen — das zeigt die okkulte Forschung —, daß gleichsam ein Teil der Substanz der Geister der Form eingegangen ist in die menschlichen Inkarnationen zur menschlichen Ich-Bildung. Aber als damals der Mensch seinen fleischlichen Inkarnationen auf der Erde übergeben worden ist, wurde von dem, was Mensch werden sollte, etwas zurückbehalten. Es wurde also gleichsam eine Ich-Substanz zurückbehalten, die nicht in den Strom der fleischlichen Inkarnationen geleitet wurde. Wenn wir uns diesen Strom der fleischlichen Inkarnationen des Menschen vorstellen wollten, der da beginnt mit dem, was die Bibel den Stammvater des Menschengeschlechtes, den Adam nennt, so müßten wir einen weitverzweigten Stammbaum zeichnen. Aber wir können uns einfach vorstellen: was von den Geistern der Form heruntergeströmt worden ist, das fließt nun fort; nur wurde gleichsam etwas zurückbehalten, gleichsam ein Ich, das nun bewahrt wurde vor dem Eingehen in die fleischlichen Inkarnationen — ein Ich, das nicht immer als Mensch wiedererschien, sondern das jene Gestalt, jene Substantialität behielt, die der Mensch hatte, bevor er zu seiner ersten Erdeninkarnation fortgeschritten war. Also ein Ich, das fortlebte neben der übrigen Menschheit, und das bis zu der Zeit, von der wir jetzt sprechen, wo die Ereignisse von Palästina geschehen sollten, noch nicht in einem menschlichen physischen Leibe jemals verkörpert gewesen war, ein Ich, das noch in derselben Lage war wie — wenn wir jetzt biblisch sprechen wollten — das Ich des Adam vor seiner ersten irdischen fleischlichen Verkörperung. Ein solches Ich war immer vorhanden.

[ 4 ] Heute ist nun für uns am wichtigsten, daß wir in dem Astralleib des Lukas-Jesusknaben die Buddha-Kräfte wirksam haben. Als nun dieser Jesusknabe zwölf Jahre alt ist, geht die Zarathustra-Individualität hinüber in die dreifache Leiblichkeit dieses nathanischen Jesusknaben. Woher rührte es denn, daß dieser Jesusknabe die merkwürdigen Eigenschaften hatte, die wir eben charakterisiert haben? Das rührte eben davon her, daß dieser Jesusknabe nicht eine menschliche Individualität war wie jede andere. Diese Individualität war in einer gewissen Weise ganz anders, und um sie zu verstehen, müssen wir schon zurückgehen in die alte lemurische Zeit, in welcher im Grunde genommen erst die irdische Entwickelung der Menschen so recht den Anfang genommen hat. Wir müssen uns darüber klar sein, daß alles, was vor der lemurischen Zeit lag, eigentlich nur eine Wiederholung war des Saturn-, Sonnen- und Mondendaseins, und daß erst da die erste Keimanlage — als Möglichkeit — in den Menschen gelegt worden ist, so daß er das vierte Glied seiner Wesenheit in der Erdentwickelung annehmen konnte: das Ich. Wenn wir die ganze Strömung der Menschheitsentwickelung nehmen, müssen wir sagen: Die Menschheit, wie sie sich über die Erde verbreitet hat — Sie haben diese Weiterverbreitung genauer in der «Geheimwissenschaft im Umriß» dargestellt —, ist in der lemurischen Zeit auf gewisse menschliche Vorfahren dieser Anfangsperiode unserer heutigen Erde zurückzuführen. Und wir müssen dabei in der lemurischen Zeit einen Zeitpunkt festsetzen, nach welchem im heutigen Sinne erst richtig vom Menschengeschlecht gesprochen werden kann. Was vorher war, kann noch nicht so besprochen werden, daß man sagen könnte, es wären schon jene Iche in den Erdenmenschen vorhanden gewesen, die sich dann immer weiter und weiter inkarniert haben. Das war nicht der Fall. Vorher war das Ich des Menschen keineswegs noch abgetrennt von der Substanz derjenigen Hierarchie, die zunächst zu diesem Ich des Menschen die Veranlassung gegeben hat, von der Hierarchie der Geister der Form. Wir können uns nun vorstellen — das zeigt die okkulte Forschung —, daß gleichsam ein Teil der Substanz der Geister der Form eingegangen ist in die menschlichen Inkarnationen zur menschlichen Ich-Bildung. Aber als damals der Mensch seinen fleischlichen Inkarnationen auf der Erde übergeben worden ist, wurde von dem, was Mensch werden sollte, etwas zurückbehalten. Es wurde also gleichsam eine Ich-Substanz zurückbehalten, die nicht in den Strom der fleischlichen Inkarnationen geleitet wurde. Wenn wir uns diesen Strom der fleischlichen Inkarnationen des Menschen vorstellen wollten, der da beginnt mit dem, was die Bibel den Stammvater des Menschengeschlechtes, den Adam nennt, so müßten wir einen weitverzweigten Stammbaum zeichnen. Aber wir können uns einfach vorstellen: was von den Geistern der Form heruntergeströmt worden ist, das fließt nun fort; nur wurde gleichsam etwas zurückbehalten, gleichsam ein Ich, das nun bewahrt wurde vor dem Eingehen in die fleischlichen Inkarnationen — ein Ich, das nicht immer als Mensch wiedererschien, sondern das jene Gestalt, jene Substantialität behielt, die der Mensch hatte, bevor er zu seiner ersten Erdeninkarnation fortgeschritten war. Also ein Ich, das fortlebte neben der übrigen Menschheit, und das bis zu der Zeit, von der wir jetzt sprechen, wo die Ereignisse von Palästina geschehen sollten, noch nicht in einem menschlichen physischen Leibe jemals verkörpert gewesen war, ein Ich, das noch in derselben Lage war wie — wenn wir jetzt biblisch sprechen wollten — das Ich des Adam vor seiner ersten irdischen fleischlichen Verkörperung. Ein solches Ich war immer vorhanden.

[ 5 ] Wenn wir nun die okkulten Erkenntnisse über dieses Ich, die natürlich für den heutigen Menschen etwas ungeheuer 'Törichtes sind, ein wenig berühren, so sehen wir, daß dieses Ich, das gleichsam in Reserve zurückbehalten wurde, nicht in einen Menschenleib geleitet worden ist, sondern eigentlich nur übergeben worden ist den heiligen Mysterien, wie sie bestanden haben durch die atlantischen Zeiten, durch die nachatlantischen Zeiten hindurch. In einer wichtigen Mysterienstätte war es wie in einem Tabernakel aufbewahrt. Dieses Ich hatte dadurch ganz besondere Eigentümlichkeiten; es hatte die Eigentümlichkeit, daß es unberührt war von allem, was überhaupt ein menschliches Ich jemals auf der Erde hatte lernen können. Es war also auch unberührt von allen luziferischen und ahrimanischen Einflüssen; war überhaupt etwas, was wir uns gegenüber den anderen Ichen der Menschen vorstellen können wie eine leere Kugel, eigentlich nur wie etwas, was noch vollständig jungfräulich war gegenüber allen Erdenerlebnissen, ein Nichts, ein Negatives gegenüber allen Erdenerlebnissen. Daher sah es so aus, als ob jener nathanische Jesusknabe, den das Lukas-Evangelium schildert, überhaupt kein Menschen-Ich hätte, als ob er nur bestünde aus physischem Leib, Ätherleib und Astralleib. Und es genügt vollständig, wenn wir zunächst sagen: ein so entwickeltes Ich, wie es sich durch die atlantische und nachatlantische Zeit entwickelt hatte, ist bei dem Lukas- Jesusknaben gar nicht vorhanden. Im rechten Sinne des Wortes sprechen wir, wenn wir sagen: beim Matthäus-Jesusknaben haben wir es mit einem völlig ausgebildeten Menschen zu tun; bei dem nathanischen Jesusknaben des Lukas-Evangeliums haben wir es zu tun mit einem physischen Leib, Ätherleib und Astralleib, die so angeordnet sind, daß sie harmonisch darstellen den Menschen, wie er herüberkam als Resultat der Saturn-, Sonnen- und Mondentwickelung. Daher war dieser Jesusknabe, wie die Akasha-Chronik es lehrt, unbegabt für alles, was die menschliche Kultur entwickelt hatte; das konnte er nicht aufnehmen, weil er nie dabeigewesen war. Was die äußeren Geschicklichkeiten und Fertigkeiten des Daseins sind, das zeigen wir, weil wir in früheren Inkarnationen bei gewissen Verrichtungen schon dabei waren; jemand, der nie dabei war, zeigt sich unbegabt für alles, was Menschen geleistet haben während der Erdentwickelung. Wenn der nathanische Jesusknabe in unsere Zeit hineingeboren worden wäre, würde er sich höchst unbegabt gezeigt haben in bezug auf Schreibenlernen, weil die Menschen zu Adams Zeiten nicht geschrieben haben und vorher erst recht nicht. Also, für alles was so war, daß es erst im Laufe der Menschheitsentwickelung angeeignet wurde, zeigte sich der LukasJesusknabe höchst unbegabt. Dagegen die inneren Eigenschaften, die er sich mitgebracht hatte, die sonst nur eigentlich in die Dekadenz gekommen waren durch die luziferischen Einflüsse, die zeigten sich in einem hohen Grade. Und daß dieser Jesusknabe eine merkwürdige Sprache zeigte, das ist etwas noch viel Interessanteres. Denn da müssen wir auf etwas blicken, was ich auch in meiner Schrift über «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» erwähnt habe: daß die Sprachen, die heute über die Erde verbreitet sind, die bei den verschiedenen Volksstämmen auftreten, verhältnismäßig spät innerhalb der Menschheitsentwickelung entstanden sind; ihnen aber ging voraus, was man wirklich eine menschliche Ursprache nennen könnte. Und die trennenden Geister der luziferischen und ahrimanischen Welt sind es, die aus der Ursprache die vielen Sprachen in der Welt gemacht haben. Die Ursprache ist verloren und kann heute mit einem solchen Ich, das im Laufe der Erdentwickelung von Inkarnation zu Inkarnation gegangen ist, von keinem Menschen zunächst gesprochen werden. Jener Jesusknabe, der nicht durch menschliche Inkarnationen gegangen war, bekam vom Ausgangspunkte der Menschheitsentwickelung die Fähigkeit mit, nun nicht diese oder jene Sprache, sondern eine Sprache zu sprechen, von der mit einem gewissen Recht behauptet wird, daß sie nicht verständlich war für die Umgebung, die aber durch das, was drinnen lebte an Herzinnigkeit, von dem Mutterherzen verstanden wurde. Es wird damit auf ein ungeheuer bedeutendes Phänomen bei diesem Lukas-Jesusknaben hingewiesen.

[ 5 ] Wenn wir nun die okkulten Erkenntnisse über dieses Ich, die natürlich für den heutigen Menschen etwas ungeheuer 'Törichtes sind, ein wenig berühren, so sehen wir, daß dieses Ich, das gleichsam in Reserve zurückbehalten wurde, nicht in einen Menschenleib geleitet worden ist, sondern eigentlich nur übergeben worden ist den heiligen Mysterien, wie sie bestanden haben durch die atlantischen Zeiten, durch die nachatlantischen Zeiten hindurch. In einer wichtigen Mysterienstätte war es wie in einem Tabernakel aufbewahrt. Dieses Ich hatte dadurch ganz besondere Eigentümlichkeiten; es hatte die Eigentümlichkeit, daß es unberührt war von allem, was überhaupt ein menschliches Ich jemals auf der Erde hatte lernen können. Es war also auch unberührt von allen luziferischen und ahrimanischen Einflüssen; war überhaupt etwas, was wir uns gegenüber den anderen Ichen der Menschen vorstellen können wie eine leere Kugel, eigentlich nur wie etwas, was noch vollständig jungfräulich war gegenüber allen Erdenerlebnissen, ein Nichts, ein Negatives gegenüber allen Erdenerlebnissen. Daher sah es so aus, als ob jener nathanische Jesusknabe, den das Lukas-Evangelium schildert, überhaupt kein Menschen-Ich hätte, als ob er nur bestünde aus physischem Leib, Ätherleib und Astralleib. Und es genügt vollständig, wenn wir zunächst sagen: ein so entwickeltes Ich, wie es sich durch die atlantische und nachatlantische Zeit entwickelt hatte, ist bei dem Lukas- Jesusknaben gar nicht vorhanden. Im rechten Sinne des Wortes sprechen wir, wenn wir sagen: beim Matthäus-Jesusknaben haben wir es mit einem völlig ausgebildeten Menschen zu tun; bei dem nathanischen Jesusknaben des Lukas-Evangeliums haben wir es zu tun mit einem physischen Leib, Ätherleib und Astralleib, die so angeordnet sind, daß sie harmonisch darstellen den Menschen, wie er herüberkam als Resultat der Saturn-, Sonnen- und Mondentwickelung. Daher war dieser Jesusknabe, wie die Akasha-Chronik es lehrt, unbegabt für alles, was die menschliche Kultur entwickelt hatte; das konnte er nicht aufnehmen, weil er nie dabeigewesen war. Was die äußeren Geschicklichkeiten und Fertigkeiten des Daseins sind, das zeigen wir, weil wir in früheren Inkarnationen bei gewissen Verrichtungen schon dabei waren; jemand, der nie dabei war, zeigt sich unbegabt für alles, was Menschen geleistet haben während der Erdentwickelung. Wenn der nathanische Jesusknabe in unsere Zeit hineingeboren worden wäre, würde er sich höchst unbegabt gezeigt haben in bezug auf Schreibenlernen, weil die Menschen zu Adams Zeiten nicht geschrieben haben und vorher erst recht nicht. Also, für alles was so war, daß es erst im Laufe der Menschheitsentwickelung angeeignet wurde, zeigte sich der LukasJesusknabe höchst unbegabt. Dagegen die inneren Eigenschaften, die er sich mitgebracht hatte, die sonst nur eigentlich in die Dekadenz gekommen waren durch die luziferischen Einflüsse, die zeigten sich in einem hohen Grade. Und daß dieser Jesusknabe eine merkwürdige Sprache zeigte, das ist etwas noch viel Interessanteres. Denn da müssen wir auf etwas blicken, was ich auch in meiner Schrift über «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» erwähnt habe: daß die Sprachen, die heute über die Erde verbreitet sind, die bei den verschiedenen Volksstämmen auftreten, verhältnismäßig spät innerhalb der Menschheitsentwickelung entstanden sind; ihnen aber ging voraus, was man wirklich eine menschliche Ursprache nennen könnte. Und die trennenden Geister der luziferischen und ahrimanischen Welt sind es, die aus der Ursprache die vielen Sprachen in der Welt gemacht haben. Die Ursprache ist verloren und kann heute mit einem solchen Ich, das im Laufe der Erdentwickelung von Inkarnation zu Inkarnation gegangen ist, von keinem Menschen zunächst gesprochen werden. Jener Jesusknabe, der nicht durch menschliche Inkarnationen gegangen war, bekam vom Ausgangspunkte der Menschheitsentwickelung die Fähigkeit mit, nun nicht diese oder jene Sprache, sondern eine Sprache zu sprechen, von der mit einem gewissen Recht behauptet wird, daß sie nicht verständlich war für die Umgebung, die aber durch das, was drinnen lebte an Herzinnigkeit, von dem Mutterherzen verstanden wurde. Es wird damit auf ein ungeheuer bedeutendes Phänomen bei diesem Lukas-Jesusknaben hingewiesen.

[ 6 ] Als dieser Lukas-Jesusknabe geboren war, war er also ausgestattet mit alledem, was unbeeinflußt war von den luziferisch-ahrimanischen Kräften. Ein solches Ich, das sich immer wieder und wieder inkarniert hatte, hatte er nicht; daher brauchte auch nichts ausgestoßen zu werden in seinem zwölften Lebensjahre, als die Individualität des Zarathustra herüberging aus dem salomonischen Jesusknaben des Matthäus-Evangeliums in den nathanischen Jesusknaben. Ich sagte vorhin, daß dieses zurückgebliebene Menschenteil, das sich bis dahin neben der übrigen Menschheit in den Mysterien entwickelt hatte, eigentlich jetzt zum ersten Male in der palästinensischen Zeit als der nathanische Jesusknabe geboren worden war. Es war ein Überleiten aus einem vorderasiatischen Mysterium, wo dieser Menschenkeim aufbewahrt war, in den Leib des nathanischen Jesusknaben. Nun wuchs dieser Knabe heran, und im zwölften Jahre überkam ihn die Individualität des Zarathustra. Wir wissen auch, daß uns dieses Herübergehen angedeutet wird durch die Szene des zwölfjährigen Jesus im Tempel. Es ist verständlich, daß die Eltern des nathanischen Jesusknaben, die gewohnt waren, dieses Kind so zu betrachten, wie wir es eben beschrieben haben, eine merkwürdige Veränderung finden mußten, als sie den Knaben im Tempel wiederfanden, nachdem sie ihn vorher verloren hatten. Denn das war der Zeitpunkt, wo in den zwölfjährigen Knaben hinüberzog die Individualität des Zarathustra, so daß wir jetzt weiter, vom zwölften bis zum dreißigsten Jahre, in dem Lukas-Jesusknaben die Individualität des Zarathustra haben.

[ 6 ] Als dieser Lukas-Jesusknabe geboren war, war er also ausgestattet mit alledem, was unbeeinflußt war von den luziferisch-ahrimanischen Kräften. Ein solches Ich, das sich immer wieder und wieder inkarniert hatte, hatte er nicht; daher brauchte auch nichts ausgestoßen zu werden in seinem zwölften Lebensjahre, als die Individualität des Zarathustra herüberging aus dem salomonischen Jesusknaben des Matthäus-Evangeliums in den nathanischen Jesusknaben. Ich sagte vorhin, daß dieses zurückgebliebene Menschenteil, das sich bis dahin neben der übrigen Menschheit in den Mysterien entwickelt hatte, eigentlich jetzt zum ersten Male in der palästinensischen Zeit als der nathanische Jesusknabe geboren worden war. Es war ein Überleiten aus einem vorderasiatischen Mysterium, wo dieser Menschenkeim aufbewahrt war, in den Leib des nathanischen Jesusknaben. Nun wuchs dieser Knabe heran, und im zwölften Jahre überkam ihn die Individualität des Zarathustra. Wir wissen auch, daß uns dieses Herübergehen angedeutet wird durch die Szene des zwölfjährigen Jesus im Tempel. Es ist verständlich, daß die Eltern des nathanischen Jesusknaben, die gewohnt waren, dieses Kind so zu betrachten, wie wir es eben beschrieben haben, eine merkwürdige Veränderung finden mußten, als sie den Knaben im Tempel wiederfanden, nachdem sie ihn vorher verloren hatten. Denn das war der Zeitpunkt, wo in den zwölfjährigen Knaben hinüberzog die Individualität des Zarathustra, so daß wir jetzt weiter, vom zwölften bis zum dreißigsten Jahre, in dem Lukas-Jesusknaben die Individualität des Zarathustra haben.

[ 7 ] Nun haben wir im Lukas-Evangelium einen merkwürdigen Ausspruch, mit dem auf etwas hingedeutet wird, was erst durch die okkulte Forschung klar werden kann. Sie wissen, daß es im LukasEvangelium, nachdem die Szene mit dem zwölfjährigen Jesus im Tempel geschildert worden ist, eine Stelle gibt: «Und Jesus nahm zu an Weisheit und Gestalt und Gnade bei Gott und den Menschen» (Lukas 2, 52). So lautet sie in der Weizsäckerschen Übersetzung. Luther übersetzt: «Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen». Sehr sinnvoll ist das auch nicht. Denn wenn da steht «Jesus nahm zu an Alter», so möchte ich einmal wissen, was es heißen soll, daß ein zwölfjähriger Knabe zunimmt an Alter? Es braucht dazu doch nur die Zeit vorwärts zu schreiten! In Wahrheit aber steht an dieser Stelle, wenn wir den Text der Evangelien aus der Akasha-Chronik herstellen, daß er zunahm an alledem, woran ein astralischer Leib zunehmen kann, nämlich an Weisheit; daß er zunahm an alledem, woran ein Ätherleib zunehmen kann, nämlich an all den Eigenschaften der Güte, des Wohlwollens und so weiter; und dann zunahm an allem, woran ein physischer Leib zunehmen kann, was sich hineingießt in die äußere Wohlgestalt. Damit soll ganz besonders angedeutet werden, daß dieser Jesusknabe durch die Eigentümlichkeit, die er bis zum zwölften Jahre hatte, unberührt geblieben war, in seiner Individualität gar nicht berührt werden konnte von den luziferischen und ahrimanischen Kräften; weil es eben keine solche Individualität war, die von Inkarnation zu Inkarnation gegangen war. Das Lukas-Evangelium deutet das noch ganz besonders dadurch an, daß es die Generationenreihe hinauf verfolgt über Adam bis zu Gott, um damit zu sagen, daß es die Substanz war, die unbeeinflußt war von allem, was durch die menschliche Entwickelung gegangen ist.

[ 7 ] Nun haben wir im Lukas-Evangelium einen merkwürdigen Ausspruch, mit dem auf etwas hingedeutet wird, was erst durch die okkulte Forschung klar werden kann. Sie wissen, daß es im LukasEvangelium, nachdem die Szene mit dem zwölfjährigen Jesus im Tempel geschildert worden ist, eine Stelle gibt: «Und Jesus nahm zu an Weisheit und Gestalt und Gnade bei Gott und den Menschen» (Lukas 2, 52). So lautet sie in der Weizsäckerschen Übersetzung. Luther übersetzt: «Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen». Sehr sinnvoll ist das auch nicht. Denn wenn da steht «Jesus nahm zu an Alter», so möchte ich einmal wissen, was es heißen soll, daß ein zwölfjähriger Knabe zunimmt an Alter? Es braucht dazu doch nur die Zeit vorwärts zu schreiten! In Wahrheit aber steht an dieser Stelle, wenn wir den Text der Evangelien aus der Akasha-Chronik herstellen, daß er zunahm an alledem, woran ein astralischer Leib zunehmen kann, nämlich an Weisheit; daß er zunahm an alledem, woran ein Ätherleib zunehmen kann, nämlich an all den Eigenschaften der Güte, des Wohlwollens und so weiter; und dann zunahm an allem, woran ein physischer Leib zunehmen kann, was sich hineingießt in die äußere Wohlgestalt. Damit soll ganz besonders angedeutet werden, daß dieser Jesusknabe durch die Eigentümlichkeit, die er bis zum zwölften Jahre hatte, unberührt geblieben war, in seiner Individualität gar nicht berührt werden konnte von den luziferischen und ahrimanischen Kräften; weil es eben keine solche Individualität war, die von Inkarnation zu Inkarnation gegangen war. Das Lukas-Evangelium deutet das noch ganz besonders dadurch an, daß es die Generationenreihe hinauf verfolgt über Adam bis zu Gott, um damit zu sagen, daß es die Substanz war, die unbeeinflußt war von allem, was durch die menschliche Entwickelung gegangen ist.

[ 8 ] So lebt also dieser Jesusknabe heran, zunehmend an alledem, was möglich ist in der Entwickelung einer dreifachen Leiblichkeit, die eben nicht von dem berührt werden konnte, wovon andere dreifache Leiblichkeiten der Menschen berührt werden. Und die ZarathustraIndividualität hatte jetzt die Möglichkeit, all die Höhe, zu der sie es bis dahin gebracht hatte, zu verbinden mit all dem Wunderbaren, was in einer solchen dreifachen Leiblichkeit war, weil sie durch nichts beirrt ward, sondern alles entwickeln konnte, was nur ein idealer physischer Leib, ein idealer Ätherleib, ein idealer astralischer Leib im Außern entwickeln kann. Das soll angedeutet werden mit dem Satz des Lukas-Evangeliums, der eben angeführt worden ist. Dadurch war die Möglichkeit gegeben, daß bis zum dreißigsten Lebensjahre in der Entwickelung dieses Jünglings etwas eingetreten war, von dem wir sagen können: im dreißigsten Lebensjahre war diese Individualität des Zarathustra in der Lage, alles, was aus einer so hohen Individualität kommen kann, in diese dreifache menschliche Leiblichkeit hineinzugießen. So daß wir uns bis zum dreißigsten Lebensjahre von dem Jesus von Nazareth die richtige Vorstellung machen, wenn wir ihn als eine hohe menschliche Individualität vorstellen; eben als eine Individualität, zu derem Zustandekommen die größtmöglichen Veranstaltungen gemacht worden sind, wie wir gesehen haben.

[ 8 ] So lebt also dieser Jesusknabe heran, zunehmend an alledem, was möglich ist in der Entwickelung einer dreifachen Leiblichkeit, die eben nicht von dem berührt werden konnte, wovon andere dreifache Leiblichkeiten der Menschen berührt werden. Und die ZarathustraIndividualität hatte jetzt die Möglichkeit, all die Höhe, zu der sie es bis dahin gebracht hatte, zu verbinden mit all dem Wunderbaren, was in einer solchen dreifachen Leiblichkeit war, weil sie durch nichts beirrt ward, sondern alles entwickeln konnte, was nur ein idealer physischer Leib, ein idealer Ätherleib, ein idealer astralischer Leib im Außern entwickeln kann. Das soll angedeutet werden mit dem Satz des Lukas-Evangeliums, der eben angeführt worden ist. Dadurch war die Möglichkeit gegeben, daß bis zum dreißigsten Lebensjahre in der Entwickelung dieses Jünglings etwas eingetreten war, von dem wir sagen können: im dreißigsten Lebensjahre war diese Individualität des Zarathustra in der Lage, alles, was aus einer so hohen Individualität kommen kann, in diese dreifache menschliche Leiblichkeit hineinzugießen. So daß wir uns bis zum dreißigsten Lebensjahre von dem Jesus von Nazareth die richtige Vorstellung machen, wenn wir ihn als eine hohe menschliche Individualität vorstellen; eben als eine Individualität, zu derem Zustandekommen die größtmöglichen Veranstaltungen gemacht worden sind, wie wir gesehen haben.

[ 9 ] Aber jetzt müssen wir uns über eines klar werden, wenn wir uns darüber verständigen wollen, daß die Früchte einer Entwickelung, die wir in unsern Leibern durchmachen, der Individualität zugute kommen. Unsere Leiber geben uns die Veranlassung, daß gleichsam unsere Individualität aus dem Leben heraussaugt die Früchte für ihre weitere Entwickelung. Wenn wir im Tode — jetzt im Tode eines gewöhnlichen Menschen — unsere Leiber verlassen, so lassen wir das, was wir in ihnen als Individualität uns erworben, uns erarbeitet haben, zunächst nicht in den Leibern. Wir werden später noch sehen, unter welchen besonderen Umständen etwas in den Leibern bleiben kann; aber die Regel, das Gesetz ist es nicht, daß die Individualität das, was sie sich erworben hat, den Leibern zurückläßt. Indem also Zarathustra die dreifache Leiblichkeit des Jesus von Nazareth im dreißigsten Jahre verläßt, läßt er zurück die drei Leiber: physischen Leib, Ätherleib und Astralleib. Alles dasjenige aber, was Zarathustra als Individualität durch diese Werkzeuge hat gewinnen können, das geht in die Individualität des Zarathustra hinein, lebt mit dieser Individualität weiter, die jetzt herausgeht aus der dreifachen Leiblichkeit. Das kommt dieser Individualität zugute. Dagegen ist allerdings eines erreicht worden in der dreifachen Leiblichkeit des Jesus von Nazareth: daß nämlich die Menschennatur, wie sie war vor den luziferischen und ahrimanischen Einflüssen, verbunden war mit derjenigen Individualität, die am bedeutsamsten hineingeschaut hatte in die Geistigkeit des Makrokosmos. Denn denken Sie nur einmal, was diese Zarathustra-Individualität durchgemacht hatte! Einstmals, da sie zuerst bei Begründung der urpersischen Kultur wirkte im Hinaufblicken nach dem großen Sonnengeist, da schon ging der Blick des Zarathustra in die Weltenweiten des Geistigen. Und immer weiter und weiter entwickelte sich durch die folgenden Inkarnationen gerade diese Individualität. — Wenn das Innerste der Menschennatur mit den intensivsten Kräften der Liebe und des Mitleids dadurch zustande gekommen war, daß eine reine Menschensubstanz bewahrt geblieben war bis zur Geburt des nathanischen Jesus, und dann der Astralleib sich noch durchdrungen hatte mit den Kräften des Gotama Buddha, wenn also in dem nathanischen Jesus das vorhanden war, was wir «iinnerlichste Innerlichkeit» des Menschen nennen können, so verband sich mit dieser Leiblichkeit im zwölften Jahre jene menschliche Individualität, die unter allen menschlichen Individualitäten am klarsten, am tiefsten hineingeschaut hatte in die Geistigkeit des Makrokosmos. Dadurch aber wurden die Werkzeuge des nathanischen Jesus so umgestaltet, daß sie in der Tat als Werkzeuge jetzt fähig waren, den Extrakt, den Christus-Extrakt des Makrokosmos, in sich aufzunehmen. Hätte nicht die Individualität des Zarathustra bis zum dreißigsten Jahre diese Leiblichkeit durchdrungen, so wären ihre Augen nicht fähig gewesen, zu ertragen die Substanz des Christus vom dreißigsten Jahre bis zum Mysterium von Golgatha, wären die Hände nicht fähig gewesen sich zu durchdringen mit der Substanz des Christus im dreißigsten Jahre. Um den Christus aufnehmen zu können, mußte diese Leiblichkeit eben gleichsam vorbereitet, ausgeweiter werden durch die Individualität des Zarathustra. So haben wir allerdings in dem Jesus von Nazareth, wie er in dem Moment war, da Zarathustra von ihm Abschied nahm und die ChristusIndividualität in ihn hineinging, weder einen Adepten noch sonst irgend etwas von einem höheren Menschen vor uns. Denn ein Adept ist dadurch Adept, daß er eine hochentwickelte Individualität hat; die ist aber gerade aus der dreifachen Leiblichkeit des Jesus von Nazareth herausgegangen. Wir haben nur die dreifache Leiblichkeit durch die Anwesenheit des Zarathustra so präpariert, daß sie aufnehmen konnte die Christus-Individualität. Aber nun war durch die Verbindung der Christus-Individualität mit diesem Leibe, den wir eben beschrieben haben, das Folgende nötig geworden.

[ 9 ] Aber jetzt müssen wir uns über eines klar werden, wenn wir uns darüber verständigen wollen, daß die Früchte einer Entwickelung, die wir in unsern Leibern durchmachen, der Individualität zugute kommen. Unsere Leiber geben uns die Veranlassung, daß gleichsam unsere Individualität aus dem Leben heraussaugt die Früchte für ihre weitere Entwickelung. Wenn wir im Tode — jetzt im Tode eines gewöhnlichen Menschen — unsere Leiber verlassen, so lassen wir das, was wir in ihnen als Individualität uns erworben, uns erarbeitet haben, zunächst nicht in den Leibern. Wir werden später noch sehen, unter welchen besonderen Umständen etwas in den Leibern bleiben kann; aber die Regel, das Gesetz ist es nicht, daß die Individualität das, was sie sich erworben hat, den Leibern zurückläßt. Indem also Zarathustra die dreifache Leiblichkeit des Jesus von Nazareth im dreißigsten Jahre verläßt, läßt er zurück die drei Leiber: physischen Leib, Ätherleib und Astralleib. Alles dasjenige aber, was Zarathustra als Individualität durch diese Werkzeuge hat gewinnen können, das geht in die Individualität des Zarathustra hinein, lebt mit dieser Individualität weiter, die jetzt herausgeht aus der dreifachen Leiblichkeit. Das kommt dieser Individualität zugute. Dagegen ist allerdings eines erreicht worden in der dreifachen Leiblichkeit des Jesus von Nazareth: daß nämlich die Menschennatur, wie sie war vor den luziferischen und ahrimanischen Einflüssen, verbunden war mit derjenigen Individualität, die am bedeutsamsten hineingeschaut hatte in die Geistigkeit des Makrokosmos. Denn denken Sie nur einmal, was diese Zarathustra-Individualität durchgemacht hatte! Einstmals, da sie zuerst bei Begründung der urpersischen Kultur wirkte im Hinaufblicken nach dem großen Sonnengeist, da schon ging der Blick des Zarathustra in die Weltenweiten des Geistigen. Und immer weiter und weiter entwickelte sich durch die folgenden Inkarnationen gerade diese Individualität. — Wenn das Innerste der Menschennatur mit den intensivsten Kräften der Liebe und des Mitleids dadurch zustande gekommen war, daß eine reine Menschensubstanz bewahrt geblieben war bis zur Geburt des nathanischen Jesus, und dann der Astralleib sich noch durchdrungen hatte mit den Kräften des Gotama Buddha, wenn also in dem nathanischen Jesus das vorhanden war, was wir «iinnerlichste Innerlichkeit» des Menschen nennen können, so verband sich mit dieser Leiblichkeit im zwölften Jahre jene menschliche Individualität, die unter allen menschlichen Individualitäten am klarsten, am tiefsten hineingeschaut hatte in die Geistigkeit des Makrokosmos. Dadurch aber wurden die Werkzeuge des nathanischen Jesus so umgestaltet, daß sie in der Tat als Werkzeuge jetzt fähig waren, den Extrakt, den Christus-Extrakt des Makrokosmos, in sich aufzunehmen. Hätte nicht die Individualität des Zarathustra bis zum dreißigsten Jahre diese Leiblichkeit durchdrungen, so wären ihre Augen nicht fähig gewesen, zu ertragen die Substanz des Christus vom dreißigsten Jahre bis zum Mysterium von Golgatha, wären die Hände nicht fähig gewesen sich zu durchdringen mit der Substanz des Christus im dreißigsten Jahre. Um den Christus aufnehmen zu können, mußte diese Leiblichkeit eben gleichsam vorbereitet, ausgeweiter werden durch die Individualität des Zarathustra. So haben wir allerdings in dem Jesus von Nazareth, wie er in dem Moment war, da Zarathustra von ihm Abschied nahm und die ChristusIndividualität in ihn hineinging, weder einen Adepten noch sonst irgend etwas von einem höheren Menschen vor uns. Denn ein Adept ist dadurch Adept, daß er eine hochentwickelte Individualität hat; die ist aber gerade aus der dreifachen Leiblichkeit des Jesus von Nazareth herausgegangen. Wir haben nur die dreifache Leiblichkeit durch die Anwesenheit des Zarathustra so präpariert, daß sie aufnehmen konnte die Christus-Individualität. Aber nun war durch die Verbindung der Christus-Individualität mit diesem Leibe, den wir eben beschrieben haben, das Folgende nötig geworden.

[ 10 ] Durch die drei Jahre, von der Johannes-Taufe im Jordan an bis zum eigentlichen Mysterium von Golgatha, war die leibliche Entwickelung des physischen Leibes, des Ätherleibes und des Astralleibes eine ganz andere, als die leibliche Entwickelung bei andern Menschen. Dadurch, daß auf den nathanischen Jesus in früheren Inkarnationen luziferische und ahrimanische Kräfte nicht Einfluß genommen hatten, war die Möglichkeit gegeben, daß von der Johannes-Taufe im Jordan ab — da jetzt nicht eine menschliche Ich-Individualttät in diesem Jesus von Nazareth war, sondern die Christus-Individualität — alles das nicht herausgebildet wurde, was sonst beim Menschen in seiner Leiblichkeit immer wirken muß. Wir haben gestern davon gesprochen, daß das, was wir das menschliche Phantom nennen, die eigentliche Urgestalt, die in sich auffaßt, einsaugt die materiellen Elemente und sie dann mit dem Tode abgibt — daß dieses Phantom degenerierte im Laufe der menschlichen Entwickelung bis zum Mysterium von Golgatha. Wir können diese Degenerierung in einer gewissen Weise so auffassen, daß eigentlich vom Anfange der menschlichen Entwickelung an dieses Phantom dazu bestimmt war, unberührt zu bleiben von den materiellen Teilen, die aus dem Mineral-, Pflanzen- oder Tierreich vom Menschen als Nahrungsmittel aufgenommen werden. Unberührt davon sollte das Phantom bleiben. Es war aber nicht unberührt geblieben. Denn durch den luziferischen Einfluß trat eine enge Verbindung ein zwischen dem Phantom und den Kräften, die der Mensch aufnimmt durch die irdische Entwickelung — besonders mit den Aschenbestandteilen. Das war also die Folge des luziferischen Einflusses, daß das Phantom, während es mit der weiteren Entwickelung der Menschheit mitgeht, eine starke Anziehung zu den Aschenbestandteilen entwickelte; und dadurch, anstatt mit dem Ätherleib des Menschen mitzugehen, ging es nun mit dem mit, was Zerfallprodukte sind. Das waren alles die Folgen der luziferischen Einflüsse. Und wo die luziferischen Einflüsse so hintan gehalten waren, wie dies beim nathanischen Jesus der Fall war, wo ja kein menschliches Ich da war, sondern wo die kosmische Christus-Wesenheit von der Johannes-Taufe an vorhanden war, da zeigte es sich, das sich keinerlei Anziehungskräfte geltend machten zwischen dem menschlichen Phantom und dem, was als materielle Teile aufgenommen wurde. Es blieb das Phantom durch alle drei Jahre unberührt von den materiellen Teilen. Man drückt das okkult so aus, daß man sagt: Eigentlich sollte das menschliche Phantom nach dem, wie es sich herübergebildet hatte durch die Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit, keine Anziehungskräfte haben zu den Aschenbestandteilen, sondern es sollte nur mit den sich lösenden Salzbestandteilen eine Anziehung haben, so daß es den Weg der Verflüchtigung nimmt in dem Maße, als die Salzbestandteile sich auflösen. Im okkulten Sinne würde man sagen, daß es sich auflöst und übergeht — nicht in die Erde, sondern in die flüchtigen Bestandteile. Das war aber gerade das Eigentliche, daß mit der Johannes-Taufe im Jordan, der Versetzung der Christus-Individualität in den Leib des nathanischen Jesus, aller Zusammenhang des Phantoms mit den Aschenbestandteilen vernichtet, vertilgt worden war und der einzige Zusammenhang blieb mit den Salzbestandteilen. Das tritt uns auch da hervor, wo der Christus Jesus denjenigen, die er zunächst erwählt hatte, klarmachen will: Es soll durch die Art, wie ihr euch verbunden fühlt mit der ChristusWesenheit, zur weiteren menschlichen Entwickelung die Möglichkeit herbeigeführt werden, daß der eine aus dem Grabe auferstandene Leib — der Geistleib — auf die Menschen übergehen kann. — Dies will der Christus sagen, als er die Worte gebraucht: «Ihr seid das Salz der Erde!» Alle diese Worte, an die wieder erinnern die Terminologie, die Kunstausdrücke der späteren Alchimisten, des späteren Okkultismus, alle diese Worte, die wir in den Evangelien finden, haben die denkbar tiefste Bedeutung. Und es war in der Tat diese Bedeutung gerade den mittelalterlichen und auch den nachmittelalterlichen wirklichen Alchimisten — nicht den Scharlatanen, von denen die Literatur erzählt — voll bekannt, und keiner sprach diese Zusammenhänge aus, ohne daß er im Herzen fühlte den Zusammenhang mit dem Christus.

[ 10 ] Durch die drei Jahre, von der Johannes-Taufe im Jordan an bis zum eigentlichen Mysterium von Golgatha, war die leibliche Entwickelung des physischen Leibes, des Ätherleibes und des Astralleibes eine ganz andere, als die leibliche Entwickelung bei andern Menschen. Dadurch, daß auf den nathanischen Jesus in früheren Inkarnationen luziferische und ahrimanische Kräfte nicht Einfluß genommen hatten, war die Möglichkeit gegeben, daß von der Johannes-Taufe im Jordan ab — da jetzt nicht eine menschliche Ich-Individualttät in diesem Jesus von Nazareth war, sondern die Christus-Individualität — alles das nicht herausgebildet wurde, was sonst beim Menschen in seiner Leiblichkeit immer wirken muß. Wir haben gestern davon gesprochen, daß das, was wir das menschliche Phantom nennen, die eigentliche Urgestalt, die in sich auffaßt, einsaugt die materiellen Elemente und sie dann mit dem Tode abgibt — daß dieses Phantom degenerierte im Laufe der menschlichen Entwickelung bis zum Mysterium von Golgatha. Wir können diese Degenerierung in einer gewissen Weise so auffassen, daß eigentlich vom Anfange der menschlichen Entwickelung an dieses Phantom dazu bestimmt war, unberührt zu bleiben von den materiellen Teilen, die aus dem Mineral-, Pflanzen- oder Tierreich vom Menschen als Nahrungsmittel aufgenommen werden. Unberührt davon sollte das Phantom bleiben. Es war aber nicht unberührt geblieben. Denn durch den luziferischen Einfluß trat eine enge Verbindung ein zwischen dem Phantom und den Kräften, die der Mensch aufnimmt durch die irdische Entwickelung — besonders mit den Aschenbestandteilen. Das war also die Folge des luziferischen Einflusses, daß das Phantom, während es mit der weiteren Entwickelung der Menschheit mitgeht, eine starke Anziehung zu den Aschenbestandteilen entwickelte; und dadurch, anstatt mit dem Ätherleib des Menschen mitzugehen, ging es nun mit dem mit, was Zerfallprodukte sind. Das waren alles die Folgen der luziferischen Einflüsse. Und wo die luziferischen Einflüsse so hintan gehalten waren, wie dies beim nathanischen Jesus der Fall war, wo ja kein menschliches Ich da war, sondern wo die kosmische Christus-Wesenheit von der Johannes-Taufe an vorhanden war, da zeigte es sich, das sich keinerlei Anziehungskräfte geltend machten zwischen dem menschlichen Phantom und dem, was als materielle Teile aufgenommen wurde. Es blieb das Phantom durch alle drei Jahre unberührt von den materiellen Teilen. Man drückt das okkult so aus, daß man sagt: Eigentlich sollte das menschliche Phantom nach dem, wie es sich herübergebildet hatte durch die Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit, keine Anziehungskräfte haben zu den Aschenbestandteilen, sondern es sollte nur mit den sich lösenden Salzbestandteilen eine Anziehung haben, so daß es den Weg der Verflüchtigung nimmt in dem Maße, als die Salzbestandteile sich auflösen. Im okkulten Sinne würde man sagen, daß es sich auflöst und übergeht — nicht in die Erde, sondern in die flüchtigen Bestandteile. Das war aber gerade das Eigentliche, daß mit der Johannes-Taufe im Jordan, der Versetzung der Christus-Individualität in den Leib des nathanischen Jesus, aller Zusammenhang des Phantoms mit den Aschenbestandteilen vernichtet, vertilgt worden war und der einzige Zusammenhang blieb mit den Salzbestandteilen. Das tritt uns auch da hervor, wo der Christus Jesus denjenigen, die er zunächst erwählt hatte, klarmachen will: Es soll durch die Art, wie ihr euch verbunden fühlt mit der ChristusWesenheit, zur weiteren menschlichen Entwickelung die Möglichkeit herbeigeführt werden, daß der eine aus dem Grabe auferstandene Leib — der Geistleib — auf die Menschen übergehen kann. — Dies will der Christus sagen, als er die Worte gebraucht: «Ihr seid das Salz der Erde!» Alle diese Worte, an die wieder erinnern die Terminologie, die Kunstausdrücke der späteren Alchimisten, des späteren Okkultismus, alle diese Worte, die wir in den Evangelien finden, haben die denkbar tiefste Bedeutung. Und es war in der Tat diese Bedeutung gerade den mittelalterlichen und auch den nachmittelalterlichen wirklichen Alchimisten — nicht den Scharlatanen, von denen die Literatur erzählt — voll bekannt, und keiner sprach diese Zusammenhänge aus, ohne daß er im Herzen fühlte den Zusammenhang mit dem Christus.

[ 11 ] So stellte sich denn heraus: Als der Christus Jesus gekreuzigt wurde, sein Leib an das Kreuz genagelt wurde — Sie merken, daß ich genau mit den Worten des Evangeliums hier spreche, aus dem einfachen Grunde, weil die wirklichen okkulten Forschungen tatsächlich hier die Worte des Evangeliums absolut bestätigen —, als dieser Leib des Jesus von Nazareth ans Kreuz geschlagen wurde, da war in der Tat das Phantom völlig intakt, bestand als die geistleibliche, aber nur übersinnlich sichtbare Form und war in einem viel loseren Zusammenhange mit dem materiellen Inhalt aus den Erdenelementen als bei irgendeinem Menschen. Aus dem einfachen Grunde, weil bei jedem andern Menschen eine Verbindung des Phantoms mit den Elementen eingetreten ist, die diese Elemente zusammenhält. Bei dem Christus Jesus war es in der Tat ganz anders. Es war so, wie, ich möchte sagen, nach dem Gesetz des Beharrungsvermögens gewisse materielle Teile noch zusammenhalten in der Form, die man ihnen gegeben hat und dann nach einiger Zeit zerfallen, so daß kaum von ihnen etwas sichtbar ist. So war es mit den materiellen Teilen des Leibes des Christus Jesus. Als er vom Kreuze herabgenommen wurde, waren sozusagen die Teile noch zusammenhaltend, aber sie waren in keiner Verbindung mit dem Phantom, weil das Phantom von ihnen völlig frei war. Als der Leib dann mit gewissen Substanzen versetzt wurde, die dann wieder auf diesen Leib ganz anders wirkten als auf einen andern Leib, der einbalsamiert wird, da geschah es, daß sich die materiellen Stoffe nach dem Begräbnis rasch verflüchtigten, rasch in die Elemente übergingen. Daher fanden die Jünger, die nachschauten, die Tücher, mit denen er zugedeckt war, — das Phantom aber, woran die Entwickelung des Ich hängt, das war aus dem Grabe auferstanden. Daß Maria von Magdala, die das frühere, von den Elementen der Erde durchsetzte Phantom nur kannte, in dem von aller Erdenschwere befreiten Phantom, das sie jetzt hellseherisch sah, nicht wiedererkennen konnte dieselbe Gestalt, das ist nicht zu verwundern. Sie kam ihr anders vor. Insbesondere müssen wir uns darüber klar sein, daß nur durch die Kraft des Beisammenseins der Jünger mit dem Christus alle Jünger und alle Menschen, von denen uns das erzählt wird, den Auferstandenen sehen konnten; denn er erschien im Geistleib, in dem Leibe, von dem Paulus sagt, daß er sich wie das Samenkorn vermehrt und übergeht in alle Menschen. Daß aber auch Paulus selbst überzeugt ist davon, daß nicht der von den irdischen Elementen durchsetzte Leib den andern Jüngern erschienen ist, sondern daß dasselbe, was ihm erschienen war, auch den andern Jüngern erschienen war, das sagt er an der Stelle:

[ 11 ] So stellte sich denn heraus: Als der Christus Jesus gekreuzigt wurde, sein Leib an das Kreuz genagelt wurde — Sie merken, daß ich genau mit den Worten des Evangeliums hier spreche, aus dem einfachen Grunde, weil die wirklichen okkulten Forschungen tatsächlich hier die Worte des Evangeliums absolut bestätigen —, als dieser Leib des Jesus von Nazareth ans Kreuz geschlagen wurde, da war in der Tat das Phantom völlig intakt, bestand als die geistleibliche, aber nur übersinnlich sichtbare Form und war in einem viel loseren Zusammenhange mit dem materiellen Inhalt aus den Erdenelementen als bei irgendeinem Menschen. Aus dem einfachen Grunde, weil bei jedem andern Menschen eine Verbindung des Phantoms mit den Elementen eingetreten ist, die diese Elemente zusammenhält. Bei dem Christus Jesus war es in der Tat ganz anders. Es war so, wie, ich möchte sagen, nach dem Gesetz des Beharrungsvermögens gewisse materielle Teile noch zusammenhalten in der Form, die man ihnen gegeben hat und dann nach einiger Zeit zerfallen, so daß kaum von ihnen etwas sichtbar ist. So war es mit den materiellen Teilen des Leibes des Christus Jesus. Als er vom Kreuze herabgenommen wurde, waren sozusagen die Teile noch zusammenhaltend, aber sie waren in keiner Verbindung mit dem Phantom, weil das Phantom von ihnen völlig frei war. Als der Leib dann mit gewissen Substanzen versetzt wurde, die dann wieder auf diesen Leib ganz anders wirkten als auf einen andern Leib, der einbalsamiert wird, da geschah es, daß sich die materiellen Stoffe nach dem Begräbnis rasch verflüchtigten, rasch in die Elemente übergingen. Daher fanden die Jünger, die nachschauten, die Tücher, mit denen er zugedeckt war, — das Phantom aber, woran die Entwickelung des Ich hängt, das war aus dem Grabe auferstanden. Daß Maria von Magdala, die das frühere, von den Elementen der Erde durchsetzte Phantom nur kannte, in dem von aller Erdenschwere befreiten Phantom, das sie jetzt hellseherisch sah, nicht wiedererkennen konnte dieselbe Gestalt, das ist nicht zu verwundern. Sie kam ihr anders vor. Insbesondere müssen wir uns darüber klar sein, daß nur durch die Kraft des Beisammenseins der Jünger mit dem Christus alle Jünger und alle Menschen, von denen uns das erzählt wird, den Auferstandenen sehen konnten; denn er erschien im Geistleib, in dem Leibe, von dem Paulus sagt, daß er sich wie das Samenkorn vermehrt und übergeht in alle Menschen. Daß aber auch Paulus selbst überzeugt ist davon, daß nicht der von den irdischen Elementen durchsetzte Leib den andern Jüngern erschienen ist, sondern daß dasselbe, was ihm erschienen war, auch den andern Jüngern erschienen war, das sagt er an der Stelle:

[ 12 ] «Ich habe es euch überliefert in erster Linie,. wie ich es selbst überkommen habe: daß Christus gestorben ist um unserer Sünden willen, so daß die Schriften sich erfüllen mußten, und daß er begraben wurde, und daß er auferweckt wurde am dritten Tage, gemäß dem, was in den Schriften immerdar gestanden hat, und daß er erschienen ist dem Kephas [Simon Petrus], dann den Zwölf. Hernach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von welchen die meisten noch leben, etliche aber sind entschlafen. Hernach erschien er dem Jakobus, dann den sämtlichen Aposteln; zuletzt aber gleich allen als dem zu früh Geborenen erschien er auch mir.» (1. Korinther 15, 3—8.)

[ 12 ] «Ich habe es euch überliefert in erster Linie,. wie ich es selbst überkommen habe: daß Christus gestorben ist um unserer Sünden willen, so daß die Schriften sich erfüllen mußten, und daß er begraben wurde, und daß er auferweckt wurde am dritten Tage, gemäß dem, was in den Schriften immerdar gestanden hat, und daß er erschienen ist dem Kephas [Simon Petrus], dann den Zwölf. Hernach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von welchen die meisten noch leben, etliche aber sind entschlafen. Hernach erschien er dem Jakobus, dann den sämtlichen Aposteln; zuletzt aber gleich allen als dem zu früh Geborenen erschien er auch mir.» (1. Korinther 15, 3—8.)

[ 13 ] Dem Paulus erschien der Christus durch das Ereignis von Damaskus. Und daß die Art, durch die er ihm erschien, gleichgestellt ist mit den Erscheinungen gegenüber den andern Jüngern, das bezeugt, daß der Christus dem Paulus in derselben Gestalt erschienen ist, wie den andern. Was aber war es, was Paulus überzeugte?

[ 13 ] Dem Paulus erschien der Christus durch das Ereignis von Damaskus. Und daß die Art, durch die er ihm erschien, gleichgestellt ist mit den Erscheinungen gegenüber den andern Jüngern, das bezeugt, daß der Christus dem Paulus in derselben Gestalt erschienen ist, wie den andern. Was aber war es, was Paulus überzeugte?

[ 14 ] Paulus war in einem gewissen Sinne schon ein Eingeweihter vor dem Ereignis von Damaskus. Aber es war eine Einweihung, die zusammengesetzt war aus dem althebräischen und dem griechischen Prinzip. Ein Eingeweihter war er, der bis dahin nur wußte, daß die, welche sich mit der geistigen Welt durch die Initiation verbunden haben, in ihrem Actherleib unabhängig geworden sind von dem physischen Leib und in einer gewissen Weise denen, die dazu fähig sind, erscheinen können in ihrer reinsten Gestalt des Ätherleibes. Würde Paulus nur die Erscheinung eines reinen, von dem physischen Leibe unabhängigen Ätherleibes gehabt haben, so würde er anders gesprochen haben. Er würde gesagt haben, er hätte geschaut einen, der eingeweiht worden war und unabhängig von dem physischen Leibe mit der Erdentwickelung weiterlebt. Das würde für ihn auch nichts besonders Überraschendes gehabt haben. Das konnte es also nicht sein, was er vor Damaskus erlebt hat. Was er erlebt hat, war das, wovon er wußte, man kann es erst erleben, wenn die Schriften erfüllt sind: daß einmal in der geistigen Atmosphäre der Erde ein vollständiges menschliches Phantom, ein aus dem Grabe erstandener menschlicher Leib als übersinnliche Gestalt da sein werde. Das aber hatte er gesehen! Das war es, was ihm vor Damaskus erschien und ihn überzeugte: Er war da! Er ist auferstanden! Denn es ist das da, was nur von ihm kommen kann: es ist das Phantom da, was gesehen werden kann von allen menschlichen Individualitäten, die einen Zusammenhang suchen mit dem Christus! — Das war es, was ihn überzeugen konnte, daß der Christus schon da war, daß er nicht erst kommen werde, daß er wirklich in einem physischen Leibe war, und daß dieser physische Leib die eigentliche Urform des physischen Leibes herausgerettet hat zum Heile aller Menschen.

[ 14 ] Paulus war in einem gewissen Sinne schon ein Eingeweihter vor dem Ereignis von Damaskus. Aber es war eine Einweihung, die zusammengesetzt war aus dem althebräischen und dem griechischen Prinzip. Ein Eingeweihter war er, der bis dahin nur wußte, daß die, welche sich mit der geistigen Welt durch die Initiation verbunden haben, in ihrem Actherleib unabhängig geworden sind von dem physischen Leib und in einer gewissen Weise denen, die dazu fähig sind, erscheinen können in ihrer reinsten Gestalt des Ätherleibes. Würde Paulus nur die Erscheinung eines reinen, von dem physischen Leibe unabhängigen Ätherleibes gehabt haben, so würde er anders gesprochen haben. Er würde gesagt haben, er hätte geschaut einen, der eingeweiht worden war und unabhängig von dem physischen Leibe mit der Erdentwickelung weiterlebt. Das würde für ihn auch nichts besonders Überraschendes gehabt haben. Das konnte es also nicht sein, was er vor Damaskus erlebt hat. Was er erlebt hat, war das, wovon er wußte, man kann es erst erleben, wenn die Schriften erfüllt sind: daß einmal in der geistigen Atmosphäre der Erde ein vollständiges menschliches Phantom, ein aus dem Grabe erstandener menschlicher Leib als übersinnliche Gestalt da sein werde. Das aber hatte er gesehen! Das war es, was ihm vor Damaskus erschien und ihn überzeugte: Er war da! Er ist auferstanden! Denn es ist das da, was nur von ihm kommen kann: es ist das Phantom da, was gesehen werden kann von allen menschlichen Individualitäten, die einen Zusammenhang suchen mit dem Christus! — Das war es, was ihn überzeugen konnte, daß der Christus schon da war, daß er nicht erst kommen werde, daß er wirklich in einem physischen Leibe war, und daß dieser physische Leib die eigentliche Urform des physischen Leibes herausgerettet hat zum Heile aller Menschen.

[ 15 ] Daß diese Tat nur geschehen konnte durch die größte Entfaltung der göttlichen Liebe, und in welchem Sinne diese Tat eine Liebestat war, und in welchem Sinne dann das Wort «Erlösung» zu nehmen ist in der weiteren Entwickelung der Menschheit — davon wollen wir morgen sprechen.

[ 15 ] Daß diese Tat nur geschehen konnte durch die größte Entfaltung der göttlichen Liebe, und in welchem Sinne diese Tat eine Liebestat war, und in welchem Sinne dann das Wort «Erlösung» zu nehmen ist in der weiteren Entwickelung der Menschheit — davon wollen wir morgen sprechen.