Über die astrale Welt und das Devachan
GA 88
25 November 1903, Berlin
5. Charakter der astralen Vorgänge
[ 1 ] In dem vorhergehenden Vortrag sprach ich von den Wesen, die in der astralen Welt anzutreffen sind. Ich charakterisierte die Bewohner dieser Welt, indem ich sie unterschied in solche, die gegenwärtig verkörpert sind, und solche, die gegenwärtig nicht verkörpert sind. Heute möchte ich über die Vorgänge im Astralraum sprechen, und ich möchte im allgemeinen charakterisieren, wie wir uns die Ereignisse dort vorzustellen haben. Natürlich können wir nur ganz allgemein eine Skizze geben, denn die Welt, der wir hier begegnen, ist so überwältigend groß, daß jeder, der diese Welt einmal betritt, überwältigt wird von der Fülle der Erscheinungen, so daß niemand etwa aus eigener Erfahrung die ganze astrale Welt beschreiben könnte. Ebensowenig wie jemand die ganze physische Erde gesehen hat, ebensowenig hat jemand die ganze astrale Welt gesehen. Da die Mannigfaltigkeit der astralen Welt weitaus größer ist als die der physischen Erde, so werden Sie sich vorstellen können, daß es manches im Astralen gibt, wovon der einzelne keinen Bericht erstatten kann. Jedoch kann der einzelne ein kleines Stück beschreiben.
[ 2 ] Ich rechne zu den Vorgängen im astralen Raum auch die Begegnungen mit Wesenheiten, welchen wir in der physischen Welt nicht begegnen können oder nur ganz ausnahmsweise. Der Astralraum ist sozusagen ein Ort, an dem Wesen verschiedener Welten sich treffen können. Es ist genauso, wie Menschen in der irdischen Laufbahn sich begegnen können, wie ein Mensch einmal mit einem anderen zusammentreffen kann, der an einem ganz anderen Orte wohnt, vielleicht eine kurze Wegstrecke mit ihm zusammen zurücklegt, ihn wieder verliert und ihm dann nicht mehr begegnet. Wie dies im kleinen ist, so kann es auch in großem Maßstabe eintreten, und so können wir uns manches aus der astralischen Welt erklären.
[ 3 ] Wir sind als Menschen nicht von Anfang an so gewesen, daß wir uns in der Welt in einem physischen Körper zwischen Geburt und Tod verkörpert haben, sondern wir haben es in einer Art kosmischer Entwicklung dazu gebracht, daß wir durch drei Stationen hindurchzugehen haben: durch das physische Leben zwischen Geburt und Tod, durch das Leben im Kamaloka und durch das Leben im Devachan. Nicht alle Wesen durchlaufen diese Stationen, und auch wir Menschen haben eine Zeit gehabt, die der unsrigen vorangegangen ist, in welcher wir mit unserer Wesenheit der astralen Welt viel näherstanden. Wir waren, bevor wir uns die Fähigkeit erarbeitet hatten, uns physisch zu verkörpern, Wesen, welche rein in der astralen Welt lebten und welche astralische Sinne hatten. Aus den astralischen Sinnen heraus entwickelten sich im Laufe von Jahrmillionen erst unsere Augen und Ohren zu der physischen Gestalt, die sie heute haben. Wir waren astrale Wesen, und wir werden im Laufe unserer Entwicklung wieder astrale Wesen sein.
[ 4 ] Wir stehen jetzt in der fünften Wurzelrasse der vierten Runde, das ist die fünfte Menschheitsepoche der vierten Runde der Erdenentwicklung. Wir haben uns durch vier vorhergehende Epochen entwickelt und werden uns in drei folgenden wiederverkörpern. Dann wird diese Gestalt unseres Planeten, die er jetzt hat, abgelöst sein durch eine andere Gestalt, und auch wir Menschen werden anstelle unserer irdischen Gestalt eine andere Gestalt haben. Wir werden uns dann nicht mehr in der gleichen Weise wiederverkörpern, wie wir das heute tun. Wir werden wiederum astrale Wesen sein, Wesenheiten, welche sich nicht der Sinne bedienen, die wir jetzt haben, sondern wir werden Wesenheiten sein, die astral handeln. Seelenwesen waren wir, Seelenwesen werden wir wieder sein, wenn der physische Erdball seine Aufgabe erfüllt haben wird. Durch sieben sogenannte «Rassen» gehen wir hindurch, oft durch schlimme Zustände, und in der Zukunft werden wir dann wiederum in einem astralen Zustand sein und ein ganz anderes Dasein führen. Wir waren früher rein passive Wesen, hingegeben den Eindrücken der Außenwelt, bevor unser physischer Körper sich verdichtet hatte zu dem physischen Kern, durch den erst möglich wurde, physische Muskeln in Bewegung zu setzen, um irdische Handlungen auszuführen. Wir werden uns wiederum verwandeln, aus passiven zu aktiven Wesenheiten. Alles, was wir irdisch in uns aufgenommen haben, was wir verarbeitet haben, das wird als Frucht in uns gereift sein; wir werden aktive Wesen sein, Tätigkeitswesen.
[ 5 ] Weil wir noch etwas von unserer früheren astralen Gestalt mit uns herumtragen, weil etwas davon zu unserem astralen Körper gehört, und weil Vergangenheit und Zukunft in uns sich durchdringen, deshalb leben wir auch heute in der astralen Welt. Und wir können unser Geistesauge so entwickeln, daß wir in der astralen Welt ebenso sehend werden, wie der Durchschnittsmensch sehend ist in der physischen Welt. Die Menschen sind sich dessen nicht bewußt, weil ihr geistiges Auge nicht geöffnet ist. Das Auge des Schülers aber wird allmählich geöffnet. Wer die Schulung durchgemacht hat, der kann erwarten, daß das geistige Auge ihm geöffnet wird, so daß er das sehen kann, was in der theosophischen Lehre beschrieben wird.
[ 6 ] Wir sind Bürger der physischen Welt und der astralen Welt. In der astralen Welt begegnet der Schüler auch Wesen, welche nicht unserer Erde angehören, niemals ihr angehört haben und niemals ihr angehören werden. Diese Wesen haben andere Entwicklungen durchgemacht, sie kommen von einer ganz anderen Seite der Welt, sie durchkreuzen unsere Astralebene. Sie haben nur eine Wegstrekke durch den astralen Raum mit uns gemeinsam zu machen. Sie sind gleichsam wie die Kometen, die durch unser Planetensystem gehen. Solche Wesenheiten sind Fremdlinge für unsere menschlichirdische Entwicklung; ihre Entwicklung in der Astralwelt wird eine von der unsrigen ganz verschiedene sein. Nur ein Stück treffen sie mit uns zusammen, um dann ihre Entwicklung in einer Weise weiterzuführen, die nichts mit der unsrigen weiter zu tun hat.
[ 7 ] Das sind Tatsachen, von denen die mystischen Schriften aller Zeiten sprechen. In diesen Wesenheiten, denen die mystischen Schriften verschiedene Namen gegeben haben, ist nichts anderes dargestellt als diejenigen Bewohner der Erde, welche ihre Entwicklung abseits von unserer Entwicklung durchmachen, sogenannte Elementarwesen, Elementargeister. Für diese Wesenheiten ist das, was sie durch die Menschen erfahren, ebenso fremd, wie einem Menschen das fremd ist, was er beim Betreten des Astralraumes erfährt. Sie verhalten sich zumeist ablehnend gegen das, was von der physischen Welt an sie herantritt. Der Chela wird durch diese Wesen die mannigfaltigsten Anfechtungen erfahren, er kann durch diese Elementargeister angezogen werden und dadurch leicht von der ihm vorgezeichneten Bahn abgelenkt werden. Diese Wesenheiten zeigen Sympathien oder Antipathien mit dem, was ihnen von unserer menschlichen Sphäre entgegentritt. Das war nicht immer so. In einer früheren Epoche waren sie nicht so ablehnend gegenüber den physischen Menschen. Jetzt aber haben diese Wesen eine große Antipathie gegen alles, was von der physischen Welt kommt.
[ 8 ] Diese Erscheinungen der Astralwelt sind ja oft bildlich beschrieben worden. Man hält heute manches nur für Volksaberglauben und weiß nicht, daß den Ausdrücken in den alten Schriften Wahrheiten zugrundeliegen. Gnomen, Undinen, Sylphen und Salamander wurden im Mittelalter diese Wesen genannt, die niemals ein physisches Dasein haben. Es ist natürlich leicht, etwas zu sagen von diesen Dingen, aber nur derjenige spricht mit vollem Verantwortungsgefühl darüber, der zu unterscheiden weiß, was Aberglaube und was Wirklichkeit ist. Aberglaube tritt auf verschiedenen Stufe auf. Es gibt nicht bloß den Aberglauben, der uns anhaftet, wenn wir an irgendwelche Erscheinungen glauben, die nicht wirklich vorhanden sind. Nein, ein Aberglaube kann auch vorhanden sein bei den größten Gelehrten, auch bei denjenigen, die die Natur nach allen Seiten durchforscht zu haben glauben. Der Glaube an die Materie kann auch ein Aberglaube sein. Die zweite Stufe des Sehens, das spirituelle Sehen, muß der Schüler erreicht haben, um unterscheiden zu können, was physische Wirklichkeit und was Täuschung ist. Dann lernt er auch erkennen, was in der Literatur [über Elementarwesen] auf Wirklichkeit zurückzuführen ist und was nur phantastische Sachen sind.
[ 9 ] Die Elementarwesen brauchen Sie sich nicht als besonders hochentwickelt vorzustellen; sie machen nicht Geburt und Tod durch wie der Mensch. Die wenigsten haben etwas durchgemacht, was einer Menschheitsentwicklung auch nur ähnlich wäre. Den meisten stehen derartige Entwicklungen auch nicht bevor. Manche kommen — wie Kometen — von anderen Planeten, verschwinden wieder und setzen ihr Dasein woanders fort. Was diese Wesenheiten vollbringen, ist nicht ohne Einfluß auf die Menschen. Manches geht da im menschlichen Astralkörper vor, was auf Wirkungen dieser Wesen zurückgeht. Nur dem, der im Astralraum sehen kann, sind solche Vorgänge, die im menschlichen Astralkörper sich abspielen können, erklärlich.
[ 10 ] Es gibt auf dem Astralplan auch solche Wesenheiten, die höher stehen als die Menschen. Religionen, die etwas wissen von Esoterik, sprechen von solchen höheren Wesenheiten; die indische Religion zum Beispiel spricht von Devas. Auch in der christlichen Religion hat man von solchen Wesen gesprochen. Nach und nach hat man im Christentum diese Kenntnis verloren, aber es gibt noch Kreise, die diese Wesen kennen. Die Devas nehmen eine bestimmte «Körperlichkeit» an. So wie der Mensch seinen physischen Körper aus den Naturelementen nimmt und so wie unser physischer Körper das niedrigste für uns mögliche Element ist, so ist der niedrigste Körper der Kama-Devas der astrale; er ist aus Astralstoff zusammengesetzt -- gemäß ihrer Entwicklungsstufe. Andere Devas nennen wir Rupa-Devas. Die leben im Devachan, durch welches wir zwischen dem Tod und und einer neuen Geburt hindurchgehen. Die Stofflichkeit der Rupa-Devas ist der Mentalkörper, die der Arupa-Devas der Kausalkörper. Der Kausalkörper hat mit dem zu tun, was uns von Verkörperung zu Verkörperung hinzieht. Das, was physische Stofflichkeit ist, vergeht, verfliegt; der Leichnam wird der Erde, den chemischen und physischen Kräften wiedergegeben. Auch der Astralkörper und der niedere Mentalkörper lösen sich nach dem Tode auf. Es bleibt nur die eine Seele in uns, welche immer wieder in einer neuen Verkörperung wiederkehrt, wenn die eine Entwicklung am Ziele angelangt ist, um dann einzutreten in eine neue Entwicklung. Diese eine Seele ist aus dem Stoff des Kausalkörpers gewoben, in welchem wir die Rückerinnerung an frühere Leben haben können und darin die ganze Entwicklung erkennen. Wer diese Tatsachen kennt, der weiß, daß Buddha nicht ein Bild gab, als er sprach: Ich erinnere mich an frühere Leben, ich erinnere mich, wie ich da und dort geboren wurde, wie ich da geholfen habe, da und dort Kinder gehabt habe, ich erinnere mich an Weltenstehen, an Weltvergehen, durch die ich hindurchgegangen bin, und so weiter. — Das sprach diese hochentwickelte Individualität, welche die Entwicklung vorausgenommen hat, zu der die Menschen erst in der sechsten Runde kommen werden, in welcher der Mensch ein rein geistiges Dasein haben wird. Das hat Buddha schon jetzt entwickelt; er erlangte die Fähigkeit, die höheren Zustände zu sehen. Die gewöhnlichen Menschen werden dies erst später erlangen. Jeder wird einst alle seine verflossenen Zustände der Entwicklung an sich vorüberziehen sehen. Das kommt daher, weil etwas immer bleibt, nämlich die feinste Stofflichkeit des Kausalkörpers. Und aus dieser Stofflichkeit sind die höheren Arten von Devas, die Arupa-Devas, gebildet. Das sind die drei Arten von Devas, denen wir im Astralen begegnen können: Kama-Devas, Rupa-Devas, Arupa-Devas. Zuerst begegnen wir denjenigen, welche aus Astralmaterie sind; aber auch die anderen Devas haben die Fähigkeit, sich mit Astralmaterie zu umspinnen, so daß sie von Astralsehern gesehen werden können.
[ 11 ] Dadurch, daß sich ein solcher Mensch frei bewegen kann im Astralraum, dadurch kann er mit den Devas in Verbindung treten; ein Gedankenaustausch findet statt. Die Entwicklung zu höherem Wissen, die Entwicklung zum Adepten, zum Meister, besteht darin, das zu erreichen, was in einzelnen okkulten Schriften genannt wird: «Der Adept macht sich die Götter dienstbar.» Der Adept gelangt allmählich dahin, in diesen höheren Welten Taten zu tun, und unter den Helfern seiner Taten sind nicht bloß Menschen, sondern auch solche Wesen, welche niemals unsere irdischen Sphären betreten. Die Intelligenz mancher Devas ist aber niedriger als die Weisheit des Budhi, der aufopferungsvollen Liebe und der weisheitsvollen Schöpferkraft. Der Mensch kann in den Besitz eines solchen Grades dieser Kraft kommen, daß er hinausragt über die meisten der Devas, denen wir begegnen. Dann macht er sie sich dienstbar. Manches, was geschieht, geschieht dadurch, daß die Adepten ihre Helfer haben in diesen Deva-Wesenheiten, die niemals in unsere physischen Sphären kommen.
[ 12 ] Bis zum 15. Jahrhundert besaßen die Menschen Kenntnis davon; im 14., im Anfang des 15. Jahrhunderts verlieren sich aber jegliche Spuren von Mitteilungen über die Devas; nicht mehr wurde von diesen Dingen geredet im 15., 16., 17., 18. und 19. Jahrhundert; niemand hat von diesen Dingen ein Wissen gehabt - außer in ganz intimen Kreisen. Es war die Zeit, in der die Kraft des Verstandes ausgebildet wurde. Heute ist es möglich — wenigstens zum Teil —, wieder vorzutragen über diese Wahrheiten, die sich auf die Devas beziehen und über die ganze Jahrhunderte lang absolutes Stillschweigen geherrscht hat; es ist möglich, weil die Menschheitsentwicklung gegenwärtig Ereignissen entgegengeht auf geistigem Gebiete, die groß und bedeutungsvoll sind und weil die Menschen den Dingen so gegenüberstehen müssen, daß sie gewappnet sind. Das nächste, was sehr bald eintreten wird, kann ich damit charakterisieren, daß ich sage: Die Menschen werden in einem ganz anderen Maße die Hintergründe von Gut und Böse übersehen als heute. Tief hinein werden Sie schauen in diejenigen Fäden, welche die Mächte spinnen, sie werden schauen das Weltgewebe, das den Menschen der Gegenwart erscheinen wird wie ein Netz von Gut und Böse. Diese Wahrheit wird eine Erkenntnis von unendlicher Bedeutung sein. Und jetzt gibt es schon die Möglichkeit, diese Erkenntnis von Gut und Böse zu erwerben.
[ 13 ] Das sind große Dinge, von denen jetzt gesprochen worden ist; es gibt nun noch andere Dinge, die sich im Astralen abspielen. Davon will ich Ihnen jetzt etwas erzählen. Der Mensch muß sich bewußt sein, daß er in jedem Moment seines Lebens auch im Astralraum lebt. Wie die physischen Tatsachen mit physischen Augen gesehen werden können, so kann im Astralraum gesehen werden, daß zum Beispiel ein Wunsch, der sich bei Ihnen erhebt, ausströmt wie eine Wolke. Jeder Wunschgedanke geht wie eine Kraft von Ihnen aus und strömt in den Astralraum aus. Solche Gedanken sind wie blitzartige Gebilde, andere wie feine Wolken gebilde. Es bildet sich das, was an Kraft in den Gedanken ist, zu Pfeilen oder zu wohltuenden Wolkengebilden; es bilden sich auch Strahlen und Sterngebilde. Alles nimmt Gestalt und Form an, je weiter es von uns hinweggeht. Alles ist von proteusartiger Natur; alles verändert seine Gestalt und Farbe. An Farbe und Form kann man genau erkennen, welche Gedanken der Mensch hinaus in den Raum sendet. Senden Sie einen zornerfüllten Gedanken, so geht er von Ihnen aus wie ein Blitzstrahl durch die Luft, bis zu dem Astralkörper eines anderen Menschen; das kann beobachtet wer den. Es hängt von der Intensität des Wunsches ab, ob der Gedanke schnell durch den Astralraum schießt, und es hängt von dem Charakter der Wünsche ab, in welchen Farben sie erscheinen. Jähzornige Gedanken erscheinen braunrot bis blutigrot; Gedanken mit still ruhigem, kontemplativem, wohlwollendem Charakter erscheinen in intensiv bläulicher bis violetter Färbung. Scharfsinnige, logische Gedanken können Sie sehen als gelbe Sterngebilde, die sich ineinander verspinnen. Solche Gedankenformen im Astralraum bewußt hervorzurufen, das lernt der Chela, indem er die Gesetze der astralen und der mentalen Welt kennenlernt. Wer Chela ist, weiß ganz genau, wie seine Gedanken, die er hinaussendet, im Astralraum wirken. Das ist Chela-Entwicklung: sich dieser Tatsachen immer bewußter und bewußter zu werden und nur Gedanken zum Heile der Menschheit hinauszusenden. Das ist eine der tiefen Wahrheiten, zu der die Theosophie die Menschen hinführt.
[ 14 ] Die Vorgänge im Astralraum sind Vorgänge, die uns immer umgeben, die in unserer Umwelt sich abspielen. Sie sind höhere Tatsachen als die unserer physischen Welt. In der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt geht der Mensch durch diese höheren Welten hindurch. Der Chela kann diese Regionen bewußt betreten, noch bevor er den Tod erleidet. Die Entwicklung des Menschen im Kamaloka, also das, was den Menschen erwartet, wenn er die Schwelle des Todes überschreitet, das soll Gegenstand einer gesonderten Betrachtung sein. Ich wollte heute nur diejenigen Dinge berühren, welche nicht mit diesem speziellen Kapitel zusammenhängen. Ich habe alles das ausgelassen, was im Zusammenhang mit Kamaloka und Devachan besprochen werden kann. Das nächste Mal werden wir den sechsten, den letzten Vortrag in dieser Reihe hören.
[ 15 ] Ich habe gezeigt, daß der Mensch herabgekommen ist aus höheren Welten und daß er wiederum in höhere Welten geht. Manches geschieht hier, wozu die Ursachen in den höheren Welten liegen. Der Unterricht eines Chela vollzieht sich auch in einer höheren Welt. Es mag der Chela in der physischen Welt Unterricht erhalten; das ist aber nicht der wichtigste, wichtiger ist der Unterricht, welcher bewirkt wird in den höheren Sphären. Es gehen mit den Menschen Dinge vor in den höheren Sphären, deren sich die Menschen im gewöhnlichen Leben nicht bewußt sind. Von diesen Welten kann der Verstandesmensch nur dadurch etwas wissen, daß ihm zuerst Kunde davon gebracht wird. Mitteilung davon zu bekommen, ist ein Weg, in die höheren Welten hineinzuschauen. Es ist nicht unnötig, von diesen höheren Welten erst etwas erzählt zu bekommen. Das, was erzählt wird, senkt sich in das Geistige der Menschen hinein und wird jedenfalls im zukünftigen Leben lebendig werden. Das, was als Saat heute gesät wird, wird künftig als Frucht aufgehen. Das war ein Ausspruch des Paulus, des christlichen Initiierten: Gott läßt seiner nicht spotten. Denn, was der Mensch sät, das wird er auch ernten.
