Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Earthly and Cosmic Man
GA 133

23 April 1912, Berlin

Translate the original German text into any language:

Vierter Vortrag

Vierter Vortrag

[ 1 ] Ich habe Sie, bevor wir zum Gegenstand unserer heutigen Betrachtung kommen, noch einmal hinzuweisen auf den ja jetzt wirklich erschienenen anthroposophischen Kalender, in dem ich den Versuch gemacht habe, das, was ein Kalender sein kann für den Menschen, wiederum lebendig zu machen dadurch, daß die Zeiten, Kräfte- und Zeitenverhältnisse wiederum zurückgeführt werden auf ihre Ursprünge, durch die sie erkannt werden können in okkulten Imaginationen. Vieles von dem, was jetzt sich nur in den abstrakten Zeichen der Tierkreisbilder ausdrückt, kann lebendig gemacht werden, wenn wiederum das in eine gefühlsmäßige Imagination umgewandelt wird, was ja auch ursprünglich mit den Tierkreisbildern gemeint war. Das ist geschehen in den erneuerten Tierkreisbildern, wie sie in der empfindungsmäßigen Intuition von Fräulein vor Eckhardistein gegeben sind, so daß man sich wieder hineinempfinden kann in ein lebendiges Verhältnis zum Himmel. Sie müssen nur versuchen, das, was in Bildern gegeben ist, in sich selber empfindungsgemäß lebendig zu machen.

[ 1 ] Ich habe Sie, bevor wir zum Gegenstand unserer heutigen Betrachtung kommen, noch einmal hinzuweisen auf den ja jetzt wirklich erschienenen anthroposophischen Kalender, in dem ich den Versuch gemacht habe, das, was ein Kalender sein kann für den Menschen, wiederum lebendig zu machen dadurch, daß die Zeiten, Kräfte- und Zeitenverhältnisse wiederum zurückgeführt werden auf ihre Ursprünge, durch die sie erkannt werden können in okkulten Imaginationen. Vieles von dem, was jetzt sich nur in den abstrakten Zeichen der Tierkreisbilder ausdrückt, kann lebendig gemacht werden, wenn wiederum das in eine gefühlsmäßige Imagination umgewandelt wird, was ja auch ursprünglich mit den Tierkreisbildern gemeint war. Das ist geschehen in den erneuerten Tierkreisbildern, wie sie in der empfindungsmäßigen Intuition von Fräulein vor Eckhardistein gegeben sind, so daß man sich wieder hineinempfinden kann in ein lebendiges Verhältnis zum Himmel. Sie müssen nur versuchen, das, was in Bildern gegeben ist, in sich selber empfindungsgemäß lebendig zu machen.

[ 2 ] Sie finden dann für die einzelnen Wochen des Jahres Meditationsformeln. Diese Meditationsformeln seien Ihnen ganz besonders ans Herz gelegt, denn sie enthalten das, was in der Seele lebendig gemacht werden kann und was dann wirklich entspricht einem lebendigen Verhältnis von Seelenkräften zu Kräften des Makrokosmos. Was wir nennen können den Fortgang der Zeit, das wird gelenkt und geleitet von geistigen Wesenheiten, von geistigen Wesenheiten, die in ihren gegenseitigen Beziehungen, in ihren lebendigen gegenseitigen Verhältnissen eigentlich die Zeit bedingen, die Zeit machen, könnte man sagen. Nun ist es ganz abstrakt und bloß allegorisch, wenn das, was auch beim Menschen Zeiterlebnissen entspricht, das Zeitliche in der Menschenseele, ohne weiteres parallelisiert würde mit Vorgängen, die sich auf die Zeit im Makrokosmos beziehen. Sie werden sehen, daß ganz andere Erlebnisse der Menschenseele, die in gewisser Beziehung gar nichts mit Zeit zu tun haben, dort gegeben sind. Wenn Sie diese Dinge in der Seele lebendig machen, so werden Sie das Verhältnis kennenlernen, das die Seele erleben kann zwischen Zentrum und Peripherie der Sinneserlebnisse. Dieses eigentümliche Verhältnis, es kann geändert werden durch diese Meditationen. Es kann dadurch hervorgerufen werden eine Imagination des Verhältnisses der Wesenheiten, die den Fortgang der Zeit bedingen, so daß man durch diese zweiundfünfzig Formeln in der Tat den Weg finden kann aus dem Mikrokosmos zum Makrokosmos.

[ 2 ] Sie finden dann für die einzelnen Wochen des Jahres Meditationsformeln. Diese Meditationsformeln seien Ihnen ganz besonders ans Herz gelegt, denn sie enthalten das, was in der Seele lebendig gemacht werden kann und was dann wirklich entspricht einem lebendigen Verhältnis von Seelenkräften zu Kräften des Makrokosmos. Was wir nennen können den Fortgang der Zeit, das wird gelenkt und geleitet von geistigen Wesenheiten, von geistigen Wesenheiten, die in ihren gegenseitigen Beziehungen, in ihren lebendigen gegenseitigen Verhältnissen eigentlich die Zeit bedingen, die Zeit machen, könnte man sagen. Nun ist es ganz abstrakt und bloß allegorisch, wenn das, was auch beim Menschen Zeiterlebnissen entspricht, das Zeitliche in der Menschenseele, ohne weiteres parallelisiert würde mit Vorgängen, die sich auf die Zeit im Makrokosmos beziehen. Sie werden sehen, daß ganz andere Erlebnisse der Menschenseele, die in gewisser Beziehung gar nichts mit Zeit zu tun haben, dort gegeben sind. Wenn Sie diese Dinge in der Seele lebendig machen, so werden Sie das Verhältnis kennenlernen, das die Seele erleben kann zwischen Zentrum und Peripherie der Sinneserlebnisse. Dieses eigentümliche Verhältnis, es kann geändert werden durch diese Meditationen. Es kann dadurch hervorgerufen werden eine Imagination des Verhältnisses der Wesenheiten, die den Fortgang der Zeit bedingen, so daß man durch diese zweiundfünfzig Formeln in der Tat den Weg finden kann aus dem Mikrokosmos zum Makrokosmos.

[ 3 ] Was der Kalender als Äußeres hat, ist nur die exoterische Seite, denn in Wahrheit schreiben wir 1879. Die Zeitverhältnisse, die geschaut werden können durch okkulte Beobachtung, sollen wirklich hier zum Ausdruck gebracht werden. Damit soll hier begonnen werden, denn es ist natürlich nur ein erster Anfang. Mit dem Mysterium von Golgatha ist gegeben die Geburt des Ich-Bewußtseins innerhalb der Menschheit. Und diese Tatsache wird allmählich immer mehr und mehr in der geistigen Kultur unserer Erde erkannt werden als bedeutsam für alle Zukunft der Menschheit. So wird man nach und nach verstehen, daß es gerechtfertigt ist, das Jahr 1879 zu zählen heute, das heißt 1912 weniger 33. Damit ist auch gegeben, daß die Zeit gerechnet wird von Ostern zu Ostern, daß wir nicht mit dem Januar beginnen, weil, wenn man in der Geburt des Ich-Bewußtseins etwas Wesentliches sieht für die geistige Menschheitsentwickelung, es auch gerechtfertigt ist, jedes Jahr daran erinnert zu werden, indem diese Geburt des Ich-Bewußtseins selber bezogen wird auf Verhältnisse des Mikrokosmos und Makrokosmos. Ein bedeutsamer Zug des Verhältnisses von Mikrokosmos und Makrokosmos ist gegeben, wenn das Osterfest in Zusammenhang mit der Geburt des Ich-Bewußtseins gedacht wird. Daß heute gesucht wird, das Osterdatum auf einen bestimmten Tag zu verlegen, statt es vom Himmel abzulesen, das gehört ganz selbstverständlich zur Signatur unserer Zeit, die für alle äußeren Verhältnisse immer mehr in den Materialismus hineinstürmt und vergißt, was mit dem Spirituellen zusammenhängt. Es wird notwendig sein vielleicht, daß in der anthroposophischen Strömung bewahrt werde gegenüber dem Industrialismus, dem Kommerzialismus, dem Materialismus überhaupt, die Erinnerung an die konkreten Daten, die nicht gegeben werden durch Geld- und Scheckauszahlen, sondern durch Verhältnisse des Weltenalls. Es wird das erste große Zeichen sein, daß die äußere und innere Kultur, der ganz materialistischen und der spiritualistischen Bahnen gründlich nebeneinanderher gehen müssen, wenn es der äußeren Kultur gelingen sollte, das Osterdatum loszureißen von der Bestimmung aus der Sternenwelt heraus. Man würde vor einer Hoffnungslosigkeit stehen, wenn man glauben wollte, daß aus der materialistischen Kultur heraus ein wirklicher Aufschwung zu spirituellen Tatsachen möglich sein sollte. Es ist ein erster Versuch für dieses Jahr; ich hoffe, daß, indem die Anthroposophen den Kalender benutzen, sie uns unterstützen werden, ihn in immer vollkommenerer Gestalt vor die Welt hintreten zu lassen.

[ 3 ] Was der Kalender als Äußeres hat, ist nur die exoterische Seite, denn in Wahrheit schreiben wir 1879. Die Zeitverhältnisse, die geschaut werden können durch okkulte Beobachtung, sollen wirklich hier zum Ausdruck gebracht werden. Damit soll hier begonnen werden, denn es ist natürlich nur ein erster Anfang. Mit dem Mysterium von Golgatha ist gegeben die Geburt des Ich-Bewußtseins innerhalb der Menschheit. Und diese Tatsache wird allmählich immer mehr und mehr in der geistigen Kultur unserer Erde erkannt werden als bedeutsam für alle Zukunft der Menschheit. So wird man nach und nach verstehen, daß es gerechtfertigt ist, das Jahr 1879 zu zählen heute, das heißt 1912 weniger 33. Damit ist auch gegeben, daß die Zeit gerechnet wird von Ostern zu Ostern, daß wir nicht mit dem Januar beginnen, weil, wenn man in der Geburt des Ich-Bewußtseins etwas Wesentliches sieht für die geistige Menschheitsentwickelung, es auch gerechtfertigt ist, jedes Jahr daran erinnert zu werden, indem diese Geburt des Ich-Bewußtseins selber bezogen wird auf Verhältnisse des Mikrokosmos und Makrokosmos. Ein bedeutsamer Zug des Verhältnisses von Mikrokosmos und Makrokosmos ist gegeben, wenn das Osterfest in Zusammenhang mit der Geburt des Ich-Bewußtseins gedacht wird. Daß heute gesucht wird, das Osterdatum auf einen bestimmten Tag zu verlegen, statt es vom Himmel abzulesen, das gehört ganz selbstverständlich zur Signatur unserer Zeit, die für alle äußeren Verhältnisse immer mehr in den Materialismus hineinstürmt und vergißt, was mit dem Spirituellen zusammenhängt. Es wird notwendig sein vielleicht, daß in der anthroposophischen Strömung bewahrt werde gegenüber dem Industrialismus, dem Kommerzialismus, dem Materialismus überhaupt, die Erinnerung an die konkreten Daten, die nicht gegeben werden durch Geld- und Scheckauszahlen, sondern durch Verhältnisse des Weltenalls. Es wird das erste große Zeichen sein, daß die äußere und innere Kultur, der ganz materialistischen und der spiritualistischen Bahnen gründlich nebeneinanderher gehen müssen, wenn es der äußeren Kultur gelingen sollte, das Osterdatum loszureißen von der Bestimmung aus der Sternenwelt heraus. Man würde vor einer Hoffnungslosigkeit stehen, wenn man glauben wollte, daß aus der materialistischen Kultur heraus ein wirklicher Aufschwung zu spirituellen Tatsachen möglich sein sollte. Es ist ein erster Versuch für dieses Jahr; ich hoffe, daß, indem die Anthroposophen den Kalender benutzen, sie uns unterstützen werden, ihn in immer vollkommenerer Gestalt vor die Welt hintreten zu lassen.

[ 4 ] Einige unserer Freunde der deutschen Sektion waren mit mir in den letzten Wochen innerhalb eines auswärtigen anthroposophischen Arbeitsfeldes: wir hatten das Arbeitsfeld Finnlands in Helsingfors betreten. Ein solches Verweilen auf einem auswärtigen anthroposophischen Arbeitsfelde ist immer etwas, was den Teilnehmern vor Augen zu rücken in der Lage ist: die Zusammengehörigkeit des anthroposophischen Lebens auf der einen Seite, wo es wahrhaft vertreten wird über den Erdkreis hin, und auf der andern Seite die tiefe Begründetheit dieses anthroposophischen Lebens in der Kultur der Gegenwart, die Notwendigkeit dieses Lebens für die Kultur der Gegenwart. Es war ja, ich möchte sagen, für mein Bewußtsein ganz besonders bedeutungsvoll, daß unsere Freunde in Finnland einen Vortrag von mir gewünscht haben über das altehrwürdige Epos der Finnen, über die «Kalewala». Damit, daß dieser Wunsch vor Zeiten ausgesprochen worden ist, war ja für mich die Notwendigkeit gegeben, mich auch vom Standpunkte des Okkultismus aus mit dieser ganz merkwürdigen Dichtung des merkwürdigen finnischen Volkes zu beschäftigen. Und auch dabei trat wieder etwas hervor, was ich bei vielen andern Gelegenheiten auch hier an diesem Orte schon öfter erwähnt habe. Ein ganz besonderes Gefühl überkommt uns, wenn wir ganz unabhängig von allem, was Menschen über die geistige Welt bisher gewußt haben und in ihrer Art in Worten zum Ausdruck gebracht haben, in diese geistigen Welten uns vertiefen und finden, wie es in denselben aussieht und wie der Mensch zu ihnen steht, und wenn wir dann ebenso unabhängig davon uns fragen: Wie verstehen wir nun, nachdem wir den Einblick in die geistigen Welten, auch den Einblick in das Verhältnis des Menschen zu ihnen gewonnen haben, dasjenige, was in den Überlieferungen der verschiedensten Völker, was in den Urkunden enthalten ist, die von den Jahrhunderten her zu uns sprechen? Wie verstehen wir dies mit den über die übersinnliche Welt gewonnenen Erkenntnissen? — Da haben wir gesehen, wie zum Beispiel in der biblischen Urkunde und in andern Urkunden, welche deutlich auf dem Grunde des Okkultismus erbaut sind, in einer andern Ausdrucksweise allerdings als wir sie jetzt geben müssen, aus alten Zeiten, aus den verschiedensten Zeiten der Menschheitsentwickelung und in den verschiedensten Formen dasjenige zum Ausdruck gebracht wird, was wir heute selber finden. Dadurch gewinnen dann diese Urkunden für uns ein ganz neues Gesicht und eine ganz neue Kraft. Dann sagen wir uns: In den Welten, in die wir hinein wollen durch den geistigen Erkenntnispfad, durch unser allmähliches Uns-Aufschwingen zur Initiation, in diesen Welten haben gewisse Menschen gestanden und von ihnen heraus den Epochen ihre großen Offenbarungen gegeben. Und in den verschiedensten Zeiten haben sie in den verschiedensten Weisen drinnen gestanden.

[ 4 ] Einige unserer Freunde der deutschen Sektion waren mit mir in den letzten Wochen innerhalb eines auswärtigen anthroposophischen Arbeitsfeldes: wir hatten das Arbeitsfeld Finnlands in Helsingfors betreten. Ein solches Verweilen auf einem auswärtigen anthroposophischen Arbeitsfelde ist immer etwas, was den Teilnehmern vor Augen zu rücken in der Lage ist: die Zusammengehörigkeit des anthroposophischen Lebens auf der einen Seite, wo es wahrhaft vertreten wird über den Erdkreis hin, und auf der andern Seite die tiefe Begründetheit dieses anthroposophischen Lebens in der Kultur der Gegenwart, die Notwendigkeit dieses Lebens für die Kultur der Gegenwart. Es war ja, ich möchte sagen, für mein Bewußtsein ganz besonders bedeutungsvoll, daß unsere Freunde in Finnland einen Vortrag von mir gewünscht haben über das altehrwürdige Epos der Finnen, über die «Kalewala». Damit, daß dieser Wunsch vor Zeiten ausgesprochen worden ist, war ja für mich die Notwendigkeit gegeben, mich auch vom Standpunkte des Okkultismus aus mit dieser ganz merkwürdigen Dichtung des merkwürdigen finnischen Volkes zu beschäftigen. Und auch dabei trat wieder etwas hervor, was ich bei vielen andern Gelegenheiten auch hier an diesem Orte schon öfter erwähnt habe. Ein ganz besonderes Gefühl überkommt uns, wenn wir ganz unabhängig von allem, was Menschen über die geistige Welt bisher gewußt haben und in ihrer Art in Worten zum Ausdruck gebracht haben, in diese geistigen Welten uns vertiefen und finden, wie es in denselben aussieht und wie der Mensch zu ihnen steht, und wenn wir dann ebenso unabhängig davon uns fragen: Wie verstehen wir nun, nachdem wir den Einblick in die geistigen Welten, auch den Einblick in das Verhältnis des Menschen zu ihnen gewonnen haben, dasjenige, was in den Überlieferungen der verschiedensten Völker, was in den Urkunden enthalten ist, die von den Jahrhunderten her zu uns sprechen? Wie verstehen wir dies mit den über die übersinnliche Welt gewonnenen Erkenntnissen? — Da haben wir gesehen, wie zum Beispiel in der biblischen Urkunde und in andern Urkunden, welche deutlich auf dem Grunde des Okkultismus erbaut sind, in einer andern Ausdrucksweise allerdings als wir sie jetzt geben müssen, aus alten Zeiten, aus den verschiedensten Zeiten der Menschheitsentwickelung und in den verschiedensten Formen dasjenige zum Ausdruck gebracht wird, was wir heute selber finden. Dadurch gewinnen dann diese Urkunden für uns ein ganz neues Gesicht und eine ganz neue Kraft. Dann sagen wir uns: In den Welten, in die wir hinein wollen durch den geistigen Erkenntnispfad, durch unser allmähliches Uns-Aufschwingen zur Initiation, in diesen Welten haben gewisse Menschen gestanden und von ihnen heraus den Epochen ihre großen Offenbarungen gegeben. Und in den verschiedensten Zeiten haben sie in den verschiedensten Weisen drinnen gestanden.

[ 5 ] Ein solches ganz besonderes Gefühl konnte einen beschleichen in bezug auf die okkulte Bedeutung des altehrwürdigen finnischen Epos Kalewala. Und für mich selber war gerade der Kalewala gegenüber die Empfindung eine ganz besonders lebhafte, ich möchte sagen, eine besonders charakteristische. Diese finnische Dichtung ist zwar in alle europäischen Sprachen übersetzt, aber sie unterscheidet sich im Grunde genommen von allen anderen erzählenden Dichtungen ganz bedeutsam und läßt sich mit keiner so ohne weiteres vergleichen.

[ 5 ] Ein solches ganz besonderes Gefühl konnte einen beschleichen in bezug auf die okkulte Bedeutung des altehrwürdigen finnischen Epos Kalewala. Und für mich selber war gerade der Kalewala gegenüber die Empfindung eine ganz besonders lebhafte, ich möchte sagen, eine besonders charakteristische. Diese finnische Dichtung ist zwar in alle europäischen Sprachen übersetzt, aber sie unterscheidet sich im Grunde genommen von allen anderen erzählenden Dichtungen ganz bedeutsam und läßt sich mit keiner so ohne weiteres vergleichen.

[ 6 ] Nun wissen Sie, daß vor vielen Jahren, als zum ersten Male mein Buch « Theosophie» erschien, eine innere Notwendigkeit, eine unabhängige Betrachtung der spirituellen Welt dazu geführt hat, das menschliche Seelenleben einzuteilen in drei Seelenglieder: in die Empfindungsseele, in die Verstandes- oder Gemütsseele und in die Bewußtseinsseele. Diese drei Seelenglieder sind gewonnen nur durch okkulte Forschung, nur durch okkulte Beobachtung. Es sind dabei, als diese Gliederung gewonnen worden ist, keine Blicke geworfen worden auf diese oder jene Überlieferung. Nichts anderes ist zu Rate gezogen worden als das, was sich ergibt, wenn man den okkulten Blick in die geistigen Welten hineinrichtet. Nun kam die Notwendigkeit, weil unsere Freunde von der finnischen Sektion ersucht hatten um eine okkulte Interpretation der Kalewala, diese Kalewala einmal anzusehen vom Gesichtspunkte der okkulten Forschung.

[ 6 ] Nun wissen Sie, daß vor vielen Jahren, als zum ersten Male mein Buch « Theosophie» erschien, eine innere Notwendigkeit, eine unabhängige Betrachtung der spirituellen Welt dazu geführt hat, das menschliche Seelenleben einzuteilen in drei Seelenglieder: in die Empfindungsseele, in die Verstandes- oder Gemütsseele und in die Bewußtseinsseele. Diese drei Seelenglieder sind gewonnen nur durch okkulte Forschung, nur durch okkulte Beobachtung. Es sind dabei, als diese Gliederung gewonnen worden ist, keine Blicke geworfen worden auf diese oder jene Überlieferung. Nichts anderes ist zu Rate gezogen worden als das, was sich ergibt, wenn man den okkulten Blick in die geistigen Welten hineinrichtet. Nun kam die Notwendigkeit, weil unsere Freunde von der finnischen Sektion ersucht hatten um eine okkulte Interpretation der Kalewala, diese Kalewala einmal anzusehen vom Gesichtspunkte der okkulten Forschung.

[ 7 ] Es ist immer wieder und wieder betont worden, daß das menschliche Bewußtsein und das menschliche Seelenleben, wie wir sie jetzt haben, nicht immer so waren wie heute, sondern, wenn wir zurückgehen in der Menschheitsentwickelung, so kommen wir zu denjenigen Ürzeiten, in welchen das gegenwärtige Wahrnehmen, das gegenwärtige Denken und die gegenwärtige Art sich zur Außenwelt zu verhalten, nicht vorhanden waren, aber ein altes, ursprüngliches Hellsehen war damals den Urmenschen eigen. Wenn wir also gleichsam den Blick zurückwenden über die Menschheitsentwickelung hin, so finden wir von einem gewissen Zeitpunkt ab, der etwa mit dem Jahre 600 vor der christlichen Zeitrechnung beginnt, auch die Zeit, wo in der Menschheitsentwickelung die besondere Konfiguration des Seelenlebens eintritt, welche dann zu dem mehr abstrakten wissenschaftlichen Denken geführt hat, während früher immer noch vorhanden sind Stücke, Reste alten Hellsehens oder wenigstens Erinnerungen daran, die sich bei einem Volke länger, bei einem andern weniger lange erhalten haben. Überall finden wir, wenn wir zurückgehen in der Entwickelung der einzelnen Völker, daß diese Völker sich erst nach und nach zu dem gegenwärtigen Bewußtsein hindurchgerungen haben. Vorher haben wir eine Erinnerung an menschliche Urzeiten, in welchen das normale menschliche Bewußtsein eine Art von Hellsehen hatte. Und in der Zeit der Dämmerung zwischen dem alten Hellsehen und dem gegenwärtigen Bewußtsein sind eigentlich die Epen, die Volksdichtungen entstanden.

[ 7 ] Es ist immer wieder und wieder betont worden, daß das menschliche Bewußtsein und das menschliche Seelenleben, wie wir sie jetzt haben, nicht immer so waren wie heute, sondern, wenn wir zurückgehen in der Menschheitsentwickelung, so kommen wir zu denjenigen Ürzeiten, in welchen das gegenwärtige Wahrnehmen, das gegenwärtige Denken und die gegenwärtige Art sich zur Außenwelt zu verhalten, nicht vorhanden waren, aber ein altes, ursprüngliches Hellsehen war damals den Urmenschen eigen. Wenn wir also gleichsam den Blick zurückwenden über die Menschheitsentwickelung hin, so finden wir von einem gewissen Zeitpunkt ab, der etwa mit dem Jahre 600 vor der christlichen Zeitrechnung beginnt, auch die Zeit, wo in der Menschheitsentwickelung die besondere Konfiguration des Seelenlebens eintritt, welche dann zu dem mehr abstrakten wissenschaftlichen Denken geführt hat, während früher immer noch vorhanden sind Stücke, Reste alten Hellsehens oder wenigstens Erinnerungen daran, die sich bei einem Volke länger, bei einem andern weniger lange erhalten haben. Überall finden wir, wenn wir zurückgehen in der Entwickelung der einzelnen Völker, daß diese Völker sich erst nach und nach zu dem gegenwärtigen Bewußtsein hindurchgerungen haben. Vorher haben wir eine Erinnerung an menschliche Urzeiten, in welchen das normale menschliche Bewußtsein eine Art von Hellsehen hatte. Und in der Zeit der Dämmerung zwischen dem alten Hellsehen und dem gegenwärtigen Bewußtsein sind eigentlich die Epen, die Volksdichtungen entstanden.

[ 8 ] Eine solche Wahrheit, wie wir sie jetzt finden, daß die menschliche Seele sich gliedert in Empfindungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele und Bewußtseinsseele, wäre natürlich dem Menschen der Urzeit durchaus nicht möglich gewesen zu finden. Aber diese Menschen hatten ganz in der Urzeit ein wirkliches Hellsehen, wenn auch nicht durchleuchtet von dem jetzigen Intellekt, von dem jetzigen Verstande, wenn auch etwas traumhaft, dämmerhaft. Sie hatten, bevor das gegenwärtige Bewußtsein heraufkam, etwas wie Zwischenzustände zwischen unserem gegenwärtigen Wachzustand und Schlafzustand, in denen sie aber lebendige Erinnerungen hatten, daß es einstmals anders zugegangen war, daß alle Verhältnisse anders waren, und daß sich der einzelne Mensch zu dem andern nicht so verhielt, wie es das jetzige Bewußtsein ergibt, sondern wie es das alte Hellsehen ergab. Was die Völker durchgemacht hatten in der Zeit von dem Niedergange des alten Hellsehertums bis zum Eintritt in das gegenwärtige Bewußtsein, das schilderten sie in den Epen, in den großen Völkerdichtungen.

[ 8 ] Eine solche Wahrheit, wie wir sie jetzt finden, daß die menschliche Seele sich gliedert in Empfindungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele und Bewußtseinsseele, wäre natürlich dem Menschen der Urzeit durchaus nicht möglich gewesen zu finden. Aber diese Menschen hatten ganz in der Urzeit ein wirkliches Hellsehen, wenn auch nicht durchleuchtet von dem jetzigen Intellekt, von dem jetzigen Verstande, wenn auch etwas traumhaft, dämmerhaft. Sie hatten, bevor das gegenwärtige Bewußtsein heraufkam, etwas wie Zwischenzustände zwischen unserem gegenwärtigen Wachzustand und Schlafzustand, in denen sie aber lebendige Erinnerungen hatten, daß es einstmals anders zugegangen war, daß alle Verhältnisse anders waren, und daß sich der einzelne Mensch zu dem andern nicht so verhielt, wie es das jetzige Bewußtsein ergibt, sondern wie es das alte Hellsehen ergab. Was die Völker durchgemacht hatten in der Zeit von dem Niedergange des alten Hellsehertums bis zum Eintritt in das gegenwärtige Bewußtsein, das schilderten sie in den Epen, in den großen Völkerdichtungen.

[ 9 ] Der heutige materialistische Mensch sagt nun, daß sich das menschliche Seelenleben allmählich heraufentwickelt habe aus den materiellen Prozessen, die an den menschlichen Organismus gebunden sind, aus Prozessen, wie sie sich bei niedrigeren Wesen auch finden. Die Geisteswissenschaft aber zeigt, daß das, was beim Tiere sich im Seelenleben findet, niemals Veranlassung hätte geben können zu einer Gliederung in Empfindungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele und Bewußtseinsseele, daß vielmehr unmittelbar aus einer geistigen Welt heruntergeflossen ist in den Erdenmenschen diese innere Trinität der menschlichen Seelenglieder, der Empfindungsseele, der Verstandes- oder Gemütsseele und der Bewußtseinsseele. Daher kann sich der Mensch sagen, wenn er hinaufschaut in die geistige Welt: Da fließen drei Ströme herunter, denen in der geistigen Welt drei Wesenheiten entsprechen, welche die unmittelbaren Inspiratoren der Empfindungsseele, der Verstandes- oder Gemütsseele und der Bewußtseinsseele sind. Die Schöpfer dieser drei Seelenglieder haben wir gleichsam in einer Welt zu suchen, die heute der übersinnlichen Welt eben angehört, mit der aber die Menschen der Urzeit in einer unmittelbaren Verbindung standen.

[ 9 ] Der heutige materialistische Mensch sagt nun, daß sich das menschliche Seelenleben allmählich heraufentwickelt habe aus den materiellen Prozessen, die an den menschlichen Organismus gebunden sind, aus Prozessen, wie sie sich bei niedrigeren Wesen auch finden. Die Geisteswissenschaft aber zeigt, daß das, was beim Tiere sich im Seelenleben findet, niemals Veranlassung hätte geben können zu einer Gliederung in Empfindungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele und Bewußtseinsseele, daß vielmehr unmittelbar aus einer geistigen Welt heruntergeflossen ist in den Erdenmenschen diese innere Trinität der menschlichen Seelenglieder, der Empfindungsseele, der Verstandes- oder Gemütsseele und der Bewußtseinsseele. Daher kann sich der Mensch sagen, wenn er hinaufschaut in die geistige Welt: Da fließen drei Ströme herunter, denen in der geistigen Welt drei Wesenheiten entsprechen, welche die unmittelbaren Inspiratoren der Empfindungsseele, der Verstandes- oder Gemütsseele und der Bewußtseinsseele sind. Die Schöpfer dieser drei Seelenglieder haben wir gleichsam in einer Welt zu suchen, die heute der übersinnlichen Welt eben angehört, mit der aber die Menschen der Urzeit in einer unmittelbaren Verbindung standen.

[ 10 ] Nun wissen wir, daß in dem Augenblick, wo wit in die geistige Welt hinaufsteigen, unser menschliches Anschauen uns zur Imagination wird, gleichgültig, ob wir hinaufsteigen durch bewußte Schulung, wie es beim modernen Menschen der Fall sein wird, oder ob es dutch das alte Hellsehen der früheren Zeiten war. Da stieg die Seele auch hinauf zu einer Art Imagination. Daher hatte sie in Bildern vor sich das Herausfließen der dreifachen Menschenseele aus der geistigen Welt. — Nun treten uns in dem finnischen Nationalepos drei Helden entgegen. Zunächst sind sie höchst merkwürdig, diese drei sonderbaren Geschöpfe, die etwas Übermenschliches haben und die wieder stufenweise etwas echt Menschliches haben. Geht man aber näher und untersucht man namentlich mit okkulten Mitteln die Sache, so zeigt sich, daß in diesen drei heldenhaften Gestalten die Schöpfer, die letzten Schöpfer und Inspiratoren der menschlichen Seelenkräfte gegeben sind. Der Schöpfer der Empfindungsseele entspricht dem, was in der Kalewala geschildert ist mit dem Namen Wäinämöinen; der Schöpfer der Verstandes- oder Gemütsseele ist geschildert als Ilmarinen und der Schöpfer der Bewußtseinsseele als Lemminkäinen. Es tritt uns also hier bei diesem so merkwürdigen Volke in seiner Nationaldichtung in einer Imaginationsform aus dem ursprünglichen menschlichen Hellsehen das entgegen, was die moderne okkulte Forschung wiederfindet. Und wenn wir den gegenwärtigen Menschen betrachten, so ist er, wie er uns als äußerer Mensch entgegentritt, wie wir ihn vor uns haben, nur dadurch möglich, daß zuerst veranlagt war im Verlauf der Menschheitsevolution auf der Erde dieses dreigliedrige Seelenwesen. Ich habe das schon angedeutet in den öffentlichen Berliner Architektenhausvorträgen «Der Ursprung des Menschen im Lichte der Geisteswissenschaft», vom 4. Januar 1912, und «Der Ursprung der Tierwelt im Lichte der Geisteswissenschaft» vom 18. Januar 1912. Wir haben uns vorzustellen, daß im Verlaufe des Erdenprozesses einmal weder Menschen noch Tiere, sondern sozusagen ein undifferenziertes Etwas von Erdenleben vorhanden war; daß sich dann zuerst abgeschnürt haben die Wesen, die nur bis zur Tierheit gekommen sind, während, als schon alle Tiere da waren, der Mensch noch gewartet hat bis andere Erdenbedingungen eingetreten waren, und deshalb, weil er auf andere Erdenbedingungen gewartet hatte, konnte er seine gegenwärtige Form erhalten. Das heißt, während schon die Tiere ihre verschiedenen Formen auf der Erde entwickelt hatten, war der Mensch noch oben in der geistigen Welt, er entwickelte sich erst, als die Tiere ihre festen Formen schon erhalten hatten. Und es ist so, daß der Mensch zuerst diese Veranlagung in die drei Seelenglieder erhalten hatte, in Empfindungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele und Bewußtseinsseele. Dann brachte er in die Erdenverhältnisse hinein die Möglichkeit, als solcher Mensch in äußerer Form aufzutreten, wie er eben jetzt ist.

[ 10 ] Nun wissen wir, daß in dem Augenblick, wo wit in die geistige Welt hinaufsteigen, unser menschliches Anschauen uns zur Imagination wird, gleichgültig, ob wir hinaufsteigen durch bewußte Schulung, wie es beim modernen Menschen der Fall sein wird, oder ob es dutch das alte Hellsehen der früheren Zeiten war. Da stieg die Seele auch hinauf zu einer Art Imagination. Daher hatte sie in Bildern vor sich das Herausfließen der dreifachen Menschenseele aus der geistigen Welt. — Nun treten uns in dem finnischen Nationalepos drei Helden entgegen. Zunächst sind sie höchst merkwürdig, diese drei sonderbaren Geschöpfe, die etwas Übermenschliches haben und die wieder stufenweise etwas echt Menschliches haben. Geht man aber näher und untersucht man namentlich mit okkulten Mitteln die Sache, so zeigt sich, daß in diesen drei heldenhaften Gestalten die Schöpfer, die letzten Schöpfer und Inspiratoren der menschlichen Seelenkräfte gegeben sind. Der Schöpfer der Empfindungsseele entspricht dem, was in der Kalewala geschildert ist mit dem Namen Wäinämöinen; der Schöpfer der Verstandes- oder Gemütsseele ist geschildert als Ilmarinen und der Schöpfer der Bewußtseinsseele als Lemminkäinen. Es tritt uns also hier bei diesem so merkwürdigen Volke in seiner Nationaldichtung in einer Imaginationsform aus dem ursprünglichen menschlichen Hellsehen das entgegen, was die moderne okkulte Forschung wiederfindet. Und wenn wir den gegenwärtigen Menschen betrachten, so ist er, wie er uns als äußerer Mensch entgegentritt, wie wir ihn vor uns haben, nur dadurch möglich, daß zuerst veranlagt war im Verlauf der Menschheitsevolution auf der Erde dieses dreigliedrige Seelenwesen. Ich habe das schon angedeutet in den öffentlichen Berliner Architektenhausvorträgen «Der Ursprung des Menschen im Lichte der Geisteswissenschaft», vom 4. Januar 1912, und «Der Ursprung der Tierwelt im Lichte der Geisteswissenschaft» vom 18. Januar 1912. Wir haben uns vorzustellen, daß im Verlaufe des Erdenprozesses einmal weder Menschen noch Tiere, sondern sozusagen ein undifferenziertes Etwas von Erdenleben vorhanden war; daß sich dann zuerst abgeschnürt haben die Wesen, die nur bis zur Tierheit gekommen sind, während, als schon alle Tiere da waren, der Mensch noch gewartet hat bis andere Erdenbedingungen eingetreten waren, und deshalb, weil er auf andere Erdenbedingungen gewartet hatte, konnte er seine gegenwärtige Form erhalten. Das heißt, während schon die Tiere ihre verschiedenen Formen auf der Erde entwickelt hatten, war der Mensch noch oben in der geistigen Welt, er entwickelte sich erst, als die Tiere ihre festen Formen schon erhalten hatten. Und es ist so, daß der Mensch zuerst diese Veranlagung in die drei Seelenglieder erhalten hatte, in Empfindungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele und Bewußtseinsseele. Dann brachte er in die Erdenverhältnisse hinein die Möglichkeit, als solcher Mensch in äußerer Form aufzutreten, wie er eben jetzt ist.

[ 11 ] Wenn wir dies ins Auge fassen, können wir sagen: Der Mensch, wie er uns jetzt als fertiges Wesen entgegentritt, hat eigentlich das Tierreich vor sich heruntergeschickt und ist dann nachgekommen, als die Erdenverhältnisse so waren, daß er sein zur Dreigliedrigkeit veranlagtes Seelenleben in einer äußeren Form zum Ausdruck bringen konnte. — Was heißt das aber eigentlich? Sonderbarerweise gewinnen, wenn man diese okkulten Wahrheiten ins Auge faßt, jene religiösen Überlieferungen, die auf Okkultismus gebaut sind, wieder ihren tiefen Wert und werden nur enthoben der alten Vorstellungen, mit denen man eben nichts Rechtes mehr verbinden konnte. Der Mensch nahm in sich die Erdenverhältnisse, die Erdenmaterie erst auf, als er sie so umarbeiten konnte, daß sie seine gegenwärtige Gestalt werden konnte, welche Gestalt der Abdruck werden konnte seines Seelenlebens, seines dreigliedrigen Seelenlebens. Der Mensch verarbeitete also die Erdenmaterie nach den Gesetzen seines Seelenlebens, gliederte das, was Erdenmaterien sind, in den Plan seines Seelenlebens ein und wurde so der Erdenmensch, das heißt, er schmiedete die Erdenmaterie nach dem Muster seines Seelenvorbildes. Man braucht nur jetzt an die biblische Vorstellung zu denken von dem Verarbeiten des Erdenstoffes, nicht Erdenstaubes, sondern der Erdensubstanz, zum Menschen, dann hat man in dieser biblischen Vorstellung, die so viel verspottet worden ist von der modernen Abklärung — will sagen Aufklärung —, einen tiefen Sinn gegeben. Denn es wird darin nämlich auf den Moment hingewiesen, als die Tiere schon da waren, weil sie früher heruntergestiegen waren, und aus der Erdensubstanz erst das geformt wurde nach dem Seelenvorbilde, was jetzt als leiblicher Mensch vor uns steht.

[ 11 ] Wenn wir dies ins Auge fassen, können wir sagen: Der Mensch, wie er uns jetzt als fertiges Wesen entgegentritt, hat eigentlich das Tierreich vor sich heruntergeschickt und ist dann nachgekommen, als die Erdenverhältnisse so waren, daß er sein zur Dreigliedrigkeit veranlagtes Seelenleben in einer äußeren Form zum Ausdruck bringen konnte. — Was heißt das aber eigentlich? Sonderbarerweise gewinnen, wenn man diese okkulten Wahrheiten ins Auge faßt, jene religiösen Überlieferungen, die auf Okkultismus gebaut sind, wieder ihren tiefen Wert und werden nur enthoben der alten Vorstellungen, mit denen man eben nichts Rechtes mehr verbinden konnte. Der Mensch nahm in sich die Erdenverhältnisse, die Erdenmaterie erst auf, als er sie so umarbeiten konnte, daß sie seine gegenwärtige Gestalt werden konnte, welche Gestalt der Abdruck werden konnte seines Seelenlebens, seines dreigliedrigen Seelenlebens. Der Mensch verarbeitete also die Erdenmaterie nach den Gesetzen seines Seelenlebens, gliederte das, was Erdenmaterien sind, in den Plan seines Seelenlebens ein und wurde so der Erdenmensch, das heißt, er schmiedete die Erdenmaterie nach dem Muster seines Seelenvorbildes. Man braucht nur jetzt an die biblische Vorstellung zu denken von dem Verarbeiten des Erdenstoffes, nicht Erdenstaubes, sondern der Erdensubstanz, zum Menschen, dann hat man in dieser biblischen Vorstellung, die so viel verspottet worden ist von der modernen Abklärung — will sagen Aufklärung —, einen tiefen Sinn gegeben. Denn es wird darin nämlich auf den Moment hingewiesen, als die Tiere schon da waren, weil sie früher heruntergestiegen waren, und aus der Erdensubstanz erst das geformt wurde nach dem Seelenvorbilde, was jetzt als leiblicher Mensch vor uns steht.

[ 12 ] Nun ist es ganz wunderbar, daß dieser Vorgang gerade großartig dargestellt wird im Imaginativen in dem finnischen Nationalgedicht Kalewala, und zwar wird er dort dargestellt als das Schmieden eines geheimnisvollen Instrumentes, das dort in der Kalewala Sampo heißt. Die kuriosesten Erklärungen sind für dieses geheimnisvolle Instrument Sampo gegeben worden. In Wahrheit ist es der aus dem Zusammenwirken der drei Seelenprinzipien geschmiedete Ätherleib, dessen Abdruck dann der physische Leib ist. So hat man hier — und es ist gar nicht nötig, daß wir die genaueren Dinge hier ausführen, es braucht nur darauf hingewiesen zu werden — mit dem finnischen Nationalgedicht Kalewala etwas, was ganz selbstverständlich aus der Erinnerung des finnischen Volkes herstammt, die noch eine Erinnerung früherer hellseherischer Wahrnehmungen war, und in diesen hellseherischen Wahrnehmungen wußten die Menschen noch etwas von dem Heruntersteigen des Menschen als seelisches Wesen in seiner Dreigliedrigkeit in den physischen Leib. Das ist das Bemerkenswerte an einer solchen Sache, daß wir in den alten Heldensängen der Menschheit das wiederfinden, was wir uns heute erobern als Wahrheiten, als Erkenntnisse über die geistigen Welten. Was wir an vielen Beispielen gefunden haben gegenüber den für alle Menschen wichtigen Urkunden, das finden wir hier an einem besonderen Beispiel, das noch dazu, man möchte sagen, wie aus der Vergessenheit im 19. Jahrhundert aufgetaucht ist. Denn es war ja vergessen und wurde erst im Laufe des 19. Jahrhunderts zusammengestellt aus Volksgesängen, die im Volke gelebt haben. Nichts war niedergeschrieben im Beginne des 19. Jahrhunderts von dem, was wir heute als Kalewala haben, sondern es wurde erst herausgehört aus dem Volke und danach zusammengestellt, hat also nur im Volke gelebt. Wir brauchen, wenn wir vor einer solchen Tatsache stehen, gar nichts anderes als das, was da ist. Das heißt, was ist denn in einem solchen Falle da? Es ist das da, daß ein Arzt des 19. Jahrhunderts wahrnimmt: Da singt das Volk von allerlei Dingen, die ganz interessant sind — und daran geht, diese Dinge einmal zu sammeln. Nun werden sie zusammengestellt, werden auf diese Weise dem Volke wieder wert; man kümmert sich darum, die Sachen werden in alle europäischen Sprachen übersetzt, die Gelehrten geben törichte Erklärungen über die einzelnen Dinge, aber die Sache ist da, sie hat im Volke gelebt.

[ 12 ] Nun ist es ganz wunderbar, daß dieser Vorgang gerade großartig dargestellt wird im Imaginativen in dem finnischen Nationalgedicht Kalewala, und zwar wird er dort dargestellt als das Schmieden eines geheimnisvollen Instrumentes, das dort in der Kalewala Sampo heißt. Die kuriosesten Erklärungen sind für dieses geheimnisvolle Instrument Sampo gegeben worden. In Wahrheit ist es der aus dem Zusammenwirken der drei Seelenprinzipien geschmiedete Ätherleib, dessen Abdruck dann der physische Leib ist. So hat man hier — und es ist gar nicht nötig, daß wir die genaueren Dinge hier ausführen, es braucht nur darauf hingewiesen zu werden — mit dem finnischen Nationalgedicht Kalewala etwas, was ganz selbstverständlich aus der Erinnerung des finnischen Volkes herstammt, die noch eine Erinnerung früherer hellseherischer Wahrnehmungen war, und in diesen hellseherischen Wahrnehmungen wußten die Menschen noch etwas von dem Heruntersteigen des Menschen als seelisches Wesen in seiner Dreigliedrigkeit in den physischen Leib. Das ist das Bemerkenswerte an einer solchen Sache, daß wir in den alten Heldensängen der Menschheit das wiederfinden, was wir uns heute erobern als Wahrheiten, als Erkenntnisse über die geistigen Welten. Was wir an vielen Beispielen gefunden haben gegenüber den für alle Menschen wichtigen Urkunden, das finden wir hier an einem besonderen Beispiel, das noch dazu, man möchte sagen, wie aus der Vergessenheit im 19. Jahrhundert aufgetaucht ist. Denn es war ja vergessen und wurde erst im Laufe des 19. Jahrhunderts zusammengestellt aus Volksgesängen, die im Volke gelebt haben. Nichts war niedergeschrieben im Beginne des 19. Jahrhunderts von dem, was wir heute als Kalewala haben, sondern es wurde erst herausgehört aus dem Volke und danach zusammengestellt, hat also nur im Volke gelebt. Wir brauchen, wenn wir vor einer solchen Tatsache stehen, gar nichts anderes als das, was da ist. Das heißt, was ist denn in einem solchen Falle da? Es ist das da, daß ein Arzt des 19. Jahrhunderts wahrnimmt: Da singt das Volk von allerlei Dingen, die ganz interessant sind — und daran geht, diese Dinge einmal zu sammeln. Nun werden sie zusammengestellt, werden auf diese Weise dem Volke wieder wert; man kümmert sich darum, die Sachen werden in alle europäischen Sprachen übersetzt, die Gelehrten geben törichte Erklärungen über die einzelnen Dinge, aber die Sache ist da, sie hat im Volke gelebt.

[ 13 ] Wir gehen nun daran, mit dem, was wir heute als geistige Erkenntnisse haben. Es stellt sich heraus, ob man will oder nicht, wenn man nur guten Willen hat, daß in dem, was da im Volke gelebt hat, was da aufgelesen ist aus dem Volke, okkulter Inhalt enthalten ist, okkulter Inhalt, den wir heute wiederfinden, so wie wir ihn, wenn wir guten Willen haben, wiederfinden in Homers Ilias, in der Odyssee, in dem Nibelungenliede und so weiter. Nur muß man eben jenen guten Willen haben, die Dinge zu suchen, muß ernsthaft suchen, muß allerdings nicht mit Allegorien oder mit den Mitteln einer symbolischen Mythendeutung an die Sache herangehen, sondern sie unmittelbar auf sich wirken lassen. Was wir selbst gefunden haben auf okkultem Gebiete, das leuchtet uns aus den Imaginationen aus grauer Vorzeit entgegen. Hier kommt nun aber noch etwas Besonderes dazu. Es trat mir nämlich bei der Kalewala etwas ganz Besonderes entgegen. Als ich die Kalewala in die Hand nahm, da hörte ich auch, daß die Schlußrunen, die von einer Berührung des altfinnischen Geisteslebens mit dem Christentum handeln, offenbar später hinzugefügt sein müßten; denn, während alles andere den alten heidnischen Charakter hat, tragen die Schlußrunen durchaus etwas Christliches hinein, aber etwas zart Christliches. Und da stellte sich mir heraus, wunderbarerweise, daß dies dazugehört, daß ohne diese letzten Runen die Kalewala gar nicht denkbar ist. Das heißt, wie die Kalewala entstanden ist und im Volke gelebt hat, so ist alles so gestaltet, daß es zuletzt ganz selbstverständlich gipfelt in einem zarten Hinweis auf das Christentum. Und man möchte sagen, auf das allerunpersönlichste Christentum, das sich nur denken läßt, auf ein Christentum, das das allerunpalästinensischste Christentum ist, das kaum wiederzuerkennen ist für die christlichen Begriffe. So daß wir hier damit zu rechnen haben, daß aus ein und derselben Seele das geboren war, was nicht mehr bei den übrigen Kulturvölkern Europas mit der christlichen Kultur zusammen geboren werden konnte: denn, als die christliche Kultur kam, war lange die Zeit vorbei, in welcher das Hellsehen noch zurückging in die Zeiten, welche entsprechen dem Heruntergliedern der dreifachen menschlichen Seele zur Menschengestalt. So haben wir hier bei dem finnischen Volke noch etwas von dem Zusammenschließen des uralten Hellsehens mit dem, was durch die christliche Kultur hereinspielt. Es ist damit etwas ganz Merkwürdiges, etwas ganz Einziges gegeben, was vielleicht sonst nicht zu finden ist auf der Erde. Es ist ja vielleicht durch die besondere Verehrung, welche in Finnland für die Kalewala herrscht, dieses Epos davor bewahrt, das Schicksal der Ilias durchzumachen. Denn ich weiß nicht, ob vielen von Ihnen bekannt ist, daß Gelehrsamkeit die Ilias erst in kleine Stücke zerhackt hat und dann behauptet hat, daß diese Ilias nicht von einem Menschen, der Homer geheißen habe, überhaupt nicht von einem einzigen Menschen stamme, sondern nur später zusammengesammelte Gesänge wäre. Bei der Kalewala hat man zwar das Faktum, daß die Sache gesammelt ist. Aber es ist ein Ganzes, ein einheitliches Ganzes; man wird vielleicht in der Zukunft einige Abänderungen treffen müssen, aber es ist ein einheitliches Ganzes. Es liegt also die Tatsache vor, daß man hier aus dem Bewußtsein des Volkes eine Summe von okkulten Imaginationen aufgelesen hat, die sich für die geistige Weltanschauung durch ihren eigenen Gehalt deutlich als solche ausweisen. Verfolgt man mit der Akasha-Chronik die Sache zurück, so stellt sich heraus, daß sie zurückführt auf die uralt heiligen Mysterien des nördlichen Europa, daß die Dinge inspiriert sind von den Initiierten und dem Volke gegeben und einverleibt worden sind.

[ 13 ] Wir gehen nun daran, mit dem, was wir heute als geistige Erkenntnisse haben. Es stellt sich heraus, ob man will oder nicht, wenn man nur guten Willen hat, daß in dem, was da im Volke gelebt hat, was da aufgelesen ist aus dem Volke, okkulter Inhalt enthalten ist, okkulter Inhalt, den wir heute wiederfinden, so wie wir ihn, wenn wir guten Willen haben, wiederfinden in Homers Ilias, in der Odyssee, in dem Nibelungenliede und so weiter. Nur muß man eben jenen guten Willen haben, die Dinge zu suchen, muß ernsthaft suchen, muß allerdings nicht mit Allegorien oder mit den Mitteln einer symbolischen Mythendeutung an die Sache herangehen, sondern sie unmittelbar auf sich wirken lassen. Was wir selbst gefunden haben auf okkultem Gebiete, das leuchtet uns aus den Imaginationen aus grauer Vorzeit entgegen. Hier kommt nun aber noch etwas Besonderes dazu. Es trat mir nämlich bei der Kalewala etwas ganz Besonderes entgegen. Als ich die Kalewala in die Hand nahm, da hörte ich auch, daß die Schlußrunen, die von einer Berührung des altfinnischen Geisteslebens mit dem Christentum handeln, offenbar später hinzugefügt sein müßten; denn, während alles andere den alten heidnischen Charakter hat, tragen die Schlußrunen durchaus etwas Christliches hinein, aber etwas zart Christliches. Und da stellte sich mir heraus, wunderbarerweise, daß dies dazugehört, daß ohne diese letzten Runen die Kalewala gar nicht denkbar ist. Das heißt, wie die Kalewala entstanden ist und im Volke gelebt hat, so ist alles so gestaltet, daß es zuletzt ganz selbstverständlich gipfelt in einem zarten Hinweis auf das Christentum. Und man möchte sagen, auf das allerunpersönlichste Christentum, das sich nur denken läßt, auf ein Christentum, das das allerunpalästinensischste Christentum ist, das kaum wiederzuerkennen ist für die christlichen Begriffe. So daß wir hier damit zu rechnen haben, daß aus ein und derselben Seele das geboren war, was nicht mehr bei den übrigen Kulturvölkern Europas mit der christlichen Kultur zusammen geboren werden konnte: denn, als die christliche Kultur kam, war lange die Zeit vorbei, in welcher das Hellsehen noch zurückging in die Zeiten, welche entsprechen dem Heruntergliedern der dreifachen menschlichen Seele zur Menschengestalt. So haben wir hier bei dem finnischen Volke noch etwas von dem Zusammenschließen des uralten Hellsehens mit dem, was durch die christliche Kultur hereinspielt. Es ist damit etwas ganz Merkwürdiges, etwas ganz Einziges gegeben, was vielleicht sonst nicht zu finden ist auf der Erde. Es ist ja vielleicht durch die besondere Verehrung, welche in Finnland für die Kalewala herrscht, dieses Epos davor bewahrt, das Schicksal der Ilias durchzumachen. Denn ich weiß nicht, ob vielen von Ihnen bekannt ist, daß Gelehrsamkeit die Ilias erst in kleine Stücke zerhackt hat und dann behauptet hat, daß diese Ilias nicht von einem Menschen, der Homer geheißen habe, überhaupt nicht von einem einzigen Menschen stamme, sondern nur später zusammengesammelte Gesänge wäre. Bei der Kalewala hat man zwar das Faktum, daß die Sache gesammelt ist. Aber es ist ein Ganzes, ein einheitliches Ganzes; man wird vielleicht in der Zukunft einige Abänderungen treffen müssen, aber es ist ein einheitliches Ganzes. Es liegt also die Tatsache vor, daß man hier aus dem Bewußtsein des Volkes eine Summe von okkulten Imaginationen aufgelesen hat, die sich für die geistige Weltanschauung durch ihren eigenen Gehalt deutlich als solche ausweisen. Verfolgt man mit der Akasha-Chronik die Sache zurück, so stellt sich heraus, daß sie zurückführt auf die uralt heiligen Mysterien des nördlichen Europa, daß die Dinge inspiriert sind von den Initiierten und dem Volke gegeben und einverleibt worden sind.

[ 14 ] Warum habe ich Ihnen diese Tatsachen auseinandergesetzt? Was wir sonst über geisteswissenschaftliche Angelegenheiten besprechen, was wir seit Jahren besprochen haben, das wurde auch besprochen in Helsingfors und das wird besprochen in andern Gegenden Europas. Ein besonderes Neues, möchte ich sagen, und ein speziell Finnländisches war eben jener Öffentliche Vortrag, den ich halten durfte über den okkulten Gehalt der Volksepen und besonders über den okkulten Gehalt der Kalewala. Und da fühlte man ganz das, was für die geisteswissenschaftliche Bewegung das Wesentliche ist, was sich immer mehr und mehr als das Wesentliche über die ganze Erde hin geltend machen wird. Man fühlt: Mit der Geisteswissenschaft ist man in bezug auf das geistige Leben überall zu Hause, denn sie ist das Licht, das hineinleuchtet in den Geistesweg, den die Menschheit über die Erde hin genommen hat. Und so ist es wieder ein überwältigendes Gefühl, in diesen zusammengelesenen Volksdichtungen, die nun ein Ganzes bilden, durch die Geisteswissenschaft den eigentlichen Gehalt zu finden, zu finden, wie die Volksseele da einmal gesprochen und gedichtet hat, bis ins 9., 10., 11. Jahrhundert herein, noch lebendige Erinnerungen habend an das alte Hellsehen, wie es dann im Volke lebte, in diesem sonderbaren finnischen Volke, das sich noch Gebräuche und Künste von alter magischer Art erhalten hat, um dann zu sehen, wie uns Geisteswissenschaft alle diese Dinge erst verständlich macht, wie sie uns zu deren Verständnis führt.

[ 14 ] Warum habe ich Ihnen diese Tatsachen auseinandergesetzt? Was wir sonst über geisteswissenschaftliche Angelegenheiten besprechen, was wir seit Jahren besprochen haben, das wurde auch besprochen in Helsingfors und das wird besprochen in andern Gegenden Europas. Ein besonderes Neues, möchte ich sagen, und ein speziell Finnländisches war eben jener Öffentliche Vortrag, den ich halten durfte über den okkulten Gehalt der Volksepen und besonders über den okkulten Gehalt der Kalewala. Und da fühlte man ganz das, was für die geisteswissenschaftliche Bewegung das Wesentliche ist, was sich immer mehr und mehr als das Wesentliche über die ganze Erde hin geltend machen wird. Man fühlt: Mit der Geisteswissenschaft ist man in bezug auf das geistige Leben überall zu Hause, denn sie ist das Licht, das hineinleuchtet in den Geistesweg, den die Menschheit über die Erde hin genommen hat. Und so ist es wieder ein überwältigendes Gefühl, in diesen zusammengelesenen Volksdichtungen, die nun ein Ganzes bilden, durch die Geisteswissenschaft den eigentlichen Gehalt zu finden, zu finden, wie die Volksseele da einmal gesprochen und gedichtet hat, bis ins 9., 10., 11. Jahrhundert herein, noch lebendige Erinnerungen habend an das alte Hellsehen, wie es dann im Volke lebte, in diesem sonderbaren finnischen Volke, das sich noch Gebräuche und Künste von alter magischer Art erhalten hat, um dann zu sehen, wie uns Geisteswissenschaft alle diese Dinge erst verständlich macht, wie sie uns zu deren Verständnis führt.

[ 15 ] Unter den vielen Zeichen, die angeführt werden konnten für das, was sich uns sozusagen wie große spirituelle Tatsachen unserer unmittelbar kommenden Zeit darstellt, ist dieses auch eines: die Geisteswissenschaft trägt uns in ein sprachlich ganz fremdes Gebiet, denn die finnische Sprache unterscheidet sich ganz von allen übrigen europäischen Sprachen, man versteht nichts von ihr äußerlich, man wird in ein ganz fremdes Gebiet getragen. Und was lernt man durch die Geisteswissenschaft kennen? Worüber spricht man durch die Geisteswissenschaft mit diesem Volke, das in bezug auf das, was in den letzten Jahrhunderten geschehen ist, den andern europäischen Völkern ganz fremd ist? Man spricht mit ihm über das, was sein Allerheiligstes ist, was jetzt wieder so auflebt, daß die Leute nach der Kalewala trachten, daß die Kalewala lebendig wird in aller Kulturwelt. Man lernt sich sofort verstehen in dem Allerheiligsten, was da die Volksseele ausspricht.

[ 15 ] Unter den vielen Zeichen, die angeführt werden konnten für das, was sich uns sozusagen wie große spirituelle Tatsachen unserer unmittelbar kommenden Zeit darstellt, ist dieses auch eines: die Geisteswissenschaft trägt uns in ein sprachlich ganz fremdes Gebiet, denn die finnische Sprache unterscheidet sich ganz von allen übrigen europäischen Sprachen, man versteht nichts von ihr äußerlich, man wird in ein ganz fremdes Gebiet getragen. Und was lernt man durch die Geisteswissenschaft kennen? Worüber spricht man durch die Geisteswissenschaft mit diesem Volke, das in bezug auf das, was in den letzten Jahrhunderten geschehen ist, den andern europäischen Völkern ganz fremd ist? Man spricht mit ihm über das, was sein Allerheiligstes ist, was jetzt wieder so auflebt, daß die Leute nach der Kalewala trachten, daß die Kalewala lebendig wird in aller Kulturwelt. Man lernt sich sofort verstehen in dem Allerheiligsten, was da die Volksseele ausspricht.

[ 16 ] So kann es über das ganze Erdenrund hin sein, wenn man zwei Dinge begreift, die der Grundnerv sein müssen für alles anthroposophische Leben. Das eine ist, daß wir in der Tat vor einer neuen Erschließung von spirituellen Tatsachen für die Menschheit stehen. Darauf ist oft aufmerksam gemacht worden. Am meisten hingewiesen auf diese Tatsache finden Sie wohl in meinem Rosenkreuzermysterium «Die Pforte der Einweihung », daß wir Zeiten entgegengehen, in welchen die Menschenseelen immer mehr und mehr offen werden für die spirituellen Welten, so daß hereinbrechen werden Offenbarungen aus den geistigen Welten, daß die Menschenseele, weil sie entgegenwächst der geistigen Welt und weil dies eine Art Naturereignis sein wird, wirklich sich öffnen wird der geistigen Welt, so daß die Menschen nach und nach — im Laufe der nächsten drei Jahrtausende — hinaufwachsen werden in die geistige Welt. Wir müssen durch Geisteswissenschaft nur verstehen lernen, inwiefern und warum es so kommen muß. Rekapitulieren Sie sich nur einmal eine Tatsache, die öfter angegeben worden ist.

[ 16 ] So kann es über das ganze Erdenrund hin sein, wenn man zwei Dinge begreift, die der Grundnerv sein müssen für alles anthroposophische Leben. Das eine ist, daß wir in der Tat vor einer neuen Erschließung von spirituellen Tatsachen für die Menschheit stehen. Darauf ist oft aufmerksam gemacht worden. Am meisten hingewiesen auf diese Tatsache finden Sie wohl in meinem Rosenkreuzermysterium «Die Pforte der Einweihung », daß wir Zeiten entgegengehen, in welchen die Menschenseelen immer mehr und mehr offen werden für die spirituellen Welten, so daß hereinbrechen werden Offenbarungen aus den geistigen Welten, daß die Menschenseele, weil sie entgegenwächst der geistigen Welt und weil dies eine Art Naturereignis sein wird, wirklich sich öffnen wird der geistigen Welt, so daß die Menschen nach und nach — im Laufe der nächsten drei Jahrtausende — hinaufwachsen werden in die geistige Welt. Wir müssen durch Geisteswissenschaft nur verstehen lernen, inwiefern und warum es so kommen muß. Rekapitulieren Sie sich nur einmal eine Tatsache, die öfter angegeben worden ist.

[ 17 ] Wenn wir die nachatlantischen Kulturen ins Auge fassen, so haben wir in der ersten nachatlantischen Kulturzeit, in der uralt heiligen indischen Rishikultur, man möchte sagen, eine Kultur, die unmittelbar herausquillt aus dem menschlichen Ätherleibe. Wir haben dann in der urpersischen Kulturzeit eine Kultur aus dem, was wir den Empfindungsleib nennen, den Astralleib. In der ägyptisch-chaldäischen Kulturzeit haben wir eine Kultur aus der Empfindungsseele. Aus der Verstandes- oder Gemütsseele haben wir eine Kultur in der griechisch-lateinischen Zeit, und in unserer Zeit haben wir eine Kultur aus der Bewußtseinsseele. Dann wird kommen eine Kultur aus dem Geistselbst und so weiter. Fassen Sie diesen ganzen Gang der nachatlantischen Kulturentwickelung ins Auge, so werden Sie sich sagen: Es ist in diesem ganzen nachatlantischen Kulturzeitraum die Sache so, daß wir eine Art absteigender Linie haben bis in die griechisch-lateinische Zeit. Es ist in dieser Zeit deutlich wahrnehmbar, daß auf der einen Seite — das läßt sich nicht leugnen — der Mensch am meisten hinuntergestiegen ist auf den physischen Plan. In einer ungeheuren Verschlingung und Verknotung des geistigen Lebens mit dem physischen Plan zeigt sich ja das Eigentümliche dieser vierten nachatlantischen Kulturperiode. Zugleich aber zeigt sich jener Einschlag, den wir als das Mysterium von Golgatha bezeichnen. Wir haben dieses notwendige Zusammentreffen des vierten nachatlantischen Kulturzeitraumes mit dem Mysterium von Golgatha oftmals hervorgehoben. Rufen Sie sich alles zurück, was Sie über die Sache wissen. Aber ein anderes ist auch noch als eine wichtige Tatsache ins Auge zu fassen. Im einzelnen Leben, im individuellen Leben drückt sich vielfach dieser Gang der Menschheitsentwickelung aus. Wir haben bis zum siebenten Jahre die Entwickelung des physischen Leibes. Aus der Darstellung, die öfter gegeben worden ist und die enthalten ist in der kleinen Schrift «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft », wissen wir, daß wir bis zum siebenten Jahre vorzugsweise eine Entwickelung des physischen Leibes haben; das liegt als eine menschheitliche Entwickelung vor der großen atlantischen Katastrophe. Dann, in einer gewissen Weise wiederholt vom siebenten bis zum vierzehnten Lebensjahre, wenn auch verschleiert, haben wir das, was in die menschliche Kultur selber hineingeprägt ist als die Kultur des Ätherleibes, die Sie zur höchsten Glorie erhoben finden in der alten indischen Zeit. Dann haben wir die Kultur, die wir bezeichnen könnten als die Entsprechung der urpersischen Zeit: vom vierzehnten bis zum einundzwanzigsten Lebensjahre die Kultur des astralischen Leibes. Dann haben wir die Kultur des ägyptisch-chaldäischen Zeitraumes, im einzelnen Leben sich spiegelnd in der Entwickelung des Menschen vom einundzwanzigsten bis achtundzwanzigsten Jahre; dann folgt im einzelnen Leben sich spiegelnd die Kulturentwickelung, die wir als die griechisch-lateinische Kultur bezeichnen können, vom achtundzwanzigsten bis ins fünfunddreißigste Jahr hinein. Das ist eine wichtige Zeit. Denn ebenso wie damals für die nachatlantische Menschheit ein Umschwung geschehen ist von einer absteigenden zur aufsteigenden Kultur, so kann zwischen dem achtundzwanzigsten und fünfunddreiBigsten Jahre ein Umschwung geschehen beim einzelnen Menschen. Wir stehen in der Mitte des einzelnen individuellen Lebens zu gleicher Zeit im einzelnen Leben vor einem aufsteigenden und einem absteigenden Leben. Wir gehen sozusagen, indem wir das fünfunddreiBigste Jahr überschreiten, in das Lebensverwelken, in das äußerliche Vertrocknen und Welkwerden des Menschen. Für diese Zeit muß es in der einzelnen menschlichen Natur etwas geben, was entspricht dem Umschwung von der absteigenden in die aufsteigende Kultur. Es ist nicht zufällig, daß das Mysterium von Golgatha bei dem Christus Jesus gerade in diesen Zeitraum hineinfiel, zwischen das achtundzwanzigste und fünfunddreißigste Jahr, sondern das ist für den, der diese Zusammenhänge durchschaut, selbstverständlich. Es mußte gerade in den Zeitraum hineintreten, welcher der Entwickelung der Verstandes- oder Gemütsseele entspricht. Jetzt stehen wir, wenn wir die äußerliche Menschheitskultur ins Auge fassen, seit dem Ende des Mittelalters in der Entwickelung der Bewußtseinsseele. Dieselbe wird noch lange Zeit dauern. Dann kommt die Entwickelung des Geistselbst.

[ 17 ] Wenn wir die nachatlantischen Kulturen ins Auge fassen, so haben wir in der ersten nachatlantischen Kulturzeit, in der uralt heiligen indischen Rishikultur, man möchte sagen, eine Kultur, die unmittelbar herausquillt aus dem menschlichen Ätherleibe. Wir haben dann in der urpersischen Kulturzeit eine Kultur aus dem, was wir den Empfindungsleib nennen, den Astralleib. In der ägyptisch-chaldäischen Kulturzeit haben wir eine Kultur aus der Empfindungsseele. Aus der Verstandes- oder Gemütsseele haben wir eine Kultur in der griechisch-lateinischen Zeit, und in unserer Zeit haben wir eine Kultur aus der Bewußtseinsseele. Dann wird kommen eine Kultur aus dem Geistselbst und so weiter. Fassen Sie diesen ganzen Gang der nachatlantischen Kulturentwickelung ins Auge, so werden Sie sich sagen: Es ist in diesem ganzen nachatlantischen Kulturzeitraum die Sache so, daß wir eine Art absteigender Linie haben bis in die griechisch-lateinische Zeit. Es ist in dieser Zeit deutlich wahrnehmbar, daß auf der einen Seite — das läßt sich nicht leugnen — der Mensch am meisten hinuntergestiegen ist auf den physischen Plan. In einer ungeheuren Verschlingung und Verknotung des geistigen Lebens mit dem physischen Plan zeigt sich ja das Eigentümliche dieser vierten nachatlantischen Kulturperiode. Zugleich aber zeigt sich jener Einschlag, den wir als das Mysterium von Golgatha bezeichnen. Wir haben dieses notwendige Zusammentreffen des vierten nachatlantischen Kulturzeitraumes mit dem Mysterium von Golgatha oftmals hervorgehoben. Rufen Sie sich alles zurück, was Sie über die Sache wissen. Aber ein anderes ist auch noch als eine wichtige Tatsache ins Auge zu fassen. Im einzelnen Leben, im individuellen Leben drückt sich vielfach dieser Gang der Menschheitsentwickelung aus. Wir haben bis zum siebenten Jahre die Entwickelung des physischen Leibes. Aus der Darstellung, die öfter gegeben worden ist und die enthalten ist in der kleinen Schrift «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft », wissen wir, daß wir bis zum siebenten Jahre vorzugsweise eine Entwickelung des physischen Leibes haben; das liegt als eine menschheitliche Entwickelung vor der großen atlantischen Katastrophe. Dann, in einer gewissen Weise wiederholt vom siebenten bis zum vierzehnten Lebensjahre, wenn auch verschleiert, haben wir das, was in die menschliche Kultur selber hineingeprägt ist als die Kultur des Ätherleibes, die Sie zur höchsten Glorie erhoben finden in der alten indischen Zeit. Dann haben wir die Kultur, die wir bezeichnen könnten als die Entsprechung der urpersischen Zeit: vom vierzehnten bis zum einundzwanzigsten Lebensjahre die Kultur des astralischen Leibes. Dann haben wir die Kultur des ägyptisch-chaldäischen Zeitraumes, im einzelnen Leben sich spiegelnd in der Entwickelung des Menschen vom einundzwanzigsten bis achtundzwanzigsten Jahre; dann folgt im einzelnen Leben sich spiegelnd die Kulturentwickelung, die wir als die griechisch-lateinische Kultur bezeichnen können, vom achtundzwanzigsten bis ins fünfunddreißigste Jahr hinein. Das ist eine wichtige Zeit. Denn ebenso wie damals für die nachatlantische Menschheit ein Umschwung geschehen ist von einer absteigenden zur aufsteigenden Kultur, so kann zwischen dem achtundzwanzigsten und fünfunddreiBigsten Jahre ein Umschwung geschehen beim einzelnen Menschen. Wir stehen in der Mitte des einzelnen individuellen Lebens zu gleicher Zeit im einzelnen Leben vor einem aufsteigenden und einem absteigenden Leben. Wir gehen sozusagen, indem wir das fünfunddreiBigste Jahr überschreiten, in das Lebensverwelken, in das äußerliche Vertrocknen und Welkwerden des Menschen. Für diese Zeit muß es in der einzelnen menschlichen Natur etwas geben, was entspricht dem Umschwung von der absteigenden in die aufsteigende Kultur. Es ist nicht zufällig, daß das Mysterium von Golgatha bei dem Christus Jesus gerade in diesen Zeitraum hineinfiel, zwischen das achtundzwanzigste und fünfunddreißigste Jahr, sondern das ist für den, der diese Zusammenhänge durchschaut, selbstverständlich. Es mußte gerade in den Zeitraum hineintreten, welcher der Entwickelung der Verstandes- oder Gemütsseele entspricht. Jetzt stehen wir, wenn wir die äußerliche Menschheitskultur ins Auge fassen, seit dem Ende des Mittelalters in der Entwickelung der Bewußtseinsseele. Dieselbe wird noch lange Zeit dauern. Dann kommt die Entwickelung des Geistselbst.

[ 18 ] Nun tritt für den einzelnen Menschen das Ich eigentlich ganz unregelmäßig auf, und zwar grandios unregelmäßig. Ich kann heute — in der Zukunft werde ich diese Tatsachen weiter ausführen — nur andeuten, worum es sich dabei handelt. Denken Sie, wie in der regulären Menschenorganisation bis zum siebenten Jahre der physische Leib, bis zum vierzehnten Jahre der Ätherleib sich entwickelt und so weiter. Dann würde innerhalb der Verstandes- oder Gemütsseele wie Sie nachlesen können in der «Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» — eigentlich erst das Ich regulär eintreten, denn erst dann haben wir in der äußerlichen Organisation das richtige Instrument für das Ich. Nun tritt aber das Ich schon in der allerersten Zeit ein für den Menschen, ganz unabhängig von der äußeren Organisation, in dem Zeitpunkte, bis zu dem man sich später zurückerinnert. Woher kommt das, daß der Mensch, wenn er als äußere Organisation betrachtet wird, sein Ich gebiert zwischen dem achtundzwanzigsten und fünfunddreißigsten Jahre, aber es in Wirklichkeit in frühester Kindheit gebiert? Das kommt von dem Verschieben des inneren Menschen gegenüber dem äußeren Menschen durch die luziferischen Kräfte. Es sind, wie wir es immer darstellen mußten, die luziferischen Kräfte dasjenige, was ein Zurückbleiben in der Zeit bedeutet. Unser Ich beruht, wie wir es in uns tragen, auf luziferischen Kräften, denn es beruht auf Zurückerinnerung auf das, was uns von unserem Erleben zurückgeblieben ist. Luzifer löst los dieses Ich. Daher lebt es losgelöst von der äußeren Organisation. Eine Zeitlang war die Sache so, daß der Mensch äußerlich anknüpfen mußte an noch etwas anderes als an sein bloßes Ich. Das war, daß er anknüpfen mußte, wenn es in der richtigen Weise sein sollte, an einen Menschen, der einmal in dem vierten nachatlantischen Kulturzeitraum gelebt hat, sein dreiBigstes Jahr erreicht hat, dann inspiriert worden ist von dem Christus mit einer Kraft, die aber auf der Erde nicht hinüberleben konnte über das dreiunddreißigste Jahr, sondern die mit dem dreiunddreißigsten Jahr durch den Tod ging. Es war zunächst ein äußerlich historisches Anknüpfen, es mußte einfach von den Eltern den Kindern, von diesen den Kindeskindern und so weiter als eine geschichtliche Tatsache erzählt werden. Was ich Ihnen oft von der einen Seite entwickelt habe, nehmen Sie es jetzt von der innerlichen Seite. Bis zu diesem Zeitpunkt, wo die Entwickelung der Bewußtseinsseele liegt, erinnert sich der Mensch, wenn er zurückdenkt, an sein Ich, das einmal geboren worden ist: denn der Mensch schläft sich herein in das Erdendasein. Was vor diesem Zeitpunkt war, das sagen uns unsere Eltern, älteren Geschwister und so weiter. Wie sich der Mensch jetzt an dieses Ich erinnert, welches das luziferische Ich ist, so wird er sich später — und das tritt in den nächsten drei Jahrtausenden als etwas ganz Besonderes in die Menschheitsentwickelung herein — wie in einer Imagination gegenüberstehend sehen einem anderen Ich. Er wird sich künftig erinnern, daß in einem bestimmten Zeitpunkt seiner Kindheit das luziferische Ich aufgetaucht ist und daß in einem andern Zeitpunkt, an den er sich zurückerinnert, gegen das luziferische Ich, sagen wir, das Christus-Ich sich hinstellt, und statt des einen Ich-Punktes werden zwei auftreten. Daß dies als Erinnerung auftritt, das wird der Beweis dafür sein, daß das Christus-Ereignis nicht erst zu geschehen hat, sondern daß es sich schon abgespielt hat. Kurz, wie sich der Mensch gegenwärtig an sein Ich erinnert, so wird er sich später erinnern an die Imagination des zweiten Ich und damit den Weg finden zu dem, was wir als die Christus-Erscheinung charakterisiert haben.

[ 18 ] Nun tritt für den einzelnen Menschen das Ich eigentlich ganz unregelmäßig auf, und zwar grandios unregelmäßig. Ich kann heute — in der Zukunft werde ich diese Tatsachen weiter ausführen — nur andeuten, worum es sich dabei handelt. Denken Sie, wie in der regulären Menschenorganisation bis zum siebenten Jahre der physische Leib, bis zum vierzehnten Jahre der Ätherleib sich entwickelt und so weiter. Dann würde innerhalb der Verstandes- oder Gemütsseele wie Sie nachlesen können in der «Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» — eigentlich erst das Ich regulär eintreten, denn erst dann haben wir in der äußerlichen Organisation das richtige Instrument für das Ich. Nun tritt aber das Ich schon in der allerersten Zeit ein für den Menschen, ganz unabhängig von der äußeren Organisation, in dem Zeitpunkte, bis zu dem man sich später zurückerinnert. Woher kommt das, daß der Mensch, wenn er als äußere Organisation betrachtet wird, sein Ich gebiert zwischen dem achtundzwanzigsten und fünfunddreißigsten Jahre, aber es in Wirklichkeit in frühester Kindheit gebiert? Das kommt von dem Verschieben des inneren Menschen gegenüber dem äußeren Menschen durch die luziferischen Kräfte. Es sind, wie wir es immer darstellen mußten, die luziferischen Kräfte dasjenige, was ein Zurückbleiben in der Zeit bedeutet. Unser Ich beruht, wie wir es in uns tragen, auf luziferischen Kräften, denn es beruht auf Zurückerinnerung auf das, was uns von unserem Erleben zurückgeblieben ist. Luzifer löst los dieses Ich. Daher lebt es losgelöst von der äußeren Organisation. Eine Zeitlang war die Sache so, daß der Mensch äußerlich anknüpfen mußte an noch etwas anderes als an sein bloßes Ich. Das war, daß er anknüpfen mußte, wenn es in der richtigen Weise sein sollte, an einen Menschen, der einmal in dem vierten nachatlantischen Kulturzeitraum gelebt hat, sein dreiBigstes Jahr erreicht hat, dann inspiriert worden ist von dem Christus mit einer Kraft, die aber auf der Erde nicht hinüberleben konnte über das dreiunddreißigste Jahr, sondern die mit dem dreiunddreißigsten Jahr durch den Tod ging. Es war zunächst ein äußerlich historisches Anknüpfen, es mußte einfach von den Eltern den Kindern, von diesen den Kindeskindern und so weiter als eine geschichtliche Tatsache erzählt werden. Was ich Ihnen oft von der einen Seite entwickelt habe, nehmen Sie es jetzt von der innerlichen Seite. Bis zu diesem Zeitpunkt, wo die Entwickelung der Bewußtseinsseele liegt, erinnert sich der Mensch, wenn er zurückdenkt, an sein Ich, das einmal geboren worden ist: denn der Mensch schläft sich herein in das Erdendasein. Was vor diesem Zeitpunkt war, das sagen uns unsere Eltern, älteren Geschwister und so weiter. Wie sich der Mensch jetzt an dieses Ich erinnert, welches das luziferische Ich ist, so wird er sich später — und das tritt in den nächsten drei Jahrtausenden als etwas ganz Besonderes in die Menschheitsentwickelung herein — wie in einer Imagination gegenüberstehend sehen einem anderen Ich. Er wird sich künftig erinnern, daß in einem bestimmten Zeitpunkt seiner Kindheit das luziferische Ich aufgetaucht ist und daß in einem andern Zeitpunkt, an den er sich zurückerinnert, gegen das luziferische Ich, sagen wir, das Christus-Ich sich hinstellt, und statt des einen Ich-Punktes werden zwei auftreten. Daß dies als Erinnerung auftritt, das wird der Beweis dafür sein, daß das Christus-Ereignis nicht erst zu geschehen hat, sondern daß es sich schon abgespielt hat. Kurz, wie sich der Mensch gegenwärtig an sein Ich erinnert, so wird er sich später erinnern an die Imagination des zweiten Ich und damit den Weg finden zu dem, was wir als die Christus-Erscheinung charakterisiert haben.

[ 19 ] Daß der Mensch also wirklich entgegenwächst neuen inneren Erfahrungen, spirituellen Erlebnissen ganz neuer Art, das ist das, was auf dem Boden der Geisteswissenschaft begriffen werden muß. Denn, natürlich muß das, was der Mensch erfahren soll, vorbereitet werden. So gehen wir also neuen Erlebnissen der Menschenseele entgegen. Das ist das eine, was zur Geisteswissenschaft notwendig ist. Das zweite ist, daß diese neuen Erlebnisse solche sind, die Frieden und Eintracht und Harmonie über die Erde hin unter die Menschen bringen werden. Und sie bringen sie wirklich! Deshalb ist so überwältigend großartig ein Verstehen des Volksgeistes in einem ganz anderen Winkel. Man versteht, was der Volksgeist gedichtet hat, wenn man es dutch Geisteswissenschaft beleuchtet. Man muß nur den Willen haben, auf das einzugehen, was aus diesem Volksgeiste heraus entspringt, und nichts hineintragen. Das muß die andere Seite, die Gesinnungsseite einer spirituellen Weltanschauung sein. Fassen wir sie ganz ernsthaft ins Auge. Wie steht sie da? Man hat gestritten, hat mehr als gestritten, hat blutig gekämpft in den aufeinanderfolgenden Zeiten um einzelne religiöse Meinungen. Versteht man den Grundnerv der Geisteswissenschaft, dann wird man in Zukunft über einzelne religiöse Meinungen nicht mehr kämpfen. Was man ins Auge fassen wird, werden die Tatsachen sein, die spirituellen Tatsachen, und man wird über die einzelnen religiösen Probleme so Meinungsverschiedenheiten haben, wie man sonst auch Meinungsverschiedenheiten hat, aber nicht so, wie es zu blutigen Kämpfen geführt hat. Denn man wird erkennen, daß die großen Volksoffenbarungen, wo sie auftreten, zurückführen auf gewisse wichtige Erkenntnisse. Man wird auf den Grund dieser Erkenntnisse kommen; man wird verstehen, daß Wahrheiten in den verschiedenen Religionen enthalten sind. Die vergleichende Religionswissenschaft ist heute weit gediehen in bezug auf die einzelnen Religionssysteme und ihre Vergleichung untereinander. Schöne Resultate hat sie zutage gefördert. Aber von welcher Gesinnung ist sie mehr oder weniger doch durchdrungen? Von der Gesinnung ist sie durchdrungen, wenn sie auch mehr oder weniger klein beigibt, daß alle Religionen falsch sind. Nicht auf den Wahrheitsgehalt gehen diese vergleichenden Religionswissenschaften los, sondern auf den Irrtumsgehalt. Geisteswissenschaft aber wird auf den Wahrheitsgehalt der einzelnen Religionen losgehen, auf das, was aus den Initiationsprinzipien, aus den verschiedenen Einweihungen in die Religionen hineingekommen ist. Und wie werden sich dann die Menschen gegenüberstehen? Fragen wir einmal: Wie wird ein Christ gegenüberstehen einem Buddhisten? — Der Christ wird kennenlernen das ganz Großartige und Erhabene des buddhistischen Systems, er wird kennenlernen, weil sich das Christentum selber durchringen wird zum Verstehen von Reinkarnation und Karma, das Große, das der Buddhismus in sich trägt in Reinkarnation und Karma. Er wird aber noch etwas anderes verstehen, nämlich, daß es gewisse Individualitäten in der Weltenentwikkelung gibt, die vom Bodhisattva zum Buddha werden. Verstehen wird der Christ, was er eigentlich nur durch eine anthroposophische Entwickelung verstehen lernen kann: wie der Königssohn des Suddhodana im neunundzwanzigsten Jahre seines Lebens — gerade dann mußte es sein, alle diese Tatsachen ergeben sich, wenn Sie nur diese Dinge ins Auge fassen, wie sie in der Geisteswissenschaft gelehrt werden — zum Buddha wird. Das hängt zusammen mit dem, was dargestellt ist in der kleinen Schrift «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft». Durch ein solches Verständnis wird der Christ auch begreifen, daß ein Wesen, wie eine solche Individualität, nicht wieder in einem physischen Leibe zur Erde heruntersteigt. Nicht wie auf eine Fabel sieht der, welcher wirklich als Christ Theosoph und als Theosoph, wenn man will, Christ ist, nicht wie auf einen Mythos sieht er auf das, was es im Buddhismus gibt, sondern er glaubt wie der Buddhist selbst an diese Wahrheit, daß der Bodhisattva im neunundzwanzigsten Jahre zum Buddha geworden ist und nicht in einem physischen Leibe wiederkommt. Und er respektiert und achtet diesen Glauben, er glaubt mit dem Buddhisten, glaubt das, was der Buddhist glaubt, steht innerhalb des Buddhismus auf seinem Boden, nimmt es nicht wie eine kindliche Phantasie, sondern er weiß, daß in dem Königssohne des Suddhodana eine Individualität zu einer solchen Würde aufgestiegen ist, daß sie nicht mehr herunterzusteigen braucht in einen physischen Leib, sondern in einer andern Weise hineinwirkt in die Entwickelung der Menschheit. Und niemals würde sich der Christ mischen in die spirituellen Angelegenheiten des Buddhisten in der Weise, daß er ihn auf etwas Fremdes hinweisen wird. Das wird er verstehen, was der Buddhist aus dem Buddhismus als Wahres herausgewinnen kann.

[ 19 ] Daß der Mensch also wirklich entgegenwächst neuen inneren Erfahrungen, spirituellen Erlebnissen ganz neuer Art, das ist das, was auf dem Boden der Geisteswissenschaft begriffen werden muß. Denn, natürlich muß das, was der Mensch erfahren soll, vorbereitet werden. So gehen wir also neuen Erlebnissen der Menschenseele entgegen. Das ist das eine, was zur Geisteswissenschaft notwendig ist. Das zweite ist, daß diese neuen Erlebnisse solche sind, die Frieden und Eintracht und Harmonie über die Erde hin unter die Menschen bringen werden. Und sie bringen sie wirklich! Deshalb ist so überwältigend großartig ein Verstehen des Volksgeistes in einem ganz anderen Winkel. Man versteht, was der Volksgeist gedichtet hat, wenn man es dutch Geisteswissenschaft beleuchtet. Man muß nur den Willen haben, auf das einzugehen, was aus diesem Volksgeiste heraus entspringt, und nichts hineintragen. Das muß die andere Seite, die Gesinnungsseite einer spirituellen Weltanschauung sein. Fassen wir sie ganz ernsthaft ins Auge. Wie steht sie da? Man hat gestritten, hat mehr als gestritten, hat blutig gekämpft in den aufeinanderfolgenden Zeiten um einzelne religiöse Meinungen. Versteht man den Grundnerv der Geisteswissenschaft, dann wird man in Zukunft über einzelne religiöse Meinungen nicht mehr kämpfen. Was man ins Auge fassen wird, werden die Tatsachen sein, die spirituellen Tatsachen, und man wird über die einzelnen religiösen Probleme so Meinungsverschiedenheiten haben, wie man sonst auch Meinungsverschiedenheiten hat, aber nicht so, wie es zu blutigen Kämpfen geführt hat. Denn man wird erkennen, daß die großen Volksoffenbarungen, wo sie auftreten, zurückführen auf gewisse wichtige Erkenntnisse. Man wird auf den Grund dieser Erkenntnisse kommen; man wird verstehen, daß Wahrheiten in den verschiedenen Religionen enthalten sind. Die vergleichende Religionswissenschaft ist heute weit gediehen in bezug auf die einzelnen Religionssysteme und ihre Vergleichung untereinander. Schöne Resultate hat sie zutage gefördert. Aber von welcher Gesinnung ist sie mehr oder weniger doch durchdrungen? Von der Gesinnung ist sie durchdrungen, wenn sie auch mehr oder weniger klein beigibt, daß alle Religionen falsch sind. Nicht auf den Wahrheitsgehalt gehen diese vergleichenden Religionswissenschaften los, sondern auf den Irrtumsgehalt. Geisteswissenschaft aber wird auf den Wahrheitsgehalt der einzelnen Religionen losgehen, auf das, was aus den Initiationsprinzipien, aus den verschiedenen Einweihungen in die Religionen hineingekommen ist. Und wie werden sich dann die Menschen gegenüberstehen? Fragen wir einmal: Wie wird ein Christ gegenüberstehen einem Buddhisten? — Der Christ wird kennenlernen das ganz Großartige und Erhabene des buddhistischen Systems, er wird kennenlernen, weil sich das Christentum selber durchringen wird zum Verstehen von Reinkarnation und Karma, das Große, das der Buddhismus in sich trägt in Reinkarnation und Karma. Er wird aber noch etwas anderes verstehen, nämlich, daß es gewisse Individualitäten in der Weltenentwikkelung gibt, die vom Bodhisattva zum Buddha werden. Verstehen wird der Christ, was er eigentlich nur durch eine anthroposophische Entwickelung verstehen lernen kann: wie der Königssohn des Suddhodana im neunundzwanzigsten Jahre seines Lebens — gerade dann mußte es sein, alle diese Tatsachen ergeben sich, wenn Sie nur diese Dinge ins Auge fassen, wie sie in der Geisteswissenschaft gelehrt werden — zum Buddha wird. Das hängt zusammen mit dem, was dargestellt ist in der kleinen Schrift «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft». Durch ein solches Verständnis wird der Christ auch begreifen, daß ein Wesen, wie eine solche Individualität, nicht wieder in einem physischen Leibe zur Erde heruntersteigt. Nicht wie auf eine Fabel sieht der, welcher wirklich als Christ Theosoph und als Theosoph, wenn man will, Christ ist, nicht wie auf einen Mythos sieht er auf das, was es im Buddhismus gibt, sondern er glaubt wie der Buddhist selbst an diese Wahrheit, daß der Bodhisattva im neunundzwanzigsten Jahre zum Buddha geworden ist und nicht in einem physischen Leibe wiederkommt. Und er respektiert und achtet diesen Glauben, er glaubt mit dem Buddhisten, glaubt das, was der Buddhist glaubt, steht innerhalb des Buddhismus auf seinem Boden, nimmt es nicht wie eine kindliche Phantasie, sondern er weiß, daß in dem Königssohne des Suddhodana eine Individualität zu einer solchen Würde aufgestiegen ist, daß sie nicht mehr herunterzusteigen braucht in einen physischen Leib, sondern in einer andern Weise hineinwirkt in die Entwickelung der Menschheit. Und niemals würde sich der Christ mischen in die spirituellen Angelegenheiten des Buddhisten in der Weise, daß er ihn auf etwas Fremdes hinweisen wird. Das wird er verstehen, was der Buddhist aus dem Buddhismus als Wahres herausgewinnen kann.

[ 20 ] Und was wird ein Buddhist sagen, der als ein buddhistischer Theosoph dem Christentum gegenübersteht? Er wird versuchen zu begreifen, was es heißt, daß in einer Persönlichkeit, die als Jesus von Nazareth bezeichnet wird, im dreißigsten Jahre ihres Lebens das Ich ersetzt wird durch Den, welchen die vierte nachatlantische Kulturperiode den Christus genannt hat, der dann durch drei Jahre in dem Leibe des Jesus von Nazareth weilte. Er wird verstehen, was es heißt, daß das, was als Substanz des Christus existiert und durch den Tod mit dem Christus Jesus gehen mußte, ausgeströmt ist über die Kultur der Menschheit. Er wird zu begreifen versuchen, daß dieses Leben von der Johannestaufe am Jordan bis zum Mysterium von Golgatha ein einmaliges Ereignis in der Menschheitsentwickelung darstellt, und daß das, was einmal in dem Jesus von Nazareth inkarniert war, nicht wiederkommen kann, ebensowenig wiederkommen kann, wie der Buddha jemals wieder auf die Erde kommen kann. Wie der Buddha früher da war als Bodhisattva, um dann aufzusteigen als Buddha in die geistigen Welten, das achtet der auf dem theosophischen Boden stehende Christ. Wie die Individualität des Christus heruntergestiegen ist in den Leib des Jesus von Nazareth, wie sie darin drei Jahre gelebt hat, durch den Tod gegangen ist, wie diese Kraft sich ausgebreitet hat über die spirituelle Erdenatmosphäre und darin weiterlebt, diese ganze Anerkennung dieser spirituellen Tatsachen achtet der buddhistische Theosoph, der theosophische Buddhist gegenüber dem, was der Christ als sein Glaubensbekenntnis anerkennen muß. Gegenseitiges Verstehen der Glaubensbekenntnisse auf der Erde und damit gegenseitige Harmonie: das ist der Grundnerv geisteswissenschaftlicher Weltenbetrachtung. Und widersinnig wäre es, würde der Christ lehren, daß eine Individualität erstehen könnte, welche der wiederverkörperte Buddha wäre. Auflehnen müßte sich die buddhistische Bevölkerung, wo eine solche Lehre in eine buddhistische Gegend gebracht würde, gegen ein solches Vorgehen. Unfrieden aber müßte es in eine christliche Gemeinde bringen, wenn die Menschen hören müßten, daß das, was der Christus ist, sich im Fleische wieder inkarnieren könnte. Theosophie aber ist da, um gegenseitiges Verständnis der einzelnen, aus den Initiationen hervorgehenden religiösen Strömungen über die Erde zu bringen. Dann wird es echte Theosophie, echte Geisteswissenschaft geben in den Herzen, wenn man dies verstehen wird. Dann wird es keine neuen Sektenbildungen geben, keine neue Ankündigung von äußeren physischen Propheten, auf welche die Menschheit nicht mehr in jenem äußeren Sinne wartet. Sondern dann wird man auch begreifen jenes rosenkreuzerische Prinzip, welches seit Begründung des Rosenkteuzertums feststeht: daß die, welche zu lehren haben, über ihre Mission der äußern Welt gegenüber nicht früher sprechen dürfen. Innerhalb des Rosenkreuzertums ist es eine alte Regel, daß der äußeren exoterischen Welt gegenüber nie gesprochen wird bei der Zeitgenossenschaft von irgendeinem, der als ein Lehrer der rosenkreuzerischen Richtung zu gelten hat, sondern erst hundert Jahre nach seinem Tode. Nicht vorher, weil dadurch allein das unpersönliche Element hineingebracht werden kann in eine wirkliche spirituelle Bewegung.

[ 20 ] Und was wird ein Buddhist sagen, der als ein buddhistischer Theosoph dem Christentum gegenübersteht? Er wird versuchen zu begreifen, was es heißt, daß in einer Persönlichkeit, die als Jesus von Nazareth bezeichnet wird, im dreißigsten Jahre ihres Lebens das Ich ersetzt wird durch Den, welchen die vierte nachatlantische Kulturperiode den Christus genannt hat, der dann durch drei Jahre in dem Leibe des Jesus von Nazareth weilte. Er wird verstehen, was es heißt, daß das, was als Substanz des Christus existiert und durch den Tod mit dem Christus Jesus gehen mußte, ausgeströmt ist über die Kultur der Menschheit. Er wird zu begreifen versuchen, daß dieses Leben von der Johannestaufe am Jordan bis zum Mysterium von Golgatha ein einmaliges Ereignis in der Menschheitsentwickelung darstellt, und daß das, was einmal in dem Jesus von Nazareth inkarniert war, nicht wiederkommen kann, ebensowenig wiederkommen kann, wie der Buddha jemals wieder auf die Erde kommen kann. Wie der Buddha früher da war als Bodhisattva, um dann aufzusteigen als Buddha in die geistigen Welten, das achtet der auf dem theosophischen Boden stehende Christ. Wie die Individualität des Christus heruntergestiegen ist in den Leib des Jesus von Nazareth, wie sie darin drei Jahre gelebt hat, durch den Tod gegangen ist, wie diese Kraft sich ausgebreitet hat über die spirituelle Erdenatmosphäre und darin weiterlebt, diese ganze Anerkennung dieser spirituellen Tatsachen achtet der buddhistische Theosoph, der theosophische Buddhist gegenüber dem, was der Christ als sein Glaubensbekenntnis anerkennen muß. Gegenseitiges Verstehen der Glaubensbekenntnisse auf der Erde und damit gegenseitige Harmonie: das ist der Grundnerv geisteswissenschaftlicher Weltenbetrachtung. Und widersinnig wäre es, würde der Christ lehren, daß eine Individualität erstehen könnte, welche der wiederverkörperte Buddha wäre. Auflehnen müßte sich die buddhistische Bevölkerung, wo eine solche Lehre in eine buddhistische Gegend gebracht würde, gegen ein solches Vorgehen. Unfrieden aber müßte es in eine christliche Gemeinde bringen, wenn die Menschen hören müßten, daß das, was der Christus ist, sich im Fleische wieder inkarnieren könnte. Theosophie aber ist da, um gegenseitiges Verständnis der einzelnen, aus den Initiationen hervorgehenden religiösen Strömungen über die Erde zu bringen. Dann wird es echte Theosophie, echte Geisteswissenschaft geben in den Herzen, wenn man dies verstehen wird. Dann wird es keine neuen Sektenbildungen geben, keine neue Ankündigung von äußeren physischen Propheten, auf welche die Menschheit nicht mehr in jenem äußeren Sinne wartet. Sondern dann wird man auch begreifen jenes rosenkreuzerische Prinzip, welches seit Begründung des Rosenkteuzertums feststeht: daß die, welche zu lehren haben, über ihre Mission der äußern Welt gegenüber nicht früher sprechen dürfen. Innerhalb des Rosenkreuzertums ist es eine alte Regel, daß der äußeren exoterischen Welt gegenüber nie gesprochen wird bei der Zeitgenossenschaft von irgendeinem, der als ein Lehrer der rosenkreuzerischen Richtung zu gelten hat, sondern erst hundert Jahre nach seinem Tode. Nicht vorher, weil dadurch allein das unpersönliche Element hineingebracht werden kann in eine wirkliche spirituelle Bewegung.

[ 21 ] Sich klar sein darüber, daß wir vor einer solchen Entwickelung der menschlichen Seele stehen, in welcher die Menschenseele das Hereinleuchten des spirituellen Elementes immer mehr und mehr gewahr werden wird, und daß dadurch das übersinnliche Christus-Ereignis eintreten wird, von dem wir prophetisch sprechen dürfen, und sich klar sein darüber, daß echte Theosophie immer mehr und mehr zum Verständnis desjenigen führen muß, was für den einzelnen religiös heilig ist, das sind die zwei Dinge, die den Menschen zum Theosophen innerhalb der theosophischen Bewegung machen. Daran, daß er sich über diese zwei Dinge klar ist, wird man an dem Menschen erkennen können, ob er die Aufgabe der Theosophie in der Gegenwart wirklich begriffen hat.

[ 21 ] Sich klar sein darüber, daß wir vor einer solchen Entwickelung der menschlichen Seele stehen, in welcher die Menschenseele das Hereinleuchten des spirituellen Elementes immer mehr und mehr gewahr werden wird, und daß dadurch das übersinnliche Christus-Ereignis eintreten wird, von dem wir prophetisch sprechen dürfen, und sich klar sein darüber, daß echte Theosophie immer mehr und mehr zum Verständnis desjenigen führen muß, was für den einzelnen religiös heilig ist, das sind die zwei Dinge, die den Menschen zum Theosophen innerhalb der theosophischen Bewegung machen. Daran, daß er sich über diese zwei Dinge klar ist, wird man an dem Menschen erkennen können, ob er die Aufgabe der Theosophie in der Gegenwart wirklich begriffen hat.