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Man in the Light of
Occultism, Theosophy and Philosophy
GA 137

8 June 1912, Oslo

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Sechster Vortrag

Lecture Six

[ 1 ] Vielleicht wird es Sie wundern, daß wir im Verlaufe dieser Vorträge auch einige Zeit dazu verwenden, um so, wie wir gestern damit begonnen haben, die äußere Natur und Gestalt des Menschen ins Auge zu fassen. Wenn Sie immer tiefer eindringen wollen in die Erkenntnisse, welche der wahre Okkultismus dem Menschen zu geben vermag, so können Sie es nicht vermeiden, den Menschen auch nach den Gesichtspunkten kennenzulernen, die wir gerade jetzt ins Auge fassen. Sie brauchen sich nur zu erinnern, wie oft im Verlaufe Ihres theosophischen Strebens Ihrer Seele der Gedanke nahegetreten ist, daß der Mensch so, wie er uns in der Welt entgegentritt, in seiner äußeren Gestalt ein Tempel der Gottheit ist. Und ein Tempel der Gottheit ist der Mensch wahrhaftig auch in bezug auf seine äußere Gestalt. Diesen Tempel der Gottheit hat man im Auge, wenn man gewissermaßen die Bausteine betrachtet, von denen wir gestern ausgegangen sind und die uns noch kurze Zeit in unserer Vortragsreihe beschäftigen werden. Wir werden dann sehen, daß gerade die für das menschliche Herz und die menschliche Seele wichtigsten Erkenntnisse zu uns kommen werden, wenn wir nicht zu bequem sind und uns die Mühe geben, schon in der äußeren Gestalt des Menschen das Verborgene der geistigen Welt aufzusuchen. Und so haben wir denn betrachtet den Menschen nach gewissen zwölf Gliedern, die wir gestern angeführt haben.

[ 1 ] It will perhaps surprise you that in the course of these lectures we should devote so much time to considering the nature of what is after all the external part of man, his form and figure. If, however, you want to penetrate further into the knowledge which true occultism can give, you cannot omit from your study of man the aspects with which we are now dealing. Call to mind how often in the course of your studies you have met with the thought that in his outer form and figure man is a temple of the Godhead. So he is, and this is what we have all the time in mind while we study as it were the building stones of the temple, as we began to do yesterday and shall still continue doing for a little while. We shall see that when we take the trouble to search in the human figure for the hidden secrets of the spiritual world, we arrive in this way at knowledge that is of the utmost importance for the human heart and soul.

[ 2 ] Diese zwölf Glieder scheinen nun, so wie sie uns entgegentreten, eine volle Einheit zu sein. Sie sind aber in Wirklichkeit keine volle Einheit, und es ist wichtig zu wissen, daß sie keine volle Einheit sind. Denn in dem Augenblicke, wo der Mensch richtig begreifen kann, daß die äußere Einheit der Gestalt, in welcher ihm sein Leib, sein äußerer Körper erscheint, nur eine scheinbare ist, in dem Augenblicke, wo der Mensch versteht, daß die Gestalt des äußeren Körpers, so wie sie dem Auge entgegentritt, oder wie sie der Mensch überhaupt als Erdenmensch kennen kann, eine scheinbare ist, in dem Augenblicke, wo der Mensch den Schein der äußeren Gestalt durchschaut, erkennt er auch, wie es sich mit seinem Ich, dem Mittelpunkt seines Bewußtseins, verhält.

[ 2 ] Yesterday we studied man in his twelve members. Now these twelve members appear at first sight to form a unity. They are, however, in reality not a unity, and it is important to recognise this. For, the moment we are awake to the fact that the external unity of the human form is only apparent, the moment we realise that the whole form and figure of the body, as we see it and can have knowledge of it here in earthly life, is but a semblance—in that moment we can also begin to understand how it is with the I, the centre point of man's consciousness.

[ 3 ] Wir haben schon gestern gesehen, daß dieses Ich sich uns jede Nacht entreißt, daß es also dem Menschen nur ein Bild sein kann; denn eine Realität kann sich dem Menschen nicht in der Nacht entreißen. Es wird also gewissermaßen dem Menschen von seinem Ich, das sonst durch sein Erdenleben hindurchgeht, jede Nacht etwas entzogen; und genau das, was ihm entzogen wird, wird ihm durch die Weltenordnung im äußeren Leibe gegeben, wird dem äußeren Körper zugefügt. Das macht es, daß der Mensch den äußeren Körper als eine Einheit ansieht. In Wahrheit ist er keine Einheit. In Wahrheit sind die Bausteine, die wir kennengelernt haben, kompliziert zusammengefügt. Wir berühren hier eines der wichtigsten Geheimnisse, das geeignet ist, uns tief in die ursprünglichsten Geheimnisse des Daseins hineinzuführen.

[ 3 ] We saw yesterday how this ego of ours is snatched away from us every night, and how it can therefore only be for man a picture; for no reality could be torn from him in this way in the night. Every night something of man's ego (which otherwise goes with him through the whole of earth life) is withdrawn; and the Divine Powers have so ordered things that precisely what man loses in this way is given to him in the external body; it is attached instead to the body. This is how it comes about that man is able to look upon his body as a unity. In reality it is no unity. In reality it is composed of members that are built up together in a most complicated manner.

[ 4 ] Eines dieser Geheimnisse berühren wir schon in der äußeren Welt, und es ist wichtig, daß wir auch den Weg von außen nach innen gehen, um aus diesem Bewußtsein heraus die Idee ohne Gegenstand aufnehmen zu können. So wie uns der Mensch entgegentritt, besteht er in Wahrheit aus drei Teilen, und es ist nur ein Schein, wenn man diese drei Teile des Menschen einfach als eine Einheit betrachtet. Das, was uns gestern wie ein Zusammenhang von zwölf Gliedern erschienen ist, teilt sich in Wahrheit in drei Menschen, und man muß verstehen lernen, daß der Mensch eigentlich aus drei Menschen besteht.

[ 4 ] We are here approaching one of the most important mysteries of man's being, that will lead us to delve deep into the primal secrets of existence. One of these mysteries we touch already in the external world; and it will be important for us also to take the road from without inwards in order to receive out of this consciousness the idea that has no object. Man as we see him in the world consists of three parts, and we are dealing all the time with an appearance if we simply treat these three parts of man as a unity.

[ 5 ] Wir wollen diese drei Menschen einmal der Reihe nach unserer Seele vorführen. Wir haben nämlich gestern bei der Aufzählung der Glieder des Menschen damit begonnen, daß wir zuerst angeführt haben dasjenige, was wir die Aufrechtheit nennen können, das AufrechtGerichtetsein; dann haben wir angeführt dasjenige, was den Menschen nach vorn hin, am besten können wir sagen, nach dem Sprechen hin organisiert. Also das zweite: die Richtung nach vorn, nach dem Sprechen. Das dritte war die Symmetrie.

[ 5 ] For man's form, which yesterday we saw to be composed of twelve members, is really divided into three, and we must learn to understand how man has in him as it were, three men. Let us now place before us these three men in succession. Yesterday, when we recounted in order the members of man's form, we began with what we called his upright posture; and then we went on to speak of how man is orientated in a forward direction,—to express it better, for the act of speaking. We have, therefore, as second member the forward direction, the direction for speaking. The third, you will remember, was symmetry.

[ 6 ] Sehen Sie, wenn wir diese drei Glieder der menschlichen Natur zunächst betrachten, so haben wir einen Teil dieser menschlichen Natur, wie sie äußerlich im Raum als Form, als Gestalt uns entgegentritt. Jetzt wollen wir einmal prüfen, ob wir nicht schon durch rein äußerliche Anschauung etwas finden, was uns ausgehen läßt von dem Ausdruck Symmetrie und was uns an der äußeren Gestalt so erscheint, daß es bei genauer Betrachtung als eigentlich recht rätselvoll dem Menschen auffallen muß.

[ 6 ] Taking for the moment just these three members of man's nature, we have there one part of the human form as we behold it externally in space. Let us now see whether we cannot, by following a purely external perception, find something else to which we can apply the word symmetry,—and which in its external appearance offers to a careful observation many interesting problems. By symmetry we mean, of course, that man's form shows a two-sided development.

[ 7 ] Symmetrie bedeutet ja, wie wir wissen, daß der Mensch nach beiden Seiten hin ausgebildet ist. Nun ist diese Symmetrie zwar auch für alle Organe des Kopfes vorhanden, aber sie wird ganz besonders auffällig, wenn wir in der Betrachtung der menschlichen Gestalt vom Kopfe nach abwärts gehen. Wir haben gestern gesagt, wir bezeichnen die Aufrechtheit mit dem Ausdruck «Widder» und dem Zeichen ♈︎, die Hinordnung zur Tonbildung mit dem Ausdruck «Stier» und dem Zeichen ♉︎, und die Symmetrie mit dem Ausdruck «Zwillinge» und dem Zeichen ♊︎. Diese drei Glieder der menschlichen Organisation sind damit bezeichnet. Nun kommen wir aber zu etwas, was sich sozusagen in der Fortsetzung des Kopfes zeigt und was die Symmetrie, die Anordnung nach zwei Seiten, in ganz besonderer Art hervortreten läßt. Das sind nämlich die Arme und die Hände.

[ 7 ] This quality of symmetry is present in all the organs of the head, but as we go downwards from the head we come to a part of the human figure where it is even more particularly in evidence. You will remember that we gave to “upright posture” the name of Aries and the Sign ♈, and to “orientation to the formation of sound” the name Bull (Taurus) and the Sign ♉, and to “symmetry” the name Twins (Gemini) and the Sign ♊. These are the names given to the first three members of man's organism. Then we come to something which seems to follow as a kind of continuation of the head and manifests in quite a special way the property of symmetry. I mean the arms and hands. It is to these that I will ask you now to give your consideration.

[ 8 ] Ich bitte Sie jetzt, einmal diese Arme und Hände zu betrachten. Sie setzen sich an den Kopf so an, daß wir in den Armen und Händen vorgebildet finden, ganz auffällig vorgebildet finden, was wir im unteren Menschen als die Oberschenkel kennen, was wir als Unterschenkel und Füße haben. Wenn Sie die Tierreiche betrachten, so tritt Ihnen ja in einer auffälligen Weise die Gleichheit derjenigen Organe, die jetzt genannt worden sind, die beim Menschen in Armen und Beinen verschieden sind, entgegen; und Sie werden gerade dann Wichtigstes über den Menschen denken können, wenn Sie auch diesen Unterschied von Armen und Händen und Beinen und Füßen bei dem Menschen gegenüber demjenigen bei den Tieren, die dem Menschen am allernächsten stehen, näher betrachten und darüber nachdenken.

[ 8 ] Man's arms and hands attach themselves to the head part of man in such a way as to prefigure in a striking manner what we have in the lower man as thigh, leg and foot. If you consider the animal kingdom you will at once be struck with the similarity of these last organs with those which in man, as arms and hands, are different. You will be able to make very important observations by devoting careful study and thought to the difference there is in man between arms and legs, and between hands and feet, in contradistinction to those animals that stand nearest to him.

[ 9 ] Nehmen wir jetzt einmal die Benennungen, die wir gestern angewendet haben, auf und verwenden wir sie so, wie wir sie für die Beine und Füße verwendet haben, verwenden wir sie jetzt einmal entsprechend für die Arme und Hände. Dann können wir sagen, wenn wir den Kopf nach abwärts verfolgen: Es schließen sich an diesen Kopf Gliedmaßen an, die ja auch, wie Sie leicht durch ein ganz oberflächliches Denken einsehen können, geistig mit der ganzen Gedankenwelt des Kopfes in Verbindung stehen. Es schließen sich an die Arme und Hände. Sie werden es nicht absurd finden können, wenn wir dieselben Bezeichnungen, die wir gestern gefunden haben für die Beine und Füße, in diesem Augenblicke verwenden für die mit dem Kopf in Zusammenhang befindlichen Arme und Hände, und wenn wir sagen: Wir betrachten als Fortsetzung des Kopfes, viertens, das, was sich symmetrisch ausbreitet zunächst als die Oberarme, und wir bezeichnen sie so, wie wir bezeichnet haben den oberen Teil der Beine, als «Schütze»: ♐︎. Wir berücksichtigen zwar, daß ein gewisser Unterschied vorliegt in bezug auf den Ellenbogen und das Knie, da das Organ der Kniescheibe am Ellenbogen nicht ausgebildet ist, aber wir werden doch die Ähnlichkeit bald herausfinden. So bezeichnen wir also das, was wir als Ellenbogen haben, mit dem Zeichen und mit dem Worte, mit welchen wir bezeichnet haben die Knie, nämlich mit «Steinbock» und dem Zeichen ♑︎. Wir bezeichnen die Unterarme mit demselben Zeichen, mit dem wir die Unterschenkel bezeichnet haben, nämlich dem des «Wassermanns»: ♒︎, und die Hände mit demselben Zeichen, mit dem wir die Füße bezeichnet haben, mit dem Zeichen der «Fische»: ♓︎. Wir haben jetzt, indem wir diese Glieder der menschlichen Natur für sich stellten, den Kopf mit seinen Armen, zusammen einen siebengliedrigen Menschen. Und das ist wichtig. Wenn Sie sich denken, daß dieser volle, siebengliedrige Mensch von der übrigen menschlichen Natur, insofern sie in der menschlichen Gestalt enthalten ist, nun ernährt wird, also nur heraufgeleitet erhält die Nahrung, so wird es Ihnen auch kein so furchtbar grotesker Gedanke mehr sein, daß — nehmen Sie das zunächst wie eine Idee, wie einen Gedanken — von außerhalb dieses eben charakterisierten siebengliedrigen Menschen die Nahrung zugeleitet wird in der Weise, wie zum Beispiel für die Pflanze die Nahrung außerhalb zubereitet ist und sie sie nur verarbeitet. Es könnte ganz gut gedacht werden, daß die Nahrung draußen in der Welt bereitet würde, daß dieser siebengliedrige Mensch sie nicht erst, soweit er sie braucht zur Unterhaltung des Gehirns und so weiter, von der anderen menschlichen Natur bekäme, sondern direkt aus der Welt. Dann würde dieser Mensch unmittelbar an die Außenwelt angeschlossen sein.

[ 9 ] Let us now take the names we employed yesterday for the legs and feet and apply them in a corresponding manner to the arms and hands which are joined on to the head and which—as quite a superficial observation will enable you to see—have spiritual connection with the whole thought world of the head. You will not find it unreasonable or inappropriate if we now apply to these arms and hands that are connected with the head, the same terms that we used yesterday for legs and feet, and name this symmetrically extended continuation of the head in the following way. First we have, as fourth member, the upper arm, and to this we give the same designation as we gave to the thigh,—Archer (Sagittarius) ♐. We note a difference between the elbow and the knee, there being no development in the elbow to correspond to the knee-cap, but in spite of this the similarity is sufficiently obvious. And so we give to the elbow the Sign and the name we gave to the knee,—Goat (Capricorn) and ♑. We allot to the lower arm the same Sign as we took for the leg, the Sign of Waterman (Aquarius) ♒, and the hands are denoted with the same Sign as we gave to the feet,—the Sign of Fishes (Pisces) ♓. And now if we take these members of man's nature all together, by themselves, comprising as they do the whole head and arms, we have a seven-membered man. That is an important perception. When you reflect on how this complete sevenfold man receives nourishment—the nourishment is of course brought up to it from the rest of man—then the idea will not be utterly grotesque if we imagine for a moment that this sevenfold man might receive its nourishment from without, like a plant which finds nourishment prepared for it in the world outside, and merely receives it and works upon it. We could quite well imagine that the same thing happened for this sevenfold man, and that it did not get whatever it needs for the maintenance of the brain and so forth from the other parts of man's nature, but instead directly from the external world. This sevenfold man would then be directly and immediately linked with the external world.

[ 10 ] Sehen Sie, diesen siebengliedrigen Menschen muß der Okkultist ins Auge fassen, wenn er in einer sachgemäßen Weise sich zu einem höheren Bewußtsein erheben will. Es muß sozusagen einmal durch die Seele gezogen sein das, was jetzt ausgesprochen worden ist: die Möglichkeit einer siebengliedrigen Menschennatur, von der man sich hinwegdenkt die anderen Glieder des heutigen Menschen.

[ 10 ] It is essential for the occultist to come to an understanding of this sevenfold man if he is to raise himself in a right way to the level of a higher consciousness. What we have just been describing must at some time find place in his mind,—this possibility of a sevenfold man, from which one thinks away all the remaining parts and members of the present-day human being.

[ 11 ] Und jetzt fassen wir einmal ins Auge den zweiten Menschen. Wir werden ihn am besten verstehen, wenn wir folgende Gedanken in Betracht ziehen. Denken Sie einmal, daß das wesentliche Organ des Kopfes, was Sie ja sehr leicht einsehen werden, das Gehirn ist. Der Mensch hat aber noch etwas, was dem Gehirn sehr ähnlich ist und was nur, ich möchte sagen, um etwas scheinbar Geringes, aber sehr Bedeutungsvolles von dem Kopfgehirn sich unterscheidet. Der Mensch hat tatsächlich etwas wie ein zweites Gehirn. Das ist das Rückenmarksgehirn, das Rückenmark, das im Rückgrat eingeschlossen ist.

[ 11 ] Let us now go on to consider the second man. We shall best understand the second man if we pursue the following train of thought. The essential organ of the head is, as you will easily see, the brain. Now man has something else in his form that is similar to the brain. It differs from the brain of the head in what is apparently a detail, but really a point of great significance. Man has actually something like a second brain; it is the brain of the spinal cord, which is enclosed in the spinal column.

[ 12 ] Fassen Sie einmal diesen Gedanken ins Auge. Nehmen wir an, wir haben es zu tun mit diesem eigentümlichen Rückenmark, das wir eigentlich bloß als ein stabförmiges, in die Länge gezogenes dünnes Gehirn empfinden können, wie wir anderseits auch das Gehirn empfinden können als ein Rückenmark, das in entsprechender Weise aufgeblasen ist. Denken Sie sich, damit wir das Rückenmark so recht wie eine Art Gehirn betrachten können, den Menschen einmal in einer Weltposition, wie die Tiere sie heute noch haben: denken Sie sich sein Rückgrat nicht vertikal aufgerichtet, sondern parallel mit der Erdoberfläche. Dann würden Sie ein Gehirn haben, das einfach auseinandergezerrt, stabförmig gemacht worden ist. Und jetzt betrachten Sie einmal den Menschen so, wie er dann vor Ihnen steht, parallel zur Erdoberfläche, den Rücken horizontal gegen den Weltenraum, so daß tatsächlich das Rückenmark in der Weltlage wie eine Art Gehirn gelten kann. Da tritt uns etwas ganz Merk würdiges entgegen, nämlich die Tatsache, daß wir auch links und rechts Ansätze haben, die sich allerdings sehr unterscheiden von den beiderseitigen Armansätzen. Aber denken Sie sich einmal den Zustand, daß der Mensch es in seiner Symmetrie noch nicht so weit gebracht hätte, wie es heute ist, so daß die zwei Arme nahezu gleich sind, sondern denken Sie sich, daß der eine Arm eine besondere Ausbildung erfahren hätte, die ihn sehr unterscheiden würde von dem anderen Arme. In der heutigen Zeit ist es zwar so, daß man in der unverständigsten Weise die Rechtshändigkeit beseitigen und die Links- und Rechtshändigkeit ausbilden will. Denken Sie sich aber, es wüchse sich der andere Arm zu einem ganz anderen Organe aus; dann werden Sie es nicht mehr so absurd finden, wenn auf die zwei anderen Ansätze, die wir haben, hingewiesen wird.

[ 12 ] I will ask you to dwell for a little on this thought. Try to imagine that the spinal cord is nothing else than a strange and peculiar brain. It is quite possible to feel it as a brain that has been elongated and has become like a slender staff,—just as we can also see the brain as an inflated spinal cord. It will help us here if we picture man assuming for the moment the same posture in the world as the animals still have today,—that is to say, with his spine not vertically upright but parallel with the surface of the earth. Then you would have a brain that has simply been pulled out into the form of a staff. And now observe the human being as you would then have him before you, parallel with the surface of the earth, his back lying horizontal in space. In this position the spinal cord can very well pass for a kind of brain. And now we note something very strange and remarkable,—namely, that we have again appendages right and left, though of course exceedingly different from the arm appendages we had before. But imagine a condition where man had not developed symmetry as far as he has today (when the two arms are very nearly alike) but here one arm had experienced a peculiar development of its own which distinguished it very clearly from the other. In the present day there is even a tendency—and it is a foolish one!—to discard righthandedness and cultivate an equal left and righthandedness. But imagine now that the left arm were on the contrary to grow into a completely different organ; then it will not seem to you impossible or absurd to refer in the way we shall now do to two other appendages.

[ 13 ] Wenn wir den Menschen so betrachten, daß sein Rückgrat nach oben liegt, horizontal, daß sich der Kopf nach der einen und die Füße nach der anderen Seite ansetzen, dann haben wir zwei Ansätze wie bei den Armen. Sie können den Kopf als den einen Arm und die beiden Beine zusammen als den anderen Arm betrachten. Das sieht zunächst sonderbar aus; aber wenn Sie sich denken, daß es sogar in den niederen 'Tierreichen Gestalten, Formen gibt, die sich gar nicht so sehr unterscheiden von dem, was jetzt beschrieben worden ist, dann werden Sie den Gedanken nicht mehr so grotesk finden.

[ 13 ] Consider the human being in this position, with his spinal column above, lying horizontal, and joined on to it on one side the head and on the other side the feet. You have there before you two appendages, as you had previously in the arms. You can regard the head as one arm and the two feet together as the other arm. At first hearing, it sounds very strange: but when you reflect that in the lower animal kingdom forms occur which are not very different from what I have described, the idea will perhaps not strike you as so grotesque, after all.

[ 14 ] Dieser Gedanke muß einmal durch die Seele gezogen sein, wenn wir verstehen wollen den ganzen Menschen, der ein dreigliedriges Wesen ist. Dann können wir auch davon sprechen, daß wir es dabei zu tun haben mit Ansätzen, die nur unsymmetrisch gebildet sind, mit ungleichen Zwillingen. Wenn Sie dies ins Auge fassen, so können Sie auch sagen: Da habe ich wirklich so etwas vor mir wie den ersten siebengliedrigen Menschen.

[ 14 ] As a matter of fact, this idea must find place in our mind, if we are to have understanding of the whole being who is in truth a three-membered being. Then we can actually say that we have here appendages,—only unsymmetrically formed; twins, shall we say, that are not alike. In effect, we come to perceive that we have before us something like a repetition of the first sevenfold man.

[ 15 ] Beginnen wir einmal damit, daß wir diesem horizontal gelegenen Menschen die zwei ungleichen Zwillinge wirklich zuschreiben. Wir nennen bei dem horizontal liegenden Menschen die beiderseitigen Ansätze auch Zwillinge. Wir würden also sagen müssen: Die Zusammengehörigkeit, die Zueinandergeordnetheit von Kopf und Füßen bezeichnen wir in diesem Falle als «Zwillinge»: ♊︎.

[ 15 ] Let us begin then by assigning to this horizontal man the two dissimilar Twins. For we can again call the two side appendages Twins (Gemini). In the horizontal man, head on the one side and feet on the other belong together; they are arranged in a mutual relationship, and we denote them in this connection with the name Twins (Gemini).

[ 16 ] Nun müßten wir allerdings auch auf unser Gehirn Rücksicht nehmen. Wir müßten nämlich das ins Auge fassen, was wir eben erst gesagt haben. Wir bekommen dieses Menschenbild, das wir jetzt vor unsere Seele hingestellt haben, nur dadurch, daß wir den Menschen drehen. Betrachten wir also einmal dasjenige, was der Mensch uns so jetzt darbietet, nämlich den mittleren Körper als eine in sich abgeschlossene Welt, die wir aber ansehen als eine solche, in der wir den Menschen gedacht haben. Also, die Einhüllung des Menschen und oben eine Art Gehirn darin. Das betrachten wir als «Krebs»: ♋︎. So daß wir sagen können: Die ganze Brusteinhüllung bekommt jetzt sogar eine ganz besondere Charakteristik dadurch, daß wir, um sie uns richtig vorzustellen, den Menschen drehen.

[ 16 ] And now we must go back to what we have seen to be a brain. Remember what we said before. We only get the picture of man at which were now looking by turning him. We have before us the middle part of man, the body as such. This we must regard as a world enclosed in itself, and moreover as a world which we are thinking of as containing within it the second man. Thus we have the covering-in or the enclosing of this second man, and within, above, a kind of brain. The enclosure—the shroud or encasement, as it were—we designate as Crab (Cancer). The whole enclosure of the breast takes on quite a new character through the fact that we have turned man in order to obtain a correct picture of it.

[ 17 ] Jetzt betrachten wir alles dasjenige von den menschlichen Gliedern, was bedeutungsvoll ist innerhalb dieser Brusteinhüllung. Wir brauchen nur zu verfolgen die Glieder, welche wir gestern der Reihe nach verfolgt haben, um haltzumachen an derjenigen Stelle, wo es unmöglich wird, die Dinge noch zu dem Brustmenschen oder zu dem mittleren Menschen zu rechnen. Zweifellos werden wir dazurechnen müssen das ganze Innere, das wir als «Löwennatur»: ♌︎, bezeichnet haben und das sich im Herzen konzentriert. Als viertes haben wir darauf aufmerksam gemacht, daß eigentlich der Mensch sich da in zwei Glieder teilt: in ein Inneres, das eingeschlossen ist von dem Krebs, und in ein Inneres, das eingeschlossen ist von der Bauchwandung. Das ist auch anatomisch sehr genau durch das Zwerchfell abgeteilt in eine obere und eine untere Höhle; aber auch dasjenige, was unter dem Zwerchfell ist, müssen wir rechnen zu dem mittleren Menschen. Wir bezeichnen es mit dem Namen «Jungfrau»: ♍︎.

[ 17 ] Now let us see what members we can find within this enclosure of the breast. We have only to follow the members as we took them in their sequence yesterday, as far as the place where it ceases to be possible still to reckon them as part of the breast or middle man. There is no question about the whole interior to which we gave the name of Lion (Leo) ♌ and which is concentrated in the heart. This is the third member. Then you will remember we saw how man is really divided within into two members, an inner content that is enclosed by Crab (Cancer) ♋ and an inner content that is enclosed by the wall of the abdomen. Anatomically man's body is quite exactly divided off by the diaphragm into an upper and a lower cavity; what is below the diaphragm has also to be reckoned in with the middle man. We call it by the name Virgin (Virgo) with the Sign ♍.

[ 18 ] Und nun kommen wir dazu, die Gleichgewichtslage zu haben, da, wo der Mensch anfängt, nicht mehr ganz im Inneren abgeschlossen zu sein, sondern sich nach außen der Welt öffnet. Indem der Mensch seine Beine gebraucht, erschließt er sich nach außen; so daß wir sagen können: Diese Gleichgewichtslage ist die Grenze, wo das Innere von dem ÄKußeren sich abschließt. Wir haben also fünftens die Gleichgewichtslage, haben sie bezeichnet mit «Waage» und ihr zugeordnet dieses Zeichen: ♎︎.

[ 18 ] We come then to the place of balance, where man begins to be no longer shut away within his own form but to open himself to the world outside. When he uses his legs he is making contact with what is outside him. The place of balance is the boundary where the entirely “within” comes to an end. This fifth member is called Scales (Libra) and is given the Sign ♎.

[ 19 ] Nach der ganzen Art, wie die Reproduktionsorgane im Zusammenhang stehen mit dem mittleren Menschen, werden Sie es selbstverständlich finden, daß sie hinzugerechnet werden müssen zu dem, was den mittleren Menschen ausmacht, so daß wir sagen müssen, sechstens die Reproduktionsorgane, «Skorpion»: ♏︎.

[ 19 ] From the whole way in which the organs of reproduction are placed in man, you will see they must obviously be counted in with the middle man; and so we have, as sixth member, the reproductive organs, Scorpion (Scorpio) with the Sign ♏.

[ 20 ] Nun handelt es sich darum, daß wir den Ansatz gewinnen für das zweite Zwillingspaar. Wenn Sie ins Auge fassen, was für den Menschen die Oberschenkel sind, wie sie im Grunde genommen nur dadurch, daß sie mit der ganzen Muskulatur des mittleren Menschen in Verbindung stehen, gemäß der eigenartigen Natur des mittleren Menschen bewegt werden, so müssen wir sie eben auch noch dazurechnen. Bis zu den Knien ist der Mensch mittlerer Mensch; es gehen die Kräfte des mittleren Menschen bis in die Oberschenkel hinein und sie erstrekken sich bis zu den Knien. Da haben wir auch, auf der einen Seite nach dem Kopfe, auf der anderen Seite nach den Oberschenkeln, das Zwillingspaar, so daß wir die Oberschenkel noch als zu den Zwillingen gehörig betrachten müssen. Wir bezeichnen sie mit diesem Zeichen ♐︎ und nennen sie «Schütze».

[ 20 ] And now nothing remains to be done but to define the appendage that forms the second of the Twins. If you consider what the thigh is for man, and observe how its movement is conditioned by the nature of the middle man (for the thigh is closely connected with the whole muscular system of the middle man), you will see that we must reckon it also as a member. As far as the knee, man is middle man; the forces of middle man enter into the thigh and extend to the knee. Moreover, we have already included the thigh as one of the Twins. The head on one side and the thigh on the other constitute the pair of Twins. The thigh, then, we denote with the Sign ♐ and we call it Archer (Sagittarius).

[ 21 ] Wenn Sie eingehen auf die Füße, so werden Sie sehen, daß die Oberschenkel zwar noch in innigem Zusammenhange stehen mit dem mittleren Menschen, daß aber die Knie, die Unterschenkel und die Füße so sind, daß sie als Füße der Erdstütze bedürfen und daß die Oberschenkel dasjenige sind, was diese Stütze gebraucht. Da haben Sie etwas, was der Mensch hat, weil er auf der Erde fest und aufrechtstehen muß. Das, was in den Oberschenkeln noch ist, das ist die Fortsetzung des mittleren Menschen, und das würde sich, wenn es sich nicht anpassen würde an die anderen Glieder und an die Beine, so gestalten können, daß der Mensch ein Lufttier wäre, wenn sich ganz andere Organe ausbilden könnten, die besser als Schwimm- oder Flugorgane angebracht wären. Diese müßten durch die Oberschenkel in Bewegung gesetzt werden. Alles andere aber müßte angesetzt werden.

[ 21 ] When you go further and consider the feet, you find that whereas the thigh still preserves an intimate connection with the middle man, knee and leg and foot require the support of the earth. The thigh, it is true, uses this support, but the leg and the foot are only there at all because man has to stand firm and upright on the earth. In the thigh we have still to do with a continuation of the middle man. If it were not adapted to the other members of leg and foot, the thigh would, in fact, be able to assume a different form and enable man to be a creature of the air. Quite different organs might then be developed beyond it, appropriate for swimming or flying. These would be set in motion by means of the thigh, but everything else about them would have to be adapted to their purpose.

[ 22 ] Sie sehen, daß zum mittleren Menschen die übrigen Teile nicht hinzugerechnet werden brauchen, so daß wir einen siebengliedrigen Menschen jetzt haben. Das ist der zweite siebengliedrige Mensch. Wenn Sie den Unterschied des ersten und des zweiten siebengliedrigen Menschen ins Auge fassen, so werden Sie finden, daß derselbe ein ganz enormer ist. Wenn wir den ersten siebengliedrigen Menschen ansehen, so haben wir die hauptsächlichsten, die bedeutungsvollsten Sinnesorgane im Kopfe, also im ersten siebengliedrigen Menschen stationiert. Wenn wir zu diesem ersten siebengliedrigen Menschen, wie wir es müssen, auch noch die Arme und Hände hinzurechnen, dann haben wir Organe zu diesem siebengliedrigen Menschen gerechnet, welche eine Eigentümlichkeit haben, die nur einer äußeren materialistischen Beobachtung nicht auffällt. Denn die menschlichen Organe, die wir Arme und Hände nennen, würden dem Menschen, wenn er sie sinnvoll betrachtete, das Erhabene und Bedeutungsvolle der menschlichen Natur in einem ganz besonderen Maße zeigen.

[ 22 ] You see, therefore, that the remaining parts of man's form do not require to be reckoned in with the middle man, so that we have now again a sevenfold man. It is the second. If you look at the difference between the two, you will find it is quite astounding. In the first seven-membered man we have, to begin with, all the important sense organs, situated in the head. And when we count in with this first sevenfold man, as indeed we must, the arms and hands, then we have included in it organs that have a distinctive quality which none but a purely external and materialistic observation could fail to recognise. For the organs we call arms and hands would, if we studied them seriously, reveal in a high degree the sublime significance of the nature of man.

[ 23 ] Wenn man von einer Kunst der Natur sprechen wollte, die in einer wunderbaren Weise vereinigt wird mit alledem, was der Mensch als den Tempel Gottes voraussetzt, so könnte man diese Kunst der Natur wohl durch nichts anderes so veranschaulichen, als wenn man gerade auf den Wunderbau der menschlichen Arme und Hände eingehen würde. Nehmen Sie die entsprechenden Organe bei anderen Wesen, bei den dem Menschen verwandten Tieren. Sehen Sie einmal zum Vergleich, sagen wir, um weit von dem Menschen abzugehen, die vorderen Gliedmaßen der Vögel, die Flügel an. Die Flügel sind mit dem zu vergleichen, was ich beim Menschen entsprechend mit den Händen bezeichnet habe. Der Vogel könnte nicht fliegen ohne die Flügel. Sie sind ihm Nützlichkeitsorgane für sein Dasein, sie sind im unendlichen Sinne Nützlichkeitsorgane. Die menschlichen Hände sind in diesem Sinne keine Nützlichkeitsorgane. Wir können sie zwar ausbilden zu Nützlichkeitsorganen, aber es bedarf eben dann der Ausbildung. Wir können mit denselben nicht fliegen und nicht schwimmen, und sie sind sogar zum Klettern ungeschickt, wozu die vorderen Gliedmaßen der mit dem Menschen nächstverwandten Tiere, der Affen, sogar sehr geschickt sind. Man möchte fast sagen: Diese Hände sind, wenn man die Sache so betrachtet, daß man bloß den Standpunkt der Nützlichkeit ins Auge faßt, für alle äußeren Nützlichkeitsbetätigungen eigentlich recht unzweckmäßig eingerichtet, höchst unzweckmäßig für alles Äußere. — Wenn wir aber beachten, was der Mensch mit seinen Händen hat machen müssen im Laufe der Erdenentwickelung, so müssen wir sagen, sie erweisen sich als etwas Kostbares, wenn es sich darum handelt, das, was der Geist erringen kann, zum äußeren Ausdruck zu bringen,

[ 23 ] If we wanted to speak of art in Nature—and the whole of what man rightly regards as the Temple of God is wonderfully imbued with Nature's art!—we could find no better expression of it than in the marvellous construction of man's hands and arms. Take the corresponding organs in other creatures that are related to man. Look, for instance, at the wings of a bird,—an animal far removed from man. The wings are the fore limbs of the bird, they are comparable with what we have in man as hands. The bird could not fly without wings. Wings are organs that are useful and necessary for its existence—in the fullest sense, organs of utility. The human hand is not in the same sense an organ of utility at all. True, we can develop it to become so, but it requires development. We cannot fly with it, nor swim with it, and it is even clumsy at climbing, at which the fore limbs of the ape—the animal that is most nearly related to man—are very clever. We might almost say that, looked at purely from the standpoint of utility, there is very little meaning or purpose in the form of the hands. If, however, we observe all that man has to do in the course of evolution with his hands, we find them to be most precious possessions. When it is a matter of bringing to outward expression what the mind and spirit are able to achieve, then the hands show their value.

[ 24 ] Denken Sie einmal an das Allerelementarste zunächst. Wird die Hand, neben dem Worte, wenn sie sich der Gebärde bedient, nicht zu einem ausdrucksvollen Organ? Drückt sich in der verschiedenen Formation derselben nicht sogar sehr viel von dem inneren Charakter des Menschen aus? Und denken Sie an die menschliche Kultur, denken Sie sich, daß die Hände des Menschen mehr bestimmt wären zu einem Nützlichkeitszwecke, zum Klettern oder Schwimmen, oder daß sie notwendig wären zur Fortbewegung. Denken Sie sich, daß die Welt nicht so eingerichtet wäre, daß wir erst gehen lernen müssen; wir müssen es erst lernen durch im Grunde genommen gegenüber der übrigen Natur recht unzweckmäßige Bewegungen, nämlich in einer pendelartigen Fortbewegung der beiden Beine. Der Mensch achtet nur nicht darauf, daß die Bewegung der Beine des Menschen recht unzweckmäßig ist und daß jedes Tier seine Beine in bezug auf seine Organisation viel nützlicher eingerichtet hat. Unsere Hände sind auch dieser Daseinsbedingung entzogen. Denken Sie sich also, daß das nicht so wäre und daß es dem Menschen leichter geworden wäre, die Hände zur Fortbewegung zu benutzen. Dann müßten Sie sich die ganze menschliche, die ganze geschichtliche Kultur wegdenken. Und denken Sie an alles das, was der Mensch als Künstler durch die Hand zu vollbringen hat: Sie müßten auch alle Kunst wegdenken, wenn die Hände zu Nützlichkeitsorganen geworden wären.

[ 24 ] Think of the most simple and elementary movements of the hand. Does not the hand, when it accompanies the word with gesture, turn into a most expressive organ? In all the different movements and positions of the hand do we not often see revealed something of the inner character of the human being? Suppose for a moment that the hands were adapted for purposes of climbing or swimming; or suppose man needed his hands to help him move about on the earth. The world might be so ordered that we did not have to learn to walk, but made use of our hands to help us. For note, we have to learn to walk by making movements that are quite unsuited for the purpose—pendulum-like movements with both legs. We do not generally remark how ill-adapted for the end in view are the movements of the leg; there is no single animal that does not have its legs much more usefully placed and adjusted than man has! And as for our hands, they have nothing whatever to do with this realm of our existence. But now suppose it were not so, suppose man found it easier, more natural, to move about with the help of his hands. In that case you would have to think away the whole of human culture! What does an artist not do with his hand? All art would be simply non-existent, had the hands been organs of utility.

[ 25 ] Das ist eine Vorstellung, die dem okkultistischen Aspiranten durch die Seele ziehen muß, daß wir in unseren Händen und Armen wunderbare Organe haben, die mit dem geistigen Leben, wie es auf der Erde sich abspielt, in einem enorm innigen Zusammenhang stehen. Wenn wir also betrachten, daß der Mensch in bezug auf den Kopf, wo hauptsächlich die Sinnesorgane lokalisiert sind, sinngemäß mit der Außenwelt in Berührung steht, daß er durch seine Hände mit der Außenwelt arbeitet, daß er in seinem Kopfe vorbereiten kann, was er durch seine Hände der Außenwelt entweder deutet oder als menschliche Kultur übergibt, dann werden Sie sehen, was der erste siebengliedrige Mensch eigentlich ist. Er ist der eigentlich geistige Mensch, der Mensch, der mit der Außenwelt als Mensch hauptsächlich in Verbindung steht. Wenn wir diese sieben Glieder betrachten, wie sie sich innerlich abschließen, dann haben wir den Erdenprozeß bewußt für den Menschen in diesem ersten siebengliedrigen Menschen. Wir sehen also, wie wir diesen ersten siebengliedrigen Menschen vorzugsweise betrachten müssen als die geistige Natur des Menschen, als das geistige Wesen des Menschen, insofern als der Mensch Erdenmensch ist.

[ 25 ] This is a fact that has to be brought home to the aspirant after occultism,—that in arms and hands we have wonderful organs deeply and strongly connected with the spiritual life that is lived by man on earth. When we consider how man has a sense contact with the external world in his head where the sense organs are chiefly localised, and then works with the external world by means of his hands, when we consider how he can prepare in his head what he then shows to the external world with his hands and bequeaths to it as art and culture,—then we begin to see the true character of this first sevenfold man It is the essentially spiritual man, it is man in his connection with the external world. If we look at these seven members and see how they form a self-contained whole then we behold how in this sevenfold man the earth process becomes conscious for man. This first seven-membered man is thus to be regarded as the spiritual nature of the human being; it is the spiritual being of man, in so far as he is earth man.

[ 26 ] Betrachten wir jetzt das zweite. Das zweite ist etwas, wovon wir sagen müssen, daß es gerade dadurch, daß es die beiden Zwillinge so hat, daß sie nach beiden Seiten als höchst ungleiche Zwillinge ausgebildet sind, seine Verbindung mit der äußeren Welt hat nach der einen Seite nur mit dem Kopfe, nur mit dem, was der Kopf macht, denn es erkennt in dem Kopfe; nach der anderen Seite, insofern als der Mensch ein bewegliches Wesen ist, welches geht und diesen Gang von innen heraus dirigieren kann. Es wird endlich auch mit der Außenwelt verbunden durch die Reproduktionsorgane, durch die der physische Fortgang der Menschen vorhanden ist. So daß wir sagen können: Ohne diesen mittleren Menschen, das heißt, wenn dieser mittlere Mensch nicht diese drei Glieder hätte, nämlich dasjenige, was als Zwillinge nach den beiden Seiten und durch die Reproduktionsorgane vorhanden ist, wäre keine Verbindung vorhanden mit der äußeren Welt. — Dadurch, daß der Mensch diese drei Glieder in seinem mittleren Organismus hat, steht er auf der einen Seite mit dem Erdenprozeß in Verbindung, auf der anderen Seite mit der Fortentwickelung des Erdenmenschen, mit der Generationsfolge und der Ablösung des einen Geschlechts durch das andere.

[ 26 ] Let us now look at the second man. The fact that the middle man has Twins which show such totally different developments on the two sides, gives it a double relation with the outside world It is connected with the outside world on the one hand through the head,—for it has knowledge in the head; and on the other hand, through the fact that man is a creature that moves about on earth and can direct his motion from within. Finally it is also connected with the outside world by means of the reproductive organs which make possible the physical continuity of man. Were it not for these three members,—the Twins on the two sides, with the reproductive organs—there would be no connection with the outside world. These three members in the middle organism enable man to have connection on the one hand with the earth process and on the other hand with the continued evolution of earth man, with the sequence of the generations and the reciprocity of sex.

[ 27 ] Wenn wir aber das Mittlere ansehen, das, was wir bezeichnen durch die Worte Krebs, Löwe, Jungfrau und Waage, dann müssen wir sagen: Das ist nur für den inneren Menschen da. — Ich meine natürlich den körperlich-inneren Menschen, die körperliche innere Natur des Menschen. Es sendet nach beiden Seiten seine Fortsätze durch die für die mittlere Natur geltenden Zwillinge, aber sonst ist es ganz mit dem Inneren des Menschen beschäftigt, mit der inneren Organisation. Für das Innere des Menschen ist es höchst bedeutungsvoll, daß es ein Herz hat; aber die äußere Natur interessiert es sehr wenig, ebensowenig wie es sie interessiert, daß er einen Unterleib hat.

[ 27 ] When, however, we turn to those middle members that we denote with the words Cancer, Leo, Virgo and Libra, we find that they are only there for the inner man himself—I mean of course “inner” in the bodily sense. This bodily inner nature of man has, it is true, continuations in two outward directions in what are for it the Gemini; but for the rest it is entirely occupied with the inner organism For man's inner organism it is of the very greatest significance that he has a heart, but it is of very little interest for external nature, and of just as little interest that he has an abdomen.

[ 28 ] Da haben wir also drei Glieder, welche wesentlich sind für die äußere Erdennatur, und vier andere Glieder, welche dem Inneren des Menschen im besonderen dienen. Während also der Kopfmensch eigentlich wesentlich im Äußeren lebt, sowohl durch die Sinne wie auch durch den Arm- und Handmechanismus, haben wir hier vorzugsweise ein Leben im Inneren des Organismus. Sie sehen, es sind enorme Unterschiede vorhanden zwischen diesen beiden Menschen, dem mittleren Menschen und dem oberen siebengliedrigen Menschen, dem Hauptmenschen.

[ 28 ] We have, therefore, three members that are of importance for external earth nature and four others that serve especially man's own inner organism. Whilst the head man lives essentially in the outside world, by virtue of the senses as well as by virtue of the mechanism of arm and hand, here we have paramountly a life inside the organism. Far-reaching differences thus exist between these two men, the middle man and the head man.

[ 29 ] Und nun betrachten wir einmal einen dritten Menschen. Damit es uns leichter wird, diesen dritten Menschen vor unsere Seele hinzustellen, betrachten wir ihn einmal umgekehrt; fangen wir von der anderen Seite an und sehen wir, wie sich in der Tat ganz naturgemäß dieser dritte Mensch von den anderen abschließt.

[ 29 ] We must now pass on to consider a third man. To enable us more easily to form a mental picture of this third man, we will take it in the reverse order, beginning from the other end. We shall find that this third man separates itself off from the other two in a perfectly natural and obvious manner.

[ 30 ] Fangen wir jetzt an bei sieben, bei den Füßen. Wir wissen schon von gestern, daß wir sieben, die Füße, mit dem Zeichen ♓︎ belegen und als «Fische» bezeichnen. Da ist die Menschennatur ganz an die Außenwelt angepaßt. Das ist keine Frage für den, der ein wenig nachdenkt. Es ist wesentlich die Form der Füße, wodurch der Mensch ein Wesen ist, das sich auf der Erde fortbewegt. Alles andere, was zum Gehen notwendig ist, muß der Mensch erst lernen. Naturgemäß ist, daß der Mensch die breite Fläche seiner Füße auf die Erde aufsetzen muß, so daß die Erweiterung der Füße nicht in sein Inneres hinein, sondern nach der Erde zu konstruiert ist. Da nun auch das, was wir die Unterschenkel nennen, durchaus angepaßt ist dieser Fußnatur diese Dinge gehören notwendig zusammen —, so können wir sagen: Als zweites müssen wir dazurechnen sechstens die Unterschenkel, die wir bezeichnen als «Wassermann» und mit diesem Zeichen belegen: ♒︎.

[ 30 ] Let us begin with the seventh member, the feet. We know from yesterday's lecture that we confer upon the feet the name of Fishes (Pisces) and the Sign ♓. The human form is here wholly adapted to the outside world. If you think it over a little you will find there is no question about it. For it is essentially the form of the foot that makes it possible for man to be a creature who moves about on the earth. Everything else required for walking man has to learn. It is in right accordance with nature that man has to place upon the earth the broad sole of his foot, so that the extended surface of the foot is not directed inwards but to the earth. And now since what we call the leg belongs to and corresponds to this foot nature, we must reckon as sixth member the leg, to which we give the name Waterman (Aquarius) and the Sign ♒.

[ 31 ] Wir kommen zum fünften Glied, den Knien, die als nichts anderes aufzufassen sind denn als eine notwendige, mechanische Ruhelage gegenüber dem Oberschenkel. Dadurch, daß der Mensch seinen ganzen mittleren Menschen in Zusammenhang bringen muß mit dem unteren Menschen, mit den Füßen und Unterschenkeln, muß sozusagen diese Abteilung in den Knien sein. Denken Sie sich, wie schwer Ihnen das Gehen würde, wenn die Beine nicht so abgeteilt wären. Wenn uns die Beine aus einem einzigen Stück gemacht wären, dann wäre die Sache noch schwieriger, als sie ist. Wenn wir nicht zu gehen brauchten, würde uns der mittlere Teil nicht interessieren. So aber brauchen wir ihn und benötigen daher auch als Verbindungsglied die Knie. Wir bezeichnen sie mit dem Zeichen ♑︎ und nennen sie «Steinbock»; das ist das fünfte Glied.

[ 31 ] We come then to the fifth member, the knee, which is here to be regarded in no other way than as forming a necessary mechanical resting place for the thigh. Because man has to bring his whole middle man into connection with the lower man—the foot and leg—therefore must there be this partition at the knee. Think how difficult it would be to walk if the lower leg and foot were not separated off in this way. Walking would be a still more difficult matter than it is, if leg and thigh were made of one single piece! If we did not need to walk, the middle man would not concern us. As it is, however, we need the middle man and consequently also require the knee as connecting member. We call it Goat (Capricorn) with the Sign ♑. This is the fifth member.

[ 32 ] Das vierte Glied, die Oberschenkel, haben wir schon betrachtet und gesagt, daß sie zum mittleren Menschen gehören. Sie müßten da sein, auch wenn der Mensch sich in anderer Weise bewegte, wenn er fliegen oder schwimmen würde. Der Mensch müßte sie haben, wenn sie auch eine andere Form haben müßten. Wenn der Mensch auf der Erde gehen soll, so müssen nicht nur die Füße, die Unterschenkel und die Knie dem Erdboden, sondern auch die Oberschenkel diesen Gliedern angepaßt sein. Sie müssen so ausgestaltet sein, daß sie den unteren drei Gliedern sich anpassen. Das erkennen Sie daran, daß Sie sich sagen müssen: Soweit die Oberschenkel den mittleren Organen angepaßt sind, finden sie sich in gleicher Art bei den Vögeln, den vierfüßigen Tieren und bei den Menschen. Aber bei den Menschen sind sie anders ausgebildet als bei den Vögeln und den vierfüßigen Tieren. Sie gehören also zu dem Menschen, insofern er eine Tiernatur hat. Wir bezeichnen die Oberschenkel mit dem Namen des «Schützen» und mit dem Zeichen ♐︎.

[ 32 ] The fourth, the thigh, we have already considered and we have seen that it belongs to the middle man. The thigh would have to be there even if man had another kind of movement. If, for instance, he were to fly or swim, he would still need the thigh, though it might have to assume another form. If man is to be able to walk on the earth, not only must the foot and leg and knee be adapted to the ground but also the thigh must be in right relation and proportion to these members. It must be so formed as to correspond in the right way to the three lower members, You will recognise this when you observe that in so far as the thigh is in correspondence with the middle organs it is of the same kind in birds, in four-footed animals and in man; in man it is only differently developed. Thus, the thigh belongs to man in so far as he has an animal nature. We give it the name of Archer (Sagittarius) and the Sign ♐.

[ 33 ] Nun wird jeder selbstverständlich sich klar sein darüber, daß der Mensch, wenn wir seine Reproduktionsorgane betrachten, sie auf der einen Seite von innen bildet, daß sie aber auf der anderen Seite in ihren Äußerungen nach außen hin der Welt angepaßt sind. Wir müssen diese Dinge hier ordentlich besprechen und auf Verhältnisse aufmerksam machen, auf die nur aufmerksam gemacht werden kann, wenn sie mit wissenschaftlichem Ernst betrachtet werden. Die Reproduktionsorgane sind der äußeren Natur dadurch angepaßt, daß sie das eine Geschlecht auf das andere beziehen. Das Organ des männlichen Geschlechts ist nicht nur aus dem mittleren Menschen heraus, sondern auch nach außen hin auf die Reproduktionsorgane des weiblichen Geschlechts hin organisiert. Also drittens haben wir zu sprechen von den Reproduktionsorganen, die wir auch nennen «Skorpion» und bezeichnen mit dem Zeichen ♏︎.

[ 33 ] It can easily be seen that the organs of reproduction are on the one hand formed from within, and on the other hand in their functions are adapted to the work outside. Let me say in passing, we must speak of these things quite objectively, and consider aspects of them that can only be considered when the subject is treated with scientific seriousness. The reproductive organs are adapted to external nature in the sense that they relate one sex to the other. The organ of the male is not only formed from out of the middle man, but it is also given an outward direction and its form adapted to the reproductive organ of the female. We have, therefore, to speak of the reproductive organs as the third member, which we name Scorpion (Scorpio) and denote by the Sign ♏.

[ 34 ] Sodann kommen wir zu dem, was man gewöhnlich die «Waage» nennt, die Gleichgewichtslage des Menschen. Man braucht sich die äußere Form der Waagegegend nur anzuschauen, so weiß man, daß es sich dabei um etwas handelt, was zur mittleren Natur des Menschen gehört. Aber bedenken Sie, daß der Mensch dadurch, daß er ein aufrechtes Wesen geworden ist, gerade diese Gleichgewichtslage haben mußte, daß gerade diese Gleichgewichtslage so ausgebildet werden mußte, daß der Mensch ein aufrechtes Wesen werden konnte. Sie brauchen nur bei einem vierfüßigen Tier die besondere Waagegegend zu vergleichen mit der des Menschen, und Sie werden erkennen, daß die Waage eine andere sein muß, wenn der Oberkörper nach oben gerichtet ist, als wenn er waagerecht auf den Füßen und Beinen liegt. Wir müssen daher zweitens die besondere Gleichgewichtslage hinzurechnen, dasjenige also, was wir als «Waage»: ♎︎, bezeichnen.

[ 34 ] We come next to what is called the Scales (Libra), the place of balance in man. The external form of the region of balance is sufficient evidence that we have here a member of the middle nature of man. Bear in mind that it is because man has become upright that he had to have here this organ of balance. It must be developed in such a way as to enable him to become an upright being. Compare the region of balance in a four-footed animal with the same in man, and you will recognise that this member of balance is different according as the upper part of the body has an upward direction or rests horizontally on the legs and feet. Thus, the place where the balance is situated and which we designate as Libra has to be reckoned as the second member of the lower man.

[ 35 ] Nunmehr kommen wir dazu, etwas zu besprechen, was notwendigerweise von der heutigen Wissenschaft mißverstanden werden muß. Wir haben nämlich jetzt gleichsam eine sechsgliedrige Natur des Menschen betrachtet; wir haben den Menschen von unten nach oben betrachtet und sechs Glieder von ihm gefunden. Wir haben die anderen beiden Menschen betrachtet; den ersten siebengliedrigen und den zweiten siebengliedrigen Menschen, indem wir ausgegangen sind, um gleichsam einen Stützpunkt zu haben, von dem jeweiligen Gehirn. Indem wir den Kopf betrachtet haben, sind wir von dem Gehirn ausgegangen, und das hat uns nach den Armen und Händen geführt. Wir haben dann das zweite Gehirn ins Auge gefaßt, jenes Gehirn, das wie ein langgezogener Stab, sonst aber ganz Gehirn ist, das Rückenmark. Ich habe schon darauf aufmerksam gemacht, daß dieses Rückenmark sich scheinbar durch ein weniges, aber in Wahrheit durch vieles unterscheidet von dem gewöhnlichen Kopfgehirn. Das Rückenmark ist nämlich das Instrument für alle diejenigen Bewegungen, die der Mensch ausführen muß und die wir die unwillkürlichen Bewegungen des Organismus nennen. Alle Arten von unwillkürlichen Bewegungen, alles, was überhaupt unwillkürlich ausgeführt wird, wird von dem Rückenmark beherrscht. Bei dem Gehirn, wenn wir uns seiner als Werkzeug bedienen, schieben sich zwischen Wahrnehmung und Bewegung die Gedanken hinein, während alles Gedankliche, was beim Gehirn dazwischen ist, beim Rückenmark wegfällt. Da folgt auf die Wahrnehmung unmittelbar die Bewegung, die Außerung des Menschen. Bei dem Tiere spielt das Rückenmark eine größere Rolle als beim Menschen, und das Gehirn eine geringere. Deshalb vollzieht die Mehrzahl der Tiere die Verrichtungen unwillkürlich. Der Mensch aber schiebt durch das aufgeblasene Gehirn, zwischen die Wahrnehmung und die Bewegung, das Denken hinein, und deshalb erscheinen seine Taten willkürlich.

[ 35 ] And now we come to something that cannot but meet with misunderstanding on the part of present-day science. We have so far considered a sixfold man; we have studied the third man beginning from below upwards and found in him these six members. When we considered the other two, the first and the second sevenfold man, we took as our starting-point in each case a brain. In considering the head, we began with the brain and that led us to the arms and hands. Then we learned to see a second brain, a brain that is like an elongated staff but yet is truly brain,—the spinal cord. As you will know, the difference between the spinal cord and the brain of the head, though apparently only small, is really very great. The spinal cord is the instrument for all movements that man is obliged to perform; the movements that we call involuntary movements are controlled by the spinal cord. When, on the other hand, we employ the instrument of the brain, thought inserts itself between perception and movement. In the spinal cord all connection with thought is lacking. There movement follows directly on perception. In the case of the animal the spinal cord plays a greater part than it does in the case of man, and the brain a lesser part. Most animals perform their actions quite involuntarily. Man, however, by virtue of his superior brain, wedges in thinking between perception and movement; consequently his deeds show a voluntary character.

[ 36 ] Nun wollen wir den dritten Menschen so vor uns hinstellen, daß wir auch in ihm etwas wie ein Gehirn aufsuchen. Sie wissen alle, daß sich im Menschen noch ein von den beiden anderen Nervensystemen, dem Gehirnsystem und dem Rückenmarksystem getrenntes Nervensystem befindet, das Gangliensystem, das Sonnengeflecht genannt, das sich im unteren Teile des Menschen ausbreitet und seine Stränge, parallel dem Rückenmark, nach oben schickt. Das ist ein von den übrigen genannten gesondertes Nervensystem, das heißt, dem richtigen Gehirn gegenüber betrachtet, ein besonderes, unausgebildetes Gehirn. Wenn wir heraufkommen über die Waage, so finden wir jenes merkwürdige Gangliensystem, das Sonnengeflecht, wie ein Gehirn des dritten Menschen ausgebreitet; und es schließt sich mit anderen Worten dem mittleren Menschen etwas an die besonderen Organe, die wir aufgezählt haben, an, das wir auch wie eine Art Gehirn, als ein drittes Gehirn zu betrachten haben: das Sonnengeflecht.

[ 36 ] Let us now try to picture the third man in such a way that in it too we discover a kind of brain. As you know, there is in man a third system of nerves, distinct from those of the brain and of the spinal cord. It is the sympathetic nervous system, the so-called solar plexus, situated in the lower part of man and sending its fibres upwards, parallel with the spinal cord. It is a nervous system that is separate from the other two and, in relation to the brain proper, may be regarded as a peculiar, undeveloped brain, When we follow the human form upwards beyond Libra we find this remarkable sympathetic nervous system, the solar plexus, extended like a brain of the third man. With the special organs we have already enumerated there is thus connected also what we have to regard as a kind of third brain,—the solar plexus.

[ 37 ] Mit diesem Sonnengeflecht stehen im wesentlichen Zusammenhange — und das ist etwas, worüber die äußere Wissenschaft nicht so leicht in Klarheit kommen kann — die Nieren und das Nierensystem. So wie die Substanzmasse des Gehirns mit den Nervenverbindungssträngen zusammengehört, so gehören die Nieren zusammen mit dem Bauchgehirn, dem Sonnengeflecht. Tatsächlich sind Sonnengeflecht und Nieren zusammen eine besondere Art von untergeordnetem Gehirn. Wenn wir nun zu dem Unterleibe des Menschen dieses Gehirn rechnen, so können wir es, ebenso wie die anderen Unterleibsorgane, bezeichnen mit dem Ausdruck «Jungfrau»: ♍︎. Das ist also das siebente oder hier erste Glied, das sich als Zusammenhang von Sonnengeflecht und Nieren ergibt; und so ergibt sich uns dasjenige, was nach oben diesen dritten siebengliedrigen Menschen abschließt.

[ 37 ] Now, a vital connection exists—and this is what external science cannot but find difficult to accept—between the solar plexus and the kidneys. As the substance of the brain in the head and the fibres of the nerve tracks belong together, so do the kidneys belong to the brain of the abdomen, the solar plexus. In fact, the solar plexus and the kidneys form, together, a peculiar kind of subordinate brain. Reckoning this brain as part of the lower man, we can designate it with the term Virgin (Virgo) ♍. We have therefore now our seventh, or rather our first, member, made up of the connection of solar plexus with kidneys; and at this point we reach the termination above of the third sevenfold man.

[ 38 ] So finden wir den Menschen in dieser Art als einen dreifachen Menschen zusammengefügt. Diese drei Menschen wirken ineinander und zusammen, und niemand kann in Wahrheit die menschliche Natur verstehen, der nicht weiß, daß im Menschen in Wirklichkeit diese drei Menschen zusammen wirksam sind. Drei siebengliedrige menschliche Naturen wirken also in dem Menschen zusammen.

[ 38 ] Man is thus found to be threefold in his composition. These three men work into and with one another, and no understanding of the nature of the human being is possible until one knows that in him three human beings are in reality active. Three sevenfold men work together in man.

[ 39 ] Dieses zuletzt genannte Gehirn interessiert die Außenwelt außerordentlich wenig. Das ist überhaupt nur dazu da, um die innere menschliche Natur aufrechtzuerhalten. Alle anderen Organe sind wesentlich an die Außenwelt angepaßt, aber in ganz anderer Weise als der Kopfmensch. Während der Kopfmensch an die äußere Welt so angepaßt ist, daß wir sagen müssen: Er ist vorzugsweise durch dasjenige in seinen Kopforganen an die äußere Erdenwelt angepaßt, wodurch er diese Erdenwelt zu einer menschlichen Kulturwelt umgestaltet, so müssen wir dagegen sagen: In alledem, was die äußeren und auch die inneren Organe des untersten Menschen ausmachen, haben wir es nur mit etwas zu tun, was dem Menschen selber gehört, was dem Menschen selber dient. — Nur weil der Mensch nicht genau die Dinge überdenkt, findet er nicht heraus, wie enorm verschieden, wie grundverschieden diese drei Menschen in der gesamten Menschennatur sind.

[ 39 ] The last-named brain takes extraordinarily little interest in the external world. Its sole purpose is to maintain man's inner parts in an upright position. All the rest of the organs in the lower man are adapted to the external world—although in quite a different manner from the head man. Man's relation in his head to the external world is expressed in the fact that he re-forms the earth world to a world of human culture. On the other hand, in the outer as well as the inner organs of the lower man we have to do with something that belongs to and serves the human being himself. It is only because we do not take the trouble to think accurately on these matters that we fail to observe the enormous difference there is between these three men within the whole human being

[ 40 ] Der Okkultismus hat immer das, wovon wir jetzt die eine Seite geschildert haben, als das Mysterium magnum, als das große Mysterium bezeichnet. Wir haben hier die äußere Seite, diejenige Seite des Mysterium magnum vor uns, die man zwar in der Außenwelt sieht, aber nicht richtig beurteilt, weil man nicht von vornherein einen dreifachen siebengliedrigen Menschen in dem unterscheidet, was als Einheit erscheint.

[ 40 ] Occultism has always given the name of Mysterium Magnum, the Great Mystery, to the wonderful secret of man's nature, the outer aspect of which we have here been considering. This aspect of the Mysterium Magnum is visible in the external world; only, we are not as a rule in a position to understand it, because we do not from the outset distinguish, in what appears to be a unity, a three times sevenfold being.

[ 41 ] Nun gehen wir zu der anderen Seite dieses Mysteriums. Wir haben gesprochen von der Ich-Natur des Menschen, wir haben davon geredet, daß diese Ich-Natur des Menschen als eine Einheit erscheint. Wir haben aber auch gesehen, daß diese Einheit fortwährend abgebrochen wird, daß sie immer durchbrochen wird von dem Schlafe. Lesen Sie nun die entsprechenden Kapitel in meinem, auch in Ihre Sprache übersetzten Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», da werden Sie etwas höchst Merkwürdiges finden. Sie werden finden, daß, wenn der okkultistische Aspirant seinen Schritt aus dem gewöhnlichen Bewußtsein heraus macht, er mit seinem Bewußtsein, mit seinem Ich, gleichsam in drei Glieder aufgeteilt wird, und zwar so, daß die selbständigen Glieder seines Inneren ihn überwältigen: die denkende Seele, die fühlende Seele, die wollende Seele. Im gewöhnlichen Leben sind diese drei Dinge, Denken, Fühlen und Wollen, zusammengefügt in der Ich-Natur, im Ich-Bewußtsein. Während also überall in unserem gewöhnlichen, alltäglichen Bewußtsein ineinanderspielen Denken, Fühlen und Wollen, gehen sie auseinander, sobald wir einen Schritt in das höhere Bewußtsein hinein tun. Das ist bedeutungsvoll und zu berücksichtigen beim okkultistischen Aspiranten, daß, wenn er sein Bewußtsein überschreitet, er sich wie aufgeteilt findet in drei Glieder, daß seine Ich-Einheit gewissermaßen aufgeteilt ist in einen denkenden, fühlenden und wollenden Menschen.

[ 41 ] We may now pass on to consider the other aspect of this mystery. We spoke earlier of the ego nature of man, and we said how it has the appearance of being a unity. We saw also how this unity is continually being broken, continually being interrupted by sleep. If you will read Knowledge of the Higher Worlds and its Attainment you will find a remarkable fact described, how when the disciple of occultism takes the step that leads him out of his ordinary consciousness a strange thing happens with his ego, with his consciousness. He is divided into three members, and so effectually that he is overpowered by these self-dependent members within him—the thinking soul, the feeling soul and the willing soul. In ordinary life these three things—thinking, feeling and willing—are united in the ego-nature, in the ego-consciousness. In our ordinary everyday consciousness they play into one another. As soon, however, as we take one step towards a higher consciousness, thinking, feeling, and willing fall apart. This is a fact to which the aspirant after occultism must give heed. When he passes out beyond his consciousness, he finds himself divided into three, he finds his ego unity split up into a thinking man, a feeling man and a willing man.

[ 42 ] Da haben Sie die andere Seite des Mysterium magnum. Während der Mensch, wenn er den realen Schritt macht mit dem Überspringen des Bewußtseins, seine Ich-Einheit in drei Glieder teilt, teilt sich uns die scheinbare Einheit der äußeren menschlichen Gestalt, sobald wir ihr näher an den Leib rücken, in drei siebengliedrige Menschen. Also sowohl unsere innere Ich-Natur wie unsere äußere Gestalt sind je eine Einheit, die in je drei Menschen zu teilen sind. Der äußere Mensch teilt sich in den siebengliedrigen Kopfmenschen, den siebengliedrigen mittleren Menschen und den siebengliedrigen Fußmenschen. Das Ich des Menschen teilt sich, sobald es nur den ersten Schritt ins okkulte Gebiet macht, in drei Glieder: in den denkenden, fühlenden und wollenden Menschen, die einander gegenüberstehen und selbständig werden. Da haben Sie die andere Seite.

[ 42 ] There you have the other aspect of the Mysterium Magnum. When man takes the plunge, as it were, when he really steps right over the bounds of his consciousness, then his ego unity divides into three, just as the apparent unity of the external human figure, as soon as we come to study the body more closely, divides into three,—into three seven-membered men. Thus our inner ego-nature, no less than our external form, is a unity that is divisible into three. Outer man divides into the seven-membered head man, the seven-membered middle man and the seven-membered foot man. Correspondingly, the inner ego of the human being divides, as soon as it takes the first step into the occult realm, into three parts or members,—the thinking man, the feeling man and the willing man, who stand each over against the other in complete independence. That is the second aspect of the mystery.

[ 43 ] Diese beiden Gedanken muß der okkulte Aspirant haben, sobald er den ersten Schritt in ein höheres Bewußtsein macht. Wie das Be wußtsein aufgeteilt wird in drei Glieder, so kann man auch, wenn man sachgemäß vorgeht, das, was als äußere Gestalt erscheint, als drei siebengliedrige Menschen erkennen. Das sind zwei Seiten eines mehrgliedrigen Mysterium magnum. Die anderen Seiten werden wir noch besprechen. Jetzt haben wir die elementarsten, die allerersten Anfänge des Mysterium magnum, des großen Mysteriums angedeutet. Daher werden Sie, als okkultistische Aspiranten, auf einer gewissen Stufe der Entwickelung überall dem Ausdruck, der Formel in irgendeiner Weise begegnen: Das große Geheimnis ist: drei sind eins, und eins sind drei. Für den Okkultisten bedeutet diese Formel das, was ich jetzt charakterisiert habe, und sie hat in dieser Bedeutung ihren vollen guten Sinn. Nur wenn äußeres Mißverständnis sie zu einem materialistischen Dogma macht, verändert sie ihren Sinn. Wenn wir sie aber so verstehen, wie es oben ausgeführt ist, wird sie uns eine symbolische Zusammenfassung dessen sein, was wir heute ausgeführt haben. Dann ist diese Formel der Ausdruck des Mysterium magnum. Wenn man eindringen will in den Okkultismus, so wie das hier in vieler Beziehung versucht worden ist, dann muß man verstehen die geheimnisvolle, scheinbar recht widerspruchsvolle Formel: Drei sind eins, und eins sind drei. Es wurde in der Tat gerade dem mittelalterlichen okkultistischen Aspiranten immer wieder und wieder gesagt: Beachte zuerst, was gesagt wird, damit du verstehen kannst das Geheimnis, wie die Drei gleich eins und die Eins gleich drei sein kann.

[ 43 ] Both of these facts must be recognised by the disciple of occultism, when he takes the first step into a higher consciousness. (We shall speak further tomorrow about the meeting with the Guardian of the Threshold.) For as consciousness is then divided into three parts, so too if we go forward in the right way, we learn to perceive in the manifest external form of man a three times sevenfold being We have here two aspects of a many-sided and many-membered mystery,—the Mysterium Magnum. Of other aspects we shall have to speak later. For the moment we have indicated the very first and most elementary beginnings of this great and wonderful mystery. This is why, when you come to a particular stage in occult development, you are met on all sides with the formula (expressed in many different ways): The great secret is—“Three are one and one are three.” For the occultist this formula signifies what I have here described to you; herein it has its full and true meaning. Only when people misunderstand it and make it into a materialistic dogma, is its true meaning lost. If, however, you will take it in the sense I have explained, it can be a right symbol for the truths with which we have been dealing today. The formula becomes then an expression of the Mysterium Magnum. If we want to find our way aright into the realm of occultism—and this is what we are attempting here, in many connections—then we must learn to understand this mysterious and apparently contradictory formula: Three are one and one are three. To the mediaeval disciple of occultism again and again were the words spoken: “Give heed to what is said to thee; so mayst thou understand the mystery of how the Three can be at the same time One, and the One at the same time Three.”

Oberer Mensch

The Higher Human

1. Aufrechtlage ♈︎
2. Richtung nach vorn ♉︎
3. Symmetrie ♊︎
4. Oberarme ♐︎
5. Ellenbogen ♑︎
6. Unterarme ♒︎
7. Hände ♓︎

1. Supine position ♈︎
2. Forward position ♉︎
3. Symmetry ♊︎
4. Upper arms ♐︎
5. Elbows ♑︎
6. Forearms ♒︎
7. Hands ♓︎

Mittlerer Mensch

The Middle Man

1. Kopf und Füße, Zwillinge ♊︎
2. Brusteinhüllung ♋︎
3. Inneres, Herz ♌︎
4. Bestimmung durch das zweite Innere ♍︎
5. Gleichgewichtslage ♎︎
6. Reproduktionsorgane ♏︎
7. Oberschenkel ♐︎

1. Head and feet, Gemini ♊︎
2. Chest enclosure ♋︎
3. Inner self, heart ♌︎
4. Destiny determined by the second inner self ♍︎
5. Position of balance ♎︎
6. Reproductive Organs ♏︎
7. Thighs ♐︎

Unterer Mensch

The Lower Man

1. Füße ♓︎
2. Unterschenkel ♒︎
3. Knie ♑︎
4. Oberschenkel ♐︎
5. Reproduktionsorgane ♏︎
6. Gleichgewichtslage ♎︎
7. Nieren, Sonnengeflecht ♍︎

1. Feet ♓︎
2. Lower legs ♒︎
3. Knees ♑︎
4. Thighs ♐︎
5. Reproductive organs ♏︎
6. Balance ♎︎
7. Kidneys, Solar Plexus ♍︎