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Human Soul-Life and Spiritual Striving
GA 212

5 May 1922, Dornach

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Dritter Vortrag

Third Lecture

[ 1 ] Wir müssen uns heute einiges vor Augen rücken, das uns von gewissen Seiten her schon bekannt ist, um die weiteren Betrachtungen anzustellen, die sich anschließen an das in der vorigen Woche Gesagte. Wenn wir den Menschen so, wie er einmal in der Welt zwischen Geburt und Tod steht, betrachten, so zerfällt uns sein Leben in Gliederungen, die von verschiedenen Gesichtspunkten aus betrachtet werden können. Wir haben ja oftmals unsere Aufmerksamkeit auf den Wechselzustand gelenkt zwischen Wachen und Schlafen. Wir wissen, daß ein Zwischenzustand zwischen Wachen und Schlafen der des Träumens ist. Das sind die drei Zustände, in denen das Bewußtsein des gewöhnlichen Lebens verläuft: Wachen, Träumen, Schlafen. Aber diese drei Zustände, sie finden sich auch sonst als Gliederungen der menschlichen Wesenheit vor. Wenn wir die Inhalte, die Erlebnisse dieses gewöhnlichen Bewußtseins verfolgen, so haben wir das Erlebnis des Denkens, des Vorstellunghabens, und ich habe oft gesagt: Wir sind eigentlich nur dann wirklich wach, wenn wir in diesem Zustand oder insofern wir in diesem Zustande des Vorstellunghabens sind. Jeder, der sich mit unbefangenem Sinn selbst beobachtet, wird erkennen können, daß das Fühlen einen viel dumpferen Bewußtseinszustand darstellt als das Denken. Die Gefühle, sie durchwogen unsere Seele, ohne daß wir in einer so bestimmten Weise sie beziehen können auf irgend etwas in der Außenwelt oder auf Erinnerungen, wie die Vorstellungen. Wir haben auch durchaus das Bewußtsein, oder können es wenigstens haben, daß in dem Augenblicke unseres Wachens diese Gefühle kommen und gehen, wirklich so ähnlich, wie in dem Zwischenzustande zwischen Wachen und Schlafen die Träume kommen und gehen. Und wer einen Sinn dafür hat, solche Dinge des Bewußtseins wirklich miteinander zu vergleichen, der wird sich eben sagen müssen: Die Träume sind Bilder; die Gefühle sind etwas wie unbestimmte, in uns wogende Kräfte. Aber in allem übrigen, wenn wir von diesem Inhaltlichen absehen, in allem übrigen kommen und gehen die Träume, wie die Gefühle kommen und gehen. Und aus einem, ich möchte sagen, allgemein Finsteren und Dumpfen des Bewußtseins heraus tauchen die Träume auf, wie aus einem allgemeinen Innenbefinden die Gefühle herauftauchen und wiederum sich hinuntersenken.

[ 1 ] Today we must remind ourselves of a few things that are already familiar to us from certain sources in order to continue our reflections on what was said last week. When we consider human beings as they exist in the world between birth and death, their lives can be divided into sections that can be viewed from different perspectives. We have often directed our attention to the transition between waking and sleeping. We know that there is an intermediate state between waking and sleeping, which is dreaming. These are the three states in which the consciousness of ordinary life proceeds: waking, dreaming, and sleeping. But these three states are also found elsewhere as divisions of human nature. If we follow the contents, the experiences of this ordinary consciousness, we have the experience of thinking, of having ideas, and I have often said: We are actually only really awake when we are in this state or insofar as we are in this state of having ideas. Anyone who observes themselves with an unbiased mind will be able to recognize that feeling represents a much duller state of consciousness than thinking. Feelings surge through our soul without our being able to relate them in any definite way to anything in the external world or to memories, as we can with ideas. We are also quite conscious, or at least we can be, that in the moments of our waking life these feelings come and go, really just as dreams come and go in the intermediate state between waking and sleeping. And anyone who has a sense for really comparing such things of consciousness with one another will have to say to himself: Dreams are images; feelings are something like indefinite forces surging within us. But in everything else, if we disregard this content, in everything else dreams come and go, just as feelings come and go. And out of what I would call a general darkness and dullness of consciousness, dreams emerge, just as feelings emerge from a general inner state and then sink back down again.

[ 2 ] Mit dem Wollen ist es so, daß dasjenige, was eigentlich in unserem Inneren vorgeht, wenn wir einen Willensimpuls haben, uns so unbekannt bleibt wie das, was wir verschlafen. Klar ist von dem, was beim Wollen vor sich geht, eben nur der Gedanke, der den Zweck einer Willenshandlung in sich hat. Es ist dann die Anschauung etwa unserer Bewegung oder desjenigen, was durch unser Wollen äußerlich geschieht, wieder vor unserer Seele, in unserem Bewußtsein. Aber das, was, sagen wir, im Bein oder im Arm vor sich geht, während wir das Bein heben, mit dem Bein ausschreiten wollen, oder während wir den Arm heben wollen, das ist etwas, was so unbewußt bleibt wie dasjenige, was sich abspielt zwischen Einschlafen und Aufwachen. So daß wir, auch während wir wachen, schon gleichzeitig in einem gewissen Sinne diese drei Zustände des Bewußtseins erleben: Wachen, Träumen, Schlafen.

[ 2 ] With volition, what actually goes on inside us when we have an impulse of the will remains as unknown to us as what we sleep through. The only thing that is clear about what goes on in willing is the thought that has the purpose of a volitional act in itself. It is then the perception of, for example, our movement or of what happens externally through our willing that is again before our soul, in our consciousness. But what we say is going on in our leg or arm while we lift our leg, want to step forward with our leg, or want to lift our arm, is something that remains as unconscious as what happens between falling asleep and waking up. So that even while we are awake, we are already simultaneously experiencing these three states of consciousness in a certain sense: waking, dreaming, and sleeping.

[ 3 ] Nun kommen wir aber zu einer vollständigen Erkenntnis des Menschen nur, wenn wir dies, was uns damit gegeben ist, daß wir auf der einen Seite Schlafen, Träumen, Wachen, auf der anderen Seite Wollen, Fühlen, Denken betrachten, nun eben einer vernünftigen, wenn ich so sagen darf, Betrachtung unterziehen.

[ 3 ] However, we can only come to a complete understanding of human beings if we subject what is given to us, namely that on the one hand we sleep, dream and wake, and on the other hand we want, feel and think, to what I would call a rational examination.

[ 4 ] Nehmen wir einmal den schlafenden Menschen einerseits, den wollenden Menschen andererseits. Der schlafende Mensch, er ist dadurch charakterisiert, daß derjenige Inhalt des Bewußtseins, der sonst uns eigentlich zum Menschen macht, das Ich-Erlebnis, nicht da ist. Das Ich-Erlebnis also ist nicht da. Wir bezeichnen das gewöhnlich dadurch, daß wir sagen: Das Ich ist vom Einschlafen bis zum Aufwachen außerhalb dessen, was als physischer Mensch vor uns ist.

[ 4 ] Let us take, on the one hand, the sleeping human being and, on the other, the willing human being. The sleeping human being is characterized by the absence of that content of consciousness which otherwise actually makes us human, namely the experience of the I. The experience of the I is therefore absent. We usually describe this by saying that from the moment we fall asleep until we wake up, the ego is outside of what is physically present before us.

[ 5 ] Nun aber betrachten wir den träumenden Menschen auf der einen Seite und den fühlenden Menschen auf der anderen Seite. Es wird Ihnen ohne weiteres bei einer gewöhnlichen Selbstbeobachtung klar sein, daß die Träume gewissermaßen als neutrale Bilder vor der Seele stehen, daß, indem Sie, sagen wir, beim Aufwachen oder vor dem Einschlafen träumen, diese Bilder wie ein Gewebe, man kann nicht gut sagen, vor, aber im Seelischen schweben und weben. Das unterscheidet sich, was da im Seelischen vorgeht, von demjenigen, was bei vollem Wachen da ist. Beim vollen Wachen wissen wir, daß wir die Bilder, die wir dann auch haben, gewissermaßen innerlich festhalten, daß wir sie mit unserem menschlichen Wesen ergreifen; sie schweben nicht so nebelhaft im Unbestimmten wie beim Träumen. Wir ergreifen sie mit unserem menschlichen Wesen.

[ 5 ] Now, however, let us consider the dreaming human being on the one hand and the feeling human being on the other. It will be immediately clear to you from ordinary self-observation that dreams stand before the soul as neutral images, so to speak, that when you dream, say, upon waking or before falling asleep, these images float and weave like a web, not exactly before, but within the soul. What goes on in the soul differs from what is present when we are fully awake. When we are fully awake, we know that we hold the images we have internally, that we grasp them with our human being; they do not float as nebulously in the indefinite as they do in dreams. We grasp them with our human being.

[ 6 ] Ich will das, was ich jetzt eben ausgesprochen habe, einmal schematisch auf die Tafel zeichnen (Zeichnung links). Nehmen wir einfach schematisch den Menschen (hell), und zeichnen wir das, was wir uns vorstellen können als das Schema für die webenden Träume (rot), etwa in der folgenden Weise an den Menschen heran. Man möchte sagen, das, was ich da rot an die Tafel gezeichnet habe, das ist ein Gewebe, das die Seele erlebt, indem es ihr fortwährend entschlüpft, wiederum an sie herankommt.

[ 6 ] I will now sketch what I have just said on the board (drawing on the left). Let us simply take the human being schematically (light) and draw what we can imagine as the diagram for the weaving dreams (red), for example in the following way on the human being. One might say that what I have drawn in red on the board is a web that the soul experiences as it continually slips away from it and then returns to it.

[ 7 ] In dem Augenblicke des Aufwachens hat der Mensch ein solches Gewebe im seelischen Erleben nicht. Dagegen hat er dasjenige, was er so erlebt, jetzt innerlich. Ich will jetzt aufzeichnen (Zeichnung rechts), wie es nun beim Wachzustand ist. Er hat dieses Gewebe, das sonst gewissermaßen außerhalb ist, jetzt im Inneren, er faßt es mit seinem Leib, und dadurch ist es nicht ein unbestimmtes Gewebe, sondern es ist etwas, was der Mensch innerlich beherrscht.

[ 7 ] At the moment of waking up, the human being does not have such a web in their soul experience. Instead, what they experience is now within them. I will now sketch (drawing on the right) how this is in the waking state. They now have this fabric, which is otherwise outside them, within them; they grasp it with their body, and thus it is not an indefinite fabric, but something that human beings control internally.

[ 8 ] An diesem Verhältnis dessen, was als Traum verwebt und verschwebt, und dessen, was dann im Inneren des Menschen der Gedanke ist, wenn der Mensch völlig wach ist und von sich aus das, was jetzt als solche Bildgedanken in seinem Seelischen lebt, beherrscht, an dem können Sie, ich möchte sagen, bis zum seelischen Greifen wahrnehmen: da ist einfach etwas aus dem Äußeren in das Innere hineingezogen. Und wir schildern, indem wir so etwas darstellen, nichts anderes als den Einzug dessen, was zunächst für das gewöhnliche Bewußtsein in den Träumen verwebt und verschwebt, was wir den astralischen Leib nennen, in das Innere des Menschen. So daß wir sagen können: Wenn wir nach dem Aufwachen anfangen zu denken, so ist der astralische Leib in unserem Inneren. Wir stellen dann vor. Aber wir wissen, wir haben diese Vorstellungen in unserer Gewalt. Solange sie Träume sind, verschweben sie da draußen. Sie brauchen sich nur vorzustellen eine Art Wolke, die in Ihrer Nähe ist und in der sich die Träume weben. Sie saugen gewissermaßen diese Wolke ein; Sie beherrschen sie von innen aus. Sie ist nicht mehr draußen. Sie träumen daher nicht mehr. Aber so, wie Sie irgendeinen Gegenstand mit den Händen ergreifen, so ergreifen Sie diesen Traum mit Ihrem Inneren. Und Sie haben Ihren astralischen Leib eingesogen, Sie haben ihn jetzt drinnen.

[ 8 ] In this relationship between what is woven and floats away as a dream and what then becomes a thought within the human being when he is fully awake and controls what now lives as such image-thoughts in his soul, you can, I would say, perceive to the point of soulful grasping: there is simply something drawn from the outside into the inside. And when we describe something like this, we are describing nothing other than the entry into the inner being of what is initially woven and floats in dreams, what we call the astral body, which is invisible to ordinary consciousness. So we can say that when we begin to think after waking up, the astral body is within us. We then imagine things. But we know that we have control over these ideas. As long as they are dreams, they float around out there. Just imagine a kind of cloud near you in which dreams are woven. You suck this cloud in, as it were; you control it from within. It is no longer outside. Therefore, you no longer dream. But just as you grasp any object with your hands, you grasp this dream with your inner being. And you have sucked in your astral body; you now have it inside you.

[ 9 ] Wir müssen uns allerdings genauer fragen: Was haben wir denn da drinnen? Wenn wir uns das einmal genauer ansehen, was wir da drinnen haben, so können wir vielleicht einen Anhaltspunkt dafür gewinnen, indem wir auf manche Träume, die nicht nur Bilder bleiben, sondern die schon beginnen, unbestimmte Gefühle zu werden, hinschauen. Bedenken Sie nur einmal, wie manche Träume recht unangenehm sind; sie sind einfach ein Bildergewebe. Manche Träume sind mit Angstzuständen verbunden. Sie wachen aus Angstzuständen auf. Sie sehen in diesen unbestimmten Angstzuständen, auch oftmals in unbestimmten Freudenzuständen, aber zumeist sind es eigentlich beängstigende Zustände, in denen sehen Sie schon, ich möchte sagen, das Aufglimmen von etwas, was, indem es sich weiter entwickelt, dann beim völligen Erwachen da ist. Was glimmt denn da auf, wenn der Traum Ihnen zum Beispiel Angst macht?

[ 9 ] However, we must ask ourselves more precisely: What do we have in there? If we take a closer look at what we have in there, we may be able to gain some insight by looking at some dreams that are not just images but are already beginning to become vague feelings. Just think about how unpleasant some dreams are; they are simply a web of images. Some dreams are associated with anxiety. You wake up from states of anxiety. In these vague states of anxiety, often accompanied by vague feelings of joy, but mostly frightening states, you see, I would say, the glimmer of something that, as it develops further, is then there when you wake up completely. What glimmers there when the dream frightens you, for example?

[ 10 ] Ja, der Traum verwebt sich mit dem Gefühl. Angst ist ein Gefühl. Der Traum ist noch halb draußen; dadurch ist das Gefühl unbestimmt. Aber er verwebt sich schon mit dem Gefühl. Dadurch tritt es auf, das Gefühl. Aber er verwebt sich mit dem, was sonst in der Seele lebt beim Fühlen. Und erst wenn Sie den Astralleib nun ganz herinnen haben, dann haben Sie diese bestimmten, in Ihrer physischen Organisation bedingten Gefühle da, die Ihnen jetzt die Vorstellungen des astralischen Leibes durchsetzen können.

[ 10 ] Yes, the dream interweaves with the feeling. Fear is a feeling. The dream is still half outside; this makes the feeling vague. But it is already interweaving with the feeling. This is what causes the feeling to arise. But it intertwines with what else lives in the soul when feeling. And only when you have the astral body completely inside you do you have these specific feelings, which are conditioned by your physical organization, and which can now enforce the ideas of the astral body upon you.

[ 11 ] Wenn Sie gewisse Alp- und Angstträume richtig ins Auge fassen, so haben Sie es wiederum, ich möchte sagen, bis zum seelischen Greifen nahe, was da eigentlich bei diesem Einzug, wie wir es nennen, des astralischen Leibes in den physischen Menschen geschieht. Dasjenige nämlich, was die Beängstigung macht, die zuweilen den Traum begleitet, werden Sie immer entdecken als etwas, was nicht in der Ordnung ist in Ihrem Atmungsprozeß..

[ 11 ] If you look closely at certain nightmares and anxiety dreams, you will again have, I would say, almost a spiritual grasp of what actually happens during this entry, as we call it, of the astral body into the physical human being. For what causes the fear that sometimes accompanies dreams, you will always discover to be something that is not in order in your breathing process.

[ 12 ] Sie sehen daraus ganz deutlich, daß der astralische Leib durch das, was in der Atmung liegt, einzieht und auch wiederum auszieht. Es ist wirklich nicht so, daß man diese Dinge, wenn man das Leben nur unbefangen beobachten will, nicht beobachten könnte. Man stellt nur nicht gehörig solche Beobachtungen an. Aber es ist etwas da, was uns durchaus die Anleitung dazu gibt, zu erkennen, daß dasjenige, was in den Träumen webt und was in der Wirklichkeit der astralische Leib ist, in unseren Organismus hineingeht, indem es den Atmungsprozeß beim Erwachen ergreift.

[ 12 ] You can see quite clearly from this that the astral body enters and also leaves through what lies in the breathing. It is really not the case that one cannot observe these things if one simply wants to observe life impartially. It is just that one does not make such observations properly. But there is something there that gives us the instruction to recognize that what weaves in dreams and what is the astral body in reality enters our organism by taking hold of the breathing process when we awaken.

[ 13 ] Das führt uns zu einer Betrachtung über den Menschen, die außerordentlich wichtig ist, die aber gewöhnlich nicht angestellt wird. Man sieht den Menschen gewöhnlich so an, als ob er eigentlich ganz und gar ein Organismus wäre, ein Körper wäre, der aus festen Bestandteilen aufgebaut ist. Das ist aber doch nicht wahr. Der menschliche Organismus besteht eigentlich zum geringsten Teile, kaum zu zehn Prozent, aus Festem. Im übrigen ist er ein Wasserorganismus, ein Flüssigkeitsorganismus. So daß wir in Wahrheit diesen Organismus uns so aufgebaut denken müssen, daß wir sagen: Da ist der Organismus, und in einer gewissen Beziehung ein Zehntel fest (siehe Zeichnung, hell); aber dieses Feste ist durchsetzt von dem wässerigen Elemente (blau). Und dann erst stellen Sie sich den menschlichen Organismus ordentlich vor, wenn Sie ihn eigentlich als Wassersäule vorstellen, die das Feste eingelagert hat.

[ 13 ] This leads us to a consideration of the human being that is extremely important but is not usually made. We usually view the human being as if he were actually a complete organism, a body made up of solid components. But that is not true. The human organism actually consists of very little solid matter, hardly ten percent. The rest is a water organism, a fluid organism. So in truth we must think of this organism as being constructed in such a way that we say: there is the organism, and in a certain sense one tenth of it is solid (see drawing, light color); but this solid is permeated by the watery element (blue). And only then can you imagine the human organism properly, if you actually imagine it as a column of water that has the solid embedded in it.

[ 14 ] Aber das genügt noch nicht. Wir müssen den menschlichen Organismus auch als einen Luftorganismus vorstellen. Die Luft ist draußen; wir atmen sie ein. Da ist ein Teil der Luft, die da draußen ist, nun in unserem Inneren drinnen. Die atmen wir wieder aus. Wir sind zu gleicher Zeit ein Luftorganismus. Wollen wir auch das schematisch zeichnen (rot). Aber gerade dieser Luftorganismus ist es, der beim Aufwachen von dem astralischen Leib ergriffen wird. Wir atmen die Luft ein. Die Luft macht ferner einen Prozeß durch; ihre Wirkungen ergießen sich in den ganzen Organismus. Der Sauerstoff nimmt den Kohlenstoff auf, verwandelt sich in Kohlensäure. So ein Luftvorgang findet fortwährend in uns statt.

[ 14 ] But that is not enough. We must also imagine the human organism as an air organism. The air is outside; we breathe it in. Part of the air that is outside is now inside us. We breathe it out again. We are at the same time an air organism. Let us draw this schematically (in red). But it is precisely this air organism that is seized by the astral body when we wake up. We breathe in the air. The air also undergoes a process; its effects spread throughout the entire organism. The oxygen absorbs the carbon and is converted into carbon dioxide. Such an air process takes place continuously within us.

[ 15 ] Beim Wachen ist aber dieser Luftvorgang durchsetzt von dem astralischen Leib. Auf denselben Bahnen, die die Luft in unserem Organismus durchmacht, läuft die Bewegung des astralischen Leibes. Der Luftvorgang ist ein Luftvorgang ja nur, wenn wir schlafen; wenn wir wach sind, dann schwimmen gewissermaßen die Bewegungen dieses astralischen Leibes in demjenigen, was als Luftvorgang in uns lebt. Aber jetzt denken Sie sich einmal: indem der astralische Leib da einzieht in dasjenige, was ich in Rot schematisch aufgezeichnet habe, und innerhalb des Luftorganismus seine Bewegungen ausführt, dasjenige ausführt, was er überhaupt tut, geht das in dem blau schematisch Gezeichneten, in dem wäßrigen Organismus vor sich. Diese Luftvorgänge, die eigentlich beim Wachen die Vorgänge des astralischen Leibes sind, stoßen immer heran an den wäßrigen Organismus.

[ 15 ] When we are awake, however, this air process is permeated by the astral body. The movement of the astral body follows the same paths that the air takes in our organism. The air process is only an air process when we are asleep; when we are awake, the movements of this astral body swim, so to speak, in what lives within us as the air process. But now think about this: as the astral body enters into what I have schematically drawn in red and carries out its movements within the air organism, carrying out what it does in general, this takes place in what is schematically drawn in blue, in the watery organism. These air processes, which are actually the processes of the astral body when we are awake, always come into contact with the watery organism.

[ 16 ] Im wäßrigen Organismus ist aber nun Tag und Nacht der ätherische Leib des Menschen. Und da haben Sie zu gleicher Zeit eine Wechselwirkung des astralischen und des ätherischen Leibes, aber auch das physische Abbild davon: die Luftvorgänge und die Wasservorgänge im Menschen. Sie können sich also durchaus vorstellen, daß im Menschen zunächst diese physischen Prozesse vorhanden sind, die ablaufen zwischen seinem Atmen und den Bewegungen seiner Säfte, überhaupt alledem, was da flüssig im Organismus vor sich geht. Das aber ist wieder nur ein Abbild von dem, was zwischen astralischem und ätherischem Leib vor sich geht.

[ 16 ] But in the watery organism, the etheric body of the human being is present day and night. And there you have at the same time an interaction between the astral and etheric bodies, but also the physical image of this: the air processes and the water processes in the human being. So you can well imagine that these physical processes are initially present in the human being, taking place between his breathing and the movements of his juices, in fact in everything that is liquid in the organism. But this is again only a reflection of what is happening between the astral and etheric bodies.

[ 17 ] Nun ist aber alles dasjenige, was nun da fester, flüssiger, gasförmiger Organismus ist, wiederum durchzogen von Wärme (Zeichnung S. 55, gelb). Der ganze Organismus hat seine eigene Wärme: WärmeÄther. Ich möchte sagen: Auf den Wellen des Luftigen im Menschen bewegt sich das Astralische, und auf demjenigen, was da als Wärme den Organismus durchspielt, da bewegt sich das eigentliche Ich.

[ 17 ] Now, however, everything that is a more solid, liquid, or gaseous organism is in turn permeated by warmth (drawing on p. 55, yellow).. The entire organism has its own warmth: warmth ether. I would like to say: the astral moves on the waves of the airy in the human being, and the actual I moves on that which flows through the organism as warmth.

[ 18 ] Jetzt haben Sie den physischen Leib als solchen; den flüssigen Leib, der auch physisch ist, aber der nun sich abgrenzt von dem festen physischen Leib, den flüssigen physischen Leib, der einen innigen Zusammenhang mit dem ätherischen Leib hat; den gasförmigen Organismus des Menschen, der einen inneren Zusammenhang hat mit dem astralischen Leib, und dasjenige, was Wärmevorgänge sind, was mit anderen Worten Wärme-Äther ist im Menschen, das einen innigen Zusammenhang hat mit dem menschlichen Ich. So daß wir im Physischen, ich möchte sagen, überall das Bild sehen des ganzen Menschen. Das Feste ist sozusagen etwas, was für sich besteht. Aber das Flüssige im Organismus, das kann nicht für sich bestehen. Wir haben sehr wenig in unserem Kopfe vom Festen. Dasjenige, was wir Festes haben, schwimmt im Gehirnwasser, also in Flüssigkeit. Sehen Sie auf dieses Flüssige innerhalb des menschlichen Kopfes, so haben Sie in diesem Flüssigen zunächst den Ätherteil des Kopfes.

[ 18 ] Now you have the physical body as such; the liquid body, which is also physical, but which is now separated from the solid physical body, the liquid physical body, which has an intimate connection with the etheric body; the gaseous organism of the human being, which has an inner connection with the astral body, and that which are heat processes, which in other words is heat ether in the human being, which has an intimate connection with the human I. So that in the physical, I would say, we see everywhere the image of the whole human being. The solid is, so to speak, something that exists in itself. But the liquid in the organism cannot exist in itself. We have very little of the solid in our heads. What we have that is solid floats in the cerebral fluid, that is, in liquid. If you look at this liquid inside the human head, you first have the etheric part of the head in this liquid.

[ 19 ] Das Atmen geht nun so vor sich: Sie atmen ein. Der Atem stößt nach innen, setzt sich fort durch das Rückenmarkswasser nach dem Gehirn. In dieser Stoßbewegung bewegt sich aber zu gleicher Zeit dasjenige, was das Astralische ist, nach dem Ätherischen des Kopfes herauf im Wachzustande. So daß wir auf der einen Seite ein Zusammenwirken der Bewegungen des Gehirnwassers mit den Atmungsbewegungen haben, auf der anderen Seite ein Zusammenwirken des Ätherteiles des Kopfes, von dem das, was im Gehirnwasser vor sich geht, nur ein Abbild ist, mit demjenigen, was Atmungsvorgänge sind, die wiederum nur ein Abbild sind desjenigen, was astralisch ist im Menschen. Und dann haben wir ein fortwährendes Spiel der Wärmezustände. Und das Blut in seiner Bewegung vermittelt diese Wärmezustände. Auf diesem Wogen des Wärmemeeres in uns bewegt sich zu gleicher Zeit unser Ich.

[ 19 ] Breathing proceeds as follows: You breathe in. The breath pushes inward and continues through the spinal fluid to the brain. At the same time, however, the astral element moves upward toward the etheric element of the head in the waking state. So that on the one hand we have a interaction between the movements of the brain fluid and the respiratory movements, and on the other hand an interaction between the etheric part of the head, of which what goes on in the brain fluid is only a reflection, and what are respiratory processes, which in turn are only a reflection of what is astral in the human being. And then we have a continuous interplay of heat states. And the blood in its movement mediates these heat states. On this wave of the sea of heat within us, our ego moves at the same time.

[ 20 ] Es handelt sich darum, daß wir uns dieses ganz lebendig vorstellen, daß wir uns darüber klar sind. Für sich können wir nur den festen Organismus betrachten. Sobald wir an den flüssigen Organismus herankommen, hat er gar nicht mehr die Möglichkeit, etwa bloß sich so zu bewegen, wie sich Wasserwellen draußen bewegen, sondern der bewegt sich so, daß sein Bewegungsspiel ein Abbild ist dessen, was im Ätherleib des Menschen vor sich geht. Wiederum dasjenige, was in den feineren Zuständen der Körperatmung vor sich geht, ist ein Abbild dessen, was astralisch im Menschen vor sich geht. Nun aber, wenn wir das ins Auge fassen, so müssen wir uns sagen: Sehen wir nur einmal auf das Gehirnwasser. Das hat in sich gewisse Bewegungen. Die sind ein Abbild des Ätherleibes. Aber den Ätherleib, den bekommt der Mensch, indem er aus den geistigen Welten in diese physische Welt heruntersteigt; innerhalb der geistigen Welten hat er ihn noch nicht. Aber indem der Mensch überhaupt seinen physischen Leib ergreift, hat er schon seinen Ätherleib. Er zieht gewissermaßen den Äther aus dem Kosmos heran. Und erst indem er den Äther herangezogen hat aus dem Kosmos, kann er sich mit dem Physischen, das ihm dann durch die Vererbung vermittelt wird, verbinden. So daß wir dasjenige, was innerlich im Ätherleib des Menschen lebt, schon mitbringen, indem wir unseren physischen Leib ergreifen.

[ 20 ] It is important that we imagine this very vividly, that we are clear about it. We can only observe the solid organism in itself. As soon as we approach the liquid organism, it no longer has the possibility of moving in the same way as water waves move outside, but moves in such a way that its movement is a reflection of what is happening in the etheric body of the human being. Again, what goes on in the finer states of bodily respiration is a reflection of what goes on in the astral body of the human being. But now, when we consider this, we must say to ourselves: Let us just look at the cerebral fluid. It has certain movements within itself. These are a reflection of the etheric body. But the etheric body is something that human beings acquire when they descend from the spiritual worlds into this physical world; they do not yet have it within the spiritual worlds. But by taking hold of their physical body, human beings already have their etheric body. They draw the ether out of the cosmos, so to speak. And only by drawing the ether from the cosmos can they connect with the physical, which is then conveyed to them through heredity. So that we already bring with us what lives inwardly in the etheric body of the human being when we take hold of our physical body.

[ 21 ] Nehmen Sie also an, im Leib des mütterlichen Organismus entsteht der Menschenkeim. Wir untersuchen dasjenige, was an diesem Menschenkeim das Flüssige ist. Man tut es nicht in der gewöhnlichen Physiologie. In der gewöhnlichen Physiologie untersucht man nur den Keim insofern, als er Festes enthält oder wenigstens sich so wie das Feste beobachten läßt. Das Flüssige wird gar nicht untersucht. Würde man aber das Flüssige untersuchen, dann würde man entdekken, wie in dem Flüssigen, namentlich im Gehirnwasser, ein Abbild dessen ist, was da hereingeschlüpft ist in den physischen Menschen und was zunächst schon im Ätherleib sich ausdrückte, als der Äther herangezogen worden ist.

[ 21 ] Suppose, then, that the human germ arises in the body of the maternal organism. We examine what is liquid in this human germ. This is not done in ordinary physiology. In ordinary physiology, the germ is only investigated insofar as it contains solid matter or at least can be observed as solid matter. The liquid is not examined at all. But if one were to examine the liquid, one would discover how in the liquid, namely in the cerebral fluid, there is an image of what has slipped into the physical human being and what was already expressed in the etheric body when the ether was drawn in.

[ 22 ] So können wir sagen: Wenn hier der physische Leib ist (siehe Zeichnung), der physische Menschenkeim sich bildet - ich zeichne jetzt das Feste gar nicht; was ich da zeichne, soll der flüssige Menschenkeim sein (rot) -, es kommt aus der geistigen Welt herunter dasjenige, was als Ich und Astralisches vorhanden ist. Was schon an Äther herangezogen ist (gelb), das schlüpft hier hinein. Indem einfach der Mensch untertaucht in den physischen Leib, wird im flüssigen Organismus aufgenommen das, was der Mensch von außen hereinbringt. Würden Sie also das Gehirnwasser des Kindes in seinen Bewegungen untersuchen, so müßten Sie sagen: Das ist eigentlich eine Photographie dessen, was der Mensch war, bevor er sich mit seinem physischen Leib verbunden hat. Sehen Sie, das ist sehr wichtig, daß man eigentlich sagen kann: Im Gehirnwasser, das heißt, in den Bewegungen des Gehirnwassers würde man eine Photographie von dem, was der Konzeption vorangegangen ist, finden.

[ 22 ] So we can say: When the physical body is here (see drawing), the physical human germ is formed—I am not drawing the solid part at all; what I am drawing is the liquid human germ (red)—and that which exists as the I and the astral descends from the spiritual world. That which has already been drawn in as ether (yellow) slips in here. Simply by the human being submerging itself in the physical body, what the human being brings in from outside is taken up into the liquid organism. If you were to examine the cerebral fluid of a child in its movements, you would have to say: This is actually a photograph of what the human being was before it connected with its physical body. You see, it is very important that one can actually say: In the cerebral fluid, that is, in the movements of the cerebral fluid, one would find a photograph of what preceded conception.

[ 23 ] Nun, vom Gehirnwasser können Sie das gut begreifen, daß Sie da eine Art Photographie finden dessen, was vorangegangen ist. Aber bedenken Sie den Atmungsprozeß. Der Atmungsprozeß tritt uns als ein sehr physischer Prozeß dadurch entgegen, daß unsere Lunge in einer gewissen Beziehung organisiert ist, daß die Luft eingesogen wird, daß der Atmungsprozeß sich sogar abspielt unter dem Einfluß der Außenwelt, wenn wir schlafen, wenn also unser Ewiges gar nicht mit unserem Zeitlichen verbunden ist. Man möchte sagen, für den Atmungsprozeß ist es ja so: er verläuft sowohl, wenn wir schlafen, als auch wenn wir wachen. Wenn wir schlafen, nun, dann geht eben die Bewegungswelle des Atmungsprozesses durch unseren Organismus; wenn wir wachen, trägt diese Welle den astralischen Leib. Sie kann ihn also tragen; sie braucht ihn auch nicht zu tragen. Das tut sie beim Schlafen, da trägt sie ihn nicht.

[ 23 ] Now, from the cerebral fluid you can easily understand that you find there a kind of photograph of what preceded it. But consider the breathing process. The breathing process appears to us as a very physical process because our lungs are organized in a certain way, because air is sucked in, because the breathing process even takes place under the influence of the outside world when we sleep, when our eternal self is not connected to our temporal self. One might say that the breathing process is like this: it takes place both when we sleep and when we are awake. When we sleep, the wave of movement of the breathing process passes through our organism; when we are awake, this wave carries the astral body. It can carry it, but it does not need to. It does so when we sleep, but it does not carry it then.

[ 24 ] Was folgt daraus? Daraus folgt, daß das Gehirnwasser, weil das im Inneren abgeschlossen ist, sich fortsetzen kann, eine Art Fortsetzung sein kann dessen, was früher da war. Nicht so innig kann sich aber in dieser selben Art etwa in unserem Atmen irgend etwas fortsetzen von früher. Daher geschieht folgendes: Wenn wir den menschlichen Kopf betrachten und dann den menschlichen Brustorganismus, so finden wir, daß da drinnen im menschlichen Kopf, gewissermaßen sagen wir durch das Gehirnwasser, also im physischen Organismus, richtig die Fortsetzung des vorgeburtlichen geistigen Menschen drinnen ist. Beim Atmungsprozeß ist es nicht so. Da verläuft der physische Atmungsprozeß für sich (siehe Zeichnung, gelb), und das Geistige ist viel weniger stark mit dem physischen Prozeß verbunden (rot). Man möchte sagen: Im Kopf ist der geistige Mensch, der geistig-seelische Mensch mit dem physischen Menschen fest zusammen verbunden; sie sind eine Einheit geworden. Im Brustmenschen ist das nicht so, da sind sie mehr getrennt; da ist der physische Organismus mehr für sich und das Geistig-Seelische auch wiederum für sich.

[ 24 ] What follows from this? It follows that the brain water, because it is enclosed within, can continue to exist, can be a kind of continuation of what was there before. But something from the past cannot continue in the same way in our breathing, for example. Therefore, the following happens: When we look at the human head and then at the human chest, we find that inside the human head, through the cerebral fluid, so to speak, that is, in the physical organism, there is indeed a continuation of the pre-birth spiritual human being. This is not the case with the breathing process. There, the physical breathing process takes place on its own (see drawing, yellow), and the spiritual is much less strongly connected to the physical process (red). One might say: in the head, the spiritual human being, the spiritual-soul human being, is firmly connected to the physical human being; they have become one. This is not the case in the chest human being, where they are more separated; there, the physical organism is more on its own and the spiritual-soul is also on its own.

[ 25 ] Aber jetzt vergleichen Sie das mit dem Traumzustande. Im Traumzustande ist es für den ganzen Menschen so, daß wiederum das Ich und der astralische Leib heraußen sind, daß sie getrennt sind. Aber ein wenig sind sie für den Brustmenschen immer getrennt. Der Brustmensch, das heißt Atmungs- und Herzmensch, der rhythmische Mensch, der ist aber der Organismus für das Fühlen. Weil also das Geistig-Seelische mit dem physischen Organismus in bezug auf den rhythmischen Menschen nicht so kompakt verbunden ist, nicht so da drinnen ist in dem physischen Menschen, deshalb verläuft das Fühlen so wie das Träumen. Sie sehen, will man den ganzen Menschen betrachten, so muß man diese verschiedenen Arten des Zusammenwirkens des Seelischen mit dem Leiblichen ins Auge fassen.

[ 25 ] But now compare this with the dream state. In the dream state, the whole human being is such that the ego and the astral body are outside, that they are separated. But for the chest man, they are always separated to a small extent. The chest man, that is, the breathing and heart man, the rhythmic man, is the organism for feeling. Because the spiritual-soul element is not so compactly connected with the physical organism in relation to the rhythmic human being, is not so much inside the physical human being, feeling proceeds in the same way as dreaming. You see, if one wants to consider the whole human being, one must take into account these different kinds of interaction between the soul and the body.

[ 26 ] Nun, wenn man die menschliche Wesenheit so grob betrachtet, wie das heute in unserem materialistischen Zeitalter geschieht - denn Sie können sich überall überzeugen, wo Sie die heutige Wissenschaft ins Auge fassen, daß man eigentlich so betrachtet, als ob der ganze Mensch eben ein fester Organismus wäre und da drinnen irgendwie das Seelische wirkte -, dann kann man nicht darauf kommen, wie dieses Seelische, das man erlebt, zum Beispiel der rein seelisch erlebte Willensakt, wie der ein Bein hebt oder einen Arm hebt. Ja, gegenüber dem, was man auf der einen Seite als Seelisches des Willensaktes erlebt, ist das, was man sich heute in der Anatomie, in der Physiologie unter menschlichem Organismus vorstellt, eigentlich wie ein Stück Holz, so fremd dem Seelischen wie ein Stück Holz. Was Sie heute beschrieben finden als Beine des Menschen in der Physiologie, ist wirklich wie zwei Holzstücke, wie Holzbeine. So verhalten sie sich zum Seelischen. Ebensowenig wie, wenn hier zwei Hölzer liegen, Sie eine Beziehung finden können zwischen diesen zwei Hölzern und einem Seelischen, ebensowenig kann man eine Beziehung finden zwischen dem, was einem die Physiologie heute beschreibt als menschliche Beine und dem Seelischen. Aber diese menschlichen Beine, die die Physiologie beschreibt, die sind durchzogen von dem Wässerigen. Da kommen wir schon zu etwas, von dem sich leichter begreifen läßt, daß da ein Geistiges hineinwirkt. Aber es geht noch schwer.

[ 26 ] Now, if you look at the human being in such a crude way as is done today in our materialistic age — for you can see for yourself everywhere you look at modern science that people actually view the whole human being as if it were a solid organism with the soul somehow working inside it — then you cannot understand how this soul that we experience for example, the purely soul-experienced act of will, how it lifts a leg or an arm. Yes, compared to what we experience on the one hand as the soul aspect of the act of will, what we imagine today in anatomy and physiology as the human organism is actually like a piece of wood, as foreign to the soul as a piece of wood. What you find described today as human legs in physiology is really like two pieces of wood, like wooden legs. That is how they relate to the soul. Just as you cannot find a relationship between two pieces of wood lying here and something spiritual, so you cannot find a relationship between what physiology today describes as human legs and the soul. But these human legs described by physiology are permeated by water. This brings us to something that makes it easier to understand that something spiritual is at work here. But it is still difficult.

[ 27 ] Kommen wir aber zu dem Gasförmigen, zu dem Luftförmigen, so sind wir in dem Physischen in einer so dünnen Materie, daß wir uns nun da das Seelische leichter drinnen vorstellen können. Und erst wenn wir zu den Wärmezuständen kommen! Bedenken Sie nur, wie naheliegend Sie es haben, diese Wärmezustände des physischen Organismus mit dem Seelischen in Zusammenhang zu bringen. Denken Sie doch nur einmal, wie Sie eventuell da oder dort eine heillose Angst bekommen haben, und es wird Ihnen ganz warm; da haben Sie schon eine innere Anschauung von der Beziehung des Seelischen zu demjenigen, was nun im physischen Organismus als Wärmezustände auftritt. Kurz, wenn wir in einer vernünftigen Weise den ganzen menschlichen Organismus so erfassen, daß wir ihn in bezug auf sein Festes, Flüssiges, Gasförmiges, Wärmeartiges fassen, dann kommen wir nach und nach an das Seelische heran.

[ 27 ] But when we come to the gaseous, to the airy, we are in the physical realm in such a thin matter that we can now more easily imagine the soul within it. And only when we come to the states of heat! Just think how obvious it is to you to connect these states of heat in the physical organism with the soul. Just think of how you may have felt a terrible fear here or there, and you became quite warm; there you already have an inner perception of the relationship between the soul and what now appears in the physical organism as states of heat. In short, if we understand the entire human organism in a reasonable way, so that we grasp it in terms of its solid, liquid, gaseous, and warm aspects, then we gradually approach the soul.

[ 28 ] Wir können sagen: Das Ich greift in den Wärmezustand ein, der astralische Leib in den gasförmigen Zustand, der Ätherleib in den flüssigen Zustand; nur das Feste bleibt unangetastet. Da geht es nicht herein. Denken Sie sich einmal das, wie es nun im menschlichen Organismus ist: Hier haben wir das Gehirn, aber das ist noch wässerig. Jetzt sind da darinnen feste Bestandteile. Da, sagte ich, geht das Seelische nicht herein. Zeichnen wir uns einmal irgendwie schematisch diese festen Bestandteile darinnen (siehe Zeichnung $. 60). In Wirklichkeit sind es Salzablagerungen. Das, was wir Festes in uns haben, sind ja immer salzartige Ablagerungen. Unsere Knochen sind nur Bestandteile solcher Ablagerungen. Aber in unserem Gehirn geschehen fortwährend ganz feine, sich immer wieder auflösende Ablagerungen. Ich möchte sagen: In unserem Gehirn ist immer die Tendenz vorhanden, sich einfach zu solchen Knochen zu bilden, das Gehirn ganz knöchern zu machen; es löst sich nur immer wieder auf, weil alles beweglich ist. So daß, wenn wir gerade das Gehirn betrachten, da haben wir also zunächst die Wärmezustände des Gehirns, da drinnen lebt die Luft, die fortwährend ein- und ausgeatmet wird, aber die ins Gehirnwasser heraufspielt; der astralische Leib lebt darinnen. Wir haben das Gehirnwasser; der ätherische Leib lebt darinnen. Jetzt bekommen wir das Feste. Da kann das Seelische nicht herein. Es kann nicht herein, indem wir in uns Salze ablagern. Indem wir dieses nicht ganze Zehntel unseres Organismus, diese Salzbildung da drinnen haben, haben wir in uns etwas, in das unser Seelisches nicht herein kann.

[ 28 ] We can say: The ego intervenes in the state of warmth, the astral body in the gaseous state, the etheric body in the liquid state; only the solid remains untouched. It cannot enter there. Think about how it is in the human organism: here we have the brain, but it is still watery. Now there are solid components inside it. There, I said, the soul cannot enter. Let us sketch these solid components inside it (see drawing $. 60). In reality, they are salt deposits. What we have as solids within us are always salt-like deposits. Our bones are only components of such deposits. But in our brain, very fine deposits are constantly forming and dissolving again. I would say that in our brain there is always a tendency to simply form such bones, to make the brain completely bony; it only dissolves again and again because everything is mobile. So when we look at the brain, we first have the heat states of the brain, the air lives in there, which is constantly being breathed in and out, but which rises up into the brain water; the astral body lives in there. We have the brain water; the etheric body lives in there. Now we get the solid. The soul cannot enter there. It cannot enter because we deposit salts within ourselves. Because we have this less than one-tenth of our organism, this salt formation within us, we have something within us that our soul cannot enter.

[ 29 ] Bedenken Sie: Da stehen Sie als Mensch. Da haben Sie Ihren Organismus. Da haben Sie in Ihrem Organismus die Wärme, das Gasförmige, das Flüssige: da kann Ihr Seelisches überall herein. Aber da ist etwas drinnen, in das Ihr Seelisches nicht herein kann. Das ist so, wie wenn Sie hier allerlei Gegenstände haben, die vom Lichte bestrahlt werden, die das Licht wieder zurückwerfen. Sie haben eine Spiegelfläche, da kann das Licht nicht durch, wird zurückgestrahlt. So haben Sie in sich Ihren festen Salzorganismus. Da kann das Seelische nicht herein, da wird das Seelische fortwährend zurückgestrahlt.

[ 29 ] Consider this: there you stand as a human being. There you have your organism. There you have the warmth, the gaseous, the liquid in your organism: your soul can enter everywhere. But there is something inside that your soul cannot enter. It is like when you have all kinds of objects here that are illuminated by light and reflect the light back. You have a mirror surface that the light cannot pass through; it is reflected back. In the same way, you have your solid salt organism within you. Your soul cannot enter there; it is constantly reflected back.

[ 30 ] Ja, wenn Sie das nicht hätten, so würden Sie zunächst überhaupt gar kein Bewußtsein haben können, denn das, was Sie nun in sich als Bewußtsein haben, das sind die von Ihrem Salzorganismus zurückgestrahlten Seelenerlebnisse. Diejenigen, die hineingehen in Ihr Ich, in Ihren gasförmigen Organismus, in Ihren flüssigen Organismus, die erleben Sie zunächst nicht. Erst weil überall das, was da in der Wärme, was in dem Gasförmigen, was in dem Flüssigen als Seelenleben vor sich geht, ebenso wie die Lichtstrahlen vom Spiegel zurückgeworfen werden, am Salz zurückgeworfen wird, erst dadurch erleben Sie das, was Seelisches ist. Dadurch haben Sie diese innerliche Spiegelung, die nun innen als Vorstellungen lebt.

[ 30 ] Yes, if you did not have that, you would not be able to have any consciousness at all, because what you now have within you as consciousness are the soul experiences reflected back by your salt organism. Those that enter your ego, your gaseous organism, your liquid organism, you do not experience at first. It is only because everything that goes on in the warmth, in the gaseous, in the liquid as soul life is reflected back by the salt, just as light rays are reflected back by a mirror, that you experience what is soul. This gives you this inner reflection, which now lives inside you as ideas.

[ 31 ] Wenn also ein Mensch zum Beispiel viel Salz absetzt — aber das Salz entsteht überall in Formen -, dann bekommt er viele solche Bilder, das heißt, er wird gedankenreich. Wenn er zuwenig Salz absondert, dann bekommen die Gedanken solche unbestimmte Konturen, wie von einem nicht ordentlichen Spiegel die Bilder die Konturen erhalten. Wir können das auch noch anders aussprechen: Wenn einer überflüssig viel Salz absondert, da überwiegen in ihm die Gedanken in seinem Inneren. Sie werden sehr bestimmt, aber er wird ein Pedant. Er glaubt, in seinen Gedanken, weil sie aus so viel Festen in ihm herrühren, etwas Reales zu haben. Er wird materialistisch. Wenn er zuwenig Salz absondert, oder sagen wir, wenn er zuviel Salz in seinen übrigen Organismus absondert und zuwenig in seinen Kopf, dann werden seine Gedanken unbestimmt; er wird ein Phantast oder vielleicht ein Mystiker. Es hängt schon zusammen mit materiellen Vorgängen in unserem Inneren, wie unser Seelenleben beschaffen ist.

[ 31 ] So if, for example, a person secretes a lot of salt — but salt is produced everywhere in various forms — then he receives many such images, that is, he becomes rich in thoughts. If he secretes too little salt, then his thoughts take on such vague contours as the images in a disordered mirror. We can also express this in another way: if someone secretes an excessive amount of salt, the thoughts within them predominate. They become very definite, but the person becomes pedantic. They believe that their thoughts are real because they originate from so much that is solid within them. They become materialistic. If he secretes too little salt, or let's say if he secretes too much salt in the rest of his organism and too little in his head, then his thoughts become vague; he becomes a fantasist or perhaps a mystic. The nature of our inner life is connected with material processes within us.

[ 32 ] Es ist zum Beispiel manchmal notwendig, wenn einer zu phantastisch ist, daß man ihm Gelegenheit gibt durch irgendwelche Heilmittel, mehr Salz abzulagern oder das abgelagerte Salz besser zu gestalten. Dadurch wird er seiner Phantastik entrissen. Aber das Umgekehrte ist noch wichtiger; denn das sollte man eigentlich nicht sehr weit treiben, daß man die Menschen auf physischem Wege von Phantastik oder von Pedanterie heilt; es ist zunächst auch nicht viel zu machen. Aber das Umgekehrte hat einen großen Wert. Derjenige, der Menschenbeobachtung hat, für das Seelische ebenso wie für das Körperliche, der bemerkt genau, wenn zum Beispiel ein Mensch nach der einen oder nach der anderen Richtung, sagen wir im Kopfe oder in den Organen des rhythmischen Organismus oder in den Organen des Stoffwechselorganismus zuviel Ablagerungen hat. Er bemerkt dies daran, daß die ganze Gedankenkonfiguration anders wird, und die Art und Weise, wie der Mensch seine Gedanken verändert, kann zu der Diagnose außerordentlich viel beitragen. Nur beobachten die meisten Menschen solche feinen Vorgänge nicht.

[ 32 ] For example, if someone is too fanciful, it is sometimes necessary to give them the opportunity, through some remedy, to deposit more salt or to improve the structure of the salt that has been deposited. This will rescue them from their fancifulness. But the reverse is even more important, because one should not go too far in trying to cure people of fantasy or pedantry by physical means; there is not much that can be done in the first instance. But the reverse is of great value. Those who observe people, both mentally and physically, notice precisely when, for example, a person has too many deposits in one direction or another, say in the head or in the organs of the rhythmic organism or in the organs of the metabolic organism. They notice this because the entire configuration of thoughts changes, and the way in which a person changes their thoughts can contribute greatly to the diagnosis. However, most people do not observe such subtle processes.

[ 33 ] Es wird zum Beispiel sehr häufig nicht beobachtet, wie zusammenhängt, sagen wir, die Tatsache, daß nun plötzlich einmal ein Mensch sich immer wieder und wieder verspricht. Er hat es sonst nicht in seiner Gewohnheit, aber einmal fängt er an, sich immer wieder zu versprechen. Es dauert ein paar Tage, dann geht es vorüber. Es ist eine leise Erkrankung in ihm vor sich gegangen, und dieses Versprechen, das ist lediglich ein Symptom für die leichte Erkrankung. Zuweilen kann man solche Dinge sehr genau beschreiben.

[ 33 ] For example, people often fail to notice the connection between, say, the fact that a person suddenly starts making mistakes over and over again. It is not their usual habit, but suddenly they start making mistakes repeatedly. It lasts a few days, then it passes. A slight illness has taken hold of him, and this stumbling is merely a symptom of the slight illness. Sometimes such things can be described very precisely.p>

[ 34 ] Nehmen wir zum Beispiel an, ein Mensch sondert einmal ein paar Tage, durch irgendwelche Vorgänge, zuviel Magensäure ab. Was geschieht? Diese Magensäure, die löst einmal schon im Magen gewisse Stoffe auf, die weitergehen sollten als in den Magen. Jetzt hat er das eben nicht in dem Organismus; jetzt hat er nicht die nötige Schärfe seiner inneren Spiegelbilder, jetzt werden seine Gedanken lose, er verspricht sich. Merken Sie den Hasen, der da läuft, und merken Sie, wie dieser Hase läuft, dann versuchen Sie eben, ihm irgendwo beizukommen, daß er weniger Magensäure hat, dann werden seine Gedanken wiederum ordentlich. Im Grunde genommen aber wird seine Verdauung ordentlich, und er hört auch wieder auf, sich zu versprechen.

[ 34 ] Let us suppose, for example, that a person secretes too much stomach acid for a few days due to some process. What happens? This stomach acid dissolves certain substances in the stomach that should go further than the stomach. Now he doesn't have that in his organism; now he doesn't have the necessary sharpness of his inner reflections, now his thoughts become loose, he makes promises he won't keep. Notice the rabbit running there, and notice how this rabbit runs, then try to get hold of it somewhere so that it has less stomach acid, then its thoughts will become orderly again. Basically, however, its digestion will become orderly, and it will stop making mistakes.

[ 35 ] Oder aber, nehmen wir an, durch irgend etwas — es kann zum Beispiel durch Abnormitäten der Milztätigkeiten geschehen - sauge jemand seine Magensäure zu stark auf, er macht sich ganz zum Magen; er leitet die Magensäure überall hin. Solche Säureablagerungen, die sind eigentlich die Ursache für sehr viele Erkrankungen. Wenn es nicht bis zum Kopfe geht, dann entstehen sogar sehr eigentümliche prickelnde Schmerzen; wenn es bis zum Kopfe geht, entsteht Dumpfheit des Kopfes. Wenn Sie einen solchen Menschen dann anschauen, so sehen Sie oftmals, daß er in sich dieses ganze Aufsaugen des Säureartigen zu einer gewissen Gier macht; er wird ganz durchsäuert. Und wenn der Mensch durchsäuert wird, dann leidet zum Beispiel der freundliche Ausdruck seiner Augen darunter: Sie können es seinen Augen ansehen, wenn der Mensch durchsäuert ist, und Sie können unter Umständen, indem Sie ihm eine Säure beibringen, die er nun wirklich im Magen verarbeitet, weil sie nicht die Neigung hat, in den Organismus überzugehen, diesen Menschen wiederum freundlicher kriegen in seinem äußeren Ausdrucke.

[ 35 ] Or let us assume that, due to something—it could be abnormalities in the spleen, for example—someone absorbs their stomach acid too strongly, they become completely stomach-oriented; they direct the stomach acid everywhere. Such acid deposits are actually the cause of many diseases. If it does not reach the head, it can even cause very peculiar tingling pains; if it reaches the head, it causes dullness of the head. When you look at such a person, you often see that they have turned this absorption of acidity into a kind of greed; they become completely acidified. And when a person becomes acidified, the friendly expression in their eyes suffers, for example: you can see it in their eyes when a person is acidified, and you can, under certain circumstances, by giving them an acid that they can actually process in their stomach because it does not tend to pass into the organism, make this person friendlier in their outward expression.

[ 36 ] Ich sage das alles aus dem Grunde, um Ihnen zu zeigen, wie die Geisteswissenschaft, die hier gemeint ist, nicht ein unbestimmtes Seelisches bloß ins Auge faßt, sondern wie das Seelische, das nun wirklich der Herrscher des Leiblichen ist, das der Erbauer des Leiblichen ist, überall hereinwirkt ins Leibliche.

[ 36 ] I am saying all this to show you how the spiritual science referred to here does not merely focus on some vague spiritual entity, but how the spiritual, which is truly the ruler of the physical, the builder of the physical, has an effect everywhere in the physical realm.

[ 37 ] Aber wenn man das, was heute beschrieben wird als menschlicher Organismus so, als wenn dieser Organismus eben durch und durch ein Festes wäre, wenn man das ins Auge faßt, wenn man nicht dazunimmt das Flüssige, das Gasförmige, das Wärmeartige des Organismus, was sich wenigstens dem Seelenleben nähert, so kommt man eben nicht zu einem Begreifen, wie dieses Seelische im Menschen lebt. Denn im festen menschlichen Organismus lebt eben das Seelische nicht. In den festen Organismus geht das Seelische so wenig hinein, wie das Licht durch den Spiegel durchgeht; daher wird es zurückreflektiert. Und so geht das Seelische gerade am Salz überall zurück.

[ 37 ] But if one considers what is described today as the human organism as if this organism were solid through and through, if one does not take into account the liquid, gaseous, and warm aspects of the organism, which at least come close to the life of the soul, then one cannot understand how this soul lives in the human being. For the soul does not live in the solid human organism. The soul enters the solid organism as little as light passes through a mirror; therefore, it is reflected back. And so the soul recedes everywhere, especially from salt.

[ 38 ] Wenn wir hier unseren Fuß haben und hier den Knochen, so hat eben gerade das Seelische das Eigentümliche, daß es sich am Knochen bricht (siehe Zeichnung, rot), daß wir unseren Knochen in uns so tragen, daß er leer ist vom Seelischen. Da ist es nicht drinnen; aber es strahlt wiederum in den Organismus zurück.

[ 38 ] If we have our foot here and our bone here, then the soul has the peculiar property of breaking at the bone (see drawing, red), so that we carry our bones within us in such a way that they are empty of the soul. It is not inside, but it radiates back into the organism.

[ 39 ] Unsere Schädelknochen, die sind gar nicht so dumm angebracht an uns; denn das Seelische, das strahlt nach allen Seiten und wiederum nach dem Inneren zurück. Wir sind auch in unseren Schädelknochen, aber nur als physisch-feste Menschen drinnen. Aber unser Seelisches strahlt in uns hinein. So daß wir eigentlich, wenn wir vollständig unseren Kopf aufzeichnen, sagen müssen: Zunächst breitet sich da drinnen das Seelische aus (rot). Aber ich möchte sagen, das würde uns in einem dumpfen, unbewußten Zustande lassen. Aber nun, da kann es nicht hinein, wo die Schädelknochen sind, da wird es überall zurückgestrahlt, überall hinein in uns (Pfeile). Und erst wenn es da zurückgeht, dann haben wir es als Seelisches. So daß Sie wirklich in Ihrem Inneren Ihr Seelisches wie von allen Seiten an dem Spiegel der Schädelknochen zurückgeworfen haben. Das ist so.

[ 39 ] Our skull bones are not so stupidly attached to us, for the soul radiates in all directions and back again to the interior. We are also in our skull bones, but only as physical, solid human beings. But our soul radiates into us. So that when we draw our head completely, we must say: First, the soul spreads out inside (red). But I would say that this would leave us in a dull, unconscious state. But now, it cannot enter where the skull bones are, so it is reflected back everywhere, everywhere into us (arrows). And only when it returns do we have it as soul life. So that you have really thrown your soul life back inside you from all sides, as if from the mirror of the skull bones. That is how it is.

[ 40 ] Geisteswissenschaft schließt nicht etwa das Materielle aus, sondern macht das Materielle erst recht verständlich, indem das Seelische so betrachtet wird, wie es das Materielle beherrscht. Nicht wahr, den Bäcker lernt man auch nicht dadurch kennen, daß er bloße Bewegungen ausführt, sondern die Bewegungen, die er ausführt, machen dann die Semmeln und die Gipferl. Die Seele lernen wir nicht dadurch kennen, daß wir sie nur in Abstraktionen betrachten, sondern was die Seele da macht, das tritt uns als Bild in unserem Organismus entgegen. Wir müssen gerade verstehen, diesen Organismus in der richtigen Weise als ein Bild des Seelischen zu betrachten. Wenn wir nicht den Willen haben, auf den Menschen einzugehen, auch wie er uns entgegentritt im Bilde des Physischen, wenn wir sozusagen zu bequem sind, den Menschen kennenzulernen als physischen Menschen, lernen wir auch das Seelische nicht kennen; denn das, was gewöhnlich so als Seelisches beschrieben wird von den Leuten, die das Physische nicht geistig auffassen wollen, das sind eigentlich Dinge, die ebenso real sind, wie wenn Sie eine leckere Speise hier haben und Sie stellen sich einen Spiegel her und dann essen Sie nicht die Speise, sondern das, was Ihnen der Spiegel zurückwirft. Sie werden nicht satt. So werden Sie auch nicht seelenkundig, wenn Sie die Seele nicht in ihrem Schöpferischen, Aktiven betrachten, in dem, was sie tut, sondern sie nur betrachten wollen als Bild. Man muß daher durchaus nicht auf dem Standpunkte stehen, daß man ein richtiger Geisteswissenschafter ist, wenn man das Materielle verachtet. Man muß das Materielle eben geistig fassen, dann wird es durch und durch Geist. Sonst lebt man in Abstraktionen, in Intellektualismen; die führen von dem Erkennen ab, nicht zu ihm hin.

[ 40 ] Spiritual science does not exclude the material, but makes the material all the more understandable by viewing the soul life as it dominates the material. You don't get to know the baker by watching him perform mere movements, but by the movements he performs, which then make the rolls and the croissants. We don't get to know the soul by looking at it in abstractions, but by what the soul does, which appears to us as an image in our organism. We must understand how to view this organism in the right way, as an image of the soul. If we do not have the will to respond to people, even as they appear to us in their physical form, if we are too comfortable, so to speak, to get to know people as physical beings, then we will not get to know their souls either. for what is usually described as the soul by people who do not want to understand the physical in a spiritual sense are actually things that are just as real as if you had a delicious meal here and you set up a mirror and then you eat not the meal but what the mirror reflects back to you. You will not be satisfied. Likewise, you will not become knowledgeable about the soul if you do not view the soul in its creative, active state, in what it does, but only want to view it as an image. Therefore, one does not have to take the position that one is a true spiritual scientist if one despises the material. One must grasp the material spiritually, then it becomes spirit through and through. Otherwise, one lives in abstractions, in intellectualisms; these lead away from knowledge, not toward it.