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From Akashic Research
The Fifth Gospel
GA 148

6 October 1913, Oslo

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Fünfter Vortrag

Lecture Five

[ 1 ] Gestern haben wir einen Blick werfen können auf das Leben des Jesus von Nazareth in der Zeit, die für ihn verflossen war ungefähr seit seinem zwölften Lebensjahre bis etwa zum Ende seiner Zwanzigerjahre. Aus demjenigen, was ich erzählen durfte, konnten Sie gewiß die Empfindung haben, daß Tiefbedeutsames für die Seele des Jesus von Nazareth sich abgespielt hat in dieser Zeit, Tiefbedeutsames aber auch für die ganze Evolution der Menschheit. Denn Sie werden ja gewiß aus der Grundempfindung, die Sie sich durch ihre geisteswissenschaftlichen Studien haben bilden können, wissen, daß alles in der Menschheitsevolution zusammenhängt, und daß ein so bedeutsames Ereignis mit einem Menschen, in dessen Seelenleben so viel, so unendlich viel von den Angelegenheiten der ganzen Menschheit hineinspielt, eben auch von Bedeutung für die ganze Menschheitsevolution ist. Wir lernen dasjenige, was das Ereignis von Golgatha geworden ist für die Evolution der Menschheit, in der verschiedensten Weise kennen. In diesem Vortragszyklus handelt es sich darum, es erkennen zu lernen durch die Betrachtung des Christus Jesus-Lebens selber. Und so wenden wir den Blick, den wir gestern auf den charakterisierten Zeitraum gerichtet haben, der zwischen dem zwölften Jahre und der Johannestaufe liegt, heute noch einmal auf die Seele des Jesus von Nazareth hin und fragen uns: Was mag alles in dieser Seele gelebt haben, nachdem die bedeutsamen Ereignisse sich abgespielt hatten bis in das achtundzwanzigste, neunundzwanzigste Jahr hinein, von denen ich gestern gesprochen habe.

[ 1 ] In the lecture yesterday we turned our attention to the life of Jesus of Nazareth from about his twelfth year to approximately the end of his twenties. You will certainly have realised from what I was able to tell you, that during this period many things took place of profound significance not only for the soul of Jesus of Nazareth but for the whole evolution of mankind. For your theosophical studies will have brought you the knowledge that everything in the evolution of humanity is interconnected, and that an event of such importance in the life of a human soul so deeply bound up with the destiny of mankind is also of importance for the whole of evolution. From many different points of view we are learning to realise what the Event of Golgotha signified for the evolution of humanity. In this particular course of lectures we are learning to realise it by studying the actual life of Christ Jesus. And so having turned our minds yesterday to the period described, we will turn once again to the soul of Jesus of Nazareth and ponder what lived in this soul after the significant events had taken place which led up to his twenty-eighth and twenty-ninth years.

[ 2 ] Was in dieser Seele lebte, man wird vielleicht eine Empfindung, ein Gefühl davon erhalten, wenn erzählt werden darf eine Szene, die sich am Ende seiner Zwanzigerjahre bei Jesus von Nazareth abspielte. Diese Szene, die ich da zu erzählen habe, betrifft ein Gespräch, das Jesus von Nazareth geführt hat mit seiner Mutter, mit derjenigen also, die durch das Zusammenziehen der beiden Familien durch lange Jahre hindurch seine Mutter geworden war. Er hatte sich ja die ganzen Jahre her mit dieser Mutter ganz innig und vorzüglich verstanden, viel besser, als er sich verstehen konnte mit den anderen Gliedern der Familie, die im Hause zu Nazareth lebten, das heißt, er hätte sich schon gut mit ihnen verstanden, aber sie konnten sich nicht gut mit ihm verstehen. Es war ja auch schon früher zwischen ihm und seiner Mutter mancherlei von den Eindrücken, die sich allmählich in seiner Seele gebildet hatten, besprochen worden. Aber in dem genannten Zeitraum spielte sich einmal ein recht bedeutsames Gespräch ab, das wir heute betrachten werden, das uns tief hineinblicken läßt in seine Seele.

[ 2 ] We may perhaps begin to glimpse something of what was living in this soul, from the description of a scene which took place when Jesus of Nazareth was approaching the end of his twenties. This scene which I have to relate concerns a conversation between Jesus of Nazareth and his mother—she who since the amalgamation of the two families had for long years been his mother. For all these years there had been a very deep and intimate understanding between Jesus and this mother, a far closer understanding than prevailed between him and the other members of the family in the house. Jesus himself could have understood them but they, on their side, did not quite know what to make of him. Even in earlier years he had spoken with his mother about many of the impressions that had gradually taken shape within him. But in this particular period of his life there took place a memorable conversation which lets us see very deeply into his soul.

[ 3 ] Es war der Jesus von Nazareth nach und nach durch die gestern charakterisierten Erlebnisse allerdings umgewandelt worden, so daß unendliche Weisheit sich in seinem Antlitz ausprägte. Aber er war auch, wie das ja immer, wenn auch in geringerem Grade der Fall ist, wenn die Weisheit in einer Menschenseele zunimmt, zu einer gewissen inneren Traurigkeit gekommen. Die Weisheit hatte ihm zunächst die Frucht gebracht, daß der Blick, den er wenden konnte in seine menschliche Umgebung, ihn eigentlich recht traurig machte. Dazu kam noch, daß er in den letzten Zwanzigerjahren immer mehr in stillen Stunden an etwas ganz Bestimmtes hatte denken müssen: Immer wieder von neuem mußte er daran denken, wie in seinem zwölften Jahre ein solcher Umschwung, eine solche Revolution in seiner Seele stattgefunden hatte, wie sich das ergab durch das Herübertreten des Zarathustra-Ich in seine Seele. Er mußte daran denken, wie er in den ersten Zeiten nach seinem zwölften Jahre gewissermaßen nur den unendlichen Reichtum dieser Zarathustra-Seele in sich gefühlt hatte. Er wußte ja am Ende der Zwanzigerjahre noch nicht, daß er der wiederverkörperte Zarathustra war; aber er wußte, daß ein großer, gewaltiger Umschwung in seiner Seele in seinem zwölften Jahre vor sich gegangen war. Und jetzt hatte er oftmals das Gefühl: Ach, wie war es doch anders mit mir vor diesem Umschwung in meinem zwölften Jahre! - Er fühlte, wenn er jetzt zurückdachte an diese Zeit, wie unendlich warm es dazumal in seinem Gemüt war. Er war ja als Knabe ganz weltentrückt gewesen. Da hatte er zwar gehabt die lebhafteste Empfindung für alles, was aus der Natur heraus zum Menschen spricht, für alle Herrlichkeit und Größe der Natur, aber er hatte wenig Anlage für dasjenige, was menschliche Weisheit, menschliches Wissen sich angeeignet hatte. Er interessierte sich wenig für das, was man schulmäßig lernen konnte! Es wäre ein völliger Irrtum, wenn man glauben würde, daß dieser Jesusknabe, bevor der Zarathustra in seine Seele herübergezogen war, bis in sein zwölftes Jahr hinein etwa im äußeren Sinne eine besondere Begabung gehabt hätte, daß er besonders gescheit gewesen wäre. Dagegen hatte er besessen ein ungemein mildes, sanftmütiges Wesen, eine unendliche Liebefähigkeit, ein tiefes inneres Gemütsleben, ein umfassendes Verständnis für alles Menschliche, aber kein Interesse für alles dasjenige, was die Menschen an Wissen im Laufe der Jahrhunderte sich aufgespeichert haben. Und dann war es so, wie wenn nach diesem Moment im Tempel zu Jerusalem in seinem zwölften Jahre dies alles aus seiner Seele herausgestürmt und dafür alle Weisheit hineingeströmt wäre! Und jetzt mußte er oftmals denken und empfinden, wie so in ganz anderer Weise er mit allem tieferen Geiste der Welt früher vor seinem zwölften Jahre verbunden war, als ob da seine Seele offen gewesen wäre für die Tiefen der unendlichen Weiten! Und wie er seitdem gelebt hatte seit seinem zwölften Jahre, wie er da seine Seele geeignet fand für eine Art Aufnahme der hebräischen Gelehrsamkeit, die aber ganz ursprünglich wie aus sich heraus kam, wie er durchgemacht hatte die Erschütterung, daß die Bath-Kol nicht mehr in der alten Weise inspirierend wirken konnte; wie er dann auf seinen Reisen kennenlernte die heidnischen Kulte, wie ihm all das Wissen und die Religiosität des Heidentums in seinen verschiedenen Nuancierungen durch die Seele gezogen war. Er dachte daran, wie er da zwischen seinem achtzehnten und vierundzwanzigsten Jahre gelebt hatte in alledem, was die Menschheit sich äußerlich errungen hatte, und wie er dann eingetreten war in die Gemeinschaft der Essäer ungefähr um das vierundzwanzigste Jahr und dort eine Geheimlehre kennengelernt hatte und Menschen, die einer solchen Geheimlehre sich hingaben. Daran mußte er oftmals denken. Aber er wußte auch, daß im Grunde genommen nur dasjenige in seiner Seele aufgegangen war, was seit dem Altertum her Menschen an Wissen in sich aufgespeichert hatten; er lebte in dem, was Menschenschätze an Weisheit, Menschenschätze an Kultur, Menschenschätze an moralischen Errungenschaften darboten. Er fühlte, in dem Menschlichen auf Erden hatte er gelebt seit seinem zwölften Jahre. Und jetzt mußte er oftmals zurückdenken, wie er war vor diesem zwölften Jahre, wo er gleichsam sich mit den göttlichen Urgründen des Daseins verbunden fühlte, wo alles in ihm elementar und ursprünglich war, wo alles aus einem aufsprudelnden Leben, aus einem warmen, liebenden Gemüte kam und ihn innig zusammenschloß mit anderen Menschenseelen, während er jetzt vereinsamt und allein und schweigsam geworden war.

[ 3 ] The experiences through which he had passed had brought him increasing wisdom; infinite wisdom was stamped upon his very countenance. But as is often the case on a lesser scale, a certain inner sadness had come over him. The first fruit of this wisdom had been that the penetrating insight with which he could behold those around him brought him deep sorrow. Added to this, in hours of quietude at the end of his twenties, his thoughts turned more and more to one particular event in his life—to the great inner change, the revolution that had taken place in his twelfth year as the natural result of the transference of the Zarathustra-Ego into his own soul. During the subsequent years he was aware only of the inexhaustible riches of the Zarathustra-Ego within him. At the end of his twenties he still did not know that the Zarathustra-Ego had reincarnated in him, but he knew well that in his twelfth year a tremendous change had come about in him. And now he often felt: Ah! how different was my life before that change! His thoughts often went back to the preceding years and to the infinite warmth of heart that had characterised his life. As a boy he had lived entirely aloof from mundane affairs; he had been keenly sensitive to everything that speaks to man from the world of nature, to the whole greatness and splendour of nature. But he had little talent for the treasures amassed by human wisdom, human learning. Scholarship as such interested him little. It would be a complete mistake to imagine that up to his twelfth year this Jesus child was, in the outward sense, especially gifted. He had an inner gentleness, a profound understanding of human life, deep and sensitive feelings, tenderness, an angelic quality of being. Then, in his twelfth year, it seemed as if all this had been driven out of his soul. And now he was often mindful of how, before his twelfth year, he had lived in the most intimate communion with the deeper spirit of the universe, how open his soul had been to the infinitudes. Then his thoughts went back to what his life had been since his twelfth year, how he had found himself able to assimilate Hebrew learning which seemed, however, to well up quite spontaneously in his soul, how his journeys had then acquainted him with the heathen cults, with heathen knowledge and religion; he thought of how between his eighteenth and twenty-fourth years he had been brought into contact with the external treasures accumulated by humanity, of how, in about his twenty-fourth year, he had entered into the community of the Essenes and had there become acquainted with a secret doctrine and with men whose lives were dedicated to this doctrine. Many a time his thoughts turned to those years. But he also knew that it was only the store of learning accumulated by men since days of antiquity that had risen up into his soul-treasures of human wisdom, of human culture, great moral achievements. And he often thought of what he had been before his twelfth year, when he felt as if he were united with the divine ground of existence, when everything in him was pristine, spontaneous, welling up from a warm and loving heart and flowing into other forces of the human soul.

[ 4 ] Alle diese Gefühle waren es, die zustande brachten, daß ein ganz bestimmtes Gespräch stattgefunden hat zwischen ihm und der Persönlichkeit, die ihm Mutter geworden war. Die Mutter liebte ihn ungeheuer, und sie hatte öfters mit ihm gesprochen über all das Schöne und Große, das sich seit seinem zwölften Jahre in ihm gezeigt hatte. Ein immer intimeres, edleres, schöneres Verhältnis hatte sich herausgebildet zu dieser Stiefmutter. Aber seinen inneren Zwiespalt hatte er bisher auch dieser Mutter verschwiegen, so daß sie nur das Schöne und Große gesehen hatte. Sie hatte nur gesehen, wie er immer weiser und weiser wurde, wie er immer tiefer eindrang in die ganze Menschheitsevolution. Deshalb war von demjenigen, was wie eine Art Generalbeichte mit diesem Gespräch stattfand, vieles neu für sie, aber sie nahm es auf mit innigem, warmem Herzen. Es war in ihr wie ein unmittelbares Verstehen für seine Traurigkeit, seine Gefühlsstimmung, dessen, daß er sich zurücksehnte zu dem, was er in sich hatte vor seinem zwölften Jahre. Deshalb suchte sie ihn zu erheben und zu trösten, indem sie anfing zu sprechen von allem, was seitdem in ihm so schön und herrlich zutage getreten sei. Sie erinnerte ihn an all das, was ihr durch ihn bekanntgeworden war von der Wiedererneuerung der groBen Lehren, Weisheitssprüche und Gesetzesschätze des Judentums. Was alles durch ihn zutage getreten ist, davon sprach sie mit ihm. Es wurde ihm aber nur immer schwerer ums Herz, wenn er so die Mutter sprechen hörte, so schätzend das, was er innerlich doch eigentlich als überwunden fühlte. Und endlich erwiderte er: Ja, das mag alles sein. Aber ob durch mich oder durch einen anderen heute erneuert werden können all die alten, herrlichen Weisheitsschätze des Judentums, was hätte das alles für eine Bedeutung für die Menschheit? Es ist im Grunde doch alles bedeutungslos, was in solcher Art zutage tritt. Ja, wenn es heute eine Menschheit gäbe um uns herum, die Ohren hätte, den alten Propheten noch zuzuhören, dann wäre es für diese Menschheit nützlich, wenn erneuert werden könnten die Weisheitsschätze des alten Prophetentums. Aber selbst wenn jemand so sprechen könnte, wie die alten Propheten gesprochen haben, selbst wenn Elias heute käme — so sagte Jesus von Nazareth - und unserer Menschheit verkünden wollte dasjenige, was er als Bestes erfahren hat in den Himmelsweiten: es sind ja nicht die Menschen da, die Ohren hätten zu hören die Weisheit des Elias, der älteren Propheten, auch des Moses, ja bis Abraham hinauf. Alles was diese Propheten verkündeten, wäre heute zu künden unmöglich. Ihre Worte würden ungehört im Winde verhallen! Und so ist ja alles, was ich in meiner Seele halte, wertlos.

[ 4 ] All these feelings led to a memorable conversation between Jesus of Nazareth and the mother. The mother loved him very deeply and had often spoken with him about all the beauty and greatness of the gifts that had shown themselves in him since his twelfth year. But he had concealed from his mother in earlier years the inner schism caused within him, so that she had seen only what was great and beautiful. Therefore in this conversation which was really like a full confession, much was new to her; but she received it with a warm and tender heart. She had a profound and intimate understanding of his mood of soul, of his yearnings for all that he had been before his twelfth year. And so she tried to comfort him by speaking of all the noble and splendid gifts of which he had shown evidence since then. She reminded him of the revival of the great Jewish doctrines, the Jewish wisdom-teachings and codes of the law. She spoke of all that had revealed itself through him. But his heart grew heavy while his mother was speaking in this way, prizing so highly what he himself felt had been surmounted. And he replied: Be that as it may. If through me or through another it were possible to-day to bring new life to all the spiritual treasures of ancient Hebrew wisdom, what significance would it have for mankind? All this is, in reality, meaningless. If among the humanity around us to-day there were any with ears still able to hear the wisdom of the ancient prophets, then a revival of that wisdom would be of value. But if Elias himself were to come to-day—so said Jesus of Nazareth—and were to proclaim to our humanity the greatest of his experiences in the realms of heaven—there are no men who would listen to the wisdom of Elias, of the older prophets, even of Moses, and back to Abraham. Everything these prophets might proclaim to-day would fall upon deaf ears. Their words would be preached to the winds. Everything that I believed had been bestowed upon me is valueless for the world to-day.—

[ 5 ] So sprach Jesus von Nazareth und er wies darauf hin, wie vor kurzem erst eines wahrhaft großen Lehrers Worte im Grunde genommen verklungen seien, ohne eine große Wirkung zu hinterlassen. Denn, so sagte er, war das auch kein Lehrer, der heranreichte an die alten Propheten, so war er doch ein großer, bedeutsamer Lehrer, der gute alte Hillel. Jesus wußte genau, was dieser alte Hillel, der selbst in den so schweren Zeiten des Herodes als Geisteslehrer ein großes Ansehen zu gewinnen wußte, für viele bedeutet hatte innerhalb des Judentums. Er war ein Mann, der große Weisheitsschätze in seiner Seele gehabt hatte. Und Jesus wußte, wie wenig die innigen Worte, die der alte Hillel gesprochen hatte, Eingang gefunden hatten in die Herzen und Seelen. Dennoch hatte man von dem alten Hillel gesagt: die Thora, die Summe der ältesten, bedeutsamsten Gesetze des Judentums, ist verschwunden und Hillel hat sie wiederum hergestellt. —- Wie ein Erneuerer der ursprünglichen Judenweisheit erschien Hillel für diejenigen seiner Zeitgenossen, die ihn verstanden. Er war ein Lehrer, der auch herumwandelte wie ein wahrer Weisheitslehrer. Sanftmut war sein Grundcharakter, eine Art Messias war er. Das alles erzählt selbst der Talmud, und es läßt sich nachprüfen durch äußere Gelehrsamkeit. Die Leute waren des Lobes voll über Hillel und erzählten viel Gutes von ihm. Ich kann nur einzelnes herausgreifen, um hinzudeuten auf die Art, wie Jesus von Nazareth von Hillel zu seiner Mutter sprach, um seine Seelenstimmung anzudeuten.

[ 5 ] This was the sense in which Jesus of Nazareth spoke. He also spoke of a man who had been a great teacher and whose words had only lately ceased to be effective. For—so said Jesus of Nazareth—although the good old Hillel [Hillel lived from 75 B.C. to A.D. 4.] could not rank as an equal of the ancient prophets, nevertheless he was a great and profound teacher. Jesus knew well what the aged Hillel had meant for very many souls in the Jewish world even during the days of Herod when it was hard for any teacher to gain authority. He knew how profound had been the words spoken by Hillel. It was said of Hillel: The Thorah [The Thorah is the collection of the oldest and most important Jewish laws.] has disappeared within the Jewish people and Hillel has established it once again. To those who understood him, Hillel seemed as one who had revived and restored to life the primal, original Hebrew wisdom. Hillel was a teacher who, like other teachers of the wisdom, journeyed about the land. He came among the Jewish people like a kind of new Messiah. All this is narrated in the Talmud and can be confirmed by external scholarship. The people were full of praise for Hillel and had much good to say of him. I can only single out one story in order to indicate the mood and vein in which Jesus of Nazareth spoke of Hillel to his mother ... Hillel is described as a man of gentle and mild disposition, who achieved mighty things through this very gentleness and loving-kindness.

[ 6 ] Hillel wird als ein sanfter, milder Charakter geschildert, der Ungeheueres durch Milde und Liebe wirkte. Eine Erzählung hat sich erhalten, die besonders bedeutsam ist, um zu zeigen, wie Hillel der Mann der Geduld und Sanftmut war, der jedem entgegenkam. Zwei Menschen wetteten einstmals um die Möglichkeit, Hillel zum Zorn zu reizen, denn bekannt war, daß Hillel überhaupt nicht in Zorn geraten könne. Da wetteten nun zwei Männer, von denen der eine sagte: Ich will alles tun, um Hillel dennoch in Zorn zu bringen. - Er wollte dann seine Wette gewonnen haben. Als für Hillel die Zeit gerade am allerbesetztesten war, als er am meisten zu tun hatte mit der Vorbereitung für den Sabbat, wo ein solcher Mann am wenigsten gestört werden kann, da klopfte jener Mann, der die Wette eingegangen war, an die Türe Hillels und sagte nicht etwa in einem höflichen Ton oder mit irgendeiner Anrede - und Hillel war der Vorsitzende der obersten geistlichen Behörde, der gewohnt war, höflich angeredet zu werden -, sondern der Mann rief bloß: Hillel, komm heraus, komm schnell heraus! — Hillel warf sich seinen Mantel um und kam heraus. Der Mann sagte in scharfem Tone, wiederum ohne die geringste Höflichkeit: Hillel, ich habe dich etwas zu fragen. — Und gütig antwortete Hillel: Mein Lieber, was hast du denn zu fragen? — Ich habe dich zu fragen, warum die Babylonier so dünne Köpfe haben? — Da sagte Hillel mit dem sanftesten Tone: Nun, mein Lieber, die Babylonier haben so dünne Köpfe, weil sie so ungeschickte Hebammen haben. - Da ging der Mann fort und dachte, diesmal war Hillel sanftmütig geblieben. Hillel setzte sich wiederum an seine Arbeit. Nach ein paar Minuten kam der Mann zurück und rief wiederum barsch Hillel mitten aus seiner Arbeit heraus: Hillel, komm heraus, ich habe dich etwas Wichtiges zu fragen! — Hillel warf sich wieder seinen Mantel um, kam heraus und sprach: Nun, mein Lieber, was hast du wieder zu fragen? — Ich habe dich zu fragen, warum die Araber so kleine Augen haben? — Sanftmütig sagte Hillel: Weil die Wüste so groß ist, das macht die Augen klein, die Augen werden klein beim Betrachten der großen Wüste, deshalb haben die Araber so kleine Augen. — Wieder war Hillel sanftmütig geblieben. Da war der Mann recht ängstlich um seine Wette, und er kam wiederum und rief zum dritten Male in barschem Tone: Hillel, komm heraus, ich habe dich etwas Wichtiges zu fragen! — Hillel legte seinen Mantel um, kam heraus und fragte mit immer gleicher Sanftmut: Nun, mein Lieber, was hast du mich nun zu fragen? — Ich habe dich zu fragen, warum haben die Ägypter so platte Füße? — Weil die Gegenden da so sumpfig sind, deshalb haben die Ägypter so platte Füße. - Und ruhig und gelassen ging Hillel wieder an seine Arbeit. Nach ein paar Minuten kam der Mann wieder und erzählte Hillel, er wolle ihn jetzt nichts fragen; er habe eine Wette gemacht, daß er ihn in Zorn bringen wolle, aber er wüßte nicht, wie er ihn in Zorn bringen könnte. Da sagte Hillel sanftmütig: Mein Lieber, es ist besser, daß du deine Wette verlierst, als daß Hillel in Zorn gerate!

[ 6 ] One story that has been preserved about him is deeply indicative as showing him to have been a man of infinite patience with everyone who came to him. Two men once laid a wager about the possibility of rousing Hillel's anger; for it was known that nobody could ever make him angry. Having laid a wager, one of the two men said: I will go to any lengths to make Hillel angry. In this way he sought to win his wager. Just at the time when Hillel was most fully occupied, when he was deeply engrossed in preparations for the Sabbath, this man knocked at Hillel's door and shouted rudely, without any form of deferential address—although as chief of the highest ecclesiastical court Hillel was accustomed to be addressed with respect—Hillel, come out, come out quickly! Hillel threw on his garments and came patiently out. The man said brusquely: I have something to ask thee! Hillel answered: What then hast thou to ask me, dear son? I wish to ask why the Babylonians have such narrow heads? Hillel replied gently: The Babylonians have narrow heads because their midwives have so little skill. The man went off. Hillel had remained unruffled. After a few minutes the man came back again and called out gruffly: Hillel, come out, I have something to ask thee! Hillel threw on his mantle, came out, and said: Now what hast thou to ask, dear son? I wish to ask why the Arabs have such small eyes? Hillel answered gently: The vastness of the desert makes their eyes small; the eyes get small because they are always gazing at the great desert. The man who had laid the wager now grew very uneasy. Hillel returned to his tasks. But after a few minutes the man was back again and called out gruffly for the third time: Hillel, come out, I have something to ask thee! Hillel put on his mantle, came out, and asked as gently as before: Now what hast thou to ask me? I wish to ask why the Egyptians have such flat feet? Because the ground there is so swampy, answered Hillel, and went inside the house again. After a minute or two the man returned and said to Hillel that now he had nothing to ask—he had laid a wager that he would make him angry but he saw this was impossible. Hillel answered mildly: Dear son, better it is that thou shouldst lose thy wager than Hillel his temper ...

[ 7 ] Diese Legende wird erzählt zum Beweis dafür, wie sanftmütig und lieb Hillel selbst mit jedem war, der ihn quälte. Solch ein Mann ist so meinte Jesus von Nazareth zu seiner Mutter -, in vieler Beziehung etwas wie ein alter Prophet. Und kennen wir nicht viele Aussprüche Hillels, die wie eine Erneuerung des alten Prophetentums klingen? Manche schöne Aussprüche Hillels führte er an und dann sagte er: Siehe, liebe Mutter, von Hillel wird gesagt, daß er wie ein wiedererstandener alter Prophet ist. Ich habe noch ein besonderes Interesse an ihm, denn merkwürdig dämmert etwas auf in mir, als wenn noch ein besonderer Zusammenhang da sei zwischen Hillel und mir; mir dämmert etwas auf, wie wenn dasjenige, was ich weiß und was in mir lebt als große Offenbarung des Geistigen, nicht allein vom Judentum kommen würde. — Und ebenso war es ja auch bei Hillel; denn dieser war ja der äußeren Geburt nach ein Babylonier und war erst später in das Judentum hineingekommen. Aber auch er stammte aus dem Geschlechte Davids, war aus uralten Zeiten verwandt mit dem Davidsgeschlechte, von dem sich Jesus von Nazareth und die Seinigen selber auch herzuleiten hatten. Und Jesus sagte: Wenn ich auch so wie Hillel als Sohn aus dem Geschlechte Davids aussprechen wollte die hohen Offenbarungen, die wie eine Erleuchtung in meine Seele hineingegossen sind und die dieselben hohen Offenbarungen sind, die in alten Zeiten dem jüdischen Volke gegeben waren, heute sind die Ohren nicht da, sie zu hören!

[ 7 ] This legend is told as evidence of Hillel's patience with everyone who importuned him. Such a man—so said Jesus of Nazareth to his mother—is in many respects like one of the prophets of old; many utterances of Hillel sound like a revival of the ancient wisdom of the prophets. He cited many beautiful sayings of Hillel and then he said: The people say of Hillel that he is like an ancient prophet who has come again. Moreover it is dawning upon me that the knowledge I possess does not come from Judaism alone. And in fact Hillel was born in Babylon and only later found his way into Judaism. But Hillel was a descendant of the House of David, was connected from very early times with the House of David from which Jesus of Nazareth and his kinsmen also traced their descent. And Jesus said: Even if I too, as a son of the House of David, could speak as the great Hillel spoke ... to-day there is nobody to listen; such teachings are untimely. In olden days men would have listened to them but there are no longer any ears to hear. It is useless and meaningless to speak of these things.

[ 8 ] Tief hatten sich in seiner Seele abgeladen Schmerz und Leid darüber, daß ja einstmals dem hebräischen Volke die größten Wahrheiten der Welt gegeben waren, daß einstmals auch die Leiber dieses Volkes so waren, daß sie verstehen konnten diese Offenbarungen, daß aber jetzt die Zeiten anders geworden waren, daß auch die Leiber des hebräischen Volkes anders geworden waren, so daß sie nicht mehr verstehen konnten die alten Offenbarungen der Urväter.

[ 8 ] And as it were gathering together what he had to say on this subject, Jesus of Nazareth said to his mother: The revelation of ancient Judaism is no longer suitable for the earth, for the old Jews have passed away; the ancient revelation is worthless on the earth as it is now.

[ 9 ] Ein ungeheuer einschneidendes, schmerzlichstes Erlebnis war das für Jesus, daß er sich sagen mußte: Einstmals ist verstanden worden, was die Propheten lehrten, verstanden worden ist vom hebräischen Volke die Sprache des Gottes, heute aber ist niemand da, der sie versteht; tauben Ohren würde man predigen. Solche Worte sind heute nicht mehr am Platze; es sind nicht mehr die Ohren da, sie zu verstehen! Wertlos und nutzlos ist alles, was man in solcher Weise sagen könnte. - Und wie zusammenfassend das, was er in dieser Richtung zu sagen hatte, sprach Jesus von Nazareth zu seiner Mutter: Es ist nicht mehr für diese Erde möglich die Offenbarung des alten Judentums, denn die alten Juden sind nicht mehr da, um sie aufzunehmen. Das muß als etwas Wertloses auf unserer Erde angesehen werden.

[ 9 ] Not translated

[ 10 ] Und merkwürdigerweise hörte ihm die Mutter ruhig zu, wie er sprach von der Wertlosigkeit dessen, was ihr das Heiligste war. Aber sie hatte ihn innig lieb und fühlte nur ihre unendliche Liebe. Daher ging etwas über in sie von tiefem Gefühlsverständnis dessen, was er ihr zu sagen hatte. Und dann setzte er das Gespräch fort und kam darauf, von dem zu berichten, wie er gewandert war in die heidnischen Kultstätten und was er dort erlebt hatte. Es dämmerte herauf in seinem Geiste, wie er niedergefallen war am heidnischen Altar, wie et die veränderte Bath-Kol gehört hatte. Und da leuchtete ihm auf etwas wie eine Erinnerung der alten Zarathustra-Lehre. Er wußte noch nicht genau, daß er die Zarathustra-Seele in sich trug, aber die alte Zarathustra-Lehre, die Zarathustra-Weisheit, der alte ZarathustraImpuls stiegen während des Gespräches in ihm auf. In Gemeinschaft mit seiner Mutter erlebte er diesen großen Zarathustra-Impuls. All das Schöne und Große der alten Sonnenlehre kam in seiner Seele herauf. Und er erinnerte sich: Als ich am heidnischen Altar lag, da hörte ich etwas wie eine Offenbarung! — Und jetzt kamen in seine Erinnerung die Worte der umgewandelten Bath-Kol, die ich ja gestern gesprochen habe, und er sprach sie zur Mutter:

[ 10 ] With strange feelings in her heart the mother listened to what Jesus was saying about the worthlessness of what she held most sacred. But she loved him tenderly and was aware only of her infinite love. Therefore deep understanding of what he was saying welled up in her heart. Then, leading the conversation further, he spoke of how he had wandered into places where heathen rites were performed and of what he had experienced there. Remembrance came to him of how he had fallen to the ground while standing at the heathen altar, how he had heard the Bath-Kol in its altered form. And then there flashed up within him something that was like a renewal of the old Zarathustrian teachings. He did not yet know with certainty that he bore the Zarathustra-soul within him, but the Zarathustrian teaching, the Zarathustrian wisdom, the Zarathustrian impulse rose up within him during the conversation—and in communion with his mother he experienced the reality of this mighty impulse. All the beauty and glory of the ancient Sun-wisdom came up into his soul. And he reminded himself of the words of the Bath-Kol as I rendered them yesterday, and repeated them to the mother:

Amen
Es walten die Übel
Zeugen sich lösender Ichheit
Von andern erschuldete Selbstheitschuld
Erlebet im täglichen Brote
In dem nicht waltet der Himmel Wille
Da der Mensch sich schied von Eurem Reich
Und vergaß Euren Namen
Ihr Väter in den Himmeln.

AUM, Amen!
The Evils hold sway,
Witness of Egoity becoming free,
Selfhood-Guilt through others incurred,
Experienced in the Daily Bread,
Wherein the Will of the Heavens does not rule,
In that Man severed himself from Your Kingdom
And forgot Your Names,
Ye Fathers in the Heavens.

[ 11 ] Und all die Größe auch des Mithrasdienstes lebte mit ihnen in seiner Seele auf und stellte sich wie durch innere Genialität ihm dar. Viel sprach er mit seiner Mutter über die Größe und Glorie des alten Heidentums. Viel sprach er von dem, was in den alten Mysterien der Völker lebte, wie zusammengeflossen waren die einzelnen Mysteriendienste Vorderasiens und Südeuropas in diesem Mithrasdienst. Aber zugleich trug er in seiner Seele die furchtbare Empfindung: wie sich nach und nach dieser Dienst gewandelt hatte und gekommen war unter dämonische Gewalten, die er selber erlebt hatte ungefähr in seinem vierundzwanzigsten Lebensjahre. Es kam ihm alles in den Sinn, was er damals erlebt hatte. Und da erschien ihm auch die alte Zarathustra-Lehre wie etwas, wofür die Menschen der heutigen Zeit nicht mehr empfänglich sind. Und unter diesem Eindruck sprach er zu seiner Mutter das zweite bedeutsame Wort: Wenn auch erneuert würden alle die alten Mysterien und Kulte, und alles das hineinflösse, was einstmals groß war in den Mysterien des Heidentums, es sind, dies zu vernehmen, die Menschen nicht mehr da! All das ist nutzlos. Und würde ich herausgehen und den Menschen dasjenige verkünden, was ich als die veränderte Stimme der alten Bath-Kol gehört habe, würde ich das Geheimnis kund tun, warum die Menschen in ihrem physischen Leben nicht mehr in Gemeinschaft mit den Mysterien leben können, oder würde ich verkündigen die alte Sonnenweisheit des Zarathustra, heute sind die Menschen nicht da, die dies verstehen würden. Heute würde sich alles das in den Menschen verkehren in dämonisches Wesen, denn es würde so hineinklingen in die Menschenseelen, daß die Ohren nicht da sind, solches zu verstehen! Die Menschen haben aufgehört, hören zu können auf dasjenige, was einstmals verkündet und gehört worden ist.

[ 11 ] And with these words came a realisation of all the greatness of the Mithras worship. He spoke to his mother at length about the grandeur and the glory of what had been contained in the ancient Mysteries of the different peoples, and of how much of this had merged into the Mystery-cults scattered over Asia Minor and Southern Europe. But at the same time his soul remembered how this worship had gradually deteriorated and fallen prey to demonic powers which he himself had experienced in his twenty-fourth year. All that he had experienced at that time came back to him. The ancient Zarathustra-wisdom itself seemed to him to be something which the people of his day could no longer assimilate. And then he made the second significant utterance: Even if all the ancient Mystery-cults were united into one and all that former greatness could be revived, there are no longer any to respond. Those things are of no avail! And if I were to go forth and proclaim to men what I have heard as the altered voice of the Bath-Kol, if I were to disclose the secret of why it is that in their physical life men are no longer able to live in communion with the Mysteries, no human beings would understand. To-day it would all be distorted into demonic teaching. Even if I were to proclaim it, it would neither be heard nor understood. Men have ceased to be able to hear what was once heard and accepted.

[ 12 ] Denn es wußte jetzt Jesus von Nazareth, daß dasjenige, was er damals gehört hatte als die veränderte Stimme der Bath-Kol, die ihm zugerufen hatte die Worte: «Amen, es walten die Übel» - eine uralt heilige Lehre war, ein allwaltendes Gebet war überall in den Mysterien, welches man in den Mysterienstätten gebetet hatte, daß es aber heute vergessen war. Er wußte jetzt, daß das, was ihm gegeben worden war, ein Hinweis war auf alte Mysterienweisheit, die über ihn gekommen war, als er am heidnischen Altar entrückt war. Aber er sah zugleich und drückte es auch in jenem Gespräch aus, daß es keine Möglichkeit gibt, das heute wiederum zum Verständnis zu bringen.

[ 12 ] For Jesus of Nazareth knew that what he had heard as the altered voice of the Bath-Kol gave expression to a sacred, primeval teaching and had been an all-powerful prayer in the Mysteries everywhere, a prayer once offered by men in the Mystery-Centres but now forgotten. This prayer had been revealed to him when he had fallen to the ground at the heathen altar. But at the same time he realised and emphasised in that conversation that there was no possibility of making it comprehensible to men.

[ 13 ] Und dann führte er dies Gespräch mit der Mutter weiter und sprach von dem, was er im Kreise der Essäer in sich aufgenommen hatte. Er sprach von der Schönheit, Größe und Glorie der Essäerlehre, gedachte der großen Milde und des Sanftmutes der Essäer. Dann sagte er das dritte bedeutsame Wort, das ihm aufgegangen war in seinem visionären Gespräch mit dem Buddha: Es können doch nicht alle Menschen Essäer werden! Wie recht hatte doch Hillel, als er die Worte sprach: Sondere dich nicht von der Gesamtheit ab, sondern schaffe und wirke in der Gesamtheit, trage deine Liebe hin zu deinen Nebenmenschen, denn wenn du allein bist, was bist du dann? So machen es aber die Essäer; sie sondern sich ab, sie ziehen sich mit ihrem heiligen Lebenswandel zurück und bringen dadurch Unglück über die anderen Menschen. Denn die Menschen müssen dadurch unglücklich sein, daß sie sich von ihnen absondern. — Und dann sagte er zu der Mutter das bedeutsame Wort, indem er ihr das Erlebnis erzählte, das ich gestern besprochen habe: Als ich einstmals nach einem intimen, wichtigsten Gespräch mit den Essäern wegging, da sah ich am Haupttore, wie Luzifer und Ahriman davonliefen. Seit jener Zeit, liebe Mutter, weiß ich, daß die Essäer durch ihre Lebensweise, durch ihre Geheimlehre sich selber vor ihnen schützen, so daß Luzifer und Ahriman vor ihren Toren fliehen müssen. Aber sie schicken dadurch Luzifer und Ahriman weg von sich zu den anderen Menschen hin. Die Essäer werden glücklich in ihren Seelen auf Kosten der anderen Menschen; sie werden glücklich, weil sie sich selber vor Luzifer und Ahriman retten! -— Er wußte jetzt durch das Leben bei den Essäern: Ja, eine Möglichkeit gibt es noch, hinaufzusteigen dahin, wo man sich vereint mit dem Göttlich-Geistigen, aber nur Einzelne können es auf Kosten der großen Menge erreichen. Er wußte jetzt: Weder auf Juden- noch auf Heidenweise noch auf Essäerweise war der allgemeinen Menschheit der Zusammenhang mit der göttlich-geistigen Welt zu bringen.

[ 13 ] And then in this conversation with the mother he went on to speak of what he had learned among the Essenes. He spoke of the beauty, the greatness and the grandeur of the Essene doctrine, of the gentleness and meekness of the Essenes themselves. Then, however, he made the third mighty utterance, arising from his converse with the Buddha in a vision: that it is neither possible nor is it meet for all men to become Essenes. Hillel spoke words of profound truth when he taught: Sever not thyself from the community but toil and labour in the community: for if I stand alone, what am I! But that is what the Essenes do; they separate themselves from men who thereby suffer unhappiness.—And then Jesus spoke memorable words to his mother, telling her of the experience I described in the lecture yesterday. He said: Once when I was leaving after an intimate and most significant conversation with the Essenes, I saw Lucifer and Ahriman fleeing from the gate. Since then I have known that by their mode of living and their secret doctrine the Essenes protect themselves in such a way that Lucifer and Ahriman must flee from their gates; but thereby the Essenes send Lucifer and Ahriman to other human beings, in order that they themselves may live in blessedness.

[ 14 ] Dies Wort schlug furchtbar ein in die Seele der liebenden Mutter. Er war während dieses ganzen Gespräches vereint mit ihr, wie eins mit ihr. Die ganze Seele, das ganze Ich des Jesus von Nazareth lag in diesen Worten. Und hier möchte ich anknüpfen an ein Geheimnis, welches stattfand vor der Johannestaufe in diesem Gespräch mit der Mutter: Es ging etwas weg von Jesus zu dieser Mutter hinüber. Nicht nur in Worten rang sich das alles los von seiner Seele, sondern weil er so innig mit ihr vereint war seit seinem zwölften Jahre, ging mit seinen Worten sein ganzes Wesen zu ihr über, und er wurde jetzt so, daß er wie außer sich gekommen war, wie wenn ihm sein Ich weggekommen war. Die Mutter aber hatte ein neues Ich, das sich in sie hineinversenkt hatte, erlangt: sie war eine neue Persönlichkeit geworden. Und forscht man nach, versucht man herauszubekommen, was da geschah, so stellt sich folgendes Merkwürdige heraus.

[ 14 ] These words struck with tremendous force into the tender, loving heart of the mother. And she felt as if she herself were transformed, she felt as if her very being had become one with his. And Jesus of Nazareth felt as if with this conversation everything he had hitherto borne within him had passed away. He was aware of this and the mother, too, perceived it. The more he spoke and the more the mother listened, the more deeply did she discern all the wisdom that had been alive within him since his twelfth year. But from him it all seemed to have departed. He had laid as it were into the heart of the mother what had lived within him and what he had experienced.

[ 15 ] Der ganze furchtbare Schmerz, das furchtbare Leid des Jesus, das aus seiner Seele sich losrang, ergoß sich hinein in die Seele der Mutter und sie fühlte sich wie eins mit ihm. Jesus aber fühlte, als ob alles, was seit seinem zwölften Jahre in ihm lebte, fortgegangen wäre während dieses Gespräches. Je mehr er davon sprach, desto mehr wurde die Mutter voll von all der Weisheit, die in ihm lebte. Und alle die Erlebnisse, die seit seinem zwölften Jahre in ihm gelebt hatten, sie lebten jetzt auf in der Seele der liebenden Mutter! Aber von ihm waren sie wie hingeschwunden; er hatte gleichsam in die Seele, in das Herz der Mutter dasjenige hineingelegt, was er selber erlebt hatte seit seinem zwölften Jahre. Dadurch wandelte sich die Seele der Mutter um.

[ 15 ] Not translated

[ 16 ] Wie verwandelt war auch er seit jenem Gespräche, so verwandelt, daß die Brüder oder Stiefbrüder und die anderen Verwandten, die in seiner Umgebung waren, die Meinung bekamen, er hätte den Verstand verloren. Wie schade, sagten sie, er wußte so viel; er war ja immer sehr schweigsam, jetzt aber ist er völlig von Sinnen gekommen, jetzt hat er den Verstand verloren! — Man sah ihn als einen Verlorenen an. Er ging in der Tat auch tagelang wie traumhaft im Hause umher. Das Zarathustra-Ich war eben dabei, diesen Leib des Jesus von Nazareth zu verlassen und in die geistige Welt überzugehen. Und ein letzter Entschluß entwand sich ihm: Wie durch einen inneren Drang, wie durch eine innere Notwendigkeit getrieben, bewegte er sich nach einigen Tagen wie mechanisch aus dem Hause fort, zu dem ihm schon bekannten Johannes dem Täufer hin, um von ihm die Taufe zu erlangen.

[ 16 ] And he too, after that conversation, was as if transformed—so greatly changed that the stepbrothers and other kinsmen around him began to think that he had lost his senses. It is sad, they said, for his knowledge was so great. True, he was always very silent but now he has completely lost his senses. He was given up as hopeless. And indeed for days he went about the house as if lost in dream. The Zarathustra-Ego was on the point of leaving this body of Jesus of Nazareth. And his last resolution took the form of impelling him to leave the house as if mechanically and to make his way to John the Baptist with whom he was already acquainted.

[ 17 ] Und dann fand jenes Ereignis statt, das ich öfter beschrieben habe als die Johannestaufe im Jordan: das Christus-Wesen senkte sich hinab in seinen Leib.

[ 17 ] And then there took place the event I have often described—the Baptism by John in the Jordan.

[ 18 ] So waren die Vorgänge. Jesus war jetzt durchdrungen von dem Christus-Wesen. Seit jenem Gespräche mit seiner Mutter war gewichen das Ich des Zarathustra und dasjenige, was vorher gewesen war, was er bis zum zwölften Jahre war, das war wiederum da, nur gewachsen, noch größer geworden. Und hinein in diesen Leib, der jetzt nur in sich trug die unendliche Tiefe des Gemütes, das Gefühl des Offenseins für unendliche Weiten, senkte sich der Christus. Der Jesus war jetzt durchdrungen vom Christus; die Mutter aber hatte auch ein neues Ich, das sich in sie hineinversenkt hatte, erlangt; sie war eine neue Persönlichkeit geworden.

[ 18 ] At that conversation with the mother, the Zarathustra-Ego had withdrawn. The being whom Jesus of Nazareth had been up to his twelfth year was present once again, but now with an added greatness. And at the Baptism in the Jordan the Christ Being sank into this body. At the moment of this Baptism in the Jordan, the mother too was aware of something like the climax of the change that had come about in her.

[ 19 ] Es stellt sich dem Geistesforscher folgendes dar: In demselben Augenblicke, als diese Taufe im Jordan geschah, fühlte auch die Mutter etwas wie das Ende ihrer Verwandlung. Sie fühlte - sie war damals im fünfundvierzigsten, sechsundvierzigsten Lebensjahre -, sie fühlte sich mit einem Male wie durchdrungen von der Seele jener Mutter, welche die Mutter des Jesusknaben war, der in seinem zwölften Jahre das Zarathustra-Ich empfangen hatte, und die gestorben war. So wie der Christus-Geist auf Jesus von Nazareth herabgekommen war, so war der Geist der anderen Mutter, die mittlerweile in der geistigen Welt weilte, herniedergekommen auf die Ziehmutter, mit der Jesus jenes Gespräch hatte. Sie fühlte sich seitdem wie jene junge Mutter, die einstmals den Lukas- Jesusknaben geboren hatte.

[ 19 ] She was then between her forty-fifth and forty-sixth years. She felt as though pervaded by the soul of that mother who had died—the mother of the Jesus child who in his twelfth year had received the Zarathustra-Ego. Thus the spirit of the other mother had come down upon the mother with whom Jesus had held that conversation. And she felt herself as the young mother who had once given birth to the Jesus child of St. Luke's Gospel.

[ 20 ] Stellen wir uns in der richtigen Weise vor, was das für ein unendlich bedeutsames Ereignis ist! Versuchen wir das zu fühlen, aber auch zu fühlen, daß jetzt ein ganz besonderes Wesen auf der Erde lebte: die Christus-Wesenheit in einem Menschenleibe, eine Wesenheit, die noch nicht in einem Menschenleibe gelebt hatte, die bisher nur war in geistigen Reichen, die vorher kein Erdenleben hatte, die die geistigen Welten kannte, nicht die Erdenwelt! Von der Erdenwelt erfuhr diese Wesenheit nur dasjenige, was gleichsam aufgespeichert war in den drei Leibern, im physischen Leib, Ätherleib und Astralleib des Jesus von Nazareth. Sie senkte sich nieder in diese drei Leiber, wie sie geworden waren unter dem Einfluß des dreißigjährigen Lebens, das ich ja geschildert habe. So erlebte diese Christus-Wesenheit ganz unbefangen dasjenige, was sie zunächst auf Erden erlebte.

[ 20 ] Let us try to picture the infinite significance of this event! Let us try to feel it deeply and also to realise that an absolutely unique Being was now living upon the Earth: the Christ Being within a human body, a Being who until now had never lived in a human body, had had no earthly life, had dwelt only in spiritual realms, to whom the worlds of Spirit were known, not the world of Earth! Of the earthly world this Being knew only what had been garnered as it were in the three bodies: physical body, ether-body and astral body of Jesus of Nazareth. The Christ Being sank into these three bodies, into what these bodies had grown to be under the influence of that life of thirty years. He therefore passed through His first earthly experiences as a Being completely free of all antecedents.

[ 21 ] Diese Christus-Wesenheit wurde zunächst geführt - das zeigt uns auch die Akasha-Chronik des Fünften Evangeliums - in die Einsamkeit. Der Jesus von Nazareth, in dessen Leib die Christus-Wesenheit war, hatte ja dahingegeben alles, was ihn früher mit der übrigen Welt verbunden hatte. Die Christus-Wesenheit war eben angekommen auf der Erde. Zunächst zog es diese Christus-Wesenheit zu dem hin, was durch die Eindrücke des Leibes, die wie im Gedächtnis geblieben waren, im Astralleibe am heftigsten sich eingegraben hatte. Gleichsam sagte sich die Christus-Wesenheit: Ja, das ist der Leib, der den fliehenden Ahriman und Luzifer erlebt hat, der gespürt hat, daß die strebenden Essäer Ahriman und Luzifer zu den anderen Menschen hinstoßen. — Zu ihnen fühlte der Christus sich hingezogen, zu Ahriman und Luzifer, denn er sagte sich: Das sind die geistigen Wesen, mit denen die Menschen auf Erden zu kämpfen haben. — So zog es die Christus-Wesenheit, die zum ersten Male in einem Menschenleibe, in einem Erdenleibe wohnte, zunächst hin zum Kampf mit Luzifer und Ahriman in der Einsamkeit der Wüste.

[ 21 ] The Akasha Chronicle and the Fifth Gospel reveal to us that the Christ Being was led, first of all, into “the loneliness.” Jesus of Nazareth, in whose body the Christ Being dwelt, had abandoned everything that had previously connected him with the rest of the world. The Christ Being had just come down to the Earth. To begin with, He was drawn to the impressions, engraved paramountly in the astral body, which had been made upon that body and had remained as it were in the memory. It was as though the Christ Being said to Himself: This is the body which experienced the fleeing of Ahriman and Lucifer, the body which perceived that the Essenes, by their very aspirations, drive Ahriman and Lucifer to other human beings. It was to these other human beings who had been delivered into the power of Ahriman and Lucifer that the Christ Being felt Himself drawn; for it is with these powers that men have to battle. And so the Christ Being, living for the first time in the body of a man, went out into the loneliness to the contest with Ahriman and Lucifer.

[ 22 ] Ich glaube, daß die Szene von der Versuchung, so wie ich sie nun erzählen werde, durchaus richtig ist. Aber es ist sehr schwierig, solche Dinge in der Akasha-Chronik zu lesen. Deshalb bemerke ich ausdrücklich, daß das eine oder andere unbeträchtlich modifiziert werden könnte bei einer weiteren okkulten Untersuchung. Aber das Wesentliche ist da, und dieses Wesentliche habe ich Ihnen zu erzählen. Die Versuchungsszene steht ja in verschiedenen Evangelien. Aber diese erzählen von verschiedenen Seiten her. Das habe ich ja öfters hervorgehoben. Ich habe mich bemüht, diese Versuchungsszene so zu gewinnen, wie sie wirklich war und ich möchte unbefangen erzählen, wie sie wirklich war.

[ 22 ] I believe that the following description of the Temptation scene is very largely correct. But it is very difficult to observe such things in the Akasha Chronicle and I therefore emphasise that one point or another could be slightly modified. But the essentials hold good. The Temptation scene is, of course, included in other Gospels but it is narrated there from different standpoints, as I have often stressed. I have made great efforts to investigate this scene of the Temptation and will relate it as it actually transpired.

[ 23 ] Zuerst begegnete die Christus-Wesenheit im Leibe des Jesus von Nazareth in der Einsamkeit Luzifer, Luzifer, wie er waltet und wirkt und an die Menschen versuchend herankommt, wenn sie sich selbst überschätzen, wenn sie zu wenig Selbsterkenntnis und Demut haben. Herantreten an den falschen Stolz, den Hochmut, an die Selbstvergrößerung der Menschen: das will Luzifer ja immer versuchen. Jetzt trat Luzifer dem Christus Jesus entgegen und sagte zu ihm ungefähr die Worte, die ja auch in den anderen Evangelien stehen: Sieh mich an! Die anderen Reiche, in welche der Mensch versetzt ist, die von den anderen Göttern und Geistern gegründet worden sind, die sind alt. Ich aber will ein neues Reich gründen; ich habe mich losgelöst von der Weltordnung; ich will dir alles geben, was an Schönheit und Herrlichkeit in den alten Reichen ist, wenn du in mein Reich eintrittst. Aber abtrennen sollst du dich von den anderen Göttern und mich anerkennen! — Und alle Schönheit und Herrlichkeit der luziferischen Welt schilderte Luzifer, alles, was zur Menschenseele sprechen müßte, wenn sie auch nur ein wenig Hochmut in sich hätte. Aber die Christus-Wesenheit kam eben aus den geistigen Welten; sie wußte, wer Luzifer ist und wie das Verhalten der Seele zu den Göttern ist, die nicht auf Erden von Luzifer verführt werden will. Die ChristusWesenheit kannte zwar nichts von der luziferischen Verführung in der Welt, aus der sie kam; sie wußte aber, wie man den Göttern dient, und sie war so stark, um Luzifer zurückzuweisen.

[ 23 ] First of all, the Christ Being within the body of Jesus encountered Lucifer in the loneliness—Lucifer with all his power and influence, who draws near to men when they prize the Self too highly and are lacking in humility and self-knowledge. Lucifer's aim is to play upon the false pride, the tendency to self-aggrandisement in man. Now he confronted Christ Jesus and spoke approximately as recorded in the other Gospels: Behold me! The other kingdoms into which man's life has been set, the foundations of which were laid by the primeval Gods and Spirits—these kingdoms have grown old. I will establish a new kingdom. If thou wilt enter my realm I will give thee all the beauty and the glory contained in these old kingdoms. But thou must sever thyself from the other Gods and acknowledge me! And Lucifer described all the glories of his world, everything that makes an appeal to the human soul whenever an iota of pride exists. But the Christ Being came from the spiritual worlds and knew who Lucifer is, knew how souls on earth must act if they desire to resist the temptation of Lucifer. Untouched as He was by this temptation, the Christ Being knew how the gods are truly served—and He had the power to repel the onslaught of Lucifer.

[ 24 ] Da machte Luzifer eine zweite Attacke, aber jetzt holte er sich Ahriman zu seiner Unterstützung heran, und sie sprachen jetzt beide zum Christus. Der eine wollte seinen Hochmut aufstacheln: Luzifer; der andere wollte zu seiner Furcht sprechen: Ahriman. Dadurch kam zustande, daß ihm der eine sagte: Durch meine Geistigkeit, durch das, was ich dir zu geben vermag, wenn du mich anerkennst, wirst du nicht bedürfen dessen, wessen du jetzt bedarfst, weil du als Christus in einen menschlichen Leib getreten bist. Dieser physische Leib unterwirft dich, du mußt in ihm das Gesetz der Schwere anerkennen. Er hindert dich, das Gesetz der Schwere zu übertreten, ich aber werde dich erheben über die Gesetze der Schwere. Wenn du mich anerkennst, werde ich die Folgen des Sturzes aufheben und es wird dir nichts geschehen. Stürze dich hinunter von der Zinne! Es steht ja geschrieben: Ich will den Engeln befehlen, daß sie dich behüten, daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. -— Ahriman, der wirken wollte auf seine Furcht, sprach: Ich werde dich behüten vor der Furcht! Stürze dich hinunter!

[ 24 ] Then Lucifer made a second attack but called Ahriman to his support and both addressed the Christ. The one, Lucifer, desired to goad His pride; the other, Ahriman, to play upon His fear. Therefore it came about that the one Being said to Him: If thou wilt acknowledge me, through my spiritual power, through what I can give to thee, thou wilt be able to dispense with what is now essential for thee inasmuch as thou, the Christ, hast entered into a human body. This body subjugates thee, compels thee to obey the laws of gravity. But I have power to cast thee down, since the human body prevents thee from breaking through the law of gravity. If thou wilt acknowledge me, I will nullify the effects of the fall and no harm will come to thee! Ahriman said: I will keep thee from fear: cast thyself down!

[ 25 ] Und beide drangen auf ihn ein. Aber da sie beide auf ihn einstürmten und sich gleichsam in ihrem Drängen die Waage hielten, konnte er sich vor ihnen retten. Und er fand die Kraft, die der Mensch finden muß auf Erden, um sich über Luzifer und Ahriman zu erheben.

[ 25 ] And both set upon Him. But as in their onslaught the one held the balance against the other, Christ Jesus could save Himself from them. He found the strength that man must find on earth if he is to stand firm against Lucifer and Ahriman.

[ 26 ] Da sagte Ahriman: Luzifer, ich kann dich nicht brauchen, du hemmst mich nur, du hast meine Kräfte nicht vermehrt, sondern vermindert, ich werde ihn allein versuchen. Du hast verhindert, daß diese Seele uns verfällt. - Da schickte Ahriman den Luzifer weg und machte die letzte Attacke, als er allein war, und er sagte dasjenige, was ja nachklingt im Matthäus-Evangelium: Wenn du dich göttlicher Kräfte rühmen willst, dann mache das Mineralische zu Brot, oder wie es im Evangelium steht: Mache die Steine zu Brot! — Da sagte die ChristusWesenheit zu Ahriman: Die Menschen leben nicht von Brot allein, sondern von dem, was als Geistiges aus den geistigen Welten kommt. — Das wußte die Christus-Wesenheit am besten, denn sie war ja eben erst herabgestiegen aus den geistigen Welten. Da antwortete Ahriman: Wohl magst du recht haben. Aber daß du recht hast und inwiefern du recht hast, das kann mich eigentlich nicht hindern, dich doch in einer gewissen Weise zu halten. Du weißt nur, was der Geist tut, der aus den Höhen heruntersteigt. Du warst aber noch nicht in der menschlichen Welt. Da unten in der menschlichen Welt gibt es noch ganz andere Menschen, die haben wahrhaftig nötig, Steine zu Brot zu machen, die können unmöglich sich bloß vom Geiste nähren.

[ 26 ] Then Ahriman spoke: Lucifer, I cannot use thee, thou dost but hinder me, thou hast not enhanced my power but weakened it. Then Ahriman bade Lucifer depart, made the final attack as Ahriman alone, and spoke words of which the Gospel of St. Matthew contains an echo: Turn mineral substance into bread! Turn the stones into bread if thou wouldst boast of Divine power! Then said the Christ Being: Men do not live by bread alone, but by the spiritual forces which come from the spiritual worlds. None knew this better than He for He had just descended from the spiritual worlds. Then Ahriman said: Thou mayest indeed be right but that cannot prevent me from keeping a certain hold upon thee. Thou knowest only how the Spirit acts, the Spirit who descends from the heights; thou hast not yet lived in the world of men. There below, in the human world, there are men who must perforce makes stones into bread, who cannot draw their nourishment from the Spirit alone.

[ 27 ] Das war der Moment, wo Ahriman zu Christus etwas sprach, was man zwar auf der Erde wissen konnte, was aber der Gott, der eben erst die Erde betreten hatte, noch nicht wissen konnte. Er wußte nicht, daß es unten auf der Erde notwendig ist, das Mineralische, das Metall zu Geld zu machen, damit die Menschen Brot haben. Da sagte Ahriman, daß die armen Menschen da unten auf der Erde gezwungen sind, mit dem Gelde sich zu ernähren. Das war der Punkt, an dem Ahriman noch eine Gewalt hatte. Und ich werde - sagte Ahriman — diese Gewalt gebrauchen!

[ 27 ] That was the moment when Ahriman communicated to Christ something that could indeed be known on earth but that the God who had for the first time come to earth could not yet know. He did not know that there below it was necessary to turn mineral substance—metal—into money, into bread. Ahriman had said that men on the earth below must nourish themselves by means of “gold.” That was the point where Ahriman still retained power. And he said: I shall use this power.

[ 28 ] Dies ist die wirkliche Darstellung der Versuchungsgeschichte. Es war also ein Rest geblieben bei der Versuchung. Nicht endgültig waren die Fragen gelöst; wohl die Fragen Luzifers, aber nicht die Fragen Ahrimans. Um diese zu lösen, war noch etwas anderes notwendig.

[ 28 ] That is the true account of the Temptation. And so one thing remained unsolved at the Temptation. The questions were not all of them finally solved: the questions of Lucifer, yes; but not the questions of Ahriman. For that, something more was necessary.

[ 29 ] Als der Christus Jesus die Einsamkeit verließ, da fühlte er sich hinausgerückt über all das, was er durchlebt und gelernt hatte von seinem zwölften Jahre ab; er fühlte den Christus-Geist verbunden mit dem, was in ihm gelebt hatte vor seinem zwölften Jahre. Er fühlte sich eigentlich mit all dem, was alt und dürr geworden war im Menschheitswerden, nicht mehr verbunden. Selbst die Sprache, die in seiner Umgebung gesprochen wurde, war ihm gleichgültig geworden, und zunächst schwieg er auch. Er wanderte um Nazareth herum und noch weiter hinaus, immer weiter und weiter. Er besuchte viele derjenigen Orte, die er schon als Jesus von Nazareth berührt hatte, und da zeigte sich etwas höchst Eigentümliches. Ich bitte wohl zu beachten, ich erzähle die Geschichte des Fünften Evangeliums, und es würde nichts taugen, wenn irgend jemand sogleich Widersprüche aufsuchen wollte zwischen diesem und den vier anderen Evangelien. Ich erzähle so, wie die Dinge im Fünften Evangelium stehen.

[ 29 ] When Christ Jesus went out of the loneliness He felt transported above everything He had experienced and learned from His twelfth year onwards; He felt that the Christ Spirit had united with all that had been alive in Him before His twelfth year. He felt no longer any connection with what had become old and withered in humanity. He was indifferent even to the speech used in His environment—and to begin with, he kept silence. He wandered around Nazareth and still further afield, visiting many places He had known previously as Jesus of Nazareth. And then a very singular thing happened.—Remember, please, that I am relating the contents of the Fifth Gospel and there would be no point in looking for contradictory passages in the other four Gospels. I am narrating from the Fifth Gospel.

[ 30 ] In rechter Schweigsamkeit, wie nichts gemein habend mit der Umgebung, wanderte zunächst der Christus Jesus von Herberge zu Herberge, überall bei den Leuten und mit den Leuten arbeitend. Und tiefen Eindruck hatte zurückgelassen auf ihn, was er durchlebt hatte mit dem Spruche des Ahriman vom Brote. Überall fand er die Menschen, die ihn schon kannten, bei denen er früher schon gearbeitet hatte. Die Menschen erkannten ihn wieder, und er fand unter diesen Menschen wirklich das Volk, diejenigen, bei denen Ahriman Zutritt haben muß, weil sie nötig haben, Steine, Mineralisches zu Brot zu machen, oder was dasselbe ist, Geld, Metall zu Brot zu machen. Bei denjenigen, die Hillels oder anderer Sittensprüche beachteten, brauchte er ja nicht einzukehren. Aber bei denen, welche die anderen Evangelien die Zöllner und Sünder nennen, kehrte er ein, denn das waren diejenigen, die darauf angewiesen waren, Steine zu Brot zu machen. Besonders bei diesen ging er viel herum.

[ 30 ] In quiet reticence, as if having nothing in common with the environment, Christ Jesus wandered, to begin with, from one dwelling-place to another, working among the people and with the people wherever He went. Ahriman's words concerning bread had left a deep impression upon Him. And everywhere He found people who already knew Him, with whom He had worked before. They recognised Him and He found among them those to whom Ahriman actually had access, simply because it was necessary for them to turn stones into bread—to turn money, metals, into bread. His presence was not, after all, essential among those who observed the moral precepts given by Hillel or by other teachers. Christ Jesus consorted with those whom the other Gospels call the publicans and the sinners for it was their lot to make stones into bread. He was constantly among these men.

[ 31 ] Aber jetzt war das Eigentümliche eingetreten: Viele von diesen Menschen kannten ihn schon aus der Zeit vor seinem dreißigsten Jahre, da er schon ein-, zwei- oder dreimal als Jesus von Nazareth bei ihnen gewesen war. Dazumal lernten sie kennen sein mildes, liebes, weises Wesen. Denn solch große Schmerzen, solch tiefes Leid, die er durchlebte seit seinem zwölften Jahre, wandelt sich zuletzt um in die Zauberkraft der Liebe, die in jedem Worte so ausströmt, wie wenn in seinen Worten noch eine geheimnisvolle Kraft waltete, die sich ausgoß über die Umstehenden. Wohin er kam, überall, in jedem Hause, in jeder Herberge, war er tief geliebt. Und diese Liebe blieb zurück, wenn er wiederum die Häuser verlassen hatte und weitergezogen war.

[ 31 ] But now this strange thing happened. Many of these men had known Him in the period preceding his thirtieth year, for He had already been among them. They had come to know His gentle, tender wisdom when He had gone about as Jesus of Nazareth, and in every house, in every dwelling, He had been deeply loved. This love had remained.

[ 32 ] Viel sprach man in diesen Häusern von dem lieben Menschen, dem Jesus von Nazareth, der durchwandert hatte diese Häuser, diese Orte. Und wie durch das Hineinwirken kosmischer Gesetzmäßigkeit geschah das Folgende. Ich erzähle hier Szenen, die sich zahlreich wiederholten und die uns die hellsichtige Forschung oft und oft zeigen kann. Da war er in den Familien, bei denen Jesus von Nazareth gearbeitet hatte, die nach der Arbeit zusammensaßen und gerne redeten, wenn die Sonne untergegangen war, noch wie gegenwärtig! Da redeten sie von dem lieben Menschen, der als Jesus von Nazareth bei ihnen gewesen war. Vieles erzählten sie von seiner Liebe und Milde, vieles von ihren schönen, warmen Empfindungen, die durch ihre Seelen gezogen waren, wenn dieser Mensch unter ihrem Dache gelebt hatte. Und da geschah es — es war eine Nachwirkung jener Liebe, die da ausströmte -, in manchen dieser Häuser, wenn sie so stundenlang von diesem Gast gesprochen hatten, daß in die Stube hereintrat wie in einer gemeinsamen Vision für alle Familienmitglieder, das Bild dieses Jesus von Nazareth. Ja, er besuchte sie im Geiste, oder auch, sie schufen sich sein geistiges Bild.

[ 32 ] In these dwellings the people spoke much of the man Jesus of Nazareth who was so dear to them, who had visited their houses and villages. And the following happened—as if through the operation of Cosmic Law. I am narrating scenes which were very frequent and are revealed again and again to clairvoyant investigation. There were families among whom Jesus of Nazareth had worked and who after their labours would sit together after sunset, liking to speak of the man who as Jesus of Nazareth had come among them. They spoke constantly of His love and gentleness, of how their own hearts and souls had warmed when He had lived under their roof. In many of these dwelling-places, when for hours together they had been talking in this way, it would happen that the picture of Jesus of Nazareth appeared to them in the room, as a vision shared by every member of the family. He came to them in the Spirit, or they, on their side, conjured up a spiritual picture of Him.

[ 33 ] Nun können Sie sich denken, wie es in solchen Familien empfunden wurde, wenn er ihnen in der gemeinsamen Vision erschienen war, und was es für sie bedeutete, wenn er jetzt wiederkam, nach der Johannestaufe im Jordan, und sie sein Äußeres wiedererkannten, nur war sein Auge leuchtender geworden. Sie sahen das verklärte Antlitz, das einstmals sie so lieb angeschaut hatte, diesen ganzen Menschen, den sie im Geiste bei sich sitzend gesehen hatten. Was da Außerordentliches geschah in solchen Familien, was da geschah bei den Sündern und Zöllnern, die wegen ihres Karma von all den dämonischen Wesen jener Zeit umgeben, geplagt waren, die da krank und beladen und besessen waren, wie diese Leute diese Wiederkehr empfunden haben, das können wir uns wohl denken!

[ 33 ] You can imagine how deeply such families were moved when He appeared to them in a vision in which they all shared, and what it meant to them when after the Baptism in the Jordan He came back again and they recognised His outward form ... only now the light in His eyes was stronger; they gazed at the radiant countenance that had once been so dear to them and the Being whom they had seen among them as a spiritual Presence. You can imagine, too, what an extraordinary stir was created among such families, among the publicans and sinners whose karma had brought them into an environment where all the demonic beings held sway at that time!

[ 34 ] Jetzt zeigte sich die umgewandelte Natur des Jesus; es zeigte sich besonders an solchen Menschen, was durch die Einwohnung des Christus aus Jesus von Nazareth geworden war. Früher hatten sie nur seine Liebe, Güte und Milde empfunden, so daß sie nachher die Vision von ihm hatten; jetzt aber ging etwas von ihm aus wie eine Zauberkraft! Hatten sie sich früher nur getröstet gefühlt durch seine Gegenwart, so fühlten sie sich jetzt geheilt durch ihn. Und sie gingen zu ihren Nachbarn, holten sie herbei, wenn sie ebenso bedrückt und von dämonischen Gewalten geplagt waren, und brachten sie dem Jesus Christus. Und so geschah es, daß der Christus Jesus, nachdem er Luzifer besiegt und nur einen Stachel zurückbehalten hatte von Ahriman, bei den Menschen, die unter Ahrimans Herrschaft waren, dasjenige bewirken konnte, was immer geschildert wird in der Bibel als die Austreibung der Dämonen und Heilung der Kranken. Viele von jenen Dämonen, die er gesehen hatte, als er wie tot auf dem heidnischen Opferaltar gelegen hatte, wichen jetzt von den Leuten, wenn er als Christus Jesus den Menschen gegenübertrat. Denn so wie Luzifer und Ahriman in ihm ihren Gegner sahen, so sahen auch die Dämonen in ihm ihren Gegner. Und als er so durch das Land zog, da mußte er durch das Verhalten der Dämonen in den Menschenseelen oft und oft an dazumal denken, wie er dort am alten Opferaltar gelegen hatte, wo statt der Götter die Dämonen waren, und wo er nicht den Dienst verrichten konnte. Er mußte gedenken der Bath-Kol, die ihm das alte Mysteriengebet verkündet hatte, von dem ich Ihnen gesprochen habe. Und insbesondere kam ihm immer wieder und wieder in den Sinn die mittlere Zeile dieses Gebetes: «Erlebet im täglichen Brote.» — Jetzt sah er es: Diese Menschen, bei denen er eingekehrt war, mußten Steine zu Brot machen. Er sah: Unter diesen Menschen, bei denen er so gelebt hatte, sind viele, die nur vom Brot allein leben müssen. Und das Wort aus jenem urheidnischen Gebete: «Erlebet im täglichen Brote», senkte sich tief in seine Seele. Er fühlte die ganze Einkörperung des Menschen in die physische Welt. Er fühlte, daß es in der Menschheitsevolution wegen dieser Notwendigkeit so weit gekommen war, daß durch diese physische Einkörperung die Menschen vergessen konnten die Namen der Väter in den Himmeln, die Namen der Geister der höheren Hierarchien. Und er fühlte, wie jetzt keine Menschen mehr da waren, die hören konnten die Stimmen der alten Propheten und die Botschaft der Zarathustra-Weisheit. Jetzt wußte er, daß das Leben im täglichen Brote es ist, das die Menschen von den Himmeln getrennt hat, das die Menschen in den Egoismus treiben und Ahriman zuführen muß.

[ 34 ] And now, through the presence of Christ in Jesus of Nazareth, the change in this Being was revealed very clearly to these particular men. In earlier years they had felt His love, His goodness, His gentleness; but now a magic power went forth from Him. If in former days they had merely felt comforted by His presence, now they felt that they were actually healed. They went to their neighbours when they too were in distress and brought them to Christ Jesus. And so it was that after He had conquered Lucifer and only the sting of Ahriman remained in men under Ahriman's domination, Christ Jesus was able to perform the deeds described in the Bible as the expulsion of the devils. Many of the demonic beings He had seen when He was lying as if dead at the heathen altar, now departed from the people when He stood before them as Christ Jesus. The demons recognised their adversary. And as He passed in this way through the land, the behaviour of the demons in the souls of men reminded Him ever and again of how He had lain at that ancient altar where instead of gods, demons had gathered and where He had not been able to perform the sacrificial rites. Inevitably His thoughts turned to the Bath-Kol which had proclaimed to Him that ancient Prayer of the Mysteries of which I have spoken to you. And the middle line of the Prayer, especially, came into His mind: “Experienced in the Daily Bread.” These men among whom He sojourned were compelled to turn stones into bread; there were many who depended for their sustenance on bread alone. And the words from that ancient, heathen Prayer, “Experienced in the Daily Bread,” engraved themselves deeply in His soul. He realised and felt the whole process of man's incorporation into the physical world. He felt that because physical embodiment was a necessity in the evolution of humanity, men were prone to forget the “Names of the Fathers in the Heavens,” the names of the Spirits of the higher Hierarchies. And He felt that there were no longer any ears to hear the voices of the old prophets. Now He knew that what had severed men from the Heavens, what must inevitably drive men into egoism and lead them into the clutches of Ahriman, was the life that is bound up with the “Daily Bread.”

[ 35 ] Als er mit solchen Gedanken durch die Lande ging, da stellte sich heraus, daß diejenigen, die am tiefsten gefühlt hatten, wie Jesus von Nazareth verwandelt war, seine Jünger wurden und ihm folgten. Aus mancherlei Herbergen nahm er diesen oder jenen mit, der ihm jetzt folgte, folgte, weil er im höchsten Maße jene Empfindung hatte, die ich eben schilderte. So geschah es, daß bald eine Schar von solchen Jüngern schon zusammen kam. Da hatte er in diesen Jüngern Leute um sich herum, die nun in einer Grundseelenstimmung waren, die gewissermaßen ganz neu war, die durch ihn anders geworden waren als diejenigen Menschen, von denen er einstmals seiner Mutter hatte erzählen müssen, daß sie nicht mehr das Alte hören könnten. Und da leuchtete in ihm die Erdenerfahrung des Gottes auf: Ich habe den Menschen zu sagen, nicht wie die Götter den Weg herunterbahnten vom Geist zur Erde, sondern wie die Menschen hinauffinden können den Weg von der Erde zum Geist.

[ 35 ] As with these thoughts He went about the country, those who were most deeply aware of the change that had come about in Jesus of Nazareth became His disciples and followed Him. From many dwelling-places one or another went with Him, followed Him—followed Him because of the feeling and conviction I described. And so very soon a band of such disciples had gathered together. In these disciples He had around Him people who in their whole mood and attitude of soul were new beings, who had become, through Him, quite different from those men of whom He had once been compelled to say to His mother that they had no longer any ears capable of listening to the ancient wisdom. And then there dawned in Him ... it was the earthly experience of the God: What I have to tell human beings is not how the gods prepared the path from the Spirit to the Earth but how men can find the path leading upwards from the Earth to the Spirit.

[ 36 ] Und jetzt kam ihm die Stimme der Bath-Kol wieder in den Sinn, und er wußte, daß erneuert werden müßten die urältesten Formeln und Gebete; er wußte, daß nun der Mensch von unten hinauf suchen mußte den Weg in die geistigen Welten, daß er durch dieses Gebet den göttlichen Geist suchen konnte. Da nahm er die letzte Zeile des alten Gebetes:

[ 36 ] And now there came back to Him the voice of the Bath-Kol, and He knew that the ancient supplications and prayers must be re-cast, made new; He knew that now man must seek the path into the spiritual worlds from below upwards.

«Ihr Väter in den Himmeln»

Not translated

[ 37 ] und kehrte sie um, weil sie so jetzt angemessen ist für den Menschen der neuen Zeit und weil er sie nicht auf die vielen geistigen Wesenheiten der Hierarchien, sondern auf das eine Geistwesen zu beziehen hatte:

[ 37 ] He transposed the last line of the old Prayer, adapting it to the needs of men living in the new era and making it bear reference now not to the multiple spiritual Beings of the Hierarchies but to the one supreme Spirit:

«Unser Vater im Himmel.»

“Our Father in Heaven.”

[ 38 ] Und die zweite Zeile, die er gehört hatte als die vorletzte Mysterienzeile:

[ 38 ] And the second line He had heard as the penultimate line of the Mystery-Prayer:

«Und vergaß Euren Namen»,

“And forgot Your Names,”

[ 39 ] er kehrte sie um, wie sie jetzt lauten mußte für die Menschen der neuen Zeit:

[ 39 ] He transposed into:

«Geheiliget werde Dein Name.»

“Hallowed be Thy Name”

[ 40 ] Und so wie die Menschen, die von unten hinaufsteigen müssen, sich fühlen müssen, wenn sie sich der Gottheit nahen wollen, so wandelte er um die drittletzte Zeile, die da hieß:

[ 40 ] as the words must run for men of the new era. And the third line from the end of the old Prayer:

«Da der Mensch sich schied von Eurem Reich» in: «Zu uns komme Dein Reich!»

“In that Man severed himself from Your Kingdoms,” He transposed into: “To us may Thy Kingdom come.”

[ 41 ] Und die folgende Zeile:

[ 41 ] And the line:

«In dem nicht waltet der Himmel Wille»,

“Wherein the Will of the Heavens does not rule,”

[ 42 ] er kehrte sie um, wie sie die Menschen jetzt allein hören konnten, denn die alte Wortstellung konnte kein Mensch mehr hören. Er kehrte sie um, denn eine völlige Umkehrung des Weges in die geistigen Welten sollte geschehen; er kehrte sie um in:

[ 42 ] He transposed into the form suitable for the ears of men now, since they had no ears to hear the old setting of the words—He transposed them because the direction of the path leading into the spiritual worlds was to be completely reversed:

«Dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erden.»

“Thy Will be done on Earth as it is in Heaven.”

[ 43 ] Und das Geheimnis vom Brote, von der Einkörperung im physischen Leibe, das Geheimnis von alledem, was ihm jetzt durch den Stachel Ahrimans voll erschienen war, das wandelte er so um, daß der Mensch empfinden sollte, wie auch diese physische Welt aus der geistigen Welt kommt, wenn es der Mensch auch nicht unmittelbar erkennt. So wandelte er diese Zeile vom täglichen Brote um in eine Bitte:

[ 43 ] And the mystery of the Bread, of incarnation in the physical body, the mystery of the sting of Ahriman which had now been fully revealed to Him, He transposed so that men should discern the truth that the physical world too issues from the spiritual world even if this truth is not within their immediate ken. He made this line concerning the Daily Bread into a supplication:

«Gib uns heute unser täglich Brot.»

“Give us this day our Daily Bread.”

[ 44 ] Und die Worte:

[ 44 ] And the words:

«Von andern erschuldete Selbstheitschuld» kehtte er um in die Worte: «Vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern.»

“Selfhood-Guilt through others incurred,” He transposed into: “Forgive us our trespasses as we forgive them that trespass against us.”

[ 45 ] Und diejenige Zeile, welche die zweite war in dem alten Gebet der Mysterien:

[ 45 ] The line which came second in the old Mystery-Prayer:

«Zeugen sich lösender Ichheit»,

“Witness of Egoity becoming free,”

[ 46 ] er kehrte sie um, indem er sagte:

[ 46 ] He transposed into:

«Sondern erlöse uns»,

“But deliver us,”

[ 47 ] und die erste Zeile:

[ 47 ] and the first line:

«Es walten die Übel»,

“The Evils prevail,”

[ 48 ] machte er zu:

[ 48 ] He changed into:

«Von dem Übel. Amen.»

“From the evil. Amen.”

[ 49 ] Und so wurde denn dasjenige, was das Christentum als das Vaterunser kennenlernte durch die Umkehrung dessen, was Jesus einstmals als die umgewandelte Stimme der Bath-Kol vernommen hatte bei seinem Fall am heidnischen Altar, zu dem, was Christus Jesus als das neue Mysteriengebet, das neue Vaterunser lehrte. In einer ähnlichen Weise - und es wird ja noch manches zu sagen sein — entstand auch die Verkündigung der Bergpredigt und andere Dinge, die der Christus Jesus seine Jünger lehrte.

[ 49 ] And so the altered voice of the Bath-Kol heard by Jesus of Nazareth when he fell at the heathen altar, was transposed into the “Lord's Prayer” known to Christianity ... it was the Prayer of the new Mysteries taught by Christ Jesus, it was the new Lord's Prayer. In a similar manner—and much remains to be said about this—arose the Sermon on the Mount and other teachings given by Christ Jesus to His disciples.

[ 50 ] In einer merkwürdigen Weise wirkte der Christus Jesus gerade auf seine Jünger. Ich bitte, wenn ich Ihnen, meine lieben Freunde, hiervon erzähle, immer im Auge zu behalten, daß ich einfach erzähle, was zu lesen ist in diesem Fünften Evangelium. Als er so durch die Lande zog, da war seine Wirkung auf die Umgebung eine ganz eigentümliche. Er war zwar mit den Aposteln, mit den Jüngern in Gemeinschaft, aber es war, weil er die Christus-Wesenheit war, so, als wenn er gar nicht bloß in seinem Leibe wäre. Wenn er so mit den Jüngern im Lande umherging, dann fühlte dieser oder jener manchmal, als ob er in ihm, in der eigenen Seele wäre, wenn er auch neben ihm ging. Mancher fühlte, wie wenn jene Wesenheit, die zu dem Christus Jesus gehörte, in der eigenen Seele wäre, und er fing dann an zu sprechen die Worte, die eigentlich der Christus Jesus selber nur sprechen konnte. Und da ging diese Schar herum und traf Leute, es wurde zu ihnen gesprochen und derjenige, der da sprach, war durchaus nicht immer Christus Jesus selber, sondern es sprach auch mancher der Jünger; denn er hatte alles gemeinsam mit den Jüngern, auch seine Weisheit.

[ 50 ] Christ Jesus worked upon His disciples in a strange and wonderful way. Please remember that I am simply relating what is to be read in the Fifth Gospel. As Christ Jesus went about, His environment was affected in a strange way. He was together with the Apostles and disciples and in communion with them, but—because He was the Christ Being—not as if He were merely present there in the body. As He went about the country, many a one felt as if He, Christ Jesus, were reigning within his own soul, as if this Being were actually within him, and he would begin to speak words which, in reality, only Christ Jesus could have spoken. This band of disciples went about and came into contact with the people ... and the one who spoke was by no means always Christ Jesus, but was often one of the disciples, for everything—even His wisdom—was shared with the disciples.

[ 51 ] Ich muß gestehen, ich war in hohem Maße erstaunt, als ich gewahr wurde, daß zum Beispiel das Gespräch mit dem Sadduzäer, von dem das Markus-Evangelium erzählt, gar nicht von dem Christus Jesus aus dem Jesusleibe gesprochen wurde, sondern aus einem der Jünger; aber natürlich sprach es der Christus. Und auch diese Erscheinung war häufig, daß wenn Christus Jesus einmal seine Schar verließ — er trennte sich zuweilen von ihnen -, er doch unter ihnen war. Entweder wandelte er geistig mit ihnen, während er weit weg war, oder er war auch nur in seinem ätherischen Leibe bei ihnen. Sein Ätherleib war unter ihnen, sein Ätherleib wandelte auch mit ihnen im Lande umher, und man konnte oftmals nicht unterscheiden, ob er sozusagen den physischen Leib mithatte, oder ob es nur die Erscheinung des Ätherleibes war.

[ 51 ] I must confess that I was astonished in the highest degree when I discovered that the words in the conversation with the Sadducees related in St. Mark's Gospel were not spoken by Christ Jesus out of the body of Jesus but out of the lips of one of the disciples. It was a frequent phenomenon, too, that sometimes when Christ Jesus left the band of disciples, He was nevertheless still among them. He either went about with them spiritually or He appeared to them in His ether-body while He was actually far away. His ether-body was among them and also went about the land; and often it was not possible to distinguish whether He was present in the physical body or whether it was the ether-body that had become visible.

[ 52 ] So war der Verkehr mit den Jüngern und mit mancherlei Menschen aus dem Volke, als der Jesus von Nazareth zum Christus Jesus geworden war. Er selber erlebte allerdings das, was ich schon angedeutet habe: Während die Christus-Wesenheit in den ersten Zeiten verhältnismäßig unabhängig war von dem Leibe des Jesus von Nazareth, mußte sie sich ihm später immer mehr und mehr anähneln. Und je mehr das Leben vorrückte, desto mehr war er gebunden an den Leib des Jesus von Nazareth, und ein tiefster Schmerz kam in dem letzten Jahre über ihn von dem Gebundensein an den dazu noch siech gewordenen Leib des Jesus von Nazareth. Aber doch kam es immer noch vor, daß Christus, der jetzt schon mit einer großen Schar umherzog, wiederum hinausging aus seinem Leibe. Da und dort wurde gesprochen, hier sprach dieser, dort jener aus der Apostelschar, und man konnte glauben, daß der, der da sprach, der Christus Jesus sei, oder daß es nicht der Christus Jesus sei: der Christus sprach durch sie alle, so lange sie in inniger Gemeinschaft mit ihm herumzogen.

[ 52 ] Such was the manner of the intercourse with the disciples and with individuals among the people when Jesus of Nazareth had become Christ Jesus. The experience He Himself underwent was as I have indicated. Whereas in the first periods the Christ Being had been comparatively independent of the body of Jesus of Nazareth, He had more and more to become one with it. And the longer His life continued, the more closely was He knit with the body of Jesus of Nazareth. In the last years, the union with the body of Jesus of Nazareth—which had itself become increasingly frail—caused Him deep suffering. Nevertheless a great multitude now accompanied Christ Jesus as He went about the country. Here or there one among the band of the Apostles would speak—here or there, another—and the people might easily believe that the speaker was Christ Jesus, for He spoke through all of them.

[ 53 ] Man kann belauschen einmal ein Gespräch, wie die Pharisäer und jüdischen Schriftgelehrten miteinander sprachen und zueinander sagten: Zum Abschrecken für das Volk könnte man allerdings einen beliebigen aus dieser Schar herausgreifen und ihn töten; aber es könnte ebensogut ein falscher sein, denn alle sprechen sie gleich. Damit ist uns also nicht gedient, denn dann ist der wirkliche Christus Jesus vielleicht noch da. Wir müssen aber den wirklichen haben! — Nur die Jünger selber, diejenigen, die ihm schon nähergetreten waren, konnten ihn unterscheiden. Sie sagten aber ganz gewiß nicht dem Feinde, welcher der richtige sei.

[ 53 ] One can listen to the scribes speaking together to this effect: It would be possible, after all, to pick out any one of these followers and put him to death in order to frighten the people; but it might be the wrong one, for they all speak alike. Such an act would be of no use to us, for the real Christ Jesus might still be living. We must find which one He really is.—Only the disciples themselves could distinguish Him but they most certainly did not divulge to the enemy who was the right one.

[ 54 ] Da war aber Ahriman stark genug geworden in bezug auf die Frage, die übriggeblieben war, die der Christus nicht in den geistigen Welten abmachen konnte, sondern nur auf Erden. Er mußte durch die schwerste Tat erfahren, was die Frage bedeutet, Steine zu Brot zu machen, oder was dasselbe ist, Geld zu Brot zu machen, denn Ahriman bediente sich des Judas aus Karioth.

[ 54 ] But because of the question that had remained unsolved, the question that Christ could not solve in the spiritual worlds but only on the earth, Ahriman had gained sufficient power. As a result of the most terrible of all deeds, Christ must experience what it means to turn stones into bread. For Ahriman made use of Judas from Karioth.

[ 55 ] So wie der Christus wirkte - kein geistiges Mittel hätte es gegeben, um ausfindig zu machen, welcher unter der Schar seiner Jünger, die ihn verehrten, der Christus war. Denn da, wo der Geist wirkte, wo auch noch das letzte von überzeugender Kraft wirkte, konnte man dem Christus nicht beikommen. Nur da, wo der war, der das Mittel anwendete, das der Christus nicht kannte, das er erst durch die schwerste Tat auf Erden kennenlernte, wo der Judas wirkte, konnte man ihm beikommen. Man hätte ihn nicht erkennen können durch etwas anderes als dadurch, daß sich einer fand, der sich in den Dienst des Ahriman stellte, der tatsächlich durch das Geld allein zu dem Verrat gekommen ist! Dadurch war Christus Jesus mit dem Judas verbunden, daß sich zugetragen hatte bei der Versuchungsgeschichte, was bei dem Gott begreiflich ist: daß der Christus, der eben herabgekommen war auf die Erde, nicht wußte, wie es nur für den Himmel richtig ist, daß man keine Steine zum Brot braucht. Weil Ahriman das als seinen Stachel behalten hatte, geschah der Verrat. Und dann mußte der Christus noch in die Herrschaft des Herrn des Todes kommen, insofern Ahriman der Herr des Todes ist. So ist der Zusammenhang von der Versuchungsgeschichte und dem Mysterium von Golgatha mit dem Verrat des Judas.

[ 55 ] On account of the way Christ worked, there would have been no spiritual means of discovering among the men who revered Him which was, in truth, the Christ. For wherever the Spirit was working, wherever even a trace of convincing power was working, He could not be taken. Only where there was one who employed the means which Christ did not know, which He could only learn to know as the result of the most terrible deed wrought on earth—only where Judas was working could He be seized. The only means of recognising Him was through one who placed himself in the service of Ahriman, who in actual fact betrayed Him for the sake of money alone. Christ Jesus was connected with Judas because at the Temptation there remained something which, in a God, is comprehensible—He did not know that it is only true in the heavens that stones are not needed for bread. Because Ahriman had retained this sting, the Betrayal took place. And then Christ must come perforce under the dominion of the Lord of Death—and Ahriman is the Lord of Death. Such is the connection of the story of the Temptation and the Mystery of Golgotha with the Betrayal by Judas.

[ 56 ] Viel mehr wäre zu sagen aus diesem Fünften Evangelium als das, was gesagt worden ist. Aber im Laufe der Menschheitsentwickelung werden ganz gewiß auch noch die anderen Teile dieses Fünften Evangeliums zutage treten. Mehr von der Art, wie es ist, versuchte ich durch die herausgerissenen Erzählungen Ihnen eine Vorstellung zu geben von diesem Fünften Evangelium. Es tritt mir auch am Ende dieser Vorträge dasjenige vor das Seelenauge, was ich am Schlusse der ersten Stunde gesagt habe, daß es ja nur herausgefordert ist durch die Notwendigkeiten unserer Zeit, in der Gegenwart schon von diesem Fünften Evangelium zu sprechen. Und ich möchte es Ihnen, meine lieben Freunde, ganz besonders ans Herz legen, dasjenige was vom Fünften Evangelium gesagt werden durfte, in der entsprechenden pietätvollen Weise zu behandeln.

[ 56 ] Much more could be said about the contents of this Fifth Gospel than has been said here. But as the evolution of humanity proceeds the other portions of this Gospel will assuredly also come to light. What I have tried to do by means of the narratives selected is rather to give you an idea of its character. At the conclusion of these lectures there comes before me what I said at the end of the first, namely, that it is a necessity of the times to speak now of this Fifth Gospel. And I would beg you, my dear friends, to treat what has been said as it should be treated.

[ 57 ] Sehen Sie, wir haben heute schon gründlich genug Feinde, und die Art, wie sie vorgehen, ist ja eine ganz eigentümliche. Ich will über diesen Punkt nicht sprechen, Sie kennen ihn vielleicht aus den «Mitteilungen». Sie kennen ja auch die merkwürdige Tatsache, daß es seit längerer Zeit Menschen gibt, die davon sprechen, wie infiziert von allem möglichen engherzigen Christentum, ja sogar von Jesuitismus die Lehre ist, die von mir verkündet wird. Insbesondere sind es gewisse Anhänger der sogenannten Adyar-Theosophie, welche in der schlimmsten Weise eben diesen Jesuitismus verkünden und lauter gehässiges, gewissenloses Zeug reden. Aber dabei tritt auch noch das zutage, daß von einer Stelle aus, wo man recht sehr gewütet hat gegen das Engherzige, Verkehrte, Verwerfliche, unsere Lehre bodenlos gefälscht worden ist. Es hat unsere Lehre ein Mann, der aus Amerika kam, durch viele Wochen und Monate kennengelernt, aufgeschrieben und dann in verwässerter Gestalt nach Amerika getragen und dort eine Rosenkreuzer-Theosophie herausgegeben, die er, von uns übernommen hat. Er sagt zwar, daß er von uns hier manches gelernt habe, daß er aber dann erst zu den Meistern gerufen wurde und von ihnen mehr gelernt habe. Das Tiefere aber, was er aus den damals unveröffentlichten Zyklen gelernt hatte, verschwieg er als von uns gelernt. Daß so etwas in Amerika geschah - man könnte ja, wie der alte Hillel, in Sanftmut bleiben; man brauchte sich diese auch nicht nehmen lassen, wenn das auch nach Europa herüberspielt. Es wurde an der Stelle, wo man am meisten gegen uns gewütet hat, eine Übersetzung gemacht dessen, was über uns nach Amerika geliefert worden ist, und diese Übersetzung wurde eingeleitet damit, daß man sagte: Zwar träte eine rosenkreuzerische Weltanschauung auch in Europa zutage, aber in engherziger, jesuitischer Weise. Und erst in der reinen Luft Kaliforniens konnte sie weiter gedeihen. — Nun, ich mache Punkte ...! Das ist die Methode unserer Gegner. Wir können nicht nur mit Milde, sondern sogar mit Mitleid diese Dinge ansehen, aber wir dürfen den Blick nicht davor verschließen. Wenn solche Dinge geschehen, dann sollten auch diejenigen vorsichtig sein, die ja die Jahre her immer eine merkwürdige Nachsicht hatten mit denen, die in so gewissenloser Weise handelten. Vielleicht werden allen einmal die Augen aufgehen. Ich möchte wahrhaftig nicht über diese Dinge sprechen, wenn es nicht eben notwendig wäre im Dienste der Wahrheit. Man muß doch das alles ganz klar sehen.

[ 57 ] We have quite enough enemies to-day already and the way they act is really very curious. I do not propose to enlarge upon this for you probably know about it from the News Sheets. You are certainly aware of another strange fact. There are people who have been saying for a long time that the teaching I give is tainted by every kind of bigoted Christian dogma, even by Jesuitism. This malicious allegation is made chiefly by certain devotees of “Adyar Theosophy” as it is called and they talk sheer, unscrupulous nonsense. But our teachings have also been indescribably falsified from a quarter which had violently attacked the intolerance, the distortions and the allegations. A man from America who spent weeks and months getting to know our teachings, transcribed and carried them off in a watered-down form to America, where he has given out a plagiarised “Rosicrucian Theosophy.” True, he says he learnt a good deal from us over here but that he was afterwards summoned to the Masters and learnt more from them. He keeps silence, however, about the source of the deeper information contained in the then unpublished lecture-courses. When something like this happens in America, one may of course emulate the aged Hillel and be lenient; nor need one stop being lenient when these things make their way across to Europe. In a quarter from which the most violent attacks were launched, a translation was made of what these circles in America had taken from us and it was said in an introduction to this translation: True, a Rosicrucian conception of the world is making its appearance in Europe too, but in a bigoted, Jesuitical form; this kind of thought can really only thrive in the pure air of California. Well ... here I will pause! Such are the methods of our opponents. We may regard these things with leniency and even with compassion—but we should not shut our eyes to them. When things like this happen it behoves even those who for years have been remarkably forbearing with people who acted so unscrupulously, to be wary. Perhaps one day everyone will have their eyes opened. If the service of truth did not demand it, I should much prefer not to speak about these matters, but they must be faced fairly and squarely.

[ 58 ] Wenn auch einerseits diese Dinge von anderen verbreitet werden, dann schützt uns das nicht davor, daß andrerseits diejenigen, denen in etwas ehrlicherer Weise diese Dinge unangenehm sind - denn es gibt ja auch solche Menschen -, den Kampf ausführen. Mit all dem törichten Zeug, was zwischen diesen beiden Parteien geschrieben wird, will ich Sie nicht behelligen. Denn all diese sonderbare Literatur, die in Deutschland jetzt erscheint von Freimark, Schalk, Maack und so weiter, wäre gar nicht notwendig zu beachten, weil die Inferiorität denn doch zu groß ist, Aber es gibt Leute, die gerade dasjenige nicht vertragen können, was von der Art ist wie dieses Fünfte Evangelium. Und vielleicht war kein Haß so ehrlich als derjenige, der hervorgetreten ist in den Kritiken, die gleich aufgetreten sind, als etwas von dem Geheimnis der beiden Jesusknaben, das ja auch schon zum Fünften Evangelium gehört, in die Öffentlichkeit gedrungen ist. Wirkliche Anthroposophen werden dieses Fünfte Evangelium, das in gutem Glauben gegeben ist, richtig behandeln. Nehmen Sie es mit, erzählen Sie davon in den Zweigen, aber sagen Sie den Leuten, wie es behandelt werden muß! Machen Sie, daß es nicht pietätlos hingeworfen wird unter diejenigen, die es vielleicht verhöhnen.

[ 58 ] Even if on the one side these allegations are spread by others, we are not protected, on the other side, against the battle waged by people—and such there are—who find these things displeasing for rather more honest reasons. I will not bother you with all the foolish stuff which between them these two parties have written. The curious writings of Freimark, Schalk, Maack and others now being published in Germany may be ignored, for they are really too second-rate. But there are people who cannot bear the very thought of anything that resembles the nature of this Fifth Gospel. And perhaps no hatred was as sincere as that voiced by the critics who at once rose up in arms when something of the mystery of the two Jesus children—which also belongs to the Fifth Gospel—reached the outside world. True Anthroposophists will treat this Fifth Gospel which has been given in good faith, as it should be treated. Take it with you, speak about it in the groups, but also say how it ought to be treated! See that it is not irreverently bandied about among those who may scoff at it!

[ 59 ] Man steht mit solchen Dingen, die auf der für unsere Zeit schon notwendigen hellsichtigen Forschung beruhen, unserer ganzen Zeit gegenüber, und vor allem der tonangebenden Bildung unserer Zeit. Wir versuchten, uns das ja auch zu Herzen zu führen. Diejenigen, die wir beisammen waren bei der Grundsteinlegung unseres Baues, wissen, wie wir versuchten, uns vor die Seele zu rufen, wie notwendig die Verkündigung spiritueller Lehren ist mit treuem Einhalten der Wahrheit. Wir versuchten es uns vor die Seele zu führen, wie weitab unsere Zeitkultur von diesem Suchen nach der Wahrheit liegt. Man kann sagen, daß der Schrei nach dem Geiste durch unsere Zeit geht, daß aber die Menschen zu hochmütig oder beschränkt sind, um wirklich von wahrem Geiste etwas wissen zu wollen. Jener Grad von Wahrhaftigkeit, der notwendig ist, um die Verkündigung des Geistes zu vernehmen, der muß erst heranerzogen werden. Denn in dem, was heute Geistesbildung ist, ist dieser Grad von Wahrhaftigkeit nicht vorhanden und, was schlimmer ist, man merkt es nicht, daß er nicht vorhanden ist. Behandeln Sie das, was hier mit dem Fünften Evangelium gegeben worden ist, so, daß es in den Zweigen pietätvoll behandelt wird. Nicht aus Egoismus beanspruchen wir das, sondern aus einem ganz anderen Grunde, denn der Geist der Wahrheit muß in uns leben und der Geist muß in Wahrheit vor uns stehen.

[ 59 ] With things of this nature, based as they are upon the clairvoyant investigation that is necessary for our time, we stand opposed to the whole present age, above all to the kind of learning by which the age is dominated. Of this too we have tried to be mindful. Those of us who were together when the Foundation Stone of our Building was laid, tried to envisage the urgent need for spiritual teachings to be proclaimed with faithful observance of truth. We tried to picture what a wide distance separates the culture of our times from this search for the truth. It can verily be said that the cry for the Spirit rings through the age but that men are either too arrogant or too limited to be willing to know the actual truths of the Spirit. The sense of truth in the degree essential for understanding the proclamation of the Spirit, has yet to grow. For in spiritual culture as it is to-day, this sense of truth is not present in the requisite degree and—what is worse—its absence is not noticed. Treat what has been given here in connection with the Fifth Gospel in such a way that it is treated reverently in the groups. This we must ask, not out of egoism but for quite other reasons. For the Spirit of Truth must abide in us and the Spirit must stand before us in Truth.

[ 60 ] Die Menschen reden heute vom Geiste, aber sie ahnen, selbst wenn sie das tun, nichts vom Geiste. Da gibt es einen Mann — und warum soll man nicht Namen nennen -, der zu einem großen Ansehen gekommen ist, gerade weil er immer und immer vom Geiste spricht, Rudolf Eucken. Er redet immer vom Geiste, aber wenn man alle seine Bücher durchliest — versuchen Sie es nur einmal -, wird immer gesagt: Den Geist gibt es, man muß ihn erleben, man muß mit ihm zusammensein, man muß ihn empfinden - und so weiter. In unendlichen Phrasen geht es durch alle diese Bücher, wo man immer wieder schreibt: Geist, Geist, Geist! So redet man heute vom Geiste, weil man zu bequem oder zu hochmütig ist, zu den Quellen des Geistes selbst zu gehen. Und diese Menschen haben heute großes Ansehen. Dennoch wird es schwierig sein in der heutigen Zeit, mit dem, was so konkret aus dem Geiste geholt ist, wie es bei der Schilderung des Fünften Evangeliums geschehen mußte, durchzudringen. Dazu gehören Ernst und innere Wahrhaftigkeit. Eine der neuesten Schriften Euckens ist diese: «Können wir noch Christen sein?» Da lesen wir auf einer der Seiten, die nichts anderes sind als einzelne Glieder, die sich bandwurmartig aneinanderstücken aus Seele und Geist, und Geist und Seele, und durch viele Bände hindurch geschieht das, denn damit erwirbt man ungeheures Ansehen, Ruhm und Ruf, wenn man den Leuten erklärt, vom Geiste etwas zu wissen, denn die Leute merken heute nicht beim Lesen, was alles an innerer Unwahrhaftigkeit geleistet wird, und man möchte glauben, die Menschen müßten doch endlich lesen lernen — da lesen wir auf einer Seite den Satz: Die Menschheit ist heute darüber hinaus, an Dämonen zu glauben; an Dämonen zu glauben kann man den Menschen nicht mehr zumuten! — Aber an einer anderen Stelle liest man in demselben Buche den merkwürdigen Satz: «Die Berührung von Göttlichem und Menschlichem erzeugt dämonische Mächte.» Da spricht doch der Mann ernsthaft jetzt von Dämonen, der so, wie ich vorher gesagt habe, auf einer anderen Seite desselben Buches spricht. Ist das nicht tiefste innere Unwahrheit? Es müßte die Zeit endlich kommen, wo zurückgewiesen werden solche Lehren vom Geiste, die voll innerster Unwahrheit sind. Aber ich merke nichts davon, daß viele unserer Zeitgenossen diese innere Unwahrheit bemerken.

[ 60 ] People to-day talk of the Spirit but even when they do so, they have no inkling whatever of the realities of the Spirit. There is a man—and why should names not be given—who has won great respect simply because he is forever talking about the Spirit. I refer to Rudolf Eucken. He talks the whole time of Spirit, but when one reads through all his books (just try it sometime) one finds ad infinitum: The Spirit exists, we must experience the Spirit, commune with the Spirit, be mindful of the Spirit ... and so on, in endless phrases running through every one of these books. Spirit, Spirit, Spirit! This is how men speak of the Spirit to-day because they are too lazy or too arrogant to go to the very wellsprings of the Spirit. And such men are greatly respected nowadays. For all that, it will be difficult in the modern age to make headway with anything drawn from the Spirit in such a concrete form as was necessary in describing the contents of the Fifth Gospel. Earnestness and an inner sense of truth are required for this. One of Eucken's most recent publications is a volume entitled: Können wir noch Christen sein? [Leipzig, 1911. An English translation, Can we still be Christians? was published in 1914.] Pages and pages follow one another merely reiterating Soul and Spirit, Spirit and Soul, and so it goes on through many volumes. For one gains immense repute and authority if one declares to the people that one knows something about the Spirit. In their reading, however, people do not perceive the inner untruthfulness of it all ... One would like to think that ultimately people really will learn how to read ... On one of the pages we find the sentence: Humanity to-day has passed beyond the stage of believing in daemons; one cannot any longer expect people to believe in daemons! But at another place in the same book there is this remarkable sentence: The daemonic arises when Spirit touches Soul. Here the man is speaking seriously of daemons, after having spoken, on another page of the same book, the words I quoted. Is not this the very deepest inner untruth? The time must come at last when such inwardly untruthful teachings about the Spirit are refuted. But I have never noticed that many of our contemporaries are alive to this inner untruthfulness.

[ 61 ] So stehen wir heute noch, wenn wir der Wahrheit vom Geiste dienen, im Gegensatz zu unserer Zeit. Und es ist notwendig, sich an so etwas zu erinnern, um klar zu sehen, was wir in unseren Herzen zu tun haben, wenn wir sein wollen Mitträger der Verkündigung vom Geiste, Mitträger des der Menschheit notwendigen neuen Lebens vom Geiste. Wie kann man hoffen, wenn man versucht, durch die Geistlehre die menschliche Seele zu der Christus-Wesenheit zu führen, viel Anklang zu finden gegenüber der Zeitbildung, die sich heute begnügt mit solchen Wahrheiten, die alle gescheiten Philosophen und 'Theologen erzählen: daß es ein Christentum vor dem Christus gegeben habe! Denn sie weisen nach, daß der Kult, ja einzelne typische Erzählungen, in derselben Weise schon früher im Morgenlande gefunden wurden. Da erklären denn die gescheiten Theologen und erzählen es allen, die es hören wollen, daß das Christentum nichts anderes sei als die Fortsetzung dessen, was schon früher da war. Und ein großes Ansehen hat diese Literatur bei unseren Zeitgenossen. Ungeheures Ansehen hat sie gefunden, und die Zeitgenossenschaft merkt gar nicht, wie sich das alles zueinander verhält.

[ 61 ] And so when we serve the truth of the Spirit to-day we stand opposed to the times. This has to be remembered in order that we may see clearly what we have to do in our hearts if we would be co-bearers of the proclamation of the Spirit, co-bearers of the new life of the Spirit that is essential for mankind. When efforts are made through spiritual teaching to lead the souls of men to the Christ Being, how can one hope for much response in face of contemporary thought which contents itself with truths put forward to-day by all the shrewd philosophers and theologians: that there was a Christianity in existence before Christ! Evidence is produced to show that the cult and also certain typical narratives were already current in the East in pre-Christian times. And then these clever theologians explain to everyone who will listen to them that Christianity is simply the continuation of what was already there before. This kind of literature commands great respect, really tremendous respect among our contemporaries and they have not the slightest inkling what the real relationship is.

[ 62 ] Wenn man von der Christus-Wesenheit spricht, wie sie in ihrer Geistigkeit heruntersteigt, und wenn man die Christus-Wesenheit später in denselben Kultformen verehrt findet wie früher die heidnischen Götter verehrt wurden, und wenn das verwendet werden soll, um die Christus-Wesenheit überhaupt wegzuleugnen, wie das ja heute auch schon da ist, so ist das eine Logik, die jemand gebraucht, dem folgendes passiert: Irgendein beliebiger Mensch geht in eine Herberge und hätte dann dort seine Kleider gelassen. Von den Kleidern weiß man, daß sie diesem Menschen gehören. Nachher wäre ein Mensch wie Schiller oder Goethe gekommen und hätte, durch irgendeinen Umstand genötigt, die zurückgelassenen Kleider angezogen und wäre herausgekommen mit den Kleidern, die dem anderen gehörten. Und nun würde jemand umhergehen, Goethe in den anderen Kleidern sehen und sagen: Ja, was redet man denn da? Was soll das für ein besonderer Mensch sein? Die Kleider habe ich ja ganz genau geprüft, die gehören dem und dem, der gar kein besonderer Mensch ist. — Weil die Christus-Wesenheit die Kleider der alten Kulte gewissermaßen benutzt hat, kommen die gescheiten Leute und erkennen nicht, daß die Christus-Wesenheit dies nur wie ein Kleid angezogen hat, und daß, was jetzt in den alten Kulten steckt, die Christus-Wesenheit ist.

[ 62 ] When the Christ is said to have come down to the Earth as a Spiritual Being and then, later on, is found to be worshipped in forms of cult the same as those connected with the worship of heathen gods—and when such arguments are used, as they are to-day, to disavow the Christ Being ... this is a kind of logic of which the following is an illustration. Somebody or other goes into a house and leaves his clothes behind. It is known that the clothes belong to this particular man. A little later, such a man as Schiller or Goethe comes to the house and owing to certain circumstances is obliged to put on these clothes. Then he comes out in the clothes belonging to the other. And now somebody who has seen Goethe in these clothes, goes about saying: What are people talking about? Why is he supposed to be a man of special importance? I have examined the clothes minutely and I know that they belong to so-and-so who is a person of no importance whatever. Because the Christ Being made use of the garments, so to speak, of the ancient cults, there come these clever people who do not understand that the Christ Being clothed Himself in these forms as a garment only, and that the spiritual reality present in these old ritualistic forms now, is the Christ Being Himself.

[ 63 ] Und nun nehmen Sie ganze Bibliotheken, nehmen Sie ganze Summen von heutigen wissenschaftlichen monistischen Betrachtungen: das sind Beweise vom Kleide der Christus-Wesenheit, die ja sogar wahr sind! Hoch im Werte steht heute der Beschnüffler der Kulturevolution und als tiefe Weisheit wird die Wissenschaft dieser Beschnüffler hingenommen. Dies Bild müssen wir uns vor die Seele malen, wenn wir nicht nur verstandesmäßig, sondern auch mit dem Gefühl aufnehmen wollen das, was mit diesem Fünften Evangelium gemeint ist. Denn gemeint ist, daß wir mit unserer Wahrheit in der richtigen Weise in unsere Zeit hineingestellt uns fühlen sollen, um zu begreifen, wie unmöglich es ist, der alten Zeit dasjenige begreiflich zu machen, was wieder als neue Verkündigung kommen muß. Deshalb darf ein Evangelienwort gesprochen werden, jetzt, wo wir wiederum Abschied nehmen voneinander: Mit dem Sinn, der heute in der Menschheit waltet, ist in der nächsten geistigen Entwickelung nicht weiterzukommen. — Darum muß dieser Sinn geändert werden, auf ein anderes gerichtet werden! Und die Kompromißnaturen, die sich kein klares Bild machen wollen von dem, was da ist und was da kommen muß, werden nicht gut dem dienen, was als geistige Lehre und geistiges Dienen der Menschheit notwendig ist. Ich war das Fünfte Evangelium, das mir heilig ist, schuldig. Und ich verabschiede mich von Ihren Herzen und Ihren Seelen mit dem Wunsche, daß das Band, das uns verbunden hat durch mancherlei anderes, gefestigt worden sei durch diese geistige Forschung über das Fünfte Evangelium, die mir besonders teuer ist. Und dies kann vielleicht in Ihren Herzen und Seelen eine warme Empfindung auslösen: Wenn wir auch physisch, räumlich und zeitlich getrennt sind, so wollen wir doch beisammen bleiben, zusammen fühlen, was wir in unseren Seelen zu erarbeiten haben und was gefordert ist durch die Pflicht, die der Geist in unserer Zeit den Menschenseelen auferlegt!

[ 63 ] And now—look through whole libraries, look through the countless dissertations of scientific monism to-day. All this kind of literature brings evidence concerning the garment around the Christ Being—and moreover the evidence, in itself, is correct! Dabblers in the field of the evolution of culture stand in high repute to-day and their science is accepted as profound wisdom. This is the picture we must have before us if we desire to realise not only intellectually but also in our feeling, what the communication of this Fifth Gospel means. It means that together with the truth known to us we must be alive to how and where we stand in the world to-day, realising how impossible it is to make the new tidings of the Spirit comprehensible to the thought-life of the past. And so when we have again to take leave of one another, reference may be made to words from the Gospel. With the way of thinking now prevailing in humanity, no progress is possible in the coming phase of spiritual evolution. Therefore this way of thinking must be changed, must be given another direction! Those who like to compromise and are unwilling to form a clear picture of things as they are and must be in the future, will not be able to contribute much to the spiritual teachings and spiritual service necessary for mankind. It was my duty to speak of the Fifth Gospel which is very sacred to me. And I take leave of your hearts and souls with the wish that the bond created between us by many other things, may have been strengthened through this spiritual investigation of the Fifth Gospel—for this investigation is precious to me. Your hearts may perhaps be warmed by the thought that even if we are physically separated in space and in time, nevertheless we will remain together and feel together what we must inwardly assimilate and what is demanded by the duty laid upon the souls of men to-day by the Spirit.

[ 64 ] Hoffentlich geht das, was wir erstreben, durch die Arbeit einer jeden Seele in der rechten Weise weiter. Ich glaube, daß mit diesem Wunsche der beste Abschiedsgruß gegeben sein darf, den ich am Ende gerade dieses Vortragszyklus hiermit bringen möchte.

[ 64 ] May the labours of every individual soul further our aims in the right way.