Spiritual Entities
in Heavenly Bodies and Nature Realms
GA 136
6 April 1912, Helsinki
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Spiritual Entities in Heavenly Bodies and Nature Realms, tr. SOL
Vierter Vortrag
Fourth Lecture
[ 1 ] Wenn wir das Wesen der geistigen Kräfte und Mächte kennenlernen wollen, welche in den verschiedenen Naturreichen und in den Himmelskörpern wirksam sind, so müssen wir ja zuerst diese - geistigen Wesenheiten selber kennenlernen, und wir haben damit den Anfang bereits gemacht in den drei Vorträgen, die gehalten worden sind. Wir haben versucht, die sogenannten Naturgeister zu charakterisieren, und sind dann aufgestiegen zu den Wesenheiten, welche unmittelbar über dem Menschen stehen in der nächsthöheren Welt, die wir von der unsrigen ausgehend finden können. Wir werden heute diese Betrachtung fortsetzen und müssen deshalb anknüpfen an dasjenige, was sich uns erwiesen hat als der Weg, auf dem wir uns zunächst erheben können zu den Wesenheiten der dritten Hierarchie. Es ist im vorigen Vortrag gezeigt worden, daß es dem Menschen möglich ist, über sich selber hinauszukommen, alles, was an ihm an speziellen egoistischen Interessen und Aufmerksamkeiten ist, zu überwinden, um dadurch sich in eine Sphäre zu erheben, in welcher er zunächst seinen eigenen Führer findet, der ihm schon eine Vorstellung geben kann von jenen Wesenheiten, die wir im Sinne der abendländischen Esoterik Engel, Angeloi, nennen. Und wir haben dann gezeigt, wie ein Weiterschreiten auf diesem Wege dazu führt, die Stammes-, die Völkergeister kennenzulernen, die wir als Erzengel, Archangeloi, angesprochen haben, und wie man dann als tätig im Verlaufe des Kulturprozesses die sogenannten Zeitgeister, die Archai, findet. Es wird der Mensch, wenn er den Weg beschreitet, der gestern skizzenhaft angedeutet worden ist, ein gewisses Gefühl davon erhalten, was mit diesen Wesenheiten der dritten Hierarchie gemeint ist. Es wird lange Zeit, auch wenn man eine okkulte Entwickelung durchmacht, durchaus so bleiben, daß man bloß eine Art von Gefühl hat. Erst wenn man lange in Geduld und Ausdauer alle die Gefühle und Empfindungen durchmacht, welche gestern angedeutet worden sind, dann wird man übergehen können zu dem, was genannt werden darf hellsichtiges Erblicken dieser Wesenheiten der dritten Hierarchie.
[ 1 ] If we wish to understand the nature of the spiritual forces and powers at work in the various kingdoms of nature and in the celestial bodies, we must first come to know these spiritual beings themselves, and we have already made a start on this in the three lectures that have been given. We have attempted to characterize the so-called nature spirits, and then ascended to the beings who stand immediately above human beings in the next higher world, which we can find by proceeding from our own. Today we will continue this exploration and must therefore build upon what has proven to us to be the path by which we can first ascend to the beings of the third hierarchy. It was shown in the previous lecture that it is possible for human beings to rise above themselves, to overcome all that in them consists of specific egoistic interests and concerns, and thereby to ascend into a sphere in which they first find their own guide, who can already give them a mental image of those beings whom we, in the sense of Western esotericism, call angels, Angeloi. And we then showed how proceeding further along this path leads to becoming acquainted with the tribal and national spirits, whom we have referred to as archangels, Archangeloi, and how one then, as an active participant in the course of the cultural process, encounters the so-called time spirits, the Archai. As one walks the path that was sketched out yesterday, one will gain a certain sense of what is meant by these beings of the third hierarchy. For a long time, even when undergoing occult development, it will remain the case that one has merely a kind of feeling. Only when one has patiently and perseveringly gone through all the feelings and sensations indicated yesterday will one be able to pass over to what may be called the clairvoyant perception of these beings of the third hierarchy.
[ 2 ] Wenn man diesen Weg also weiter beschreitet, dann wird man finden, daß man allmählich zu einem anderen Bewußtseinszustand sich selber erzieht, sich selber entwickelt, und dann kann das hellsichtige Anschauen der Wesenheiten der dritten Hierarchie beginnen. Dieser andere Bewußtseinszustand läßt sich vergleichen mit dem Schlaf des Menschen, und zwar zunächst dadurch, daß der Mensch in diesem Zustand mit seinem Ich und seinem astralischen Leib sich befreit fühlt von dem physischen und ätherischen Leib. Dies Befreitfühlen muß man als eine Empfindung haben. Man muß allmählich lernen, was es heißt, nicht durch seine Augen zu schauen, durch seine Ohren zu hören, durch den Verstand, der an das Gehirn gebunden ist, zu denken. Unterscheiden wiederum von dem gewöhnlichen Schlaf müssen wir diesen Zustand dadurch, daß wir bei ihm eben nicht bewußtlos sind, sondern daß wir Wahrnehmungen von geistigen Wesenheiten in unserer Umgebung haben; zuerst ein dunkles Gefühl, daß solche Wesenheiten in unserer Umgebung sind, dann aber, wie gesagt, das Aufleuchten hellsichtigen Bewußtseins und das lebendige Anschauen von den Wesenheiten der dritten Hierarchie und ihrer Nachkommen, der Naturgeister. Wenn man noch genauer diesen Zustand charakterisieren will, so kann man nun sagen, daß derjenige, welcher sich in der okkulten Entwickelung bis zu diesem Zustand erhebt, zunächst wirklich eine Art von Scheidung erblickt zwischen seinem gewöhnlichen Bewußtsein und diesem neuen Bewußtseinszustand. Wie eine Scheidung zwischen Wachen und Schlafen, so ist zunächst für den, der eine okkulte Entwickelung durchmacht, eine Scheidung zwischen dem Bewußtsein, wo der Mensch mit seinen gewöhnlichen Augen sieht, mit seinen gewöhnlichen Ohren hört, mit seinem gewöhnlichen Verstande denkt, und jenem hellseherischen Zustand, in dem er nichts von all dem um sich herum hat, was er im gewöhnlichen normalen Bewußtseinszustand wahrnimmt, dafür aber eben eine andere Welt um sich hat, die Welt der dritten Hierarchie und ihrer Nachkommen. Wozu man es zunächst bringt, ist, daß man lernt, im gewöhnlichen Bewußtsein sich dessen zu erinnern, was man erlebt hat in diesem anderen Bewußtseinszustand.
[ 2 ] If one continues along this path, one will find that one gradually trains oneself and develops oneself into a different state of consciousness, and then the clairvoyant perception of the beings of the third hierarchy can begin. This other state of consciousness can be compared to human sleep, primarily because in this state the human being, with his ego and astral body, feels liberated from the physical and etheric bodies. One must experience this feeling of liberation as a sensation. One must gradually learn what it means not to see through one’s eyes, not to hear through one’s ears, not to think through the mind bound to the brain. We must distinguish this state from ordinary sleep by the fact that in it we are not unconscious, but rather have perceptions of spiritual beings in our surroundings; first a vague sense that such beings are present in our surroundings, but then, as I said, the dawning of clairvoyant consciousness and the vivid perception of the beings of the third hierarchy and their descendants, the nature spirits. If one wishes to characterize this state even more precisely, one can say that the person who, through occult development, rises to this state, initially truly perceives a kind of separation between their ordinary consciousness and this new state of consciousness. Just as there is a distinction between waking and sleeping, so too is there, at first, for the one undergoing occult development, a distinction between the state of consciousness in which a person sees with their ordinary eyes, hears with their ordinary ears, and thinks with their ordinary intellect, and that clairvoyant state in which he has none of the things around him that he perceives in the ordinary, normal state of consciousness, but instead has a different world around him—the world of the third hierarchy and its descendants. The first step is to learn to recall, within ordinary consciousness, what one has experienced in this other state of consciousness.
[ 3 ] Wir können also genau eine Stufe der okkulten Entwickelung des Menschen unterscheiden, auf welcher der Mensch abwechselnd leben kann in seinem gewöhnlichen Bewußtsein, wo er sieht und hört und denkt wie andere Menschen mit normalem Bewußtsein, und in dem anderen Bewußtseinszustand, den er in gewisser Weise auch willkürlich herbeiführen kann, in welchem er wahrnimmt, was in der geistigen Welt der dritten Hierarchie um ihn herum ist. Und dann kann er, wie man sich an einen Traum erinnert, sich, wenn er in seinem gewöhnlichen Bewußtseinszustand ist, an das erinnern, was er in dem anderen, in dem hellseherischen Zustand erlebt hat, und er kann davon erzählen, er kann das umsetzen in gewöhnliche Begriffe und Ideen, was er im hellseherischen Zustand erlebt. Wenn also ein solcher Hellseher in seinem gewöhnlichen Bewußtseinszustand ist und selber etwas wissen will von der geistigen Welt oder aber erzählen will von ihr, dann muß er sich erinnern an das, was er in seinem anderen, hellseherischen Bewußtseinszustand erlebt hat. Ein Hellseher, der auf dieser Stufe der Entwickelung steht, kann nur etwas wissen von jenen geistigen Wesenheiten, die wir bisher beschrieben haben als die Wesenheiten der dritten Hierarchie und ihre Nachkommen. Er weiß zunächst nichts von noch höheren Welten. Wenn er etwas wissen will von noch höheren Welten, dann muß er auch eine höhere Stufe der Hellsichtigkeit erreichen.
[ 3 ] We can thus distinguish exactly one stage in the occult development of the human being at which the individual can alternate between living in his ordinary consciousness—where he sees, hears, and thinks like other people with normal consciousness— and in the other state of consciousness, which they can in a certain sense also bring about at will, in which they perceive what is in the spiritual world of the third hierarchy around them. And then, just as one remembers a dream, when he is in his ordinary state of consciousness, he can recall what he experienced in the other, clairvoyant state, and he can speak of it; he can translate into ordinary concepts and ideas what he experienced in the clairvoyant state. So when such a clairvoyant is in his ordinary state of consciousness and wishes to know something about the spiritual world himself, or to speak of it, he must recall what he experienced in his other, clairvoyant state of consciousness. A clairvoyant at this stage of development can know only of those spiritual beings we have described so far as the beings of the third hierarchy and their descendants. He knows nothing, at first, of even higher worlds. If he wishes to know anything about even higher worlds, he must also attain a higher stage of clairvoyance.
[ 4 ] Diese höhere Stufe kommt dadurch zustande, daß der Mensch jene Übungen, die beschrieben sind in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», immer weiter fortsetzt, daß er namentlich diejenigen Übungen macht, welche dort beschrieben sind als das Beobachten, sagen wir, der Pflanzen, der Tiere und so weiter. Wenn der Mensch also seine Übungen fortsetzt, dann kommt er zu einer höheren Stufe der Hellsichtigkeit. Sie besteht darin, daß der Mensch dann nicht nur zwei wechselnde Zustände hat, einen gewöhnlichen normalen Bewußtseinszustand und einen hellsichtigen, und sich also an die hellseherischen Erlebnisse in dem gewöhnlichen Bewußtseinszustand erinnern kann, sondern es kann dann der Mensch, wenn er diese höhere Stufe der Hellsichtigkeit erreicht hat, geistige Welten, geistige Wesenheiten und geistige Tatsachen auch wahrnehmen, wenn er in seinem gewöhnlichen Bewußtseinszustand ist und durch seine Augen auf die Dinge der Außenwelt schaut. Er kann sozusagen dann die Hellsichtigkeit hereintragen in seinen gewöhnlichen Bewußtseinszustand und er kann hinter den Wesenheiten, die ihn in der Außenwelt umgeben, überall die wie hinter einem Schleier verborgenen tieferen geistigen Wesenheiten und Kräfte sehen.
[ 4 ] This higher stage is achieved by the person continuing to practice the exercises described in the book *How Does One Gain Knowledge of the Higher Worlds?*, specifically those exercises described there as observing, for example, plants, animals, and so on. So when a person continues these exercises, they reach a higher level of clairvoyance. This consists in the fact that the person then has not only two alternating states—an ordinary, normal state of consciousness and a clairvoyant one— and can thus recall the clairvoyant experiences while in the ordinary state of consciousness, but once the person has reached this higher stage of clairvoyance, they can also perceive spiritual worlds, spiritual beings, and spiritual realities even when they are in their ordinary state of consciousness and looking at the things of the outer world through their eyes. They can, so to speak, bring clairvoyance into their ordinary state of consciousness and see, behind the beings that surround them in the external world, the deeper spiritual beings and forces hidden everywhere as if behind a veil.
[ 5 ] Wir fragen uns: Was ist denn da geschehen mit einem solchen Hellseher, welcher in die Lage gekommen ist, nun nicht mehr bloß sich erinnern zu müssen an die Erlebnisse eines anderen Bewußtseinszustandes, sondern der in seinem alltäglichen Bewußtseinszustand hellseherische Erfahrungen machen kann? Wenn der Mensch erst zu der ersten Stufe des Hellsehens aufgestiegen ist, kann er nur seinen astralischen Leib benützen, um in die geistige Welt hineinzuschauen. Der Leib also, dessen sich der Mensch bedient, um in die geistige Welt hineinzuschauen auf der ersten Stufe der Hellsichtigkeit, das ist der astralische Leib. Auf der zweiten Stufe der Hellsichtigkeit, welche eben jetzt beschrieben worden ist, kann sich der Mensch bedienen lernen seines ätherischen Leibes. Dadurch kann er auch in dem gewöhnlichen normalen Bewußtsein hineinschauen in eine geistige Welt. Wenn der Mensch so lernt, seinen ätherischen Leib als ein Werkzeug für seine Hellsichtigkeit zu benutzen, dann lernt er allmählich alles das in der geistigen Welt erkennen, was zu den Wesenheiten der zweiten Hierarchie gehört.
[ 5 ] We ask ourselves: What has happened to such a clairvoyant who has reached a point where he no longer merely has to recall the experiences of another state of consciousness, but can have clairvoyant experiences in his everyday state of consciousness? Once a person has ascended to the first stage of clairvoyance, they can only use their astral body to look into the spiritual world. The body, then, that a person uses to look into the spiritual world at the first stage of clairvoyance is the astral body. At the second stage of clairvoyance, which has just been described, a person can learn to make use of their etheric body. Through this, they can also look into a spiritual world while in their ordinary, normal state of consciousness. When a person learns in this way to use their etheric body as a tool for their clairvoyance, they gradually learn to recognize in the spiritual world all that belongs to the beings of the second hierarchy.
[ 6 ] Nun aber darf der Mensch nicht stehenbleiben dabei, nur sozusagen seinen eigenen ätherischen Leib wahrzunehmen, sondern wenn er zu dieser zweiten Stufe der Hellsichtigkeit aufsteigt, macht er eine ganz bestimmte Erfahrung. Er macht nämlich die Erfahrung, daß er wie aus sich selber herausgeht, daß er sich gleichsam nicht mehr in seiner Haut eingeschlossen fühlt. Wenn er, sagen wir, einer Pflanze, einem Tiere gegenübersteht oder auch einem anderen Menschen, dann fühlt er, wie wenn ein Stück von ihm selber in dieser anderen Wesenheit drinnen wäre. Wie untergetaucht in die andere Wesenheit fühlt er sich. Im normalen Bewußtsein und wenn wir auf der ersten Stufe des Hellsehens stehen, dann können wir noch in einer gewissen Weise sagen: Ich bin hier, das Wesen, welches ich sehe, ist dort. — So können wir auf der zweiten Stufe des Hellsehens nicht mehr sagen, sondern da können wir nur sagen: Wo das Wesen ist, das wir wahrnehmen, da sind wir selber. — Wir sind gleichsam so, daß wir unseren eigenen Ätherleib wie Fangarme nach allen Seiten ausstrecken und uns hineinsaugen in die Wesenheiten, in die wir, also wahrnehmend, unser eigenes Wesen untertauchen.
[ 6 ] However, a person must not stop at merely perceiving, so to speak, their own etheric body; rather, when they ascend to this second stage of clairvoyance, they have a very specific experience. Namely, they experience a sense of stepping outside themselves, of no longer feeling confined within their own skin, as it were. When they stand, say, before a plant, an animal, or even another human being, they feel as if a part of themselves were inside that other being. They feel as if they have been submerged into the other being. In normal consciousness, and when we are at the first stage of clairvoyance, we can still say in a certain sense: I am here; the being I see is there. — At the second stage of clairvoyance, however, we can no longer say this; instead, we can only say: Where the being we perceive is, there we ourselves are. — We are, as it were, extending our own etheric body like tentacles in all directions and drawing ourselves into the beings into which, through our perception, we immerse our own being.
[ 7 ] Es gibt im gewöhnlichen normalen Bewußtsein ein Gefühl, welches uns eine Vorstellung davon geben kann, was der Hellseher auf dieser zweiten Stufe der Hellsichtigkeit erlebt, nur ist das, was der Hellseher da erlebt, unendlich viel intensiver und nicht nur ein Gefühl, sondern steigert sich bis zur Wahrnehmung, bis zum Verstehen, bis zum Untertauchen. Das Gefühl des normalen Bewußtseins, das sich mit diesem Erlebnis des Hellsehers auf der zweiten Stufe der Hellsichtigkeit vergleichen läßt, ist nämlich das Mitleid, ist die Liebe. Was bedeutet es denn, wenn wir im gewöhnlichen Leben Mitleid und Liebe empfinden? Wenn man genauer nachdenkt über das Wesen von Mitleid und Liebe — es ist einiges schon gestern angedeutet worden —, dann findet man, daß Mitleid und Liebe uns dahin bringen, von uns selber loszukommen und uns in das andere Wesen hinüberzuleben. Es ist eigentlich ein wunderbares Mysterium des Menschenlebens, daß wir imstande sind, Mitleid, Liebe zu empfinden. Und unter den gewöhnlichen Erscheinungen des normalen Bewußtseins gibt es wohl kaum etwas, was den Menschen so sehr überzeugen kann von der Göttlichkeit des Daseins als die Möglichkeit, daß er Liebe, daß er Mitleid entwickeln kann. Man erlebt als Mensch sonst sein eigenes Dasein in sich selber, oder man erlebt die Welt, indem man sie wahrnimmt durch die Sinne oder indem man sie versteht durch den Verstand. Hineinzuschauen in ein menschliches Herz, hineinzublicken in eine menschliche Seele ist keinem Verstand, ist keinem Auge möglich, denn verschlossen in innersten Kammern hält die andere Seele das, was sie in sich selbst an Leiden, an Freuden hat. Und wunderbar eigentlich, mysteriös sollte es jedem Menschen erscheinen, daß er gleichsam sich selber ergießen kann in das Wesen der anderen Seele, in ihr Leben mit ihren Freuden, mit ihren Leiden. So wie wir untertauchen können mit dem normalen Bewußtsein durch Mitleid und Liebe in Leiden und Freuden bewußter Wesen, so lernt der Hellseher auf der zweiten Stufe der Hellsichtigkeit unterzutauchen nicht nur in alles Bewußte, das leiden und sich freuen kann auf eine menschliche oder menschenähnliche Art, sondern ein solcher Hellseher lernt unterzutauchen in alles Lebendige. Wohlgemerkt, ich sage: in alles Lebendige. Denn auf dieser zweiten Stufe der Hellsichtigkeit lernt man nur unterzutauchen in alles Lebendige, noch nicht in das, was uns unlebendig, tot erscheint, was uns als ein Mineralisches umgibt. Aber mit diesem Untertauchen in das Lebendige ist verbunden ein Anschauen dessen, was im Innern der Wesenheiten vorgeht. Wir selbst fühlen uns da drinnen in den lebendigen Wesenheiten, wir lernen leben mit den Pflanzen, mit den Tieren, leben mit den anderen Menschen auf dieser zweiten Stufe der Hellsichtigkeit. Aber nicht nur das. Wir lernen auch hinter all dem, was da lebt, eine höhere geistige Welt kennen, eben mit den Wesenheiten der zweiten Hierarchie. Es ist notwendig, daß wir uns diese Begriffe klarmachen, denn es erscheint wie eine trockene Theorie, wenn man nur aufzählt, was für Wesenheiten zu den verschiedenen Hierarchien gehören. Eine lebendige Vorstellung kann sich der Mensch zunächst von dem, was da hinter der Sinneswelt webt und lebt, nur dann verschaffen, wenn er den Weg kennt, auf dem das hellsichtige Bewußtsein dorthin dringt.
[ 7 ] In ordinary, normal consciousness, there is a feeling that can give us a mental image of what the clairvoyant experiences at this second stage of clairvoyance; however, what the clairvoyant experiences there is infinitely more intense and is not merely a feeling, but escalates into perception, into understanding, into immersion. The feeling in ordinary consciousness that can be compared to this experience of the clairvoyant on the second stage of clairvoyance is, in fact, compassion; it is love. What does it mean, then, when we feel compassion and love in ordinary life? If one thinks more closely about the nature of compassion and love—some of this was already hinted at yesterday—then one finds that compassion and love lead us to detach from ourselves and to live our way into the other being. It is actually a wonderful mystery of human life that we are capable of feeling compassion and love. And among the ordinary phenomena of normal consciousness, there is hardly anything that can convince a person so deeply of the divinity of existence as the possibility that they can develop love and compassion. As a human being, one otherwise experiences one’s own existence within oneself, or one experiences the world by perceiving it through the senses or by understanding it through the intellect. To look into a human heart, to gaze into a human soul, is impossible for any mind, for any eye, for the other soul keeps locked away in its innermost chambers whatever suffering and joy it holds within itself. And it should seem wondrous, indeed mysterious, to every human being that they can, as it were, pour themselves into the being of another soul, into its life with its joys and its sufferings. Just as we can, with our normal consciousness, immerse ourselves through compassion and love in the sufferings and joys of conscious beings, so does the clairvoyant on the second stage of clairvoyance learn to immerse themselves not only in everything conscious that can suffer and rejoice in a human or human-like way, but such a clairvoyant learns to immerse themselves in all that is living. Mind you, I say: into everything that lives. For on this second stage of clairvoyance, one learns only to immerse oneself in everything that lives, not yet in that which appears to us as lifeless, dead, that which surrounds us as the mineral world. But connected with this immersion into the living is a beholding of what is taking place within the beings. We ourselves feel ourselves there within the living beings; we learn to live with the plants, with the animals, and with other human beings on this second stage of clairvoyance. But not only that. We also come to know, behind all that lives there, a higher spiritual world—namely, with the beings of the second hierarchy. It is necessary that we clarify these concepts for ourselves, for it appears as dry theory if one merely lists which beings belong to the various hierarchies. A living mental image of what weaves and lives behind the sensory world can be formed by the human being only if he knows the path by which clairvoyant consciousness penetrates there.
[ 8 ] Nun wollen wir, ebenso wie wir gestern versuchten, die Wesenheiten der dritten Hierarchie zu charakterisieren, wiederum vom Menschen ausgehend diese Wesenheiten der zweiten Hierarchie schildern. Wir haben gestern gesagt, daß die Wesenheiten der dritten Hierarchie dadurch charakterisiert sind, daß sie an der Stelle der menschlichen Wahrnehmung die Offenbarung ihres eigenen Wesens haben und an der Stelle der menschlichen Innerlichkeit dasjenige, was wir nennen können Geist-Erfüllung. Bei den Wesenheiten der zweiten Hierarchie, da erfahren wir, indem wir in sie untertauchen, daß nicht nur ihre Wahrnehmung eine Offenbarung ihres Wesens ist, daß sie nicht nur ihr eigenes Wesen offenbaren, sondern daß diese Offenbarung ihres eigenen Wesens erhalten bleibt als etwas Selbständiges, was sich absondert von diesen Wesenheiten selbst. Eine Vorstellung von dem, was wir da wahrnehmen, können wir uns verschaffen, wenn wir etwa denken an eine Schnecke, welche ihr eigenes Haus absondert. Das Haus, so stellen wir uns vor, besteht aus einer Substanz, die zuerst in dem Leib der Schnecke enthalten ist. Dann sondert die Schnecke ihr Haus ab. Sie hat nicht nur ihr eigenes Wesen nach außen für den Anblick gezeigt, sondern sie hat etwas abgesondert, was dann objektiv wird, was bleibt. So ist es mit dem eigenen Wesen, mit der Selbstheit der Wesenheiten der zweiten Hierarchie. Sie offenbaren nicht nur ihr Selbst, wie die Wesenheiten der dritten Hierarchie, sondern sie sondern dieses Wesen von sich ab, so daß es erhalten bleibt als eine selbständige Wesenheit.
[ 8 ] Now, just as we attempted yesterday to characterize the beings of the third hierarchy, let us once again describe the beings of the second hierarchy, starting from the human being. We said yesterday that the beings of the third hierarchy are characterized by the fact that, in place of human perception, they have the revelation of their own being, and in place of human inner life, what we might call spiritual fulfillment. With the beings of the second hierarchy, as we immerse ourselves in them, we experience that not only is their perception a revelation of their being—that they reveal not only their own being—but that this revelation of their own being remains as something independent, which separates itself from these beings themselves. We can form a mental image of what we perceive there if we think, for example, of a snail that secretes its own shell. The shell, we imagine, consists of a substance that is initially contained within the snail’s body. Then the snail secretes its shell. It has not only revealed its own being outwardly for all to see, but it has separated something that then becomes an object, that remains. So it is with the own being, with the selfhood of the beings of the second hierarchy. They do not merely reveal their self, as the beings of the third hierarchy do, but they separate this being from themselves, so that it remains as an independent entity.
[ 9 ] Dies wird uns klarer werden, wenn wir uns etwa auf der einen Seite ein Wesen der dritten Hierarchie, auf der andern Seite ein Wesen der zweiten Hierarchie vorstellen. Wir richten den okkulten Blick auf ein Wesen der dritten Hierarchie. Dieses Wesen wird für uns dadurch erkennbar, daß es seine Selbstheit, seine Innenheit nach außen offenbart und in seiner Offenbarung seine Wahrnehmung hat; wenn es aber seine innere Vorstellung, sein Innenerlebnis ändert, dann ist auch eine andere Offenbarung da. So wie also dieses Wesen der dritten Hierarchie innerlich seine Zustände ändert, seine Erlebnisse variiert, so ändert sich fortwährend die äußere Offenbarung. Wenn wir ein Wesen der zweiten Hierarchie anschauen mit dem okkulten Blick, so ist das anders. Da, sagen wir, stelle das Wesen auch vor, erlebt auch innerlich, aber das, was es innerlich erlebt, das sondert es von sich ab wie eine Art Schale, wie eine Art Haut: es bekommt eine selbständige Wesenheit. Und wenn das Wesen dann zu einem andern Innenzustand übergeht, wenn das Wesen etwas anderes vorstellt und sich also auf eine neue Art offenbart, dann ist die alte Offenbarung des Wesens noch vorhanden, bleibt bestehen und geht nicht vorüber wie bei der Wesenheit der dritten Hierarchie. So daß wir dasjenige, was an die Stelle der Offenbarung tritt bei den Wesenheiten der zweiten Hierarchie, nennen können ein sich selbst Schaffen einer Art von Schale oder Haut. Wie einen Abdruck seiner selbst schaffen, sich selber in einer Art von Bild objektiv machen, das ist es, was die Wesenheiten der zweiten Hierarchie auszeichnet. Und wenn wir uns fragen: Was tritt an die Stelle der Geist-Erfüllung der Wesenheiten der dritten Hierarchie bei den Wesenheiten der zweiten Hierarchie? — dann zeigt sich für den okkulten Blick, daß jedesmal, wenn das Wesen ein solches Bild seiner selbst absondert, solch eine Art von Schale seiner selbst, die das Gepräge seiner selbst trägt, daß dann im Innern des Wesens Leben erregt wird. Immer ist das Erregen von Leben die Folge eines solchen Sich-selber-Schaffens.
[ 9 ] This will become clearer to us if we create a mental image of a being of the third hierarchy on one side and a being of the second hierarchy on the other. We direct our occult gaze toward a being of the third hierarchy. This being becomes recognizable to us in that it reveals its selfhood, its inner nature, to the outside world, and its perception is contained within this revelation; but when it changes its inner mental image, its inner experience, then a different revelation is present. Just as this being of the third hierarchy changes its inner states and varies its experiences, so too does the outer revelation continually change. When we look at a being of the second hierarchy with the occult gaze, it is different. There, let us say, the being also creates a mental image, also experiences inwardly, but what it experiences inwardly, it separates from itself like a kind of shell, like a kind of skin: it becomes an independent entity. And when the being then transitions to a different inner state, when the being creates a mental image of something else and thus reveals itself in a new way, the old manifestation of the being is still present, remains in existence, and does not pass away as it does with the beings of the third hierarchy. So that we can call what takes the place of the manifestation in the beings of the second hierarchy a self-creation of a kind of shell or skin. Creating an imprint of itself, objectifying itself in a kind of image—that is what characterizes the beings of the second hierarchy. And when we ask ourselves: What takes the place of the spirit-filling of the beings of the third hierarchy in the beings of the second hierarchy? — then it becomes apparent to the occult eye that every time the being secretes such an image of itself, such a kind of shell of itself that bears the imprint of itself, life is stirred within the being. The stirring of life is always the consequence of such self-creation.
[ 10 ] So müssen wir unterscheiden bei den Wesen der dritten Hierarchie ihre Äußerlichkeit in ihrer Offenbarung und ihre Innerlichkeit in dem Erfülltsein vom Geiste, wir müssen unterscheiden bei den Wesen der zweiten Hierarchie ihre Außenseite als «sich selber im Abdruck, im Bilde schaffen, objektivieren» und ihre Innerlichkeit als Lebenserregung, wie wenn Flüssigkeit fortwährend in sich selber rieselte, indem sie gefrierend ihr Bild nach außen absondert. So ungefähr stellt sich für den okkulten Blick dar, was die Wesenheiten der zweiten Hierarchie äußerlich und innerlich erfüllt. Während dem okkulten Blick die Geist-Erfüllung der Wesenheiten der dritten Hierarchie im Bilde, in der Imagination wie eine Art von geistigem Licht erscheint, so erscheint dieses Lebenrieseln, diese Lebenserregung, die mit Absonderung nach außen verknüpft ist, so, daß die okkulte Wahrnehmung etwas wie geistiges Tönen, Sphärenmusik vernimmt. Es ist wie geistiges Tönen, nicht wie geistiges Licht wie bei den Wesenheiten der dritten Hierarchie.
[ 10 ] Thus, with regard to the beings of the third hierarchy, we must distinguish between their outward aspect in their manifestation and their inner aspect in their being filled with the Spirit; we must distinguish, in the case of the beings of the second hierarchy, their outer aspect as “creating themselves in an imprint, in an image, objectifying themselves” and their inner aspect as a stirring of life, as if a liquid were continually trickling within itself, secreting its image outward as it freezes. This is roughly how what fills the beings of the second hierarchy, both outwardly and inwardly, appears to the occult gaze. While to the occult gaze the spiritual fulfillment of the beings of the third hierarchy appears in the image, in the imagination, as a kind of spiritual light, this trickling of life, this stirring of life, which is linked to outward secretion, appears in such a way that occult perception hears something like spiritual sound, music of the spheres. It is like spiritual sound, not like spiritual light as with the beings of the third hierarchy.
[ 11 ] Wir können nun wiederum bei diesen Wesenheiten der zweiten Hierarchie mehrere Kategorien unterscheiden, wie wir auch bei den Wesenheiten der dritten Hierarchie mehrere Kategorien unterscheiden konnten. Wenn wir allerdings die Unterschiede dieser Kategorien ins Auge fassen wollen, so wird das schwieriger, weil ja die Dinge immer schwieriger werden, je mehr wir zu den höheren Hierarchien aufsteigen. Wir haben, wenn wir da aufsteigen, zunächst eine Vorstellung zu gewinnen von all dem, was der uns umgebenden Welt zugrunde liegt, insofern diese uns umgebende Welt Formen hat. Es kommt, wie ich schon gesagt habe, für diese zweite Stufe der Hellsichtigkeit nur das in Betracht, was lebt, nicht das, was uns zunächst als Lebloses erscheint. Das, was lebt, kommt in Betracht, aber das, was lebt, ist zunächst geformt. Formen haben die Pflanzen, Formen haben die Tiere, eine Form hat der Mensch. Wenn der hellsichtige Blick mit all den Eigenschaften, die wir heute beschrieben haben, sich richtet auf alles, was um uns herum in der Natur geformt ist, und wenn er absieht von allem übrigen bei den Wesenheiten und nur auf die Formen sieht, bei den Pflanzen also die Mannigfaltigkeit der Formen betrachtet, ebenso bei den Tieren und bei den Menschen, dann nimmt dieser hellsichtige Blick aus der Gesamtheit der Wesenheiten der zweiten Hierarchie diejenigen wahr, welche wir nennen die Geister der Form, Exusiai.
[ 11 ] We can now distinguish several categories among these beings of the second hierarchy, just as we were able to distinguish several categories among the beings of the third hierarchy. However, if we wish to consider the differences between these categories, the task becomes more difficult, because things grow increasingly complex the higher we ascend into the higher hierarchies. As we ascend there, we must first gain a mental image of everything that underlies the world around us, insofar as this surrounding world has forms. As I have already said, for this second stage of clairvoyance, only that which is alive comes into consideration, not that which initially appears to us as lifeless. What is alive comes into consideration, but what is alive is first of all formed. Plants have forms, animals have forms, and human beings have a form. When the clairvoyant gaze, with all the qualities we have described today, is directed toward everything in nature around us that is formed, and if it disregards everything else in the beings and looks only at the forms—thus observing the diversity of forms in plants, as well as in animals and in human beings—then this clairvoyant gaze perceives, from the totality of the beings of the second hierarchy, those whom we call the Spirits of Form, the Exusiai.
[ 12 ] Wir können aber auch etwas anderes an den Wesenheiten der uns umgebenden Natur ins Auge fassen als die Form. Wir wissen ja, daß alles, was lebt, seine Form in einer gewissen Beziehung ändert, indem es wächst. Am meisten fällt uns diese Änderung, dieser Wechsel der Form, diese Metamorphose bei der Pflanzenwelt auf. Wir betrachten nunmehr, indem wir nicht den gewöhnlichen Blick, sondern den hellsichtigen Blick der zweiten Stufe auf die wachsende Pflanzenwelt richten, wie die Pflanze ihre Form nach und nach gewinnt, wie sie von der Form der Wurzel übergeht zu der Form des Blattes, zu der Form der Blüte, zu der Form der Frucht. Wir betrachten das wachsende Tier, den wachsenden Menschen, kurz, wir betrachten nicht bloß eine Form, wie sie in einem Augenblick da ist, sondern wir betrachten das Werden der Lebewesen. Wenn wir uns anregen lassen von dieser Betrachtung des Werdens der Lebewesen: wie die Formen wechseln, wie sie in lebendiger Metamorphose sind, dann tritt uns für den hellseherischen Blick der zweiten Stufe das entgegen, was wir die Kategorie der Geister der Bewegung nennen, Dynamis.
[ 12 ] However, we can also perceive something other than form in the entities of the nature that surrounds us. We know, after all, that everything that lives changes its form in a certain sense as it grows. This change, this transformation of form, this metamorphosis, is most striking in the plant world. We now observe—by directing not our ordinary gaze but the clairvoyant gaze of the second stage toward the growing plant world—how the plant gradually acquires its form, how it transitions from the form of the root to the form of the leaf, to the form of the flower, to the form of the fruit. We observe the growing animal, the growing human being; in short, we observe not merely a form as it exists in a single moment, but rather the becoming of living beings. When we allow ourselves to be inspired by this observation of the becoming of living beings—how forms change, how they are in living metamorphosis—then what we call the category of the spirits of movement, Dynamis, presents itself to the clairvoyant gaze of the second stage.
[ 13 ] Schwieriger ist nun, eine dritte Kategorie von solchen Wesenheiten der zweiten Hierarchie zu betrachten. Da müssen wir weder die Form als solche noch auch die Bewegung, die Veränderung der Form, sondern dasjenige betrachten, was in der Form sich ausdrückt. Wir können charakterisieren, wie der Mensch zu einer solchen Betrachtung sich erziehen kann. Natürlich genügt nicht, daß man das gewöhnliche normale Bewußtsein in solcher Weise erzieht, wie es jetzt geschildert wird, sondern es müssen die anderen Übungen, welche dem Menschen zu dem okkulten Blick verhalfen, dabei sein. Der Mensch muß die anderen Übungen machen und nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein gleichsam sich erziehen an dem, was jetzt geschildert wird, sondern sich schon mit dem hellseherischen Bewußtsein erziehen. Das hellseherische Bewußtsein muß sich zuerst erziehen an der Art und Weise, wie der Mensch selber in seiner äußeren Form zum Ausdruck wird für sein Inneres. Wie gesagt, es kann das auch das normale Bewußtsein. Da wird man aber nichts erreichen als ein Ahnen, als ein Vermuten dessen, was hinter der Miene, hinter der Geste, hinter dem Gesichtsausdruck, hinter der Physiognomie des Menschen ist. Wenn aber der hellseherische Blick, der sich schon bis zur zweiten Stufe des Hellsehers geschult hat, wenn der die Physiognomie, die Geste, den mimischen Ausdruck beim Menschen auf sich wirken läßt, dann ruft er in sich Anregungen hervor, durch die er sich allmählich erziehen kann, die Wesenheiten der dritten Kategorie der zweiten Hierarchie zu beobachten.
[ 13 ] It is now more difficult to consider a third category of such entities of the second hierarchy. Here we must consider neither form as such nor movement—the change in form—but rather that which is expressed in the form. We can describe how a person can train themselves to engage in such contemplation. Of course, it is not enough to train ordinary, normal consciousness in the manner described here; rather, the other exercises that have helped the individual develop occult vision must also be included. One must perform the other exercises and not, as it were, train oneself with ordinary consciousness in what has just been described, but rather train oneself already with clairvoyant consciousness. Clairvoyant consciousness must first train itself in the way in which the human being himself, in his outer form, becomes an expression of his inner self. As I said, ordinary consciousness can do this as well. But one will achieve nothing more than a hunch, a guess as to what lies behind the facial expression, behind the gesture, behind the facial features, behind the physiognomy of the person. But when the clairvoyant gaze—which has already been trained up to the second stage of clairvoyance—allows the physiognomy, the gesture, and the facial expression of a person to take effect upon itself, it evokes within itself impulses through which it can gradually train itself to observe the beings of the third category of the second hierarchy.


[ 14 ] Aber das kann nicht geschehen — ich bitte wohl zu beachten, was ich jetzt sagen werde —, wenn man dabei stehenbleibt, nur die Gesten, den mimischen Ausdruck, die Physiognomie des Menschen zu betrachten. Da erreicht man eigentlich noch wenig. Man muß dann, so ist die okkulte Schulung auf diesem Gebiete am rationellsten, zu den Pflanzen übergehen. Die Tiere kann man überspringen, das ist nicht besonders wichtig, daß man sich an den Tieren heranschult. Aber wichtig ist, daß, nachdem man sich hellseherisch ein wenig dazu erzogen hat, aus der Mimik, aus der Physiognomie, aus dem Gestus eines Menschen in das Innere seiner Seele sich hineinzuleben, nachdem man sich so erzogen hat am Menschen, man dann sich zu der Pflanzenwelt wendet und an der Pflanzenwelt sich weiter erzieht. Da wird der hellseherisch geschulte Mensch sehr merkwürdige Erlebnisse haben können, da wird der hellseherisch geschulte Mensch tief empfinden können einen Unterschied zwischen einem Pflanzenblatt, das, sagen wir, spitz zuläuft (a), und einem Pflanzenblatt, welches diese Form (b) hat; zwischen einer Blüte, welche in dieser Weise (c) nach aufwärts wächst, und einer Blüte, welche etwa so (d) nach außen sich öffnet. Ganze Welten von Unterschieden in den inneren Erlebnissen stellen sich ein, wenn man den okkulten Blick der zweiten Stufe nach einer Lilienblüte oder nach einer Tulpenblüte hinwendet, wenn man die Rispe eines Hafers oder den Halm der Gerste oder des Weizens auf sich wirken läßt. Alles das wird so lebendig sprechend wie die Physiognomie eines Menschen. Und wenn das so lebendig sprechend wird, wie die Physiognomie eines Menschen spricht, wie sogar der Gestus eines Menschen spricht, wenn wir empfinden, wie eine Blüte, die nach außen sich öffnet, etwas hat wie eine Hand, die sich etwa, mit der Innenfläche nach unten, mit der Außenfläche nach oben, auswärts wendet, wenn wir dann wiederum eine Blüte finden, welche die Blätter nach oben zusammenschließt wie eine Handbewegung, wo die zwei Hände sich zusammenfalten —, wenn wir so den Gestus, die Physiognomie der Pflanzenwelt und in der Farbe der Blüte etwas wie Physiognomik empfinden, dann belebt sich der okkulte innere Blick, die okkulte Wahrnehmung und das okkulte Verständnis, und wir erkennen dann eine dritte Kategorie von Wesenheiten der zweiten Hierarchie, die wir nennen die Geister der Weisheit. Dieser Name ist vergleichsweise gewählt aus dem Grunde, weil, wenn wir einen Menschen betrachten in seiner Mimik, in seiner Physiognomie, in seinen Gesten, wir sein Geistiges, sein Weisheitsvolles nach außen sprießen sehen, sich darleben sehen. So fühlen wir, wie geistige Wesenheiten der zweiten Hierarchie alle Natur durchdringen und sich in der Gesamtphysiognomie, in dem Gesamtgestus, in der gesamten Mimik der Natur zum Ausdruck bringen. Flutende Weisheit geht lebensvoll durch alle Wesen, alle Reiche der Natur, und nicht bloß eine allgemein flutende Weisheit, sondern differenziert ist diese flutende Weisheit in eine Fülle von geistigen Wesenheiten, in die Fülle der Geister der Weisheit. Es ist, wenn das okkulte Bewußtsein sich hinauferhebt zu diesen Geistern, zunächst die höchste Stufe dieser geistigen Wesenheiten, die wir auf diese Art erreichen.
[ 14 ] But that cannot happen—please pay close attention to what I am about to say—if one limits oneself to observing only a person’s gestures, facial expressions, and physiognomy. That actually achieves very little. One must then—and this is the most rational approach in occult training in this field—move on to plants. One can skip the animals; it is not particularly important to train oneself using animals. But it is important that, after one has trained oneself clairvoyantly to some extent to empathize with the inner life of a person’s soul through their facial expressions, physiognomy, and gestures—after one has trained oneself in this way with regard to human beings—one then turns to the plant world and continues one’s training through the plant world. There, the clairvoyantly trained person will be able to have very remarkable experiences; there, the clairvoyantly trained person will be able to deeply sense a difference between a plant leaf that, let’s say, tapers to a point (a), and a plant leaf that has this shape (b); between a flower that grows upward in this manner (c) and a flower that opens outward in this way (d). Whole worlds of differences in inner experiences arise when one turns the occult gaze of the second stage toward a lily blossom or a tulip blossom, when one allows the panicle of an oat or the stalk of barley or wheat to take effect upon oneself. All of this becomes as vividly expressive as the physiognomy of a human being. And when this becomes as vividly expressive as a human face speaks, as even a human gesture speaks, when we sense how a flower that opens outward has something like a hand that turns outward, with the inner surface down and the outer surface up, and when we then find a flower that closes its petals upward like a hand movement, where the two hands fold together—when we thus perceive in the gesture, the physiognomy of the plant world, and in the color of the flower something akin to physiognomy, then the occult inner gaze, the occult perception, and the occult understanding are enlivened, and we then recognize a third category of beings of the second hierarchy, whom we call the Spirits of Wisdom. This name is chosen by analogy for the reason that, when we observe a human being in their facial expressions, in their physiognomy, in their gestures, we see their spiritual, their wisdom-filled nature sprouting outward, revealing itself. Thus we feel how spiritual beings of the second hierarchy permeate all of nature and express themselves in the overall physiognomy, in the overall gesture, in the entire facial expression of nature. Flowing wisdom courses vibrantly through all beings, all realms of nature, and it is not merely a generally flowing wisdom, but this flowing wisdom is differentiated into a multitude of spiritual beings, into the multitude of spirits of wisdom. When occult consciousness rises up to these spirits, it is first the highest level of these spiritual beings that we reach in this way.
[ 15 ] Aber so, wie wir sagen konnten, daß die Wesenheiten der dritten Hierarchie, die Engel, Erzengel und Zeitgeister, Nachkommen haben, die sich von ihnen abspalten, so haben auch die Wesenheiten dieser zweiten Hierarchie Nachkommen. Im Laufe der Zeit spalten sich in ähnlicher Art, wie wir das gestern für die Wesen der dritten Hierarchie beschreiben konnten, von diesen Wesenheiten der zweiten Hierarchie andere ab, die dann von niedrigerer Kategorie werden, die geradeso in die Reiche der Natur heruntergesandt werden wie die Naturgeister aus den Wesenheiten der dritten Hierarchie, welche gleichsam die Baumeister und Werkmeister im kleinen in den Naturreichen sind. Die geistigen Wesenheiten nun, welche da von der zweiten Hierarchie abgespalten werden und sich heruntersenken in die Reiche der Natur, das sind diejenigen Wesenheiten, welche wir im Okkultismus bezeichnen als die Gruppenseelen der Pflanzen, der Tiere, die Gruppenseelen in den einzelnen Wesenheiten. So daß der okkulte Blick auf der zweiten Stufe in den Wesenheiten, die zum Pflanzen-, zum Tierreich gehören, geistige Wesenheiten findet, welche nicht so wie beim Menschen als individuelle Geister in den einzelnen menschlichen Persönlichkeiten sind, sondern wir finden Gruppen von Tieren und Pflanzen, die ähnlich gestaltet sind, beseelt von einer gemeinsamen geistigen Wesenheit. Sagen wir, wir finden die Form der Löwen, die Form der Tiger, andere Formen beseelt von gemeinsamen Seelenwesen. Die gemeinsamen Seelenwesen, wir nennen sie die Gruppenseelen, und diese Gruppenseelen sind abgespaltene Nachkommen der Wesenheiten der zweiten Hierarchie, wie die Naturgeister Nachkommen der Wesenheiten der dritten Hierarchie sind.
[ 15 ] But just as we could say that the beings of the third hierarchy—the angels, archangels, and spirits of the ages—have offspring that branch off from them, so too do the beings of this second hierarchy have offspring. Over time, in a manner similar to what we described yesterday regarding the beings of the third hierarchy, other beings split off from these beings of the second hierarchy; these then become of a lower category and are sent down into the realms of nature just as the nature spirits are sent down from the beings of the third hierarchy, who are, as it were, the architects and master builders on a small scale within the natural realms. The spiritual beings, then, that split off from the second hierarchy and descend into the realms of nature are those beings we refer to in occultism as the group souls of plants and animals—the group souls within the individual beings. So that the occult gaze, at the second level, finds in the beings belonging to the plant and animal kingdoms spiritual beings who are not, as in the case of humans, individual spirits within the individual human personalities, but rather we find groups of animals and plants that are similarly formed, animated by a common spiritual being. Let us say we find the form of lions, the form of tigers, and other forms animated by common soul beings. These common soul beings, which we call group souls, are offshoots of the beings of the second hierarchy, just as the nature spirits are offshoots of the beings of the third hierarchy.
[ 16 ] So dringen wir von unten hinauf in die höheren Welten, finden, wenn wir die Elemente überblicken, die wichtig sind für alle Wesenheiten des Pflanzen-, des Tierreichs, des Menschenreichs, daß in diesen Elementen, im Festen, im Flüssigen, im Gasförmigen, die Naturgeister walten, die da Nachkommen sind der Wesenheiten der dritten Hierarchie. Wir finden, wenn wir von den Elementen Erde, Wasser, Luft aufsteigen zu dem, was mit Hilfe dieser Elemente lebt in den Naturreichen, geistige Wesenheiten, die belebend durchdringen die Wesenheiten dieser Naturreiche, Gruppenseelen, und diese Gruppenseelen sind abgespaltene geistige Wesenheiten derjenigen, die wir als die Wesenheiten der zweiten Hierarchie kennen.
[ 16 ] Thus we ascend from below into the higher worlds; when we survey the elements that are essential to all beings of the plant, animal, and human kingdoms, we find that within these elements—the solid, the liquid, and the gaseous—the nature spirits reign, who are the descendants of the beings of the third hierarchy. We find, as we ascend from the elements earth, water, and air to that which lives in the natural kingdoms with the aid of these elements, spiritual beings who permeate the beings of these natural kingdoms with life-giving energy—group souls—and these group souls are spiritual beings who have split off from those we know as the beings of the second hierarchy.
[ 17 ] Sie können daraus ersehen, daß auch nur für den okkulten Blick der zweiten Stufe diese Wesenheiten, die wir als Gruppenseelen bezeichnen, wirklich wahrnehmbar sind. Nur für denjenigen okkult entwickelten Menschen, der das Wesen seines eigenen Ätherleibes wie in Fangarmen ausdehnen kann, ist es möglich, daß er die Wesenheiten der zweiten Hierarchie kennenlernt und auch die Wesenheiten der Gruppenseelen, die in den verschiedenen Reichen der Natur vorhanden sind. Noch schwieriger ist das Aufsteigen zu den Wesenheiten der ersten Hierarchie und zu denjenigen Wesenheiten, welche in den Naturreichen wiederum die Abkömmlinge sind dieser Wesenheiten der ersten Hierarchie. Davon wollen wir dann morgen weitersprechen.
[ 17 ] You can see from this that these beings, whom we call group souls, are truly perceptible only to the occult eye of the second level. Only for the occultly developed human being who can extend the essence of his own etheric body as if in tentacles is it possible to become acquainted with the beings of the second hierarchy and also with the beings of the group souls that exist in the various kingdoms of nature. Even more difficult is the ascent to the beings of the first hierarchy and to those beings in the natural realms who are, in turn, the descendants of these beings of the first hierarchy. We shall speak further of this tomorrow.
