Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

The Gospel of Mark
GA 139

22 September 1912, Basel

Translate the original German text into any language:

Achter Vortrag

Achter Vortrag

[ 1 ] Wir wissen, daß im Markus-Evangelium nach dem charakterisierten großen welthistorischen Monologe die sogenannte Verklärung, die Verwandlungsszene folgt. Es ist schon öfter von mir angedeutet worden, daß für die drei Jünger, welche mitgenommen werden nach dem «Berge», auf welchem diese Verwandlungsszene stattfindet, dies eine Art höherer Einweihung ist. Sie sollen gleichsam in diesem Augenblicke noch tiefer hineingeführt werden in die Geheimnisse, die ihnen aufeinanderfolgend übergeben werden zur Leitung und zur Führung der Menschheit. Wir wissen, daß diese Szene — das geht schon aus verschiedenen früheren Darstellungen hervor — eine Reihe von Geheimnissen enthält. Schon das eine deutet in den Evangelien und in den sonstigen okkulten Schriften darauf hin, daß man es mit etwas Geheimnisvollem zu tun hat: wenn von dem «Berge» gesprochen wird. Der Berg als solcher bedeutet immer, wenn es sich um eine okkulte Sache handelt, daß diejenigen, die den Berg hinaufgeführt werden, zu gewissen Geheimnissen des Daseins hingeführt werden. Im MarkusEvangelium empfinden wir das ganz besonders stark aus einem gewissen Grunde, der beim richtigen Lesen des Evangeliums schon auffallen kann. Man muß nur eben das Evangelium richtig lesen.

[ 1 ] Wir wissen, daß im Markus-Evangelium nach dem charakterisierten großen welthistorischen Monologe die sogenannte Verklärung, die Verwandlungsszene folgt. Es ist schon öfter von mir angedeutet worden, daß für die drei Jünger, welche mitgenommen werden nach dem «Berge», auf welchem diese Verwandlungsszene stattfindet, dies eine Art höherer Einweihung ist. Sie sollen gleichsam in diesem Augenblicke noch tiefer hineingeführt werden in die Geheimnisse, die ihnen aufeinanderfolgend übergeben werden zur Leitung und zur Führung der Menschheit. Wir wissen, daß diese Szene — das geht schon aus verschiedenen früheren Darstellungen hervor — eine Reihe von Geheimnissen enthält. Schon das eine deutet in den Evangelien und in den sonstigen okkulten Schriften darauf hin, daß man es mit etwas Geheimnisvollem zu tun hat: wenn von dem «Berge» gesprochen wird. Der Berg als solcher bedeutet immer, wenn es sich um eine okkulte Sache handelt, daß diejenigen, die den Berg hinaufgeführt werden, zu gewissen Geheimnissen des Daseins hingeführt werden. Im MarkusEvangelium empfinden wir das ganz besonders stark aus einem gewissen Grunde, der beim richtigen Lesen des Evangeliums schon auffallen kann. Man muß nur eben das Evangelium richtig lesen.

[ 2 ] Da muß verwiesen werden auf das dritte Kapitel des Markus vom 7. bis 23., 24. Vers, ja, man braucht eigentlich nur bis zum 22. Verse, streng genommen, zu gehen, und man braucht nur mit empfindendem Verständnis zu lesen, so wird einem dabei etwas auffallen. Das ist öfter hervorgehoben worden, daß der Ausdruck «zum Berge geleiten », «zum Berge führen» eine okkulte Bedeutung hat. Aber in dem genannten Kapitel finden wir ein Dreifaches, nicht nur ein Zum-BergeGeleiten, sondern, wenn wir die drei Absätze, die Markus anführt, näher ansehen, so hören wir zuerst in Vers 7: «Und Jesus zog sich mit seinen Jüngern zurück an den See» und so weiter. Wir werden also zuerst zu einer Szene am See geführt. Dann hören wir im 13. Vers: «Und er steigt auf den Berg und ruft zu sich, welche ihm gefielen.» Und als Drittes hören wir in Vers 20/21: «Und er kommt nach Hause. Und wiederum versammelt sich eine Menge, so daß sie nicht einmal Brot essen konnten. Und da es die Seinigen hörten, gingen sie aus, ihn zu greifen; denn, sagten sie, er ist von Sinnen.»

[ 2 ] Da muß verwiesen werden auf das dritte Kapitel des Markus vom 7. bis 23., 24. Vers, ja, man braucht eigentlich nur bis zum 22. Verse, streng genommen, zu gehen, und man braucht nur mit empfindendem Verständnis zu lesen, so wird einem dabei etwas auffallen. Das ist öfter hervorgehoben worden, daß der Ausdruck «zum Berge geleiten », «zum Berge führen» eine okkulte Bedeutung hat. Aber in dem genannten Kapitel finden wir ein Dreifaches, nicht nur ein Zum-BergeGeleiten, sondern, wenn wir die drei Absätze, die Markus anführt, näher ansehen, so hören wir zuerst in Vers 7: «Und Jesus zog sich mit seinen Jüngern zurück an den See» und so weiter. Wir werden also zuerst zu einer Szene am See geführt. Dann hören wir im 13. Vers: «Und er steigt auf den Berg und ruft zu sich, welche ihm gefielen.» Und als Drittes hören wir in Vers 20/21: «Und er kommt nach Hause. Und wiederum versammelt sich eine Menge, so daß sie nicht einmal Brot essen konnten. Und da es die Seinigen hörten, gingen sie aus, ihn zu greifen; denn, sagten sie, er ist von Sinnen.»

[ 3 ] An drei Orte werden wir verwiesen, an den See, an den Berg und an das Haus. So, wie man beim «Berge» meint, daß immer etwas Wichtiges in okkulter Beziehung geschieht, so ist das auch bei den anderen beiden Dingen der Fall. Wenn in okkulten Schriften die Rede ist von «zum See geführt werden» und von «nach Hause geführt werden», ist immer damit auch eine okkulte Bedeutung verknüpft. Daß dies in den Evangelien gemeint ist, können Sie aus einem bestimmten Umstand entnehmen. Erinnern Sie sich, daß nicht nur im Markus-Evangelium, sondern überhaupt in den Evangelien eine besondere Offenbarung, eine besondere Manifestation, gerade mit dem «See» verbunden wird, so, wenn die Jünger über den See hinfahren und der Christus ihnen erscheint, sie ihn zuerst für ein Gespenst halten, dann aber gewahr werden, daß er in Realität an sie herantritt (6, 45-52). Und auch sonst können Sie verfolgen, daß in den Evangelien öfter die Rede ist von einem Ereignis, das am See oder durch den See stattfindet. Auf dem «Berge» ernennt er zuerst die Zwölf, das heißt, er erteilt ihnen die okkulte Sendung. Wir haben es da mit einer okkulten Erziehung zu tun. Auf dem Berge ist es wieder, wo die okkulte Verklärung stattfindet. «Zu Hause», da erklären ihn die Seinigen «von Sinnen», da haben wir das Dritte. Alle drei Dinge von der größten, von der umfänglichsten Bedeutung.

[ 3 ] An drei Orte werden wir verwiesen, an den See, an den Berg und an das Haus. So, wie man beim «Berge» meint, daß immer etwas Wichtiges in okkulter Beziehung geschieht, so ist das auch bei den anderen beiden Dingen der Fall. Wenn in okkulten Schriften die Rede ist von «zum See geführt werden» und von «nach Hause geführt werden», ist immer damit auch eine okkulte Bedeutung verknüpft. Daß dies in den Evangelien gemeint ist, können Sie aus einem bestimmten Umstand entnehmen. Erinnern Sie sich, daß nicht nur im Markus-Evangelium, sondern überhaupt in den Evangelien eine besondere Offenbarung, eine besondere Manifestation, gerade mit dem «See» verbunden wird, so, wenn die Jünger über den See hinfahren und der Christus ihnen erscheint, sie ihn zuerst für ein Gespenst halten, dann aber gewahr werden, daß er in Realität an sie herantritt (6, 45-52). Und auch sonst können Sie verfolgen, daß in den Evangelien öfter die Rede ist von einem Ereignis, das am See oder durch den See stattfindet. Auf dem «Berge» ernennt er zuerst die Zwölf, das heißt, er erteilt ihnen die okkulte Sendung. Wir haben es da mit einer okkulten Erziehung zu tun. Auf dem Berge ist es wieder, wo die okkulte Verklärung stattfindet. «Zu Hause», da erklären ihn die Seinigen «von Sinnen», da haben wir das Dritte. Alle drei Dinge von der größten, von der umfänglichsten Bedeutung.

[ 4 ] Wenn wir verstehen wollen, was in einem solchen Zusammenhange «am See» bedeutet, so müssen wir uns an etwas erinnern, was wir oft klargelegt haben. Wir haben dargestellt, wie unserer nachatlantischen Erdenperiode die sogenannte atlantische Zeit vorangegangen ist, daß in derselben die Luft noch durchzogen war von dichten Nebelmassen, so daß durch das Anschauen der Menschen, weil sie unter veränderten physischen Verhältnissen lebten, auch das Seelenleben ganz anders war, wie sie ja auch das alte Hellsehen in der atlantischen Zeit hatten. Aber das war gebunden an das ganz andersartige Sein des physischen Leibes, an das Eingebettetsein in die Nebelmassen. Von alledem ist etwas wie ein altes Erbstück bei der Menschheit zurückgeblieben. Wenn durch irgend etwas in der nachatlantischen Zeit jemand in okkulte Verhältnisse eingeführt wird, an okkulte Verhältnisse herankommt, wie es bei den Jüngern Jesu der Fall war, so wird er viel empfindender, viel intensiver empfindend für die Umgebung, für die Naturverhältnisse. Man möchte sagen, bei der robusten Art des Naturverhältnisses, wie es heute beim Menschen in der nachatlantischen Zeit ist, kommt es nicht so sehr in Betracht, ob er über das Meer fährt, ob er am See sich aufhält, ob er den Berg hinaufsteigt — wir werden gleich nachher sehen, was das bedeutet — oder ob er bei sich zu Hause ist. Wie die Augen sehen, wie der Verstand denkt, das hängt nicht so sehr davon ab, wo man ist. Aber wenn das feinere Schauen beginnt, wenn man in die spirituellen Weltenverhältnisse hinaufsteigt, dann erweist sich das gewöhnliche Menschenwesen als grob organisiert.

[ 4 ] Wenn wir verstehen wollen, was in einem solchen Zusammenhange «am See» bedeutet, so müssen wir uns an etwas erinnern, was wir oft klargelegt haben. Wir haben dargestellt, wie unserer nachatlantischen Erdenperiode die sogenannte atlantische Zeit vorangegangen ist, daß in derselben die Luft noch durchzogen war von dichten Nebelmassen, so daß durch das Anschauen der Menschen, weil sie unter veränderten physischen Verhältnissen lebten, auch das Seelenleben ganz anders war, wie sie ja auch das alte Hellsehen in der atlantischen Zeit hatten. Aber das war gebunden an das ganz andersartige Sein des physischen Leibes, an das Eingebettetsein in die Nebelmassen. Von alledem ist etwas wie ein altes Erbstück bei der Menschheit zurückgeblieben. Wenn durch irgend etwas in der nachatlantischen Zeit jemand in okkulte Verhältnisse eingeführt wird, an okkulte Verhältnisse herankommt, wie es bei den Jüngern Jesu der Fall war, so wird er viel empfindender, viel intensiver empfindend für die Umgebung, für die Naturverhältnisse. Man möchte sagen, bei der robusten Art des Naturverhältnisses, wie es heute beim Menschen in der nachatlantischen Zeit ist, kommt es nicht so sehr in Betracht, ob er über das Meer fährt, ob er am See sich aufhält, ob er den Berg hinaufsteigt — wir werden gleich nachher sehen, was das bedeutet — oder ob er bei sich zu Hause ist. Wie die Augen sehen, wie der Verstand denkt, das hängt nicht so sehr davon ab, wo man ist. Aber wenn das feinere Schauen beginnt, wenn man in die spirituellen Weltenverhältnisse hinaufsteigt, dann erweist sich das gewöhnliche Menschenwesen als grob organisiert.

[ 5 ] Wenn der Mensch in Zeiten, in welchen das hellseherische Bewußtsein beginnt, über das Meer fährt, wo die Verhältnisse ganz andere sind, auch wenn er an der Küste lebt, so ist das hellsichtige Bewußtsein für etwas ganz anderes gestimmt als in der Ebene. In der Ebene ist sozusagen die größte Anstrengung notwendig, um überhaupt die hellsichtigen Kräfte herauszubringen. Die See läßt leichter die hellsichtigen Kräfte herausbringen, aber nur jene Kräfte, die sich auf etwas ganz Bestimmtes beziehen, nicht auf alles. Denn es ist wieder ein Unterschied, ob das hellseherische Bewußtsein sich in der Ebene betätigt oder ob es den Berg hinansteigt. Auf den Höhen ist das hellseherische sensitive Bewußtsein wieder für etwas anderes gestimmt als in der Ebene. Und was sich ergibt in bezug auf das, wofür das hellseherische Bewußtsein gestimmt ist am See oder oben am Berg, das ist etwas sehr voneinander Verschiedenes.

[ 5 ] Wenn der Mensch in Zeiten, in welchen das hellseherische Bewußtsein beginnt, über das Meer fährt, wo die Verhältnisse ganz andere sind, auch wenn er an der Küste lebt, so ist das hellsichtige Bewußtsein für etwas ganz anderes gestimmt als in der Ebene. In der Ebene ist sozusagen die größte Anstrengung notwendig, um überhaupt die hellsichtigen Kräfte herauszubringen. Die See läßt leichter die hellsichtigen Kräfte herausbringen, aber nur jene Kräfte, die sich auf etwas ganz Bestimmtes beziehen, nicht auf alles. Denn es ist wieder ein Unterschied, ob das hellseherische Bewußtsein sich in der Ebene betätigt oder ob es den Berg hinansteigt. Auf den Höhen ist das hellseherische sensitive Bewußtsein wieder für etwas anderes gestimmt als in der Ebene. Und was sich ergibt in bezug auf das, wofür das hellseherische Bewußtsein gestimmt ist am See oder oben am Berg, das ist etwas sehr voneinander Verschiedenes.

[ 6 ] An dem See — es kann das natürlich ersetzt werden auch in der Stadt, aber nur mit großen Kräften; was jetzt gesagt wird, ist besonders für das gültig, was mehr oder weniger von selbst kommt —, am Wasser, in den Nebelmassen ist das hellsichtige Bewußtsein besonders gestimmt, Imaginationen, alles Imaginative zu empfinden und das anzuwenden, was es schon erreicht hat.

[ 6 ] An dem See — es kann das natürlich ersetzt werden auch in der Stadt, aber nur mit großen Kräften; was jetzt gesagt wird, ist besonders für das gültig, was mehr oder weniger von selbst kommt —, am Wasser, in den Nebelmassen ist das hellsichtige Bewußtsein besonders gestimmt, Imaginationen, alles Imaginative zu empfinden und das anzuwenden, was es schon erreicht hat.

[ 7 ] Auf dem Berge, bei der verdünnten Luft, bei dem andersartigen Verhältnis der Verteilung von Sauerstoff und Stickstoff ist das hellsichtige Bewußtsein mehr dafür gestimmt, Inspirationen durchzumachen, Neues an hellseherischen Kräften entstehen zu lassen. Daher ist der Ausdruck «den Berg hinansteigen» nicht bloß symbolisch gemeint, sondern die Bergverhältnisse begünstigen die Möglichkeit, neue okkulte Kräfte in sich auszubilden. Und der Ausdruck «an den See gehen » ist auch nicht bloß symbolisch gemeint, sondern er ist gerade deshalb gewählt, weil das Mit-dem-See-in-Berührung-Kommen das imaginative Schauen, das Anwenden der okkulten Kräfte begünstigt.

[ 7 ] Auf dem Berge, bei der verdünnten Luft, bei dem andersartigen Verhältnis der Verteilung von Sauerstoff und Stickstoff ist das hellsichtige Bewußtsein mehr dafür gestimmt, Inspirationen durchzumachen, Neues an hellseherischen Kräften entstehen zu lassen. Daher ist der Ausdruck «den Berg hinansteigen» nicht bloß symbolisch gemeint, sondern die Bergverhältnisse begünstigen die Möglichkeit, neue okkulte Kräfte in sich auszubilden. Und der Ausdruck «an den See gehen » ist auch nicht bloß symbolisch gemeint, sondern er ist gerade deshalb gewählt, weil das Mit-dem-See-in-Berührung-Kommen das imaginative Schauen, das Anwenden der okkulten Kräfte begünstigt.

[ 8 ] Und am schwersten haben es die okkulten Kräfte, wenn man bei sich ist, in seinem eigenen Hause, gleichgültig, ob man schließlich allein zu Hause ist oder ob die Angehörigen dabei sind. Denn während es bei einem Menschen, der längere Zeit am See gelebt hat, verhältnismäßig leicht ist — wenn alles dabei stimmt — zu glauben, daß er durch den Schleier der Körperlichkeit Imaginationen hat, und während es leichter ist bei einem Menschen, der in den Bergen lebt, daran zu glauben, daß er höher hinaufsteigt, so hat man bei einem Menschen, der zu Hause ist, bloß das Gefühl, daß er außer seinem Leibe ist, daß er «von Sinnen » ist. Nicht daß er die okkulten Kräfte nicht entwickeln könnte, aber es stimmt nicht so zu der Umgebung, es scheint in bezug auf die Umgebung nicht so natürlich wie in den entsprechenden anderen Fällen, am See oder auf dem Berge.

[ 8 ] Und am schwersten haben es die okkulten Kräfte, wenn man bei sich ist, in seinem eigenen Hause, gleichgültig, ob man schließlich allein zu Hause ist oder ob die Angehörigen dabei sind. Denn während es bei einem Menschen, der längere Zeit am See gelebt hat, verhältnismäßig leicht ist — wenn alles dabei stimmt — zu glauben, daß er durch den Schleier der Körperlichkeit Imaginationen hat, und während es leichter ist bei einem Menschen, der in den Bergen lebt, daran zu glauben, daß er höher hinaufsteigt, so hat man bei einem Menschen, der zu Hause ist, bloß das Gefühl, daß er außer seinem Leibe ist, daß er «von Sinnen » ist. Nicht daß er die okkulten Kräfte nicht entwickeln könnte, aber es stimmt nicht so zu der Umgebung, es scheint in bezug auf die Umgebung nicht so natürlich wie in den entsprechenden anderen Fällen, am See oder auf dem Berge.

[ 9 ] Daher hat es einen ungeheuer tiefen Sinn und ist ganz von den okkulten Naturverhältnissen hergenommen, daß das Evangelium genau einhält, was jetzt beschrieben worden ist. Ganz sachgemäß okkultistisch hält das Evangelium das ein. So werden wir immer das Folgende sehen. Es werden schon bestimmte Kräfte angewendet, so, wenn Heilkräfte oder Schaukräfte entfaltet werden, wenn gesprochen wird vom «am See sein», wenn davon die Rede ist, daß ein Ereignis an den See verlegt wird. Daher erscheint der Christus Jesus den Seinigen an dem See in der Imagination, nur daß er real in dem ganzen Ereignis darin steckt, weil er sich exteriorisieren kann. Die Jünger sehen ihn, dennoch aber haben sie ihn nicht im physischen Leibe vor sich. Aber weil der Ortsunterschied bei einem solchen Erlebnis nichts bedeutet, deshalb ist er zugleich «bei ihnen», am See. — Und aus diesem Grunde wird da, wo von einem Fortentwickeln der Seelenkräfte der Apostel die Rede ist, vom Berge gesprochen. Deshalb wird auch bei der Ernennung der Zwölf, wo er sozusagen ihre Seelen dazu bestimmt, den Gruppengeist des Elias aufzunehmen, vom Berge gesprochen. Und wo sich der Christus in seiner ganzen welthistorischen und kosmischen Erscheinung zeigen will, wird wieder vom Berge gesprochen. Die Verklärung findet also wieder auf dem Berge statt.

[ 9 ] Daher hat es einen ungeheuer tiefen Sinn und ist ganz von den okkulten Naturverhältnissen hergenommen, daß das Evangelium genau einhält, was jetzt beschrieben worden ist. Ganz sachgemäß okkultistisch hält das Evangelium das ein. So werden wir immer das Folgende sehen. Es werden schon bestimmte Kräfte angewendet, so, wenn Heilkräfte oder Schaukräfte entfaltet werden, wenn gesprochen wird vom «am See sein», wenn davon die Rede ist, daß ein Ereignis an den See verlegt wird. Daher erscheint der Christus Jesus den Seinigen an dem See in der Imagination, nur daß er real in dem ganzen Ereignis darin steckt, weil er sich exteriorisieren kann. Die Jünger sehen ihn, dennoch aber haben sie ihn nicht im physischen Leibe vor sich. Aber weil der Ortsunterschied bei einem solchen Erlebnis nichts bedeutet, deshalb ist er zugleich «bei ihnen», am See. — Und aus diesem Grunde wird da, wo von einem Fortentwickeln der Seelenkräfte der Apostel die Rede ist, vom Berge gesprochen. Deshalb wird auch bei der Ernennung der Zwölf, wo er sozusagen ihre Seelen dazu bestimmt, den Gruppengeist des Elias aufzunehmen, vom Berge gesprochen. Und wo sich der Christus in seiner ganzen welthistorischen und kosmischen Erscheinung zeigen will, wird wieder vom Berge gesprochen. Die Verklärung findet also wieder auf dem Berge statt.

[ 10 ] Nun müssen wir gerade von diesem Gesichtspunkte aus jetzt die Verklärungsszene ins Auge fassen. Es erweisen sich als fähig, in die tieferen Geheimnisse des Mysteriums von Golgatha eingeführt zu werden, die drei Jünger Petrus, Jakobus und Johannes. Und es erscheinen den hellseherischen Augen, die diesen Dreien geöffnet werden, verklärt, das heißt in ihrer spirituellen Wesenheit, Elias auf der einen Seite, Moses auf der anderen Seite, der Christus Jesus selber in der Mitte, aber jetzt in der Gestalt — das wird im Evangelium imaginativ angedeutet —, durch die er erkannt werden kann in seiner spirituellen Wesenheit. Das wird hinlänglich auch im Markus-Evangelium angedeutet.

[ 10 ] Nun müssen wir gerade von diesem Gesichtspunkte aus jetzt die Verklärungsszene ins Auge fassen. Es erweisen sich als fähig, in die tieferen Geheimnisse des Mysteriums von Golgatha eingeführt zu werden, die drei Jünger Petrus, Jakobus und Johannes. Und es erscheinen den hellseherischen Augen, die diesen Dreien geöffnet werden, verklärt, das heißt in ihrer spirituellen Wesenheit, Elias auf der einen Seite, Moses auf der anderen Seite, der Christus Jesus selber in der Mitte, aber jetzt in der Gestalt — das wird im Evangelium imaginativ angedeutet —, durch die er erkannt werden kann in seiner spirituellen Wesenheit. Das wird hinlänglich auch im Markus-Evangelium angedeutet.

«Und er ward vor ihnen verwandelt.

Und seine Kleider wurden glänzend weiß, so hell, wie kein Walker auf Erden bleichen kann.

Und es erschien ihnen Elias mit Moses, und sie unterredeten sich mit Jesus.» (9, 2-4.)

«Und er ward vor ihnen verwandelt.

Und seine Kleider wurden glänzend weiß, so hell, wie kein Walker auf Erden bleichen kann.

Und es erschien ihnen Elias mit Moses, und sie unterredeten sich mit Jesus.» (9, 2-4.)

[ 11 ] Nach dem großen Monologe des Gottes eine Unterredung, eine Unterredung zu dreien. Welch wunderbarer dramatischer Fortgang! Die Evangelien sind überall voll von solchen künstlerischen Kompositionen. Komponiert sind diese Evangelien schon großartig. Nachdem wir zuvor den Monolog des Gottes vernommen haben, nachher eine Unterredung zu dritt. Und welche Unterredung! Zunächst sehen wir Elias und Moses zu beiden Seiten des Christus Jesus. Was wird uns mit Elias und Moses angedeutet?

[ 11 ] Nach dem großen Monologe des Gottes eine Unterredung, eine Unterredung zu dreien. Welch wunderbarer dramatischer Fortgang! Die Evangelien sind überall voll von solchen künstlerischen Kompositionen. Komponiert sind diese Evangelien schon großartig. Nachdem wir zuvor den Monolog des Gottes vernommen haben, nachher eine Unterredung zu dritt. Und welche Unterredung! Zunächst sehen wir Elias und Moses zu beiden Seiten des Christus Jesus. Was wird uns mit Elias und Moses angedeutet?

[ 12 ] Die Gestalt des Moses ist Ihnen ja hinlänglich bekannt, auch von jener okkulten Seite her, von der sie öfter beleuchtet worden ist. Wir wissen, daß von der weltgeschichtlichen Weisheit der Übergang gewählt worden ist aus uralten Zeiten zu der Zeit des Mysteriums von Golgatha hin auf dem Umwege durch Moses. Wir wissen aus den Betrachtungen über das Lukas-Evangelium, daß in derjenigen Jesusgestalt, von welcher das Matthäus-Evangelium besonders spricht, eigentlich zunächst in dem Knaben Jesus der wiederinkarnierte Zarathustra zu sehen ist. Wir wissen aber auch, daß dieser Zarathustra in bezug auf das, was an ihm und in ihm war, dafür sorgte, daß dieses sein späteres Erscheinen vorbereitet wurde. Ich habe öfter erwähnt, wie der Ätherleib des Zarathustra durch besondere okkulte Vorgänge von ihm abgegeben worden ist und dann übergegangen ist an Moses, so daß in Moses die Kräfte des Ätherleibes des Zarathustra gewirkt haben. So haben wir gleichsam, indem Elias und Moses hingestellt werden neben den Christus Jesus, in Moses die Kräfte, die überleiten von den Urformen der Kultur zu dem, was in dem Christus Jesus und in dem Mysterium von Golgatha der Menschheit gegeben werden sollte.

[ 12 ] Die Gestalt des Moses ist Ihnen ja hinlänglich bekannt, auch von jener okkulten Seite her, von der sie öfter beleuchtet worden ist. Wir wissen, daß von der weltgeschichtlichen Weisheit der Übergang gewählt worden ist aus uralten Zeiten zu der Zeit des Mysteriums von Golgatha hin auf dem Umwege durch Moses. Wir wissen aus den Betrachtungen über das Lukas-Evangelium, daß in derjenigen Jesusgestalt, von welcher das Matthäus-Evangelium besonders spricht, eigentlich zunächst in dem Knaben Jesus der wiederinkarnierte Zarathustra zu sehen ist. Wir wissen aber auch, daß dieser Zarathustra in bezug auf das, was an ihm und in ihm war, dafür sorgte, daß dieses sein späteres Erscheinen vorbereitet wurde. Ich habe öfter erwähnt, wie der Ätherleib des Zarathustra durch besondere okkulte Vorgänge von ihm abgegeben worden ist und dann übergegangen ist an Moses, so daß in Moses die Kräfte des Ätherleibes des Zarathustra gewirkt haben. So haben wir gleichsam, indem Elias und Moses hingestellt werden neben den Christus Jesus, in Moses die Kräfte, die überleiten von den Urformen der Kultur zu dem, was in dem Christus Jesus und in dem Mysterium von Golgatha der Menschheit gegeben werden sollte.

[ 13 ] Aber auch in anderer Form haben wir in Moses eine Übergangsgestalt. Wir wissen, daß Moses nicht nur den Ätherleib des Zarathustra in sich hatte, durch den er in sich trägt auch die Zarathustra-Weisheit, die dann in ihm zum Vorschein kommen kann, sondern wir wissen, daß Moses in einer gewissen Weise auch in die Geheimnisse der anderen Völker eingeweiht wird. Eine besondere Einweihungsszene haben wir zu sehen in der Begegnung mit dem midianitischen Priester Jethro. Wir haben sie auch besprochen. Sie findet sich im Alten Testament (2. Mose 2, 16-21). Deutlich ist darin angedeutet, wie Moses zu diesem einsamen Priester kommt und nicht nur die Initiationsgeheimnisse des Judentums kennenlernt, sondern auch der anderen Völker, und sie hereinträgt in seine Wesenheit, die noch die besondere Stärkung erfahren hat, daß sie den Ätherleib des Zarathustra in sich trägt. So sind durch Moses in das jüdische Volk die Initiationsgeheimnisse der ganzen umliegenden Welt hineingekommen, so daß er gleichsam auf einer untergeordneten Stufe vorbereitet hat, was durch den Christus Jesus geschehen sollte. Das war die eine Strömung, die hinleiten sollte zu dem Mysterium von Golgatha.

[ 13 ] Aber auch in anderer Form haben wir in Moses eine Übergangsgestalt. Wir wissen, daß Moses nicht nur den Ätherleib des Zarathustra in sich hatte, durch den er in sich trägt auch die Zarathustra-Weisheit, die dann in ihm zum Vorschein kommen kann, sondern wir wissen, daß Moses in einer gewissen Weise auch in die Geheimnisse der anderen Völker eingeweiht wird. Eine besondere Einweihungsszene haben wir zu sehen in der Begegnung mit dem midianitischen Priester Jethro. Wir haben sie auch besprochen. Sie findet sich im Alten Testament (2. Mose 2, 16-21). Deutlich ist darin angedeutet, wie Moses zu diesem einsamen Priester kommt und nicht nur die Initiationsgeheimnisse des Judentums kennenlernt, sondern auch der anderen Völker, und sie hereinträgt in seine Wesenheit, die noch die besondere Stärkung erfahren hat, daß sie den Ätherleib des Zarathustra in sich trägt. So sind durch Moses in das jüdische Volk die Initiationsgeheimnisse der ganzen umliegenden Welt hineingekommen, so daß er gleichsam auf einer untergeordneten Stufe vorbereitet hat, was durch den Christus Jesus geschehen sollte. Das war die eine Strömung, die hinleiten sollte zu dem Mysterium von Golgatha.

[ 14 ] Die andere Strömung war die, welche herkam von dem, was auch schon angedeutet ist, von dem, was nunmehr auf naturgemäße Weise, auf natürliche Weise, in dem jüdischen Volke als Volk selber lebte. Moses war der, welcher zu dem Strom, der hinunterfloß durch die Generationen von Abraham, Isaak und Jakob, das andere schon hat hinzuströmen lassen, was in der Welt war, so weit es zu seiner Zeitmöglich war. Aber es sollte dabei immer gewahrt bleiben, was so eng verbunden war mit der Natur des althebräischen Volkes. Wozu war dieses Volk ausersehen? Dazu, die Vorbereitung zu bilden für jene Zeit, die wir versuchten, in der Anschauung vor unsere Seele treten zu lassen, indem wir zum Beispiel auf das Griechentum und gestern noch einmal auf Empedokles hingewiesen haben. Wir haben dadurch hingewiesen auf jene Zeit, wo den Menschen die alten hellseherischen Fähigkeiten entschwinden, wo ihnen verlorengeht das Hineinschauen in die spirituelle Welt und wo herauskommt die Urteilskraft, die dem Ich eigen ist, wo herauskommt das auf sich selber angewiesene Ich.

[ 14 ] Die andere Strömung war die, welche herkam von dem, was auch schon angedeutet ist, von dem, was nunmehr auf naturgemäße Weise, auf natürliche Weise, in dem jüdischen Volke als Volk selber lebte. Moses war der, welcher zu dem Strom, der hinunterfloß durch die Generationen von Abraham, Isaak und Jakob, das andere schon hat hinzuströmen lassen, was in der Welt war, so weit es zu seiner Zeitmöglich war. Aber es sollte dabei immer gewahrt bleiben, was so eng verbunden war mit der Natur des althebräischen Volkes. Wozu war dieses Volk ausersehen? Dazu, die Vorbereitung zu bilden für jene Zeit, die wir versuchten, in der Anschauung vor unsere Seele treten zu lassen, indem wir zum Beispiel auf das Griechentum und gestern noch einmal auf Empedokles hingewiesen haben. Wir haben dadurch hingewiesen auf jene Zeit, wo den Menschen die alten hellseherischen Fähigkeiten entschwinden, wo ihnen verlorengeht das Hineinschauen in die spirituelle Welt und wo herauskommt die Urteilskraft, die dem Ich eigen ist, wo herauskommt das auf sich selber angewiesene Ich.

[ 15 ] Diesem Ich das zuzuführen, was aus der natürlichen Wesenheit des Menschen durch die Blutsorganisation des Menschen dem Ich zugeführt werden kann, dazu war das althebräische Volk ausersehen. Es sollte sich in diesem Volke einfach alles das ausleben, was durch die physische Organisation des Menschenwesens sich ausleben kann. An die physische Organisation des Menschen ist ja gebunden die Intellektualität. Entnommen werden sollte der physischen Organisation des althebräischen Volkes dasjenige, was eben die Fähigkeiten des Menschen, die an die Intellektualität gebunden sind, speisen konnte. Die anderen Völker hatten sozusagen hereinleuchten zu lassen in die irdische Organisation das, was durch die Initiation, also von außen, hereinkommen konnte. Was aufsteigen konnte durch die eigene menschliche Natur aus dem Blutszusammenhange, das sollte aufsteigen aus dem Zusammenhange des althebräischen Volkes. Daher wird so streng darauf gehalten, daß der Blutszusammenhang ein kontinuierlicher ist und daß jeder in sich trägt die Fähigkeiten, die seit Abraham, Isaak und Jakob durch das Blut hindurchflossen. Das Ich ist an das Blut gebunden und sollte durch das Blut des althebräischen Volkes seiner Organisation zugeführt werden, und das konnte nur durch die Vererbung geschehen.

[ 15 ] Diesem Ich das zuzuführen, was aus der natürlichen Wesenheit des Menschen durch die Blutsorganisation des Menschen dem Ich zugeführt werden kann, dazu war das althebräische Volk ausersehen. Es sollte sich in diesem Volke einfach alles das ausleben, was durch die physische Organisation des Menschenwesens sich ausleben kann. An die physische Organisation des Menschen ist ja gebunden die Intellektualität. Entnommen werden sollte der physischen Organisation des althebräischen Volkes dasjenige, was eben die Fähigkeiten des Menschen, die an die Intellektualität gebunden sind, speisen konnte. Die anderen Völker hatten sozusagen hereinleuchten zu lassen in die irdische Organisation das, was durch die Initiation, also von außen, hereinkommen konnte. Was aufsteigen konnte durch die eigene menschliche Natur aus dem Blutszusammenhange, das sollte aufsteigen aus dem Zusammenhange des althebräischen Volkes. Daher wird so streng darauf gehalten, daß der Blutszusammenhang ein kontinuierlicher ist und daß jeder in sich trägt die Fähigkeiten, die seit Abraham, Isaak und Jakob durch das Blut hindurchflossen. Das Ich ist an das Blut gebunden und sollte durch das Blut des althebräischen Volkes seiner Organisation zugeführt werden, und das konnte nur durch die Vererbung geschehen.

[ 16 ] Ich habe schon darauf hingedeutet — was in dem Alten Testament mit der Opferung und mit der Verhinderung der Opferung des Isaak durch Abraham angedeutet ist —, daß dieses Volk gerade von der Gottheit ausersehen war, der Menschheit gegeben zu werden, und daß damit das äußere physische Gefäß für die Ichheit der Menschheit gegeben wird. Daß dieses physische Gefäß mit dem alten jüdischen Volke der Menschheit von dem Gotte gegeben ist, das wird dadurch angedeutet, daß Abraham seinen Sohn opfern will. Mit Isaak hätte aber Abraham jene Organisation hingeopfert, welche der Menschheit die physische Grundlage für die Intellektualität und damit für die Ichheit geben sollte. Er bekommt ihn zurück — und damit die ganze Organisation, von dem Gotte geschenkt, zurück. Das ist das Grandiose in dieser Rückgabe des Isaak. (1.Mose 22, 1-19.) Damit ist aber auch angedeutet, daß auf der einen Seite die spirituelle Strömung liegt, die uns in der Verklärungsszene in Moses imaginiert wird, alles das, was nun gerade durch das Instrument des jüdischen Volkes heranströmen soll zu der Tat des Mysteriums von Golgatha. Was wird uns in Elias imaginiert? Es wird da getreulich in Zusammenhang gebracht, wie die Gesamtheit der Gottesoffenbarung, die im jüdischen Volke lebt, sich vereint mit dem, was durch das Mysterium von Golgatha geschieht. Es wird im 4. Buch Mose im 25. Kapitel dargestellt, wie Israel zum Götzendienst verführt wird, aber durch einen Mann gerettet wird. Durch die Entschlossenheit eines Mannes geschieht es, daß die Israeliten, das althebräische Volk, nicht völlig damalszum Götzendienstgetrieben werden. Weristdieser Mann ?Er ist derjenige, vondemunsin diesem 4.Buch Mose erzählt wird, daß er die Kraft hatte, hinzutreten vor das althebräische Volk, das dem Götzendienst der umliegenden Völker zu verfallen drohte, und einzutreten für den Gott, der durch Moses geoffenbart worden ist; eine starke Seele. Dieses Eintreten für den Gott wird gewöhnlich in der deutschen Sprache übersetzt mit «eifern»; es ist aber dieses Eifern nicht im schlimmen Sinne gedacht, sondern es heißt einfach «sich kraftvoll einsetzen». Da lesen wir 4. Mose 25, 10-12:

[ 16 ] Ich habe schon darauf hingedeutet — was in dem Alten Testament mit der Opferung und mit der Verhinderung der Opferung des Isaak durch Abraham angedeutet ist —, daß dieses Volk gerade von der Gottheit ausersehen war, der Menschheit gegeben zu werden, und daß damit das äußere physische Gefäß für die Ichheit der Menschheit gegeben wird. Daß dieses physische Gefäß mit dem alten jüdischen Volke der Menschheit von dem Gotte gegeben ist, das wird dadurch angedeutet, daß Abraham seinen Sohn opfern will. Mit Isaak hätte aber Abraham jene Organisation hingeopfert, welche der Menschheit die physische Grundlage für die Intellektualität und damit für die Ichheit geben sollte. Er bekommt ihn zurück — und damit die ganze Organisation, von dem Gotte geschenkt, zurück. Das ist das Grandiose in dieser Rückgabe des Isaak. (1.Mose 22, 1-19.) Damit ist aber auch angedeutet, daß auf der einen Seite die spirituelle Strömung liegt, die uns in der Verklärungsszene in Moses imaginiert wird, alles das, was nun gerade durch das Instrument des jüdischen Volkes heranströmen soll zu der Tat des Mysteriums von Golgatha. Was wird uns in Elias imaginiert? Es wird da getreulich in Zusammenhang gebracht, wie die Gesamtheit der Gottesoffenbarung, die im jüdischen Volke lebt, sich vereint mit dem, was durch das Mysterium von Golgatha geschieht. Es wird im 4. Buch Mose im 25. Kapitel dargestellt, wie Israel zum Götzendienst verführt wird, aber durch einen Mann gerettet wird. Durch die Entschlossenheit eines Mannes geschieht es, daß die Israeliten, das althebräische Volk, nicht völlig damalszum Götzendienstgetrieben werden. Weristdieser Mann ?Er ist derjenige, vondemunsin diesem 4.Buch Mose erzählt wird, daß er die Kraft hatte, hinzutreten vor das althebräische Volk, das dem Götzendienst der umliegenden Völker zu verfallen drohte, und einzutreten für den Gott, der durch Moses geoffenbart worden ist; eine starke Seele. Dieses Eintreten für den Gott wird gewöhnlich in der deutschen Sprache übersetzt mit «eifern»; es ist aber dieses Eifern nicht im schlimmen Sinne gedacht, sondern es heißt einfach «sich kraftvoll einsetzen». Da lesen wir 4. Mose 25, 10-12:

«Und der Herr redete mit Moses und sprach: Pinehas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, des Priesters, hat meinen Grimm von den Kindern Israel gewendet durch seinen Eifer um mich, daß ich nicht in meinem Eifer die Kinder Israel vertilgte.

Darum sage: Siehe, ich gebe ihm meinen Bund des Friedens.»

«Und der Herr redete mit Moses und sprach: Pinehas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, des Priesters, hat meinen Grimm von den Kindern Israel gewendet durch seinen Eifer um mich, daß ich nicht in meinem Eifer die Kinder Israel vertilgte.

Darum sage: Siehe, ich gebe ihm meinen Bund des Friedens.»

[ 17 ] Das sprach Jahve zu Moses. Wir haben auch nach der althebräischen Geheimlehre gerade in dieser Stelle etwas außerordentlich Bedeutsames zu sehen. Und die neuere okkulte Forschung bestätigt das. Wir wissen, daß von Aaron heruntergeht die Reihenfolge derjenigen, welche das Hohepriestertum des alten Israel darstellen, in denen also fortlebt die Essenz dessen, was durch das jüdische Volk der Menschheit gegeben war. An der Stelle der Weltgeschichte, auf die dort hingedeutet wurde, wird auch nach der althebräischen Geheimlehre und nach der neueren okkulten Forschung auf nichts Geringeres hingedeutet, als daß Jahve dem Moses mitteilte, daß er in Pinchas, dem Sohn des Eleasar, dem Sohn des Aaron, also in dem Enkel des Aaron, einen besonderen Priester, der für ihn eintritt, der mit ihm verbunden ist, dem althebräischen Volke übergibt. Und diese Geheimlehre und die neuere okkulte Forschung sagen da, daß in des Pinehas Leibe dieselbe Seele lebte, die später in Elias vorhanden war. Damit haben wir eine fortlaufende Linie, die wir ja für gewisse Punkte schon bezeichnet haben. In dem Enkel des Aaron haben wir die Seele, auf die es uns ankommt; da wirkt sie, in Pinehas. Wir haben sie dann wieder in Elias-Naboth, dann in Johannes dem Täufer, und wir wissen ja, wie sie darnach ihren weiteren Weg durch die Menschheitsevolution macht. — Diese Seele wird uns imaginiert auf der einen Seite, auf der anderen Seite die Seele des Moses selber.

[ 17 ] Das sprach Jahve zu Moses. Wir haben auch nach der althebräischen Geheimlehre gerade in dieser Stelle etwas außerordentlich Bedeutsames zu sehen. Und die neuere okkulte Forschung bestätigt das. Wir wissen, daß von Aaron heruntergeht die Reihenfolge derjenigen, welche das Hohepriestertum des alten Israel darstellen, in denen also fortlebt die Essenz dessen, was durch das jüdische Volk der Menschheit gegeben war. An der Stelle der Weltgeschichte, auf die dort hingedeutet wurde, wird auch nach der althebräischen Geheimlehre und nach der neueren okkulten Forschung auf nichts Geringeres hingedeutet, als daß Jahve dem Moses mitteilte, daß er in Pinchas, dem Sohn des Eleasar, dem Sohn des Aaron, also in dem Enkel des Aaron, einen besonderen Priester, der für ihn eintritt, der mit ihm verbunden ist, dem althebräischen Volke übergibt. Und diese Geheimlehre und die neuere okkulte Forschung sagen da, daß in des Pinehas Leibe dieselbe Seele lebte, die später in Elias vorhanden war. Damit haben wir eine fortlaufende Linie, die wir ja für gewisse Punkte schon bezeichnet haben. In dem Enkel des Aaron haben wir die Seele, auf die es uns ankommt; da wirkt sie, in Pinehas. Wir haben sie dann wieder in Elias-Naboth, dann in Johannes dem Täufer, und wir wissen ja, wie sie darnach ihren weiteren Weg durch die Menschheitsevolution macht. — Diese Seele wird uns imaginiert auf der einen Seite, auf der anderen Seite die Seele des Moses selber.

[ 18 ] So haben wir bei der Verklärung, beider Verwandlung auf dem Berge wahrhaftig das vor uns, was da zusammenströmt. Es strömt die Spiritualität der ganzen Erdenentwickelung zusammen, das, was durch das jüdische Blut heraufströmt in seiner Essenz im Levitentum. Denn cs steht die Seele des Pinchas, des Sohnes Eleasars, des Sohnes Aarons vor uns, es steht Moses vor uns, und es steht der Vollbringer des Mysteriums von Golgatha vor uns. Wie die Kräfte, wie die spirituellen Strömungen zusammenflossen, das sollte in imaginativer Erkenntnis vor die drei einzuweihenden Jünger Petrus, Jakobus und Johannes treten. Und wenn gestern von mir versucht worden ist, etwas darzustellen wie einen Ruf, der gleichsam von Griechenland hinübertönt nach Palästina, und den Ruf, der als Antwort zurücktönt, so ist das doch etwas mehr noch gewesen wie eine bloße, eine bildliche Ausmalung der Tatsachen. Es sollte vorbereiten auf das große welthistorische Gespräch, das nun wirklich stattgefunden hat. Die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes sollten eingeweiht werden in dasjenige, was diese drei Seelen, von denen die eine dem alttestamentlichen Volke angehört, die andere vieles in sich trägt, wie wir dies von der Moses-Seele wissen, während die dritte als kosmische Gottheit sich mit der Erde verbindet, zusammen zu konferieren hatten. Das sollten die Jünger schauen. Wir wissen, daß es nicht sogleich in ihr Herz einziehen konnte, daß sie nicht sogleich die Sätze verstanden. Aber so geht es mit vielem, was man auf okkultem Felde erlebt. Man erlebt es imaginativ, versteht es nicht und lernt es oft erst in den folgenden Inkarnationen verstehen, versteht es dann aber um so besser, je mehr sich unser eigenes Verständnis demjenigen anpaßt, was man zuerst geschaut hat. Aber fühlen können wir: oben die drei Weltenmächte auf dem Berge, unten die Drei, die eingeweiht werden sollen in diese großen kosmischen Geheimnisse. Aus all diesen Dingen darf sich für unsere Seele die Empfindung ergeben, wie das Evangelium, wenn wir es richtig verstehen, wenn wir namentlich auch die dramatischen Steigerungen, die künstlerische Komposition, die überall ein Ausdruck von okkulten Tatsachen ist, richtig auf uns wirken lassen, doch hinweist auf den großen Umschwung, der zur Zeit des Mysteriums von Golgatha eingetreten ist. Das Evangelium spricht, wenn es durch die okkulte Forschung erklärt werden kann, eine recht, recht deutliche Sprache. Und es wird sich darum handeln, daß die Menschen immer mehr und mehr verstehen lernen, daß man bei den einzelnen Punkten des Evangeliums wirklich immer wissen muß, worauf es ankommt, was gerade besonders an der einen oder anderen Stelle wichtig ist; dann trifft man erst den Punkt, der für das eine oder andere Gleichnis, für die eine oder andere Erzählung der besonders wichtige ist. Es ist kurios, daß gegenüber den wichtigsten Dingen der Evangelien die gebräuchlichen theologischen oder philosophischen Erklärungen immer eigentlich von dem merkwürdigen Gesichtspunkte ausgehen, von dem ein Mensch ausgehen würde, der das Pferd nicht so vor den Wagen stellt, wie man gewöhnlich die Pferde vor den Wagen stellt, sondern umgekehrt, was man in der trivialen Sprache nennt «das Pferd beim Schwanz aufzäumen ». Das findet in der Tat bei vielen Erklärern und Kommentatoren statt; man merkt nicht, worauf es ankommt.

[ 18 ] So haben wir bei der Verklärung, beider Verwandlung auf dem Berge wahrhaftig das vor uns, was da zusammenströmt. Es strömt die Spiritualität der ganzen Erdenentwickelung zusammen, das, was durch das jüdische Blut heraufströmt in seiner Essenz im Levitentum. Denn cs steht die Seele des Pinchas, des Sohnes Eleasars, des Sohnes Aarons vor uns, es steht Moses vor uns, und es steht der Vollbringer des Mysteriums von Golgatha vor uns. Wie die Kräfte, wie die spirituellen Strömungen zusammenflossen, das sollte in imaginativer Erkenntnis vor die drei einzuweihenden Jünger Petrus, Jakobus und Johannes treten. Und wenn gestern von mir versucht worden ist, etwas darzustellen wie einen Ruf, der gleichsam von Griechenland hinübertönt nach Palästina, und den Ruf, der als Antwort zurücktönt, so ist das doch etwas mehr noch gewesen wie eine bloße, eine bildliche Ausmalung der Tatsachen. Es sollte vorbereiten auf das große welthistorische Gespräch, das nun wirklich stattgefunden hat. Die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes sollten eingeweiht werden in dasjenige, was diese drei Seelen, von denen die eine dem alttestamentlichen Volke angehört, die andere vieles in sich trägt, wie wir dies von der Moses-Seele wissen, während die dritte als kosmische Gottheit sich mit der Erde verbindet, zusammen zu konferieren hatten. Das sollten die Jünger schauen. Wir wissen, daß es nicht sogleich in ihr Herz einziehen konnte, daß sie nicht sogleich die Sätze verstanden. Aber so geht es mit vielem, was man auf okkultem Felde erlebt. Man erlebt es imaginativ, versteht es nicht und lernt es oft erst in den folgenden Inkarnationen verstehen, versteht es dann aber um so besser, je mehr sich unser eigenes Verständnis demjenigen anpaßt, was man zuerst geschaut hat. Aber fühlen können wir: oben die drei Weltenmächte auf dem Berge, unten die Drei, die eingeweiht werden sollen in diese großen kosmischen Geheimnisse. Aus all diesen Dingen darf sich für unsere Seele die Empfindung ergeben, wie das Evangelium, wenn wir es richtig verstehen, wenn wir namentlich auch die dramatischen Steigerungen, die künstlerische Komposition, die überall ein Ausdruck von okkulten Tatsachen ist, richtig auf uns wirken lassen, doch hinweist auf den großen Umschwung, der zur Zeit des Mysteriums von Golgatha eingetreten ist. Das Evangelium spricht, wenn es durch die okkulte Forschung erklärt werden kann, eine recht, recht deutliche Sprache. Und es wird sich darum handeln, daß die Menschen immer mehr und mehr verstehen lernen, daß man bei den einzelnen Punkten des Evangeliums wirklich immer wissen muß, worauf es ankommt, was gerade besonders an der einen oder anderen Stelle wichtig ist; dann trifft man erst den Punkt, der für das eine oder andere Gleichnis, für die eine oder andere Erzählung der besonders wichtige ist. Es ist kurios, daß gegenüber den wichtigsten Dingen der Evangelien die gebräuchlichen theologischen oder philosophischen Erklärungen immer eigentlich von dem merkwürdigen Gesichtspunkte ausgehen, von dem ein Mensch ausgehen würde, der das Pferd nicht so vor den Wagen stellt, wie man gewöhnlich die Pferde vor den Wagen stellt, sondern umgekehrt, was man in der trivialen Sprache nennt «das Pferd beim Schwanz aufzäumen ». Das findet in der Tat bei vielen Erklärern und Kommentatoren statt; man merkt nicht, worauf es ankommt.

[ 19 ] Weil es in dem Fortgange unserer Betrachtungen sehr bedeutsam ist, sei jetzt gleich auf eine Stelle aufmerksam gemacht, welche Sie im vierzehnten Kapitel des Markus-Evangeliums finden.

[ 19 ] Weil es in dem Fortgange unserer Betrachtungen sehr bedeutsam ist, sei jetzt gleich auf eine Stelle aufmerksam gemacht, welche Sie im vierzehnten Kapitel des Markus-Evangeliums finden.

«Und da er in Bethanien war, im Hause Simons des Aussätzigen, kam eine Frau, wie er zu Tische saß, mit einer Alabasterflasche echter kostbarer Nardensalbe, schlug die Flasche auf und goß es ihm über das Haupt.

Es waren aber etliche da, die unter sich zankten und sprachen: Wozu das, diese Salbe zu vergeuden?

Hätte man doch diese Salbe verkaufen können um mehr als dreihundert Denare und es den Armen geben. Und sie fuhren sie an.

Jesus aber sagte: Lasset sie! Was beschwert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan.

Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch und könnet ihnen allezeit Gutes tun, wann ihr wollt; mich aber habt ihr nicht allezeit.

Sie hat getan, was sie vermochte; sie hat meinen Leib zum voraus gesalbt zum Begräbnis.

Wahrlich aber, ich sage euch: Wo in aller Welt das Evangelium verkündigt wird, wird auch von ihrer Tat geredet werden zu ihrem Gedächtnis.» (14, 3-9.)

«Und da er in Bethanien war, im Hause Simons des Aussätzigen, kam eine Frau, wie er zu Tische saß, mit einer Alabasterflasche echter kostbarer Nardensalbe, schlug die Flasche auf und goß es ihm über das Haupt.

Es waren aber etliche da, die unter sich zankten und sprachen: Wozu das, diese Salbe zu vergeuden?

Hätte man doch diese Salbe verkaufen können um mehr als dreihundert Denare und es den Armen geben. Und sie fuhren sie an.

Jesus aber sagte: Lasset sie! Was beschwert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan.

Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch und könnet ihnen allezeit Gutes tun, wann ihr wollt; mich aber habt ihr nicht allezeit.

Sie hat getan, was sie vermochte; sie hat meinen Leib zum voraus gesalbt zum Begräbnis.

Wahrlich aber, ich sage euch: Wo in aller Welt das Evangelium verkündigt wird, wird auch von ihrer Tat geredet werden zu ihrem Gedächtnis.» (14, 3-9.)

[ 20 ] Es wäre nur richtig, wenn man immer gestehen würde, daß eine solche Stelle etwas recht Auffallendes hat. Und die meisten Menschen sollten sich, wenn sie ehrlich sind, gestehen, daß sie sympathisieren müßten mit denen, die da zanken, daß die Salbe vertrödelt worden ist, daß es doch recht unnötig ist, sie jemandem über den Kopf zu gießen. Die meisten werden wirklich glauben, daß es besser gewesen wäre, die Salbe für dreihundert Denare zu verkaufen und das Geld den Armen zu geben. Und wenn sie ehrlich sind, werden sie es vielleicht hart finden von dem Christus, daß er sagt: Gescheiter ist es, sie gewähren zu lassen, als die dreihundert Denare, die man bekommt, wenn man die Salbe verkaufen würde, den Armen zu geben. — Da muß man sich sagen: Es müssen doch gewisse Dinge dahinterstecken, wenn man nicht eigentlich durch die ganze Erzählung abgeschreckt werden soll. Das Evangelium tut noch etwas mehr; es ist gar nicht einmal höflich an dieser Stelle. Denn wenn sich eine Anzahl Menschen finden, die sich gestehen, daß es besser gewesen wäre, die dreihundert Denare, die man für die Salbe bekommen könnte, den Armen zu geben, so will das Evangelium sagen, daß die, welche das meinen, ähnlich denken wie ein gewisser anderer. Denn es fährt fort:

[ 20 ] Es wäre nur richtig, wenn man immer gestehen würde, daß eine solche Stelle etwas recht Auffallendes hat. Und die meisten Menschen sollten sich, wenn sie ehrlich sind, gestehen, daß sie sympathisieren müßten mit denen, die da zanken, daß die Salbe vertrödelt worden ist, daß es doch recht unnötig ist, sie jemandem über den Kopf zu gießen. Die meisten werden wirklich glauben, daß es besser gewesen wäre, die Salbe für dreihundert Denare zu verkaufen und das Geld den Armen zu geben. Und wenn sie ehrlich sind, werden sie es vielleicht hart finden von dem Christus, daß er sagt: Gescheiter ist es, sie gewähren zu lassen, als die dreihundert Denare, die man bekommt, wenn man die Salbe verkaufen würde, den Armen zu geben. — Da muß man sich sagen: Es müssen doch gewisse Dinge dahinterstecken, wenn man nicht eigentlich durch die ganze Erzählung abgeschreckt werden soll. Das Evangelium tut noch etwas mehr; es ist gar nicht einmal höflich an dieser Stelle. Denn wenn sich eine Anzahl Menschen finden, die sich gestehen, daß es besser gewesen wäre, die dreihundert Denare, die man für die Salbe bekommen könnte, den Armen zu geben, so will das Evangelium sagen, daß die, welche das meinen, ähnlich denken wie ein gewisser anderer. Denn es fährt fort:

«Wo in aller Welt das Evangelium verkündet wird, wird auch von ihrer Tat geredet werden zu ihrem Gedächtnis.

Und Judas Iskarioth, einer von den Zwölfen, ging hin zu den Hohenpriestern, ihn an dieselben auszuliefern.

Sie aber freuten sich, wie sie es hörten, und versprachen ihm Geld zu geben. Und er suchte, wie er ihn bei guter Gelegenheit ausliefern möge.» (14, 9-11.)

«Wo in aller Welt das Evangelium verkündet wird, wird auch von ihrer Tat geredet werden zu ihrem Gedächtnis.

Und Judas Iskarioth, einer von den Zwölfen, ging hin zu den Hohenpriestern, ihn an dieselben auszuliefern.

Sie aber freuten sich, wie sie es hörten, und versprachen ihm Geld zu geben. Und er suchte, wie er ihn bei guter Gelegenheit ausliefern möge.» (14, 9-11.)

[ 21 ] Weil nämlich Judas Iskarioth besonderen Anstoß nahm an dem Vergießen der Salbe! Es werden die, welche Anstoß nahmen an dem Vergießen der Salbe, dem Beispiele des Judas Iskarioth beigesellt. Das Evangelium ist also gar nicht einmal höflich, denn es läßt ganz deutlich merken, daß die, welche an dem Vergießen der Salbe Anstoß nahmen, ebenso sind wie der Judas Iskarioth, der nachher den Herrn für dreißig Silberlinge verkaufte, indem es sagen will: Seht ihr, sosinddieMenschen, welche die Salbe für dreihundert Denare verkaufen wollen; denn der Judas hängt am Geld. Das Evangelium sollte gar nicht in irgendeiner Weise beschönigt werden, denn das Beschönigen verhindert die objektive, richtige Erklärung. Man muß den Punkt finden, worauf es ankommt. Und wir werden noch mehr Beispiele finden, die uns zeigen, daß das Evangelium sich sogar daran hält, Nebenpunkte auch zuweilen in etwas anstößiger Weise zu geben, wenn der Hauptpunkt in besonders klares Licht gerückt werden soll.

[ 21 ] Weil nämlich Judas Iskarioth besonderen Anstoß nahm an dem Vergießen der Salbe! Es werden die, welche Anstoß nahmen an dem Vergießen der Salbe, dem Beispiele des Judas Iskarioth beigesellt. Das Evangelium ist also gar nicht einmal höflich, denn es läßt ganz deutlich merken, daß die, welche an dem Vergießen der Salbe Anstoß nahmen, ebenso sind wie der Judas Iskarioth, der nachher den Herrn für dreißig Silberlinge verkaufte, indem es sagen will: Seht ihr, sosinddieMenschen, welche die Salbe für dreihundert Denare verkaufen wollen; denn der Judas hängt am Geld. Das Evangelium sollte gar nicht in irgendeiner Weise beschönigt werden, denn das Beschönigen verhindert die objektive, richtige Erklärung. Man muß den Punkt finden, worauf es ankommt. Und wir werden noch mehr Beispiele finden, die uns zeigen, daß das Evangelium sich sogar daran hält, Nebenpunkte auch zuweilen in etwas anstößiger Weise zu geben, wenn der Hauptpunkt in besonders klares Licht gerückt werden soll.

[ 22 ] Worauf kommt es hier an dieser Stelle an? Darauf, daß das Evangelium sagen will: Nicht bloß das Sinnensein ist es, auf das der Mensch zu sehen hat, nicht bloß das ist es, was im Sinnensein Wert und Bedeutung haben kann, sondern die übersinnliche Welt ist es, die der Mensch vor allen Dingen in sich hereinnehmen soll; und wichtig ist es auch, auf dasjenige zu sehen, was im Sinnensein keine Bedeutung mehr hat. Der Leib des Christus Jesus, dessen Salbung vor dem Begräbnis hier von der Frau nur vorausgenommen wird, hat keine Bedeutung, wenn er entseelt ist; aber man soll für das etwas tun, was jenseits des Sinnenseins Wert und Bedeutung hat. Das soll besonders stark herausgehoben werden. Daher wird zu diesem Herausheben gerade etwas verwendet, worauf selbst das natürliche Menschenbewußtsein glaubt den allergrößten Wert legen zu müssen im Sinnensein.

[ 22 ] Worauf kommt es hier an dieser Stelle an? Darauf, daß das Evangelium sagen will: Nicht bloß das Sinnensein ist es, auf das der Mensch zu sehen hat, nicht bloß das ist es, was im Sinnensein Wert und Bedeutung haben kann, sondern die übersinnliche Welt ist es, die der Mensch vor allen Dingen in sich hereinnehmen soll; und wichtig ist es auch, auf dasjenige zu sehen, was im Sinnensein keine Bedeutung mehr hat. Der Leib des Christus Jesus, dessen Salbung vor dem Begräbnis hier von der Frau nur vorausgenommen wird, hat keine Bedeutung, wenn er entseelt ist; aber man soll für das etwas tun, was jenseits des Sinnenseins Wert und Bedeutung hat. Das soll besonders stark herausgehoben werden. Daher wird zu diesem Herausheben gerade etwas verwendet, worauf selbst das natürliche Menschenbewußtsein glaubt den allergrößten Wert legen zu müssen im Sinnensein.

[ 23 ] Daß man dem Sinnensein zuweilen etwas entziehen muß, um es dem Geist zu geben, dem zu geben, wohinein das Ich einrückt, wenn es leibbefreit ist, dafür wählt hier das Evangelium ein besonderes Beispiel. Es wählt gerade hier ein recht pietätlos scheinendes: daß den Armen entzogen wird, was dem Geiste gegeben, was dem Ich gegeben wird, wenn es leibbefreit ist. Es sieht nicht auf das, was das irdische Dasein wert macht, sondern auf das, was in das Ich hineinkommen kann und von dem Ich ausstrahlen kann. Das wird hier in besonders kräftiger Weise hingestellt. Daher wird es in Verbindung gebracht mit dem Judas Iskarioth, der den Verrat begeht, weil er sein Herz besonders hingedrängt fühlt zu dem Sinnensein, weil er sich unter diejenigen mischt, welche das Evangelium hier in wenig höflicher Form als die rechten Banausen bezeichnet, trotzdem es stark ist, worauf hier hingedeutet wird. Dem Judas ist es nur um das zu tun, was im Sinnensein Bedeutung hat, wie diejenigen, welche glauben, daß das, was man für die dreihundert Denare bekommen kann, mehr Bedeutung hat als das, was über das Sinnensein hinausgeht.

[ 23 ] Daß man dem Sinnensein zuweilen etwas entziehen muß, um es dem Geist zu geben, dem zu geben, wohinein das Ich einrückt, wenn es leibbefreit ist, dafür wählt hier das Evangelium ein besonderes Beispiel. Es wählt gerade hier ein recht pietätlos scheinendes: daß den Armen entzogen wird, was dem Geiste gegeben, was dem Ich gegeben wird, wenn es leibbefreit ist. Es sieht nicht auf das, was das irdische Dasein wert macht, sondern auf das, was in das Ich hineinkommen kann und von dem Ich ausstrahlen kann. Das wird hier in besonders kräftiger Weise hingestellt. Daher wird es in Verbindung gebracht mit dem Judas Iskarioth, der den Verrat begeht, weil er sein Herz besonders hingedrängt fühlt zu dem Sinnensein, weil er sich unter diejenigen mischt, welche das Evangelium hier in wenig höflicher Form als die rechten Banausen bezeichnet, trotzdem es stark ist, worauf hier hingedeutet wird. Dem Judas ist es nur um das zu tun, was im Sinnensein Bedeutung hat, wie diejenigen, welche glauben, daß das, was man für die dreihundert Denare bekommen kann, mehr Bedeutung hat als das, was über das Sinnensein hinausgeht.

[ 24 ] Überall muß hingewiesen werden nicht auf das Nebensächliche, sondern auf die Hauptsache. Überall wird das Evangelium erkannt werden, wenn der Wert des Spirituellen erkannt werden wird. Wo man das Spirituelle richtig erkennt, da wird dieses Beispiel als zutreffend erkannt werden. Deshalb wird man überall reden vom Verschwenden der Salbe als von etwas, das seine Bedeutung hat, da, wo man den Wert des Übersinnlichen für das Ich hervorheben will. Eine besondere Stelle, wobei man wieder das Methodisch-Künstlerische kennenlernen kann, was das Evangelium an okkulten Tatsachen der Menschheitsevolution birgt, ist die folgende, die wieder eine Art von Crux für die Erklärer ist.

[ 24 ] Überall muß hingewiesen werden nicht auf das Nebensächliche, sondern auf die Hauptsache. Überall wird das Evangelium erkannt werden, wenn der Wert des Spirituellen erkannt werden wird. Wo man das Spirituelle richtig erkennt, da wird dieses Beispiel als zutreffend erkannt werden. Deshalb wird man überall reden vom Verschwenden der Salbe als von etwas, das seine Bedeutung hat, da, wo man den Wert des Übersinnlichen für das Ich hervorheben will. Eine besondere Stelle, wobei man wieder das Methodisch-Künstlerische kennenlernen kann, was das Evangelium an okkulten Tatsachen der Menschheitsevolution birgt, ist die folgende, die wieder eine Art von Crux für die Erklärer ist.

«Und am folgenden Tage, als sie von Bethanien ausgezogen, hungerte ihn.

Und er sah von weitem einen Feigenbaum, der Blätter hatte, und trat herzu, ob er etwas auf demselben finde. Und wie er hinkam, fand er nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit der Feigen.

Und er hob an und sprach zu ihm: Nie mehr in Ewigkeit soll jemand von dir Frucht essen! Und seine Jünger hörten es.» (11, 12-14.)

«Und am folgenden Tage, als sie von Bethanien ausgezogen, hungerte ihn.

Und er sah von weitem einen Feigenbaum, der Blätter hatte, und trat herzu, ob er etwas auf demselben finde. Und wie er hinkam, fand er nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit der Feigen.

Und er hob an und sprach zu ihm: Nie mehr in Ewigkeit soll jemand von dir Frucht essen! Und seine Jünger hörten es.» (11, 12-14.)

[ 25 ] Nun sollte doch jeder ehrlicherweise fragen: Ist es denn nach dem Evangelium nicht doch sonderbar von einem Gotte, daß er auf einen Feigenbaum losgeht, Feigen sucht, aber keine findet, daß man noch dazu den Grund angibt, warum er keine gefunden hat — denn es heißt ausdrücklich «es war nicht die Zeit der Feigen», das heißt also, daß er zur Zeit, da es keine Feigen gibt, zum Feigenbaume hingeht, Feigen sucht und keine findet —, und nachher sagt: «Nie mehr in Ewigkeit soll jemand von dir Frucht essen!»? Nun nehmen Sie die Erklärungen, die zu dieser Geschichte gewöhnlich gegeben werden, während trocken und nüchtern nichts anderes dasteht, als daß in sonderbarer Weise der Christus Jesus Hunger verspürt, zu einem Feigenbaume geht in einer Zeit, in welcher keine Feigen wachsen, keine Feigen findet und den Baum dann verflucht, daß in alle Ewigkeit keine Feigen mehr auf ihm wachsen sollen. Ja, was ist denn dann der Feigenbaum, und warum wird das Ganze hier erzählt? Wer okkulte Schriften lesen kann, wird in dem «Feigenbaume » — wie der Zusammenhang im Evangelium ist, werden wir noch sehen — zunächst dasselbe erkennen, wovon bei dem Buddha gesprochen wird, der unter dem «Bodhibaume » saß und die Erleuchtung zu der Predigt von Benares empfing. Unter dem «Bodhibaume » — das heißt auch: unter dem «Feigenbaume». Weltgeschichtlich war zur Zeit des Buddha in bezug auf das menschliche Hellsehen noch die «Zeit der Feigen », das heißt, man bekam, wie es bei Buddha der Fall war, unter dem Bodhibaume — unter dem Feigenbaume — die Erleuchtung. Jetzt war das nicht mehr so. Das sollten die Jünger lernen. Jetzt war die weltgeschichtliche Tatsache eingetreten, daß nicht mehr an jenem Baume, unter dem der Buddha die Erleuchtung empfangen hat, die Früchte da waren.

[ 25 ] Nun sollte doch jeder ehrlicherweise fragen: Ist es denn nach dem Evangelium nicht doch sonderbar von einem Gotte, daß er auf einen Feigenbaum losgeht, Feigen sucht, aber keine findet, daß man noch dazu den Grund angibt, warum er keine gefunden hat — denn es heißt ausdrücklich «es war nicht die Zeit der Feigen», das heißt also, daß er zur Zeit, da es keine Feigen gibt, zum Feigenbaume hingeht, Feigen sucht und keine findet —, und nachher sagt: «Nie mehr in Ewigkeit soll jemand von dir Frucht essen!»? Nun nehmen Sie die Erklärungen, die zu dieser Geschichte gewöhnlich gegeben werden, während trocken und nüchtern nichts anderes dasteht, als daß in sonderbarer Weise der Christus Jesus Hunger verspürt, zu einem Feigenbaume geht in einer Zeit, in welcher keine Feigen wachsen, keine Feigen findet und den Baum dann verflucht, daß in alle Ewigkeit keine Feigen mehr auf ihm wachsen sollen. Ja, was ist denn dann der Feigenbaum, und warum wird das Ganze hier erzählt? Wer okkulte Schriften lesen kann, wird in dem «Feigenbaume » — wie der Zusammenhang im Evangelium ist, werden wir noch sehen — zunächst dasselbe erkennen, wovon bei dem Buddha gesprochen wird, der unter dem «Bodhibaume » saß und die Erleuchtung zu der Predigt von Benares empfing. Unter dem «Bodhibaume » — das heißt auch: unter dem «Feigenbaume». Weltgeschichtlich war zur Zeit des Buddha in bezug auf das menschliche Hellsehen noch die «Zeit der Feigen », das heißt, man bekam, wie es bei Buddha der Fall war, unter dem Bodhibaume — unter dem Feigenbaume — die Erleuchtung. Jetzt war das nicht mehr so. Das sollten die Jünger lernen. Jetzt war die weltgeschichtliche Tatsache eingetreten, daß nicht mehr an jenem Baume, unter dem der Buddha die Erleuchtung empfangen hat, die Früchte da waren.

[ 26 ] Und was in der ganzen Menschheit geschah, das spiegelte sich dazumal in der Seele des Christus. Sehen wir einen Repräsentanten der Menschheit in Empedokles von Sizilien, einen Repräsentanten für viele Menschen, die ähnlich hungerten, weil ihre Seele nicht mehr fand die Offenbarung, die ihr früher gegeben war und sich jetzt mit den Abstraktionen des Ich begnügen mußte, so kann man von dem hungernden Empedokles sprechen, kann sprechen von dem Hunger nach dem Geist, den alle Menschen der heranrückenden Zeit fühlten. Und der ganze Hunger der Menschheit lud sich ab in der Seele des Christus Jesus, bevor heranrückte das Mysterium von Golgatha.

[ 26 ] Und was in der ganzen Menschheit geschah, das spiegelte sich dazumal in der Seele des Christus. Sehen wir einen Repräsentanten der Menschheit in Empedokles von Sizilien, einen Repräsentanten für viele Menschen, die ähnlich hungerten, weil ihre Seele nicht mehr fand die Offenbarung, die ihr früher gegeben war und sich jetzt mit den Abstraktionen des Ich begnügen mußte, so kann man von dem hungernden Empedokles sprechen, kann sprechen von dem Hunger nach dem Geist, den alle Menschen der heranrückenden Zeit fühlten. Und der ganze Hunger der Menschheit lud sich ab in der Seele des Christus Jesus, bevor heranrückte das Mysterium von Golgatha.

[ 27 ] Und die Jünger sollten teilnehmen an diesem Geheimnis und davon wissen. Der Christus führt sie hin zu dem Feigenbaum und sagt ihnen das Geheimnis von dem Bodhibaum. Er ließ aus, weil es bedeutungslos war, daß noch der Buddha die Früchte dieses Feigenbaumes gefunden hat. Aber jetzt war nicht mehr die Zeit der « Feigen », die Buddha zur Zeit der Predigt von Benares von dem Bodhibaume gehabt hat; sondern konstatieren mußte der Christus, daß bis in alle Ewigkeit an dem Baume, von dem heruntergeflossen ist das Licht von Benares, nicht mehr die Erkenntnisfrüchte reifen werden, sondern daß sie jetzt kommen werden von dem Mysterium von Golgatha.

[ 27 ] Und die Jünger sollten teilnehmen an diesem Geheimnis und davon wissen. Der Christus führt sie hin zu dem Feigenbaum und sagt ihnen das Geheimnis von dem Bodhibaum. Er ließ aus, weil es bedeutungslos war, daß noch der Buddha die Früchte dieses Feigenbaumes gefunden hat. Aber jetzt war nicht mehr die Zeit der « Feigen », die Buddha zur Zeit der Predigt von Benares von dem Bodhibaume gehabt hat; sondern konstatieren mußte der Christus, daß bis in alle Ewigkeit an dem Baume, von dem heruntergeflossen ist das Licht von Benares, nicht mehr die Erkenntnisfrüchte reifen werden, sondern daß sie jetzt kommen werden von dem Mysterium von Golgatha.

[ 28 ] Welche Tatsache haben wir vor uns? Die Tatsache, daß der Christus Jesus mit seinen Jüngern von Bethanien nach Jerusalem geht und daß bei dieser Gelegenheit in den Jüngern eine besonders starke Empfindung, eine besonders starke Kraft hervorgerufen wird, welche in den Seelen der Jünger hellseherische Kräfte hervorruft, so daß sie besonders zur Imagination geneigt sind. In den Jüngern werden hellseherische, imaginative Kräfte erweckt. Sie sehen hellseherisch den Bodhibaum, den Feigenbaum, und der Christus Jesus bewirkt in ihnen die Erkenntnis, daß von dem Bodhibaume nicht mehr die Früchte der Erkenntnis kommen können; denn es ist nicht mehr die Zeit der Feigen, das heißt der alten Erkenntnis. In alle Ewigkeit wird dieser Baum verdorrt sein, und ein neuer Baum muß erwachsen, der Baum, der aus dem toten Holze des Kreuzes besteht, und an dem nicht die Früchte reifen der alten Erkenntnis, sondern die Früchte, die der Menschheit aus dem Mysterium von Golgatha reifen können, das mit dem Kreuze von Golgatha als einem neuen Sinnbild verbunden ist. Hingestellt hat sich an die Stelle jener Szene der Weltgeschichte, die wir sehen in dem Sitzen des Buddha unter dem Bodhibaum, das Bild von Golgatha, wo ein anderer Baum, der Baum des Kreuzes, erhöht ist, an dem die lebendige Frucht des sich offenbarenden Menschengottes hing, damit von ihm ausstrahle die neue Erkenntnis des sich nun weiter ausbildenden Baumes, der in alle Ewigkeit die Früchte tragen soll.

[ 28 ] Welche Tatsache haben wir vor uns? Die Tatsache, daß der Christus Jesus mit seinen Jüngern von Bethanien nach Jerusalem geht und daß bei dieser Gelegenheit in den Jüngern eine besonders starke Empfindung, eine besonders starke Kraft hervorgerufen wird, welche in den Seelen der Jünger hellseherische Kräfte hervorruft, so daß sie besonders zur Imagination geneigt sind. In den Jüngern werden hellseherische, imaginative Kräfte erweckt. Sie sehen hellseherisch den Bodhibaum, den Feigenbaum, und der Christus Jesus bewirkt in ihnen die Erkenntnis, daß von dem Bodhibaume nicht mehr die Früchte der Erkenntnis kommen können; denn es ist nicht mehr die Zeit der Feigen, das heißt der alten Erkenntnis. In alle Ewigkeit wird dieser Baum verdorrt sein, und ein neuer Baum muß erwachsen, der Baum, der aus dem toten Holze des Kreuzes besteht, und an dem nicht die Früchte reifen der alten Erkenntnis, sondern die Früchte, die der Menschheit aus dem Mysterium von Golgatha reifen können, das mit dem Kreuze von Golgatha als einem neuen Sinnbild verbunden ist. Hingestellt hat sich an die Stelle jener Szene der Weltgeschichte, die wir sehen in dem Sitzen des Buddha unter dem Bodhibaum, das Bild von Golgatha, wo ein anderer Baum, der Baum des Kreuzes, erhöht ist, an dem die lebendige Frucht des sich offenbarenden Menschengottes hing, damit von ihm ausstrahle die neue Erkenntnis des sich nun weiter ausbildenden Baumes, der in alle Ewigkeit die Früchte tragen soll.