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The Rudolf Steiner Archive

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Die geistigen Wesenheiten
in den Himmelskörpern und Naturreichen
GA 136

14 April 1912, Helsinki

Zehnter Vortrag

[ 1 ] Aus der Darstellung, die gestern gegeben werden konnte über das Zusammenwirken der verschiedenen Geister der einzelnen Hierarchien in den Naturreichen, ist uns zunächst noch geblieben eine Betrachtung des mineralischen Reiches. Wir erinnern uns daran, daß wir das mineralische Reich so charakterisieren konnten, daß auf dem physischen Plan, in der physischen Welt von ihm nur der physische Leib vorhanden ist, daß wir dagegen dasjenige, was als ätherischer Leib dem Mineral entspricht, zu suchen haben in der sogenannten astralischen Welt, den astralischen Leib in der niederen devachanischen Welt und das eigentliche Gruppen-Ich des Mineralreiches auf dem höheren Devachanplan. So bildet das mineralische Reich einen merkwürdigen Gegensatz zum Menschen. Während wir sagen mußten, daß beim Menschen auf dem physischen Plan alle vier Glieder seiner Wesenheit wirksam sind, sowohl der physische wie der ätherische, der astralische Leib und das Ich, so müssen wir gleichsam auseinanderschälen dasjenige, was der Mensch auf dem einen Plan hat, und sagen: Auf dem astralischen Plan haben wir beim Mineral das zu suchen, was dem ätherischen Leib des Menschen entspricht, auf dem Devachanplan den astralischen Leib und auf dem höheren Devachanplan das Gruppen-Ich des Mineralreichs. So ist in bezug auf seine Wirkungsweise für das Mineralreich in verschiedene Welten verteilt, was beim Menschen in der physischen Welt zusammengefaßt ist. Wenn wir mit dem okkulten Blick wiederum verfolgen, um was es sich real dabei handelt, so stellt sich uns folgendes heraus. Wir müssen im Sinne des Okkultismus auf dem physischen Plan von dem Mineralreich zunächst überhaupt nur dasjenige suchen, was wirklich physisch wahrnehmbar ist, was also für die äußeren Sinne vom Mineralreich wahrnehmbar ist. Wir müssen uns klar sein darüber, daß vom Mineralreich zunächst wahrnehmbar ist dasjenige, was wir die Formen, die Gestalten nennen. Wir wissen ja — das kann hier nur berührt werden —, daß uns die mineralische Welt, teilweise wenigstens, in einer solchen Weise geformt, gestaltet entgegentritt, daß wir diese Gestaltung als etwas der mineralischen Natur Angemessenes empfinden. Wenn wir einen Körper in Würfelform erblicken und einen anderen in einer anderen Form, so wissen wir, daß diese Formen nichts Zufälliges sind, sondern daß sie in einer gewissen Weise mit der Natur des Minerals zusammenhängen.

[ 2 ] Es lehrt uns nun die okkulte Forschung, daß diese Formen im Mineralreich, die wir ja auch als Kristallformen bezeichnen, zunächst auf die Wirkungsweise der Geister der Form zurückzuführen sind. Eben weil der Okkultismus überall auf die Realität ausgeht und sucht, woher dieses oder jenes rührt, so wird auch die Namengebung im Okkultismus so getroffen, daß der Name irgendwo auf etwas Charakteristisches hinweist. Und der Name Geist der Form ist aus dem Grunde gewählt worden, weil in dem Reiche, das wir auf der Erde als das mineralische Reich ansprechen, wirksam sich erweisen die Geister der Form, und ferner vor allen Dingen die Nachkommen der Geister der Form in dem Sinne, wie wir von Nachkommen der Geister höherer Hierarchien im Laufe dieser Vorträge gesprochen haben. Wir müssen, wenn wir die Natur des Minerals verstehen wollen, uns jetzt klar darüber sein, daß eigentlich in der Hauptsache für das physische Wahrnehmen diese Formen des Minerals vorhanden sind; dann allerdings gewisse Kräfte, die sich im Mineralreich äußern, zum Beispiel Kräfte der Elektrizität, des Magnetismus, Kräfte, die da bewirken, daß die Mineralien uns in gewissen Farben erscheinen. Kurz, wir müssen uns klar sein darüber, daß eigentlich von dem Mineralreich in der Hauptsache nur die Form auf dem physischen Plan zu beobachten ist. Lassen wir zunächst die anderen Eigenschaften unberücksichtigt, betrachten wir die Form, die uns wenigstens bei einem großen Teil des Mineralreiches entgegentritt, und seien wir uns klar, daß diese reine Form zunächst von der Wirkungsweise der Geister der Form oder von ihren Nachkommen herrührt.

[ 3 ] Nun kommen wir zu dem, was wir als zweites Glied eines Wesens des Mineralreiches anzusprechen haben, zum sogenannten ätherischen Leib. Der okkulte Forscher findet das, was er als den ätherischen Leib bei einem Mineral anzusprechen hat, nicht in der physischen Welt, er findet es in demselben Gebiete, in dem er suchen muß, wenn er zum Beispiel den astralischen Leib der Pflanze oder das Gruppen-Ich der Tiere ins Auge faßt. Und wir haben gestern gesehen, er braucht keine anderen Veranstaltungen in seiner Seele zu machen als diejenigen, die notwendig sind, um die Gruppen-Iche der Tiere zu finden: mit denselben Bewußtseinszuständen, mit denen er die Gruppen-Iche der Tiere wahrnimmt, findet er auch die astralischen Wesenheiten der Pflanzen und das, was als Ätherisches dem Mineralreich zugrunde liegt. Nun hat sich uns gezeigt, daß wir dazu mit unserer Beobachtung bis in die Region der Planeten eines Planetensystems gehen müssen; also bei unserem Planetensystem zu denjenigen Planeten, die außerhalb der Erde vorhanden sind. Und wir haben gezeigt, wie sozusagen unmittelbar von diesen Planetenorten her die entsprechenden Kräfte wirken, welche sich in den Gruppen-Ichen der Tiere, in den Astralleibern der Pflanzen äußern. Dahin müssen wir aber auch gehen, wenn wir suchen wollen, was ätherisch hineinwirkt in die Mineralien. Wie ein Mineral umspült wird von Lebenskräften, das zeigt sich uns erst, wenn wir bis zu jenem allgemeinen Leben gehen, welches gleichartig ist von der Erde bis zu den übrigen Planeten unseres Planetensystems. So haben wir also das Prinzip, durch welches das Mineralische belebt wird, das Leben des Minerals, nicht in der physischen Welt zu suchen, nicht im Bereich dessen, was unsere Erde unmittelbar uns darbietet, sondern in den Lebensströmungen, die von den Planeten herunterströmen. Angeregt allerdings von der Sonne, aber unmittelbar eben doch von den Planeten herunterströmend und lebendig unseren Erdplaneten durchdringend, um da drinnen mit ihren Nachkommen, den ätherischen Naturgeistern, von denen wir gesprochen haben, zu durchdringen dasjenige, was Form ist, so daß also dasjenige, was Form ist, Innerlichkeit hat; mit anderen Worten, daß die Form des Minerals, als einzig und allein vom physischen Plan herrührend, nicht durchdringlich ist, sondern uns Widerstand entgegensetzt. Würde im Mineral zunächst nichts wirksam sein als das, was auf dem physischen Plan wirksam ist, dann würde das Mineral uns eben bloß die Form wahrnehmbar machen, aber es ist diese Form ausgefüllt mit Innerlichkeit. Das Mineral hat doch auch Innerlichkeit, es hat die Innerlichkeit der verschiedenen Mineralsubstanzen. Es hat nicht nur Form, es hat Materie, es hat Substanz. Wenn wir diese Substanz unmittelbar in der physischen Welt gewahr werden, so ist sie allerdings eine erstorbene, eine tote Substanz; für den Weltenraum ist sie nicht tot, für den Planetenraum wenigstens ist sie etwas, was zu seinem Leben gehört, was das Leben des Planetensystems ausscheidet. So wie der menschliche oder tierische Organismus, sagen wir, auch Härteprodukte ausscheidet, die Nägel zum Beispiel, so wird ausgeschieden die mineralische Substanz. Aber die wirksamen Kräfte, durch welche diese ausgeschieden werden, sind nicht auf der Erde selber zu suchen, und daher erscheinen sie uns für die Erde tot. Es sind diese Lebensströmungen, diese Lebenskräfte, es ist dieses Ätherische als herabströmend von den einzelnen Planeten zu suchen. Und so wie wir beim Betrachten der Gruppen-Iche der Tiere sagen konnten: es werden eigentlich nur allgemeine Formen geschaffen durch die Gruppen-Iche der Tiere, die dann weiter ausgebaut werden, so müssen wir auch sagen: die Lebensströmungen, welche von den einzelnen Planeten herunterströmen und die Erde allseitig durchdringen, sie schaffen für die Mineralien nicht die Formen, denn die werden geschaffen durch die Geister der Form, sondern es werden durch diese Strömungen die Mineralien durchdrungen mit Innerlichkeit, aber zunächst so, daß diese Innerlichkeit gewisse Haupttypen, Hauptinnerlichkeiten, Hauptsubstanzen gibt, und eine jede Substanz hängt mit irgendeiner Strömung, die von einem Planeten ausgeht, zusammen. Nur werden von diesen Planeten aus beim mineralischen Reich, weil die Mineralien gleich feste Formen bekommen, durch diese planetarischen Strömungen nicht Typen geschaffen, die in Beweglichkeit sind, sondern gleich eindeutige Typen, und es werden dann durch die verschiedenen Stellungen der Planeten, wie ich das gestern für die Gruppenseelen der Tiere geschildert habe, außer den Haupttypen, außer den Hauptsubstanzen andere Typen, Nebensubstanzen geschaffen, die wiederum von der Konstellation der einzelnen Planeten abhängen; aber das, was die Planeten durch ihre ursprüngliche Eigenheit schaffen, das drückt sich in den Hauptsubstanzen des Erdorganismus aus.

[ 4 ] Wir haben also gewisse mineralische Hauptsubstanzen des Erdorganismus, von denen wir sagen können: Hier ist eine Substanz, die ist so, wie sie ist, dadurch, daß sie mit einer ätherischen Strömung von dem einen Planeten durchzogen wird; eine andere wird von einer Strömung von einem anderen Planeten her durchzogen. So daß wir die Natur der mineralischen Substanzen zurückzuführen haben auf Tätigkeiten innerhalb des Planetensystems, auf Tätigkeiten, die sich innerhalb des Erdenorganismus als ätherische Strömungen äußern. Und deshalb haben die okkulten Schulen, die solche Sachen zu untersuchen haben, wirklich auch die Hauptsubstanzen unseres Erdenorganismus so auf die Planeten bezogen, daß sie diejenigen Substanzen, die ganz unmittelbar, nicht erst durch Konstellation, sondern durch die Haupttätigkeit der Planeten bewirkt sind, mit denselben oder ähnlichen Namen bezeichnet haben wie die Planeten; oder wenigstens haben sie diese Substanzen in Zusammenhang gebracht mit den entsprechenden Planeten, und zwar so, daß dabei wirklich die okkulte Beobachtung eingehalten worden ist. Nehmen wir innerhalb unseres Planetensystems den Saturn, so hängt mit der Strömung, die gerade unmittelbar von ihm als Lebensströmung die Erde durchzieht, die Substanz zusammen, die wir als Blei bezeichnen. Wir haben da also eine Grundsubstanz, die innerlich belebt ist vom Saturn aus. Vom Jupiter aus haben wir als Hauptsubstanz das Zinn, vom Mars das Eisen, von der Venus — also jetzt im okkulten Sinn gemeint — das Kupfer. Bei dem Merkur hat man ja zu berücksichtigen, daß er später mit der Venus verwechselt worden ist. Was nun die Lebenstätigkeit des Merkur, im Sinne der eigentlichen okkulten Namengebung, substantiell schaffend bewirkt hat, indem sie eindrang in den Erdenorganismus, das zeigte durch die größere Nähe noch mehr Ähnlichkeit mit dem Planeten selbst, denn der Merkur steht ja der Erde näher als die anderen Planeten. Darum hat man der Substanz denselben Namen gegeben wie dem Weltenkörper selbst, nämlich Merkur oder Quecksilber. Das sind die Hauptsubstanzen, die in ihrem Ätherleib zusammenhängen mit den entsprechenden Planeten des Planetensystems. Und wenn wir uns erinnern, wie wir von dem, was überhaupt von dem Planetensystem aus wirkt, sprechen mußten in bezug auf die Gruppenseelen der Tiere, in bezug auf die Astralleiber der Pflanzen, so handelte es sich immer um Wesenheiten, die im Zusammenhang stehen mit den Geistern der Bewegung, entweder mit ihnen selbst oder ihren Nachkommen, und die von den Planeten des Planetensystems in ihrer Gesamtheit auf die Erde wirken. So müssen wir dasjenige wiederum zur Sphäre der Geister der Bewegung rechnen, was ätherisch die mineralischen Substanzen durchdringt.

[ 5 ] Nur um eine Welt höher, sozusagen, haben wir zu steigen, wenn wir in Betracht ziehen wollen, was als astralischer Leib zu dem mineralischen Reich gehört. Im Sinne unserer gepflogenen Betrachtung wird es Ihnen klar sein, daß wir, so wie wir von dem astralischen Leib der Pflanzen zu dem Gruppen-Ich der Pflanzen aufsteigen mußten, von den Planeten zur Sonne, zum Fixstern hin, so beim mineralischen Reich, wenn wir von dem ätherischen Leib zum astralischen Leib gehen, wiederum zum Fixstern hin aufsteigen müssen. Das heißt, wir können verstehen, daß der okkulte Blick uns sagt, daß das Astralische des Minerals in der Reihe der Wesenheiten der Hierarchie von dem aus wirkt, was wahrnehmbar ist unmittelbar von der Sonne her, von dem, was wir Geister der Weisheit nennen oder was zusammenhängt mit der Sphäre dieser Geister der Weisheit. Also es kommt alles in Betracht, auch was Nachkommen der Geister der Weisheit sind. Das, was da im Mineral wirkt, zeigt sich für die okkulte Forschung allerdings abgesondert, außerhalb des Minerals. Aber es zeigt sich so, daß allerdings das Leben, das jetzt eben geschildert worden ist als im Mineral sich befindend, als das Ätherische des Minerals, von außen hereingedrängt wird. Während der astralische Leib, sagen wir, beim Menschen oder Tier das Ätherische von innen zusammenhält, wird beim Mineral das Ätherische vom astralischen Leib, der außerhalb des Minerals ist, gleichsam zusammengeschoben, nicht zusammengezogen wie beim Menschen oder Tier. Wir könnten sagen: Wenn wir das Verhältnis des astralischen Leibes des Menschen zu dem ätherischen Leib betrachten, so wird das, was als ätherischer Leib wirkt, durch anziehende Kräfte zusammengehalten; bei dem Mineral ist das so, daß das Ätherische von außen durch Kräfte zusammengeschoben wird, so daß also in die Form des Minerals durch astralische Wirkungskräfte hineingeschoben wird der Inhalt, die Innerlichkeit, die sich in der ätherischen Strömung zum Ausdruck bringt. Das Mineral wird astralisch von außen zusammengehalten, und zwar dadurch, daß dieses Mineral in bezug auf dieses astralische Zusammendrängen bestimmt wird durch die verschiedenen Stellungen, die die Sonne zur Erde hat. Man könnte sagen: Von dem Punkte aus, von dem die Sonne auf die Erde scheint, wird die ätherische Substanz in das Mineral hineingeschoben. Während also dieses Ätherische selber von dem Planeten dirigiert wird, wird es hineingeschoben und zusammengehalten im Mineral oder Kristall von der Sonne aus, von jenen Kräften aus, die zur Sphäre der Geister der Weisheit gehören.

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[ 6 ] Nun zeigt sich da aber etwas sehr Merkwürdiges. Wenn wir diese Wirkung, die als astralische Kraft von der Sonne aus auf die Mineralien wirkt, okkult durchforschen, so erkennen wir gerade an diesem Punkt am allerdeutlichsten eine außerordentlich wichtige Tatsache: Wir lernen nämlich hier kennen, daß, während alle ätherischen Kräfte, die auf die Mineralien wirken und eigentlich ihre Grundsubstanzen bilden, von den Planeten herrühren, auch von der Sonne aus solche ätherische Strömungen auf die Erde heruntergehen. Also während im allgemeinen für die normale Bildung der Mineralien das substantiell Ätherische von den Planeten her kommt und nur die ätherische Substanz von außen zusammengezogen, zusammengeschoben wird durch die Kräfte, die von der Sonne ausgehen, ist es doch wiederum nicht so, daß von der Sonne gar keine ätherischen Strömungen herunterkämen, sondern es kommt tatsächlich eine solche Strömung von ihr herunter. Woher rührt das nun? Warum kommt da von der Sonne eine ätherische Strömung herunter, die gleichsam das Mineral doch innerlich beleben kann? Warum geschieht das?

[ 7 ] Das geschieht aus dem Grunde, weil da hinein wirkt dasjenige, was ich bezeichnet habe als das luziferische Prinzip. Diejenigen Geister, die aus der Reihe der höheren Hierarchien heraus astralisch auf die Mineralien wirken, sind, wie wir eben erwähnt haben, die Geister der Weisheit, während die Geister der Bewegung ätherisch wirken. Es gibt nun solche Geister der Weisheit, von der Sonne aus wirksam, die ihren normalen Entwickelungsprozeß durchgemacht haben; die wirken so, wie das eben beschrieben worden ist, sie wirken astralisch auf das Mineralische. Es sind aber Geister der Weisheit luziferisch geworden. Wir haben dieses Luziferischwerden von gewissen geistigen Wesenheiten einer Hierarchie wie eine Art Rebellentum im Weltall bezeichnen können. Dieses Rebellentum wird dadurch bewirkt, daß sich gewisse Geister einer hierarchischen Stufe gegen ihresgleichen auflehnen und dadurch ihnen entgegenwirken, etwas anderes wirken. Erreicht wird dieses Auflehnen dadurch, daß sie einfach die Entwickelung nicht mitmachen, die die anderen machen. Sie bleiben einfach zurück auf einer früheren Stufe. So wie wir es in unserer eigenen Seele erleben, daß wir fortwollen, aber die Vorstellungen und Gewohnheiten, die wir uns angeeignet haben, uns nicht fortlassen, weil sie auch dasein wollen. Unsere Gewohnheiten sind oftmals die Rebellen gegen das, was wir uns in einer neuen Lebensepoche erworben haben. So sind die geistigen Wesenheiten, die auf einer früheren Stufe zurückbleiben, die Rebellen im Weltenall. Die luziferischen Geister, die Weisheitsgeister aus der zweiten Hierarchie, welche nicht mitgemacht haben die Entwickelung, die strömen nun, statt daß sie von der Sonne auf die Mineralien astralische Strömungen aussenden, ätherische Ströme herunter auf die Erde. Dadurch aber geschah es, daß eine gewisse mineralische Grundsubstanz gebildet wurde, die direkt von der Sonne her ihre Innerlichkeit erhielt. Also nicht von den Planeten, sondern von der Sonne her hat diese Grundsubstanz ihre Innerlichkeit erhalten, und das ist das Gold. Der Okkultist hat deshalb der Sonne direkt zugeteilt das Gold. Das Gold ist jenes luziferische Mineral, welches in bezug auf seine Innerlichkeit nicht von den Planeten ätherisch bewirkt wird, sondern von der Sonne aus. Dadurch ist gerade dieses Metall in einer gewissen Beziehung etwas anderes als die anderen Metalle.

[ 8 ] Nun können Sie leicht begreifen, daß dadurch, daß ätherische Strömungen von der Sonne kommen und etwas in der Erde bewirken, was eigentlich innerhalb der Erde ein Rebellenptinzip ist, das Gleichgewicht der Erde gestört ist. Das Gleichgewicht der Erde in bezug auf das Mineralreich wäre dann vorhanden, wenn alle ätherischen Einflüsse auf die Mineralien von den Planeten kämen und nur die astralischen Einflüsse von der Sonne. So aber gibt es auch von der Sonne her direkte ätherische Einflüsse, die das Gleichgewicht stören. Dieses Gleichgewicht mußte nun durch die weisen Weltenführer wiederum hergestellt werden. Die Erde konnte ihre Evolution nicht in solchem Zustande durchführen. Das Zusammenwirken der Hierarchien mußte so geschehen, daß wiederum Gleichgewicht bewirkt wurde. Den stärkeren luziferischen Ätherkräften mußten entgegengestellt werden Kräfte, die diese Wirkung in einer gewissen Weise paralysieren, aufheben. Das konnte nur dadurch geschehen, daß der Ätherströmung, welche von der Sonne kam, eine andere entgegengestellt worden ist, die mit ihr in ein Wechselspiel tritt und ihre Wirkungen in einer gewissen Weise ausgleicht. Während sich also Geister der Weisheit luziferisch erwiesen haben und von der Sonne in das Mineralreich der Erde schickten Ätherströmungen, haben andere Geister dafür gesorgt, daß diesen Strömungen andere Strömungen entgegengesetzt werden. Diese entgegengesetzten Ströme, die das Gleichgewicht wieder herstellen, sind nun dadurch geschaffen worden, daß aus der gestörten Gleichgewichtssubstanz der Erde ein Teil abgesondert wurde und als Mond die Erde umkreiste. So kommen den Ätherströmungen von der Sonne her jene Ätherströme entgegen, die nun von dem Mond von der ganz anderen Seite her auf die Erde fließen und das Gleichgewicht wieder herstellen. Es mußten also, weil luziferische Geister der Weisheit auf der Sonne die Möglichkeit gewonnen hatten, Ätherströme auszusenden, andere Geister der Weisheit darauf verzichten, von der Sonne aus zu wirken, vielmehr sich herbeilassen, ihre Kräfte dazu zu verwenden, um das Gleichgewicht herzustellen. Das heißt: eine Weltenkolonie, eine Planetenkolonie wurde begründet auf dem Monde, von dem nun ausströmten ätherische Strömungen nach der Erde hin, so daß eine Substanz erzeugt wurde, die in der Erde sein mußte, damit die direkte Goldkraft abgeschwächt wurde. Das geschah dadurch, daß der Mond von der Erde getrennt wurde. Und von den Geistern der Weisheit her, die den Mond abgetrennt haben und jetzt gewissermaßen die Gegner der luziferischen Geister der Weisheit von der Sonne geworden sind, durchströmen die Erde diejenigen Ätherkräfte, die nun zum Silber als Substanz geführt haben. Sie sehen daraus, daß in dem Weltall, in dem Kosmos gewisse Dinge so wirken, daß man, ich möchte sagen, mit einem gewissen Schema zurechtkommen kann, aber das Eigenartige ist, daß dieses Schema überall durchbrochen wird. Wenn jemand schematisch behaupten wollte, alle Ätherkräfte für die Mineralien kämen von den Planeten, so würde er sich irren, denn in Wahrheit kommen zwei Ätherströme von anderen Seiten her, die eine von der Sonne, die andere vom Monde, und dadurch werden auf andere Weise gerade zwei Grundsubstanzen gebildet.

[ 9 ] Wenn wir uns einmal vergegenständlichen wollen, versinnlichen wollen, wie sich das, was ich eben erzählt habe, äußerlich zum Ausdruck bringt im Weltenall, so können wir dazu den folgenden Weg einschlagen. Wir müssen uns zuerst klarwerden darüber, was es denn eigentlich ist, was wir sehen, wenn wir zur Sonne hinaufschauen. Wir haben ja vor einigen Tagen gezeigt, wie von den höheren Hierarchien eine eigene Entwickelung auf dem Fixstern eigentlich nur durchmachen die Geister, die heruntergehen bis zu den Geistern der Weisheit. So daß wir sagen können: Wenn wir den Blick hinausrichten auf einen Fixstern, so ist das, was da drinnen ist im Fixstern, eigentlich Inhaltssubstanz der Geister der Weisheit. Das ist der wahre Inhalt des Fixsterns. Ja, der Mensch kann sich eigentlich zunächst von dem, was diese Substanz der Geister der Weisheit ist, nur dann eine Vorstellung bilden, wenn er das nimmt, was in ihm selber wenigstens als Bild dieser Substanz vorhanden ist. Was ist in uns selber, im Menschen, in der menschlichen Seele ein Bild der Substanz der Geister der Weisheit? Unsere Gedanken. Aber unsere Gedanken sehen wir nicht mit physischen Augen. Das ist das Wesentliche, daß auch die Fixsterne, insofern sie der Schauplatz sind der echten Geister der Weisheit, auch nicht zu sehen sind mit physischen Augen. Hier stehen wir an einem Punkt, wo wir wiederum hinweisen können auf das ungeheuer Bedeutungsvolle, das uns in den religiösen Urkunden, die auf Okkultismus gebaut sind, entgegentritt. Sie wissen ja, daß in der biblischen Urkunde, in der Genesis, die Menschen auf eine ganz eigenartige Weise geschaffen werden. Es wird uns gesagt, daß zur Eva Luzifer hinzutrat und ihr sagte, wenn sie das tut, was er will, werden ihr die Augen aufgetan werden. Wer den ursprünglichen Text kennt, wird auch da nicht mit einer symbolischen Erklärung bei der Hand sein. Denn wie das Gute und Böse in der Bibel gemeint ist, ist es nicht auf das moralische Gute und Böse bezogen — das gehört einer ganz anderen Kulturentwickelungsschichte an —, was dort als gut und böse bezeichnet wird, ist das, was außen gesehen wird, also etwas, das nicht geistig-seelisch geschaut wird, sondern mit Sinnesaugen. «Eure Augen werden aufgetan werden!» Vorher waren sie nicht aufgetan. Das ist buchstäblich zu nehmen. Bevor Luzifer herangetreten ist an den Menschen, konnte der Mensch hinausschauen; er sah mit einem ursprünglichen, den Menschen zuteil gewordenen Hellsehen die Fixsterne, aber er sah sie so, wie sie sind in ihrer Substanz als der Substanz der Geister der Weisheit: er sah sie geistig. Und er fing an, sie physisch zu schauen, das heißt, es strahlte ihm erst für seine physischen Augen wahrnehmbares Licht entgegen, als er selber, der Mensch, der luziferischen Versuchung unterlegen war. Das heißt, so wie die Fixsterne zunächst dirigiert werden von den Geistern der Weisheit, so sind sie physisch nicht sichtbar, so verbreiten sie nicht physisches Licht. Physisches Licht kann nur verbreitet werden, wenn etwas zugrunde liegt, was dem Lichte wie ein Träger unterliegt, wenn das Licht gleichsam gefesselt wird durch einen Träger. Daß ein Fixstern sichtbar werden kann, dazu ist noch etwas anderes notwendig, als daß bloß die geistigen Wesen der Weisheit in dem Fixstern wirken. Dazu ist notwendig, daß in diesem Fixstern luziferische Geister wirken, die sich auflehnen gegen die bloße Substanz der Weisheit, die diese bloße Substanz der Weisheit durchsetzen mit ihrem Prinzip. Und so ist innerhalb des Fixsterns dasjenige, was nur geistig sichtbar ist, untermischt mit dem, was sich gegen diese bloß geistige Sichtbarkeit auflehnt als Luziferisches in den Fixsternen, was das Licht bis zur physischen Erscheinung herausträgt.

[ 10 ] Der Fixstern wäre nicht sichtbar, wenn er nicht in sich zu den Geistern der Weisheit, die normal fortgeschritten sind, auch solche hätte, die nicht ihr Ziel erreicht haben, die auf untergeordneter Stufe stehengeblieben sind, entweder auf der Stufe der Geister der Bewegung oder der Geister der Form. Stehengebliebene Geister der Weisheit, die nicht ihr Ziel erreicht haben, die haben wir als die Träger des Lichtes in der lichtlosen Geistsubstanz der Fixsterne anzuerkennen. Und wenn wir uns nun darüber klar sind, daß uns also eigentlich von den Fixsternen, somit auch von unserer Sonne, physisch Leuchtendes nur entgegendringt, weil sich den normalen Geistern der Weisheit die zurückgebliebenen beigesellen und zu Trägern des Lichtes, zu Luzifer, zu Phosphoros werden, so werden wir uns jetzt auch klar darüber sein, daß derselbe Grund, der die Sonne sichtbar macht, der uns von dem Fixstern das Licht zusendet, auch der ist, der die ätherischen Lebensströme nach der Erde schickt und das Gold bewirkt. Deshalb war es notwendig, daß eben von dem Monde aus die anderen Kräfte entgegenwirken, welche — als Ätherströme nimmt der okkulte Blick das wahr — zum Silber führen. Wenn es nun aber wirklich Geister der Weisheit gibt, welche den Mond der Sonne entgegenstellen, um einen Ausgleich zu schaffen, so müssen wir uns sagen: Diese Geister der Weisheit auf dem Monde können nicht leuchten, denn Geister der Weisheit leuchten nicht. Wenn daher der okkulte Blick die Geister auf dem Monde sucht, so findet er sie nicht leuchtend. Aber ausschließen müssen diese Geister der Weisheit, die auf dem Monde eine Kolonie begründeten, die luziferischen Geister gerade vom Monde, sonst würde ja keine Waage gehalten werden.

[ 11 ] Daher darf vom Mond kein Eigenlicht ausströmen, sondern nur das Licht, das als Sonnenlicht zurückgeworfen wird. Auf dem Mond haben ganz normale Geister der Weisheit wie durch ein Opfer ihren Sitz aufgeschlagen, um von da aus die Erde zu versorgen mit den nötigen Strömen, die das Gleichgewicht halten gegenüber den luziferischen Strömungen, die von der Sonne ausgehen. Daher ist vom Mond das Eigenlicht ausgeschlossen. Und es ist jetzt nicht schwer, in dem äußeren Tatbestand, der uns in der physischen Welt entgegentritt, ein Symbolum zu sehen für einen tiefen okkulten Zusammenhang. Von der Sonne erscheint uns Eigenlicht, von dem Monde nicht, und das zurückgeworfene Licht, das uns vom Monde zustrahlt und von dem Luzifer der Träger ist, Luzifer, Phosphoros kündigt uns an, daß dieses Licht ausgeschlossen ist von dem Mond. Das, was Luzifer ist, kann nur dadurch in einem Bild, in einer Maja vom Monde herein erscheinen, daß Sonnenlicht zurückgestrahlt wird. Wenn also zum Beispiel die Mondsichel Sonnenlicht zurückstrahlt, so ist zunächst auf dem Mond selber nichts von luziferischen Geistern der Weisheit, sondern das, was von der Sonne herströmt von den luziferischen Geistern der Weisheit, das wird als Licht zurückgeworfen. Richtet man nun den okkulten Blick nach dem Mond hinauf, dann verschwindet das, was der physische Blick sieht, dann verschwindet die leuchtende Mondsichel, denn die ist nur für physische Augen da; aber an der Stelle, wo die Mondsichel ist, da zeigt sich dem okkulten Blick das reale Wesen, das dem Lichtschein im Kosmos zugrunde liegt, zeigt sich das Bild des Luzifer, allerdings wie ein Spiegelbild. Denken Sie sich also das Bild des Luzifer für den okkulten Blick an die Stelle der Mondsichel gesetzt, dann müssen Sie sagen: Dieser Mond verdankt seine Entstehung dem Umstand, daß normale Geister der Weisheit Verzicht geleistet haben auf ihren Wohnplatz auf der Sonne, aufgeschlagen haben ihren Wohnplatz auf dieser Kolonie und dort bändigen, was von den luziferischen Geistern ausstrahlt. Daher zeigt sich für den okkulten Blick der Geist der Weisheit hier oberhalb der Mondsichel, bändigend das luziferische Prinzip. Wie ein guter Geist der Weisheit, der da bändigt das luziferische Prinzip unter sich, so zeigt der okkulte Tarbestand sich symbolisch vor der Imagination.

[ 12 ] Die Okkultisten haben daher eine Gestalt hingestellt, die man gewöhnlich auffaßt als einen Erzboten des höheren Geistes der Weisheit, der Luzifer bezähmt, und an Stelle der Mondsichel ist hingestellt der Luzifer, der gefesselt, der gebändigt wird. Das ist ein okkultes Bild. Sie finden auch unter unseren okkulten Bildern eines, das darstellt, wie der Erzbote bändigt Luzifer. Das weist eben auf tiefe okkulte Geheimnisse hin. Das, was äußerlich in der Maja erscheint, ist in Wahrheit zuzuschreiben dem Zusammenwirken der Geister der Hierarchien. Wenn wir die Mondsichel mit physischen Augen sehen, silbererglänzend, und oben noch wie einen Schatten dadrinnen das Finstere, das manchmal zu erblicken ist, so verwandelt sich vor dem okkulten Blick die Mondsichel in ein lebendiges Lebewesen mit dem bändigenden Geist darüber, der das Gleichgewicht vom Mond aus herstellt. Sie sehen also, daß schon, um eine solche Erscheinung hervorzubringen, wie unser Erdenmond ist, mancherlei Veranstaltungen im Kosmos nötig sind. Das Zusammenwirken der verschiedenen Hierarchien im Kosmos ist ein sehr kompliziertes, und man würde auch in einer längeren Reihe von Vorträgen immer nur Andeutungen geben können. Wir können nur das Prinzip, wie diese geistigen Hierarchien zusammenwirken, klarmachen.

[ 13 ] Halten Sie bitte diesen Gedanken fest, der jetzt ausgeführt worden ist in Anknüpfung an den astralischen Leib der Mineralien. Wir haben ja jetzt noch das Gruppen-Ich der Mineralien zu betrachten. Wenn wir dieses Gruppen-Ich ins Auge fassen, so ist das zunächst in einer noch höheren übersinnlichen Welt zu suchen, das heißt in einer Welt, die wir nicht innerhalb der Gebiete finden, wo die Gruppen-Iche der Tiere oder die der Pflanzen sind. Wir können es deshalb auch nicht auf der Sonne finden. Wo zeigt sich denn nun dem okkulten Blick das Gruppen-Ich der Mineralien? Ja, sehen Sie, das ist das Eigentümliche, daß dieses Gruppen-Ich der Mineralien eigentlich nirgends so recht sein Ende hat, wenn wir in den Weltenraum hinausgehen: daß es im ganzen weiten Weltenraum ist und von da hereinwirkt. Da kommen wir dazu, einzusehen: Wir müssen das Gruppen-Ich des Mineralreiches eigentlich außerhalb des Planetensystems suchen, wir müssen es als etwas ansehen, das von außen her in das Planetenteich hereinwirkt. Das stimmt ja insofern auch mit dem, was Sie aus der «Akasha-Chronik» wissen: daß die nächsthöhere Klasse von Wesenheiten nach den Geistern der Weisheit die Geister des Willens oder die Throne sind. Diese Geister des Willens, die der ersten Hierarchie angehören — ihre Nachkommen bringen es aber nicht so weit, daß sie der ersten Hierarchie beizuzählen sind —, diese Geister des Willens oder ihre Nachkommen geben dasjenige ab, was zum Gruppen-Ich der Mineralien führt und was im Grunde genommen von außen in das Planetensystem hereinwirkt. Das stimmt ja auch damit überein, daß gleich mit der Ausgießung der Geister des Willens die Bildung des Planetensystems beginnt mit dem alten Saturn, der bewirkt wird von den Geistern des Willens. So wie diese dazumal aus dem Weltenall die erste Verkörperung unserer Erde aufgebaut haben, so wirken sie auch jetzt noch. Sehen können wir diese Geister des Willens eigentlich nur dadurch, daß sie, wenn sie luziferisch werden, in einer gewissen Weise sich in jenen Erscheinungen zeigen, die wir als Meteore im Bereich der Erde finden und die wie aus dem Weltenraum hereinkommen. Es zeigt sich uns, man möchte sagen, der kosmische Ursprung, der außerirdische Ursprung dessen, was da in Betracht kommt, dadurch daß, wenn diese Geister des Willens hereinwirken, sie sich angliedern, leicht, leicht angliedern an das, was in das Planetensystem hereinwirkt als kometarische und meteotische Wesenheiten, kometarisches oder meteorisches Leben.

[ 14 ] Wir haben gezeigt, was dieses Leben für einen Sinn hat innerhalb des Planetensystems. Andeutend möchte ich wenigstens bemerken, daß tatsächlich der Komet etwas ist, was von außen hereinkommt, was sich aber in gewisser Weise das Mineralische angliedert. Indem der Komet das Planetensystem durchfährt, gliedert sich an, was auch von den Geistern des Willens herstammt, das Mineralische. Und die Folge kann sein, daß, indem der Komet das Planetensystem durchsaust, sich Mineralisches angliedert, das dann von der Erde angezogen wird und hinunterfällt. Das ist natürlich nicht der Komet; es verhält sich vielmehr so, daß er in irgendeiner Weise durch Meteorsteinauswürfe sich auf der Erde ankündigt. Die Dinge sind durchaus sachgemäß, und wenn sich bei einer Betrachtung gewisse Widersprüche herausstellen zu dem, was früher dargestellt wurde, so darf man immer gewärtig sein, daß diese Widersprüche sich einfach lösen, wenn man alles, was in Betracht kommt, wirklich berücksichtigt.

[ 15 ] Das war nur eine Andeutung, die zeigen sollte, daß wir es im Planetensystem wirklich mit Dingen zu tun haben, die aus dem Kosmos hereinwirken. Diese Gruppenseelen der Mineralien wirken strahlenförmig von außen nach innen. Und da ja von den verschiedenen Seiten her der Raum uns verschiedene Wirkungsweisen darbietet, da es ja nicht ein gleichartiger Raum ist, strahlen uns diese Gruppenseelen der Mineralien, die dem Bereich der Geister des Willens angehören, von den verschiedenen Seiten her in der verschiedensten Weise entgegen. Durch das Zusammenwirken nun dessen, was für die Mineralien von den Planeten kommt, was von der Sonne kommt und was aus dem Weltenall hereinströmt in den verschiedensten Richtungen, durch alles das entsteht die Möglichkeit, daß nicht nur jene Grundtypen, die wir heute erwähnt haben, im Mineralreich vorhanden sind, sondern daß alle möglichen anderen Formen und alle möglichen anders modifizierten Substanzen des Mineralreiches sich bilden. Welche Substanz ein Mineral aufweist, das hängt lediglich davon ab, in welcher Weise die Kräfte, die von den Planeten aus wirken, wiederum beeinflußt werden von anderen Kräften, die entweder astralisch von der Sonne her oder aber aus dem Weltenraum herein in verschiedenen Richtungen auf die Erde zuströmen. Die ganze Mannigfaltigkeit des Mineralreiches kann damit also begriffen werden.

[ 16 ] Wenn wir unseren heutigen Saturn betrachten, so stellt er sich zunächst für den okkulten Blick als der äußerste Planet unseres Planetensystems dar. Warum? Weil eigentlich der Saturn als Planet geradeso wie der alte Saturn, welcher die erste für uns verfolgbare Verkörperung unseres Erdenzustandes ist, mitbewirkt wird von den äußeren Strömungen, die aus dem Weltenraum hereinkommen. Und wenn wir in einem sehr frühen Zustand unserer Erdenentwickelung den Saturn hätten beobachten können, so würden wir gesehen haben, daß er in seiner Bahn wie eine Art von Kern hat und eine Art Kometenschweif, welcher hinausgeht in die Weltenweiten. Der Saturn würde sich für alte Zeiten durchaus so gezeigt haben, daß er einen Kern hat und einen richtigen Kometenschweif, der in die Weiten hinausgeht. Das heißt, der Saturn würde sich in Urzeiten unserer Erde als ein in der Saturnbahn fortgehender, den Schweif nach außen gerichteter Komet gezeigt haben.

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[ 17 ] So war er früher, so zeigen ihn die Tatsachen der Akasha-Chronik. Dieser Schweif des alten Saturn, der gab die verschiedensten Richtungen in den Raum hinaus an, welche den Strömungen entsprachen, die vom Weltenraum hereinkamen, dirigiert von den Geistern des Willens, die die Gruppenseelen der Mineralien sind. In einer späteren Zeit, als durch die Geister der anderen Hierarchien das Planetensystem in sich geschlossen worden ist, da hat sich das, was sonst in den Weltenraum hinausging, so zusammengezogen, daß aus dem Schweif ein in sich geschlossener Ring wurde. Durch die Anziehung des Planetensystems formierte es sich zu dem Ring. Der Ring des Saturns ist nichts anderes vor dem okkulten Blick als genau dieselbe Erscheinung wie ein Kometenschweif. Wenn Sie den Ring des Saturns nehmen würden, wie er den Saturn umkreist, und ihn auflösten, so hätten Sie den Kometenschweif.

[ 18 ] Wir haben also die Möglichkeit, auf das Hereinströmen der Gruppenseelen der Mineralien in unser planetarisches System noch zurückzusehen. Wiederum geben uns die einzelnen Stationen in der Hauptsache die Zeichen des Tierkreises an. Zu bemerken ist, daß die beiden äußersten Planeten, die heute von der physischen Astronomie zu unserem System gezählt werden, Uranus und Neptun, ursprünglich nicht zu unserem Sonnensystem gehörten, sondern daß diese viel später zugeflogen und in den Anziehungsbereich unseres Systems gekommen sind. Dann wurden sie Genossen und blieben bei dem Sonnensystem. Also nicht in demselben Sinn können sie zu unserem System zugezählt werden wie die anderen Planeten vom Saturn an, die sozusagen vom Anfang an zu unserem System gehörten. So haben wir im Saturn, namentlich wenn wir ihn in seiner alten Gestalt betrachten, einen Planeten zu sehen, der, indem er seine eigene von seiner Mitte ausgehende ätherische Strömung unserer Erde zuschickt, die Substanz des Bleies, wir können sogar sagen, schafft. Wir sehen aber zugleich, wie die Gruppenseelen der Mineralien hereinströmen, wie diese Gruppenseelen ergriffen werden, indem auf sie eine Anziehung ausgeübt wird von der Sonne, von der aus der astralische Leib des Minerals ausströmt. Von der Sonne strömt in den Raum hinaus der astralische Leib des Minerals, vom Weltenraum herein strömt das Ich des Minerals. Indem sie zusammenströmen, wird etwas bewirkt, was modifiziert gleichsam sich ausdrückt in einer Befruchtung des Gruppen-Ichs mit dem astralischen Leib und wodurch erst das Mineral in seiner Vollständigkeit zustande kommt.

[ 19 ] So haben wir aber auch, wenn wir noch einmal auf die Kometen zurückgehen, in den Kometen etwas zu sehen, was im Grunde genommen aus dem Weltenraum herein mit einer ähnlichen Art von Wesenheit strömt wie die Gruppenseelen der Mineralien. Die Gruppenseelen der Mineralien gehören dem Bereich der Geister des Willens an. Über sie hinaus liegen nun die Wesenheiten, die dem Kometenleben wesentlich zugrunde liegen. Aber überall gibt es luziferische Wesenheiten; so auch in den Kometen drinnen, welche auf der Stufe der Throne, nicht der Seraphim oder Cherubim stehen. Dadurch bekommt der Komet eine mineralische Natur, erscheint also als ein mineralischer Einschlag im Planetensystem, und wir haben, mit anderen Worten, in den Kometen Weltenkörper zu sehen, die aus dem Kosmos hereinfliegen zu einer Zeit, als das Planetensystem schon gebildet ist, und die daher nicht so weit kommen wie die Körper innerhalb des Planetensystems selbst, sondern auf einer wesentlich früheren Stufe zurückbleiben.

[ 20 ] Es würde nun allerdings reizvoll sein, die Stufen des Weltenwerdens zu verfolgen, wie sie sich bilden durch das Zusammenwvirken der Geister der Hierarchien innerhalb eines Fixsternsystems, wie diese selben Geister uns im Grunde genommen erscheinen, wenn wir den Blick hinausrichten auf Weltennebel und auf ferne Fixsterne. Wo immer wir den okkulten Blick auf einen Fixstern richten, überall begegnen wir zunächst normalen Geistern der Weisheit. Es würde unsichtbar bleiben der ganze Himmel für die physischen Augen und sichtbar nur für ein hellsichtiges Bewußtsein, wenn nur diese normalen Geister der Weisheit wirkten. Aber überall sind in die normalen Geister der Weisheit hineingemischt luziferische Geister, die physisches Eigenlicht in die Fixsternwelten hineinbringen. Wenn uns der nächtliche Sternenhimmel entgegenleuchtet, wirkt eigentlich Phosphoros aus unzähligen Punkten her, und überall im Weltall finden wir die Möglichkeit der Gestaltung nur durch das Zusammenwirken von Gegensätzen, durch das Zusammenwirken von den normalen Geistern der Hierarchien mit denen, die Rebellen geworden, das heißt zurückgeblieben sind. Unleuchtend dem physischen Auge, aber dem geistigen Auge sichtbar, ist der Sternenhimmel durch die normalen Geister der Weisheit; leuchtend wurde er dem physischen Auge, in Maja zeigt er sich durch Luzifer oder durch die luziferischen Geister, die überall tätig sind und sein müssen.

[ 21 ] So haben wir, meine lieben Freunde, auch im Mineralreich etwas Merkwürdiges gesehen. Wir haben sozusagen heute abgefangen den Mond als einen Schauplatz, von dem aus ein Weisheitsgeist wirkt, der Luzifer bändigt, weil ein Ort geschaffen werden mußte, von dem aus durch den Gegensatz das Gleichgewicht gegenüber der luziferischen Wirksamkeit hergestellt werden konnte. Welche Bedeutung hat das nun für den Menschen? Wir haben gesehen, wie beim Menschen alles zusammengedrängt ist auf den physischen Plan, was gleichsam verteilt ist über die Welten für das Mineral. Wir haben Gruppenseelen gefunden für die Mineralien, Pflanzen, Tiere. Gibt es auch für den Menschen eine Art Gruppenseele? O ja. Die Gruppenseelen der Mineralien finden wir im Reich der Throne, die Gruppenseelen der Pflanzen in der Sphäre der Geister der Weisheit, die Gruppenseelen der Tiere in der Sphäre der Geister der Bewegung; der Mensch aber hat seine Gruppenseele so erhalten, daß mit dem Einflößen seines Ich eine Gruppenseele ursprünglich als der Ausfluß der Geister der Form gegeben war. Und was diese Gruppenseele des Menschen, die eigentlich durch die Geister der Form dazu bestimmt war, eine einheitliche Seele in der ganzen Menschheit zu sein, was diese Gruppenseele differenziert, gegliedert hat in solche Verschiedenheiten, daß Rassenverschiedenheiten, Stammesverschiedenheiten auftraten, das ist nun durch das Wirken der anderen Geister geschehen. Wir haben einiges davon gestern andeuten können. Der Mensch ist über die Erde hin als eine Einheit geschaffen worden, durch die sich geltend machen sollte das gemeinsame, das Ur-Ich der Menschen wie eine Gruppenseele, die in allen Menschen lebt, die eben bis zum physischen Plan heruntergestiegen ist. So wie für die Mineralien nur die äußere Form von den Geistern der Form zustande gebracht werden kann, so wird von denselben Geistern der Form für den Menschen das GruppenIch geschaffen, das dann durch die anderen Wesenheiten der verschiedenen Hierarchien differenziert wird. Was nun für das mineralische Reich durch die Bildung des Mondes an Gleichgewicht geschaffen worden ist, es ist auch für den Menschen an Gleichgewicht geschaffen worden, und zwar so, daß, während für das mineralische Reich im Mond auch der physische Ausgleich da ist, nun auch für den Menschen genau in derselben Weise ein Mondprinzip vorhanden ist, das dem luziferischen Einfluß auf die menschliche Natur ebenso entgegenwirkt wie im Mineralreich das dunkle Mondprinzip dem luziferischen Prinzip. Wie in der mineralischen Welt im Monde etwas wirksam ist, was das Gleichgewicht hält dem von der Sonne ausströmenden luziferischen Prinzip, so wirkt ein geistiges Mondprinzip vom Mond aus der Versuchung des Luzifer entgegen, die an den Menschen herangetreten ist im Verlaufe der Erdenentwickelung. Und wie wir gesehen haben, daß alle Planeten, alle Himmelskörper in Zusammenhang stehen mit Wesenheiten der höheren Hierarchien, so auch der Mond. Die Geister der Weisheit begründeten eine Kolonie auf dem Monde, um das Gleichgewicht zu retten, und so wirken auch in der Richtung vom Mond her auf den Menschen ausgleichende Geister, zunächst gegen Luzifer, der versuchend an den Menschen herantrat und, wie er das Licht verbreitete, so auch seine geistigen Prinzipien in die Menschenseele hineinsenkte. So daß wir damit auch hinweisen können auf den Mond als den Träger des Gegners des Luzifer, als den Wohnsitz von finsteren Geistern, die aber da sein müssen, damit den vorwärtsdrängenden Lichtträgern, die zugleich die versuchenden Geister der Menschheit sind, das Gleichgewicht gehalten werde.

[ 22 ] Im hebräischen Altertum wurde im Grunde genommen das Geheimnis vom Mond und seinem geistigen Prinzip zuerst der Menschheit enthüllt, und was wir physisch am Mond gefunden haben, ist in seinem geistigen Aspekt das, was das hebräische Altertum als das Jahveprinzip bezeichnet. Es ist damit sozusagen der Mond als der Ausgangspunkt der Wirkungskräfte des Gegners des Luzifer auf den Menschen bezeichnet. Jahve oder Jehova ist der Gegner des Luzifer. Die althebräische Geheimlehre schaut hin auf die Sonne und sagt sich: In der Sonne wirken die unsichtbären Geister der Weisheit, die nur für den geistigen Blick sichtbar sind, nicht aber für den physischen Blick. Für diesen strahlt herunter das Prinzip des Luzifer. Was äußerlich zu sehen ist an dem Sonnenprinzip, ist Luzifer; darinnen aber wirkt geheimnisvoll, unsichtbar für den physischen Blick alles das, was erreichbar ist durch die Geister der Weisheit, die das Tor dazu bilden. Abgetrennt und geopfert hat sich einer dieser Geister der Weisheit und seinen Platz auf dem Mond aufgeschlagen, um von da aus so zu wirken, daß das Licht gebändigt, aber auch das Geistige des Luzifer getilgt wird. — Einen Abgesandten jener wahren, höheren geistigen Wesenheiten, zu denen sich der Blick eröffnet durch die Geister der Weisheit, wenn geistig auf die Sonne geschaut wird, sah das hebräische Altertum in Jahve oder Jehova. So lange — das stellte sich mit Recht das althebräische Altertum vor —, so lange muß Jahve vom Mond her wirken, bis die Menschen reif geworden sind, innerlich wenigstens zunächst, zu ahnen, zu empfinden, was nach und nach im weiteren Verlauf die Menschheit auch erkennend schauen wird: daß nicht nur das Physische des Luzifer von der Sonne her kommt, sondern von der Sonne aus die Verbreitung desjenigen geschieht, wozu die Geister der Weisheit das Tor sind.

[ 23 ] So erschien dem hebräischen Altertum in Jahve das, was gleichartig ist mit den Geistern der Weisheit der Sonne, und wir können sagen: Wie das Sonnenlicht vom Mond im Raum zurückgeworfen wird, so war für die wirklichen Kenner des hebräischen Altertums Jahve die Zurückstrahlung jener geistigen Wesenheit, die einstmals, wenn die Menschen reif werden, von der Sonne herstrahlen wird, deren Erscheinen die Rischis und Zarathustra und die Osirisdiener vorausgesagt haben. Wie im Raum das Sonnenlicht vom Mond zurückgestrahlt ist, so zeigte sich in Jahve oder Jehova wie eine Reflexion das Prinzip des Sonnengeistes, den Sie mit einem Namen, wie Sie wollen, bezeichnen können: mit Vischvakarman, wie ihn die alten Inder, mit Ahura Mazdao, wie ihn Zarathustra, mit Osiris, wie ihn die alten Ägypter, oder mit Christus, wie ihn die vierte nachatlantische Kulturperiode bezeichnet hat. Das ist die esoterische Auffassung des Jahve: es ist der vom Mondenprinzip zurückgestrahlte und, weil in der Zeit zurückgestrahlte, vorher angekündigte Christus. Daher uns auch im Johannesevangelium eine Stelle entgegentritt, die sonst niemals verstanden werden kann, da wo darauf hingewiesen wird, daß bei Moses die Rede ist von dem Christus. Es ist in Wahrheit die Rede von Jahve; aber es ist der Christus, der vorher verkündigt wurde. Es wird auf eine solche Stelle hingewiesen, wo von Jahve die Rede ist, weil der Träger des Christus damit die Tatsache andeutet, daß Jahve nur der in der Vorzeit angekündigte Christus ist.

[ 24 ] So sehen wir, wie diese Dinge in sich selber zusammenstimmen und wie sich uns zusammenschließt die heutige Betrachtung mit der gestrigen; wie wir nunmehr in dem, was wir äußeres Licht und seinen Träger nennen, etwas zu sehen haben, was im Kampfe liegt mit einem geistigen Prinzip, das auf dem normalen Punkt seiner Entwickelung ist und das uns zunächst als der geistige Mittelpunkt unseres Planetensystems so erscheint, wie wir das gestern und heute dargestellt haben. Auf Namen kommt es dabei nicht an, sondern darauf, daß wir die ganze Bedeutung dieses Prinzips erkennen. Wir müssen erkennen, daß wir auf geistigem Gebiete sprechen vom Christus, wie wir sprechen auf physischem Gebiete von der Sonne; daß wir auf geistigem Gebiete von den Planetengeistern und den Planeten sprechen, wie wir sprechen in der Entwickelung der Erdenkultur etwa von dem Prinzip des Buddha. Hier haben Sie wiederum einen Punkt, wo Sie eine der bedeutenden Offenbarungen finden, die Ihnen entgegentreten bei H.P.Blavatsky. Was für große Offenbarungen in der «Geheimlehre» sind, ersehen Sie auch wiederum aus der Behandlung, die Blavatsky dem Jahvebegriff zuteil werden läßt. Wir brauchen uns nicht daran zu stoßen, daß sie den Dingen nicht gerecht wird, weil sie eine gewisse Antipathie gegen Christus und Jahve hat; aber das Wahre dringt doch durch, und die Charakteristik des Jahve als einer Mondgottheit und die Darstellung, daß Luzifer sein Gegner ist, bei H.P. Blavatsky, das erweist sich als etwas wie, man möchte sagen, der gebrochene Ausdruck eines Wahren. Und die Darstellung, die da bei Blavatsky gegeben ist aus der Inspiration, sie erhält nur bei ihr eine subjektive Färbung, weil sie die Empfindung hatte, daß Luzifer eigentlich eine gute Gottheit ist. Sie empfand ihn als eine gute Gottheit. Sie zog ihn in gewisser Beziehung dem Mondgott vor, weil Luzifer für sie ein Sonnengott war. Das ist er auch, aber wir mußten den wahren Zusammenhang hinstellen, damit wir den Ausspruch, der früher figurierte, begreifen können: Christus ist der wahre Luzifer. «Christus verus Luciferus.» Heute klingt das nicht mehr gut für die Menschen. Damals hat es noch gut geklungen, als man aus den alten Geheimlehren wußte: In dem äußeren physischen Licht offenbart sich Luzifer, der Lichtträger, aber wenn wir durch das physische Licht durchdringen zu den Geistern der Weisheit, durchdringen zum geistigen Licht, dann gelangen wir zu dem Lichtträger des geistigen Lichtes: Christus verus Luciferus.

[ 25 ] Ich denke, meine lieben Freunde, daß trotz all der Unvollkommenheit, mit der dieses umfassende Thema hat ausgeführt werden können, dennoch vor Ihre Seelen getreten ist, was wir ja auf geisteswissenschaftlichem Gebiet immer erreichen wollen: daß uns die Behandlung eines jeglichen Themas dahin bringt, aus dem Sinnlichen ins Geistige aufzuschauen. Bei den Himmelskörpern, die uns als die Abdrücke der Weltenwunder hereinleuchten aus dem Raum, wird das ja in vieler Beziehung ganz besonders schwer, weil wir in den Himmelskörpern ein kompliziertes Zusammenwirken der Wesenheiten der verschiedenen Hierarchien haben und weil wir alles das, was im Weltenraum geschieht, doch nur begreifen können, wenn wir auch hier hinter aller Materie, selbst hinter der Lichtmaterie, den Geist oder die Geister finden. Hinter all diesem Geistigen liegt ja das gemeinsame, das väterliche, göttliche Leben. Dieses eine allüberall und immer wirkende, allgöttliche Leben gliedert sich, bevor es im Physischen zum Ausdruck kommt, in zahlreiche Welten geistiger Hierarchien. Wir aber blicken auf zu diesen Welten und sehen in ihnen das, was den Wundern des Himmels zugrunde liegt und herunterwirkt bis in unsere Naturreiche hinein. Denn auch in unseren Naturreichen zeigen sich die Hierarchien selber oder ihre Nachkommen. Wenn wir so in den Himmelsraum hinausblicken, dann können wir durch eine solche Betrachtung doch auch einen moralischen Eindruck bekommen, einen moralischen Eindruck, der darin bestehen muß, daß, wenn wir die gewaltigen Wirkungen der Hierarchien am Himmelsraum auf uns ein wenig Einfluß gewinnen lassen, wir dann abgezogen werden von den Leidenschaften, von den Trieben, Begierden, Vorstellungen, die das physische Erdenleben zeitigt. Diese Vorstellungen, diese Triebe, Begierden und Leidenschaften, die das physische Erdenleben zeitigt, sie sind es im wesentlichen, welche über die Erdenentwickelung das hinwerfen, was die Menschen in Parteiungen spaltet, was die Menschen über die Erde hin zu Gegnern und Anhängern der verschiedensten Richtungen macht. Man kommt in einem höheren moralischen Sinn zu einer Freiheit, wenn man wenigstens für kurze Momente von der Betrachtung des Irdischen sich losreißt und die Welten der Geister im Weltenraum betrachtet. Da werden wir frei von dem, was sonst hereinspielt in unsere egoistischen Triebe, die doch nur die Ursachen aller Erdenkämpfe und aller Erdenkleinigkeiten sind. Daher ist es wohl das sicherste Mittel, gerade die hohen Ideale des anthroposophischen Lebens zu erreichen, wenn wir zuweilen den Blick hinaufrichten zu den Sternenwelten und ihren geistigen Lenkern und Leitern, den Hierarchien. Wenn wir da oben, so wie wir es gestern und heute versucht haben, Kulturströmungen ergründen und die Bedeutung der inspirierenden Geister für die Religionen und Weisheitsträger der Menschheit, dann wird es uns vergehen, Streit zu führen auf der Erde wie die Bekenner einzelner Systeme. Wir werden uns nicht an Namen hängen, nicht an Bekenntnisse einzelner Gruppen von Menschen auf der Erde. Wenn die Menschen dort ihre Erkenntnisse suchen werden, wohin die Blicke aller Menschen der Erde sich richten können und wo sie gemeinsame Erkenntnisse finden — Erkenntnisse, welche einen und nicht entzweien —, wenn die Menschen wirklich vordringen werden bis zu dem, was als Himmelssprache ausspricht die Bedeutung der verschiedenen Religionsstifter und Inspiratoren der Menschheit, dann wird das geisteswissenschaftliche Ideal einer toleranten und unbefangenen Betrachtung aller Religionen und Weltanschauungen wirklich eintreten können. Es werden sich die Menschen nicht mehr streiten, wenn sie nicht mehr für eine Gruppe diesen oder jenen Träger religiöser oder sonstiger Kulturströmungen in Anspruch nehmen, sondern wenn sie die Ursprünge dieser Träger draußen im Himmelsraum suchen. In diesem Sinn kann auch eine solche Betrachtung eine große moralische Bedeutung gewinnen, indem für mancherlei, was sonst auf der Erde Entzweiungen, Disharmonien bringt, Friede, Harmonie gestiftet wird. Nur müssen wir lernen, die gewaltige, in den Formen und Bewegungen der Himmelskörper gegebene Schrift zu lesen, lesen wie wahrhaftig nicht verschiedene Geister, sondern dieselben Geister für alle einzelnen Menschen auf der Erde wirken, allen Menschen angehören. Man möchte mit einem physischen Bild diese Tatsache erklären: Solange wir auf der Erde bleiben, kann eine Gruppe von Menschen oben oder unten, im Westen oder Osten wohnen. Dann aber schauen wir auf die Bewegungen der Erde, wie sie ihr Antlitz zukehrt den Sternen, indem sie ihre Stellung ändert, sei es in kurzen Zeiträumen oder im Laufe von Jahrmillionen, wie die südliche Hälfte nach der nördlichen gewendet und unseres nördlichen Sternenhimmels ansichtig wird, und dann die nördliche Erdhälfte dem Süden zu sich wendet und des südlichen Sternenhimmels ansichtig wird. Und so wie die Erde im Laufe der Zeiten ihr Antlitz sozusagen allen Sternen, die aus dem Weltenraum uns entgegenglänzen, hinwendet, so möge die Menschheit lernen durch die Ideale der Geisteswissenschaft unbefangen zu blicken auf alles, was geistig von dem Weltenraum herein spricht. Durch ein solches positives Betrachten der Tatsachen wird am besten dieses anthroposophische Ideal erreicht werden, nicht durch ein sentimentales Betonen von Liebe und Frieden. In realer Weise werden wir Liebe und Frieden und innere Harmonie erlangen, wenn wir von den Angelegenheiten unserer Erde, welche die Menschen in Rassen, Nationen, Religionen teilen, den Blick hinaufwenden zu den Sternenwelten, wo Geister zu uns sprechen, die für alle Menschenseelen, für jedes Menschenherz die gleiche Sprache sprechen durch alle Zeiten, ja durch alle Ewigkeiten, wenn wir sie nur richtig verstehen.

[ 26 ] In diesem Sinne möchte ich, da wir jetzt am Schlusse dieses Vortragszyklus stehen, auch hingedeutet haben auf die moralische Wirkung einer jeden geisteswissenschaftlichen Betrachtung, wenn wir uns bemühen, die Tatsachen des Okkultismus kennenzulernen. Wenn wir sie im echten okkulten Sinn kennenlernen, so strömen sie zuletzt in unser Herz ein, daß das Gelernte in uns Kraft des Lebens, Hoffnung des Lebens, daß es vor allen Dingen moralische Energie wird und uns wirklich zu dem macht, was wir nennen können einen Bürger der Himmelswelten. Dann trägt der Mensch den Himmel durch sein geistiges Leben in die Angelegenheiten der Erde herein und bewirkt im Verlaufe des Kulturprozesses das, was wir im höchsten Sinne als Harmonie, als Frieden bezeichnen können. Und mehr und mehr wird es ihm dann auch zum Bewußtsein kommen, daß wirklich am Ausgangspunkt wie am Ende der Kulturentwickelung ein Einheitsgeist waltet, ein Geist der Form, der einheitlich durch die Menschen hindurch wirkt und sich anregen läßt durch seine Brüder, die anderen Geister der Form, die ihm Dienst leisten, um ein einheitliches Wirken durch die ganze Menschheit hindurch zu senden. So wird durch die wahre Himmelswissenschaft etwas Einheitliches in alle Menschen gebracht und damit das intellektuelle und moralische Verstehen der Menschheit auf der Erde gefördert. So wollen wir nicht bloß Abstraktes, Theoretisches betrachten, sondern jede solche Betrachtung soll zugleich zu einer Kraftquelle, vor allen Dingen zu einer moralischen Kraftquelle in uns werden, und dann werden auch alle Kapitel uns dazu dienen, auch diejenigen, die scheinbar sehr weit hergeholt sind, um die unmittelbaren Ziele und Ideale der Geisteswissenschaft zu verfolgen. Mit diesen Worten, die in einer Empfindungsnuance Geist und Gesinnung dieser Vorträge zusammenfassen sollten, möchte ich mich von Ihnen, meine lieben Freunde, am Ende dieses Vortragszyklus verabschieden.