Earthly and Cosmic Man
GA 133
18 June 1912, Berlin
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Earthly and Cosmic Man, tr. SOL
Achter Vortrag
Eighth Lecture
[ 1 ] Es soll heute meine Aufgabe sein, einige Ausführungen zu machen über den Menschen, damit wir dann mit diesen Ausführungen das nächste Mal in einige Betrachtungen eintreten können, welche zum Verständnisse der ganzen menschlichen Entwickelung einiges beitragen können.
[ 1 ] My task today is to offer some remarks on human beings, so that next time we can use these remarks as a starting point for some reflections that may contribute to our understanding of the entire course of human development.
[ 2 ] Der Ausgangspunkt soll von dem genommen werden, was zunächst für die Betrachtung des Menschen, so wie er auf der Erde vor uns steht, wichtig und bedeutsam ist. Voraus muß ich bemerken, daß Sie ja wissen, daß der Mensch, so wie er vor uns steht, nicht bloß ein Erdengeschöpf ist, sondern einen Ursprung hat, den wir, wenn wir ihn voll verstehen wollen, auch auf vorhergehende Zustände der Erdenentwickelung selber zurückführen müssen. Sie finden es in den verschiedenen Schriften dargestellt, und es ist oftmals davon auch hier Erwähnung geschehen, daß wir mit den Mitteln der geisteswissenschaftlichen Forschung die vorhergehenden Entwickelungszustände, gleichsam die Vorherverkörperungen unseres Erdenplaneten verfolgen können und daß wir sie unterscheiden nach den Benennungen, die sich uns in mannigfaltiger Weise als zulässig ergeben haben als den vorirdischen Saturnzustand der Erde, als den vorirdischen Sonnenzustand und als den vorirdischen Mondenzustand. Und wir wissen, daß das, was an Kräften im heutigen Gesamtmenschen drinnen ist, nicht bloß von dem herrührt, was auf der Erde wirksam war, sondern daß im Menschen drinnenstecken die Erbstücke aus den früheren Verkörperungen unseres Erdenplaneten. Sie sind geblieben, sie wirken in der menschlichen Natur. Und den gesamten Menschen verstehen wir nur, wenn wir zum Beispiel wissen, daß der physische Leib seine erste Anlage auf dem alten Saturn erhalten hat, während der alten Sonnenzeit und der alten Mondenzeit sich dann weiterentwickelt hat, und daß die gegenwärtige Form des menschlichen Leibes erst ein Erdenprodukt ist. Ebenso wissen wir von den andern Gliedern der Menschennatur, daß nicht bloß das in ihnen tätig ist, was auf der Erde an Kräften erst entstanden ist, sondern was durchaus Erbschaft ist aus vorirdischen Zeiten. Heute aber wollen wir zunächst dasjenige in Betracht ziehen, was am Menschen insofern ins Auge gefaßt werden muß, als der Mensch ein Erdengeschöpf ist, als er hier auf dieser Erde lebt. Das ist sozusagen dasjenige, was vermöge der Mission der Erde dem Menschen während dieser Erdenzeit einverleibt wird.
[ 2 ] We should begin with what is initially important and significant for our consideration of human beings as they stand before us on Earth. I must first note that you are aware that human beings, as they stand before us, are not merely earthly creatures, but have an origin that, if we wish to fully understand it, we must trace back to earlier stages of Earth’s development itself. You will find it described in the various writings, and it has often been mentioned here as well, that through the methods of Spiritual Science we can trace the preceding stages of development, so to speak, the previous incarnations of our Earth planet, and that we distinguish them according to the designations that have emerged as valid to us in various ways: the pre-Earth Saturn state of the Earth, the pre-Earth Sun state, and the pre-Earth Moon state. And we know that the forces present within the whole human being today do not derive solely from what was active on Earth, but that within the human being lie the legacies from the earlier incarnations of our Earth planet. They have remained; they are active in human nature. And we can only understand the whole human being if we know, for example, that the physical body received its first form on ancient Saturn, then developed further during the ancient Sun era and the ancient Moon era, and that the present form of the human body is only an Earth product. Likewise, we know of the other aspects of human nature that it is not merely what has first arisen on Earth as forces that is active within them, but rather what is thoroughly a legacy from pre-earthly times. Today, however, we shall first consider that aspect of the human being which must be taken into account insofar as the human being is an earthly creature, living here on this Earth. This is, so to speak, that which, by virtue of the Earth’s mission, is incorporated into the human being during this earthly period.
[ 3 ] Nun können wir das, was der Mensch vorzugsweise von der Erde hat, zunächst in drei Glieder bringen, in drei Teile bringen. Das erste, was der Mensch von der Erde hat, was er den gegenwärtigen Kräften der Erde verdankt, ist sein gegenwärtiges Erdenbewußtsein, also dasjenige, was dem Menschen zunächst, so wie er heute unter uns wandelt, das Allerallernächste ist. Und es mußten die Ereignisse, die Tatsachen, die im Laufe der Erdenentwickelung geschehen sind, sich alle so abspielen, wie sie sich eben abgespielt haben und wie wir sie des öfteren beschrieben haben, damit sich der Mensch hier auf der Erde sein eben gegenwärtiges Bewußtsein erwerben konnte. Dieses Bewußtsein ist sozusagen das Ihnen allen Allerbekannteste, das Bekannteste, von dem Sie wissen: es ist dasjenige, in dem Sie leben vom Aufwachen bis zum Einschlafen; es ist dasjenige, in dem Ihre Gedanken, Ihre Empfindungen, Ihre Gefühle, Ihre Willensimpulse ablaufen, insofern Sie ein wacher Mensch sind. Dieses Bewußtsein, das Sie alle sehr gut kennen, hatte als solches der Mensch in den vorirdischen Zuständen noch nicht, hatte es auch nicht in der ersten Zeit der Erdenentwickelung, die ja nur ein Wiederholen vorirdischer Zustände war. Er hat es sich nach und nach erworben, oder vielmehr, es ist ihm von den schöpferischen Weltenmächten und Weltenkräften verliehen worden.
[ 3 ] Now we can initially divide what human beings primarily receive from the Earth into three parts. The first thing that humanity has from the Earth, what it owes to the Earth’s present forces, is its present Earth consciousness—that is, what is closest to humanity as it walks among us today. And the events, the facts that have occurred in the course of Earth’s development, all had to unfold exactly as they have unfolded and as we have often described them, so that human beings here on Earth could acquire their present consciousness. This consciousness is, so to speak, the most familiar to all of you, the most familiar thing you know: it is the one in which you live from waking until falling asleep; it is the one in which your thoughts, your sensations, your feelings, and your volitional impulses unfold, insofar as you are a waking human being. This consciousness, which you all know very well, was not yet possessed by human beings as such in the pre-earthly states, nor did they possess it in the early period of Earth’s development, which was, after all, merely a repetition of pre-earthly states. They acquired it gradually, or rather, it was bestowed upon them by the creative world powers and world forces.
[ 4 ] Nun wissen wir, daß der Mensch, um dieses Bewußtsein zu haben, aufwachen muß und daß es notwendig ist, daß er sich seiner Sinne bedienen muß, das heißt der Werkzeuge des gegenwärtigen menschlichen Leibes. Er muß sich dazu auch anderer Werkzeuge als der Sinne im gegenwärtigen menschlichen Leibe bedienen, insbesondere wenn wir nicht bloß auf die Gedanken und Vorstellungen blicken, die sich der Mensch bildet, sondern auch darauf sehen, daß der Mensch auch Empfindungen, Gefühle und Willensimpulse in diesem alltäglichen Bewußtsein hat. Dann aber wissen wir, daß all dieser Inhalt des Bewußtseins, alles dieses, was unser Bewußtsein ausfüllt und bildet, den äußeren physischen Leib, wie er ein Erdenleib ist, braucht. Es lebt und kann nur leben im äußeren physischen Leibe. So daß eine Vorstellung, die wir uns bilden, dadurch gebildet wird, daß sich das, was eigentlich nun der geistig-seelische Mensch ist, der Werkzeuge seines physischen Leibes bedient. Daraus werden Sie sich nun leicht den Gedanken bilden können, daß dieses besondere Bewußtsein, zu dem der Mensch an jedem Morgen aufwacht, eben abhängig ist vom Erdenleibe. Sie werden auch leicht begreifen können, daß der Mensch so, wie er in diesem gewöhnlichen Bewußtsein vorstellt, fühlt oder will, nur vorstellen, fühlen und wollen kann, wenn er den physischen Erdenleib als ein Werkzeug hat.
[ 4 ] Now we know that, in order to possess this consciousness, a person must awaken, and that it is necessary for them to make use of their senses—that is, the instruments of the present human body. To do so, they must also make use of tools other than the senses in the present human body, especially if we look not only at the thoughts and mental images that human beings form, but also at the fact that human beings also have sensations, feelings, and impulses of the will in this everyday consciousness. But then we know that all this content of consciousness, all that which fills and constitutes our consciousness, requires the outer physical body, as it is an earthly body. It lives and can only live in the outer physical body. So that the mental image we form is created by the fact that what is actually the spiritual-soul human being makes use of the instruments of its physical body. From this you will now be able to easily form the idea that this particular consciousness, to which the human being awakens every morning, is precisely dependent on the earthly body. You will also be able to easily understand that the human being, in the way he creates a mental image of himself, feels, or wills within this ordinary consciousness, can only imagine, feel, and will if he has the physical earthly body as an instrument.
[ 5 ] Wir haben öfter davon gesprochen, und Sie können es auch in der «Geheimwissenschaft im Umriß» lesen, daß die Bewußtseinszustände zwischen dem Tode und der neuen Geburt wesentlich andere sind als die irdischen Bewußtseinszustände. Denn das Bewußtsein ändert sich nach seinem Instrument, und zwischen dem Tode und der neuen Geburt stehen eben dem Menschen andere Werkzeuge zur Verfügung für sein eigentliches Geistes- und Seelenwesen, als wenn er im physischen Leibe ist. Nun wissen wir, daß dieser physische Leib, aus dem die Werkzeuge des gewöhnlichen, alltäglichen Bewußtseins gebildet sind, mit dem Tode zerfällt. Im Sinne der Geisteswissenschaft würde es besser sein, statt «zerfällt», zu sagen, daß er übergeben wird dem allgemeinen Naturelement. Denn, was Auflösung des physischen Leibes ist und als solche der äußeren Beobachtung erscheint, ist nur eine Illusion, eine Maja. Es liegt ein ganz großer, gewaltiger Prozeß gerade dem zugrunde, was man Verwesen oder Auflösen des menschlichen Leibes nennt. Das Natürliche wird Mächten übergeben, die hinter dem Dasein stehen. Aber dem Menschen, wie er als Erdenmensch ist, entschlüpft, entfällt sein physischer Leib mit dem Tode. So daß wir, insofern wir über den Menschen als Erdenmenschen sprechen, nur sagen können: das Werkzeug des alltäglichen Bewußtseins entfällt ihm mit dem Tode.
[ 5 ] We have spoken of this on several occasions, and you can also read about it in *An Outline of Esoteric Science*, that the states of consciousness between death and rebirth are fundamentally different from earthly states of consciousness. For consciousness changes according to its instrument, and between death and the new birth, the human being has at his disposal different instruments for his actual spiritual and soul being than when he is in the physical body. Now we know that this physical body, from which the instruments of ordinary, everyday consciousness are formed, disintegrates with death. In the sense of Spiritual Science, it would be better to say, instead of “decays,” that it is handed over to the general element of nature. For what is the dissolution of the physical body and appears as such to external observation is only an illusion, a maya. There lies a very great, mighty process precisely underlying what is called the decay or dissolution of the human body. The natural is handed over to powers that stand behind existence. But for the human being, as an earthly human being, the physical body slips away, ceases to exist with death. So that, insofar as we speak of the human being as an earthly human being, we can only say: the instrument of everyday consciousness ceases to exist for him with death.
[ 6 ] Da hätten wir das erste Glied des Erdenmenschen: sein Bewußtsein. Wenn wir nun den Erdenmenschen ganz betrachten, was er ist, so müssen wir von dem, was man im gewöhnlichen Sinnensein Bewußtsein nennt, etwas ganz davon loslösen, was durchaus nicht in demselben Sinne zum Bewußtsein zu rechnen ist, wie das gewöhnliche Vorstellen, Fühlen und Wollen. Wir müssen dasjenige loslösen, was wir mit dem Ausdruck Gedächtnis zusammenfassen. Diejenigen Vorstellungen und Gefühle, die wir aus dem Schatze unseres Gedächtnisses, unserer Erinnerungen hervorholen, sind nicht denselben Gesetzen unterworfen wie das Bewußtsein, von dem soeben gesprochen worden ist. Denn dieses Bewußtsein braucht, damit es überhaupt bestehen kann, die Erhaltung des physischen Leibes in der Form, wie er einmal ist. Und Sie wissen aus mancherlei Darstellungen, die gegeben worden sind, daß in bezug auf seine Substanz der physische Leib sich fortwährend erneuert, daß nach sieben, acht Jahren ganz andere physische Substanzen in uns sind als vorher, daß also die physischen Substanzen ausgewechselt werden. Aber die Form bleibt. Und sie muß bleiben. Denn so wie sie ist, so ist sie Werkzeug für das gewöhnliche Bewußtsein. Und so lange können wir das gewöhnliche Bewußtsein für Denken, Fühlen und Wollen entfalten, als wir den physischen Leib in der entsprechenden Form haben. Aber das Gedächtnis, die Erinnerungen würden uns, wenn sie an den physischen Leib gebunden wären, nicht lange standhalten können. Das würden sie höchstens so lange können, als die einzelnen Substanzen des physischen Leibes uns standhalten können. Das heißt, wir würden uns höchstens sechs, sieben Jahre zurückerinnern können, wenn das Gedächtnis an den physischen Leib gebunden wäre. Das ist es aber nicht. Der physische Leib ist nicht Werkzeug des Gedächtnisses, sondern Werkzeug des Gedächtnisses ist für den Erdenmenschen der ätherische Leib, der Äther- oder Lebensleib. Und dieser ist es gerade, der im Erdenmenschen immer arbeitet. So daß immer — von unserem ersten Bewußtseinsaugenblicke an bis zu unserem Tode — dasjenige bleiben kann, was wir eben in unser Gedächtnis aufgenommen haben. Dieser Äther- oder Lebensleib ist es also, der unsere Erinnerungen, unsere Gedächtnisvorstellungen von einer Lebensepoche in die andere hinüberträgt. Für das irdische Bewußtsein bedienen wir uns also als eines Werkzeuges des Erdenleibes; für die Erinnerungen bedienen wir uns als eines Werkzeuges des ätherischen Leibes. Wir würden nicht durch die Zeit, die zwischen dem Tode und der neuen Geburt verläuft, die Erinnerungen an unser Leben über diese Zeit hinübertragen können, wenn nicht etwas ganz Bestimmtes eintreten würde: wenn wir nicht eine Zeitlang, nachdem wir mit dem Tode den physischen Leib verlassen haben, im Äther- oder Lebensleibe bleiben würden. Das ist eben die Zeit — ich habe es oft beschrieben —, in welcher das verflossene Leben nach unserem Tode vor uns liegt wie ein großes Panorama, wie ein großes Tableau. Wir haben oft von diesem Lebenstableau gesprochen. Dasselbe kann uns nur dadurch erscheinen, daß wir unsern Ätherleib noch eine Zeitlang nach dem Tode haben. Denn dieser Ätherleib ist durchaus eben das Werkzeug für die Erinnerungen. Würden wir ihn sogleich im Tode oder nach dem Tode verlieren, so würden wir dieses Tableau nicht haben können. Wir müssen uns dieses Ätherleibes oder Lebensleibes als eines Werkzeuges bedienen können, und es geschieht etwas, während wir dieses Lebenstableau haben. Während wir dieses Lebenstableau nach unserem Tode in unserer Seele haben, wird dieses ganze Lebenstableau eingetragen, eingraviert gleichsam — wenn ich mich dieses Ausdruckes bedienen darf — in den allgemeinen, den Raum durchdringenden Lebensäther. Nun ist es da drinnen. Was wir erst einige Tage hindurch hielten, ist nun gleichsam aufgezeichnet in den allgemeinen Lebensäther, in dem wir leben, in dem wir immer sind. Dadurch, daß es da aufgezeichnet ist, daß es da drinnen ist, ist es für unser weiteres Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt eben vorhanden. Und wir nehmen einen Extrakt aus unserem Ätherleibe mit, das wissen wit, damit wir immer eine Verbindung herstellen können zwischen uns selbst und diesem in den allgemeinen Lebensäther eingetragenen Lebenstableau. Das ist gleichsam unser fortlaufendes Organ, wodurch wir die Erinnerungen an unser letztes Leben immer haben können.
[ 6 ] Here we have the first aspect of the earthly human being: his consciousness. If we now consider the earthly human being in his entirety, as he is, we must detach from what is commonly called consciousness in ordinary sensory life something that is by no means to be reckoned as consciousness in the same sense as ordinary mental images, feeling, and willing. We must separate that which we summarize with the term “memory.” The mental images and feelings we draw from the treasure trove of our memory, our recollections, are not subject to the same laws as the consciousness just mentioned. For this consciousness, in order to exist at all, requires the preservation of the physical body in the form it once had. And you know from various descriptions that have been given that, in terms of its substance, the physical body is constantly renewing itself; that after seven or eight years, there are entirely different physical substances within us than before; that is, the physical substances are replaced. But the form remains. And it must remain. For just as it is, it serves as a tool for ordinary consciousness. And we can develop ordinary consciousness for thinking, feeling, and willing only as long as we have the physical body in the corresponding form. But memory, our recollections, would not be able to endure for long if they were bound to the physical body. They would be able to do so at most only as long as the individual substances of the physical body can endure. That is to say, we would be able to recall at most six or seven years back if memory were bound to the physical body. But it is not. The physical body is not the instrument of memory; rather, the instrument of memory for the earthly human being is the etheric body, the etheric or Life-Body. And it is precisely this that is always at work within the earthly human being. So that always—from our first moment of consciousness until our death—that which we have just taken into our memory can remain. It is therefore this etheric or Life-Body that carries our memories, our mental images, from one epoch of life into the next. For earthly consciousness, we thus use the physical body as a tool; for memories, we use the etheric Body as a tool. We would not be able to carry the memories of our life across the time that elapses between death and the new birth if something very specific did not occur: if we did not remain for a time in the etheric or Life-Body after leaving the physical body through death. This is precisely the time—I have often described it—in which the life that has passed lies before us after our death like a great panorama, like a great tableau. We have often spoken of this tableau of life. It can only appear to us because we retain our etheric body for a time after death. For this etheric body is precisely the instrument for these memories. If we were to lose it immediately upon death or shortly thereafter, we would not be able to have this tableau. We must be able to make use of this etheric body or Life-Body as a tool, and something happens while we have this tableau of life. While we have this tableau of life in our soul after our death, this entire tableau of life is inscribed, engraved, as it were—if I may use this expression—into the general life ether that permeates space. Now it is there within it. What we held for only a few days is now, as it were, recorded in the general life-ether in which we live, in which we are always present. Because it is recorded there, because it is in there, it is precisely available for our further life between death and the new birth. And we take an extract from our etheric body with us—we know this—so that we can always establish a connection between ourselves and this tableau of life inscribed in the universal life-ether. This is, as it were, our ongoing organ, through which we can always retain the memories of our last life.
[ 7 ] Daraus schen Sie, daß wir in unserem Bewußtsein immer nur ein Gegenwärtiges haben können und daß unser Sein mit dem gegenwärtigen Augenblick eigentlich verschwinden würde, wenn wir nur das Bewußtsein mit unserem Denken, Fühlen und Wollen als Erdenmenschen entfalten könnten. Daß wir dasjenige, was in Denken, Fühlen und Wollen lebt, aufbewahren können, das verdanken wir dem Ätherleibe; und wir bewahren es dann sogar auf nach dem Tode in dem allgemeinen Lebensäther. Da haben wir das zweite Glied des menschlichen irdischen Daseins, dasjenige, was nicht wie das Erdenbewußtsein mit dem Augenblicke verläuft, sondern welches bestehen bleibt, welches sozusagen erhalten bleibt im allgemeinen Lebensäther. Wir haben also nunmehr schon für den Erdenmenschen zwei Glieder zu unterscheiden: sein Erdenbewußtsein und sein Gedächtnis oder seine Erinnerungen, die man nicht einfach mit dem Bewußtsein identifizieren darf. Was ist denn nun das dritte Glied?
[ 7 ] From this it follows that we can have only one present moment in our consciousness at a time, and that our existence would in fact vanish with the present moment if, as earthly human beings, we could develop consciousness solely through our thinking, feeling, and willing. It is thanks to the etheric body that we are able to preserve that which lives in thinking, feeling, and willing; and we even preserve it after death in the general life-ether. Here we have the second aspect of human earthly existence, that which does not pass away with the moment like earthly consciousness, but which remains, which is preserved, so to speak, in the general life-ether. We must therefore now distinguish two aspects of the earthly human being: their earthly consciousness and their memory or recollections, which must not simply be identified with consciousness. What, then, is the third aspect?
[ 8 ] Das zweite Glied unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß es die Dinge, die erlebt werden, nicht einfach vorübergehen läßt, sondern sie aufbewahrt. Das dritte Glied des irdischen Menschen unterscheidet sich wiederum von dem zweiten in beträchtlicher Art. Wenn Sie Ihre Gedanken, insofern sie Erinnerungen werden, ins Auge fassen, so werden Sie sich sagen: Eine ganz bestimmte Eigentümlichkeit haben diese Gedanken, welche Erinnerungen geworden sind. — Eine Eigentümlichkeit hat alles, was dem Gedächtnis anvertraut worden ist, nämlich, daß es während des Lebens Ihr persönliches Gut ist, daß es Ihr persönlicher Inhalt ist. Sie tragen das, was Sie als Erinnerung durch das Leben und bis zum Tode hin tragen, als Ihr innerstes Besitztum in sich, tragen es als Besitztum in Ihrer Persönlichkeit bis zum Tode hin in sich. Und Sie werden sich leicht den Gedanken bilden können, der ja nahe liegt, daß dies, was Sie da in Ihrem Gedächtnis, in Ihren Erinnerungen mit sich tragen, zunächst solange Sie leben, nichts in der Außenwelt bedeutet, nichts in der äußeren Welt ist. Es ist in Ihnen und es beginnt erst, nachdem Sie durch den Tod hindurchgegangen sind, etwas in der Außenwelt zu sein: da wird es in den allgemeinen Lebensäther eingetragen. Aber was ist es in dem allgemeinen Lebensäther? Dort ist es die Notiz von Ihrer Persönlichkeit. Es ist das, was von Ihrer Persönlichkeit bleibt als das, was während des Lebens inneres Erlebnis ist, und nach dem Tode ist es für die zunächstige Ewigkeit in dem Lebensäther Eingetragenes für Ihre Persönlichkeit. Da steht es aufgeschrieben. Was der Mensch im Leben innerlich erlebt hat, wird für den Lebensäther äußerliches Erlebnis nach dem Tode des Menschen. Es ist also mit unsern Erinnerungen so, daß wir diese Erinnerungen, dieses Gedächtnis in uns selber als unser inneres Gut bis zum Tode tragen dürfen, und daß es vom Tode an — sozusagen als offenbares Geheimnis — in den Lebensäther eingeschrieben ist und darinnen lebt und daß wir mit ihm verbunden bleiben, weil wir einen Extrakt aus dem Lebensleib mitgenommen haben und immer zurückschauen können auf das, was wir da erlebt haben. So ist in einer gewissen Beziehung die Welt unserer Erlebnisse durch die Erinnerungen, durch das Gedächtnis während unseres Erdenlebens in uns; so sind wir mit unserem Erdenleben in dem Weltenäther nach dem Tode.
[ 8 ] The second link differs from the first in that it does not simply let the things that are experienced pass by, but rather retains them. The third aspect of the earthly human being, in turn, differs significantly from the second. When you consider your thoughts, insofar as they become memories, you will say to yourself: These thoughts, which have become memories, possess a very specific characteristic. — Everything entrusted to memory has one peculiarity, namely, that during life it is your personal property, that it is your personal content. You carry what you carry as a memory through life and until death as your innermost possession within yourself; you carry it as a possession within your personality until death. And you will easily be able to form the thought—which is, of course, obvious—that what you carry within your memory, within your recollections, means nothing in the external world, is nothing in the external world, at least as long as you live. It is within you, and it only begins to be something in the external world after you have passed through death: there it is inscribed into the general life-ether. But what is it in the general life-ether? There it is the record of your personality. It is what remains of your personality as that which is an inner experience during life, and after death it is, for the immediate eternity, what is recorded in the life-ether for your personality. There it is written down. What a person has experienced inwardly in life becomes an outer experience for the life-ether after the person’s death. It is thus the case with our memories that we may carry these memories, this memory within ourselves as our inner treasure until death, and that from death onward—as it were, as a revealed mystery—it is inscribed in the life-ether and lives within it, and that we remain connected to it because we have taken an extract from the Life-Body with us and can always look back on what we experienced there. Thus, in a certain sense, the world of our experiences remains within us through our memories and our memory during our earthly life; thus, we remain connected to our earthly life in the world-ether after death.
[ 9 ] Anders ist es nun mit dem, was nicht bloß unser inneres Erlebnis bleibt, was nicht bloß unsere Erinnerung, unser Gedächtnis bleibt, sondern was von uns schon während unseres Lebens äußere Tatsache geworden ist. Äußere Tatsache wird von unserem Leben während dieses Erdenlebens im Grunde genommen jeder Schritt. Denn nicht nur, daß wir den Schritt machen und uns dann daran erinnern können, sondern indem wir den Schritt machen, drücken wir unsere Spur in das Erdreich ein. Wir durcheilen die Luft. Ich möchte sagen, schon im äußeren physischen Sinne ist unser ganzes äußeres Leben zugleich äußere Tat. Äußere Wirklichkeit wird unser ganzes Leben. Aber wie wird unser Leben erst äußere Wirklichkeit, wenn wir aufblicken von unserem äußeren physischen Dasein zu unserem moralischen Dasein! Ob wir ein gutes Herz haben und diese oder jene gute Tat verrichten, das wird gar sehr äußere Tatsache. Wenn wir ein gutes Herz haben und diese oder jene Tat des Mitleides, diese oder jene Tat der Mitfreude verrichten, so ist das, was wir getan haben, nicht bloß etwas, das in uns fortlebt, sondern das fortlebt in den andern Menschen, in unserer ganzen Umgebung. Wir drücken fortwährend die Spuren unseres Daseins in unserem Erdenleben dem ganzen Dasein auf. Der Mensch, mit dem wir zusammen waren, demgegenüber wir eine Tat des Mitleides oder der Mitfreude verrichtet haben, er trägt die Wirkung unseres Tuns mit sich fort. Was wir gefühlt und getan haben, lebt außerhalb unser in dem andern Menschen fort. Wenn Sie sich diesen Gedanken überlegen, finden Sie heraus, wie das, was der Mensch darlebt, nicht nur ihm gehört, wie ihm seine Erinnerungsvorstellungen gehören, sondern was er innerlich erlebt, geht fortwährend in die äußere Welt über, das wird fortwährend Wirkung in der Außenwelt.
[ 9 ] The situation is different, however, with that which does not remain merely our inner experience, which does not remain merely our recollection or memory, but which has already become an external fact during our lifetime. In essence, every step we take during this earthly life becomes an external fact. For it is not merely that we take the step and can then remember it, but in taking the step, we leave our mark on the earth. We rush through the air. I would say that even in the external physical sense, our entire external life is at the same time an external act. Our whole life becomes external reality. But how much more does our life become external reality when we look up from our external physical existence to our moral existence! Whether we have a good heart and perform this or that good deed—that becomes a very external fact indeed. When we have a good heart and perform this or that act of compassion, this or that act of shared joy, then what we have done is not merely something that lives on within us, but something that lives on in other people, in our entire surroundings. We continually imprint the traces of our existence in our earthly life upon the whole of existence. The person with whom we were together, toward whom we performed an act of compassion or joy, carries the effect of our actions with them. What we have felt and done lives on outside of us in the other person. If you reflect on this idea, you will discover how what a person lives through does not belong solely to them—just as their memories do not belong solely to them—but rather, what they experience inwardly continually passes into the outer world, continually exerting an effect in the outer world.
[ 10 ] Was wir auf diese Weise schon während unseres Lebens der Außenwelt mitteilen, ist nicht wie unsere Erinnerungsvorstellungen in unserem Ätherleibe eingeschrieben. Unser Ätherleib gehört zu innig, zu intensiv zusammen mit unserer ganzen Persönlichkeit, als daß diese Taten, diese Wirkungen des menschlichen Erlebens in ihm eingeschrieben werden könnten. Es würde dem Menschen auch während des Erdenlebens nicht gar gut bekommen. Denn, würde zum Beispiel irgendeine mitleidlose Tat oder irgendeine schlechte Tat dem Ätherleibe unmittelbar eingeschrieben, so würde der Mensch sein ganzes Leben hindurch verspüren müssen, daß er diese Tat getan hat. Dann würde dies in seinem Ätherleibe eine Kraft bedeuten, und er würde unter Umständen unter dieser schlechten Tat dadurch leiden müssen, daß sie sich in seine Lebenskräfte hineinbohrt, das heißt aber, daß sie ihn krank, unzufrieden machen würde, ihn lähmen würde und so weiter. Wenn unsere Taten dasselbe tun würden in unserem Ätherleibe wie unsere Gedanken, so wäre das Leben des Erdenmenschen unmöglich. Aber ebenso wie der Ätherleib das Werkzeug für unsere Gedanken ist, insofern sie Erinnerungen werden und dem Gedächtnis einverleibt werden, ebenso ist unser astralischer Leib das Werkzeug für unsere Taten. Sie entspringen aus unserem Astralleib. Alles was der Mensch tut, und so, wie ich es beschrieben habe, als Wirkung der Außenwelt einverleibt, ist gebunden an das Werkzeug des menschlichen Astralleibes. Wie sein alltägliches Bewußtsein an den physischen Leib, wie seine Erinnerungen und sein Gedächtnis an den Ätherleib gebunden sind, so ist, wenn der astralische Leib auch noch so fein ist, alles was der Mensch tut, was Wirkung ist in der Außenwelt, getan durch den menschlichen Astralleib. Die Folge davon ist, daß es auch in einer gewissen Beziehung mit diesem Astralleib verbunden bleibt, wie das Gedächtnis verbunden bleibt mit dem Ätherleib. Wenn wir, wie wir gesehen haben, nach dem Tode in unserem Ätherleibe noch leben, dann bildet sich das Erinnerungstableau; das heißt, an unseren Ätherleib bleiben die Erinnerungen an unser eben vergangenes Leben gebunden. Wenn wir unseren Ätherleib dann einige Zeit nach dem Tode abgelegt haben und in den allgemeinen Lebensäther eingetragen ist, was unsere Persönlichkeit zuerst an Erinnerungen, an Gedächtnisinhalt bewahrt hat, dann leben wir aber noch ganz in unserem Astralleib. Wir haben das oftmals beschrieben, wie der Mensch noch lange in seinem Astralleib zu leben hat. In diesem Astralleib sind wir tatsächlich — wie das auch öfter beschrieben worden ist — mit den äußeren Wirkungen unseres Lebens verbunden. Es zeigt sich das auch äußerlich dadurch, daß der Mensch nach dem Tode rückwärts zu durchleben hat seine Tatenwelt, alles was er überhaupt an anderen Wesen auf der Erde getan oder verrichtet hat. Er fühlt sich in einer Zeit, von der wir gesagt haben, daß sie ungefähr ein Drittel seines vergangenen Lebens beträgt, wie hindurchgehend in seinem Astralleib durch seine Erdentatsachen, durch alles, was er auf der Erde verrichtet hat. Und ebenso wie — nachdem wir unseren Ätherleib wenige Tage nach dem Tode abgelegt haben — unsere persönlichen Erinnerungen in den allgemeinen Lebensäther eingeschrieben sind, so werden in der Zeit, in welcher wir noch mit dem Astralleib verbunden sind, alle unsere Taten in die allgemeine Weltenastralität eingeschrieben. Da stehen sie drinnen und wir bleiben mit ihnen ebenso verbunden, wie wir mit den Erinnerungen unserer Persönlichkeit verbunden bleiben, die als eine bleibende Notiz in den Weltenäther eingeschrieben sind, nur werden unsere Taten gleichsam in eine andere Weltennotiz eingetragen. Während wir die Taten unseres letzten Lebens zurückerleben, wird das alles in die allgemeine Weltenastralität eingetragen und wir bleiben damit verbunden. Durch unseren Astralleib gehören wir also bleibend unseren Taten an, insofern wir Erdenmenschen sind.
[ 10 ] What we communicate to the outside world in this way during our lifetime is not inscribed in our etheric body in the same way as our memories. Our etheric body is too intimately and intensely connected with our entire personality for these actions—these effects of human experience—to be inscribed within it. It would not do a person any good, even during their earthly life. For if, for example, some act of cruelty or some evil deed were directly inscribed in the etheric body, the person would have to feel throughout their entire life that they had committed that deed. Then this would represent a force within his etheric body, and he might have to suffer from this evil deed as it burrows into his life forces—which means it would make him sick, unhappy, paralyze him, and so on. If our deeds were to do the same in our etheric body as our thoughts do, human life on Earth would be impossible. But just as the etheric body is the instrument for our thoughts, insofar as they become memories and are incorporated into the memory, so too is our astral body the instrument for our deeds. They spring from our astral body. Everything that a human being does, and incorporates as an effect of the external world as I have described, is bound to the instrument of the human astral body. Just as his everyday consciousness is bound to the physical body, and his memories and memory are bound to the etheric body, so too, no matter how subtle the astral body may be, everything a human being does—every action that has an effect in the external world—is performed through the human astral body. The consequence of this is that it also remains connected in a certain way to this astral body, just as memory remains connected to the etheric body. If, as we have seen, we still live in our etheric body after death, then the tableau of memories forms; that is to say, the memories of our recently past life remain bound to our etheric body. When we have shed our etheric body some time after death and what our personality initially preserved in terms of memories and the contents of memory has been entered into the general life-ether, we still live entirely in our astral body. We have often described how the human being must live on in their astral body for a long time. In this astral body, we are indeed—as has also been described frequently—connected to the external effects of our life. This is also evident externally in that, after death, a person must relive in reverse the world of their deeds—everything they have ever done or accomplished toward other beings on Earth. For a period we have described as amounting to roughly one-third of their past life, they feel as though they are passing through, in their astral body, their earthly deeds—through everything they have accomplished on Earth. And just as—after we have shed our etheric body a few days after death—our personal memories are inscribed into the general life-ether, so too, during the time when we are still connected to the astral body, all our deeds are inscribed into the general astrality of the worlds. There they remain, and we stay connected to them just as we remain connected to the memories of our personality, which are inscribed as a lasting record in the world ether; only our deeds are, so to speak, entered into a different world record. As we relive the deeds of our last life, all of this is entered into the general world astrality, and we remain connected to it. Through our astral body, we thus remain permanently connected to our deeds, insofar as we are earthly human beings.
[ 11 ] Was ich jetzt eben beschrieben habe, was uns mit unseren Taten verbindet, das ist Karma. Das ist in Wirklichkeit das Karma: was von unseren Lebenstaten eingetragen ist in die allgemeine Weltenastralität. Sie können daraus auch entnehmen, daß ein starker moralischer Antrieb in einem solchen Wissen liegt, wie überhaupt es nur eine Art von Verleumdung wäre, wenn man sagen würde, daß Geisteswissenschaft nicht die allermoralischste Lebensgrundlage bieten würde. Inwiefern liegt in solchen Erkenntnisgrundlagen, wie sie eben ausgesprochen sind, ein starker moralischer Impuls? Sie haben ja gesehen, daß letztlich unsere Taten während des Lebens nach dem Tode eingetragen werden in die allgemeine Weltenastralität. Wenn wir irgend etwas Unrichtiges getan haben während unseres Lebens, und wir es nicht karmisch, soweit wir die Macht dazu haben, noch in diesem Leben gutmachen — denn angenommen, wir bemühten uns also, irgendein Unmoralisches schon im irdischen Leben auszugleichen, dann würden wir uns die Eintragung in das Karma ersparen —, dann wird alles, was wir nicht ausgleichen können, nach dem Tode in das Karma eingetragen und es bleibt mit uns verbunden. Insofern wir als Erdenmenschen den irdischen Astralleib haben, haben wir als Menschen unser Karma,
[ 11 ] What I have just described—what connects us to our actions—is karma. This is, in reality, what karma is: what is recorded from our life’s deeds in the general astral realm of the world. You can also infer from this that there is a strong moral impetus in such knowledge; indeed, it would be nothing short of slander to say that Spiritual Science does not offer the most moral foundation for life. To what extent does a strong moral impulse lie in such foundations of knowledge as have just been expressed? You have seen, after all, that ultimately our deeds during life are recorded in the general astral realm of the world after death. If we have done anything wrong during our life, and we do not make amends for it karmically—insofar as we have the power to do so—in this very life—for suppose we were striving to balance out any immoral acts already in our earthly life, then we would spare ourselves the entry into karma—then everything we cannot balance out is entered into karma after death and remains connected to us. Insofar as we, as earthly human beings, possess the earthly astral body, we, as human beings, have our karma,
[ 12 ] So haben wir das dritte Glied des irdischen Menschen. Das erste ist das Bewußtsein, das als Werkzeug den physischen Leib hat. Das zweite ist Erinnerung und Gedächtnis, das als Werkzeug den Ätherleib oder Lebensleib hat. Und das dritte, das zum irdischen Menschen ebenso gehört, wie im physischen Erdenleibe sein Bewußtsein zu ihm gehört, das ist das Karma. Aus drei Gliedern besteht in dieser Beziehung der irdische Mensch: aus seinem Erdenbewußtsein, aus seinem Gedächtnis und aus seinem Karma, und ohne diese drei Glieder ist der Erdenmensch kein Erdenmensch. Ein Wesen, das auf der Erde herumgehen würde und im physischen Leibe kein solches Bewußtsein entwickeln würde wie der Erdenmensch, wäre kein Mensch. Und ein Wesen auf der Erde, das auf der Erde kein solches Gedächtnis ausbilden würde wie der Erdenmensch, wäre kein Mensch. Und ein Mensch, der herumgehen würde und durch das Leben im Erdenleibe kein Karma machen würde, wäre kein Erdenmensch. Das macht den eigentlichen irdischen Menschen aus: daß er ein Bewußtsein entwickelt durch den physischen Leib, daß er Gedächtnis und Erinnerung entwickelt durch den Äther- oder Lebensleib und daß er Karma macht durch den Astralleib. So haben wir gleichsam herausgeschält, was am Menschen Erdenmensch ist. Wir müssen ein Viertes hinzurechnen, von dem wir wissen, daß es erst auf der Erde aufgeleuchtet hat: das Ich selbst, jenes Ich, von dem wir wissen, daß es von Inkarnation zu Inkarnation geht, von dem wir also wissen, daß es drinnensteckt in uns, wenn wir unser Erdenbewußtsein entwickeln, daß es drinnensteckt in uns, wenn wir im Gedächtnis aufbewahren Erinnerungsvorstellung auf Erinnerungsvorstellung, daß es aber auch in uns drinnensteckt, wenn wir von Inkarnation zu Inkarnation Karma aufhäufen. Überall steckt das Ich darinnen. Aber es steckt in diesen drei Gliedern des Erdenmenschen drinnen. Wie also können wir diesen Erdenmenschen noch charakterisieren?
[ 12 ] Thus we have the third aspect of the earthly human being. The first is consciousness, which has the physical body as its instrument. The second is recollection and memory, which has the etheric body or Life-Body as its instrument. And the third, which belongs to the earthly human being just as much as his consciousness belongs to him in the physical earthly body, is karma. In this respect, the earthly human being consists of three members: his earthly consciousness, his memory, and his karma; and without these three members, the earthly human being is not an earthly human being. A being that would walk about on Earth and would not develop in the physical body a consciousness such as that of the earthly human being would not be a human being. And a being on Earth that would not develop on Earth a memory such as that of the earthly human being would not be a human being. And a human being who would walk about and would not create karma through life in the earthly body would not be an earthly human being. This is what constitutes the true earthly human being: that he develops consciousness through the physical body, that he develops memory and recollection through the etheric or Life-Body, and that he creates karma through the astral body. Thus we have, as it were, distilled what it is about the human being that makes him an earthly human being. We must add a fourth element, which we know first came to light on Earth: the ego itself, that ego which we know passes from incarnation to incarnation, which we therefore know is within us when we develop our earthly consciousness, that it is within us when we store memory image upon memory image in our memory, but that it also lies within us when we accumulate karma from incarnation to incarnation. The I is present everywhere. But it is present within these three members of the earthly human being. How, then, can we further characterize this earthly human being?
[ 13 ] Wir wissen, daß der Erdenmensch das Ich aufleuchten gefunden hat erst auf der Erde. Aber wir wissen, daß sein physischer Leib sich zuerst gebildet hat während der alten Saturnzeit der Erde und daß die Erdenzeit zwar den physischen Erdenleib anders gemacht hat nach der Mondenentwickelung, doch ist der physische Leib nicht ein Erdenprodukt. Wir wissen dieses aber auch vom Ätherleibe, der die erste Anlage während der alten Sonnenzeit erhalten hat, und auch vom astralischen Leib, der ja seine erste Anlage auf dem alten Mond erhalten hat. Also stellen wir uns diesen Menschen vor: er kam herüber, als die Erde begann, aus einer vorirdischen Entwickelung, bestehend aus physischem Leib, Ätherleib und Astralleib. Aus dem, was er im Laufe der Erdenevolution geworden ist, gestaltete sich um sein physischer Leib zum Instrument des Erdenbewußtseins, sein Ätherleib zum Instrument des persönlichen Gedächtnisses und sein Astralleib zum Träger des Karma. Da haben wir gleichsam herausgeschält, was die früheren Zustände dem Menschen gegeben haben in seinem physischen Leib, Ätherleib und Astralleib, und das, was die Erde erst durch ihre Mission in diesen dreigliedrigen Menschen hineingearbeitet hat. Halten wir einmal das recht genau auseinander. Sagen wir uns: dieser physische Leib des Menschen ist ja eine wunderbare Sache, etwas ganz Wunderbares. Er ist so wunderbar geworden, weil er dreimal eigentlich seinen Zustand verändert hat mit den vorirdischen Erdenverkörperungen. Er wäre, wenn er so geblieben wäre, wie er nach Ablauf der alten Mondenzeit war, mit allen denjenigen inneren Eigenschaften behaftet, die er hat; nur wäre er nicht so umgestaltet, daß er in sich erzeugen könnte die Werkzeuge des irdischen Menschenbewußtseins. Das ist also zum physischen Leib hinzugekommen, daß er nicht nur die Vollkommenheit hat, die er hatte nach der Mondenentwickelung, sondern noch umgestaltet worden ist zum Träger des menschlichen Erdenbewußtseins. Ebenso hat der Ätherleib alle Vollkommenheiten, die er sonst schon in sich hatte, aber innerhalb der Erdenentwickelung hat er erst diejenigen Kräfte ausgebildet, die ihn zum Träger des menschlichen persönlichen Gedächtnisses machen. Der Astralleib hat sich auf dem alten Monde manche Vollkommenheiten angeeignet, aber dar er das Instrument geworden ist für das Schaffen von Karma, das hat er sich erst während der irdischen Vorgänge angeeignet. Das Ich, das ist allein beim Menschen sozusagen mit seinen Kräften, mit alledem, was es ist, während der Erdenmission ausgestattet worden. Im Ich allein können wir also sozusagen alles das beobachten, was die Erde selber am Menschen erarbeitet hat.
[ 13 ] We know that the human being on Earth first discovered the awakening of the “I” only on Earth. But we also know that the physical body first took shape during the ancient Saturn period of the Earth, and that although the Earth period transformed the physical body differently following the lunar evolution, the physical body is not a product of the Earth. We know this, however, also of the etheric body, which received its first rudiments during the ancient Sun period, and also of the astral body, which indeed received its first rudiments on the ancient Moon. So let us imagine this human being: he came over, as the Earth began, from a pre-earthly evolution, consisting of a physical body, an etheric body, and an astral body. From what he has become in the course of Earth’s evolution, his physical body has become the instrument of Earth consciousness, his etheric body the instrument of personal memory, and his astral body the bearer of karma. We have, as it were, peeled away what the earlier states have given the human being in his physical body, etheric body, and astral body, and what the Earth has only worked into this threefold human being through its mission. Let us keep this quite clearly distinct. Let us say to ourselves: this physical body of the human being is indeed a wonderful thing, something quite marvelous. It has become so wonderful because it has actually changed its state three times through the pre-earthly incarnations. If it had remained as it was after the end of the old Lunar period, it would still possess all the inner qualities it has; only it would not have been transformed in such a way that it could generate within itself the instruments of earthly human consciousness. Thus, in addition to the physical body, he not only possesses the perfection he had after the Lunar period, but has also been transformed into the bearer of human earthly consciousness. Likewise, the etheric body possesses all the perfections it already had within itself, but it was only during Earth development that it developed those powers that make it the bearer of human personal memory. The astral body acquired certain perfections on the old Moon, but the fact that it became the instrument for the creation of karma—that it acquired only during earthly processes. The I, so to speak, is the only aspect in the human being that has been endowed with its powers, with all that it is, during the Earth mission. Thus, in the I alone, we can observe, so to speak, everything that the Earth itself has wrought in the human being.
[ 14 ] Was kommt denn also eigentlich durch dieses Ich zum Menschen noch hinzu? Nehmen wir an, der Mensch hätte alle die Dinge, die ihm die Erdenmission gegeben hat, bekommen, aber das Ich wäre nicht aufgeleuchtet. Es ist das, was ich jetzt sage, eine unmögliche Hypothese, selbstverständlich, denn es mußte das Ich zum Menschen hinzukommen. Aber nehmen wir an, ein Wesen hätte, ohne das Ich zu entwickeln, die Eigenschaften erhalten können, die wir eben ausgesprochen haben als irdische Eigenschaften von physischem Leib, Ätherleib und Astralleib. Wenn es auch nicht auf der Erde möglich gewesen wäre, solche Eigenschaften im physischen, ätherischen und astralischen Leib zu entwickeln, so ist eine solche Entwickelung immerhin möglich gewesen auf anderen Planeten, und für die geistige Wissenschaft ist es möglich, solche Zustände auf anderen Planeten sogar in ihrer Realität zu studieren. Es würde also das ein Wesen sein, das ein solches Bewußtsein entwickeln kann, wie der Mensch es entwickelt, wenn er aufwacht, ein Wesen, das vorstellt, fühlt, will, nur würde es nicht die Vorstellungen einem Ich zuschreiben, würde nicht die Empfindungen, die Gefühle einem Ich zuschreiben und die Willensimpulse ebenfalls nicht. Aber immerhin, es wäre möglich, daß ein solches Wesen ein Bewußtsein hätte wie die Erdenmenschen, daß es auch Erinnerungen hätte, daß die Vorstellungen in der Erinnerung blieben und daß es ein Karma hätte. Vom Erdenmenschen wäre das nicht möglich, aber nehmen wir an, daß wir uns ein solches Wesen vorstellen könnten. Was würde also alles dasein? Bewußtsein, Erinnerung und Karma. Nun sind aber beim Menschen diese drei Dinge vorhanden: Bewußtsein, Erinnerung, Karma. Aber es ist außerdem noch das Ich vorhanden. Was geschieht denn durch dieses Ich? Da Karma wesentlich durch den astralischen Leib bewirkt wird, was geschieht durch das Ich selber, dadurch daß es in seinem Karma eben drinnensteckt?
[ 14 ] So what, exactly, does this “I” actually add to the human being? Let us suppose that the human being had received all the things that the earthly mission had given him, but that the “I” had not been awakened. What I am saying now is, of course, an impossible hypothesis, for the “I” had to be added to the human being. But let us suppose that a being could have acquired, without developing the “I,” the qualities we have just described as the earthly qualities of the physical, etheric, and astral bodies. Even if it had not been possible on Earth to develop such qualities in the physical, etheric, and astral bodies, such a development would nevertheless have been possible on other planets, and for spiritual science it is possible to study such states on other planets even in their reality. It would thus be a being capable of developing a consciousness similar to that which a human being develops upon awakening—a being that imagines, feels, and wills—only it would not attribute these mental images to an “I,” nor would it attribute the sensations, the feelings, or the impulses of the will to an “I.” But still, it would be possible for such a being to have a consciousness like that of Earth humans, to have memories, for the mental images to remain in memory, and to have karma. This would not be possible for an Earth human, but let us assume that we could imagine such a being. So what would all of this consist of? Consciousness, memory, and karma. Now, these three things are present in human beings: consciousness, memory, karma. But in addition, the “I” is also present. What, then, happens through this “I”? Since karma is essentially brought about through the astral body, what happens through the “I” itself, by virtue of the fact that it is, so to speak, caught up in its karma?
[ 15 ] Was durch das Ich selber geschieht, ist nun, man möchte sagen, etwas viel Schwerwiegenderes noch als das menschliche Karma. Denn Karma, was als Karma bleibt, bleibt mit uns verbunden. Und wenn wir in irgendeinem Leben Taten getan haben, so bleiben diese als unser Karma bestehen und wir können sie im späteren Leben ausgleichen. Unser astralischer Leib ist es eigentlich, der es bewirkt, daß unser Karma bestehen bleibt. Unser Ich ist auch eine geistige Potenz, eine geistige Wesenheit. Was dieses Ich nun aus sich herausbringt, so wie der astralische Leib das Karma aus sich herausbringt, sind nun nicht Dinge, die immer mit dem Menschen verbunden bleiben, sondern das sind Dinge, die sich von dem Menschen loslösen. Wir haben auch öfter schon darauf aufmerksam machen können: es sind die Gedankenformen, die sich von dem Menschen loslösen. Während das, was sich in unser Karma einschreibt, mit uns verbunden bleibt und eingegraben wird in den späteren Erdenzustand, gibt es noch etwas Besonderes, was im speziellen durch das menschliche Ich hervorgerufen wird und ebenso hinübergeht in die andere Welt, wie unsere Erinnerungen in den allgemeinen Lebensäther übergehen. Wie unser Karma in die allgemeine Weltenastralität eingeschrieben wird, so geht in die Welt hinaus, was unser Ich nun bildet und was wir kennen als Gedanken- und Gefühlsformen. Die sind noch etwas Besonderes neben dem Karma. Karma ist etwas, was wir behalten als mit uns zusammenhängend. Es gibt aber auch noch solche Erzeugnisse, die sich von uns loslösen, allerdings zunächst nur als Formen, so daß sie als geistige Formen sich loslösen und draußen weiterleben.
[ 15 ] What happens through the ego itself is, one might say, something even more serious than human karma. For karma, insofar as it remains karma, remains connected to us. And if we have committed certain acts in any given life, these remain as our karma, and we can balance them out in a later life. It is actually our astral body that causes our karma to persist. Our ego is also a spiritual power, a spiritual being. What this ego now brings forth from within itself—just as the astral body brings forth karma—are not things that remain forever connected to the human being, but rather things that detach themselves from the human being. We have also been able to draw attention to this on several occasions: it is the thought-forms that detach themselves from the human being. While that which is inscribed in our karma remains connected to us and is embedded in the later earthly state, there is still something special that is brought about specifically by the human ego and passes over into the other world just as our memories pass into the general life-ether. Just as our karma is inscribed into the general astrality of the world, so too does that which our ego now forms—and which we know as thought and feeling forms—go out into the world. These are something special apart from karma. Karma is something we retain as connected to us. But there are also such products that detach themselves from us, albeit initially only as forms, so that they detach themselves as spiritual forms and continue to live on outside.
[ 16 ] Was lebt denn alles von uns weiter? Von uns lebt weiter: erstens unser persönliches Gedächtnis selbst, zweitens unser Karma, drittens die Formen unserer Gedanken. Während wir aber mit den beiden ersten verbunden bleiben, ist es für das letzte so, daß sich diese Formen von uns loslösen, daß sie selbständig werden als Form. Also wie gleichsarn leblose Formen, die hinausgehen als Formen, so leben die Erzeugnisse unseres Ich in der äußeren Welt weiter. An diesem Punkte werden wir das nächste Mal anknüpfen und diese Betrachtungen fortsetzen.
[ 16 ] What, then, lives on after we are gone? What lives on after us is: first, our personal memory itself; second, our karma; third, the forms of our thoughts. However, while we remain connected to the first two, with the last it is the case that these forms detach themselves from us, becoming independent as forms. Thus, just as lifeless forms go out into the world as forms, so the products of our ego live on in the external world. We will pick up on this point next time and continue these reflections.
