True Aspects of Evolution
GA 132
5 December 1911, Berlin
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Inner Realities of Evolution, tr. Unknown
Fünfter Vortrag
5. The Inner Aspect of the Earth-Embodiment of the Earth
[ 1 ] So haben wir uns denn in einer Reihe von Betrachtungen vor die Seele geführt, wie hinter alledem, was wir die Maja oder die große Illusion nennen, das Geistige steht. Wir wollen noch einmal uns die Frage stellen: In welcher Art hat sich uns denn gezeigt, daß hinter allem, was wir zunächst für unsere Sinne und für unsere sonstige an unseren Leib gebundene Weltenauffassung um uns herum haben, das Geistige zunächst von uns erkannt worden ist?
[ 1 ] Thus the fact has now been brought home to us in a series of lectures that behind all that we call Maya or the great illusion, there is the Spiritual. Let us once again ask ourselves in what way it has been made evident that the spiritual is to be discerned behind everything perceptible to our senses and our physically limited grasp of the world.
[ 2 ] Wir haben es dadurch charakterisiert, dieses Geistige, daß wir im Laufe der letzten Betrachtungen genötigt waren, gleichsam vor unserem Blick hinwegzuschaffen die nächsten äußeren Welterscheinungen und durchzudringen bis zu solchen Eigenschaften des Wirklichen, wie die waren, die wir bezeichneten als Opferwilligkeit, schenkende Tugend, Resignation oder Verzicht, also lauter Eigenschaften, die wir nur kennenlernen können, wenn wir in unsere eigene Seele blicken, die wir sinnvoll zunächst nur unserer eigenen Seele beilegen können. Wenn wir nun demjenigen, was wir als das Wirkliche, wir könnten auch sagen, als das Wahrhaftige hinter der Welt der Illusion zu denken haben, in seiner Wahrheit solche Eigenschaften beilegen müssen, wie die eben genannten, so müssen wir sagen: In dieser Welt des wahrhaftigen Daseins, in dieser Welt des Wirklichen lebt dasjenige, was wir seinen Eigenschaften nach im Grunde genommen nur vergleichen können mit Eigenschaften, die wir zunächst in unserer eigenen Seele wahrnehmen. Wenn wir zum Beispiel das, was sich äußerlich ausdrückt im Scheine der Wärme, zu charakterisieren haben in bezug auf seine Wahrheit als Opferdienst, als strömendes Opfer in der Welt, so heißt das eben, daß wir das Element der Wärme zurückgeführt haben auf ein Spirituelles, auf ein Geistiges, gleichsam also hinweggeschafft haben, was der äußere Schleier des Daseins ist, und das aufgezeigt haben, was in der Außenwelt gleich ist demjenigen, was wir als unser eigenes Spirituelles erkennen.
[ 2 ] In order to describe this spiritual element we were obliged in the course of the last lectures to sweep the nearest external phenomena away from our field of vision and pierce through to such qualities of reality as those described as the willingness to sacrifice, and the virtue of bestowal or renunciation, in fact, to those virtues with which we can only become acquainted by looking into our own souls, and which we can only fully comprehend by means of our own souls. Now if we are really to attribute such virtues as these to what we have to think of as the reality—we might almost say the “true”—behind the world of illusion, we must admit that in this world of true existence, in this world of reality, there lives that which fundamentally, as regards its qualities, can only be compared with the qualities we primarily perceive in our souls. For instance if we have to characterise that which is outwardly expressed in the phenomena of heat, presenting it in its true character of sacrificial service, as the flowing sacrifice in the world, it means precisely that we must reduce the element of heat back to the spiritual, to the incorporeal, doing away, as it were, with the outer veil of existence, showing that which in the external world is similar to what we recognise as the spiritual in ourselves.
[ 3 ] Bevor wir nun in den Betrachtungen weitergehen, ist uns eine andere Idee notwendig. Das ist die: Verfliegt denn nun wirklich alles, was wir innerhalb der Welt der Maja oder der großen Illusion haben, in eine Art von Nichtigkeit? Ist wirklich in all dieser uns umgebenden Sinnenwelt und der Welt unserer äußeren Auffassung gar nichts, was sich sozusagen darstellt als das Wahrhaftige oder als ein Wahrhaftiges?
[ 3 ] Now before we carry these observations further, another idea is necessary. That is the following. Does all that we have in this world of Maya or illusion really vanish into a sort of nothingness? Is everything around us in this world of sense, the world of our external comprehension which to us appears as the real or part of the real—is all this actually nothing?
[ 4 ] Es wäre ja gewiß ein guter Vergleich, wenn man sagen würde: die Welt der Wahrheit, die Welt der Wirklichkeit sei zunächst verborgen, wie die inneren Kräfte eines Teiches oder selbst des Ozeans in der Wassermasse verborgen sind; und die Welt der Maja könnten wir vergleichen mit dem Wellenkräuselspiel, das sich an der Oberfläche abspielt. Der Vergleich wäre gut, aber er zeigt uns gerade, daß doch etwas herauffließt von dem, was unten im Ozean ist und was das Wellenkräuselspiel oben bewirkt, das Substantielle des Wassers und auch eine gewisse Konfiguration der Kräfte. So ist es gleichgültig, ob wir diesen oder einen anderen Vergleich wählen. Wir können wohl die Frage aufwerfen: Gibt es nicht auch im weiten Reiche unserer Maja oder Illusion etwas, was «wirklich» ist?
[ 4 ] It would indeed be quite a good comparison if we were to say that the world of truth, the world of reality, is at first concealed, as the inner forces of a lake or even of the ocean are concealed in the body of water, and that the world of Maya might be compared with the rippling play of the waves on the surface. That would be a good comparison; for it shows exactly that there is in the depths of the ocean something that causes the rippling of the waves above, something that is the substantiality of the water and the configuration of its force. So that whether we select this example or any other is a matter of indifference, we may very well put the question:—Is there in the wide realms of our Maya or illusion, anything that is real?
[ 5 ] Wir wollen es heute ebenso machen, wie wir es bei den letzten Betrachtungen gemacht haben. Wir werden uns dem, was wir uns vor die Seele führen wollen, langsam nähern, indem wir ausgehen von inneren Erlebnissen unserer Seele. Und zwar, weil wir uns durch das Saturn-, Sonnen- und Mondendasein spirituell vorwärtsbewegt haben und jetzt zum Erdendasein heranrücken, wollen wir von noch naheliegenderen, man möchte sagen, gewöhnlicheren Seelenerlebnissen ausgehen, als wir es das letzte Mal taten. Das letzte Mal gingen wir aus von den verborgenen Tiefen des Seelenlebens, von dem, was heraufragt aus dem, was wir in der Geisteswissenschaft kennengelernt haben als unseren astralischen Leib. Da haben wir heraufragen gefühlt die Sehnsucht, und wir haben gesehen, wie die Sehnsucht arbeitet in den Wesen — zunächst für uns also in dem Menschen -, und wie sie es ist, die eigentlich das Seelenleben dahin führt, Befriedigung nur in dem Entgegenkommen jener Bilderwelt zu finden, die wir als die innere Bewegung dieses Seelenlebens haben auffassen können. Und dadurch haben wir den Weg gefunden von der mikrokosmischen einzelnen Seele bis zu jenem makrokosmischen Weltenschaffen, das wir zugeschrieben haben den Geistern der Bewegung.
[ 5 ] To-day we shall follow the same system as in the last lectures. We shall slowly approach what we wish to bring before our mind, by starting with inner experiences of our soul; and indeed, as we have moved forward spiritually through the Saturn-, Sun- and Moon-existence, and have now approached that of the Earth, we shall start from more intimate, we might almost say more common soul-experiences than those referred to in our last lecture. We then started from the hidden depths of the soul-life, from what arises in what we call the “astral body.” There we felt longing arising within it, and we saw how the longing works in the nature of man, actually leading the life of the soul to find satisfaction only in meeting that picture-world which we have been able to grasp as the inner movement of that life. We thus found the way from the microcosmic soul to that cosmic creating which we ascribed to the Spirits of Movement.
[ 6 ] Heute wollen wir von einem noch näherliegenden Erlebnis der Seele ausgehen, und zwar von einem Erlebnis, auf das schon aufmerksam gemacht worden ist im alten Griechenland, das aber in seiner Wahrheit noch heute ein tief bedeutsames ist, und das angedeutet wird durch die Worte: Alle Philosophie, also alles Streben nach einem gewissen menschlichen Wissen gehe aus von dem Staunen. — Das ist in der Tat richtig. Wer nur ein wenig reflektiert und achtgibt auf den ganzen Vorgang im Erleben seiner Seele, wie er sich nähert irgendeinem Wissen, der wird schon an sich selbst erfahren können, daß ein gesunder Weg zum Wissen immer seinen Ausgangspunkt findet von dem Staunen, von der Verwunderung über irgend etwas. Dieses Staunen, diese Verwunderung, von der jeder Wissensprozeß auszugehen hat, gehört geradezu zu jenen seelischen Erlebnissen, die wir bezeichnen müssen als diejenigen, welche in alles Nüchterne Hoheit und Leben hineinbringen. Denn, was wäre irgendein Wissen, das in unserer Seele Platz greift, das nicht ausginge von dem Staunen? Es wäre wahrhaftig ein Wissen, das ganz eingetaucht sein müßte in Nüchternheit, in Pedanterie. Allein jener Prozeß, der sich abspielt in der Seele, der von der Verwunderung hinführt zu der Beseligung, die wir empfangen von den gelösten Rätseln, und der sich zuerst über der Verwunderung erhoben hat, macht das Hoheitsvolle und das innerlich Lebendige des Wissensprozesses aus. Man sollte eigentlich fühlen das Trockene und Vertrocknende eines Wissens, das nicht von diesen beiden Gemütsbewegungen sozusagen eingesäumt ist. Eingerahmt von Staunen und von Beseligung über das gelöste Rätsel ist das wahre, das gesunde Wissen. Alles andere Wissen kann von außen angeeignet sein, kann von dem Menschen aus diesem oder jenem Grund herangebracht sein. Aber ein Wissen, das nicht eingerahmt ist von diesen beiden Gemütsbewegungen, ist nicht wirklich im Ernste aus der Menschenseele entsprungen. Alles Aroma des Wissens, das die Atmosphäre des Lebendigen im Wissen bildet, geht aus von diesen zwei Dingen, von Staunen und Beseligung über das erfüllte Staunen.
[ 6 ] To-day we shall begin with a still more intimate experience of the soul, one indeed to which attention was already drawn in ancient Greece, which in its reality is even to-day of profound significance. It is indicated in the words: all philosophy, and all striving for a certain kind of human knowledge, proceeds from Wonder. This is really the case. Any man who has devoted a little reflection and thought to the whole process in experience in his own soul, as to how he was brought to any particular learning, will come to know that a sound way to learning is always to start from wonder, from amazement at something. This wonder, this amazement, from which every form of learning must proceed belongs precisely to those experiences of the soul which we described as bringing sublimity and life into anything, however dry. What kind of learning would it be which found a place in our soul, without proceeding from wonder! It would truly be a learning swamped in prosiness and pedantry. That process in the soul which leads from wonder to the bliss we feel when our riddles are solved, which has raised itself above wonder, that alone constitutes the sublimity and vital power of the process of acquiring knowledge. We really ought to be able to feel the dryness and withering of any knowledge not originating in these two movements of the mind. Sound knowledge is framed in wonder and the bliss of solved riddles; any other kind of knowledge may be acquired externally and established by man through some kind of reasoning. But a knowledge not framed by these two feelings, does not spring from the soul of man in real earnest. All the fragrance of knowledge that is created by the atmosphere of the life element in knowledge, proceeds from these two, from wonder and the bliss of its satisfaction.
[ 7 ] Was für einen Ursprung hat aber das Staunen selbst? Warum tritt Staunen — also Verwunderung über irgendein Äußeres — in unserer Seele auf? Es tritt Staunen, Verwunderung aus dem Grunde auf, weil wir uns zunächst irgendeinem Wesen oder einem Ding oder einer Tatsache gegenüber, die vor uns auftritt, fremd angemutet fühlen. Die Fremdheit ist das erste Element, das zur Verwunderung, zum Staunen führt. Aber nicht allem Fremden gegenüber empfinden wir das Staunen, die Verwunderung, sondern nur einem solchen Fremden gegenüber, mit dem wir uns doch in einer gewissen Weise verwandt fühlen, so verwandt fühlen, daß wir uns sagen: Es ist etwas in dem Ding oder Wesen, das jetzt noch nicht in mir ist, das aber in mich übergehen kann. — Also zugleich verwandt und fremd fühlen wir uns einer Sache gegenüber, die wir durch Verwunderung, durch ein Staunen zunächst erfassen.
[ 7 ] But what is the origin of wonder itself? Why is it that wonder, amazement at anything external, arises in our souls? It arises, because, when we first meet with a being, a thing or a fact, it appears strange to us. This strangeness is the first element leading to wonder and amazement. But we do not feel this for everything that is strange to us; but only for that to which we feel ourselves in a sense related, so related that we say: “In this being or thing there is something that is not as yet in me, but which may pass over into me.” So that we can feel related to a thing yet strange, which at first we must grasp through wonder and astonishment, our inner “wondering” is our perception of the quality of an outer “wonder” to which a man at first as far as his own perception goes, considers himself in no wise related.
[ 8 ] Mit dem Worte «Verwunderung» hängt dann auch das Wort «Wunder» zusammen, das wir einem Ereignis beilegen, zu dem der Mensch zunächst in seiner Erkenntnis keine verwandtschaftliche Beziehung finden kann. Aber das kann ja nur an ihm liegen, oder braucht wenigstens nur an ihm zu liegen. Und er würde sich gar nicht selbst in ablehnender Weise zu dem verhalten, was er als «Wunder» bezeichnet, wenn er nicht in einer gewissen Weise doch Anspruch darauf machen würde, daß es sich ihm erschließt, also in einer gewissen Weise doch verwandt mit ihm sein sollte. Denn warum leugnen die Menschen, die von materlalistischen oder rein verstandesmäßigen Begriffen ausgehen, zum Beispiel dasjenige, was andere anerkennen als Wunder, wenn sie nicht direkte Beweise dafür haben, daß eine Lüge, eine Unwahrheit vorliegt? Das müssen heute selbst schon Philosophen zugeben, daß man aus den Erscheinungen der Welt, welche dem Menschen vorliegen, niemals beweisen könne, daß zum Beispiel der in dem Jesus von Nazareth inkarnierte Christus nicht auferstanden sei. Man kann Gründe dagegen anführen. Aber wie sind diese Gründe? Sie sind logisch nicht haltbar! Das geben heute schon aufgeklärte Philosophen zu. Denn die Gründe, welche von materialistischer Seite beigebracht werden, zum Beispiel daß alle Menschen, welche diese Leute bisher gesehen haben, zunächst nicht so auferstehen wie der Christus, diese Gründe stehen logisch auf derselben Höhe wie der, daß jemand, der bisher nur Fische gesehen hat, aus der Beschaffenheit der Fische nun nachweisen wollte, daß es keine Vögel gibt. Man kann nie aus der einen Klasse von Wesenheiten in logisch berechtigter Weise ableiten, daß andere Wesen nicht existieren. Ebensowenig kann man aus den Erfahrungen, welche man über die Menschen des physischen Planes machen kann, etwas ableiten — was als Wunder zunächst bezeichnet wird — über die Ereignisse von Golgatha. Wenn Sie aber einem Menschen etwas mitteilen, was er als Wunder bezeichnen müßte, wenn die Sache auch wahr wäre, und er sagt: Ich kann sie nicht verstehen - so widerspricht er damit nicht dem, was wir über den Begriff der Verwunderung gesagt haben; denn er zeigt in seinem Verhalten ganz klar, daß dieser Ausgangspunkt alles Wissens für ihn auch begründet ist. Er verlangt nämlich, daß das, was ihm mitgeteilt wird, ein ihm Verwandtes habe. Er will, daß es in einer gewissen Weise sein Eigentum werden kann im Geistigen, und da er glaubt, daß er das nicht haben könne, daß es nicht mit ihm verwandt ist, so lehnt er es ab. Selbst wenn wir bis an die Grenze, bis zum Wunderbegriff selbst herangehen, würden wir sehen, daß Verwundern oder Erstaunen, von dem schon im Sinne des alten Griechentums alle Philosophie ausgegangen ist, darauf beruht, daß sich der Mensch gegenüber befindet einem Fremden, es aber doch als ein Verwandtes anerkennen muß. Versuchen wir nun eine Verbindungsbrücke zu schaffen zwischen diesen Begriffen und dem, was wir das letzte Mal vor unsere Seele geführt haben.
[ 8 ] That, however, depends on himself; or at least it need only do so. And he would not adopt a challenging attitude towards what appears to him as “a wonder” unless he were in a certain way to demand that it should disclose itself to him because it is related to him. Why else should people who start from purely materialistic or purely intellectual concepts deny what others designate as a “wonder,” when they have no direct proof that a fabrication, a falsehood, is brought forward? Even philosophers to-day are obliged to admit that it can never be proved by any of the phenomena known to man, that the Christ incarnated in Jesus of Nazareth did not rise again. Proof can be brought against this assertion; but what is the manner of these proofs? Logically they are not tenable! Even enlightened philosophers now admit that. For all the reasons brought against it from the materialistic side—as for instance, the statement that no man has yet been seen to have risen like Christ—all these reasons are on the same level as the argument of a man who had never seen anything but fish and therefore wished to prove the non-existence of birds. It is impossible logically to prove by the existence of one class of beings, that others do not exist. Just as little is it possible through the experiences one may have of men on the physical plane to deduce something—which in the first place is described as a “miracle,” concerning the event of Golgotha. But if something is communicated to a person, which although it may be true, he must call a miracle and he says that he cannot understand it, he does not thereby contradict what we have said about the idea of wondering; for his attitude shows clearly that this starting point of all knowledge is already established for him. He demands, in fact, that what he has been told should find an echo in himself. He wishes it to become its own property intellectually and as he believes that he cannot have that, and it is not related to him, he challenges it. Even if we ourselves arrive at the concept of the miraculous, we should see that amazement or marvel, upon which is based all philosophy in the sense of ancient Greece, is aroused by a man finding himself confronted with something strange to him, but to which at the same time he recognises a relationship. Let us try to create a connecting link between these ideas and those brought before our minds in the last lecture.
[ 9 ] Wir haben das letzte Mal gezeigt, wie ein gewisser Fortschritt in der Evolution dadurch herbeigeführt wird, daß Wesen bereit sind zu opfern, Opfer darzubringen, daß aber diese Opfer verweigert, zurückgewiesen werden, und wir haben in den zurückgewiesenen Opfern eine der Haupttatsachen erkannt, welche während der alten Mondenentwickelung gespielt haben. Es gehört zu dem Wesentlichsten der alten Mondenentwickelung, daß damals von gewissen Wesen an höhere Wesenheiten Opfer dargebracht werden sollten, auf welche diese höheren Wesenheiten verzichteten, so daß also gleichsam der Opferrauch der alten Mondwesen hinaufdrang zu den höheren Wesenheiten, aber von ihnen nicht angenommen wurde und zurückgeleitet wurde als Substanz in die Wesenheiten, welche das Opfer darbringen wollten. Und wir haben gesehen, daß ein großer Teil der Eigentümlichkeit der Wesen des alten Mondes darin bestand, daß sie dasjenige in sich zurückgestoßen fühlen, was sie von sich selbst hinaufsenden wollten zu höheren Wesenheiten als Opfersubstanz. Ja, wir haben gesehen, daß das, was da hinauf wollte zu den höheren Wesenheiten und nicht konnte, eben zurückblieb in den betreffenden Wesenheiten, und sich dadurch in diesen Wesenheiten des zurückgewiesenen Opfers als die Kraft der Sehnsucht herausgebildet hatte. Und wir haben noch immer in alledem, was wir in unserer eigenen Seele als Sehnsucht empfinden, eine Erbschaft jener alten Mondenvorgänge, die darin bestehen, daß Wesen damals ihr Opfer nicht angenommen fanden. Der ganze Charakter der alten Mondenentwickelung, spirituell erfaßt, die ganze geistige Atmosphäre des alten Mondes läßt sich in vieler Beziehung so charakterisieren, daß Wesen auf dem alten Monde sind, die ihre Opfer darbringen wollen, aber finden, daß diese Opfer, weil die höheren Wesenheiten in bezug auf sie resignieren, nicht angenommen werden. Das ist der eigenartige melancholische Grundzug in der alten Mondenatmosphäre: das zurückgewiesene Opfer. Und das zurückgewiesene Opfer des Kain, in dem symbolisch einer der Ausgangspunkte unserer Erdenmenschheitsevolution angedeutet ist, erscheint uns wie eine Art Wiederholung des Grundzuges der alten Mondenentwickelung, der sich da abspielt in der Seele des Kain, der sein Opfer nicht angenommen sieht. Das ist etwas, was uns wie versinnbildlichen kann ein Leid, einen Schmerz, welche die Sehnsucht gebären, wie es bei den Wesen des alten Mondendaseins der Fall war.
[ 9 ] We have shown that a particular advance in evolution was brought about through the willingness of certain Beings to sacrifice, but that their sacrifices were rejected and thrown back, and we learnt to recognise in the rejected sacrifice one of the principal factors in the ancient Moon-evolution. One of the most important points in that evolution is the fact that during that period sacrifice was to be offered by certain Beings to Beings even more exalted, and that it was renounced by them; so that, as it were, the smoke of the sacrifice offered by the ancient Moon-Beings pressed up to the higher Beings but was not accepted by them; and that this was sent back as substance into the Beings who had desired to offer it up. We also saw that much of the peculiar character of the Beings belonging to ancient Moon consisted in their feeling within themselves what they had wished to send up to the higher Beings as sacrificial substance. We saw, indeed, that this, which aspired, but was unable to ascend to the higher Beings, remained behind within the Beings themselves—and that thereby was developed in certain Beings, in the Beings of the rejected, the force of Longing. We have still, in all that we experience in our own souls as longing, a legacy from the bygone events on ancient Moon when those Beings found their sacrifice rejected. In a spiritual sense the whole character of the ancient Moon-evolution, its whole spiritual atmosphere, may be described in many respects by saying that Beings were present there who desired to offer sacrifice, but found that this sacrifice was not accepted because the higher Beings resigned it. The peculiar feature of the spiritual atmosphere of ancient Moon was: the rejected sacrifice. And the rejection of the sacrifice offered by Cain, which symbolically represents one of the starting points of the evolution of earthly humanity, appears as a kind of recapitulation of this peculiar feature of the ancient Moon evolution taking place in the soul of Cain, who sees that his sacrifice is not accepted. This is something which reveals to us a sorrow, a pain which gives birth to longing, just as was the case with the beings belonging to the old Moon-existence.
[ 10 ] Wir haben nun das letzte Mal schon gesehen, daß zwischen diesen nicht angenommenen Opfern und zwischen der Sehnsucht, die dadurch in den Wesenheiten entstanden ist, daß das Opfer nicht angenommen worden ist, gewissermaßen ein Ausgleich geschaffen wurde, indem auf dem alten Monde die Geister der Bewegung auftraten. Dadurch wurde wenigstens die Möglichkeit geschaffen, daß die Sehnsucht, die entstanden war bei den Wesen des zurückgewiesenen Opfers, in einer gewissen Art befriedigt werden konnte. Stellen Sie sich das recht lebendig vor: Sie haben höhere Wesenheiten, denen geopfert werden soll, aber die Opfersubstanzen werden zurückgewiesen. Sehnsucht entsteht dadurch in diesen Wesen, welche opfern wollten, und die nun fühlen: Hätte ich mein Opfer jenen höheren Wesen darbringen können, so würde das Beste meines eigenen Wesens bei diesen Wesen leben, ich selber würde in diesen höheren Wesenheiten leben, so aber bin ich ausgeschlossen von diesen Wesenheiten, so stehe ich hier, und diese höheren Wesenheiten stehen dort! — Die Geister der Bewegung aber — wir können das fast wörtlich verstehen - bringen diese Wesenheiten, in denen durch das zurückgewiesene Opfer aufglimmt die Sehnsucht nach den höheren Wesenheiten, in solche Lagen, daß sie sich von den verschiedensten Seiten nähern können den höheren Wesenheiten. So daß das, was in ihnen ruht als nicht darzubringendes Opfer, wenigstens durch die Fülle der Eindrücke, die empfangen werden von den höheren Wesen, welche gleichsam umkreist werden von den Wesen des zurückgewiesenen Opfers, ausgeglichen werden kann; ausgeglichen werden kann dasjenige, was durch das Zurückweisen des Opfers nicht befriedigt wird, indem in den Positionen dieser Wesen zu den höheren Wesenheiten eine Beziehung entsteht, wie sie durch ein dargebrachtes Opfer eingetreten wäre.
[ 10 ] We saw in the last lecture, that between this rejected sacrifice and the longing arising in these beings through its rejection, an adjustment was produced through the appearance on the old Moon of the Spirits of Movement. They created a possible way by which the longing arising in the Beings of the rejected sacrifice, could in a sense be satisfied. You must picture the position very clearly in your minds. You have the exalted Beings to whom sacrifice is about to be made; the substance offered in sacrifice to them rejected; and the longing thereby arising within the Beings who desired to offer and now feel: “Had I been able to accomplish my sacrifice, the best part of my own being would be living in those exalted ones; but now I am shut out from them, I am here while they are yonder!” The Spirits of Movement, however, and this can be taken almost literally, bring the Beings in whom the rejected sacrifice glows as a longing for the higher Beings, into such positions that they can approach them from many different sides. That which remains in them as the sacrifice which could not be offered, can at any rate now be adjusted, through the wealth of impressions received from the higher Beings, who are as it were, encircled by the Beings of the rejected sacrifice. So is adjusted what could not be harmonised, because of the rejection of the sacrifice, inasmuch as in the position of these Beings to the higher Beings a relation is established between them which conveys the impression of a presented sacrifice.
[ 11 ] Wir machen uns völlig verständlich, was damit gemeint ist, wenn wir uns denken, symbolisch zusammengefaßt, die höheren Wesenheiten als Sonne, und dann in einer einzigen Position, als einen Planeten, niedrigere Wesenheiten zusammengefaßt. Nehmen wir nun an, die Wesen des niederen Planeten wollten dem höheren Planeten, also der Sonne; ihre Opfer darbringen. Aber die Sonne weist sie zurück, und die Opfersubstanzen müssen bleiben bei den Wesenheiten des nicht angenommenen Opfers, dabei fühlen sich diese Wesen voll von Sehnsucht in ihrer Einsamkeit, in ihrer Abgeschlossenheit. Nun bringen die Geister der Bewegung sie in den Umkreis der höheren Wesenheiten; dadurch ist es ihnen erst möglich, an die Stelle des unmittelbaren Hinauffließens ihrer Opfersubstanz, diese Opfersubstanz selbst in Bewegung zu bringen und sie dadurch in eine Beziehung zu bringen zu den Wesen höherer Art. Es ist das geradezu so, als wenn ein Mensch nicht in der Lage ist, durch eine einmalige große Befriedigung mit seiner Sehnsucht zurechtzukommen und dann eine Reihe Teilbefriedigungen erlebt: so daß also sein ganzes Gemüt in Bewegung kommt, wenn er so eine Reihe Teilbefriedigungen erlebt. Das haben wir das letzte Mal genauer beschrieben. Wir haben gesehen, wie durch die Eindrücke, die nun von außen kommen, weil sich das Wesen nicht innerlich in der Opferung mit den höheren Wesenheiten vereinigt fühlt, ein Ersatz entsteht; das konnte uns zeigen, wie solche Wesen dennoch zu einer gewissen Befriedigung kommen.
[ 11 ] We can form a clear idea of what this implies, if we think symbolically of the more exalted Beings united as a Sun, and then, in one position, as a planet, the less exalted gathered together. Now suppose that the Beings of the lesser planet wished to make sacrifice to the greater planet—to the Sun, and that the Sun refused to accept it; the substance of the sacrifice must remain in the Beings whose sacrifice was not accepted. Then in their loneliness, their isolation fills their being with longing. Now the Spirits of Movement bring them into the periphery of the more exalted Beings; this makes it first possible for them, in place of the direct upward flow of their sacrificial substance, to set that substance itself in motion and thereby to bring it into connection with the higher Beings. This is exactly like a man who cannot be contented within himself by means of a single great satisfaction, but experiences a number of partial satisfactions; the result of these different experiences being to set all his feelings in motion. This was gone into more minutely in the last lecture. We saw that as the Beings were unable to feel an inner connection with the higher Beings through the sacrifice, impressions came to them outside in the place of this, by which we saw that they were still able to obtain a certain satisfaction.
[ 12 ] Nun aber kann doch nicht geleugnet werden, daß das, was hätte geopfert werden sollen, in anderer Weise bei den höheren Wesen fortbestehen würde als bei den niederen Wesen. Denn die eigentlichen Daseinsbedingungen dessen, was hätte geopfert werden sollen, liegen bei den höheren Wesen. Bei den niederen Wesen müssen also andere Daseinsbedingungen dafür eintreten. - Wiederum können wir uns dazu bildlich vorstellen: Wenn von einem Planeten die ganze Substanz, die er enthält, in die Sonne fließen könnte und die Sonne sie nicht zurückweisen würde, so würden die Wesen dieses Planeten in der Sonne andere Daseinsbedingungen finden als sonst, wenn die Sonne sie zurückweist, außerhalb der Sonne, in dem Planeten. Kurz: Eine Entfremdung dessen, was wir den «Inhalt des Opfers» nennen müssen, tritt ein, eine Entfremdung dieser Opfersubstanz von ihrem Ursprung.
[ 12 ] But it is an undeniable fact that that which was to have been offered up would have continued its existence within the higher Beings in a different fashion from its state within the lower Beings. The actual conditions necessary to that existence are in those higher Beings. It became necessary, therefore, for different conditions of existence to arise in the lower Beings. This again can be symbolically expressed. If the whole substance of a planet could flow into the Sun and it were not rejected, the Beings of that planet would find different conditions of existence within the Sun from those they would have met with in the planet outside if the Sun throws them back: an estrangement of what we must call the “contents of the sacrifice” takes place, it is alienated from its origin.
[ 13 ] Fassen Sie nun diesen Gedanken, daß Wesenheiten etwas in sich behalten müssen, was sie gern als Opfer darbringen würden, und wovon sie das Gefühl und die Empfindung haben, daß es erst dann seinen rechten Sinn fände, wenn es als Opfer dargebracht werden könnte. Vergegenwärtigen Sie sich die Empfindungen solcher Wesenheiten, dann werden Sie das haben, was man nennen kann: Abgeschlossenheit eines gewissen Teiles der Weltenwesenheit gegenüber seinem eigentlichen Sinn und gegenüber seinem eigentlichen großen Weltenzweck. Es haben Wesen etwas in sich, was eigentlich — wenn wir bildlich sprechen dürften — an einem anderen Orte als bei ihnen selber seinen Sinn hätte. Die Folge davon ist, daß diese Deplacierung - wenn wir wieder bildlich sprechen — des zurückgewiesenen Opferrauches, der zurückgewiesenen Opfersubstanz, ein Ausgestoßenwerden zunächst dieser Opfersubstanz von dem übrigen Weltenprozeß bewirkt.
[ 13 ] Now bear in mind the thought that certain Beings are compelled to retain within them something which they would gladly have offered up in sacrifice, and concerning which they both feel and perceive that it could only attain its real meaning, if it could be offered up. If you can picture the feelings of such Beings, you will have an idea of what may be called: “The exclusion of a certain number of Cosmic Beings from their actual meaning, their great cosmic purpose.” Certain Beings have within them something, which, speaking symbolically, could only fulfil its purpose elsewhere. The consequence of this is that the “displacement”—if we may once more speak symbolically—of the rejected incense, of the rejected sacrificial substance, excludes it at first from the rest of the cosmic process.
[ 14 ] Wenn Sie diesen Gedanken nicht mit Ihrem Verstande — denn der geht nicht auf solche Dinge -, sondern wenn Sie mit ihrem Gefühl das fassen, was damit ausgesprochen ist, so werden Sie die Empfindung haben: Es ist etwas wie herausgerissen aus dem allgemeinen Weltenprozeß. Für die Wesen, die das Opfer zurückgewiesen haben, ist es nur etwas, was sie von sich abgestoßen haben. Für die anderen Wesen, in denen die Opfersubstanz geblieben ist, ist es etwas, dem der Charakter der Fremdheit seines eigenen Ursprunges aufgedrückt wird. Wir haben also dadurch Wesen, denen in ihrer Substantialität die Fremdheit von seinem Ursprunge aufgedrückt ist. Das aber ist, wenn man das gefühlsmäßig versteht, wenn man diese Idee sich gefühlsmäßig vor die Seele malt = wenn man sich vor die Seele malt etwas, dem die Fremdheit seines Ursprunges innewohnt -, das ist der Tod. Und nichts anderes ist der Tod im Weltenall als das, was notwendig eintritt mit der zurückgewiesenen Opfersubstanz bei den Wesen, die eben diese Opfersubstanz behalten müssen. So kommen wir von der Resignation, von dem Verzicht, den wir gefunden haben auf der dritten Stufe der Evolution, gegenüber dem, worauf von den höheren Wesen verzichtet worden ist, zum Tod. Und der Tod in seiner wahren Bedeutung ist nichts anderes als die Eigenschaft von Wesensinhalten, die nicht an ihrem wahren Orte sind, die ausgeschlossen von ihrem wahren Orte sind.
[ 14 ] If you grasp these thoughts with your feeling—not with your reason, for that does not extend to matters such as these—you will perceive that this represents something like a rending away from the universal cosmic process. To the Beings who rejected the sacrifice it is only something they put away from them; to the other Beings, those within whom the sacrificial substance is retained, this is a something on which an alien character is imprinted. Thus there are Beings in whose substance this estrangement from its origin is imprinted. If we can present these things to our soul through inner feelings, we are reminded of something in which an alien character is inherent: that is Death! Death is none other than that which necessarily enters the universe with the rejection of the sacrificial substance of those Beings who then had to retain it within themselves. Thus we advance from the resignation, the renunciation of what has been rejected by the higher Beings—which we encounter at the third stage of evolution—to Death. In its true significance death is neither more nor less than the nature of essential contents, contents which are shut out and not in their proper place.
[ 15 ] Auch wenn der Tod im konkreten Leben beim Menschen eintritt, liegt dasselbe zugrunde. Denn wenn wir uns den Leichnam besehen, der in der Welt der Maja zurückbleibt, so ist in ihm nichts anderes enthalten als eine Substantialität, die mit dem Moment des Todes ausgeschlossen ist von Ich, Astralleib und Ätherleib, die entfremdet ist demjenigen, innerhalb dessen sie nur einen eigentlichen Sinn hat. Denn des Menschen physischer Leib hat keinen Sinn ohne Ätherleib, Astralleib und Ich, ist sinnlos, ist in diesem Moment von seinem Sinn ausgeschlossen. Was wir nicht mehr durchschauen können, wenn ein Mensch stirbt, das stellt sich uns eben dar im Makrokosmos. Dadurch, daß die Weltenwesen höherer Sphären zurückweisen, was ihnen als Opfer dargebracht werden soll, verfällt diese zurückgewiesene Opfersubstanz in den Wesenheiten, denen sie zurückgewiesen worden ist, dem Tode, denn der Tod ist Ausgeschlossenwerden irgendeiner Weltensubstanz, irgendeiner Weltenwesenheit von ihrem eigentlichen Sinn.
[ 15 ] Even when death comes to a man in concrete form it is fundamentally the same thing. For when we look at the corpse left behind in the world of Maya, we know that it consists of nothing but matter which at the moment of death was shut out from the Ego, astral body, and etheric body, alienated from that within which alone it had a meaning. The physical human body without the etheric body, astral body, and Ego has no meaning, it is purposeless; at that moment it is excluded from its purpose. That which we can no longer perceive when a man dies, is then for us in the macrocosm. On account of the Cosmic Beings who belong to higher spheres having rejected what was to have been brought to them in sacrifice, the rejected sacrificial substance within the Beings to whom it was thrown back lapses into death, for death signifies the exclusion of any cosmic substance or cosmic being from its actual purpose.
[ 16 ] Damit aber sind wir eingetreten in eine spirituelle Charakteristik desjenigen, was wir das vierte Element im Weltall nennen. Wenn uns das Feuer reinster Opfersinn war — und überall, wo uns Feuer oder Wärme entgegentritt, liegt spirituell dahinter Opferung -, wenn wir hinter allem, was als Luft ausgebreitet ist um unsere Erde herum, schenkende oder spendende Tugend, hinströmende Tugend in Wahrheit fanden, wenn wir charakterisieren konnten das fließende Wasser, also Flüssigkeit als Element, als spirituelle Resignation oder Verzicht, so müssen wir das Element der Erde, das allein der Träger des Todes werden kann - denn der Tod würde nicht da sein, wenn das Element der Erde nicht da wäre -, als dasjenige charakterisieren, was abgespalten worden ist von seinem Sinn durch den Verzicht. Jetzt haben Sie förmlich konkret irgend etwas, wo sich aus Flüssigem Festes bildet. Denn das spiegelt in einer gewissen Weise auch einen spirituellen Prozeß. Stellen wir uns vor, es gliedert sich ein in die Wassermasse eines Teiches Eis, das Wasser also wird fest. In Wahrheit liegt da nichts anderes zugrunde, als daß dasjenige, was das Wasser zu Eis werden läßt, es abschnürt von dem Sinn des Wassers. Da haben Sie das Spirituelle des Festwerdens, das Spirituelle des Erdewerdens. Denn in bezug auf die Charakteristik der vier Elemente ist das Eis ebenfalls «Erde» und nur das Flüssige «Wasser». — Eine Abschnürung von seinem Sinn ist das, was wir Tod nennen können, und das, worin der Tod sich darstellt, sich auslebt, das ist das Element der Erde.
[ 16 ] We have now come to a spiritual characteristic of what we call the fourth element in the Universe. If fire represents the purest sacrifice—and wherever we encounter fire or heat, behind it there is its spiritual counterpart: Sacrifice—if behind all the air spread out around our earth there really lies the virtue of giving, a really flowing virtue; if we may describe flowing water or the element of fluidity as spiritual resignation or renunciation, so must we describe the element of Earth, which alone can be the bearer of death—for death would not exist without it—as that which has been severed from its purpose by renunciation. Now we have something in a concrete form, showing how the solid is formed from the fluidic. For this too reflects a spiritual process, in a certain sense. Suppose ice forms in a pond; the water then becomes solid. The real reason of this is that the water in becoming ice is cut off from its purpose. This gives us the spiritual process of solidification, the spiritual process of the Earth's becoming; for as far as the distinguishing marks of the four elements are concerned, ice too is earth, and fluid alone is water. Earth is the element in which death appears and may be experienced.
[ 17 ] Wir sind ausgegangen davon, daß wir die Frage aufgeworfen haben, ob es innerhalb unserer Welt der Illusion, der Maja, gar nichts Wahrhaftiges gibt, ob es dort gar nichts von dem gibt, was sozusagen einer Wirklichkeit entspricht. Nehmen Sie einmal jetzt recht genau den Begriff, den wir eben vor unsere Seele hingestellt haben. Ich habe Ihnen von Anfang an gesagt: die Begriffe dieser unserer Betrachtungen sind einigermaßen kompliziert. Es wird also notwendig sein, daß wir sie nicht nur verstandesmäßig aufnehmen, sondern darüber meditieren, dann werden sie uns erst ganz klar werden. Aber nehmen wir jetzt diesen Begriff vom Tode, beziehungsweise den vom Erdigen; er zeigt uns ein ganz merkwürdiges Gesicht. Während wir bei allen anderen Begriffen uns sagen konnten: In bezug auf das, was da in der Welt der Maja um uns herum ist, liegt eigentlich gar nichts Wahrhaftiges vor, sondern das Wahrhaftige ist ein ihm zugrunde liegendes Spirituelles -, haben wir jetzt etwas herausbekommen, wo dasjenige, was wir innerhalb der Maja haben, eigentlich gerade deshalb, weil es getrennt ist von seinem Sinn, weil es im Spirituellen sein sollte, sich als das Tote charakterisiert. Es ist damit in die Maja hinein etwas abgeschnürt, was eigentlich nicht in der Maja sein sollte. Überall im ganzen weiten Reiche der Maja oder der großen Illusion haben wir eben lauter Täuschungen, lauter Illusionen vor uns. Aber wir bekommen etwas in die Maja hinein, was dadurch einem Wahrhaftigen entspricht, daß es abgeschnürt wird von seinem eigentlichen Sinn im Spirituellen, und in dem Augenblick, wo es hereinkommt, tritt an es die Vernichtung, der Tod heran. Das sagt uns aber nichts Geringeres als die große okkulte Wahrheit: Innerhalb der Welt der Maja ist das einzige, das sich in seiner Wirklichkeit zeigt, der Tod! Alle anderen Erscheinungen müssen wir zurückverfolgen auf ihr Wirkliches, alle anderen Erscheinungen, die in der Maja auftreten, haben hinter sich das Wahrhaftige: Nur der Tod ist innerhalb der Maja das Wahrhaftige, denn er besteht darin, daß von dem Wahrhaftigen etwas abgeschnürt und hereingenommen ist in die Maja. Daher ist der Tod innerhalb der Maja das einzig Wahrhaftige.
[ 17 ] We began by putting the question as to whether anything real could be found in our world of illusion and Maya, whether there is anything in it corresponding to a reality. I want you to hold clearly to the idea we have just been considering. At the beginning of this course I told you that the concepts to be considered were somewhat complicated. It will therefore be necessary that we should not only try to understand them, but also to meditate upon them; for only then will they be clear to us. Now let us take this conception of death, that is, of the earthly; for it presents a truly remarkable aspect. Whereas concerning all our other concepts we could say that there was nothing real in all the world of Maya around us, but that the reality must be looked for in the spiritual behind it—we have now ascertained that within the world of Maya there is that, which, precisely because it is divided from its purpose, because it ought to be in the spiritual world, may be called death. Thus something is cut off in Maya, which actually ought not to be there. In the whole wide realm of Maya, or the great illusion, we have nothing but deception and illusion before us. Yet there is something there which corresponds to a reality, because it is cut off from its true meaning in the spiritual; and as soon as it enters Maya it encounters annihilation and death. That declares to us nothing less significant than the great occult truth: “In the whole world of Maya one thing only shows itself in its reality—Death! All other phenomena must be traced back to their reality; all other phenomena entering into Maya have reality behind them; death is the single reality in Maya for it consists in the fact that something was cut off from reality and taken into Maya, That is why death is the one and only reality in Maya.
[ 18 ] Und wenn wir jetzt von dem, man möchte sagen, in der allgemeinen Maja sich Ausbreitenden übergehen zu den großen Prinzipien der Welt, dann stellt sich für die okkulte Wissenschaft eine sehr wichtige und wesentliche Konsequenz dieses Satzes dar, daß innerhalb unserer Welt der Maja nur der Tod eigentlich das Wahrhaftige ist. Wir können uns dem, was ich hier sagen will, noch von einer anderen Seite nähern, Wir können zunächst die Wesenheiten der anderen Reiche betrachten, die um uns herum sind.
[ 18 ] And now if we turn from the universal Maya to the great principles of the world, a very important and essential consequence of this statement, that in our world of Maya, Death is the only reality, presents itself to occult science. We can approach what I want to say from yet another side. We can begin by considering the beings of the other kingdoms surrounding us.
[ 19 ] Wir können fragen: Sterben zum Beispiel Mineralien? — Für den Okkultisten hat es keinen Sinn zu sagen: Mineralien sterben. — Das wäre ungefähr ebensoviel, als wenn man sagen würde, der Fingernagel, den wir uns abschneiden, sei gestorben. Der Fingernagel ist eben nicht irgend etwas, was als Totalität Anspruch hat auf Dasein, sondern er ist nur etwas an uns, und wenn wir ihn abschneiden, so haben wir ihn von uns getrennt und ihm das mit uns zusammenhängende Leben entrissen. Er stirbt im Grunde genommen erst dann, wenn wir selber sterben. Also in demselben Sinne, sagt die okkulte Wissenschaft, sterben die Mineralien nicht. Denn die Mineralien sind nur Glieder an einem großen Organismus, wie der Fingernagel an unserem Organismus ein Glied ist; und wenn ein Mineral scheinbar zugrunde geht, so ist es nur losgerissen von diesem großen Organismus, wie das Stück Fingernagel losgerissen ist von unserem Organismus, wenn wir es.abschneiden. Die Zerstörung des Minerals ist kein Tod, denn das Mineral lebt nicht in sich selber, sondern in dem großen Organismus, von dem es ein Glied ist.
[ 19 ] We may ask: do minerals die? To the occultist there could be no sense in saying that minerals die. It would be just the same as saying that our finger-nails die when we cut them. The finger-nail is nothing which as complete being has claim to existence; but it is part of us, and when we cut it off we separate it from ourselves, tear it away from the life it has in connection with us. In reality it dies only when we ourselves die. In the same sense, according to occult science, the minerals do not die. They are merely members of one great organism, just as a finger-nail is a member of our own, and although a mineral may appear to perish, it is in reality only severed from this great organism, just as the piece of finger-nail is severed from our organism when we cut it off. The destruction of a mineral is no death; for the mineral has no life in itself, but only in the great organism of which it is a member.
[ 20 ] Wenn Sie sich erinnern an den Vortrag über das Wesen der Pflanzen, so werden Sie wissen, daß gesagt worden ist: Die Pflanze ist als solche auch nicht selbständig, sondern sie ist ein Glied, nun nicht wie das Mineral an einem großen Organismus, sondern an dem ganzen Erdenorganismüs; und es hat für eine okkulte Betrachtung keinen Sinn, vom Leben einer einzelnen Pflanze zu sprechen, sondern man muß sprechen von dem Erdenorgänismus, an dem die Pflanzen überall Teile sind. Und wenn wir sie zu ihrem «Tode» bringen, dann ist es so, wie wenn wir uns einen Fingernagel abschneiden: Wir können nicht sagen, der Fingernagel ist gestorben. Ebensowenig können wir dies von den Pflanzen sagen, denn sie gehören einem großen Organismus an, der identisch ist mit der ganzen Erde und der ein Organismus ist, der im Frühling einschläft, die Pflanzen als seine Organe der Sonne entgegensendet und im Herbst aufwacht und das Geistige der Pflanzen wieder in sich aufnimmt, wenn er die Samen der Pflanzen in sich aufnimmt. Es hat keinen Sinn, die Pflanzen für sich allein zu betrachten, denn der Erdenorganismus stirbt nicht ab, wenn die einzelnen Pflanzen an ihm verwelken, ebenso wie wir, wenn wir graue Haare bekommen, auch nicht sterben, wenn wir die grauen Haare nicht wieder auf naturgemäße Weise in schwarze färben können. Nur sind wir da in einer anderen Lage als die Pflanzen. Aber die Erde ist da in einer solchen Lage, die sich vergleichen ließe mit dem Menschen, wenn er graue Haare wieder in schwarze zurückverwandeln könnte. Also die Erde stirbt nicht, sondern was sich da zeigt im Welken der Pflanzen, ist ein Prozeß, der sich an der Oberfläche abspielt. So können wir niemals sagen, daß die Pflanzen in Wahrheit sterben.
[ 20 ] The plant as such is not independent; it is a member—not of one great organism, like the mineral—but of the whole organism of the earth. To occult observation there would be no sense in speaking of individual plant-organisms, only of the organism of the earth of which the plants everywhere form part. And when we bring them to their “death” it is just as when we cut away one of our finger-nails. We cannot say that the fingernail has died. Just as little can we say that of the plants; for they belong to a great organism that is identical with the whole earth, an organism which falls asleep in spring, sending forth the plants as its organs towards the Sun; and in autumn it takes them back into itself when it gathers their seeds into itself. There is no sense in considering the plants as independent, for the whole earth organism does not die when its separate plants fade—just as we ourselves do not die when our hair goes grey, although we cannot restore its colour by natural means. We are, however, in a different position from the plants. But the earth may in this respect be compared to a man who could restore his grey hair to its natural colour. The earth does not die; what is observed in the fading of the plants is a process that takes place on the surface.
[ 21 ] Aber auch von den Tieren können wir zunächst nicht sagen, daß sie wie wir sterben. Denn das einzelne Tier ist in Wahrheit auch nicht vorhanden, es ist nur die Gruppenseele vorhanden, die im Übersinnlichen ist. Was das Tier im Wahrhaftigen ist, das ist nur auf dem Astralplan vorhanden als die Gruppenseele, und das einzelne Tier ist aus der Gruppenseele heraus verdichtet. Und wenn es stirbt, so ist es ein abgelegtes Glied der Gruppenseele, und diese ersetzt es durch ein anderes.
[ 21 ] So we can never say that the plants really die. And even of the animals we cannot actually say that they die, as we die. For in reality a separate animal does not exist; what really exists is its group-soul, which is in the super-sensible world. The reality of the animals is only to be found on the astral plane as group-soul, and the individual animal is condensed out of that. The death of an animal means the casting off a member of the group-soul, which replaces it by another.
[ 22 ] Was wir also als den Tod im Mineral-, Pflanzen- und Tierreich antreffen, das ist nur scheinbar, ist nur innerhalb der Maja Tod. In Wahrheit stirbt wirklich nur der Mensch, der es mit seiner Individualität so weit bringt, daß er hinunterkommt zu seinem physischen Leibe, in dem er während des Erdendaseins real sein muß. In Wahrheit hat von «Tod» zu sprechen nur einen Sinn für das Erdendasein des Menschen.
[ 22 ] Thus what we encounter at death in the mineral, plant, and animal kingdoms is only apparent death, only in the world of Maya is that “death.” In reality man alone dies, for he has developed his individuality so far that it descends into his physical body, in which during the earth-existence he must become real. In reality death has only meaning for the Earth-existence of man.
[ 23 ] Wenn wir dies ins Auge fassen, müssen wir sagen: Nur der Mensch kann eigentlich den Tod wirklich erleben. — Beim Menschen ist also das, was wir durch die okkulte Forschung kennenlernen, ein wirkliches Überwinden des Todes, ein wirkliches Besiegen des Todes. Denn bei anderen Wesen ist der Tod nur scheinbar, ist er nicht in Realität vorhanden. Wenn wir höher hinaufkommen würden, von dem Menschen wieder zu den Wesenheiten der höheren Hierarchien, so würden wir ebenso finden, daß diese den Tod nach Menschenart nicht kennen; so daß es im Grunde genommen nur bei jenen Wesenheiten einen realen Tod, das heißt, einen Tod auf dem physischen Plan gibt, die sich auch etwas zu holen haben auf dem physischen Plan. Der Mensch aber hat sich auf dem physischen Plan sein Ich-Bewußtsein zu holen. Das könnte er ohne den Tod nicht finden. Weder bei den Wesenheiten, die unter dem Menschen stehen, noch bei den Wesenheiten, die höher stehen als der Mensch, hat es einen Sinn, von wahrhaftem Tod zu sprechen. Dann aber wird es begreiflich erscheinen, daß wir für jene Wesenheit, die wir die Christus-Wesenheit nennen, gar keine Möglichkeit haben, ihre bedeutendste Erdentat auszulöschen. Denn wir haben ja gesehen, daß bei dieser Christus-Wesenheit das Mysterium von Golgatha als das Wesentlichste in Betracht kommt: die Besiegung des Todes durch das Leben. Wo aber kann diese Besiegung des Todes nur vor sich gehen? Kann sie vor sich gehen in den höheren Welten? Nein! Denn schon bei den niederen Wesen, die wir angeführt haben, im Mineral-, Pflanzen- und Tierreich, kann von Tod nicht gesprochen werden, weil sie eigentlich ihr wahres Wesen in den höheren, übersinnlichen Welten haben. Und wir werden im Laufe der Winterbetrachtungen noch weiter ausführen, daß auch bei den höheren Wesenheiten nicht von Tod gesprochen werden kann, sondern nur von Verwandlungen, von Metamorphosen, von Umgestaltung. Von einem Einschnitt in das Leben, den wir als «Tod» bezeichnen, kann nur beim Menschen gesprochen werden. Und der Mensch kann diesen Tod nur erleben auf dem physischen Plan. Wäre der Mensch niemals auf den physischen Plan gekommen, so würde er nichts wissen vom Tod, denn kein Wesen, das den physischen Plan nicht betreten hat, weiß etwas vom Tod. Es gibt in den anderen Welten nicht das, was man «Tod» nennen kann, sondern nur Verwandlungen, Metamorphosen. Sollte der Christus durch den Tod gehen, so mußte er auf den physischen Plan heruntersteigen! Denn nur dort konnte er den Tod erleben.
[ 23 ] If we grasp this we must say: Man alone can truly experience death. Thus for man there is, as we learn through occult research, a real overcoming of death, a real victory over death. For every other being death is only apparent, and does not in reality exist. If again we were to ascend higher—from man to the Beings of the Hierarchies—we should find that they do not know death in the human sense; so that in reality actual death, that is death on the physical plane, comes only to those beings who have to acquire something on that plane. Now man has to acquire his ego-consciousness there. Without death he could never find it. Neither with respect to the beings below man in rank, nor to those higher than man is there any meaning in speaking of actual death. But on the other hand as regards the Being whom we call the “Christ-Being it must clearly be impossible to obliterate his most significant earth deed. For indeed we have seen that the most essential event to be considered in connection with the Christ-Being is the Mystery of Golgotha; that is, the conquest of death by life. But where can this conquest of death alone be accomplished? Can it be accomplished in the higher worlds? No! For even as regards the lower beings referred to as the mineral, plant and animal kingdoms—as they have their true being in the higher, super-sensible worlds—we cannot speak of death. And in the course of our studies this winter we shall further show that neither among the Higher Beings can there be a question of death; only of change, metamorphosis, transformation. Only with regard to man can we speak of the incision into life that we call “death.” Man can only experience this death on the physical plane. If man had never descended to the physical plane, he would know nothing of death; for no being who has not trodden the physical plane knows anything of death. In other worlds there is no such thing as that which we call death, nothing but transformation, metamorphosis. Would Christ undergo death He must descend to the physical plane! There alone could He experience it.
[ 24 ] So sehen wir, daß auch im geschichtlichen Werden des Menschen in einer merkwürdigen Weise das Wahrhaftige der höheren Welten hereinspielt in die Maja. Während wir für alle anderen geschichtlichen Ereignisse mit unserem Denken nur dann zurechtkommen, wenn wir sagen: Hier auf dem physischen Plan ist das geschichtliche Ereignis, aber die Ursache dafür liegt oben in der geistigen Welt, zu der müssen wir gehen —, können wir von dem Ereignis von Golgatha nicht sagen: Dieses Ereignis ist hier unten auf dem physischen Plan, und etwas Entsprechendes liegt in der höheren Welt. - Gewiß, der Christus selbst gehört den höheren Welten an und stieg herunter auf den physischen Plan. Aber ein Urbild, wie wir es für alle anderen geschichtlichen Ereignisse suchen müssen, gibt es nicht für das, was sich auf Golgatha vollzogen hat. Das hat sich nur auf dem physischen Plan abgespielt.
[ 24 ] Thus we see that even in the historical development of man, the reality of the higher worlds plays its part in Maya, in a remarkable way. Whereas concerning every other historical event we can only interpret it correctly by saying: “This historical event took place here on the physical plane, but the cause of it is up above in the spiritual world, we must look for it there”; we cannot say of the event of Golgotha, “this event is here below on the physical plane and something corresponding to it exists in the higher worlds.” Christ Himself belongs to the higher worlds and came down to the physical plane. But there is no prototype above of what was accomplished on Golgotha, such as we must look for with respect to other historical events. That was enacted on the physical plane alone!
[ 25 ] Unter den vielen Beweisen, die aus der okkulten Wissenschaft für diese Tatsache gegeben werden könnten, ist zum Beispiel dieses, daß das Ereignis von Damaskus sich, wie wir dies schon öfter dargestellt haben, im Laufe der nächsten drei Jahrtausende für eine genügend große Anzahl von Menschen erneuern wird. Das heißt, es werden sich bei den Menschen solche Fähigkeiten entwickeln, daß sie den Christus auf dem astralischen Plan als Äthergestalt wahrnehmen werden, wie es bei Paulus vor Damaskus der Fall war. Dieses Ereignis des Wahrnehmens des Christus durch nach und nach bei den Menschen im Laufe der nächsten drei Jahrtausende sich entwickelnde höhere Fähigkeiten macht seinen Anfang in unserem 20. Jahrhundert. Von da ab kommen diese Fähigkeiten allmählich heraus und werden in den nächsten drei Jahrtausenden bei einer genügend großen Anzahl von Menschen sich ausbilden. Das heißt, eine genügend große Anzahl von Menschen wird wissen durch den Hineinblick in die höheren Welten, daß der Christus eine Realität ist, daß er lebt, sie werden ihn kennenlernen, wie er jetzt lebt. Und sie werden nicht nur die Art kennenlernen, wie er jetzt lebt, sondern sie werden sich genau wie Paulus die Überzeugung verschaffen, daß er gestorben und auferstanden ist. Aber die Grundlage dazu kann nicht gelegt werden in den höheren Welten, die muß auf dem physischen Plan gelegt werden.
[ 25 ] Among the many proofs of this fact which occult science is able to provide, is the following: That the event of Damascus will, in the course of the next three thousand years, as we have often said, be renewed for a sufficiently great number of mankind. This means, that capacities will be developed in man which will enable him to perceive the Christ as an etheric figure on the astral plane, as Paul saw Him on the road to Damascus. The event of man's gradually becoming able to perceive the Christ by means of the higher faculties which will be developed in the next three thousand years, has its beginnings in our twentieth century. From now on these capacities will gradually arise, and in the course of that span of time a vast number of persons will know, by personal vision into the higher worlds, that Christ is a reality; that He lives; they will learn to know Him in the life He lives now. And not only will they know the nature of His present life, but they will also be convinced just as Paul was—that He died, and rose again. But the foundation for this cannot be laid in the higher worlds: it must be laid on the physical plane.
[ 26 ] Wenn also heute schon jemand dazu kommt, diese Dinge zu verstehen und zu begreifen, wie die Entwickelung des Christus selber vorwärtsgeht und damit die Entwickelung gewisser menschlicher Fähigkeiten, wenn es jemand begreift, dadurch begreift, daß er die Geisteswissenschaft heute versteht, so hindert nichts daran, daß er, wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist, an diesem Ereignis teilnimmt, wenn es wirklich als ein erstes Hereinleuchten des Christus in die Welt des Menschen eintritt. Derjenige also, der heute im physischen Leibe sich auf dieses Ereignis vorbereitet, kann es auch erleben in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Diejenigen Menschen aber, die sich nicht darauf vorbereiten, die sich in dieser Inkarnation kein Verständnis dafür erwerben, sie können in dem Leben, das sich an dieses anschließt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, nichts wissen von dem, was in bezug auf den Christus von unserem Jahrhunderte ab durch die nächsten drei Jahrtausende geschieht. Sie müssen warten, bis sie wieder inkarniert sind und weiter sich die Vorbereitung dazu auf der Erde schaffen. Das also, was als die Ursache aller folgenden Christus-Entwickelung auf der Erde sich abspielen mußte, der Tod auf Golgatha und das dadurch Geschaffene, das kann auch nur innerhalb des physischen Leibes begriffen werden. Das ist unter allen Tatsachen, die uns wichtig sind für das höhere Leben, das einzige, was nur innerhalb des physischen Leibes begriffen werden kann. Dann wird es weiter verarbeitet, wird es weiter ausgebildet in den höheren Welten. Aber begriffen müssen wir es zunächst haben innerhalb des physischen Leibes. Gerade wie das Mysterium von Golgatha niemals sich hätte in den höheren Welten abspielen können, wie es auch kein Urbild hat in den höheren Welten, sondern ein Ereignis ist, das, weil es den Tod in sich schließt, abgeschlossen ist innerhalb des physischen Planes, so muß auch das Verständnis dafür auf dem physischen Plan erworben werden. Ja, es gehört sogar geradezu zu den Aufgaben des Menschen auf der Erde, in irgendeiner seiner Inkarnationen sich dieses Verständnis zu erwerben.
[ 26 ] Thus if anyone comes to have an understanding of these things, if even at the present time he understands that the development of Christ Himself is progressing—and that at the same time certain human capacities are also developing, if his understanding of modern Anthroposophy has taught him this, then there is nothing to prevent him, when he has passed through the portal of death, from taking part in this event when it actually appears as a first shining forth of Christ in the world of man. So that a man who prepares himself in his physical body to-day for this event, maybe able to experience it in the intermediate life, between death and re-birth. But those who do not prepare for it, who acquire no understanding in this incarnation, will, in the life immediately following this—the life between death and re-birth—know nothing of what is taking place with respect to the Christ for the next three thousand years from our present century. They will have to wait until they are again incarnated and then make necessary preparations on the earth. The death at Golgotha, which is enacted on earth as the origin of all the subsequent Christ development can only be understood in the physical body. Of all the facts important to our higher life, this alone is comprehensible in the physical body. It is then further developed and perfected in the higher worlds, but we must first have understood it while in the physical body. Just as the Mystery of Golgotha could never have taken place in the higher worlds and has no prototype there, but is an event which—since it includes death—is confined to the physical plane, so, too must the comprehension of it be acquired on this plane. Indeed, it is one of the tasks of man on earth to acquire this understanding in some one of his incarnations.
[ 27 ] Wir müssen also sagen, damit haben wir auch im Großen etwas gefunden, was sozusagen auf dem physischen Plan uns ein unmittelbar Reales, ein unmittelbar Wahrhaftiges zeigt. Was also ist denn real auf dem physischen Plan? Real auf dem physischen Plan so, daß wir dabei stehenbleiben können und sagen: Hier haben wir etwas Wahres! - ist der Tod in der Menschenwelt, nicht in den anderen Reichen der Natur. Und bei den geschichtlichen Ereignissen, die im Laufe der Erdenentwickelung geschehen, müssen wir, wenn wir diese geschichtlichen Ereignisse kennenlernen wollen, von jedem solchen geschichtlichen Ereignis zu einem geistigen Urbild gehen —- nur nicht bei dem Mysterium von Golgatha. In diesem haben wir etwas, was so, wie es ist, unmittelbar in die Welt des Wahrhaftigen hineingehört.
[ 27 ] So that we must say: we have found pre-eminently on the physical plane something which displays an undeniable reality, a direct truth. What then is real on the physical plane On the physical plane, so that we can recognise it as real, we have a reality, death—death in the world of man, not in the other kingdoms of nature. When we wish to study the historical events that occur in the course of the earth's development, we must look for a spiritual prototype for each one of them—but not for the Mystery of Golgotha! There we have something which in itself directly belongs to the world of Reality!
[ 28 ] Nun ist es außerordentlich interessant, daß sich gewissermaßen auch die andere Seite des eben Auseinandergesetzten zeigt. Es ist wirklich außerordentlich bedeutsam, zu sehen, wie dieses Ereignis von Golgatha heute als ein reales Ereignis überhaupt abgeleugnet wird, wie die Leute, wenn wir von äußerer Historie reden, sagen, es läßt sich im Zusammenhange der historischen Tatsachen nicht beweisen. Es gibt nun unter den historischen Tatsachen, die wesentlich sind, auch kaum eine, die sich so schlecht durch äußere, historisch-realistische Gründe beweisen läßt wie das Mysterium von Golgatha. Denken Sie, wie leicht es im Verhältnis dazu ist, in bezug auf die Existenz eines Sokrates oder Plato oder irgendeines griechischen Helden, insofern sie bedeutend sind für den Fortschritt der Menschheit in der äußeren Welt, mit historischen Gründen zu arbeiten; und wie die Menschen bis zu einem gewissen Grade mit vollem Recht kommen und sagen: Keine Historie darf behaupten, daß ein Jesus von Nazareth gelebt habe! - Äußere historische Widergründe gibt es da nicht. Wie man andere historische Tatsachen behandelt, so läßt sich diese nicht behandeln.
[ 28 ] Now it is extremely interesting that another aspect of what has just been said, can also be seen. It is really remarkably significant to observe that this event of Golgotha as a real event is to-day denied, and that people say—speaking of external history—that it cannot be proved by any historical connection. Among vital historical facts there is hardly one so difficult to prove on external realistic, historical grounds, as the Mystery of Golgotha. Just think how easy it is in comparison with this to work on historical ground if we wish to prove the existence of a Socrates, a Plato, or any of the Greek heroes, in so far as they were of significance to the progress of man in the external world, and how up to a certain point it is perfectly justifiable to say that “no history can assert that there ever was a Jesus of Nazareth!” This statement cannot be contradicted historically! This cannot be dealt with like other historical facts.
[ 29 ] Es ist höchst merkwürdig: diese auf dem äußeren physischen Plan geschehene Tatsache hat dies eine gemeinschaftlich mit allen übersinnlichen Tatsachen, die lassen sich auch nicht äußerlich beweisen. Und es sind so ziemlich dieselben Leute, welche die übersinnliche Welt leugnen und denen die Möglichkeit fehlt, dieses Ereignis, das gar kein übersinnliches ist, zu erfassen. Man kann es in bezug auf seine Wirkungen darstellen. Aber da machen sich die Leute den Gedanken, daß solche Wirkungen auch eintreten könnten, ohne daß das reale Ereignis in der Geschichte aufgetreten wäre, und erklären sie dann als Folge soziologischer Verhältnisse. Für den jedoch, der den inneren Gang des Weltenwerdens kennt, ist die Idee, daß Wirkungen wie die des Christentums ohne eine dahinterstehende Macht geschehen könnten, ebenso gescheit, wie wenn man sagte, daß auf einem Felde Kohlköpfe wachsen können, ohne daß vorher Samen ausgestreut wird. Ja, wir können noch weitergehen und sagen, daß für die, welche an der letzten Ausgestaltung der Evangelien beteiligt waren, keine Möglichkeit vorhanden war, das historische Ereignis des Mysteriums von Golgatha als historisches Ereignis mit historischen Gründen nachzuweisen, denn es ging wirklich ziemlich spurlos für alle äußere Beobachtung vorüber. Wissen Sie, wie die, welche an der späteren Ausgestaltung der Evangelien beteiligt waren, sich selber von diesen Ereignissen überzeugt haben — mit Ausnahme des Schreibers des Johannes-Evangeliums, der ja der unmittelbare Zeitgenosse dieser Ereignisse war? Sie haben sich überzeugt, zunächst nicht aus historischen Urkunden, denn sie haben ja auch nichts anderes gehabt als mündliche Mitteilungen und die Mysterienbücher — wie diese Verhältnisse dargestellt sind in dem «Christentum als mystische Tatsache» -, aber von dem wirklichen Dasein des Christus Jesus haben sie sich überzeugt aus der Sternkonstellation, indem sie noch große Kenner waren des Zusammenhanges des Makrokosmos mit dem Mikrokosmos. Sie haben eine Kenntnis davon gehabt, die man sich heute auch schon beschaffen kann, indem man die Sternkonstellation für den betreffenden Punkt der Weltgeschichte berechnet und sagt: Wenn die Sternkonstellation so und so ist, so muß Der auf der Erde gelebt haben, welcher als der Christus bezeichnet wird. -— So haben sich die Schreiber des Matthäus-, Markus- und Lukas-Evangeliums von dem geschichtlichen Geschehen überzeugt. Denn den Inhalt haben sie auf hellseherischem Wege gewonnen, aber die Überzeugung haben sie sich verschafft auf eine Weise, wie man sich durch die Konstellationen des Makrokosmos eine Überzeugung davon verschafft, daß auf der Erde dieses oder jenes vor sich gehen kann. Daher kann ihnen auch nur Glauben beibringen der, welcher so etwas weiß. Beweisen die Unrichtigkeit dessen, was da vorgebracht wird gegen die Historizität der Evangelien, ist eine vergebliche Aufgabe. Wir müssen uns vielmehr als Anthroposophen klar sein, daß wir uns auf einen ganz anderen Boden stellen müssen: auf den Boden desjenigen, was wir uns nur durch eine Einsicht in die okkulte Wissenschaft verschaffen können.
[ 29 ] It is very remarkable that this Event, which occurred on the external physical plane has this in common with all super-sensible facts: they cannot be “proved.” Much the same people who deny the existence of a super-sensible world lack the capacity for grasping this fact, which is not super-sensible. Its existence can be surmised by its effects. But, these people think that effects such as these might also appear, even without the real event having occurred in history; and they attribute these effects to sociological relations. To one who knows the inner course of the world's development, the idea that effects such as those produced by Christianity could be brought about without having a power behind them, is just as wise as it would be to say cabbages could grow in a field without having been sown there! Indeed we might go yet further, and admit that it was not possible for those who took part in the final shaping of the Gospels to prove the historical event of the Mystery of Golgotha—as historical event—on historical grounds! For it went by leaving hardly any trace perceptible to outer observation. Do you know how those who took part in the later compiling of the Gospels convinced themselves as to these events, with the exception of the writer of the John-Gospel, who was an immediate contemporary? They could not above all convince themselves by historical documents, for they had nothing but oral traditions and the Mystery-Books (as is set forth in Christianity as Mystical Fact). They were able to convince themselves of the actual existence of Christ Jesus by the star-constellation, for they were then still very learned as to the connection between the Macrocosm and the Microcosm. They knew how to set up a map of the heavens for that point of the world's history (as can still be done to-day); and they concluded: if the stars were in such and such a position, then He whom they call the Christ must have lived on earth at that time. In this very way the writers of the Gospel of Matthew, Mark and Luke convinced themselves of the historical event; they obtained the rest clairvoyantly. But first they convinced themselves in the same way as we can make sure to-day that any particular event can happen on the earth; through the constellations in the Macrocosm. Anyone who knows anything of this cannot but believe in them. It is a fruitless task to prove the inaccuracy of what is brought against the historical status of the Gospels. Rather should we, as anthroposophists, understand that we must take a very different stand: one which is only possible through an insight into occult science.
[ 30 ] Ich möchte gerade auch hier dieser Anschauung gegenüber auf etwas hinweisen, wodurch ich schon in diesen Tagen an einem anderen Orte zu begründen versuchte, wie man mit richtigen Einwänden, das heißt mit Einwänden, die an sich richtig sind, die Wirklichkeiten nicht treffen kann, von denen die Geisteswissenschaft redet, so daß die Menschen noch so viel Richtiges sagen können, was nach ihrem Wissen richtig ist es widerlegt die Geisteswissenschaft nicht. Ich habe in dem Vortrag: «Wie begründet man Theosophie?» ein Gleichnis gebraucht und habe gesagt: Ein kleiner Junge mußte in einem Dorfe immer die Semmeln holen zum Frühstück seiner Familie. Man bekam nun in jenem Orte für zwei Kreuzer eine Semmel, und er bekam immer zehn Kreuzer mit. Nun brachte er — und es sei hierbei bemerkt, daß er kein großer Arithmetikus war — die Anzahl der Semmeln vom Greisler — so nannte man dort den Bäcker - nach Hause und kümmerte sich nicht weiter darum. Nun wurde aber in die Familie ein Pflegesohn aufgenommen, der jetzt anstelle des anderen zum Greisler nach Semmeln geschickt wurde. Da der nun ein guter Arithmetikus war, so sagte er sich: Du gehst Semmeln holen, zehn Kreuzer hast du mitbekommen, für zwei Kreuzer gibt es eine Semmel, zehn durch zwei geteilt gibt fünf: also wirst du fünf Semmeln nach Hause bringen. Er ging fort, aber er brachte sechs Semmeln nach Hause. Da sagte er sich: Das ist falsch, so viel kannst du nicht be- kommen, und da deine Rechnung richtig ist, so wirst du morgen schon fünf Semmeln nach Hause bringen. - Am nächsten Tage bekam er wieder zehn Kreuzer mit und brachte wieder sechs Semmeln nach Hause. Die Rechnung war richtig, nur stimmte sie nicht mit der Wirklichkeit, denn in der Wirklichkeit war es anders. In der Wirklichkeit war es nämlich an jenem Orte üblich, daß jemand, der für zehn Kreuzer Semmeln kaufte, auf fünf eine drauf bekam, also statt fünf sechs. Der Einwand des Knaben war also richtig — nur stimmte er nicht mit der Wirklichkeit.
[ 30 ] With reference to this I should just like to mention a point I already endeavoured to establish elsewhere. That is, that the realities of which Anthroposophy speaks cannot be injured by any objections, however correct these may be in themselves. No matter how correctly people may argue from the knowledge they themselves may possess, that does not disprove Anthroposophy. In the lecture I gave entitled: “How can Theosophy be established?” I made use of the example of the little boy in a village whose duty it was to fetch rolls for the family breakfast. Now in that village each roll cost two kreuzers and he was always given ten kreuzers. The baker gave him a number of rolls, and being no great arithmetician, he did not trouble to count them, but brought them home. But a foster-son entered the family and was sent for the rolls instead of the other boy. This lad was a good reckoner and he said to himself: “I have been given ten kreuzers, each roll costs two kreuzers, therefore I must bring home five rolls;” off he went, bringing back six rolls. He said to himself: “This must be wrong, I ought not to have so many, and as my reckoning is correct, tomorrow I must only bring back five rolls.” The next day he took the ten kreuzers, and again he received six rolls. The reckoning was correct—only it did not correspond with the reality; for that was a different matter. The reality was that it was the custom in that place to give six rolls instead of five to anyone who spent ten kreuzers. The boy's argument was quite correct; but did not accord with reality.
[ 31 ] So können die scharfsinnigst ausgedachten Einwände gegen die Geisteswissenschaft alle stimmen, brauchen aber nichts zu tun zu haben mit der Realität, denn die Realität kann auf ganz anderen Untergründen fußen. Es ist dieses angeführte Beispiel ganz prächtig, um sich klarzumachen, auch erkenntnistheoretisch, die Beziehung zwischen dem, was in der Berechnung richtig ist, und dem, was in dem Wahrhaftigen wahr ist.
[ 31 ] In like manner the cleverest thought-out objections to Anthroposophy may all agree with each other, yet need have nothing to do with the reality; for “reality” may be based on very different foundations. The example quoted is quite practical, and serves to explain, even scientifically, what is correctly calculated, and what is actual fact.
[ 32 ] Damit haben wir in unseren Bemühungen, die Welt der Maja zurückzuführen auf das Wahrhaftige — wobei sich uns gezeigt hat, daß alles Feuer Opfer ist, alles Luftartige strömende, spendende oder schenkende Tugend, und alles Flüssige Verzichtleistung, Resignation -, heute zu diesen drei Wahrheiten diejenige hinzugefügt, daß das wahre Wesen der Erde oder des Festen der Tod ist, das Abgeschnürtsein von seinem Weltensinn bei irgendeiner Substantialität. Dadurch aber, daß diese Abgeschnürtheit eintritt, tritt der Tod selber als ein Wahrhaftiges herein in die Welt der Maja oder der Illusion. Die Götter selbst könnten den Tod nicht einmal kennenlernen, wenn sie nicht in irgendeiner Weise herunterstiegen in die physische Welt, um den Tod in der physischen Welt, in der Welt der Maja oder der Illusion, in seiner Wahrheit zu begreifen,
[ 32 ] We have tried to trace the world of Maya back to reality and in doing so we have shown that all Fire is sacrifice, everything of the nature of Air is the generous flowing virtue of giving, and Fluid the result of renunciation and resignation. To these three truths we have to-day added the fact that the true nature of the Earth or solid matter is death, the cutting off of any substance from its cosmic purpose. Because this severing has entered, death itself enters the world of Maya or illusion as a reality. Even the Gods themselves could not taste death at all without descent into the physical world in order to comprehend death in the physical world, the world of Maya, or illusion.
[ 33 ] Das ist es, was wir heute hinzufügen wollen zu den Begriffen, die wir schon aufgenommen haben. Noch einmal sei es bemerkt, daß wir zur Klarheit über diese Begriffe, die uns aber notwendig sein werden zu einem gründlichen Eingehen auf so mancherlei im Markus-Evangelium, nur kommen können durch sorgfältige Meditation, und indem wir es öfter und öfter vor die Seele ziehen lassen. Denn das MarkusEvangelium ist nur zu begreifen, wenn man die allerbedeutsamsten Weltbegriffe dem zugrunde legt.
[ 33 ] This is what I wished to add to-day to the concepts we have already formed. But once more let it be said that if we wish to arrive at a clear understanding of these concepts which are so necessary, and if we are thoroughly to enter into the various ideas in St. Mark's Gospel, the only possible way of doing so is by careful meditation and by bringing these things again and again before the soul. The Gospel of St. Mark can only be understood if based on the greatest and most significant cosmic conceptions.
