The Gospel of St. Matthew
GA 123
6 September 1910, Bern
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The Gospel of St. Matthew (1965), tr. Osmond, et. al.
Sechster Vortrag
Lecture Six
[ 1 ] Jedem, der das Lukas-Evangelium in die Hand nimmt und jenes Kapitel betrachtet, in dem die Abstammung des dort behandelten Jesus zurückgeführt wird auf frühere Generationen, wird es ohne weiteres einleuchten können, daß die Absicht des Schreibers des Lukas-Evangeliums übereinstimmt mit dem, was gestern hier gesagt worden ist. Es handelte sich gestern darum, daß sozusagen in demselben Sinne, wie eine göttliche Kraftwesenheit durchdringen sollte den physischen Leib und Ätherleib des salomonischen Jesus, ebenfalls eine göttliche Kraftwesenheit durchdringen sollte den astralischen Leib und das Ich bei jener Persönlichkeit, die wir als den nathanischen Jesus, den Jesus des Lukas-Evangeliums kennen. Und deutlich wird es ja im LukasEvangelium gesagt: diese göttliche Kraftwesenheit soll das, was sie ist, dadurch sein, daß durch alle Generationen herunter die Erbfolge in einer geraden Linie von jener Stufe der Menschlichkeit strömt, da der Mensch noch nicht innerhalb des Erdendaseins zum ersten Male in eine irdische, physisch-sinnliche Inkarnation eingetreten ist. Wir sehen ja, wie das Lukas-Evangelium durch, sagen wir, Generationen die Abstammung seines Jesus zurückführt bis auf Adam, bis auf Gott. Das aber will nichts anderes heißen, als daß wir, wenn wir jenes Prinzip im astralischen Leibe und im Ich des nathanischen Jesus finden wollen, hinaufzugehen haben bis zu einem solchen Zustande des Menschen, da dieser Mensch noch nicht aufgenommen war von einer physisch-sinnlichen Erdeninkarnation, da er noch nicht herabgestiegen war aus dem göttlich-geistigen Dasein, sondern noch im Schoße jener geistigen Sphären war, innerhalb welcher wir den Menschen als ein gottangehöriges, als ein göttliches Wesen bezeichnen können. Wir müssen ja im Sinne der ganzen anthroposophischen Auseinandersetzungen auf diesen Zeitpunkt der alten lemurischen Zeit hinweisen und ihn festsetzen als denjenigen, wo der Mensch noch nicht inkarniert war in den Elementen des Erdendaseins, sondern wo er noch in einer göttlich-geistigen Sphäre war. Bis hinauf in jene Zeiten, da der Mensch noch göttlicher Natur war und auch noch nicht das auf den Menschen gewirkt hatte, was wir den luziferischen Einfluß nennen, verfolgt tatsächlich das Lukas-Evangelium seinen Jesus.
[ 1 ] A study of the genealogy of Jesus as it is given in the Gospel of St. Luke will show that what the writer wished to convey is in accordance with the statements made in the previous lecture. We saw that in the same way as a Divine Power (Kraftwesenheit) was to permeate the etheric and physical bodies of the Solomon Jesus of St. Matthew's Gospel, so also was a Divine Power to permeate the astral body and Ego (or the vehicle of the Ego) of the personality we know as the Nathan Jesus of St. Luke's Gospel. It is clearly indicated in the latter Gospel that this Divine Power flows down through all the successive generations, in an unbroken line, from that stage in the existence of the Earth when man had not as yet descended for the first time into a physical incarnation. The ancestry of Jesus is traced back through the generations to God. Adam is named as the Son of God. 'This means that in order to find the Divine Principle within the astral body and the Ego of the Nathan Jesus we must look to that pristine state of existence experienced by man before he descended into physical incarnation on the Earth, while he still lived in the divine-spiritual realms and can truly be called a Godlike being. To this period, when man's divine nature was as yet unaffected by Luciferic influences, the Gospel of St. Luke traces back the lineage of the Jesus of whom it tells. All anthroposophical investigation indicates that this period was in the Lemurian Age.
[ 2 ] In der Tat wollten diejenigen Mysterien, die ihre Schüler bis zu jener Einweihung führten, die wir gestern charakterisiert haben als die Erkenntnis der großen Geheimnisse des kosmischen Raumes, den Menschen hinausführen über alles Irdische, oder besser gesagt, über das, was der Mensch durch das Irdische geworden ist. Sie wollten lehren, wie man die Welt anschauen kann, wenn man sie nicht durch die Werkzeuge anschaut, die der Mensch seit der Zeit erhalten hat, da der luziferische Einfluß wirken konnte. Wie nimmt sich das Weltall aus für das hellseherische Anschauen, wenn der Mensch sich frei macht von der Wahrnehmung durch physischen Leib und Ätherleib, sich frei macht von allem, was aus dem Irdischen an ihn herankommen kann, das war zunächst die große Frage für die Mysterienschüler. In einem solchen Zustande war der Mensch auf natürliche Weise vor dem Eintreten in eine irdische Inkarnation und bevor er zu dem «irdischen Adam» geworden ist, um im Sinne der Bibel und des Lukas-Evangeliums besonders zu sprechen. Also nur ein Zweifaches gibt es, wodurch der Mensch das sein kann, was ihn zu einem göttlich-geistigen Menschen macht: Das eine ist die hohe Initiation der großen Mysterien; das andere ist nicht zu verwirklichen in einer beliebigen Erdenzeit, sondern war vorhanden auf einer elementaren Stufe des Menschenseins, vor dem Herabsteigen des göttlichen Menschen in der lemurischen Zeit zu dem, was die Bibel den «irdischen Menschen» nennt; denn «Adam» heißt «Erdenmensch», der nicht mehr göttlich-geistiger Art ist, sondern sich bekleidet hat mit den irdischen Elementen.
[ 2 ] In those Mystery schools where the pupils were trained for the Initiation characterized yesterday as the attainment of knowledge of the great secrets of the Cosmos, the aim was to lead man out of and beyond everything earthly and beyond what he had himself come to be as the result of earthly influences. He was to be taught what vista of the Universe can be revealed to him when he deliberately refrains from using the instruments of cognition he has possessed since the time of the Luciferic influence. The first great question for the pupils of these Mysteries was this: What vista of the Universe lies before clairvoyant vision when a man frees himself from perceptions given through the physical anti etheric bodies and from all the surrounding earthly influences? Such freedom had been man's natural state before he first entered earthly incarnation and became the ‘earthly Adam’—speaking now in the Biblical sense and particularly that of the Gospel of St. Luke. Thus we can see that there are two conditions only in which man can rightly be regarded as a divine-spiritual being: one is that conferred through the lofty Initiation attained in the Great Mysteries; the other is that which was present at an elementary stage of human existence and cannot be fulfilled at any optional Earth-period. It obtained before the descent of the Divine Man in the Lemurian epoch into the 'man of the Earth', as the Bible describes him; for ‘Adam’ signifies ‘earth-man’, that is to say, a being whose nature is no longer purely spiritual but is now clothed in the elements of the earth, of the ‘dust’.1I Cor. XV, 47. ‘The first man is of the earth, earthy...’
[ 3 ] Nun könnte aber eines auffallen, wenn wir so etwas zum Ausdruck bringen. Das ist, daß ja immerhin nur siebenundsiebzig, sagen wir, Generationen oder Stufen des Daseins, Vererbungsstufen genannt werden. Schon beim Matthäus-Evangelium könnte es jemand auffällig finden, daß nur zweiundvierzig Generationen von Abraham bis auf Christus genannt werden, und er könnte nachrechnen, daß die Zahl der Jahre, die man gewöhnlich für eine Generation annimmt, nicht ausreichen würde bis zu Abraham hinauf. Wer das sagen würde, müßte aber berücksichtigen, daß früher mit Recht für die alten Zeiten, für die Patriarchenzeiten von Salomo und David aufwärts, längere Zeiten angenommen wurden für die Dauer einer Generation als später. Wenn wir nur einigermaßen selbst mit den historischen Daten fertig werden wollen, dürfen wir nicht bei drei Generationen - zum Beispiel Abraham, Isaak und Jakob - das rechnen, was jetzt der Durchschnitt für drei Generationen ergeben würde, sondern wir müssen für diese drei Generationen etwa zweihundertfünfzehn Jahre festsetzen. Das ergibt auch die okkulte Forschung. Die Tatsache, daß für jene alten Zeiten die Dauer einer Generation länger anzusetzen ist als heute, ergibt sich noch deutlicher für die Generationen von Adam bis auf Abraham herunter. Bei der Generationenfolge von Abraham abwärts kann schon jeder sich klarmachen, daß die einzelne Generation länger angesetzt worden ist; denn es wird immer schon ein hohes Alter den Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob zugeschrieben, wenn sie einen Sohn bekommen, der ein Erbsohn ist. Und rechnet man gewöhnlich heute dreiunddreißig Jahre für eine Generation, so rechneten mit Recht diejenigen, die das Matthäus-Evangelium schrieben, in den alten Zeiten fünfundsiebzig bis achtzig und eine noch längere Anzahl von Jahren auf eine Generation. Aber wir haben zu betonen, daß im Matthäus-Evangelium bis zu Abraham gemeint sind einzelne Menschen. Nicht mehr aber sind einzelne Menschen gemeint, wenn wir von Abraham heraufgehen und diejenigen Namen in Betracht ziehen, die das Lukas-Evangelium anführt. Da müssen wir durchaus an etwas erinnern, was richtig ist, wenn es vielleicht auch für die heutigen materialistischen Vorstellungen der Menschen unglaublich erscheint.
[ 3 ] It may cause surprise that only 77 generations or stages of hereditary are enumerated in the Gospel of St. Luke. In the Gospel of St. Matthew too it may well cause even more surprise that only 42 generations are mentioned from Abraham to Christ, when a simple calculation will show that the number of years usually reckoned to one generation, multiplied by 42, would not reach back to Abraham. To be accurate, such calculation would have to take account of the fact that in the Patriarchal Age before Solomon and David, longer periods Were reckoned to a generation—and rightly so—than was the case later on. To get the historical dates even approximately correct WC must not reckon to three generations—for example, Abraham, Isaac and Jacob—what would now be an average number of years; about 215 years would have to be allowed for the three generations. This is also confirmed by occult investigation. The fact that the period of a generation in those early times was longer than it is to-day holds good even more emphatically for the generations from Adam to Abraham. In respect of the lineage from Abraham onwards it will be obvious to everyone that a single generation was once of longer duration, for it is at an advanced age that heirs are born to the Patriarchs Abraham, Isaac and Jacob. Just as it is usual now to reckon 33 years to a generation, so those who compiled the Gospel of St. Matthew were right in assigning 75 to 80 years, and even more, to one generation. It must be emphasized that back to Abraham, this Gospel is referring to individuals. The names of Abraham's predecessors given in the Gospel of St. Luke, however, do not refer to single individuals. In this case it is essential to remember something that is a fact, although it may seem incredible to materialistic minds.
[ 4 ] Was wir heute unser Gedächtnis, unser zusammenhaltendes Bewußtsein nennen können, die Erinnerung an das Gleichbleibende unserer inneren Wesenheit, das reicht ja heute für den normalen Menschen nur bis in die ersten Kindheitsjahre. Der moderne Mensch wird, wenn er sein Leben zurückverfolgt, finden, daß irgendwo die Erinnerung abreißt. Der eine wird sich mehr, der andere weniger an die Kindheit erinnern. Aber unser heutiges Gedächtnis ist durchaus im einzelnen persönlichen Leben beschlossen, ja, umfaßt nicht einmal das ganze persönliche Leben bis zum Tage der Geburt. Wenn wir uns zum Bewußtsein bringen, wie die Seelenfähigkeiten, die Bewußtseinseigentümlichkeiten der Menschen überhaupt in alten Zeiten waren, wenn wir uns erinnern, wie wir in der Menschheitsevolution beim Zurückgehen auf Zeiten stoßen, wo ein gewisser hellseherischer Zustand normales menschliches Bewußtsein war, dann werden wir es auch nicht mehr verwunderlich finden, daß wir uns für diese verhältnismäßig naheliegenden Zeiten sagen können — was uns die Geistesforschung bestätigt -, daß die Bewußtseinsverhältnisse in bezug auf das Gedächtnis in alten Zeiten durchaus andere waren, als sie später geworden sind.
[ 4 ] What we to-day call our memory, our recollective consciousness of the unchanging identity of our inmost being, goes back in the normal way only into the early years of our childhood. If a man of the present time follows his life back into the past, he will find that memories cease at some point. One person will remember more of childhood, another less; but in any case memory to-day is limited to the one personal life, and indeed does not even embrace the whole of that life back to the day of birth. If we realise what the soul-faculties and characteristics of man's consciousness were in ancient times, recalling that in past epochs of evolution a certain clairvoyant state of consciousness was normal, it will not surprise us to find that in periods not far distant, consciousness was connected with memory to an altogether different extent than was the case later on.
[ 5 ] Wenn wir also hinter die Zeiten zurückgehen, die in der Bibel als die Zeiten des Abraham bezeichnet werden, wird die ganze Seelenverfassung doch etwas anders, als sie später war, und namentlich wird das Gedächtnis anders. Und wenn wir von Abraham an noch weiter zurückgehen bis in die atlantische Zeit, durch die atlantische Zeit hindurch, so müssen wir sagen: Es war damals das Gedächtnis etwas ganz anderes. Es war vor allen Dingen so, daß man sich nicht nur, wie heute, zurückerinnerte an persönliche Erlebnisse des einzelnen Lebens, sondern man erinnerte sich durch die Geburt hindurch an das, was der Vater, was der Großvater und so weiter erlebt hatten. Gedächtnis war etwas, was durch das Blut durch eine Reihe von Generationen hindurchrann, und erst später wurde es für einzelne Zeiten und auf das einzelne Leben zusammengezogen.
[ 5 ] Before the epoch of Abraham, man's whole constitution of soul was different from what it subsequently came to be, and this applies above all to the power of memory. During the still earlier epoch of Atlantis, the difference in this power was far greater still. A man did not, as he does to-day, remember the experiences of his own personal life only, but his memory extended through his own birth and beyond that to what his father, grandfather and other ancestors had experienced. Memory was something that flowed in the blood through a series of generations and only later came to be limited to a single period and to the single life.
[ 6 ] Und wenn für die früheren Zeiten Namen gebraucht werden - die Namengebung der alten Zeiten würde heute ein besonderes Studium erfordern -, so ist unter einem solchen Namen etwas ganz anderes zu begreifen, als was wir heute mit einem Namen verbinden. Und was die äußere Philologie heute darüber zu sagen weiß, ist wirklich ein ganz dilettantenhaftes Zeug. Der Gebrauch der Namen war früher ein ganz anderer. Man hätte sich überhaupt nicht eine solche Vorstellung machen können, daß Namen mit Dingen oder Wesenheiten so in äußerlicher Weise verknüpft werden könnten, wie es heute geschieht. Der Name war in alten Zeiten etwas, was wesenhaft war, was wesenhaft mit dem Wesen oder Ding zusammenhing und ausdrücken sollte den inneren Charakter des Wesens im Ton. Ein Nachklang des Wesens im Ton sollte der Name damals sein. Davon hat unsere heutige Zeit gar keinen Begriff mehr, denn sonst könnten solche Bücher heute nicht entstehen wie die «Kritik der Sprache» von Fritz Manthner, die alles neuere Forschen, alle gelehrte Kritik der letzten Jahre über die Sprache in großartiger Weise berücksichtigt, aber nur nicht das, was für alte Zeiten das Wesenhafte der Sprache war. Der Name war durchaus in alten Zeiten nicht angewendet auf den einzelnen Menschen in seinem persönlichen Leben, sondern auf das, was durch das Gedächtnis zusammengehalten wurde, so daß sein Name so lange gebraucht wurde, als die Erinnerung dauerte. So ist Noah zum Beispiel nicht ein einzelner Mensch, sondern der Name Noah bedeutet, daß sich zunächst irgendein einzelner Mensch erinnert an sein eigenes Leben und dann durch die Geburt hindurch an das Leben seines Vaters, seines Großvaters und so weiter, so lange, als das Gedächtnis anhielt. So weitals der Gedächtnisfaden reichte, wurde für eine solche Folge von Menschen derselbe Name gebraucht. Ebenso sind Namen wie Adam, Seth oder Enoch derartige Namen, mit denen man an Personen so viel zusammenfaßte, als es möglich war, mit dem Gedächtnis in der Rückerinnerung zusammenzuhalten. Wenn also für die alten Zeiten gesagt wird, irgend jemand heißt Enoch, so will das sagen: Es entstand in einer Persönlichkeit, die der Sohn einer anders vorausbenannten Persönlichkeit war, ein neuer Gedächtnisfaden; da erinnerte er sich nicht mehr an die früheren Persönlichkeiten. Aber dieser neue Gedächtnisfaden hörte nun nicht auf mit dem Tode dieser zuerst Enoch benannten Persönlichkeit, sondern er pflanzte sich fort vom Vater auf den Sohn, auf den Enkel und so weiter, bis wieder ein neuer Gedächtnisfaden entstand. Und so lange dieser Gedächtnisfaden sich erhielt, gebrauchte man denselben Namen. Also es sind in der Generationenfolge verschiedene Persönlichkeiten zusammen damit bezeichnet, wenn zum Beispiel von Adam die Rede ist.
[ 6 ] Now the connotations of a name in ancient times were not such as are associated with a name to-day. Indeed, the giving of names in ancient times is a subject that would now require very special study, for what modern philology has to say about it is often sheer nonsense. In the past it would have been impossible to conceive that names could be attached to beings or things in the purely external way that is customary nowadays. A name was once a reality connected essentially with the being who received it, and it was intended to express in sound or tone the inner nature of that being. The name was meant to be an echo of the being in the tone. (Our modern age has no inkling whatever of what this implies; if it had, books such as Fritz Mauthner's Kritik der Sprache could never have been written. This book contains a masterly review of modern research, of all scholarly treatises recently written on the subject of language, but makes no mention of its intrinsic character in antiquity.) In those times when the faculty of memory was different, a name did not apply merely to an individual human being in his personal lifetime but extended to all that was strung together through the memory; therefore the same name was in use as long as this retrospective experience endured. The name ‘Noah’, for example, did not signify a single individual; it signified what, in the first place, an individual remembered of his own life and then, beyond his birth, of the life of his father, of his grandfather and so on, as long as the thread of memory continued. The same name was used for the succession of individuals whom the thread of memory connected. Therefore names such as ‘Adam’, ‘Seth’, ‘Enoch’, comprised as many personalities as were united through memory. Thus when it is said that the name of some individual belonging to times of antiquity was ‘Enoch’, we may understand it to mean that a new thread of memory has come into existence in an individual who was the son of someone bearing a different name; the memory of the former individual did not carry back into that of his predecessors. The new thread of memory is not severed, however, with the death of the first individual to bear the name of 'Enoch' but continues through the generations until again a new thread of memory appears, and, with it, a new name which will be used until the new thread is broken. Thus when ‘Adam’ is referred to, the one name designates several successive personalities in the sequence of generations.
[ 7 ] In diesem Sinne gebraucht das Lukas-Evangelium selbstverständlich die Namen; denn es will sagen: Diejenige Kraftwesenheit des göttlich-geistigen Daseins, die in das Ich und in den astralischen Leib des nathanischen Jesus hineingetaucht worden ist, müssen wir verfolgen bis da hinauf, wo der Mensch zum ersten Male in eine irdische Inkarnation gestiegen ist. Wir haben also im Lukas-Evangelium zunächst Namen für die einzelnen Persönlichkeiten. Gehen wir aber hinauf über Abraham hinaus, dann kommen wir in die Zeit, wo das Gedächtnis länger dauert, und nehmen das, was durch mehrere Persönlichkeiten gleichsam als ein Ich durch das Gedächtnis zusammengehalten wird, auch wirklich unter einem Namen zusammen.
[ 7 ] It is in this sense that names are used in the genealogical table in St. Luke's Gospel. The intention of the writer is to convey to us that the divine-spiritual Power that entered into the Ego (Ego-bearer) and into the astral body of the Nathan Jesus must be traced back to the stage when man first descended into earthly incarnation. In St. Luke's Gospel, there-fore, we find, firstly, the names of single individualities and then, after we reach the name of Abraham, we come to the epoch when memory embraces the longer period and several individualities are included under one name, combined as it were into one Ego by the memory.
[ 8 ] So wird es Ihnen leichter werden, die siebenundsiebzig Namen, die das Lukas-Evangelium aufzählt, wirklich als ausgedehnt über sehr lange Zeiträume anzusehen, wirklich bis da hinauf, wo die Wesenheit, die wir als die göttlich-geistige Wesenheit des Menschen bezeichnen können, sich zum ersten Male inkarnierte in einem physisch-sinnlichen Menschenleib. Das andere, was darin gesucht werden muß, ist dies: Wer in den großen Mysterien durch die siebenundsiebzig Stufen das erreichte, daß er seine Seele reinigte von allem, was die Menschheit in dem Erdendasein aufgenommen hatte, der erreichte damit jenen Zustand, der heute nur möglich ist, wenn der Mensch leibfrei wird und in dem astralischen Leib und Ich leben kann. Da kann er sich ausgießen über das, aus dem die Erde selbst heraus entstanden ist, über den umliegenden Kosmos, über unser ganzes kosmisches System. Und das sollte sein. Dann hat er erreicht jene göttlich-geistige Kraftwesenheit, welche in den astralischen Leib und das Ich des nathanischen Jesus einzog.
[ 8 ] It will now be easier for you to realise that the 77 names enumerated in St. Luke's Gospel extend over very long periods, actually reaching back to the time when the Being we may denote as the divine-spiritual entity in man was incarnated for the first time in a human physical body. The other aspect presented in the Gospel is this.—One who in passing through the 77 stages in the Great Mysteries had succeeded in purifying his soul from everything absorbed by humanity in Earth-existence, attained the state that is possible to-day only when a man is free of his physical body and can live entirely in the astral body and Ego. He is able, then, to pour his being over the whole surrounding Cosmos from which the Earth itself arose. Such was the aim of the Initiation in these Mysteries. A man had then reached the level of the Divine-Spiritual Power which drew into the astral body and Ego-bearer of the Nathan Jesus.
[ 9 ] In dem nathanischen Jesus sollte dargestellt werden, was der Mensch nicht aus irdischen, sondern aus himmlischen Verhältnissen hat. So schildert uns das Lukas-Evangelium die göttlich-geistige Wesenheit, die durchdrungen, imprägniert hat astralischen Leib und Ich des Lukas-Jesus. Und das Matthäus-Evangelium schildert diejenige göttlichgeistige Kraftwesenheit, die auf der einen Seite in Abraham gewirkt hat, damit das innerliche Organ zum Jahve-Bewußtsein entstand. Und auf der anderen Seite ist es dieselbe Kraftwesenheit, die durch zweiundvierzig Generationen hindurch wirkte im physischen Leib und Ätherleib und die dort eine Vererbungslinie durch die zweiundvierzig Generationen zusammenfaßt.
[ 9 ] The Nathan Jesus was to exemplify that which man receives, not from earthly but from heavenly conditions of existence. Hence the Gospel of St. Luke describes the Divine-Spiritual Power by which the astral body and Ego of the Nathan Jesus had been permeated. The Gospel of St. Matthew describes the Divine-Spiritual Power through which the inner organ for the Jahve-consciousness had been brought into existence in Abraham; and this same Power was working in the physical body and etheric body through 42 generations, constituting a line of heredity.
[ 10 ] Schon gestern habe ich erwähnt, daß diese Lehren, namentlich die Lehren des Matthäus-Evangeliums in bezug auf diese Herkunft des Blutes des Jesus von Nazareth, gepflegt wurden, zum Verständnis gebracht wurden in jenen Gemeinden, die wir die 'Therapeuten- und Essäergemeinden nennen können, und daß als großer Lehrer innerhalb der Therapeuten und Essäer Jeshu ben Pandira wirkte, der vorzubereiten hatte das Zeitalter des Christus Jesus. Er hatte wenigstens einige wenige darauf vorzubereiten, daß mit dem Ablauf eines bestimmten Zeitpunktes, nämlich zweiundvierzig Generationen nach Abraham, das hebräische Volk sozusagen so weit sein würde, daß die ZarathustraIndividualität sich werde inkarnieren können in einem Sproß der Abraham-Linie, in einem Sproß der salomonischen Linie des Hauses David. Das ist vorausgelehrt worden. Dazu gehörte natürlich in der damaligen Zeit Mysterienerfahrung. In der damaligen Zeit wurde dies nicht nur in den Essäerschulen gelehrt, sondern es gab in den Essäerschulen auch solche Zöglinge, welche die zweiundvierzig Stufen auch wirklich durchmachten, so daß sie hellseherisch schauen konnten, wie jene Wesenheit war, die durch die zweiundvierzig Stufen heruntergestiegen ist. Es sollte die Welt darüber aufgeklärt werden durch entsprechende Lehren. Dafür hatten die Essäer zu sorgen, daß wenigstens bei einigen Menschen Verständnis vorhanden wäre für das, was der Christus sein werde.
[ 10 ] These were the teachings—especially those in St. Matthew's Gospel concerning the derivation of the blood of Jesus of Nazareth—which were cultivated and studied in the communities of the Therapeutae and the Essenes, among whom Jeschu ben Pandira worked to prepare for the coming of Christ Jesus. It was his mission to prepare at least a few, by imparting to them the knowledge that at the end of a definite period of time, namely 42 generations after Abraham, the development achieved by the Hebrew people would make it possible for the Zarathustra-Individuality to incarnate in a branch of the lineage of Abraham in the Solomon line of the House of David. This was a teaching given in advance. Not only was it taught at that time in the Schools of the Essenes but there were pupils in those Schools who had lived through the 42 stages in actual experience and were therefore themselves able to behold in clairvoyant vision the nature of the Being who was descending through the 42 stages. Knowledge of this was to be given to the world through appropriate teachings and it was the task of the Essenes to ensure that among a few human beings at least, there would be understanding of what the coming of Christ would be for the Earth.
[ 11 ] Nun haben wir schon erwähnt, welchen eigentümlichen Gang jene Menschenindividualität zunächst genommen hat, die sich in jenem Blute inkarniert hat, von dessen Zusammensetzung das MatthäusEvangelium spricht. Wir wissen, daß dieser ursprüngliche große Lehrer, der unter dem Namen Zarathustra oder Zoroaster bekannt ist, im Morgenlande das lehrte, was wir hinlänglich betrachtet haben, was ihn geradezu geeignet gemacht hat für diese Inkarnation. Wir wissen, daß er eingeleitet hat die ägyptische Hermes-Kultur, indem er zu diesem Zwecke hingeopfert hat seinen astralischen Leib, der dann dem Hermes eingeprägt wurde. Wir wissen ferner, daß er hingeopfert hat seinen damaligen Ätherleib, der aufbewahrt wurde für Moses, und daß Moses für seine Kulturschöpfung in sich hatte den Ätherleib des Zarathustra. Zarathustra selber hat sich später weiter inkarnieren können in anderen astralischen und Ätherleibern. Besonders interessiert uns dann die Inkarnation des Zarathustra im 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung als Zarathas oder Nazarathos im alten Chaldäa, wo er als Schüler hatte die chaldäischen Weisen und Magier, und wo insbesondere die weisesten der hebräischen Geheimschüler zur Zeit der babylonischen Gefangenschaft mit ihm in Berührung kamen. Und die ganzen folgenden sechs Jahrhunderte waren für die chaldäischen Geheimschulen erfüllt von den Traditionen, Zeremonien und Kulten, die herrührten von Zarathustra in der Persönlichkeit des Zarathas oder Nazarathos. Und alle die Generationen von chaldäischen, babylonischen, assyrischen und so weiter Geheimschülern, die in jenen Gegenden Asiens lebten, verehrten aufs höchste den Namen dieses ihres großen Meisters, des Zarathustra, unter der Veränderung als Zarathas oder Nazarathos. Und sie warteten sehnsüchtig auf die nächste Inkarnation ihres großen Lehrers und Führers, denn sie wußten, daß er wiedererscheinen werde nach sechshundert Jahren. Das Geheimnis von diesem Wiedererscheinen war ihnen bekannt; das lebte sozusagen wie etwas, was ihnen von der Zukunft hereinschien.
[ 11 ] We have already heard of events connected with the history of that human Individuality who incarnated in the specially prepared blood of which the Gospel of St. Matthew speaks. The wisdom which in very early times this great Teacher—known by the name of Zarathustra or Zoroaster—had imparted in the East, fitted him for the later incarnation. He was, as we know, the inaugurator of the Hermetic culture of Egypt, inasmuch as to this end he had given up his astral body, then to be borne by Hermes. He had also given up his etheric body, which was preserved for Moses. As the creator of the Mosaic civilization, Moses bore within him the etheric body of Zarathustra. Zarathustra himself incarnated later on in other astral and etheric bodies. Of particular interest to us is his incarnation as Zarathas or Nazarathos in ancient Chaldea in the sixth century B.C., where the Chaldean sages were his pupils and where the wisest among the pupils of the occult schools of the Hebrews at the time of the Babylonian captivity came into contact with him. The pupils of the Chaldean occult schools were then occupied throughout the following six centuries with the traditions, rites and cults originating with Zarathustra in the personality of Zarathas or Nazarathos. All the generations of pupils—Chaldean, Babylonian, Assyrian and so on—who were living in those regions of Asia, deeply revered the name of this great Master. They waited with longing for his next incarnation, for they knew that after six hundred years he would come again. The secret of his coming was known to them and was like a beacon light shining in from the future.
[ 12 ] Und als die Zeit heranrückte, da das Blut für die neue Inkarnation des Zarathustra bereitet war, da machten sich die drei Abgesandten, die drei weisen Magier aus dem Morgenlande, auf. Sie wußten, daß der verehrte Name des Zarathustra selber wie ihr Stern sie führen würde nach jenem Orte, wo die Wiederinkarnation des Zarathustra stattfinden sollte. Es war die Wesenheit des großen Lehrers selber, die als der «Stern» die drei Magier hinführte zur Geburtsstätte des Jesus des Matthäus-Evangeliums. - Auch das ist ja selbst äußerlich philologisch zu belegen, daß in der Tat das Wort «Stern» als Name für menschliche Individualitäten in alten Zeiten gebraucht worden ist. Nicht nur durch die Geistesforschung, die es uns aus ihren Quellen klarer als etwas anderes sagt, daß damals die drei Magier folgten dem Stern Zoroaster, dem «Goldstern» Zoroaster, daß er sie dahin führte, wo er sich wieder inkarnieren wollte, sondern auch aus dem Gebrauch des Wortes «Stern» für hohe menschliche Individualitäten - wie gesagt, eine Tatsache, die auch philologisch belegt werden kann — könnte sich schon manchem ergeben, daß unter dem Stern, der die Weisen führte, Zarathustra selbst zu verstehen ist.
[ 12 ] And as the time approached when the blood would be suitably prepared for the new incarnation of Zarathustra, the three envoys, the three wise Magi, set out from the East; they knew that the revered name of Zarathustra himself would lead them as a Star to the place where his new incarnation was to take place. It was the Being of the great Teacher himself who as the ‘Star’ led the three Magi to the birthplace of the Jesus of St. Matthew's Gospel.—Ordinary philology itself will confirm that the word ‘Star’ was used in ancient times to denote human individuality. It is not only spiritual research which from its own sources tells us more clearly than anything else that the three Magi at that time were led by Zoroaster, the ‘Golden Star’, to the place where he was to reincarnate, but it follows from the very use of the word ‘Star’ for human Individualities of lofty development that the Star by which the Wise Men were guided was Zarathustra himself.
[ 13 ] Sechs Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung sind also die Magier des Morgenlandes zusammengewesen mit jener Individualität, die sich inkarnierte als der Jesus des Matthäus-Evangeliums. Und Zarathustra selber führte die Magier dahin; sie folgten seiner Spur. Denn es war sozusagen der Zug des Zarathustra, des die Magier führenden, nach Palästina ziehenden Sternes, der die Magier leitete auf ihren Wegen von den morgenländischen, chaldäischen Mysterien nach Palästina, wo sich Zarathustra zu seiner nächsten Inkarnation anschickte.
[ 13 ] Thus six hundred years before the Christian era the Magi of the East had come into contact with the Individuality who subsequently incarnated as the Jesus of St. Matthew's Gospel. Now Zarathustra himself led them to Palestine and they followed in his track. For it was the Star of Zarathustra moving towards Palestine that guided the Magi along their way from the Chaldean Mysteries in the East, to Palestine, where Zarathustra was about to incarnate.
[ 14 ] Dieses Geheimnis von der künftigen Inkarnation des Zarathustra, des Zarathas oder Nazarathos, kannte man auch in den chaldäischen Mysterien. Das Geheimnis aber von dem Blut des hebräischen Volkes, welches geeignet sein sollte, wenn der entsprechende Zeitpunkt herangekommen wäre, für die neue Leiblichkeit des Zarathustra, das lehrten jene, die in den Essäermysterien sozusagen hinaufgehoben wurden durch die zweiundvierzig Stufen.
[ 14 ] This secret of the coming incarnation of Zarathustra, of Zarathas or Nazarathos, was known in the Mysteries of Chaldea. But the secret of the blood of the Hebrew people which was that when the time was ripe it would be suitable for the new bodily constitution of Zarathustra—this was a teaching of the Essenes, who in their Mysteries were trans-ported in soul through the 42 Stages.
[ 15 ] Es waren also im Grunde zweierlei Menschen, die zunächst um das Geheimnis des Jesus des Matthäus-Evangeliums etwas wußten. Von der Zarathustra-Seite her, wo auf die Individualität, die sich im jüdischen Blute inkarnieren sollte, hingewiesen wurde, kannten es die chaldäischen Eingeweihten; von der Blutseite, von der äußeren Seite, von der Seite des Leibes her kannten es die Essäer. Es war also schon eine Lehre, die ungefähr durch hundert und mehr Jahre in den Essäerschulen gelehrt worden war, die Lehre von dieser Ankunft des Jesus des Matthäus-Evangeliums, jenes Jesus, der in seiner Gesamtheit erfüllen sollte einmal alle Bedingungen, von denen ich gesprochen habe, dann aber auch noch andere, die wir etwa in der folgenden Weise charakterisieren können.
[ 15 ] Thus there were, to begin with, two groups who knew something about the secret of the Jesus of St. Matthew's Gospel: the Chaldean Initiates, who possessed knowledge relating to the Individuality of Zarathustra and his coming incarnation in Hebrew blood, and the sect of the Essenes, which was concerned with another aspect of the physical constitution, of the blood of the coming Being. In the Schools of the Essenes, teaching had been given for rather more than a hundred years on the approaching advent of the Jesus of St. Matthew's Gospel, in whose being would be found, wholly fulfilled, not only those conditions of which I have already spoken, but others too which can be characterized as follows.—
[ 16 ] Ein solcher Essäerschüler wurde nach langer Zeit nach vielen Reinigungen und Übungen seiner Seele durch die zweiundvierzig Stufen hinaufgeführt, um sozusagen zu sehen die Geheimnisse des physischen Leibes und Ätherleibes. Derjenige, der da geboren werden sollte, der sich in dieses Blut hineininkarnieren sollte, stieg von oben herunter; er hatte die Fähigkeiten, welche der Essäerschüler nur nach langen schweren Prüfungen durch die zweiundvierzig Stufen hindurch erreichen konnte. Von dem, der da herunterstieg, mußte man sagen: Er hat von vornherein die Fähigkeiten, um solche Anlagen zur Entwickelung zu bringen. — Sie waren mit ihm geboren, sagte man in den Essäergemeinden. Im Grunde aber war das, was in den Essäergemeinden gepflegt worden ist an Übungen und Reinigungen der Seele, die Fortsetzung einer Art Geheimschulung, die auch sonst seit uralten Zeiten innerhalb des Judentums bestanden hat.
[ 16 ] In these Schools a pupil underwent a lengthy period of training for the purpose of achieving, by exercises and other methods, the purification of soul necessary to him before he was led through the 42 stages in order to behold the secrets of the etheric body and the physical body. But it was known in these communities that the Being for whom they were preparing would descend from the heights already possessing those qualities which were a prerequisite for development of the faculties capable of perceiving these secrets. The system employed by the Essenes for the purification of the soul was, in effect, a continuation of the ancient Nazarite discipline.2The ‘law of the Nazarite’ is found in Numbers VI, 1-21. A recent study of this subject from exoteric sources will be found in Matthew Black, The Scrolls and Christian Origins (Nelson, 1961). This form of occult training had existed in Judaism from times immemorial.
[ 17 ] Es gab im Judentum immer das, was man bezeichnete als Nasireat oder Nasiräertum. Dieses bestand darin, daß einzelne Menschen auch schon vor der Entstehung der 'Therapeuten- und Essäersekten — auf sich ganz bestimmte Methoden der Seelen- und Körperentwickelung anwandten. Namentlich wandten die Nasiräer eine Methode an, die in einer gewissen Diät bestand und die auch heute noch in gewisser Beziehung nützlich ist, wenn der Mensch in seiner Seelenentwickelung rascher vorschreiten will, als es sonst möglich ist. Besonders enthielten sie sich vollständig der Fleischkost und des Weingenusses. Damit verschafften sie sich die Möglichkeit einer gewissen Erleichterung, weil in der Tat die Fleischkost den geistig strebenden Menschen in der Entwickelung aufzuhalten vermag. Es ist tatsächlich so — was keine Propaganda für den Vegetarismus sein soll -, daß durch die Enthaltung von der Fleischkost alles erleichtert wird. Der Mensch kann in der Seele widerstandskräftiger werden und sich stärker erweisen im Überwinden jener Widerstände und Hemmnisse, die aus dem physischen Leibe und Ätherleibe kommen, wenn die Fleischkost fortfällt. Ertragsamer, ertragfähiger wird dann der Mensch. Aber natürlich wird er es nicht dadurch, daß er sich bloß der Fleischkost enthält, sondern vor allem dadurch, daß er sich in seiner Seele stärker macht. Wenn er sich bloß vom Fleisch enthält, macht er damit nur seinen physischen Körper anders; und wenn dann das nicht vorhanden ist, was von der Seelenseite da sein soll und den Körper durchdringen soll, dann hat das Enthalten von Fleisch gar keinen besonderen Zweck.
[ 17 ] Long before the advent of the Therapeutae and the Essenes, certain Hebrews had dedicated themselves to it, adopting very special methods for the furtherance of development in soul and body. First and foremost, the Nazarites subjected themselves to a diet that in a certain respect is still useful to-day if anyone desires to make more rapid progress in soul-development than is otherwise possible. They abstained altogether from eating flesh and drinking wine. This made conditions easier for them because the eating of flesh may actually retard development in one who is seeking for the spirit. It is the case—though this is not intended as propaganda for vegetarianism—that abstinence from meat-eating makes everything easier; it is possible to develop greater inner resistance to obstacles, greater strength for the overcoming of hindrances arising from the physical and etheric bodies, and a greater power of endurance. Naturally, this is not due entirely to abstinence from meat-eating but first and foremost to the fact that such a man is strengthening his soul. The avoidance of meat as food merely brings about a change in the physical body; but if the element from the side of the soul is absent and does not permeate the body as it should, there is no particular purpose in abstaining from the eating of flesh.
[ 18 ] Es bestand also dieses Nasiräertum. Unter einer viel strengeren Gestalt der Vorschriften aber setzten es die Essäer fort; sie nahmen noch ganz andere Dinge dazu. Alles, was ich Ihnen gestern und vorgestern erzählt habe, nahmen sie hinzu. Besonders aber pflegten sie strengste Enthaltung von der Fleischkost. Dadurch wurde verhältnismäßig rasch erreicht, daß solche Menschen lernten, ihre Erinnerung zu erweitern und hinaufzusehen über zweiundvierzig Generationen hinauf, daß sie lernten hineinschauen in die Geheimnisse der Akasha-Chronik. Sie wurden das, was man nennen kann eine Stammknospe an einem Zweig, eine Knospe an einem Baum, an einer Pflanze, die sich durch viele Generationen hindurchschlingt. Sie waren nicht bloß etwas Losgelöstes vom Baum der Menschheit; sie fühlten die Fäden, die sie banden an den Baum der übrigen Menschheit. Sie waren etwas anderes als die, welche sich vom Stamme loslösten und deren Gedächtnis sich einschränkte auf die einzelne Persönlichkeit. Solche Menschen benannte man nun auch innerhalb der Essäergemeinden mit einem Wort, das ausdrücken sollte «ein lebendiger Zweig», nicht ein abgeschnittener Zweig. Das waren solche Menschen, die sich darinnen fühlten in der Generationenfolge, sich nicht abgeschnitten fühlten vom Baum der Menschheit. Die Schüler, die im Essäertum namentlich diese Richtung pflegten, die die zweiundvierzig Stufen durchgemacht hatten, bezeichnete man als Nezer.
[ 18 ] These practices of the Nazarites were continued, but in a much stricter form, by the Essenes who also resorted to quite other usages of which I spoke to you yesterday and the day before. Above all, however, they practised the very strictest abstinence from meat-eating, with the result that they learnt, comparatively speaking more quickly, to expand their memory beyond 42 generations and to gaze into the secrets of the Akashic Chronicle. They became what may be called a ‘sprout’ or a ‘shoot’ on a branch, on a tree, or on a plant—a sprout that endured through many generations. They were not detached from the tree of humanity but were conscious of the branches uniting them with it. In a certain respect they were different from men who severed themselves from the tribal stock and whose memory was limited to the life of the single personality. The name given to the former individuals in the communities of the Essenes too, was a word meaning ‘a living branch’, in contrast to a severed branch. They were men who felt themselves integrated in the line of generations, in no way severed from the tree of humanity. The pupils who cultivated particularly this trend in Essenism and who had passed through the 42 stages in their own experience were called ‘Netzers’.
[ 19 ] Auch aus dieser Klasse der Nezer hatte einen treuen, einen besonderen Schüler derjenige, den ich gestern als Lehrer innerhalb der Essäergemeinden genannt habe: Jesus, Sohn des Pandira. Denn dieser Jeshu ben Pandira, der den Okkultisten ziemlich genau bekannt ist, hatte fünf Schüler, von denen jeder einen besonderen Zweig der gemeinsamen großen Lehre des Jeshu ben Pandira übernahm und für sich dann fortsetzte. Diese fünf Schüler des Jeshu ben Pandira trugen folgende Namen: Mathai, Nakai, der dritte Schüler hatte, weil er besonders aus der Klasse der Nezer war, geradezu den Namen Nezer, dann Boni und Thona. Diese fünf Schüler oder Jünger des Jeshu ben Pandira, der ein Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung in der schon erzählten Weise den Märtyrertod wegen Gotteslästerung und Häresie erlitten hat, pflanzten sozusagen in fünf verschiedenen Zweigen fort die große, umfassende Lehre des Jeshu ben Pandira. Insbesondere wurde - so lehrt die geisteswissenschaftliche Forschung — nach dem Tode des Jeshu ben Pandira die Lehre von der Zubereitung des Blutes für den zu erscheinenden Jesus des Matthäus-Evangeliums fortgepflanzt durch den Schüler Mathai. Und jene Lehre von der inneren Seelenverfassung, welche mit dem alten Nasireat, aber auch mit dem neueren Nezertum zusammenhing, wurde fortgesetzt von dem anderen großen Schüler des Jeshu ben Pandira, von Nezer. Und Nezer war insbesondere dazu ausersehen, eine kleine Kolonie zu gründen. Solcher Kolonien der Essäer gab es in Palästina eine ganze Anzahl, und in einer jeden wurde ein besonderer Zweig des Essäertums gepflegt. Das Nezertum, das besonders der Schüler Nezer weiter zu pflegen hatte, sollte vor allem in jener Kolonie gepflegt werden, die ein geheimnisvolles Dasein führte und im Grunde einen kleinen Ort nur bildete in der damaligen Zeit, in der Kolonie, die dann in der Bibel den Namen Nazareth empfing. Dort in Nazareth — Nezereth — war eine Essäerkolonie angelegt von Nezer, dem Schüler des Jeshu ben Pandira. Da waren Leute - in ziemlich strengem Geheimnis lebten sie -, die das alte Nasireat pflegten. Daher gab es, nachdem jene anderen Vorgänge sich vollzogen hatten, über die ich noch zu sprechen habe, nach der Übersiedelung nach Ägypten und der Rückkehr von dort für den Jesus des Matthäus-Evangeliums nichts Näherliegendes, als daß erin die Atmosphäre dieses Nezertums gebracht wurde. Das wird auch angedeutet mit dem entsprechenden Wort des Matthäus-Evangeliums nach der Rückkehr aus Ägypten: Er wurde in das Fleckchen Nazareth gebracht, «auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll ein Nazaräer werden» (Matth. 2, 23). - Das ist in der verschiedensten Weise dann übersetzt worden, weil die Übersetzer den Sinn nicht recht kannten und keiner so recht wußte, was damit gemeint war. Darum handelte es sich: daß hier eine Essäerkolonie war, wo der Jesus zunächst heranwachsen sollte.
[ 19 ] Jeschu ben Pandira, of whom I spoke yesterday as the great Teacher in the communities of the Essenes—he is a figure fairly well known to occultists—had a faithful and particularly close disciple from this class of Netzers. Jeschu ben Pandira had five pupils or disciples, each of whom took over a special branch of his general teaching and continued to develop it. The names of these five pupils were: Mathai, Nakai, the third was given the name Netzer because he came especially from that class, then Boni and Thona. These five pupils of Jeschu ben Pandira who himself suffered martyrdom on account of alleged blasphemy and heresy, a hundred years B.C., propagated his teachings in five different sections. Spiritual-scientific investigation finds that after the death of Jeschu ben Pandira the teaching relating to the preparation of the blood for him who was to be the Jesus of St. Matthew's Gospel was propagated especially by Mathai. The teaching concerning the inner qualities and nature of the soul—a teaching connected with the old Nazarite but also with Netzerism in its later form—was continued by Netzer, the other great pupil of Jeschu ben Pandira. Netzer was specially chosen to be the founder of a little colony. There were many such colonies in Palestine, a particular branch of Essenism being cultivated in each of them. The cultivation of Netzerism, the special concern of the pupil Netzer, was to be the primary aim in the colony which led a secluded existence and which then, in the Bible, received the name ‘Nazareth’. There, in Nazareth—Netzereth—an Essene colony was established by Netzer, the pupil of Jeschu ben Pandira. Those whose lives were dedicated to the ancient Nazarite order lived there in fairly strict seclusion. Hence after the happenings of which I have still to speak, after the flight to Egypt and the return, nothing was more natural than that the Jesus of St. Matthew's Gospel should be brought into the atmosphere of Netzerism. This is indicated in St. Matthew's Gospel where it is said that after the return from Egypt, Jesus was taken to the little city of Nazareth, ‘that it might be fulfilled which was spoken by the prophets: He shall be called a Nazarene’. There have been many different interpretations of these words because none of the translators knew what was really meant—namely that here there was a colony of Essenes where the early years of Jesus' life were to be spent.
[ 20 ] Jetzt aber wollen wir, bevor wir auf die anderen Details und namentlich auf die Beziehungen zu dem Jesus des Lukas-Evangeliums eingehen, nur noch in großen Zügen auf einiges bei dem Jesus des Matthäus-Evangeliums hinweisen. Alles, was zunächst im Matthäus-Evangelium geschildert wird, führt zurück auf die Geheimnisse, die Jeshu ben Pandira im Essäertum gelehrt hat, und die dann als Lehrgut fortgepflanzt hat sein Schüler Mathai, und schon die ersten Geheimnisse des Matthäus-Evangeliums weisen uns hin auf diesen Schüler Mathai. Durch alles, was sozusagen von dieser Seite herkam, welche das Matthäus-Evangelium charakterisiert, konnten zubereitet werden der physische Leib und der Ätherleib des Jesus des Matthäus-Evangeliums, wenn es sich selbstverständlich innerhalb der zweiundvierzig Generationen auch um Einflüsse auf den astralischen Leib handelte. Aber wenn wir auch gesagt haben, daß während der ersten vierzehn Generationen der physische Leib, während der zweiten vierzehn Generationen der Ätherleib, und daß für die dritten vierzehn Generationen - seit der babylonischen Gefangenschaft — der astralische Leib in Betracht kommt, so müssen wir doch festhalten, daß das, was auf diese Weise richtig zubereitet worden ist für den Zarathustra, nur brauchbar war für diese mächtige Individualität, insofern es physischer Leib und Ätherleib war.
[ 20 ] Before going into other details and into the relationship with the Jesus of St. Luke's Gospel, we will now speak in broad outline of certain matters connected with the life of the Jesus of St. Matthew's Gospel. Everything presented in the early chapters of St. Matthew's Gospel derives from the secrets taught by Jeschu ben Pandira among the Essenes and subsequently propagated by his pupil Mathai. All the processes with which these teachings were concerned had to do with the preparation of the physical body and etheric body of the Jesus of St. Matthew's Gospel, although needless to say it was also a matter of influences being exercised upon the astral body too through the 42 generations. But if we say that during the first 14 generations it was the physical body that comes into consideration, during the second 14 generations the etheric body and during the third 14 generations—since the Babylonian captivity—the astral body, it must nevertheless be held firmly in mind that what was rightly prepared in this way for Zarathustra could be fully used by this great Individuality only in so far as it belonged to physical body and etheric body.
[ 21 ] Nun erinnern Sie sich, wie ich Ihnen immer gesagt habe, daß der Mensch in seiner einzelnen persönlichen Entwickelung von der Geburt bis zum siebenten Jahre vorzugsweise den physischen Leib entwickelt, daß er während der nächsten sieben Jahre, vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife, besonders den Ätherleib entwickelt; dann erst kommt die freie Entwickelung des astralischen Leibes. Was Entwickelung des physischen Leibes und Ätherleibes ist, sollte in dem besonderen physischen und Ätherleibe, die durch die mit Abraham beginnenden Generationen zubereitet worden sind, zum Abschluß kommen und von Zarathustra in der neuen Inkarnation durchlebt werden. Dann aber, wenn er bis zum Ende der Entwickelung des Ätherleibes gekommen war, war das, was ihm zubereitet worden war, nicht mehr genügend, und er mußte nun heranschreiten an die Entwickelung des astralischen Leibes.
[ 21 ] And now remind yourselves of the development of an individual human being: from birth until about the seventh year it is paramountly the physical body that is in process of development, during the next seven years, from the second dentition until puberty, the etheric body; and only then does the free development of the astral body begin. In the case of the physical and etheric bodies prepared for Zarathustra through the generations beginning with Abraham, this process of development was to reach culmination and into these bodies Zarathustra was to descend in the new incarnation. But when the development of the etheric body had reached its conclusion, what had been prepared for him was no longer adequate and he had now to proceed to the development of the astral body.
[ 22 ] Dazu geschieht nun das Gewaltige und Wunderbare, ohne dessen Verständnis wir das ganze große Mysterium von dem Christus Jesus nicht begreifen können. Die Zarathustra-Individualität entwickelte sich während der Knabenzeit im physischen Leibe und Ätherleibe des Jesus des Matthäus-Evangeliums bis zum zwölften Jahre; denn bei dieser Individualität und vermöge des Klimas trat der Zeitpunkt, den wir für unsere Gegenden als den des vierzehnten, fünfzehnten Jahres bezeichnen, etwas früher ein. Da war bis zum zwölften Jahre alles erreicht, was in dem entsprechend zubereiteten physischen und Ätherleibe der salomonischen Linie erreicht werden konnte. Und da verließ in der Tat die Zarathustra-Individualität diesen physischen Leib und Ätherleib, von denen im Matthäus-Evangelium zunächst die Rede ist, und ging über in den Jesus des Lukas-Evangeliums. Denn aus den Vorträgen über das Lukas-Evangelium wissen wir schon, daß in der Tat mit der Erzählung vom zwölfjährigen Jesus im Tempel, wie sie Lukas erzählt (Luk. 2, 42-50), folgendes gemeint ist: Da, wo plötzlich der Jesusknabe des Lukas-Evangeliums seinen Eltern so entgegentritt, daß sie ihn gar nicht verstehen können, wo er ein ganz anderer ist, da hat sich vollzogen, daß in sein Inneres eingezogen ist die Zarathustra-Individualität, die bis dahin ihre Entwickelung in dem physischen Leib und Ätherleib des salomonischen Jesus durchgemacht hat. Solche Dinge gibt es im Leben, so schwer sie auch heute bei der Natur der laienhaften materialistischen Weltanschauung geglaubt werden. Der Übergang einer Individualität aus einem Leib in einen anderen Leib kommt vor. Und damals fand so etwas statt, als die ZarathustraIndividualität den ursprünglichen Leib verließ und hinüberdrang in den Jesus des Lukas-Evangeliums, in dem nun besonders zubereitet war der astralische Leib und der Ich-Träger.
[ 22 ] To this end there now took place a wonderful, awe-inspiring happening, without some understanding of which it is impossible to grasp the depths of the great Mystery of Christ Jesus. During boyhood the Zarathustra-Individuality evolved in the physical body and etheric body of the Jesus of St. Matthew's Gospel until the twelfth year. In the case of this Individuality and also on account of the climate, the point of development occurring in our regions at the age of 14 to 15 fell somewhat earlier. By the twelfth year everything that could possibly be attained in the suitably prepared physical and etheric bodies of the Solomon lineage had actually been attained. And then the Zarathustra-Individuality forsook the bodies to which the Gospel of St. Matthew is primarily referring and passed over into the Jesus of the Gospel of St. Luke. From the Lecture-Course on the latter Gospel we know the explanation of the story of the 12-year-old Jesus in the Temple. When the parents of Jesus were suddenly unable to understand him because he had so completely changed, what had happened was that there had passed into him the Zarathustra-Individuality who had lived until then in the physical and etheric bodies of the Solomon Jesus.—Such things do occur in life, difficult though it is for materialistic thought to give credence to them. The fact that an Individuality passes out of one body into another does actually occur, and this was the case when the Zarathustra-Individuality left the original body and passed into the Jesus of St. Luke's Gospel in whom the astral body and Ego-vehicle had been specially prepared.
[ 23 ] So konnte Zarathustra in dem besonders zubereiteten astralischen Leibe und Ich des nathanischen Jesus vom zwölften Jahre ab die Weiterentwickelung fortführen. Das wird uns im Lukas-Evangelium in einer so großartigen Weise dargestellt, wo auf das Ungeheuerliche hingewiesen wird, daß der zwölfjährige Jesus im Tempel unter den Schriftgelehrten sitzt und Dinge sagt, die ganz merkwürdig klingen. Wodurch konnte das der Jesus der nathanischen Linie? Er konnte es, weil in diesem Moment die Zarathustra-Individualität in ihn «hineingefahren» war. Zarathustra hat aus diesem Knaben, der damals nach Jerusalem gebracht worden war, bis zum zwölften Jahre nicht gesprochen; daher war die Charakterveränderung so stark, daß die Eltern ihn nicht wiedererkannten, als sie ihn zwischen den Schriftgelehrten sitzend wiederfanden.
[ 23 ] From the twelfth year onwards, therefore, Zarathustra was able to continue his development in the astral body and Ego-vehicle of the Nathan Jesus. This is magnificently presented to us in the Gospel of St. Luke, in the passage referring to the astounding scene where the 12-year-old Jesus is sitting among the learned Rabbis and saying things that sound utterly strange. How could Jesus of the Nathan line be capable of this? The explanation is that at that moment the Zarathustra-Individuality had passed into him. Until the twelfth year Zarathustra had not spoken out of the boy who had been brought to Jerusalem at that time and the change of character was therefore so great that the parents did not recognize the boy when they found him sitting among the learned scribes.
[ 24 ] So haben wir es also mit zwei Elternpaaren zu tun, die beide Joseph und Maria heißen - so haben damals viele geheißen; aber aus den Namen Joseph und Maria etwas abzuleiten bei der Art, wie man heute Namen versteht, das ist etwas, was jeder wahrhaften Forschung widerspricht —, und mit zwei Jesusknaben. Von dem einen, dem Jesus der salomonischen Linie des Hauses David, kündet uns die Geschlechterfolge des Matthäus-Evangeliums. Der andere Knabe, der Jesus der nathanischen Linie, ist der Sohn eines ganz anderen Elternpaares, und von ihm berichtet das Lukas-Evangelium. Die beiden Knaben wachsen nebeneinander auf und werden nebeneinander bis zu ihrem zwölften Jahre entwickelt. Das können Sie in den Evangelien finden. Das Evangelium spricht überall richtig. Und so lange man nicht wollte, daß die Leute die Wahrheit erführen, oder die Leute die Wahrheit nicht hören wollten, hat man ihnen auch die Evangelien vorenthalten. Man muß die Evangelien nur verstehen; sie sprechen richtig.
[ 24 ] Thus we have to do with two sets of parents, both named ‘Joseph' and Mary’—common names at that time—and with two boys, each named Jesus. But to infer anything from the names ‘Joseph' and 'Mary’ as names are understood to-day would be at variance with the findings of all genuine investigation. The genealogy given in St. Matthew's Gospel is that of the one child—Jesus of the Solomon line of the House of David. And St. Luke's Gospel tells of the other child—Jesus of the Nathan line—who is the son of different parents altogether. The two boys grew up in close proximity to each other until they were twelve; years old. This can be read in the Gospels; what they relate is everywhere correct. But as long as it was desired that people should not learn the truth or the people themselves did not want to hear it, the Gospels were withheld from them. It is only a matter of understanding what the Gospels say—for they speak truly.
[ 25 ] Der Jesus aus der nathanischen Linie wächst heran mit einer ungeheuren Innerlichkeit. Wenig geschickt ist er, äußere Weisheit und äußere Kenntnisse sich anzueignen. Er ist aber von einer schier unbegrenzten Innigkeit des Gemüts, von einer schier unbegrenzten Liebefähigkeit, weil in seinem Ätherleibe jene Kraft lebte, die herunterströmte aus der Zeit, da der Mensch noch nicht in eine irdische Inkarnation hinuntergestiegen war, wo er noch ein göttliches Dasein führte. Das göttliche Dasein lebte in ihm in einer unbegrenzten Liebefähigkeit. So war dieser Knabe wenig geeignet für das, was die Menschen durch die Inkarnationen hindurch sich angeeignet haben durch die Werkzeuge des physischen Körpers; dagegen groß und ungeheuer durchdrungen von Liebeswärme war er in bezug auf seine Seele, in bezug auf sein Inneres. So sehr war er innerlich, daß sich etwas abspielte, was diejenigen, die davon wußten, hinwies auf die ganze große Innerlichkeit dieses Knaben. Was der Mensch sonst nur an der Außenwelt entzündet, das konnte der Jesus des Lukas-Evangeliums in gewisser Weise von Anfang an: er sprach gewisse Worte gleich nach seiner Geburt, die seiner Umgebung verständlich waren. So war er groß in bezug auf alles Innerliche, ungeschickt in bezug auf alles, was durch die Generationen der Menschheit auf der Erde selbst zu erringen war. Und sollten nicht die Eltern aufs höchste überrascht gewesen sein, als sich ihnen jetzt innerhalb dieser so herangewachsenen Leiblichkeit plötzlich ein Knabe zeigte, der von allem durchdrungen war, was äußere Weisheit ist, was man sich mit äußeren Werkzeugen aneignen muß? Diese so plötzliche, so gewaltige Umänderung war deshalb möglich, weil in jenem Moment die Zarathustra-Individualität von dem salomonischen Jesusknaben auf diesen Jesus der nathanischen Linie übergegangen war. Zarathustra, Zarathas sprach aus diesem Knaben in dem Moment, der uns geschildert wird, als ihn die Eltern im’Tempel suchten.
[ 25 ] Jesus of the Nathan line grew up with a deeply inward nature. He had little aptitude for acquiring external wisdom and assimilating facts of ordinary knowledge. But the depths of his soul were fathomless and he had a boundless capacity for love, because in his etheric body was contained the power that streamed down from the time when man had not yet entered into earthly incarnation, when he was still leading a Divine existence. This Divine existence manifested in this boy in the form of an infinite capacity for love. It was therefore natural that he should have been ill-adapted for everything acquired by men in the course of incarnations through the instrumentality of the physical body, while on the other hand an untold warmth of love pervaded his inner life. To those who knew of it, one episode in particular was a sign of the boy's inner faculties. A faculty that otherwise can be awakened in the human being only by outer stimuli, functioned from the beginning in the case of the Jesus of St. Luke's Gospel; directly after his birth he spoke certain words that were intelligible to those around him.3See The first Gospel of the Infancy of Jesus Christ, Chapter I, 1-3. (From the Apocryphal New Testament, published in London. 1820, editied by William Hone.) See also the Koran. Chapter XIX. In respect of all inward qualities he was infinitely great; unskilled, however, in respect of whatever can be acquired through the generations of mankind on the Earth. What wonder that the parents were amazed in the Temple when suddenly there was before them a boy who, having grown up in this body, was now filled with a wisdom otherwise attainable by external means only. This sudden, radical change was possible because at that moment the Zarathustra-Individuality passed over from the Solomon Jesus into the Jesus of the Nathan line. It was Zarathustra (or Zarathas) who was now speaking out of the boy at the time described to us, when his parents were searching for him in the Temple.
[ 26 ] Zarathustra hatte sich natürlich alle jene Fähigkeiten angeeignet, die man sich aneignen kann durch den Gebrauch der Instrumente des physischen Leibes und des Ätherleibes. Er hatte sich aussuchen müssen die Blutlinie der salomonischen Richtung und die dadurch zubereitete Leiblichkeit, weil dort die starken Kräfte vorhanden und aufs höchste ausgebildet waren. Aus dieser Leiblichkeit nahm er, was er sich aneignen konnte, und das verband er nun mit dem, was aus jener Innerlichkeit stammte, die aus der Jesusgestalt des Lukas-Evangeliums herkam, die herabzog von einer Zeit, da der Mensch noch nicht in einer irdischen Inkarnation war. Diese beiden Dinge verbanden sich jetzt zu einem. Eine Wesenheit haben wir jetzt vor uns. Und zum Überflusse, möchte ich sagen, werden wir jetzt noch auf etwas Besonderes aufmerksam gemacht: Nicht nur die Eltern des Lukas-Jesus nahmen eine besondere Veränderung wahr, fanden etwas, was sie nicht voraussetzen konnten, sondern diese Veränderung zeigt sich auch äußerlich. Warum wird da, als der Jesusknabe von seinen Eltern unter den Schriftgelehrten im Tempel gefunden wird, ganz besonders angeführt: «Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth ... Und Jesus nahm zu an äußerer physischer Wohlgestalt, nahm zu an edelsten Gewohnheiten und nahm zu an Weisheit»? (Luk. 2, 51-52.) Warum werden diese drei Eigenschaften genannt? Weil es drei Eigenschaften waren, die ihm besonders jetzt eignen konnten, wo die Zarathustra-Individualität in ihm war.
[ 26 ] Zarathustra had naturally acquired all the faculties it is possible to acquire by using the instruments of the physical body and the etheric body. He had necessarily to choose the lineage from Solomon, for in the bodily constitution produced by this blood there were strong, highly developed forces. From this bodily constitution he drew whatever he could make part of his own being and now united it with the deep inwardness made manifest in the nature of the Jesus of St. Luke's Gospel and deriving from an age before man's earthly incarnations began. Thus two streams became one. There was now one Being. In the Gospel our attention is specially called to the following.—Not only did the parents notice a startling change, detecting something they could not possibly have expected, but this change also showed itself outwardly. When the boy Jesus had been found by his parents among the scribes in the Temple, it is specifically said: ‘And he went with them and came to Nazareth... And Jesus increased in physical stature, in the noblest habits, and in wisdom.’ Why are these particular attributes mentioned? It was because they could be part of his nature in a very special sense now that the Zarathustra-Individuality was in him.
[ 27 ] Ich bemerke ausdrücklich, daß diese drei Worte gewöhnlich in den gebräuchlichen Bibeln übersetzt werden: «Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.» Ich möchte wissen, ob man wirklich ein Evangelium braucht, um zu sagen: ein zwölfjähriger Knabe nimmt zu an Alter? Sie finden sogar in der Übersetzung von Weizsäcker: «Und Jesus nahm zu an Weisheit und Gestalt und Gnade bei Gott und Menschen.» Das ist aber alles nicht gemeint; sondern gemeint ist, daß jetzt eine Individualität in dem nathanischen Jesusknaben war, die nicht, wie früher, bloß innerlich war, die sich äußerlich nicht ankündigte, sondern die jetzt, weil sie sich herangebildet hatte in einem vollendeten physischen Leib, auch überging in die äußere physische Wohlgestalt. Aber auch, was in dem Ätherleibe besonders gepflegt wird, was man sich im Ätherleibe aus dem Leben an Gewohnheiten aneignet und ausbildet, das war früher bei dem nathanischen Jesus nicht vorhanden. Bei diesem trat auf eine gewaltige Anlage zur Liebefähigkeit, und darauf konnte jetzt weiter gebaut werden. Aber diese Anlage war mit einem Schlage da, die konnte sich nicht in die Gewohnheiten hineinpressen. Jetzt aber war die andere Individualität da, die in sich die Kräfte hatte aus einem Heranwachsen des physischen Leibes und des Ätherleibes, und jetzt konnten sich auch äußerlich Gewohnheiten zeigen und in den Ätherleib hineingießen. Das ist das zweite, an dem der Jesusknabe zunahm. Das dritte, «an Weisheit», ist schon etwas selbstverständlicher. Der Jesus des LukasEvangeliums war nicht weise; er war ein im höchsten Grade liebefähiges Wesen. Aber das Zunehmen an Weisheit war dadurch gegeben, daß die Zarathustra-Individualität in ihn einzog.
[ 27 ] I must call particular attention here to the fact that the words referring to the three attributes in certain translations of the Bible are sometimes as follows: And Jesus increased in wisdom and age and in favour with God and man.' Do we really need a Gospel to tell us that age increases in a boy of twelve? Weizsäcker's translation is: ‘And Jesus increased in wisdom and in stature and in favour with God and man.’ But this does not convey the real meaning. The real meaning is that in the Nathan Jesus-boy there was now a different Individuality—one whose nature was not, as had previously been the case, purely inward, but who, having developed hitherto in a perfected physical body, was able to make himself manifest in the external physical stature as well. Furthermore, habits that are acquired from life and develop in the etheric body as their special province, had previously been absent from the nature of the Nathan Jesus. His capacity for love was so great that it could be the foundation on which to build; but this capacity was a spontaneous reality and could not imprint itself into habits acquired from life. Now, however, the other Individuality was present, having in his own nature the powers resulting from mature development of the physical and etheric bodies, and in these conditions it was possible for habits to come to visible expression and be impressed into the etheric body. That was the second attribute. The third increase ‘in wisdom’ 'in the ordinary sense of the word is easier to understand. Jesus of St. Luke's Gospel was not ‘wise’; he was capable of infinite, supreme love. The increase in wisdom was due to the presence in him of the Zarathustra-Individuality.
[ 28 ] Ich habe schon bei Besprechung des Lukas-Evangeliums gesagt, daß es sehr leicht sein kann, daß eine Persönlichkeit, die von der Individualität verlassen wird und nur die drei Leiber, physischen Leib, Ätherleib, astralischen Leib noch hat - denn die bleiben dabei zurück -, eine Zeitlang noch leben kann. Was aber von dem salomonischen Jesus zurückgeblieben war, das siechte hin und starb in der Tat bald darnach. Das heißt: Der eigentliche Jesusknabe der ersten Kapitel des Matthäus-Evangeliums starb verhältnismäßig bald nach seinem zwölften Jahre. So haben wir also zunächst nicht einer Jesusknaben, sondern wir haben zwei; dann aber werden diese zwei einer.
[ 28 ] In speaking about the Gospel of St. Luke I referred to the fact that it is quite possible for a human being from whom the Individuality has departed and who has then only the three sheaths—physical, etheric and astral—to go on living for a time, But he of whom the early chapters of St. Matthew's Gospel speaks—Jesus of the Solomon line—wasted away and died, comparatively soon after his twelfth year. At first, then, there were two boys; then the two became one.
[ 29 ] Manchmal sprechen die Urkunden aus alten Zeiten sehr merkwürdige Dinge aus, die man allerdings dann verstehen muß, und man kann sie nur verstehen, wenn man die entsprechenden Tatsachen kennt. Auf die nähere Art, wie die beiden Knaben zusammenkommen, werden wir noch eingehen; jetzt soll nur eines erwähnt werden.
[ 29 ] In very ancient records there are often remarkable utterances which cannot be understood unless the relevant facts are known. Later on we will go into the more intimate aspect of the union of the two boys; at the moment I will refer only to the following .—
[ 30 ] In dem sogenannten «Ägypter-Evangelium» findet sich eine merkwürdige Stelle, die schon in den ersten Jahrhunderten als sehr ketzetisch angesehen wurde, weil man darüber in christlichen Kreisen nicht die Wahrheit hören wollte, oder sie nicht aufkommen lassen wollte. ‚Aber es gibt etwas, was sich erhalten hat als ein apokryphes Evangelium und darinnen wird gesagt, «daß das Heil erscheinen wird in der Welt, wenn die Zwei Eines und das Äußere wie das Innere werden wird». Dieser Satz ist ein genauer Ausdruck des Tatbestandes, den ich Ihnen eben aus den okkulten Tatsachen heraus geschildert habe. Davon hängt das Heil ab, daß die zwei einer werden. Und sie wurden einer, als im zwölften Jahr die Zarathustra-Individualität überging in den nathanischen Jesus, und das Innere wurde äußerlich. Die Seelenkraft des Jesus des Lukas-Evangeliums war etwas gewaltiges Innerliches. Aber dieses Innerliche wurde ein Äußerliches, indem die Zarathustra-Individualität, die an dem Äußeren, an dem physischen Leib und Ätherleib des salomonischen Jesus sich herangebildet hatte, diese Innerlichkeit durchdrang und sie gleichsam mit den Kräften durchsetzte, die am physischen und Ätherleibe herangebildet waren. Da durchdrang diesen physischen Leib und Ätherleib des nathanischen Jesus ein Kräftiges von innen heraus, so daß das Äußere jetzt ein Ausdruck des Inneren werden konnte, jenes Inneren, das früher ein Inneres geblieben war, bevor der Lukas-Jesusknabe von der ZarathustraIndividualität durchdrungen worden war. - So waren die zwei eins geworden.
[ 30 ] In the so-called ‘Gospel of the Egyptians’ there is a passage which already in the early centuries of our era was regarded as extremely heretical, because Christian circles either did not want to hear the truth or did not want the truth to come to light. Something was nevertheless preserved in an apocryphal writing where it is said in effect that salvation (the Kingdom) will come to the world when the Two become One and the Outer becomes as the Inner. This sentence exactly expresses the occult reality of which I have told you. Salvation depends upon the Two becoming One. And the Two became One in very truth when in the twelfth year of his life the Zarathustra-Individuality passed over into the Nathan Jesus and qualities that at first had been entirely inward became outward. The inwardness of soul in the Jesus of St. Luke's Gospel was profound beyond all telling. But this quality manifested outwardly too whwn the Zarathustra-Individuality, whose development had proceeded in the physical and etheric bodies of the Solomon Jesus, permeated that inwardness with the forces engendered by his contact with those bodies. An impulse of such power then pervaded the physical and etheric bodies of the Nathan Jesus from within that the outer could become an expression of the inner—of the inner nature as it had been before the Zarathustra-Individuality had passed into the Jesus of St. Luke's Gospel.—The Two had become One.4The passage concerning the Two becoming One occurs in the Gospel of the Egyptians and also in the Second Epistle of Clement where it is followed by the reference to the outer becoming as the inner.
[ 31 ] Wir haben jetzt verfolgt den Zarathustra von seiner Geburt als der Jesusknabe des Matthäus-Evangeliums bis zu seinem zwölften Jahre, wo er seinen ursprünglichen Leib zurückließ und einnahm die Leiblichkeit des nathanischen Jesus, die er jetzt weiter ausbildete, so weit ausbildete, daß er sie wirklich später auf einer gewissen Höhe hinopfern konnte als seine drei Leiber zur Aufnahme jener Wesenheit, die wir dann als den Christus bezeichnen.
[ 31 ] We have now followed Zarathustra from his birth as the Jesus of St. Matthew's Gospel to his twelfth year, when he left his original body and passed into the bodily constitution of the Nathan Jesus; this he now developed to such a lofty stage that he was able, later on, to offer it as his own three sheaths into which the Being we call Christ might be received.
