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Building Stones for an Understanding
of the Mystery of Golgotha
GA 175

10 April 1917

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Zehnter Vortrag

Zehnter Vortrag

[ 1 ] Ich möchte heute zunächst darauf hinweisen, daß man in unserer Zeit sehr leicht das Wesen des Mysteriums von Golgatha verkennen kann, insofern als man nicht leicht aufmerksam darauf wird, wie schwierig es der gewöhnlichen Erkenntnis, die man heute sucht, überhaupt wird, ein Verhältnis, ein tieferes Verhältnis zu diesem Mysterium von Golgatha zu gewinnen. Man kann zum Beispiel sehr leicht glauben: Vertiefst du dich mystisch, suchst du ein mystisches Innenleben, den Gott in deinem Innern, so findest du den Christus. Die meisten Menschen, die in unserer Gegenwart und schon seit längerer Zeit so sprechen, finden auf diesem Wege den Christus nicht. Man findet nicht den Christus, wenn man etwa wie manche, die sich Theosophen nennen, sagt, man müsse in seinem eigenen Innern gewahren das mit diesem eigenen Innern verbundene Göttliche, dann ginge der Christus in dem Menschen auf. Das ist nicht der Fall. Dasjenige, was dann höchstens aufgehen kann, was im Innern gewissermaßen als ein inneres Licht erscheinen kann, das kann niemals, richtig verstanden, der Christus genannt werden, sondern das könnte nur ein göttliches Wesen im allgemeinen genannt werden. Und nur weil man sich heute nicht gewöhnt, auch nur theoretisch die Dinge zu unterscheiden, glauben manche Mystiker, durch das, was man gewöhnlich Mystik nennt, durch die gewissermaßen sich selbst überlassene Mystik, zu dem Christus kommen zu können. Das ist nicht der Fall. Und es ist wichtig, einmal dies vor seine Seele hinzustellen, ebenso wie es wichtig ist, darauf zu achten, daß ja auch die Philosophien des abgelaufenen Zeitraumes des neunzehnten Jahrhunderts bis in unsere Zeit herein, als Teile von sich, Religionsphilosophien erzeugt haben, und daß diese Philosophien gar oftmals glauben, vom Christus reden zu können. In Wahrheit können sie nichts anderes finden — und man findet auch in diesen Philosophien nichts anderes — als dasjenige, was ein göttliches Wesen im allgemeinen, aber nicht der Christus genannt werden kann. Nehmen Sie selbst einen Philosophen, der nach einer gewissen Vertiefung gesucht hat, wie Lotze. Lesen Sie seine Religionsphilosophie und Sie werden finden: er spricht von einem göttlichen Wesen im allgemeinen, aber er spricht nicht so, daß er dieses göttliche Wesen, von dem er denkt, sinnt, mit dem ChristusNamen bezeichnen könnte. — Noch weniger kann man auf den Wegen, die durch solche Mystik, durch solche Philosophie gesucht werden, das Wesen des Mysteriums von Golgatha finden. Wir wollen uns, um dies näher einzusehen, einmal einige Eigenschaften der Vorstellungen vom Mysterium von Golgatha vor die Seele führen. Ich möchte sagen, zunächst wie bloße Behauptungen wollen wir uns diese Vorstellungen des Mysteriums von Golgatha vor die Seele führen.

[ 1 ] Ich möchte heute zunächst darauf hinweisen, daß man in unserer Zeit sehr leicht das Wesen des Mysteriums von Golgatha verkennen kann, insofern als man nicht leicht aufmerksam darauf wird, wie schwierig es der gewöhnlichen Erkenntnis, die man heute sucht, überhaupt wird, ein Verhältnis, ein tieferes Verhältnis zu diesem Mysterium von Golgatha zu gewinnen. Man kann zum Beispiel sehr leicht glauben: Vertiefst du dich mystisch, suchst du ein mystisches Innenleben, den Gott in deinem Innern, so findest du den Christus. Die meisten Menschen, die in unserer Gegenwart und schon seit längerer Zeit so sprechen, finden auf diesem Wege den Christus nicht. Man findet nicht den Christus, wenn man etwa wie manche, die sich Theosophen nennen, sagt, man müsse in seinem eigenen Innern gewahren das mit diesem eigenen Innern verbundene Göttliche, dann ginge der Christus in dem Menschen auf. Das ist nicht der Fall. Dasjenige, was dann höchstens aufgehen kann, was im Innern gewissermaßen als ein inneres Licht erscheinen kann, das kann niemals, richtig verstanden, der Christus genannt werden, sondern das könnte nur ein göttliches Wesen im allgemeinen genannt werden. Und nur weil man sich heute nicht gewöhnt, auch nur theoretisch die Dinge zu unterscheiden, glauben manche Mystiker, durch das, was man gewöhnlich Mystik nennt, durch die gewissermaßen sich selbst überlassene Mystik, zu dem Christus kommen zu können. Das ist nicht der Fall. Und es ist wichtig, einmal dies vor seine Seele hinzustellen, ebenso wie es wichtig ist, darauf zu achten, daß ja auch die Philosophien des abgelaufenen Zeitraumes des neunzehnten Jahrhunderts bis in unsere Zeit herein, als Teile von sich, Religionsphilosophien erzeugt haben, und daß diese Philosophien gar oftmals glauben, vom Christus reden zu können. In Wahrheit können sie nichts anderes finden — und man findet auch in diesen Philosophien nichts anderes — als dasjenige, was ein göttliches Wesen im allgemeinen, aber nicht der Christus genannt werden kann. Nehmen Sie selbst einen Philosophen, der nach einer gewissen Vertiefung gesucht hat, wie Lotze. Lesen Sie seine Religionsphilosophie und Sie werden finden: er spricht von einem göttlichen Wesen im allgemeinen, aber er spricht nicht so, daß er dieses göttliche Wesen, von dem er denkt, sinnt, mit dem ChristusNamen bezeichnen könnte. — Noch weniger kann man auf den Wegen, die durch solche Mystik, durch solche Philosophie gesucht werden, das Wesen des Mysteriums von Golgatha finden. Wir wollen uns, um dies näher einzusehen, einmal einige Eigenschaften der Vorstellungen vom Mysterium von Golgatha vor die Seele führen. Ich möchte sagen, zunächst wie bloße Behauptungen wollen wir uns diese Vorstellungen des Mysteriums von Golgatha vor die Seele führen.

[ 2 ] Zunächst gehört es, wenn das Mysterium von Golgatha überhaupt das sein soll, was der Menschheit in ihrer geschichtlichen Erdenentwickelung nötig ist, zu dem Wesen dieses Mysteriums von Golgatha, daß diejenige Wesenheit, also die Christus-Wesenheit, die durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, mit dem Mysterium von Golgatha etwas verrichtet hat, das seine Beziehung hat zur ganzen Weltordnung. Wenn wir den Ausdruck nicht gebrauchen wollen, können wir sagen, zur ganzen kosmischen Ordnung. Sieht man bei dem Wesen, das durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, ab von einer Beziehung zur ganzen Welt, dann hat man nicht mehr dieses Wesen, dann kann man von irgendeinem göttlichen Wesen im allgemeinen sprechen, aber man kann nicht von dem Christus-Wesen sprechen.

[ 2 ] Zunächst gehört es, wenn das Mysterium von Golgatha überhaupt das sein soll, was der Menschheit in ihrer geschichtlichen Erdenentwickelung nötig ist, zu dem Wesen dieses Mysteriums von Golgatha, daß diejenige Wesenheit, also die Christus-Wesenheit, die durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, mit dem Mysterium von Golgatha etwas verrichtet hat, das seine Beziehung hat zur ganzen Weltordnung. Wenn wir den Ausdruck nicht gebrauchen wollen, können wir sagen, zur ganzen kosmischen Ordnung. Sieht man bei dem Wesen, das durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, ab von einer Beziehung zur ganzen Welt, dann hat man nicht mehr dieses Wesen, dann kann man von irgendeinem göttlichen Wesen im allgemeinen sprechen, aber man kann nicht von dem Christus-Wesen sprechen.

[ 3 ] Es sind viele Dinge, die verstanden werden müssen, wir wollen einige heute anführen. Ein weiteres, das verstanden werden muß, wenn man richtig an das Mysterium von Golgatha herankommen will, ist dies: Welches ist eigentlich die Vorstellung’ von dem, was der Christus Jesus selber den Glauben, das Vertrauen nennt? Man hat heute eine viel zu theoretische, viel zu abstrakte Vorstellung von dem Glauben. Denken Sie einmal, was sich heute der Mensch sehr häufig vom Glauben vorstellt, wenn er von dem Gegensatze des Glaubens zum Wissen redet. Da stellt er sich vor: Dasjenige, was man durch irgend etwas beweisen kann, das ist ein Wissen; was man nicht durch irgend etwas beweisen kann, aber was man doch für wahr hält, das ist ein Glaube. Es kommt dem Menschen darauf an, auf eine gewisse Art etwas zu erkennen, etwas einzusehen. Nur, wenn er dieses Erkennen, dieses Einsehen einen Glauben nennt, denkt er daran, daß man dieses Erkennen, dieses Einsehen nicht vollständig beweisen kann.

[ 3 ] Es sind viele Dinge, die verstanden werden müssen, wir wollen einige heute anführen. Ein weiteres, das verstanden werden muß, wenn man richtig an das Mysterium von Golgatha herankommen will, ist dies: Welches ist eigentlich die Vorstellung’ von dem, was der Christus Jesus selber den Glauben, das Vertrauen nennt? Man hat heute eine viel zu theoretische, viel zu abstrakte Vorstellung von dem Glauben. Denken Sie einmal, was sich heute der Mensch sehr häufig vom Glauben vorstellt, wenn er von dem Gegensatze des Glaubens zum Wissen redet. Da stellt er sich vor: Dasjenige, was man durch irgend etwas beweisen kann, das ist ein Wissen; was man nicht durch irgend etwas beweisen kann, aber was man doch für wahr hält, das ist ein Glaube. Es kommt dem Menschen darauf an, auf eine gewisse Art etwas zu erkennen, etwas einzusehen. Nur, wenn er dieses Erkennen, dieses Einsehen einen Glauben nennt, denkt er daran, daß man dieses Erkennen, dieses Einsehen nicht vollständig beweisen kann.

[ 4 ] Vergleichen Sie einmal ganz oberflächlich diese Glaubensvorstellung mit jener Vorstellung, die der Christus Jesus hervorruft. Ich will nur einmal hinweisen auf die Evangelienstelle: Wenn ihr glaubet, der Berg, der vor euch steht, soll sich ins Meer stürzen, und ihr habt den wirklichen Glauben, so wird er sich ins Meer stürzen! -— Welch gewaltiger Abstand ist zwischen dieser Glaubensvorstellung der heutigen Menschheit, die eigentlich eine bloße Surrogat-Vorstellung für das Wissen ist, und jener Glaubensvorstellung, die, ich möchte sagen, vielleicht paradox, aber radikal in diesem Christus-Worte ausgedrückt ist! Aber man kann gleich herausfinden, wenn man nur ein wenig aufmerksam ist, worin das Wesentliche der Glaubensvorstellung, die der Christus gibt, eigentlich liegt. Was soll der Glaube? Er soll etwas bewirken, etwas hervorbringen. Er soll nicht bloß eine Vorstellung, ein Wissen erwekken; wenn man ihn hat, den Glauben, soll etwas geschehen können durch den Glauben. Sehen Sie sich daraufhin das Evangelium an. Überall, wo Sie es aufschlagen können, und wo Sie die Ausdrücke «Vertrauen» und «Glauben» finden, werden Sie überall finden, daß es sich um diese tätige Vorstellung handelt, daß man etwas haben soll, wodurch etwas verrichtet, etwas getan wird, wodurch etwas geschieht. Das ist außerordentlich wichtig.

[ 4 ] Vergleichen Sie einmal ganz oberflächlich diese Glaubensvorstellung mit jener Vorstellung, die der Christus Jesus hervorruft. Ich will nur einmal hinweisen auf die Evangelienstelle: Wenn ihr glaubet, der Berg, der vor euch steht, soll sich ins Meer stürzen, und ihr habt den wirklichen Glauben, so wird er sich ins Meer stürzen! -— Welch gewaltiger Abstand ist zwischen dieser Glaubensvorstellung der heutigen Menschheit, die eigentlich eine bloße Surrogat-Vorstellung für das Wissen ist, und jener Glaubensvorstellung, die, ich möchte sagen, vielleicht paradox, aber radikal in diesem Christus-Worte ausgedrückt ist! Aber man kann gleich herausfinden, wenn man nur ein wenig aufmerksam ist, worin das Wesentliche der Glaubensvorstellung, die der Christus gibt, eigentlich liegt. Was soll der Glaube? Er soll etwas bewirken, etwas hervorbringen. Er soll nicht bloß eine Vorstellung, ein Wissen erwekken; wenn man ihn hat, den Glauben, soll etwas geschehen können durch den Glauben. Sehen Sie sich daraufhin das Evangelium an. Überall, wo Sie es aufschlagen können, und wo Sie die Ausdrücke «Vertrauen» und «Glauben» finden, werden Sie überall finden, daß es sich um diese tätige Vorstellung handelt, daß man etwas haben soll, wodurch etwas verrichtet, etwas getan wird, wodurch etwas geschieht. Das ist außerordentlich wichtig.

[ 5 ] Und von all dem Wichtigen will ich noch ein Drittes heute anführen. In den Evangelien wird sehr häufig gesprochen von den Geheimnissen des Reiches Gottes oder des Reiches der Himmel, von den Mysterien des Reiches Gottes, dem Mysterium des Reiches der Himmel. In welchem Sinne wird hier von Geheimnissen gesprochen? In welchem Sinne wird gesprochen von dem Reiche Gottes oder dem Reiche der Himmel? Dies ist eine Vorstellung, zu der man schon etwas schwierig kommt. Aber derjenige, der sich viel, gerade vom okkultistischen Standpunkte aus, mit den Evangelien befaßt hat, kommt immer mehr und mehr zu der Anschauung: In den Evangelien ist jeder Satz wie von Granit hingebaut, und nicht einmal der Schnörkel eines Satzes ist irgend etwas Gleichgültiges, sondern etwas ungeheuer Wichtiges. Alle Kritik, die man begreifen kann, wenn sie bei einer Anschauung über die Evangelien einsetzt, alle Kritik hört dann auf, wenn man tiefer und immer tiefer gerade vom geisteswissenschaftlichen Erkenntnisstandpunkt in die Evangelien eindringt. Nun will ich Sie, um von diesem Geheimnis, von diesem Mysterium, von dem da die Rede ist, sprechen zu können, gleich hinweisen auf etwas außerordentlich Charakteristisches.

[ 5 ] Und von all dem Wichtigen will ich noch ein Drittes heute anführen. In den Evangelien wird sehr häufig gesprochen von den Geheimnissen des Reiches Gottes oder des Reiches der Himmel, von den Mysterien des Reiches Gottes, dem Mysterium des Reiches der Himmel. In welchem Sinne wird hier von Geheimnissen gesprochen? In welchem Sinne wird gesprochen von dem Reiche Gottes oder dem Reiche der Himmel? Dies ist eine Vorstellung, zu der man schon etwas schwierig kommt. Aber derjenige, der sich viel, gerade vom okkultistischen Standpunkte aus, mit den Evangelien befaßt hat, kommt immer mehr und mehr zu der Anschauung: In den Evangelien ist jeder Satz wie von Granit hingebaut, und nicht einmal der Schnörkel eines Satzes ist irgend etwas Gleichgültiges, sondern etwas ungeheuer Wichtiges. Alle Kritik, die man begreifen kann, wenn sie bei einer Anschauung über die Evangelien einsetzt, alle Kritik hört dann auf, wenn man tiefer und immer tiefer gerade vom geisteswissenschaftlichen Erkenntnisstandpunkt in die Evangelien eindringt. Nun will ich Sie, um von diesem Geheimnis, von diesem Mysterium, von dem da die Rede ist, sprechen zu können, gleich hinweisen auf etwas außerordentlich Charakteristisches.

[ 6 ] Ich habe schon bei früheren Besprechungen der Evangelien hingewiesen auf jene bedeutsame Stelle, wo es sich handelt um die Heilung, oder man könnte sie auch eine Erweckung nennen, des zwölfjährigen Töchterchens des Jairus. Wir reden ja hier unter Erwachsenen, daher kann ich diese, ich möchte sagen, tiefere medizinisch-okkulte Erkenntnis, die sich an diese Erweckung für den, der geisteswissenschaftlich in sie eindringt, ergibt, anführen. Zwölfjährig ist das Töchterchen. Der Christus Jesus naht sich ihr — Sie können die näheren Umstände ja in den Evangelien lesen —, um sie, die schon für tot gehalten wird, zu heilen. Es ist merkwürdig, daß man gerade bei solchen Dingen niemals zu einem Verständnis kommen kann, wenn man solch eine Stelle nicht prüft nach dem, was vorhergeht, und auch nach dem, was nachfolgt. Man reißt gerade beim Evangelium gern zu stark die einzelnen Partien heraus, liest immer das oder jenes, aber sie hängen miteinander zusammen. Unmittelbar vorher — Sie werden sich erinnern - steht in den Evangelien jene Stelle, da der Christus eben sich hinbegibt, gerufen zu dem zwölfjährigen Töchterchen des Jairus, wo er berührt wird, sein Mantel berührt wird von dem sogenannten blutflüssigen Weibe, von der Frau, die zwölf Jahre den Blutfluß hatte. Sie berührt sein Kleid. Was geschieht? Sie wird geheilt. Er fühlt, daß eine Kraft von ihm ausströmt. Das Wort fällt wiederum, das man nur versteht, wenn man die vorher eben angeführte Glaubensvorstellung richtig versteht: Dein Vertrauen, dein Glaube hat dich gesund gemacht. — Nun ist tiefsinnig an dieser Stelle des Evangeliums gesagt: Zwölf Jahre hatte sie die Krankheit; und das Töchterchen ist zwölf Jahre alt, lebte zwölf Jahre hier auf der physischen Erde. Was hatte das Töchterchen des Jairus nicht, was fehlte ihr? Sie kann nicht reif werden, sie kann nicht zur Reife gelangen; sie kann . zu dem nicht gelangen, was die Frau zwölf Jahre zu viel hatte. Und indem er die Frau heilt, die zwölf Jahre das zu viel hat, fühlt er die Kraft von sich ausströmen. Die überträgt er nun, indem er hingeht, auf das zwölfjährige Töchterchen, gibt ihr die Möglichkeit, reif zu werden, das heißt, weckt in ihr die Kraft auf, ohne die sie hinwelken müßte, und erweckt sie gewissermaßen dadurch zum Leben. Was liegt da vor? Es liegt nichts Geringeres vor, als daß der Christus mit seiner ganzen substantiellen Wesenheit nicht in sich lebt, sondern in seiner ganzen Umgebung lebt, und die Kräfte von einer Person auf die andere zu übertragen vermag; daß er die Kräfte, in denen er selbstlos nach außen hin lebt, von einer Person auf die andere hinüber verwandelt. Das liegt da vor. Er kann aus sich herausgehen, tätig aus sich herausgehen. Das liegt in der Kraft, die er gerade verspürt, wie sie in ihm entsteht, als das Weib seinen Mantel berührt und das große Vertrauen hat.

[ 6 ] Ich habe schon bei früheren Besprechungen der Evangelien hingewiesen auf jene bedeutsame Stelle, wo es sich handelt um die Heilung, oder man könnte sie auch eine Erweckung nennen, des zwölfjährigen Töchterchens des Jairus. Wir reden ja hier unter Erwachsenen, daher kann ich diese, ich möchte sagen, tiefere medizinisch-okkulte Erkenntnis, die sich an diese Erweckung für den, der geisteswissenschaftlich in sie eindringt, ergibt, anführen. Zwölfjährig ist das Töchterchen. Der Christus Jesus naht sich ihr — Sie können die näheren Umstände ja in den Evangelien lesen —, um sie, die schon für tot gehalten wird, zu heilen. Es ist merkwürdig, daß man gerade bei solchen Dingen niemals zu einem Verständnis kommen kann, wenn man solch eine Stelle nicht prüft nach dem, was vorhergeht, und auch nach dem, was nachfolgt. Man reißt gerade beim Evangelium gern zu stark die einzelnen Partien heraus, liest immer das oder jenes, aber sie hängen miteinander zusammen. Unmittelbar vorher — Sie werden sich erinnern - steht in den Evangelien jene Stelle, da der Christus eben sich hinbegibt, gerufen zu dem zwölfjährigen Töchterchen des Jairus, wo er berührt wird, sein Mantel berührt wird von dem sogenannten blutflüssigen Weibe, von der Frau, die zwölf Jahre den Blutfluß hatte. Sie berührt sein Kleid. Was geschieht? Sie wird geheilt. Er fühlt, daß eine Kraft von ihm ausströmt. Das Wort fällt wiederum, das man nur versteht, wenn man die vorher eben angeführte Glaubensvorstellung richtig versteht: Dein Vertrauen, dein Glaube hat dich gesund gemacht. — Nun ist tiefsinnig an dieser Stelle des Evangeliums gesagt: Zwölf Jahre hatte sie die Krankheit; und das Töchterchen ist zwölf Jahre alt, lebte zwölf Jahre hier auf der physischen Erde. Was hatte das Töchterchen des Jairus nicht, was fehlte ihr? Sie kann nicht reif werden, sie kann nicht zur Reife gelangen; sie kann . zu dem nicht gelangen, was die Frau zwölf Jahre zu viel hatte. Und indem er die Frau heilt, die zwölf Jahre das zu viel hat, fühlt er die Kraft von sich ausströmen. Die überträgt er nun, indem er hingeht, auf das zwölfjährige Töchterchen, gibt ihr die Möglichkeit, reif zu werden, das heißt, weckt in ihr die Kraft auf, ohne die sie hinwelken müßte, und erweckt sie gewissermaßen dadurch zum Leben. Was liegt da vor? Es liegt nichts Geringeres vor, als daß der Christus mit seiner ganzen substantiellen Wesenheit nicht in sich lebt, sondern in seiner ganzen Umgebung lebt, und die Kräfte von einer Person auf die andere zu übertragen vermag; daß er die Kräfte, in denen er selbstlos nach außen hin lebt, von einer Person auf die andere hinüber verwandelt. Das liegt da vor. Er kann aus sich herausgehen, tätig aus sich herausgehen. Das liegt in der Kraft, die er gerade verspürt, wie sie in ihm entsteht, als das Weib seinen Mantel berührt und das große Vertrauen hat.

[ 7 ] Mit diesem hängt es zusammen, daß er öfters zu den Jüngern sagte: Ihr, die ihr meine Schüler seid, ihr dürft erfahren die Geheimnisse des Reiches der Himmel, des Reiches Gottes; aber diejenigen, die draußen stehen, dürfen das nicht erfahren. - Nehmen Sie an, das Geheimnis, von dem wir jetzt gesprochen haben - ich meine nicht bloß die theoretische Schilderung, sondern dasjenige, was zu tun ist, um diese Verwandlung hervorzubringen —, nehmen wir an, das Geheimnis teilte er den Schriftgelehrten und Pharisäern mit. Was würde geschehen, wenn die würden verwandeln können Kräfte, die an dem einen Menschen haften? Sie würden sie nicht immer richtig verwandeln. Man sieht, wenn man das Evangelium durchliest, daß der Christus das nicht immer voraussetzt von den Pharisäern, noch weniger von den Sadduzäern und anderen. Nicht immer würden sie die Kräfte dazu verwenden, um, wenn sie sie von dem einen Menschen nehmen, sie dem anderen richtig zu geben, sondern sie würden Unheil über Unheil anrichten. Denn das liegt in ihrer Gesinnung. Deshalb muß es das Geheimnis der Eingeweihten bleiben, dasjenige, was er meint. Ich wollte es an einem besonders drastischen Beispiel erläutern, um was es sich dabei handelt.

[ 7 ] Mit diesem hängt es zusammen, daß er öfters zu den Jüngern sagte: Ihr, die ihr meine Schüler seid, ihr dürft erfahren die Geheimnisse des Reiches der Himmel, des Reiches Gottes; aber diejenigen, die draußen stehen, dürfen das nicht erfahren. - Nehmen Sie an, das Geheimnis, von dem wir jetzt gesprochen haben - ich meine nicht bloß die theoretische Schilderung, sondern dasjenige, was zu tun ist, um diese Verwandlung hervorzubringen —, nehmen wir an, das Geheimnis teilte er den Schriftgelehrten und Pharisäern mit. Was würde geschehen, wenn die würden verwandeln können Kräfte, die an dem einen Menschen haften? Sie würden sie nicht immer richtig verwandeln. Man sieht, wenn man das Evangelium durchliest, daß der Christus das nicht immer voraussetzt von den Pharisäern, noch weniger von den Sadduzäern und anderen. Nicht immer würden sie die Kräfte dazu verwenden, um, wenn sie sie von dem einen Menschen nehmen, sie dem anderen richtig zu geben, sondern sie würden Unheil über Unheil anrichten. Denn das liegt in ihrer Gesinnung. Deshalb muß es das Geheimnis der Eingeweihten bleiben, dasjenige, was er meint. Ich wollte es an einem besonders drastischen Beispiel erläutern, um was es sich dabei handelt.

[ 8 ] Sehen Sie, da haben wir vor allen Dingen drei wichtige Dinge. Ich könnte noch viele anführen. Übermorgen werden wir noch einiges dazu sagen, aber ich will nur zu dem Wichtigsten hinüberleiten. Da haben wir drei Dinge, die wir charakterisieren müssen, wenn wir von alledem sprechen, was mit der großen, überragenden Weltbedeutung des Mysteriums von Golgatha zusammenhängt. Ich werde genötigt sein, um wenigstens einigermaßen einiges beizubringen zu unserem Thema, an diesem Abend mehr aphoristisch zu sprechen.

[ 8 ] Sehen Sie, da haben wir vor allen Dingen drei wichtige Dinge. Ich könnte noch viele anführen. Übermorgen werden wir noch einiges dazu sagen, aber ich will nur zu dem Wichtigsten hinüberleiten. Da haben wir drei Dinge, die wir charakterisieren müssen, wenn wir von alledem sprechen, was mit der großen, überragenden Weltbedeutung des Mysteriums von Golgatha zusammenhängt. Ich werde genötigt sein, um wenigstens einigermaßen einiges beizubringen zu unserem Thema, an diesem Abend mehr aphoristisch zu sprechen.

[ 9 ] Ich sagte eben, wir müssen uns eine Vorstellung machen von dem, was in dem Worte liegt: das Mysterium von dem Reiche der Himmel. Das ist etwas sehr Konkretes, wie wir es an dem Beispiel haben erläutern können. Nun sagt Johannes der Täufer bei der Gelegenheit, da er die Taufe vornimmt: die Reiche der Himmel oder die Reiche Gottes seien nahe. Da haben wir diese Vorstellung. Und was tut Johannes der Täufer? Offenbar — das geht aus dem ganzen Zusammenhang hervor -, weil die Reiche der Himmel, die Reiche des Gottes nahe sind, tut er folgendes. Er tauft mit Wasser, wie er selbst definiert. Er tauft mit Wasser zur Vergebung der Sünden; und er sagt vorher, daß da kommen wird Einer, der mit dem Heiligen Geiste taufen wird. Was ist der Unterschied zwischen der Taufe, die Johannes der Täufer vornimmt, und der Taufe, von der er spricht, daß sie die Taufe mit dem Heiligen Geiste ist?

[ 9 ] Ich sagte eben, wir müssen uns eine Vorstellung machen von dem, was in dem Worte liegt: das Mysterium von dem Reiche der Himmel. Das ist etwas sehr Konkretes, wie wir es an dem Beispiel haben erläutern können. Nun sagt Johannes der Täufer bei der Gelegenheit, da er die Taufe vornimmt: die Reiche der Himmel oder die Reiche Gottes seien nahe. Da haben wir diese Vorstellung. Und was tut Johannes der Täufer? Offenbar — das geht aus dem ganzen Zusammenhang hervor -, weil die Reiche der Himmel, die Reiche des Gottes nahe sind, tut er folgendes. Er tauft mit Wasser, wie er selbst definiert. Er tauft mit Wasser zur Vergebung der Sünden; und er sagt vorher, daß da kommen wird Einer, der mit dem Heiligen Geiste taufen wird. Was ist der Unterschied zwischen der Taufe, die Johannes der Täufer vornimmt, und der Taufe, von der er spricht, daß sie die Taufe mit dem Heiligen Geiste ist?

[ 10 ] Man versteht nicht, was eigentlich mit der Wassertaufe — die Art, wie sie vorgenommen wurde, habe ich ja öfter erzählt — gemeint ist, worauf angespielt ist, wenn man nicht eben gerade versucht, geisteswissenschaftlich sich der Sache zu nähern. Ich habe mich jahrelang bemüht, gerade hinter diese Dinge ein wenig zu kommen mit Hilfe derjenigen Mittel, die eben die Geisteswissenschaft an die Hand gibt. Da geht einem plötzlich auf, daß die ganze Charakteristik, in der uns der Täufer Johannes entgegentritt, etwas sehr, sehr Bedeutsames ist. Was sind es eigentlich letzten Endes für Wasser, mit denen Johannes tauft? Selbstverständlich, äußerlich sind es die Wasser des Jordan. Aber wir wissen ja: die betreffenden Täuflinge wurden ganz untergetaucht, so daß in der Tat während des Untertauchens eine Art Lockerung ihres Ätherleibes von dem physischen Leibe stattfand, daß sie für einen Augenblick sich hellsichtig sehen konnten. Das ist ja die wirkliche Bedeutung der Johannes-Taufe und ähnlicher Taufen gewesen. Aber Johannes meint nicht das allein, indem er von der Wassertaufe spricht, sondern er meint vor allen Dingen einen Hinweis auf jene Stelle des Alten Testamentes, wo gesagt wird: Der Geist der Götter schwebte über den Wassern. Denn was soll erreicht werden durch die Wassertaufe im Jordan? Durch die Wassertaufe im Jordan soll das erreicht werden, daß die Täuflinge in ihrem Bewußtsein durch jene Lockerung des Ätherleibes, durch all dasjenige, was mit ihnen vorgeht, sich zurückversetzt fühlen in die Zeit vor dem, was man den Sündenfall nennt. Es soll gewissermaßen aus ihrem Bewußtsein ganz ausgelöscht werden all dasjenige, was seit dem Sündenfall vorgegangen ist; sie sollen in den UnschuldsUrzustand zurückversetzt werden, damit sie sehen, was der Mensch vor dem Sündenfall gewesen ist. Gewissermaßen soll den Täuflingen klar werden: Der Mensch hat durch den Sündenfall einen Irrweg eingeschlagen, und wenn er auf diesem Irrweg weitergeht, so kann es mit ihm nicht gut ausgehen. Er muß umkehren bis zum Anfang, er muß gewissermaßen aus seiner Seele ausreißen alles dasjenige, was durch den Irrweg in diese Seele hineingekommen ist.

[ 10 ] Man versteht nicht, was eigentlich mit der Wassertaufe — die Art, wie sie vorgenommen wurde, habe ich ja öfter erzählt — gemeint ist, worauf angespielt ist, wenn man nicht eben gerade versucht, geisteswissenschaftlich sich der Sache zu nähern. Ich habe mich jahrelang bemüht, gerade hinter diese Dinge ein wenig zu kommen mit Hilfe derjenigen Mittel, die eben die Geisteswissenschaft an die Hand gibt. Da geht einem plötzlich auf, daß die ganze Charakteristik, in der uns der Täufer Johannes entgegentritt, etwas sehr, sehr Bedeutsames ist. Was sind es eigentlich letzten Endes für Wasser, mit denen Johannes tauft? Selbstverständlich, äußerlich sind es die Wasser des Jordan. Aber wir wissen ja: die betreffenden Täuflinge wurden ganz untergetaucht, so daß in der Tat während des Untertauchens eine Art Lockerung ihres Ätherleibes von dem physischen Leibe stattfand, daß sie für einen Augenblick sich hellsichtig sehen konnten. Das ist ja die wirkliche Bedeutung der Johannes-Taufe und ähnlicher Taufen gewesen. Aber Johannes meint nicht das allein, indem er von der Wassertaufe spricht, sondern er meint vor allen Dingen einen Hinweis auf jene Stelle des Alten Testamentes, wo gesagt wird: Der Geist der Götter schwebte über den Wassern. Denn was soll erreicht werden durch die Wassertaufe im Jordan? Durch die Wassertaufe im Jordan soll das erreicht werden, daß die Täuflinge in ihrem Bewußtsein durch jene Lockerung des Ätherleibes, durch all dasjenige, was mit ihnen vorgeht, sich zurückversetzt fühlen in die Zeit vor dem, was man den Sündenfall nennt. Es soll gewissermaßen aus ihrem Bewußtsein ganz ausgelöscht werden all dasjenige, was seit dem Sündenfall vorgegangen ist; sie sollen in den UnschuldsUrzustand zurückversetzt werden, damit sie sehen, was der Mensch vor dem Sündenfall gewesen ist. Gewissermaßen soll den Täuflingen klar werden: Der Mensch hat durch den Sündenfall einen Irrweg eingeschlagen, und wenn er auf diesem Irrweg weitergeht, so kann es mit ihm nicht gut ausgehen. Er muß umkehren bis zum Anfang, er muß gewissermaßen aus seiner Seele ausreißen alles dasjenige, was durch den Irrweg in diese Seele hineingekommen ist.

[ 11 ] Es war ein Zug bei sehr vielen Menschen der damaligen Zeit - die Geschichte schildert hier keineswegs genau -, sich zurückzuversetzen in die Zeit der Unschuld, abzustreifen das, was die Irrwege gebracht haben, das Leben der Erde gewissermaßen noch einmal zu beginnen von dem Anfangspunkte aus, bevor die Erbsünde begangen worden ist; nicht zu erleben dasjenige, was sich abgespielt hat und festgelegt hat in der sozialen und völkischen Ordnung seit dem Sündenfall und bis zu jenem römischen Reiche oder bis zu jenem Judenreiche, in welchem Johannes der Täufer lebte. Daher ziehen sich solche Menschen, die dieser Anschauung sind, daß man sich eigentlich herausreißen müsse aus dem, was die Welt gebracht hat nach dem Sündenfall, zurück in Wüsten und Einsamkeit, führen ein mönchisches Leben. Das wird uns an Johannes dem Täufer sehr genau geschildert, indem er uns dargestellt wird als lebend in der Wüste und nur sich ernährend von Honig und Tieren, wie man sie in der Wüste findet, mit einem Fell von Kamelhaaren bekleidet. So richtig als der Wüstenmensch, der Einsamkeitsmensch, wird der Täufer Johannes hingestellt.

[ 11 ] Es war ein Zug bei sehr vielen Menschen der damaligen Zeit - die Geschichte schildert hier keineswegs genau -, sich zurückzuversetzen in die Zeit der Unschuld, abzustreifen das, was die Irrwege gebracht haben, das Leben der Erde gewissermaßen noch einmal zu beginnen von dem Anfangspunkte aus, bevor die Erbsünde begangen worden ist; nicht zu erleben dasjenige, was sich abgespielt hat und festgelegt hat in der sozialen und völkischen Ordnung seit dem Sündenfall und bis zu jenem römischen Reiche oder bis zu jenem Judenreiche, in welchem Johannes der Täufer lebte. Daher ziehen sich solche Menschen, die dieser Anschauung sind, daß man sich eigentlich herausreißen müsse aus dem, was die Welt gebracht hat nach dem Sündenfall, zurück in Wüsten und Einsamkeit, führen ein mönchisches Leben. Das wird uns an Johannes dem Täufer sehr genau geschildert, indem er uns dargestellt wird als lebend in der Wüste und nur sich ernährend von Honig und Tieren, wie man sie in der Wüste findet, mit einem Fell von Kamelhaaren bekleidet. So richtig als der Wüstenmensch, der Einsamkeitsmensch, wird der Täufer Johannes hingestellt.

[ 12 ] Vergleichen Sie mit dem eine breite Strömung in der damaligen Zeit, die das, was im Johannes-Evangelium angedeutet ist, in der verschiedensten Weise zum Ausdruck brachte. Man sagte, man müsse sich zurückziehen von der Materie, man müsse sich vergeistigen. In der Gnosis hat das noch, ich möchte sagen, seinen geistigsten Nachklang, dieses Nicht-mit-der-Welt-leben-Wollen. Und im Mönchtum ist es zum Ausdruck gekommen. Ja, aber warum denn das? Warum kam gerade dieser starke Johannes-Zug — er war verhältnismäßig nicht alt —, warum kam dieser Zug über die Welt? Die Antwort liegt in dem Satze: Das Reich der Himmel oder das Reich des Gottes ist nahe.

[ 12 ] Vergleichen Sie mit dem eine breite Strömung in der damaligen Zeit, die das, was im Johannes-Evangelium angedeutet ist, in der verschiedensten Weise zum Ausdruck brachte. Man sagte, man müsse sich zurückziehen von der Materie, man müsse sich vergeistigen. In der Gnosis hat das noch, ich möchte sagen, seinen geistigsten Nachklang, dieses Nicht-mit-der-Welt-leben-Wollen. Und im Mönchtum ist es zum Ausdruck gekommen. Ja, aber warum denn das? Warum kam gerade dieser starke Johannes-Zug — er war verhältnismäßig nicht alt —, warum kam dieser Zug über die Welt? Die Antwort liegt in dem Satze: Das Reich der Himmel oder das Reich des Gottes ist nahe.

[ 13 ] Und hier müssen wir verstehen das, was wir das letztemal gesagt haben von den Seelen, die seit dem Sündenfall immer schlechter und schlechter geworden sind, die immer weniger und weniger geeignet waren, dem menschlichen Leibe dasjenige zu sein, was sie ihm sein sollen, die gewissermaßen immer mehr und mehr korrumpiert worden sind. Das konnte eine gewisse Wegstrecke der Erdenentwickelung gehen, aber das mußte einmal ein Ende finden, dann ein Ende finden, wenn diese ganze Erdenentwickelung ergriffen wird von der Himmelsentwikkelung, wenn die Himmelsentwickelung sich bemächtigt der Erdenentwickelung. Das sahen solche Menschen wie Johannes prophetisch voraus: Jetzt kommt die Zeit, wo es nicht mehr geht, daß die Seelen gerettet werden; jetzt kommt die Zeit, daß die Seelen verfallen müssen, wenn nicht irgend etwas Besonderes eintritt. Entweder müssen die Seelen sich zurückziehen vom ganzen Leben seit der Erbsünde, welche dasjenige gebracht hat, wodurch die Seelen korrumpiert worden sind also die Erdenentwickelung muß vergeblich sein —, oder es muß etwas anderes geschehen! Das drückte Johannes der Täufer eben aus, indem er sagte: Es wird einer kommen, der da mit dem Heiligen Geiste taufen wird. Johannes konnte die Menschen nur erretten vor den Folgen des Sündenfalles, indem er sie herausriß aus der Welt. Der Christus Jesus wollte sie auf eine andere Weise erretten; er wollte sie drinnen lassen in der Welt und sie dennoch retten. Er wollte sie nicht zurückführen zu dem Zeitpunkt vor dem Sündenfall, sondern er wollte sie die weiteren Wegstrecken der Erdenentwickelung durchlaufen lassen und dennoch sie Anteil nehmen lassen an dem Reiche der Himmel.

[ 13 ] Und hier müssen wir verstehen das, was wir das letztemal gesagt haben von den Seelen, die seit dem Sündenfall immer schlechter und schlechter geworden sind, die immer weniger und weniger geeignet waren, dem menschlichen Leibe dasjenige zu sein, was sie ihm sein sollen, die gewissermaßen immer mehr und mehr korrumpiert worden sind. Das konnte eine gewisse Wegstrecke der Erdenentwickelung gehen, aber das mußte einmal ein Ende finden, dann ein Ende finden, wenn diese ganze Erdenentwickelung ergriffen wird von der Himmelsentwikkelung, wenn die Himmelsentwickelung sich bemächtigt der Erdenentwickelung. Das sahen solche Menschen wie Johannes prophetisch voraus: Jetzt kommt die Zeit, wo es nicht mehr geht, daß die Seelen gerettet werden; jetzt kommt die Zeit, daß die Seelen verfallen müssen, wenn nicht irgend etwas Besonderes eintritt. Entweder müssen die Seelen sich zurückziehen vom ganzen Leben seit der Erbsünde, welche dasjenige gebracht hat, wodurch die Seelen korrumpiert worden sind also die Erdenentwickelung muß vergeblich sein —, oder es muß etwas anderes geschehen! Das drückte Johannes der Täufer eben aus, indem er sagte: Es wird einer kommen, der da mit dem Heiligen Geiste taufen wird. Johannes konnte die Menschen nur erretten vor den Folgen des Sündenfalles, indem er sie herausriß aus der Welt. Der Christus Jesus wollte sie auf eine andere Weise erretten; er wollte sie drinnen lassen in der Welt und sie dennoch retten. Er wollte sie nicht zurückführen zu dem Zeitpunkt vor dem Sündenfall, sondern er wollte sie die weiteren Wegstrecken der Erdenentwickelung durchlaufen lassen und dennoch sie Anteil nehmen lassen an dem Reiche der Himmel.

[ 14 ] Ein weiteres, was man nun verstehen muß, ist: Was lag denn eigentlich in dem Willen des Christus? Es pulsiert das schon durch die Evangelien hindurch, was in dem Willen des Christus Jesus liegt, aber man muß es nur mit allem tiefen, tiefsten Ernste wirklich fühlen. Sie wissen, wir haben die vier Evangelien. Jedes dieser vier Evangelien enthält trotz allen scheinbaren Widersprüchen einen gewissen Grundstock von Tatsachen und Wahrheiten, die durch den Christus Jesus getan oder verkündet worden sind, aber es enthält jedes Evangelium, ich möchte sagen, eingegossen diesen Grundstock in eine ganz bestimmte Stimmung. Und da kommt wirklich das in Betracht, was ich Ihnen angeführt habe, als ich Sie auf Richard Rothe hinwies. Da kommt in Betracht, daß man die Evangelien anders lesen muß, als man das heute tut: daß man sie lesen muß mit jenem Hauche, der sie durchzieht, mit jener eigentümlichen Stimmung, die in ihnen waltet. Man liest allerdings die Evangelien heute so, daß man hineinträumt dasjenige, was man als so ein allgemeines menschliches Ideal ansieht. In der Zeit der Aufklärung hat man einen aufgeklärten Menschen in dem Christus Jesus gesehen; aus protestantenvereinlerischen Strömungen ist ein Jesus-Bild hervorgegangen, wo Jesus ein richtiger Protestanten-Vereinler des neunzehnten Jahrhunderts ist; Ernst Haeckel hat es sogar zustande gebracht, aus dem Jesus einen richtigen Monisten seiner Sorte zu machen. Das sind Dinge, über die die Menschheit wird hinauskommen müssen. Das, worum es sich handelt, ist, wirklich mit der Atmosphäre der Zeit richtig zu fühlen, was in den Evangelien gelegen ist. Aber das muß mehr oder weniger empfunden werden.

[ 14 ] Ein weiteres, was man nun verstehen muß, ist: Was lag denn eigentlich in dem Willen des Christus? Es pulsiert das schon durch die Evangelien hindurch, was in dem Willen des Christus Jesus liegt, aber man muß es nur mit allem tiefen, tiefsten Ernste wirklich fühlen. Sie wissen, wir haben die vier Evangelien. Jedes dieser vier Evangelien enthält trotz allen scheinbaren Widersprüchen einen gewissen Grundstock von Tatsachen und Wahrheiten, die durch den Christus Jesus getan oder verkündet worden sind, aber es enthält jedes Evangelium, ich möchte sagen, eingegossen diesen Grundstock in eine ganz bestimmte Stimmung. Und da kommt wirklich das in Betracht, was ich Ihnen angeführt habe, als ich Sie auf Richard Rothe hinwies. Da kommt in Betracht, daß man die Evangelien anders lesen muß, als man das heute tut: daß man sie lesen muß mit jenem Hauche, der sie durchzieht, mit jener eigentümlichen Stimmung, die in ihnen waltet. Man liest allerdings die Evangelien heute so, daß man hineinträumt dasjenige, was man als so ein allgemeines menschliches Ideal ansieht. In der Zeit der Aufklärung hat man einen aufgeklärten Menschen in dem Christus Jesus gesehen; aus protestantenvereinlerischen Strömungen ist ein Jesus-Bild hervorgegangen, wo Jesus ein richtiger Protestanten-Vereinler des neunzehnten Jahrhunderts ist; Ernst Haeckel hat es sogar zustande gebracht, aus dem Jesus einen richtigen Monisten seiner Sorte zu machen. Das sind Dinge, über die die Menschheit wird hinauskommen müssen. Das, worum es sich handelt, ist, wirklich mit der Atmosphäre der Zeit richtig zu fühlen, was in den Evangelien gelegen ist. Aber das muß mehr oder weniger empfunden werden.

[ 15 ] Nehmen Sie zunächst das Matthäus-Evangelium. Man kann die Frage aufwerfen: Mit welchem Ziel ist es geschrieben, was will das Matthäus-Evangelium? Man kann sich sehr leicht täuschen lassen durch allerlei Dinge, die man gerne annimmt in diesen Evangelien, die man aber falsch interpretiert. Trotzdem der Satz drinnen steht — ja, eben weil gerade der Satz drinnen steht: Von dem Gesetze soll kein Jota und Häkchen geändert werden -, trotzdem gilt doch: Das Matthäus-Evangelium ist von seinem Verfasser geschrieben in der Absicht, volle Gegnerschaft gegen das herkömmliche Judentum zu entwickeln. Es ist eine Gegenschrift gegen das herkömmliche Judentum. Der Verfasser des Matthäus-Evangeliums nimmt es auf mit dem ganzen herkömmlichen Judentum und erklärt, daß es der Wille des Christus Jesus war, das herkömmliche Judentum voll zu unterbinden.

[ 15 ] Nehmen Sie zunächst das Matthäus-Evangelium. Man kann die Frage aufwerfen: Mit welchem Ziel ist es geschrieben, was will das Matthäus-Evangelium? Man kann sich sehr leicht täuschen lassen durch allerlei Dinge, die man gerne annimmt in diesen Evangelien, die man aber falsch interpretiert. Trotzdem der Satz drinnen steht — ja, eben weil gerade der Satz drinnen steht: Von dem Gesetze soll kein Jota und Häkchen geändert werden -, trotzdem gilt doch: Das Matthäus-Evangelium ist von seinem Verfasser geschrieben in der Absicht, volle Gegnerschaft gegen das herkömmliche Judentum zu entwickeln. Es ist eine Gegenschrift gegen das herkömmliche Judentum. Der Verfasser des Matthäus-Evangeliums nimmt es auf mit dem ganzen herkömmlichen Judentum und erklärt, daß es der Wille des Christus Jesus war, das herkömmliche Judentum voll zu unterbinden.

[ 16 ] Und das Markus-Evangelium? Das Markus-Evangelium ist für Römer geschrieben, gegen dasjenige, was im äußeren Römischen Reiche, im Reiche der Welt, sich herausgebildet hatte. Es ist gegen die Gesetzesordnung des Römischen Reiches, gegen die soziale Ordnung des Römischen Reiches geschrieben; es ist eine Gegenschrift gegen das Römische Reich. Jene Juden wußten ganz gut, was sie meinten, oder eigentlich, besser gesagt, was sie fühlten, die da sagten: Wir müssen ihn töten, denn sonst wird das ganze Volk sein Anhänger, und dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Reich. — Gegen das Judentum, gegen das Römertum sind Matthäus- und Markus-Evangelium geschrieben. Richtige opponierende Schriften ernstester Art, nicht gegen das Judentum seinem Wesen nach, selbstverständlich, auch nicht gegen das Römertum seinem Wesen nach, sondern gegen dasjenige, was Judentum und Römertum äußerlich geworden sind, was sie als Reiche der Welt gegenüber dem Reiche der Himmel oder des Gottes in der damaligen Zeit waren. Man nimmt diese Dinge allerdings auch in unserer Zeit, wie ähnliche Dinge, wahrhaftig nicht mit jenem Ernste, mit dem sie genommen werden wollen; man weiß es gar nicht einmal, daß man sie nicht mit dem Ernste nimmt, mit dem sie genommen werden wollen. Der Zar, der jetzt abgesetzt worden ist, schrieb wenige Jahre vor dem Krieg auf einen seiner Erlasse die folgenden eigenhändigen Worte: Riesen des Gedankens und der Tat werden erscheinen, ich vertraue fest darauf, und werden das Heil und die Wohlfahrt Rußlands bringen! Denken Sie, wenn das gekommen wäre, auf das der Zar fest vertraut hat: Riesen des Gedankens und der Tat - in die Peter-Pauls-Festung hätte er sie geschickt oder nach Sibirien, selbstverständlich! Das ist der Ernst, der heute hinter den Worten lebt. Aber mit diesem Ernste versteht man die Tiefen der Evangelien nicht.

[ 16 ] Und das Markus-Evangelium? Das Markus-Evangelium ist für Römer geschrieben, gegen dasjenige, was im äußeren Römischen Reiche, im Reiche der Welt, sich herausgebildet hatte. Es ist gegen die Gesetzesordnung des Römischen Reiches, gegen die soziale Ordnung des Römischen Reiches geschrieben; es ist eine Gegenschrift gegen das Römische Reich. Jene Juden wußten ganz gut, was sie meinten, oder eigentlich, besser gesagt, was sie fühlten, die da sagten: Wir müssen ihn töten, denn sonst wird das ganze Volk sein Anhänger, und dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Reich. — Gegen das Judentum, gegen das Römertum sind Matthäus- und Markus-Evangelium geschrieben. Richtige opponierende Schriften ernstester Art, nicht gegen das Judentum seinem Wesen nach, selbstverständlich, auch nicht gegen das Römertum seinem Wesen nach, sondern gegen dasjenige, was Judentum und Römertum äußerlich geworden sind, was sie als Reiche der Welt gegenüber dem Reiche der Himmel oder des Gottes in der damaligen Zeit waren. Man nimmt diese Dinge allerdings auch in unserer Zeit, wie ähnliche Dinge, wahrhaftig nicht mit jenem Ernste, mit dem sie genommen werden wollen; man weiß es gar nicht einmal, daß man sie nicht mit dem Ernste nimmt, mit dem sie genommen werden wollen. Der Zar, der jetzt abgesetzt worden ist, schrieb wenige Jahre vor dem Krieg auf einen seiner Erlasse die folgenden eigenhändigen Worte: Riesen des Gedankens und der Tat werden erscheinen, ich vertraue fest darauf, und werden das Heil und die Wohlfahrt Rußlands bringen! Denken Sie, wenn das gekommen wäre, auf das der Zar fest vertraut hat: Riesen des Gedankens und der Tat - in die Peter-Pauls-Festung hätte er sie geschickt oder nach Sibirien, selbstverständlich! Das ist der Ernst, der heute hinter den Worten lebt. Aber mit diesem Ernste versteht man die Tiefen der Evangelien nicht.

[ 17 ] Und das Lukas-Evangelium, das dritte Evangelium? Sein Ernst kann einem schon aufgehen, wenn man nur nimmt die Stelle, die da steht, nachdem Jesus in der Synagoge sich hat geben lassen den Jesajas, nachdem er eine Stelle aus dem Jesajas gelesen hat, und dann, anknüpfend an die Jesajas-Stelle, die Worte sprach:

[ 17 ] Und das Lukas-Evangelium, das dritte Evangelium? Sein Ernst kann einem schon aufgehen, wenn man nur nimmt die Stelle, die da steht, nachdem Jesus in der Synagoge sich hat geben lassen den Jesajas, nachdem er eine Stelle aus dem Jesajas gelesen hat, und dann, anknüpfend an die Jesajas-Stelle, die Worte sprach:

[ 18 ] «Der Geist des Herrn liegt auf mir, dieweil er mich gesalbt hat, und er hat mich gesandt, den Armen frohe Botschaft zu bringen, den Gefangenen Freiheit, den Blinden das Gesicht, den Niedergebeugten die Befreiung.»

[ 18 ] «Der Geist des Herrn liegt auf mir, dieweil er mich gesalbt hat, und er hat mich gesandt, den Armen frohe Botschaft zu bringen, den Gefangenen Freiheit, den Blinden das Gesicht, den Niedergebeugten die Befreiung.»

[ 19 ] Dann aber legte er das aus, was er eigentlich meinte; besser gesagt, er legte die ganze Tiefe aus, die er meinte, in diesen Worten. Und indem er es auslegte, kontrastierte er das, was lebte in den Worten, mit dem, was ringsherum lebte. Er wollte sprechen aus dem Reiche der Himmel im Gegensatz zu den Reichen der Welt und charakterisierte das, indem er zunächst zu dem Reiche der Welt der Juden redete, indem er sprach in der Synagoge der Juden. Er sagte:

[ 19 ] Dann aber legte er das aus, was er eigentlich meinte; besser gesagt, er legte die ganze Tiefe aus, die er meinte, in diesen Worten. Und indem er es auslegte, kontrastierte er das, was lebte in den Worten, mit dem, was ringsherum lebte. Er wollte sprechen aus dem Reiche der Himmel im Gegensatz zu den Reichen der Welt und charakterisierte das, indem er zunächst zu dem Reiche der Welt der Juden redete, indem er sprach in der Synagoge der Juden. Er sagte:

[ 20 ] «Ihr werdet mir freilich das Sprichwort entgegenhalten: Arzt, hilf dir selber! Was in Kapernaum geschehen sein soll, das tue auch hier in deiner Vaterstadt. - Wahrlich, ich sage euch: Kein Prophet wird in seiner Vaterstadt anerkannt. Es waren viele Witwen in Israel zu Elias Zeiten, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate keinen Regen hergab, und eine große Hungersnot in das Land kam; aber zu keiner wurde Elias gesandt, als nur zu einer Witwe in Sarepta im Lande Sidon. Und es gab viele Aussätzige in Israel zu der Zeit des Propheten Elisäus, und keiner wurde gereinigt, als nur der Syrer Naeman.»

[ 20 ] «Ihr werdet mir freilich das Sprichwort entgegenhalten: Arzt, hilf dir selber! Was in Kapernaum geschehen sein soll, das tue auch hier in deiner Vaterstadt. - Wahrlich, ich sage euch: Kein Prophet wird in seiner Vaterstadt anerkannt. Es waren viele Witwen in Israel zu Elias Zeiten, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate keinen Regen hergab, und eine große Hungersnot in das Land kam; aber zu keiner wurde Elias gesandt, als nur zu einer Witwe in Sarepta im Lande Sidon. Und es gab viele Aussätzige in Israel zu der Zeit des Propheten Elisäus, und keiner wurde gereinigt, als nur der Syrer Naeman.»

[ 21 ] Keiner der Juden wurde weder von Elias, noch von Elisäus gereinigt und geheilt, sondern diejenigen, die nicht Juden waren. Das sagte er zur Interpretation seiner Worte, um die Umwelt zu charakterisieren im Gegensatz zum Reiche der Himmel. Und was geschah?

[ 21 ] Keiner der Juden wurde weder von Elias, noch von Elisäus gereinigt und geheilt, sondern diejenigen, die nicht Juden waren. Das sagte er zur Interpretation seiner Worte, um die Umwelt zu charakterisieren im Gegensatz zum Reiche der Himmel. Und was geschah?

[ 22 ] «Alle diejenigen, die in der Synagoge waren, gerieten in Wut, als sie das hörten, standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus, führten ihn an den Steil-Absturz des Berges, auf dem die Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen. Er aber entwich ihnen unter den Händen.»

[ 22 ] «Alle diejenigen, die in der Synagoge waren, gerieten in Wut, als sie das hörten, standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus, führten ihn an den Steil-Absturz des Berges, auf dem die Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen. Er aber entwich ihnen unter den Händen.»

[ 23 ] Sehen Sie, das ist der ganze Gegensatz hier im Lukas-Evangelium jetzt nicht bloß wie im Matthäus-Evangelium zu den Juden, nicht wie im Markus-Evangelium zu den Römern -, das ist der ganze Gegensatz zu den Leidenschaften, den Emotionen der Menschen im allgemeinen, wie sie rings um den Christus Jesus herum lebten. Daher muß man den ganzen großen, bedeutsamen Impuls nehmen, der in den Worten des Christus Jesus lag. Jenen Impuls, der nicht mit der Welt ging, sondern der aus dem Reiche der Himmel herausging.

[ 23 ] Sehen Sie, das ist der ganze Gegensatz hier im Lukas-Evangelium jetzt nicht bloß wie im Matthäus-Evangelium zu den Juden, nicht wie im Markus-Evangelium zu den Römern -, das ist der ganze Gegensatz zu den Leidenschaften, den Emotionen der Menschen im allgemeinen, wie sie rings um den Christus Jesus herum lebten. Daher muß man den ganzen großen, bedeutsamen Impuls nehmen, der in den Worten des Christus Jesus lag. Jenen Impuls, der nicht mit der Welt ging, sondern der aus dem Reiche der Himmel herausging.

[ 24 ] Das Johannes-Evangelium, der Impuls des Johannes-Evangeliums geht noch weiter. Im Johannes-Evangelium wird nicht bloß gegen ein kleines Volk wie die Juden, oder ein großes wie die Römer, oder die ganze Menschheit, so wie sie mit ihren Eigenschaften seit der Erbsünde lebt, gesprochen, sondern im Johannes-Evangelium wird auch gesprochen gegen die hinter der physischen Welt lebenden Geister, insofern diese abgefallen sind vom richtigen Wege. Und das Johannes-Evangelium versteht man nur richtig, wenn man weiß: So wie im Matthäus-Evangelium mit den Juden, im Markus-Evangelium mit den Römern, im Lukas-Evangelium mit den unter dem Sündenfall stehenden Menschen, so wird mit den Geistern der Menschen und noch mit den der Menschheit angrenzenden Geistern, die mit der Menschheit zusammen gefallen sind, im Johannes-Evangelium gesprochen. Auch mit der Geisteswelt selbst rechnet der Christus Jesus ab. — Es kann sehr leicht diese materialistische Zeit finden: wer so spricht, sei ein Fanatiker. Das muß man sich gefallen lassen, wenn man das sagt, aber die Wahrheit ist es doch! Und es zeigt sich immer mehr und mehr, je mehr man auf diese Dinge eingeht, daß es die Wahrheit ist.

[ 24 ] Das Johannes-Evangelium, der Impuls des Johannes-Evangeliums geht noch weiter. Im Johannes-Evangelium wird nicht bloß gegen ein kleines Volk wie die Juden, oder ein großes wie die Römer, oder die ganze Menschheit, so wie sie mit ihren Eigenschaften seit der Erbsünde lebt, gesprochen, sondern im Johannes-Evangelium wird auch gesprochen gegen die hinter der physischen Welt lebenden Geister, insofern diese abgefallen sind vom richtigen Wege. Und das Johannes-Evangelium versteht man nur richtig, wenn man weiß: So wie im Matthäus-Evangelium mit den Juden, im Markus-Evangelium mit den Römern, im Lukas-Evangelium mit den unter dem Sündenfall stehenden Menschen, so wird mit den Geistern der Menschen und noch mit den der Menschheit angrenzenden Geistern, die mit der Menschheit zusammen gefallen sind, im Johannes-Evangelium gesprochen. Auch mit der Geisteswelt selbst rechnet der Christus Jesus ab. — Es kann sehr leicht diese materialistische Zeit finden: wer so spricht, sei ein Fanatiker. Das muß man sich gefallen lassen, wenn man das sagt, aber die Wahrheit ist es doch! Und es zeigt sich immer mehr und mehr, je mehr man auf diese Dinge eingeht, daß es die Wahrheit ist.

[ 25 ] Dieser bedeutsame Impuls, der also vierfach zum Ausdruck kommt, er zeigt uns, daß durch den Christus wirklich etwas in die Welt hineingebracht werden soll, was nicht in ihr ist. Das liebt ja die Welt nicht. Sie liebte es zu keiner Zeit. Aber das muß zu verschiedenen Zeiten gegeben werden. Und es wird uns hinlänglich gerade in den Evangelien gezeigt, daß richtig das Wort dieser Evangelien nur verstanden wird, wenn man es in den ganzen Kosmos hineinstellt, wenn man es als dem kosmischen Geschehen angehörend betrachtet. Das zeigt sich ja am besten — nehmen Sie das kürzeste, das prägnante Markus-Evangelium zur Hand -, wenn Sie sich aus dem Markus-Evangelium die Frage beantworten: Wer erkennt denn eigentlich zuallererst, daß durch den Christus Jesus etwas in die Welt hereingekommen ist, was ein grandioser Impuls von der Art ist, wie es eben gesagt worden ist? Wer erkennt es? Man könnte sagen: der Täufer Johannes. Aber der ahnt es mehr; das zeigt sich insbesondere bei der Schilderung der Begegnung des Christus Jesus mit dem Johannes im Johannes-Evangelium. Wer erkennt es denn zuerst? Die Dämonen in den Besessenen, die Jesus der Christus heilt. Die sind es, die zuerst aussprechen: «Du bist der Gottgesandte» oder «Du bist der Sohn des Gottes» oder dergleichen. Die Dämonen sind es. Den Dämonen muß der Christus zunächst verbieten, daß sie ihn verraten. Geistige Wesen sind es zuerst. Da sehen Sie, daß wir zuerst auf ein Verhältnis des Christus-Wortes zu der geistigen Welt hingewiesen werden. Bevor die Menschen auch nur ein Jota wissen von dem, was durch den Christus in der Welt lebt, sagen es die Dämonen aus ihrer übersinnlichen Erkenntnis heraus. Sie wissen es aus der Tatsache, daß er sie vertreibt, vertreiben kann.

[ 25 ] Dieser bedeutsame Impuls, der also vierfach zum Ausdruck kommt, er zeigt uns, daß durch den Christus wirklich etwas in die Welt hineingebracht werden soll, was nicht in ihr ist. Das liebt ja die Welt nicht. Sie liebte es zu keiner Zeit. Aber das muß zu verschiedenen Zeiten gegeben werden. Und es wird uns hinlänglich gerade in den Evangelien gezeigt, daß richtig das Wort dieser Evangelien nur verstanden wird, wenn man es in den ganzen Kosmos hineinstellt, wenn man es als dem kosmischen Geschehen angehörend betrachtet. Das zeigt sich ja am besten — nehmen Sie das kürzeste, das prägnante Markus-Evangelium zur Hand -, wenn Sie sich aus dem Markus-Evangelium die Frage beantworten: Wer erkennt denn eigentlich zuallererst, daß durch den Christus Jesus etwas in die Welt hereingekommen ist, was ein grandioser Impuls von der Art ist, wie es eben gesagt worden ist? Wer erkennt es? Man könnte sagen: der Täufer Johannes. Aber der ahnt es mehr; das zeigt sich insbesondere bei der Schilderung der Begegnung des Christus Jesus mit dem Johannes im Johannes-Evangelium. Wer erkennt es denn zuerst? Die Dämonen in den Besessenen, die Jesus der Christus heilt. Die sind es, die zuerst aussprechen: «Du bist der Gottgesandte» oder «Du bist der Sohn des Gottes» oder dergleichen. Die Dämonen sind es. Den Dämonen muß der Christus zunächst verbieten, daß sie ihn verraten. Geistige Wesen sind es zuerst. Da sehen Sie, daß wir zuerst auf ein Verhältnis des Christus-Wortes zu der geistigen Welt hingewiesen werden. Bevor die Menschen auch nur ein Jota wissen von dem, was durch den Christus in der Welt lebt, sagen es die Dämonen aus ihrer übersinnlichen Erkenntnis heraus. Sie wissen es aus der Tatsache, daß er sie vertreibt, vertreiben kann.

[ 26 ] Knüpfen wir nun an dasjenige an, was ich vorhin in einem konkreten Falle charakterisiert habe, an die Geheimnisse des Reiches der Himmel, aus denen heraus also der Christus Jesus solche Impulse gab. Sehen Sie, wenn wir uns fragen, so nach der Methode des heutigen Wissens uns fragen: Worin lag denn die besondere Zauberkraft, durch die der Christus Jesus wirkte? - so wird man mit den Mitteln, die die heutige geschichtliche Wissenschaft gewöhnlich aufsucht, wenn sie erkennen will, nichts erreichen. Man wird damit nichts erreichen, denn die Zeiten haben sich viel, viel mehr geändert, als man heute voraussetzt. Heute setzt man voraus: Nun ja, vor zweitausend, viertausend Jahren haben doch die Menschen ungefähr so ausgeschaut wie jetzt, sie sind zwar ungeheuer viel gescheiter geworden, aber so im allgemeinen waren doch die Menschenseelen so, wie sie jetzt sind. Und dann rechnet man zurück, und da kommt man zu Millionen Jahren. Ich habe ja neulich schon im öffentlichen Vortrage gesagt: Man rechnet die Jahrmillionen weiter und kommt zu einem Weltenende. Man hat sehr schön ausgerechnet, wie da die einzelnen Substanzen sein werden: wie Milch fest sein wird, aber leuchten wird — ich möchte wissen, wie diese Milch gemolken wird, aber das wollen wir nicht weiter berühren -, Eiweiß wird man verwenden, indem man die Wände damit anstreicht, weil es leuchten wird, so daß man dabei Zeitung lesen kann. Dewar in der Royal Institution brachte das vor einigen Jahren vor, indem er das Erdenende, so wie es die Physiker ausgerechnet haben, auseinandersetzte. Nun, ich hatte damals einen Vergleich gebraucht, indem ich sagte: Solche Berechnungen der Physiker sind geradeso, wie wenn jemand hergeht und beobachtet, was für Veränderungen vor sich gehen mit dem menschlichen Magen oder dem menschlichen Herzen in zwei, drei Jahren, und dann multipliziert und ausrechnet, was für Veränderungen dann vorgehen werden in zweihundert Jahren, wie also der menschliche Leib in zweihundert Jahren aussehen wird. Sie sind genau ebenso geistreich: nur, der Mensch wird längst verstorben sein in zweihundert Jahren. So ist es aber auch mit unserer Erde. Was da die Physiker so schön ausrechnen, was geschehen wird nach Jahrmillionen, das ist richtig gerechnet, nur wird die Menschheit der Erde als physische Menschheit längst vorher abgestorben sein. Und was die Geologen zurückrechnen für Jahrmillionen, das ist ebenso, nach derselben Methode gerechnet, wie wenn man einen Magen nehmen würde und zurückrechnet, nachdem das Kind sieben Jahre alt geworden ist, wie dann der Organismus des Kindes vor fünfundsiebzig Jahren gewesen ist. Nur merken es die Menschen nicht, was sie eigentlich in ihrem Denken anrichten, denn in denjenigen Zeiten, zu denen die Geologen zurückrechnen, hat die Menschheit als physische Menschheit noch nicht einmal existiert. Man muß, weil starke Arzeneien nötig sind gegen viele Irrtümer unserer Zeit, die mit großer Autorität auftreten, sich schon nicht scheuen, manchmal auch eine starke Arzenei für diejenigen, die sie brauchen können, gegen diese Dinge zu setzen. Starke Arzeneien wie die, daß man etwa sagt: Du rechnest aus, wie ein menschlicher Organismus nach seinen Veränderungen in zweihundert Jahren sein wird; aber er wird natürlich als menschlicher Organismus in zweihundert Jahren nicht mehr leben! Dem kann man, wie sich mir aus rein okkulten Forschungen ergeben hat, entgegensetzen - ich weiß selbstverständlich, das gilt der heutigen Wissenschaft als Narretei, aber wahr ist es —, daß, so wie die Menschheit jetzt ist, sie von heute an in 4000 Jahren nicht mehr wird sein können, ebensowenig wie ein Mensch nach | zweihundert Jahren, der heute zwanzig Jahre alt ist, noch leben wird. Denn man kann es herausfinden durch okkulte Forschung, daß im Laufe des sechsten Jahrtausends die Menschenfrauen, wie sie heute organisiert sind, unfruchtbar sein werden, keine Kinder mehr gebären werden. Und eine ganz andere Ordnung wird eintreten im sechsten Jahrtausend! Das zeigt uns die okkulte Forschung. Ich weiß, daß es dem, der im Sinne der heutigen Wissenschaft denkt, als etwas ganz Unsinniges erscheinen wird, das auszusprechen; aber es ist schon einmal so. Und so muß man sagen: Das, was Geschichte ist, was geschichtlicher Verlauf im Erdenwerden ist, darüber macht man sich gerade heute im materialistischen Zeitalter die konfusesten Begriffe. Deshalb versteht man auch selbst äußerlich durch die Geschichte auf uns gekommene feine Anspielungen auf anders geartete Seelenkonstitutionen in verhältnismäßig gar nicht weit zurückliegender Zeit nicht mehr.

[ 26 ] Knüpfen wir nun an dasjenige an, was ich vorhin in einem konkreten Falle charakterisiert habe, an die Geheimnisse des Reiches der Himmel, aus denen heraus also der Christus Jesus solche Impulse gab. Sehen Sie, wenn wir uns fragen, so nach der Methode des heutigen Wissens uns fragen: Worin lag denn die besondere Zauberkraft, durch die der Christus Jesus wirkte? - so wird man mit den Mitteln, die die heutige geschichtliche Wissenschaft gewöhnlich aufsucht, wenn sie erkennen will, nichts erreichen. Man wird damit nichts erreichen, denn die Zeiten haben sich viel, viel mehr geändert, als man heute voraussetzt. Heute setzt man voraus: Nun ja, vor zweitausend, viertausend Jahren haben doch die Menschen ungefähr so ausgeschaut wie jetzt, sie sind zwar ungeheuer viel gescheiter geworden, aber so im allgemeinen waren doch die Menschenseelen so, wie sie jetzt sind. Und dann rechnet man zurück, und da kommt man zu Millionen Jahren. Ich habe ja neulich schon im öffentlichen Vortrage gesagt: Man rechnet die Jahrmillionen weiter und kommt zu einem Weltenende. Man hat sehr schön ausgerechnet, wie da die einzelnen Substanzen sein werden: wie Milch fest sein wird, aber leuchten wird — ich möchte wissen, wie diese Milch gemolken wird, aber das wollen wir nicht weiter berühren -, Eiweiß wird man verwenden, indem man die Wände damit anstreicht, weil es leuchten wird, so daß man dabei Zeitung lesen kann. Dewar in der Royal Institution brachte das vor einigen Jahren vor, indem er das Erdenende, so wie es die Physiker ausgerechnet haben, auseinandersetzte. Nun, ich hatte damals einen Vergleich gebraucht, indem ich sagte: Solche Berechnungen der Physiker sind geradeso, wie wenn jemand hergeht und beobachtet, was für Veränderungen vor sich gehen mit dem menschlichen Magen oder dem menschlichen Herzen in zwei, drei Jahren, und dann multipliziert und ausrechnet, was für Veränderungen dann vorgehen werden in zweihundert Jahren, wie also der menschliche Leib in zweihundert Jahren aussehen wird. Sie sind genau ebenso geistreich: nur, der Mensch wird längst verstorben sein in zweihundert Jahren. So ist es aber auch mit unserer Erde. Was da die Physiker so schön ausrechnen, was geschehen wird nach Jahrmillionen, das ist richtig gerechnet, nur wird die Menschheit der Erde als physische Menschheit längst vorher abgestorben sein. Und was die Geologen zurückrechnen für Jahrmillionen, das ist ebenso, nach derselben Methode gerechnet, wie wenn man einen Magen nehmen würde und zurückrechnet, nachdem das Kind sieben Jahre alt geworden ist, wie dann der Organismus des Kindes vor fünfundsiebzig Jahren gewesen ist. Nur merken es die Menschen nicht, was sie eigentlich in ihrem Denken anrichten, denn in denjenigen Zeiten, zu denen die Geologen zurückrechnen, hat die Menschheit als physische Menschheit noch nicht einmal existiert. Man muß, weil starke Arzeneien nötig sind gegen viele Irrtümer unserer Zeit, die mit großer Autorität auftreten, sich schon nicht scheuen, manchmal auch eine starke Arzenei für diejenigen, die sie brauchen können, gegen diese Dinge zu setzen. Starke Arzeneien wie die, daß man etwa sagt: Du rechnest aus, wie ein menschlicher Organismus nach seinen Veränderungen in zweihundert Jahren sein wird; aber er wird natürlich als menschlicher Organismus in zweihundert Jahren nicht mehr leben! Dem kann man, wie sich mir aus rein okkulten Forschungen ergeben hat, entgegensetzen - ich weiß selbstverständlich, das gilt der heutigen Wissenschaft als Narretei, aber wahr ist es —, daß, so wie die Menschheit jetzt ist, sie von heute an in 4000 Jahren nicht mehr wird sein können, ebensowenig wie ein Mensch nach | zweihundert Jahren, der heute zwanzig Jahre alt ist, noch leben wird. Denn man kann es herausfinden durch okkulte Forschung, daß im Laufe des sechsten Jahrtausends die Menschenfrauen, wie sie heute organisiert sind, unfruchtbar sein werden, keine Kinder mehr gebären werden. Und eine ganz andere Ordnung wird eintreten im sechsten Jahrtausend! Das zeigt uns die okkulte Forschung. Ich weiß, daß es dem, der im Sinne der heutigen Wissenschaft denkt, als etwas ganz Unsinniges erscheinen wird, das auszusprechen; aber es ist schon einmal so. Und so muß man sagen: Das, was Geschichte ist, was geschichtlicher Verlauf im Erdenwerden ist, darüber macht man sich gerade heute im materialistischen Zeitalter die konfusesten Begriffe. Deshalb versteht man auch selbst äußerlich durch die Geschichte auf uns gekommene feine Anspielungen auf anders geartete Seelenkonstitutionen in verhältnismäßig gar nicht weit zurückliegender Zeit nicht mehr.

[ 27 ] Sehen Sie, da gibt es eine sehr schöne Stelle bei dem Kirchenschriftsteller Tertullian, um die Wende des zweiten, dritten Jahrhunderts, zwei, drei Jahrhunderte nach dem Mysterium von Golgatha. Er sagt, er hätte selber noch gesehen die Lehrstühle der Apostel, wo deren Nachfolger an den verschiedenen Orten vorgelesen haben aus den Briefen der Apostel, die noch in der eigenen Handschrift der Apostel waren. ‘Und indem sie vorgelesen wurden, sagt Tertullian, wurde lebendig die Stimme der Apostel. Und indem man die Briefe anschaute, wurden vor dem Geist lebendig die Gestalten der Apostel. - Wer diesen Dingen okkult nachforscht, für den ist das keine Phrase. Es saßen die Gläubigen vor diesen Lehrstühlen so, daß sie aus dem Timbre der Stimme der Nachfolger der Apostel den Klang der Stimme der Apostel heraushörten, und daß sie aus der Handschrift sich Vorstellungen machen konnten über die Gestalten der Apostel. So daß man noch, als das dritte Jahrhundert begann, auch ganz äußerlich lebendig machen konnte die Gestalten der Apostel und in übertragener Bedeutung ihre Stimmen hören konnte. Und noch Clemens I., der römische Papst, der von 92 bis 101 den päpstlichen Stuhl innehatte, der kannte selber noch Apostelschüler, kannte solche, die den Christus Jesus noch gesehen haben. Wir haben schon eine fortlaufende Tradition in dieser Zeit! Und durch diese Stelle klingt etwas durch, was man wiederum okkult nachprüfen kann. Diejenigen, die als Apostelschüler die Apostel anhörten, hörten aus dem Klang der Worte die Art heraus, wie der Ton war, in dem der Christus Jesus sprach. Und das ist etwas ungeheuer Bedeutsames. Denn man muß vor allen Dingen reflektieren auf diesen Klang, auf dieses ganze eigentümliche Wesen, das in dem Sprechen des Christus Jesus war, wenn man einsehen will, warum die Zuhörer davon sagten, daß eine besondere Zauberkraft seinen Worten innewohnte. Es war etwas wie elementare Gewalt, was die Zuhörer ergriff, etwas von einer so elementaren Gewalt der Worte, wie das sonst nicht der Fall war bei irgendeinem anderen. Aber warum das? Warum denn eigentlich das?

[ 27 ] Sehen Sie, da gibt es eine sehr schöne Stelle bei dem Kirchenschriftsteller Tertullian, um die Wende des zweiten, dritten Jahrhunderts, zwei, drei Jahrhunderte nach dem Mysterium von Golgatha. Er sagt, er hätte selber noch gesehen die Lehrstühle der Apostel, wo deren Nachfolger an den verschiedenen Orten vorgelesen haben aus den Briefen der Apostel, die noch in der eigenen Handschrift der Apostel waren. ‘Und indem sie vorgelesen wurden, sagt Tertullian, wurde lebendig die Stimme der Apostel. Und indem man die Briefe anschaute, wurden vor dem Geist lebendig die Gestalten der Apostel. - Wer diesen Dingen okkult nachforscht, für den ist das keine Phrase. Es saßen die Gläubigen vor diesen Lehrstühlen so, daß sie aus dem Timbre der Stimme der Nachfolger der Apostel den Klang der Stimme der Apostel heraushörten, und daß sie aus der Handschrift sich Vorstellungen machen konnten über die Gestalten der Apostel. So daß man noch, als das dritte Jahrhundert begann, auch ganz äußerlich lebendig machen konnte die Gestalten der Apostel und in übertragener Bedeutung ihre Stimmen hören konnte. Und noch Clemens I., der römische Papst, der von 92 bis 101 den päpstlichen Stuhl innehatte, der kannte selber noch Apostelschüler, kannte solche, die den Christus Jesus noch gesehen haben. Wir haben schon eine fortlaufende Tradition in dieser Zeit! Und durch diese Stelle klingt etwas durch, was man wiederum okkult nachprüfen kann. Diejenigen, die als Apostelschüler die Apostel anhörten, hörten aus dem Klang der Worte die Art heraus, wie der Ton war, in dem der Christus Jesus sprach. Und das ist etwas ungeheuer Bedeutsames. Denn man muß vor allen Dingen reflektieren auf diesen Klang, auf dieses ganze eigentümliche Wesen, das in dem Sprechen des Christus Jesus war, wenn man einsehen will, warum die Zuhörer davon sagten, daß eine besondere Zauberkraft seinen Worten innewohnte. Es war etwas wie elementare Gewalt, was die Zuhörer ergriff, etwas von einer so elementaren Gewalt der Worte, wie das sonst nicht der Fall war bei irgendeinem anderen. Aber warum das? Warum denn eigentlich das?

[ 28 ] Ich habe Ihnen von Saint-Martin gesprochen. Saint-Martin ist einer noch von denjenigen, welche den Ausdruck in den Worten des Christus-Geistes verstanden haben. Man sieht, er versteht ihn. Freimaurergesellschaften des neunzehnten Jahrhunderts verstanden ihn nicht. Man sieht, Saint-Martin versteht ihn, den Ausdruck in jenen Worten, jener Sprache, die allen Menschen einmal gemeinschaftlich war, allen Wesen der Erde, die sich erst differenziert hat in verschiedene einzelne Sprachen; die nahestand dem, was das innere Wort ist. Äußerlich mußte sich der Christus Jesus natürlich so ausdrücken, wie es in der Sprache derer war, die ihm zuhörten; aber was er als innerliches Wort vor seiner Seele hatte, das war so, daß es nicht stimmte mit dem, wie die Sprachworte äußerlich geprägt sind, sondern daß es in sich hatte die verlorene Worteskraft, die undifferenzierte Sprachkraft. Und ohne daß man sich eine Vorstellung bildet von dieser von den einzelnen differenzierten Sprachen unabhängigen Kraft, die im Menschen ist, wenn das Wort ihn ganz durchgeistigt, kann man nicht aufsteigen zu der Kraft, die in dem Christus lebte, und auch nicht zu der Bedeutung desjenigen, was eigentlich gemeint ist, wenn geradezu von dem Christus als von dem «Wort» gesprochen wird, mit dem er sich ganz identifiziert hat, durch das er wirkte, durch das er auch seine Heilungen und die Dämonenaustreibungen vollbrachte. Dieses Wort mußte selbstverständlich verlorengehen; denn das liegt in der Entwickelung der Menschheit seit dem Mysterium von Golgatha. Es muß nur wieder gesucht werden, dieses Wort. Aber zunächst sind wir in einer Entwickelung darinnen, die noch nicht sehr viel Aussicht erweckt, daß man den Weg zurückfinden wird.

[ 28 ] Ich habe Ihnen von Saint-Martin gesprochen. Saint-Martin ist einer noch von denjenigen, welche den Ausdruck in den Worten des Christus-Geistes verstanden haben. Man sieht, er versteht ihn. Freimaurergesellschaften des neunzehnten Jahrhunderts verstanden ihn nicht. Man sieht, Saint-Martin versteht ihn, den Ausdruck in jenen Worten, jener Sprache, die allen Menschen einmal gemeinschaftlich war, allen Wesen der Erde, die sich erst differenziert hat in verschiedene einzelne Sprachen; die nahestand dem, was das innere Wort ist. Äußerlich mußte sich der Christus Jesus natürlich so ausdrücken, wie es in der Sprache derer war, die ihm zuhörten; aber was er als innerliches Wort vor seiner Seele hatte, das war so, daß es nicht stimmte mit dem, wie die Sprachworte äußerlich geprägt sind, sondern daß es in sich hatte die verlorene Worteskraft, die undifferenzierte Sprachkraft. Und ohne daß man sich eine Vorstellung bildet von dieser von den einzelnen differenzierten Sprachen unabhängigen Kraft, die im Menschen ist, wenn das Wort ihn ganz durchgeistigt, kann man nicht aufsteigen zu der Kraft, die in dem Christus lebte, und auch nicht zu der Bedeutung desjenigen, was eigentlich gemeint ist, wenn geradezu von dem Christus als von dem «Wort» gesprochen wird, mit dem er sich ganz identifiziert hat, durch das er wirkte, durch das er auch seine Heilungen und die Dämonenaustreibungen vollbrachte. Dieses Wort mußte selbstverständlich verlorengehen; denn das liegt in der Entwickelung der Menschheit seit dem Mysterium von Golgatha. Es muß nur wieder gesucht werden, dieses Wort. Aber zunächst sind wir in einer Entwickelung darinnen, die noch nicht sehr viel Aussicht erweckt, daß man den Weg zurückfinden wird.

[ 29 ] Ich erinnere Sie nur an eines. Eine bedeutsame Tatsache geht durch das ganze Evangelium, die man gerade sehr stark hervorheben muß. Das ist die, daß der Christus Jesus nie etwas aufgeschrieben hat. Es gibt nichts, was er aufgeschrieben hat! Man hat sich ja sogar darüber gestritten unter den Gelehrten, ob er überhaupt hat schreiben können, und diejenigen, die bejahen wollen, daß er hat schreiben können, wissen nur anzuführen die Stelle von der Ehebrecherin, wo er Zeichen in den Erdboden hinein gemacht hat. Aber sonst gibt es keine Zeugnisse, daß er hat schreiben können. Aber davon ganz abgesehen, jedenfalls hat er nicht wie andere Religionsstifter seine Lehren aufgeschrieben. Das ist kein Zufall, sondern das hängt innig zusammen mit der Gewalt des Wortes, der vollen Macht des Wortes.

[ 29 ] Ich erinnere Sie nur an eines. Eine bedeutsame Tatsache geht durch das ganze Evangelium, die man gerade sehr stark hervorheben muß. Das ist die, daß der Christus Jesus nie etwas aufgeschrieben hat. Es gibt nichts, was er aufgeschrieben hat! Man hat sich ja sogar darüber gestritten unter den Gelehrten, ob er überhaupt hat schreiben können, und diejenigen, die bejahen wollen, daß er hat schreiben können, wissen nur anzuführen die Stelle von der Ehebrecherin, wo er Zeichen in den Erdboden hinein gemacht hat. Aber sonst gibt es keine Zeugnisse, daß er hat schreiben können. Aber davon ganz abgesehen, jedenfalls hat er nicht wie andere Religionsstifter seine Lehren aufgeschrieben. Das ist kein Zufall, sondern das hängt innig zusammen mit der Gewalt des Wortes, der vollen Macht des Wortes.

[ 30 ] Man muß das allerdings, sonst wird man zu anzüglich gerade mit Bezug auf unsere Zeit, nur mit Bezug auf den Christus Jesus charakterisieren. Sehen Sie, hätte der Christus Jesus geschrieben, aufgeschrieben seine Worte, sie umgesetzt in diejenigen Zeichen, die dazumal die Sprache hatte, so würde Ahrimanisches eingeflossen sein; denn das ist Ahrimanisches, was in irgendeiner Form überhaupt fixiert wird. Die aufgeschriebenen Worte wirken anders, als wenn die Schülerschar herumsteht und einzig und allein angewiesen ist auf die eigene Kraft des Geistes. Man darf sich nicht vorstellen, daß der Schreiber des Johannes-Evangeliums daneben gesessen hat, wenn der Christus Jesus gesprochen hat, und seine Worte nachstenographiert hat wie die Herrschaften hier. Gerade daß es nicht geschah, darauf beruht eine ungeheure Kraft, eine ungeheure Bedeutung. Diese Bedeutung, die sieht man erst dann ganz ein, wenn man, ich möchte sagen, aus der AkashaChronik heraus verstehen lernt, was eigentlich in den Worten liegt, die der Christus Jesus immer gerade gegen Schriftgelehrte, gegen diejenigen einzuwenden hat, die ihre Weisheit aus den Schriften haben. Er hat das gegen sie einzuwenden, daß sie sie eben aus den Schriften haben, daß sie in ihren Seelen nicht unmittelbar zusammenhängen mit jenem Quell, aus dem das lebendige Wort unmittelbar ausfließt. Darinnen sieht er die Verfälschung des lebendigen Wortes, und muß sie sehen.

[ 30 ] Man muß das allerdings, sonst wird man zu anzüglich gerade mit Bezug auf unsere Zeit, nur mit Bezug auf den Christus Jesus charakterisieren. Sehen Sie, hätte der Christus Jesus geschrieben, aufgeschrieben seine Worte, sie umgesetzt in diejenigen Zeichen, die dazumal die Sprache hatte, so würde Ahrimanisches eingeflossen sein; denn das ist Ahrimanisches, was in irgendeiner Form überhaupt fixiert wird. Die aufgeschriebenen Worte wirken anders, als wenn die Schülerschar herumsteht und einzig und allein angewiesen ist auf die eigene Kraft des Geistes. Man darf sich nicht vorstellen, daß der Schreiber des Johannes-Evangeliums daneben gesessen hat, wenn der Christus Jesus gesprochen hat, und seine Worte nachstenographiert hat wie die Herrschaften hier. Gerade daß es nicht geschah, darauf beruht eine ungeheure Kraft, eine ungeheure Bedeutung. Diese Bedeutung, die sieht man erst dann ganz ein, wenn man, ich möchte sagen, aus der AkashaChronik heraus verstehen lernt, was eigentlich in den Worten liegt, die der Christus Jesus immer gerade gegen Schriftgelehrte, gegen diejenigen einzuwenden hat, die ihre Weisheit aus den Schriften haben. Er hat das gegen sie einzuwenden, daß sie sie eben aus den Schriften haben, daß sie in ihren Seelen nicht unmittelbar zusammenhängen mit jenem Quell, aus dem das lebendige Wort unmittelbar ausfließt. Darinnen sieht er die Verfälschung des lebendigen Wortes, und muß sie sehen.

[ 31 ] Aber man versteht nicht die ganze Bedeutung der Tatsache, wenn man sich das Gedächtnis der Menschen, die in jener Zeit, um das Mysterium von Golgatha herum, gelebt haben, so vorstellt, wie jenes Seelensieb, das man heute Gedächtnis nennt. Diejenigen, die da hörten die Worte des Christus Jesus, die bewahrten sie treulich im Herzen und wußten sie wortwörtlich. Denn die Gedächtniskraft war in jener Zeit eine ganz, ganz andere als heute; dafür war aber auch die Kraft der Seele eine ganz andere. Aber es war überhaupt eine Zeit, in der in kurzem große Wandlungen vor sich gegangen sind. Das beachtet man heute nicht. Nicht wahr, man beachtet heute überhaupt nicht: Die morgenländische Geschichte wurde ja schon so geschrieben, daß die Menschen dasjenige in sie hineingesehen haben, was sie entweder heute auch haben, oder was sie höchstens aus der griechischen Geschichte übernommen haben. Die griechische Geschichte verlief schon so, daß sie mit der jüdischen Geschichte eine große Ähnlichkeit hatte; aber die morgenländische Geschichte verlief ganz anders, das heißt in der morgenländischen Zeit waren die Fähigkeiten der Seele ganz andere. Und so macht man sich gar keine Vorstellung davon, wie in kurzer Zeit gewaltige Änderungen vor sich gegangen sind, wie jene Riesenkraft des Gedächtnisses, die dazumal die Menschen hatten in diesem Dämmerzustand des alten atavistischen Hellsehens, verhältnismäßig schnell verlorengegangen ist, so daß dann die Notwendigkeit an die Menschen herantrat, die Jesus-Worte aufzuschreiben. Damit wurden diese JesusWorte demselben Schicksal überliefert, das der Christus Jesus bei den Schriftgelehrten fand, gegen die er sich auflehnte. Und ich überlasse es Ihnen, nachzudenken, was geschehen würde, wenn irgendein, dem Christus Jesus irgendwie nur von ferne ähnelnder Schüler heute auftreten würde, und würde mit demselben Impuls sprechen, mit dem der Christus Jesus in der damaligen Zeit gesprochen hat. Ob digjenigen, die sich heute Christen nennen, sich anders als die damaligen Hohenpriester benehmen würden, darüber nachzudenken überlasse ich Ihnen.

[ 31 ] Aber man versteht nicht die ganze Bedeutung der Tatsache, wenn man sich das Gedächtnis der Menschen, die in jener Zeit, um das Mysterium von Golgatha herum, gelebt haben, so vorstellt, wie jenes Seelensieb, das man heute Gedächtnis nennt. Diejenigen, die da hörten die Worte des Christus Jesus, die bewahrten sie treulich im Herzen und wußten sie wortwörtlich. Denn die Gedächtniskraft war in jener Zeit eine ganz, ganz andere als heute; dafür war aber auch die Kraft der Seele eine ganz andere. Aber es war überhaupt eine Zeit, in der in kurzem große Wandlungen vor sich gegangen sind. Das beachtet man heute nicht. Nicht wahr, man beachtet heute überhaupt nicht: Die morgenländische Geschichte wurde ja schon so geschrieben, daß die Menschen dasjenige in sie hineingesehen haben, was sie entweder heute auch haben, oder was sie höchstens aus der griechischen Geschichte übernommen haben. Die griechische Geschichte verlief schon so, daß sie mit der jüdischen Geschichte eine große Ähnlichkeit hatte; aber die morgenländische Geschichte verlief ganz anders, das heißt in der morgenländischen Zeit waren die Fähigkeiten der Seele ganz andere. Und so macht man sich gar keine Vorstellung davon, wie in kurzer Zeit gewaltige Änderungen vor sich gegangen sind, wie jene Riesenkraft des Gedächtnisses, die dazumal die Menschen hatten in diesem Dämmerzustand des alten atavistischen Hellsehens, verhältnismäßig schnell verlorengegangen ist, so daß dann die Notwendigkeit an die Menschen herantrat, die Jesus-Worte aufzuschreiben. Damit wurden diese JesusWorte demselben Schicksal überliefert, das der Christus Jesus bei den Schriftgelehrten fand, gegen die er sich auflehnte. Und ich überlasse es Ihnen, nachzudenken, was geschehen würde, wenn irgendein, dem Christus Jesus irgendwie nur von ferne ähnelnder Schüler heute auftreten würde, und würde mit demselben Impuls sprechen, mit dem der Christus Jesus in der damaligen Zeit gesprochen hat. Ob digjenigen, die sich heute Christen nennen, sich anders als die damaligen Hohenpriester benehmen würden, darüber nachzudenken überlasse ich Ihnen.

[ 32 ] Nun handelt es sich aber darum, daß wir auch das Geheimnis des Wohnens des Christus in dem Jesus selber gerade von diesen Voraussetzungen aus etwas näher ins Auge fassen. Da müssen wir eben uns darauf besinnen, wie wir sagten, es komme darauf an, den Weg, der seit dem achten Konzil 869 gemacht worden ist, in gewissem Sinne wieder zurückzugehen, Leib, Seele und Geist als die Glieder der Menschenwesenheit wiederzufinden. Ohne daß man dies ins Auge faßt, wird man an das Mysterium von Golgatha nicht herankommen können.

[ 32 ] Nun handelt es sich aber darum, daß wir auch das Geheimnis des Wohnens des Christus in dem Jesus selber gerade von diesen Voraussetzungen aus etwas näher ins Auge fassen. Da müssen wir eben uns darauf besinnen, wie wir sagten, es komme darauf an, den Weg, der seit dem achten Konzil 869 gemacht worden ist, in gewissem Sinne wieder zurückzugehen, Leib, Seele und Geist als die Glieder der Menschenwesenheit wiederzufinden. Ohne daß man dies ins Auge faßt, wird man an das Mysterium von Golgatha nicht herankommen können.

[ 33 ] Leib: Wir beobachten dasjenige, was menschlicher Leib ist, von außen. Es tritt uns ja nur in der Außenwelt entgegen. Und wenn wir unseren eigenen Leib selber beobachten, beobachten wir ihn ja auch nur von außen. Wahrnehmung von außen liefert uns den Leib. Und die Wissenschaft, das, was man Wissenschaft nennt, beschäftigt sich mit diesem Leib.

[ 33 ] Leib: Wir beobachten dasjenige, was menschlicher Leib ist, von außen. Es tritt uns ja nur in der Außenwelt entgegen. Und wenn wir unseren eigenen Leib selber beobachten, beobachten wir ihn ja auch nur von außen. Wahrnehmung von außen liefert uns den Leib. Und die Wissenschaft, das, was man Wissenschaft nennt, beschäftigt sich mit diesem Leib.

[ 34 ] Seele: Ich versuchte Sie hinzuführen zu dem Seelischen, indem ich Sie auf Aristoteles hinwies. Wenn man es mit dem Seelischen zu tun hat, dann muß man sogar sich klar sein darüber, daß die Vorstellungen des Aristoteles nicht so ganz falsche sind. Denn das Seelische, das, was man Seelisches nennen kann, entsteht in der Tat mehr oder weniger mit jedem einzelnen Menschen. Nur lebt Aristoteles in einer Zeit, in der er schon nicht mehr vollständig einsehen kann, welchen Zusammenhang die Seele mit dem Kosmos hat. Daher sagt er: Indem ein Mensch gezeugt wird, entsteht mit dem physischen auch das seelische Dasein. Er vertritt dasjenige, was man Kreatianismus nennen kann, aber er läßt die Seele nach dem Tode weiterleben in unbestimmter Art. Darüber spricht sich Aristoteles nicht weiter aus, denn die Seelenerkenntnis war in seiner Zeit schon getrübt. Wie dieses Seelische weiterlebt nach dem Tode, das hängt in der Tat mit dem zusammen, was man nun mehr oder weniger symbolisch - oder wie man es nennen will, auf diese Dinge kommt es ja so ganz und gar nicht an — die Erbsünde nennt. Denn das hat wirklich gewirkt auf das Seelische, was man die Erbsünde nennt. Und das hat bewirkt, daß um die Zeit, in der das Mysterium von Golgatha eintrat, die Seelen der Menschen in Gefahr waren, so weit korrumpiert waren, daß sie den Weg in die Reiche der Himmel nicht zurückfinden konnten, daß sie verbunden waren mit dem Erdensein, beziehungsweise mit dem, was mit dem Erdensein wird. Also dieses Seelische geht eigene Wege. Wir werden sie weiter charakterisieren in diesen Vorträgen.

[ 34 ] Seele: Ich versuchte Sie hinzuführen zu dem Seelischen, indem ich Sie auf Aristoteles hinwies. Wenn man es mit dem Seelischen zu tun hat, dann muß man sogar sich klar sein darüber, daß die Vorstellungen des Aristoteles nicht so ganz falsche sind. Denn das Seelische, das, was man Seelisches nennen kann, entsteht in der Tat mehr oder weniger mit jedem einzelnen Menschen. Nur lebt Aristoteles in einer Zeit, in der er schon nicht mehr vollständig einsehen kann, welchen Zusammenhang die Seele mit dem Kosmos hat. Daher sagt er: Indem ein Mensch gezeugt wird, entsteht mit dem physischen auch das seelische Dasein. Er vertritt dasjenige, was man Kreatianismus nennen kann, aber er läßt die Seele nach dem Tode weiterleben in unbestimmter Art. Darüber spricht sich Aristoteles nicht weiter aus, denn die Seelenerkenntnis war in seiner Zeit schon getrübt. Wie dieses Seelische weiterlebt nach dem Tode, das hängt in der Tat mit dem zusammen, was man nun mehr oder weniger symbolisch - oder wie man es nennen will, auf diese Dinge kommt es ja so ganz und gar nicht an — die Erbsünde nennt. Denn das hat wirklich gewirkt auf das Seelische, was man die Erbsünde nennt. Und das hat bewirkt, daß um die Zeit, in der das Mysterium von Golgatha eintrat, die Seelen der Menschen in Gefahr waren, so weit korrumpiert waren, daß sie den Weg in die Reiche der Himmel nicht zurückfinden konnten, daß sie verbunden waren mit dem Erdensein, beziehungsweise mit dem, was mit dem Erdensein wird. Also dieses Seelische geht eigene Wege. Wir werden sie weiter charakterisieren in diesen Vorträgen.

[ 35 ] Das Dritte ist das Geistige. Das Leibliche finden wir, wenn wir den Weg verfolgen: Vater - Sohn. Der Sohn wird wieder Vater, der Sohn wird wieder Vater und so weiter, da vererben sich die Eigenschaften von Generation zu Generation. Das Seelische, das wird geschaffen als solches mit der Entstehung eines Menschen, bleibt bestehen nach dem Tode. Sein Schicksal hängt davon ab, wie verwandt bleiben kann die Seele mit dem Reiche der Himmel. Das Dritte ist der Geist. Der Geist lebt in wiederholten Erdenleben. Sehen Sie, für den Geist hängt es davon ab, welche Leiber er findet bei seinen wiederholten Erdenleben. Es geht ja auf der einen Seite unten die Vererbungslinie vor sich. Gewiß, er wirkt da mit; aber die Vererbungslinie ist durchzogen von den physisch vererbten Eigenschaften. Welche Eigenschaften die Geister finden, die sich verkörpern bei den Wiederverkörperungen, das hängt davon ab, wie die Menschheit aufsteigt oder degeneriert. Man kann nicht vom Geiste aus die Leiber machen, wie man sie will. Man kann sich diejenigen wählen, die relativ am besten zu dem Geiste passen, der sich verkörpern will; aber man kann sie nicht machen, wie man will.

[ 35 ] Das Dritte ist das Geistige. Das Leibliche finden wir, wenn wir den Weg verfolgen: Vater - Sohn. Der Sohn wird wieder Vater, der Sohn wird wieder Vater und so weiter, da vererben sich die Eigenschaften von Generation zu Generation. Das Seelische, das wird geschaffen als solches mit der Entstehung eines Menschen, bleibt bestehen nach dem Tode. Sein Schicksal hängt davon ab, wie verwandt bleiben kann die Seele mit dem Reiche der Himmel. Das Dritte ist der Geist. Der Geist lebt in wiederholten Erdenleben. Sehen Sie, für den Geist hängt es davon ab, welche Leiber er findet bei seinen wiederholten Erdenleben. Es geht ja auf der einen Seite unten die Vererbungslinie vor sich. Gewiß, er wirkt da mit; aber die Vererbungslinie ist durchzogen von den physisch vererbten Eigenschaften. Welche Eigenschaften die Geister finden, die sich verkörpern bei den Wiederverkörperungen, das hängt davon ab, wie die Menschheit aufsteigt oder degeneriert. Man kann nicht vom Geiste aus die Leiber machen, wie man sie will. Man kann sich diejenigen wählen, die relativ am besten zu dem Geiste passen, der sich verkörpern will; aber man kann sie nicht machen, wie man will.

[ 36 ] Das ist dasjenige, was ich in meiner «Theosophie» aussprechen wollte, als ich die Stelle hinschrieb, die ich Ihnen neulich vorlas, von den drei Wegen: Geist, Seele, Leib. Hier liegt etwas vor, was man genau einsehen muß. Denn man kommt zur allgemeinen Gottes-Idee immer, wenn man nur den Weg der äußeren Betrachtung zu Ende geht, indem man das Leibliche betrachtet. Indem man das Leibliche betrachtet, kommt man zur allgemeinen Gottes-Idee, zu jener Idee, welche diese Mystik, die ich heute im Beginne genannt habe, und diese Philosophie allein findet. Will man aber die Seele betrachten, dann braucht man den Weg zu derjenigen Wesenheit, die man den Christus nennt, den man nicht in der Natur finden kann, obwohl er Beziehungen zur Natur hat; den man in der Geschichte als ein geschichtliches Wesen finden muß. Die Selbstbetrachtung bezieht sich dann auf den Geist und auf die wiederholten Erdenleben des Geistes.

[ 36 ] Das ist dasjenige, was ich in meiner «Theosophie» aussprechen wollte, als ich die Stelle hinschrieb, die ich Ihnen neulich vorlas, von den drei Wegen: Geist, Seele, Leib. Hier liegt etwas vor, was man genau einsehen muß. Denn man kommt zur allgemeinen Gottes-Idee immer, wenn man nur den Weg der äußeren Betrachtung zu Ende geht, indem man das Leibliche betrachtet. Indem man das Leibliche betrachtet, kommt man zur allgemeinen Gottes-Idee, zu jener Idee, welche diese Mystik, die ich heute im Beginne genannt habe, und diese Philosophie allein findet. Will man aber die Seele betrachten, dann braucht man den Weg zu derjenigen Wesenheit, die man den Christus nennt, den man nicht in der Natur finden kann, obwohl er Beziehungen zur Natur hat; den man in der Geschichte als ein geschichtliches Wesen finden muß. Die Selbstbetrachtung bezieht sich dann auf den Geist und auf die wiederholten Erdenleben des Geistes.

[ 37 ] Betrachtung des Kosmos und der Natur führt zu dem göttlichen Wesen im allgemeinen, das zugrunde liegt unserem Geborenwerden: Ex deo nascimur.

[ 37 ] Betrachtung des Kosmos und der Natur führt zu dem göttlichen Wesen im allgemeinen, das zugrunde liegt unserem Geborenwerden: Ex deo nascimur.

[ 38 ] Die Betrachtung der wirklichen Geschichte führt zu der Erkenntnis des Christus Jesus, wenn wir nur weit genug gehen; zu der Erkenntnis, die wir brauchen, wenn wir wissen wollen über das Schicksal der Seele: In Christo morimur.

[ 38 ] Die Betrachtung der wirklichen Geschichte führt zu der Erkenntnis des Christus Jesus, wenn wir nur weit genug gehen; zu der Erkenntnis, die wir brauchen, wenn wir wissen wollen über das Schicksal der Seele: In Christo morimur.

[ 39 ] Innenanschauung, geistiges Erleben, führt zu der Erkenntnis des Wesens des Geistes in wiederholten Erdenleben und führt, wenn sie in Verbindung gebracht wird mit dem, worinnen sie lebt, mit dem Spirituellen, zu der Betrachtung des Heiligen Geistes: Per spiritum sanctum reviviscimus.

[ 39 ] Innenanschauung, geistiges Erleben, führt zu der Erkenntnis des Wesens des Geistes in wiederholten Erdenleben und führt, wenn sie in Verbindung gebracht wird mit dem, worinnen sie lebt, mit dem Spirituellen, zu der Betrachtung des Heiligen Geistes: Per spiritum sanctum reviviscimus.

[ 40 ] Es liegt nicht nur die Trichotomie Leib, Seele und Geist zugrunde, es liegt die Trichotomie auch den Wegen zugrunde, die wir gehen müssen, wenn wir wirklich mit der Welt zurechtkommen wollen. Sehen Sie, unsere Zeit, die chaotisch denkt, kommt natürlich mit diesen Dingen nicht leicht zurecht und sucht es oftmals gar nicht. Sie wissen, es gibt Atheisten, Gottes-Leugner; es gibt auch Jesus-Leugner; es gibt GeistLeugner, Materialisten. Atheist werden, das ist eigentlich nur möglich, wenn man keine Anlage hat, die Vorgänge der äußeren Natur, der Leiblichkeit, klar zu beobachten. Das kann man aber wiederum nur, wenn die leiblichen Kräfte zu stumpf sind. Denn sind die leiblichen Kräfte nicht stumpf, so kann man eigentlich nicht Atheist werden; man erlebt ja den Gott fortwährend. Atheismus ist eine wirkliche Seelenkrankheit. — Jesus Christus leugnen ist nicht eine Krankheit, denn man muß ihn finden im Werden der Menschheitsentwickelung. Findet man ihn nicht, so findet man diejenige Kraft nicht, welche die Seele rettet über den Tod hinaus. Das ist ein Unglück der Seele. Atheist sein ist eine Krankheit der Seele, eine Krankheit des menschlichen Selbstes. Jesus-Leugner sein, Christus-Leugner sein, ist ein Unglück der menschlichen Seele. Merken Sie wohl den Unterschied. — Den Geist leugnen ist Selbsttäuschung.

[ 40 ] Es liegt nicht nur die Trichotomie Leib, Seele und Geist zugrunde, es liegt die Trichotomie auch den Wegen zugrunde, die wir gehen müssen, wenn wir wirklich mit der Welt zurechtkommen wollen. Sehen Sie, unsere Zeit, die chaotisch denkt, kommt natürlich mit diesen Dingen nicht leicht zurecht und sucht es oftmals gar nicht. Sie wissen, es gibt Atheisten, Gottes-Leugner; es gibt auch Jesus-Leugner; es gibt GeistLeugner, Materialisten. Atheist werden, das ist eigentlich nur möglich, wenn man keine Anlage hat, die Vorgänge der äußeren Natur, der Leiblichkeit, klar zu beobachten. Das kann man aber wiederum nur, wenn die leiblichen Kräfte zu stumpf sind. Denn sind die leiblichen Kräfte nicht stumpf, so kann man eigentlich nicht Atheist werden; man erlebt ja den Gott fortwährend. Atheismus ist eine wirkliche Seelenkrankheit. — Jesus Christus leugnen ist nicht eine Krankheit, denn man muß ihn finden im Werden der Menschheitsentwickelung. Findet man ihn nicht, so findet man diejenige Kraft nicht, welche die Seele rettet über den Tod hinaus. Das ist ein Unglück der Seele. Atheist sein ist eine Krankheit der Seele, eine Krankheit des menschlichen Selbstes. Jesus-Leugner sein, Christus-Leugner sein, ist ein Unglück der menschlichen Seele. Merken Sie wohl den Unterschied. — Den Geist leugnen ist Selbsttäuschung.

[ 41 ] Diese drei Begriffe einmal sich durchzumeditieren ist wichtig: Atheist sein ist Krankheit der Seele; Jesus-Leugner sein ist ein Unglück der Seele; Geist-Leugner sein ist Selbsttäuschung. So haben Sie wiederum die drei bedeutsamen Irrwege der menschlichen Seele: Seelenkrankheit, Seelenunglück, Seelentäuschung - Selbsttäuschung.

[ 41 ] Diese drei Begriffe einmal sich durchzumeditieren ist wichtig: Atheist sein ist Krankheit der Seele; Jesus-Leugner sein ist ein Unglück der Seele; Geist-Leugner sein ist Selbsttäuschung. So haben Sie wiederum die drei bedeutsamen Irrwege der menschlichen Seele: Seelenkrankheit, Seelenunglück, Seelentäuschung - Selbsttäuschung.

[ 42 ] Alles das ist im Grunde notwendig, wenn man Bausteine zusammentragen will, um sich dem Mysterium von Golgatha zu nähern, denn man muß kennenlernen die Beziehung des Christus Jesus zu der menschlichen Seele. Dann muß man aber die Schicksale der menschlichen Seele selber im Laufe des Erdenwerdens wohl betrachten. Dann wiederum muß man die Zurückwirkung jenes Impulses, der von dem Christus auf die menschliche Seele ausgeht, auf den menschlichen Geist ins Auge fassen.

[ 42 ] Alles das ist im Grunde notwendig, wenn man Bausteine zusammentragen will, um sich dem Mysterium von Golgatha zu nähern, denn man muß kennenlernen die Beziehung des Christus Jesus zu der menschlichen Seele. Dann muß man aber die Schicksale der menschlichen Seele selber im Laufe des Erdenwerdens wohl betrachten. Dann wiederum muß man die Zurückwirkung jenes Impulses, der von dem Christus auf die menschliche Seele ausgeht, auf den menschlichen Geist ins Auge fassen.

[ 43 ] Nun kann ich Ihnen heute zum Schluß, damit wir alle bis übermorgen darüber ein wenig nachdenken können, am besten vielleicht in folgender Art etwas zur Vorbereitung geben, um das Tiefere des Mysteriums von Golgatha hier zu betrachten.

[ 43 ] Nun kann ich Ihnen heute zum Schluß, damit wir alle bis übermorgen darüber ein wenig nachdenken können, am besten vielleicht in folgender Art etwas zur Vorbereitung geben, um das Tiefere des Mysteriums von Golgatha hier zu betrachten.

[ 44 ] Sehen Sie, der Mensch betrachtet heute nach seiner Erziehung die Natur. Sie verläuft nach ihren natürlichen Gesetzen. Man denkt nach diesen natürlichen Gesetzen über Erdenanfang, Erdenmitte, Erdenende. Man betrachtet alles nach diesen natürlichen Gesetzen. Daneben hat man die moralische Weltordnung. Gewiß, man fühlt sich - gerade Kantianer tun das zum Beispiel - dem kategorischen Imperativ unterworfen: man fühlt sich verbunden der moralischen Weltordnung. Aber denken Sie, wie schwach schon in unserer Zeit geworden ist der Gedanke, die Vorstellung, daß diese moralische Weltordnung eine objektive Realität für sich hat, wie die Natur. Nicht wahr, selbst der Haeckel, selbst der Arrhenius und so weiter, wenn sie noch so sehr Materialisten sind, sie denken: Gewiß, die Erde, sie geht einem Vereisungsprozeß oder einem ähnlichen Prozeß oder einer Entropie entgegen, oder wie man es heißen will. Aber sie denken: die kleinen Götzen, die sie Atome nennen, die werden auseinandertreiben, doch die erhalten sich wenigstens. Also auch die Erhaltung der Materie, des Stoffes! Da ist es ja so ziemlich in Ordnung bei der gegenwärtigen Weltanschauung. Aber es lassen diese Vorstellungen über den Stoff die Erwägung nicht zu: Wenn die Erde einmal vereist ist oder bei der Entropie angelangt sein wird, was wird dann mit der moralischen Weltordnung? Im ganzen so gedachten Erdensein hat sie keinen Platz! Wenn das physische Menschengeschlecht einmal verschwunden ist, wo ist dann die ganze moralische Weltordnung? Das heißt: Die moralischen Vorstellungen, an die man sich gebunden fühlt, zu denen das Gewissen sich hindrängt, den Menschen hindrängt, diese moralischen Vorstellungen erscheinen gewiß notwendig; aber mit der Naturordnung, mit dem, was real notwendig, von der Naturanschauung notwendig genannt wird, hat es keinen Zusammenhang, wenn man ganz ehrlich ist! Sie sind schwach geworden, die Vorstellungen. Sie sind so stark, daß man seine Taten danach einrichtet; so stark sind sie, daß man sich an diese Vorstellungen durch sein Gewissen gebunden fühlt; aber sie sind nicht so stark, daß man denken könnte: Was du heute dir ausdenkst über irgendeine Moralidee, das ist ein real Wirksames! Dazu braucht es etwas, damit das real wirksam sein kann. Wo ist das, was dasjenige, was in unserer moralischen Idee lebt, real wirksam macht? Das ist der Christus — das ist der Christus! Das ist eine Seite des Christus-Wesens!

[ 44 ] Sehen Sie, der Mensch betrachtet heute nach seiner Erziehung die Natur. Sie verläuft nach ihren natürlichen Gesetzen. Man denkt nach diesen natürlichen Gesetzen über Erdenanfang, Erdenmitte, Erdenende. Man betrachtet alles nach diesen natürlichen Gesetzen. Daneben hat man die moralische Weltordnung. Gewiß, man fühlt sich - gerade Kantianer tun das zum Beispiel - dem kategorischen Imperativ unterworfen: man fühlt sich verbunden der moralischen Weltordnung. Aber denken Sie, wie schwach schon in unserer Zeit geworden ist der Gedanke, die Vorstellung, daß diese moralische Weltordnung eine objektive Realität für sich hat, wie die Natur. Nicht wahr, selbst der Haeckel, selbst der Arrhenius und so weiter, wenn sie noch so sehr Materialisten sind, sie denken: Gewiß, die Erde, sie geht einem Vereisungsprozeß oder einem ähnlichen Prozeß oder einer Entropie entgegen, oder wie man es heißen will. Aber sie denken: die kleinen Götzen, die sie Atome nennen, die werden auseinandertreiben, doch die erhalten sich wenigstens. Also auch die Erhaltung der Materie, des Stoffes! Da ist es ja so ziemlich in Ordnung bei der gegenwärtigen Weltanschauung. Aber es lassen diese Vorstellungen über den Stoff die Erwägung nicht zu: Wenn die Erde einmal vereist ist oder bei der Entropie angelangt sein wird, was wird dann mit der moralischen Weltordnung? Im ganzen so gedachten Erdensein hat sie keinen Platz! Wenn das physische Menschengeschlecht einmal verschwunden ist, wo ist dann die ganze moralische Weltordnung? Das heißt: Die moralischen Vorstellungen, an die man sich gebunden fühlt, zu denen das Gewissen sich hindrängt, den Menschen hindrängt, diese moralischen Vorstellungen erscheinen gewiß notwendig; aber mit der Naturordnung, mit dem, was real notwendig, von der Naturanschauung notwendig genannt wird, hat es keinen Zusammenhang, wenn man ganz ehrlich ist! Sie sind schwach geworden, die Vorstellungen. Sie sind so stark, daß man seine Taten danach einrichtet; so stark sind sie, daß man sich an diese Vorstellungen durch sein Gewissen gebunden fühlt; aber sie sind nicht so stark, daß man denken könnte: Was du heute dir ausdenkst über irgendeine Moralidee, das ist ein real Wirksames! Dazu braucht es etwas, damit das real wirksam sein kann. Wo ist das, was dasjenige, was in unserer moralischen Idee lebt, real wirksam macht? Das ist der Christus — das ist der Christus! Das ist eine Seite des Christus-Wesens!

[ 45 ] Lassen Sie all dasjenige, was in Stein, Pflanze, Tier, im Menschenleibe lebt, was im Wärme- und im Luftelement der Erde lebt, lassen Sie das die Wege gehen, von denen die Naturforschung spricht, und lassen Sie alle Menschenleiber das Grab finden am Erdenende — nach der Naturforschung müßte dasjenige, wonach wir moralisch gelebt haben, dann, ja, man kann nicht einmal sagen, zerstoben sein, denn das wäre schon eine zu starke Vorstellung —, nach der christlichen Vorstellung liegt in dem Christus-Wesen die Kraft, welche unsere moralischen Vorstellungen nimmt und eine neue Welt daraus bildet: «Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.» Es ist die Kraft, welche zum Jupiter hinüberträgt das Moralische der Erdenwelt.

[ 45 ] Lassen Sie all dasjenige, was in Stein, Pflanze, Tier, im Menschenleibe lebt, was im Wärme- und im Luftelement der Erde lebt, lassen Sie das die Wege gehen, von denen die Naturforschung spricht, und lassen Sie alle Menschenleiber das Grab finden am Erdenende — nach der Naturforschung müßte dasjenige, wonach wir moralisch gelebt haben, dann, ja, man kann nicht einmal sagen, zerstoben sein, denn das wäre schon eine zu starke Vorstellung —, nach der christlichen Vorstellung liegt in dem Christus-Wesen die Kraft, welche unsere moralischen Vorstellungen nimmt und eine neue Welt daraus bildet: «Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.» Es ist die Kraft, welche zum Jupiter hinüberträgt das Moralische der Erdenwelt.

[ 46 ] Nun, stellen Sie sich die Erde vor als physische Natur, so wie Sie sich die Pflanze vorstellen, die moralische Ordnung wie den Keim der Pflanze, und die Christus-Kraft als dasjenige, was den Keim aufgehen läßt als die künftige Erde, als den Jupiter: Sie haben dann die ganze Evangelienvorstellung aus der Geisteswissenschaft wiederum auferbaut!

[ 46 ] Nun, stellen Sie sich die Erde vor als physische Natur, so wie Sie sich die Pflanze vorstellen, die moralische Ordnung wie den Keim der Pflanze, und die Christus-Kraft als dasjenige, was den Keim aufgehen läßt als die künftige Erde, als den Jupiter: Sie haben dann die ganze Evangelienvorstellung aus der Geisteswissenschaft wiederum auferbaut!

[ 47 ] Aber wie kann das sein? Wie kann dasjenige, was nur im Gedanken lebt nach den naturalistischen Vorstellungen, was nur eine Vorstellung ist, zu der man sich moralisch verbunden fühlt, wie kann das umgesetzt werden in solche Realität, wie diejenige ist, die in der Steinkohle brennt oder mit der Flintenkugel in die Luft fliegt? Wie kann das eine dichte Vorstellung sein, was so dünn ist als moralische Vorstellung? Dazu braucht es eines Impulses. Es muß ergriffen werden diese moralische Vorstellung von einem Impulse. Wo ist er, dieser Impuls? Jetzt erinnern Sie sich an das, was wir vorher gesagt haben: Der Glaube soll nicht bloß ein Surrogat des Wissens sein; der Glaube soll etwas wirken. Das, was er wirken soll, ist: er soll unsere moralischen Vorstellungen real machen. Er soll sie hinübertragen und eine neue Welt daraus bilden. Darauf kommt es an, daß die Glaubensvorstellungen nicht bloß ein unbewiesenes Wissen sind, etwas, was man glaubt, weil man es nicht weiß, sondern darauf kommt es an, daß in dem, was man glaubt, die Kraft liegt, welche imstande ist, den Keim «Moral» zum Weltenkörper zu realisieren. Diese Kraft mußte durch das Mysterium von Golgatha in die Erdenentwickelung hereingetragen werden. Diese Kraft mußte in die Seele der Jünger hereingesenkt werden, indem ihnen gesprochen wurde von dem, was diejenigen nicht mehr hatten, die nur die Schrift hatten. Auf die Kraft des Glaubens kommt es an. Und wenn man nicht versteht, was der Christus hereinbringt, gerade indem das Wort «Vertrauen», «Glaube» so oftmals ausgesprochen wird, versteht man nicht, was in der Zeit, in der das Mysterium von Golgatha eintrat, in die Erdenentwickelung hereinkam.

[ 47 ] Aber wie kann das sein? Wie kann dasjenige, was nur im Gedanken lebt nach den naturalistischen Vorstellungen, was nur eine Vorstellung ist, zu der man sich moralisch verbunden fühlt, wie kann das umgesetzt werden in solche Realität, wie diejenige ist, die in der Steinkohle brennt oder mit der Flintenkugel in die Luft fliegt? Wie kann das eine dichte Vorstellung sein, was so dünn ist als moralische Vorstellung? Dazu braucht es eines Impulses. Es muß ergriffen werden diese moralische Vorstellung von einem Impulse. Wo ist er, dieser Impuls? Jetzt erinnern Sie sich an das, was wir vorher gesagt haben: Der Glaube soll nicht bloß ein Surrogat des Wissens sein; der Glaube soll etwas wirken. Das, was er wirken soll, ist: er soll unsere moralischen Vorstellungen real machen. Er soll sie hinübertragen und eine neue Welt daraus bilden. Darauf kommt es an, daß die Glaubensvorstellungen nicht bloß ein unbewiesenes Wissen sind, etwas, was man glaubt, weil man es nicht weiß, sondern darauf kommt es an, daß in dem, was man glaubt, die Kraft liegt, welche imstande ist, den Keim «Moral» zum Weltenkörper zu realisieren. Diese Kraft mußte durch das Mysterium von Golgatha in die Erdenentwickelung hereingetragen werden. Diese Kraft mußte in die Seele der Jünger hereingesenkt werden, indem ihnen gesprochen wurde von dem, was diejenigen nicht mehr hatten, die nur die Schrift hatten. Auf die Kraft des Glaubens kommt es an. Und wenn man nicht versteht, was der Christus hereinbringt, gerade indem das Wort «Vertrauen», «Glaube» so oftmals ausgesprochen wird, versteht man nicht, was in der Zeit, in der das Mysterium von Golgatha eintrat, in die Erdenentwickelung hereinkam.

[ 48 ] Und jetzt sehen Sie auch, daß es sich um eine kosmische Bedeutung handelt. Denn dasjenige, was wir als äußere Naturordnung haben, es geht seinen Naturweg. Aber so, wie auf einer gewissen Stufe der Entwickelung die natürliche Pflanze ihren Keim in sich entwickelt, so trat das Mysterium von Golgatha auf als ein neuer Keim, der da wird zu der künftigen Jupiter-Entwickelung, die dann der sich wiederverkörpernde Mensch mitmachen wird.

[ 48 ] Und jetzt sehen Sie auch, daß es sich um eine kosmische Bedeutung handelt. Denn dasjenige, was wir als äußere Naturordnung haben, es geht seinen Naturweg. Aber so, wie auf einer gewissen Stufe der Entwickelung die natürliche Pflanze ihren Keim in sich entwickelt, so trat das Mysterium von Golgatha auf als ein neuer Keim, der da wird zu der künftigen Jupiter-Entwickelung, die dann der sich wiederverkörpernde Mensch mitmachen wird.

[ 49 ] Da haben Sie, ich möchte sagen, aus der Betrachtung der eigenen Natur der Christus-Wesenheit angedeutet, wie diese Christus-Wesenheit im ganzen Kosmischen darinnensteht, wie sie an einem bestimmten Punkte des Erdenwerdens in dieses Erdenwerden eine junge Kraft hereinträgt. Das kommt zuweilen grandios zum Vorschein, allerdings nur für denjenigen, der in imaginativer Erkenntnis solches ergreift. Aber das tat zum Beispiel der Schreiber des Markus-Evangeliums. Als auf des Judas Verrat hin Christus gefangen wird, als der Schreiber des Markus-Evangeliums hinschaut auf diese Szene im Geist, sieht er, wie unter den Fliehenden ein Jüngling ist, nur mit einem Hemde bekleidet. Das Hemd wird ihm herabgerissen, aber er reißt sich los und entflieht. Das ist derselbe Jüngling, der dann gerade im Markus-Evangelium am Grabe im Talar, im weißen Kleide ankündigt, daß der Christus auferstanden ist. Es ist die Stelle so aus imaginativer Erkenntnis gerade im Markus-Evangelium enthalten. Da haben Sie das Zusammentreffen des alten Leibes des Christus-Jesus und des neuen Keimes einer neuen Weltenordnung in imaginativer Erkenntnis erschaut.

[ 49 ] Da haben Sie, ich möchte sagen, aus der Betrachtung der eigenen Natur der Christus-Wesenheit angedeutet, wie diese Christus-Wesenheit im ganzen Kosmischen darinnensteht, wie sie an einem bestimmten Punkte des Erdenwerdens in dieses Erdenwerden eine junge Kraft hereinträgt. Das kommt zuweilen grandios zum Vorschein, allerdings nur für denjenigen, der in imaginativer Erkenntnis solches ergreift. Aber das tat zum Beispiel der Schreiber des Markus-Evangeliums. Als auf des Judas Verrat hin Christus gefangen wird, als der Schreiber des Markus-Evangeliums hinschaut auf diese Szene im Geist, sieht er, wie unter den Fliehenden ein Jüngling ist, nur mit einem Hemde bekleidet. Das Hemd wird ihm herabgerissen, aber er reißt sich los und entflieht. Das ist derselbe Jüngling, der dann gerade im Markus-Evangelium am Grabe im Talar, im weißen Kleide ankündigt, daß der Christus auferstanden ist. Es ist die Stelle so aus imaginativer Erkenntnis gerade im Markus-Evangelium enthalten. Da haben Sie das Zusammentreffen des alten Leibes des Christus-Jesus und des neuen Keimes einer neuen Weltenordnung in imaginativer Erkenntnis erschaut.

[ 50 ] Fühlen Sie das im Zusammenhang — damit wollen wir für heute die Betrachtung abschließen -, fühlen Sie das im Zusammenhang mit dem, was ich neulich sagte, daß eigentlich der Menschenleib in seiner ursprünglichen Bedeutung nicht zum Sterben organisiert ist, sondern daß er als Leib zur Unsterblichkeit organisiert ist. Und denken Sie das im Zusammenhang mit der Wahrheit, daß das Tier durch seine Organisation sterblich ist, daß aber der Mensch nicht durch seine Organisation sterblich ist, sondern durch seine Seele, die korrumpiert ist, deren Korruption aber durch den Christus wiederum hinweggenommen wird. Denken Sie das, dann werden Sie begreifen, daß gerade mit dem Menschenleibe einmal etwas geschehen muß durch die reale Kraft, die durch das Mysterium von Golgatha in die Erdenentwickelung ausgegossen wird. Am Ende der Erdenentwickelung wird die Kraft, die verlorengegangen ist durch den Sündenfall, die den Menschenleib auflöst, wiedergewonnen sein, wird durch die Kraft des Christus wieder zurückgegeben sein, und die Menschenleiber werden dann wirklich in ihrer physischen Gestalt erscheinen. Erkennt man die Trichotomie Leib, Seele und ‘Geist, dann gewinnt auch die « Auferstehung des Fleisches» ihre Bedeutung. Sonst kann man sie nicht einsehen. Gewiß, der heutige Aufklärer wird gerade das für eine der reaktionärsten Ideen halten, aber derjenige, der aus der Wahrheit Quell heraus die wiederholten Erdenleben erkennt, erkennt auch die reale Bedeutung der Auferstehung der menschlichen Leiber am Ende des Erdendaseins. Und hat Paulus mit Recht gesagt: «Ist der Christus nicht auferstanden, so ist eitel unsere Predigt und eitel euer Glaube», so bezeugt dieses — wie wir ja auch aus den geisteswissenschaftlichen Betrachtungen wissen —, es bezeugt dieses die Wahrheit. Ist dieses wahr, so ist auch auf der anderen Seite das andere wahr: Führte die Erdenentwickelung nicht zur Konservierung der Gestalt, die der Mensch innerhalb des Erdenwerdens leiblich ausbilden kann, ginge diese Gestalt im Erdenwerden zugrunde, könnte der Mensch nicht auferstehen durch die Christus-Kraft, dann wäre das Mysterium von Golgatha eitel, und eitel der Glaube, den es gebracht hat. — Das ist die notwendige Ergänzung des Paulus-Wortes.

[ 50 ] Fühlen Sie das im Zusammenhang — damit wollen wir für heute die Betrachtung abschließen -, fühlen Sie das im Zusammenhang mit dem, was ich neulich sagte, daß eigentlich der Menschenleib in seiner ursprünglichen Bedeutung nicht zum Sterben organisiert ist, sondern daß er als Leib zur Unsterblichkeit organisiert ist. Und denken Sie das im Zusammenhang mit der Wahrheit, daß das Tier durch seine Organisation sterblich ist, daß aber der Mensch nicht durch seine Organisation sterblich ist, sondern durch seine Seele, die korrumpiert ist, deren Korruption aber durch den Christus wiederum hinweggenommen wird. Denken Sie das, dann werden Sie begreifen, daß gerade mit dem Menschenleibe einmal etwas geschehen muß durch die reale Kraft, die durch das Mysterium von Golgatha in die Erdenentwickelung ausgegossen wird. Am Ende der Erdenentwickelung wird die Kraft, die verlorengegangen ist durch den Sündenfall, die den Menschenleib auflöst, wiedergewonnen sein, wird durch die Kraft des Christus wieder zurückgegeben sein, und die Menschenleiber werden dann wirklich in ihrer physischen Gestalt erscheinen. Erkennt man die Trichotomie Leib, Seele und ‘Geist, dann gewinnt auch die « Auferstehung des Fleisches» ihre Bedeutung. Sonst kann man sie nicht einsehen. Gewiß, der heutige Aufklärer wird gerade das für eine der reaktionärsten Ideen halten, aber derjenige, der aus der Wahrheit Quell heraus die wiederholten Erdenleben erkennt, erkennt auch die reale Bedeutung der Auferstehung der menschlichen Leiber am Ende des Erdendaseins. Und hat Paulus mit Recht gesagt: «Ist der Christus nicht auferstanden, so ist eitel unsere Predigt und eitel euer Glaube», so bezeugt dieses — wie wir ja auch aus den geisteswissenschaftlichen Betrachtungen wissen —, es bezeugt dieses die Wahrheit. Ist dieses wahr, so ist auch auf der anderen Seite das andere wahr: Führte die Erdenentwickelung nicht zur Konservierung der Gestalt, die der Mensch innerhalb des Erdenwerdens leiblich ausbilden kann, ginge diese Gestalt im Erdenwerden zugrunde, könnte der Mensch nicht auferstehen durch die Christus-Kraft, dann wäre das Mysterium von Golgatha eitel, und eitel der Glaube, den es gebracht hat. — Das ist die notwendige Ergänzung des Paulus-Wortes.