Die geistigen Wesenheiten
in den Himmelskörpern und Naturreichen
GA 136
13 April 1912, Helsinki
Neunter Vortrag
[ 1 ] In unserer letzten Betrachtung haben wir andeutend darauf hingewiesen, wie das Verhältnis der geistigen Kräfte, die in den Wesen der Naturreiche der Erde wirken, zu dem ist, was man äußerlich sieht. Wir wollen uns heute kurz ins Gedächtnis zurückrufen, wie das ausgeführt worden ist, weil es notwendig erscheint, diese Dinge, die einen wesentlichen Teil unseres Themas bilden, noch genauer zu beleuchten, denn sie werden uns zu dem führen, worin eigentlich unsere Vorträge gipfeln sollen: zu einer Erfassung des lebendigen Zusammenwirkens der Wesen der verschiedenen Hierarchien und ihrer Nachkommen in den Himmelskörpern und Naturreichen. Wir haben ausgeführt, daß der Mensch auf dem physischen Plan die vier Glieder seiner Wesenheit wirksam ‚hat, den physischen, den ätherischen, den astralischen Leib und das Ich. Wir haben dann weiter geltend gemacht, daß für das Tier im wesentlichen die drei Glieder, physischer, ätherischer und astralischer Leib, wirksam sind auf dem physischen Plan, das Gruppen-Ich dagegen auf dem astralischen Plan. Wir haben weiterhin gesehen, daß für die Pflanzen auf dem physischen Plan wirksam sind der physische und ätherische Leib, auf dem astralischen Plan der astralische Leib und auf dem devachanischen Plan das Gruppen-Ich. Dann haben wir für das Mineral den physischen Leib allein auf dem physischen Plan gefunden, den ätherischen Leib auf dem astralischen Plan, den astralischen Leib auf dem Devachanplan, und das, was wir als einen höheren Devachanplan bezeichnen wollen, das bewohnt das Gruppen-Ich des Minerals.
[ 2 ] Wir wollen nun im genaueren darauf eingehen, was das alles eigentlich in der Realität heißt. Bisher konnte ja eben nur gesagt werden, daß der okkulte Blick, der sich bis zu der ersten, uns zunächst liegenden übersinnlichen Welt erhebt, innerhalb der physischen Welt beim Tier nicht das findet, was er noch beim Menschen in der physischen Welt findet, das Ich, sondern daß das, was wir beim Menschen Ich nennen, für das Tier erst gefunden werden kann auf dem astralischen Plan, in der übersinnlichen Welt und dort erst den Angriffspunkt seines Wirkens hat. Wir sehen daraus, daß die okkulte Wissenschaft innerhalb des physischen Planes dem Tier nicht das Ich zusprechen kann. Sie spricht dem Tier das Ich nicht ab, sagt aber, daß das, was als Ich beim Tier anzusprechen ist, erst in der astralischen Welt zu finden ist.
[ 3 ] Es kann ja leicht der Einwand erhoben werden, daß damit den Tieren, auch den höheren Tieren, abgesprochen werde ein Ich auf dem physischen Plan, während man doch sagen müsse, daß die Tiere in bezug auf viele ihrer Verrichtungen eine außerordentliche Intelligenz zeigen, einen ganz wunderbaren Verstand, so daß man manches von dem, was das Tier auf dem physischen Plan tut, wohl vergleichen könne mit demjenigen, was der Mensch auf dem physischen Plan tut. Nun muß gesagt werden, daß der, welcher so sich ausspricht, nicht das eigentliche Grundprinzip dieser Sache erfaßt hat. Niemandem, der in diese Dinge eindringt, wird es einfallen, das, was wir die menschlichen Seelenkräfte nennen, der Tierheit auf dem physischen Plane abzusprechen. Darum handelt es sich gar nicht. Hier auf diesem Gebiet liegt der Grund zu den allermannigfaltigsten Irrtümern und Mißverständnissen. So finden wir gleich ein Mißverständnis, wenn ein gewisser materialistischer Darwinismus unserer Zeit etwa sagen wollte: Ja, da seht ihr Anthroposophen die Sache so an, als wenn der Mensch unbedingt auf einer höheren Stufe der Geistigkeit zu suchen sei als das Tier, während man doch beobachten kann, wie das Tier Intelligenz entwickelt. So viel Intelligenz, auch so viel von einer gewissen instinktiven Moral ist im Tierreich vorhanden, daß sich ganz gut das, was der Mensch in seinen Seelenkräften hat, als eine Art höherer Stufe ergeben kann von dem, was man schon im Tierreich antrifft. — Da ist der Gesichtspunkt, um den es sich dabei handelt, ganz verschoben. Einer unbefangenen Betrachtung wird es gar nicht einfallen, Verstand, Vernunft selbst dem Tierreich abzusprechen. Man braucht sich nur solche Tatsachen klarzumachen wie die eine, daß die Menschheit in ihrer Entwickelung verhältnismäßig spät aus ihrem Kulturprozeß heraus zu der Erfindung des Papiers gekommen ist. Wie wird doch in unseren geschichtlichen Beschreibungen diese Erfindung des Papiers durch den menschlichen Verstand als eine große Errungenschaft hingestellt, und sie ist in einer gewissen Beziehung ja auch ein Zeichen für den menschlichen Fortschritt. Aber die Wespen haben Jahrmillionen vorher dieselbe Kunst schon gekannt, denn was die Wespe in ihrem Nest macht, ist richtiges Papier. So daß wir sagen können: Das, was da der menschliche Verstand als Verstand zuwege bringt, das haben wir im Tierreich da unten, weit, weit unten schon. Es fällt dem unbefangenen Betrachter gar nicht ein, die menschlichen Seelenkräfte als solche der Tierheit abzusprechen. Ja, wir sind auf dem Gebiete des Okkultismus sogar überzeugt, daß Verstand und Vernunft bei der Tierheit viel sicherer, viel präziser, viel irrtumsfreier wirken als im Menschen. Das Wesentliche, um das es sich handelt, ist, daß beim Menschen in der physischen Welt alle diese Seelenkräfte bezogen sind auf ein Ich, das sich innerhalb dieser physischen Welt selbständig entwickelt, das selbständige Entwickelung zunächst schon in der Erziehung durchmacht. Wenn wir den Angehörigen irgendeiner tierischen Gruppe haben, so wissen wir, daß einfach durch die Spezies, durch die Art, zu welcher das Tier gehört, der Kreis seiner Entwickelung bedingt ist, also in ganz anderer Art, als das beim Menschen der Fall ist, der sich individuell entwickelt.
[ 4 ] Richten wir nun einmal den Blick auf den Kreis des Tierreiches, so finden wir innerhalb der tierischen Welt die mannigfaltigsten Formen, die sehr weit voneinander verschieden sind, ganz anders als etwa die menschlichen Rassen. Wir finden über den Erdball hin allerdings auch eine große Verschiedenheit der menschlichen Rassen, aber vergleichen Sie damit die große Verschiedenheit der Tiere von den unvollkommeneren zu den vollkommeneren Arten herauf, dann werden Sie gleich merken, wie gewaltig die Differenzierung innerhalb des Tierreiches ist; ganz anders als beim Menschen. Woher rührt denn das? Wir kommen einer Antwort darauf näher, wenn wir uns erst einmal fragen: Was bewirkt denn die verschiedenen Gruppen des Tierreiches, die verschiedenen Arten, die wir da über den Erdball hin charakteristisch ausgebreitet finden?
[ 5 ] Da zeigt uns der okkulte Blick, daß das, was die Verschiedenheit der tierischen Arten bewirkt, nicht bloß von der Erde herrührt, daß die tierischen Arten vielmehr ihre Formen vom Himmelsraum herunter erhalten, und zwar so, daß die Kräfte, welche zu der einen Art führen, von einem anderen Ort des Himmelsraumes sind als die Kräfte, welche zu der anderen Art führen. Die Kräfte, welche die verschiedenen tierischen Formen bilden, strömen nämlich auf unseren Erdplaneten her von den anderen Planeten unseres Planetensystems. Wir können das ganze Tierreich eigentlich einteilen in sechs bis sieben verschiedene Hauptgruppen, und diese Hauptgruppen haben die obersten Gruppen-Iche. Diese obersten GruppenIche haben ihre Wirkungsimpulse innerhalb der sechs bis sieben zu unserem Planetensystem gehörigen Hauptplaneten, so daß geistig die Kräfte, welche die Hauptgruppen der Tiere bilden, von den Planeten her wirken. Damit aber haben wir zugleich real angegeben, was es denn eigentlich heißt, bei den Tieren von GruppenIchen zu sprechen. Es heißt, daß im Tiere geistige Kräfte leben, deren Wesenheit wir gar nicht auf der Erde selber zu suchen haben, sondern deren Wesenheit wir zu suchen haben außerhalb der Erde im Himmelsraum, und zwar zunächst in der planetarischen Welt. Gleichsam die Regenten der Gruppenhauptformen der Tiere leben auf unseren Planeten, und sie mußten sich auf diese Planeten zurückziehen, um mit ihren Kräften aus den richtigen Entfernungen, von der richtigen Seite her auf die Erde zu wirken. Denn nur von diesen Seiten her kann in der richtigen Weise das bewirkt werden, was die tierischen Hauptformen ausmacht. Nun sehen Sie, wenn die Planeten nur solche Kräfte herniederströmen ließen auf unsere Erde, dann würden wir in der Tat nicht eine solche Mannigfaltigkeit des Tierreichs haben, wie wir sie jetzt haben, sondern wir würden sieben Hauptformen haben. Es gab auch einmal in einer sehr fernen Urzeit nur sieben Hauptformen des Tierreichs. Aber diese sieben Hauptformen waren sehr beweglich, bestimmbar, so daß sie gleichsam in ihrer Bildung weich, plastisch waren, leicht umgebildet werden konnten, die eine Form zu einer solchen speziellen Form, die andere zu einer anderen, und das wurde in einer späteren Zeit auch zustande gebracht. Die sieben Hauptformen liegen weit, weit zurück. Dann aber traten andere Kräfte, die gleichsam unterstützend oder hemmend wirkten auf die Kräfte der Planeten, hinzu.
[ 6 ] Nun werde ich zunächst davon zu sprechen haben, wie diese anderen Kräfte zustande kommen. Wenn man den gewöhnlichen Blick hinausrichtet in die Himmelsweiten, so glaubt man sehr leicht, daß draußen eigentlich alles gleichförmig sei. So ist es aber nicht. Wenn wir nach irgendeiner gewissen Richtung den Blick in den Raum hinein lenken, dann ist für den okkulten Blick etwas ganz anderes wahrzunehmen, als wenn man nach einer anderen Richtung des Raumes den Blick lenkt. Der Raum ist durchaus keine homogene Sache, nicht etwas, was nach allen Seiten hin gleich ist, sondern von den verschiedenen Richtungen des Raumes wirken aus dem Weltenall wiederum verschiedene Kräfte herein. Der ganze Weltenraum ist mit geistigen Wesenheiten der verschiedenen Hierarchien ausgefüllt, welche aus den verschiedenen Richtungen her auf die Erde verschieden wirken. In denjenigen Zeiten, als die Menschen ein gewisses ursprüngliches primitives Hellsehen hatten, war es den Menschen klar: Wenn ich zu einer bestimmten Tageszeit den Blick nach der einen Richtung gegen den Himmel richte, dann kommen gewisse Kräfte mir entgegen, und auf einer anderen Seite finde ich andere Kräfte. Und die Menschen nahmen auch wahr, daß von gewissen Punkten aus besonders präzise und bestimmte Kräfte herkamen aus dem Himmelsraum, die für die Erde ganz besonders wichtig waren. Die liegen alle angeordnet in dem Sternenkreise am Himmelsraum, den man seit alten Zeiten den Tierkreis genannt hat. Man hat wahrhaftig nicht umsonst in alten Zeiten von dem Tierkreis gesprochen, sondern man hat gewußt, warum man das tut. In dem Himmelsraum verhält es sich so, daß, sagen wir, die Kräfte, die vom Planeten Mars herunterwirkten und in dem noch weichen Tierischen die eine der sieben Hauptformen für sich zustande brachten, verschieden wirken, wenn der Mars über dem einen Teil des Tierkreises steht oder über dem anderen. Man hat dann den Tierkreis eingeteilt nach zwölf Zeichen, die sich naturgemäß ergeben als die Sternbilder, und je nachdem die Marskräfte, die für eine Tierheitsform maßgebend sind, über dem Widder oder Stier oder über einem anderen Sternbild stehen, je nachdem wirken sie anders. Danach spezifizieren sich die sieben Hauptformen. Daraus entsteht eine ganze Menge von Möglichkeiten für verschiedene Tierformen. Und wenn Sie daran denken, wie dazu noch kommt, daß zum Beispiel der Mars bestimmend wirken kann, indem er sich über den Löwen stellt, so daß er den Löweneinfluß verdrängt in bezug auf die Erde, oder daß er von der anderen Seite her sich bestimmend stellt, indem die Erde zu stehen kommt zwischen die Sonne und den Mars, so gibt es eine noch größere Anzahl von Möglichkeiten. Das alles sind Kräfte, die zusammengewirkt haben, um die sieben Hauptgruppen des Tierreichs weiter zu differenzieren. So ist die ganze Mannigfaltigkeit unserer Tierformen auf der Erde dadurch entstanden, daß die Kräfte der Planeten eigentlich die Sitze der Gruppenseelen, der Gruppen-Iche der Tiere sind und daß diese Gruppen-Iche ihre Aufgabe erfüllen von diesen Sitzen aus, weil sie nur von dort aus diese Aufgabe erfüllen können. Denn nur dadurch, daß sich jenes Gruppen-Ich einer Tierform, das vom Mars herunterwirken soll, gerade diesen Ort am Himmel ausgewählt hat, kann es die entsprechende Wirkung auf die Erde herunter ausüben. Hier liegen die Kräfte, welche die Mannigfaltigkeit unserer Tierformen gebildet haben, und wenn wir den Ausdruck gebrauchen: Das tierische Gruppen-Ich ist auf dem Astralplan zu finden, so heißt das real: Wenn der okkulte Blick das Gruppen-Ich irgendeiner tierischen Form suchen will, so muß er nicht auf der Erde suchen, sondern auf einem Planeten. Was er beim Menschen auf der Erde findet, das findet der okkulte Blick für das Tier erst im Himmelstaum draußen bei den Planeten. Und so wie, sagen wir, derjenige Mensch, der eine Arbeit auf der Erde auszuführen hat, die verschiedene Standpunkte notwendig macht, sich eben zu diesen verschiedenen Standpunkten begeben muß, so muß das GruppenIch, das auf dem Planeten sitzt, durchlaufen den Himmelsraum über dem Tierkreis, um von da aus seine Kräfte zu differenzieren.
[ 7 ] Wenn wir diese Tatsache, die wir eben hingestellt haben, damit in Zusammenhang bringen, daß man heute so häufig die Impulse der tierischen Formen in irgendwelchen Prinzipien der Erde selbst sucht, zum Beispiel im Kampf ums Dasein, in irgendeiner natürlichen Zuchtwahl und dergleichen, dann erscheinen wahrhaftig auf der einen Seite die Tatsachen, die zustande gekommen sind durch diese Bestrebungen, wie sie zum Beispiel Darwin angeführt hat, großartig, insoweit Darwin bei den Tatsachen stehengeblieben ist. Denn unbewußt hat der Darwinismus geschildert, wie die Beweglichkeit der tierischen Formen besteht, wie in der Tat da geschaffen wird aus den Grundformen heraus. Aber nach der ganzen Anlage unserer Zeit hat man abgesehen davon, daß die Kräfte, welche diese Formen schaffen, aus dem Himmelsraum hereinwirken, daß also die Schöpfer der tierischen Formen in der Welt der Planeten zu suchen sind, die zu unserem Planetensystem gehören, aber außerhalb unserer Erde sind.
[ 8 ] Wenn wir uns nun fragen: Wie steht dieselbe Sache in bezug auf den Menschen? — da bekommen wir erst dann eine Antwort, wenn wir uns vorher auch noch die andere Frage beantworten, welcher Art diese Geister sind, die wir jetzt als Gruppenseelen der Tiere angesprochen haben und die ihren Wohnsitz auf den verschiedenen Planeten haben. Da zeigt sich, daß diese Gruppen-Iche der Tiere Nachkommen sind jener Kategorie von geistigen Wesenheiten, die angeführt worden sind von mir im Laufe dieser Vorträge als die Geister der Bewegung. Also wir müssen die Gruppen-Iche der Tiere als Nachkommen der Geister der Bewegung auffassen. Die Geister der Bewegung haben nämlich aus ihrer eigenen Substanz heraus während des alten Mondzustandes dem Menschen seinen astralischen Leib gegeben. Wir können also, um die Sache zu ergänzen, so sagen: Dieser Erde ist der Mondenzustand vorausgegangen; da haben während dieses Mondenzustandes die Menschen von den Geistern der Bewegung ihren astralischen Leib bekommen. Das heißt mit anderen Worten: Als die Erde Mond war — der alte Mond, nicht der jetzige; der jetzige ist ja nur ein abgelöstes Stück der Erde selber, während der alte Mond etwas ist wie eine vorhergehende Verkörperung unserer Erde —, während die Erde in diesem alten Mondzustand war, da umschwebten die Geister der Bewegung diesen alten Mond und ließen gleichsam einträufeln, einströmen in das, was der Mensch herüberbrachte aus noch früheren Zuständen, ihre eigene Substanz. So daß das, was der Mensch als astralischen Leib bekam, der für ihn neu war, denn er hatte damals nur physischen Leib und ätherischen Leib, herstammt von den Geistern der Bewegung. Der alte Mond ist verschwunden, die Erde hat sich gebildet, die Geister der Bewegung haben außer ihrer eigenen Fortentwickelung auch noch Nachkommen entwickelt. Diese Nachkommen der Geister der Bewegung, das sind diejenigen Wesenheiten, die wir als die Gruppen-Iche der Tiere bezeichnen und die nun ihre Wohnsitze nicht auf der Erde aufgeschlagen haben, sondern auf den anderen Planeten, um von da aus auf die Erde so zu wirken, daß sie die tierischen Formen hervorbringen in der geschilderten Art. Das ist das Spezielle von dem, was ich gesagt habe, daß wir Gruppen-Iche in einer gewissen Weise als Nachkommen der Wesenheiten der zweiten Hierarchie charakterisieren können.
[ 9 ] Wir müssen nun einmal die folgende Frage stellen: Auf die Tiere also wirken von den Planeten herunter diese Nachkommen der Geister der Bewegung — wirken nun ähnliche geistige Wesenheiten auch auf den Menschen, auf das Menschengeschlecht, das über die Erde hin ausgebreitet ist? Das können wir nicht behaupten von denjenigen geistigen Wesenheiten, welche wir angeführt haben als die normalen Glieder der einzelnen Hierarchien. Aber wir haben ja die besondere Kategorie angeführt, die wir die luziferischen Geister genannt haben, und wir haben charakterisiert, wie diese luziferischen Geister sich verhalten zu den normalen Geistern. Für jede Kategorie der verschiedenen Hierarchien gibt es nun in unserem Zeitenzyklus auch die luziferischen Geister. Während die Tiergruppenseelen ganz normale Nachkommen, richtige Nachkommen der Geister der Bewegung sind, sind die luziferischen Geister, welche den Geistern der Bewegung entsprechen, solche, welche sich aufgelehnt haben gegen den normalen Weg der Geister der Bewegung, welche sich entgegengestellt haben diesen normalen Geistern der Bewegung. Diese luziferischen Geister der Bewegung sind ebenso gruppiert auf den verschiedenen Planeten im Verhältnis zur Erde wie die richtigen Nachkommen der Geister der Bewegung, sie haben auch gleichsam ihre Rolle so verteilt, daß sie ihre Wohnsitze aufgeschlagen haben auf den verschiedenen Planeten. Wie nun die Gruppenseelen der Tiere auf den Planeten wohnen, so wohnen auch gewisse luziferische Geister der Bewegung auf den Planeten. Sie haben sich die Aufgabe gestellt, die den Geistern der Bewegung schon einmal entspricht: von den Planeten herein formend zu wirken, so daß Gruppen der entsprechenden Wesen auf der Erde entstehen. Wie sieben Haupttiergruppen sich bildeten, die nur durch die geschilderten Verhältnisse spezifiziert worden sind, so wirkten die luziferischen Wesenheiten der Bewegung von den Planeten auf die Erde herein, indem sie das Menschengeschlecht, das eigentlich in einer gewissen Weise nach einem einzigen Plan gedacht ist, spezifizierten. Während also der Mensch so gedacht war im ganzen Weltenplan, daß eine Menschenform über die Erde hin hätte Platz greifen sollen, wirkten von den verschiedenen Planeten herein diese luziferischen Geister der Bewegung und spezifizierten die Menschenform so, daß die Formen für die einzelnen menschlichen Hauptrassen über die Erde hin entstehen konnten. Das Genauere ist ja zu finden in meinen Vorträgen, die ich in Christiania gehalten habe über die besondere, spezielle Art, wie diese luziferischen Geister der Bewegung rassenbildend wirken.
[ 10 ] So haben wir zu unterscheiden Nachkommen der Geister der Bewegung und luziferische Geister der Bewegung. Aber jetzt noch etwas. Wir werden nun naturgemäß die Frage aufwerfen müssen: Wo sind denn nun die normalen Geister der Bewegung, welche während der alten Mondenzeit dem Menschen seinen astralischen Leib gegeben haben? Also diejenigen, die das Ziel ihrer Entwickelung erreicht haben in jener Zeit, die abgelaufen ist beim Übergang von der Mondenbildung zur Erdenbildung, diese ganz reif gewordenen Geister der Bewegung, wo sind sie? Auch diese Geister der Bewegung haben das Eigentümliche, daß sie ihren eigentlichen Wohnsitz oder vielmehr, besser gesagt, das Angriffsfeld ihres Wirkens auf den Planeten unseres Planetensystems haben, so daß sie zum Beispiel nicht direkt als Geister der Bewegung von der Sonne her wirken, wo sie sozusagen doch ihren Hauptversammlungsort haben, sondern daß sie erst ihre Strahlen aussenden nach den Planeten und von da zurückwirken auf die Erde. Insofern wir es mit den richtigen Geistern der Bewegung zu tun haben, kommt ihre unmittelbare Wirksamkeit von den Planeten unseres Planetensystems her. Aber das alles, wie da von den Planeten her diese geistigen Wesenheiten wirken, gehört natürlich der übersinnlichen, unsichtbaren Welt als solcher an. Nur die Wirkungen selbst äußern sich sehr wohl auf der Erde, die Wirkungen kommen auf der Erde zustande. Was tun denn für den Menschen diese Geister der Bewegung, die ihm einstmals auf dem alten Mond aus ihrer eigenen Substanz heraus seinen astralischen Leib gegeben haben? Dieser astralische Leib war als ein Keim im Erdensein enthalten, und nachdem der alte Mond verschwunden und eine Zwischenzeit vergangen war und die Erde sich wieder neu gebildet hatte, da hatte auch dieser astralische Leib sich aus dem Keim wieder herausentwickelt. Die Geister der Bewegung aber haben sich weiterentwickelt zu einer höheren Tätigkeit. Von ihren Nachkommen wissen wir, daß sie tierische Gruppenseelen geworden sind; von denjenigen, die sich gegen sie empört haben, wissen wir, daß sie mitbildend waren an der Differenzierung der Menschenrassen. Wo zeigen sich nun diese fortgeschrittenen echten, normal entwickelten Geister der Bewegung? An einem Beispiel soll es anschaulich gemacht werden, wie sie sich zeigen.
[ 11 ] Wir wissen, daß der einzelne Mensch zunächst geführt wird von dem, was wir seinen Engel nennen. Wir wissen, daß Völker geistig zunächst von ihren Völkergeistern oder Erzengeln geführt werden, — Völker sind etwas anderes als Rassen. Wir wissen, daß die aufeinanderfolgenden Zeitkulturen von den Geistern der Zeit, den Archai, geführt werden. Wir wissen dann, daß über den Archai diejenige Kategorie der Hierarchien steht, die wir da nennen die Geister der Form, und über ihnen die Geister der Bewegung. Wir wollen sie in jenem Zustand fassen, wie sie auf der Erde sind, wo schon hinter ihnen liegt, daß sie den Menschen den astralischen Leib gegeben haben und daß sie selbst ihren richtigen Fortschritt genommen haben. Es gibt nun in der menschlichen Evolution etwas, was über die Charaktere der bloßen Zeitgeister hinausgeht, was bedeutungsvoller, gewaltiger ist für die gesamte Menschheit als die Sphäre der einzelnen Zeitgeister. Die Zeitgeister wirken auf der Erde durch eine bestimmte Zeit hindurch. Aber es gibt geistige Entwickelungen innerhalb der gesamten Menschheitsentwickelung, welche größere Sphären umfassen als die der bloßen Zeitgeister. Solche größeren Menschheitsepochen, die über die Sphäre der bloßen Zeitgeister hinausgehen, die haben nun zu ihren Regenten die normal entwickelten Geister der Bewegung. Diese normal entwickelten Geister der Bewegung zeigen sich also in ihrer Wirkung im Menschenwerdeprozeß so, daß sie die großen Kulturimpulse geben. Und wenn wir nun die Menschengeschichte, die Menschenkulturgeschichte überblicken, dann sehen wir, daß die einzelnen Menschen geleitet werden von Engeln, Angeloi; Völker von den Erzengeln, Archangeloi; gewisse Zeiten hindurch werden Kulturen geleitet von Zeitgeistern und auch gewisse Sphären, wie wir noch sehen werden, von den Geistern der Form. Dann aber haben wir den gesamten Kulturverlauf der Menschenentwickelung so, daß gewisse lange Zeiten hindurch, die viel länger sind als die, die ein Zeitgeist umspannt, in größeren Sphären inspirierend sich betätigen das eine Mal der Geist der Bewegung, der von dem einen Planeten herunterwirkt, und das andere Mal der Geist der Bewegung, der von dem anderen Planeten herunterwirkt. Und so wirken diese Geister der Bewegung, die normale Entwickelung haben, so von den Planeten herunter, daß sie sich nun im Menschenwerdeprozeß ablösen und sich in den großen über die Sphären der Zeitgeister hinausgehenden Kulturimpulsen der Erdenentwickelung zeigen. So kam zum Beispiel der Kulturimpuls des Geistes der Bewegung, der von dem Planeten herunterwirkt, welchen die heutige Astronomie die Venus nennt und den die alte Astronomie Merkur genannt hat — diese zwei Namen sind verwechselt worden -, dieser Kulturimpuls, er kam ursprünglich von jenem Geist der Bewegung, der sich in dem Buddhismus ausdrückte. Andere Kulturimpulse, die über die bloßen Zeitgeister hinauswirken, kamen von Geistern der Bewegung, die von anderen Planeten herrühren. Während also von den Nachkommen der Geister der Bewegung die Gruppenseelen der Tiere kommen und von den luziferischen Geistern der Bewegung die Rassenform der Menschen, kommen diese großen Kulturimpulse von den Geistern der Bewegung, die ihre normale Entwickelung erreicht haben. Es kommen noch mancherlei andere Impulse von dieser Seite her, aber es ist zunächst wichtig, auch von diesem Gesichtspunkte aus einmal die Kulturimpulse zu betrachten.
[ 12 ] Sehen Sie, hier haben Sie zum Beispiel jetzt, ich möchte sagen, aus unserem ganzen Planetensystem heraus entwickelt etwas, was Sie angedeutet finden unter den großen Wahrheiten, die, wie jeder Kundige weiß, in der «Geheimlehre» von A. P. Blavatsky stehen. Kundige finden sie dort angedeutet. Da steht auf einer Zeile: Buddha - Merkur. Buddha ist gleich Merkur, das heißt, die tonangebende Individualität für den Buddhismus wird zurückgeführt im Okkultismus auf jenen Geist der Bewegung, der von diesem Planeten herunterwirkt. Der ist der Inspirator, von ihm kommt jener Einfluß, der sich in dieser Kulturströmung zum Ausdruck bringt. Es ist schon einmal so, daß gerade dieses merkwürdige Buch, die Blavatskysche Geheimlehre, große Wahrheiten birgt, die man nur in der richtigen Weise erkennen muß. Man darf dieses Buch nicht einfach wie ein Dogmenbuch hinnehmen, sondern man muß allen einzelnen Dingen nachgehen. Dann wird man erst die Größe dieses Buches erkennen. Von all den großen Wahrheiten, die der wirkliche Okkultist lehrt, finden Sie zuweilen bedeutsame Andeutungen gerade in der Blavatskyschen Geheimlehre. Und als dies niedergeschrieben worden ist durch den Inspirator der Blavatskyschen Geheimlehre, Buddha ist gleich Merkur, da wirkte die große Wahrheit mit, daß der Inspirator der H.P.Blavatsky wußte: Jene Individualität, die im neunundzwanzigsten Jahre ihres Lebens der Buddha wurde, die konnte in dem Zeitpunkt, der uns symbolisch angedeutet wird durch das Sitzen unter dem Bodhibaum, anfangen, sich von dem Geist der Bewegung, der auf dem Merkur thront, inspirieren zu lassen. Damit war diese Individualität aus einem Bodhisattva ein Buddha geworden, das heißt einer der Geister, welche das, was sie erfüllt, hereininspiriert bekommen nicht aus der Erdensphäre, sondern aus dem Weltenraume her, aus dem Kosmos. Damit war er der Erdensphäre entrückt nach Nirwana, das heißt in das Gebiet, wo die Erdensphäre nicht mehr hineinspielt. — H.P. Blavatsky wußte in ihrem gewöhnlichen Bewußtsein von vielen dieser Dinge nichts, aber ihr Inspirator wußte es. Diese Dinge müssen eben aus den Tiefen des Okkultismus herausgeholt werden, und es darf in diesen subtilen und auch großen Wahrheiten nicht etwa alles durcheinandergeworfen werden. Nun ist meine Behauptung nicht, daß in dem Augenblicke, wo ein Bodhisattva zum Buddha erhoben wurde, nur der Geist der Bewegung inspirierend wirkte, sondern dutch ihn wirkten die Wesenheiten der höheren Hierarchien dann herein. Das Wesentliche ist, daß von dem Zeitpunkte an die anderen Geister, der unteren Hierarchien, wegfielen, daß er unmittelbar sozusagen zu jenen Wesenheiten hinkommen konnte, welche man als die normal entwickelten Geister der Bewegung bezeichnet.
[ 13 ] Nun wollen wir, bevor wir den menschlichen Kulturprozeß noch in bezug auf einen anderen Punkt in Betracht ziehen, übergehen zu dem Pflanzenreich. Bei dem Pflanzenreich sehen wir, daß schon der astralische Leib auf dem astralischen Plan zu finden ist, dort wo zu finden ist das tierische Gruppen-Ich. Das führt wiederum auf die reale Tatsache zurück, die sich dem okkulten Blick zeigt, daß für die Pflanzen nicht nur im Gruppen-Ich, sondern schon in dem astralischen Leib der Pflanze Kräfte wirken, welche nun auch von dem Planetensystem, von den Sternen her wirken. Während beim Tier also erst in den Gruppenkräften, in den Kräften, die die Gruppenformen schaffen, die Geister der Bewegung wirken, wirkt schon auf den pflanzlichen astralischen Leib dasselbe, was zur Sphäre der Geister der Bewegung gehört. Nachkommen der Geister der Bewegung sind auch solche, nur unterscheiden sie sich dadurch von den anderen Nachkommen, daß sie sich zu einer etwas anderen Zeit gebildet haben, aber sie wirken ebenso als Nachkommen der Geister der Bewegung auf den astralischen Leib der Pflanzen, nicht bloß auf das Ich. Wiederum können wir nämlich sagen, daß auf den astralischen Leib der Pflanzen von den Planeten des Planetensystems her die Kräfte der Geister der Bewegung oder ihrer Nachkommen wirken. Der astralische Leib ist nämlich bei jedem Wesen dasjenige, was den Impuls gibt zur Bewegung. Auf dem physischen Plan haben wir von der Pflanze den physischen und Ätherleib. Wenn auf die Pflanze irgendwelche Kräfte aus der Sphäre der Geister der Bewegung wirkten, so würden diese Kräfte, weil der astralische Leib nicht in der Pflanze drinnen ist, sondern sie umspült, die Pflanze zur Bewegung bringen, aber jetzt nicht so, wie Menschen und Tiere sich bewegen, sondern so, daß sie die Pflanze, wie sie zuerst entsteht, von der Erde wegholen. Wenn Sie sehen, wie sich an einer Pflanze die Kräfte wie in Spiralen von Blattansatz zu Blattansatz weiterentwickeln, dann haben Sie die Tätigkeit dieser Kräfte, welche von den Planeten hereinwirken. Und je nachdem von diesem oder jenem Planeten herein die Kräfte der Nachkommen der Geister der Bewegung wirken, wird diese eigentümliche Linie, welche die Blätter ansetzt, anders.
[ 14 ] Es gibt ein gewisses Mittel, die wirklichen Bahnen der einzelnen Planeten in ihrem Abbild zu studieren; und wenn man einmal in der äußeren Wissenschaft diese Tatsache erkannt haben wird, dann wird man noch manches an den bisherigen astronomischen Systemen zu korrigieren haben. Gewisse Pflanzen sind zugeteilt den Kräften der Geister der Bewegung, die auf dem Mars sind, andere denen, die auf der Venus, andere denen, die auf dem Merkur sind. Da wirken sie herein, und je nachdem sie von dem einen oder anderen Planeten her wirken, erteilen sie der Pflanze die in ihrem spiralen Blättergewinde zum Ausdruck kommende Bewegung: dieselbe Bewegung, die der entsprechende Planet macht, die absolute Bewegung, die er im Himmelsraum macht. Wenn Sie eine gewöhnliche Ackerwinde nehmen, noch dazu, wo der Stengel selbst gedreht ist, da haben Sie in den spiralen Bewegungen des Stengels sogar nachgeahmt planetarische Bewegungen, die von den Geistern der Bewegung herrühren. Da wo der Stengel feststeht, da haben Sie in den Blattansätzen Abbilder jener Kräfte, die von den Geistern der Bewegung aus den Planeten des Planetensystems herrühren. Diese Kräfte wirken bei der Pflanze zusammen mit den eigentlichen Gruppen-Ichen, und diese Gruppen-Iche der Pflanzen, die wirken nun alle so, daß wir die Richtung ihrer Kräfte finden können, wenn wir einfach die Sonne mit dem Mittelpunkt der Erde verbinden, das heißt, es wirken zusammen mit den Kräften, die aus den Geistern der Bewegung kommen, andere Kräfte, welche in der Richtung des Pflanzenstengels gehen, der ja immer nach dem Mittelpunkt der Erde hin wirkt. Wir haben also die gesamte Pflanze zusammenzusetzen aus dem, was gegen die Sonne oder gegen den Mittelpunkt der Erde hin wächst, und dem, was sich herumwindet und in den Blattansätzen nachbildet die Bewegungen der Planeten. Dem aber entspricht die reale Tatsache, daß wir die unmittelbaren Wirkungsimpulse für die Gruppen-Iche der Pflanzen in der Richtung von der Erde zur Sonne hin zu suchen haben. Das heißt, wenn wir den okkulten Blick jetzt nicht nach den Planeten richten, sondern nach der Sonne, da bekommen wir die einzelnen GruppenIche für die Pflanzen. Diese Gruppen-Iche der Pflanzen, die sind nun ebenso Nachkommen der Geister der Weisheit, wie die Gruppen-Iche der Tiere Nachkommen der Geister der Bewegung sind. Also wir haben in den Gruppen-Ichen der Pflanzen Nachkommen der Geister der Weisheit zu sehen.
[ 15 ] Nun habe ich im Verlaufe dieser Vorträge ausgeführt, daß wir in den Naturgeistern zu sehen haben Nachkommen der dritten Hierarchie, daß wir zu sehen haben in den Gruppen-Ichen Nachkommen der zweiten Hierarchie. Dazu kommt jetzt das Hinzutreten der Geister der Umlaufszeiten, welche die Zeiten regeln. Hier sind wir an einer Stelle, wo wir hinweisen können auf die Funktion einer gewissen Kategorie solcher Geister der Umlaufszeiten. Wir können an dieser Stelle nämlich darauf hinweisen, daß gewisse Geister der Umlaufszeiten für die Pflanze die Wirkungen der von den Planeten herkommenden Bewegungskräfte, die spiralig wirken, und der Kräfte, welche von der Sonne her kommen, miteinander verbinden. Die werden zu einer bestimmten Zeit verbunden durch Geister der Umlaufszeiten, und zwar, wenn der Zeitpunkt des Jahres eintritt, wo die Pflanze zu ihrer Befruchtung schreitet. Da verbindet sich das spiralige Bewegungsprinzip mit dem Prinzip, das im Stengel wächst. Daher haben wir ja auch das Prinzip, welches spiralig wirkt, in den Staubgefäßen und das Prinzip, das die direkte Fortsetzung des Stengels ist, in dem Fruchtknoten in der Mitte der Pflanze. Wenn der Kreislauf der Pflanze abgelaufen ist, das heißt, wenn die Geister der Umlaufszeiten für die Pflanze die Tätigkeit der Planetengeister mit der Tätigkeit des Sonnengeistes verbinden, dann ordnen sich bei der Pflanze, die also vollständig ist, diejenigen Organe, die bis dahin spiralig den Planeten folgten, hübsch in einem Kreis an wie die Staubgefäße ringsherum, und der Stengel wächst und schließt sich ab im Fruchtknoten. Die beiden werden verbunden. Es wird das Pflanzenwachstum abgeschlossen, indem hinzutritt zu den beiden geistigen Tätigkeiten der Geister der Bewegung und der Geister der Weisheit, respektive ihrer Nachkommen, die Tätigkeit der Geister der Umlaufszeiten, welche die beiden geistigen Wesenheiten zu einer Art von Ehe verbinden.
[ 16 ] So haben wir in dem Pflanzenreich eine Gelegenheit gehabt, Nachkommen der Geister der Weisheit kennenzulernen. Wir müssen wiederum voraussetzen, daß diese Nachkommen der Geister der Weisheit — und Sie können das ja auch noch nachlesen in meiner «Geheimwissenschaft» oder in der «Akasha-Chronik» — eben sich gebildet haben aus diesen Geistern der Weisheit seit jener Zeit her, da die Geister der Weisheit selber aus ihrer eigenen Substanz heraus dem Menschen seinen ätherischen Leib gegeben haben. Das geschah, während die Erde in dem Zustand der alten Sonne war. Da wurde der menschliche Ätherleib aus den Geistern der Weisheit heraus entlehnt. Nun ist aber seit jener Zeit die alte Sonne fortgeschritten zum Mondenzustand, dann wiederum der Mondenzustand fortgeschritten zu unserem Erdenzustand. Schon während des Mondenzustandes waren die Geister der Weisheit, die einstmals während der alten Sonne die Fähigkeit hatten, aus ihrer eigenen Substanz heraus dem Menschen seinen ätherischen Leib zu geben, so weit fortgeschritten, daß sie nicht mehr unmittelbar aus sich heraus die Fähigkeit zu entwickeln brauchten, dem Menschen etwas zu geben. Sie waren auf der Erde zu höheren Tätigkeiten fortgeschritten. Nun ist es nicht nur charakteristisch für die Nachkommen der Geister der Weisheit, die wir gefunden haben als Gruppen-Iche für das Pflanzenreich, daß sie ihren unmittelbaren Impuls von der Sonne her geben, so daß er also nicht nur von den Planeten zu kommen scheint, sondern von der Sonne her; es ist auch den eigentlichen Geistern der Weisheit eigen, daß sie sich unmittelbar von der Sonne auf die Erde herkommend zeigen. Wie zeigen sich nun die Impulse, welche von den Geistern der Weisheit, die ihre normale Entwickelung durchgemacht haben, herkommen?
[ 17 ] Wir haben gesehen, daß in solchen Geistern wie dem den Buddha inspirierenden zunächst ein normal entwickelter Geist der Bewegung von einem Planeten her wirkt. Nun kommen wir dazu, die normalen Geister der Weisheit aufzusuchen. Wir müssen sie nach dem ganzen Geist der bisherigen Betrachtungen auf der Sonne suchen. Wir müssen sie im selben Sinne auf der Sonne suchen, wie wir die normalen Geister der Bewegung von den Planeten her wirkend zu suchen haben, wenn sie auch ihren eigentlichen Wohnsitz auf der Sonne haben. Unmittelbar von der Sonne ausgehend, haben wir die Impulse der normal entwickelten Geister der Weisheit zu suchen. Nun tritt uns aber hier etwas Eigentümliches entgegen. Zwar können wir für die Pflanzen, weil wir es mit Nachkommen der Geister der Weisheit zu tun haben, wenn wir okkult recht genau vorgehen, Differenzierungen unterscheiden, aber wenn wir die Pflanzen auf der Erde in ihrer Beziehung zu den Geistern der Weisheit auf der Sonne anschauen, dann erscheinen uns ihre Bewegungen alle mehr oder weniger als Vertikalverbindung von der Sonne mit dem Mittelpunkt der Erde. Wir können unterscheiden das, was in der Pflanzenform von den Geistern, die auf den Planeten ihren Sitz haben, herrührt, aber es fließt uns in die eine Vertikale zusammen dasjenige, was wir als von den Geistern der Weisheit herrührend empfinden. In einer ähnlichen Weise verhält es sich, und davon wird ihnen jeder, der die okkulten Tatsachen auf diesem Gebiete kennt, genau denselben Bericht geben können, daß wir auf dem Gebiete, das wir da betreten, wenn wir den Blick nach der Sonne richten — denn dort müssen wir die normalen Geister der Weisheit suchen —, nicht mehr Differenzierungen unterscheiden können. Da empfinden wir eine Einheit. Es fließt uns das, was von den normalen Geistern ausgeht, in eine Einheit zusammen. Und wenn wir nun fragen, wo zeigt sich das, was von dieser Einheit der Geister der Weisheit, die auf der Sonne unmittelbar ihren Sitz haben, wo zeigt sich das in der Erdenwirksamkeit, dann kommen wir zu einer noch weitergehenden Sphäre.
[ 18 ] Die Sphäre eines solchen Geistes, wie er den Buddha inspiriert hat, der also der Geist der Bewegung auf dem Merkur ist, sie ist eben noch klein im Verhältnis zu der weit umfassenderen Sphäre, die da im Menschenwerdeprozeß dirigiert wird von der als Einheit empfundenen geistigen Wesenheit der Weisheit, die auf der Sonne aufzusuchen ist. Wenn wir zurückgehen in die Kultur des alten Indiens, da finden wir, daß die sieben heiligen Rischis von dem sprachen, was sie aus ihren okkulten Gründen heraus ein jeglicher der Menschheit zu geben hatten. Sie waren sich bewußt, daß sie das bewahrt hatten, was durch sieben lange Kulturzeiträume dirigiert war von den Geistern der Bewegung. Und wie wenn sieben hintereinanderliegende Zeiträume in der Erdenentwickelung dadurch auf einmal wirken sollten, daß sie nebeneinander in ein Kollegium große Individualitäten hineinstellten, so geschah es, daß diese sieben aufeinanderfolgenden Wirksamkeiten von den Geistern der Planeten zutage traten in demjenigen, was die heiligen sieben Rischis der Menschheit zu sagen hatten, ein jeder von sich aus. Sie behaupteten damit nicht etwa, das, was sie zu geben hatten, sei ein unmittelbarer Ausfluß eines Geistes der Bewegung, sondern sie sagten, daß es wie eine Erinnerung in eines jeden Seele sei für das, was früher die Geister der Bewegung gegeben hatten. Denn die hohen Weistümer, welche die heiligen Rischis der Erdenmenschheit gaben, waren die großen Erinnerungen an die altatlantischen Kulturen, nur neu gestaltet. Aber diese sieben heiligen Rischis sagten zugleich: Über dem, was wir zu geben haben als Kulturen der aufeinanderfolgenden Zeiträume, liegt etwas anderes, was über unserer Sphäre lebt. Vischvakarman nannten die heiligen Rischis das, was über ihrer Sphäre lag. Sie wiesen also hin auf etwas, was über ihrer Sphäre liegt, was eine größere Erdensphäre umfaßt als die der einzelnen Geister der Bewegung. Wie diese Sphären der Zeitgeister, so wiesen die heiligen Rischis auf Kulturepochen hin, die über den Sphären der einzelnen Geister der Bewegung liegen.
[ 19 ] Dann kam die Zarathustra-Kultur, und Zarathustra wies wiederum hin auf dasselbe, was die heiligen Rischis Vischvakarman genannt haben. Nur wies er in seiner Art darauf hin. Ahura Mazdao nannte er es. Sowohl die heiligen Rischis wie auch Zarathustra wußten, daß dasjenige, was mit Vischvakarman gemeint ist, den Geist der Weisheit darstellt, der umfassend auf die Erde strömt und größere Sphären hat als die Sphäre der einzelnen Geister der Bewegung. Auch Zarathustra meinte, daß Ahura Mazdao größere Sphären hat als die Geister der Bewegung.
[ 20 ] Und es kam die ägyptische Kultur und sah aus gewissen Gründen die Notwendigkeit ein, zu sagen: Die Gegenwart, das heißt die damalige ägyptische Gegenwart, ist nicht geeignet, so den Blick hinaufzurichten zu jenem Sonnengeist der Weisheit, den der Zarathustra in seiner Art geahnt hat. — Daher kleidete die ägyptische Kultur ihre Anschauung von dem Wesen dieses Geistes in die Legende, daß dieser Geist, als er der Erde sich mitteilen wollte, sogleich zerstückelt wurde. Osiris, der von seinem Bruder zerstückelt wird, er ist ein Hinweis auf das, worauf schon die heiligen Rischis hingewiesen hatten mit ihrem Vischvakarman. Und dann kam die vierte nachatlantische Kulturperiode und wies darauf hin, daß dasjenige, worauf jede Kulturepoche hingewiesen hatte, durch die besonderen Verhältnisse gerade für diese vierte nachatlantische Kulturperiode in unmittelbarer Anschauung zu erreichen sei; das heißt, daß durch besondere Vorgänge der vierten nachatlantischen Kulturperiode die Möglichkeit gegeben sei, daß eine Wesenheit von ihr inspiriert werden konnte.
[ 21 ] Die sieben Rischis wiesen darauf hin, daß diese Wesenheit vorhanden ist, Zarathustra, daß der okkulte Blick, der auf die Sonne’ gerichtet ist, diese Wesenheit schaut, die ägyptische Kultur, daß diese Wesenheit der Erde noch so fremd ist, daß der Mensch sie erst antrifft nach dem Tode; die vierte Kulturperiode durfte darauf hinweisen, daß innerhalb unserer Erdenentwickelung die Bedingungen eingetreten waren, daß drei Jahre hindurch eine menschliche Wesenheit unmittelbar inspiriert werden konnte von diesem Geist der Weisheit. Und es war dadurch möglich, zu erkennen, daß tatsächlich die Sphäre dieses Sonnengeistes der Weisheit umfassender ist als die Sphäre der Geister der Bewegung, weil sie nun den gesamten Kulturprozeß der Erde umfaßt. Das heißt, dasjenige, was man in der Sprache der heiligen Rischis als Vischvakarman bezeichnet, in der des Zarathustra als Ahura Mazdao, in der der ägyptischen Kultur, wenn man wirklich versteht, was hinter dem Namen steckt, als Osiris, und was man bezeichnete in der Sprache des vierten Kulturzeitraumes mit dem Wort Christus, das hat hereingeleuchtet durch das Tor des Sonnengeistes der Weisheit. — Ebensowenig als ich gesagt habe, daß es nur der Geist der Bewegung ist, der durch den Buddha hereingeleuchter hat, sowenig sage ich, daß es nur der Sonnengeist der Weisheit ist, der durch den Christus hereingeleuchtet hat. Er war das Tor, um hinauszurichten den okkulten Blick in unendliche Sphären, worin die Geister der höheren Hierarchien vorhanden sind; aber der Einlaß war der Geist der Weisheit, der Sonnengeist der Weisheit. Wie die Sonne sich zu den Planeten verhält, so verhält sich der Sonnengeist der Weisheit zu den Geistern der Bewegung, die ihrerseits in solchen Geistern zum Ausdruck kommen wie der, der den Buddha inspiriert hat. So hat es in ihrer guten alten Theorie H. P. Blavatsky gemeint. Ihr ist es niemals eingefallen, den Christus mit irgendeinem der Planetengeister der Bewegung etwa zu identifizieren.
[ 22 ] Es wäre ein arger Abfall von dem ursprünglichen Geist der theosophischen Bewegung, in dem so viel Großes und Richtiges und Bedeutsames an tiefen okkulten Wahrheiten geherrscht hat, wenn man zu der Verwechselung dessen kommen sollte, was uns durch den Okkultismus über solche Geister gelehrt werden kann, die da gipfeln in einem Namen wie Buddha, von dem H.P. Blavatsky in ihrer einfachen Anführung so deutlich gezeigt hat, daß er dem Merkurgeist entspricht — es wäre ein Bruch mit allen ursprünglichen Ausgangspunkten der theosophischen Verkündigung, mit dieser Lehre, die dazumal richtig verstanden worden ist und aus der heraus niemals der Buddha-Geist mit dem ChristusGeist verwechselt worden wäre —, wenn man heute diese einzelnen Wesenheiten durcheinanderwerfen würde; wenn man aus den Grundelementen der okkulten Lehre heraus nicht den Unterschied zu machen wüßte zwischen jenen Geistern, welche das Menschenwerden im Laufe aufeinanderfolgender Zeitensphären leiten und die ihren Gipfel haben in Geistern wie Buddha, und jenem Geist, auf den alle anderen, auch der Buddha selber, hingewiesen haben, der der Einheitsgeist der Erdenkultur ist, so wie das Sonnenhafte der Einheitskörper für das Planetensystem ist. Und dieser Einheitsgeist muß im Sinne der vierten nachatlantischen Kulturperiode als der Christus bezeichnet werden. Innerhalb des Sonnensystems kann man nicht in dem gewöhnlichen Sinn von zwei Sonnen sprechen und etwa sagen, das wäre eine andere Sonne, die den Widder bedeckt das eine Mal, und eine andere Sonne, die den Steinbock bedeckt das andere Mal. Man muß sich klar sein, daß es dieselbe Sonne ist, die durch den ganzen 'Tierkreis geht, und daß es verschiedene Planeten sind, die durch die Tierkreisbilder gehen. So aber auch muß man sich klarsein, wenn man von dem Christus spricht, der durch die Kultursphären der ganzen Menschheitsentwickelung der Erde hindurch geht, wie zu allen Zeiten von allen Religionen anerkannt worden ist, da wo diese Religionen ihre Gipfel erreichten. Dann muß man unterscheiden diesen ChristusGeist von den Geistern der einzelnen Sphären, die etwa so in ihren großen Individualitäten gipfeln, wie der Buddhismus in seinem Buddha gipfelt. Das zeigt uns, wie das Objektive in diesen Dingen erst zu finden ist. |
[ 23 ] Es darf, wenn der abendländische Okkultist auf diese Tatsache hinweisen muß, ihm nicht etwa zum Vorwurf gemacht werden, daß er etwas vertreten wolle, was intolerant wäre gegen andere Religionssysteme, während die Theosophie die Aufgabe habe, jedes Religionssystem zu seinem Rechte kommen zu lassen. Bei einem solchen Vorwurf darf man nicht vergessen, daß das, was da von dem abendländischen Okkultisten gefordert wird, schon geleistet ist. Ist der Christus-Impuls aus dem Abendland heraus geworden? Hat irgendein Volk des Abendlandes den Christus-Impuls aus seinem Volkstum, aus seinem Rassentum herausgeboren? Nein, es hat den Christus-Impuls als einen Impuls, der der ganzen Menschheit gilt, angenommen, trotzdem dieser Christus-Impuls in bezug auf sein äußeres Auftreten den Völkern des Abendlandes fremd war. Es hat die abendländische Kultur damit zuerst gezeigt, daß sie Verständnis hat für jene Entäußerung, welche notwendig ist in bezug auf das Eigene. Indem das Abendland sich des Geistes der Bewegung auf dem Mars als unmittelbaren Inspirators entschlagen hat, damals, als es vertauschte diesen Inspirator mit dem Christus-Geist, mit dem Inspirator, der da entspricht dem Geist der Weisheit auf der Sonne, da hat das Abendland eine historische, eine wichtige Tat geleistet. Und es ist unangemessen, wenn etwa von anderer religiöser Seite gerade um dieser Sache willen dem Abendland Intoleranz vorgeworfen würde. Die großen Führer der anderen Religionen zeigen überall, daß sie über den Geistern der Bewegung den Geist der Weisheit anerkennen. Bloß diejenigen, die ihren eigenen Geist der Bewegung unter einem anderen Namen zu einer Art führendem Geist machen wollen, die selber den Schritt nicht unternehmen wollen, von ihrem Geist aufzusteigen zu dem Sonnengeist, die können davon sprechen, daß eine Intoleranz bei denjenigen vorliegt, die das Tolerante schon geleistet haben. Man leiste auf anderen Gebieten erst jene Toleranz, welche das Abendland geleistet hat, indem es vertauscht hat seinen Geist der Bewegung mit dem Geist der Weisheit.
[ 24 ] So ist mit dieser Tat schon vortheosophisch die theosophische Tat vollführt, den einzelnen Religionen zu ihrem Recht zu verhelfen, indem kein einzelner, zu irgendeiner einzelnen Menschengruppe gehöriger Impuls beansprucht wird für den Christus, sondern nur das, was auch die Theosophie beansprucht: jenen Impuls zu suchen, welcher ein Menschheitsimpuls ist im Unterschied zu den speziellen Religionen, wie der Sonnenimpuls für alle Planeten. Es geschieht aus den Tiefen des Okkultismus heraus, wenn diese Tatsache objektiv so dargestellt wird, und es wäre, wenn jemals gesagt würde, daß diese Darstellung des Christus-Impulses irgendeinem besonderen nationalen oder Völkerinteresse oder abendländischen Interesse entspringt, es wäre das nur möglich aus einem Nichtwissen der faktischen Verhältnisse heraus oder aus einem Entstellen derselben. Es kommt in allen Dingen darauf an, daß wir ungeschminkt und kühn den objektiven Tatsachen ins Auge schauen. Wir können dies nur, wenn wir in die Tiefen des Weltenwerdens hineinschauen. Alle okkulten Wahrheiten zeigen uns zuletzt, wie das Weltenwerden geschieht. Aber wir müssen den Mut, wir müssen auch die Unbefangenheit haben, uns diesem Weltenwerden gegenüberzustellen. Was gehen uns Namen an, ob sie aus dern Orient oder aus dem Okzident entlehnt sind, ob sie von diesen oder jenen persönlichen Geistern getragen werden; die gehen uns nichts an. Das, was in der Welt wirkt, das geht uns an, das müssen wir bekennen. Und Geisteswissenschaft führt uns dazu, das zu schauen, das zu sehen, was in der Welt wirkt. Haben wir es ja im Grunde genommen auf dem geisteswissenschaftlichen Felde so leicht schon aus dem Instinkt heraus, möchte ich sagen, das Richtige zu finden. Wir müssen nicht immer lechzen nach neuen Sensationen, sondern ein wenig zu verstehen suchen, was in den ersten Impulsen der theosophischen Bewegung liegt. Indem H. P. Blavatsky identifiziert hat den Buddha mit dem Merkur, war eine große Wahrheit ausgesprochen, die um so besser erkannt wird, je mehr man auf okkultem Gebiet das Verhältnis des Buddha zum Christus erkennt, so wie man die kosmischen Verhältnisse besser erkennt, wenn man das Verhältnis des Planeten Merkur zum Fixstern Sonne erkennt. Die Dinge lassen sich nicht durch Menschenvorurteile aus den Angeln heben. Sie wirken nur das Richtige im Kulturprozeß, wenn wir ihnen unbefangen ins Auge schauen.
[ 25 ] Diese Betrachtung durfte angefügt werden gerade : an dasjenige, was heute über die in den Planeten und in der Sonne wirksamen Geister gesagt wurde, denn diese Geister erstrecken ihre Wirksamkeit auf die Erde, und von vielem, was in populären Vorträgen gelehrt werden muß, ahnt die Welt nicht, wie tief es in okkulten Gründen wurzelt. Wie tief begründet ist das Verhältnis der aufeinanderfolgenden Kultursphären, das jetzt gegeben werden darf, von denen die eine im Buddha kulminiert, die andere in dem, nennen Sie es, wie Sie wollen, die vierte Kulturepoche nannte es: Christus. Wie sich das eine von dem anderen unterscheidet, kann nur aus den Tiefen des Okkultismus heraus gelernt werden. Der Okkultismus aber bezeugt uns auch, wie, richtig angesehen, der Kosmos uns überall Zeichen bietet für das, was tief in unsere Herzen sich einspricht. So daß wir sagen können: Lernen wir die Schrift, die ausgebreitet ist im Kosmos, in den Sternen, in ihrer Anordnung und Bewegung kennen, so spricht überall aus dem Kosmos dasjenige, was unsere Herzen durchdringt mit der Wahrheit, mit der Liebe und mit jener Frömmigkeit, die die Menschheitsentwickelung fortträgt von Epoche zu Epoche.
