Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

From Jesus to Christ
GA 131

12 October 1911, Karlsruhe

Translate the original German text into any language:

Achter Vortrag

Eighth Lecture

[ 1 ] Es ist gestern angedeutet worden, daß es nun wichtig wird, uns die Frage zu beantworten: Was ist eigentlich geschehen mit jener Wesenheit, die wir als den Christus Jesus bezeichnen, von der JohannesTaufe im Jordan an bis zu dem Mysterium von Golgatha? Um diese Frage so weit zu beantworten, als es zunächst möglich ist, werden wir kurz uns vergegenwärtigen, was wir aus früheren Vorträgen wissen über das Leben des Jesus von Nazareth, der dann in seinem dreißigsten Jahre der Christus-Träger wurde. In wenigen Worten ist ja das Wesentliche auch angedeutet in meiner kürzlich erschienenen Schrift über «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit».

[ 1 ] It was suggested yesterday that it is now important for us to answer the question: What actually happened to that being whom we call Christ Jesus, from the time of his baptism by John in the Jordan River up to the Mystery of Golgotha? To answer this question as far as is initially possible, we will briefly recall what we know from earlier lectures about the life of Jesus of Nazareth, who then became the Christ-bearer in his thirtieth year. In a few words, the essentials are also outlined in my recently published work on “The Spiritual Guidance of the Individual and of Humanity.”

[ 2 ] Wir wissen, daß in Palästina in derjenigen Zeit, auf die es ankommt, nicht ein, sondern zwei Jesusknaben geboren worden sind, und zwar wurde das eine Kind geboren aus der salomonischen Linie des Hauses David. Es ist im wesentlichen dasjenige Jesuskind, wovon das Matthäus-Evangelium erzählt. Der eigentümliche Widerspruch im Beginne des Matthäus- und des Lukas-Evangeliums rührt eben davon her, daß sich die Angaben des Schreibers des Matthäus-Evangeliums auf den einen Jesusknaben beziehen, den aus der salomonischen Linie des Hauses David. Dann wurde, nicht ganz, aber ziemlich gleichzeitig, ein anderer Jesusknabe geboren aus der nathanischen Linie des Hauses David. Das Wichtige ist nun, sich klarzumachen, was das für Wesenheiten waren. Da zeigt die okkulte Forschung, daß die Individualität, die in dem salomonischen Jesusknaben war, keine andere ist als die des Zarathustra. Zarathustra war nach seiner hauptsächlichsten Mission, von der wir bei der urpersischen Kultur gesprochen haben, immer wieder und wieder inkarniert worden, zuletzt auch innerhalb der babylonisch-chaldäischen Kultur, und dann eben als dieser salomonische Jesusknabe. Es war notwendig, daß diese Zarathustra-Individualität sich zunächst mit all den großen, starken, inneren Kräften, die sie sich naturgemäß aus den früheren Inkarnationen mitbrachte, in einem Leib inkarnierte, der aus der salomonischen Linie des Hauses David stammte, und der geeignet war, die großen Fähigkeiten des Zarathustra zu verarbeiten und sie in der Weise weiterzubringen, wie menschliche Fähigkeiten weitergebracht werden können, die schon auf einer sehr hohen Stufe stehen, insofern sie der Wesenheit angehören, die von Inkarnation zu Inkarnation geht. Es handelt sich also um einen menschlichen Leib, der jetzt diese Fähigkeiten nicht erst in einem späteren Alter, sondern in einer jugendlichen, kindhaft kräftigen Organisation verarbeiten kann. Wir sehen daher die Zarathustra-Individualität heranwachsen in einer solchen Art, daß sich die Fähigkeiten des Knaben verhältnismäßig früh entwickeln. Dieser Knabe zeigte früh sogar gewisse Kenntnisse, die sonst unmöglich in einem solchen kindlichen Alter sind. Aber das eine müssen wir feststellen, daß dieser salomonische Jesusknabe, trotzdem er die Verkörperung einer so hohen Individualität war, eben ein hochstehender Mensch war, das heißt, daß er in derselben Art, wie selbst der höchststehende Mensch, behaftet war mit gewissen Fähigkeiten zu irren, mit gewissen Fähigkeiten auch zu moralischen Schwierigkeiten, wenn auch nicht gerade zu Lastern oder Sünden. Dann wissen wir, daß die Individualität des Zarathustra im Sinne eines okkulten Vorganges, der jedem bekannt ist, der sich überhaupt mit solchen Tatsachen vertraut gemacht hat, im zwölften Jahre den Leib des salomonischen Jesusknaben verließ und hinüberging in den Leib des nathanischen Jesusknaben. Nun war der Leib dieses nathanischen Jesusknaben, oder besser gesagt, die dreifache Leiblichkeit: physischer Leib, Ätherleib und Astralleib dieses Knaben in einer ganz besonderen Art beschaffen. Denn dieser Leib war in der Tat so, daß der Knabe, der ihn hatte, gerade die entgegengesetzten Fähigkeiten zeigte wie der salomonische Jesusknabe. Während der letztere auffiel durch seine große Begabung in bezug auf äußere Dinge, die man eben äußerlich lernen kann, könnte man den nathanischen Jesusknaben in bezug auf äußere Dinge, man möchte fast sagen — Sie werden begreifen, daß dies auch nicht in der geringsten Weise abfällig gesagt werden kann — unbegabt nennen. Er war nicht in der Lage, sich hineinzufinden in diejenigen Dinge, welche die Menschenkultur auf der Erde geschaffen hat. Dagegen tritt das Merkwürdige hervor, daß er gleich von der Geburt an sprechen konnte. Also das, was mehr körperlich ist, zeigte sich als schon von der Geburt an vorhandene Fähigkeit. Es ist eine ganz richtige Überlieferung, daß er, allerdings in einer für alle andern Menschen unverständlichen Sprache, gesprochen hat. Aber was gerade in dieser Sprache von der Geburt an drinnen lag, von dem wird erzählt — und es ist dies eine gute Überlieferung, die auch okkult festgestellt werden kann —, daß von der Mutter verstanden werden konnte, was dieser Knabe sagte. Es ist so, daß gerade diejenigen Eigenschaften bei dem Knaben ausgeprägt waren, die wir die Herzenseigenschaften nennen können; eine ungeheure Liebefähigkeit und ein ungeheuer hingebungsfähiges Naturell zeichneten diesen Knaben aus. Und das Merkwürdige war, daß er von dem ersten Tage seines Lebens an durch seine bloße Gegenwart oder auch durch seine Berührung wohltätige Wirkungen ausübte, Wirkungen, die man heute vielleicht magnetische Wirkungen nennen würde. Also alle Herzenseigenschaften — und die Herzenseigenschaften so gesteigert, daß sie zu.einer magnetischen Wohltat für die Umgebung werden konnten, zeigten sich bei diesem Knaben.

[ 2 ] We know that in Palestine, during the period in question, not one but two boys named Jesus were born; one of them was born into the Solomonic line of the House of David. This is essentially the same child Jesus of whom the Gospel of Matthew tells. The peculiar contradiction at the beginning of the Gospels of Matthew and Luke stems precisely from the fact that the information provided by the writer of the Gospel of Matthew refers to one Jesus child, the one from the Solomonic line of the House of David. Then, not quite, but fairly simultaneously, another Jesus child was born from the Nathanic line of the House of David. The important thing now is to understand what kind of beings these were. Occult research shows that the individuality that was in the Solomonic Jesus-child is none other than that of Zarathustra. After his primary mission, which we discussed in connection with the ancient Persian culture, Zarathustra had incarnated again and again, most recently within the Babylonian-Chaldean culture, and then precisely as this Solomonic Jesus child. It was necessary for this Zarathustra individuality to first incarnate, with all the great, powerful inner forces it naturally brought with it from earlier incarnations, in a body that originated from the Solomonic line of the House of David, and which was suited to assimilate Zarathustra’s great abilities and develop them in the way that human abilities—already at a very high level—can be developed, insofar as they belong to the being that passes from incarnation to incarnation. It is therefore a human body that can now process these abilities not only at a later age, but within a youthful, childlike, and vigorous constitution. We therefore see the Zarathustra individuality growing up in such a way that the boy’s abilities develop relatively early. This boy even displayed certain knowledge at an early age that would otherwise be impossible at such a young age. But we must note one thing: that this Solomonic Jesus-boy, even though he was the embodiment of such a high individuality—that is, a highly evolved human being—was, in the same way as even the most highly evolved human being, prone to certain capacities for error, and to certain capacities for moral difficulties, if not exactly to vices or sins. Then we know that the individuality of Zarathustra, in the sense of an occult process known to anyone who has familiarized themselves with such facts at all, left the body of the Solomonic Jesus-child in the twelfth year and passed over into the body of the Nathanic Jesus-child. Now the body of this Nathanic Jesus-child—or rather, the threefold physicality: the physical body, the etheric body, and the astral body of this child—was constituted in a very special way. For this body was in fact such that the child who possessed it displayed precisely the opposite capacities to those of the Solomonic Jesus-child. While the latter stood out for his great talent regarding external things—things that can be learned externally—one could almost say—and you will understand that this is not meant in the least derogatory way—that the Nathanic Jesus-child was untalented regarding external things. He was not able to find his way into those things that human culture has created on Earth. In contrast, what stands out is that he was able to speak right from birth. So what is more physical manifested itself as an ability already present from birth. It is a perfectly accurate tradition that he spoke, albeit in a language incomprehensible to all other people. But regarding what was present in this very language from birth—and this is a reliable tradition that can also be verified occultly—it is said that the mother was able to understand what this boy was saying. It is the case that the very qualities in the boy that we might call qualities of the heart were particularly pronounced; an immense capacity for love and an immensely devoted nature distinguished this boy. And the remarkable thing was that from the very first day of his life, through his mere presence or even through his touch, he exerted beneficial effects—effects that today one might perhaps call magnetic effects. Thus all the qualities of the heart—and these qualities so heightened that they could become a magnetic blessing for his surroundings—were evident in this boy.

[ 3 ] Wir wissen auch, daß in dem Astralleib dieses Knaben die Kräfte wirkten, welche sich einstmals jener Bodhisattva erworben hatte, der dann der Gotama Buddha wurde. Wir wissen ja — und in dieser Beziehung ist die orientalische Überlieferung absolut richtig, denn sie kann geprüft werden von der Geheimwissenschaft —, daß der Bodhisattva, der ein halbes Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung mit dem Buddhawerden die Notwendigkeit verloren hatte, sich weiter in physischen Leibern auf der Erde zu inkarnieren, von da ab namentlich zunächst auf alle diejenigen wirkte, welche sich seinem Bekenntnisse hingaben, aber nurmehr aus der geistigen Welt herunter. Das ist das Eigentümliche einer solchen Individualität, die aufsteigt bis zu der Höhe, wo sie nicht mehr in einem fleischlichen Leibe inkarniert wird, daß sie dann teilnehmen kann an den Angelegenheiten und Schicksalen unseres Erdendaseins von den geistigen Welten herunter. Das kann in der mannigfaltigsten Weise geschehen. In der Tat hat der Bodhisattva, der als Gotama Buddha seine letzte fleischliche Inkarnation auf der Erde hatte, im wesentlichen mit teilgenommen an der Weiterentwickelung der Menschheit. Denn seien wir uns nur darüber klar, daß unsere menschliche geistige Welt fortwährend im Zusammenhang steht mit der ganzen übrigen geistigen Welt. Seien wir uns darüber klar, daß der Mensch nicht nur ißt und trinkt und damit die Stoffe der physischen Erde in sich aufnimmt, sondern aus der geistigen Welt fortwährend seelisch geistige Nahrung empfängt, daß fortwährend auf die verschiedensten Weisen aus den geistigen Welten Kräfte einfließen in das physische, irdische Dasein. Ein solches Einfließen der Kräfte, die sich Buddha erworben hatte, in den weiteren Strom der Menschheit geschah dadurch, daß die Buddha-Kräfte den Astralleib des nathanischen Jesusknaben durchsetzten, so daß in dem Astralleib dieses Knaben das wirkte, was der Buddha in seiner damaligen Form der Menschheit zu geben hatte. Wir wissen ja auch aus früheren Vorträgen, daß im wesentlichen die Worte, die wir heute noch als Weihnachtsspruch haben: «Offenbarung läßt sich erkennen aus der Höhe der Welten, und Friede wird sich breiten auf Erden in den Herzen derer, die eines guten Willens sind!», herrühren aus dem, was herniederfloß in die Menschheitsentwickelung dadurch, daß die Buddhakräfte eintauchten in den Astralleib des nathanischen Jesusknaben. So sehen wir die Buddhakräfte weiterwirken in dem Strom des Erdendaseins, der durch die Ereignisse von Palästina seinen Ausgangspunkt nahm. Diese Buddha-Kräfte haben dann auch weiter gewirkt. Und es ist immerhin sehr interessant, daß gerade die neueren okkulten Forschungen, die im westlichen Okkultismus in den allerletzten Jahren gemacht worden sind, dazu geführt haben, zu erkennen, daß ein sehr wichtiger Zusammenhang der europäischen Kultur mit den Buddha-Kräften vorhanden ist. Seit langer Zeit nämlich wirken herein aus den geistigen Welten diese Buddha-Kräfte namentlich auf alles dasjenige, was in der abendländischen Kultur ohne den spezifisch christlichen Einfluß undenkbar ist. Also alle diejenigen Weltanschauungsströmungen, die wir in den letzten Jahrhunderten bis herauf ins neunzehnte Jahrhundert sich entwickeln sehen, sie sind, insofern es abendländische Geistesströmungen sind, alle durchdrungen von dem Christus-Impuls, aber es wirkte immer herein der Buddha aus der geistigen Welt. Daher dürfen wir sagen: Das Wichtigste, was die europäische Menschheit heute von dem Buddha empfangen kann, darf eben nicht herrühren aus der Überlieferung dessen, was der Buddha ein halbes Jahrtausend vor der christlichen Zeitrechnung den Menschen gegeben hat, sondern von dem, was er seither geworden ist. Denn er ist ja nicht stehengeblieben, sondern fortgeschritten; und gerade durch diesen Fortschritt als geistiges Wesen in den geistigen Welten hat er im eminentesten Sinne teilnehmen können an der Fortentwickelung der abendländischen Kultur. Es ist dies durchaus ein Resultat innerhalb unserer okkulten Forschung, daß mit vielem, was uns schon früher hat entgegentreten können, bevor dieser wichtige Einfluß genau wieder erforscht worden ist, gerade dieses Resultat in einer wunderbaren Weise zusammenstimmt. Denn wir wissen, daß dieselbe Individualität, die als Gotama Buddha im Osten auftrat, schon früher einmal im Westen gewirkt hat, und daß gewisse Legenden und Überlieferungen, die an den Namen Bodha oder Wotan anknüpfen, es mit derselben Individualität zu tun haben, wie der Buddhismus mit dem Gotama Buddha im Osten; so daß in gewisser Weise derselbe Schauplatz wieder eingenommen ist, der schon früher von der gleichen Individualität in bezug auf die Menschheitsentwickelung vorbereitet worden war. So verschlungen sind die Wege, welche die geistigen Strömungen innerhalb der Menschheitsentwickelung nehmen.

[ 3 ] We also know that the forces at work in this boy’s astral body were those once acquired by the Bodhisattva who later became Gotama Buddha. We know, after all—and in this regard the Eastern tradition is absolutely correct, for it can be verified by esoteric science—that the Bodhisattva, who half a millennium before our era, upon becoming a Buddha, had lost the necessity to continue incarnating in physical bodies on Earth, from that point on worked, initially, upon all those who devoted themselves to his teachings, but now only from the spiritual world. This is the distinctive feature of such an individuality that ascends to the height where it is no longer incarnated in a physical body: that it can then participate in the affairs and destinies of our earthly existence from the spiritual worlds. This can occur in the most manifold ways. In fact, the Bodhisattva, who had his last physical incarnation on Earth as Gotama Buddha, essentially participated in the further development of humanity. For let us be clear about this: our human spiritual world is constantly connected with the entire rest of the spiritual world. Let us be clear that human beings do not merely eat and drink, thereby taking in the substances of the physical earth, but continually receive spiritual nourishment from the spiritual world; that forces continually flow into physical, earthly existence from the spiritual worlds in the most diverse ways. Such an inflow of the forces that the Buddha had acquired into the wider stream of humanity took place through the Buddha-forces permeating the astral body of the Nathanic Jesus-child, so that what the Buddha had to give to humanity in his form at that time was active within the astral body of this child. We also know from earlier lectures that, in essence, the words we still have today as a Christmas message: “Revelation is to be recognized from the heights of the worlds, and peace will spread on earth in the hearts of those who are of good will!” stem from what flowed down into human evolution through the Buddha forces entering the astral body of the Nathanic Jesus child. Thus we see the Buddha forces continuing to work in the stream of earthly existence that had its starting point in the events of Palestine. These Buddha forces have continued to work ever since. And it is, after all, very interesting that it is precisely the more recent occult research conducted in Western occultism in the very last few years that has led to the recognition that there is a very important connection between European culture and the Buddha forces. For a long time now, these Buddha forces have been working in from the spiritual worlds, specifically on everything in Western culture that would be unthinkable without the specifically Christian influence. Thus, all those currents of worldview that we have seen develop over the past centuries up to the nineteenth century—insofar as they are Western spiritual currents—are all permeated by the Christ impulse, yet the Buddha has always been at work from the spiritual world. Therefore, we may say: The most important thing that European humanity can receive from the Buddha today must not stem from the tradition of what the Buddha gave to humanity half a millennium before the Christian era, but from what he has become since then. For he has not remained static, but has progressed; and it is precisely through this progress as a spiritual being in the spiritual worlds that he has been able to participate in the highest sense in the further development of Western culture. It is indeed a finding within our occult research that much of what we may have encountered earlier, before this important influence was thoroughly re-examined, corresponds in a wondrous way to precisely this result. For we know that the same individuality who appeared as Gotama Buddha in the East had already once worked in the West, and that certain legends and traditions linked to the names Bodha or Wotan have to do with the same individuality as Buddhism has with Gotama Buddha in the East; so that, in a certain sense, the same stage is being reoccupied that had already been prepared earlier by the same individuality in relation to human development. So intricate are the paths taken by the spiritual currents within human development.

[ 4 ] Heute ist nun für uns am wichtigsten, daß wir in dem Astralleib des Lukas-Jesusknaben die Buddha-Kräfte wirksam haben. Als nun dieser Jesusknabe zwölf Jahre alt ist, geht die Zarathustra-Individualität hinüber in die dreifache Leiblichkeit dieses nathanischen Jesusknaben. Woher rührte es denn, daß dieser Jesusknabe die merkwürdigen Eigenschaften hatte, die wir eben charakterisiert haben? Das rührte eben davon her, daß dieser Jesusknabe nicht eine menschliche Individualität war wie jede andere. Diese Individualität war in einer gewissen Weise ganz anders, und um sie zu verstehen, müssen wir schon zurückgehen in die alte lemurische Zeit, in welcher im Grunde genommen erst die irdische Entwickelung der Menschen so recht den Anfang genommen hat. Wir müssen uns darüber klar sein, daß alles, was vor der lemurischen Zeit lag, eigentlich nur eine Wiederholung war des Saturn-, Sonnen- und Mondendaseins, und daß erst da die erste Keimanlage — als Möglichkeit — in den Menschen gelegt worden ist, so daß er das vierte Glied seiner Wesenheit in der Erdentwickelung annehmen konnte: das Ich. Wenn wir die ganze Strömung der Menschheitsentwickelung nehmen, müssen wir sagen: Die Menschheit, wie sie sich über die Erde verbreitet hat — Sie haben diese Weiterverbreitung genauer in der «Geheimwissenschaft im Umriß» dargestellt —, ist in der lemurischen Zeit auf gewisse menschliche Vorfahren dieser Anfangsperiode unserer heutigen Erde zurückzuführen. Und wir müssen dabei in der lemurischen Zeit einen Zeitpunkt festsetzen, nach welchem im heutigen Sinne erst richtig vom Menschengeschlecht gesprochen werden kann. Was vorher war, kann noch nicht so besprochen werden, daß man sagen könnte, es wären schon jene Iche in den Erdenmenschen vorhanden gewesen, die sich dann immer weiter und weiter inkarniert haben. Das war nicht der Fall. Vorher war das Ich des Menschen keineswegs noch abgetrennt von der Substanz derjenigen Hierarchie, die zunächst zu diesem Ich des Menschen die Veranlassung gegeben hat, von der Hierarchie der Geister der Form. Wir können uns nun vorstellen — das zeigt die okkulte Forschung —, daß gleichsam ein Teil der Substanz der Geister der Form eingegangen ist in die menschlichen Inkarnationen zur menschlichen Ich-Bildung. Aber als damals der Mensch seinen fleischlichen Inkarnationen auf der Erde übergeben worden ist, wurde von dem, was Mensch werden sollte, etwas zurückbehalten. Es wurde also gleichsam eine Ich-Substanz zurückbehalten, die nicht in den Strom der fleischlichen Inkarnationen geleitet wurde. Wenn wir uns diesen Strom der fleischlichen Inkarnationen des Menschen vorstellen wollten, der da beginnt mit dem, was die Bibel den Stammvater des Menschengeschlechtes, den Adam nennt, so müßten wir einen weitverzweigten Stammbaum zeichnen. Aber wir können uns einfach vorstellen: was von den Geistern der Form heruntergeströmt worden ist, das fließt nun fort; nur wurde gleichsam etwas zurückbehalten, gleichsam ein Ich, das nun bewahrt wurde vor dem Eingehen in die fleischlichen Inkarnationen — ein Ich, das nicht immer als Mensch wiedererschien, sondern das jene Gestalt, jene Substantialität behielt, die der Mensch hatte, bevor er zu seiner ersten Erdeninkarnation fortgeschritten war. Also ein Ich, das fortlebte neben der übrigen Menschheit, und das bis zu der Zeit, von der wir jetzt sprechen, wo die Ereignisse von Palästina geschehen sollten, noch nicht in einem menschlichen physischen Leibe jemals verkörpert gewesen war, ein Ich, das noch in derselben Lage war wie — wenn wir jetzt biblisch sprechen wollten — das Ich des Adam vor seiner ersten irdischen fleischlichen Verkörperung. Ein solches Ich war immer vorhanden.

[ 4 ] What is most important for us today is that the Buddha forces are at work in the astral body of the Luke Jesus child. When this Jesus-child was twelve years old, the Zarathustra individuality passed into the threefold physicality of this Nathanic Jesus-child. Where did it come from, then, that this Jesus-child possessed the remarkable qualities we have just described? It was precisely because this Jesus child was not a human individuality like any other. This individuality was, in a certain sense, quite different, and to understand it, we must go back to the ancient Lemurian era, in which, strictly speaking, the earthly development of humanity truly began. We must be clear that everything that preceded the Lemurian era was, in fact, merely a repetition of the Saturn, Sun, and Moon stages of existence, and that it was only then that the first seed—as a possibility—was planted in human beings, enabling them to assume the fourth member of their being in Earth’s evolution: the I. If we consider the entire course of human development, we must say: Humanity, as it has spread across the Earth—you have described this spread in greater detail in *Outlines of Esoteric Science*—can be traced back in the Lemurian period to certain human ancestors of this early period of our present Earth. And in doing so, we must establish a point in the Lemurian era after which one can truly speak of the human race in the modern sense. What came before cannot yet be discussed in such a way that one could say those “I’s” were already present in the Earth-human beings, which then continued to incarnate further and further. That was not the case. Before that, the human ego was by no means yet separated from the substance of that hierarchy which initially gave rise to this human ego—namely, the hierarchy of the Spirits of Form. We can now imagine—as occult research shows—that, as it were, a part of the substance of the Spirits of Form entered into human incarnations for the formation of the human ego. But when humanity was entrusted with its physical incarnations on Earth, something was held back from what was to become human. Thus, an “I-substance,” so to speak, was retained that was not channeled into the stream of physical incarnations. If we were to imagine this stream of human incarnations, which begins with what the Bible calls the progenitor of the human race, Adam, we would have to draw a widely branching family tree. But we can simply imagine: what has flowed down from the spirits of form now flows on; only that something was, as it were, retained—as it were, an I that was now preserved from entering into the stream of physical incarnations—an I that did not always reappear as a human being, but retained that form, that substantiality, which the human being possessed before advancing to his first earthly incarnation. Thus, an I that lived on alongside the rest of humanity, and that up to the time of which we are now speaking—when the events in Palestine were to take place—had never yet been embodied in a human physical body, an I that was still in the same position as—if we were to speak in biblical terms—the I of Adam before his first earthly, physical embodiment. Such an I was always present.

[ 5 ] Wenn wir nun die okkulten Erkenntnisse über dieses Ich, die natürlich für den heutigen Menschen etwas ungeheuer 'Törichtes sind, ein wenig berühren, so sehen wir, daß dieses Ich, das gleichsam in Reserve zurückbehalten wurde, nicht in einen Menschenleib geleitet worden ist, sondern eigentlich nur übergeben worden ist den heiligen Mysterien, wie sie bestanden haben durch die atlantischen Zeiten, durch die nachatlantischen Zeiten hindurch. In einer wichtigen Mysterienstätte war es wie in einem Tabernakel aufbewahrt. Dieses Ich hatte dadurch ganz besondere Eigentümlichkeiten; es hatte die Eigentümlichkeit, daß es unberührt war von allem, was überhaupt ein menschliches Ich jemals auf der Erde hatte lernen können. Es war also auch unberührt von allen luziferischen und ahrimanischen Einflüssen; war überhaupt etwas, was wir uns gegenüber den anderen Ichen der Menschen vorstellen können wie eine leere Kugel, eigentlich nur wie etwas, was noch vollständig jungfräulich war gegenüber allen Erdenerlebnissen, ein Nichts, ein Negatives gegenüber allen Erdenerlebnissen. Daher sah es so aus, als ob jener nathanische Jesusknabe, den das Lukas-Evangelium schildert, überhaupt kein Menschen-Ich hätte, als ob er nur bestünde aus physischem Leib, Ätherleib und Astralleib. Und es genügt vollständig, wenn wir zunächst sagen: ein so entwickeltes Ich, wie es sich durch die atlantische und nachatlantische Zeit entwickelt hatte, ist bei dem Lukas- Jesusknaben gar nicht vorhanden. Im rechten Sinne des Wortes sprechen wir, wenn wir sagen: beim Matthäus-Jesusknaben haben wir es mit einem völlig ausgebildeten Menschen zu tun; bei dem nathanischen Jesusknaben des Lukas-Evangeliums haben wir es zu tun mit einem physischen Leib, Ätherleib und Astralleib, die so angeordnet sind, daß sie harmonisch darstellen den Menschen, wie er herüberkam als Resultat der Saturn-, Sonnen- und Mondentwickelung. Daher war dieser Jesusknabe, wie die Akasha-Chronik es lehrt, unbegabt für alles, was die menschliche Kultur entwickelt hatte; das konnte er nicht aufnehmen, weil er nie dabeigewesen war. Was die äußeren Geschicklichkeiten und Fertigkeiten des Daseins sind, das zeigen wir, weil wir in früheren Inkarnationen bei gewissen Verrichtungen schon dabei waren; jemand, der nie dabei war, zeigt sich unbegabt für alles, was Menschen geleistet haben während der Erdentwickelung. Wenn der nathanische Jesusknabe in unsere Zeit hineingeboren worden wäre, würde er sich höchst unbegabt gezeigt haben in bezug auf Schreibenlernen, weil die Menschen zu Adams Zeiten nicht geschrieben haben und vorher erst recht nicht. Also, für alles was so war, daß es erst im Laufe der Menschheitsentwickelung angeeignet wurde, zeigte sich der LukasJesusknabe höchst unbegabt. Dagegen die inneren Eigenschaften, die er sich mitgebracht hatte, die sonst nur eigentlich in die Dekadenz gekommen waren durch die luziferischen Einflüsse, die zeigten sich in einem hohen Grade. Und daß dieser Jesusknabe eine merkwürdige Sprache zeigte, das ist etwas noch viel Interessanteres. Denn da müssen wir auf etwas blicken, was ich auch in meiner Schrift über «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» erwähnt habe: daß die Sprachen, die heute über die Erde verbreitet sind, die bei den verschiedenen Volksstämmen auftreten, verhältnismäßig spät innerhalb der Menschheitsentwickelung entstanden sind; ihnen aber ging voraus, was man wirklich eine menschliche Ursprache nennen könnte. Und die trennenden Geister der luziferischen und ahrimanischen Welt sind es, die aus der Ursprache die vielen Sprachen in der Welt gemacht haben. Die Ursprache ist verloren und kann heute mit einem solchen Ich, das im Laufe der Erdentwickelung von Inkarnation zu Inkarnation gegangen ist, von keinem Menschen zunächst gesprochen werden. Jener Jesusknabe, der nicht durch menschliche Inkarnationen gegangen war, bekam vom Ausgangspunkte der Menschheitsentwickelung die Fähigkeit mit, nun nicht diese oder jene Sprache, sondern eine Sprache zu sprechen, von der mit einem gewissen Recht behauptet wird, daß sie nicht verständlich war für die Umgebung, die aber durch das, was drinnen lebte an Herzinnigkeit, von dem Mutterherzen verstanden wurde. Es wird damit auf ein ungeheuer bedeutendes Phänomen bei diesem Lukas-Jesusknaben hingewiesen.

[ 5 ] If we now touch briefly upon the occult insights regarding this “I”—which, of course, seem utterly “foolish” to modern people— we see that this ‘I’, which was, as it were, held in reserve, was not directed into a human body, but was actually only entrusted to the sacred mysteries as they existed throughout the Atlantean era and the post-Atlantean era. In an important place of the Mysteries, it was kept as in a tabernacle. This I thus possessed very special characteristics; it had the characteristic of being untouched by anything that a human I could ever have learned on Earth. It was thus also untouched by all Luciferic and Ahrimanic influences; it was, in fact, something we can imagine in relation to the other human I’s as an empty sphere, actually just as something that was still completely virgin with regard to all earthly experiences, a nothingness, a negative in relation to all earthly experiences. Therefore, it appeared as though that Nathanic Jesus-child described in the Gospel of Luke had no human ego at all, as though he consisted only of a physical body, an etheric body, and an astral body. And it is entirely sufficient to say at first: an ego as developed as that which had evolved through the Atlantean and post-Atlantean periods is not present at all in the Luke Jesus-child. We are speaking in the true sense of the word when we say: in the case of the Matthew Jesus-child, we are dealing with a fully developed human being; in the case of the Nathanic Jesus child of the Gospel of Luke, we are dealing with a physical body, etheric body, and astral body that are arranged in such a way as to harmoniously represent the human being as he emerged as a result of the Saturn, Sun, and Moon evolutions. Therefore, as the Akashic Records teach, this Jesus child was unskilled in everything that human culture had developed; he could not take it in because he had never been there. The external skills and abilities of existence are demonstrated because we have already been present during certain activities in earlier incarnations; someone who was never present proves to be unskilled in everything that humans have accomplished during Earth’s evolution. If the Nathanic Jesus child had been born into our time, he would have shown himself to be highly unskilled in learning to write, because people did not write in Adam’s time, and certainly not before that. Thus, for everything that was acquired only in the course of human development, the Luke Jesus child proved to be highly unskilled. In contrast, the inner qualities he had brought with him—which had otherwise actually fallen into decadence due to Luciferic influences—manifested themselves to a high degree. And the fact that this Jesus-child displayed a peculiar language is something even more interesting. For here we must consider something I also mentioned in my treatise on “The Spiritual Guidance of the Individual and of Humanity”: that the languages spread across the earth today, those found among the various tribes, arose relatively late in human development; but they were preceded by what one could truly call a human proto-language. And it is the dividing spirits of the Luciferic and Ahrimanic worlds that have transformed the proto-language into the many languages of the world. The proto-language is lost and cannot be spoken today by any human being with an “I” that has passed from incarnation to incarnation in the course of Earth’s development. That Jesus child, who had not passed through human incarnations, was endowed from the very beginning of human development with the ability to speak—not this or that language, but a language of which it is claimed with some justification that it was incomprehensible to those around him, yet which was understood by his mother’s heart through the inner warmth that lived within it. This points to an immensely significant phenomenon in this Luke-Jesus boy.

[ 6 ] Als dieser Lukas-Jesusknabe geboren war, war er also ausgestattet mit alledem, was unbeeinflußt war von den luziferisch-ahrimanischen Kräften. Ein solches Ich, das sich immer wieder und wieder inkarniert hatte, hatte er nicht; daher brauchte auch nichts ausgestoßen zu werden in seinem zwölften Lebensjahre, als die Individualität des Zarathustra herüberging aus dem salomonischen Jesusknaben des Matthäus-Evangeliums in den nathanischen Jesusknaben. Ich sagte vorhin, daß dieses zurückgebliebene Menschenteil, das sich bis dahin neben der übrigen Menschheit in den Mysterien entwickelt hatte, eigentlich jetzt zum ersten Male in der palästinensischen Zeit als der nathanische Jesusknabe geboren worden war. Es war ein Überleiten aus einem vorderasiatischen Mysterium, wo dieser Menschenkeim aufbewahrt war, in den Leib des nathanischen Jesusknaben. Nun wuchs dieser Knabe heran, und im zwölften Jahre überkam ihn die Individualität des Zarathustra. Wir wissen auch, daß uns dieses Herübergehen angedeutet wird durch die Szene des zwölfjährigen Jesus im Tempel. Es ist verständlich, daß die Eltern des nathanischen Jesusknaben, die gewohnt waren, dieses Kind so zu betrachten, wie wir es eben beschrieben haben, eine merkwürdige Veränderung finden mußten, als sie den Knaben im Tempel wiederfanden, nachdem sie ihn vorher verloren hatten. Denn das war der Zeitpunkt, wo in den zwölfjährigen Knaben hinüberzog die Individualität des Zarathustra, so daß wir jetzt weiter, vom zwölften bis zum dreißigsten Jahre, in dem Lukas-Jesusknaben die Individualität des Zarathustra haben.

[ 6 ] When this boy, the Jesus of Luke, was born, he was thus endowed with everything that had not been influenced by the Luciferic-Ahrimanic forces. He did not possess such an ego that had incarnated time and again; therefore, nothing needed to be cast out in his twelfth year of life, when the individuality of Zarathustra passed from the Solomonic Jesus-child of the Gospel of Matthew into the Nathanic Jesus-child. I said earlier that this part of humanity that had remained behind, which had developed alongside the rest of humanity in the mysteries up to that point, had actually been born for the first time in the Palestinian era as the Nathanic Jesus child. It was a transition from a Near Eastern mystery, where this human seed had been preserved, into the body of the Nathanic Jesus-child. Now this boy grew up, and in his twelfth year the individuality of Zarathustra took hold of him. We also know that this transition is hinted at to us through the scene of the twelve-year-old Jesus in the temple. It is understandable that the parents of the Nathanic Jesus child, who were accustomed to viewing this child as we have just described, must have found a remarkable change when they found the boy in the temple after having previously lost him. For that was the moment when the individuality of Zarathustra passed into the twelve-year-old boy, so that from the twelfth to the thirtieth year, we now find the individuality of Zarathustra in the boy Jesus of Luke.

[ 7 ] Nun haben wir im Lukas-Evangelium einen merkwürdigen Ausspruch, mit dem auf etwas hingedeutet wird, was erst durch die okkulte Forschung klar werden kann. Sie wissen, daß es im LukasEvangelium, nachdem die Szene mit dem zwölfjährigen Jesus im Tempel geschildert worden ist, eine Stelle gibt: «Und Jesus nahm zu an Weisheit und Gestalt und Gnade bei Gott und den Menschen» (Lukas 2, 52). So lautet sie in der Weizsäckerschen Übersetzung. Luther übersetzt: «Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen». Sehr sinnvoll ist das auch nicht. Denn wenn da steht «Jesus nahm zu an Alter», so möchte ich einmal wissen, was es heißen soll, daß ein zwölfjähriger Knabe zunimmt an Alter? Es braucht dazu doch nur die Zeit vorwärts zu schreiten! In Wahrheit aber steht an dieser Stelle, wenn wir den Text der Evangelien aus der Akasha-Chronik herstellen, daß er zunahm an alledem, woran ein astralischer Leib zunehmen kann, nämlich an Weisheit; daß er zunahm an alledem, woran ein Ätherleib zunehmen kann, nämlich an all den Eigenschaften der Güte, des Wohlwollens und so weiter; und dann zunahm an allem, woran ein physischer Leib zunehmen kann, was sich hineingießt in die äußere Wohlgestalt. Damit soll ganz besonders angedeutet werden, daß dieser Jesusknabe durch die Eigentümlichkeit, die er bis zum zwölften Jahre hatte, unberührt geblieben war, in seiner Individualität gar nicht berührt werden konnte von den luziferischen und ahrimanischen Kräften; weil es eben keine solche Individualität war, die von Inkarnation zu Inkarnation gegangen war. Das Lukas-Evangelium deutet das noch ganz besonders dadurch an, daß es die Generationenreihe hinauf verfolgt über Adam bis zu Gott, um damit zu sagen, daß es die Substanz war, die unbeeinflußt war von allem, was durch die menschliche Entwickelung gegangen ist.

[ 7 ] Now, in the Gospel of Luke, we find a curious statement that alludes to something that can only be understood through occult research. You know that in the Gospel of Luke, after the scene with the twelve-year-old Jesus in the temple has been described, there is a passage: “And Jesus grew in wisdom and stature, and in favor with God and man” (Luke 2:52). That is how it reads in Weizsäcker’s translation. Luther translates: “And Jesus grew in wisdom, age, and favor with God and man.” That doesn’t make much sense either. For if it says “Jesus grew in age,” I would like to know what it is supposed to mean that a twelve-year-old boy grows in age? All that is needed for that is for time to move forward! In truth, however, if we reconstruct the text of the Gospels from the Akashic Records, it states at this point that he grew in all that an astral body can grow in, namely in wisdom; that he grew in all that an etheric body can grow in, namely in all the qualities of goodness, benevolence, and so on; and then grew in all that a physical body can grow in, which pours itself into outward beauty. This is meant to indicate in a very special way that this boy Jesus, through the peculiarity he possessed until the age of twelve, had remained untouched; his individuality could not be affected at all by the Luciferic and Ahrimanic forces; because it was precisely not such an individuality that had passed from incarnation to incarnation. The Gospel of Luke indicates this quite particularly by tracing the line of generations back through Adam to God, thereby signifying that it was the substance that remained unaffected by everything that had passed through human evolution.

[ 8 ] So lebt also dieser Jesusknabe heran, zunehmend an alledem, was möglich ist in der Entwickelung einer dreifachen Leiblichkeit, die eben nicht von dem berührt werden konnte, wovon andere dreifache Leiblichkeiten der Menschen berührt werden. Und die ZarathustraIndividualität hatte jetzt die Möglichkeit, all die Höhe, zu der sie es bis dahin gebracht hatte, zu verbinden mit all dem Wunderbaren, was in einer solchen dreifachen Leiblichkeit war, weil sie durch nichts beirrt ward, sondern alles entwickeln konnte, was nur ein idealer physischer Leib, ein idealer Ätherleib, ein idealer astralischer Leib im Außern entwickeln kann. Das soll angedeutet werden mit dem Satz des Lukas-Evangeliums, der eben angeführt worden ist. Dadurch war die Möglichkeit gegeben, daß bis zum dreißigsten Lebensjahre in der Entwickelung dieses Jünglings etwas eingetreten war, von dem wir sagen können: im dreißigsten Lebensjahre war diese Individualität des Zarathustra in der Lage, alles, was aus einer so hohen Individualität kommen kann, in diese dreifache menschliche Leiblichkeit hineinzugießen. So daß wir uns bis zum dreißigsten Lebensjahre von dem Jesus von Nazareth die richtige Vorstellung machen, wenn wir ihn als eine hohe menschliche Individualität vorstellen; eben als eine Individualität, zu derem Zustandekommen die größtmöglichen Veranstaltungen gemacht worden sind, wie wir gesehen haben.

[ 8 ] And so this child Jesus grew up, increasingly attuned to all that is possible in the development of a threefold physicality that could not be affected by the very things that affect other people’s threefold physicalities. And the Zarathustra individuality now had the opportunity to combine all the heights it had attained up to that point with all the wondrous qualities inherent in such a threefold physicality, because it was not deterred by anything, but could develop everything that an ideal physical body, an ideal etheric body, and an ideal astral body can develop in the outer world. This is what is implied by the passage from the Gospel of Luke that has just been cited. This made it possible that by the age of thirty, something had occurred in the development of this young man of which we can say: by the age of thirty, this individuality of Zarathustra was in a position to pour everything that can come from such a high individuality into this threefold human physicality. Thus, we form the correct conception of Jesus of Nazareth up to the age of thirty when we picture him as a high human individuality; precisely as an individuality for whose coming into being the greatest possible preparations have been made, as we have seen.

[ 9 ] Aber jetzt müssen wir uns über eines klar werden, wenn wir uns darüber verständigen wollen, daß die Früchte einer Entwickelung, die wir in unsern Leibern durchmachen, der Individualität zugute kommen. Unsere Leiber geben uns die Veranlassung, daß gleichsam unsere Individualität aus dem Leben heraussaugt die Früchte für ihre weitere Entwickelung. Wenn wir im Tode — jetzt im Tode eines gewöhnlichen Menschen — unsere Leiber verlassen, so lassen wir das, was wir in ihnen als Individualität uns erworben, uns erarbeitet haben, zunächst nicht in den Leibern. Wir werden später noch sehen, unter welchen besonderen Umständen etwas in den Leibern bleiben kann; aber die Regel, das Gesetz ist es nicht, daß die Individualität das, was sie sich erworben hat, den Leibern zurückläßt. Indem also Zarathustra die dreifache Leiblichkeit des Jesus von Nazareth im dreißigsten Jahre verläßt, läßt er zurück die drei Leiber: physischen Leib, Ätherleib und Astralleib. Alles dasjenige aber, was Zarathustra als Individualität durch diese Werkzeuge hat gewinnen können, das geht in die Individualität des Zarathustra hinein, lebt mit dieser Individualität weiter, die jetzt herausgeht aus der dreifachen Leiblichkeit. Das kommt dieser Individualität zugute. Dagegen ist allerdings eines erreicht worden in der dreifachen Leiblichkeit des Jesus von Nazareth: daß nämlich die Menschennatur, wie sie war vor den luziferischen und ahrimanischen Einflüssen, verbunden war mit derjenigen Individualität, die am bedeutsamsten hineingeschaut hatte in die Geistigkeit des Makrokosmos. Denn denken Sie nur einmal, was diese Zarathustra-Individualität durchgemacht hatte! Einstmals, da sie zuerst bei Begründung der urpersischen Kultur wirkte im Hinaufblicken nach dem großen Sonnengeist, da schon ging der Blick des Zarathustra in die Weltenweiten des Geistigen. Und immer weiter und weiter entwickelte sich durch die folgenden Inkarnationen gerade diese Individualität. — Wenn das Innerste der Menschennatur mit den intensivsten Kräften der Liebe und des Mitleids dadurch zustande gekommen war, daß eine reine Menschensubstanz bewahrt geblieben war bis zur Geburt des nathanischen Jesus, und dann der Astralleib sich noch durchdrungen hatte mit den Kräften des Gotama Buddha, wenn also in dem nathanischen Jesus das vorhanden war, was wir «iinnerlichste Innerlichkeit» des Menschen nennen können, so verband sich mit dieser Leiblichkeit im zwölften Jahre jene menschliche Individualität, die unter allen menschlichen Individualitäten am klarsten, am tiefsten hineingeschaut hatte in die Geistigkeit des Makrokosmos. Dadurch aber wurden die Werkzeuge des nathanischen Jesus so umgestaltet, daß sie in der Tat als Werkzeuge jetzt fähig waren, den Extrakt, den Christus-Extrakt des Makrokosmos, in sich aufzunehmen. Hätte nicht die Individualität des Zarathustra bis zum dreißigsten Jahre diese Leiblichkeit durchdrungen, so wären ihre Augen nicht fähig gewesen, zu ertragen die Substanz des Christus vom dreißigsten Jahre bis zum Mysterium von Golgatha, wären die Hände nicht fähig gewesen sich zu durchdringen mit der Substanz des Christus im dreißigsten Jahre. Um den Christus aufnehmen zu können, mußte diese Leiblichkeit eben gleichsam vorbereitet, ausgeweiter werden durch die Individualität des Zarathustra. So haben wir allerdings in dem Jesus von Nazareth, wie er in dem Moment war, da Zarathustra von ihm Abschied nahm und die ChristusIndividualität in ihn hineinging, weder einen Adepten noch sonst irgend etwas von einem höheren Menschen vor uns. Denn ein Adept ist dadurch Adept, daß er eine hochentwickelte Individualität hat; die ist aber gerade aus der dreifachen Leiblichkeit des Jesus von Nazareth herausgegangen. Wir haben nur die dreifache Leiblichkeit durch die Anwesenheit des Zarathustra so präpariert, daß sie aufnehmen konnte die Christus-Individualität. Aber nun war durch die Verbindung der Christus-Individualität mit diesem Leibe, den wir eben beschrieben haben, das Folgende nötig geworden.

[ 9 ] But now we must be clear about one thing if we are to agree that the fruits of the development we undergo in our bodies benefit our individuality. Our bodies provide the opportunity for our individuality, as it were, to draw from life the fruits necessary for its further development. When we leave our bodies at death—specifically, at the death of an ordinary human being—we do not initially leave behind in the bodies what we have acquired and worked out within them as individuality. We shall see later under what special circumstances something may remain in the bodies; but the rule, the law, is not that the individuality leaves behind in the bodies what it has acquired. Thus, when Zarathustra leaves the threefold physicality of Jesus of Nazareth in the thirtieth year, he leaves behind the three bodies: the physical body, the etheric body, and the astral body. But everything that Zarathustra, as an individuality, was able to gain through these instruments enters into the individuality of Zarathustra, lives on with this individuality, which now emerges from the threefold physicality. This benefits this individuality. On the other hand, one thing has certainly been achieved in the threefold physicality of Jesus of Nazareth: namely, that human nature, as it was before the Luciferic and Ahrimanic influences, was connected to that individuality which had looked most profoundly into the spirituality of the macrocosm. For just think for a moment what this Zarathustra individuality had gone through! Once, when it first worked in the founding of the ancient Persian culture, gazing upward toward the great Sun Spirit, even then Zarathustra’s gaze reached into the vastness of the spiritual worlds. And through the subsequent incarnations, this very individuality developed further and further. — If the innermost core of human nature had come into being through the most intense forces of love and compassion, because a pure human substance had been preserved until the birth of the Nathanic Jesus, and then the astral body had further imbued itself with the forces of Gotama Buddha—if, then, what we might call the “innermost inner self” of the human being was present in the Nathanic Jesus—then, in the twelfth year, that human individuality which, among all human individualities, had looked most clearly and most deeply into the spirituality of the macrocosm united with this physical form. But through this, the instruments of the Nathanic Jesus were so transformed that they were now indeed capable, as instruments, of taking in the essence—the Christ-essence of the macrocosm. Had the individuality of Zarathustra not permeated this physicality by the age of thirty, its eyes would not have been able to bear the substance of the Christ from the age of thirty until the Mystery of Golgotha, nor would the hands have been able to permeate themselves with the substance of the Christ at the age of thirty. In order to be able to receive the Christ, this physicality had to be, as it were, prepared and expanded by the individuality of Zarathustra. Thus, in the Jesus of Nazareth, as he was at the moment when Zarathustra took leave of him and the Christ Individuality entered into him, we have before us neither an adept nor anything else of a higher human being. For an adept is an adept precisely because he possesses a highly developed individuality; but this has emerged precisely from the threefold physicality of the Jesus of Nazareth. We have merely prepared the threefold physicality through the presence of Zarathustra so that it could receive the Christ Individuality. But now, through the union of the Christ Individuality with this body we have just described, the following had become necessary.

[ 10 ] Durch die drei Jahre, von der Johannes-Taufe im Jordan an bis zum eigentlichen Mysterium von Golgatha, war die leibliche Entwickelung des physischen Leibes, des Ätherleibes und des Astralleibes eine ganz andere, als die leibliche Entwickelung bei andern Menschen. Dadurch, daß auf den nathanischen Jesus in früheren Inkarnationen luziferische und ahrimanische Kräfte nicht Einfluß genommen hatten, war die Möglichkeit gegeben, daß von der Johannes-Taufe im Jordan ab — da jetzt nicht eine menschliche Ich-Individualttät in diesem Jesus von Nazareth war, sondern die Christus-Individualität — alles das nicht herausgebildet wurde, was sonst beim Menschen in seiner Leiblichkeit immer wirken muß. Wir haben gestern davon gesprochen, daß das, was wir das menschliche Phantom nennen, die eigentliche Urgestalt, die in sich auffaßt, einsaugt die materiellen Elemente und sie dann mit dem Tode abgibt — daß dieses Phantom degenerierte im Laufe der menschlichen Entwickelung bis zum Mysterium von Golgatha. Wir können diese Degenerierung in einer gewissen Weise so auffassen, daß eigentlich vom Anfange der menschlichen Entwickelung an dieses Phantom dazu bestimmt war, unberührt zu bleiben von den materiellen Teilen, die aus dem Mineral-, Pflanzen- oder Tierreich vom Menschen als Nahrungsmittel aufgenommen werden. Unberührt davon sollte das Phantom bleiben. Es war aber nicht unberührt geblieben. Denn durch den luziferischen Einfluß trat eine enge Verbindung ein zwischen dem Phantom und den Kräften, die der Mensch aufnimmt durch die irdische Entwickelung — besonders mit den Aschenbestandteilen. Das war also die Folge des luziferischen Einflusses, daß das Phantom, während es mit der weiteren Entwickelung der Menschheit mitgeht, eine starke Anziehung zu den Aschenbestandteilen entwickelte; und dadurch, anstatt mit dem Ätherleib des Menschen mitzugehen, ging es nun mit dem mit, was Zerfallprodukte sind. Das waren alles die Folgen der luziferischen Einflüsse. Und wo die luziferischen Einflüsse so hintan gehalten waren, wie dies beim nathanischen Jesus der Fall war, wo ja kein menschliches Ich da war, sondern wo die kosmische Christus-Wesenheit von der Johannes-Taufe an vorhanden war, da zeigte es sich, das sich keinerlei Anziehungskräfte geltend machten zwischen dem menschlichen Phantom und dem, was als materielle Teile aufgenommen wurde. Es blieb das Phantom durch alle drei Jahre unberührt von den materiellen Teilen. Man drückt das okkult so aus, daß man sagt: Eigentlich sollte das menschliche Phantom nach dem, wie es sich herübergebildet hatte durch die Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit, keine Anziehungskräfte haben zu den Aschenbestandteilen, sondern es sollte nur mit den sich lösenden Salzbestandteilen eine Anziehung haben, so daß es den Weg der Verflüchtigung nimmt in dem Maße, als die Salzbestandteile sich auflösen. Im okkulten Sinne würde man sagen, daß es sich auflöst und übergeht — nicht in die Erde, sondern in die flüchtigen Bestandteile. Das war aber gerade das Eigentliche, daß mit der Johannes-Taufe im Jordan, der Versetzung der Christus-Individualität in den Leib des nathanischen Jesus, aller Zusammenhang des Phantoms mit den Aschenbestandteilen vernichtet, vertilgt worden war und der einzige Zusammenhang blieb mit den Salzbestandteilen. Das tritt uns auch da hervor, wo der Christus Jesus denjenigen, die er zunächst erwählt hatte, klarmachen will: Es soll durch die Art, wie ihr euch verbunden fühlt mit der ChristusWesenheit, zur weiteren menschlichen Entwickelung die Möglichkeit herbeigeführt werden, daß der eine aus dem Grabe auferstandene Leib — der Geistleib — auf die Menschen übergehen kann. — Dies will der Christus sagen, als er die Worte gebraucht: «Ihr seid das Salz der Erde!» Alle diese Worte, an die wieder erinnern die Terminologie, die Kunstausdrücke der späteren Alchimisten, des späteren Okkultismus, alle diese Worte, die wir in den Evangelien finden, haben die denkbar tiefste Bedeutung. Und es war in der Tat diese Bedeutung gerade den mittelalterlichen und auch den nachmittelalterlichen wirklichen Alchimisten — nicht den Scharlatanen, von denen die Literatur erzählt — voll bekannt, und keiner sprach diese Zusammenhänge aus, ohne daß er im Herzen fühlte den Zusammenhang mit dem Christus.

[ 10 ] During the three years from John’s baptism in the Jordan to the actual Mystery of Golgotha, the physical development of the physical body, the etheric body, and the astral body was entirely different from that of other human beings. Because Luciferic and Ahrimanic forces had not influenced the Nathanic Jesus in earlier incarnations, it was possible that from the baptism by John in the Jordan onward—since there was now not a human ego-individuality in this Jesus of Nazareth, but the Christ-individuality—all that which otherwise must always be at work in human physicality was not developed. We spoke yesterday about how what we call the human phantom—the actual archetype that takes in, absorbs the material elements, and then releases them at death—degenerated in the course of human development up to the Mystery of Golgotha. We can understand this degeneration in a certain way as follows: from the very beginning of human development, this phantom was actually destined to remain untouched by the material elements that humans take in as food from the mineral, plant, or animal kingdoms. The phantom was to remain untouched by these. But it had not remained untouched. For through the Luciferic influence, a close connection arose between the phantom and the forces that human beings take in through earthly development—especially with the ash components. This, then, was the consequence of the Luciferic influence: that the phantom, while accompanying the further development of humanity, developed a strong attraction to the ash components; and as a result, instead of accompanying the human etheric body, it now accompanied what are the products of decay. These were all the consequences of the Luciferic influences. And where the Luciferic influences were held back to such an extent, as was the case with the Nathanic Jesus—where, after all, there was no human ego, but where the cosmic Christ-being was present from the baptism by John onward—it became evident that no attractive forces were at work between the human phantom and what was taken up as material parts. The phantom remained untouched by the material parts throughout all three years. In occult terms, this is expressed by saying: Actually, the human phantom, as it had been formed through the Saturn, Sun, and Moon periods, should have no forces of attraction toward the ash components, but should only have an attraction to the dissolving salt components, so that it takes the path of volatilization to the extent that the salt components dissolve. In the occult sense, one would say that it dissolves and passes over—not into the earth, but into the volatile constituents. But that was precisely the point: that with the baptism of John in the Jordan, the transposition of the Christ Individuality into the body of the Nathanic Jesus, all connection of the phantom with the ash components had been destroyed and eradicated, and the only connection remained with the salt components. This also becomes evident where the Christ Jesus seeks to make clear to those he had initially chosen: Through the way you feel connected to the Christ Being, the possibility is to be brought about for further human development that the one body risen from the grave—the spiritual body—may pass over to humanity. — This is what Christ means when he uses the words: “You are the salt of the earth!” All these words, which are echoed in the terminology and artistic expressions of later alchemists and later occultism—all these words we find in the Gospels—have the deepest possible meaning. And indeed, it was precisely this meaning that was fully known to the medieval and also the post-medieval real alchemists—not the charlatans of whom literature tells—and no one spoke of these connections without feeling in their heart the connection with Christ.

[ 11 ] So stellte sich denn heraus: Als der Christus Jesus gekreuzigt wurde, sein Leib an das Kreuz genagelt wurde — Sie merken, daß ich genau mit den Worten des Evangeliums hier spreche, aus dem einfachen Grunde, weil die wirklichen okkulten Forschungen tatsächlich hier die Worte des Evangeliums absolut bestätigen —, als dieser Leib des Jesus von Nazareth ans Kreuz geschlagen wurde, da war in der Tat das Phantom völlig intakt, bestand als die geistleibliche, aber nur übersinnlich sichtbare Form und war in einem viel loseren Zusammenhange mit dem materiellen Inhalt aus den Erdenelementen als bei irgendeinem Menschen. Aus dem einfachen Grunde, weil bei jedem andern Menschen eine Verbindung des Phantoms mit den Elementen eingetreten ist, die diese Elemente zusammenhält. Bei dem Christus Jesus war es in der Tat ganz anders. Es war so, wie, ich möchte sagen, nach dem Gesetz des Beharrungsvermögens gewisse materielle Teile noch zusammenhalten in der Form, die man ihnen gegeben hat und dann nach einiger Zeit zerfallen, so daß kaum von ihnen etwas sichtbar ist. So war es mit den materiellen Teilen des Leibes des Christus Jesus. Als er vom Kreuze herabgenommen wurde, waren sozusagen die Teile noch zusammenhaltend, aber sie waren in keiner Verbindung mit dem Phantom, weil das Phantom von ihnen völlig frei war. Als der Leib dann mit gewissen Substanzen versetzt wurde, die dann wieder auf diesen Leib ganz anders wirkten als auf einen andern Leib, der einbalsamiert wird, da geschah es, daß sich die materiellen Stoffe nach dem Begräbnis rasch verflüchtigten, rasch in die Elemente übergingen. Daher fanden die Jünger, die nachschauten, die Tücher, mit denen er zugedeckt war, — das Phantom aber, woran die Entwickelung des Ich hängt, das war aus dem Grabe auferstanden. Daß Maria von Magdala, die das frühere, von den Elementen der Erde durchsetzte Phantom nur kannte, in dem von aller Erdenschwere befreiten Phantom, das sie jetzt hellseherisch sah, nicht wiedererkennen konnte dieselbe Gestalt, das ist nicht zu verwundern. Sie kam ihr anders vor. Insbesondere müssen wir uns darüber klar sein, daß nur durch die Kraft des Beisammenseins der Jünger mit dem Christus alle Jünger und alle Menschen, von denen uns das erzählt wird, den Auferstandenen sehen konnten; denn er erschien im Geistleib, in dem Leibe, von dem Paulus sagt, daß er sich wie das Samenkorn vermehrt und übergeht in alle Menschen. Daß aber auch Paulus selbst überzeugt ist davon, daß nicht der von den irdischen Elementen durchsetzte Leib den andern Jüngern erschienen ist, sondern daß dasselbe, was ihm erschienen war, auch den andern Jüngern erschienen war, das sagt er an der Stelle:

[ 11 ] And so it turned out: When Christ Jesus was crucified, when his body was nailed to the cross—you will notice that I am speaking here in the exact words of the Gospel, for the simple reason that genuine occult research actually confirms the words of the Gospel absolutely—when this body of Jesus of Nazareth was nailed to the cross, the phantom was in fact completely intact, existing as a spiritual-physical form visible only supernaturally, and was in a much looser connection with the material content of the earthly elements than is the case with any human being. For the simple reason that in every other human being a connection has arisen between the phantom and the elements that holds these elements together. With Christ Jesus, it was in fact quite different. It was as if, I might say, according to the law of inertia, certain material parts still held together in the form given to them and then, after some time, disintegrated, so that hardly anything of them is visible. So it was with the material parts of the body of Christ Jesus. When he was taken down from the cross, the parts were, so to speak, still holding together, but they were in no connection with the phantom, because the phantom was completely free of them. When the body was then treated with certain substances—which acted upon this body quite differently than they would upon another body that is embalmed—it happened that the material substances rapidly dissipated after the burial, quickly returning to the elements. Therefore, the disciples who came to look found the cloths with which he had been covered—but the phantom, upon which the development of the I depends, had risen from the grave. That Mary Magdalene, who had known only the earlier phantom permeated by the elements of the earth, could not recognize the same figure in the phantom now freed from all earthly heaviness, which she now saw clairvoyantly, is not surprising. It appeared different to her. In particular, we must be clear that it was only through the power of the disciples’ being together with Christ that all the disciples and all the people of whom we are told could see the Risen One; for he appeared in the spiritual body, the body of which Paul says that it multiplies like a seed and passes into all people. But that Paul himself is also convinced that it was not the body permeated by earthly elements that appeared to the other disciples, but that the same thing that had appeared to him had also appeared to the other disciples, he says in this passage:

[ 12 ] «Ich habe es euch überliefert in erster Linie,. wie ich es selbst überkommen habe: daß Christus gestorben ist um unserer Sünden willen, so daß die Schriften sich erfüllen mußten, und daß er begraben wurde, und daß er auferweckt wurde am dritten Tage, gemäß dem, was in den Schriften immerdar gestanden hat, und daß er erschienen ist dem Kephas [Simon Petrus], dann den Zwölf. Hernach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von welchen die meisten noch leben, etliche aber sind entschlafen. Hernach erschien er dem Jakobus, dann den sämtlichen Aposteln; zuletzt aber gleich allen als dem zu früh Geborenen erschien er auch mir.» (1. Korinther 15, 3—8.)

[ 12 ] “I passed this on to you first and foremost, as I myself received it: that Christ died for our sins, so that the Scriptures might be fulfilled, and that he was buried, and that he was raised on the third day, in accordance with what has always been written in the Scriptures, and that he appeared to Cephas [Simon Peter], then to the Twelve. After that he appeared to more than five hundred brothers at once, most of whom are still alive, though some have fallen asleep. After that he appeared to James, then to all the apostles; and last of all, as to one born out of due time, he appeared to me as well.” (1 Corinthians 15:3–8.)

[ 13 ] Dem Paulus erschien der Christus durch das Ereignis von Damaskus. Und daß die Art, durch die er ihm erschien, gleichgestellt ist mit den Erscheinungen gegenüber den andern Jüngern, das bezeugt, daß der Christus dem Paulus in derselben Gestalt erschienen ist, wie den andern. Was aber war es, was Paulus überzeugte?

[ 13 ] Christ appeared to Paul through the event at Damascus. And the fact that the manner in which he appeared to Paul is equivalent to the appearances to the other disciples testifies that Christ appeared to Paul in the same form as he did to the others. But what was it that convinced Paul?

[ 14 ] Paulus war in einem gewissen Sinne schon ein Eingeweihter vor dem Ereignis von Damaskus. Aber es war eine Einweihung, die zusammengesetzt war aus dem althebräischen und dem griechischen Prinzip. Ein Eingeweihter war er, der bis dahin nur wußte, daß die, welche sich mit der geistigen Welt durch die Initiation verbunden haben, in ihrem Actherleib unabhängig geworden sind von dem physischen Leib und in einer gewissen Weise denen, die dazu fähig sind, erscheinen können in ihrer reinsten Gestalt des Ätherleibes. Würde Paulus nur die Erscheinung eines reinen, von dem physischen Leibe unabhängigen Ätherleibes gehabt haben, so würde er anders gesprochen haben. Er würde gesagt haben, er hätte geschaut einen, der eingeweiht worden war und unabhängig von dem physischen Leibe mit der Erdentwickelung weiterlebt. Das würde für ihn auch nichts besonders Überraschendes gehabt haben. Das konnte es also nicht sein, was er vor Damaskus erlebt hat. Was er erlebt hat, war das, wovon er wußte, man kann es erst erleben, wenn die Schriften erfüllt sind: daß einmal in der geistigen Atmosphäre der Erde ein vollständiges menschliches Phantom, ein aus dem Grabe erstandener menschlicher Leib als übersinnliche Gestalt da sein werde. Das aber hatte er gesehen! Das war es, was ihm vor Damaskus erschien und ihn überzeugte: Er war da! Er ist auferstanden! Denn es ist das da, was nur von ihm kommen kann: es ist das Phantom da, was gesehen werden kann von allen menschlichen Individualitäten, die einen Zusammenhang suchen mit dem Christus! — Das war es, was ihn überzeugen konnte, daß der Christus schon da war, daß er nicht erst kommen werde, daß er wirklich in einem physischen Leibe war, und daß dieser physische Leib die eigentliche Urform des physischen Leibes herausgerettet hat zum Heile aller Menschen.

[ 14 ] In a certain sense, Paul was already an initiate before the event at Damascus. But it was an initiation composed of the ancient Hebrew and the Greek principles. He was an initiate who, up to that point, knew only that those who had connected themselves to the spiritual world through initiation had become independent of the physical body in their etheric body and, in a certain way, could appear to those capable of perceiving them in the purest form of the etheric body. If Paul had merely experienced the appearance of a pure etheric body independent of the physical body, he would have spoken differently. He would have said that he had seen one who had been initiated and who, independent of the physical body, continues to live on with the development of the Earth. That would not have been particularly surprising to him. So that could not have been what he experienced before Damascus. What he experienced was what he knew could only be experienced once the Scriptures were fulfilled: that one day, in the spiritual atmosphere of the Earth, a complete human phantom—a human body risen from the grave—would be present as a supersensible form. But that was what he had seen! That was what appeared to him before Damascus and convinced him: He was there! He has risen! For what is there can come only from him: the phantom is there, visible to all human individuals seeking a connection with the Christ! — That was what convinced him that the Christ was already there, that he would not come only later, that he was truly in a physical body, and that this physical body had rescued the actual archetype of the physical body for the salvation of all humanity.

[ 15 ] Daß diese Tat nur geschehen konnte durch die größte Entfaltung der göttlichen Liebe, und in welchem Sinne diese Tat eine Liebestat war, und in welchem Sinne dann das Wort «Erlösung» zu nehmen ist in der weiteren Entwickelung der Menschheit — davon wollen wir morgen sprechen.

[ 15 ] That this act could only have come about through the fullest expression of divine love, and in what sense this act was an act of love, and in what sense the term “redemption” should be understood in the further development of humanity—we will discuss this tomorrow.