The Principle of Spiritual Economy
in Relation to Reincarnation
GA 109
5 June 1909, Budapest
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12. Das Wesen des Menschen
The Nature and Being of Man
[ 1 ] Gestern versuchte ich, Ihnen einen Überblick zu geben über die verschiedene Art der Beseelung der uns umgebenden Welt. Heute wollen wir uns über das Wesen des Menschen selbst genauer orientieren. Mancherlei schon Bekanntes wird auch hier erwähnt werden müssen. Wir wollen uns zunächst Tatsächliches aus dem Wesen des Menschen in solcher Art vor Augen führen, wie es sich am besten in das Bild hineinstellt, das ich Ihnen gestern geben konnte. Da werden wir dann sehen, wie der Mensch aus dem ersten Reich, das uns umgibt und das wir als das Mineralreich charakterisiert haben, in bezug auf seinen niedrigsten Leib zunächst wie aus ihm herausgewachsen erscheint. Betrachten wir den Menschen, wie er vor uns steht, so ist das erste, was wir an ihm wahrnehmen, das Handgreiflichste: sein physischer Leib. Für die okkulten Forscher aber ist dieses nur ein Glied seiner Menschennatur. Es ist leicht, sich über diesen physischen Leib eine falsche Vorstellung zu machen, wenn man denkt, der physische Leib sei eben das, was man mit Augen sehen, mit Händen greifen kann. Man begeht damit denselben Fehler, wie wenn man Wasserstoff für Wasser ansehen wollte. Diesem physischen Menschenleib sind nämlich schon die höheren Glieder beigemischt. So wie er uns physisch entgegentritt, ist dieser physische Menschenleib schon von den andern Gliedern der Menschennatur durchdrungen, so daß dasjenige, was uns da als Fleisch und Knochen entgegentritt, nicht ohne weiteres der physische Leib genannt werden kann. Dieser physische Menschenleib ist zwar das, was aus denselben Stoffen und Kräften besteht wie dasjenige, was Sie draußen in der mineralischen Welt haben, in kunstvollem Bau sind diese selben Stoffe und Kräfte zusammengefügt im Menschenleib, doch daß er so aussieht, sich so anfühlt, wie er es tut, das rührt davon her, daß ihm schon die andern Wesensglieder beigemischt sind. Was das Auge vom physischen Menschenleib sieht, das ist eigentlich nicht der physische Leib. Der ist als solcher vorhanden, wenn der Mensch eben durch die Pforte des Todes gegangen ist: der Leichnam, das ist der eigentliche physische Leib, das, was befreit ist von all den Gliedern der höheren Menschennatur. Wenn er sich überlassen ist, dieser physische Leib, so folgt er ganz andern Gesetzen als bis zu diesem Augenblick. Bisher hat er eigentlich stets den physikalisch-chemischen Gesetzen widersprochen. Der Körper des Menschen würde im irdischen Leben jeden Augenblick Leichnam sein, wenn er nicht dauernd durchzogen wäre vom Ätherleib, der ein Kämpfer ist gegen den Zerfall des physischen Leibes das ganze Leben hindurch. Der Äther- oder Lebensleib ist das zweite Glied der menschlichen Wesenheit.
[ 1 ] In the lecture yesterday I endeavored to give a general survey of the different manifestations and functions of the life of soul in the world around us. Today we will study the nature and being of man himself in greater detail, referring as well to a great deal of what is already known. We will think, to begin with, of facts connected with the nature of man that form part of the picture I was able to give you yesterday. To begin with, in respect of his lowest body, the human being seems as if he had grown out of the first kingdom that surrounds us, that of the minerals. What immediately catches our eye when a man is standing in front of us, is the most tangible part of all, namely, his physical body. But the occultist knows that this is only one member of his constitution. It is easy to form an erroneous idea of this physical body when it is taken for granted that the physical body is what can be seen with the eyes and touched with the hands. That would be as mistaken as it would be to take hydrogen for water. The higher members of man's constitution are intermingled with his physical body. As it confronts us, this physical body is already permeated by the other members of man's nature, so that the structure of flesh and bones before us cannot without further ado be called the physical body. This physical body of man consists of the same substances and forces that are to be found in the mineral world outside, interwoven with consummate art in the structure of the human body. That this body looks and feels as it does is due to the fact that the other members of man's nature and constitution are mingled with it. The body of man seen by the eye is not, properly speaking, the physical body. The physical body as such is present when the human being has gone through the gate of death. The remaining corpse is the real physical body, the body freed from all the higher members of man's nature. When it is left to itself this physical body follows laws quite other than those followed until the moment of death. Before then, it has, in truth, been consistently repudiating the laws of physical chemistry. In earthly existence the body of man would be a perpetual corpse if it were not permeated by the etheric body that throughout life fights against the decay of the physical body. The ether or life body is the second member of man's being.
[ 2 ] Wir wollen hier gleich vorausnehmen, daß einen Ätherleib auch die Pflanze und auch das Tier hat. Aber es unterscheidet sich doch der Mensch in gewisser Beziehung auch in seinem Ätherleib vom Tier. Und dieser Unterschied soll uns nun besonders interessieren: Wie unterscheidet sich der menschliche Ätherleib von dem des Tieres? — Zunächst aber wollen wir noch fragen: Wie kommt das hellseherische Bewußtsein dazu, etwas zu wissen vom Ätherleib des Menschen? Zur Beantwortung dieser Frage müssen wir das Hellsehen schildern.
[ 2 ] We will now take it for granted that both the plant and the animal have etheric bodies. Nevertheless, in a certain respect the human being differs from the animal in his etheric body as well, and it is this difference that is of particular interest to us. In what respect does the etheric body of man differ from that of the animal? First let us ask how clairvoyant consciousness is able to acquire knowledge of man's etheric body. To answer this question we must describe what clairvoyance is.
[ 3 ] Wer eine gewisse Stufe des Hellsehens erreicht hat, der hat auch die Fähigkeit sich erworben, die starke Kraft errungen, seinen Geist so zu beherrschen, daß er in viel höherem Grade imstande ist, auf etwas seine Aufmerksamkeit zu lenken, oder sie davon abzulenken. Wenn Sie vom gewöhnlichen Menschen verlangen, seine Aufmerksamkeit so abzulenken, daß er sich sozusagen die physische Gestalt absuggetieren kann, so wird ihm das nur äußerst selten möglich sein; der Hellseher aber ist dazu durchaus imstande. Der Raum, in dem sonst der physische Leib ist, ist für den Hellseher dann ausgefüllt, durchglänzt von diesem Ätherleib oder Lebensleib. Derselbe hat annähernd die menschliche Gestalt an Kopf, Rumpf und Schultern. Je mehr er nach unten verläuft, desto weniger ähnlich ist er der menschlichen Gestalt. Beim Tier ist der Ätherleib sehr verschieden vom physischen Leib. Beim Pferd zum Beispiel ragt, wie Sie wissen, der Ätherkopf weit heraus. Und wenn Sie erst beim Elefanten den Ätherleib hellseherisch beobachten könnten, würden Sie erstaunt sein, welch riesigen Aufbau derselbe hat, Je mehr wir bei der Menschengestalt nach unten kommen, desto mehr ändert sich der Ätherleib gegenüber der physischen Form. Sonst aber entspricht sich in gewisser Beziehung Links und Rechts im physischen und im Ätherleibe. Etwas nach links liegt das physische Herz; das entsprechende Organ im Ätherkörper ist das Ätherherz, welches auf der rechten Seite liegt. Der größte Unterschied aber zwischen physischem und Ätherkörper ist der, daß der Ätherleib des Mannes weiblich ist und der der Frau männlich. Diese Tatsache ist sehr wichtig, und viele Rätsel der Menschennatur sind auf Grund dieses okkulten Forschungsergebnisses erklärlich. So ist also beim Menschen eine Art Entsprechung, beim Tier ein großer Unterschied zwischen diesem zweiten Glied der menschlichen Wesenheit und dem ersten.
[ 3 ] An individual who has developed a certain faculty of clairvoyance has also acquired such mastery of his mental activity that he is able to focus his attention upon or divert it from something with far greater strength than before. If you were to expect an average human being to be able to control his attention to the extent of suggesting away a physical form in front of him, you would find that it would be possible in the rarest instances. A clairvoyant, however, is quite capable of doing this. The space otherwise occupied by the physical body is then, for the clairvoyant, filled through and through by this etheric body. It has approximately the human form in the head, torso and shoulders, but the lower the area in the body, the less similar it is to the human figure. The etheric body of an animal is different from its physical body. The etheric body of the horse, for example, extends far beyond its physical form. If you could see the etheric body of an elephant clairvoyantly you would be amazed at its gigantic proportions. In the case of the human form, the lower the level the greater is the difference between the etheric body and the physical form. Otherwise, in a certain respect, left and right correspond in the physical body and in the etheric body. The physical heart lies slightly to the left; the corresponding organ in the etheric body is the etheric heart, which lies to the right. The greatest difference, however, between the physical and the etheric body is that the etheric body of a man is female and the etheric body of a woman, male. This is a fact of great significance and many riddles of human nature are explicable on the basis of this finding of occult investigation. Thus, in the case of the human being there is a kind of correspondence, and in the case of the animal a great difference, between this second member of man's nature and the first.
[ 4 ] Den Astralleib können Sie sich beim Menschen noch viel klarer machen. Er ist das dritte Glied der menschlichen Wesenheit. Schon der Ätherleib ist eine Tatsache für den Hellseher, für den Materialisten freilich eine Phantasterei. Die äußere, anatomische, physiologische Wissenschaft durchforscht am Menschen nur den physischen Körper. Aber in diesem physischen Körper ist etwas, was als Blut und Nerven dem Bewußtsein des Menschen noch viel näher steht. Er weiß nämlich von seiner Lust, von seinem Leid, von seiner Freude, und dieses spielt sich ab im Raum, der von seinem physischen Körper ausgefüllt ist. Der Träger davon, der ihm unsichtbar ist, wird sichtbar für das hellseherische Bewußtsein wie eine leuchtende Wolke: es ist der astralische Leib. Dieser unterscheidet sich sehr vom Ätherleib.
[ 4 ] Of man's astral body it is possible to have a much clearer idea. It is the third member of his constitution. The etheric body of man is a reality to one who is clairvoyant; to a materialist it is simply an illusion. Anatomists and physiologists investigate man's physical body only. But in this physical body there is something—the blood and nerves—that is much more closely related to man's consciousness. This consciousness is aware of his happiness, suffering and joy, all of which take effect in the space filled by his physical body. The bearer of these experiences is invisible to the individual concerned but it is visible to clairvoyant consciousness as a luminous cloud. This is the astral body. It differs greatly from the etheric body.
[ 5 ] Die Bewegung im physischen Leib ist nicht zu vergleichen mit der außerordentlichen Beweglichkeit des Ätherleibes. Beim gesunden Menschen hat dieser die Farbe der Blüte des jungen Pfirsichbaumes. Es glänzt und glitzert alles an ihm in der eigentümlichen Nuance, in Rosenrot, Dunklem und Hellem bis zum Weiß-Leuchtenden; dabei hat der Ätherleib eine bestimmte Grenze, wenn dieselbe auch schwankend ist. Beim astralischen Leib ist das ganz anders. Der zeigt die mannigfaltigsten Farben und Formen, gleich einer Wolke, die dahinflutet in steter wechselnder Bewegung. Und das, was sich in der Wolke bildet, das drückt sich aus in den Gefühlen und Empfindungen, die der Mensch dem Menschen entgegenbringt. Sieht der Hellseher die bläulich-rote Farbe im Astralleib auftauchen, so sieht er gleichsam die Liebe strömen von Mensch zu Mensch, doch sieht er auch all die häßlichen Empfindungen, die von Mensch zu Mensch spielen. Und da die Seelentätigkeit des Menschen sich fortwährend ändert, so ändern sich auch fortwährend die Farben und Formen des astralischen Leibes, sie treten auf und schwingen ab in buntem Spiel und bilden ihre Einschlüsse.
[ 5 ] Movement in the physical body cannot be compared with the extraordinary mobility of the etheric body. In a healthy human being the color of this etheric body is that of the blossom of a young peach tree. Everything in the etheric body gleams and glitters in shades of rosy red, dark and light, becoming a radiant white. The etheric body has a definite boundary, although this fluctuates. The astral body is quite different. It displays the greatest possible variety of colors and changing forms, like a cloud floating by with ever changing movement. The colors and forms that appear in the cloud are expressions of the feelings and experiences that play between one human being and another. If a clairvoyant sees a bluish-red color in the astral body, he perceives love streaming between human beings, but another time he will also see the feelings of animosity that pass between individuals. As a man's activity of soul is constantly changing, so, too, do the colors and forms change in the astral body, appearing and disappearing in a multicolored play.
[ 6 ] Das vierte Glied der menschlichen Wesenheit ist der Träger des Ich.
[ 6 ] The fourth member of man's constitution is the bearer of the ego.
[ 7 ] So haben wir am Menschen nun den physischen Leib, der in der Natur draußen dem Mineral gleichkommt, dann den Ätherleib, welcher der Pflanze vergleichbar ist, und als drittes den Astralleib, den das Tier mit dem Menschen gemeinsam hat. Nur ist der Astralleib beim Menschen viel beweglicher als beim Tier.
[ 7 ] Thus we have his physical body, which in external nature is comparable with the mineral, then his etheric body, which is comparable with the plant, and then his astral body, which is common to both animal and man. The astral body in man, however, is far more mobile than it is in the animal.
[ 8 ] Der Ich-Träger, das vierte Glied der menschlichen Wesenheit, ist gleich einer Art Ovalfigur, deren Ursprung bis hinein in das Vorderhirn zu verfolgen ist. Dort ist dieselbe für den Hellseher als eine bläulich-leuchtende Kugel sichtbar. Von der strömt aus in Ovalform, wie ein Raum-Ei, könnte man sagen, das in den Menschen hineinspielt, eine Art von Bläue. Wie ist dieser Ich-Träger zu sehen? Erst wenn der Hellseher imstande ist, sich auch den Astralleib des Menschen abzusuggerieren, erst dann vermag er den Ich-Träger wahrzunehmen. Die drei andern Leiber hat der Mensch mit den drei Reichen der Natur, dem Mineralreich, Pflanzen- und Tierreich gemeinsam. Durch den Ich-Träger aber unterscheidet er sich von diesen, dadurch ist er die Krone der Schöpfung.
[ 8 ] The ego bearer, the fourth member of man's nature, is seen as a kind of oval form, the source of which can be traced to the anterior part of the head. It is visible there to the clairvoyant as a bluish, luminous orb. A kind of bluish sheen streams out from this orb and passes into the human being. When, but not until, the clairvoyant can also suggest away a man's astral body, he is able to perceive the ego bearer. Man has the other three bodies in common with the mineral, plant and animal kingdoms of nature. But the ego bearer distinguishes him from these kingdoms and he becomes thereby the crown of creation.
[ 9 ] Indem wir so die viergliedrige Wesenheit des Menschen betrachtet haben, haben wir uns gleichzeitig das vor Augen geführt, was der Mensch sozusagen von den höheren Welten mitbekommen hat, ganz gleichgültig, auf welcher Entwickelungsstufe er steht. Dadurch, daß er diese vier Glieder der menschlichen Wesenheit hat, dadurch ist er eben Mensch. Jetzt erst, wenn das Ich an den drei andern Leibern arbeitet, beginnt die Arbeit des Menschen selbst. Ein Mensch steht höher oder niedriger in seiner Entwickelung, je nachdem er seine Arbeit an den drei niedrigeren Gliedern seiner Wesenheit vollbringt. Es beginnt das Ich zuerst am Astralleib zu arbeiten. Diese Arbeit drückt sich an einem niedrigerstehenden Menschen und an einer hochstehenden Persönlichkeit, wie Schiller etwa, sehr verschieden aus. Der eine hat an der Umwandlung seines Astralleibes weniger geleistet als der andere. Diese innere Arbeit an sich selbst nennt man in der Geheimsprache die Läuterung oder Reinigung: Katharsis. In dieser Weise arbeitet das Ich an der Vervollkommnung des Astralleibes. Bei allen Menschen finden Sie daher, daß der Astralleib in zwei Teile zerfällt: der eine Teil ist durchgearbeitet, geläutert, der andere nicht. Nehmen wir nun an, das Ich arbeitet unentwegt weiter am astralischen Leib, dann wird der Mensch allmählich dahinkommen, nicht mehr sich gebieten zu müssen, das Gute zu tun, sondern das Gute zu tun wird ihm zur Gewohnheit werden. Es ist nämlich ein Unterschied, ob der Mensch nur einem Gebot folgt, oder so stark in der Liebe ist, daß er gar nicht anders kann, als das Gute, das Gescheite, das Schöne zu tun. Folgt der Mensch nur dem Gebot, so arbeitet das Ich am Astralleibe; wird ihm aber das Gute zur Gewohnheit, so bearbeitet das Ich bereits auch den Ätherleib.
[ 9 ] In studying the fourfold nature of man we have actually been envisaging the dowry he has received from the higher worlds, no matter what his stage of evolution may be. The fact that he has the fourfold constitution of which we have spoken makes him man. Not until the “I,” the ego, works on the three bodies does his own task begin in the real sense. Whether the development achieved by a human being has reached a higher or lower stage depends upon how effectively he has worked upon the lower members of his constitution. The ego begins first of all to work upon the astral body. The effect of this work differs depending upon whether the individual concerned has reached only a low stage of development or is a highly evolved personality such, for example, as Schiller. The one has achieved less than the other in the process of transforming his astral body. This inner work upon oneself is known in occultism as purification, cleansing or catharsis. In this way the ego works at the perfecting of the astral body. In every human being, therefore, it will be found that the astral body is twofold. One part has been worked upon and purified, not so the other. Let us now suppose that the ego continues to work unswervingly upon the astral body. If this is the case, the individual concerned will gradually reach the stage of no longer having to force himself to do what is good, because it will become habit. There is obviously a difference when an individual is obeying a command, or has so much love in him that willy-nilly he will do what is good, meaningful and beautiful. If an individual is simply obeying a command, his ego is indeed working upon his astral body, but if doing the good becomes a habit, then the ego is working upon the etheric body as well.
[ 10 ] In welcher Weise arbeitet nun das Ich am Ätherleib? Um dies zu erkennen, wollen wir ein Beispiel zu Hilfe nehmen. Wenn Ihnen irgend etwas erklärt wird und Sie haben die Sache verstanden, so hat das Ich in den Astralleib hineingearbeitet. Wenn Sie aber tagtäglich ein Gebet verrichten, etwa tagtäglich das Vaterunser beten, so arbeiten Sie in den Ätherleib dadurch hinein, daß Sie jeden Tag dasselbe wiederholen, daß die Seele immer wieder dieselbe Tätigkeit zustande bringt. Wiederholung ist etwas ganz anderes als einmaliges Verständnis. Wir wollen uns das klarmachen, wie das eine den Astralleib, das andere den Ätherleib vom Ich aus bearbeitet.
[ 10 ] To understand how the ego works upon the etheric body we will think of an example. When something or other is explained to you and you have understood it, then the ego has worked into the astral body. But if day after day you repeat a prayer, perhaps the Lord's Prayer, you are working into the etheric body because of the repetition every day; the soul is exercising the same activity over and over again. Repetition is an entirely different matter from a momentary understanding. We will clarify our minds as to how, in the latter case, the ego works upon the astral body and, in the former, upon the etheric body through repetition.
[ 11 ] Schauen Sie auf das Wachsen der Pflanze. Sie treibt den Keim, den Stengel, setzt Blatt für Blatt an, immer neue grüne Blätter. Dadurch, daß sie mit einem Ätherleib begabt ist, kann sie das, denn das Prinzip des Ätherleibes ist das der Wiederholung. Überall da, wo Wiederholung auftritt, da wirkt ein Ätherleib. Den Abschluß der Pflanze, die Blüte, den bewirkt ein anderes Prinzip, der sie überschattende Astralleib. Also ein Abschluß, das ist das Prinzip der Astralität. Merken Sie wohl - Sie können das auch beim Menschen am Bau seines physischen Leibes beobachten. Sehen Sie das Rückgrat an, die immer sich wiederholenden Rückenwirbel, da haben Sie den Ätherleib im Physischen ausgedrückt. Nun betrachten Sie den Kopf des Menschen, das Gehirn: da haben Sie den Abschluß, den Astralleib in der physischen Form. Denselben Vorgang haben Sie geistig als das einmalige Verständnis durch die Wirkung auf den Astralleib, und als errungene Tätigkeit durch die tägliche Wiederholung desselben Gebetes oder derselben Meditationsübung, einer Arbeit am Ätherleib. Darin ist das Wesentliche der Meditation zu sehen, daß sie durch das Prinzip der Wiederholung in den Astralleib nicht allein, sondern in den Ätherleib hinein wirkt. Die großen Religionslehrer haben deshalb so Großes gewirkt, weil sie der Menschheit Inhalte gegeben haben, in denen fortwirkende Kraft sich offenbarte, die immer noch weiter wirkt. So ist also auch der Ätherleib des Menschen zweiteilig: er hat einen durchgearbeiteten Teil, der allerdings beim Durchschnittsmenschen noch gering ist, und den vom Ich aus noch nicht bearbeiteten Teil.
[ 11 ] Think of the growth of a plant. The living seed produces the stalk and leaf after leaf; constantly new green leaves are added. This is possible because the plant is endowed with an etheric body and the underlying, active principle of the etheric body is repetition. Wherever repetition occurs, an etheric body is at work. The culminating feature of the plant, the blossom, is the product of a different principle, namely, the overshadowing astral body. Culmination, therefore, is brought about by astrality. This can also be observed in the structure of man's physical body. The spine with its numerous vertebrae is an expression of the etheric body in the physical body. Now think of man's head, of the brain. There you have the culmination, the work of the astral body in the physical stature. Spiritually, this is the same process as the manifestation of understanding resulting from the effect made upon the astral body; activity generated through daily repetition of the same prayer or meditative exercise is the product of work upon the etheric body. The essence of meditation is that through repetition it has an effect not only upon the astral body but also upon the etheric body. The reason why the effect made by the great religious teachers has been so dynamic is because they have imparted to humanity principles embodying a power that works ever onward. The etheric body of man is also twofold; one part has been worked upon by the ego, although in the average individual still to a limited extent, while the other part has not yet been worked upon at all.
[ 12 ] Ein drittes noch gibt es für den Menschen: Er kann von seinem Ich aus in den physischen Körper wirken. Das ist die härteste Arbeit. Der Mensch hat unbewußt fortwährend schon an seinem physischen Körper gearbeitet; nicht aber von seinem Ich aus. Das ist nur den Vorgeschrittensten möglich.
[ 12 ] There is still a third possibility for man. He can work from his ego into the physical body. This is the hardest task of all. Man has already worked continuously upon his physical body unconsciously, but not from his ego. This is possible only for the most advanced individuals.
[ 13 ] So lernen wir die vier niederen Glieder des Menschen kennen und die drei höheren Glieder, welche Umwandlungsprodukte sind der drei niederen Leiber durch die Arbeit des Ich. Es besteht bei dieser Bearbeitung der drei unteren Glieder ein beträchtlicher Unterschied: dieselbe geschieht bewußt oder unbewußt. Unbewußt, das heißt ohne daß der betreffende Mensch es weiß, durch das Betrachten und In-sich-Aufnehmen künstlerischer Werke, Bilder und so weiter, durch hingebende Andacht und Gebetsverrichtungen. Es sind sich aber die Menschen dessen nicht bewußt, daß sie an ihrem Äther- und Astralleib arbeiten; das bewußte Arbeiten daran beginnt verhältnismäßig spät. Wir haben also zu unterscheiden ein bewußtes und ein unbewußtes Arbeiten des Menschen an den unteren Wesensgliedern. Es besteht der menschliche Astralleib aus zwei Gliederungen: einem unbewußten und einem bewußten Teil. Den Teil des Astralleibes, der vom Ich aus in unbewußter Weise durchgearbeitet wurde, nennt man die Empfindungsseele; diese ist beim Menschen heute fertig durchgebildet. Was unbewußt am Ätherleib vom Ich aus bearbeitet wurde, das ist die Verstandesseele. Was im physischen Leibe unbewußt seit langer Zeit umgearbeitet worden ist, das ist die Bewußtseinsseele. So unterscheiden wir also am Menschen den physischen Leib, den Ätherleib, den Astralleib und das Ich, und von diesem als vom Astralleib unbewußt Umgearbeitetem die Empfindungsseele; vom Ätherleib die Verstandesseele; vom physischen Leib die Bewußtseinsseele. Wir haben also sechs, beziehungsweise sieben Glieder der menschlichen Natur, die so entstanden sind, daß der Mensch unbewußt an sich gearbeitet hat. Nun beginnt das bewußte Arbeiten. Was entsteht dadurch? Es ist dasjenige, was der Mensch bewußt in den Astralleib hineinarbeitet, das Geistselbst oder Manas; was der Mensch bewußt an seinem Ätherleib arbeitet - das aber geschieht erst bei einer bewußten okkulten Schulung -, nennt man die Buddhi oder den Lebensgeist. Und was geschieht dann, wenn das Ich einmal in die Lage kommt, den physischen Leib bewußt zu bearbeiten, das heißt Kräfte bis in den physischen Leib hineinzuarbeiten? Durch okkulte Schulung, durch den Atmungsprozeß kann das wirklich bewußt geschehen, aber es muß dabei sehr vorsichtig und sehr subtil zu Werke gegangen werden, denn bei falscher Schulung, wie sie oft in öffentlichen Schriften gegeben wird, kann man auch dem Körper des Europäers sehr schaden, und man muß wissen, was der Konstitution des modernen Menschen angemessen ist. Durch solche bewußte Atmung wird dann der physische Körper vom Ich aus umgestaltet zu Atman oder dem Geistesmenschen.
[ 13 ] We have thus studied the four lower members of man's constitution and have been made aware that three higher members are products of the transformation of the lower members as the result of the work of the ego. In this work upon the three lower members there is considerable difference in that it proceeds either consciously or unconsciously—unconsciously, that is to say, without the individual concerned being aware of it. The transformation occurs perhaps through the study and contemplation of works of art, pictures, and so forth, or through pious devotion and prayer. But these individuals are not conscious that they are working upon their astral and etheric bodies; conscious work begins at a comparatively late state. We have therefore to distinguish between conscious and unconscious work upon the lower members of man's being. His astral body is twofold; one part is the product of unconscious activity, the other of conscious effort. The part of the astral body that was worked upon unconsciously by the ego is called the sentient soul, which today is finished and complete in man. What was worked upon the etheric body unconsciously from the ego is the intellectual or mind soul. What has been worked upon in the physical body, unconsciously for long ages, is the consciousness or spiritual soul. Thus in man we distinguish physical body, etheric body, astral body and the ego. The ego, working unconsciously upon the astral body produces the sentient soul, upon the etheric body, the intellectual or mind soul, upon the physical body, the consciousness or spiritual soul. We have, therefore, spoken of six, or rather seven members present in man's nature because he has worked unconsciously upon his own nature and constitution. Now the conscious work begins. What comes into existence as a result of it? Spirit self, or manas, is the outcome of what a man consciously instils into his astral body; what he consciously instils into his etheric body, but this is dependent upon occult training, is known as buddhi or life spirit. What happens if the ego eventually becomes able to work consciously into the physical body, to inculcate forces into the physical body itself? Through occult training this can actually be brought about consciously through the breathing process but there must be great caution and sensitivity of procedure, for through false methods of training such as are often given in public literature, a European body can be seriously harmed; knowledge of what is suitable for the constitution of a modern human being is essential. Through a conscious method of breathing the physical body can be transformed by the ego into atman or spirit man.
[ 14 ] Das Wesen des Menschen war viergliedrig, als er irdische Gestaltung annahm. Mit der ersten irdischen Inkarnation beginnt er schon die Arbeit an sich selbst durch das Ich. Dabei entwickelt er durch die Verkörperungen hindurch unbewußt die drei Seelenaspekte: Empfindungsseele, Verstandesseele, Bewußtseinsseele. Wir werden noch sehen, wie die bewußte Umgestaltung von physischem Leib, Äther- und Astralleib in die drei höheren Glieder vor sich geht. Hier haben Sie nun inzwischen dasjenige, was gewissermaßen die siebengliedrige Wesenheit des Menschen ist, sie entwickelt sich so durch die Inkarnation hindurch. Die vier Glieder: physischer Leib, Ätherleib und Astralleib mit Ich sind die sogenannte heilige Vierheit, wie man sie in allen okkulten Schulen verehrte, zu der sich noch eine heilige Dreiheit gesellte, die sich zu einer Siebenheit und einer Zehnheit bewußt gliedert. So haben wir den universellen Menschen vor unsere Seele hingestellt, der alles in sich hat, was ihn gleichsam fächerartig umgibt, der aber durch seinen Ich-Träger darüber hinausragt.
[ 14 ] Man was a fourfold being when he assumed earthly form. In his first incarnation on earth he had already begun to work upon his own being through the ego. In the course of the following incarnations he has developed, unconsciously, the three functional aspects of the soul: sentient soul, intellectual or mind soul, consciousness or spiritual soul. We shall subsequently learn how the conscious transformation is achieved of physical, etheric and astral bodies into the three higher members. Meanwhile, you have heard how the sevenfold being of man evolves through the incarnations. The four members, physical body, etheric body, astral body and ego, form the so-called sacred quaternary that was revered in all occult schools and with which a sacred trinity was allied, consciously forming a sevenfoldness or tenfoldness. We have thus a picture before us of man who has within him everything that is out-spread around him but which he transcends by virtue of his ego bearer.
[ 15 ] Nun wollen wir auch den Menschen im Wachen und Schlafen betrachten, um zu erkennen, wie da die Leiber zusammengefügt sind. Was geschieht, wenn Freude und Schmerz im Menschen schweigen, wenn das Bewußtsein in den Schlaf hinabsinkt? Der Astralleib und das Ich sind dann außerhalb des physischen und Ätherleibes. Für den Menschen tritt da im Schlafzustande etwas sehr Eigentümliches ein. Wie eine Pflanze am Tage, so ist der Mensch in der Nacht: er hat nur den physischen und Ätherleib in sich, er ist sozusagen heruntergestiegen zur Pflanzheit. Das Menschenwesen spaltet sich in zwei Glieder: physischer und Ätherleib bleiben im Bette und Astralleib und Ich sind außerhalb. Nun können Sie die Frage vorlegen: Ja, ist denn der Mensch im Bette eine Pflanze? - Nein, das nicht, aber sie bestehen beide aus der gleichen Körperzusammensetzung. Auf unserer Erde nun kann ein Wesen mit physischem und Ätherleib nur existieren, wenn es Pflanze ist. Dadurch, daß ein Astralleib und ein Ich darinnen wohnt, verändern sich die andern Leiber auch, der physische und der Ätherleib. Bei den Pflanzen finden sich keine Nervenstränge, und warmes Blut hat nur der physische Leib, in dem ein Ich darinnen wohnt. Die höheren Tiere sind als heruntergesunkene Formen des ursprünglichen Menschen zu betrachten. Im physischen Leibe drückt sich das Ich im Blutsystem aus, der Astralleib in den Nerven, der Ätherleib im Drüsensystem und die physische Natur in des Menschen eigenem Körper. Wenn nun der Astralleib der eigentliche Bildner des Nervensystems ist, und das ist er, so kommt dieses bei Nacht in eine sehr trübselige Lage, denn es wird von seinem Herrn verlassen; das Drüsensystem aber nicht, denn der Ätherleib bleibt ihm treu. Aber auch das Blutsystem des physischen und Ätherleibes wird in der Nacht treulos vom Ich verlassen. Der physische Leib kann für sich bestehen, denn die physische Natur bleibt dieselbe, ebenso das Drüsensystem, denn der Ätherleib bleibt im physischen Leibe bei Nacht. Aber das Nervensystem wird von seinem Herrn verlassen. Wir wollen nun das hellseherische Bewußtsein fragen, was dann im physischen Leibe geschieht? In demselben Maße, in dem der menschliche Astralleib während der Nacht aus dem physischen und Ätherleib herausgeht, in demselben Maße dringt ein göttlich-geistiger Astralleib in die Leiber, die im Bette liegen, ein. Ebenso verhält es sich mit dem Blutsystem: ein göttlich-geistiges Ich geht hinein und versorgt es. Der Mensch ist auch in der Nacht ein viergliedriges Wesen, aber etwas anderes lebt in ihm: ein Wesen höherer Ordnung nimmt Besitz von den zwei Leibern im Bette. Und wenn der Mensch, das heißt sein Astralleib und sein Ich, am Morgen zu seinem Äther- und physischen Leibe zurückkehrt, so jagt sein kleiner Astralleib ein Mächtigeres hinaus. Ebenso geht es bei seinem Blutsystem: sein Ich vertreibt das göttlich-geistige Ich, das während der Nacht dasselbe versorgt hat.
[ 15 ] We will now study the human being in waking life and in sleep in order to learn how the bodies are connected. What is happening when joy and pain in a man are stilled, when his consciousness sinks into sleep? His astral body and ego are then outside his physical and etheric bodies. In the state of sleep something striking happens to man. In sleep at night he has descended as it were to the level of the plant by day. He has become a twofold being; his physical and etheric bodies remain in the bed and his astral body and ego are outside. You may now ask whether it can be said that man is a plant while he is asleep. No, but man and plant then consist of the same combination of bodies. On our earth a being with a physical body and an etheric body only is a plant. When an astral body and ego are present, the physical and etheric bodies change. In the plant there are no nerve strands, and it is only a physical body in which there is an ego, that has warm blood. The higher animals must be regarded as degenerate forms of the original man. In the physical body the ego comes to expression in the blood, the astral body in the nerves, the etheric body in the glandular system and the physical nature of man in his own body. If, therefore, the astral body is the creator of the system of nerves, which is actually the case, this system of nerves is in a doleful situation, for during sleep it is abandoned by its creator. Not so the glandular system, for the etheric body remains with it. But the blood system of the physical and etheric bodies is faithlessly forsaken by the ego during the night. The physical body can exist on its own, because the physical nature remains the same, as does the glandular system, since the etheric body remains in the physical body during sleep. The system of nerves, however, is forsaken by its master. We will now ask clairvoyant consciousness what is then happening in the physical body? To the extent to which man's astral body goes out of the physical and etheric bodies during the night, to that same extent a “divine-spiritual” astral body moves into the bodies lying in the bed. The same applies to the blood system; a divine-spiritual ego enters into it and provides for its maintenance. In the night, too, man is a fourfold being but beings of a higher order take possession of the two bodies remaining in the bed. When man's astral body and ego return in the morning to his etheric and physical bodies, his own astral body expels a being of greater power. The same happens in the case of the blood system. Man's ego drives out the divine-spiritual ego that has provided for the blood system during the night.
[ 16 ] In unserer Umgebung sind immer göttlich-geistige Wesenheiten. Diese müssen sich nun bei Tage zurückziehen, wir tun dasselbe bei Nacht. Diese göttlich-geistigen Wesenheiten schlafen nämlich bei Tag: Götterschlaf und Menschenschlaf entsprechen sich vollständig. Ein göttlich-geistiges Ich und ein göttlich-geistiger Astralleib ziehen am Abend in den im Bette liegenden Menschen, seinen physischen und Ätherleib ein und kehren am Morgen daraus zurück. Beim Menschen geschieht dies gerade umgekehrt, er verläßt am Abend seine Leiber und nimmt am Morgen wieder Besitz von ihnen. Selbst in den Religionen ist ein Empfinden zurückgeblieben für den Schlaf der Götter bei Tage. Es gibt Länder, wo die Kirchen um die Mittagszeit geschlossen werden, weil da die Götter am tiefsten schlafen.
[ 16 ] Divine-spiritual beings are present in our environment all the time. By day they must withdraw, just as we ourselves withdraw during the night. These divine-spiritual beings sleep by day, whilst human beings sleep by night. In the evening a divine-spiritual ego and a divine-spiritual astral body draw into the physical and etheric bodies of the man asleep in bed and leave these bodies in the morning. The process in man is exactly the reverse. In the evening he abandons his bodies and in the morning resumes possession of them. Even in religions a feeling has remained that the gods sleep by day. There are countries where the churches are shut at midday because the gods are then most deeply asleep.
[ 17 ] Auch dasjenige wollen wir uns nun vom Menschen ansehen, was da bei Nacht außerhalb seines Leibes ist: der Astralleib und das Ich. Wir wissen, daß im Astralleibe Triebe, Begierden und Leidenschaften wurzeln, aber der Mensch nimmt diese in der Nacht nicht wahr. Woher kommt das? Weil der Astralleib und das Ich des Menschen in der gegenwärtigen Entwickelung keine Organe haben, um wahrzunehmen. Nur mit den physischen Organen kann der gegenwärtige Mensch wahrnehmen. Denn so viele Organe der Mensch hat, so viele Welten eröffnen sich ihm, sind um ihn. Hat er ein Organ mehr, so erschließt sich ihm eine neue Welt. Der Astralleib des Menschen hat, wenn der Mensch noch nicht hellseherisch geworden ist, noch keine Organe, deshalb nimmt der Mensch in der Nacht auch nichts wahr. Wir können uns leicht denken, daß der Mensch da ohne Sinne sein kann. Wir wissen, es gibt Blinde und solche, denen andere Sinne fehlen; keine Welt ist für den Menschen da, wenn er sich nicht seiner Sinne bedienen kann. Daher ist am Morgen, wenn der Mensch sich wieder der physischen Sinne bedienen kann, die Welt wieder um ihn herum da. Anders aber ist es beim Tode. Der Ätherleib und der physische Leib bleiben während des ganzen Lebens miteinander verbunden; im Tode nun geht der Ätherleib in der Regel zum ersten Male heraus und verläßt den physischen Leib. Der Moment des Todes wird daher von dem, der davon etwas weiß, als der Moment des Rückblicks geschildert, wo das ganze verflossene Leben wie ein Panorama am Menschen vorbeizieht. Warum? Weil der Ätherleib der Träger des Gedächtnisses ist und dieses Gedächtnis nun frei wird. Solange der Ätherleib im physischen Leib ist, kann er nicht seine ganze Kraft entfalten, sondern nur so viel davon entwickeln, als das physische Instrument zuläßt. Jetzt aber, im Tode, wird er frei und kann ohne den physischen Leib das entwickeln, was in der ganzen Lebenszeit in ihn eingeschrieben worden ist. Auch durch einen Schock, bei dem aber den Menschen das Bewußtsein nicht wie nach dem Tode verlassen darf, kann dieses Panorama eintreten, zum Beispiel bei Todesgefahr. Das ist aber ein Ausnahmefall.
[ 17 ] We will now think about what is outside man's body at night, namely, the astral body and the ego. We know that desires, urges and passions are rooted in the astral body but during the night man is not aware of them. Why is this? It is because at the present stage of evolution man's astral body and ego have no organs that would make this awareness possible. Man as he is at present can perceive only by means of physical organs. There are around man as many worlds as he has organs to perceive them. If he has one organ more, a new world reveals itself to him. His astral body, if he has not yet become clairvoyant, has no organs, hence during the night he cannot be aware of anything. It is easy to imagine that during sleep he may be without senses. There are blind people and also people in whom other senses are lacking. No world is present for one who is unable to use his senses. Hence, in the morning, when a man can again make use of his physical senses, he becomes aware of the world around him. But at death it is different. Through the whole of life the etheric body and the physical body remain connected with each other; at death, the etheric body, for the first time as a rule, abandons the physical body. The moment of death is therefore described by those who have knowledge of the subject as the moment when a retrospect of the whole past life passes like a panorama before the human being. What is the explanation of this? It is because the etheric body is the bearer of memory and this memory now becomes free. As long as the etheric body is in the physical body it cannot unfold all its power but only as much as the physical instrument permits. Now, however, at death the etheric body becomes free of the physical body and can unfold what has been inscribed in it during life. This panorama can also arise as the result of a shock but in that case the man concerned must not lose consciousness as he does at death. The shock may be caused by danger of death. But this is an exceptional case.
[ 18 ] Nun können Sie fragen: Wie lange dauert dieses Tableau? Das ist nun bei den Menschen sehr verschieden. Im allgemeinen kann man sagen, es dauert so lange, als der Mensch im Leben wachen kann, ohne vom Schlaf übermannt zu werden; das ist: zwanzig Stunden, fünfzig, sechzig bis achtzig Stunden. Die äußerste Grenze, die der Mensch im Wachen erreichen kann, ist ungefähr die Zeitdauer für dieses Panorama. So lange währt diese Rückerinnerung, dann flutet sie ab, und zugleich sieht der Hellseher, wie sich der Ätherleib herauslöst, aber nicht ganz, und das ist das Wesentliche. Eine Essenz, einen Extrakt nimmt der Mensch mit sich, und mit der Essenz seines Ätherleibes die Früchte seines letzten Lebens. Dadurch steigt der Mensch auf. Nun behält er die Essenz seines Ätherleibes, seinen Astralleib und sein Ich, bis er auch den Astralleib ablegt. Jetzt hat er zwei Leichname abgelegt, und dann geht er in die geistige Welt ein.
[ 18 ] Now you may ask how long this tableau lasts. The time varies a great deal in human beings. Speaking generally, it can be said that the tableau lasts for as long as the individual concerned could stay awake during life without being overcome by sleep—twenty hours, fifty, sixty to eighty hours. The extreme limit of time during which waking consciousness can be sustained is approximately that of the duration of this panorama. The retrospect persists for as long as this. Then it fades away and a clairvoyant sees how the etheric body detaches itself at the same time—not entirely, however, and that is the important point. The individual concerned takes with him an essence, an extract of his etheric body and with it the fruits of his last life. He ascends, retaining the essence of his etheric body, his astral body and his ego until he also lays aside his astral body. He has now laid aside two corpses, and then he passes into the spiritual world.
[ 19 ] Morgen wollen wir dann das Leben nach dem Tode und den Eintritt in die devachanische Welt betrachten.
[ 19 ] Tomorrow we shall study the life after death and the entry into the devachanic world.
